Notizen aus Unser Königreichsdienst" (1958)
Königreichsdienst (1958)
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 05. Mai 2008 07:05
Neue Zeitschriftenquoten, teilt der Königeichsdienst"
in seiner Ausgabe vom Januar 1958 mit. Im Januar würde ja ein neuer
Wachtturm-Feldzug" beginnen. Der 20. wissen die WTG-Statistiker
dazu ergänzend anzumerken.
Und was wäre ein Feldzug ohne eine zünftige Parole? Auch dafür hat die WTG vorgesorgt.
Wie wunderbar es doch sei, Fremden Freundlichkeit" zu erweisen. Die spezielle
Freundlickkeit" der WTG bestünde halt darin,
Fremden ein kostenpflichtiges Wachtturm-Abonnement aufzuschwatzen.
Da in WTG-Gefilden nichts ohne Statistik abläuft. Den
Bibelspruch, das die rechte Hand nicht wissen soll, was die linke tut beim Gutestun", ordnet man dort wohl dem Bereich apokryph" ein. Und was apokryph
ist, könne natürlich nicht beachtet werden. So einfach ist das alles, bekommt man nur
die rechte" Anleitung, die der WTG, versteht sich.
Dem weiteren Wortgeklingel kann man dann noch entnehmen. Bisher betrug die vorgegebene
Quote pro Verkündiger, 9 Zeitschriften pro Monat.
Das sei aber doch wohl Kleinkram". Nicht kleckern sondern nur
klotzen" könne deshalb jetzt nur die Parole sein. Und damit denn die Druckmaschinen
in Wiesbaden auch optimal ausgelastet würden, wäre wohl nun eine monatliche
Zeitschriftenquote von 12 Stück pro Verkündiger, angebracht. Sollte ein ungläubiger
Thomas da vielleicht anfangen, nachzurechnen: Das bedeutet ja eine Steigerung um 25
Prozent, ist er halt eben ein Ungläubiger. Und Ungläubige wurden und werden in der WTG-Organisation, seit jeher nicht sonderlich geschätzt.
Auch an die Pioniere denkt der KD. Die dürfen" dann 100 Zeitschriften pro
Monat absetzen. Und die Sonderpioniere dann gar 150.
Es wird aber noch weiter spezifiziert. Vorstehendes betrifft
wohl eher die Anzahl der Einzelhefte. Aber hat man ein Abonnement erlangt, verpflichtet
sich ja der Kunde", wenigstens 24 Exemplare einer Zeitschrift, pro Jahr,
abzunehmen. Daher müsse halt in WTG-George-Orwells 1984-Welt,
auch dafür eine Quote vorgesehen sein.
2. Abonnements für die Versammlungsverkündiger die sie aufzuschwatzen haben. Für die
Pioniere 20 und für die Sonderpioniere gar 30.
Wenn das alles nicht glänzende Aussichten sind. Es fragt sich lediglich, für wen?!
Wie sich die Zeiten doch ändern!
Das mit den Abonnements für Außenstehende, ist ja schon etliche Jahre kalter
Kaffe". Selbst wenn sie es denn wollten, bekamen sie es nicht.
Da erinnere ich mich. Ganz die erste Zeit nach Ende 1989 hatte ich auch mal solche
Abonnements (als Außenstehender versteht sich). Die kamen per Streifbandzeitung via Post
aus der Schweiz (WTG-Büro Thun). Dann kam der WTG-Ukas, dass solche Abonnements eingestellt (nicht verlängert
würden). Da gab es keinen genehmigten" Ausweg (in meinem Fall wohl erst recht
nicht).
Das maximale an Auskunft" was zu erlangen, bestand darin. Ich könne ja in
einem Königreichssaal zu den dortigen regulären Öffnungszeiten mal nachfragen.
Da habe ich dann meinerseits danke" gesagt, denn über die Schwelle einer
solchen Immobilie bekommen mich wohl keine zehn Pferde mehr."
Und jetzt ist es gar soweit, dass man sich WT und Erwachet! im Internet
vorlesen" lassen kann. Jeder der mag" kann diesen Dienst"
in Anspruch nehmen. Nun ist das mit dem mögen" so ein Ding für
sich". Das stundenlang sich WTG-Geseieere"
anzuhören, ist nicht jedermanns Geschmack. Schöner wäre es, man könnte die Texte
einfach blos lesen. Dann kann man sie nämlich mehr blos überfliegen (was vom Inhalt je vielfach schon ausreicht). Wer
denn Details genauer lesen will, kann dies dann nach Belieben und gezielt tun.
Indes so wie es aussieht. Dazu kann die WTG sich derzeit wohl noch nicht durchringen. Aber
das damit das Tor zu weiterer Kostenrationalisierung geöffnet ist, dürfte auch
offenkundig sein. Mal sehen wie das ganze in etwa 10 Jahren aussieht.
Das Erwachet!" wie inzwischen schon eingetreten, inhaltlich mal halbiert werden
würde, hätte man (wäre es vor Jahren prophezeit" worden) auch nicht für
möglich gehalten.
Die Option für weitere Überraschungen" ist somit gegeben. Und ob die WTG nun
jetzt viel oder wenig Zeitschriften druckt. Das tatsächliche Spendenaufkommen, dürfte
davon unberührt sein. Und dieses Kalkül wissen die WTG-Manager
offenbar gebührend zu berücksichtigen!
-----------------------------
Re: Königreichsdienst (1958)
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 21. Mai 2008 07:01
Es ist ganz klar, daß, wenn ihr mehr Zeit für
den Felddienst aufwendet, ihr auch mehr Möglichkeiten habt, eure Abonnementquote zu
erreichen. Wie ihr wißt, beträgt sie für
Versammlungsverkündiger 2 Abonnements, für Pioniere 20 und für Sonderpioniere 30."
Wer das also noch nicht wusste, dem sagt das der
Königreichsdienst" für Februar 1958, nochmals ausdrücklich. Da fragt man
sich doch bloß noch eines. Haben die Macher jenes Königreichsdienstes"
eigentlich schon ihren Patentanspruch auf das Perpetium
mobile" angemeldet? Das soll ja wohl jenes Wunderwerk sein, welches ohne externe
Energiezufuhr, wie von selbst, läuft und läuft und läuft!
Viele tatsächliche (und auch verhinderte) Erfinder, träumen ja immer noch von diesem
Wunderwerk. Keinem indes scheint es aber bis heute gelungen zu sein, es zu erreichen.
Selbst sogenannte Drei Liter Autos" (der Stolz ihrer Konstrukteure) brauchen
immer noch besagte drei Liter". Ohne die geht es einfach nicht.
Wie es scheint, hätten wohl die Macher des Königreichsdienstes" ungeahnte
Möglichkeiten, selbst noch die abgebrühtesten"
Beamten der Patentämter, noch zum Staunen zu bringen.
Oder sollte da wieder nur der Schein täuschen?
Offenbar gibt es aber nichts, was nicht noch Steigerungsfähig wäre. Es kommt dann wohl
im besonderen auf die Verpackung" an. Das sagte sich
wohl auch die WTG und erklärt just in dieser KD-Ausgabe eine reguläre Ausgabe des im
April erscheinenden Wachtturms" zur Sonderausgabe".
Wer nun so naiv sein sollte anzunehmen, weil die nun Sonderausgabe" heißt,
gäbe es in diesem Jahre statt 24 eben 25 Wachtturm"-Ausgaben. Der muss sich
schon belehren lassen. Sonderausgabe" hin und Sonderausgabe" her. Es
bleibt auch im Jahre 1958 bei 24 Wachtturm"-Ausgaben.
Tja wenn das so ist, welchen Sinn hat denn das ganze nun.
A ja und jetzt kommt der Haken. Der KD belehrt seine treudoofen Leser diesen Punkt
betreffend wie folgt:
Das würde bedeuten, daß die
Versammlungsverkündiger im April 30, die Pioniere 180 und die Sonderpioniere 270
Zeitschriften verbreiten würden."
Ach ja so ist das also. Bleiben wir doch nur bei den
Versammlungsverkündigern. Die bekamen ja schon, wie die Januar-Ausgabe 1958 des KD
berichtete, eine 25prozentige Erhöhung ihrer Zeitschriften-Verbreitungsquote verpasst. 12
Stück pro Monat hätten sie nun ab 1958 abzusetzen. Wieviel
die Steigerung von 12 auf 30 Exemplare in Prozentzahlen denn so ausmacht, diese Rechnung
mag denn der geneigte Leser für sich selber noch anstellen!
'Ein' Schiff wird kommen"
Wir freuen uns, mitteilen zu können, daß allen
Personen, die mit der Organisation verbunden sind, also auch Freunden der Wahrheit, nach
den letzten Informationen, die wir vom Hauptbüro erhielten, die Möglichkeit gegeben ist,
mit dem Charterschiffen zum Kongreß zu reisen. Bewerbungen
hierfür sollten durch die Versammlungen an die Gesellschaft gesandt werden.
Beide Schiffe verlassen am 13. Juli Bremerhaven und treffen am 24. Juli in New York ein.
Das erste Schiff läuft in New York am 5. August aus und kommt am 15. August in
Bremerhaven an, während die Rückfahrdaten für das zweite
Schiff jeweils um einen Tag später liegen. Jeder, der etwas mehr als einen Monat Zeit
hat, kann gut die Gelegenheit benutzen, mit einem Charterschiff den Kongreß
zu besuchen.
Je nach Größe und Lage der gewünschten Kabine betragen die Fahrtkosten für die Hin-
und Rückfahrt 1008 bis 1596 DM."
Nun, die Schiffsreeder werden wohl diese Meldung im Jahre
1958 wohlwollend zur Kenntnis genommen haben. Inzwischen hat sich die Sachlage wohl
dahingehend geändert, daß Schiffsreeder heutzutage, nicht
mehr besondere Nutznießer solcher Aktionen sind. Aber es gibt wohl neue
Gewinnler". Zu diesen, liest man etwa die
Ankündigen der Bezirksversammlungen des laufenden Jahres, dürfte wohl besonders die
Hotellerie in ausgewählten deutschen Städten gehören.
Jetzt weis man es auch, ist man fast" geneigt noch hinzuzufügen, warum das mit
der KdöR-Sache wohl geklappt hat. Es ist nicht erwiesen, und
reine Spekulation. Das ist wohl war. Wenn aber mit dieser Einschränkung dennoch eine
zugegebenermaßen nicht erwiesene Spekulation gestattet sei. Dann wäre doch wohl selbige
die. Unter den Lobbyisten, welche sich da für die WTG stark gemacht", dürfte
man (vielleicht) auch die Lobbyisten der deutschen Hotellerie vorfinden.
-----------------------------
Re: Königreichsdienst (1958)
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 12. Juni 2008 05:57
Rubrik Eure Dienstversammlungen" in der März-Ausgabe 1958 des Königreichsdienstes"
------------------------------
Re: Königreichsdienst (1958)
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 06. Juli 2008 06:41
In der Rubrik Eure Dienstversammlungen" der Königreichsdienst"-Ausgabe für April 1958, schwelgt man wieder mal in Superlativen:
------------------------------
Re: Königreichsdienst (1958)
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 17. Juli 2008 07:16
Eine kleine Meldung im Königreichsdienst" für Mai 1958, die man wohl eher
überlesen dürfte.
In der Rubrik Jetzt erhältliche Veröffentlichungen" wird mit aufgeführt:
Reichtum (gebunden) - Ungarisch
Reichtum (broschiert) - Estnisch
Harmagedon (64seitig) - Estnisch
Scheidung der Menschen (64seitig) - Estnisch
Das Königreich, die Hoffnung der Welt - Litauisch.
Nun ist zwar bekannt, dass WTG-Veröffentlichungen zuerst in
Englisch erscheinen. Und ihre Übersetzung in andere Sprachen, teilweise mit Verzögerung
erfolgt.
Was das besondere aber an dieser Meldung ist, besteht wohl darin, dass die genannten
Titel, allesamt der Rutherford-Ära zuzuordnen sind. Sie werden also selbst noch im Jahre
1958, von der WTG über den Umweg anderer Sprachen, offeriert.
Zum Vergleich. Die jeweils deutsche Ausgabe des Rutherford-Buches Reichtum"
erschien bereits im Jahre 1936.
Die Broschüre Harmagedon" im Jahre 1937; und
Scheidung der Menschen" schon im Jahre 1933.
Das Königreich, die Hoffnung der Welt" gar im Jahre 1931!
Also selbst diese alten Sachen verbreitete die WTG noch im Jahre 1958. Es drängt sich
dabei allerdings der Eindruck auf, analog dem WTG-Buch
Die neue Welt", welches zum Zeitpunkt seines Erscheinens in Deutschland,
bereits - nach eigener Lesart - veraltete Thesen enthielt. Welches aber trotzdem weiter
verbreitet wurde. Nicht als tatsächliches Studienmaterial". Das wurde
tunlichst vermieden. Aber als Verkaufsartikel, zur Beraubung der Ägypter". Das
hier bei diesem alten Rutherford-Schrott, eine ähnliche Sachlage besteht!
Man vergleiche zum Thema des Buches Die neue Welt" auch:
Buch Die
neue Welt"
Parsimony.23636
-----------------------------
Re: Königreichsdienst (1958)
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 27. Juli 2008 02:08
Gelesen im Königreichsdienst" Ausgabe Juni 1958; Rubrik: Eure Dienstversammlungen"
-----------------------------
Re: Königreichsdienst (1958)
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 11. August 2008 06:38
Mit einigen wenigen Ausnahmen wird in beiden Stadien dasselbe Programm geboten und werden dieselben Redner sprechen. Es spielt also keine Rolle, wo ihr seid,"
weis der Königreichsdienst für Westdeutschland" in seiner Ausgabe für Juli 1958 zu berichten.


Der King" und sein Vasall"
versäumten es selbstredend nicht, sich bei der Gelegenheit im rechten Rampenlicht zu
zeigen.


-------------------------------------
Re: Königreichsdienst (1958)
geschrieben von: Drahbeck (
Datum: 20. August 2008 06:56
Das Bewußtsein, daß Harmagedon, die Erfüllung der biblischen Prophezeiungen, so nahe ist, sollte in uns den Wunsch wecken, unseren Dienst ausdehnen zu wollen wie nie zuvor"
tönt der Königreichsdienst" Ausgabe für August 1958.Re: Königreichsdienst (1958)
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 21. September 2008 05:02
Bruder Knorr kündigte ein erweitertes Programm für die theokratische Predigtdienstschule an. Vom 1. Januar 1959 an können sich auch Schwestern in den Schulkurs einschreiben lassen und können regelmäßig beauftragt werden, Predigten zu halten, über die ihnen ebenfalls Ratschläge erteilt werden,"

Waren sie so naiv, etwa in Heiratsurkunden sich als Zeugen Jehovas
zugehörig eintragen gehabt zu lassen, dann haben sie halt Pech gehabt, sofern sie diesen
Status als nicht mehr für sich zutreffend ansehen. Das ist dann fast so wie in einigen
Ländern, wo man ja aus der dortigen Staatskirche auch nicht austreten kann. Fast. Nicht
ganz so extrem, aber fast.
Oder sollte ihnen später mal sauer aufstoßen, etwa für einen Königreichssaalbau auch
große Opfer mit erbracht zu haben. Dann gilt der gleiche Spruch: Halt Pech gehabt.
Im Formulieren von Pflichten" ist die WTG wahrlich perfekt".
Mir indes fällt dazu nur noch der eine Spruch ein:
Die dümmsten Schweine - suchen sich ihren Metzger selbst!
Re: Königreichsdienst (1958)
geschrieben von: Frau von x
Datum: 21. September 2008 14:16
Zitat:
Drahbeck
Gab es dort nur die Ankündigung oder auch ein Begründung, warum man Schwestern dieses
"Vorrecht" nun einräumte. Mich würde interessieren, ob man das biblisch
begründet hat und wenn ja, wie?
Re: Königreichsdienst (1958)
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 21. September 2008 14:54
Zitat:
Frau von x
Das ganze war verpackt als Kurzmeldung innerhalb der Rubrik
Neue-Welt-Nachrichten".
Detaillierte Begründungen zu geben, oder gar Diskussionen darüber zuzulassen, war
offenbar unter der Würde der WTG-Apparatschicks.
Wähnen sie doch den direkten Draht zu den Plejaden"
zu haben, wo ja nach ihrer Vorstellung Jehova wohnen soll.
Da es zu besagten Plejaden, nach säkularen menschlichen Berechnungen, wohl eine in
Lichtjahren zu bemessende Entfernung gibt, wird man wohl auf eine detaillierte
Erläuterung seitens der WTG ebenfalls noch Lichtjahre" warten müssen!


-----------------------------------
Re: Königreichsdienst (1958)
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 25. Oktober 2008 02:09
Liest man im Königreichsdienst" Ausgabe Oktober 1958, mag man
als Kommentar dazu nur sagen:
Eine Geschäfts-Innovation jagt die andere! Und der Geschäftmacher heisst WTG.
Die Wachtturm"-Ausgabe vom 15. 10. 1958 sei eine Sonderausgabe:
Sonderausgabe" deshalb, weil es für Herrn Knorr wohl nicht
standesgemäß" ist, seinen Hauptvortrag auf dem New Yorker Kongress 1958, nur
in einer regulären WT-Ausgabe gedruckt wieder zu finden. Da muss halt eben eine
Sonderausgabe" her. Ob den sein Inhalt dieses Prozedere rechtfertigt, erscheint
zumindest Kritikern der WTG mehr als fraglich.
Aber selbstredend nicht der eigenen Klientel.
Was wäre eine Sonderausgabe", wenn nicht gleich eine Sonderaktion"
mit ihr gekoppelt würde. Und so ist es denn auch abgelaufen. Bestückt mit Massen dieser
Sonderausgabe" scheuchen nun die WTG-Funktionäre ihre Anhänger von Haus zu
Haus, selbige an die Frau, den Mann zu bringen. Wie üblich gibt es dazu einstudierte
Texte, wie man denn am besten verkaufen kann.
Damit ist es aber den WTG-Funktionären nicht genug. Sie wollen mehr. So sollen denn die
WT-Verkäufer ihren Sonntag früh aus den Betten geklingelten" Käuferopfern,
auch ausdrücklich mitteilen. Dieser Knorr'sche Vortrag im WT, sei erst der erste einer
ganzen Reihe von Kongress-Vorträgen, welche nun der WT abdrucken würde. Und da selbiges
das wichtigste der Welt" sei, habe der Wohnungshaber so etwas wie eine
staatsbürgerliche Pflicht". Er müsse das unbedingt lesen. Wenn er es schon
nicht liest, dann aber zumindest kaufen!
Ergo so weiter die Logik der WTG-Funktionäre, wäre eine Abonnement des
Wachtturms" der geeignete Weg dazu. Aber, auch dass wissen die WTG-Funktionäre
zu sagen. Mit einem WT-Abonnement sei es nicht abgetan. Selbiger habe ja auch noch eine
Schwesterzeitschrift, die quasi zusammengehören. Ergo sei es das
selbstverständlichste der Welt", beide Zeitschriften zu abonnieren. Nur, wenn der
Bockähnliche" Wohnungsinhaber partout nicht will, sind die WTG-Funktionäre
bereit zu akzeptieren, dass er halt nur eine Zeitschrift abonniert. Will er partout auch
das nicht, sei es quasi die Pflicht des Zeugen (etwa durch bekannte Mittel, wie denn den
Fuss in die Tür zu stellen), dem Wohnungsinhaber so auf die Nerven zu gehen, das er
wenigstens zwei Zeitschriften kostenpflichtig abnimmt.
Gelingt dem Zeugen auch das nicht, ist er unten durch" bei den
WTG-Funktionären. Dann kann er vielleicht noch das Glück" haben, bei einer
Demonstration" in der Königreichsdienstschule" an den Pranger
gestellt zu werden. Wenn als große Wohltat" vielleicht auch nicht namentlich
genannt, so doch in einer deutlichen Art, dass selbst Blinden mit dem
Krückstock" mitbekommen, wer denn da gemeint ist.
Aber natürlich bekommt derjenige auch die Chance, sich wieder zu rehabilitieren. Schon im
Dezember 1958 sind solche Rehabilitierungs-Chancen vorgesehen. Und zwar in der Form einer
Traktatat-Verteilungs-Aktion, die o welches Wunder, diesmal für die so
Beschenkten" kostenlos sei. Wohl aber kaum für die Verkündiger".
100 Exemplare pro Nase, würde die WTG unaufgefordert und automatisch ausliefern. Aufgabe
der Verkündiger sei es nun selbige zu verteilen. Wer es sich dabei einfach machen würde,
und selbige einfach blos in Briefkästen stecken würde, der hätte allerdings nicht die
Intention der WTG-Funktionäre verstanden. Mindestens zehn Prozent Mehrung müsse her.
Egal wie ....
Eine Form der Antwort darauf, gab es dann wohl in der Form einer katholischen
Apologieschrift, die gleichfalls im Jahre 1958 erschien.


Re: Königreichsdienst (1958)
-------------------------------------------------
Notizen aus "Unser Königreichsdienst" 1959