Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 132
Aus einem in dieser Nummer abgedruckten
Erfahrungsbericht:
"Wirklich erschrocken war ich, als ich dann die Frau des Bruders, der
mich den Zeugen Jehovas näherbrachte, kennenlernte. Mit ihr konnte man sich nicht
unterhalten, nicht diskutieren. Mit fanatischem Gekreisch hämmerte sie sofort los:
'Nur Jehova hat recht. Nur die
Brüder in der WTG haben recht. Alle Menschen, die Satan angehören, sind verdammt und
werden vernichtet werden. Wer nicht für uns ist, ist ein Freund der Welt und des Teufels.
Diese Leute kann man nicht bedauern. Sie sind ja selbst schuld, wenn sie elend krepieren.'
So erlebte ich die Kehrseite der
Medaille zum erstenmal und es dauerte lange bis ich mich damit abgefunden hatte, daß es
wohl überall solche Fanatiker gibt. Auf den Gedanken, daß ein solches Verhalten auch
Angst und Abwehr sein könnte, weil man nicht sicher ist, ob das, was man vertritt,
wirklich richtig ist, kam ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht."
Kritisch zu dieser
CV-Ausgabe ist insbesondere ihr Abdruck (offenbar selbstfabrizierter) sogenannter
"Leserbriefe" zu werten. Einer dieser Art vergisst Kübel voll Krokodilstränen,
über den Fall des von der Stasi verhafteten Heilpraktikers mit Zeugen Jehovas
Hintergrund, Albin K. Ihm wird Vergehen gegen die Steuergesetzgebung der DDR vorgehalten.
Nun mag der K. durchaus vom "Stamme nimm" gewesen sein. Das sind andere auch,
und keinesfalls "nur" Zeugen Jehovas. Entscheidend ist jedoch, dass dies ein
gesuchter, ja geradezu fabrizierter Vorwand war, um letztendlich gegen die Zeugen Jehovas
vorgehen zu können. Das ist zwischenzeitlich aus den Stasiakten eindeutig belegt.
Wörtlich heisst es in der diesbezüglichen Stasiakte dazu:
"Diese Delikte der allgemeinen
Kriminalität sollen den Vorwand bilden, um ohne gegen die Sekte ZJ selbst vorzugehen, den
konspirativen Stützpunkt der illegalen Sekte ZJ zu liquidieren, ihre Konspiration und
Tätigkeit zu verunsichern
"
Man vergleiche dazu
Heilpraktikerszene
CV Sonderdienst Nr. 1
CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR
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Nr. 132 GERA 1980
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ENDZEIT-BERECHNUNG
W T G BLEIBT ANTWORT SCHULDIG
MUSIK-TRICK
EINE EPISODE AUS POTSDAM
SO MACHT MAN JÜNGER
ERFAHRUNGEN MIT DEN PRAKTIKEN DER WTG
LESERZUSCHRIFTEN
FRAGEN - MEINUNGEN - HINWEISE - ANTWORTEN
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ENDZEIT-FIASKO
DER ENTSCHEIDENDE GESICHTSPUNKT : Wachtturmgesellschaft der Zeugen Jehovas
fällt mit der Unwahrhaftigkeit, Unglaubwürdigkeit und Haltlosigkeit ihrer
ENDZEIT-VERKÜNDIGUNG !
"Und dieses Evangelium des Reiches wird gepredigt werden
"
Matth.24:14
"Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich" - WT-Untertitel
Diese Worte Christi an die Generation des damaligen Erdkreises, von der
WTG für ihre Tätigkeit in Anspruch genommen, und der WT Untertitel machen deutlich, daß
in der Tat nur die "endzeitliche" WT-Königreichsverkündigung, also die
WTG-Endzeitverkündigung, das Hauptkriterium für diese Organisation ist. Die WTG sei dazu
von Gott berufen, diese Worte Jesu seit der 1914-Generation zu "erfüllen".
Das heißt andersherum: Ist diese Endzeitverkündigung
jedoch unglaubwürdig, unwahrhaftig und haltlos, dann ist dieses ganze Werk und diese
ganze Organisation nur haltloses Menschenwerk, nicht wahr?
Wir wollen das noch deutlicher sagen. Die WTG ist vor 100 Jahren
angetreten, um der "letzten Generation" eine "Zeit des Endes" mit
einer 1914" eintretenden "Weltvernichtung" und anschließender Aufrichtung
des "Reiches Gottes" auf Erden zu verkündigen. Das Weltende mit anschließendem
Gottesreich ist heute der Hauptinhalt des Werkes, und zwar als Lösung aller menschlichen
und sozialen Fragen und Probleme auf Erden.
Wenn wir also die Glaubwürdigkeit und Wahrhaftigkeit
der WT-Verkündigung untersuchen und prüfen, brauchen wir uns eigentlich mit keiner
anderen Frage, mit keinem anderen Gesichtspunkt zu befassen. Weil das der
Hauptgesichtspunkt ist.
ES BESTEHT ALLER GRUND, DASS JETZT AUF KEINEN FALL, AUS DEM BLICK ZU
VERLIEREN ! DENN ES BESTEHT EINE GROSSE GEFAHR, DA DIE WTG WIEDER EIN FALSCHES WELTENDE
VERDRÄNGEN MUSS!
Die WTG ist vor 100 Jahren, vor drei Generationen, in den USA nicht angetreten, um der Menschheit allgemeinen Gottesglauben und christliche Tugenden zu bringen. Wenn also jetzt mit bestimmten Büchern Kinder, Jugendliche und Familie in den Vordergrund gerückt wurden, so ist das nur Mittel zum Zweck! Und der Zweck ist diese Endzeitverkündigung, die jetzt mit 1975 wieder unglaubwürdig ist! Niemand lasse sich hiervon ablenken!
Die Gefahr ist groß? Wenn die WTG
Weltendeprophezeiungen verdrängen mußte, um das "Ende" wieder eine Generation
weiterzuschieben, dann hat sie immer die allgemeine Glaubensmoral bemüht, um die Arglosen
zu täuschen und zu halten. Nicht anders ist es jetzt nach 1975! Nichts käme der WTG mehr
entgegen, als das 1975-Thema fallen zu lassen!
O. O.
Von der WTG bis heute nicht beantwortet:
ARGUMENTATION "ENDZEIT-BERECHNUNG"
Auf folgende Argumentation wurde von der WTG dreimal ausweichend auf
" abwarten " vertröstet. Das vierte Schreiben wurde bis heute nicht
beantwortet.
Es ist hochinteressant und aufschlußreich, mit welchen Argumenten sich
nachdenkliche Brüder an die WTG selbst wenden!
Unser Bruder schrieb:
Endzeitberechnung!
Wenn wir die Worte Jesu in Apg. 1.7 (NW) lesen :
"Es ist nicht eure Sache, über die Zeiten und Zeitabschnitte
Kenntnis zu erlangen, die der Vater in seine eigene Rechtsgewalt gesetzt hat", und
dazu seine Worte in Matth. 24:36 und Mark 13:32, wo es heißt:
"Von jenem Tage oder der Stunde hat niemand Kenntniss
",
Dann sollten diese Schriftstellen für einen Christen einem Verbot
gleichkommen, Endzeitberechnungen vorzunehmen. Wir würden sonst nach 5. Mose 18: 20-22
den Geist der Wahrsagerei oder des falschen Propheten bekunden.
Trotzdem wagen es immer wieder unvollkommene Menschen,
genaue Daten für die Endzeit festzulegen, ohne biblische Stützen dafür zu haben.
So war es auch schon zur Zeit des Apostels Paulus. Seine Worte in 2.
Thess. 2:1, 2 sind eine Warnung für alle, die den Tag der Wiederkunft Christi schon als
vollendete Tatsache bekanntmachen.
1914 heißt es immer noch
1914 heißt das Datum immer noch, obwohl schon fast zwei Generationen
darüber vergangen sind. Beweise dafür sollen die von Jesus erwähnten "Zeiten der
Heiden (Nationen) sein, Luk, 21:24. Aber wo steht geschrieben, daß es "sieben Zeiten
a 360 Jahre" = 2520 Jahre sein sollen? Und wo steht es geschrieben, daß diese sieben
Zeiten schon im Jahre 607 v. u. Z. begannen und im Jahre 1914 beendet sein sollen ?
Die WTG behauptet, sich stets eng an die Bibel zu halten. Doch kann man das von der publizierten Endzeitlehre nicht sagen, weil sie einer biblischen Prüfung nicht standhält und sich somit als unbiblische, von Menschen erdachte Lehre erweist.
Jesus prophezeite nicht in die Vergangenheit
Man muß doch stark beachten, daß dieser Ausspruch von Jesus eine
bedeutende Prophezeiung ist. Und Prophezeiungen haben naturgemäß immer einen in die
Zukunft weisenden Sinn und Inhalt, und nicht in die Vergangenheit zurück.
Jesus hatte schon des öfteren auf den Wechsel hingewiesen, durch den die
Juden ihre Gunst und Vorrechte bei Gott an die Heiden abtreten müßten. Matth. 21:43; 22:
1-10. So gebrauchte er für die Prophezeiung auch stets die Zukunftsform mit den
Hilfszeitwörtern: "es wird, ihr werdet, sie werden". Daraus kann man entnehmen,
daß die Heidenzeiten erst kommen sollten, wenn das israelisch-jüdische System das Ende
erreicht hätte. Matth. 23: 37-39, 24: 1,2, Luk. 19:44, 21: 6,24.
Er gab auch gleichzeitig einen wichtigen Zeitpunkt für seine Zuhörer bekannt, nämlich innerhalb einer Generation sollte der Wechsel vor sich gehen (ungefähr 40 Jahre). Matth. 24:34, Mark. 13.-30, Luk. 21: 32. Daß es sich auch so erfüllte, ist allgemein bekannt und wird auch nicht angezweifelt.
Heute kein zuverlässiger Zeitpunkt
Doch für uns heute gibt es keinen zuverlässigen Zeitpunkt wie für die
damalige Generation. Nur die Verheißungen der Wiederkunft Christi Apg. 1:9-11, Joh.
21:21-23, Luk, 12: 35-37 und von anderen Schriftstellen weisen auf einen unbestimmten
Zeitpunkt hin, der von Christen einen starken Glauben und geduldiges Ausharren fordert.
Matth. 10: 22; 24:13; Offb. 13:10. Daß sich geduldiges Ausharren im Glauben an die
Verheißungen Gottes auch lohnt, selbst wenn es über den eigenen Tod und lange
Zeitperioden sich hinzieht, sollen folgende Beispiele zeigen:
(Unser Bruder zeigt, wie erst ca. 2000 Jahre nach Eden mit Abraham die Verheißung wieder erwähnt wird. Von Abraham bis zum Erscheinen des Messias waren es wieder etwa 2000 Jahre. Es gibt keine exakten Daten hierfür. Und auch Jesus kündigte sein Wiederkommen zu einem nicht näher bestimmten Zeitpunkt an, wie alle diesbezüglichen Schriftstellen zeigen.
"Zeiten der Nationen" - seit wann ?
Nach dem Weggang des Christus wurde mit Hauptmanns Kornelius das
Evangelium den heidnischen Völkern zugänglich und mit der Zerstörung Jerusalems die
volle Heidenherrschaft über Judäa erreicht.
Für welchen Zeitraum, wie lange sollte dieser Zustand
dauern ? Jesus gab diesen Zustand mit den Worten wieder: "... bis die Zeiten der
Heiden abgelaufen sind" Luk. 21; 24 (Menge).
Wenn Paulus die gleichen Worte im Sinne der Annahme des Evangeliums für
die Heiden gebraucht, Römer 11:25, so kann man erkennen, daß die Heidenzeiten einen
doppelten Zweck erfüllen. Erstens durch ihre Herrschaft das untreue Israel zu strafen,
und zweitens die Gunst der Zeit zu nutzen und durch Werke des Glaubens ihre Errettung zu
erlangen. Römer 15: 7-13 u. a.
Über 1900 Jahre leben wir schon in der Zeit der Heiden. Sollte Gott mit der Wiederkunft Christi ähnlich verfahren, wie er es zuvor mit den Verheißungen und Prophezeiungen tat, so könnte man wohl annehmen, daß dieser Zeitpunkt nicht mehr allzu fern ist. Aber ein Datum zu nennen wie 1914, auch ein Jahrzehnt oder ein Jahrhundert wäre Vermessenheit.
Die W T G
Somit sind alle von der WTG genannten über Endzeit nicht nur ein Irrtum,
sondern eine Mißachtung des Wortes Gottes, weil sie weit über das hinausgehen, was
geschrieben steht, angefangen von 1914 bis 1975. - 1. Kor. 4:6.
E. A. B.
I H R S E I D C H R I S T E N?
Wider die Wachtturm-Führer
Wo Schmerz, wo Liebe, wo Sehnsucht brennt
glaubt Ihr, Eure Opfer gefunden.
Wonach unter Euch alles keucht und rennt,
immer wieder ist es entschwunden.
Denn was Ihr "Vorhaben Jehovas" nennt,
Ihr selber habt es erfunden.
Vor dem, der dann Eure Methoden erkennt,
habt Ihr Euch wie Schlangen gewunden.
Und wer sich von Euren Irrlehren trennt,
verteufelt ihr zu Schweinen und Hunden !
I h r s e i d C h r i s t e n ?
- P -
DIE NEUE-WELT-ÜBERSETZUNG DER HEILIGEN SCHRIFT
W T G - eine fragwürdige Bibelgesellschaft
W i r p r ü f e n Folge 3
In unserem weiteren Schriftvergleich der NW mit dem griechischen Grundtext
soll 1. Joh. 1 : 2 betrachtet werden. Der erste Vers des Kapitels 1 kann zum besseren
Verständnis des Textzusammenhanges mitgelesen werden.
Die Übersetzung des griechischen Textes lautet wie
folgt:
kai he dsoe efanerothe kai eorakamen kai
und die (das) Leben (ist) geoffenbart (worden) und (wir haben gesehen und
es)
Martyrumen kai apangelomen ymin ten daoen ten sionion,
bezeugen und verkündigen euch die (das) Leben die (der) Ewigkeit
etis en pros ton patera kai efanerothe emin.
die(ser) jemand war bei den Vater und (ist) geoffenbart uns.
Der NW-Text dagegen so:
(ja, das Leben wurde kundgemacht, und wir haben gesehen und legen Zeugnis
ab und berichten euch über das ewige Leben, das beim Vater war, und kundgemacht wurde),
Vergleichen wir beide Übersetzungen, so fällt uns in der NW sofort die
Formulierung "berichten euch über" das ewige Leben" auf. Es ist aber doch
wohl ein Unterschied, ob man "über" das ewige Leben "berichtet", etwa
wie eine Tageszeitung über aktuelle Ereignisse Bericht erstattet, oder ob den Menschen
das ewige Leben in der Person Jesu Christi verkündigt, und damit für alle Bewohner der
Erde ohne Zahlenbegrenzung auf 144 000 zugänglich gemacht wird. Aber genau diesen
Unterschied erzeugte die WTG willentlich, besteht doch ihre Organisation größtenteils
aus sogenannten Gliedern der grossen Volksmenge, die laut WTG-Lehre nicht zur
geistgezeugten Klasse der 144 000 und damit nicht zur Braut Christi gehören.
Für sie bleibt nur die irdische Hoffnung auf ewiges
Leben, nicht die Unsterblichkeit übrig, welche sie sich erst durch ihre "Werke"
und durch das Bestehen der Schlußprüfung 1000-Jahrherrschaft Christi v e r d i e n e n
müssen.
Solchen von ihr irregeführten Menschen darf die WTG ja unter keinen
Umständen das ewige (d.h. unsterbliche geistige, mit Christus vereinte) Leben
verkündigen, sondern sie ihnen nur eine irdische Untertanenrolle, die ewig andauern soll,
zuweisen, indem sie dieser Volksmenge "über" das ewige Leben
"berichtet". Andernfalls würde die WTG selbst ihre Irrlehre betreffs der
großen Volksmenge infrage stellen.
M. H.
SO MACHT MAN JÜNGER
ERFAHRUNGEN MIT DEN PRAKTIKEN DER W T G
Jesus Aufforderung an Simon Petrus und Andreas:
"Kommt mir nach, so will ich euch zu Menschenfischern machen."
(Matth. 4:19).
Steht als Leitmotiv über dem ersten Studienartikel des WT 6/80. Es ist
ein Wort, das bei vielen Gelegenheiten verwendet wird, aber wohl von keiner
Religionsgemeinschaft so strapaziert wurde wie von der WTG.
Stellen wir zunächst einmal voran: Dieses Wort "Menschenfischer" hat einen gefährlichen Doppelsinn. In der Heiligem Schrift geht es zweifellos nur um das Fischen, um das Fangen. Aber was geschieht mit diesem Fang ? Der Fischer schlachtet das, was ihm ins Netz ging und bringt es als Nahrung auf den Markt. Diese Fortsetzung der Arbeit, eines Fischers drängt sich mir ganz zwangsläufig auf, wenn ich diesen WT-Artikel lese. Da wird seit Jahrzehnten die Bibel heuchlerisch mißbraucht zu einem sogenannten "Einsammlungswerk", zum "Jünger machen"' Die aber, die den Menschenfischern der WTG ins Netz gegangen sind, werden dieser Gesellschaft zum Fraß vorgeworfen , um ihren Hunger nach Macht über die Menschen zu stillen.
Sehr gut erinnere ich mich noch an den ersten Besuch eines Zeugen Jehovas bei mir zu Hause. Es war Anfang der 70er Jahre. Es klingelte gegen Abend und vor der Tür stand ein vierschrötiger Mann, Anfang 40 mochte er sein, und fragte mich, ob ich über eine für mich wichtige gute Botschaft unterrichtet werden wolle. Da ich schon vorher etwas vom Haus-zu-Haus-Dienst der Zeugen Jehovas gehört hatte und mich dafür interessierte, was es damit für eine Bewandtnis hat, bat ich ihn herein.
Er erzählte mir von Jehovas Vorkehrung für die Menschen, fragte nach Beruf, Familie, Interessen und ob ich in einer Kirche wäre. Schließlich fragte er, ob er wiederkommen dürfe. Ich bejahte das und er ließ das "Wahrheitsbuch" zum Lesen zurück. So begann ein langjähriger Kontakt, der mit dem Studium des "Wahrheitsbuches" begann, über einzelne Wachttürme dann zum regelmäßigen WT-Studium, schließlich zur Taufe und zu einer festen Teilnahme an allen Zusammenkünften führte.
Der Bruder, der mich besuchte, betreute und bis zur Taufe brachte, machte auf mich durchaus einen verständnisvollen, freundlichen Eindruck. Wir sprachen über Politik, über Religion, über private Dinge und sobald wir in einen Widerspruch. zueinander gerieten, zitierte und interpretierte er die Bibel.
Mit Bibelzitaten ging er um wie ein Jongleur, und das bewunderte ich zunächst, bis mir auffiel, daß das eine der vielen raffinierten Methoden der WTG-Predigtarbeit ist. Diejenigen, die man gewinnen-will werden mit Zitaten und allen möglichen konstruierten Zusammenhängen regelrecht erschlagen. Zuerst bewundert man das, dann gewöhnt man sich daran; schließlich erscheint es als selbstverständlich, wenn man sich nicht einen kritischen Blick bewahrt.
In dieser geschickten psychologischen Machart verläuft das ganze "Jünger machen". Eine perfekte Organisation, pädagogisch leicht verständlich aufgemachte Anleitungsbücher für die verschiedenen Predigtdienstsituationen, Pläne zu Gelegenheitspredigten und und und.
Durch verblüffende, gut arrangierte Vergleiche
zwischen dem Alltagsleben des Angesprochenen und der Bibel wird der Interessierte
übertölpelt.
Mit Begeisterung wird von den großen, weltweiten Erfolgen gesprochen.
Erst später, wenn man zufällig einmal ein Jahrbuch zu lesen bekommt, merkt man die
Absicht. Da wird von tausenden und zehntausenden Taufen in einem Jahr begeistert geredet.
Daß im selben Jahr Tausende die WTG verbittert und enttäuscht verlassen haben oder
Gemeinschaftsentzug erhielten, weil sie zur Vernunft zurückfanden, das wird wohlweislich
verschwiegen.
So wird Statistik manipuliert, wird den Menschen nach dem Mund geredet; werden sie eine gefühlsbetonte Begeisterung für die WTG versetzt, um dann von ihr um so sicherer in den Krallen gehalten zu werden.
Wirklich erschrocken war ich, als ich dann die Frau des
Bruders, der, mich den Zeugen Jehovas näherbrachte, kennenlernte. Mit ihr konnte man sich
nicht unterhalten, nicht diskutieren. Mit fanatischem Gekreisch hämmerte sie sofort los:
"Nur Jehova hat recht. Nur die Brüder in der WTG haben recht. Alle
Menschen, die Satan angehören, sind verdammt und werden vernichtet werden. Wer nicht für
uns ist, ist ein Freund der Welt und des Teufels. Diese Leute kann man nicht bedauern. Sie
sind ja selbst schuld, wenn sie elend krepieren."
So erlebte ich die Kehrseite der Medaille zum erstenmal und es dauerte lange bis ich mich damit abgefunden hatte, daß es wohl überall solche Fanatiker gibt. Auf den Gedanken, daß ein solches Verhalten auch Angst und Abwehr sein könnte, weil man nicht sicher ist, ob das, was man vertritt, wirklich richtig ist, kam ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Der Brüder, zeigte mir aber auch sehr eindringlich die Methode der WTG bei der Suche nach neuen Mitgliedern ihrer Gemeinschaft. Alte Menschen, alleinstehende Personen Kranke oder Menschen, die große Sorgen und Probleme haben, werden angesprochen. Ebenso solche bei denen Jehovas Zeugen den Eindruck haben, sie seien mit ihrem Leben und ihrer Umwelt unzufrieden. Dabei wird versucht, vor dem näheren Kennenlernen Einiges über die Person zu erfahren. Durch die Schulung in psychologischen, pädagogischen und rhetorischen Dingen vermag ein Zeuge Jehovas auch, sich schnell auf seinen Gesprächspartner einzustellen und dann immer im Wechsel mit persönlichen Bezügen und Hinweisen das Loblied der WTG zu singen, aber so, daß der unerfahrene Zuhörer denkt, es ginge nur um die Bibel. Daß längst die WTG im Mittelpunkt steht und ''angebetet" wird merkt er erst später, wenn überhaupt.
Es gibt viele Zeugen, die aus ehrlichem Interesse und tiefer innerer Glaubenshaltung zur WTG finden und nicht merken, wie sie mißbraucht werden.
Mit Trost, mit Zuspruch, mit Versprechen auf Hilfe und durch Hinweis auf verlocken de Aussichten in naher Zukunft, werden Menschen durch die WTG angelockt. Wer würde im ersten Moment durch solche Dinge nicht angesprochen werden. Auch das Insekt; das sich der schön leuchtenden fleischfressenden Pflanze nähert, läßt sich durch Äußeres täuschen. Aber ein solcher Vergleich heißt ja, die Pflanze beleidigen, denn die WTG lockt ja an und hat vorher alles genau berechnet. Bei ihr ist es keine natürliche Verhaltensweises sondern unnatürliche, unmenschliche Politik.
Ich hatte mit vielen Familien zu tun in denen es Kinder
gibt.
Zwar weigern sich Zeugen Jehovas empört, mit anderen Religionen oder
Gemeinschaften verglichen zu werden, aber auch bei ihnen gibt es
"Traditionschristen". Denn ihren Kindern lassen sie letzten Endes keine eigene
Entscheidung offen. Von klein an werden sie auf die WTG programmiert und die meisten, wenn
sie nicht einen oft vergeblichen Ausbruch wagen, stehen ohne jede innere Einstellung, nur
durch eine oberflächliche Tradition und unter dem Druck der Eltern hinter der WTG.
Nichts ist da von dem Anspruch übrig, den der Bruder
mir gegenüber gleich zu Anfang erhob:
"Wir suchen keine Anhänger. Wir suchen Lokomotiven!"
Ein schöner Gedanke, ganz aktiv mittun zu dürfen. Aber in der Praxis ist
man abhängig von Terminen, wird mit sogenannter "geistiger Speise"
überfüttert und trabt und trabt und trabt bis einem jede Lust für ein wirklich aktives
Dabeisein ein für allemal ausgetrieben wurde.
Die Kinder lernen das, noch bevor sie zur Schule kommen. Eine eigene Entscheidung wird ihnen nicht nur abgenommen, sondern verboten. Bei Erwachsenen, die angesprochen werden, wird wenigstens der Schein gewahrt, sie müßten sich ja nicht für Jehovas Zeugen entscheiden. Die vielen "Wenn" und "Aber", die dann gleich darauf folgen, wirken wie der klebrige Fangfaden des Spinnennetzes.
Ich habe selbst miterlebt, wie das Kind eines Zeugen
Jehovas von seiner Mutter geschlagen wurde, weil es beim gemeinsamen Lesen des Tagestextes
sagte: "Ich habe Durst!" Nur e i n Beispiel!
Ja, im Laufe der Zeit vermag es die WTG, jede echte menschliche Beziehung
abzutöten, das Reglement bis in die Ehe hinein wirken zu lassen. Nach dem zunächst
verspürten Vertrauen in die Gemeinschaft folgt die Abkapselung gegenüber der Umwelt und
dann lebt der Zeuge bewußt oder unbewußt ständig mit der Angst vor dem Verlassen der
Gemeinschaft, denn dann steht er allein, ist ständigem Druck, ja dem Rufmord ausgesetzt.
So hütet die WTG in der Tat die Herde als "Hirten ohne Erbarmen" und am
deutlichsten wird das in der Versammlung.
T. G.
In der nächsten Ausgabe: Die so "harmonische" Versammlung
MUSIK-TRICK
ERFAHRUNGEN EINES STUDIEN - LEITERS AUS POTSDAM
Wir sollten leise Musik hören
Als Studienleiter hatte ich die Aufgabe, jede Woche mit meiner
Studiengruppe das Wachtturmstudium durchzuführen. Im Jahre 1978 studierten wir einen WT -
Artikel, der die Niedergeschlagenheit besprach.
Da Zeugen Jehovas ständig in Weltuntergangsstimmung gehalten werden und deshalb die Niedergeschlagenheit zu ihrem Wesen gehört, interessierte uns dieser Artikel sehr. Wir glaubten, vom "treuen und verständigen Sklaven" eine echte Hilfe zur Beseitigung Niedergeschlagenheit zu bekommen Aber sein Rat war sehr eigenartig, Wir sollten leise Musik hören. Nach dem Studium machte ich meinem Unmut Luft und sprach aus, was ich dachte: Die "Mutter" sich über uns lustig. Alle Anwesenden, auch die Schwester, welche später "Satan meiner Wohnung" schrie, waren sehr enttäuscht und entrüstet. "Wir sind doch schließlich erwachsene Menschen", so etwa kam es zum Ausdruck.
Meine Niedergeschlagenheit steigerte sich noch bis
Anfang 1979 bis ins Unerträgliche. Aber nicht leise Musik, sondern der Bruch mit der WTG
nahm diese Niedergeschlagenheit von mir. Dieses einfache Verfahren hilft garantiert bei
jedem Zeugen Jehovas.
M.H./ P.
EIN MENSCH, DEN MAN NICHT VERGISST
KREISDIENER HEINRICH DITSCHI EIN AUFRECHTER VERTEIDIGER CHRISTLICHEN
GLAUBENS
Folge 19
Opfer des WTG-Terrors nicht mehr wehrlos
Bedauernswerten Opfern des WTG-Terrors war es in der Vergangenheit nie
möglich, ihre Rechte zu verteidigen und das geistige Gangstertum einer angeblich von
"Gott erleuchteten" Gruppe religiös-politischer Hasardeure den Brüdern und der
Öffentlichkeit zu Gehör zu bringen. Da ihnen die finanziellen Mittel fehlten oder die
notwendige Unterstützung von Brüdern oder Instituten, gingen ihre Rufe in der Flut der
WTG-Publikationen, die allen Unrat aus Kloake und Gosse über sie ausschütteten,
ungehört unter.
Wahrscheinlich mußten erst all diese bitteren
Erfahrungen durchlebt werden, um die nötigen Erkenntnisse zu gewinnen, wie man seine
christlichen Rechte, bedrängte Brüder, fundierte biblische Lehren und das Ansehen echten
Christentums zu verteidigen hat. In diesem Zusammenhang ist deshalb bemerkenswert, daß
seit den 1950er Jahren "Oppositionelle" wirkungsvolle Wege fanden, der
Schmähflut der WTG erfolgreich Paroli zu bieten, Beginnend mit Heinrich Ditschi, der mit
kleinen Privat-Schriften und öffentlichen Vorträgen unbewußt die Weichen stellte für
die Erkenntnis, daß Presse und sonstige Medien dienstbar gemacht werden müssen, folgten
noch weitere verantwortungsbewußte Brüder und Schwestern, die sich sogar teilweise (zum
Entsetzen der WTG) als gute Schriftsteller erwiesen. Es seien nur einige genannt:
William J. Schnell (Bücher, USA)
Günther Pape (Bücher, BRD)
Josy Doyon (Buch, Schweiz)
Werner Vetter (Heftserie Christen", BRD)
Hans Jürgen Twisselmann (Broschüren und Bruderdienst, BRD)
Manfred Gebhard (Buch, DDR)
Willy Müller (Zeitschrift CV", DDR)
und andere.
Die WTG, die in ihrer selbstgefälligen Aufgeblasenheit scheinbar immer noch nicht begreift, daß sie selbst es war, die mit ihrem Terrorismus die Spreu vom Weizen trennte und aus ihren eigenen Reihen diese Kämpfer hervorbrachte, die nun gegen sie zeugen, sieht sich gezwungen, trotz ihrer offiziellen Totschweige-Taktik immer wieder in ihren Schriften verschnörkelt Stellung zu beziehen und verschiedene Verleumdungen abzuschwächen oder zu bagatellisieren. Denn im Gegensatz zu den ihr "treu gebliebenen Verantwortlichen" haben sich diese "Ehemaligen" nicht gescheut, außer ihren eigenen Belangen auch die Rechte ihrer bedrängten lebenden und toten Brüder zu verteidigen.
Wie oft hat die WTG bewiesen, daß sie nicht einmal davor zurückschreckt, noch über Tote, die einstmals verdienstvolle Mitarbeiter waren, Schimpf und Schande auszugießen. Aber die bedauernswerten Opfer der hintergründigen WTG-Politik stehen heute nicht mehr allein. Ihre Interessen werden heute von einer gut gewappneten Opposition erfolgreich vertreten, und die WTG reagiert, indem sie abschwächt und Abstriche macht an früheren Äußerungen. Ein laufendes Durchforschen ihrer Publikationen beweist das. Auch im Fall Ditschi hat sie reagiert aufgrund der Enthüllungen im "Spiegel" und im Blaubuch von Manfred Gebhard durch ihre Äußerungen über diesen Gegenstand im Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1974". Und sie wird auch weiter reagieren. Nein, sie hat es schon getan! Seitdem die Zeitschrift "Christliche Verantwortung" vom September 1978 an (Ausgabe 110) die Verteidigung für Bruder Ditschi übernommen hat, hält es die Brooklyner Führerschaft für notwendig, erneut auf dieses Thema einzugehen. Und das in diesem Jahr 1980 !
Selbstverständlich kann diese Tatsache nicht übersehen werden, man muß sie als Autor in der weiteren Schilderung über den Lebensweg von Bruder Ditschi berücksichtigen.
Wichtige Nachbemerkung zum Jahrbuch 1974
Kehren wir nun zum Ausgangspunk des letzten Beitrages zurück. Wie wir
gesehen haben, ist es den WTG-Strategen in der nur ihr eigentümlichen "Brooklyner
Sprachregelung" gelungen, dem mit soviel Lobeshymnen versehenen Heinrich Ditschi den
"Schwarzen Peter" zuzuschieben, Die als Kollaborateure durch authentische
Berichte glaubwürdig entlarvten Funktionäre Franke und Frost wurden jedoch von der WTG
in Schutz genommen. Es versteht sich von selbst, das dies natürlich nicht im Interesse
dieser Personen geschieht, sondern einzig und allein um des Ansehens der WTG willen. Jedes
Eingeständnis kompromittiert die "theokratische Fassade"! Im "Jahrbuch der
Zeugen Jehovas 1974" findet sich kein Wort über die Tatsache; die längst der
Öffentlichkeit in verschiedenen Ländern bekannt ist. Stattdessen wird ein lückenloser
Bericht gegeben, sozusagen fast "nüchtern" wie Frost und Franke zur
Organisation kamen, wie sie wirkten und arbeiteten bis auf den heutigen Tag, natürlich
"organisationstreu", ohne Tadel !
Im Gegensatz dazu findet man über Heinrich Ditschi gar nichts, außer den WTG-Äußerungen in ihrem Jahrbuch, die ich schon anführte. Wenn aber Bruder Ditschi "viele Jahre unermüdlich im Untergrund gedient hat und vor Gefahren nicht zurückschreckte", wäre es für die Jahrbuch-Leser doch interessant zu erfahren, ob er diese Einstellung schon immer hatte, z.B. bevor er Bezirksdiener (und später Reichsdiener als Nachfolger von Frost) wurde. Aber der Leser erfährt nichts und stößt erst auf den Namen Ditschi im Zusammenhang mit dem Kongreß in Luzern 1936, wo die WTG auf Seite 154 unter der Überschrift: MUTIGE TÄTIGKEIT VERWIRRT POLIZEI den Prager Zweigdiener Heinrich Dwenger wie folgt sprechen läßt:
"Nun sollten die Bezirksdienstleiter Vorschläge machen. Sie schlugen vor, daß mich Bruder Rutherford wieder nach Deutschland zurücksenden sollte. Sie wünschten, daß ich selbst-den Vorschlag einbringen sollte, aber ich sagte ihnen, daß ich das nicht könne, denn ich sei nach Prag gesandt worden und könne deshalb nicht sagen, daß ich wieder nach Deutschland möchte. Ich würde so den Eindruck erwecken, als wäre ich nicht mit meinem Auftrag zufrieden. So kam es, daß Bruder Frost zunächst die Verantwortung übertragen wurde. Dann fragte Bruder Rutherford: "Was ist aber, wenn auch du verhaftest wirst?" Für diesen Fall wurde Bruder Ditschi von den Brüdern vorgeschlagen, die Verantwortung für das Werk in Deutschland zu tragen, wenn Bruder Frost verhaftet werden sollte."
Wenn der Leser zu dem hier Gesagten und dem bisher Dargelegten weiter nichts erfährt außer der Tatsache - wie bewiesen wurde - daß Heinrich Ditschi in grotesker Weise die schmutzige Visitenkarte des Verräters Frost untergeschoben wird, dann ist es notwendig, dem Gedächtnis der WTG ein wenig nachzuhelfen.
Wenn laut Selbstdarstellung der WTG nur äußerste Selbstlosigkeit überhaupt erst jemanden zum Bezirksdienstleiter qualifizieren konnte, und wenn selbst ein Martin Pötzinger (der auf Seite 138 beiläufig erwähnt wird) oder ein Konrad Franke für nicht tauglich befunden wurden, das Gesamt werk zu leiten, sondern eben nur ein Heinrich Ditschi, dann ist das objektiv das wahre Werturteil der WTG über diesen Bruder. Im Grunde gibt sie das auch zu, wenn sie auf Seite 139, Absatz 2, unter der Überschrift: DIE UNTERGRUNDARBEIT WIRD ORGANISIERT, folgende Äußerungen macht:
"Das Land würde in dreizehn Bezirke aufgeteilt,
und in jedem Bezirk wurde ein Bruder mit guten Hirteneigenschaften zum
"Bezirksdienstleiter" wie man damals sagte - ernannt. Es mußte ein Bruder sein,
der ungeachtet der damit verbundenen Gefahren bereit war, die kleinen Gruppen aufzusuchen,
um sie mit geistiger Speise zu versorgen, sie in ihrer Predigttätigkeit zu unterstützen
und im Glauben zu stärken. Mit wenigen Ausnahmen wurden solche Brüder in diese
Stellungen eingesetzt, die den Brüdern bis dahin völlig unbekannt waren. Sie hatten
jedoch seit Hitlers Machtergreifung bewiesen, daß sie bereit waren, ihre, persönlichen
Interessen denen des Königreichs unterzuordnen, Dieses echte Werturteil der WTG spricht
Bände.
erzählt von Hermann Bach, Potsdam
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LESERZUSCHRIFTEN
FRAGEN - MEINUNGEN - HINWEISE - ANTWORTEN
In seinem Brief vom 29.5.80 schreibt uns Ein Bruder u.a.:
"Mit Interesse und einer gewissen Hoffnung lese ich Eure Zeitung.
Keine sorglose Betrachtung der einen oder anderen Seite kann ich Euch vermelden. Es ist
schwer, alles zu prüfen und das R i c h t i g e festzuhalten.
Aber nun zu meinem Anliegen. Vor vielleicht sechs Wochen wurde der
Schleizer Heilpraktiker K., Albin eingesperrt. Die Gründe sind aus unserer Sicht und aus
staatlicher Sicht eindeutig: Wer klaut, der muß eben in den Kerker
Wenn Albin die
Bibel gelesen hätte, dann wäre ihm das bekannt! Aber der hat wohl lieber in seinen
Kontoauszügen geblättert!"
Hier haben wir nur eine der vielen Meinungen der Brüder und Schwestern, die das Verhalten des Albin K. verurteilen. Zustimmung und Bestätigung des gerechten Urteils gegen ihn und zu unserem Sonderdienst Nr. 1 weit häufiger als die vereinzelten Stimmen der Unbelehrbaren, die trotz eindeutiger Beweise der Schuld Albin K's dessen Verurteilung als ungerecht werten. Ihnen reichen die allbekannten Lügen und die kriminellen Handlungen im Zeichen der WTG offensichtlich noch nicht.
Wie schreibt unser Bruder weiter:
"Ich bin nicht oft mit meiner Meinung völlig und, ohne jede
Einschränkung auf Eurer Seite, ich glaube aber es ist gut, daß es Euch gibt, denn ihr
seid eine gewisse Opposition
Ihr seid gefürchtet und manche Grobiane in der
Gemeinschaft fürchten, sie könnten mal in CV genannt werden! Die Hurer und die Albin
heißen! Ihr sorgt also zunehmend für eine Gesundung des Klimas unter den Zeugen, zu
deren eigenem Wohl und zur Lobpreisung des Herren."
In solchen Briefen kommt auch das Vertrauen zum Ausdruck, welches in CV gesetzt wird. Wir sind dankbar dafür und CV wird auch weiterhin alles tun, um dieses Vertrauen zu rechtfertigen.
Ein weiterer sehr ausführlicher Brief vom 5.7.80
erreichte uns von einem Bruder, dem ebenfalls die CV-Arbeit sehr am Herzen liegt. Unter
anderem teilt er uns mit:
"Es ist den Zeugen ja eindeutig verboten, Ihre Zeitung zu lesen. Ein
bekanntwerdender Verstoß gegen diese Weisung kann den Entzug der Gemeinschaft bedeuten.
Zur Zeit ist der Schritt zwar nicht zu erwarten, denn von der Gesellschaft in Wiesbaden
wurde verfügt, besser als bisher zu prüfen, wer die Gemeinschaft verlassen muß und wer
das Vorrecht hat, weiter von Haus-zu-Haus gehen zu dürfen.
Es ist für viele
Brüder und Schwestern nicht einfach, den rechten weg zu finden. Der bereits einmal als
recht erkannte Weg der Wachtturmgesellschaft wird zunehmend angezweifelt, denn es stürmen
viele Eindrücke auf die Zeugen ein, die sie nur unterschwellig begreifen und (die)
Zweifel erzeugen. Aber diese Momente wirken dann sehr deutlich. Ihre Zeitschrift wird auch
von denen gewünscht, die sich entrüsten ob der Existenz der CV. Aber es ist zu
verstehen, man will nicht erst in den Tiegel der zu kritisierenden Geschwister gelangen,
man will in Ruhe prüfen und nicht von wohlmeinenden Ältesten "liebevoll"
zurechtgewiesen werden."
Ein weiterer beredter Beweis dafür, daß CV gelesen wird, trotz Drohungen, Anfeindungen, Verboten. Ein Beweis auch dafür, daß trotz Angst vor Strafe und Druck durch die WTG die in CV dargestellten Probleme etwas in Bewegung bringen unter den Zeugen Jehovas.
"Warum sind die Menschen von heute äußerlich so
schön gekleidet und haben innen so ein schmutziges Herz?" "Welcher Mensch ist
heute echt?" "Welcher Mensch tut den Willen Gottes?"
Das sind drei von vielen Fragen, die uns ein Bruder in seinem Brief vom
23. 7. 80 stellt, ein Bruder, der es sich wahrlich nicht leicht macht.
Viele Dinge bewegen ihn und seine Zeilen verraten, daß es die WTG versteht, zu verwirren, sodaß ein Interessierter, ein getaufter Bruder oder eine getaufte Schwester nicht mehr wissen, wie sie sich zum Glauben und zu ihrer Umwelt verhalten sollen. Am Ende sollen sie auch noch dankbar sein, wenn ihnen dann ein scheinbar klares und eindeutiges Lügengebäude vorgesetzt wird - friß oder stirb!
Ähneln diese WTG-Führer, die so mißbrauchen nicht
den Menschen in schöner Kleidung - einer auf den ersten Blick beeindruckenden
Glaubenslehre. Erst später, oft zu spät, sieht man das schmutzige Herz, die Lüge und
den Egoismus dahinter.
Gewiß haben alle Menschen Fehler, aber die welche Fehler und Schwächen
ihrer Mitmenschen ausnutzen, diese Menschen sind nicht echt. Noch schlimmer ist es, wenn
sie Gott und Jesus Christus vorschieben, um sich zu tarnen und glaubhafter zu machen.
"Zuschanden müssen sie werden, denn ein Greuel ist, was sie tun. Und
sie können nicht einmal mehr erröten. Sie haben alle Scham verlernt"
Jer.
6:15 (Jerusalemer Bibel).
Genauso ist es mit der WTG und nur d e r Mensch tut den
Willen Gottes, der - nicht nur dem Wort nach, sondern auch in der Tat Liebe beweist, zur
Hilfe bereit ist, ohne auf Dank und Lohn zu sehen. Der, der praktisch Glauben ausübt und
nicht die Manipulationen der WTG braucht, um christliche Nächstenliebe zu zeigen.
Schreibt uns Eure Erfahrungen und Erkenntnisse dazu, als eine Hilfe für
die, die nach dem richtigen Weg suchen - hinaus aus der WTG.
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Liebe Brüder, liebe Schwestern
Christliche Verantwortung und christliche Wahrheit bilden ein Ganzes! Ihr
habt die Möglichkeit, jederzeit nach vorheriger Anmeldung im CV-Büro Gera
Original-Dokumente der WTG, die wir in unseren Artikeln zitieren, einzusehen.
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"Christliche Verantwortung" - Herausgeber Wolfgang Daum; DDR
6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6; Preis; 0,20 M, Jahresabonnement: 2.- M, Versand auch
kostenlos.
A 7164/80 V 7 1 1896 KO