Notizen aus „Unser Königreichsdienst" 1959

Königreichsdienst (1959)
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 13. Januar 2009 04:10

In der Rubrik „Dort dienen, wo Hilfe not tut", teilt der „Königreichsdienst für Westdeutschland" in seiner Ausgabe vom Januar 1959 mit, 115 Zusagen der Art hätte die WTG nun erhalten.
200 Versammlungen hätte man aber registriert, wo in WTG-Sicht solche Hilfe vonnöten sei. Nur etwa die Hälfte davon könne berücksichtigt werden.

Außerdem hätte man noch „eine ganze Reihe von Gebieten, welche überhaupt nicht betreut werden, so z. B. zwischen Aschaffenburg, Schweinfurt und Würzburg, in der näheren und weiteren Umgebung von Trier, in der Eifel, im Ahr-Gebirge zwischen Nürnberg und Regensburg.

Da man schon mal beim „anspornen" ist, geht es im dem Stil gleich weiter.
Der 21. jährliche „Wachtturm"-Feldzug beginne am 1. Januar 1959, lautet die weitere Belehrung. Und was ist ein „Feldzug" ohne Quoten?
Das kann natürlich nicht sein
(zumindest in WTG-Lesart). Also lautet die weitere Belehrung, jeder Versammlungs-Verkündiger solle bestrebt sein 2. neue Abonnements zu erwirtschaften. Selbstredend die „Pioniere" mehr. Die „dürfen" 20 neue Abonements rekutrieren, und die „Sonderpioniere" deren gar 30.

Und sogar ein bescheidenes „Schuhsohlengeld" ist die WTG zu bewilligen bereit.
5,00 DM habe der Abonnement zu bezahlen, für ein Abonnement
(vorzugsweise für den „Wachtturm" wie nicht vergessen wird hinzuzufügen). Aber „nur" 4,50 DM davon müsse er an die WTG abführen.
Für diese 0,50 DM „darf" er also 24 mal im Jahr den „Postboten" spielen. Ob denn der Schuster die so verschlissenen Schuhsohlen auch für den Preis erneuert, darüber hüllt sich die WTG in „dezentes Schweigen."

Ach ja. Da gibt es ja noch die böse religiöse Konkurrenz. Die sieht das alles gar nicht gern, wittert vielleicht gar „Geschäftemacherei". Weniger wohl für die Schuhsohlenverschleißer. Aber vielleicht, da „Kleinvieh auch Mist machen soll", in gewissem Umfange, für die WTG.

Kraft der eigenen Wassersuppe weist man solcherlei Unterstellungen, natürlich mit dem Brustton äußerster Entrüstung von sich. Und damit diese Entrüstung auch bei den „Schuhsohlenverlatschern" in Fleisch und Blut übergeht, gibt es dazu, laut Rubrik „Eure Dienstversammlung" eigens eine 30minutige, einstudierte Demonstration.

Der Vorsitzende in der Dienstversammlung, darf diese Demonstration eigens mit den Worten einleiten:

„Einige werden sich dagegen auflehnen und werden dieses Werk zu hindern suchen; deshalb haben sie einen Vergleichsprozeß angestrengt, der jetzt im Gange ist. Der Vorsitzende geht nun als Reporter für die Versammlung in den Verhandlungsraum und schildert den Hergang ..."

Das bei diesem Theaterstück, dann die WTG am Ende als strahlender Sieger dastehen wird, braucht wohl nicht sonderlich erwähnt zu werden. Und ob es denn - in der Praxis - überhaupt solche „Vergleichsprozesse" geben wird, darf man wohl eher als unwahrscheinlich ansehen.

Aber sicher machen solcherart von Demonstrationen auch ihren Sinn. Können sie doch dazu angetan sein, den „Schuhsohlenzerlatschern" wieder einmal so richtig das Blut in Wallung zu bringen, in Entrüstung über die religiöse Konkurrenz ...

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Re: Königreichsdienst (1959)
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 18. Februar 2009 02:08
Wieder einmal hat der „Königreichsdienst für Westdeutschland", Ausgabe Februar 1959, das WTG-übliche „Winterschlußverkaufs-Angebot" im Repertoire.

Das liest sich dann wieder so - man ahnt es schon:

„Die noch verbleibende Zeit bis Harmagedon ist nur sehr kurz."

Dieses „nur sehr kurz" lasse man sich doch - Fünfzig Jahre später, nach dem das geschrieben wurde, „auf der Zunge zergehen."

Offenbar scheint die „Winterschlussverkaufs-Saison" von Ende 1958, im für die WTG wohlwollenden Sinne, zu Ende gegangen zu sein. Denn jubelnd stellt schon die erste Schlagzeile dieser KD-Ausgabe fest:


„Wir haben es geschafft!
63908 Verkündiger im Dezember tätig - 11,6 % Mehrung".


Die Statistik-Besessene WTG wäre nicht selbige, wenn diese Jubelzahl nicht noch weiter untergliedert werden würde.
3110 Verkündiger mehr als im November seien da also tätig gewesen.
Wenn das so ist, offenbar ein Grund für die WTG-Antreiber, sich „auf die Schultern zu klopfen."

Mehr noch. Man weis auch zu berichten, dass von 831 Versammlungen, 517 eine Mehrung von 10 - 30% erzielten, was eben den genannten Durchschnittswert ergäbe. Liest man es aber richtig waren es aber doch wohl 314 Versammlungen, welche an dieser Mehrung eben nicht beteiligt waren.

Es steht zwar nicht im KD-Artikel. Aber einige Wahrscheinlichkeit spricht dafür, dass jene 314 Versammlungen, in der Folge, mit den Besuchen besonders scharfer Kreisdiener(aufseher), Bezirksdiener(aufseher) „beehrt" wurden, denn in „Jehovas Organisation" muss halt alles „seine Ordnung" haben.

Und in Abwandlung einer früheren Fernsehserie, die davon sprach, dass für die Ordnung das Königliche Bayrische Amtsgericht sorgen würde, muß man wohl dafür sagen.
Und für „Ordnung" sorgen dann die Scharfmacher der WTG!

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Re: Königreichsdienst (1959)
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 06. März 2009 04:56
„Aktenzeichen X Y ungelöst", jene seinerzeitige Fernsehserie, wird der eine oder andere schon mal gesehen haben.
Die gab es wohl im Jahre 1959, so noch nicht. Das ist wohl war. Aber offenbar gab es doch eine Art „Ersatz" oder „Vorläufer" selbiger. Greifbar zumindest für jenen kleineren Kreis, den Zeugen Jehovas zugehörend, welcher denn auch deren Zeitschrift „Königreichsdienst" las. Zum Beispiel dessen Ausgabe vom März 1959.

Dessen Leser wurden unter anderem mit den Worten belehrt:

„Hütet euch ... vor solchen nichtsnutzigen, schlechten Personen. Es handelt sich dabei um geübte Schwindler, Betrüger, Schmarotzer, Bettler, korrupte Leute, die nur ihren eigenen Vorteil suchen. Sie gehen auf verschiedene Weise vor, aber am Ende geht es immer um dasselbe - um GELD, das heißt um etwas für nichts.
Diese Betrüger erzählen meistens, zuerst eine lange, traurige Geschichte von ihrem Mißgeschick. Sie geben vor, niemand zu kennen, leidend zu sein oder gar ins Krankenhaus zu müssen. Sie wollen, daß man sich ihrer unverzüglich annimmt. Sie sagen, ihr Vater oder ihre Mutter sei gestorben. Sie benötigten Fahrgeld. Andere wollen Geld für Nahrungsmittel oder Kleider, aber es geht immer um Geld. Wieder andere von diesen Betrügern möchten vielleicht, daß ihr bei ihnen ein Heimbibelstudium durchführt, und wenn sie dann euer Vertrauen zu haben glauben, beginnen sie auf schlaue Art von materiellen Dingen zu sprechen. Sie haben Verschiedenes nötig, Haushaltsgegenstände oder gar einen Wagen. Ihr beliebtes Schlagwort ist: „Du kannst mir trauen!" ...


In diesem Stil geht es dann noch weiter. Sicherlich würde da der Herr Zimmermann, mit seiner eingangs genannten Fernsehserie vor „Neid erblassen". Viel besser warnen, könnte wohl auch er nicht.

Und das darf man dann doch wohl auch noch sagen. Von einer Religionsorganisation, würde man nicht unbedingt, die Erziehung zu solch ostentativer Hartherzigkeit erwarten. ...

Aber damit ist der KD-Bericht noch keineswegs beendet. Dieweil man sich schon so „richtig in Fahrt geschrieben hat", geht es dann gleich noch weiter. Jetzt aber kommt der eigentliche „Pferdefuß". Weiter belehrt der „Königreichsdienst":


„Und dasselbe ist auch von Personen zu sagen, die Briefe schreiben und ihre Brüder verleumden, die Schmähschriften verfassen und durch die Post oft anonym an die Adressen der Brüder senden die sie auf allen erdenklichen Wegen zu erhalten suchen. In vielen Fällen handelt es sich um Personen, denen aus irgendeinem Grunde die Gemeinschaft entzogen werden mußte. Sie kämpfen gegen ihre Brüder und suchen das Vertrauen zu ihnen zu untergraben. Oft sind sie mit dem gegenwärtigen Licht nicht einverstanden. ..."

Und damit das alles auch wirkungsvoll den Zeugen eingetrichtert wird, ist laut Programm der Rubrik „Eure Dienstversammlungen", dazu noch eigens eine 15minütige Ansprache vorgesehen.

Ein Holzschnitt-Szenario ist es ohne Zweifel, was da von der WTG - auf beiden genannten Feldern - vorskizziert wurde.

Die Wirklichkeit des tatsächlichen Lebens, dürfte indes weitaus differenzierter aussehen!
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Königreichsdienst 1959
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 14. April 2009 06:47

„Aus Laos und Kambodscha gingen die ersten Felddienstberichte ein", meldet erfreut der „Königreichsdienst" für April 1959.

Tja, da ist die Versuchung wohl nicht gering, mal zu vergleichen, wie es ZJ-mäßig dort 50 Jahre später aussehen würde.
Und siehe da, Kambodscha meldet laut ZJ-Jahrbuch 2008 eine Verkündiger-Höchstzahl von 276. Diese entspräche einem Verhältnis von 1 zu 50.710 zur übrigen Bevölkerung.

Nun hat Kambodscha, namentlich in seiner kommunistischen Phase, schlimmes durchgemacht. Das Pol Pot-Regime ist noch heute Synonym für schlimmste Menschenrechts-Verletzungen. Aber man kennt ja auch andere vormalige Verbotsländer, etwa die der ehemaligen Sowjetunion, in denen es anschließend für die WTG Raketenhaft schnell nach oben ging. Insofern vermag die Kambodscha bezügliche Zahl nicht sonderlich zu beeindrucken.

Von Laos wohl erst gar nicht zu reden. Selbiges taucht in den aktuellen WTG-Statistiken erst gar nicht mehr mit auf. Nun kann man rätseln. Ist es in der Sammelrubrik der Verbotsländer mit inbegriffen?
Immerhin, in den Siebziger Jahren tauchte es noch in den WTG-Statistiken mit auf. Von einer Höchstzahl von 21 (später dann noch 27) war damals die Rede, was einem Verhältnis von 1 zu 142.857 zur übrigen Bevölkerung entspräche.

Eine andere Zahl, dem „Königreichsdienst" jener Jahre entnommen, spricht davon, in Laos gäbe es jetzt 24 Verkündiger. Und o Wunder; dies sei eine 20prozentige Zunahme, gegenüber dem Vorjahr. Na, wenn das mal nichts ist!

Oder kann man das nicht doch als mangelnde dortige Akzeptanz der WTG-Religion gegenüber interpretieren?!?

So miserable Akzeptanz, ist in den europäischen Ländern in der Tat nicht gegeben. Dennoch scheinen die Antreiber der WTG, die nur einen Sinnspruch kennen, „Es ist nie genug", auch hierzulande so ihre Problemchen zu haben.

Selbigen kann man beispielsweise in der Rubrik „Eure Dienstversammlungen" der KD-Ausgabe für April 1959 begegnen. Da werden ja bekanntermaßen, auch „Demonstrationen" einstudiert, um die WTG-Gefolgschaft „auf Vordermann" zu bringen. Das liest sich dann beispielsweise so:


„Ein Studienleiter wird auf die Bühne gerufen. Sein Sorgenkind ist Schwester „Kränklich", die immer sagt, sie fühle sich nicht wohl, wenn sie eingeladen wird, mit in den Felddienst zu gehen."

Das kann natürlich in WTG-Sicht nicht sein. Ein echtes medizinisches Rezept hat sie auch für diese „Schwester Kränklich" nicht parat. Aber etwas anderes hat sie parat. Das an den Pranger stellen!

In den WTG-gewählten Worten liest sich das dann so:

„Die Zuhörer werden aufgefordert, Vorschläge zu machen, wie ihr geholfen werden könnte, oder Erfahrungen zu erzählen, die in ähnlichen Fällen gemacht wurden."

Und die weitere Belehrung lautet:
„An gewissen Dienstzweigen kann er sich aber trotzdem beteiligen; Gottes (Redaktionelle Einfügung: soll wohl heißen der WTG) Willen zu tun ... Ob man gesund oder krank ist."

Und die WTG-Tätigkeit würde ja auch den Sinn von der Krankheit ablenken. Das scheint so ein besonderer „Trumph" zu sein, denn die WTG sich selbstredend nicht entgehen lässt.

Das besagte „Schwester Kränklich", vielleicht durch den Besuch, ihrer Geschmacksrichtung entsprechender Kulturveranstaltungen, oder in der Neuzeit, etwa ausgewählten Fernsehprogrammen, vielleicht auch die nützliche Ablenkung erfahren könnte. Darüber indes, reflektiert die WTG dann lieber nicht!

Damit „Schwester Kränklich" sich auch gar nichts „einbildet", bekommt sie denn auch noch ein paar andere Beispiele unter die Nase gerieben. Zum Beispiel dieses:


„Der Diener bittet Schwester Reif, das Problem zu schildern, daß sie mit Schwester „Schwierigkeiten" hat. Sie erzählt, daß Schwester „Schwierigkeiten" vier Kinder und einen ungläubigen Mann habe und sage, es sei ihr einfach nicht möglich, in den Dienst zu gehen."

Auch für diesen Fall haben die, die „Weisheit mit Löffel gefressen habenden" WTG-Funktionäre ein „Rat" parat. Zum Beispiel denn:

„Wenn die Schwestern wochentags in den Dienst gehen, können sie sich gegenseitig helfen, indem sie einander abwechslungsweise die kleinen Kinder hüten; sie können ein Kind in den Dienst mitnehmen, während der Mann die anderen betreut."

Na wenn das mal nicht das „Patentrezept" ist. Fehlt blos noch, dass die WTG sich ihre Rezeptur patentieren lässt. Die Erfolgschancen scheinen dafür nicht gering sein.

Jenes Patent könnte dann den Titel tragen:
Wie man eine „Zitrone" bis zum letzten, allerletzten Tropfen ausquetscht, und anschließend wegwirft!
 

Re: Königreichsdienst 1959
geschrieben von: Frau von x
Datum: 14. April 2009 11:03

Zitat:


..., Kambodscha meldet laut ZJ-Jahrbuch 2008 eine Verkündiger-Höchstzahl von 276.


Jahrbuch 2009: Verkündiger-Höchstzahl von 329.
 

Re: Königreichsdienst 1959
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 14. April 2009 11:16

Zitat:

Frau von x


Jahrbuch 2009: Verkündiger-Höchstzahl von 329.

 


Oh, na bitte, wer sagt's denn. Es geht also dort für die WTG wieder aufwärts.
Von der Verhältniszahl 1 zu 50.000 indes dürfte man wohl immer noch nicht herunter sein (mutmasslicherweise).
Nun kann man ja Kambodscha ohne Frage, pauschal der Dritten Welt zuordnen. Dort waren die Blütechancen für den "Weizen" der WTG von jeher gut.
Besser jedenfalls als etwa in Westeuropa.
Dann spielt das Trauma des Pol Pot-Regimes wohl auch eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Wer das dort überlebt hat, befindet sich ja wohl nicht selten auf dem gleichen Level, wie die seinerzeitigen Überlebenden der Hitler'schen KZ's.

In beiden Fällen haben schon mal "Heilsversprecher", eine nicht zu unterschätzende Grundlage ...
 

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Re: Königreichsdienst 1959

geschrieben von: Drahbeck
Datum: 30. Mai 2009 02:15
Von einem „geistigen Paradies" meint der „Königreichsdienst" für Mai 1959 wieder mal faseln zu können. Und da für die „Ober-Paradiesmacher" offenbar der Grundsatz gilt:
„Masse muß her, egal wie", gibt es dann auch noch entsprechende Instruktionen.
Und offenbar erscheint den „Ober-Paradiesverkäufern" besonders die nachfolgende sehr wichtig zu sein:

Wörtlich heisst es da:

„Dazu gehört auch, daß ihr den Punkt 11 der wesentlichen Merkmale einer Predigt beachtet. Er lautet:
Verbindung zwischen Thema und Literaturangebot schaffen."


Ein Schelm, wer da nicht unwillkürlich an den Begriff: Geschäftemacherei denkt. (Zeitraum wo noch nicht auf "nur" Spendenaquirierung umgestellt war).
Natürlich gibt es im Bereich der Geschäftemacher große Unterschiede. Jene die sich nicht mit Pinups abgeben. Und jene, die es einstweilen noch müssen.

Will ein Kaufmann, etwas erfolgreich verkaufen, muss er sehr wohl die Gesamt-Marktlage beachten. Es würde ihm nicht viel nutzen, maßlos überteuertes anzubieten, während gleichzeitig seine Konkurrenz es billiger tut.

Es ist ja nicht nur der Endpreis. Es kommt ja auch auf die Gestehungskosten an.
Denkt man daran, dass die eigentliche Vertriebsschiene der WTG nichts nennenswertes kostet. Denkt man an ihren durchrationalisierten Produktionsablauf, darf man sich keineswegs durch vermeintlich niedrige Preise blenden lassen.

Spätestens seit den Konzernen „Aldi", „Lidl" und Co weis man. Gelingt es entsprechend hohe Stückzahlen abzusetzen, macht auch „Kleinvieh" sehr wohl seinen „Mist".
Und wenn es denn um „Urheberrechte" dieser Gewinn-Maximierungsstrategie geht, dann waren wohl die Amis den „Aldi" und „Lidl" und Co, um Nasenlängen voraus. Man muss dabei keineswegs den Namen „Wal Mart" in den Mund nehmen. Man kann als einem Präzedenzfall eben auch auf die WTG verweisen.
Re: Königreichsdienst 1959
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 11. Juni 2009 05:50
„Dies mag bedeuten, dass viele von uns noch weniger Zeit für die sogenannten 'privaten Dinge' haben werden als bisher."
Dieses aus dem Munde der WTG doch rare Eingeständnis kann man in der „Königreichsdienst-Ausgabe vom Juni 1959 nachlesen.

Wie dieses, mag man auf den ersten Blick fragen. Der zweite Blick klärt schon auf.
20% Mehrung hatte die WTG von oben herab, für den Monat April 59 verordnet. Wie man nun berichten muss. Es wurden nur 14,6%.

Die WTG wäre nicht die WTG, würde sie sich damit abfinden. Und sie meint eine besondere Schwachstelle dabei wahrzunehmen. Die „Neulinge". Die nun müssen in der WTG-Lesart besonders in die Mangel genommen werden.

Nicht Hilfe bei deren tatsächlichen privaten Problemen interessiert die WTG. Sondern eben das „vergattern" auf die WTG-Linie. Das wiederum mag ja bedeuten „Einzel-Nachhilfeunterricht" zur erteilen, zur Erreichung der vermeintlich hehren WTG-Ziele.

Von Zeit zu Zeit gibt es seitens der WTG auch mal Anweisungen, unliebsames sei zu deckeln. Es soll möglichst nicht für die Öffentlichkeit sichtbar werden. Auch diese KD-Ausgabe enthielt eine solche, die im nachfolgenden noch kommentarlos vorgestellt sei.

Königreichsdienst 1959
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 05. Juli 2009 01:43
Da gab es in der Kirchengeschichte auch Gruppierungen, welche von den sogenannten „Großkirchen" mit dem abwertenden Begriff „Wiedertäufer" stigmatisiert wurden. Auf die Sache als solches sei hier jetzt nicht weiter eingegangen.

Aber wer es noch nicht mitbekommen hat. Offenbar wird auch seitens der Zeugen Jehovas eine spezifische Form der Wiedertaufe praktiziert. Der „Königreichsdienst" für Juli 1959 berichtete darüber. Und auch bemerkenswert, bei der Statistikbessenen WTG. Es gibt keinerlei Hinweis darauf, dass jene zum zweiten Male Getauften, aus der Statistik „herausgerechnet" würden. Indem also auch die zweite Taufe, mit in die Statistikzahl einfliesst, trägt das ja ohne Zweifel zu deren „Schönung" bei.

Genannte KD-Ausgabe berichtet:

„Manche haben auf Grund des 'Wachtturms' vom 1. Oktober 1958 den Entschluß gefaßt, sich nochmals taufen zu lassen, weil sie sich vor ihrer ersten Taufe Jehova nicht in der rechten Weise hingegeben haben. Nun haben sie aber den Schritt der Hingabe mit dem richtigen Verständnis getan. In solchen Fällen sollte dies dem Hilfsversammlungsdiener mitgeteilt werden, damit er das neue Taufdatum auf der Verkündiger-Dienstkarte neben dem alten eintragen kann, mit dem Vermerk, daß der betreffende Verkündiger ein zweites Mal getauft wurde.
Wenn jemand ein zweites Mal getauft wird, so bedeutet das nicht unbedingt, daß ihm seine Vorrechte, die er als Diener oder in einer anderen Eigenschaft genießt, entzogen werden müßten, vorausgesetzt, daß er den Schritt der Hingabe vor mindestens einem Jahr in annehmbarer Weise getan und seither bewiesen hat, daß er die Früchte des Geistes hervorbringt. In diesem Falle braucht also nach der Taufe nicht ein ganzes Jahr gewartet zu werden, bis der Betreffende ein Dienstamt bekleiden könnte, da er ja kein Neubekehrter ist, sondern lediglich ein zweites Mal getauft wurde, weil er bei seiner ersten Taufe entweder noch nicht die Stellung einnahm oder damals über den Hingabeakt noch nicht das richtige Verständnis hatte."


Das, was die WTG ihrer Anhängerschaft im besonderen „verklickern" möchte, präsentiert sie nicht selten in der Form von Demonstrationen. Die Rubrik „Eure Dienstversammlungen" des „Königreichsdienstes" kündet im besonderen davon. So auch wieder in der Ausgabe vom Juli 1959.

Diesmal wird das Thema Unterkunft bei Bezirksversammlungen angeschnitten. Und das muss man der WTG wohl bescheinigen. Das was sie sich da für ihre Demonstration einfallen lies, wird mit Sicherheit auch den Beifall der örtlichen Hoteliers finden. Da wird ein bemerkenswertes Horrorbild gezeichnet, dass im nachfolgenden noch kommentarlos vorgestellt sei. 13 Minuten sind da eigens für diese Demonstration angesetzt. Das diesbezügliche „Theaterstück" liest sich wie folgt:


„'Bruder Sorglos' und Brüder 'Schläfrig' halten nach dem ersten Tag der Bezirksversammlungen Ausschau nach einer Unterkunft. In einem Park erblicken sie zwei Bänke, ziehen sich die Schuhe aus, machen sich lang und decken sich mit Zeitungen zu. Ein Schutzmann auf seinem Kontrollgang kommt vorbei. Mit seiner Taschenlampe leuchtet er die Gegend ab; der Schein wird dann auf eine Bank gerichtet. Im gleichen Augenblick springen 'Sorglos' und 'Schläfrig' auf. Der Polizist fordert sie dazu auf, stehenzubleiben. Beide bleiben stehen, worauf sie beteuern, keine Landstreicher, sondern Zeugen Jehovas zu sein.
Der Schutzmann ist ganz erstaunt. Er würde Jehovas Zeugen von einer anderen Seite kennen. Er fragt, was die Brüder eigentlich dazu bringt, im Park zu schlafen ..."


In diesem Stil geht dieses WTG-Märchen dann noch etliche Runden weiter.
Unter anderem auch mit den Satz:

„Der Polizist ist über das unbedachte und rücksichtslose Verhalten der beiden Brüder empört und führt sie zur Polizeiwache mit der Bemerkung ab, dort würden noch zwei Holzpritschen - also freies Quartier - für die Nacht vorhanden sein."

Und sicherlich werden die aufmerksamen Zuhörer daraus die Lehre gezogen haben, unbedingt alles so befolgen, wie es die WTG angeordnet hat. Na wenn dass mal kein geeigneter Märchenschluss ist!
Re: Königreichsdienst 1959
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 11. August 2009 03:48
"Wäre es richtig, den Urlaub in Berufsleben auch als einen Urlaub vom Königreichsdienst zu betrachten?" fragt der "Königreichsdienst" für August 1959.

Auch wenn die Antwort darauf "um drei Ecken herum" formuliert ist, kann man auch so unschwer erraten, welche Antwort die WTG darauf zu geben pflegt.

Und sollte es tatsächlich welche geben, die da noch "schwer von Begriff" sind, so bekommen sie in dergleichen KD-Ausgabe dann noch Nachhilfeunterricht in der Form von Berichten aus dem Jahrbuch (welches in den 1950er Jahren bekanntlich nur in Englisch erschien). Da kann man dann z. B. lesen:

"In Basutoland dachten manche Eltern, ihre Kinder seien noch zu klein, um am Zeugniswerk teilzunehmen; doch nun schulen sie sie, und die Ergebnisse sind erstaunlich.
In Indonesien beteiligen sich ein zehnjähriger Junge und ein elfjähriges Mädchen erfolgreich am Dienst. In Hawaii bringen jugendliche Verkündiger ihre Interessierten mit in den Königreichssaal."

Das wäre also in WTG-Lesart eine "glückliche" Kindheit. Angesichts solcher Beispiele wirkt die eingangs genannte Urlaubsfrage, fast wie "Pinups".
Re: Königreichsdienst 1959
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 04. September 2009 00:45
"Königreichsdienst" für September 1959; Rubrik "Eure Dienstversammlungen" Dritte Versammlung im September:
(25 Minuten vorgesehen, für nachfolgendem Programmpunkt)


"Alle anwesenden Verkündiger erhalten ihre Verkündigerdienstkarte, damit sie ihre eigenen Ergebnisse überprüfen und mit Landesdurchschnitt und dem Durchschnitt der Versammlung vergleichen können . ...
Der Hilfsversammlungsdiener weist darauf hin, daß in den ersten elf Monaten des Dienstjahres folgende Durchschnitte erreicht wurden:
9,4 Stunden, 4,1 Nachbesuche, 0,5 Studien und 9,2 Zeitschriften. Bücher verbreiteten die Verkündiger im Durchschnitt während dieser Zeit 2,4. Dann lenkt der Diener die Aufmerksamkeit auf die Versammlungstabelle, vergleicht ihre Zahlen mit den Landesergebnissen und lädt die Verkündiger ein, zu sehen, in welchem Verhältnis dazu die Zahlen auf ihrer Karte stehen. ...

Der Versammlungsdiener gibt die 10% und die 20%-Quote der Versammlung für das kommende Jahr bekannt. ...."


Und weiter noch in dieser KD-Ausgabe:
"Wie die Berichte der Zweigdiener zeigen, erreichen die meisten Versammlungsverkündiger ihre Quote nicht."

Bezüglich der religiösen Konkurrenz pflegen Zeugen Jehovas ja nicht selten verächtlich zu sprechen über das dortige Prinzip "Klingelbeutel" oder -Teller unter die Nase gehalten zu bekommen. Schon in dem Rutherford-Buch von den "Millionen", die da angeblich nicht zu sterben brauchten, gab es eigens dazu eine Zeichnung, welche diesen Aspekt betonte.



Nun weis man wofür auch der Spruch "Zeit ist Geld" steht, nicht erst seit heute, dass Ausbeutungspraxen in vielerlei Gestalt daher kommen können. Das vermeintliche Naserümpfen über die anderen, erweist sich in diesem Kontext als ziemlich vordergründig.
Re: Königreichsdienst 1959
geschrieben von: Frau von x
Datum: 04. September 2009 11:58

Zitat:

Drahbeck
Schon in dem Rutherford-Buch von den "Millionen", die da angeblich nicht zu sterben brauchten, ...

EDWIN RIDGWELL , der stolz darauf ist, seines grossen Schöpfers seit neunzig Jahren zu gedenken, berichtet in seinem Lebensbericht im WT vom 15.JULI 2009:

Damals hörte Vater den Vortrag: "Millionen jetzt Lebender werden nie sterben". ...

Nellie und ich verbrachten gemeinsam 56 Jahre im Dienst für Jehova ... . Wir hofften, Harmagedon Seite an Seite zu überleben. Doch der Tod, dieser grausame Feind, nahm sie mir 1998 weg. Das war ein schwerer Schlag für mich, das Schlimmste, was ich bis dahin erlebt hatte.


Ob er langsam ahnt zu den Millionen zu gehören, die doch sterben müssen, wie sein Vater oder hat er im Alter von 86 Jahren ein zweites Mal geheiratet, um weiterhin hoffen zu können 'Harmagedon Seite an Seite zu überleben'?

Vor nicht allzu langer Zeit trat ganz unerwartet eine liebe Glaubensschwester mit Namen Bee in mein Leben. Sie gab mir ihr Jawort und wir heirateten im November 2006.

Königreichsdienst 1959
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 06. Oktober 2009 01:22

Wieder "glänzt" der "Königreichsdienst" für Oktober 1959 mit der obligaten Vertreterschulung. Und damit die egoistischen Anliegen der WTG nicht gar so trocken wirken, werden sie wieder mal in der Form von Demonstrationen verpackt. Das liest sich dann so:

"Der Vorsitzende bittet die beiden Brüder "Rat" und "Weise" als Sachverständige zur Bühne zu kommen. Sie werden gebeten, sich die Befragung einiger Verkündiger mit anzuhören und dann Rat zu erteilen und Hilfe zu leisten. ...
Der Vorsitzende läst sich zunächst von den zuständigen Dienern folgende Fragen beantworten.
Wie viele Zeitschriften werden für die Versammlung bestellt?
Wie viele davon werden als "verbreitet" berichtet?
Wie viele Verkündiger bestellen noch keine Zeitschriften?
Wie viele Verkündiger beteiligen sich nicht an der Verbreitung?
Wie viele Zeitschriften haben sich angehäuft?
Wie sieht das Zeitschriften-Konto aus?

Die in Betracht kommenden schwachen Punkte werden vermerkt, und dann folgt die Befragung einiger Verkündiger, die keine Zeitschriften verbreiten.

Bruder "Nichts-zu-machen" erklärt: Er sei Invalide und gehe viel durch die Stadt und probiere mal in den Läden, mal in den Häusern, wie die Leute zu den Zeitschriften eingestellt seien, aber überall höre er die gleichen Einwände. Meist sagen die Menschen:
"Wir haben genug Zeitschriften: hier ist nichts zu machen", oder: "Wir haben unsere religiösen Schriften; das genügt uns; bei uns ist nichts zu machen."
Andere sagen: "Zu uns kommt bereits der Zeuge ....: hier ist nichts zu machen." Er sei überzeugt, daß tatsächlich mit unseren Zeitschriften - so gut sie sind - nichts zu machen sei.

Bruder "Es-lohnt-sich-nicht" sagt: Er weiß nicht, wie man die Leute in den Häusern ansprechen soll. Deshalb habe er sich auf die Straße gestellt, um zu sehen, wie die Menschen auf unsere Zeitschriften reagieren, aber es lohne sich tatsächlich nicht, denn er habe nicht eine einzige Zeitschrift abgegeben. Bei ihm zu Hause liegen bereits viele Zeitschriften, die er selbst nicht gelesen habe. Neue zu bestellen lohne sich nicht, nein, es lohne sich wirklich nicht.

Schwester "Selten-da" wird befragt und erklärt:
Früher sei sie eine tüchtige Zeitschriften-Verbreiterin gewesen, doch jetzt sei sie in den Versammlungen selten da, und so fehle ihr der rechte Schwung für das Zeitschriftenangebot. Einst war sie stets am Zeitschriften-Tag anwesend, heute sei sie nur noch selten da. Sie habe jetzt mehrere Kinder zu betreuen usw. Sie glaube daher, keine Zeitschriften bestellen zu können.

Bruder "Noch-zu-jung" (ein 10jähriger Verkündiger) erscheint und sagt: Er sei noch zu jung, um Zeitschriften anzubieten. Seine Eltern seien auch der Meinung, er sei noch zu jung.

Vorsitzender: Er dankt den Verkündigern für ihre freimütige Erklärung und fragt sie, ob sie glauben, daß ihre Meinung von der ganzen Versammlung geteilt werde. Die vier Verkündiger sind etwas verlegen. Der Vorsitzende bittet sie, sich zu Bruder "Rat" und "Weise" zu setzen, um einige Ratschläge zu hören.

Bruder "Rat" läßt einige Zahlen sprechen, die die Steigerung der Verbreitung von Zeitschriften beweisen, und zeigt, daß doch noch etwas zu machen ist. Er habt den Wert der Zeitschriften hervor ...

Bruder "Weise" zeigt, daß es sich lohnt, diese Zeitschriften zu verbreiten, ...
Bruder "Rat" erklärt wie man auch ältere Ausgaben noch verbreiten kann..."

In diesem Stil geht es dann noch ellenlang weiter. Man kann das ganze auch kürzer zusammengefasst sagen. In WTG-Sicht gäbe es halt keine stichhaltigen Gründe, Auffassungen zu vertreten, welche mit ihren Interessen nicht konform gingen. Und um dieses einzutrichtern, dafür hat sie ja ihre einschlägigen allwöchentlich angesetzten Versammlungen.

Wäre das nicht alles Wirklichkeit, könnte man fast meinem, statt im "Königreichsdienst" in Grimm's Märchenbuch gelesen zu haben. Aber eben nur "fast" ...

Ein besonderes "Highlight" dieses Märchenbuches, dann auch noch der nachfolgende Passus:

"Ein 10jähriger Verkündiger wurde vor einem Jahr getauft. Um die Zeitschriftenquote von 12 zu erreichen, bestellte er sich die notwenigen Exemplare. Weil er regelmäßig alle Versammlungen und Treffpunkte besuchte, stieg seine Verbreiterzahl bald auf 50 an. Der Anregung folgend, im April mehr Zeitschriften zu verbreiten, setzte er sich eine höhere Quote und schaffte es dabei auf 70 Exemplare ... Als seine Großmutter verzog fiel ihm auch noch die Betreuung ihrer Zeitschriftenroute zu, daß er bis zu 99 Zeitschriften abgab."

Re: Königreichsdienst 1959 - Königreichsdienst 2005
geschrieben von: Jochen4321
Datum: 06. Oktober 2009 09:50
Liebe zu Gott = verteile die Zeitschriften der WTG...

Noch eine schöne Geschichte im Königreichsdienst von Dezember 2005:

"„Ich lese Ihre Publikationen seit 1965. Die Aussagen vergleiche ich mit der Bibel; alles, was in Ihrer Literatur steht, stimmt mit der Bibel überein. Schon immer wollte ich die Wahrheit über Gott und Jesus wissen, und ich kann wirklich sagen, dass ich durch Ihre Veröffentlichungen und durch die Bibel die richtigen Antworten erhalte.“ Das schrieb ein Mann an die Zentrale der Zeugen Jehovas. In seinem Brief bat er außerdem um ein Bibelstudium."

Nur ein Beispiel von Millionen wertschätzenden Lesern.

Der gleiche Artikel besagt dann aber auch folgendes:

"3 Nichts verschwenden: Im Lauf der Zeit könnten sich bei uns mehr Veröffentlichungen ansammeln, als wir tatsächlich verwenden werden....".

... sprich es sammelt sich mehr an als wie abgegeben.
Damals wie heute, ein non sense ultra.
_________________________

Das Kinder zu jung sind, diese Ausrede kennt man ja heut kaum noch. Insofern hat sich was getan - WT. 15.08.2006:

Berichte aus Taiwan:

"Wieso sind diese Kinder in einem Land, das überwiegend vom Buddhismus und Taoismus geprägt ist, so sehr an biblischer Unterweisung interessiert? Der Grund ist, dass ihre christlichen Eltern nach biblischen Grundsätzen leben und folglich für ein glückliches Familienleben sorgen, bei dem das Verhältnis zu Jehova im Mittelpunkt steht. Da sich Weijuns Eltern bemühen, das Familienbibelstudium und den Predigtdienst zu etwas Erfreulichem zu machen, sind sein älterer Bruder und seine ältere Schwester bereits getaufte Zeugen Jehovas. Als Weijun kürzlich darum bat, sich offiziell am öffentlichen Predigtdienst beteiligen zu dürfen, erwähnte seine Mutter, er habe in dem betreffenden Monat mehr Zeitschriften abgegeben als die ganze übrige Familie zusammen. Weijun macht es offensichtlich Freude, über die Wahrheit zu sprechen, in den Zusammenkünften Kommentare zu geben und anderen zu erzählen, was er gelernt hat."

Der Artikel auf Seite 8 "Begeisterndes Wachstum auf einer wunderschönen Insel" enthält noch mehr von diesen Geschichten.

Wenn die Leute wüssten, mit welchen Mitteln die Kinder von ZJ in so einem Familienstudium beeinflusst werden, um ihnen die Liebe Gottes aufzudrängen (Angst vor Harmagedon, Dämonen und bösen Menschen), ob diese dann immer noch so gerne die Zeitschriften lesen würden?

Anstatt den Kindern Zeit zu lassen, ihre Kindheit zu genießen und Selbstständig zu werden, werden sie für ein Zeitschriftenkonzern verbraten.

Und wozu das ganze?
Derselbe Artikel:

"MEHR KÖNIGREICHSSÄLE BENÖTIGT
Wegen der Mehrung auf Taiwan werden auch immer mehr Königreichssäle benötigt. Das ist jedoch ein echtes Problem. Weshalb? Geeignete Grundstücke sind — außer in einigen Landgebieten — fast nicht zu bekommen. Außerdem sind die Grundstückspreise maßlos überhöht und das Bauplanungsrecht ist streng. In größeren Ortschaften und Städten besteht die einzige Möglichkeit im Erwerb von Büroflächen, die sich in Königreichssäle verwandeln lassen. Viele Büros haben allerdings eine extrem niedrige Decke, sind schwer zugänglich, haben hohe Unterhaltungskosten oder sind aus anderen Gründen nicht als Königreichssäle geeignet.
Dennoch haben Jehovas Zeugen auf Taiwan in jüngster Zeit neue Königreichssäle erworben, und die Suche geht weiter, denn die Zeugen sind nicht nur bereit, die finanziellen Verpflichtungen auf sich zu nehmen, sondern auch die nötigen Fertigkeiten im Bauwesen zu erlernen."

Frage der Interessierte einmal, wer als "treuer Verwalter" zum offiziellen Eigentümer der Königreichsääle ernannt wird, wenn diese fertiggestellt wurden...
... "Welch eine Quelle der Ermunterung diese jungen Leute doch für die älteren Verkündiger sind. Aber vor allem erfreuen sie ihren himmlischen Vater, Jehova Gott!"

Ob da mit den älteren Verkündigern der Sklave gemeint ist, der sich aufgrund der Arbeit von Kindern bereichert?

Gott mag die Kinder lieben - aber hilflose und beeinflussbare Kinder zu gewerblichen Zwecken zu missbrauchen und denen die Kindheit zu rauben - ob das den himmlischen Vater erfreut bezweifle ich sehr.

LG
J.
Re: Königreichsdienst 1959 - Königreichsdienst 2005
geschrieben von: Alphabethus
Datum: 06. Oktober 2009 16:29
In welchem Licht ist das in Verbindung mit Jeremia 22:13 zu sehen: "Wehe dem, der sein Haus baut, doch nicht mit Gerechtigkeit, und seine Obergemächer, doch nicht mit Recht, durch Ausnutzung seines Mitmenschen, der ohne Entgelt dient und dessen Lohn er ihm nicht gibt;" ...?
Re: Königreichsdienst 1959 - Königreichsdienst 2005
geschrieben von: X ~ mysnip
Datum: 06. Oktober 2009 20:26

Zitat:

Alphabethus
In welchem Licht ist das in Verbindung mit Jeremia 22:13 zu sehen: "Wehe dem, der sein Haus baut, doch nicht mit Gerechtigkeit, und seine Obergemächer, doch nicht mit Recht, durch Ausnutzung seines Mitmenschen, der ohne Entgelt dient und dessen Lohn er ihm nicht gibt;" ...?

Offizielle Website der Zeugen Jehovas:
,,Betrug wird als vorsätzliche Täuschung und Irreführung eines anderen definiert. Häufig geht es darum, jemandem durch Verstellung oder falsche Versprechungen sein Geld abzunehmen. Leider kommen viele Betrüger ungeschoren davon, weil es oft schwer ist, ihnen vorsätzliche Täuschung nachzuweisen. Zudem kennen und nutzen viele Schwindler Gesetzeslücken. Sie wissen, wie sie andere so übervorteilen können, dass man sie dafür nur schwer oder gar nicht zur Rechenschaft ziehen kann."
http://www.watchtower.org/x/20040722/article_01.htm

Die Schreiber des Artikels haben den Kern getroffen!

Was wollen uns die Macher von n-tv. mitteilen?

,,Es gibt so viele fremde Menschen, die uns Gutes tun wollen."
http://www.n-tv.de/bilderserien/ratgeber/Die-Tricks-von-A-bis-Z-article507778.html

Re: Königreichsdienst 1959
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 06. November 2009 02:36
Der "Königreichsdienst" für November 1959 jubelt:
"Wir sind nun in der glücklichen Lage die Freigabe des Buches 'Vom verlorenen Paradies zum wiedererlangten Paradies' für den 1. Dezember bekanntgeben zu können. ... Damit der Feldzug nicht beeinträchtigt wird, sollten jene Versammlungen, die schon vor dem 20. November ihre Zuteilung erhalten haben, dieselbe aber nicht früher ausgeben. Die Versammlungsdiener möchten darüber wachen, daß mit der Verbreitung grundsätzlich am 1. Dezember begonnen wird."

Angesichts solcher, fast schon ans Militärische grenzende Instruktionen, mögen einige weitere Reflexionen dazu gestattet sein.
Diese "Idylle" allerdings offerierte jenes WTG-Buch nicht.

Das Paradies der WTG war und ist eher dieses:

Auch wenn man meint sich "demnächst" im "Paradies wiederzusehen"

Steht doch am "Eingang" jemand, der erst mal einen staatlichen Eintrittsbonus kassieren will. Zum Beispiel den:

Da man heutzutage nicht mehr auf dem Level steht, mit dem Heiraten bis "nach" Harmagedon zu warten, was einige Jahre vor dem Paradies-Buch durchaus noch Usus war.

Hatte in dieser "Neuauflage" des Paradies-Buches in der Tat ein paar Schmankerl parat.
Etwa dieses

Es versteht sich für die WTG-Biedermänner, das selbiges nach allen Regeln der Kunst zelebriert wurde, inklusive Ober-Biedermann Knorr.

Nebst seinem Adlatus, der natürlich sich auch entsprechend zu verkaufen pflegte

Von einer "Neuauflage" ist deshalb die Rede weil schon Alt-Biedermann von Amburgh, mal ein Paradies-Buch auf den Ententeich setzte.
Diese beide Herren kamen in diesem WTG-Buch allerdings nicht mit vor, obwohl sein Inhalt - streckenweise - ihnen zugeeignet sein könnte
 

Wobei man allerdings die Frage stellen könnte, sehen "Dick und Doof" nicht eher so aus?

An diesem "Laurel-Hardy-Verschnitt" war allerdings zu Zeiten des "Paradies"-Buches noch nicht zu denken.

Schade dass der "Laurel-Hardy-Verschnitt" nicht der Neuapostolischen Kirche angehört. Sonst könnte man fast meinen deren Kartenspiel "Zum Ziel", sei auch auf seinem Mist gewachsen.

Aber die seinerzeitige "Spiessburger"-Webseite würde sicherlich wissen, wie sie denn den "Laurel-Hardy-Verschnitt" zu würdigen hätte. Etwa so:

Ach ja fast hätte ich es vergessen. Anlässslich der Kredenzung des "Paradies"-Buches Nr. 2, soll dem vernehmen nach, auch noch gleich eine Art "Nationhymne" präsentiert worden sein.
Oder bringe ich da was durcheinander?
Selbige hörte sich dann etwa so an:
Die "Nationalhymne der WTG"

Re: Königreichsdienst 1959
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 03. Dezember 2009 00:59
Bezüglich des kurz vorher neu in Deutsch herausgekommenen WTG-Buches "Vom verlorenem zum wiedererlangten Paradies" teilt der "Königreichsdienst" für Dezember 1959 mit, dessen Preis für die Öffentlichkeit betrage 3,75 DM. Indes Pioniere könnten selbiges für 1,- DM pro Exemplar erhalten. Da haben somit selbige von der WTG die Chance einberäumt bekommen, sich ein "fettes" Weihnachtsgeld zu verdienen.

Allerdings gibt es dabei wohl noch ein paar Besonderheiten. "Pioniere" und "Ferienpioniere" sind, was die fiskalischen Konditionen anbelangt, unterschiedlich eingestuft. Das wird zwar vom KD nicht ausdrücklich vermerkt, ist aber in der Praxis so.

Weiter weis diese KD-Ausgabe zu belehren:
"Die meisten berufstätigen Verkündiger haben im Dezember außergewöhnlich viel freie Tage."

Wie von der WTG gewohnt, sorgt selbige in ihrer "Fürsorge" auch gleich dafür, in dieser vermehrten Freizeit, nicht etwa auf "dumme Gedanken" zu kommen. Etwa das Familienleben zu befördern oder ähnliches. Das nützt der WTG ja nicht vordergründig. Ergo macht sie auch schon mal keinerlei Vorschläge in der Richtung. Was nicht heißen soll, dass der WTG nichts einfallen würde. Ganz sicher nicht.

Ihr Einfallsreichtum offenbart sich dann auch in solchen Empfehlungen wie die, den 26. und 27. Dezember (ein Sonnabend und Sonntag) als organisierte Zeitschriftentage zu gestalten.

Nicht das da etwa einer denkt, die sollen nun kommerziellen Zeitschriftenvertrieben Konkurrenz machen. Nee, damit hat die WTG nichts am Hut. Deren Angebot ist ja viel zu breit gefächert. Ein Schmalspurangebot sei doch viel "besser". Unschwer zu erraten woraus es denn bestehen würde. Aus WTG-Zeitschriften.

Na dann; "Frohe" Weihnachten!
Re: Königreichsdienst 1959 / heute
geschrieben von: Frau von x
Datum: 08. Dezember 2009 14:58

Zitat:

Drahbeck
Weiter weis diese KD-Ausgabe zu belehren:
"Die meisten berufstätigen Verkündiger haben im Dezember außergewöhnlich viel freie Tage."
Wie von der WTG gewohnt, sorgt selbige in ihrer "Fürsorge" auch gleich dafür, in dieser vermehrten Freizeit, nicht etwa auf "dumme Gedanken" zu kommen. ...
Ihr Einfallsreichtum offenbart sich dann auch in solchen Empfehlungen wie die, den 26. und 27. Dezember (ein Sonnabend und Sonntag) als organisierte Zeitschriftentage zu gestalten.

Zwar nicht der KD, dafür aber die Studienausgabe des Wachtturms vom 15.OKTOBER 2009 belehrt auch darüber, wie Verkündiger ihre "frei gewordene Zeit" zu nutzen haben, wenn es auf S.32 heißt:

IM VERGANGENEN Jahr kündigte die leitende Körperschaft ein verändertes Programm für die Zusammenkünfte an, wodurch mehr Zeit für das Bibelstudium und Gespräche im Familienkreis bleibt. Familienväter haben also die Aufgabe, mit ihrer Frau und ihren Kindern biblische Themen zu besprechen, und zwar regelmäßig und so, dass alle etwas davon haben. Ehepaare ohne Kinder werden die frei gewordene Zeit bestimmt nutzen, um gemeinsam die Bibel zu studieren. Und Alleinstehende ohne Familienpflichten können diese Zeit gut für ein eigenes Studienprogramm einsetzen.

Weiter erfahren wir:

Schon viele haben sich für die neue Regelung bedankt. Ein Ältester namens Kevin schreibt: "Wir können nur schwer mit Worten ausdrücken, wie sehr wir uns hier in unserer Versammlung über den Studierabend freuen. ...
John und JoAnn sind als Ehepaar im Pionierdienst. Sie schreiben: "Da wir unser Familienstudium immer irgendwo zwischen die anderen Versammlungsaktivitäten gequetscht haben, fand es eher sporadisch statt. Mit dieser neuen Regelung hat Jehova uns ein Geschenk gemacht, das unserem Glauben so richtig guttut - vorausgesetzt, wir nutzen die Zeit auch wirklich so, wie es sein soll." ...


Wenn die neue Regelung ein Geschenk von Jehova ist, was war dann die alte? :confused:

 

Königreichsdienst 1958

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