Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 80
Diese CV-Ausgabe zitiert:
Anweisungen dieser Art sind
in der Tat die Waffe der WTG. In Ermanglung des Instrumentariums staatlicher
Diktaturstaaten, muß sie sich vorstehendem bedienen. Hätte die WTG Zugriff auf das
Instrumentarium staatlicher Diktaturstaaten. Es bestände kein Zweifel wie das in der Praxis aussähe: Zensur und Geheimpolizei würden eine nie
geahnte Blüte unter WTG-Regie erreichen.
Ungeachtet dessen, verstummt die Kritik an der WTG nicht. Sie kann und wird schon aus dem Grunde nicht
verstummen, weil ihr Anliegen berechtigt ist.
Bezüglich der Auseinandersetzung mit einem weiteren Artikel dieser CV-Ausgabe, siehe auch:
CV Christliche Verantwortung
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT
ist freie, christlich und menschlich
verantwortungsbewußte Information zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas
und ihrer Leitenden Körperschaft, der Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft, (WTG)
und-WTG-bedingten Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen
Entwicklung. Die Vielseitigkeit der Darlegungen in CV widerspiegelt diese Situation und
weist Wege zu ihrer Lösung. -
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.
Nr. 80 Gera März 1976
CV dringt unaufhaltsam durch -
Totschweigetaktik der WTG durchbrochen
Liebe Leser
Wer anordnet, "Christliche Verantwortung"
ungelesen zu vernichten, offenbart nicht nur seine Furcht vor dem Bekanntwerden dessen,
was in dieser Zeitschrift veröffentlicht wird. Er offenbart nicht nur seine Unfähigkeit,
der Wahrheit standzuhalten und sich ehrlich auseinanderzusetzen. Er muß sich auch an
gewisse Methoden der Inquisition des Mittelalters gegenüber angeblichen Ketzern und an
die nazistischen Bücherverbrennungen erinnern lassen!
Wie nichts anderes scheint die Informationschrift "Christliche Verantwortung" die WTG zu beunruhigen. Sie hat keine Hemmungen, zu dem berüchtigsten und verrufensten Mittel der Unterdrückung der Glaubens- und Gewissensfreiheit zu greifen, indem sie im Namen Gottes anordnet die Informationen der "Christlichen Verantwortung" ungelesen zu vernichten. Das WTG-Ostbüro in Wiesbaden, BRD, ist nunmehr offen dazu übergegangen, für die Untergrundtätigkeit in der DDR derartige Anordnungen zu geben. Es heißt in XI/75-2 für alle Untergrundaufseher: "Dieser Grundsatz, nicht mit einem solchen zu sprechen, gilt auch, wenn. Personen, die Spaltungen verursachen wollen, uns Lesestoff senden oder überreichen würden. Ihre Mitteilungen zu lesen wäre das gleiche, wie ihnen unser Ohr zu leihen. Wenn wir solche Personen nicht in unser Haus aufnehmen und sie auch nicht grüßen, wie könnten wir ihre schriftlichen Äußerungen zur Kenntnis nehmen wollen, auch nur informationshalber? Wie wir solche Personen abweisen, ohne mit ihnen zu sprechen, so vernichten wir auch ihre schriftlichen Äußerungen ungelesen, um nicht teilzuhaben an ihren bösen Werken. Auf sie trifft 2. Joh. 9-11 zu.
Jedermann weiß. daß mit dem "Lesestoff", der da zugesandt oder überreicht wird, mit den "Mitteilungen informationshalber" die versandte Informationsschrift "Christliche Verantwortung", CV, gemeint ist. Was können wir aus dieser Anordnung XI/75 erkennen? Erstens dies, daß die WTG-Totschweigetaktik. gegenüber CV von der CV-Wirksamkeit durchbrochen worden ist. Das WTG-Ostbüro sucht nunmehr schärfste biblische Verurteilungen hervor, um sie gegen das CV-Lesen anzuwenden, was jedoch nicht nur ein Bibelmißbrauch gegen CV ist, sondern zugleich ein skrupelloses Geschrei nach dem Motto "haltet den Dieb", um von dem eigenen Hinausgehen über die Schrift abzulenken! Hier ist der Text von 2. Joh. 9-11. Trifft er auf CV zu oder auf die WTG? Es heißt "Jeder, der darüber hinausgeht und nicht in der Lehre Christi verbleibt, der hat Gott nicht. Wer aber in der Lehre verbleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht mitbringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und bietet ihm auch keinen Gruß. denn wer ihn grüßt, macht sich an seinem bösen Treiben mitschuldig."
Wir fragen: Wo hat Christus gelehrt, daß die Zeit des Endes erst 1799 begann dann 1874. und dann 1914? Wo hat er gelehrt daß Harmagedon schon 1890 im Gange war, dann 1914, dann 1925, dann 1939/45, dann bis 1975 und nun wieder später kommen soll? Wo hat er gelehrt, daß die Fürsten erst 1914 aufstanden, dann 1925, dann vor Harmagedon, dann als Zeugen seit 1919 und nun irgendwann? Wo hat Gott gelehrt, daß die Obrigkeit einmal keine politischen Regierungen waren, sondern "Gangster in Amt und Würden", vorher das Gegenteil und hernach auch wieder das Gegenteil? Wo hat er gelehrt, daß der politische Zionismus einmal von Gott war, dann aber vom Teufel? Wo hat er gelehrt, daß die Pyramide erst die Schrift erfüllte, dann aber ein wertloser Steinhaufen ist? Wo hat er gelehrt, daß das Tier der Offenbarung erst das Haager Weltgericht war, dann der Völkerbund, dann die UNO? Wo hat er gelehrt, daß der Nordkönig erst Napoleon war, dann Hitler und nun der Kommunismus? Wo hat er gelehrt, die Kommunisten zu schmähen und zu verleumden? Wo hat er gelehrt, die Bluttransfusion zu verweigern und so Menschen auf einem Altar des Blutkultes dem Jehova zu opfern? Was ist das für ein Molochkult! Was für eine Schmach für Gott? Wo hat er gelehrt, die Regierungen sollten seit 1914 ihre Macht an ihn im Himmel abtreten, wo sie doch rechtmäßige "Obrigkeit von Gott" für die notwendigen sozialpolitischen irdischen Bedürfnisse der Menschen sind? Wo hat er gelehrt, die Gesetze zu mißachten und Geld zu schmuuggeln? Wo hat er gelehrt, die Ältesten als "stößige, riechende Böcke" in den 30iger Jahren zu liquidieren, um sie 1972 wieder einzuführen, ohne ihnen Ihre christliche Selbständigkeit wiederzugeben? Wo hat er gelehrt, sich mit dem antisemitischen Naziparteiprogrammpunkt 24 in Übereinstimmung zu erklären, Bruder Knorr, der du das für Deutschland mit sanktioniert hast? Wo hat er gelehrt, Harmagedon immer wieder "verziehen" zu lassen, 1914, 1918, 1925, 1945 und nun auch 1975? Wo hat Christus gelehrt, der 1914-Generation zu predigen, sie würde . alles erleben, das Werk jetzt aber schon wieder auf die nächste Generation auszurichten und, unverfroren zu proklamieren, es gehe "Generation um Generation" weiter, wie es WTG-Vizepräsident F. W. Franz am 29. August 1975 zum "Frühherbst des Jahres 1975" in Westberlin tat? Ist das nicht ein skandalöser Mißbrauch der Worte Jesu an seine Generation aus Matth. 24:34, ein skrupelloses Doppelspiel?
Wir fragen: Wer predigt das alles? CV oder die WTG? Auf wen trifft also 2. Joh. 9-11 zu, wo verurteilt wird, über die Lehre Jesu hinauszugehen? Auf die WTG trifft es selbst zu! Es trifft anhand der aufgezählten Tatsachen so furchtbar auf sie zu, daß sie tatsächlich nur eines machen kann, um zu überleben: Rücksichtslos den Spieß umzudrehen und andere dessen zu bezichtigen, was sie selbst tut! Nein, CV wird durch 2, Joh. 9-11 nicht verurteilt. Weil CV die Haltlosigkeit und Unglaubwürdigkeit der Endzeitlehren und ihre Hintergründe aufdeckt, darum geht die WTG so gegen CV vor! Es ist nichts anderes zu erwarten angesichts des Hinausgehens über die Lehre Jesu durch die WTG. Mit 1975 ist die Zeit endgültig herbeigekommen, daß alle ihr Verhältnis zur WTG überprüfen. Auch diese CV-Ausgabe, liebe Leser, soll weiterhelfen, dies zu tun. Doch nicht einmal informationshalber sollst du CV lesen!
Was für eine Entmündigung und
Entrechtung! Du sollst praktisch den Kopf in den Sand stecken, während ringsherum die
Haltlosigkeit und Unglaubwürdigkeit der Endzeit offenbar wird! Wie wolltest du denn da
überhaupt in der Verkündigung bestehen können, wenn du nicht einmal informiert bist
über das, was da vor sich geht! Nein, CV muß man lesen, so oder so! Und CV wird gelesen,
so oder so! Sei dessen gewiß. Im Zweigbüro liest man CV nur zu gründlich . Und du, der
du die Last der Verkündigung tragen sollst, willst dir Augenklappen anlegen lassen? Die
Kritik an der WTG wird angesichts des 1975-Endzeitbankrotts der WTG noch ganz andere
Ausmaße annehmen! Nein, CV muß man lesen. So laß dich auch von dem Lesen dieser Ausgabe
nicht abhalten. Du hast die Schrift dabei auf deiner Seite, wenn wir "nicht
hinausgehen über das, was geschrieben steht." 1. Kor. 4:6
Vergewissert euch über alle Dinge
haltet fest an dem, was recht ist
1. Thess. 5:21 NW
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IN DIESER AUSGABE
Wie nach 1966 das Jahr 1975 verkündigt wurde - Die
Verstrickungen der Wachtturmgesellschaft - Die antikommunistische politische Propaganda in
den Schriften der Watch Tower Society im Jahre 1975 - Eine Dokumentation über den
WT-Endtermin 1975 - Ein neues Buch über die WTG und Zeugen Jehovas in der BRD - Auch
"diese Generation" stirbt dahin! Was für Schlußfolgerungen müssen wieder
gezogen werden? -
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Wie nach 1966 das Jahr 1975 verkündet
wurde
Die Stärke der WTG beruht nicht nur darin, daß sie es im
Laufe der Zeit erreicht hat, daß die Verkündiger kaum noch etwas anderes lesen bzw.
lesen dürfen als die WTG-Schriften. Sie beruht auch nicht nur darin, daß sie es bisher
weitgehend glaubhaft machen konnte, für die Verkündiger zumindest, das Werk des Herrn zu
betreiben und ihren Willen dem Willen Gottes gleichzusetzen. Die Stärke der WTG beruht
auch in entscheidendem Maße in der Vergeßlichkeit der Versammlungen. Dies fällt jetzt
ganz besonders bezüglich 1975 ins Gewicht. Auch leben viele einfach geistig nur "von
der Hand in den Mund", so daß sie kaum eine hinreichende Übersicht bei allem haben.
Um die 1975-Verkündigung der WTG heute richtig einschätzen und daraus dann die richtigen Schlußfolgerungen ziehen zu können, ist es deshalb wichtig, aus der Vergessenheit der Verkündiger zu hoffen, was sie angehalten wurden, der Menschheit mit Bezug auf 1975 zu verkündigen. Wir kommen zuerst auf die Dienstansprache von Zweigdiener Konrad Franke, Wiesbaden, vom 20. 1. 1968 in Hamburg vor Versammlungs-, Kreis- und Bezirksaufsehern und Verkündigern der BRD als Anleitung für die Verkündigung von 1975.
Wir wollen entscheidende Kerngedanken wieder vor Augen führen, was 1975 betrifft. Konrad Franke stützte sich dabei auf die WTG-Veröffentlichungen über 1975 in dem Buch "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes" von 1966/1967 und auf den WT vom 1. 1. 1967. Insofern hat er eigentlich nur konsequent ausgesprochen, was die WTG besser im Zwielicht lassen wollte, weil sie natürlich von vornherein geplant hatte, daß 1975 nur Mittel zum Zweck des Ankurbelns der Tätigkeit sein sollte, daß es also wieder "verscheucht" werden würde. Wir wollen es dahingestellt bleiben lassen, ob Konrad Franke selbst glaubte, was er aussprach: "Zunächst liebe Brüder, möchte ich meine große Wertschätzung ausdrücken, daß ich heute abend in eurer Mitte sein darf. Eigentlich hätte Bruder Klinger das gar nicht verraten dürfen . . . Umso mehr freue ich mich, daß ich heute abend Gelegenheit habe, mich mit euch über Dinge zu unterhalten, die uns besonders am Herzen liegen,. . . Stellen wir uns einmal vor, Jesu würde hier sein, und er würde selbst zu euch sprechen
Nun die Kerngedanken zu 1975:
"Denken wir einmal daran, was 1914 zum Beispiel
geschah . . . Das Königreich wurde im Himmel geboren. Der Freudenruf schallt durch den
Himmel, die Engel machen dies bekannt und beglückwünschen sich gegenseitig . . . Diese
Drangsal, die 1914 über Satan und seine Organisation kam, wurde unterbrochen . . . damit
Fleisch gerettet werde . . . Da waren einige Jahrzehnte noch nötig. Jesus
sagt,
daß diese Generation, die den Anfang miterlebt, den Abschluß auch miterleben wird . . .
Und nur noch wenige Jahre und die Bitte wird in Erfüllung gehen . . . Wir sehen einen
Zeitpunkt, und dort wird das Königreich dann gekommen sein
Natürlich sollten wir
uns überlegen, wo wir stehen. Wir gehen dem Ende dieses Systems entgegen, liebe Brüder.
Wir haben viel in den vergangenen Jahren und wenn wir lange in der Wahrheit sind,
Jarhrzehnten, darüber gesprochen . . . daß 6000 Jahre menschlicher Geschichte vorgesehen
sind, und dann das 7. Jahrtausend Christus als dem Regenten und Richter vorbehalten bleibt
. . . der also diesen Sabbat, diesen Ruhetag, selbst beaufsichtigen wird . .. . Er war es
also, der diese Dinge klar und unmißverständlich uns vor Augen geführt hat
Wir
haben also gewußt, 6000 Jahre, und das siebente bleibt ihm vorbehalten.
Im Laufe der Zeit hat uns Jehova immer mehr verstehen lassen über diese Zeitabschnitte, und vor zwei Jahren schon wurde das erstemal unsere Aufmerksamkeit auf das Jahr 1975 gelenkt. Mancher war zweifelnd und sagte, da muß man vorsichtig sein. Ihr habt euch schon einmal blamiert. Und wenn ich an 1925 denke, wer weiß, was da wieder rauskommt, ich werde mich einmal zurückhalten. Ja, die Gesellschaft oder der treue und verständige Sklave, der ja dazu da ist, uns die Speise zur rechten Zeit zu geben, so ,sagen wir doch wohl, es kam nicht von uns, oder ist jemand von euch auf den Gedanken gekommen. Es kam doch von dieser Stelle. Auf einmal beginnen doch einige zu zweifeln. Als ich einmal mit einigen jungen Brüdern darüber sprach, da sagte der eine zu mir, ach, weißt du Bruder Franke, ich weiß nicht, ob man das so deutlich sagen kann. Denn stell dir mal vor, die alte Schwester sowieso, die geht jetzt von Haus zu Haus und die wird das nie so ausdrücken, wie du das sagst, und wird jetzt nun 75, 75, 75 und 75 und was das unter Umständen für die Organisation für eine Schmach bringen könnte. Du glaubst, du würdest das viel intelligenter machen, du sagst, ich warte mal. Die haben sich schon mal blamiert. Da habe ich ihm gesagt, weißt du, wenn es ums Blamieren geht, dann blamiere ich mich mit der Organisation! Ich will nicht allein, abseits stehen.
Aber wie wohl wir in den letzten Monaten, besonders auch auf den Bezirksversammlungen, sehr viel darauf hingewiesen haben, gibt es noch eine ganze Reihe unter uns, die diesbezüglich doch noch Vorbehalte haben. Und bei aller Objektivität hier, so gut wie ich das meine, ich habe einen schweren Verdacht. Warum lacht ihr denn, ich habe ja noch gar nicht ausgesprochen. Ich glaube, ihr habt Gründe zu derselben Annahme wie ich, daß auch hier in unserer Mitte welche sind, die auch noch Vorbehalte haben. Aber Brüder, tun wir recht, wenn wir so zweifelnd an unsere Aufgaben herangehen? Können wir denn überhaupt noch mit Recht die Publikationen verbreiten?
Ihr habt ja das Buch jetzt bekommen "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes". Wir haben uns sehr angestrengt, daß ihr es sehr schnell bekommt. Aber nicht, daß ihr es nun in eurem Bücherschrank unterbringen sollt
Doch werden bestimmt welche sagen, na, na, na, die Gesellschaft ist sich selber nicht ganz sicher, sie hat doch auch gesagt, es könnte sein. Und das ist eigentlich eine Verfälschung des Sachverhaltes. Denn wenn wir von dem Jahre 1975 sprechen, und damit zum Ausdruck bringen, daß in diesem Jahre 6000-Jahre menschlicher Geschichte zu Ende sind, dann möchte ich euch zeigen, daß diesbezüglich die Gesellschaft nicht den geringsten Zweifel hat. Und wer dieses in den Vordergrund rücken möchte, der sei eingeladen, den Beweis aus der Literatur der Gesellschaft zu erbringen, daß die Gesellschaft gesagt hätte, es könnte sein! Daß 1975 6000 Jahre zu Ende sind. Das hat sie nie gesagt. Das steht außer Zweifel fest. Dazu steht die Organisation! Auch die Geschichte soll die Antwort geben!
Wie kommt es denn eigentlich, daß wir diesbezüglich Zweifel hegen? Trauen wir dem Sklaven nicht mehr? Oder was ist es, wenn wir plötzlich andere Überlegungen anstellen? Vielleicht beten wir gar nicht so inbrünstig, daß es kommen möge? . . . Es heißt dann weiter, und jetzt hört gut zu: Gemäß dieser zuverlässigen Bibelchronologie werden 6000 Jahre . . . mit dem Jahre 1975 enden. Und die siebente Periode von 1000 Jahren beginnt im Herbst des Jahres 1975! Es ist hier kein Wort davon gesagt, es könnte sein . . . Nun fangen manche an zu knobeln und sagen, Moment mal, habe da auch noch ein Haar in der Suppe gefunden. Könnte das nicht doch 1976 sein? Nun, und wenn es 1976 wäre? Dann wird die Welt doch auch untergehen, nicht wahr? . . . Wohl dem, der bereits in den Reihen dieser Kämpfer steht. Sonst würden wir's nicht mehr schaffen. Sonst wird Harmagedon kommen und wird uns überrumpeln, denn wenn nach der Zeitrechnung 1975 im Frühjahr die 1000 Jahre beginnen, dann dürfen wir doch wohl annehmen auf Grund unserer Belehrung und Unterweisung, daß Harmagedon dann nicht nach dem stattfindet und in den Sabbat hineinwirkt, in den Tag, das gibt es nicht. Das wissen wir doch wohl. Also muß diese Sache vorher geschehen sein. Und dann überlegt euch, wieviel Zeit wir noch haben ...."
So der deutsche Zweigdiener Konrad
Franke im Jahre 1968! Die verantwortlichen Untergrundaufseher in der DDR setzten diese
Ausführungen sogleich um in einem Rundschreiben, "Die Kürze der Zeit sollte deine
Handlungen bestimmen". Darin hieß es:
"Es gibt heute keine Zweifel mehr darüber, daß 1975
sechstausend Jahre Menschheitsgeschichte abgelaufen sind. Es mag einige geben, die sich
mit diesem Gedanken noch nicht abfinden können. Vielleicht haben sie Pläne geschmiedet,
die weit über 1975 hinausgehen. Andere . . . sagen, bitte, die Gesellschaft hat selbst
gesagt, es könnte sein! Hat sie das gesagt? Wegen 1975 bestimmt nicht! Die Organisation,
der Sklave, hat in den letzten zwei Jahren den Gedanken selbst über 1975 gegeben. Der
Sklave hat nirgends gesagt, ich bin mir nicht sicher über das Jahr 1975. Alleine in 163
000 Büchern wird dieses Thema in Deutschland zur Diskussion gestellt und 2 Millionen
Bücher in englisch. . Als der Sklave ein intensives Studium anstellte und es dann
veröffentlichte, hat er bestimmt keinen Zweifel gehegt oder daran gedacht, sich zu
blamieren, wenn es nicht stimmt. Und wenn du nun daran glaubst, warum vertrittst du den
Gedanken nicht bis zur letzten Konsequenz? Die Organisation sagt in dem Buch S. 30 nicht,
es könnte sein, sondern gemäß dieser zuverlässigen Bibelchronologie werden 6000 Jahre
mit 1975 enden. Zu der Frage, ob Harmagedon dann vorbei ist oder ob der Angriff Gogs
vorüber ist, heißt es dann, es könnte sein. Sagen wir nicht auch manchmal so, wenn uns
einer so etwas fragt? Ja, es könnte sein und meinen damit ist es so. Wir wollen dann
damit bezwecken, daß keine Sensation daraus wird. Daß der Sklave es so meinte, das
können wir selbst nachlesen. Wird von dem Satan gesagt, es könnte sein, daß er gebunden
wird? Nein, es wird gesagt, er wird vor diesem Zeitpunkt gebunden sein! 1975 fängt die
Sabbatruhe an! Somit ist es doch unmöglich, daß nach 1975 noch Harmagedon sein könntet
Wer hat denn dieses Stichwort 1975 gegeben? D e r S k l a v e ! Und sagen wir von diesem
Sklaven nicht, daß er uns die Speise zur rechten Zeit austeilt? E r i s t z u r rechten
Zeit von Jehovas Geist dazu veranlaßt worden, uns diese Dinge klar zu machen!"
Inzwischen haben wir tatsächlich schon 1976 erreicht. Damit ist der "Sklave" samt allen, die ihm bedingungslos folgen, als unglaubwürdiges Menschenwerk offenbar.
Die Verstrickungen der
Wachtturmgesellschaft
Bedeutsame Geschehnisse aus der Geschichte der WTG, die
einen Betrachter aufmerksam lassen müssen.
Eingesandt. - Es mutet recht befremdend an, wenn man so
sieht, in was die Zeugen Jehovas als eine Religionsgemeinschaft über ihre Leitung, die
Wachtturmgesellschaft (WTG), nicht alles verstrickt waren und sind. Das läßt sich kaum
und oft in keiner Weise mehr mit dem Anspruch vereinbaren, eine ausschließlich religiöse
Gemeinschaft zu sein, die daneben oder einbezogen nicht noch andere Ziele verfolgt. Da
muß man zu der Schlußfolgerung kommen, daß hier nicht alles stimmen kann, was
vorgegeben wird. Sicher haben sich die Zeugen Jehovas darüber selbst bisher wenig
Gedanken gemacht, sonst würden sie sicherlich nicht alles so einfach mitmachen oder in
ihrem Namen geschehen lassen oder hinnehmen. Es wäre darum gut, ihnen vor Augen zu
führen, was anderen auffallen muß, was andere aufmerken lassen muß, weil es ganz
offensichtlich etwas anderes verrät als sie allein glauben sollen, was die Ziele seien.
Eine Anzahl Geschehnisse, Sachverhalte und Vorkommnisse mögen das ihnen jetzt zeigen.
Ihr Präsident Rutherford war amerikanischer Rechtsanwalt und Richter. Er wurde mit der Leitung der Gemeinschaft während des Krieges (1918) in den USA zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt wegen Übertretung des Spionagegesetzes. Wenn es auch nicht Gegenstand der Anklage war, so stand doch noch folgendes im Hintergrund, wie in der bekannten Dokumentation "Die Zeugen Jehovas", S. 111, berichtet wird. Bevor Rutherford und andere am 8. Mai 1918 verhaftet wurden, hatte der amerikanische Armeegeheimdienst im Februar 1918 durch Beschlagnahme eines Funkgerätes in der New Yorker Zentrale der WTG deren geheime Nachrichtentätigkeit für gewisse deutsch-amerikanische Finanzkapitalisten zerschlagen. Es half nichts, daß die WTG danach umschwenkte und am 15. März und 15. April 1918 sich zu politischen Kompromissen mit der nun herrschenden Kriegspartei in den USA bereit erklärte, den Kriegseintritt der USA anerkannte, die kriegsfeindlichen Seiten aus dem Band 7 der Schriftstudien herausriß und zum Gebet für den Sieg der amerikanischen Waffen aufrief. Im WT-Buch "Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben" heißt es darüber: "Wir haben nicht die Absicht, der Aushebung oder dem Krieg entgegenzuarbeiten". So wurden die Seite 247 bis 253 aus dem Buch .Das vollendete Geheimnis' (engl.) herausgeschnitten. In Übereinstimmung mit einer vom Kongreß der USA gefaßten Resolution und der Proklamation des Präsidenten der Vereinigten Staaten wird angeregt, daß das Volk des Herrn allenthalben den 30. Mai zu einem Tag des Gebets und Flehens mache. Möge Gott Lob und Dank dargebracht werden für den verheißenen wunderbaren Ausgang des Krieges. Überlegt einmal, warum wohl die WTG das alles machte. Warum wohl. Es war doch in der Zeit, wo 1914 die Schlacht von Harmagedon stattfinden sollte und nicht stattfand. Genau verfolgt ist festzustellen, daß Rutherford schon 1909 wußte, daß Harmagedon 1914 nicht kommt. Nach dem Krieg schrieb er dann, daß 1925 der "Befreiungsmorgen" hereinbrechen würde. Als 1925 wieder nichts eintrat, wurde 13 Jahre lang keine Zeit mehr angegeben.
Zur damaligen Zeit um 1930 hatte die WTG auch 12 Radiosender und Verträge mit vielen kommerziellen Rundfunkstationen. Auch das gibt zu denken. Warum verkauften diese kapitalistischen Rundfunkstationen der WTG so viele Sendezeit, wenn gleichzeitig alle fortschrittlichen oder auch kommunistischen Kräfte vom Rundfunk ferngehalten wurden? Hatten die Kompromisse der WTG im Kriege ein "Vertrauenskapital" aufgebaut? Oder wurden die laufenden Harmagedonversprechungen als ein willkommenes Mittel zur Ablenkung vom sozialen Kampf gegen den Kapitalismus betrachtet? Die angestrebte Massenverbreitung der WTG-Zeitschrift "Das Goldene Zeitalter" bestätigt das offensichtlich. In Nr. 10 vom 15. Mai 1931 hieß es z. B.: In kurzer Zeit erhöhte sich die Abonnementzahl von 350 000 auf 400 000 und nun heißt die Devise 500 000. Wir sind sicher, daß jeder Leser drei bis vier andere interessieren kann.
Es gab damals auch einen politischen Film, "Im Westen nichts Neues", eine Art Antikriegsfilm. Die WTG schrieb: Alle Welt hat gehört von dem Verbot des Filmes. "Das Goldene Zeitalter" ist in der Lage, in der nächsten Nummer seinen Lesern reichhaltiges Bildmaterial und anderes über diesen Film zu veröffentlichen. Sicher werden viele Leser eine Anzahl dieser Nummer wünschen Wir sind bereits drei Stück dieser Nummer zum Ausnahmewerbepreis von 10 Pfennig abzugeben und durch unsere Austräger aushändigen zu lassen. - Vergeblich sucht man hier eine Beziehung zum Evangelium. Alles ist nur reine Zweckpropaganda, ein Reiten auf der Welle des damaligen politischen Pazifismus und ein Locken mit "verbotenen Früchten". Sind das nicht eher Werbetricks als Predigtmethoden Jesu?
Im Buch "Regierung" S. 239 (1928) wurde die grundsätzliche Verurteilung von Kommunismus, Sozialismus und Sowjetregierung mit den Worten verkündigt: "Die Sowjetregierung ist kein Erfolg gewesen und wird es nie sein. Der Bolschewismus . . . wird von vielen anderen Nationen und Regierungen der Erde mit Recht gefürchtet." Im "Goldenen Zeitalter" vom 1. Januar 1932 gibt es zwischendurch aber solche Töne: "Während wir erkennen, daß nur das Königreich des Herrn die verworrenen Verhältnisse der Erde wieder in Ordnung bringen kann, ist es doch offensichtlich, daß auch die Sowjets die Verderbtheit des kirchlichen, des politischen und finanziellen Systems erkennen. Sie lehnen diese Systeme ab. Da sie nun diese unheilige Dreieinigkeit angreifen, werden sie von der Presse' besonders von so konservativen Zeitungen wie die Londoner 'Daily Mail', angefeindet und verleumdet. Ich bin zweimal in Rußland gewesen und möchte gern das dritte Mal in das Land gehen. wo ich gerade da Gegenteil von dem erlebte, was in den blutrünstigen Zeitungsberichten geschildert ist. Ich habe dort viel Anstand und Zuvorkommenheit gefunden. Unter der alten Regierung waren viele Frauen zur Unsittlichkeit verdammt, die jetzige Regierung bemüht sich, Moral und Sitte zu heben." Das ist natürlich keineswegs eine Entlarvung der kapitalistischen Propaganda über die Sowjetunion. Die WTG sichert sich gleich zu Beginn deutlich ab, indem sie sagt, "nur das Königreich", , d. h. nur durch ihr Harmagedon könne, auf Erden Ordnung geschaffen werden. Auch die Sowjets können das also nicht. Die Quintessenz ist somit, das die WTG hier nur "die Kirchen mit den Waffen ihrer Feinde zu schlagen" versucht oder antiklerikale Äußerungen vor den Karren ihres eigenen Kirchenkampfes zu spannen versucht. Dabei werden einige Zugeständnisse an die Sowjetregierung in sittlicher Hinsicht gemacht, um seriös zu erscheinen. Auch erschien das, soweit bekannt ist, nur im deutschen "Goldenen Zeitalter" in einer Zeit vor der faschistischen Machtergreifung, in der die Hitlerfaschisten noch mit antikapitalistischer Demagogie arbeiteten. Es muß wieder gefragt werden, sind das Predigtmethoden Jesu? Das ist doch nichts weiter als geschickte Ausnutzung politischer Situationen um selbst "hochzukommen". Im Buch "Was hat die Religion der Menschheit gebracht" (1953) S. 10, und auch im Wachtturm 1956, S. 209, 213 und 1957 S. 45 z. B. schreibt man wieder über die Kommunisten: "Rote Faschisten, brutale Herren des Volksparadieses, kurzsichtig, unvernünftig, immer habgieriger, sinnlos, tyrannisch, herrschsüchtig, rücksichtslose Mörder, Sklavenhalter, die eine verderbte Nation aufbauen".
Die Bibel dagegen gebietet den Christen, "daß sie niemand schmähen" Titus 3:2. Wir finden jedoch übelste bibelwidrige politische Schmähungen. Was ist das für eine Evangeliumsverkündigung?
Auch die Vietnamkriegsstimmung wurde ausgenutzt. In "Erwachet" vom 22. 9. 1965 wurde ein Artikel gebracht, in dem eine scheinneutrale Haltung eingenommen wird: "Das Vietnamproblem hat bestimmt zwei Seiten. Es ist gut, sie beide zu kennen. Ungeachtet, welche Ansicht jemand in dieser Sache vertreten mag . . .'. Indem die WTG aber von "Rebellen" in Vietnam spricht und von "einer wirklichen Bedrohung" durch "die Ausbreitung des Kommunismus" in Vietnam, hat sie die Haltung der USA-Regierung eingenommen und propagiert diese. Sie hat damit eine verbrecherische Kriegspolitik unterstützt, die nun in den USA selbst verurteilt wird. Wieder. Christliche Evangeliumsverkündigung? Das ist doch Ausnutzung politischer Konjunktur! Man fragt sich nur noch, wofür, für wen.
Auch die WTG-Haltung zum faschistischen Umsturz 1973 in Chile ist bezeichnend. Sicher ist keinem aufrichtigen Christen die faschistische Unmenschlichkeit in Chile gleichgültig, wenn man z. B. vor den Augen der Mutter ihrem drei Monate alten Kind die Arme bricht. Nicht einmal ein Stichwort zu diesem Terror gibt es in den Registern des "Wachtturm" und "Erwachet" seit 1973. Der einzige Registerhinweis lautet "Chile, wandern 8. 12. 24-28 (1973)". Man denkt es werden vielleicht Urlaubswanderungen in Chile empfohlen. Das faschistische Regime in Chile wird von der WTG nicht angegriffen und entlarvt, sondern auffallend geschont.
Das alles und vieles andere muß einem Betrachter auffallen. Sind das nicht Verstrickungen, die alles andere besagen, als eine "neutrale" und "unpolitische" Tätigkeit? Viele Zeugen Jehovas haben erkannt und machen sich heute Vorwürfe. daß sie so lange der WTG gefolgt sind, alles ohne Bedenken vertreten haben, was sie verlangte und machte. Sie machen sich Vorwürfe, daß sie sich so von der WTG politisch vor allem betrügen ließen. Sie machen sich Vorwürfe, daß sie der WTG alles unter dem jetzt wertlos auf der Straße liegenden Endzeit-1975 glaubten und ihren Kindern deswegen sogar die berufliche Entwicklung verhinderten oder zerstörten. Es sind Fälle bekannt, wo die Kinder jetzt ihren Eltern Vorwürfe machen, eben weil sie nicht einmal einen richtigen Beruf haben. Verantworten kann das kein anderer. Auch die WTG kümmert das nicht. Es sollte auch erwähnt werden, daß den 2 Millionen, die gewonnen zu haben sich die WTG heute rühmt, mindestens ebensoviele Menschen gegenüberstehen, die aus ihren Reihen wieder weggegangen sind, darunter Hunderttausende, die das nicht still und enttäuscht taten, sondern offen auftraten, die Wahrheit über die WTG sagten, die Kritik übten, was die WTG ja verbietet, und die deswegen als "Rebellen" Gemeinschaftsentzug erhielten, verbunden mit strengsten Verboten für die anderen, sie nicht einmal mehr zu grüßen, damit ja ihre Argumente nicht weiter bekannt werden! Jehovas Zeugen müssen sich entscheiden. Der sozialistische Staat ist kein Feind der Christen, wie sie ständig von der WTG aufgehetzt werden. Sollte den Zeugen nicht klar werden, das gescheiterte 1975-Weltende vor Augen, daß nichts anderes bleibt als die soziale Entwicklung fortzufahren, um Hunger, Elend, Arbeitslosigkeit usw. zu überwinden und für soziale Sicherheit und eine gesicherte Zukunft in sozialer Hinsicht zu sorgen? Sie müssen sich von dem WTG-Druck befreien, um einen Weg als freie Christen in unserem Lande zu beschreiten.
USA-GEHEIMDIENSTE HINTER DEM
ANTIKOMMUNISMUS,
AUF RELIGIÖSEM GEBIET
Presseberichte. - (Auszugsweise)
Das volle Ausmaß der Rolle der CIA, des FBI und anderer
Geheimdienste kann nicht leicht bestimmt werden. aber es ist sicherlich enorm. Ein
früherer CIA-Agent, Stuart H. Loory jetzt Professor an der Staatsuniversitat von Ohio,
enthüllte, daß der Geheimdienst massiv die Massenmedien der Vereinigten Staaten
infiltriert hat, einschließlich United Press International, Associated Press, Newsweek,
U. S. News § World Report, CSB, NBC, die Zeitungskette von Hearst, die New Republic, den
Christian Science Monitor und die Nachrichtenagentur Reuter. (Daily World, 24. Januar
1975). Es besteht der dringende Verdacht, daß die CIA eine Rolle bei der Ermordung
solcher Persönlichkeiten wie Präsident John F. Kennedy, Pfarrer Martin Luther King jr.
und Robert Kennedy gespielt hat. -
Political Affairs, Mai 1975, USA, Einheit 8/1975 Berlin.
Militär und CIA gegen Kirche. Zur
Taktik des Imperialismus in Lateinamerika. Ein Dokument, das vom Nachrichtendienst der
bolivianischen Streitkräfte verfaßt wurde, wirft ein grelles Licht auf die neue Politik
Nordamerikas gegenüber den Kirchen in den Ländern, in denen sich die Vereinigten Staaten
auf diktatorische Militär- und Zivilregimes stützen . . . im Süden Lateinamerikas. Hier
zeigt sich, daß die CIA die Strategien und Taktiken erarbeitet, welche die abhängigen
Bourgeoisien und die Regierungen, welche die kapitalistischen Interessen garantieren,
gegenüber der Kirche anzuwenden haben. -
Begegnung - Zeitschrift progressiver Katholiken 10/1975,
Berlin.
FBI bereitete für den
"Notstandsfall" 15 000 Verhaftungen vor. Das FBI hatte in den frühen fünfziger
Jahren begonnen, die erwähnten Listen zusammenzustellen, in die "Mitglieder der
Kommunistischen Partei fast automatisch aufgenommen wurden". Später war das
Verzeichnis auch auf andere progressive Kräfte erweitert worden. 1971 seien z. B. die
Namen von einem Dutzend Geistlicher auf der Liste aufgeführt gewesen. -
Horst Schäfer, Korr. Washington, ND 7. 8. 1975.
Eine Sekte mit Hunderttausenden
"Gläubigen" - mittelalterlicher Mystizismus und Antikommunismus. Die Sekte, die
in Frankreich unter einem sehr christlichen Namen auftritt, "Kirche für die
Vereinigung der Weltchristenheit", nennt sich in Südkorea, in Taiwan und in den USA
auch "Internationaler Bund für den Sieg über den Kommunismus". Hier sind die
Akzente schon deutlicher gesetzt. Wer ist dieser Moon, der Hohepriester der Sekte? Sun
Muyen Moon tauchte 1945, noch der Befreiung Koreas, im Norden des Landes auf. Er war als
Kollaborateur der Japaner bekannt und wurde von den USA-Behörden übernommen. 1971
tauchte er wieder auf, diesmal in den USA, wo er Verbindungen zur CIA unterhielt. -
ND 23.124. 8. 1975, Gerhard Leo, Paris.
Die CIA trieb ihn in den Tod.
Verbrechen im Dienste der Reaktion. Die "Agency" und ihre Opfer. Der CIA-Skandal
wird von vielen Amerikanern mit den Morden an den Kennedy-Brüdern und an Martin Luther
King in Zusammenhang gebracht. Noch sind aber längst nicht alle schmutzigen Tricks des
Geheimdienstes aufgeklärt. Von den 379 Seiten des Rockefeller-Reports verschwanden 80
sofort im Safe des Weißen Hauses. -
ND 16./17.8. 1975, Klaus Bischoff.
Anschlag auf chilenischen
Christdemokraten in Rom. Auf den Im italienischen Exil lebenden führenden chilenischen
Christdemokraten Bernordo Leighton ist Montagabend in Rom ein Mordanschlag verübt worden.
Der ehemalige chilenische Botschafter in Rom, Carlos Vasollo, erklärte noch am Montag
"Es ist die Hand der CIA"
Rom ADN/BZ. Neue Zeit, 8. 10. 1975.
FBI "bearbeitete" Dr. Luther
King. Nach Angaben westlicher Agenturen wurde vor dem Senatsausschuß zur Untersuchung .
ei Tätigkeit von Geheimdienstorganisationen bekannt, daß der ermordete
Bürgerrechtskämpfer Martin Luther King vom FBI in einem anonymen Brief 1964 vor seiner
Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis vergeblich erpreßt wurde, Selbstmord zu begehen.
-
Washington-, NZ/ADN. Neue Zeit, 20. 11. 1975.
Dr. Abernathy sollte zum Schweigen
gebracht werden. Bespitzelung, Provokationen, Drohungen und Erpressungen gehörten zu den
Methoden des FBI und anderer USA-Dienststellen gegenüber der Bürgerrechtsbewegung,
erklärte der Präsident der anerkannten Bürgerrechtsbewegung Southern Christian
Leadership Conference, Pastor Dr. Ralph D. Abernathy, Ehrenpräsident des
Weltfriedensrates, auf einer Pressekonferenz. Sowohl sein ermordeter Vorgänger Pastor Dr.
Martin Luther King, als auch er selbst, waren jahrelang massivem Druck und
Einschüchterungsversuchen ausgesetzt. So hatte der ehemalige Vizepräsident der USA.
Spiro Agnew, im Jahre 1968 an den Direktor des FBI, Edgar Hoover. einen Brief gerichtet,
in dem er angesichts der "gefährlichen Popularität" Pastor Abernathys
vorschlägt, ihn "zum Schweigen zu bringen". -
Washington NZ/ADN. Neue Zeit, Berlin, 25. 11. 1975.
CIA im "politischen
Geheimkrieg". Der Beginn der Beteiligung der CIA am "politischen
Geheimkrieg", schreibt die Washington Post, reicht in die 50er Jahre zurück, als an
der Spitze des Außenministeriums und der CIA die Brüder Dulles standen. Praktisch wurden
alle CIA-Operationen mit Billigung des Weißen Hauses durchgeführt. Neue Einzelheiten aus
dem Untersuchungsbericht des Senatsausschusses veröffentlicht die BRD-Zeitung
"Frankfurter Rundschau" am Wochenende. Danach bestand neben zahlreichen Plänen
zur Ermordung des kubanischen Ministerpräsidenten Fidel Castro die Absicht, ihn bei der
Bevölkerung als "Anti-Christ" zu verteufeln" -
Washington. ADN/BZ. Frankfurt/Main. Berliner-Zeitung, 24.
11. 1975.
CIA finanziert die Kräfte der Rechten.
Der USA-Geheimdienst CIA versucht, den Prozeß der demokratischen Umgestaltungen in
Portugal rückgängig zu machen und eine Festigung der Positionen der linken Kräfte in
diesem Lande zu verhindern, stellte der ehemalige CIA-Agent in Lateinamerika Philipp Agee
fest. Auch die antikommunistischen Demonstrationen im Norden des Landes, die viel Geld
gekostet hätten, seien von der CIA finanziert worden, sagte er in einem Interview für
die französische (christliche) Zeitschrift "Temoignage Chretien". Auch einige
Vertreter der Kirche erhielten große Summen. -
Paris ADN. ND 27./28.12.1975 Berlin.
Der in Boston, USA, erscheinende
"Christian Science Monitor", eine Zeitung der Religionsgemeinschaft der
Christlichen Wissenschaft, veröffentlichte Einzelheiten über die "Geheimarmee der
CIA". U. a. würden ihre Angehörigen "durch ihre verbissene Opposition gegen
den Kommunismus" zusammengehalten. -
ND 3./4. 1. 1976-Berlin.
Die Süddeutsche Zeitung, München,
berichtete über enge Beziehungen zwischen der Universität der Religionsgemeinschaft der
Mormonen in den USA mit der CIA in Zusammenhang mit den durchgeführten
antikommunistischen Programmen. -
München, 11. 9. 1974.
Während die WTG Jahr um Jahr fortfährt, in ihren Zeitschriften ein antikommunistisches Programm durchzuführen und laufend antikommunistische politische Propaganda in die religiöse Verkündigung einzuarbeiten, erklärt sie: "Die Watch Tower Society hat es immer wieder abgelehnt, politische Propaganda in ihre Schriften aufzunehmen, obwohl ihr schon manche Vorteile angeboten wurden, wenn sie dies täte." (Der Wachtturm", 1. Januar 1974, S. 31, Wiesbaden).
DIE ANTIKOMMUNISTISCHE POLITISCHE
PROPAGANDA IN DEN SCHRIFTEN DER WATCH TOWER SOCIETY IM JAHRE 1975
"Die Watch Tower Society hat es immer wieder
abgelehnt, politische Propaganda in ihre Schriften aufzunehmen, obwohl ihr schon manche
Vorteile angeboten wurden, wenn sie dies täte."
Der Wachtturm, 1. Jan. 1974, S. 31, dt.
Ehe wir über diese wichtige Wachtturm-Erklärung nachdenken, wollen wir sehen, was wir an Tatsachen vorfinden. Jedermann kann leicht ermessen, daß diese Erklärung eine Äußerung ist, die nicht nur inhaltsschwer, sondern auch ein Wahrheitskriterium für die Gesellschaft, für alle Zeugen Jehovas ist. Was war im Jahre 1975?
"Mögen die Verhältnisse noch so
schlecht sein, so berechtigen sie doch nicht zu einer Revolution" (Der Wachtturm, 1.
3. 75, S. 131). Ist das nicht eine politische Propaganda, gegenrevolutionärer Art, die
die Elenden weiter ins Elend verdammt?
Im Wachtturm vom 15. 3. 75, S. 186, wird auch der
"russische Kommunismus" als "falscher Christus" diffamiert. Wo hat
Christus eine "die Menschen betreffende Ordnung" des Landes als "falschen
Christus" bezeichnet? Ist das nicht ein politischer Mißbrauch der Bibel, der
"über das hinausgeht, was geschrieben steht" (1. Kor. 4:6)? Im Wachtturm vom 1.
August 1975, S. 465, werden "die Kommunisten Rußlands" als
"Betrüger" hingestellt, weil "ihrem Volk einen messianischen Segen"
versprochen hätten. Haben die "obrigkeitlichen Gewalten", auch in der
Sowjetunion, nicht die Aufgabe, für "rechtschaffene Taten" zu sorgen und zum
"Besten" des Volkes zu wirken? (Römer 13:3,4). Im Wachtturm vom 15. 9. 75, S.
553, wird die auswärtige Politik der Sowjetunion als "Neokolonialismus"
angeprangert. Was wird dem einfachen Verkündiger hier aufgeschwatzt! Weiß er überhaupt,
was Neokolonialismus ist? Versteht er solche Politik überhaupt?
Tatsache ist, daß die Sowjetunion von jeher den Kampf gegen jede Form des Kolonialismus unterstützt! Merkt denn keiner, daß das höchst verleumderische Politik ist, was der Wachtturm hier bietet? "Nun, wußtest du, daß der Weltkirchenrat afrikanische Terroristenorganisationen finanziell unterstützt hat?", propagiert die WTG in Erwachet vom 22. 2. 75, S. 5. Das ist die Sprache der politischen Rechtsextremisten, die die afrikanischen Befreiungsbewegungen verleumden!
Zudem hat der Weltkirchenrat nicht militärische, sondern humanitären soziale Werke in Afrika unterstützt! Was für eine falsche politische Propaganda seitens der WTG! Zitieren wir ein letztes Beispiel antikommunistischer politischer Propaganda: In Erwachet vom 22. 3. 75, S. 18, propagiert die WTG die "Erfahrung" eines "Mannes aus Luxemburg" der angesichts der DDR-Staatsgrenze zu Westberlin, der "Berliner Mauer", "die Sinnlosigkeit des ganzen Systems" des Kommunismus begriffen habe.
Fragen wir uns als erstes. Was ist das für eine "unpolitische Evangeliumsverkündigung"? Das sind doch fast ausschließlich rein politische Dinge! Wer von den Verkündigern ist überhaupt imstande und willens, das zu vertreten? Werden sie nicht psychologisch gezwungen, das mit zu verkündigen? Kommen wir noch einmal zu der politischen "Mauer"-Hetze. Was hat die Grenzsicherung zu Westberlin in der DDR u. a. bewirkt? Ein "sinnloses System"? Das ist doch übelste politische Propaganda! Politische Diffamierung! Seit der Grenzsicherung 1961 hat sich die DDR vielmehr sozial, ökonomisch und in ihren internationalen Beziehungen entwickelt wie nie zuvor. Ist es ein "sinnloses System" das z. B. allen Menschen Arbeit und soziale Sicherheit garantiert? Zu was für politischer Propaganda mißbraucht die WTG hier die Zeugen Jehovas? .Wenn wir noch einmal das einleitende Zitat über politische Propaganda aus dem WT vom 1. 1. 74, S. 31, lesen und dazu, was in den Schriften der Gesellschaft der Watch Tower Society im Jahre 1975 wieder für antikommunistische politische Propaganda verbreitet wurde, wie die Beispiele zeigen, was müssen wir da erkennen? Wenn jemand einen Beweis für die Unwahrhaftigkeit der WTG sucht, ja, für ihre Verlogenheit in politischen Dingen, die einfach alles auf den Kopf stellt, dann liegt dieser Beweis hier auf der Hand! Mußt du nicht politisch heucheln, wenn du verkündigst, die WTG-Schriften enthielten keine politische Propaganda, aber deinem Zuhörer beispielsweise jenes "Erwachet" mit der zitierten antikommunistischen politischen "Mauer"-Hetze in die Hand drückst? Was ist das für eine Verkündigung? Wie kann, man dabei ehrlich bleiben? Wie kann man da nur vor Gott und Menschen ein ehrliches Gewissen haben? Niemand wundere sich über die Folgen.
Der Sachverhalt ist so folgenschwer und so bedeutend, daß er völlig ausreicht, dem Glaubensmißbrauch der WTG unverzüglich den Rücken zu kehren. Wenn die WTG schon solche antikommunistische politische Propaganda in ihren Schriften betreibt, warum kann sie es dann wenigstens nicht unterlassen, öffentlich zu bestreiten, solche politische Propaganda zu betreiben, wo doch jedermann vergleichen kann, um zu sehen, ob das stimmt! Sie hätte doch an sich solches Abstreiten gar nicht nötig. Sie hat es nötig! Um von ihren Hintermännern abzulenken, für die sie diese politische Propaganda in ihre Schriften aufnimmt. Es trifft hier voll auf die WTG zu, wenn es heißt: Wer sich verteidigt, klagt sich an! Wer ist denn an sie herangetreten, auf daß sie in ihren Schriften politische Propaganda treibt? Wer hat denn da Interesse an dem antikommunistischen politischen Programm, daß die WTG Jahr um Jahr durch die Verkündigung zieht? Ja, sie hat diese Ablenkung nötig!
Wer jedoch vor seinen Mitmenschen, mit denen er lebt, denen er verkündigen soll, nicht als politischer Heuchler dastehen will, wer vor Gott und den Menschen ehrlich bleiben will, kann diese WTG-Politik nicht länger mitmachen, nicht wahr?
Wenn du noch zögerst, obwohl die
weltweite 1975-Falschverkündigung nun perfekt ist, das politische Spiel der WTG sollte
dir sagen: "Nun reicht's!" Ja, das hat mit Gott und Christus nichts mehr zu tun.
W. W.
ZUSCHRIFTEN/INFORMATIONEN/BERICHTE
Eine Dokumentation der Evangelischen Zentralstelle für
Weltanschauungsfragen in Stuttgart über den WT-Endtermin 1975
"Obwohl die bisherigen Erfahrungen mit
apokalyptischen Daten geradezu katastrophal sind, brauchen endzeitlich ausgerichtete
Glaubensgemeinschaften offensichtlich immer wieder einen neuen Impuls durch solche
Termine. Das trifft vor allem auf die Wachtturm-Organisation zu, die ständig die
Naherwartung hochspielt, um dadurch ihre Mitarbeiter zu besonderem Eifer im
missionarischen Dienst anzuspornen.
Ein festes Enddatum steigert und konkretisiert die Erwartungen. Auf der anderen Seite freilich stehen die gefährlichen Folgen einer Fehldeutung Vertrauensschwund gegenüber der verantwortlichen Führung, Abfall vieler enttäuschter Gläubiger, unter Umständen eine Revolte."
Mit diesen einleitenden Worten veröffentlichte die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Stuttgart unter Federführung von Dr. H. D. Reimer eine Dokumentation für alle evangelischen Pfarrer in der BRD unter dem Thema:
"Jehovas Zeugen - Dokumentation: Endtermin 1975". Ein Schwerpunkt hierin ist der Vergleich mit einem gleichen Endtermin eine Generation zuvor, mit 1925. Es wird u. a. darauf verwiesen, daß die WTG nach dem 1925-Fehlschlag verkündete, "die Treuen" hätten nun gelernt, "keine Daten mehr für die Zukunft festzusetzen" (J . F. Rutherford in Rechtfertigung Bd. II, 1932).
"Was die Leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas dazu veranlaßt hat, im Jahre 1966 doch wieder einen Endtermin auszugeben, wissen wir nicht. Fest steht lediglich, daß die jährliche Zuwachsrate der Bewegung, die Ende der 40er Jahre bei 27 Prozent lag, während der 50er Jahre bis Anfang der 60er Jahre auf durchschnittlich 4 Prozent absank. Seit 1968 ist dann wieder ein Anstieg zu verzeichnen. Viele Kritiker der WT-Organisation behaupten, die neue Botschaft sei nicht eine Frucht des Glaubens gewesen, sondern eine genau berechnete Maßnahme der Zentrale in Brooklyn. Die 'Christliche Verantwortung' wirft Präsident Rutherford vor, er habe nie selbst an das im Namen Jehovas verkündete 1925-Ende geglaubt'. Er sie vielmehr 'nicht lange vor dem Endtermin 1925' im Bibelhaus in Magdeburg 'mit großen Dollarsumme und einem gewaltigen Plan, die Gebäude zu erweitern, um das Werk auszudehnen', erschienen. Fast das gleiche wiederholte sich 1968: Im WT vom 15. 7. 1968 verkündet Präsident Knorr die Errichtung eines großen Druckereigebäudes in Brooklyn für 4 Millionen Dollar. (CV 21/1968)"
Sodann werden in der Dokumentation die entscheidenden Ankündigungen des Jahres 1975 seitens der WTG vor Augen geführt, die doppeldeutigen Bemerkungen dazu, um sich zur gegebenen Zeit wieder auf der Affäre ziehen zu können, sowie der Beginn des Wiederabrückens von diesem Termin, nachdem die Verkündigerzahlen wieder anstiegen. Insgesamt eine sehr sachliche Information für alle Pfarrer über die Haltlosigkeit der WTG-Endverkündigungen.
Ein neues Buch- über die WTG und
Zeugen Jehovas in der BRD
Auf der Frankfurter Buchmesse 1975 wurde unter dem Titel
"Propheten der Angst" ein neues 231 Seiten starkes Buch von Horst Knaut über
die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas ausgestellt. In einem ersten Kommentar von Jürgen vom
Scheidt dazu heißt es: "Der Zeitpunkt dieser Publikation könnte nicht besser
gewählt werden: 1975 ist das Jahr, das die Oberen der zwei Millionen Zeugen Jehovas in
aller Welt als Zeitpunkt von Harmagedon, dem alles vernichtenden Weltuntergang, errechnet
haben. Knauts Broschüre entwirft ein geradezu beängstigendes Bild dieser Sekte. Sein
Bericht basiert weitgehend auf eigenen Recherchen. Er zog selbst mit zwei Predigerinnen
von Haustür zu Haustür, studierte deren immer gleichen Bekehrungsversuche, die Erfolge
und Mißerfolge, bemerkte, wie über jeden dieser Besuche, ganz gleich mit weichem
Resultat, fein säuberlich ein Vermerk in einer Art Personalbogen eingetragen wurde. Da
werden offenbar Karteien angelegt, die denen des CIA und anderer Behörden beängstigend
gleichen. Aber noch vieles mehr ist beängstigend bei dieser religiösen Gruppe. Knaut hat
es sich nicht leicht gemacht. Er sprach auch mit 'Ehemaligen', die irgendwann den Absprung
aus diesem 'Wahnsystem' gefunden haben, wie er es nennt. Er weist auf die Gefahren für
die Gesellschaft hin, welche diese stetig wachsende Bevölkerungsgruppe auch deshalb
darstellt, weil sie radikal jedes soziale Engagement ablehnt. Wie weit die
Schlußfolgerung des Autors stichhaltig ist. daß hier (und bei ähnlichen religiösen und
pseudoreligiösen Gruppierungen) das Gros der Nichtwähler zu suchen ist und daß hier die
politischen Parteien in geradezu sträflicher Weise einen ,pathologischen Trend der
Gegenwart' übersehen, läßt sich schwer nachprüfen". Dieses Buch von H. Knaut hat
im WTG-Zweigbüro Wiesbaden ernste Besorgnis ausgelöst, da hier deutlicher als je zuvor
in der BRD mit dem Hinweis auf die WTG-Ablehnung jedes sozialen Engagements ein
politisches Argument vorgetragen wird, das eine berechtigte Empörung über den unsozialen
Mißbrauch des Evangeliums durch die WTG auslösen kann. Die WTG fürchte keinen rein
religiösen Disput, wohl aber die Aufdeckung ihrer politischen Tendenzen, verlautbart
dazu.
Andere, die in den USA auf das Ende der
Welt warten
The Washington Post: Der jüngste Tag. Trotz wachsender
juristischer und finanzieller Schwierigkeiten wartet eine Gruppe von 22 religiösen
Fanatikern in der amerikanischen Kleinstadt Grannis (Arkansas) weiter unbeirrbar auf die
Wiederkunft Christi und das Ende der Welt. In den drei Monaten seit Beginn der
"Vigil" haben die Mitglieder der Gruppe Arbeitsplätze, Autos und Häuser
eingebüßt. Außerdem geht das Geld für Essen zur Neige. Dennoch sind die
Weltuntergangsapostel entschlossen, ihre Wache fortzusetzen.
Ohne sich um Ratenzahlungen und Hypothekentilgung zu kümmern, waren die miteinander verwandten und verschwägerten Familien noch Grannis gekommen, um sich auf den jüngsten Tag vorzubereiten: Bei einer ihrer seit über zehn Jahren in regelmäßigen Abständen abgehaltenen Gebetssitzungen in Texas und New Mexiko war ihnen - so die Teilnehmer - am 29. September von Gott aufgetragen worden, sich im Hause des Robert Bard zu versammeln und auf das Ende der Welt zu warten. Daß dies bisher auf sich warten ließ, vermag die Gruppe nicht zu irritieren. Ebensowenig konnte sie die polizeiliche Entfernung von sechs Kindern aus dem Vigil-Haus von ihrem Vorhaben abbringen. "Wir brauchen nur Geld, um Essen zu kaufen" sagte Elizabeth Bard. Aber wir wissen ja, daß Gott weiß, für wie lange unsere Rücklagen reichen. Auch den Kontaktpersonen der 22 in Grannis fehlt es nicht an Zuversicht: "Sie dürfen nicht vergessen, daß sie wissen, daß sich Gott ihrer annehmen wird, was auch immer geschieht", sagte Mary Simolin, die seit über zwölf Wochen die Gruppe um den früheren stellvertretenden Sheriff Bard mit Lebensmitteln versorgt. Die Behörden verhalten sich vorerst abwartend. Das Gericht von Grannis hat jedoch damit gedroht, ein weiteres Kind aus dem Hause entfernen zu lassen. - (Vorwärts, SPD, 8. 1. 1976)
Jahrbuch 1976 und Theokratische
Predigtdienstschule 1976
Zuschriften über das Erscheinen des Jahrbuches der Zeugen
Jehovas 1976 wie über das Programm der Theokratischen Predigtdienstsschule 1976 für den
Zeitraum vom 4. April 1976 bis 27. März 1977 besagen, daß auch hierdurch der Termin von
1975 als eine der Welt verkündete Irreführung erwiesen sei.
Sind die Tagestexte des Jahrbuches schon für ein Viertel des Dienstjahres 1977 mit ausgegeben, so sei in der Predigtdienstschule schon das halbe Dienstjahr 1977 mitgeplant. So werde 1975 wieder zielstrebig verdrängt. Das sei nicht nur eine Zumutung angesichts dessen, wie 1975 proklamiert wurde, sondern schon ein Skandal. Die WTG werde damit als skrupellos erwiesen. Sie rechne kaltblütig mit der Vergeßlichkeit der Menschen. Sie lege es offenkundig darauf an, tatsächlich die einfältigsten Gläubigen zu sammeln. Müßte nicht jeder andere über sie empört sein?
Aufklärung über die WTG unter den
griechischen Zeugen Jehovas in der BRD - "1975" als Anlaß
Eingesandt aus Württemberg. - Vor zehn Jahren noch warb
Ilias Papailias auf dem Stuttgarter Hauptbahnhof unter seinen griechischen Landsleuten
für die Wachtturmgesellschaft der "Zeugen Jehovas". Als Zeuge Jehovas war er
1961 in die Bundesrepublik gekommen und arbeitete als Fernmeldemonteur in Zuffenhausen.
Heute steht er ganz im Dienste der Aufgabe, alle Menschen, denen er begegnet, vor der
Irrlehre der Zeugen Jehovas zu warnen. Wie kam es zu dieser Umkehr? Papailias erzählt
selbst, wie die Wachtturmgesellschaft 1966 begann, das Jahr 1975 als neuen Endzeittermin
zu proklamieren: "Wir sollten unbedingt glauben, daß 1975 Harmagedon komme."
Das war der erste Anlaß für ihn, diese und andere Lehren der Zeugen Jehovas im Licht des
Evangeliums zu überprüfen. Eine wichtige Hilfe auf seinem Weg waren ihm auch die
Schriften des ehemaligen "Zeugen Jehovas" Hans Jürgen Twisselmann, der
evangelischer Pfarrer wurde. Diese Schriften übersetzte er ins Griechische,
vervielfältigte sie und verteilte sie unter seinen Landsleuten. Ilias Papailias, geboren
1925 in Saloniki, begann eine umfangreiche Vortragstätigkeit in griechisch-orthodoxen und
evangelischen Gemeinden. Daraus und aus dem Versand von Aufklärungsschriften ergab sich
eine Fülle von Anfragen, eine umfangreiche Beratungstätigkeit in mündlichen und
schriftlichen Kontakten.
In den Jahren 1973/74 besuchte er die Bibelschule der Bahnauer Bruderschaft in Unterweissbach und steht nun ganz im Dienst der Aufklärungs- und Betreuungsarbeit unter den Griechen in der Bundesrepublik. -
Die anderen Christen mit
CV-Dokumentation über WT-Endzeit bekanntgemacht
Unter der Überschrift "Dokumentation über die
endzetlichen Bibeldeutungen der Wachtturmgesellschaft" berichtet die
Konfessionskundliche Forschungsstelle der Evangelischen Kirchen in der DDR in ihren
Nachrichten und Kommentaren, Folge 24 vom Dezember 1975:
"Im Herbst dieses Jahres hat die
Studiengruppe Christliche Verantwortung (Gera) als Sonderausgabe eine 16seitige
Dokumentation herausgebracht, die dazu bestimmt ist, im Zusammenhang mit dem neuen
Fehlschlag und Bankrott ihrer Endzeitverkündigung (S. 1) nachdenklich gewordenen Zeugen
Jehovas die Augen dafür zu öffnen, daß sie die Wachtturmgesellschaft durch die
ständigen Korrekturen ihrer endzeitlichen Bibeldeutungen längst unglaubwürdig gemacht
hat. Der Hauptartikel bringt in 24 Abschnitten zu einzelnen apokalyptischen Themen oder
Texten gut ausgewählte faksimilierte Auszüge aus Büchern. oder Zeitschriften der
Gesellschaft von Russells Schriftstudien an, die schlagend die Skrupellosigkeit belegen,
mit der man immer wieder das Gegenteil von dem, was man noch gestern gelehrt hatte, als
Wahrheit verkündigte." -
Zur Veranschaulichung werden dann die beiden Abschnitte
"Der politische Zionismus" (4) und "Die endzeitlichen Posaunen" (15)
abgedruckt.
Auch "diese Generation"
stirbt dahin!
Was für Schlußfolgerungen müssen aus den dargelegten
Tatsachen in dieser CV-Ausgabe wieder gezogen werden?
Liebe Leser
Kann das, was in dieser CV-Ausgabe wieder dargelegt worden
ist, bestritten werden? Ehrlicherweise doch wohl nicht. Nur, die große Gefahr besteht
jetzt darin, sich von der WTG wieder ablenken und weiter hinhalten zulassen und wieder zu
vergessen, was seit 1966 öffentlich über ein 1975-Ende verkündigt worden ist! Denn nie
zuvor hat die endzeitliche Unglaubwürdigkeit der WTG allen drastischer vor Augen
gestanden wie jetzt. Es gilt zu begreifen, daß angesichts dessen niemand in der
"Nachfolge" der WTG bleiben kann, will er ein ehrlicher Christ bleiben. Er
müßte das große Ablenkungsmanöver, das die WTG jetzt vollzieht, mitmachen Er müßte
wider besseres Wissen handeln, das darin besteht zu wissen, daß die Endzeitverkündigung
eigentlich längst haltlos geworden ist. Auch, daß jedermann, dem verkündigt werden
soll, ein Recht darauf hat, die Wahrheit darüber zu erfahren, wieviele und was für
"Endzeiten" für wie viele Generationen die WTG rückwirkend bis 1979 eigentlich
schon in die Welt gesetzt hat! Auch müßte er ein bewußter politischer Heuchler und
Lügner werden. Denn die WTG ist nicht nur nicht "unpolitisch", wie die wieder
aufgezeigte antikommunistische politische Propaganda in den Schriften des Jahres 1975
beweist. Sie treibt sogar ein politisches Doppelspiel, wenn man ihre politische Propaganda
ihrem "unpolitischen" Anspruch entgegenhält. Aber auch dieser Krug geht nur so
lange zum Brunnen, bis er bricht. Epheser 4:4-6, Philipper 3:17-20 und Galater 1:6-9
verbieten direkt solch "irdisches" Hoffen, wie es die WTG jetzt wieder aller
Welt mit 1975 verkündigt hat! Jede solche "Hoffnung" muß also gemäß dieser
Schriftaussage scheitern! Wie wir es jetzt wieder erlebt haben. Es war also nur gut, daß
man die WTG bisher mit ihrer Endzeit nicht für voll genommen hat, daß man diese
Verkündigung ignorierte, daß sie kein verantwortungsbewußter Mensch geglaubt hat. Wir
können heute, 1976, nur froh darüber sein, daß kein Mensch in verantwortlicher
gesellschaftlicher Funktion der WTG geglaubt hat. Das wäre jetzt eine einzige
gesellschaftliche Katastrophe. Zum Beispiel hätten allen Ernstes der XXV. Parteitag der
KPdSU nicht mehr durchgeführt und auch der IX. Parteitag der SED nicht anberaumt werden
dürfen, um das notwendige wirtschaftliche, politische, kulturelle und gesellschaftliche Leben weiter zu
planen und zu entwickeln. Die UNO hätte die Tätigkeit einstellen müssen, alle
Regierungen hätten zurücktreten müssen, der Vatikan hätte schließen müssen, der
Weltkirchenrat, alle Kirchen und anderen Gemeinschaften. Vieles müßte man aufzählen,
was jetzt 'am Boden läge, hatte man die WTG-Endzeitverkündigung ernst genommen und
geglaubt! Darum ist diese Art Verkündigung nunmehr völlig bankrott! Nur Einfältige,
Unwissende und Verzweifelte, die die Übersicht verloren haben, können am Ende der WTG
weiter folgen.
Was ist zu tun? Besprecht das wieder und wieder! Durchdenkt alles immer wieder aufs neue! Beratet euch auf beliebige Weise! Alle Aufmerksamkeit muß jetzt auf die Überprüfung der Endzeitverkündiger gerichtet werden. Denn das ist die Hauptsache, das Wesen der Besonderheit der gesamten WTG-Tätigkeit. Mit dieser Endzeitverkündigung steht oder fällt sie. Alles andere ist jetzt nur Ablenkung. Das "Werk" ist ein "Endzeitwerk"!. Es wird nie um bloßer "Erbauung" willen betrieben, sondern um einer angeblichen "Endzeit'" willen, die nun förmlich als haltlos auf der Straße liegt! Dann heißt es, heraus aus der aus dem WTG-Antikommunismus resultierenden Untergrundtätigkeit!
Schluß mit dieser schriftwidrigen und
unchristlichen sog. "theokratischen Kriegslist", 2. Kor. 4:2 NW! Bildet statt
dessen freie christliche Gemeinden, auch in Zusammenarbeit mit den bereits bestehenden
Gemeinden dieser Art, die von Brüdern und Schwestern gegründet wurden, die schon früher
die Haltlosigkeit des WTG-Kurses erkannten in der DDR und anderswo. Man kann sich ihnen
auch anschließen. Es sind in der DDR der Bund freier Christengemeinden, die Vereinigung
freistehender Christen und weitere freie christliche Gemeinden. Nehmt mit ihren
Angehörigen und dienenden Brüdern Verbindung auf. Die "Endzeitfahne" der WTG
ist endgültig zerschlissen, unglaubwürdig, bankrott. Die Neuorientierung in Glaube,
Hoffnung und Liebe steht damit vor jedermann, der es als Christ ehrlich meint, wenn er der
WTG bisher folgte.
In christlicher Verbundenheit
Eure Brüder und. Schwestern
CV-Leitung Gera/Thüringen
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"Christliche Verantwortung" Monatsschrift der
Studiengruppe Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum, DDR 65 Gera
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