Annotationen zu den Zeugen Jehovas
Russell als Krebs"heiler"
Erstaunliches konnte man in der in
Strehlen (Schlesien) bis 1937 erscheinenden Wochenzeitung „Der Volksbote" vom 3.
Januar 1914 lesen.
Dieses Blatt war eines der wenigen auf (damals) deutschem Boden, dass so
ziemlich regelmäßig (gegen Money) Predigten des „Kanzelredners Charles T.
Russell" abdruckte.
In besagter Ausgabe vom 3. 1. 1914 entpuppte sich Herr Russell gar als
verhinderter Arzt.
Sein Thema dabei ist die Schwindsucht (oder auch Tuberkulose).
Neben ein paar allgemein gehaltenen Gesundheitsratschlägen, gegen die man
schwerlich etwas einwenden kann, befolgen sie doch alle das „Strickmuster" Halte
dich warm und lass es dir gut gehen ...", hat er dann aber sogar noch ein
spezifisches Rezept für die Betroffenen auf Lager-
In seinen eigenen Worten liest sich das dann so:
„Dies kann unterstützt werden durch einen Eßlöffel voll reinen Glyzerins
dreimal täglich oder durch ein biochemisches Mittel, Calcarea phosharica."
Über den Wert oder Unwert
dieses Russell'schen Rezeptes will ich mir dann ja als Nichtmediziner kein
Urteil erlauben. Gleichwohl kann ich mich des Gefühls nicht ganz erwehren. Da
präsentiert sich ein Quacksalber „allerprächtigst".
Weltreisender wie Herr Russell desweiteren bekanntermaßen auch war, berichtet er
in dem gleichen Artikel, etwa zwei Jahre vorher auch in Indien gwesen zu sein.
Und siehe da, man befand es für gut, Herrn Russell (den verhinderten Arzt) auch
für Insassen eines dortigen Aussätzigenasyls referieren zu lassen.
Sonderlich angetan von seinen Ausführungen scheinen seine Ansprechpartner
allerdings nicht gewesen zu sein, denn der Bericht im Volksboten geht weiter mit
der Angabe:
„Als ich vor fast zwei Jahren in Indien war, wurde ich eingeladen, eine
Ansprache an die Insassen des Aussätzigenasyls zu halten. Ich suchte ihnen die
Liebe Gottes nahezulegen und die herrliche Vorkehrung, die getroffen worden ist
für das ganze Menschengeschlecht durch den Tod Jesu, und zwar nicht nur für die
Heilung des Aussatzes und aller Krankheiten, sondern für die Heilung und die
Beseitigung der Sünde; und ich sagte ihnen, daß alles dieses vor der Tür stände,
und daß es der Menschheit zuteil werden würde durch das Messianische Königreich.
Aber ach, diese Aermsten!
Ich konnte sehen, daß, obgleich sie die Worte des Dolmetschers verstanden, sie
doch keine hörenden Ohren und sehende Augen des Herzens hatten."
Nun, es ist ja menschlich
verständlich, dass jeder nur Erfolge haben möchte. Das galt dann wohl auch für
Herrn Russell im besonderen.
Nachdem er also über seinen Mißerfolg vor den Indern selbst berichtet hatte,
hält er es nun für angebracht, noch im selben Artikel, auf die Krebskrankeit
überzuleiten.
Zwar nicht in allen Fällen, aber doch in „einigen", meint nun unser verhinderter
Arzt Russell, auch da Hilfe anbieten zu können.
In seinen eigenen Worten liest sich das dann so:
„Im Interesse vieler, die an Krebs leiden, möchte ich hier erwähnen, daß ich
erst kürzlich in den Besitz eines Krebsmittels gelangt bin. Es kann nur für
Krebs auf der Oberfläche des Körpers angewendet werden, nicht aber für solche
Fälle, von denen die inneren Organe befallen worden sind.
Es wird warm empfohlen seitens solcher, die es gebraucht haben. Wie wir hörten,
wurde das Rezept seiner Zeit von einem Arzt für tausend Dollar gekauft. Dieser
Arzt errichtete ein Sanatorium für die Behandlung von Krebs, in welchem das
Mittel erfolgreich angewendet wird.
Durch den Tod des Arztes der das Heilmittel entdeckte, gelang es in die Hände
eines Verwandten. Dieser Verwandte überließ es mir kostenfrei, und ich biete es
kostenfrei allen denjenigen an, die es begehren.
Ich würde das Rezept veröffentlichen, aber die Erfahrung lehrt mich, daß es aus
gewissen Gründen vorzuziehen ist, wenn die Interessenten deswegen schreiben.
Jeder Leser dieser Predigt kann das Rezept erhalten und sich die Bestandteile
für wenige Groschen in der Apotheke holen.
Man wende sich unter Beifügung des Rückportos entweder an das
Brooklyn-Tabernacle zu Brooklyn, New York, oder an das Bibelhaus zu Barmen,
Unterdörnerstraße 76".
Nun man kennt ja schon das
Engagement des Herrn Russell in Sachen Wunderweizen.
Seinem damaligen "Wunderweizen" schaufelte indes schon der WTG-nahe Autor Marley
Cole das eigenhändige Grab,
Russell's Krebsrezept dürfte da wohl nicht viel anders zu beurteilen sein!
Immerhin hat man mit diesem Beispiel auch einen frühen Beleg dafür, wie es dazu
kam, dass die Heilpraktikerszene auch bei den Bibelforschern, eine besonders
zahlungswillige Klientel fand! Mit Nachwirkungen bis in die Gegenwart
Nachstehend dann noch zur eigenen
Urteilsbildung die Zitierung des in Rede stehenden Textes:
Der Volksbote
Parteiunabhängige, volksfreundliche Zeitung für Politik und Unterhaltung
Die Zeitung wird gelesen von Beamten, Landwirten, Gewerbetreibenden, Handwerkern
11. Jg. 1914
Redaktion, Druck und Verlag
Maximilian Mevius, Strahlen i. Schlesien
Geschäftsstelle Weidenstraße 11a
Staatsbibliothek Berlin (Zeitungsabteilung) Signatur: Ztg 754b
Nr. 1; 3. Januar 1914
Die Schwindsucht und das Evangelium oder das Verhältnis der Religion zur
sogenannten weißen Plage
Nach einer Ansprache von C. T. Russell über den Text:
„Ich werde Schrecken über euch bestellen, Schwindsucht und Fieberglut, welche
machen werden, daß die Augen verlöschen und Fieberglut, welche machen werden,
daß die Augen verlöschen und die Seele verschmachtet." (3. Mose 26,16)
Wir alle wissen von der allgemeinen Bewegung, welche sich gegen die
Schwindsucht, die weiße Plage, richtet, die jährlich mehr Menschenleben
dahinrafft, als alle Kriege der Welt. Es ist wahr, daß wir den göttlichen
Auftrag haben, das Evangelium zu verkündigen. Da jedoch das Evangelium die
Botschaft Gottes darstellt, bezüglich der von Gott vorhergesehenen
Wiederherstellung von der Sünde und dem Tode, so halten wir es durchaus für
angebracht, die Aufmerksamkeit auf die Vorhersagen der Weißen Plage als auf
einen Teil der Strafe für die Sünde zu lenken.
Nur den Israeliten gegenüber wurde die Schwindsucht in besonderer Weise erwähnt
als eine Strafe für die Sünde, und nur den Israeliten wurde Befreiung von
solcherlei Krankheiten unter der Bedingung verheißen, daß sie im Gehorsam gegen
das göttliche Gesetz leben würden. Andern Völkern gegenüber hatte Gott eine
solche Vorkehrung niemals getroffen. Sie sind alle Sünder, stehen alle unter dem
Urteil des Todes, sterben alle gerechterweise ungeachtet dessen, ob sie eines
allmählichen oder plötzlichen Todes sterben, sei es durch Hunger, Unglücksfälle,
die Weiße Plage, die Schwarze Plage oder sonst eine Krankheit.
Aber, mag jemand fragen, sollten die Nachfolger Christi nicht erwarten, von alle
diesem befreit zu werden? Wir antworten, Nein. Ganz das Gegenteil, sie treten in
besondere Bundesbeziehungen des Opfers und der Selbstverleugnung ein. Leben,
irdische Hoffnungen, irdische Freuden, und sie erwarten statt dessen die
Verwirklichung himmlischer Hoffnungen, die Gott allen Nachfolgern Jesu verheißen
hat. Nur diejenigen, die mit ihm Leiden, werden mit ihm herrschen. Nur
diejenigen, die mit ihm dem irdischen Wesen sterben, werden mit ihm auf
himmlischer Stufe leben und Könige und Priester und Miterben Christo an dem
himmlischen Reiche sein, welches die Welt segnen und sie wiederherstellen wird
zu menschlicher Vollkommenheit.
Die Belohnungen dieses Zeitalters, welche der Kirche dargeboten werden, sind
himmlische, geistige, und werden von der erwählten Kirche völlig erlangt in der
Verwandlung der Auferstehung. Nichtsdestoweniger genießen die getreuen
Nachfolger Jesu gewisse besondere Segnungen in bezug auf das Gemüt und den
Körper im gegenwärtigen Leben, wie beispielsweise „den Frieden Gottes, der allen
Verstand übersteigt", eine Ruhe von den beängstigenden Sorgen, die ein Gemeingut
der übrigen Menschen sind. Hierdurch wird oft solchen ein gewisses Maß an
Gesundheit zuteil, die früher unter allen möglichen schwierigen
Lebensverhältnissen zu leiden hatten, jetzt aber befähigt sind, durch Glauben an
Christum und Annahme der göttlichen Verheißung durch den heiligen Geist keine
ängstliche Sorge in bezug auf die Zukunft zu hegen, wissend, daß ihr Vater für
sie so sorgt, daß er verheißen hat, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum
Guten mitwirken müssen, sei es Krankheit oder Armut oder sonst etwas.
Das Licht des Milleniummorgens, welches allmählich durch die Finsternis und
durch die Unwissenheit und den Aberglauben der Vergangenheit bricht, zeigt uns
eingehend, was Krankheit ist und wie sie zu bekämpfen ist.
So wie das Wort Gottes die reine Nahrung ist, welche uns geistigerweise
auferbaut und uns stark macht in dem Herrn, so ist gute, reine Nahrung für unser
physisches Leben, und das umsomehr, wenn es mit der weißen Plage, der
Schwindsucht, behaftet ist, in einem Wort, Reinlichkeit, frische Luft, und eine
gute Nahrung sind die wesentlichen Faktoren für die Bekämpfung dieser Plage.
Dies kann unterstützt werden durch einen Eßlöffel voll reinen Glyzerins dreimal
täglich oder durch ein biochemisches Mittel, Calcarea phosharica.
Als ich vor fast zwei Jahren in Indien war, wurde ich eingeladen, eine Ansprache
an die Insassen des Aussätzigenasyls zu halten. Ich suchte ihnen die Liebe
Gottes nahezulegen und die herrliche Vorkehrung, die getroffen worden ist für
das ganze Menschengeschlecht durch den Tod Jesu, und zwar nicht nur für die
Heilung des Aussatzes und aller Krankheiten, sondern für die Heilung und die
Beseitigung der Sünde; und ich sagte ihnen, daß alles dieses vor der Tür stände,
und daß es der Menschheit zuteil werden würde durch das Messianische Königreich.
Aber ach, diese Aermsten!
Ich konnte sehen, daß, obgleich sie die Worte des Dolmetschers verstanden, sie
doch keine hörenden Ohren und sehende Augen des Herzens hatten.
Eine weitere furchtbare Krankheit, die, weil man sie meist als unheilbar
betrachtet, mit der Sünde verglichen wird, ist der Krebs. Die Schwindsucht,
Tuberkulose, stellt eine infektiöse Erkrankung des Blutes dar, die mehr oder
weniger jeden Teil des Körpers in Mitleidenschaft zieht. Der Krebs hingegen
stellt ein schwammiges Gewächs dar, das von dem menschlichen Gewebe zehrt und
auf Kosten derjenigen Körperteile lebt, die von ihm ergriffen worden sind. Nur
eine ganz radikale Behandlungsweise vermag den Krebs zu beeinflussen. Allgemein
wird behauptet, das nur das Messer des Arztes, welches den Krebs nach Wurzel und
Zweigen ausrottet, erfolgreich sein könne.
Aber oft ist es auch dieses Unwirksam.
So ist es auch in der Behandlung des Lasters.
Wenn wir finden, daß es uns persönlich anklebt, oder unsrer Stadt, oder unsrem
Dorf, so vermögen nur drastische Maßnahmen zu helfen.
Im Interesse vieler, die an Krebs leiden, möchte ich hier erwähnen, daß ich erst
kürzlich in den Besitz eines Krebsmittels gelangt bin. Es kann nur für Krebs auf
der Oberfläche des Körpers angewendet werden, nicht aber für solche Fälle, von
denen die inneren Organe befallen worden sind.
Es wird warm empfohlen seitens solcher, die es gebraucht haben. Wie wir hörten,
wurde das Rezept seiner Zeit von einem Arzt für tausend Dollar gekauft. Dieser
Arzt errichtete ein Sanatorium für die Behandlung von Krebs, in welchem das
Mittel erfolgreich angewendet wird.
Durch den Tod des Arztes der das Heilmittel entdeckte, gelang es in die Hände
eines Verwandten. Dieser Verwandte überließ es mir kostenfrei, und ich biete es
kostenfrei allen denjenigen an, die es begehren.
Ich würde das Rezept veröffentlichen, aber die Erfahrung lehrt mich, daß es aus
gewissen Gründen vorzuziehen ist, wenn die Interessenten deswegen schreiben.
Jeder Leser dieser Predigt kann das Rezept erhalten und sich die Bestandteile
für wenige Groschen in der Apotheke holen.
Man wende sich unter Beifügung des Rückportos entweder an das
Brooklyn-Tabernacle zu Brooklyn, New York, oder an das Bibelhaus zu Barmen,
Unterdörnerstraße 76".
Auch zu späteren Zeitpunkten lassen sich ähnliche Skurillitäten nachweisen. So auch in der Magdeburger Ausgabe des "Goldenen Zeitalters" vom 1. 3. 1933. Darin ein längerer Artikel überschrieben "Kraut zum Dienste des Menschen". Im Prinzip schwimmt der auf der sattsam bekannten Linie der Heilpraktikersezene. So weis er schon mal mit der "markanten" Erkenntnis zu "glänzen":
Massage, Wasserbehandlung und andere Naturheilverfahren können, wenn erwünscht, gemeinsam mit Heilkräutern angewendet werden, und vor allen Dingen und in allen Fällen muß man Sorgfalt auf die Ernährungsweise verwenden..
Auch muß sich der Leser einprägen, daß die am meisten in Erscheinung tretende Ursache aller körperlichen und seelischen Entartungen falsches Denken ist."
Und eben letztgenannte These vom "falschen Denken" erinnert dann ja verdächtig, etwa an die Mary Baker-Religion der sogenannten "Christlichen Wissenschaft" in der ähnliches vernehmbar ist.
Da aber wie angekündigt, in diesem Artikel besonders über Kräuter zum Dienste des Menschen referiert werden soll, geht es dann weiter mit einer ziemlich umfänglichen Aufzählung, wofür der GZ-Artikelschreiber denn meint, alles hilfreiche Kräuter zu kennen.
In dieser Aufzählung findet man dann die Stichworte
Anämie, Leibschmerzen, Schlechte Verdauung, Epilepsie, Frauenleiden, Kopfschmerzen, Herzleiden.
An der Stelle mal die Aufzählung unterbrechend. Also auch für Herzleiden, mein jener Verfasser ein Kraut benennen zu können. Seine genannten Kräuter seien dann auch nicht im Detail bewertet (das mag Fachmedizinern überlassen bleiben). Nur um die Gemengelage seiner Rezepturen mal zu verdeutlichen, sei dann noch zitiert, was da besagten Herzleidenden als Detail noch empfohlen wird.
Sein von ihm empfohlenes Kraut soll dann wie folgt behandelt werden,
Zitat: "und lasse dies in ein und einem halben Liter Wasser 20 Minuten langsam kochen. Man seihe den Tee durch und trinke alle vier Stunden ein Weinglas voll. Herzkranke sollten Fleisch am besten meiden, oder nur in gekochtem Zustande essen." Da kann ich mir doch nicht ganz versagen, anzumerken. Auch Nicht-Herzkranke pflegen wohl hierzulande (in der Regel) selten bis nie rohes Fleisch zu essen. Insofern kann man sich des Eindruckes bei diesen Rezepturen nicht ganz erwehren. Ein Muster ohne Wert!
Weiter in der Aufzählung:
Entzündung, Nierenleiden, Leberleiden, Neurasthenie, Hämorhoiden, Rheumatismus, Englische Krankheit, Schlaflosigkeit, Wunden, Krebs,
Und Krebs bildet in dieser Galerie quasi den "krönenden" Abschluss.
Namentlich das Krebsrezept des "Goldenen Zeitalters" sei dann noch vorgestellt:

Man vergleiche thematisch auch nachfolgende Replik bezüglich des "Goldenen Zeitalters", Ausgabe vom 1. 2. 1936
Was das "Goldene Zeitalter" da in seiner Ausgabe vom 1. 2. 1936 offeriert, ist formal zwar mit einem nicht weiter aufgelösten Namenskürzel versehen; stellt also der Bericht (Meinung) des entsprechenden Verfassers dar.
Indes, dass er dazu das GZ als seine Tribüne nutzt, macht durchaus einen Sinn. Und selbiger lässt sich in einem Kurzsatz zusammenfassen:
- Quacksalber unter sich! -
Nachstehend dann noch (unkommentiert) was genannte GZ-Ausgabe da glaubte wieder einmal zum besten geben zu sollen:
Die Krebsdiagnose!
Dr. phil. v. Brehmer sollte endlich den bösen Krebsbazillus entdeckt haben, diesen Erzbösewicht, der so viele Tausende von Menschenleben vernichtet, der seit Jahrhunderten, und besonders in den letzten 20 Jahren, so unendlich viel Not und Jammer über uns gebracht hat. Es war damals, als die erste Kunde davon zu uns kam, als wäre eine Zentnerlast uns vom Herzen gefallen. Endlich, endlich ist der Retter da!
Freilich, es traten gleichzeitig manche Gegner aus dem Lager der Mediziner auf, die v. Brehmers Entdeckungen nicht anerkennen wollten, sintemal er nicht vom Bau war.
Wie kann denn ein Dr. phil. einen Krebsbazilus entdecken?
Von Brehmer aber blieb bei seiner Behauptung. So wogte der Streit hin und her.
Nun gibt der Präsident des Reichsgesundheitaamtes, Professor Dr. Reiter, im Einvernehmen mit dem Reichs- und Preußischen Innenminister das Ergebnis der Nachprüfung der Auffassungen des Herrn Dr. Phil. v. Brehmer über das Krebsproblem bekannt, und da kommt etwas Wunderbares zum Vorschein.
"Auf Grund eines eingehenden Studiums der vorliegenden Untersuchungsberichte und der mündlichen Verhandlung kam die im November im Auftrag des Reichsgesundheitsamtes zusammengetretene Kommission zu dem Ergebnis, daß durch die im Reichsgesundheitsamt ausgeführten Untersuchungen zweifelsfrei nachgewiesen ist, daß der von v. Brehmer beschriebene Bazilus existiert, daß sich aber keine ursächlichen Beziehungen dieses Keimes zur Krebsentstehung haben finden lassen und daß sein Nachweis für die Erkennung des Krebses völlig wertlos ist.
Die Kommission stellte abschließend fest, daß die Untersuchungsmethoden des Regierungsrates v. Brehmer für die Erkennung des Krebses keinen Wert haben." —
Viele Jahre hat man eifrig Jagd gemacht auf den Krebsbazillus, mehr als 50 davon wurden entdeckt und als man sie genau betrachtete, war keiner von ihnen der echte. Es ging damit, wie mit den echten Havannazigarren, von denen Dr. Schüßler einmal sagte: "Selten bekommt man eine und hat man endlich eine, so ist's keine!" —
Man muß also den Bösewicht wieder laufen lassen und weiter nach dem wirklichen Erreger des Krebses suchen. Oder—will man jetzt nicht endlich die erfolglose Jagd einstellen und zugeben, daß wir "unwissenden Laien" doch Recht hatten, als wir schon vor 50 Jahren behaupteten, es existiere überhaupt kein Krebsbazillus, der Krebs sei eine allgemeine Entartung der Blut- und Säftemasse des Körpers, eine Konstitutionserkrankung, deren Endresultat das Krebsgeschwür sei. Und diese Krebskrankheit müsse, wie andere schwere Erkrankungen, durch Reinigung des Organismus von den angesammelten Fremdstoffen, durch Verbesserung des Blutes und der Säfte, durch Umstellung der Ernährung und Anwendung naturgemäßer (biologischer) Heilsfaktoren geheilt werden, was auch nachgewiesenermaßen möglich sei, solange noch genügend Lebenskraft vorhanden sei. Das Wegschneiden und Operieren nützt nichts, ebensowenig wie das Einspritzen und die Bestrahlung. Man muß vielmehr durch: natronhaltige Nährmittel die Blutbeschaffenheit normalisieren, die säuerliche Reaktion und die Knorpelausscheidung verhindern und überwinden. Dann erreicht man alles, was überhaupt möglich ist.
Und da muß man dem Krebs vorbeugen und bei der Jugend beginnen. Man lasse doch endlich einmal die unschuldigen Bazillen in Ruhe und verwende alle Zeit und Kraft und allen Scharfsinn darauf, unserem kranken Volke gesunde Lebensbedingungen zu verschaffen und die Heilung vom biologischen Standpunkt aus zu versuchen.
Prof. J.B.
Auch diese etwas obskure Meldung, konnte man in der Magdeburger Ausgabe des "Goldenen Zeitalters" vom 1. 9. 1931 vorfinden:

Auch zur Weitergabe dieser etwas merkwürdig anmutenden Meldung fühlte sich das Magdeburger "Goldene Zeitalter" des Jahres 1932 (S. 141) bemüßigt:

Weitere Presseberichte zum Thema Bluttransfusion