Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 234
In einem tendenziösen
Geschichtsbericht die ersten Jahre nach 1945 betreffend, in dieser CV-Ausgabe, auch
angereichert mit einigen Faksimiles, findet man auch den Satz, und der sagt eigentlich
mehr als zehn Bände auszudrücken vermögen:
Am 14.2.1946 erhielt er (Frost) die bei der amerikanischen Militärregierung
erbettelte Druck- und Verlagslizens."
Es wird weiter die vermeintliche Politiklosigkeit" der Zeugen gegeißelt und
Kontrastreich in den Kontext der trostlosen Umweltbedingungen gestellt. Mag man diese
Kritik auch noch nachzuvollziehen; so zeigt indes die Vokabel vom erbetteln"
die andere Seite. Tja, wenn die SMAD sich nicht dazu durchringen konnte, eine Lizenz für
das WTG-Schrifttum zu bewilligen (wie immer man es auch inhaltlich einschätzt). Dann war
wohl auf östlicher Seite, der erste Schritt zur Eskalierung der Konflikte getan. Diese
Sachlage kann man nicht wegreden, auch wenn diese CV-Ausgabe sich kunstvoll"
darum bemüht!
Noch eine weitere unfaire Argumentation baut die CV in ihre Replik mit ein. Den Fall
Werner Knapke, den auch ich schon kritisch kommentiert habe. Nur vergisst die CV seine
Zeitbezogenheit hinzuzufügen. Zwar 1946 geschrieben und publiziert, aber kaum den
deutschen Zeugen, je zeitgenössisch bekannt geworden (den Zeugen in der Schweiz sehr
wohl).
Der CV geht es aber doch vor allem um eines. Die WTG-Politik nach 1945 madig zu machen.
Und in diesem Kontext wirken die seinerzeitigen Knapke'schen Ausführungen mehr als
deplatziert; ihr Tenor liegt eindeutig auf dem Antikirchlichen Akzent.
Der Fall Knapke ist in der Tat wert dokumentiert zu werden. Nur, man kann richtiges auch
am falschen Ort sagen, was dann wohl auch in diesem Fall so ist. Der Fall Knapke
Insgesamt ist zu dieser CV-Ausgabe
festzustellen:
Extrem DDR-Parteilich konzipiert. Jedoch nicht dem Kriterium nach Objektivität zu
streben, entsprechend. Gewogen und für zu leicht befunden.
- 30 JAHRE -
CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG BEGRÜNDET 1959 VON WILLY
MÜLLER, GD. GERA/THÜR., DDR
Nr. 234 GERA JANUAR 1989
DER DEUTSCHE WTG-ZWEIG IM WANDEL DER
POLITIK
Liebe Brüder und Schwestern!
In diesem Jahr können wir auf eine 30-jährige Tätigkeit zurückblicken. In der
Auseinandersetzung mit den Lehren und dem Verhalten der Wachtturm-Gesellschaft (WTG) haben
wir sie auf knapp einem Drittel ihres Weges begleitet.
Insbesondere die in der DDR lebenden Zeugen Jehovas erhielten so die Möglichkeit,
kritisch die Methoden ihrer Wachtturm-Führung zu untersuchen. Viele von ihnen zogen
daraus die richtigen Schlußfolgerungen. Andere, die sich dem Einfluß der WTG nicht
entziehen konnten oder wollten, begegneten unserer Zeitschrift mit Mißtrauen. Gerade
frischgetaufte Zeugen Jehovas lassen sich von dem scheinbaren "geistigen
Paradies" in den Versammlungen blenden. Erst nach Jahren oft bitterer Erfahrungen
werden sie objektiven Argumenten gegenüber zugänglich. Erschwerend kommt hinzu, daß sie
über die Vergangenheit der Wachtturm-Gesellschaft - deren Tätigkeit und Lehre - nur
unzureichend und oft unsachlich informiert werden.
Unser Jubiläum nehmen wir zum Anlaß, um
uns der Motive zu erinnern, die den Gründer unserer Zeitschrift, Br. Willy Müller,
veranlaßten, 1959 seinen ersten offenen Brief an die WTG zu verfassen. Dieses, von ihm
selbst vervielfältigte Schreiben, war die Geburtsstunde unserer Zeitschrift
"Christliche Verantwortung", die ab Oktober 1965 in gedruckter Form erschien.
Dabei war Bruder Willy Müllers Aktivität nur die Reaktion auf eine fragwürdige Politik
der Wachttunn-Gesellschaft.
Wenden wir uns nun einem wichtigen Kapitel in der Geschichte der Zeugen Jehovas zu.
Ereignisse der Jahre 1945 bis 1950 stehen dabei im Mittelpunkt. Besonders soll die
Abhängigkeit der WTG von der Politik der herrschenden Kreise in den USA und, die daraus
resultierenden Konsequenzen für die Zeugen im damaligen Deutschland verdeutlicht werden.
Selbstverständlich können wir viele Probleme nur anschneiden. Andere Vorgänge, wie z.
B. die Intrigen um den ehemaligen deutschen Zweigdiener Balzereit, berücksichtigen wir
aus Platzgründen nicht. Ebenso verweisen wir bei Fragen zur geheimdienstlichen Tätigkeit
der WTG auf das Buch von Manfred Gebhard "Die Zeugen Jehovas - Eine Dokumentation
über die Wachtturmgesellschaft",welches 1970 im Urania-Verlag der DDR erschien. Die
Ereignisse von 1951 - 1959 werden wir in einer späteren CV-Ausgabe darstellen.
Gern ist unsere Studiengruppe bereit,
weitere Auskünfte zu erteilen. Ebenfalls würden wir uns über Hinweise, Erfahrungen und
Meinungen zu diesem Thema freuen.
In der Hoffnung, Euch einige interessante Aspekte vorzustellen, verbleiben wir in
christlicher Verantwortung!
Eure Brüder
AUFSTIEG UND FALL
Am 9. September 1945 gründeten Erich Frost, Ernst Seliger, Erwin Schwafert, Otto Dathe,
Johannes Schindler, Wilhelm Schumann und Ernst Wauer die "Internationale
Bibelforscher-Vereinigung, Deutscher Zweig, e. V.", mit Sitz in Magdeburg. Die
Unterzeichnung des Protokolls fand in der Magdeburger Otto-v.-Guericke-Straße 50 statt.
Schon am 22. September 1945 bestätigte das Amtsgericht Magdeburg, daß diese Organisation
in das Vereinsregister unter der Nr. 819 eingetragen wurde. Damit hatten die Bibelforscher
(Zeugen Jehovas; ZJ) ein halbes Jahr nach Kriegsende im gesamten Deutschland ihre
Legalität erreicht. Auch von der Sowjetischen Militär Administration für Deutschland
(SMAD) gab es keine Bedenken. Waren doch die Gründungsmitglieder der
Bibelforscher-Vereinigung
"ANERKANNTE OPFER DES FASCHISMUS UND
GEHÖRTEN NIEMALS DER NSDAP ODER EINER IHRER UNTERORGANISATIONEN AN."
(Brief Erich Frosts an das Polizei-Präsidium Magdeburg vom 30. April 1946.)
Was konnte schon dagegen eingewandt werden, wenn sie sich in ihren Statuten das Ziel
stellten,
"DEN MENSCHEN IN IHREN GLAUBENSZWEIFELN UND GEWISSENSKONFLIKTEN BEIZUSTEHEN UND IHNEN
ZU HELFEN, VERLORENEN GLAUBEN UND GOTTVERTRAUEN ZURÜCKZUGEWINNEN"?
(§ 3, Statuten IBV, Deutscher Zweig e. V.)
Dazu verwiesen sie in ihrem Gründungsprotokoll vom 9. September 1945 noch auf einen
"langjährigen, ununterbrochenen Kampf (es) gegen Willkürdiktatur und
imperialistisches Weltmachtstreben".
Selber schätzte die WTG in ihrem Jahrbuch von 1974, S. 221, rückblickend ein:
"DIE BEAMTEN DER (sowjetischen; Anm.
CV-Red.) MILITÄRREGIERUNG WUSSTEN NICHT VIEL ÜBER JEHOVAS ZEUGEN, AUSSER DASS SIE DER
GRAUSAMEN VERFOLGUNG VON SEITEN DER NATIONALSOZIALISTEN WIDERSTANDEN HATTEN."
So konnte der neuernannte und vom USA-Außenministerium genehmigte Zweigdiener für
Deutschland, Erich Frost, die Gebäude in der Magdeburger Saarstraße 17-19 und in der
Leipziger Straße 16 wieder übernehmen, die am 28. Juni 1933 von den Nationalsozialisten
beschlagnahmt worden waren. Noch im Jahre 1945 WURDEN DIE AUFBAUARBEITEN IM OSTEN
DEUTSCHLANDS, IN MAGDEBURG, WIE DURCH EIN WUNDER DES HERRN BEWIRKT, und zu 95%
abgeschlossen (Jahrbuch 1948 S. 123).

Vom 8. - 10. Juni führte die
Wachtturmgesellschaft unter der Leitung Erich Frosts in Magdeburg einen Bezirkskongreß
mit mehr als 6500 Teilnehmern durch. Einladungen zu diesem Treffen hatten der
Oberbürgermeister der Stadt und der Stadtkommandant der Sowjetarmee erhalten, beide
erschienen.
In einer Ansprache begrüßte Erich Frost die Behördenvertreter herzlich und würdigte
ihr gutes Verstehen und Entgegenkommen, Dem Kommandanten dankte er für die Hilfe bei der
Öffnung der Konzentrationslager und der Beförderung in die Heimat.
Der Oberbürgermeister betonte in seiner Erwiderungsrede das standhafte antifaschistische
Verhalten der Zeugen Jehovas gegenüber dem Naziregime und im KZ. Zu Ehren und in
Anerkennung ihrer Standhaftigkeit werde die Saarstraße, in der das Wachtturmgebäude
steht, in "Wachtturmstraße" umbenannt.
Der Stadtkommandant betonte ebenfalls die Prinzipientreue der Zeugen Jehovas, der
damaligen Bibelforscher, und würdigte ihr gegenwärtiges Verhalten.
Brausender Beifall begleitete die Reden. Am
8. 7.1946 wurde in einer Mitgliederversammlung die Vereinigung in "JEHOVAS ZEUGEN,
INTERNATIONALE BIBELFORSCHER-VEREINIGUNG DEUTSCHER ZWEIG; EINGETRAGENER VEREIN umbenannt.
Im gleichen Jahr fanden Herbsthauptversammlungen der Zeugen Jehovas statt. Dazu
Ausschnitte aus dem "Informator" vom Dezember 1946, S. 3,4
(Vorgängerzeitschrift der "Königreichsdienste")
IN DER RUSSISCH BESETZTEN ZONE VERSAMMELTEN SICH JEHOVAS ZEUGEN ERSTMALIG IN BERLIN,
AM 2. UND 3. NOVEMBER. EINE SEHR GERÄUMIGE BETRIEBSHALLE WAR DASELBST GEMIETET UNO DIE 5
100 ANWESENDEN GESCHWISTER VERMOCHTEN SIE KAUM ZU FÜLLEN ... DER VORTRAG OBER DEN
FÜRST DES FRIEDENS" WURDE HIER IN BERLIN AN 5 VERSCHIEDENEN PLÄTZEN GEHALTEN,
UND ZWAR GLEICHZEITIG. AUCH DER BERLINER RUNDFUNK ERSCHIEN ZU EINER REPORTAGE, DIE AUCH
BEREITS AM MONTAGABEND DURCH DEN SENDER GEHALTEN WURDE ... DURCH EINE WUNDERBARE FÜGUNG
DES HERRN WURDE UNS DIE MÖGLICHKEIT GEGEBEN, AM DARAUFFOLGENDEN TAGE, DEM 4. NOVEMBER IN
EINEM GROSSEN ZIRKUSZELT DEN VORTRAG 'CHRISTEN IM FEUEROFEN' ZU HALTEN.
ETWA 2 000 BESUCHER WURDEN GEZÄHLT UND DIE
AUFMERKSAMKEIT DIESER MENSCHEN WAR ÜBERAUS GROSS."
Weitere 1000 Geschwister versammelten sich am 9. und 10. November in Halle und 1800 ZJ
hörten am 16. und 17. November die Vorträge in der Stadthalle in Görlitz.
"MIT DEM KONGRESS IN LEIPZIG, AM 7. UND 8. Dezember FAND DIE KETTE UNSERER
DIESJÄHRIGEN HAUPTVERSAMMLUNGEN IHREN ABSCHLUSS. WELCH EIN AUSSERGEWÖHNLICHER SEGEN UND
WELCHER REICHTUM DER GNADE UND FREUDE AUS DEN HÄNDEN JEHOVAS! IN LEIPZIG VERSAMMELTEN
SICH IN DER MIT GROSSER LIEBE UNO UNSÄGLICHEN MÜHEN ZUBEREITETEN MESSEHALLE ÜBER 7 000
TEILNEHMER, UM DAS LETZTE GLIED DIESER KETTE ÖFFENTLICHER LOBESERHEBUNGEN UNSERES
WUNDERBAREN GOTTES ZU EINEM HÖHEPUNKT ZU GESTALTEN." (Informator, Januar 1947)
Und stolz verkündete der
"Wachtturm" vom 15.2.1948 auf Seite 60:
"... DENN IN MAGDEBURG, DER RUSSISCHEN ZONE, MUSSTEN VORBEREITUNGEN GETROFFEN WERDEN
FÜR DIE KREISVERSAMMLUNG, DIE DORT AM 14. UND 15. JUNI (1947; Anm. CV-Red.) IM BESITZTUM
DES ZWEIGBÜROS DER GESELLSCHAFT ABGEHALTEN WERDEN SOLLTE. DER HÖHEPUNKT DER
KREISVERSAMMLUNG WAR DIE ERÖFFNUNG" DES NEUEN KÖNIGREICHSSAALES, DER
WIEDERHERGESTELLT UND NEU AUSGESTATTET WORDEN WAR UND SITZGELEGENHEITEN FÜR ETWA 900
PERSONEN BIETET. DIE PRÄCHTIGE INNENDEKORATION MACHT IHN ZU EINER DER SCHÖNSTEN
VERSAMMLUNGSSTÄTTEN DER ZEUGEN JEHOVAS IN DER WELT."
"ER WAR AN DIESEM ABEND ÜBERFÜLLT.
AUCH DER KLEINE KÖNIGREICHSSAAL (DER SPEISESAAL) WAR ÜBERFÜLLT UND HUNDERTE STANDEN
DRAUSSEN, DIE DURCH LAUTSPRECHER DEN AUSFÜHRUNGEN GUT FOLGEN KONNTEN. ES WAREN ÜBER 2000
BESUCHER ERSCHIENEN, UND ES WURDE AUF DIESEM GELÄNDE DER WATCH TOWER DAMIT DAS
MACHTVOLLSTE ZEUGNIS GEGEBEN, DAS HIER JE STATTFAND.
CA. 500 VERKÜNDIGER HATTEN AM SONNABEND IN EINEM BEKANNTMACHUNGS-FELDZUG DEN VORTRAG MIT
GEDRUCKTEN HANDZETTELN ANGEKÜNDIGT, DER AUSSERDEM AUCH AN DEN LITFASSÄULEN UND DURCH
PLAKATTRÄGER ÜBERALL DER ÖFFENTLICHKEIT ZUR KENNTNIS GEBRACHT WURDE. "
(Informator, Juli 1947)
NUR VERSPRECHUNGEN STATT HILFE
Ein verheißungsvoller Neubeginn für die Zeugen Jehovas in Deutschland! Ihnen war die
Möglichkeit eingeräumt worden, auf der Grundlage bestehender staatlicher Gesetze sich
ihren Statuten gemäß zu betätigen.
Allerdings traten schon in dieser Zeit die ersten Irritationen im Verhältnis zwischen der
WTG und der antifaschistisch-demokratischen Regierung auf.
"DIE SICH MIT DEN POLITISCHEN, KOMMERZIELLEN UNO RELIGIÖSEN ANGELEGENHEITEN
DERWELTBEFASSEN MÖCHTEN UND SIE UNTERSTÜTZEN ...
WERDEN MIT DER ALTEN WELT UNTERGEHEN MÜSSEN, WENN DIESE IN DER SCHLACHT VON HARMAGEDON
VERNICHTET WIRD ... DIE WAHRHEIT MACHT FREI VON POLITIK, VON RELIGION UND SELBSTSÜCHTIGEM
HANDELSGEIST." (Jahrbuch 1949, Seite 32,33)
Noch deutlicher wird diese Linie in einem
Zitat aus dem WTG-Buch "Regierung", welches im Jahre 1928 veröffentlicht wurde:
"DIE ZEIT IST GEKOMMEN, WO GOTTES GERECHTE REGIERUNG BEGINNT. WARUM SOLLTE MAN DA DEN
KRAFT- UND FRUCHTLOSEN LEHREN UND BEMÜHUNGEN DER MENSCHEN WEITERE AUFMERKSAMKEIT
ZUWENDEN?" (S. 290) In der Praxis bedeutete dies, daß jeder Zeuge nur die
allernotwendigste Arbeit verrichten durfte, um man gerade seinen Lebensunterhalt zu
sichern. Jedes weitere Engagement zum Wohle der neuzubildenden Nachkriegsordnung war bei
ihnen verpönt, ja geradezu wider Gott gerichtet. Ein Verstoß gegen die Lehre der
Wachtturmgesellschaft wurde nämlich als Verstoß gegen Gottes Anordnungen gewertet.
In diesem Zusammenhang muß man sich auch
der damaligen merkwürdigen WTG-Auffassung bezüglich der obrigkeitlichen Gewalten aus
Römer 13 erinnern:
"SEI DER THEOKRATISCHEN HERRSCHAFT UNTERTAN, INDEM DU JENE ANERKENNST, DIE IN JEHOVAS
REINER UND GLÜCKLICHER ORGANISATION DIE AUTORITÄT ÜBER DICH INNEHABEN." (Wachtturm
2/1947)
"GOTT HANDELT NUR MIT DENJENIGEN
PERSONEN, DIE SICH INNERHALB ODER UNTER DIESER ORGANISATION BEFINDEN."
(Wachtturm 1.1.1948)
Fazit: Alle Menschen, die sich nicht innerhalb oder unter der WTG-Organisation befanden,
handelten unter der zukunftslosen Anleitung Satans. So natürlich auch die damalige
ostdeutsche Regierung und die SMAD. Und deren Aktivitäten durften keinesfalls
unterstützt werden! Auch wenn es sich darum handelte, andere Menschen (Nicht-Zeugen) vor
dem sicheren Hungertod zu bewahren. An dieser Stelle führe man sich einmal die
wirtschaftliche und soziale Lage vor Augen, die in den Jahren 1945 bis 1947 in der
sowjetischen Besatzungszone herrschte:
Es fehlte an allen Ecken und Enden. Kleidung, Nahrungsmittel, Brennstoffe, Wohnungen u. a. m. Durch den ungewöhnlich langen und strengen Winter 1946/47 komplizierte sich die wirtschaftliche Situation sehr. Zahlreiche Betriebe mußten wegen Kohle- und Rohstoffmangels die Produktion drosseln oder ganz einstellen. Allein in Berlin waren im Januar 1947 etwa 200 000 Werktätige ohne Arbeit. Die Industrie und die Bevölkerung konnten nur noch zeitweilig und beschränkt überhaupt nicht mit Gas und Elektroenergie versorgt werden. Früher als gewöhnlich einsetzend, hatte der Frost einen Teil der Kartoffel- und Rübenernte verdorben. Vielerorts konnten die Lebensmittelrationen nicht ausgegeben werden, obgleich die tägliche Brotration ab 1. Februar 1947 nur 350 Gramm pro Person betrug. In zahlreichen Haushalten waren die Brennstoffvorräte schon nach den ersten Wochen des Winters aufgebraucht. Ungenügend ernährt, schlecht bekleidet und oft nur notdürftig untergebracht, spannten dennoch viele Bürger alle Kräfte an, um die Produktion aufrechtzuerhalten und die notwendigen Reparaturen vorzunehmen. Die Zeugen Jehovas waren über solche "kraft- und fruchtlosen Bemühungen" der "Weltmenschen" erhaben, sie verkündeten lieber den baldigen Untergang von Regierung und "gottlosen" Mitbürgern!
ZUR VERTRAGS"TREUE" DER WTG
Doch noch ein anderer Fakt mußte die SMAD sowie die Regierung beunruhigen. Wir lesen im
Jahrbuch 1974 auf Seite 213:
"GEGEN ENDE DES JAHRES 1945 FUHR BRUDER FROST VON MAGDEBURG NACH STUTTGART UND
BESPRACH MIT TREUEN BRÜDERN, DIE BEREIT WAREN, DEN VOLLZEITDIENST ALS REISENDE DIENER
AUFZUNEHMEN ODER IM BETHEL ZU ARBEITEN, ORGANISATORISCHE FRAGEN. DA DIE GESELLSCHAFT IN
MAGDEBURG (OSTDEUTSCHLAND) EINGETRAGEN WAR, SCHIEN ES NOTWENDIG ZU SEIN, EIN ZWEIGBÜRO IN
STUTTGART, ALSO IN WESTDEUTSCHLAND ZU ERÖFFNEN." Erinnern wir uns der Tatsachen:
Am 22.9.1945 war im Amtsgericht Magdeburg
die "Internationale Bibelforscher-Vereinigung, Deutscher Zweig", mit Sitz in
Magdeburg in das Vereinsregister eingetragen worden. Damit sollte das Zweigbüro Magdeburg
seine Funktion für das gesamte Deutschland ausüben. Obgleich dafür dem Zweigdiener
Erich Frost von der SMAD ansehnliche Gebäude zur Verfügung gestellt wurden, kümmerte er
sich in rechtsbrecherischer Weise gleichzeitig um ein "Zweigbüro in Stuttgart, also
in Westdeutschland". Frosts unehrliche Praxis läßt sich weiter verfolgen. Am
14.2.1946 erhielt er die bei der amerikanischen Militärregierung erbettelte Druck- und
Verlagslizens. So wurden. im Jahre 1948 "auch die ersten Flachpressen im Bethel
Wiesbaden aufgestellt ..."
"DOCH SCHON DAVOR KONNTEN DIE BRÜDER ETWA EINEINHALB JAHRE LANG IN EINER KLEINEN
DRUCKEREI IN KARLSRUHE MONATLICH ETWA 4000 BIS 6000 ZEITSCHRIFTEN DRUCKEN."
(Jahrbuch 1974, Seite 220)
Anhand dieser Fakten erkennt man deutlich, welch ein unehrliches Spiel die WTG in der
sowjetischen Besatzungszone trieb. Von Beginn an kalkulierte sie einen Bruch der
getroffenen Vereinbarungen mit der sowjetischen Administration ein.
WOHLWOLLEN WIDER WILLEN
EIN VERFECHTER DES KOMMUNISMUS WAR DIE WACHTTURMGESELLSCHAFT NIE.
Diesbezügliche Äußerungen in den 1920er Jahren und danach bewegten sich auf folgendem
Niveau!
Im "DAS GOLDENE ZEITALTER" Nr. 3/1924. schrieben sie:

Die Wende brachte ein Artikel
in der Zeitschrift "Trost" vom 1. Dezember 1946. Vorab" aber einige
Bemerkungen.
In der damaligen Zeit hatte die Wachtturmgesellschaft zum Begriff "Religion" ein
äußerst gestörtes Verhältnis. Deshalb ließ sie keine Gelegenheit aus; ihr Gift gegen
Kirchen, Religionsgemeinschaften oder Sekten zu versprühen.
Sogar "Weltmenschen" durften sich zur Religionsproblematik in den WTG-Schriften
ausführlich äußern, so auch ein gewisser Dr. phil. Werner Knapke, Historiker, aus
Finnland. Sein Artikel "Jesuitische Machtpolitik", der in Trost-Nr. 578 - 581
abgedruckt wurde, ist ein wissenschaftlich verbrämtes Werk gegen die Religion,
insbesondere gegen die katholische. Dazu heißt es in einer Vorbemerkung der Redaktion:
"EIN LESER DER ZEITSCHRIFT 'TROST' IN FINNLAND, DER UNS IN UNSERM KAMPF GEGEN DIE MÄCHTE DER FINSTERNIS ALS AKADEMIKER ZU UNTERSTÜTZEN WÜNSCHT, STELLTE UNS FOLGENDE AUSSERGEWÖHNLICHE ARBEIT ZUR VERFÜGUNG."
AQußergewöhnlich war es in
der Tat, was man dann in der Trost-Nr. 581 zu lesen bekam. Vor lauter WTG-Religions-Haß
kam nämlich die Sowjetunion recht gut dabei weg.
"DAS BEDEUTET BEREITS EINE BEDROHUNG DER SOWJET-UNION; BALD WERDEN UNTER JESUITISCHER
MITWIRKUNG DER ANGELSACHSISCHE UND JAPANISCHE KAPITALISMUS SICH IN DEN ARMEN LIEGEN,
WELCHER VORGANG DIE WACHSAMKEIT RUSSLANDS NOCH MEHR SCHÄRFEN MUSS. WAS KONNTE ENDLICH
DIESEM JESUITISCHEN, DEM GEISTIGEN FORTSCHRITT DER MENSCHHEIT SO SCHÄDLICHES
WELTMACHTSTREBEN EIN ZIEL SETZEN? EINZIG UND ALLEIN EIN STARKER RUSSISCHER, LENINISTISCHER
EINFLUSS IN GANZ EUROPA UND IN DER INTELLIGENZ ALLER FREIEN VÖLKER ... EUCH WIRD NIE MEHR
EIN SONNENMORGEN DER AUFKLÄRUNG LEUCHTEN, WENN WIR NICHT IN EINER MUNDALEN, RIESIGEN
FREIGEISTIGEN REVOLUTION DEN LAUF DER 'SCHWARZEN FLUT' HEMMEN.
... JEDOCH - EIN NEUES LEUCHTENDES GESTIRN GING DER MENSCHHEIT IM OSTEN IN DER PERSON
LENINS AUF, ES IST DIE SOZIALE IDEENWELT DER PRODUKTIV SCHAFFENDEN, WELCHE ZUR
NATURBEDINGTEN 'EINHEIT DES MENSCHENGESCHLECHTS UNS FÜHREN SOLL ..." (Seite 11)
Zwar schwächte die
Trost-Redaktion in einer Anmerkung unter diesem Artikel die dargelegten Ansichten des Dr.
Knapke ab. Der Grundgedanke blieb aber bestehen;
"DURCH DIESE FESTSTELLUNG SOLL DER, WERT DER HISTORISCHEN ABHANDLUNG, SOWEIT SIE
NACHWEISBAREN, WENN AUCH UMSTRITTENEN TATSACHEN ENTSPRICHT, KEINESWEGS BEEINTRTÄCHTIGT
WERDEN!"
(Fußnote der Trost-Redaktion, Seite 11)
BROOKLYN GERÄT IN AUFRUHR
Es vergingen gerade drei Monate. Inzwischen wurde die Zeitschrift "Trost" in
"Erwachet!" umbenannt. In ihrer Ausgabe vom 8. März 1947 distanziert sich die
WTG eindeutig von den prosowjetischen Knapke-Äußerungen. Hier ein Auszug aus dem Artikel
"Im Dienste bolschewistischer Propaganda'?":
"DAGEGEN IST DER AUFSATZ (in Trost Nr. 581; Anm. CV-Redaktion) ALS GELEGENHEIT
BENUTZT WORDEN, UM GEGEN JEHOVAS ZEUGEN IN LEIDENSCHAFTLICHER WEISE VORWÜRFE UND ANGRIFFE
ZU RICHTEN. INSBESONDERE IST DAS GESCHEHEN IN EINEM ARTIKEL 'IM DIENSTE BOLSCHEWISTISCHER
PROPAGANDA', DURCH DEN DER ABSURDE VORWURF WIEDER AUFGENOMMEN WIRD, ALS OB JEHOVAS ZEUGEN
MIT DEM BOLSCHEWISMUS IN VERBINDUNG STÜNDEN. DABEI HÄTTE EINE OBJEKTIVE PRÜFUNG DEN
ANGREIFERN SOFORT DEN BEWEIS ERBRINGEN MÜSSEN, DASS WIR GERADE DIE BOLSCHEWISTISCHEN
TENDENZEN DES ARTIKELS ABGELEHNT HABEN ... ANGESICHTS DIESER KLAREN UND
UNMISSVERSTÄNDLICHEN STELLUNGNAHME KANN NIEMAND IN GUTEN TREUEN UNS BOLSCHEWISTISCHE
PROPAGANDA VORWERFEN." (Seite 9)
Der CV-Redaktion ist nicht
bekannt, daß Fehler in der Vergangenheit von der WTG innerhalb solch kurzer Frist so
"klar und unmißverständlich" korrigiert wurden. Weshalb also die Aufregung des
ZJ-Hauptbüros Brooklyn in dieser Angelegenheit?
Die kurze Notiz "Amerika marschiert nach; rechts", die im selben "Erwachet
abgedruckt würde, läßt schon die Hintergründe ahnen;
"WER IM ÖFFENTLICHEN LEBEN DER VEREINIGTEN STAATEN ETWAS ZU LIBERALE ANSCHAUUNGEN
VERTRITT, GERÄT BEI DEN HERRSCHENDEN KREISEN IN DEN RUF 'LINKS' ZU STEHEN, UND WIRD ALS
'ROTER' VERSCHRIEN, UND DAS BEDEUTET FÜR MANCHE EINFACH: 'EIN KOMMUNIST'. UNTER
UNIVERSITÄTSLEHRERN, ZEITUNGSREDAKTOREN, REGIERUNGSBEAMTEN, RADIOREDNERN UND SOGAR UNTER
DEN BEAMTEN DER VON KATHOLIKEN BEHERRSCHTEN C. I. C-ARBEITERGEWERKSCHAFTEN STÖBERT MAN
JETZT EIFRIG
'KOMMUNISTEN' AUF UND JAGT SIE
AUS IHREN STELLUNGEN."
("Erwachet!" Nr. 587 vom 8.3.1947, S. 15) Um die Reaktion der
Wachtturmgesellschaft jedoch vollends zu verstehen, muß man aber die Vorgänge, die sich
ab Mitte der 1940er Jahre in den USA abspielten, kennen. Bekanntlich waren die USA und die
Sowjetunion im zweiten Weltkrieg Verbündete im Kampf gegen die Hitler-Diktatur. Das
außenpolitische Konzept des damaligen USA-Präsidenten F. D. Roosevelt sah vor, auch nach
dem Krieg eine friedliche Zuammenarbeit mit der Sowjetunion anzustreben. Roosevelt starb
aber am 12. April 1945.
In Anwesenheit seines
Nachfolgers, Harry S. Truman, hielt der Chef der britischen Torys, W. Churchill, am 5.
März 1946 im Westminters College der Provinzstadt Fulton (Missouri) seine weltweites
Aufsehen erregende Rede. Nachdem er vor seinen Zuhörern ein apokalyptisches Bild einer
"unaufhaltsamen kommunistischen Expansion" entworfen hatte (über die Völker
Osteuropas hätte sich "ein eiserner Vorhang" gesenkt - vgl. spätere
WTG-Literatur), forderte er den Zusammenschluß der "angelsächsischen Völker",
deren Bündnis allein in der Lage wäre, die vom Kommunismus bedrohte "westliche
Zivilisation" zu schützen (The New York Times vom 6.3.1946).
Nun vollzog sich in den Amtsstuben des gegen den Rooseveltkurs schon immer opponierenden
State Departments eine intensive Arbeit, zur theoretisch-konzeptionellen Untermauerung der
neuen Strategie.
Die Truman-Doktrin und der am 5.6.1947 verkündete Marshall-Plan waren u. a. die Mittel,
um eine neue aggressive Innen- sowie Außenpolitik zu gewährleisten. Sie hatten zum Ziel,
den Einfluß der progressiven Kräfte in den westeuropäischen Ländern zurückzudrängen
und vor allem die politischen und ökonomischen Voraussetzungen für einen gegen die
Sowjetunion und die mit ihr verbündeten Länder gerichteten Militärblock (NATO) zu
schaffen. Mit ihrem Atombombenmonopol
versuchten die USA, die Sowjetunion zu erpressen.Bilaterale Konferenzen und Verhandlungen
zwischen beiden Mächten fanden nicht mehr statt. Der Ausschuß des Repräsentantenhauses
zur Untersuchung unamerikanischer Betätigung und, McCarthys Senatsausschuß für innere
Sicherheit erzeugten unter der amerikanischen Bevölkerung Hysterie (vgl. Erwachet-Artikel
"Amerika marschiert nach rechts"). Der Generalstaatsanwalt Tom Clark stellte
seine Liste der "umstürzlerischen Elemente" auf, und unter der Regierung
Eisenhower (1953 bis 1961) erweiterte der Generalstaatsanwalt Herbert Brownell diese
Liste, bis sie 240 Organisationen umfaßte. Der Ausschuß des Repräsentantenhauses zur
Untersuchung unamerikanischer Betätigung setzt 608 auf die Liste. Personen, die auch nur
einen kommunistischen Anschein erweckten, wurden mit zwei bis acht Jahren Freiheitsentzug
bestraft. Einige hundert Personen wurden des Landes verwiesen; die amerikanische
Staatsbürgerschaft wurde ihnen aberkannt.
EIN IRRTUM UND DIE
REAKTIONEN
Offenbar hatte die Wachtturmgesellschaft die Wirkung des Dr. Knapke-Artikels in
"Trost" Nr. 581 im Zusammenhang mit der sich neu entwickelnden politischen
Situation unterschätzt. Die WTG geriet in die Schlagzeilen.
Zum Beispiel richtete der Bischof von Cork, Irland, einen Brief an Geistliche, der auch am
19. April 1948 in der "Irish Times", Dublin, abgedruckt wurde. Nach einem
Hinweis auf die Tätigkeit der Zeugen Jehovas schloß der Brief des Bischofs mit den
Worten:
"EINIGE HEISSEN DIESE TÄTIGKEIT KOMMUNISMUS. AUF JEDEN FALL WIRD JEDE SCHWÄCHUNG
DER RELIGION VOM KOMMUNISMUS ALS VORBEREITUNG FÜR IHN SELBST WILLKOMMEN GEHEISSEN."
(WT 1.11.1950. S. 328)
"Alarmstufe
eins" mußte es für die Brooklyner ZJ-Führung bedeuten, als sie ein
veröffentlichtes Memorandum des Marine Korps der Vereinigten Staaten zur Kenntnis nahmen.
"DEMZUFOLGE BESAGTE DAS MARINE-KORPS-MEMORANDUM NR. 55-49, DAS AM 6. JUNI 1949
FREIGEGEBEN WURDE, DASS JEHOVAS ZEUGEN VERBINDUNG HÄTTEN MIT DEM KOMMUNISMUS."
Diese zweifellos unzutreffende Feststellung traf die Wachtturm-Führung ungemein. War es
doch jetzt nur noch ein kleiner Schritt, auf die "schwarze Liste" des
Generalstaatsanwaltes der Vereinigten Staaten zu kommen. Beruhigt hatte zwar die WTG noch
am 21.10.1948 festgestellt:

Aber die Gefahr war
groß, daß die Organsation der ZJ verboten werden könnte und leitende Mitarbeiter ins
Gefängnis kämen. Zumal in dieser Zeit die letzten Zeugen ihre Haftstrafen noch absaßen.
Erich Frost im Informator Januar-Februar 1946:
GROSSE ÜBERRASCHUNG BEREITET MIR SEINE (Knorr; Anm. CV-Redaktion) ERKLÄRUNG, DASS
IN DEN VEREINIGTEN STAATEN 3 600 BRÜDER IN GEFANGENSCHAFT SEIEN. SIE WURDEN WÄHREND DES
KRIEGES WEGEN IHRER MILITÄR-DIENSTVERWEIGERUNG ZU 2 - 5 JAHREN GEFÄNGNIS VERURTEILT ...
AUCH SONST SIND SCHWERE VERFOLGUNGEN GEGEN DIE TREUEN ZEUGEN DES HERRN IN AMERIKA IM
GANGE. PÖBELROTTEN VERBRENNEN DIE HÄUSER DER GESCHWISTER, SIE GREIFEN SIE ÖFFENTLICH
AUF DEN STRASSEN AN, HABEN SIE GETEERT UND GEFEDERT UND SCHLIESSLICH ETLICHE GETÖTET. MAN
HAT IHNEN GROSSE MENGEN RHIZINUS-ÖL ZU TRINKEN GEGEBEN UND IHNEN DADURCH GROSSEN SCHADEN
ZUGEFÜGT. EINES SONNTAGS VORMITTAGS VERNICHTETEN PÖBELROTTEN, VON DER GEISTLICHKEIT
AUFGEWIEGELT, FÜNFZIG AUTOS DER TREUEN VERKÜNDIGER WÄHREND DER ZEIT, ALS DIESE IHREN
GOTTESDIENSTEN, DAS EVANGELIUM VON HAUS ZU HAUS ZU PREDIGEN, NACHGINGEN." (Seite 5)
"Dies alles zusammengenommen hätte das Aus" für die WTG in den USA
bedeuten können. Man beeilte sich, daher, die Sache richtigzustellen - natürlich mit -
anti-kommunistischen Mitteln. Schon am 15.12. 1949 erhielt der Rechtsberater der WTG in
Brooklvn. Covington, Antwort.

Im Dienste Mc Carthys
Die politische Situation in den USA, d. h., der radikale Kurs in Richtung des
Antikommunismus und Antisowjetismus, bestimmte die weitere Entwicklung der
Wachtturmgesellschaft auch in Deutschland. Fortan galt bei/ihr das Motto:
"LIEBER TOT ALS
ROT!"
Und die Konsequenzen ließen nicht lange auf sich warten. Das Trompetensignal zum Angriff gab Erich Frost mit seinem Artikel
"Deutschland unter russischer Herrschaft", der im "Erwachet!" vom
22.12.1947 veröffentlicht wurde. Möge ein kurzer Auszug als "Kostprobe"
reichen:
"ZWAR EXISTIEREN DIE KONZENTRATIONSLAGER DER GESTAPO NICHT MEHR, DOCH FÜHLT SICH DIE
BREITE VOLKSMASSE HIER IN DER ÖSTLICHEN ZONE IM ALLGEMEINEN NICHT VIEL FREIER ALS ZUR
NAZI-ZEIT. EINE WEITGEHENDE KONTROLLE WIRD AUF ALLEN GEBIETEN AUSGEÜBT, UND DIE
ANGEWANDTEN METHODEN ÄHNELN OFT DEN NAZISTISCHEN .... DIE MEINUNG IST VORHERRSCHEND, DASS
DIE RUSSEN UNBEDINGT VERSCHWINDEN MÜSSEN, WEIL ES SOLANGE KEINE WIRKLICHE FREIHEITLICHE
ENTWICKLUNG GIBT."
Die "Russen" hatten gerade ein halbes Jahr vorher der WTG noch einmal eine
schriftliche Legitimation erteilt!

Munter ging es in diesem gehässigen
WTG-Ton auch im Jahre 1948 weiter. In dem Artikel "Die Sowjetunion, eine sachliche
Betrachtung von Land und Leute" liest man:
"WAS DEN SOWJETKOLOSS FÜR SEINE GEGNER SO FURCHTERREGEND MACHT, IST DAS ANSTEIGEN
DES KOMMUNISMUS IN EUROPA UND ANDEREN ERDTEILEN."
("Erwachet!", 22.8.1948)
Selbst ein Naivling wird schwerlich behaupten können, daß solche Äußerungen
unpolitisch seien. Viel Phantasie ist nicht nötig, um sich die Verärgerung der SMAD und
der Regierung in Ostdeutschland vorzustellen. Welche Behörden lassen sich schon gern
verleumden?!
Erste rechtliche Maßnahmen gegen veranwortliche Zeugen Jehovas in der sowjetischen
Besatzungszone und gewisse Einschränkungen in der Arbeit des Zweigbüros Magdeburg waren
die logische Konsequenz.
HÄSSLICHE "BLÜTEN"
Diese Tatsachen stellt die WTG in ihrem Jahrbuch von 1974 vollkommen verzerrt dar:
"ANFANGS GAB ES VERHÄLTNISMÄSSIG WENIG SCHWIERIGKEITEN, ABER ALS DIE VERSAMMLUNGEN
ZU BLÜHEN BEGANNEN UND VIELE MENSCHEN ANFINGEN, INTERESSE AN DER KÖNIGREICHSBOTSCHAFT ZU
ZEIGEN, WURDE DIE SOWJETISCHE MILITÄRVERWALTUNG UNSEREM WERK GEGENÜBER MISSTRAUISCH, DA
ES IHR AUS DER KONTROLLE ZU GERATEN SCHIEN."
(Seite 221,222)
Nun, das Mißtrauen lag - wie ausführlich
bewiesen - ganz auf seiten der WTG. Und gegen das "Aufblühen der Versammlungen"
hatte die SMAD auch nichts einzuwenden, wohl aber gegen die "Blüten" treibende
antikommunistische Propaganda.
Vom guten Willen der zuständigen staatlichen Stellen zeugte u.a. der Beschluß der
Landesregierung Sachsen vom 24. Juni 1949, worauf der Wachtturmgesellschaft das restliche
Eigentum, Fuchsberg 5-7 und Wachtturmstraße 1-3, zurückgegeben wurde.
(Jahrbuch 1974, Seite 223)
Oder ein anderes Beispiel. Laut
"Informator" des Zweigbüros Magdeburg fanden allein in den Monaten April und
Mai 1949 in folgenden Städten Kreisversammlungen statt:
Bitterfeld, Plauen i. V., Rostock, Berlin (Ost, Süd, West, Nord) und Gera.
TROTZ HASS NEUTRAL?
Für den 29. bis 31. Juli 1949 organisierte die WTG für die ostdeutschen Zeugen einen
Kongreß in der Westberliner "Waldbühne". Bei entsprechendem Verhalten wäre -
wie in der Vergangenheit praktiziert auch ein Kongreß in Ostdeutschland möglich gewesen.
So aber wurden in unchristlicher, "theokratischer Kriegslist"
"ALLE VORBEREITUNGEN ... SO STILL UND UNAUFFÄLLIG WIE MÖGLICH GETROFFEN",
um die Behörden zu täuschen.
(Jahrbuch 1974, Seite 223,224)
Doch die ostdeutsche Regierung erkannte das
Vorhaben und sperrte acht von der WTG zu diesem Zweck bestellte Sonderzüge.
Nun kannte der Haß des Zweigdieners Frost keine Grenzen mehr.
"IST DER BOLSCHEWISMUS SCHÖNER ALS ANDERE SYSTEME? GLAUBEN DIE KOMMUNISTEN, DASS
DAS, WAS HITLER BEGONNEN HAT, VON IHNEN VOLLENDET WERDEN MÜSSE? WIR FÜRCHTEN DIE
KOMMUNISTEN GENAUSOWENIG, WIE WIR DIE NAZIS GEFÜRCHTET HABEN! MIT DIESEN PACKENDEN WORTEN
BEGEGNETE DER WORTFÜHRER DER IN BERLIN VERSAMMELTEN ZEUGEN JEHOVAS DER HERAUSFORDERUNG
GEWISSER ROTER EXTREMISTEN IN DER OSTZONE. DIESE WENIGEN WORTE SPRECHEN BÄNDE."
Und Bände spricht auch die Entschließung, die auf diesem Kongreß angenommen wurde. Man
protestierte und protestierte und hatte dann noch die Stirn zu behaupten;
"JEHOVAS ZEUGEN SETZEN IHR LEBEN FÜR DEN FRIEDEN EIN UND VERHARREN IN DER DURCH
GOTTES GESETZ FESTGELEGTEN NEUTRALITÄT ALLEN POLITISCHEN UND WELTANSCHAULICHEN
STREITGKEITEN DIESER WELT GEGENÜBER, VON DER GOTTES REICH NACH DEN WORTEN JESU NICHT
IST".
(WT, 1. April 1950. Seite 109,110)
JEHOVAS ZEUGEN
ERKLÄREN REGIERUNGEN FÜR "VOGELFREI"
Der "Erwachet! , vom 8.11.1949 schaffte dann die Voraussetzungen dafür, daß die
Regierungen - insbesondere die sozialistischen - als ein
angebliches Instrument Satans verhöhnt und von den Zeugen offiziell in den Dreck gezogen
werden konnten.

"Überzeugender Beweis dafür, daß Politiker nicht die 'von Gott verordneten obrigkeitlichen Gewalten' sind", hieß der Titel dieser Zeitschrift. Der "Wink mit dem Zaunspfahl" wurde verstanden. Der deutsche WTG- Bezirksdiener Ernst Pietzko aus Weimar vertrat dazu die Ansicht:
"FÜR MICH SIND ALLE REGIERUNGEN CLIQUEN VON
GANGSTERN UND VERBRECHERN."
("Die Zeugen Jehovas", Urania-Verlag, S.36)
Und Fritz Adler, seines Zeichens ebenfalls WTG-Bezirksdiener, sandte zwei Telegramme an
die Staatsführung der DDR. Am 13. 2.1950 an den Ministerpräsidenten Otto Grotewohl und
am 19. 5. 1960 an das Ministerium des Innern, Darin bezeichnete er die Verfassung der DDR
als "ein Fetzen Papier" und die notwendig gewordenen Einschränkungen des Werkes
der WTG als "parteidiktatorischer Terror". Auf dieses "Fetzen Papier"
bezog sich dennoch die WTG in ihrer "Petition von Jehovas zeugen in Ost-Deutschland
an die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik" vom 10. Juli 1950. Ihre
eigenen jahrelangen Verleumdungen und Angriffe gegen SMAD, Staat, Regierung und Partei in
Ostdeutschland bzw. der DDR verschweigend, stellte sie nun in frecher und anmaßender
Weise Förderungen. Von christlicher Demut ist in diesem Schreiben keine Spur zu finden.
DIE FALSCHE PROKLAMIERUNG EINER TAUSENDDÄHRIGEN HERRSCHAFT DURCH ADOLF HITLER UND DAS DRITTE REICH, DEN VERFOLGERN VON JEHOVAS ZEUGEN, HATTE ANSTATT l 000 NUR 12 KLÄGLICHE JAHRE BESTANDEN. WIR MÖCHTEN, DASS DEM DEUTSCHEN VOLKE WEITERE ERSCHÜTTERUNGEN, DRANGSALE UND ENTTÄUSCHUNGEN ÄHNLICHER ART ERSPART BLEIBEN! IM NAMEN JEHOVAS UND IN SEINER AUTORITÄT ERHEBEN WIR HIERMIT UNSERE STIMME ZUR VERTEIDIGUNG DER VON IHM KOMMENDEN GRUNDSÄTZE DES FRIEDENS, DER FREIHEIT UND DER GERECHTIGKEIT UND APPELLIEREN AN DIE REGIERUNG DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK UND IHRE AMTSSTELLEN, DIESE BESCHWERDE ANZUNEHMEN UND IHRE URSACHE ZU BESEITIGEN."
Interessant, am Rande festzustellen, daß die WTG forderte, ihr die gleichen Rechte einzuräumen, wie sie andere religiöse Organisationen in der DDR hätten. Abgesehen davon, daß solche Voraussetzungen schon am 22. 9.1945 geschaffen worden waren, ist ihre Bezugnahme auf die Religion bemerkenswert.
IM ZWIELICHT DER LEHREN
Wenige Wochen später (vom 30. Juli bis zum 6, August) führte die WTG einen
internationalen Kongreß im Yankee Stadion von New York durch, später sollte er als
"Mehrung-der-Theokratie-Kongreß der Zeugen Jehovas" in die WTG-Geschichte
eingehen, (Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S.250) Lohnenswert ist, einmal im Detail
festzustellen, was die Wachtturm-Führung darunter verstand.
Zuerst wurde die Religions-Definition verändert, wobei man sich gar um 180 Grad wendete.
Bis dahin gab es ja nichts Schlimmeres als Religion, Sie war "Gimpelfang",
"Erpressung", "Hurerei", "Teufelskult",
"Dämonismus" u. a. m, Die Bezeichnung "Religionist" war ein
Schimpfwort allererster Güte!
Nun plötzlich war sie "eine Form der Anbetung, sei es nun wahre oder falsche
Anbetung".
Wobei der "Pferdefuß" sogleich folgte:
"DIE RELIGION IST UNIVERSELL. UNGEACHTET, WIE LAUT
DIE ROTEN FASCHISTEN ODER KOMMUNISTEN BEHAUPTEN MÖGEN, GOTTLOS ZU SEIN, ÜBEN SELBST SIE
RELIGION AUS, WAS WIR ZEIGEN WERDEN, AUCH WENN ES SIE IN VERLEGENHEIT BRINGT."
("Was hat die Religion der Menschheit gebracht?", S. 10)
Dieses Buch wurde zwar erst 1951 veröffentlicht (Deutsch 1953), aber es gibt etwas von
der New Yorker Kongreßatmosphäre wieder. Wurde doch am dritten Kongreßtag "die
kraftvolle Resolution gegen den Kommunismus' vorgelesen und von den 84 950 Anwesenden an
jenem Nachmittag begeistert angenommen". (Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 251)
Dieser Schachzug des WTG-Präsidenten Knorr ist leicht zu durchschauen. Der offene antikommunistische Terror brachte die WTG sogar bei ihren Anhängern in Verruf. Und ihr unpolitischer Nymbus ließ sich so auf die Dauer auch nicht halten. Wollte sie diese Politik fortsetzen benötigte die WTG dafür eine religiöse Ummäntelung. Mit der neuen Definition konnte man den Kommunismus in einen Topf mit der "falschen Religion" werfen, der man den sicheren Untergang prophezeite. Die jahrelangen Gehässigkeiten gegen die Religion übertrug man nun ebenfalls auf den Kommunismus. Dies wird im Kapitel XXV des Religions-Buches deutlich, welches überschrieben ist mit

Allerdings gab es bei diesem Kongreß einen gewaltigen
Haken:
Die von der WTG-Führung eilends zusammengezimmerte Religionsdefinition hatte noch nicht
Eingang gefunden in dem Buch "Dies bedeutet ewiges Leben" (Auflage l Million
Exemplare), so daß der "Erkenntnis-Gottes-Tag", an dem der Präsident das Buch
freigab, mit einem Novum behaftet blieb (vgl. Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S.252):
"Altes" und "neues Licht" existierten nebeneinander, während man auf
dem Kongreß gelernt hatte, daß es nun eine wahre (die WTG-Religion) und eine falsche
Religion (inklusive des Kommunismus) gäbe, mußte der verwirrte
Zeuge in dem vom "göttlichen Kanal" gerade eben herausgegebenen Buch "Dies
bedeutet ewiges Leben" das alte verallgemeinernde Schimpfwort
"Religionisten" lesen! (Seite 262)
So war dies sicher ein Kongreß, den viele Zeugen Jehovas nicht vergessen konnten ...
WER WIND SÄT....
Die unverschämte Petition vom 10.7. 1950 war der besagte Tropfen, der das Faß zum
Überlaufen brachte. Am 30. August 1950 wurde die Organisation der Zeugen Jehovas in der
DDR per Erlaß des Innenministers verboten und das Zweigbüro in Magdeburg geschlossen.
Aus der Begründung:
"DIE TÄTIGKEIT DER ZEUGEN JEHOVAS IN DEN LETZTEN 10 MONATEN HAT KLAR BEWIESEN, DASS
DIESE DEN NAMEN EINER RELIGIONSGEMEINSCHAFT FÜR VERFASSUNGSWIDRIGE ZWECKE MISSBRAUCHEN.
SIE HABEN IM GEBIET DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK UND IN GROSSBERLIN EINE
SYSTEMATISCHE HETZE GEGEN DIE BESTEHENDE DEMOKRATISCHE ORDNUNG UND DEREN GESETZE UNTER DEM
DECKMANTEL RELIGIÖSER VERANSTALTUNGEN BETRIEBEN. AUSSERDEM HABEN SIE FORTGESETZT
ILLEGALES SCHRIFTENMATERIAL EINGEFÜHRT UND VERBREITET, DESSEN INHALT SOWOHL GEGEN DIE
VERFASSUNG DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK ALS AUCH GEGEN DIE BESTREBUNGEN ZUR
ERHALTUNG DES FRIEDENS VERSTÖSST. GLEICHZEITIG IST FESTGESTELLT, DASS DIE 'ZEUGEN
JEHOVAS' DEM SPIONAGEDIENST EINER IMPERIALISTISCHEN MACHT DIENSTBAR SIND."
Rückblickend kann man eindeutig feststellen, daß diese drastische Maßnahme von der WTG-Führung provoziert wurde. Dabei kam Erich Frost als zuständigem Zweigdiener eine besondere Verantwortung zu, da er sich nie ernsthaft um eine gute Zusammenarbeit mit der SMAD, der ostdeutschen bzw. DDR-Regierung bemüht hatte. Abgeschlossene Vereinbarungen sowie geltende Gesetze versuchte er zu umgehen, und gleichzeitig wiegelte er seine ihm unterstellten Brüder gegen die bestehende Gesellschaftsordnung auf.
KEINER SCHULD BEWUSST
Durch die politische Lage in den USA gezwungen, mußte die WTG lebende Beweise für ihre
antikommunistische Einstellung liefern. Also brauchte man Märtyrer. Schon auf dem
Westberliner Waldbühnenkongreß 1949 schaffte sie die Voraussetzungen dafür.
"WAS JEHOVAS ZEUGEN BETRIFFT, SO ERWARTEN SIE VERFOLGUNG UND KÖNNEN SIE IN DER KRAFT
GOTTES JEHOVAS ÜBERWINDEN.
SIE FÜRCHTEN WEDER MENSCHEN NOCH REGIERUNGEN NOCH DEN TEUFEL. ERDENWEIT HABEN JEHOVAS
WAHRE ZEUGEN DENSELBEN GEIST DER FURCHTLOSIGKEIT, WIE ER SICH IN DEN RUHIGEN UND MUTIGEN
WORTEN DER ZEUGEN WIDERSPIEGELT, DIE AN DER BERLINER BEZIRKSVERSAMMLUNG ZUGEGEN WAREN: WIR
FÜRCHTEN DIE KOMMUNISTEN GENAUSOWENIG, WIE WIR DIE NAZIS GEFÜRCHTET HABEN!'" (WT
1.4.1950. Seite 112)
Frosts Mut hielt sich allerdings in Grenzen. In dieser bewegten Zeit ließ er seine Brüder, in der DDR allein, die er vorher ins Feuer" geschickt hatte. Dafür hetzte er von Wiesbaden um so, schlimmer gegen die DDR und die notwendig gewordenen Maßnahmen. Haben die folgenden Äußerungen noch etwas mit Christentum zu tun?
"WIE WIR ES IHNEN VOR EINEM JAHR DIREKT' INS GESICHT
SAGTEN, TRACHTEN DIE KOMMUNISTEN DANACH, DORT WEITERZUFAHREN, WO DIE NAZIS AUFGEHÖRT
HATTEN, INDEM SIE DURCH NOCH GRÖSSERE BRUTALITÄT, GRAUSAMKEIT, FURCHT UND SCHRECKEN DIE
WAHRE ANBETUNG JEHOVAS IN DIESEM LANDE AUSZULÖSCHEN VERSUCHEN ... DIESE STARKE UND
REGELMASSIGE ZUNAHME KONNTE NICHT AUFGEHALTEN ODER GEHINDERT WERDEN, NICHT EINMAL IN DER
OSTZONE, DIE UNTER DEM DRUCK DER RUSSEN UND DER KOMMUNISTEN STEHT ... CHRISTEN IN DER
GANZEN WELT WERDEN DEM HERRN GEBETE DARBRINGEN FÜR IHRE VERFOLGTEN GESCHWISTER HINTER DEM
EISERNEN VORHANG ..."
(Jahrbuch 1951, Seite 132,133)
Wie heuchlerisch, wenn Frost am 9.9.1950 in seiner
Beschwerde an den Ministerpräsidenten der DDR schrieb:
"JEDER AUFRICHTIGE MENSCH IN DER WELT UND AUCH IN DER DEUTSCHEN OSTZONE WEISS, DASS
DIE BESCHULDIGUNGEN GEGEN JEHOVAS ZEUGEN VÖLLIG AUS DER LUFT GEGRIFFEN SIND UND SIE DES
GERINGSTEN SCHEINES VON WAHRHEIT ENTBEHREN."
Bedürfen diese Worte noch eines Kommentares? Damit entlarvten sich die WTG und Frost
selbst.
EINE ANTWORT KONNTEN SIE NUN NICHT MEHR ERWARTEN ...
CV-Studiengruppe
G. R./1989
WENN PERSONEN IN GROSSER GEFAHR SIND DURCH EINE QUELLE,
DER SIE NICHT MISSTRAUEN ODER FALSCH GEFÜHRT WERDEN, VON JENEN, DIE SIE ALS IHRE FREUNDE
BETRACHTEN, IST ES UNFREUNDLICHKEIT, SIE ZU WARNEN?
SIE MÖGEN VORZIEHEN, DER WARNUNG NICHT ZU GLAUBEN. SIE MÖGEN SIE SOGAR ÜBELNEHMEN. ABER
BEFREIT DAS JEMANDEN VON DER MORALISCHEN VERANTWORTUNG, JENE WARNUNG ZU GEBEN?
(Wachtturm, 15. Januar 1974, USA)
"Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry
Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos Konto-Nr.: 4564-30-1952;
Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera
A 126/89 V71 2303 N2