Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 89

Das "lavieren" nach 1975 nimmt diese CV-Ausgabe ins besondere Augenmerk.
Mit in dieser Ausgabe ein darstellender und wertender Bericht in Sachen der Funkanlagenaffäre der WTG im Ersten Weltkrieg. Siehe ergänzend dazu auch: Mysteriöse Funkanlage Es ist einzuräumen, dass Jehovas Zeugen, aufgrund ihrer religiösen Sozialisation, diesem Aspekt keine sonderliche Beachtung schenken. Erheblich anders sieht es allerdings bei jenen aus, für die die Frage einer religiösen Sozialisation nicht das "A und O" ist, die vielmehr gewohnt und vielleicht auch geschult sind, politische Tatbestände herauszukristallisieren. Und selbige dann auch politisch zu werten. Das trifft offensichtlich auf die Ausführungen in Sachen Funkaffärenanlage zu. Wer sie aufmerksam liest, wird am Schluss mehr als nur nachdenklich sein!

CV Christliche Verantwortung

Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
- 1. Thess. 4:12, 1. Kor. 14:20 -
Begründet 1959 von Willy Müller, GD, Gera/Thür., DDR

DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT
ist freie, christlich und menschlich verantwortungsbewußte Information zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas und ihrer Leitenden Körperschaft, der Wachtturm-, Bibel- und Traktat Gesellschaft, (WTG) und WTG-bedingten Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung Die Vielseitigkeit der Darlegungen in CV widerspiegelt diese Situation und weist Wege zu ihrer Lösung.
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.

Nr. 89/76 Gera Dezember 1976

WTG-Kongresse 1976:
"IM HERBST 1975 IST NICHTS PASSIERT. ES HATTE EINFACH NICHT ANDERS KOMMEN DÜRFEN!"
Das schlägt dem Faß den Boden aus
Liebe Leser
"Heiliger Dienst" war das Motto der WTG-Bezirkskongresse für alle Zeugen Jehovas im Jahre 1976, dem ersten Jahr nach dem Endzeitbankrott von 1975. Wie wir aus dem Zweigbüro Wiesbaden informiert werden, ist man über die Ergebnisse der Kongresse sehr mißgestimmt. Sie seien im Vergleich zu vorher ein Mißerfolg gewesen. Es zeige sich, daß der Bogen überspannt wurde mit 1975, daß die jetzige fast ausschließliche Dienst-Ausrichtung in einer lntensität wie nie zuvor nach dieser Falschverkündigung zu durchsichtig sei und selbst die Gutwilligen überfordere. Man sehe "bedenkliche" Anzeichen: Es werden wieder Anschaffungen gemacht, man plant wieder Reisen, man erinnert sich an die früheren falschen Endzeittermine wie 1925. Auch 1975 habe nun nicht gestimmt. Wer weiß, was überhaupt stimmt. Man wendet sich den eigenen Problemen zu. Wer weiß, sagen viele immer deutlicher. Das besondere Interesse an allen Kongreßansprachen war, was sie wohl nun über 1975 sagen.

Die vorbereitenden Äußerungen
In den einleitenden Ansprachen der Kongreßvorsitzenden D. Förster, H. Henschel u. a. gab es nur Andeutungen: "Wir haben die Wahrheit, die immer heller leuchtet … Im heiligen Dienst nicht nachlassen … Den Dienst nicht aus falschen Beweggründen aufgeben oder darin nachlassen… Diese unabsehbare Zeit endet nie!". Im folgenden Vortrag "Heiliger Dienst trägt zum Überleben der Familie bei" (R. Krüger, S. Stieg, W. Wadephul, G. König u. a.) wurde nur allgemein vom "Vorbereiten" auf das Überleben gesprochen. In der Ansprache dann "Wir benötigen Jehovas Versammlung" (M. Köhler, W. Krüger u. a.) hörte man: "Heute befinden wir uns auf dem Marsch in eine neue Ordnung … Einige wenden sich von der Versammlung ab oder nehmen eine abwartende Haltung ein … Bleiben wir.. . jetzt, durch die große Drangsal hindurch und bis in alle Ewigkeit."

Im Vortrag "Vergiß nie, daß du ein Zeuge bist" von H. Weiland, P. Meyer u. a. wird wieder etwas zum "Ende" fallengelassen: "Die Menschheit nähert sich mit Riesenschritten einer Drangsal, wie es noch keine gegeben hat und noch je wieder geben wird … Nie taktlos werden oder zulange mit jemandem reden. Das Unternehmen auf eine lange Sicht hin betrachten."

Dann ließen sich die Kongreßvorsitzenden D. Förster, H. Henschel u. a. wieder vernehmen, schon deutlicher werdend: "Heiligen Dienst darzubringen ist unser Lebenswerk. Wir brauchen nicht auf Harmagedon zu warten, um heiligen Dienst darbringen zu können … Wir müssen ausharren und Gottergebenheit an den Tag legen … Wir haben ältere Brüder unter uns, die lange ausgeharrt haben und sie werden es weiter tun. Wir wollen ihnen nachahmen. Wir dürfen unsere Brüder nicht 'schlagen', weil wir sagen, es kann noch lange dauen." (!)

"Im Herbst 1975 ist nichts passiert. Es hätte einfach nicht anders kommen dürfen!"
Erst am letzten Tag der Kongresse, nachdem alle Anwesenden in Verbindung mit noch ziemlich unklaren Andeutungen zum "Ende" erst einmal auf weiteren Dienst, Dienst und nochmals heiligen Dienst unter WTG-Weiterführung eingeschworen, verpflichtet und gebunden wurden, ließ die WTG "die Karten aufdecken." Das wurde in zwei Akten vollzogen, am Sonntagvormittag in der Schlußansprache.

Den ersten Akt bildete die Vormittagsansprache "Stets in der Erwartung des Endes leben" von K. Ewald, E. Peter u. a. stets? S t e t s ? Das läuft doch auf ein ständiges Hinhalten hinaus! Die Kerngedanken der Vormittagsansprache waren:

"Was bringt der Herbst des Jahres 1975? Unsere Äußerungen zeigten, daß Erwartungen vorhanden waren, die mit der großen Drangsal zu tun hatten. Im Herbst 1975 ist nichts passiert … Haben wir irgendetwas falsch gemacht? Haben wir einen schwachen Glauben an Gott gehabt? Bestimmt nicht … Das Sehnen noch dem Ende dieses Systems ist vernünfti… Spekulationen können nur zu Enttäuschungen führen… Auch wir fragen uns heute: Wie lange noch? … Habakuk zweifelte nicht an Jehovas Verheißungen, auch wenn es so aussah, als würden sie säumen … Mit voller Kraft tätig sein, wenn das Ende kommt … Unseren Einsatz steigern, um mehr Mitarbeiter beten, statt dauernd zu fragen:

Wie lange noch?-… Fortfahren, mit offenen Ohren und Augen auf die Gebote Gottes zu hören … Weiterhin fleißig verkündigen Ein reparaturbedürftiges Haus reparieren Die Zähne in Ordnung bringen … Das Auto reparieren … Heiraten:

Es ist keine Sünde, es nicht zu tun (! Anm.) … Nicht ins andere Extrem verfallen: Wir hätten noch viel Zeit … Es hat keinen Zweck, sich auf bestimmte Zeitpunkte zu konzentrieren … Neue Wohnungseinrichtung: Dagegen ist nichts zu sagen, wenn man dadurch im Predigtdienst nicht kürzer tritt … Auf unserem Wachposten stehenbleibe und der Vision harren, selbst wenn sie säumen sollte … Wenn wir erkennen, wie Gott alles gelenkt hat, werden wir erkennen, daß wir etwas kurzsichtig gewesen sind. Wir werden sagen: Es hätte einfach nicht anders kommen dürfen …"

Weiter bis "Es ist getan" oder bis ans Lebensende und mit besserer Bezahlung durch die WTG!
Die Vollendung dieser erneuten Endzeit-"Verscheuchung" wurde in den Schlußansprachen "Für den noch vor uns liegenden Dienst umgürtet sein" von den Mitarbeitern des WTG-Zweigbüros und Bezirksaufsehern G. Künz, W. Konstanty u. a. selbst vollzogen. Die Kerngedanken waren dabei:

"Bis jetzt haben wir noch nicht feststellen können, daß der Geist uns veranlassen würde, aufzuhören … Wir haben bis jetzt gelehrt, getauft … Wir sind zukunftsorientiert, für die Menschen draußen und für uns selbst. . . Neue Alteste sollten nicht über andere herfallen … Wir sollten dem Kreisaufseher seinen Dienst nicht noch erschweren … Buchangebot bis Februar 1977 … Etwas mehr beten … Unser ganzes Leben umfaßt den heiligen Dienst … Wie lange noch? Wie lange wollen wir dienen? Zwei Punkte nur gibt es, die unserem Leben noch eine große Veränderung geben: 1. Der Beginn; der großen Drangsal, und 2. Wenn wir vorher unser irdisches Leben beenden müssen. Andere Zeitpunkte gibt es im Leben eines Christen nicht. Entweder wir bleiben treu bis Jehova sagt, "es ist getan" oder bis zu unserem Lebensende … Heiliger Dienst ein Leben lang . . .".

Dann wurden "einige Vorkehrungen" bekanntgegeben, die die "Leitende Körperschaft" als "Ansporn" besonders für den "heiligen Dienst" der WTG-Missionare und WTG-Pionierverkündiger getroffen hat. Eine Herabsetzung der weiterhin zu leistenden Dienststunden und eine bessere Bezahlung wegen der "erhöhten Lebenshaltungskosten". Die Missionare und Sonderpioniere brauchen in Zukunft nur noch 140 Stunden monatlich leisten, die Frauen unter ihnen nur noch, wenn sie über 40 Jahre alt sind, 130 Stunden. Es wurden ihnen somit 10 bzw. 20 Stunden im Monat erlassen. Die Allgemeinen Pioniere brauchen nur noch 90 Stunden oder jährlich 1000 Stunden zu leisten. Der Pionierdienst auf Zeit oder auch Hilfspionierdienst genannt ist auf 60 Stunden im Monat angesetzt worden. Das sind täglich im Durchschnitt nur noch 2 Stunden. Die Zeitschriften erhalten alle zum Verkauf zum "Pionierpreis". Der "Pionierpreis" ist ein Verkaufspreis für die WTG-Literatur, bei dem die Verbreiter einen persönlichen Gewinn erzielen können. Nach dem Stand von 1963 z. B. war der normale Preis für ein gebundenes Buch 2,25 DM, für ein broschürtes Buch 1,80 DM. Pioniere hatten an die WTG dafür jedoch nur 0,75 DM bzw. 0,40 DM an die WTG abzurechnen. Was sie darüber hinaus pro Buchverkauf erzielten, war ihr persönlicher Gewinn. Ist es nicht gar sehr bezeichnend, wenn die WTG ausgerechnet jetzt, wo es ums Weitermachen nach der 1975-Verscheuchung geht, mit "Vorkehrungen" materieller Vergünstigungen und materiellen Gewinns lockt?

Es hätte einfach nicht anders kommen dürfen?
Ja, aber warum ist es denn der ganzen Welt vorher anders verkündigt worden! Weil "wir etwas kurzsichtig gewesen sind"? Was heißt hier "wir"! Das war doch die WTG in erster Linie! Und nur etwas kurzsichtig? Schon das reicht aus, wenn es um Leben oder Tod geht, und darum geht es bei der Endzeitverkündigung, die WTG als öffentlich unseriös, unzurechnungsfähig und unmöglich bestehen zu lassen! Aber es ist nicht nur das. Die WTG hat von an Anfang an auf Grund ihrer bisherigen falschen Termine seit über 100 Jahre schon gewußt, daß auch 1975 nichts passieren wird, daß auch 1975 nur ein Ankurbelungsmittel ist, kurz daß auch 1975 nur ein Bluff ist, von dem man wieder ablenken muß. In vollem Maße trifft darum wieder auf die WTG zu, was in 5. Mose 18:22 geschrieben steht: "Wenn das, was ein Prophet im Namen des Herrn verkündigt, nicht eintritt und nicht in Erfüllung geht, so ist das ein Wort, das der Herr nicht geredet hat. In Vermessenheit hat der Prophet es ausgesprochen, du brauchst vor ihm nicht bange zu sein."

Die 1975-Verscheuchung ist der bisherige Höhepunkt der gesamten Endzeitverscheucherei von 1799 an. Was haben solche Personen wie D. Förster, H. Henschel. R. Krüger, S. Stieg, W. Wadephul, G. König, M. Köhler, W. Krüger, H. Weiland, P. Meyer, K. Ewald, E. Peter, G. Künz, W. Konstanty, alle in der Funktion von Kreisaufsehern, Bezirksaufsehern oder Zweigbüro-Beauftragten, nur für ein Gewissen vor Gott und Menschen, daß sie dieses Spiel bedenkenlos mitmachen und sich zur weiteren Irreführung und Hinhaltung von Hunderttausenden einfacher Gläubiger wie auch der Öffentlichkeit hergeben? Jetzt zu erklären, "es hatte einfach nicht anders kommen dürfen" mit der 1975-Verkündigung, kommt doch einer skrupellosen Überrumpelung gleich. Das schlägt doch dem Faß den Boden aus! Denn es hätte doch noch der 1975-Verkündigung, die der ganzen Menschheit in dutzenden von Sprachen und Millionen Bücher und Zeitschriften vorgesetzt wurde, um sie zu glauben, anders kommen müssen Das WTG-Eingeständnis, "es hätte einfach nicht anders kommen dürfen", ist der Offenbarungseid für eine ungeheuerliche Gaukelei und Scharlatanerie, für ein Spiel mit Menschen, für einen Glaubensmißbrauch, der seinesgleichen suchen muß. Alles andere, was die WTG sonst betreibt, steht nunmehr angesichts dieser ihrer "endzeitlichen" Selbstentlarvung als bloße Beschäftigungstheorie da, ist sie doch allein und in erster Linie um ihrer Endzeitverkündigung vor über 100 Jahren schon auf den Schauplatz getreten. An Gott und Christus glauben und sich um die Nachfolge Jesu bemühen war und ist nicht an die WTG gebunden. Ja, die meisten waren schon gläubig, ehe sie der WTG folgten.

Keiner, der noch ernst genommen werden will, kann "falschen Propheten" weiter folgen, die sich obendrein noch selbst als "kurzsichtige" Toren entblößen. Man müßte ein einfältiger Tropf sein oder bar jeder christlichen Selbstachtung Man würde Gottesglauben und Christentum nur immer weiter "endzeitlicher" Schande und Lächerlichkeit preisgeben. Nun zu sagen, 1975 ist nichts passiert, das Haus ist also zu reparieren und die Zähne sind in Ordnung zu bringen, das ist einfach zu viel. - Möchte auch diese CV-Ausgabe allen Aufrichtigen den Ausweg erkennen helfen.
Vergewissert euch über alle Dinge haltet fest an dem, was recht ist
1. Thess. 5:21 NW
-------------------------------------------------------------------------
IN DIESER AUSGABE/W TEM WYDATKU
WTG-Kongresse 1976: "Im Herbst 1976…"/Watch Tower Kongresy w roku 1976: "Jesien w-roku 1975 nic sie nie stalo. To nie mogio byc inaczej!' - Überzeuge dich selbst. Eine Dokumentierung. Die bisherigen WTG-Endzeit-"Beweise" im Namen Gottes an eine Generation noch der anderen./Dokumentacja. Dotychczasowe dowiescicie Watch Tower od czasu konco w imie Boga od generacji do generacji. - Zur Verfolgung der WTG in den USA im 1. Weltkrieg/Przesiadowanie Watch Tower kierownictwo w USA w 1. wojnie swiatowej. - Platz 1 in der Rangfolge gebührt der WTG/Miejsce 1 w rzad nalezy da Watch Tower. - Dienst am Wort/Skladka da sluzby nad siowo jak wolny krist (5).
--------------------------------------------------------------------------
Überzeuge dich selbst - Eine Dokumentierung
DIE BISHERIGEN WTG-ENDZEIT-"BEWEISE" IM NAMEN GOTTES AN
EINE GENERATION NACH DER ANDEREN
Von einem CV-Mitarbeiter im Bezirk Dresden unterbreitet

"ZEIT DES ENDES" IM JAHRE 1799 BEGONNEN:
"Der Feldzug des großen Feldherrn Napoleon Bonaparte ist kurz aber anschaulich in dieser Prophezeiung (Daniel 11) Vers 40 - 44 beschrieben, und da dieser Feldzug 1799 zu Ende ging, so bezeichnet er noch den eigenen Worten des Propheten, den Beginn der Zeit des Endes". (Die Harfe Gottes, S. 214f, WTG Magdeburg 1926)

1874 DIE 6000 JAHRE ZU ENDE:
"Man (!) errechnete, daß im Jahre 1874 die 6000 Jahre geendet hätten."
(Gottes tausendjähriges Königreich hat sich genaht, S.187, WTG Wiesbaden. 1973)

HARMAGEDON BEREITS 1889 IM GANGE UND 1914 ZU ENDE:
"Man verwundene sich daher nicht, wenn wir in den nachfolgenden Kapiteln Beweise beibringen … daß das Jahr 1878 die Zeit sei, da die Ausübung seiner Macht beginnen sollte und daß der 'Krieg des großen Tages Gottes des Allmächtigen' (Offb. 16:14), der im Jahre 1914 zuende gehen soll, bereits angefangen ist." (Schriftstudien II, S. 97 von 1889, WTG Magdeburg 1926)

HARMAGEDONVERNICHTUNG EIN PAAR JAHRE NACH 1914 BEENDET:
"Die hierin vorgebrachten Beweise zeigen, daß die alte Welt, die soziale und politische Ordnung, 1914 endete und von da an hinzuschwinden begann, und daß dieser Vernichtungsprozeß in ein paar Jahren beendet und die Herrschaft der Gerechtigkeit völlig aufgerichtet sein wird." (Die Harfe Gottes, S. 311, WTG Magdeburg 1926)

ÜBERZEUGENDE BEWEISE, HARMAGEDON 1925 ZU ENDE:
"Wir haben, wie zuvor dargelegt, überzeugende Beweise dafür, daß die alte Ordnung der Dinge, die alte Welt zu Ende geht und deshalb gänzlich vergehen wird, daß die neue Ordnung hereinbricht, und daß das Jahr 1925 Zeuge der Auferstehung der alttestamentlichen Überwinder und des Beginns eines Wiederaufbaus der zertrümmerten Weltordnung sein wird."
(Millionen jetzt lebender Menschen werden niemals sterben, S. 103 f, WTG Barmen 192)

WERK 1925 VOLLENDET ODER ETWAS SPÄTER:
"Es macht nichts aus, ob dieses Werk um 1925 vollendet ist oder etwas später. Kein Christ, der die Zeit, in welcher wir leben, versteht und wertschätzt kann jetzt ein ungebührliches Interesse an der Chronologie nehmen."
(Der Wachtturm, 15. Oktober 1924, , S. 315, WTG Magdeburg)

1925 EIN PHANTASTISCHES GEBILDE:
"Was würde vernünftiger sein als zu erwarten, daß 1925 ein sehr rühriges und tätiges Jahr sein wird, indem Gott ihre Ordnungen und Stellungen in dem Leibe regeln wird als Vorbereitung für ihr Werk, das genau auf die Zeit mit den Nationen beginnen soll?
Wie steht es mit 1926? Daß 1925 in vieler Hinsicht ein ganz hervorragendes Jahr sein wird, ist offenbar.
Es scheint eine Schwäche vieler Bibelforscher zu sein, daß, wenn sie einen zukünftigen Zeitpunkt in der Bibel entdeckten, sie sofort soviele Prophezeiungen wie möglich auf dieses Datum konzentrieren. Das ist die Ursache vieler Sichtungen in der Vergangenheit gewesen. So weit wir es im Gedächtnis haben, waren alle vorhergesehenen Daten richtig. Die Schwierigkeit war die, daß die Geschwister ihrer Einbildungskraft über jede vernünftige Grenze hinaus freien Spielraum gaben, und daß, wenn ihre phantastischen Gebilde zerplatzten, sie geneigt waren, alles und jedes fortzuwerfen."
(Der Wachtturm, 15. März 1925, WTG Magdeburg. S. 88, 89)

1925-ENDEGEDANKEN VOM SATAN:
"Es ist zu erwarten, daß Satan versuchen wird, dem Sinn einiger Geweihter den Gedanken nahezulegen, daß 1925 doch eigentlich ein Ende des Werkes bringen sollte."
(Der Wachtturm, 1. Oktober 1925, S. 294, Abs. 25, WTG Magdeburg)

1938 - HARMAGEDON BEGINN IN WENIGEN JAHREN, MIT HEIRATEN WARTEN:
"Jonadabe, die jetzt ans Heiraten denken, würden, wie es scheinen will, besser tun, einige wenige Jahre zu warten, bis der feurige Sturm Harmagedons vorüber ist." (Schau den Tatsachen ins Auge, S. 50, Brosch. WTG Bern 1938)

HARMAGEDON FÜR 1939 - 1945, WIEDER VERSCHEUCHT:
"14 Der öffentliche Vortrag des Präsidenten (N. H. Knorr, Anm.) verscheuchte alle Gedanken daran, daß der 2. Weltkrieg in dem universellen Krieg von Harmagedon enden würde."
(Dein Name werde geheiligt, S. 329, WTG Wiesbaden 1963)

HARMAGEDON BIS 1955 ODER 1965, IN WIRKLICHKEIT ABER VORHER:
"Selbst wenn die Schlußabrechnung von Harmagedon noch um zehn oder zwanzig Jahre verziehen sollte - es wurde nicht gesagt, daß es wirklich so sein wird - so muß doch das Evangelium mit aller Kraft allen Nationen verkündigt werden. Dauert es jemandem zu lange, dann sei daran erinnert, daß Zeit niemals lang wird, wenn man alle Hände voll zu tun hat."
(Theokratischer Kongreß Pfingsten 1945 Zürich, Schweiz, Trost vom 1. Juni 1945, Nr. 545, Harmagedon ist nahe, WTG Bern)

1955: SELBST NACH 1976 BIS HARMAGEDON NOCH ZIEMLICH VIEL ZEIT:
"Fast ganz unabhängig nehmen Chronologen unrichtigerweise an, daß gleich nach Adams Erschaffung auch Jehovas siebente 7000-Jahrperiode der Schöpfungswoche begonnen hatte. Solche rechnen dann, daß von Adams Erschaffung an, von der man jetzt annimmt, sie sei im Herbst des Jahres 4025 v. Chr. erfolgt, 6000 Jahre des Ruhetages Gottes im Herbst des Jahres 1976 enden würden. Indes wäre auf Grund unserer gegenwärtigen Chronologie (die, wie wir zugestehen, unvollkommen ist), der Herbst des Jahres 1976 im besten Falle das Ende der 6000 Jahre der Menschheitsgeschichte, der 6000 Jahre des Menschlichen Daseins auf Erden, und nicht der 6000 Jahre der siebenten 7000-Jahrperiode Jehovas … Ja, es muß für Adam ziemlich viel Zeit erfordert haben, allen Tieren Namen zu geben … Erst nachdem Adam diese Arbeitszuteilung beendet hatte, wurde seine Gehilfin Eva erschaffen … Gerade die Tatsache, daß niemand heute (da es zu Jehovas Geheimnis gehört) feststellen kann, wieviel Zeit Adam und später auch Eva während der Schlußtage der sechsten Schöpfungsperiode lebten, zeigt uns, daß auch jetzt niemand feststellen kann, wann 6000 Jahre des heutigen Ruhetages Jehovas zu Ende kommen Offensichtlich müßte die unbestimmte Zeit die Adam von seinen 980 Lebensjahren vor dem Beginn jenes siebenten Ruhetages Jehovas lebte, zu dem Jahre 1976 hinzugezählt werden."
(Der Wachtturm, 1. April 1955, WTG Wiesbaden)

MIT RUHETAG GOTTES PARALLEL UND BEGRÜNDET: HARMAGEDON IM JAHRE 1975 ZU ENDE:
"Das Jahr 1975.
Auf der Versammlung in Baltimore gab Bruder Franz in seinen Schlußworten einige interessante Kommentare über das Jahr 1975. Auszugsweise wiedergegeben, fuhr Bruder Franz fort zu sagen: 'Ihr werdet die Tabelle (auf den Seiten 31-35 in dem Buch Life Everlasting - in Freedom of the Sons of God) gesehen haben. Sie zeigt, daß 6000 Jahre menschlicher Geschichte im Jahre 1975, in ungefähr neun Jahren enden werden. Was bedeutet das? Bedeutet es, daß Gottes Ruhetag v. u. Z. begann? Es könnte so gewesen sein. Das Buch Life Everlasting sagt nicht, daß es nicht so war. Das Buch gibt lediglich die Chronologie an. Ihr könnt sie annehmen oder ablehnen. Wenn es sich jedoch so verhält, was bedeutet , das für uns? Er ging ausführlich auf Einzelheiten ein und zeigte, wie begründet das Jahr 4026 v. u. Z. als Datum für den Anfang des Ruhetages Gottes ist." (Der Wachtturm, 1. Januar 1967, WTG Wiesbaden)

HARMAGEDON 1975 ZU ENDE, BEGINN DER TAUSENDJAHRHERRSCHAFT CHRISTI AUF ERDEN:
"Gemäß dieser zuverlässigen Bibelchronologie werden 6000 Jahre … mit dem Jahre 1975 enden, und die siebente Periode von eintausend Jahren Menschheitsgeschichte beginnt im Herbst des Jahres 1975 u. Z.... Es würde gemäß dem liebenden Vorhaben Jehovas Gottes sein, daß die Herrschaft Jesu Christi, des 'Herrn über den Sabbat', parallel mit dem siebenten Millennium der Existenz des Menschen läuft. (Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes, Seite 30f, WTG Wiesbaden 1967)

1967: IN 8 JAHREN: MIT 6000 JAHREN DES RUHETAGES GOTTES IM HERBST 1975 HARMAGEDON ZU ENDE:
5. Gottes siebenter Tag und die Zeit, die der Mensch auf demnach parallel. Um zu errechnen, wo wir im Hinblick auf Gottes siebenten Tag von 7000 Jahren angelangt sind, müssen wir feststellen, wieviel Zeit seit dem Jahr der Erschaffung Adams und Evas, dem Jahr 4026 v. u. Z., vergangen ist. Vom Herbst dieses Jahres bis zum Herbst des Jahres 1 v. u. Z. vergingen 4025 Jahre. Vom Herbst des Jahres 1 v. u. Z. bis zum Herbst des Jahres 1 u. Z. verging 1 Jahr (es gab kein Jahr null). Vom Herbst des Jahres 1 u. Z. bis zum Herbst des Jahres 1967 vergingen insgesamt 1966 Jahre. 4025 plus 1 plus 1966 ergibt 5992 Jahre für die Zeitspanne vom Herbst 4026 v. u. Z. bis zum Herbst 1967. Demnach fehlen noch acht Jahre, bis die 6000 Jahre des siebenten Tages voll sind. Zählen wir vom Herbst 1967 acht Jahre vorwärts, so kommen wir zum Herbst 1975, zum Ende der 6000 Jahre des siebenten Tages oder des Ruhetages Gottes …

Wenn daher Christen an Hand der göttlichen Zeittafel feststellen, daß das Ende der 6000 Jahre Menschheitsgeschichte bevorsteht, erfüllt sie das mit freudiger Erwartung … Einige Angehörige der Generation, die den Anfang der Zeit des Endes im Jahre 1914 bewußt miterlebte, werden noch leben, und Zeugen des Endes des gegenwärtigen bösen Systems der Dinge in der Schlacht von Harmagedon sein … Es dauert höchstens noch ein paar Jahre, bis sich der letzte Teil der biblischen Prophezeiung über die "letzten Tage" erfüllen wird und die Menschen, die dann noch am Leben sind, durch die herrliche Tausendjahrherrschaft Christi, befreit werden."
(Der Wachtturm, 1. August 1968, Seite 462/63, WTG Wiesbaden)

HARMAGEDON NACH 1975 UNMÖGLICH:
"Es gibt heute keinen Zweifel mehr darüber, daß 1975 sechstausend Jahre Menschheitsgeschichte abgelaufen sind. Es mag einige geben, die sich mit diesem Gedanken noch nicht abfinden können. Vielleicht haben sie Pläne geschmiedet, die weit über 1975 hinausgehen. Andere sagen, bitte, die Gesellschaft hat selbst gesagt, es könnte sein. Hat sie das gesagt? Wegen 1975 bestimmt nicht. Die Organisation, der Sklave, hat in den letzten zwei Jahren den Gedanken selbst über 1975 gegeben. Der Sklave hat nirgends gesagt, ich bin mir nicht sicher über das Jahr 1975. Allein in 163 000 Büchern wird dieses Thema in Deutschland zur Diskussion gestellt und in 2 Millionen Büchern in englisch. Als der Sklave ein intensives Studium anstellte und es dann veröffentlichte, hat er bestimmt keinen Zweifel gehegt oder daran gedacht, sich zu blamieren, wenn es nicht stimmt. Und wenn du nun daran glaubst, warum vertrittst du den Gedanken nicht bis zur letzten Konsequenz? Die Organisation sagt in dem Buch S. 30 nicht, es könnte sein, sondern gemäß dieser zuverlässigen Bibelchronologie werden 6000 Jahre 1975 enden. Zu der Frage, ob Harmagedon dann vorbei ist oder ob der Angriff Gogs vorüber ist heißt es dann, es könnte sein. Sagen wir nicht auch manchmal so, wenn uns einer etwas fragt? Ja, es könnte sein und meinen damit, es ist so. Wir wollen dann damit bezwecken, daß keine Sensation daraus wird. Daß der Sklave es so meinte, das können wir selbst nachlesen Wird von dem Satan gesagt, es könnte sein, daß er gebunden wird? Nein, er wird vor diesem Zeitpunkt gebunden sein. 1975 fängt die Sabbatruhe an! Somit ist es doch unmöglich, daß nach 1975 noch Harmagedon sein könnte! Wer hat denn dieses Stichwort 1975 gegeben? Der Sklave! Und sagen wir von diesem Sklaven nicht, daß er uns Speise zur rechten Zeit austeilt? Er ist zur rechten Zeit von Jehovas Geist dazu veranlaßt worden, uns diese Dinge klarzumachen!"
(Die Kürze der Zeit sollte deine Handlungen bestimmen. Traktat. WTG-Untergrundorganisation 1969)

1975: RUHETAG GOTTES UNBERECHENBAR, 1975 KEIN HARMAGEDON:
"Liebe Königreichsverkündiger! Nun haben wir schon wieder ein neues Kalenderjahr erreicht. Wir wissen, daß in der Mitte der 70er Jahre 6000 Jahre Menschheitsgeschichte ablaufen werden. Doch wissen wir, daß außerdem anscheinend parallel dazu noch eine andere Zeitperiode abläuft, nämlich die ersten 6000 Jahre vom 7000jährigen Ruhetag Gottes, der nach der Erschaffung Adams und Evas begann. Das Ende d i e s e r 6000 Jahre würde den Abschluß dieses Systems der Dinge bedeuten. Tag und Stunde d i e s e s Zeitpunktes kennen wir natürlich nicht und können wir auch nicht berechnen, wie wir heute die Menschheitsgeschichte berechnen können. Doch wir haben uns nicht für eine Anzahl Jahre oder ein bestimmtes Datum Jehova hingegeben. Wir haben die Ewigkeit im Sinn und dienen Ihm mit dieser Einstellung." (Untergrund-Königreichsdienst I/75)

DER ANSPRUCH DER WTG
"Da sein heiliger Geist auf die leitende Körperschaft dieser Organisation einwirkt, stimmt deren Rat mit seinem Willen überein."
(Der Wachtturm, 1. August 1956, S. 474, WTG Wiesbaden)

ZUR VERFOLGUNG DER WTG-FÜHRUNG IN DEN USA IM I. WELTKRIEG
Die WTG-Eingeständnisse von 1919
Wir möchten zuerst die bisherigen Eingeständnisse der WTG selbst zu dieser Sache lesen, sagt die Schrift uns doch:
"Zweierlei Gewicht und zweierlei Maß, die sind alle beide dem Herrn ein Greuel." Sprüche 20:10.
Der Wachtturm Nr. 7-8, Juli-August 1919 berichtet: "Im April 1917 traten die Vereinigten Staaten in den großen Weltkrieg ein. im Juni desselben Jahres wurde das sogenannte 'Spionagegesetz' aufgestellt … Unsere Brüder waren so sehr beschäftigt mit der Verbreitung der guten Botschaft. . ., daß sie nicht einmal Notiz nahmen von der Aufstellung des 'Spionagegesetzes'. Sie wurden angeklagt, sich diesem Gesetz entgegen vereinigt zu haben … Nichtsdestoweniger wurden sie vor den District Court der Vereinigten Staaten gestellt und am 21. Juni 1918 zu zwanzig Jahren Gefängnis verurteilt, welche sie in der Strafanstalt Atlanta verbüßen sollten … Durch falsche Berichte ist in der Öffentlichkeit viel böse Stimmung gegen unsere Brüder gemacht worden. So hatten zum Beispiel Feinde der Wahrheit fälschlicherweise berichtet, unsere Gesellschaft habe einen mächtigen drahtlosen Apparat im Bethelheim aufgestellt, mit dem es möglich gewesen sei, Nachrichten über den atlantischen Ozean zu senden, und durch welchen die Gesellschaft in Verbindung mit dem Feinde gestanden habe. Dieser verleumderische Bericht wurde in der ganzen Welt veröffentlicht, er war aber von unaufrichtigen, unehrlichen Menschen verfaßt worden. Tatsache ist, daß es im Bethelheim zu keiner Zeit ein Instrument zur Aufgabe von Nachrichten gegeben hat. Als Bruder Russell noch lebte, hatte ihm ein Bruder einen Apparat zur Aufnahme von drahtlosen Nachrichten geschenkt, und zu der Zeit, als die Vereinigten Staaten in den Krieg eintraten, war er völlig unbrauchbar. Niemals war im Bethel-Heim eine drahtlose Nachricht aufgefangen oder aufgegeben worden. Das Instrument war praktisch genommen für niemanden von Wert, und im Frühjahr 1917 wurde es abmontiert. . . . Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese falschen Berichte bei der Verhaftung, Verfolgung und Einkerkerung unserer Brüder eine große Rolle spielten …" (S. 115-117)

Die WTG-Eingeständnisse von 1955
Der Wachtturm vom 15. Juni 1955 berichtet in einer "Neuzeitlichen Geschichte" der WTG und Zeugen Jehovas: "Später, im Februar 1918 leitete der geheime Armee-Nachrichtendienst der Vereinigten Staaten in New York Stadt eine Untersuchung ein über die Zentrale der Watch Tower Society in Brooklyn. Falsche Berichte waren im Umlauf, gemäß denen die Gesellschaft auf dem Bethelheim eine starke Funkanlage installiert gehabt hätte, die Botschaften über den Atlantik senden könnte und dazu benutzt worden sei, mit dem Feinde in Deutschland zu verkehren. Tatsache ist, daß Pastor Russell zu seinen Lebzeiten von einem Bruder einen kleinen E m p f ä n g e r für drahtlose Telegrafie geschenkt erhalten hatte. Ein Sender war nicht vorhanden. Niemals wurde irgendeine Botschaft vorn Bethelheim durch drahtlose Telegrafie g e s e n d e t. Dies war im Jahre 1915 gewesen, vor der Zeit des Rundfunks, als die drahtlose Telegrafie noch in ihren Kinderschuhen steckte. Im Jahre 1918, als zwei Beamte vom geheimen Arrnee-Nachrichtendienst durch das Bethel gingen, wurden sie auf das Dach geführt, und es wurde ihnen das Schutzdach gezeigt unter dem der drahtlose Empfangsapparat gewesen war, und darauf, in einem Lagerraum unten, zeigte man ihnen das wohlversorgte Instrument selbst. Mit unserer Zustimmung wurde der Empfangsapparat von diesen Militärpersonen fortgenommen."

Die WTG-Eingeständnisse von 1960
In dem WTG-Buch "Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben" 1960 dt. finden wir eine dritte WTG-eigene Darstellung: "Der geheime US-Armee-Nachrichtendienst in der Stadt New York führte eine Durchsuchung des Hauptbüros der Gesellschaft durch. Es war ihm angezeigt worden, die Gesellschaft sei aufrührerisch und stehe unter Verdacht, mit dem Feind in Deutschland Kontakt zu haben. Da sich die Vereinigten Staaten mit Deutschland und den Mittelmächten damals im Kriegszustand befanden, war dies eine schwerwiegende Anklage. Der Regierung der Vereinigten Staaten war die Falschmeldung gemacht worden, daß das Hauptbüro im Brooklyner Bethel eine Zentrale zur Nachrichtenübermittlung an die deutsche Regierung sei … Durch einen internationalen "Spionagering"? Nein, die Beschuldigung war sogar noch lächerlicher. Wie du weißt, waren bis zum

Jahre 1918, also volle vier Jahre vor der Zeit der Radiosendungen, in der ganzen westlichen Weit Fernsprechverbindungen und ein Telegrafendienst eingerichtet worden, und mit dem Jahre 1915 hatte man angefangen, mit drahtlosen Nachrichtenübertragungen zu experimentieren. Aber diese waren nicht zuverlässig und drahtlose, verschlüsselte Nachrichten konnten noch nicht auf größere Entfernungen gesandt werden. Im Jahre 1915 hatte jemand Bruder Russell ein kleines Empfangsgerät gegeben. Obwohl er selbst nicht sehr daran interessiert war, hatten doch andere Personen im Hauptbüro im Bethel eine kleine Antenne auf dem Dach des Bethel angebracht, um zu versuchen, Botschaften aufzufangen, doch ohne viel Erfolg. Im Jahre 1918 wurde das Empfangsgerät in einem Schrank abgestellt. Zu keiner Zeit wurden Botschaften von Bethel ausgesandt. Als im Jahre 1918 zwei Leute vom Armeegeheimdienst durch das Bethel gingen, nahm man sie mit auf das Dach und zeigte ihnen wo der Empfänger gestanden hatte. Dann zeigte man ihnen das Empfangsgerät selbst, das verpackt weggestellt worden war. Die Brüder waren sogleich einverstanden, daß die Armeeleute den Empfänger mitnahmen und die Antenne beseitigten. Es war offenkundig, daß keiner dieser beiden Gegenstände lange Zeit benutzt worden war." (S. 76)

Die WTG-Stellungnahme von 1973
Im Jahre 1970 wurde in der DDR und in der BRD ein Buch veröffentlicht "Die Zeugen Jehovas. Eine Dokumentation über die Wachtturmgesellschaft", Urania-Verlag LeipzigJena-Berlin Hierin wurden die Spionage- und Geheimdienstverwicklungen der WTG im ersten Weltkrieg an Hand der WTG-Eingeständnisse von 1955 und 1960 erstmals näher untersucht. Offensichtlich dadurch in die Enge getrieben veröffentlichte die WTG im "Jahrbuch 1973" eine vierte Stellungnahme dazu. Wir lesen.

"In diesem Land wurden lügnerisch, entstellte Nachrichtenberichte in Umlauf gesetzt. Zum Beispiel berichtete die Zeitung Northern Echo: Die Bundesbehörden haben heute im Bethelheim, in der Zentrale der Internationalen Bibelforscher-Vereinigung an der Columbia Heights in Brooklyn, eine Razzia gemacht und dort ein starkes Funkgerät beschlagnahmt Das Grundstück liegt am New Yorker Hafen. Ein anderer Bericht fügte hinzu: 'Das Gerät sollte vermutlich zur Verbindung mit dem Feind benutzt werden'… Aber wie verhielt sich die Sache in Wirklichkeit? Tatsachengemäß wurde sie in Ausgabe vom 8. März der Zeitschrift Electrical Review folgendermaßen berichtet: 'Verbotenes Funkgerät - Reuter berichtet, daß die Bundesbehörden in New York das Tower-Gebäude am Lower Broadway besetzt haben, wo ein Funkgerät entdeckt wurde, das stark genug ist, um Nachrichtenverbindung mit Deutschland herzustellen. Dieser Funkapparat befand sich im Besitz eines gewissen Richard Pfund, ehemals Direktor der Telefunkenwerke in Tuckerton und Sayville. Obwohl der Apparat nicht angeschlossen war, erklärten Experten, er könne innerhalb einer halben Stunde in Gang gesetzt werden. Als Pfund darüber befragt wurde, erklärte er, er experimentiere für die amerikanische Kriegsmarine. Die Richtigkeit dieser Erklärung wurde später nachgewiesen. Aber die Behörden stellen jetzt weitere Untersuchungen ein.' Das Tower-Bürogebäude am Lower Broodway in Manhattan war vom Bethel an der Columbia Heights in Brooklyn weit entfernt, sowohl geografisch als auch phonetisch und in jeder anderen Hinsicht. Da der Bericht aus New York stammte und von einem erfahrenen Korrespondenten der Central News Agency geliefert wurde, beschrieb Rutherford die Angelegenheit richtig, denn als Erwiderung telegrafierte er an Hemery in London: 'Berichte über Razzia auf Funkgerät böswillig falsch'." (S. 106, 107). J. F. Rutherford war WTG-Präsident und Jesse Hemery WTG-Zweigdiener in England.

1919,1955,1960,1973 - was ist die Wahrheit?
Wer die Eingeständnisse von 1919, 1955 und 1960 mit der Stellungnahme von 1973 vergleicht, stellt nicht nur schlechthin einen Widerspruch fest. Die WTG-Stellungnahme von 1973 stempelt die WTG-Eingeständnisse von 1919, 1955 und 1960 unter Berufung auf einen ominösen "erfahrenen Korrespondenten", der "aus New York" sei, glattweg zur Lüge. Denn es wird jetzt mit diesem Korrespondenten auf einmal "bewiesen", daß es sich bei der fraglichen Geheimdienst-Razzia um ein Tower-Bürogebäude im Lower Broadway und nicht um das WTG-Bethel in der Columbia Heigths gehandelt habe! Demnach seien die WTG-eigenen Geschichtsdarstellungen bis 1960 hierüber Fälschungen. Der US-Geheimdienst habe ganz woanders zugegriffen.

Offensichtlich hatte es die ganzen Jahre niemand gewagt, es mit der WTG in dieser Frage von Spionage- und Geheimdienstverwicklung aufzunehmen - Wie es in diesen Jahren, soweit bekannt, auch kaum unternommen wurde, bei der WTG einmal politisch hinter die Kulissen zu leuchten. Vielleicht aus Furcht. Lassen die Stellungnahmen der WTG doch durchblicken, daß man in den USA selbst später kein Interesse mehr daran hatte, hierin tiefer öffentlich herumzurühren, die Sache niederschlug und die "Untersuchungen einstellte". Wer wollte, sich da "die Finger verbrennen"? Erstmals in der genannten Dokumentation "Die Zeugen Jehovas" von 1970 wurde hier hinter die Kulissen geleuchtet. Es steht außer Frage, daß die WTG-Stellungnahme von 1973 die Reaktion auf diese Dokumentation und ihre Untersuchungen dieser Verwirklichungen der WTG ist. Die Art der WTG-Stellungnahme von 1973, alles abzustreiten, abzulenken auf andere, und wenn dadurch die eigenen früheren Eingeständnisse zu Fälschungen werden, läßt erkennen, daß die WTG ins Schwarze getroffen wurde. Sie kann nicht nur keine weitere Diskussion ihrer Andeutungen, Einlassungen und Eingeständnisse von 1919, 1955 und 1960 mehr zulassen Denn eines würde das andere ergeben. Sie muß diese Frage aus der Welt schaffen. Jede Diskussion muß ein für alle mal abgewürgt werden. Als ob sie nie etwas mit solchen Verwicklungen zu tun hatte, als ob es irgendwen anders betroffen halte, mit Bezug auf sie jedoch alles "böswillig falsch" sei. Sie kann nicht weiter zulassen, daß in ihren Spionage- und Geheimdienstverwicklungen von 1918 langer herumgebohrt wird. Wo soll das enden? Das ist ganz offensichtlich der Zweck der Ableugnung und Ablenkung seit 1973. Doch wer die bisherigen WTG-Stellungnahmen liest, kann beinahe ohne jeden Kommentar erkennen, was hier Sache ist.

Der bisherige erkennbare Sachverhalt
Es steht außer Zweifel, daß die WTG zu ihrer 1973-Stellungnahme durch die Untersuchungen in der genannten Dokumentation "Die Zeugen Jehovas" von 1970 veranlaßt wurde. Ein Anzeichenbeweis dafür liegt in dem Umstand, daß sie auf Tuckerton und Sayville eingeht, die beiden Funkstationen im Zusammenhang mit dem "Geschenk" eines Funkapparates 1915 an WTG-Präsident C. T. Russell. Nie zuvor war sie auf diesen Punkt eingegangen. Erst nachdem in der genannten Dokumentation von 1970 ihr dies erstmalig vorgehalten wurde, gab sie den Zusammenhang zu. Die Ablenkungen auf ein Tower-Gebäude in einer anderen Straße sind zu durchsichtig. Nur ein Einfältiger kann annehmen und glauben, daß die geografische, phonetische und sonstige Entfernung "in jeder anderen Hinsicht" zwischen einigen Straßen in New York, hier irgendeine Bedeutung hat außer der, zu bagatellisieren, zu verwirren, wurde doch bereits zuviel zugegeben und eingestanden. Was ist nun bisher erkennbar?

Im 1919-Bericht ließ J. F. Rutherford erklären, man sei 1917 so beschäftigt gewesen, daß man nicht einmal Notiz nehmen konnte von der Aufstellung des Spionage-Gesetzes. Was für "süße Worte zur Täuschung der Herzen der Arglosen" (Römer 16:18). Denn nach vielen Jahren gab die WTG in ihrem Buch "Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben" S. 79 folgendes zu diesem Punkt zu: "In einem Bericht, den Richter Rutherford in späterem Jahren schrieb, gab er eine Bemerkung wieder, die General James Franklin Bell, Kommandant von Camp Upton, Lang Island, New York, ihm gegenüber gemacht hatte. Bell hatte Rutherford von einer im Jahre 1917 erfolgten Konferenz von Geistlichen in Philadelphia, Pennsylvanien, erzählt, die ein Komitee ernannt hatte, das nach Washington D. C. gehen sollte, um eine ihnen genehme Änderung des Spionagegesetzes zu erwirken." WTG-Präsident war 1917 also sehr wohl auf dem Laufenden über das Spionagegesetz. Sogar über bevorstehende Änderungen wurde er vertraulich aus höchsten Militärkreisen informiert! Kommen wir als nächstes zur Bedeutung jener Geräte für "drahtlose, verschlüsselte Nachrichten", im ersten Weltkrieg, wie C. T. Russell eines 1915 laut WTG-Bericht von 1960 erhielt. Jemand, der es wissen muß, der ehemalige Leiter des USA-Geheimdienstes, A. W. Dulles, schreibt in seinem Buch "Im Geheimdienst" (Econ-Verlag Düsseldorf-Wien 1963), S. 42: "Der Erste Weltkrieg brachte jedoch eine Reihe von Erneuerungen auf dem Gebiet der Spionage. Eine davon war der Gebrauch von Radiosignalen zur Nachrichtenübermittlung in Kriegszeiten, damit bot sich die Möglichkeit, Nachrichten von ungeheurer taktischer und wohl auch strategischer Tragweite zu erlangen, indem man die Radiosignale auffing und die geheimen Codes und Chiffren entschlüsselte."

Kommen wir nun zu dem 1973-Eingeständnis bezüglich Tuckerton und Sayville, womit die WTG die Angaben, in der genannten Dokumentation "Die Zeugen Jehovas" von 1970 nur bestätigt. Siehe die Abschnitte "Was verbarg sich hinter der Übertretung des Spionagegesetzes?" und "Die mysteriöse Funkanlage im WTG-Hauptbüro in Brooklyn, New York". Die Angaben hierin in Zusammenhang mit dem 1973-Bericht der WTG ermöglichen nunmehr folgendes Bild.

C. T. Russell erhielt das fragliche Gerät in der Kriegszeit im Jahre 1915. In diesem Jahr hatte die USA-Regierung die zwei Funkstationen in Tuckerton und Sayville beschlagnahmt, die vornehmlich der deutsch-amerikanischen Finanzgruppe Warburg und Co. für unkontrollierte Verbindung mit Deutschland dienten. In Deutschland war einer der Gebrüder Warburg Geheimdienst-Chef. Ein anderer war maßgeblich in der deutsch-amerikanischen Schiffahrts-Verbindung tätig. Der "Bruder", der C. T. Russell das Gerät schenkte, also der Eigentümer, war demnach der ehemalige Direktor von Tuckerton und Sayville, der offenbar durch die Beschlagnahme der beiden Stationen seinen Posten verlor. Die Aussage des Richard Pfund, er habe für die amerikanische Kriegsmarine experimentiert, fügt sich genau in diese Verbindungen Man beachte die WTG-Hervorhebung, daß vom Bethel aus mit dem Gerät niemals g e s e n d e t wurde, während das Auffangen von Nachrichten zugegeben wurde, "wenn auch als ohne viel Erfolg". Auf jeden Fall heißt das, das Gerät hat mit Erfolg im Bethel gearbeitet. Noch dem 1919-Bericht bis 1917, nach dem 1960-Bericht bis 1918, erst dann sei es "abgestellt" worden. 1917 waren die USA nun in den Krieg eingetreten. Damit wurden in den USA die Finanzkapitalisten Warburg u. Co. entmachtet, die gegen diesen Kriegseintritt waren wegen ihrer Verbindungen mit Deutschland. Paul Warburg wurde aus seiner Regierungsfunktion (Bundesreservat der USA) zum Rücktritt gezwungen Die Verhaftung von Dr. Bünz, Generaldirektor der Hamburg-Amerika-Schiffahrtslinie im April 1918 und seine Einlieferung ins Zuchthaus Atlanta zeigt daß auch die Spionageverbindungen der Warburg noch Deutschland, wo einer der Gebrüder Geheimdienst-Chef war, aufgerollt wurden. Das war offenbar der Hintergrund auch für die US-Geheimdienst-Razzia im Frühjahr 1918 im Bethel-Heim, der WTG-Hauptzentrale in Brooklyn, wo dann das Funkgerät beschlagnahmt wurde. USA-Richter Harland B. Howe, der Dr. Bünz ins Zuchthaus einlieferte, ließ kurz danach, am 8. Mai 1918, auch die WTG-Führer mit J. F. Rutherford verhaften und ins gleiche Zuchthaus nach Atlanta bringen.

Keine Verfolgung um des Glaubens willen
Es widerfuhr der WTG-Führung hier nicht das Geringste um des christlichen Glaubens willen. Sie haben (J. F. Rutherford und sechs seiner Mitarbeiter) selbst im Zuchthaus volle Religionsfreiheit gehabt, wie der 1919-Bericht beschreibt. Sie haben dort religiöse Veranstaltungen durchfuhren können, an denen bis zu 90 Personen einschließlich einiger Gefängnisaufseher teilnahmen! Um des Glaubens willen wurden sie niemals verfolgt, darum ist es überhaupt nicht gegangen. Das wird nachträglich nur so hingedeutet, weil die Wahrheit vertuscht werden muß. Es heißt im WTG-Bericht von 1919 dazu eingestandenermaßen sehr richtig: "Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese falschen Berichte (wie die Berichte über die Spionage- und Geheimdienstverwicklung mit dem Funkgerät bezeichnet werden, Anm.) bei der Verhaftung, Verfolgung und Einkerkerung unserer Brüder eine große Rolle spielten." Nur zu beflissen und schuldbewußt wurde 1918 das Bethel-Funkgerät dem amerikanischen Armee-Geheimdienst übergeben. Nein, es ging nicht um den Glauben. Im Hintergrund spielten ganz andere Dinge.

PLATZ I IN DER RANGFOLGE GEBÜHRT DER WTG
Rangfolgeprobleme erweisen sich oft als überaus schwierig. Zumal dann, wenn auf einem Ersten oder Zweiten Blick nicht ohne weiteres erkennbar wird, welche Maßstäbe christlichen Gesinntseins erforderlich sind, um Rangfolgen überhaupt festlegen zu können. Probleme ergeben sich besonders dann, wenn Randinformationen, echte Vergleichswerte, fehlen bzw. nicht herangezogen wurden. Ohne Tatsachen sind keine Maßstäbe zu begründen. Man wird uns zustimmen, wenn wir sagen, daß Gott nicht zum Lückenbüßer gemacht werden darf, wenn irgendwie noch Unklarheiten bestehen sollten. Zwangsläufig ist damit die Wahrheitsfrage aufgeworfen, die Lauterkeit unserer christlichen Gesinnung in die Probe genommen. Daß Lauterkeit nicht vor der eigenen Tür endet, das dürfte unter Christen unbestritten sein.

Wir gehen davon aus, daß CV kein göttliches Privileg zur alleinigen Wahrheitsfindung hat, andere Christen bzw. die WTG davon ausgeschlossen wäre. Nein, dem ist nicht so. Was CV kann, das kann grundsätzlich auch die WTG. Die Frage ist nur, warum bedient sich die WTG nicht der "Möglichkeiten Gottes", wenn z. B. der "Verfall anderer Kirchen" im WT zur Sprache kommt?

Ganz gegenständlich und unverwechselbar meinen wir folgendes: "Vergleicht man die Angaben im 1975 'Britannica Book of the Year" mit denen der Bände für 1974 und 1973, zeigt sich, daß die Zahl der Mitglieder der römisch-katholischen Kirche, der orthodoxen Kirche und der protestantischen Kirchen weltweit in nur 2 Jahren um 80 041 050 gesunken ist" (WI 17/1975, S. 515). Die Überschrift dieses Artikels heißt:

"Millionen haben die Kirchen verlassen, solltest du es auch tun?"
"Millionen Menschen sind zu dem Entschluß gekommen, daß es keinen Zweck mehr hat, und haben deshalb die Kirchen verlassen. Solltest du das gleiche tun? . . ." (S. 516) Und weiter:
"Wohin kann sich jemand wenden, um sein Bedürfnis nach geistigen Dingen zu befriedigen, wenn er dem Rat der Bibel folgt, indem er aus seiner Kirche austritt?'

Wir haben diese "Aufforderung" so verstehen müssen, als habe sie volle Geltung uneingeschränkt auch für Jehovas Zeugen. Denn im Vergleich zu den anderen Kirchen der Christenheit haben mehr Zeugen ihre WTG verlassen als Christen ihre Kirchen. Millionendicke Zahlen können nur augenwischend diese Tatsache verdecken. Kirchenaustritte wertet die WTG als biblische Entscheidung, siehe Zitat, als Gradmesser des Verfalls an Christlichkeit in den anderen, diesen Kirchen. Gewogen und zu leicht befunden, führt doch entsprechend diesen Grundsätzen die WTG in der Rang- und Reihenfolge des christlichen Verfalls auf Platz 1. Kein Wort davon steht so in diesem WT-Artikel, das ist zutreffend. Um diese ungeschminkte Wahrheit zu entdecken, muß man zuerst die Schicht der Schmähungen und "Haltet den Dieb"-Parolen durchstoßen. In dieser Lauterkeit des Ansinnens nähert man sich der Wahrheit prüfbarer Tatsachen, ohne den Pomp falscher Zahlen, ohne Tand und Augenwischerei. Demütig nähern wir uns der Wahrheit.

Die drei großen Kirchen verloren in 2 Jahren (1973-74) 80 Millionen ihrer Mitglieder. Das war der erste Satz, den wir uns festhalten wollten. Hoffentlich hat Br. F. Franz berücksichtigt, daß die 3 genannten Kirchen ca. 877 Millionen Mitglieder in ihren Reihen verzeichnen. Damit ist deren Mitgliederstand 517 mal größer als die Verkündigerzahl der WTG. Das Zahlenverhältnis lautet hier: 877 Mill, zu 1,7 Mill. im Jahre 1973. In diesem Jahr 1973 verlor die WTG 117 000 ihrer Verkündiger durch "Gerda" (Gemeinschaftsentzug) bzw. "Fernbleiben" der betreffenden Zeugen. 40 Mill. Mitglieder durchschnittl. verloren die drei großen Kirchen in diesem schwarzen Jahr.

Die WTG-Verluste überwiegen damit um ca. 40 000 Verkündiger die Verluste der drei großen Kirchen, wenn das gemeinsame "100 %-Niveau" der zu vergleichenden Organisationen bestimmt wird. 40 Mill. : 517 =: 77 000. 877 Mill. : 517 = 1,7 Mill. 77000 Verluste ca. hätte die WTG demnach haben dürfen.

Der Vergleich lautet hier: 40 Mill. Verluste zu 77 000 Verluste bei 877 Mill. Mitgliedern zu 1,7 Mill. Verkündigern der WTG. Danach verlor die WTG ca. 40 000 Verkündiger mehr, das sind 52%. Ein Rechenkunststück ist damit nicht produziert. Was so schwierig erscheint, ist grundeinfach in der Überlegung. Allerdings gehört eine kleine "Eckzahl" in das Einmaleins unseres Prüfens, um das Wahre festhalten zu können. Es ist die Ausgangsgröße 517, weil die Kirchen 517 mal größer sind wie gezeigt. Da der WT keine Zahlenangaben bzw. Mitgliederstärke der "drei großen Kirchen" mitteilt, muß man diese Zahlen aus Nachschlagewerken mühsam ermitteln, Alles weitere reduziert sich dann auf einen reinen Rechengang, nichts weiter. Dann lösen wir ganz schulmäßig, wie wirs gelernt haben, die Aufgabe, redlich die Wahrheit zu erforschen. Bruder WT-Autor, Bruder F. Franz, warum habt ihr euch dieser geringen Mühe nicht unterziehen können oder wollen?

Niemand zwingt euch, einen Artikel wie den genannten "Millionen-Artikel" zu schreiben und gar noch zu drucken. Denn ihr habt doch aufgefordert, die WTG wegen des Verlustes an Christlichkeit zu verlassen. Sicher, den "drei großen Kirchen" habt ihr diesen Verfall schlicht und einfach unterschoben. Was tut ihr aber, wenn der Verfall der WTG viel schwerer wiegt, den nackten Zahlen nach um 40 000 Verkündiger = 52 % ! Könnt ihr wirklich meinen, daß nur und einzig durch CV diese Wahrheit über die WTG zu ermitteln ist. Wir müssen doch nicht den Zeigefinger erheben. Aber dieser WT-Artikel in Nr. 17/1975 enthüllt die Struktur eurer geistigen Selbstverlogenheit oder des Betruges an den Brüdern. Brüder in Schlüsselstellungen der WT-Gesellschaft müssen wir auch nicht belehren. Einem Vizepräsidenten der Gesellschaft müssen wir auch nicht sagen und erklären, wie das Abfallprodukt von Selbstverlogenheit und Bruderbetrug heißt. Schlicht und einfach fällt, wenn Dummheit ausgeschlossen werden muß, eine Zerstörung der Grundlagen des christlichen Glaubens heraus. Eine Todsünde, die ihr sonst immer nur bei anderen Christen und Kirchen seht, über die ihr euch nicht genug den Schnabel zerreißen könnt - ihr seid die Sünder. -
W. D.

BEITRAG ZUM DIENST AM WORT ALS FREIER CHRIST (5)
So spricht der Herr: "Wenn ihr in meinem Worte bleibt, seid ihr in Wahrheit meine Jünger; und ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird. euch freimachen". Joh. 8, 31, 32

Die letzten beiden Beiträge behandelten die Seligpreisungen des Herrn Jesus nach Matth. 5, 3-9. Daraus war zu erkennen, daß die Seligpreisungen 1-4 Voraussetzungen nennen, die geeignet sind, ein offenes Ohr für die frohe Botschaft (das Evangelium des Christus) zu haben und der Einladung zur Nachfolge Jesu Christi Folge leisten zu können. Die Seligpreisungen 5-7 sind bereits mit Charakterzügen gekennzeichnet, die es zu erlangen gilt, um Christusähnlichkeit nachzuweisen. Der Rest der noch genannten Seligpreisungen offeriert die Folgen, die es zu ertragen gilt und sich darin zu bewähren, weil der Lohn, die Erfüllung der Hoffnung nach der Verheißung Gottes, davon abhängig ist.

Verfolgung der geistlichen Armen, warum?
Die Beantwortung der Frage ergibt sich einfach aus der Tatsache der Unterschiedlichkeit des Charakters (der Gesinnung) zwischen den Verfolgten und den Verfolgern. Um diesen Unterschied klar definieren zu können, muß man zunächst einmal wissen, wen oder welche Gruppe von Menschen der Herr als Verfolger seiner Getreuen ansieht. Diese Frage ist es, die Ungereimtheiten in dieser Beziehung aufkommen läßt und oft ganz falsche Betrachtungsweisen. Logik und gesunder Menschenverstand (Unvoreingenommenheit) ermöglichen es, sich zweckmäßig mit den Zusammenhängen auseinanderzusetzen. Also suchen wir die richtigen Antworten auf die Fragen: 1. Welche Anhänger Jesu Christi werden verfolgt? 2. Welche geistlichen Verfechter haben ein Interesse daran? 3. Worin liegt das Motiv der Verfolgung Die Antworten sind verblüffend einfach und schlagen so mancher "Märtyrer"-Theorie ins Gesicht.

Die Sendung des Gottessohnes als Befreier von den Folgen der Sünde erfolgte zugunsten des auserwählten Volkes Gottes (der Juden).
Er sagte von sich selbst: "Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel." (Matth. 15, 24). Den Anlaß zu diesem Ausspruch nahm der Herr aus einer Betrachtungsweise über das störrische Denken und Verhalten des Volkes wegen des sektiererischen und christusfeindlichen Einflusses der Schriftgelehrten und Pharisäer. Diese Feststellung ist die Basis der Beantwortung der zuletzt aufgeworfenen Fragen. Deutlicher wird es noch, wenn man sich erinnert, was im Johannes-Evangelium, Kapitel 1, in den Versen 11-13 geschrieben steht: "Er kam an das Seine und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Soviele ihn aber aufnahmen, denen gab er Anrecht darauf, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, welche nicht aus Blut noch aus Fleischeswillen noch aus Manneswillen, sondern aus Gott gezeugt sind." Diese kurze Klarstellung genügt bereits, die aufgeworfenen Fragen beantworten zu können.

Welche Anhänger Jesu Christi werden verfolgt? Das Schriftzitat aus dem Johannes-Evangelium gibt in Übereinstimmung mit den Seligpreisungen die Antwort. Es sind die, die aus Gott gezeugt sind im Gegensatz zu denen, die aus Fleischeswillen (erworbene Gelehrsamkeit) oder aus Manneswillen (natürliche Vererbung der Verheissungsträgerschaft) gezeugt wurden. Kurz, es sind die geistlich Armen, die Unvoreingenommenen (die Reinen im Herzen).

Welche geistlichen Verfechter haben ein Interesse daran? Auch diese Frage beantwortet das vorgenannte Schriftzitat. Es sind die Schriftgelehrten und Pharisäer in ihrem Heuchlertum Sie fühlen sich den anderen Volksschichten gegenüber erhaben und erheben Anspruch darauf, sie zu beeinflussen, zu bevormunden und zu beherrschen. Sie sind eifersüchtig auf alle, die aus eigenem Herzensantrieb ihrem Heiland ergeben sind und seine Ratschläge befolgen, d. h. ihrer Bevormundung und Belehrung nicht bedürfen oder gar ihre Scheinheiligkeit durchschauen. Das war das "Verbrechen", dessen sich Jesus Christus schuldig gemacht hatte.

Seine Verfolgung und Beseitigung kam nicht von den heidnischen, weltlichen Herrschern, sondern von den obersten geistlichen Führern, die vorgaben, den engsten Kontakt mit Gott zu haben, seine autorisierten Sprecher zu sein und seine Interessen zu vertreten.

Diese Tendenz ist auch in der Folgezeit festzustellen. Die grausamsten Greueltaten an den wirklichen Gläubigen und Anhängern des Herrn wurden immer von denen verübt oder angezettelt, die sich als privilegierte Vertreter Gottes und Diener Christi auf Erden ausgaben. Wenn heute die Gewaltverbrechen dieser Art auch nicht mehr möglich sind, so ist doch das Rivalentum im geistlichen Führungsanspruch noch erhalten und Verfolgungen derer, die in Reinheit des Herzens dem Herrn nachfolgen wollen, noch oft genug der Fall. Ein typisches Beispiel dürfte die Haltung der Führerschaft der Zeugen Jehovas sein, die nicht müde wird, sich mühende, wahre Gotteskinder zu verleumden, zu bekämpfen und kaltzustellen.

Worin liegt das Motiv der Verfolgung? Die Beantwortung dieser Frage klingt schon in dem bisher Geschriebenen mit an. Das Motiv der unerbittlichen Verfolgung der Reinen im Herzen (geistlich Armen), die viel schneller in der Lage sind, "Früchte des Geistes" (der Gesinnung Jesu Christi) zu bringen, ist eitler Ehrgeiz und Machthunger. Das sind Eigenschaften, die einer christlichen Gesinnung und Wegbeschreitung widersprechen. Deshalb täuschen die Verfolger auch darüber hinweg, indem sie von sich behaupten, einzig in der Lage zu sein und den Weg weisen zu können, Christentum noch dem Willen Gottes zu praktizieren. Jedoch ihre Praktiken strafen sie Lügen. Deshalb drehen sie den Spieß um und behaupten, daß gerade die aufrichtigen Nachfolger Jesu im Bunde mit dem Teufel sind. So erging es dem Herrn selbst, und wer sich an ihn hält, hat nichts anderes zu erwarten.

Die eingangs genannte Seligpreisung galt denen, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden. Was für eine Gerechtigkeit Natürlich geht es wieder um die Gerechtigkeit Gottes als Grundsatz der frohen Botschaft. Sie kommt voll in dem Leittext dieser Beiträge (Joh. 8, 31-32) zum Ausdruck Daraus ergibt sich die Konsequenz, nämlich: Wer nicht des Herrn Wort annimmt und darin bleibt, kann nicht sein Jünger sein. Folglich wird er nicht die Wahrheit erkennen und auch nicht von der Last der "Sünde zum Tode" befreit. Kurz, die Gerechtigkeit Gottes birgt den verheißenen Lohn für den Glauben an den Gottessohn und versagt ihnen denen, die nicht hören und glauben wollen. Demzufolge muß und wird sich jeder am Ende enttäuscht wiederfinden, der abweichend von den Belehrungen des Herrn sein Glück in Bezug auf Teilhaberschaft am Reiche Gottes machen wollte.

Jesus steigert sich in der Fortsetzung des Gedankens der Verfolgung um der Gerechtigkeit willen, wie es in Matth. 5, 11-12 heißt: "Selig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Arge wider euch reden um meinetwillen und damit lügen. Freuet euch und frohlocket, weil euer Lohn groß ist in den Himmeln. Denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch dagewesen sind."

Damit spricht der Herr selbst aus, was vorher hier erläutert wurde. So zeigt sich wieder einmal mehr, wie einfach und verständlich das Wort des Herrn ist, wenn, ja wenn man nicht mit vorgefaßten Meinungen und Vorstellungen infiziert und belastet ist. Aber es muß auch das Wort des Herrn sein, das man liest und betrachtet. Bücher und Zeitschriften, Abhandlungen und Vorträge können nur Hilfsmittel und Anreiz sein, um sich an Hand des Wortes Gottes (der Bibel) einen eigenen Standpunkt zu erwerben und damit zum wahren Glauben zu kommen. Es lohnt sich, darüber nachzudenken, was die Grundlage allen Glaubens ist. Es zeigt sich nämlich immer wieder, daß sympathisierende Zustimmung zu fremden Darlegungen und selbst erworbene innerste Überzeugung zweierlei ist und auch unterschiedliche Auswirkung hat.

Das Evangelium vom Christus ist zu ernst, zu schön und zu hoffnungsvoll, um sich zu verhängnisvollem Irrtum verleiten zu lassen. Unsere Zeit gehört demselben Zeitalter an, das mit dem Tode des Herrn eröffnet wurde. Und die Hoffnung, die wir hegen dürfen, daß sie sich an uns erfüllt, wenn wir glauben, ist um keinen Deut geringer als zur Zeit der Apostel und danach. Deshalb kann unsere Betrachtung zur Glaubensgewinnung und -stärkung auch nur Gottes Wort sein, und ganz speziell das des Herrn und seiner einzig autorisierten Apostel. Jeder darüber hinausgehende Autoritätsanspruch und seine Gewährung hieße am Ziel vorbeigehen. -
Bis bald beim nächsten Beitrag in CV.

ZUSCHRIFTEN / INFORMATIONEN /BERICHTE
Dauer einer Generation bis zu 150 Jahren!
1975 ist nichts passiert und die 1914-Generation sinkt enttäuscht ins Grab. Die Betroffenen haben meist kaum noch die Kraft, um die Auseinandersetzungen durchzustehen, die es bedeutet, es mit der WTG wegen ihrer 1975-Falschverkündigung aufzunehmen. Sie ziehen sich oftmals still zurück. Dann ist die WTG schon zufrieden. Mögen die Alten aussterben, die 1914 bewußt erlebt haben. Umso weniger können gegen die WTG aufstehen, wenn sie nun noch 1975 eine neue Generation in Angriff nimmt. Etliche Betroffene haben es jedoch noch nicht aufgegeben, obwohl deutlich zu erkennen ist, wie die WTG längst dabei ist, auf die nächste Generation zu verschieben. Sie glauben ein letztesmal an einen nur "geringen Verzug", vielleicht um ein bis zwei Jahre. Jüngere aber, die ihr Leben noch nicht eine ganze Generation der WTG gefolgt sind, die also nicht unmittelbar altersmäßig betroffen sind, die noch mitten im Leben stehen, für die es also ruhig nochmals weitergehen kann, sie beginnen an manchen Orten zu spekulieren. Sie verbreiten, vielleicht sei unter einer Generation etwas ganz anderes zu verstehen, eine viel längere Zeit. Im Kaukasus würden Menschen heute noch bis zu 150 Jahre alt. Vielleicht müsse man ein Menschenalter nicht mit 70-80 Jahren ansetzen, sondern doppelt so lange, wie es im Kaukasus möglich sei. Leichtfertig übergehen sie die Schrift, die unmißverständlich ein Menschenleben mit "siebzig und wenn es hoch kommt, achtzig Jahren" bestimmt. Psalm 90:10. Weiter übergehen sie leichtfertig, daß Christus selbst demonstrierte, daß - mit der Ankündigung des Endes Jerusalems im Jahre 70 - eine Generation etwa 30 Jahre währt, mit 1975 daher seit 1914 schon die zweite Generation heute ins Grab sinkt. Als ernster Christ kann man aber nicht auf solche Spekulationen verfallen. Sie sind eher Anzeichen für den Geist der Leichtfertigkeit und Oberflächlichkeit mit Bezug auf die Bibel, durch die Führung des Wachtturm. Man klammert sich an Spekulationen und hält sich damit weiter hin. Was die Schrift zum Ausdruck bringt, ist demgegenüber völlig unmaßgeblich. - Aus dem Bezirk Frankfurt.

Es ist schwer, der WTG etwas nachzuweisen, sie zu überführen
Aus der WT-Versammlung Frankfurt/M.-Bockenheim (BRD) wurde das Literatur-Inventar-Verzeichnis vom 1. Sept. 1965 (bei 133 Verkündigern) übermittelt. Literaturdiener Fritz Theuser, Rechnungsdiener Elisabeth Gundel und Versammlungsdiener Rudolf Pfitter bestätigen darin, daß in der Versammlung z. B. vom WT-Buch "Die Harfe Gottes" von 1922 bis zum WT-Buch "Das Königreich ist herbeigekommen" von 1944 kein einziges Belegexemplar mehr vorhanden ist, von den Bänden "Schriftstudien" aus der WTG-Zeit davor ganz zu schweigen. Diese Bände werden von der WTG in ihren Vordrucken schon gar nicht mehr aufgezählt! So ist es dieser Versammlung gar nicht mehr ohne weiteres möglich, frühere Falschlehren der WTG und andere Irreführungen der Öffentlichkeit, nachzuweisen. Aus New York, USA, wurde in diesem Zusammenhang mitgeteilt, daß die WTG in allen bedeutenden Antiquariaten sämtliche abgegebene alte WTG-Literatur aufkaufen und aus der Öffentlichkeit verschwinden läßt. Das betrifft u. a. das Antiquariat "Strand" in New York.
In christlicher Verbundenheit
Eure Brüder und Schwestern
CV-Leitung Gera/Thür.
------------------------------------------------------------------
"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der Studiengruppe Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6. Preis: M 0,20. Jahresabonnement M 2,-. Versand auch kostenlos.
Kto.-Nr.: 4562-43-8015 bei Kreis- und Stadtsparkasse Gera

A 4019-77 V 7 1 2371

ZurIndexseite