Notizen aus „Unser Königreichsdienst" (1958)

Königreichsdienst (1958)

geschrieben von: Drahbeck

Datum: 05. Mai 2008 07:05


Neue Zeitschriftenquoten, teilt der „Königeichsdienst" in seiner Ausgabe vom Januar 1958 mit. Im Januar würde ja ein neuer „Wachtturm-Feldzug" beginnen. Der 20. wissen die WTG-Statistiker dazu ergänzend anzumerken.
Und was wäre ein Feldzug ohne eine zünftige Parole? Auch dafür hat die WTG vorgesorgt.
Wie wunderbar es doch sei, „Fremden Freundlichkeit" zu erweisen. Die spezielle „Freundlickkeit" der WTG bestünde halt darin, Fremden ein kostenpflichtiges Wachtturm-Abonnement aufzuschwatzen.

Da in WTG-Gefilden nichts ohne Statistik abläuft. Den Bibelspruch, das die rechte Hand nicht wissen soll, was die linke tut beim „Gutestun", ordnet man dort wohl dem Bereich „apokryph" ein. Und was apokryph ist, könne natürlich nicht beachtet werden. So einfach ist das alles, bekommt man nur die „rechte" Anleitung, die der WTG, versteht sich.

Dem weiteren Wortgeklingel kann man dann noch entnehmen. Bisher betrug die vorgegebene Quote pro Verkündiger, 9 Zeitschriften pro Monat.
Das sei aber doch wohl „Kleinkram". Nicht „kleckern sondern nur klotzen" könne deshalb jetzt nur die Parole sein. Und damit denn die Druckmaschinen in Wiesbaden auch optimal ausgelastet würden, wäre wohl nun eine monatliche Zeitschriftenquote von 12 Stück pro Verkündiger, angebracht. Sollte ein ungläubiger Thomas da vielleicht anfangen, nachzurechnen: Das bedeutet ja eine Steigerung um 25 Prozent, ist er halt eben ein Ungläubiger. Und Ungläubige wurden und werden in der WTG-Organisation, seit jeher nicht sonderlich geschätzt.

Auch an die Pioniere denkt der KD. Die „dürfen" dann 100 Zeitschriften pro Monat absetzen. Und die Sonderpioniere dann gar 150.

Es wird aber noch weiter spezifiziert. Vorstehendes betrifft wohl eher die Anzahl der Einzelhefte. Aber hat man ein Abonnement erlangt, verpflichtet sich ja der „Kunde", wenigstens 24 Exemplare einer Zeitschrift, pro Jahr, abzunehmen. Daher müsse halt in WTG-George-Orwells 1984-Welt, auch dafür eine Quote vorgesehen sein.
2. Abonnements für die Versammlungsverkündiger die sie aufzuschwatzen haben. Für die Pioniere 20 und für die Sonderpioniere gar 30.

Wenn das alles nicht glänzende Aussichten sind. Es fragt sich lediglich, für wen?!

Wie sich die Zeiten doch ändern!
Das mit den Abonnements für Außenstehende, ist ja schon etliche Jahre „kalter Kaffe". Selbst wenn sie es denn wollten, bekamen sie es nicht.
Da erinnere ich mich. Ganz die erste Zeit nach Ende 1989 hatte ich auch mal solche Abonnements (als Außenstehender versteht sich). Die kamen per Streifbandzeitung via Post aus der Schweiz (WTG-Büro Thun). Dann kam der WTG-Ukas, dass solche Abonnements eingestellt (nicht verlängert würden). Da gab es keinen „genehmigten" Ausweg (in meinem Fall wohl erst recht nicht).
Das maximale an „Auskunft" was zu erlangen, bestand darin. Ich könne ja in einem Königreichssaal zu den dortigen regulären Öffnungszeiten mal nachfragen.
Da habe ich dann meinerseits „danke" gesagt, denn über die Schwelle einer solchen Immobilie bekommen mich wohl keine „zehn Pferde mehr."

Und jetzt ist es gar soweit, dass man sich WT und Erwachet! im Internet „vorlesen" lassen kann. Jeder der „mag" kann diesen „Dienst" in Anspruch nehmen. Nun ist das mit dem „mögen" so „ein Ding für sich". Das stundenlang sich „WTG-Geseieere" anzuhören, ist nicht jedermanns Geschmack. Schöner wäre es, man könnte die Texte einfach blos lesen. Dann kann man sie nämlich mehr blos überfliegen (was vom Inhalt je vielfach schon ausreicht). Wer denn Details genauer lesen will, kann dies dann nach Belieben und gezielt tun.

Indes so wie es aussieht. Dazu kann die WTG sich derzeit wohl noch nicht durchringen. Aber das damit das Tor zu weiterer Kostenrationalisierung geöffnet ist, dürfte auch offenkundig sein. Mal sehen wie das ganze in etwa 10 Jahren aussieht.
Das „Erwachet!" wie inzwischen schon eingetreten, inhaltlich mal halbiert werden würde, hätte man (wäre es vor Jahren „prophezeit" worden) auch nicht für möglich gehalten.

Die Option für weitere „Überraschungen" ist somit gegeben. Und ob die WTG nun jetzt viel oder wenig Zeitschriften druckt. Das tatsächliche Spendenaufkommen, dürfte davon unberührt sein. Und dieses Kalkül wissen die WTG-Manager offenbar gebührend zu berücksichtigen!
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Re: Königreichsdienst (1958)

geschrieben von: Drahbeck

Datum: 21. Mai 2008 07:01

„Es ist ganz klar, daß, wenn ihr mehr Zeit für den Felddienst aufwendet, ihr auch mehr Möglichkeiten habt, eure Abonnementquote zu erreichen. Wie ihr wißt, beträgt sie für Versammlungsverkündiger 2 Abonnements, für Pioniere 20 und für Sonderpioniere 30."

Wer das also noch nicht wusste, dem sagt das der „Königreichsdienst" für Februar 1958, nochmals ausdrücklich. Da fragt man sich doch bloß noch eines. Haben die Macher jenes „Königreichsdienstes" eigentlich schon ihren Patentanspruch auf das „Perpetium mobile" angemeldet? Das soll ja wohl jenes Wunderwerk sein, welches ohne externe Energiezufuhr, wie von selbst, läuft und läuft und läuft!

Viele tatsächliche (und auch verhinderte) Erfinder, träumen ja immer noch von diesem Wunderwerk. Keinem indes scheint es aber bis heute gelungen zu sein, es zu erreichen. Selbst sogenannte „Drei Liter Autos" (der Stolz ihrer Konstrukteure) brauchen immer noch besagte „drei Liter". Ohne die geht es einfach nicht.

Wie es scheint, hätten wohl die Macher des „Königreichsdienstes" ungeahnte Möglichkeiten, selbst noch die „abgebrühtesten" Beamten der Patentämter, noch zum Staunen zu bringen.
Oder sollte da wieder nur der Schein täuschen?

Offenbar gibt es aber nichts, was nicht noch Steigerungsfähig wäre. Es kommt dann wohl im besonderen auf die „Verpackung" an. Das sagte sich wohl auch die WTG und erklärt just in dieser KD-Ausgabe eine reguläre Ausgabe des im April erscheinenden „Wachtturms" zur „Sonderausgabe".
Wer nun so naiv sein sollte anzunehmen, weil die nun „Sonderausgabe" heißt, gäbe es in diesem Jahre statt 24 eben 25 „Wachtturm"-Ausgaben. Der muss sich schon belehren lassen. „Sonderausgabe" hin und „Sonderausgabe" her. Es bleibt auch im Jahre 1958 bei 24 „Wachtturm"-Ausgaben.
Tja wenn das so ist, welchen Sinn hat denn das ganze nun.

A ja und jetzt kommt der Haken. Der KD belehrt seine treudoofen Leser diesen Punkt betreffend wie folgt
:

„Das würde bedeuten, daß die Versammlungsverkündiger im April 30, die Pioniere 180 und die Sonderpioniere 270 Zeitschriften verbreiten würden."

Ach ja so ist das also. Bleiben wir doch nur bei den Versammlungsverkündigern. Die bekamen ja schon, wie die Januar-Ausgabe 1958 des KD berichtete, eine 25prozentige Erhöhung ihrer Zeitschriften-Verbreitungsquote verpasst. 12 Stück pro Monat hätten sie nun ab 1958 abzusetzen. Wieviel die Steigerung von 12 auf 30 Exemplare in Prozentzahlen denn so ausmacht, diese Rechnung mag denn der geneigte Leser für sich selber noch anstellen!

„'Ein' Schiff wird kommen"

„Wir freuen uns, mitteilen zu können, daß allen Personen, die mit der Organisation verbunden sind, also auch Freunden der Wahrheit, nach den letzten Informationen, die wir vom Hauptbüro erhielten, die Möglichkeit gegeben ist, mit dem Charterschiffen zum Kongreß zu reisen. Bewerbungen hierfür sollten durch die Versammlungen an die Gesellschaft gesandt werden.
Beide Schiffe verlassen am 13. Juli Bremerhaven und treffen am 24. Juli in New York ein. Das erste Schiff läuft in New York am 5. August aus und kommt am 15. August in Bremerhaven an, während die Rückfahrdaten für das zweite Schiff jeweils um einen Tag später liegen. Jeder, der etwas mehr als einen Monat Zeit hat, kann gut die Gelegenheit benutzen, mit einem Charterschiff den Kongreß zu besuchen.
Je nach Größe und Lage der gewünschten Kabine betragen die Fahrtkosten für die Hin- und Rückfahrt 1008 bis 1596 DM."


Nun, die Schiffsreeder werden wohl diese Meldung im Jahre 1958 wohlwollend zur Kenntnis genommen haben. Inzwischen hat sich die Sachlage wohl dahingehend geändert, daß Schiffsreeder heutzutage, nicht mehr besondere Nutznießer solcher Aktionen sind. Aber es gibt wohl neue „Gewinnler". Zu diesen, liest man etwa die Ankündigen der Bezirksversammlungen des laufenden Jahres, dürfte wohl besonders die Hotellerie in ausgewählten deutschen Städten gehören.

Jetzt weis man es auch, ist man „fast" geneigt noch hinzuzufügen, warum das mit der KdöR-Sache wohl geklappt hat. Es ist nicht erwiesen, und reine Spekulation. Das ist wohl war. Wenn aber mit dieser Einschränkung dennoch eine zugegebenermaßen nicht erwiesene Spekulation gestattet sei. Dann wäre doch wohl selbige die. Unter den Lobbyisten, welche sich da für die WTG „stark gemacht", dürfte man (vielleicht) auch die Lobbyisten der deutschen Hotellerie vorfinden.

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Re: Königreichsdienst (1958)

geschrieben von: Drahbeck

Datum: 12. Juni 2008 05:57

Rubrik „Eure Dienstversammlungen" in der März-Ausgabe 1958 des „Königreichsdienstes"

„Vorsitzender (1. Min.) Nun wenden wir unsere Aufmerksamkeit den Ablaufzetteln zu. Diese sollten sofort nach Empfang verteilt und die betreffenden Leute unverzüglich besucht werden ... Vorsitzender (2. Min.) Er erinnert daran, daß solche Abonnements als neue berichtet werden und faßt die Hauptpunkte der Demonstration zusammen."

Na wenn das mal nicht „der Lichtblick" ist. Verlängerte Abonnements für den „Wachtturm" können gar als „neue" berichtet werden. Wie man sieht, es gibt doch immer einen Ausweg. Die einen haben ihn dergestalt gefunden, eine lange Anfahrtszeit in ihr Predigtdienst-Gebiet mitzuzählen, und besonders „Clevere" rechnen auch noch die Rückfahrtszeit noch mit hinzu. Dann kann man ja in der Tat mit beachtlichen Stundenquoten die im Predigtdienst verbracht wurden, aufwarten. Ist derjenige dann vielleicht gar noch männliches Geschlechts, steht seinem rasanten Karriereweg in der ZJ-Organisation, wohl nicht mehr allzuviel im Wege.

Nun offenbart also der KD auch in der Frage der Vergatterung zu pflichtgemäßen Erwerb von „Wachtturm-Abonnements" einen „Lichtblick". Wie man sieht, braucht sich doch wohl deswegen keiner Sorgen zu machen. In „Jehovas Organisation", wird halt eben an „alles" gedacht!

„Hab mein Wagen voll geladen"
„Die diesjährigen Bezirksversammlungen finden wie folgt statt:
Frankfurt/Main ...
Hamburg ....
Stuttgart ..."

Und weiter im Bericht der März 58-Ausgabe des KD:
„Da unsere Verhandlungen mit der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbahn ergaben, daß wir in diesem Jahr Sonderzüge einsetzen können, bitten wir darum, daß uns jede Versammlung bis zum 15. März die Zahl der Teilnehmer an einem Sonderzug mitteilt. Sollte sich niemand an einer Sonderzugsfahrt beteiligen wollen, sollte uns dies der Versammlungsdiener auch mitteilen. Fühlt euch nach eurer Meldung auch verpflichtet, an der Sonderzugsfahrt teilzunehmen, damit uns Unannehmlichkeiten erspart bleiben."
Nachdem in der vorangegegangen KD-Ausgabe schon die Schiffsreeder in Jubelstürme ausbrechen konnten, ist wie man sieht, auch an die Deutsche Bundesbahn gedacht. Selbige wird es wohl auch wohlwollend zur Kenntnis genommen haben. Geschäft ist halt eben immer wieder Geschäft!

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Re: Königreichsdienst (1958)

geschrieben von: Drahbeck

Datum: 06. Juli 2008 06:41

In der Rubrik „Eure Dienstversammlungen" der „Königreichsdienst"-Ausgabe für April 1958, schwelgt man wieder mal in Superlativen:

„Im April sollte die bisher größte Zeitschriftenverbreitung erzielt werden. Die Rotationspressen sind fast Tag und Nacht gelaufen, um die Zeitschriften für uns zu drucken. Nun liegt es an uns, sie in die Hände der Menschen guten Willens zu legen. Jeder einzelne von uns hat eine Quote.
Für die Versammlungsverkündiger beträgt sie 30, für Pioniere 180 und für Sonderpioniere 270 Zeitschriften. Wenn in der Bundesrepublik die 20% Zunahme an Verkündigern erreicht würde und alle ihre Zeitschriftenquote erreichten, würde das bedeuten, daß in diesem Monat dort etwa 2.000.000 Zeitschriften verbreitet würden, was einen Stapel ergäbe, der siebenmal höher wäre als das Empire State Building."


Vielleicht kann man das ganze auch als eine Art „Schlussverkauf" werten, denn in dergleichen KD-Ausgabe gibt es auch die Mitteilung:

„Erhöhung der Kostensätze ...
Leider sehen wir uns gezwungen, euch bekanntzugeben, daß die Kostensätze für unsere Publikationen vom 1. Mai 1958 ab eine Erhöhung erfahren müssen ... Für eine Einzelzeitschrift dann 25 Pfennig betragen wird."


Nicht im gleichem Atemzug wird gesagt, welchen Preis denn die Einzelzeitschrift vordem hatte. Der aber ist bekannt. Also eine Erhöhung von 20 auf 25 Pfennig. ...

Der Rubrik „Schlussverkauf" ist vielleicht auch noch die nachfolgende Meldung aus dieser KD-Ausgabe zuzuordnen:


„Im Monat Mai werden wir zwei gebundene Bücher („Gott bleibt wahrhaftig" und „Die Wahrheit wird euch frei machen" oder ersatzweise - soweit vorhanden - eines der Bücher „Die neue Welt" oder „Das Königreich ist herbeigekommen") gegen einen Beitrag von 3 DM anbieten. Wir sind in der Lage, euch von anderen Versammlungen, die noch über eine größere Menge verfügen, Bücher zusenden zu lassen. Bitte fordert die gewünschten Exemplare auf dem üblichen Wege an."

Diese Angabe ist ja dann wohl auch dahingehend aufschlußreich, dass besagte Versammlungen, welche da noch über größere Lagerbestände verfügen („Das Königreich ist herbeigekommen" erschien unmittelbar nach 1945 in Deutsch (in der Schweiz wohl schon 1944). Und die anderen genannten Bücher ebenfalls in diesem Zeitraum. Also diese Mitteilung ist doch wohl auch dahingehend aufschlußreich, dass diese Bücher keineswegs nun bis ins Jahr 1958 hinein, von der WTG „kreditiert" worden wären. Sondern die Sachlage sah doch wohl so aus. Die Versammlungen mussten bereits nach Erhalt, jene Bücher der WTG bezahlen. Allenfalls besteht also das Engagement der WTG darin, behilflich sein zu wollen, diese Ladenhüter doch noch los zu werden!

„Kannst du dort dienen, wo Hilfe dringend not tut?" fragt diese KD-Ausgabe weiter. Nun selbiges Programm/Aufforderungen, gibt es wohl noch heute. Ein Unterschied ist dabei aber doch wohl zu beobachten.
In dieser KD-Ausgabe wird dazu definiert:

„Die meisten Versammlungen, die die Hilfe von Dienern benötigen, sind in Städten von nur wenigen Tausend Einwohnern."

Genau dieser Aspekt aber hat sich zwischenzeitlich verändert. Heutzutage pflegen in Sonderheit Großstädte, auch etwa Berlin, als „Hilfe tut not-Gebiete" bezeichnet zu werden!

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Re: Königreichsdienst (1958)

geschrieben von: Drahbeck

Datum: 17. Juli 2008 07:16

Eine kleine Meldung im „Königreichsdienst" für Mai 1958, die man wohl eher überlesen dürfte.
In der Rubrik „Jetzt erhältliche Veröffentlichungen" wird mit aufgeführt:

Reichtum (gebunden) - Ungarisch
Reichtum (broschiert) - Estnisch
Harmagedon (64seitig) - Estnisch
Scheidung der Menschen (64seitig) - Estnisch
Das Königreich, die Hoffnung der Welt - Litauisch.

Nun ist zwar bekannt, dass WTG-Veröffentlichungen zuerst in Englisch erscheinen. Und ihre Übersetzung in andere Sprachen, teilweise mit Verzögerung erfolgt.

Was das besondere aber an dieser Meldung ist, besteht wohl darin, dass die genannten Titel, allesamt der Rutherford-Ära zuzuordnen sind. Sie werden also selbst noch im Jahre 1958, von der WTG über den Umweg anderer Sprachen, offeriert.

Zum Vergleich. Die jeweils deutsche Ausgabe des Rutherford-Buches „Reichtum" erschien bereits im Jahre 1936.
Die Broschüre „Harmagedon" im Jahre 1937; und „Scheidung der Menschen" schon im Jahre 1933.
„Das Königreich, die Hoffnung der Welt" gar im Jahre 1931!

Also selbst diese alten Sachen verbreitete die WTG noch im Jahre 1958. Es drängt sich dabei allerdings der Eindruck auf, analog dem WTG-Buch „Die neue Welt", welches zum Zeitpunkt seines Erscheinens in Deutschland, bereits - nach eigener Lesart - veraltete Thesen enthielt. Welches aber trotzdem weiter verbreitet wurde. Nicht als tatsächliches „Studienmaterial". Das wurde tunlichst vermieden. Aber als Verkaufsartikel, zur „Beraubung der Ägypter". Das hier bei diesem alten Rutherford-Schrott, eine ähnliche Sachlage besteht!

Man vergleiche zum Thema des Buches „Die neue Welt" auch:

Buch „Die neue Welt"

Parsimony.23636

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Re: Königreichsdienst (1958)

geschrieben von: Drahbeck

Datum: 27. Juli 2008 02:08

Gelesen im „Königreichsdienst" Ausgabe Juni 1958; Rubrik: „Eure Dienstversammlungen"

„3. Szene (4 Min.) Der Diener und das Oberhaupt der Familie treffen sich in der Cafeteria, wo beide als Ordner dienen. Während sie sich erzählen, wie sie den Weg in ihre Unterkunft fanden usw., nähern sich ihre Frauen, die beide in der Küche mitarbeiten, und schließen sich der Unterhaltung an. ..."

So so. Die Männer amten als Ordner, die Frauen verrichten Küchendienste. Klingt alles verdächtig in Richtung: „Florierendes Geschäft!"

In dergleichen KD-Ausgabe unter der Überschrift „Internationaler Kongress" gelesen:

„Da wir im Juli zwei Bücher zu einem Beitrag von einem Dollar anbieten, wäre es auch gut, wenn ihr euch darauf einstellen würdet auf dem Wege nach New York am Zeugniswerk teilzunehmen."

So So. Da reisen also, wie Josy Doyon etwa berichtete, etliche mit massiver Nötigung noch dazu, von Europa zu einem Kongress der Zeugen Jehovas in die USA. Auf eigene finanzielle Kosten, versteht sich. Und was erwartet die WTG so von ihren Gästen. Unter anderem auch das. Den Verkauf von WTG-Büchern, und da sich das ja in den USA abspielt, erfahren die deutschen Zeugen Jehovas, gleich schon mal vorab, den vorgesehen Dollar-Preis dafür!

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Re: Königreichsdienst (1958)

geschrieben von: Drahbeck

Datum: 11. August 2008 06:38

„Mit einigen wenigen Ausnahmen wird in beiden Stadien dasselbe Programm geboten und werden dieselben Redner sprechen. Es spielt also keine Rolle, wo ihr seid," weis der „Königreichsdienst für Westdeutschland" in seiner Ausgabe für Juli 1958 zu berichten.

Nun, wenn das so ist. Weshalb dann überhaupt das massenweise Herankarren für einen achttägigen Kongress der Zeugen Jehovas in New York? Dessen Hauptsprache dürfte doch wohl Englisch gewesen sein. Ankündigungen, es gäbe dort auch spezielle Deutschsprachige Bereiche, habe ich im KD bisher jedenfalls nicht entdeckt.
Wer denn Perfekt Englisch spricht, wer schon immer mal eine „Weltreise" machen wollte, für den mag ja ein Angebot der Art, durchaus interessant sein. Aber kann man diese Voraussetzungen wirklich so generalisieren?
Ist es nicht so, dass da massiver Nötigungsdruck ausgeübt wurde!

Auch diese KD-Ausgabe kündet wieder davon. Etwa wenn sie postuliert:

„Niemand sollte sich nun noch fragen: Soll ich gehen?, sondern alle sollten sich jetzt mit der Frage beschäftigen: „Habe ich alle Vorbereitungen für den Besuch des Kongresses getroffen?"

Wem nützte ein solches Spektakel eigentlich? Sicherlich der WTG, kann sie der Weltöffentlichkeit doch so sagen: „Seht, wir sind wieder wer".

Für den Einzelnen jener herangekarrten Besucher dürfte der „Nutzen" sich eher auf dem Level jener mal Interviewten bewegen, welche die WTG-Gileadschule besuchte, und welche auf Befragen bekundete. Von der Schule habe sie wohl nicht so viel gelernt. Insbesondere das „Mitmenschliche Klima" habe es ihr angetan.
Ob dies wirklich als Zeugnis der „Qualität" von der Gilead-Schule anerkannt werden kann, ist doch sehr die Frage.

Namentlich für jene europäischen Zeugen Jehovas, welche ein Musikinstrument beherrschen, hat diese KD-Ausgabe noch noch ein Highlight parat:


„Wir benötigen allerdings noch sechs bis acht Waldhornbläser und vier Fagottisten. Brüder, die eines dieser Instrumente gut spielen, können es mitbringen."

Das lasse man sich doch mal auf der Zunge zergehen. Da ist also die WTG, diese Musikinstrumente betreffend, in den USA nicht so recht fündig geworden, sodass entsprechende Anforderungen, gar noch bis nach Europa weitergeleitet werden!

Aber auch, wer nicht so dergestalt als Spezial-Musiker zu punkten vermag. Auch für den hat die WTG durchaus Angebote parat. Etwa dieses:

„Freiwilligendienst ... Wie wäre es, wenn auch du dich ihnen in diesem Liebeswerk anschließen und deine Anmeldung zum Freiwilligendienst ebenfalls einsenden würdest? ...
Denkt auch bitte daran, daß die Arbeit nicht getan ist, wenn die letzte Ansprache zu Ende ist, denn der Kongreß-Abbau ist noch eine gewaltige Aufgabe. ... Wie wäre es also, wenn ihr am Sonntagabend oder, wenn möglich, auch am Montag und Dienstag nach dem Kongreß noch in New York bleiben würdet, um bei dieser Arbeit mitzuhelfen? Vergeßt auch nicht, entsprechende Kleider mitzubringen."


Tolle Gast-Angebote, mag man dazu nur sagen.
Ein besonderes „Schmankerl" hat denn diese KD-Ausgabe noch mit der Aussage parat:

„Denkt an die wichtige Ankündigung, die im 'Wachtturm' vom 15. Februar 1958 erschien und in der es unter anderem hieß:
'Dies ist vielleicht der größte Kongreß, der jemals von der Watch Tower Society
vor [Hervorhebung nicht im original] Harmagedon veranstaltet werden wird.'"

Ein besonderes Spektakel solcher Veranstaltungen, pflegen ja die Taufen zu sein. Euphorisiert, weis man zu berichten: Über 7.000 wurden bei diesem Kongress getauft. Man sehe sich doch mal zwei Bilder solcher Täuflinge dieser 1958er Veranstaltung in New York etwas näher an, und man kann sich des Eindruckes, inklusive Kindertaufen!


http://www.manfred-gebhard.de/Kindertaufe1.jpg
http://www.manfred-gebhard.de/Kindertaufe2.jpg

Der „King" und sein „Vasall" versäumten es selbstredend nicht, sich bei der Gelegenheit im rechten Rampenlicht zu zeigen.
http://www.manfred-gebhard.de/KingVasall1.jpg
http://www.manfred-gebhard.de/KingVasall2.jpg

 

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Re: Königreichsdienst (1958)

geschrieben von: Drahbeck (

Datum: 20. August 2008 06:56

„Das Bewußtsein, daß Harmagedon, die Erfüllung der biblischen Prophezeiungen, so nahe ist, sollte in uns den Wunsch wecken, unseren Dienst ausdehnen zu wollen wie nie zuvor" tönt der „Königreichsdienst" Ausgabe für August 1958.
Nun, wer hätte wohl von diesem Blatt eine andere Aussage erwartet? Jedenfalls kaum einer, der sich die Fähigkeit, nüchtern zu denken, bewahrt hat.

Zu denen gehören allerdings nicht die WTG-Hörigen. Die sind ja hochgradig euphorisiert. Und die WTG tut auch alles, um diese Stimmung zu erhalten, zu fördern (bis zur vielleicht eines Tages noch folgenden „Katerstimmung").

Dem Versuch zur Euphorisierung, kann man vielfältig auch in dieser KD-Ausgabe begegnen, etwa in Form der Aussage:


„Während diese Ausgabe des Königreichsdienstes zusammengestellt wird, sind Jehovas Zeugen in Deutschland und vielen anderen Ländern beschäftigt wie noch nie. Der internationale Kongreß 'Göttlicher Wille' ist mit reichen Segnungen zu Ende gegangen, und nun laufen die Vorbereitungen für unsere Bezirksversammlungen auf vollen Touren. Dies bedeutet Arbeit! Arbeit! Arbeit! ...
Die Begeisterung der von New York zurückkehrenden Brüder überträgt sich auf alle Versammlungen unseres Landes, und jeder faßt den festen Entschluss, unbedingt bei einer der Bezirksversammlungen dabei zu sein ..."


Natürlich versäumt die WTG nicht, das alles auch für ihre geschäftlichen Interessen zu nutzen. Stellvertretend auch für anderes, noch zwei Kurznotizen aus dieser KD-Ausgabe:

„Tausende von Verkündigern in den Vereinigten Staaten haben am 30. Mai, der von der amerikanischen Bevölkerung als Totengedenktag gefeiert wird, die Friedhöfe aufgesucht und den Trauernden mit Hilfe der in den Zeitschriften 'Awake!' vom 22. Mai und 'The Watchtower' vom 1. Juni erschienenen Artikel Trost gespendet. ...
Die Gesellschaft lieferte während des Kongresses keine Aufnahmen oder andere Bilder in der Größe von 20 x 25 cm. Wir beabsichtigen jedoch, eine schöne große Gesamtaufnahme des Yankee- Stadions und der Polo Grounds zu machen (Größe 40 x 75 cm). Sie wird sich sehr gut eignen für euren Königreichssaal, und ohne Zweifel werden alle Versammlungen eine solche Aufnahme haben wollen. Sollten sich auch Verkündiger dafür interessieren, dann sollten sie dies dem Versammlungsdiener mitteilen, damit er die entsprechende Anzahl als Kassaposten bestellen kann. Der Preis für diese Aufnahmen beträgt 14 DM."

Re: Königreichsdienst (1958)

geschrieben von: Drahbeck

Datum: 21. September 2008 05:02

„Bruder Knorr kündigte ein erweitertes Programm für die theokratische Predigtdienstschule an. Vom 1. Januar 1959 an können sich auch Schwestern in den Schulkurs einschreiben lassen und können regelmäßig beauftragt werden, Predigten zu halten, über die ihnen ebenfalls Ratschläge erteilt werden,"
vermeldet die „Königreichsdienst"-Ausgabe für September 1958.
Ansonsten trieft selbige wieder mal von einer Vokabel, mit dem Anfangsbuchstaben P wie
Pflichten.

Zum Beispiel auch der diesem Kontext zuortbare Satz:

„Richtet euer Augenmerk auf Mehrung, auf Produktivität".

Die WTG wähnt sogar „witzig" sein zu können, beim verkünden ihrer „Pflichten". Etwa in der Form einer „Demonstration", wie sie auch in dieser KD-Ausgabe abgedruckt ist:

„Die 'Ärztekommission', bestehend aus dem Versammlungsdiener, dem Hilfsversammlungsdiener und dem Bibelstudiendiener, hat auf dem Podium Platz genommen und untersucht anhand der großen Verkündigerdienstkarte den Dienstbericht des 'Patienten'. Die Tätigkeit des Patienten wird mit der 'Landes-Gesundheitsquote' für Durchschnittsverkündiger verglichen. Der Gesundheitszustand des Dienstes jener Verkündiger, deren Zahlen unter der 'Gesundheitsquote' liegen, ist 'unterdurchschnittlich' und derjenige der Verkündiger, deren Zahlen darüber liegen 'überdurchschnittlich'. Die Ärzte untersuchen jede Spalte, stellen die Diagnose und schlagen, wenn es erforderlich ist, ein Heilmittel vor oder loben, wenn die Zahlen des Patienten über dem Durchschnitt liegen; zum Beispiel: Spalte für die Bücher:

Die Untersuchung ergibt, daß wenig Bücher abgegeben worden sind.

Heilmittel: Bessere Predigten und häufigere Anwendung derselben im Dienst sowie Benutzung des von der Gesellschaft empfohlenen Angebote.

Spalte für Stunden: Der Bericht zeigt, daß der Durchschnitt niedrig ist.
Heilmittel: Zwei Stunden Dienst am Sonntagvormittag, um nach Schafen zu suchen, danach eine Stunde Nachbesuche, außerdem regelmäßige Betätigung im Dienst gemäß den Verordnungen der 'Ärzte', die die örtlichen Verhältnisse kennen ..."

Und so geht das noch einige Positionen betreffend weiter.

Und welche „Rechte" haben die nun so in die „Pflicht" genommenen? Darüber - man ahnt es schon - weis der KD nichts zu berichten. Ihre „Rechte" bekommen die in die „Pflicht" genommenen beispielsweise mal dann verklickert, sollte sich ein ernsthafter Konflikt ergeben, wie etwa Gerd Wunderlich
es in seinem Buch „Die Paradiesverkäufer" berichtet.
Dann kann es sogar passieren, dass sie von der WTG schwarz auf weiss mitgeteilt bekommen, ihr ja gar nicht als Mitglied anzugehören.




 

Waren sie so naiv, etwa in Heiratsurkunden sich als Zeugen Jehovas zugehörig eintragen gehabt zu lassen, dann haben sie halt Pech gehabt, sofern sie diesen Status als nicht mehr für sich zutreffend ansehen. Das ist dann fast so wie in einigen Ländern, wo man ja aus der dortigen Staatskirche auch nicht austreten kann. Fast. Nicht ganz so extrem, aber fast.

Oder sollte ihnen später mal sauer aufstoßen, etwa für einen Königreichssaalbau auch große Opfer mit erbracht zu haben. Dann gilt der gleiche Spruch: Halt Pech gehabt.
Im Formulieren von „Pflichten" ist die WTG wahrlich „perfekt".

Mir indes fällt dazu nur noch der eine Spruch ein:
Die dümmsten Schweine - suchen sich ihren Metzger selbst!

 

Re: Königreichsdienst (1958)

geschrieben von: Frau von x

Datum: 21. September 2008 14:16

Zitat:

Drahbeck
„Bruder Knorr kündigte ein erweitertes Programm für die theokratische Predigtdienstschule an. Vom 1. Januar 1959 an können sich auch Schwestern in den Schulkurs einschreiben lassen und können regelmäßig beauftragt werden, Predigten zu halten, über die ihnen ebenfalls Ratschläge erteilt werden,"



Gab es dort nur die Ankündigung oder auch ein Begründung, warum man Schwestern dieses "Vorrecht" nun einräumte. Mich würde interessieren, ob man das biblisch begründet hat und wenn ja, wie?

 

Re: Königreichsdienst (1958)

geschrieben von: Drahbeck

Datum: 21. September 2008 14:54

Zitat:

Frau von x


Gab es dort nur die Ankündigung oder auch ein Begründung, warum man Schwestern dieses "Vorrecht" nun einräumte. Mich würde interessieren, ob man das biblisch begründet hat und wenn ja, wie?
 



Das ganze war verpackt als Kurzmeldung innerhalb der Rubrik „Neue-Welt-Nachrichten".
Detaillierte Begründungen zu geben, oder gar Diskussionen darüber zuzulassen, war offenbar unter der Würde der WTG-Apparatschicks.
Wähnen sie doch den „direkten Draht zu den Plejaden" zu haben, wo ja nach ihrer Vorstellung Jehova wohnen soll.

Da es zu besagten Plejaden, nach säkularen menschlichen Berechnungen, wohl eine in Lichtjahren zu bemessende Entfernung gibt, wird man wohl auf eine detaillierte Erläuterung seitens der WTG ebenfalls noch „Lichtjahre" warten müssen!

http://www.manfred-gebhard.de/

http://www.manfred-gebhard.de/


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Re: Königreichsdienst (1958)

geschrieben von: Drahbeck

Datum: 25. Oktober 2008 02:09

Liest man im „Königreichsdienst" Ausgabe Oktober 1958, mag man als Kommentar dazu nur sagen:
Eine Geschäfts-Innovation jagt die andere! Und der Geschäftmacher heisst WTG.

Die „Wachtturm"-Ausgabe vom 15. 10. 1958 sei eine „Sonderausgabe: „Sonderausgabe" deshalb, weil es für Herrn Knorr wohl nicht „standesgemäß" ist, seinen Hauptvortrag auf dem New Yorker Kongress 1958, nur in einer regulären WT-Ausgabe gedruckt wieder zu finden. Da muss halt eben eine „Sonderausgabe" her. Ob den sein Inhalt dieses Prozedere rechtfertigt, erscheint zumindest Kritikern der WTG mehr als fraglich.
Aber selbstredend nicht der eigenen Klientel.

Was wäre eine „Sonderausgabe", wenn nicht gleich eine „Sonderaktion" mit ihr gekoppelt würde. Und so ist es denn auch abgelaufen. Bestückt mit Massen dieser „Sonderausgabe" scheuchen nun die WTG-Funktionäre ihre Anhänger von Haus zu Haus, selbige an die Frau, den Mann zu bringen. Wie üblich gibt es dazu einstudierte Texte, wie man denn am besten verkaufen kann.

Damit ist es aber den WTG-Funktionären nicht genug. Sie wollen mehr. So sollen denn die WT-Verkäufer ihren „Sonntag früh aus den Betten geklingelten" Käuferopfern, auch ausdrücklich mitteilen. Dieser Knorr'sche Vortrag im WT, sei erst der erste einer ganzen Reihe von Kongress-Vorträgen, welche nun der WT abdrucken würde. Und da selbiges „das wichtigste der Welt" sei, habe der Wohnungshaber so etwas wie eine „staatsbürgerliche Pflicht". Er müsse das unbedingt lesen. Wenn er es schon nicht liest, dann aber zumindest kaufen!

Ergo so weiter die Logik der WTG-Funktionäre, wäre eine Abonnement des „Wachtturms" der geeignete Weg dazu. Aber, auch dass wissen die WTG-Funktionäre zu sagen. Mit einem WT-Abonnement sei es nicht abgetan. Selbiger habe ja auch noch eine Schwesterzeitschrift, die quasi zusammengehören. Ergo sei es „das selbstverständlichste der Welt", beide Zeitschriften zu abonnieren. Nur, wenn der „Bockähnliche" Wohnungsinhaber partout nicht will, sind die WTG-Funktionäre bereit zu akzeptieren, dass er halt nur eine Zeitschrift abonniert. Will er partout auch das nicht, sei es quasi die Pflicht des Zeugen (etwa durch bekannte Mittel, wie denn den Fuss in die Tür zu stellen), dem Wohnungsinhaber so auf die Nerven zu gehen, das er wenigstens zwei Zeitschriften kostenpflichtig abnimmt.

Gelingt dem Zeugen auch das nicht, ist er „unten durch" bei den WTG-Funktionären. Dann kann er vielleicht noch das „Glück" haben, bei einer „Demonstration" in der „Königreichsdienstschule" an den Pranger gestellt zu werden. Wenn als „große Wohltat" vielleicht auch nicht namentlich genannt, so doch in einer deutlichen Art, dass selbst „Blinden mit dem Krückstock" mitbekommen, wer denn da gemeint ist.

Aber natürlich bekommt derjenige auch die Chance, sich wieder zu rehabilitieren. Schon im Dezember 1958 sind solche Rehabilitierungs-Chancen vorgesehen. Und zwar in der Form einer Traktatat-Verteilungs-Aktion, die o welches Wunder, diesmal für die so „Beschenkten" kostenlos sei. Wohl aber kaum für die „Verkündiger". 100 Exemplare pro Nase, würde die WTG unaufgefordert und automatisch ausliefern. Aufgabe der Verkündiger sei es nun selbige zu verteilen. Wer es sich dabei einfach machen würde, und selbige einfach blos in Briefkästen stecken würde, der hätte allerdings nicht die Intention der WTG-Funktionäre verstanden. Mindestens zehn Prozent Mehrung müsse her. Egal wie ....

Eine Form der Antwort darauf, gab es dann wohl in der Form einer katholischen Apologieschrift, die gleichfalls im Jahre 1958 erschien.




 

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Re: Königreichsdienst (1958)

geschrieben von: Drahbeck
Datum: 11. November 2008 03:06
In seiner Ausgabe für November 1958 kündigt der „Königreichsdienst" an
„Der Weihnachtstag wird ein besonderer Zeitschriftentag sein. Die Versammlungen sollten feststellen, wie viele Zeitschriften sie zusätzlich benötigen, und eine Bestellung für „Erwachet!" vom 22. Dezember und den „Wachtturm" vom 1. Januar aufgeben."

Das ist dann wohl wieder mal so eine Meldung, welche von dem besonderen „Feingefühl", gekoppelt mit Money-Interessen, der WTG kündet!

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Re: Königreichsdienst (1958)
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 18. Dezember 2008 05:24
70.000.000 Traktate würden gedruckt für die Verteilungsaktion im Dezember, weis der „Königreichsdienst" Dezember 1958 mitzuteilen. Davon allein für die Bundesrepublik 7.000.000.

Weiter liest man in dieser KD-Ausgabe:

„Eine Warnung. Der Traktat sollte nirgends zurückgelassen werden, wo niemand zu Hause ist, außer in Landgebieten, wo ihr während dieses Sonderfeldzuges nicht mehr hinkommt. In Stadtgebieten jedoch solltet ihr die Namen derer, die nicht zu Hause sind, notieren und dann nochmals vorbeigehen ... Verteilt die Traktate nicht einfach wahllos auf den Straßen. Sie sind keine Handzettel und sollen auch nicht als solche verwendet werden."

Analysiert man dieses vorzitierte Prozedere, kann man, ist man der WTG positiv oder neutral gegenüber eingestellt, zumindest sagen.
Na ja, da hält sie mal ihre Anhängerschaft wieder „prächtig" auf Trab. Der Einzelne kommt dabei kaum noch zum Luftholen, was wiederum Prinzip hat und gewollt ist. Wer so in eine Tretmühle eingespannt ist und dieses Spiel mitmacht, bei dem bestehen die allerbesten Aussichten, Fanatismus zu züchten, was wiederum gewollt ist.

Analysiert man vorzitiertes Prozedere indes aus der Sicht des entschiedenen Gegners der WTG. Diese Gegner sind ja durchaus keine homogene Masse. Auch da gibt es solche und jene. Und unter diesen Gegnern befanden sich zu der Zeit auch staatliche Geheimdienste; namentlich aus dem Ostblock. Dann ergibt sich für vorgenanntes allerdings, eine grundlegend andere Bewertung. Dann ist es keineswegs mit der Bewertung abgetan. Da werden halt Unterbelichtete instrumentalisiert, fanatisiert.

Dann wird bei vorgenannten Gegnern ein Aspekt in der besonderen Brennglasbetrachtung stehen. Und der wäre. Da werden gezielt Daten (Adressen) gesammelt. Vorgenannten Gegnern ist auch bekannt, dass etwa im Ostblock, es durchaus Zeugenübung war, auch Adressen zu sammeln. Etwa an Tagen, wo allgemeine Beflaggung „angeordnet" ist. Und wo seitens der Zeugen notiert wurde, wer eben nicht die Flagge heraushängt. Das war dann die Klientel, die im Predigtdienst der Zeugen Jehovas, vorrangig angesprochen wurde. In der Sicht der östlichen Geheimdienste hingegen war das zugleich jene Klientel, wo die „Staatsfeinde" besonders konzentriert sind, und just ein Staatsfeind sucht nun den anderen Staatsfeind zu erreichen, zu gewinnen.

Die subjektive Befindlichkeit des einfachen Zeugen, interessierte dabei die östlichen Geheimdienste einen feuchten Kehricht. Natürlich ging es dem einzelnen Zeugen nur um sein vermeintliches Predigtwerk. In der Sicht der Geheimdienst-Gegner der Zeugen ging es um ganz andere Tatbestände, landläufig mit dem Begriff Spionage zusammengefasst.

Der kleine Zeuge mag diese Gemengelage nicht durchschauen, er mag da in der Tat überfordert sein. Das soll nicht in Abrede gestellt sein. Indes für die WTG-Führung kann das so nicht gelten. Die wusste was sie tat!

Und sei es „nur" um den Preis der angestrebten Fanatisierung, die eigene Anhängerschaft im Osten zu „verheizen"!

 

Notizen aus "Unser Königreichsdienst" 1959

Notizen aus "Unser Königreichsdienst" (1956/57)

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