Zitat:
Belliwell
Also ich weiß nicht was ich glauben soll. Nicht nach meiner Zeit bei den Zeugen.
Das kann ich gut nachempfinden, da wir D I E "WAHRHEIT" bereits
kennenlernen "durften".
Zitat:
Was ich mir wünsche und was ich glaube geht weit auseinander. Dabei ist das was ich mir wünsche näher an der Bibel als das was ich glaube.
Für mich bleibt die Bibel weiterhin spannend.
Zitat:
Ich befinde mich in einer Abwarten-Position. Einfach abwarten was da kommen mag. Festlegen will und kann ich mich nicht mehr. Dazu ist viel zu viel kaputt gegangen.
Das ist eine prima Einstellung, so bleibt man offen und wird nicht
zum Dogmatiker.
Die Gute Nachricht
Kohelet (Prediger) 3:19-22
Menschen und Tiere haben das gleiche
Schicksal. Beide verdanken Gott ihr Leben, und beide müssen
sterben. Nichts hat der Mensch dem Tier voraus, denn alles ist
sinnlos. Alles muß an den gleichen Ort. Aus dem Staub und der Erde
ist alles entstanden, und zum Staub der Erde kehrt alles zurück.
Wer weiß denn, ob der Lebensgeist des Menschen wirklich in die
Höhe steigt und nur der Lebensgeist des Tieres in die Erde
versinkt?
So habe ich eingesehen, daß
der Mensch nichts Besseres tun kann, als den Ertrag seiner Arbeit
zu genießen. Das hat Gott ihm zugeteilt. Wie sollte er sich auch
freuen an dem, was erst nach ihm sein wird?
Talk Talk
Life's What You Make It
http://www.myvideo.de/watch/792093/Talk_Talk_Live_s_What_You_Make_It

„Ulrich Parzani sagt es jeden Abend bei ProChrist mehrmals lest in
der Bibel, lest selbst in der Bibel!!!
In den Religionsgemeinschaften/Kirchen wird den Leuten gesagt was
sie in der Bibel lesen sollen, aber nicht lest die ganze Bibel.
Als ich 2003 mein Leben Jesu übergab habe ich in der ganzen Bibel
studiert und mußte feststellen das ich in der Freikirche wo ich
war meinen Glauben aus der Bibel nicht leben konnte. Ich habe mit
Gottes Hilfe eine Freikirche gefunden die sehr nah an der Bibel
festhält.
Ich glaube heute nicht mehr, sondern ich habe die GEWISSHEIT das
ich, wenn Jesus zum 2. mal kommt bei ihm in seiner
Königsherrschaft sein werde!
Nun kann ich mit diesem Herrn und seinen Geistesverwandten, nicht
weiter streiten.
Es wäre wohl auch vergebliche Liebesmüh.
Aus dem Grunde erspare ich es mir auch jetzt auszusprechen, was
ich über solche „Gewissheitsträger" denke.
In einem für morgen vorgesehen Beitrag, aus einem anderen Anlaß,
werde ich das dann vielleicht noch nachholen..

Etwas abweichend von dieser Linie des christlichen Hauptstromes, ist
die Position der heutigen Religionsgemeinschaft der
Siebenten-Tags-Adventisten.
Der Katholik Max Heimbucher etwa, meinte in einer 1926 erschienenen
Schrift,

diesbezüglich ausführen zu sollen (frühe Adventbewegung)
"Schon vorher ward indes durch
George Storr, der zur Vorbereitung auf die erwartete Wiederkunft Christi
"Sechs Predigten" veröffentlicht hatte, der Keim des Zwiespalts in die
neue Adventkirche gesenkt. Storr lehrte nämlich, daß die Unsterblichkeit
der Seele nicht zur natürlichen Ausstattung des Menschen gehöre."
Jenem George Storr begegnet man dann auch noch im Umfeld des
Charles T. Russell.
Siehe dazu auch
Parsimony.6368
Da sich im Falle Russell auch adventistische Wurzeln nachweisen lassen,
hat er seine diesbezügliche Position letztendlich von den Adventisten
"abgekupfert". Ist also diesbezüglich keineswegs originell.
Etwa im Jahre 1957 wurde seitens der Siebenten-Tags-Adventisten auch
eine Schrift publiziert mit dem Titel "Fragen um die Unsterblichkeit der
Seele".
Selbige kann man als durchaus relevante Zusammenfassung der
diesbezüglichen adventistischen Position ansehen.
Aus ihr sei nachstehend etwas zitiert.
Einleitend wird in ihr konstatiert:
"Die Lehre von der Unsterblichkeit
der Seele ist eine der ältesten und verbreitesten Lehren. Sie wurde auf
Erden schon verkündigt, ehe noch der Glaube an Christus, den Erlöser
gepredigt wurde."
Dann meint man weiter:
"Der Standpunkt, den die Heilige
Schrift in dieser Frage einnimmt, ist jedoch unvereinbar mit der Lehre,
daß die Seele unsterblich sei.
Die Bibel lehrt deutlich, daß das zukünftige Leben des Menschen von
einer Auferstehung der Toten oder von einer Verwandlung ohne Tod
abhängig ist.
Die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele hat die christliche Predigt
so durchdrungen, daß für die von der Auferstehung der Toten wenig oder
kein Raum übrig ist. Wenn die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele
wahr wäre, dann wäre aber die von der Auferstehung tatsächlich wertlos;
denn es wäre vergebliche Mühe, auf die evangelische Lehre von der
Auferstehung der Toten so viel Gewicht zu legen.
Nach der Lehre von der Unsterblichkeit der Seele gibt es, wie oben
gezeigt, folgerichtig keinen eigentlichen Tod und somit auch keine
Auferstehung.
Verdrängt die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele nicht nur die
Lehre von Christi Wiederkunft, sondern auch die Hoffnung der Christen.
Wenn daher die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele die Menschen in
den Himmel kommen läßt, ehe das Ende der Welt da ist und die letzte
Posaune ertönt, ehe die Zeit da ist, da der Herr selbst vom Himmel
herniederkommt, und die Toten auferweckt, ehe er noch in den Wolken des
Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit erscheint und seine Engel
sendet, seine Auserwählten zu sammeln, - wenn sie die Menschen in den
Himmel versetzt, ehe diese Ereignisse stattfinden, so tut sie es
entgegen den Worten Christi. Es ist daher klargestellt, daß der Glaube
an die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele der Lehre von der
Wiederkunft Christi und damit der göttlichen Wahrheit widerspricht."
Man glaubt auch:
"Wir haben durch wohlüberlegte
Schlüsse aus biblischen Grundsätzen bewiesen, daß die Lehre von der
Unsterblichkeit der Seele der Lehre von der Auferstehung der Toten, der
Wiederkunft Christi und dem Gerichte widerspricht, daß sie das
Erlösungswerk Jesu unwirksam macht, indem sie ewiges Leben auch ohne
Christus für möglich hält. Die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele
ist die Grundlage des Spiritismus. ..."
Diese Ausführungen dürften dann wohl über weite Strecken mit der,
seitens der Zeugen Jehovas identisch sein.
Es war schon davon die Rede, dass dies nicht unbedingt die Position des
"Hauptstromes" im Christentum ist, der ja die Himmel-Hölle-Philosophie
kultiviert.
Der schon bereits genannte Katholik Heimbucher meinte auch vollmündig
verkünden zu können:
"Kaum eine andere Glaubenslehre
ist in der Heiligen Schrift so oft und so deutlich bezeugt als diese,
daß es eine Hölle gibt und daß die Hölle ewig dauert. Mit der
katholischen Kirche anerkennt deshalb auch der gläubige Protestant diese
Lehren.
Herr Heimbucher hat übrigens in seiner "Die neuzeitlichen Sekten"
betitelten Schrift, noch ein paar andere Highlights auf Lager. Etwa wenn
er seine katholische Leserschaft schon einleitend mit der These
vergattert:
"Du darfst eine verbotene Schrift
- und alle Sektenschriften sind verboten - weder selbst lesen noch an
andere ausleihen, verkaufen oder verschenken. Du darfst sie auch nicht
in deinem Hause behalten. Es könnte sie jemand zufällig finden und durch
ihre Lesung Schaden nehmen. Händige sie ohne Säumen deinem Seelsorger
aus oder wirf sie gleich selbst ohne langes Besinnen ins Feuer!"
Und da die Inquisition auch zu den „Errungenschaften" seiner Kirche
gehört; und da es Gestapo und Stasi zu dem Zeitpunkt zwar so noch nicht
gab, fühlt sich Herr Heimbucher kraft seiner katholischen Wassersuppe,
aber berufen, deren Credo schon mal vorab seinen katholischen Mannen
einzubläuen. Etwa mit seinem sinnigen Vergleich:
„Aber bist du denn nicht ein
"Denunziant", ein feiger Angeber, wenn du also gleich, sobald ein
Sekten-Kolporteut in deinem Orte auftaucht, zum Pfarrer läufst? Nein, so
wenig du ein Denunziant bist, wenn du bei den weltlichen Behörde Anzeige
erstattest, daß jemand einen Mord begehen will."

Noch eine „Kontrastmeldung".
Thun in der Schweiz ist derzeitiger Sitz des Schweizer Zweigbüros
der WTG.
Schon in der Frühzeit der deutschsprachigen Bibelforscherkreise,
spielte es eine gewisse Rolle.
Russell's Erwartungen bezüglich der Akzeptanz der deutschen
Ausgabe des „Zion's Wachtturm" hatten sich nicht erfüllt. Er war
nahe daran, diesen wieder einschlafen zu lassen.
An der Übersetzung seiner „Schriftsudien"-Bände aus dem Englischen
ins Deutsche, waren auch einige seiner damaligen „Fan's"
massgeblich beteiligt, die eben in Thun (Schweiz) wohnten.
In dieser Schwächephase des WT begannen jene im Herbst 1902 mit
der der Herausgabe einer eigenen Zeitschrift mit dem Titel „Die
Aussicht".
Jene Kreise verstanden sich zwar als massgeblich von Russell
inspiriert, mit der Einschränkung jedoch, als „Papst" dem sie sich
mit Haut und Haaren im Kadavergehorsam zu verschreiben hätten,
wollten sie ihn doch nicht anerkennen. Sie wollten eben auch in
der übrigen religiösen Szene, namentlich in den Geistesverwandten
pietistischen Kreisen, fallweise auch mal Anleihen vornehmen
können, wenn es ihnen sachlich nützlich erschien.
Just wie nun die „Aussicht" auf den Markt kam, begann Russell
seine zeitweiligen Einschlafungspläne für den „Zion's Wachtturm"
in deutschsprachige Ausgabe, wieder zu revidieren.
So schickte er als erstes mal seinen Schwiegersohn (Ehemann seiner
Stieftochter Rose Ball) nach Deutschland, um die WTG-Tätigkeit
dort zu aktivieren.
Für den hatte er zwar alsbald noch andere Verwendung, Henniges
wurde dann als Russells Statthalter nach Australien beordert.
Aber immerhin ist zu registrieren, dass ab 1904 dann, die
WTG-Tätigkeit mittels des deutschsprachigen „Zions Wachtturm",
massiv ausgeweitet wurde, gegenüber der Zeit davor.
Das alles war (zwar nicht ausgesprochenerweise, aber faktisch
dennoch so), als massive Konkurrenz zur „Aussicht" ausgestaltet.
Diese sollte in „Grund und Boden" runtergedrückt werden, eben auf
purer Konkurrenzbasis.
Erfahrungen wie man so was macht, hatte Russell ja bereits früher.
Das hatte er mit Barbour's Zeitschrift, mit dem er ja in der
Frühzeit auch einige Zeit zusammengearbeitet hatte, dann auch
schon so praktiziert. Die Forcierung des WTG-Klinkenputzersystems
bewirkte zudem, dass diese Kreise um die „Aussicht" in diesem
Konkurrenzkampf zusehends ins Hintertreffen gerieten.
Im Bestand der Deutschen Bücherei Leipzig, gibt es auch ein Buch
das in einem in einem in Thun ansässigen (gewesenen) „Wartverlag"
mal erschien.
Eine direkte Verbindungslinie zu den frühen „Aussichtskreisen"
lässt sich zwar dokumentarisch so nicht nachweisen. Ich
unterstelle aber, das der Verfasser jenes Buches sehr wohl quasi
zur „Enkelgeneration" der „Aussichts"kreise gehört.
Sein Buch gab er den Titel „Zuerst die Beerdigung - dann die
Behimmlung". Inhaltlich liegt es sehr wohl auf der Linie jener,
welche eine Seelenlehre im Stile der „Großkirchen" ablehnen.
Und diese Kreise sind ja, wie bereits festgestellt, eher in der
Minderzahl.
In seinem Buch verwendet jener Verfasser auch einen
bemerkenswerten Vergleich.
Der Verfasser heisst Hans Steinemann.
Übrigens in den 40er Jahren hiess der verantwortliche Redakteur
der Schweizer Ausgabe des „Trost" Hugo Steinemann. Eine
verwandtschaftliche Linie scheint nicht ausgeschlossen zu sein.
Der Steinemann des „Trost" verschwand wieder eines Tages sang- und
klanglos aus den Impressumsangaben des „Trost", ohne dass dessen
Leserschaft eine nähere Erläuterung über das warum und wieso
erhielt.
Wird einer auf diese Art geschasst, lässt das schon mal tief
blicken.
Eine Äußerlichkeit. Sie sei aber doch notiert. Bis zur
"Trost-Ausgabe vom 15. 9. 1940 (einschließlich) zeichnete Franz
Zürcher als deren Presserechtlich verantwortlicher Redakteur.
Zürcher war inzwischen zugleich zum WTG-Zweigdiener (Aufseher,
oder Koordinator in heutiger WTG- Terminologie) aufgestiegen.
Der vorherige WTG-Zweigdiener M. C. Harbeck war zu einem
ZJ-Kongress im Jahre 1940 nach den USA abgereist. Auf seinen
Posten konnte (oder durfte) er nicht mehr zurückkehren, wie man
aus einem Bericht des Zürcher im "Wachtturm vom 1. 3. 1966
entnehmen kann.
Nun ab der "Trost-Ausgabe vom 1. 10. 1940, wird ohne nähere
Erläuterung, der Name eines neuen Presserechtlich Verantwortlich,
des Hugo Steinemann, genannt.
Es ist schon merkwürdig zu benennen. In der gesamten WTG-Literatur
gibt es bis heute, keinerlei Auskunft über diesen Steinemann. Auch
nicht in dem die Schweiz bezüglichen Geschichtsbericht im 1987er
ZJ-Jahrbuch. Und dies trotz des Umstandes.
Als der "Wachtturm ab Oktober 1944 in der Schweiz wieder neu
erscheinen konnte, zeichnete ebenfalls Steinemann anfänglich,
Presserechtlich für ihn verantwortlich.
Der Name Steinemann tauchte schon früher im Impressum des
"Goldenen Zeitalters mit auf. Bezeichnet als Lehrer H. Steinemann.
Außerdem gab es von der Schweizer WTG herausgegeben, in den 1940er
Jahren noch, einige auf seinen Namen lautende Broschüren.
In den Zeugen Jehovas bezüglichen Naziakten ist er auch
aktenkundig geworden. Als Versandstelle (unter seinem Namen, Bern
Meisenweg 27) von WTG-Schriften, adressiert an deutsche Zeugen
Jehovas.
So etwa in der Tagesmeldung des Gestapa vom 8. 10. 1934 notiert:
H. Steinemann, Bern, Meisenweg 27 und J. Soller, Meisenweg 27,
Bern,
als Versender von WTG-Schriften
Entweder war man damals noch so blauäugig in WTG-Kreisen, dass man
hoffte, das ginge "gut." Es ging aber nicht gut. Postzensur war
doch für das Naziregime eine seiner "leichtesten Übungen". Und so
bekam denn selbiges, auch via des Herrn Steinemann, die Adressen
von deutschen Zeugen Jehovas frei Haus geliefert!
Siehe auch:
Parsimony.20226
Nun also noch das Zitat von diesem Hans Steinemann. Selbiger
schreibt:
„Einen alten ernsten
Bibelforscher hörte ich begeistert vom Seelenschlaf erzählen,
gerade so, wie wenn er ihn eben erlebt hätte. Es war rührend, zu
hören, wie er die Sache darstellte. Nach seiner Meinung werden die
Gläubigen alle, wenn sie gestorben sind, schlafen gelegt. Auch
Paulus schläft nach seiner Meinung. Am meisten Freude empfand er
ob dem Manöver, das Gott dann am Ende des Seelenschlafes mit den
Schläfern durchführen werde. Damit sie nicht trauern über die
allzulang verschlafene Zeit - bei Paulus wären es ja bis jetzt
rund 1900 Jahre - werde Gott durch ein seltsames Experiment den
Schläfern die Meinung beibringen, sie hätten nur ganz kurze Zeit,
nur eine Nacht geschlafen. Das Erwachen nach diesem Blitzschlaf
mit Überschallgeschwindigkeit sei großartig. Man merkte dem Manne
an, daß er diese Platte vom Seelenschlaf schon oft hatte spielen
lassen.
Ein lieber Freund und Glaubensbruder, der mich öfter zu Gast
geladen hatte, kündigte mir Freundschaft und Bruderschaft und kam
auch nicht mehr in meine Bibelstunden.
Warum? Einzig aus dem Grund, weil ich wiederholt bezeugt hatte der
frohen Hoffnung zu sein, gleich nach meinem Sterben zum Herrn zu
kommen. Das war für ihn Irrlehre genug, um sich von mir zu
trennen. Er war früher ernster Bibelforscher und hielt fest an der
Lehre vom Seelenschlaf."
Das geschilderte Faktum der Kündigung der Freundschaft, ist
dann ja wohl wieder mal charakteristisch.
Wiedermal werden Dogmen, die man doch wohl auch anzweifeln kann,
als „höherwertig" eingestuft in der Sicht der diesbezüglich
Betörten, als eben andere Aspekte,
Für diese Dogmatiker ist also der Mensch
f ü r die Dogmen da; nicht
aber umgekehrt, die Dogmen für den Menschen!
Wer den denkt analoge Fälle gäbe es nicht auch in der Gegenwart,
für den kann ich allerdings dann nur ein mitleidiges Lächeln
empfinden, so traurig die Sache an sich ist!
Und es war weiter von einem zweiten Buch die Rede, dass dazu in
gewisser Hinsicht wie im Verhältnis Feuer zu Wasser steht.
Jenes zweite Buch setzt erst mal den grob angedeuteten
christlichen "Hauptstrom" voraus. Mit der gegenteiligen Auffassung
wie zitiert der Adventisten/Zeugen Jehovas, setzt es sich nicht
auseinander.
Gleichwohl hat sein Verfasser auch, wie ich meine, bedenkenswertes
zu Papier gebracht.
Bevor darauf näher eingegangen wird, dann noch eine Vorbemerkung
zu einigen "Äußerlichkeiten":
(Ein dritten Buch wird morgen vorgestellt)
[Vorab noch eine Anmerkung zu dem „ist oder war". Registriert habe
ich beispielsweise folgendes. Da gab es eine Quellschrift zur
sogenannten Katholisch-apostolischen Gemeinde, das „Testimonium";
Vorläufer der heutigen Neuapostolischen Kirche. Alt genug um in
der Google-Buchsuche nach ihr zu suchen, schien sie ja. Allerdings
ohne greifbares Ergebnis. Etwas anderes „spuckte" Google dafür
aus. Unter anderem ihre Zitierung in einer (katholischen)
Zeitschrift namens „Schlesisches Kirchenblatt" Jahrgang 1845. Und
siehe da, aus dem Bestand der Harvard-Universität gibt es die auch
bei Google. Etwa 90 MB, in Frakturschrift. Interessiert also das
„Stück" mal heruntergeladen. Aus Zeitgründen dann beabsichtigt,
die auch vorhandene Transformation in die heutige Schrift, dann am
nächsten Tage zu nutzen.
Beim Aufruf ergab sich dann am nächsten Tag eine Überraschung. Es
ist ja bekannt, das Sammlungswütige Google speichert alles
erreichbare, eben dann auch meine IP.
Nun ergab sich der erstaunliche Umstand, der Tags zuvor komplett
herunterladbare Jahrgang ist nicht mehr erreichbar. „Umgeschaltet"
auf „Description". Da hat also Google mitbekommen. Da hat einer
den Jahrgang mal heruntergeladen. Und just diese Möglichkeit dann
anschließend blockiert.
Nun bin ich in Sachen „Testimonium" nicht auf Google angewiesen.
Ich kenne es bereits aus Bibliotheksstudien.
Allein, der Umstand, wie da Google reagiert, erscheint mir doch
bemerkenswert.
Also sollten andere auch die Erfahrung sammeln, bestimmte Sachen
sind nur unter bestimmten Glücksumständen zeitweilig erreichbar.
Siehe vorstehendes. ]
Nun noch die Zitate aus David Friedrich Strauss:
Das Leben Jesu für das deutsche Volk bearbeitet
von David Friedrich Strauß.
erklärte ich ausdrücklich,
das Werk sei nur für Theologen bestimmt, für Nichttheologen sei
die Sache noch nicht gehörig vorbereitet, und daher das Buch
absichtlich so eingerichtet worden, daß sie es nicht im
Zusammenhang verstehen können. Dießmal habe ich umgekehrt für
Nichttheologen geschrieben und mich bemüht, keinem Gebildeten und
Denkfähigen darunter auch nur in einem Satze unverständlich zu
bleiben: ob auch die Theologen (ich meine die zünftigen) mich
lesen wollen oder nicht, gilt mir gleich.
Auf der andern Seite hat sich in der Zwischenzeit herausgestellt,
daß gerade die Theologen am wenigsten diejenigen sind, von denen
ein unbefangenes Urtheil in dieser Sache zu erwarten ist. Sie sind
ja Richter und Partei zugleich. Mit der bisherigen Ansicht von den
Gegenständen des christlichen Glaubens, insbesondere der Grundlage
desselben, der evangelischen Geschichte, sehen sie ihre eigene
bisherige Geltung als geistlicher Stand in Frage gestellt.
Und soviel ist jedenfalls sicher, wenn das Christenthum aufhört
ein Wunder zu sein, so können auch die Geistlichen nicht mehr die
Wundermänner bleiben, als die sie sich bis dahin so gerne
gebärdeten.
Diesem höheren vereinigenden Standpunkt aber kann das deutsche
Volk nicht anders entgegengehoben werden, als indem es in das
Innere der Religion eingeführt und von dem äußern Beiwerke, worin
auch die konfessionellen Unterscheidungslehren ihre Wurzeln haben,
losgemacht wird. Dazu waren von katholischer Seite der
Deutschkatholizismus, von protestantischer die Genossenschaft der
Lichtfreunde, die sich beide bereits in freireligiösen Gemeinden
zu verschmelzen anfangen, beachtenswerthe praktische Versuche;
dazu soll das vorliegende Werk von wissenschaftlicher Seite her
einen Beitrag geben.
In dieser Hinsicht reicht es dem französischen von Renan über dm
Rhein hinüber die Hand.
Einer der ersten und, wenn man nach dem Beifall und der Geltung
urtheilen darf, die er bald und für lange Zeit gewann, auch
glücklichsten Versuche, die evangelische Geschichte unter den
neuen biographischen Gesichtspunkt zu stellen, war des Zürichers
J. Heß „Lebensgeschichte Jesu", die, seit 1768 bis in dieses
Jahrhundert herein in einer Reihe von Auflagen erschienen, das
Lieblingsbuch unserer Väter war. Heß stand noch in dem guten
Glauben, daß durch ein wenig Nachgiebigkeit von Seiten der
kirchlichen Vorstellung sich die in den Evangelien enthaltene
Geschichte Jesu mit den Anforderungen des biographischen
Pragmatismus in den schönsten Einklang bringen lasse.
Eine gewisse Kritik der evangelischen Quellen ist auch aus dem
gläubigsten Standpunkt deßwegen nicht zu umgehen, weil wir über
das Leben Jesu vier Berichte haben, die theils das Gleiche, doch
nicht selten mit verschiedenen Umständen und in verschiedener
Ordnung, erzählen; theils haben aber auch die einzelnen wieder
manches für sich, und zwar so, daß, was der eine gibt, zuweilen
mit dem, was der andere berichtet, unvereinbar scheint. Hier hält
sich nun zwar Heß begreiflich so conservativ wie möglich.
Ganz besonders aber ist die Lehre vom Teufel und den Dämonen der
Punkt, wo auch Heßens Supranaturalismus dem Andrang der Aufklärung
nicht hat widerstehen können.
Nicht umsonst war der gewaltige Angriff auf Bibel und Christenthum
in den sogenannten Wolfenbüttelschen Fragmenten, nicht umsonst die
Lessing'schen Abhandlungen darüber, die den ganzen Streit auf
einen höheren Boden erhoben, vorangegangen.
Jetzt galt es also, an den evangelischen Erzählungen der Reihe
nach im Einzelnen nachzuweisen, daß einerseits alle Versuche, das
Uebernatürliche aus ihnen wegzuerklären, oder seinen Widerspruch
gegen die Naturgesetze zu bemänteln, vergeblich seien, daß sie
aber dafür auch keinen Anspruch daraus machen können, als
geschichtliche Berichte im strengen Sinne zu gelten.
Dieser Schluß des Deisten, daß, wenn in so hellen und kritischen
Zeiten, wie die damaligen, eine Fälschung der Art möglich gewesen,
Aehnliches in so dunkeln und unkritischen Zeiten, wie die der
Entstehung des Christenthums waren, noch weit leichter habe
vorkommen können, ist in der That vollkommen begründet. Gerade die
nächsten Jahrhunderte vor und nach Christi Geburt waren die
eigentliche Blüthezeit solcher Unterschiebungen, und gerade die
ältesten Christen, und zwar nicht blos ungebildete, sondern die
gelehrtesten Kirchenväter nicht ausgenommen, die leichtgläubigsten
in Anerkennung solcher offenbar untergeschobenen Schriften. So
beruft sich der Verfasser des in unserem Kanon befindlichen Briefs
Judäa (V. 14) auf eine Weissagung des Henoch, des siebenten
Erzvaters von Adam an, die wir in dem apokryphischen Buche Henoch
lesen; er glaubte also, wie später Tertullian und andere
Kirchenväter, in diesem Machwerke, das frühestens dem letzten
vorchristlichen Jahrhundert angehört, einer schwachen Nachahmung
insbesondere des Buchs Daniel, die wirklichen Weissagungen des
Vaters von Methusalah und Urgroßvaters von Noah zu finden.
Schon Celsus sprach von Verfälschung der Sibyllenorakel, aber
Origenes verlangte die Vorweisung der unverfälschten Exemplare,
und Lactantius berief sich gegen den Vorwurf christlicher
Unterschiebung aus Varro und Cicero, die, vor Christi Geburt schon
gestorben, von der Erythräischen und anderen Sibyllen sprechen
(aber freilich von den Weissagungeu aus Christus, um die es sich
handelt, noch nichts wissen).
Von diesen angeblichen Pilatus-Acten nämlich, die wir jetzt
umgearbeitet im Nivaulium Niocäemi lesen, wissen wir, daß sie das
Machwerk eines Christen waren, der eine im Wesentlichen aus
unseren Evangelien gezogene und mit allerhand Fabeln
ausgeschmückte Erzählung von der Verurtheilung, dem Tod und der
Auferstehung Jesu in das Gewand eines Berichts von Pilatus an den
Kaiser Tiberius gekleidet hatte, um die Sache für die Widersacher
desto glaublicher und aufdringlicher zu machen.
so steht soviel fest, daß wir gegen das Ende des zweiten
Jahrhunderts nach Christus dieselben vier Evangelien, die wir noch
jetzt haben, in der Kirche anerkannt und von den drei
hervorragenden Kirchenlehrern Irenäus in Gallien, Clemens in
Alexandrien und Tertullian in Karthago als Schriften der Apostel
und Apostelschüler, deren Namen sie tragen, vielfach zitiert
finden. Zwar war noch immer eine ziemliche Anzahl weiterer
Evangelien in Umlauf, es gab ein Evangelium der Hebräer und der
Aegyptier, des Petrus, des Bartholomäus, des Thomas, des Matthias,
auch, der zwölf Apostel, die nicht blos ketzerische Parteien
gebrauchten, sondern aus die sich mitunter auch rechtgläubige
Kirchenlehrer noch beriefen; doch als die eigentlich zuverläßigen
Grundlagen des Christenglanbens wurden um jene Zeit und fortan
jene vier betrachtet.
Oder achten wir uns verbunden, alles das als wirkliche
apostolische Ueberlieferung anzuerkennen, wofür sich Irenäus aus
das Zeugniss derer, welche die Apostel noch gekannt hatten,
beruft? „Die Alten", sagt er einmal, „welche den Johannes, den
Schüler des Herrn, noch gesehen, erinnern sich, von ihm gehört zu
haben, wie der Herr von jenen Zeiten lehrte und sagte: Tage werden
kommen, da werden Reben wachsen, jede mit 10,000 Schößlingen, und
an jedem Schößling 10,000 Aeste, und an jedem Ast 10,000 Zweige,
und an jedem Zweig 10,000 Trauben, und an jeder Traube 10,000
Beeren, und jede Beere wird, ausgepreßt, 25 Metreten (etwa 6 Ohm)
Wein geben. Und wenn einer von den Heiligen nach einer solchen
Traube greifen wird, so wird eine andere rufen: ich bin eine
bessere Traube, nimm mich, und preise durch mich den Herrn.
Gleicherweise werde ein Weizenkorn 10,000 Aehren treiben, und jede
Aehre 10,000 Körner geben, und jedes Korn 10 Pfund reines weißes
Semmelmehl, und die übrigen Früchte, Samen und Kräuter nach
Verhältniß. Dafür gibt auch Papias, der den Johannes noch gehört
und mit Polykarp Umgang gehabt hat, ein alter Kirchenlehrer,
schriftliches Zeugniß im vierten seiner Bücher, deren er fünf
geschrieben hat (unter dem Titel „Auslegung der Herrnsprüche").
während doch diesem so bestimmten Zeugniß für die Rede Jesu von
den paradiesischen Riesentrauben kein Mensch Glauben schenkt und
schon Eusebius keinen geschenkt, sondern um dieser und ähnlicher
Geschichten willen den Papias einen Mann von sehr wenig Verstande
genannt hat.
Sind die bisherigen Beobachtungen richtig, so muß Lucas im
Verhältniß zu Matthäus der spätere Evangelist sein; daß er es aber
ist, läßt sich auch unabhängig von dem Bisherigen beweisen. Wenn
im Eingang der großen eschatologischen Rede bei Matthäus (24, 3)
die Frage der Jünger an Jesum lautet: „wann wird dieß geschehen,
und welches ist das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der
Welt?" so sagen sie nach zwei Punkten, der Zerstörung des Tempels
zu Jerusalem, von der Jesus so eben gesprochen hatte, und der
Wiederkunft Christi zur Abschließung der gegenwärtigen
Weltperiode, welche beide sie sich in unmittelbarem Zusammenhange
denken. Statt dessen läßt Lucas (21, 7) sie tautologisch so
fragen: „wann wird dieß sein, und was ist das Zeichen, wann dieß
(nämlich die so eben von ihm vorhergesagte Zerstörung des Tempels)
geschehen wird?" wobei also der Punkt von der Wiederkunft ganz
fallen gelassen ist; offenbar weil der Verfasser durch den Erfolg
belehrt war, daß die Zerstörung des Tempels und die Wiederkunft
Christi sammt dem Weltende nicht so unmittelbar, wie noch der
Verfasser des ersten Evangeliums geglaubt hatte, zusammenhingen.
Wollen wir nun erfahren, was, abgesehen von der nationalen
Messiasidee, das eigenthümliche religiöse Bewußtsein Jesu gewesen
ist, so werden wir nicht nur von der kirchlich hergebrachten
Ansicht, sondern auch von der jetzt herrschenden theologischen
Richtung vorzugsweise aus das johanneische Evangelium verwiesen,
in welchem der Jünger, der an Jesu Brust gelegen, gleichsam die
innersten Geheimnisse dieser Brust, die tiefsten Erlössungen Jesu
über sein eigenes Wesen und sein Verhältniß zu Gott niedergelegt
habe. Dabei ging die ältere Theologie ehrlich und unbefangen zu
Werke, indem sie die Sache an ihrer Spitze faßte und alles, was
Jesus im vierten Evangelium von sich als dem eingeborenen Sohn
Gottes, dem Licht der Welt, dem, in dem Vater ist und in dem die
Menschheit den Vater sieht, dem vom Himmel Stammenden und zum
Himmel Zurückkehrenden aussagt, einfach daraus erklärte, was ja in
demselben Evangelium theils als Lehre des Evangelisten, theils
aber auch als Zeugniß Jesu von sich selbst vorliegt, daß er
nämlich als das persönliche göttliche Schöpferwort von Ewigkeit
her bei Gott gewesen, dann für eine Zeitlang zum Behufe der
Erlösung der Menschheit Mensch geworden sei, um, wenn er diesem
Zwecke genügt hätte, wieder zu Gott in den Himmel zurückzukehren
... Hienach wäre also das Selbstbewußtsein Jesu das eines
göttlichen Wesens gewesen, das nur vorübergehend einen
menschlichen Leib, vielleicht auch eine menschliche Seele
angenommen, dabei aber die klare Erinnerung seines frühern
Zustandes, das volle Bewußtsein seiner Göttlichkeit behalten
hatte.
Mit einem solchen Jesus, der für die altgläubige Theologie eben
derjenige war, den sie brauchte, weiß nun aber die moderngläubige
nichts mehr anzufangen.
Von den Ebioniten sagt Epiphanius, in ihrem angeblichen
Matthäus-Evangelium komme der Ausspruch Christi vor: „Ich bin
gekommen, die Opfer abzuschaffen, und wenn ihr nicht ablasset zu
opfern, wird der Zorn (Gottes) von euch nicht ablassen." Dieß ist
der Abscheu vor blutigen Opfern, welchen die Ebioniten mit den
Essenern gemein hatten, und der sammt der essenischen Enthaltung
von Fleischspeisen in der ascetisch-dualistischen Welt- und
Lebensansicht dieser Sekte seinen Grund hat. Von dieser Ansicht
war Jesus weit entfernt; um so näher lag seiner Ueberzeugung, daß
zur Versöhnung mit Gott nur aus rein innerlichem Wege zu gelangen
sei, der Widerwille gegen den krassen Materialismus des
Opferdienstes, der ihn, besonders wenn er diesen Viehmarkt im
Tempel jetzt zum erstenmale sah, leicht zu jenem Acte
prophetischen Eifers fortreißen konnte.
Daß Jesus den evangelischen Berichten zufolge ,seine Wiederkunst
so nahe gedacht hätte, daß er seinen Jüngern sagte, es seien
einige unter den um ihn Stehenden, die den Tod nicht schmecken
werden, bis sie des Menschen Sohn in seinem Reiche kommen gesehen
(Matth. 16, 28); diese Generation werde nicht vergehen, bis dieß
alles geschehen, d. h. die Wiederkunft des Menschensohnes mit
allen vorbereitenden und begleitenden Umständen eingetreten sein
werde (Matth. 24, 34); daß er insbesondere sogleich nach der von
ihm gleichfalls vorhergesagten Zerstörung Jerusalems diese letzte
Katastrophe eintreten ließ (Matth. 24, 29); daß er sich also in
Bezug aus den Zeitpunkt jedenfalls gewaltig geirrt hätte, indem
nicht nur jene, sondern seit 1800 Jahren eine Generation um die
andere vergangen ist, ohne daß seine vorausgesagte Wiederkunft
eingetroffen wäre: dieß macht aus unserem Standpunkte die Sache
nicht einmal schlimmer, da wir, um die Vorhersagung der
Wiederkunft eines Menschen in den Wolken als etwas Leeres zu
erkennen, nicht erst der Erfahrung bedürfen, daß sie aus den
bestimmten Zeitpunkt nicht eingetroffen ist.
Um so weniger können wir uns zu einer der gewaltsamen Umdeutungen
versucht fühlen, welche die Theologen hier in wahrem Wetteifer mit
den Textesworten vorgenommen haben, indem sie unter dem
„Geschlecht", das nicht vergehen sollte, bis das alles geschehen
wäre, bald das Judenvolk, bald die christliche Kirche, oder unter
dem „Allen", was vorher geschehen sollte, nur die Zerstörung
Jerusalems, oder unter dem „Geschehen" nur den ersten Anfang der
Ereignisse verstanden, in deren Fortgang wir noch heute mitten
inne stehen.
Wenn aber Jesus in der Hauptstelle bei Matthäus (24, 30 sg. 25, 31
sg.) sagt, nach jenen Vorgängen an den Gestirnen werde das Zeichen
des Menschensohnes am Himmel erscheinen, dann werde man unter dem
Wehklagen aller Völker der Erde des Menschen Sohn aus den Wolken
kommen sehen mit großer Macht und Herrlichkeit, er werde seine
Engel aussenden mit einer stark schallenden Trompete, um von allen
vier Winden her seine Auserwählten zu versammeln, hieraus sich aus
seinen Thron setzen, um alle Menschen zu richten, die einen in's
ewige Feuer, die andern in's ewige Leben eingehen zu lassen: so
widerstrebt eine solche Schilderung jeder Umdeutung in das blos
Bildliche, und wie die christliche Kirche sie von jeher im
Wortverstande genommen hat, so ist sie auch sicherlich von Jesu
gemeint gewesen, wenn sie wirklich von ihm vorgetragen worden ist.
Das einemal sagt Jesus seinen Jüngern, des Menschen Sohn werde
wiederkehren, ehe sie noch mit ihrer messianischen Verkündigung in
allen Städten Israel's herumgekommen sein werden (Matth. 10, 23);
das anderemal sagt er, diese Wiederkunft werde nicht eher
eintreten, als bis das Evangelium in der ganzen Welt unter allen
Völkern verkündigt sei (Matth. 24,14). Das ist doch sehr
zweierlei; es müßte also von der einen dieser Vorhersagungen bis
zur andern Jesus seine Ansicht wesentlich geändert haben, oder
vielmehr es ist klar, daß man die eine Jesu zu einer Zeit und in
einem Kreise in den Mund legte, wo man das Messiasreich nur für
das Volk Israel bestimmt dachte, die andere von einem Standpunkt
aus, dem die Berufung der Heiden in dasselbe bereits eine
ausgemachte Sache war.
Allein davon abgesehen, daß Matthäus nicht von einer Gruppe
mehrerer, sondern von Einem Sterne spricht, so wiederholt sich ein
solches Zusammentreffen zweier, ja dreier Planeten nicht so selten
(zwischen Jupiter und Saturn alle zwanzig Jahre), daß es
sternkundigen Morgenländern als etwas so ganz Besonderes hätte
erscheinen können, wie in der Erzählung des Matthäus vorausgesetzt
wird; daher hat auch Kepler selbst die Planetenkonjunction für
sich allein nicht genügend gefunden, sondern vermuthet, es möge zu
derselben noch ein neuer außerordentlicher Stern hinzugetreten
sein, wie zu seiner Zeit, im Jahre 1604, eben als gleichfalls jene
drei Planeten beisammenstanden, als einmal ein solcher Stern
erschienen, und nachdem er längere Zeit mit der Helle eines
Fixsterns erster Größe geleuchtet hatte, allmählig erblaßt und
zuletzt verschwunden war. Da jedoch zwischen dem Erscheinen eines
solchen Sterns und der Conjunction jener Planeten schlechterdings
kein innerer Zusammenhang stattfindet, so schwebte die Vermuthung,
daß, wie im Jahre 1604 nach Christus, so auch zur Zeit seiner
Geburt, mit der ordentlichen Planetenvereinignng ein
außerordentlicher Stern zusammengestossen sein möge, so lange in
der Luft, bis Professor Wieseler in Göttingen in chinesischen
Zeittafeln fand, daß in der That im vierten Jahr vor dem Ausgang
unserer Zeitrechnung (und just um so viel setze diese die Geburt
Jesu zu spät) ein heller Stern erschienen und längere Zeit
sichtbar gewesen sei.
Alle Achtung vor der Genauigkeit der Zeittafeln des himmlischen
Reichs, alle auch vor einer Theologie, welche dererlei, Beweise
für die Wahrheit des Christenthums (!) zusammenzusuchen, bis an
die chinesische Mauer treibt: wir unseres Theils gestehen, daß uns
die Reise zu weit ist, ja daß sie uns als einen Umweg erscheint,
da wir das Gesuchte besser und genügender in der Nähe zu haben
glauben.
Von Josephus bis zu Justin dem Märtyrer und Philostratus herunter
sind jüdische, christliche und zum Theil auch
griechisch-heidnische Schriften von Besessenen und deren Heilungen
voll. Es hat demnach die Angabe der drei ersten Evangelisten, daß
dergleichen Kranke Jesu häufig vorgekommen, alle historische
Wahrscheinlichkeit für sich. Und vermöge der großen Rolle, welche
in Krankheiten dieser Art die Einbildungskraft spielt, läßt sich,
wie schon öfter von uns bemerkt worden, eine Heilung durch das
bloße Wort Jesu bei keiner andern Krankheitsart eher denken, als
bei dieser. Daß nun das vierte Evangelium gerade von solchen
Kranken und Heilungen nichts meldet, das deutet gewiß nicht auf
einen Verfasser, der dem Leben und Wirken Jesu als Augenzeuge,
oder auch nur als bald nachher lebender Landsmann nahe stand.
Schlußbetrachtnng.
Diese Einsicht kommt uns eben an dieser Stelle um so gelegener, je
gründlicher sich uns am Schlusse unseres kritischen Geschäfts die
Ueberzeugung aufdringt, wie mangelhaft und unsicher unsere
historische Kunde von Jesus ist. Nachdem wir die Masse von
mythischen Schlinggewächsen verschiedener Art, die sich an dem
Baume hinausgerankt, entfernt haben, sehen wir, daß, was wir
bisher für Aeste, Belaubung, Farbe und Gestalt des Baumes selber
hielten, großentheils vielmehr jenen Schlinggewächsen angehörte;
und statt daß uns nun nach Wegräumung derselben der Baum in seinem
wahren Bestand und Aussehen wiedergegeben wäre, finden wir
vielmehr, wie die Schmarotzer ihm die eigenen Blätter abgetrieben,
den Saft ausgesogen, Zweige und Aeste verkümmert haben, seine
ursprüngliche Figur mithin gar nicht mehr vorhanden ist.
Diese Unterscheidung des historischen Christus von dem idealen, d.
h. dem in der menschlichen Vernunft liegenden Urbilde des Menschen
wie er sein soll, und die Uebertragung des seligmachenden Glaubens
von dem ersteren aus das letzteren, ist das unabweisliche Ergebniß
der neueren Geistesentwicklung; es ist die Fortbildung der
Christusreligion zur Humanitätsreligion, woraus alle edleren
Bestrebungen dieser Zeit gerichtet sind. Daß man darin so vielfach
einen Abfall vom Christenthum, eine Verleugnung Christi sieht,
beruht aus einem Mißverstand, an welchem die Ausdrucksweise,
vielleicht auch die Denkart der Philosophen, die jene
Unterscheidung gemacht haben, nicht ohne Schuld ist..
http://books.google.de/books?id=SJJAAAAAIAAJ&printsec=frontcover&dq=David+Friedrich+Strau%C3%9F
Weitere thematische Angebote bei Google (nicht ausgewertet). Unter
anderem:
http://books.google.de/books?id=KjtMAAAAIAAJ&printsec=frontcover&dq=editions:0cPN5Gq4zKxTJM1BQtw#PPA1,M1
http://books.google.de/books?id=yz1MAAAAIAAJ&printsec=frontcover&dq=editions:0cPN5Gq4zKxTJM1BQtw
Siehe zu David Friedrich Strauss auch noch:
Parsimony.25710
Zitat:
Drahbeck
In seinen im „Volksboten" (Strehlen, Schlesien) seinerzeit (gegen klingende Münze) veröffentlichten Predigten, erwähnt Russell ... . Etwa an einer Stelle (20. 6. 1914) mit der Aussage;
„Wir sind uns alle der betrübenden Tatsache bewußt, daß nicht viele Kinder Gottes die volle Gewißheit des Glaubens haben, von der die Schrift redet. Wir müssen vielmehr alle zugeben, daß die große Mehrzahl nicht nur ihren Glauben verliert, sondern auch die Grundlage des Glaubens. Seit Jahren haben die großen Universitäten und Bildungsstätten der Christenheit den Glauben untergraben, in dem sie die Bibel untergraben haben. Zwar richten sich ihre Angriffe nicht auf den Glauben selbst, denn sie geben alle zu, daß der Glaube als eine erhabene Charaktereigenschaft eine gewisse Berechtigung habe, und, daß die Bibel den Glauben lehre, und doch fahren sie fort, ... das Vertrauen an die Bibel als das Wort Gottes zu untergraben.
Und was macht die von Russell
gegründete WTG?
Mit dem Finger auf sich selbst zeigend, müßte man zugeben:
Seit Jahrzehnten haben die Führer der ZJ Bildung verteufelt,
da sie ihnen helfen könnte, die ganze Sache zu durchschauen.
Wie auch im Erwachet! für APRIL 2009
zu lesen:
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,20308,20432#msg-20432
Zwischen den von "+" erwähnten
Seiten 6 und 8 findet sich der Hinweis:
Das Beste, was du
für deine Bildung tun kannst,
ist Gott kennenzulernen
...
Es gibt viel Wichtigeres als Geld. Zum Beispiel, dass es einem
körperlich und psychisch gut geht, dass man ein gutes Gewissen hat und
dass man sich Gott, dem wir unser Leben verdanken, zum Freund macht.
Das ist mit Geld nicht zu bezahlen. Doch wenn man reich oder berühmt
werden möchte, könnten einem diese Geschenke von Gott verloren gehen -
vielleicht sogar für immer. ...
Zitat:
Zusammenfassung in einem Buche mit dem Titel „Thomas Paine's Theologische Werke".
http://books.google.de/books?id=WBSz7eqjrHAC&dq=Thomas+Paine's+Theologische+Werke&printsec=frontcover&source=bl&ots=7U8iv1EhqM&sig=dH5pJnG1hs4VaEF4gJ-A-X-bRdA&hl=de&ei=zVyzSfv_EomM_gbh1-m-BA&sa=X&oi=book_result&resnum=1&ct=result
Man kann in selbigem unter anderem lesen:
Alle nationalen Kirchenanstalten, ..., halte ich für nichts weiter als menschliche Erfindungen, welche man aufgestellt hat, um die Menschen einzuschüchtern und zu Sklaven zu machen und Macht und Gewinn an sich zu reißen.
Heute würde er sicher Sekten noch mit erwähnen.
Zitat:
Jede Nationalkirche oder Religion hat sich dadurch gegründet, daß sie eine ausdrückliche Sendung von Gott, die gewissen Individuen mitgetheilt wurde, behauptete. Die Juden haben ihren Moses; die Christen ihren Jesus Christus, ihre Apostel und Heiligen, und die Türken ihren Muhamed — als ob der Weg zu Gott nicht jedermann auf gleiche Weise offen stünde.
Dann gibt es noch die, denen dieser Sendbote nicht reicht und die sich
als Sprachrohr desjenigen dazwischen schieben müssen, wie der "treue
und verständige Sklave" bei ZJ.
Zitat:
Wenn es dem Einen beliebt, die sogenannte Bibel für das Wort Gottes zu halten, und wenn ein Anderer wegen seiner innigen Ueberzeugung von der Reinheit und Vollkommenheit Gottes, gegenüber den Widersprüchen jenes Buches, — wegen der Unzüchtigkeit mancher seiner Erzählungen, wie von Lot, welcher sich berauscht, und seine beiden Töchter schwängert, was nicht einmal ein Verbrechen genannt wird, und wofür die albernsten Entschuldigungen vorgebracht werden, — wegen der Unsittlichkeit mancher seiner Vorschriften, wie derjenigen, kein Erbarmen zu zeigen, — und wegen gänzlichen Mangels an Beweis in der Sache — wenn, sage ich, ein solcher Mann denkt, er sollte jenes Buch nicht für das Wort Gottes halten: so hat jeder derselben ein gleiches Recht zu seinem Glauben; und wenn der Eine das Recht hat, seine Gründe für seinen Glauben anzuführen, so hat auch der Andere ein gleiches Recht, seine Gründe für den entgegengesetzten Glauben anzuführen. Alles, was über diese Regel hinausgeht, ist eine Inquisition."
Sehr gut formuliert.
Loriot

Also Endergebnis.
Nun gibt es schon zwei Berühmtheiten der Ortenau, die dann auch mal
zu meiner Kenntnisnahme gelangten.
Verstehe ich es richtig, dann zählt wohl auch die Stadt Offenburg zu
jener Region.
Und zu Offenburg und Jehovas Zeugen fällt just auch mir wieder ein
Link ein.
Wieder was dazu gelernt!
Offenburg

Re: Im Zeitspiegel - Immobiliendeal
Zitat:
Drahbeck
Ein dubioser Immobiliendeal erhitzt die Gemüter. ...
Wenn auch der neue Mammonstarke Besitzer seinen Namen nicht genannt wissen will.
Aber dass er den Zeugen Jehovas zugerechnet wird. Diese in der Presse veröffentlichte Angabe erscheint ihm wohl nicht verhindernswert, ... .
Kauft ein Zeuge Jehovas solch eine Burg, dann erreicht das wohl schon den Grad eines Politikums.
...
Aber es ist ja nun kein Scientologe der Käufer, sondern eben ein Rumpelstilzchen-Zeuge Jehovas.
http://www.pressewoche.de/ro-region.article/102370.html
Zeitungszitat: "Laut Berthaler ging die Ruine für
180 000 Euro an den neuen Besitzer."
Der auch hier:
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,19080,19123#msg-19123 erwähnte
Erwachet! für März 2009, beschäftigt sich auf den Seiten 6-8 mit dem
Thema:
Etwas Besseres als Reichtum
Jon, der in den USA lebt, war beruflich ausgesprochen
erfolgreich. Bereits als junger Mann reiste er durch die ganze Welt und
verdiente dabei sehr viel Geld. Er und seine Frau hatten ein schönes Haus
und führten ein angenehmes Leben. ...
Ein anderes Beispiel: ... Kostas ... Bevor er sich selbständig machte,
verdiente er in einem Jahr mehr Geld als die meisten seiner Landsleute in
ihrem ganzen Leben. ...
Beide Männer sind allerdings überzeugt, dass es etwas Besseres gibt als
Reichtum. Heute engagiert sich John dafür, anderen biblisches Wissen zu
vermitteln, ... . Er sagt: "Ich habe es immer wieder beobachtet und auch
selbst erlebt, dass viel Geld nicht glücklich macht. ...
Kostas erklärt: "In Saus und Braus zu leben
wäre nicht in Gottes Sinn. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir
verpflichtet sind,
alles was er uns über unsere täglichen
Bedürfnisse hinaus gibt, gemäß seinem Willen zu verwenden. Mit
seiner Familie hat Kostas vor Kurzem begonnen, eine Fremdsprache zu
lernen, um mehr Menschen mit der biblischen Botschaft zu erreichen. ...
Jon und Kostas ist klar geworden, dass es weit Lohnenderes gibt als
materiellen Reichtum.
...
:::
Wie klug ist es also, heute schon nach etwas weit Lohnenderem zu streben
als nach Reichtum! (...).
Hervorhebung von mir
Angenommen die Aussage der Zeitung stimmt und der Käufer ist wirklich ein ZJ, was denkt er sich wohl, wenn er in diesem Monat das Erwachet! verbreitet?
Zitat:
Stefan75
Manche Zeugen haben nunmal, wenn sie erfolgreich im Beruflichen Leben oder geerbt haben, reich.
Und wenn dieser Zeuge meint, nicht alles der WTG zu schenken, kann ich das nachvollziehen.
Kenne auch in meiner Stadt einige reiche Brüder, die mit ehrlicher Arbeit viel Geld verdient haben und recht gut lebten und leben.
Stefan, es ist nicht so, daß ich diesen Brüdern (oder Schwestern) ihren
Reichtum nicht gönnen würde.
Die Frage muß aber erlaubt sein, wie es geht, daß ein ZJ erfolgreich im
beruflichen Leben sein kann, wenn in den Zeitschriften die er verteilt
steht, man bräuchte keinen Beruf erlernen, sondern besser wäre eine
Laufbahn als Vollzeitprediger, der entweder keiner weltlichen Arbeit
nachgeht oder wenigstens seine Arbeitszeit auf ein Minimum reduziert.
Warum schenkt er/sie nicht alles der WTG, obwohl ihre Religionsführer
ihnen auftragen Zeitschriften abzugeben, in denen ZJ als leuchtende
Beispiele zitiert werden, die sich verpflichtet fühlen, alles was Gott
ihnen über die täglichen Bedürfnisse hinaus gibt, gemäß seinem Willen zu
verwenden.
In den Zeitschriften wird auch mindestens zwei Mal im Jahr auf mehreren
Seiten aufgezeigt, wie und was man alles Spenden kann und auch ein Erbe
wird gern genommen.
Wie paßt ihr Lebensstil mit dem überein, was sie anderen erzählen oder
lehren? Sind sie sich im Klaren darüber, was sie anrichten, wenn sich ein
junger Mensch, der keine Lebenserfahrung hat und ihnen vertaut, das tut,
was er von ihnen hört oder liest?
Zitat:
Jochen4321
... , da ich öfters an euch denken muss - ... .
Mir geht es genauso. Erst gestern sagte ich zu meinem Mann, daß ich vergessen hatte, mich bei deiner Frau für die Grüße zu bedanken, die sie kürzlich an alle im Forum gerichtet hatte, was ich deshalb gleich an dieser Stelle nachholen möchte. Ich hatte mich auch gefragt, ob sich der VA nochmal, wie versprochen, bei euch gemeldet hat und wie es Euch und den Kindern geht.
Zitat:
... weil ihr Aufklärer gegen diese sein wollt. ...
Sind wir das? Wenn ich sehe, wie wenig Beiträge zur Sache und wie oft die, wo es um Befindlichkeiten und Querelen geht, angeklickt werden, bin ich mir da gar nicht so sicher. Um so mehr hat mich dein Beitrag gefreut.
Zitat:
Weiß auch nicht, ob ihr diesen Weg noch lange gehen werdet - ob ihr jetzt euer "Leben lang" da mitmachen wollt, ...
Das wissen wir selbst nicht, weil es von so vielen Faktoren abhängt. Wir lassen uns überraschen. Trotzdem denken wir, daß es wichtig ist was zu tun. Das kann natürlich nur jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten.
Zitat:
Will mich nur bei euch bedanken, das ihr so vorgeht - ...
... wie ihr das macht weiß ich nicht. ...
Eins kann ich dir verraten. Wir halten das nur durch, weil wir zu
zweit sind, darüber reden und zum Glück auch lachen können. Es
kostet zwar sehr viele Nerven, aber da wir ja keine Kinder haben,
opfern wir sie eben dafür.
Zitat:
Möchte jetzt auch nicht wissen, wie ihr über den Sklaven, die Brüder, die Bibel etc. denkt - da mache ich mir keine Sorgen um euch. Oder muss ich das?
Nein, Jochen brauchst du nicht.
Wie ich über Gott und die Bibel denke, konntest du vielleicht schon
daran merken, daß ich mich nie an einer diesbezüglichen Disskusion
beteiligt habe. Ich lese aber alle Beiträge.
An eine höhere Intelligenz glaube ich schon, aber mehr so in Form
eines Forschers, dessen Laborexperiment mit der Erde etwas aus den
Fugen geraten ist und der nicht weiß, wie er das wieder hinbiegen
kann. Hätte er die Macht, warum gebraucht er sie dann nicht. Wieviel
Leid braucht es noch? Wobei ich micht nicht beschweren will. Uns
geht es gut.
Die Bibel ist ein Buch, das ich ohne ZJ niemals gelesen hätte. Auch
das ich heute gern und viel lese, habe ich ihnen zu verdanken.
Die Brüder (und Schwestern
)
tun mir einerseits leid. Andererseits glaube ich, daß es für viele,
gerade die Älteren, gut ist, daß sie nicht alles wissen. Wütend
werde ich beim Gedanken an die Kinder. Nur begrenzt helfen zu
können, macht mich rasend.
Um so mehr freue ich mich über dich und deine Familie. Deine Kinder
können, wenn sie wollen, Ostern feiern und wenn nicht, na dann eben
nicht, aber sie haben die Wahl.
Zitat:
... danke für die stätigen NEWS!
Vielen Dank für deine anerkennenden Worte. Liebe Grüße an dich und deine Familie. Wir freuen uns sehr, wenn ihr euch meldet und uns wissen laßt, wie es euch geht und was ihr so macht. Der Frühling ist endlich da. Macht euch eine schöne Zeit!
Zitat:
Jochen4321
... Wie schon gesagt, muss ich öfters an euch denken.
Meine Frau erwähnte bereits, uns geht es ebenso. Ist eine ganze
Weile her, aber du warst schließlich der Grund für meinen ersten
Beitrag hier. Auch an Selinas erste Beiträge (Steinigung) erinnere
ich mich. Wir gehen nun also schon ein Stück Lebensweg gemeinsam.
Zitat:
Dies tue ich, weil ihr ja Mitglieder seid bei einer Organisation, nur weil ihr Aufklärer gegen diese sein wollt. Vielleicht seid ihr auch nur noch dabei, weil ihr vielleicht Verwandte in dieser Gemeinschaft habt, die ihr nicht missen wollt. Vielleicht, wie schon gesagt, ich weiß es ja nicht.
Weiß auch nicht, ob ihr diesen Weg noch lange gehen werdet - ob ihr jetzt euer "Leben lang" da mitmachen wollt, oder ob ihr mit den Gedanken spielt da aufzuhören. Wir ihr euch auch dazu entscheidet ist eure Sache, will mich nicht einmischen.
Du kennst ja den Spruch: ,,Alles hat seine Zeit." Keiner sieht die
Zukunft voraus.
Zitat:
Will mich nur bei euch bedanken, das ihr so vorgeht - um Brüdern zu helfen zu erkennen, das bei der Wachtturmgesellschaft die "Blinden die Blinden leiten". Ihr seid sozusagen in der "Höhle des Löwen", um Brüder zum nachdenken anzuregen - wie ihr das macht weiß ich nicht. Bitte verratet dies auch nicht, da der "Feind hier mitliest" und dann demnächst ein Königreichartikel die verschiedensten Formen verbietet, mit den man seinen Mitmenschen zum eigenständigen Nachdenken bringen könnte. Ich wäre aber schon Neugierig, wie ihr das tut, oder ob ihr tatsächlich mal Erfolg hattet.
Jochen, wichtig ist, selbst klare Standpunkte zu haben. Die zu erarbeiten dauert. Wenn man bei dem, was man denkt, sicher ist, kann man vielleicht ein wenig mehr aushalten und auch überzeugen. Den Ansatz überzeugen zu müssen, schließe ich für mich jedoch aus. Was regt zum Nachdenken an? Fragen.
Zitat:
Möchte jetzt auch nicht wissen, wie ihr über den Sklaven, die Brüder, die Bibel etc. denkt - da mache ich mir keine Sorgen um euch.
Oder muss ich das?
Wie meinst du das?
Bei einem Stichwort fällt mir Zimbardo ein. Er sagt:
,,Viele, die sich den Mantel der Autorität umhängen, sind
Pseudo-Führer, falsche Propheten, Betrüger oder Propagandisten in
eigener Sache, denen man weder Respekt noch Gehorsam erweisen,
sondern die man vielmehr einem kritischen, öffentlichen Urteil
aussetzen sollte."
Zitat:
Ich weiß nur, wie es mir ging als ich erfuhr, vielmehr bewust wurde, das die WTG nichts mit Gottes Vorhaben zu tun haben kann - mir ging es erstmal komisch, dann schlecht und jetzt aber wieder ziemlich gut.
Das es dir jetzt wieder ziemlich gut geht, freut mich sehr. Nicht jeder der die Wahrheit erfährt kann dies aushalten. Deswegen würde ich auch nie mein Wissen aufdrängen (in die Foren kommt man ja freiwillig). Deine damaligen Gefühle verstehe ich. Als ich meine Erkenntnisse durch Bücher bestätigt sah und darüber hinaus noch andere Dimensionen erkannte, war der Schock groß. Dann begann die geistige Neuordnung.
Zitat:
Ich habe es später in der Versammlung nicht mehr ausgehalten, die ich noch aufgrund meiner Familie einige Zeit lang besuchte.
Auch das ist verständlich. Um es in der Versammlung auszuhalten, braucht man "gute" Gründe. Viele Versammlungen wird man eventuell leichter verlassen können als einige wenige. Diese Wenigen sind dann meist von lieben, aufrichtigen Menschen bestimmt, die ihren Glauben nicht nur WT-konform ausleben.
Zitat:
Wie haltet ihr das aus?
Ich höre der Stimmung entsprechende Songs. Gern auch etwas lauter.
Wenn dann darin noch die Verantwortung von Autoritäten aufgezeigt
wird, umso besser.
Pearl Jam Jeremy
http://www.youtube.com/watch?v=oNO6pAJBCs4
Jochen, Selina - schön das ihr immer mal was von euch hören laßt!
Dankeschön!
Zitat:
Jochen4321
Hab ich dich richtig verstanden, das du immer noch gerne in der Bibel ließt?
Leider nicht und hoffentlich hält sich deine Enttäuschung jetzt in
Grenzen.
Ich wurde atheistisch erzogen und habe früher allgemein nichts gern
gelesen. Das änderte sich, als ich mit ZJ in Verbindung kam. Wie du
weißt, wird man dazu ermuntert die Bibel durchzulesen, was ich dann
mehrmals getan habe und vorallem die Veröffentlichungen zu
"studieren", wozu mich mein Gehorsam gegenüber dieser Organisation
auch antrieb. Womit wir beim Thema wären. Ich hatte ja schon Mal
erwähnt, daß ich eher organisations- als gottgläubig war. Soll
heißen, mein Verstand war mehr dabei und nicht das Herz. Heute würde
ich es als Vorteil bezeichnen, da es mir geholfen hat, mich von
dieser Organisation zu "lösen", nachdem ich erkannte, was eigentlich
dahinter steckt. Diese Erkenntnis habe ich meinem Mann zu verdanken,
der sehr geduldig mit mir war.
Ohne die ZJ hätte ich wahrscheinlich nie die Bibel gelesen, weil ich
wie gesagt keine Leseratte war. Heute würde ich mich als solche
bezeichnen, da ich den Wert des Lesens erkannte und das habe ich den
ZJ zu verdanken, sie haben mich früher dazu "gezwungen" und heute
tue ich es gern. Die Bücher von R.Franz und auch Manfred's sind
nicht gerade dünn, aber das schreckte mich nicht ab.
Zitat:
Für mich persönlich ist die Bibel ein Ozean in dem man eintaucht und immer wieder was neues entdecken kann - gerade jetzt genieße ich die Freiheit, die Bibel so zu verstehen wie ich kann und darf.
Das sagen zu können, finde ich sehr schön. Dazu fehlt mir vielleicht
die Spiritualität. Ich denke auch, daß die Erziehung dabei eine
große Rolle spielt. Aufgrund dessen wirst du wahrscheinlich nie
davon loskommen (was keinesfalls negativ gemeint ist) und ich sehe
die Bibel so wie früher, als Geschichtsbuch.
Was deinen Rat bezüglich Hobby und Verein angeht, habe ich dich
verstanden und er ist auch richtig, wenn man keinerlei Kontakte
außerhalb der Organisation hat, was bei uns zum Glück nicht der Fall
ist.
Ein schönes, sonniges Wochenende
und mein Mann meldet sich.
Zitat:
Bluna
Es war wie bei Dir eher eine Organisationsgläubigkeit, die aber durch immer gößere Zweifel und Enttäuschungen getrübt wurde.
Zweifel und Enttäuschungen gab es auch bei mir, aber der Glaube an die Organisation und daß sie vielleicht doch recht haben könnte, waren immer für eine Entschuldigung gut. Bis eben zu dem Zeitpunkt als mir klar wurde, daß die WTG auch nur ein Verlagsimperium ist und eine von Menschen gemachte Organisation, die keinesfalls den Segen Gottes haben kann (wenn es ihn denn gibt).
Zitat:
..., sodaß mich doch manchmal der Gedanke quält: was ist wenn doch etwas Wahres daran ist? Ich meine nicht die ZJ, sondern das Christentum an sich.
Werde ich dann dafür bestraft? Könnte mir Jesus das vergeben?
Solange ich glaubte, daß die Organisation der ZJ von Gott kommt,
hatte ich diese Angst auch. Nur so ließen sich die Enttäuschungen
ertragen. Heute ist sie wie weggeblasen. Vielleicht auch ein
Vorteil, wenn man nicht mehr glaubt.
Sollte es ihn doch geben, bin ich auf seine Erklärung gespannt, wie
er das Leid erträgt, was er sich tagtäglich anschauen kann oder
guckt er weg?
Manche mögen das für Blasphemie halten, ich bin heute so frei.
Ich hoffe niemandem zu nahe getreten zu sein, es ist nur
meine Meinung.
Zitat:
Entschuldigung für die Einmischung in Euer Gespräch, aber es war mir ein Bedürfnis.
Bitte jederzeit wieder!!! Ich bin bestimmt nicht die Einzige, die
sich darüber freut.
Viele, liebe Grüße und einen
schönen Frühling!
Zitat:
Jochen4321
... Ich bin neu in einem anderen Forum, wo man derzeit deine Kentnisse über seine Erfahrungen und Ansichten gut gebrauchen könnte - es geht da derzeit viel um die STA, die da ihren Thesen verbreiten. ...
Deinen Hinweis auf die STA greife ich demnächst auf.
Zitat:
"Wie ich das meine?"
Nun ganz einfach: Man befindet sich u.U. in einer Phase in der man zwar vom Verstand her weiß, das man sich eigentlich in einer Sekte befindet. Dennoch mag es vorkommen, das man sich manchmal gewisse Fragen stellt, wie z.B.: Aber das kommt vielleicht doch von Gott? Vielleicht ist das ja doch die Wahrheit? Die Bibel selber sagt das doch? etc. etc.
Diese Phase gibt es. Bei mir liegt das schon etwas zurück.
Zitat:
Ich rede hier von der Selbstschutzfunktion, das man einige Zeit lang nach dem berühmten Strohhalm suchen mag, um nicht ins tiefe Loch stürzen zu müssen.
Ich bin aber zuversichtlich was eurer Wissen diesbezüglich betrifft, da mach ich mir mal keine Sorgen, oder muss ich das?
Nein!
Zitat:
Was mich interessiert ist, falls ich fragen darf, wie und wodurch kamen dir und deiner Frau die ersten Zweifel? Wem von euch zuerst ...
Ich habe mir nie vorschreiben lassen, wie oft und wieviel ich in der
Bibel lese. Die Gesellschaft tut zwar immer so, als hätte die
Heilige Schrift Priorität. Das aber ist nur ein, den Gläubigen,
vermitteltes Gefühl. Zeugen Jehovas sind im Großen und Ganzen aus-
bzw. überlastet mit dem vorgegebenen Studienprogramm des ,,Sklaven",
und das nicht unbeabsichtigt. Wer persönlich mehr in der Bibel als
in den Schriften irgendeiner Gemeinschaft liest, wird zwangsläufig
feststellen, wenn diese alleinigen Wahrheitsanspruch erhebt, das er
auf tönernen Füßen steht.
Also, mir kamen zuerst die Zweifel, weil das unabhängige Bibellesen
half Ungereimtheiten in Theorie und Praxis der Organisation zu
erahnen. Das etwas nicht stimmte, nahm ich anfangs nicht bewußt
wahr. Weitere Lektüre tat ihr Übriges.
Zitat:
... wie habt ihr euch doch in diesem Dilemma wieder gefunden?
http://www.youtube.com/watch?v=n6hJYSi9v9g&feature=related
,,In guten wie in schlechten Tagen."
Viele Grüße!
Zitat:
Jochen4321
... (find es daher ironisch wie du gerade bei mir darauf kommst, nicht das ich dir damit ein grundsätzlich ironisches Naturell unterstellen möchte).
Ironisch kann stehen für, spöttisch, sarkastisch, zynisch,
beleidigend.
Jochen, bitte glaube mir, so war es auf keinen Fall gemeint. Wenn
das bei dir so angekommen ist, kann ich mich nur entschuldigen.
Ich kann manchmal nicht das ausdrücken, was ich eigentlich sagen
will. Deswegen schreibe ich eher selten eigene Texte, sondern lass
andere für mich sprechen und hebe das hervor, was mich bewegt.
Zitat:
Nein, mein Weg zu Gott war ein anderer, den ich vielleicht irgendwann mal anschneide, wenn es denn hier jemanden interessieren sollte.
Mich würde es interessieren.
Liebe Grüße!
Die Anerkennung könnte als Freibrief verstanden werden: 'So
schlimm können die ja nicht sein.'" So sieht der Psychologe
Martin Felinger von der Gesellschaft gegen Sekten und
Kultgefahren die möglichen Auswirkungen der Entscheidung.
...
zählt aber einige Probleme auf: etwa der Glaube an den nahen
Weltuntergang und die dadurch ausgelöste Angst, die Menschen
"manipulierbarer und weniger eigenständig" mache. Oder das
Verbot von Bluttransfusionen, das in den vergangenen zwei
Jahren zwei Menschen in Österreich das Leben gekostet habe.
Einige ehemalige Zeugen Jehovas würden in seine
Beratungsstelle kommen und von sozialer Isolation berichten,
da es ihren früheren Glaubensbrüdern und -schwestern untersagt
sei, mit ihnen zu reden oder sie gar zu grüßen. Felinger nennt
auch ein Kinderbuch, in dem es heißt, die Kinder sollen sich
Freunde suchen, "die Gott so lieben wie du selbst".
...
. Das Resultat wird noch auf sich warten lassen, wie Oliver
Henhapel vom Kultusamt sagt. Das habe "pragmatische Gründe",
da einige Stellungnahmen der einzelnen Behörden und
Ministerien erst am Montag einlangen und in den Bericht für
die zuständige Ministerin Claudia Schmied eingearbeitet werden
müssen.
http://diepresse.com/home/panorama/religion/462896/index.do?_vl_backlink=/home/index.do
Zitat:
Drahbeck
Die Anerkennung könnte als Freibrief verstanden werden: 'So schlimm können die ja nicht sein.'" So sieht der Psychologe Martin Felinger von der Gesellschaft gegen Sekten und Kultgefahren die möglichen Auswirkungen der Entscheidung.
...
zählt aber einige Probleme auf: etwa der Glaube an den nahen Weltuntergang und die dadurch ausgelöste Angst, die Menschen "manipulierbarer und weniger eigenständig" mache. Oder das Verbot von Bluttransfusionen, das in den vergangenen zwei Jahren zwei Menschen in Österreich das Leben gekostet habe.
Einige ehemalige Zeugen Jehovas würden in seine Beratungsstelle kommen und von sozialer Isolation berichten, da es ihren früheren Glaubensbrüdern und -schwestern untersagt sei, mit ihnen zu reden oder sie gar zu grüßen. Felinger nennt auch ein Kinderbuch, in dem es heißt, die Kinder sollen sich Freunde suchen, "die Gott so lieben wie du selbst".
...
http://diepresse.com/home/panorama/religion/462896/index.do?_vl_backlink=/home/index.do
Weiter mit dem Zitat aus:
Die Presse.com
Zimmermann: "Persönliche
Angelegenheit"
Dass es diese Vorschrift gibt, bestätigt Zimmermann.
"Es steht jedem frei, den Zeugen Jehovas beizutreten und sie
zu verlassen." Aber genauso habe die Gemeinschaft das Recht,
ihre Regeln für den Umgang mit anderen Menschen zu definieren.
"Es steht jedem frei." Ist es so einfach oder nicht?
Zimbardo
Psychlogie S.597
Oft verläuft der Prozeß der
Beeinflussung durch Gruppennormen so allmählich und so
subtil, daß ein Individuum nicht wahrnimmt, was geschieht.
Selten kommt es vor, daß sich ein Gruppenmitglied dem
Gruppeneinfluß entziehen kann.
Wie stark ist der Gruppeneinfluß bei ZJ, insbesondere für
deren Heranwachsende?
Im neusten Buch der WTG für Jugendliche liest man dies:
WTG-Buch 2008 fragen
junger leute - praktische antworten Band 2 S. 0,
306
,,Jugendliche haben oft ein
aufregendes, spannendes Leben. Wir wünschen dir, dass du diese
Zeit genießen kannst, möchten dir aber
gleichzeitig ans Herz legen, so zu leben, dass sich Jehova
über dich freut. Denk daran: Er sieht, was du aus
deinem Leben machst, und du bist ihm dafür verantwortlich.
...
Es ist unser innigster Wunsch, dass dir dieses Buch hilft, dem
Druck und den Versuchungen zu widerstehen, mit denen
Jugendliche heute konfrontiert werden. Durch die wertvollen
Hinweise darin wirst du Entscheidungen treffen können, die
Gott gefallen und sein Herz erfreuen ...
Solange man nicht getauft ist, ist man Gott
gegenüber nicht verantwortlich.
Falsch.
Jakobus 4:17 gilt nicht nur für Getaufte:
,,Wenn ... jemand weiß, wie er das tun soll, was recht ist,
und es doch nicht tut, so ist es ihm Sünde." Wenn du also
weißt, was richtig ist, und reif genug bist, ernsthaft über
dein Leben nachzudenken, ist es vielleicht Zeit, mit deinen
Eltern oder einem reifen Christen über die Taufe zu reden. Sie
können dir helfen, dich auf diesen Schritt vorzubereiten."
Steven Hassan
Ausbruch aus dem Bann der Sekten S.107
Schuld und Angst sind essentielle
Werkzeuge, um Menschen unter Kontrolle zu behalten. Schuld
dürfte wohl das wichtigste emotionale Druckmittel sein, um
Konformität und Gehorsam zu erzeugen
Zitat:
Drahbeck
Die Anerkennung könnte als Freibrief verstanden werden: ...
Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2009 S.25,26:
Amtliche Eintragung:
Warum und wie?
Die Gesetzgebung für Religionsgemeinschaften ist von Land zu Land verschieden. In manchen Staaten ... kann eine religiöse Gruppe die amtliche Eintragung und Anerkennung beantragen. ... In anderen Ländern werden Glaubensgemeinschaften in zwei Kategorien unterteilt. Die erste Kategorie umfasst die großen Religionsgemeinschaften. Eine Eintragung in dieser Kategorie bringt viele Vorteile mit sich, beispielsweise Steuerbefreiungen.
Österreich Am 31.Juli 2008 fällte der EGMR in dem Fall Jehovas Zeugen gegen Österreich ein bedeutendes Urteil. Das Gericht stellte fest, dass das österreichische Religionsgesetz die Glaubensfreiheit von Jehovas Zeugen einschränkt, weil es Religionen im zwei Klassen aufteilt und damit Bürger zweiter Klasse schafft. Die Brüder in Österreich bemühen sich seit 30 Jahren um die Anerkennung als Religionsgemeinschaft. Wie das Gericht erklärte, ist diese jahrelange Verzögerung "schwer zu rechtfertigen in Bezug auf religiöse Gruppen mit langer internationaler Tradition, die auch im Land seit langem etabliert und daher den zuständigen Behörden bestens bekannt sind, wie dies bei Zeugen Jehovas der Fall ist". Jetzt muss die Recjtslage in Österreich angepasst werden. Die Brüder hoffen, dass sie dadurch rechtlich mit den großen Religionsgemeinschaften gleichgestellt werden.
Zitat:
'So schlimm können die ja nicht sein.'" So sieht der Psychologe Martin Felinger von der Gesellschaft gegen Sekten und Kultgefahren die möglichen Auswirkungen der Entscheidung.
...
zählt aber einige Probleme auf: etwa der Glaube an den nahen Weltuntergang und die dadurch ausgelöste Angst, die Menschen "manipulierbarer und weniger eigenständig" mache. ... Felinger nennt auch ein Kinderbuch, in dem es heißt, die Kinder sollen sich Freunde suchen, "die Gott so lieben wie du selbst".
...
http://diepresse.com/home/panorama/religion/462896/index.do?_vl_backlink=/home/index.do
"Kinderbuch" der Zeugen Jehovas LERNE VON DEM GROSSEN LEHRER Kapitel 47 Seite 244-249:
WOHER WISSEN WIR,
DASS HARMAGEDON NAHE IST?
:::
...Du weißt bestimmt, wann der Sommer nah ist, Genauso kannst
erkennen, wann Harmagedon nah
ist. Das kannst du an dem Zeichenn erkennen, das Jesus
beschrieben hat (...).
Auf den zwei vorherigen Seiten ist abgebildet, woran man
erkennt, dass Gottes Königreich nah ist. ...
...
:::
Manche behaupten, das alles hätte es schon immer gegeben. Doch
noch nie zuvor war alles in so vielen Teilen der Welt
gleichgestellt zu beobachten. Verstehst du, was das Zeichen
für uns bedeutet? - Wenn sich alles erfüllt, was zu dem
Zeichen gehört, wird die heutige böse Welt
bald von der neuen
Welt abgelöst.
...
... Wir wissen, dass Harmagedon
nah ist. Deshalb sollten wir nicht damit warten, Gott
unsere Liebe zu zeigen und ihm zu dienen. Wenn wir das
aufschieben, könnte es eines Tages zu spät sein. ...
Als nächstes werden wir darüber sprechen, wie es sein wird,
wenn der große Krieg von Harmagedon vorbei ist.
...
Kapitel 44 S.227-231:
SUCH DIR FREUNDE;
DIE GOTT LIEBEN!
Ein Freund ist jemand, mit dem man gerne redet und gerne
zusammen ist. Es ist aber wichtig,
die richtigen Freunde zu
haben. ...
... Wenn wir also Jehovas Freunde sein möchten, müssen wir das
tun, was Gott gefällt -
... .
Jesus sagte zu seinen Aposteln: "Ihr seid meine Freunde,
wenn ihr tut, was ich euch gebiete" (Johannes 15:14).
Alles, wozu Jesus die Menschen aufforderte, kam von Jehova.
Die Freunde von
Jesus waren also Menschen,
die das taten, was Gott wollte.
Ja, alle seine Freunde
liebten Gott.
:::
Das soll aber nicht heißen, dass Jesus zu Menschen, die Gott
nicht dienten, unfreundlich war. Nein, er war nett zu ihnen.
... Er besuchte sie, um mit ihnen über Jehova zu reden. Er
wollte ihnen helfen, ... Gott zu dienen.
...
:::
Wenn wir uns an dem großen Lehrer ein Beispiel nehmen wollen,
werden wir dann auch Menschen besuchen, die nicht unsere
Freunde sind? - Ja. ... Wir besuchen sie, um mit ihnen über
Gott zu reden.
Mit guten Freunden ist man besonders gerne zusammen. Der
richtige Umgang sind sie aber nur dann, wenn sie tun, was Gott
gefällt. ... Wenn sie ihn kennen lernen möchten, können wir
ihnen dabei helfen. Und wenn sie
Jehova eines Tages genauso lieben wie wir, können sie zu
unseren besten Freunden gehören.
Es gibt da aber noch eine Möglichkeit herauszufinden, ob
jemand ein guter Freund für dich wäre. Beobachte, wie er sich
benimmt. ... Gott hat genau gesehen, was er gemacht hat,
stimmts? ...
...
... Wir müssen also darauf achten,
uns nur Freunde zu
suchen, die Gott lieben.
...
Hervorhebung von mir
Zitat:
Drahbeck
Ein ZJ-PR-Mann übt sich im Interview im „Schönsprechen".
Leider sieht man in dem Video nicht den „Sack voller Kreide" den er wohl in Vorbereitung des Interviews „gefressen" hat.
Oder irre ich mich da.
Bei „Rotkäppchen und dem Wolf" spielte besagter Kreideverzehr jedenfalls eine tragende Rolle ...
http://www.vol.at/news/vorarlberg/artikel/zeugen-jehovas---ende-einer-sekte/cn/news-20090323-07463022
bei ca. 3:40min
Reporter:
,,Wenn man Mitglied ist bei den Zeugen Jehovas und kein
Mitglied mehr sein möchte, was kann man dann tun?"
Zeuge Jehovas
Christian Wampl:
,,Grundsätzlich üben wir ja
keinen Druck aus auf diejenigen die Zeugen Jehovas sind. Und
wenn sich jemand wirklich
dafür entscheiden sollte, was ja
oft,
sehr sehr selten vorkommt, dann kann er seinen Austritt
bei der Bezirkshauptmannschaft oder dem Magistrat machen. Seit
über 10 Jahren ist das gängige Praxis für
wenige die das wirklich tun
möchten."
Zitat:
Bei „Rotkäppchen und dem Wolf" spielte besagter Kreideverzehr jedenfalls eine tragende Rolle ...
Schlag nach bei Grimm!
Liebe Grüße vom 7. Geißlein!
Mähehä~~~~!

Zitat:
Gerd B.
Hehe Beckdra,
beim Aufdeck gegen die Märchenerzähler, nicht selbst ein Märchen erzählen, wie das hier:Zitat:
Bei „Rotkäppchen und dem Wolf" spielte besagter Kreideverzehr jedenfalls eine tragende Rolle ...Schlag nach bei Grimm!
Liebe Grüße vom 7. Geißlein!
Mähehä~~~~!![]()
Oh, dann muss ich halt Sack und Asche anlegen.
Liegt in meinem Fall wohl die Lektüre etwas zu weit zurück.
Danke trotzdem für den Korrekturhinweis!
Zitat:
Maxi
Nein. es wird überhaupt kein Druck ausgeübt, vorallem nicht auf die Familienmitglieder, die noch bei den Zeugen verbleiben---Lügner und Heuchler, kann ich da nur sagen!!!
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,23366,23366#msg-23366
Hallo Maxi,
wenn nicht alles so traurig wäre, könnte man über Christian
Wampl schmunzeln.
Für mein Verständnis bringt er durch seine Wortwahl die
Realität hinter der Fassade sehr schön rüber. Zum Beispiel
durch diesen Satz:
"Grundsätzlich üben wir ja keinen Druck aus auf diejenigen
die Zeugen Jehovas sind."
Ich habe ihn durch sein, sicher unbewußt, eingebautes
"ja" so verstanden:
"Grundsätzlich üben wir
ja ... Druck aus auf diejenigen die Zeugen
Jehovas sind."
Auch klang in meiner Wahrnehmung noch das Wörtchen aber
mit:
"Grundsätzlich üben wir ja keinen Druck aus auf diejenigen
die Zeugen Jehovas sind."
ABER!
Viele Grüße an Alle!
Zitat:
X ~ mysnip
Zitat:
bei ca. 3:40min
Reporter:
,,Wenn man Mitglied ist bei den Zeugen Jehovas und kein Mitglied mehr sein möchte, was kann man dann tun?"
Zeuge Jehovas Christian Wampl:
"Und wenn sich jemand wirklich dafür entscheiden sollte, was ja oft, sehr sehr selten vorkommt, dann kann er seinen Austritt bei der Bezirkshauptmannschaft oder dem Magistrat machen."
Versteh ich hier was falsch?
Auf die Frage des Reporters:
"Wenn man ... kein Mitglied mehr sein möchte ..."
antwortet Christian Wampl:
" ... was ja oft, sehr sehr
selten vorkommt ..."
Kommt es nun "oft" oder "sehr sehr selten" vor,
daß jemand kein Mitglied mehr sein möchte?
Zitat:
X ~ mysnip
"Wenn man ... kein Mitglied mehr sein möchte ..."
antwortet Christian Wampl:
" ... was ja oft, sehr sehr selten vorkommt ..."
Kommt es nun "oft" oder "sehr sehr selten" vor, daß jemand kein Mitglied mehr sein möchte?
Das sind dann wohl die Tücken eines Life-Interviews.
Einmal aufgezeichnete Worte lassen sich im nachhinein
schwerlich abändern.
Allenfalls herausschneiden. Dann aber besteht die Gefahr der
Verstümmelung des Sinnzusammenhanges.
In seinem Selbstverständnis wollte er sicherlich rüberbringen;
dass seien „seltene" Fälle.
Darüber kann man streiten oder auch nicht.
Aber wie eben auch jene vermeintlich „seltenen" Fälle in der
Praxis behandelt werden.
Darüber gab jenes Interview eben keine glaubwürdige Auskunft.
Zitat:
DrahbeckZitat:
X ~ mysnip
"Wenn man ... kein Mitglied mehr sein möchte ..."
antwortet Christian Wampl:
" ... was ja oft, sehr sehr selten vorkommt ..."
Kommt es nun "oft" oder "sehr sehr selten" vor, daß jemand kein Mitglied mehr sein möchte?
Zitat:
Das sind dann wohl die Tücken eines Life-Interviews. ...
Ja, ein Life-Interview meistern und bei dieser Materie konsistente Antworten geben, ist eine kognitive Herausforderung.
Zitat:
In seinem Selbstverständnis wollte er sicherlich rüberbringen; dass seien „seltene" Fälle.
Darüber kann man streiten oder auch nicht.
Christian Wampl antwortete auf die vom Reporter gestellte
Frage ablenkend, indem er sagte: Mitglieder würden nur
"sehr sehr selten" austreten.
Ich frage mich: Warum fiel vorher das Wort "oft", daß
er schnellstens in "sehr sehr selten" korrigierte?
Zitat:
Aber wie eben auch jene vermeintlich „seltenen" Fälle in der Praxis behandelt werden.
Darüber gab jenes Interview eben keine glaubwürdige Auskunft.
Dann hätte die PR-Arbeit auch ihr Ziel verfehlt.
Übrigens, die besagten Sätze von Christian Wampl kann man
nicht mehr anhören.
Das Video ist aufs Positive
gekürzt worden und damit die PR gelungen.
Zitat:
X ~ mysnip
Zitat:
Aber wie eben auch jene vermeintlich „seltenen" Fälle in der Praxis behandelt werden.
Darüber gab jenes Interview eben keine glaubwürdige Auskunft.Dann hätte die PR-Arbeit auch ihr Ziel verfehlt.
![]()
Übrigens, die besagten Sätze von Christian Wampl kann man nicht mehr anhören.
Das Video ist aufs Positive gekürzt worden und damit die PR gelungen.![]()
Das Video ist dann ja ganz massiv „gekürzt" worden.
Also nicht bloß der Interviewpartner, eben auch jene
Pressepublikation hat dann noch einige kräftige Portion
„Kreide" zum „fressen" verabreicht bekommen.
Das Thema Bluttransfusion, war in der ersten Video-Fassung
auch mit "angekratzt" (wenn auch kaum in aussagekräftiger
Form).
Selbst diese vage Fragestellung fiel nun der Zensur zum Opfer.
Die "Dummen" (bitte die Anführungsstriche beachten), die da
dieses WTG-PR-Video sehen, sollen eben nicht aus ihrer
Dummheit erwachen, indem sie vielleicht der WTG unangenehme
Fragen stellen.
In der ersten Videofassung gab es unter anderem auch einen
Kameraschwenk, der die aufgestellten Spendenkästen ins Blick
rückte. Nicht blos „einen" sondern gleich zwei.
Einen für die WTG, einen für die örtliche
Versammlungs-Unkosten.
Die Praxis der WTG-Funktionäre die Bedingungen für Interviews
zu diktieren, und wenn selbiges nicht möglich, dann das ganze
„platzen" zu lassen, ist ja nicht neu. Das brachte schon mal
ein anderer WTG-Funktionär ziemlich unverblümt in einem
Tondokument zum Ausdruck,
Zeitlich Anfang der 1990er Jahre auf einer
„Vergatterungsveranstaltung" in Berlin, namentlich für die
örtlichen „WTG-Fürsten" aus dem Bereich des vormaligen
Ostdeutschlands.
Denen musste wohl noch verklickert werden, wie der WTG-Konzern
den anderen Hampelmännern (die sich selbstredend so nicht
sehen), seine Bedingungen zu diktieren gedenkt.
„Wir
nennen keine Preise ..."
Zitat:
Drahbeck
Das Video ist dann ja ganz massiv „gekürzt" worden. ...
Im wahrsten Sinne des Wortes. Von über 9 Minuten auf 2:40.
Beachtenswert im jetzigen Interviewzusammenschnitt finde ich
diese öffentlichkeitswirksame Darstellung:
bei ca. 0:59min
,,Wir haben das Gefühl das ma die
staatlich Anerkennung verdienen und deshalb wär das natürlich
ein Vorteil ... gegenüber Diskriminierungsgeschichten
an Schulen an Kindern ...."
Hier noch ein Vorteil:
Jahrbuch der Zeugen
Jehovas 2009 S.25
,,Amtliche Eintragung:
Warum und wie? ...
bringt viele Vorteile mit sich, beispielsweise
Steuerbefreiungen."
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,24167,24188#msg-24188
Ich frage mich regelmäßig, hat eine Organisation die auf
Gott baut Steuerbefreiungen nötig?
http://i17.photobucket.com/albums/b65/Gerdy1/PICT1408.jpg

Mittwoch, den 08.04.2009
18:00 Uhr
(VPS 17.59)
Fixplatz im Himmel
Reportage von Julia Kovarik und Alfred Schwarz
(aus der ORF-Reihe "Am Schauplatz")
(Erstsendung 3.4.2009)
[kurz]
Sie glauben, dass die Menschheit erst 6.000 Jahre alt
ist und dass der Endkampf Jehovas mit Satan bevorsteht:
die Zeugen Jehovas. Aussteiger kritisieren die
Organisation als fundamentalistisch. Sie würde
Gehirnwäsche an ihren Anhängern betreiben. Nun stehen
die Zeugen Jehovas vor der gesetzlichen Anerkennung als
Religionsgemeinschaft. - Der Film zeigt die Welt der
Zeugen Jehovas.
[lang]
Sie glauben, dass die Menschheit erst 6.000 Jahre alt
ist und dass der Endkampf Jehovas mit Satan bevorsteht.
Nur die wahren Jünger Gottes würden ins Paradies kommen,
und nur sie hätten einen Fixplatz im Himmel: die Zeugen
Jehovas. Aussteiger kritisieren die Organisation als
fundamentalistisch. Die Zeugen Jehovas würden
Gehirnwäsche an ihren eigenen Anhängern betreiben und
auch versuchen, neue Mitglieder mit manipulativen
Mitteln zu gewinnen. Doch jetzt stehen die Zeugen
Jehovas vor der gesetzlichen Anerkennung als
Religionsgemeinschaft. Ehemalige Mitglieder finden das
bedenklich, weil die Zeugen damit eine Art "staatliches
Gütesiegel" verliehen bekämen und sie nicht mehr als
Sekte auftreten müssten. Für ihr zukünftiges Dasein im
Himmelreich nehmen dieZeugen ein Leben mit vielen
Einschränkungen auf sich, feiern weder Geburtstage noch
Weihnachten. Bluttransfusionen lehnen sie auch bei
Lebensgefahr ab. Diese Überzeugungen predigen sie im
sogenannten Straßendienst mit dem "Wachturm" in der Hand
und bei ihren Hausbesuchen von Tür zu Tür. Wer sich von
den Zeugen Jehovas abwendet, wird gemieden, weil er nach
ihren Lehren von Satan befallen wurde. Sogar innerhalb
der Familie werden Abtrünnige isoliert.
Julia Kovarik und Alfred Schwarz zeigen die Welt der
Zeugen Jehovas, die auf jede Frage eine unverrückbare
Antwort haben.