Annotationen zu den Zeugen Jehovas

Gauckbehörde

Der Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen (landläufig umgangssprachlich „Gauckbehörde" genannt), betreibt im Internet auch eine eigene Homepage. In ihr wurde auch parallel zu den Wochentagen des Jahres 1989, am adäquaten Tage des Jahres 1999 ein neues Stasidokument veröffentlicht. Jeweils datumsbezogen. Sicherlich kann man darin interessante Dokumente vorfinden. So beispielsweise jenes Dokument vom 5. 5. 89 über den Rechtsanwalt Wolfgang Schnur, der ja beinahe mal DDR-Ministerpräsident geworden wäre. Pech für ihn, dass er über seine Stasivergangenheit gestolpert ist. Pech auch für die Kirche, die diesen Herrn finanziell erheblich subventionierte, bei seinem „standesgemäßen" Hauskauf in Berlin-Hessenwinkel.

Aber auch die Zeugen Jehovas kamen in dieser Dokumentenauflistung schon mal vor, und zwar am 17. 1. 99. Dort wurde ein von der „Zentralen Auswertungs- und Informationsgruppe" der Stasi abgefasstes Dokument reflektiert, dass auf sie bezug nahm.

In dem Text fanden sich auch die Sätze:

„Nach dem MfS streng intern vorliegenden Hinweisen, traf die internationale Zentrale der 'Zeugen Jehovas' … Ende des Jahres 1988 Festlegungen, wonach langfristig Voraussetzungen geschaffen werden sollen, für den geplanten Aufbau einer unter direkter Anleitung und Einflussnahme der Hauptleitung in den USA stehenden legalen Organisation 'Zeugen Jehovas' in der DDR."

Das Dokument verweist dann auch auf das Beispiel von Polen, wo die Zeugen Jehovas diesem Ziele schon sehr nahe gekommen wären und registriert missmutig, dass dies nun auch auf die DDR-Verhältnisse umkopiert werden solle.

Zur Charakterisierung der Zeugen Jehovas (unter Nichtreflektierung der eigenen DDR-Praxis), wird darin dann noch ausgeführt:

„In der Organisation herrscht ein autoritäres Regime. Das findet u. a. seinen Ausdruck in der Tatsache, dass Funktionen in der gesamten Organisation … administrativ durch Entscheidungen des Hauptbüros der WTG besetzt werden. Es bestehen darüber hinaus auch keinerlei demokratische Mitsprache- bzw. Kontrollrechte der Mitglieder."

„Die Mitglieder der Organisation treten elitär und fanatisch auf. Sie widersetzen sich jeglicher gesellschaftlicher Einbindung bzw. Mitwirkung."

Zur demographischen Struktur wird noch ausgeführt, dass rund die Hälfte der DDR-Zeugen Jehovas in den Bezirken Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) und Dresden ansässig sei.

Da der Stasi zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Dokumentes, die kirchliche Opposition schon stark zu schaffen machte, ist auch der Satz beachtlich:

„Das Verhalten und Auftreten der Mitglieder in der Gesellschaft ist nicht offen provozierend. In der Regel beteiligen sie sich nicht an gegen die sozialistische Staats- und Gesellschaftsordnung gerichteten Aktivitäten."

Eine sichtbare Resonanz erzielte jenes Stasidokument nicht. Die DDR-Oberen, die es zur Kenntnis nehmen konnten, legten es zu den „Akten". Polen war für die ohnehin ein „rotes Tuch" und auch in anderer Beziehung stolperte man von einem „Schlagloch" in das andere. Irgendwelche „Perspektiven" zu entwickeln, waren die DDR-Chargen zu dem Zeitpunkt ohnehin nicht mehr in der Lage. Ihnen brannten ganz andere Probleme unter den Nägeln, als ausgerechnet die Zeugen Jehovas.

Bezeichnend empfand ich in dieser Zeit das Votum einer „Hofschranze" des damaligen Staatssekretariates für Kirchenfragen. Unter Bezugnahme auf dem ihm unter die Nase geriebenen Fall Polen belehrte er sinngemäß:

Das Volk der DDR wird durch die Volkskammer der DDR und durch die veröffentlichten Dokumente der SED repräsentiert. Ich möge mir gefälligst die zu Gemüte ziehen und es bitte unterlassen, irgendwelche eigenen Überlegungen zum Vortrag zu bringen. Dazu hätte ich keinerlei Kompetenz. Das, war's dann.

Zu der „Zentralen Auswertungs- und Informationsgruppe wäre noch anzumerken:

Die ZAIG versorgte faktisch Regierungsspitzen mit Informationen aus allen möglichen Bereichen, unter anderem eben auch über die Zeugen Jehovas in diesem Fall. Die eigentliche MfS-Arbeit in Sachen Zeugen Jehovas erfolgte indes auf einer ganz anderen Ebene, eben auf der Kirchenlinie des MfS, mit seinen verschiedenen Referaten, inklusive dem über Sekten (und dort maßgeblich auch über Jehovas Zeugen). Das was die ZAIG also weiterleitete, waren letztendlich die Brosamen, die seitens der Kirchenlinie ihr zur Verfügung gestellt wurden.

Die Aussagekraft des von der Gauckbehörde ausgewählten Dokumentes erscheint mir doch recht begrenzt. Die wirklich brisanten Dokumente kamen nicht hoch bis zur ZAIG. Sie standen nur den Mitarbeitern der Kirchenlinie zur Verfügung bzw. landeten irgendwann mal in der Archivierung.

Meines Erachtens bot die seinerzeitige Zeitschrift „Zwie-Gespräch" ein besseres Veranschaulichungsbeispiel.

Die Stasi hatte auch eine eigene sogenannte „Juristische" Hochschule (Anführungszeichen bei „Juristische" - von mir). Dort bildete sie ihre Kader aus und lies auch eine Reihe sogenannter „wissenschaftlicher" Arbeiten schreiben. Bezüglich der ZJ liegt meines Wissens dort keine Dissertation vor. Aber es gibt dort auch Arbeiten auf der tiefer liegende Stufe von Diplomarbeiten, die, wenn man sie aufmerksam liest, durchaus auch einige Ableitungen auf die ZJ-Frage ermöglichen.

Die dortigen „wissenschaftlichen" Arbeiten waren selbstredend im SED-Parteichinesisch verfasst. Man darf sich also dadurch nicht irritieren lassen, dass sie nicht der allgemeinen Umgangssprache entsprechen.

„Zwie-Gespräch" hatte in seiner Nr. 28/29 auch eine sogenannte Diplomarbeit im vollen Wortlaut dokumentiert, die 1986 geschrieben wurde und deren Verfasser ein Major namens Hans-Peter Schulze war. Titel derselben: „Die zielgerichtete Entwicklung und Qualifizierung eines IM bei der Heranführung an den Leiter einer kirchlichen Gruppe in Verbindung mit der Vorbereitung des perspektivischen Einsatzes als hauptamtlicher Mitarbeiter der Kirche zur Verhinderung ihres Missbrauchs durch den Gegner."

Diese Arbeit nimmt auf die Evangelische Kirche Bezug. Dort wiederum auf die sogenannten Friedenskreise, die der Stasi ein Dorn im Auge waren. Es wird vermerkt (S. 33) dass die diesbezüglichen Ausführungen im Sinne einer Verallgemeinerung anzuwenden seien. Zu DDR-Zeiten konnten solche Arbeiten selbstredend nur die Stasiisten lesen.

Vermerkt wurde auch, dass die Stasi registrierte, dass diese Friedenskreise zunehmend in die Konspiration gingen (S. 36). Auch aus diesem Grunde suchte die Stasi ihre IM's dort einzuschleusen. Das große Problem für die Stasi war, wie man es anstellt, dass ihre Unterseeboote Kontakt zu den interessierenden kirchlichen Persönlichkeiten bekamen, ohne dass letztere misstrauisch wurden. In dem hier zur Verallgemeinerung offerierten Fall wurde dazu ausgeführt:

„Der IM besitzt eine feste Bindung zu seiner Freundin, die mit im eigenen Haushalt wohnt. Sie ist persönlich bekannt mit dem Leiter der „Inneren Mission", anderen Amtsträgern der evangelischen Kirche sowie mit dem Leiter der kirchlichen Gruppe. Ihre Beziehungen zum IM sind insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass sie sich bemüht, ihn für die Kirche zu gewinnen und in der Perspektive eine kirchliche Trauung anstrebt." (S. 41).

Aber nicht die genannte Freundin interessierte die Stasi in erster Linie. Es ging ihr hauptsächlich darum an den Leiter der Friedensgruppe direkt heranzukommen. Dazu wird in der genannten Arbeit ausgeführt:

„Bildete die Analyse des Operativ-Vorgangs eine weitere Grundlage zur Erarbeitung der operativen Kombination mit ihrem Kernstück, der operativen Legende. Im Mittelpunkt standen dabei die Persönlichkeitsmerkmale des Verdächtigen, um natürliche Bezugspunkte zwischen dem IM und ihm zu schaffen. Die Zielperson ist als Klempner bei einer Privatfirma beschäftigt. Im Kreis kirchlich gebundener Bürger ist bekannt, dass er nach der regulären Arbeitszeit kleinere Reparaturarbeiten in Wohnungen bei Bekannten und Verwandten durchführt. Dabei geht es ihm nicht vordergründig um einen zusätzlichen Gelderwerb. Das Motiv seines Handelns ist, Gleichgesinnten zu helfen.

In Kenntnis der Sachlage wurde mit dem IM beraten, welche eventuellen Klempnerarbeiten in seiner Wohnung erforderlich sind. Zur Verbesserung des Wohnkomforts schlug der IM vor, mit Hilfe des Verdächtigen sich einen Warmwasserboiler installieren zu lassen. Bei seinem Aufenthalt in der Wohnung des IM ergeben sich Möglichkeiten zu Gesprächsführungen im Sinne einer langfristig wirkenden Legende:

Der IM wird sich dem Verdächtigen gegenüber offenbaren, dass er die Absicht hat, den aktiven Wehrdienst mit der Waffe abzulehnen. In diesem Zusammenhang bittet er die Zielperson um Unterstützung. Konkret soll er ihn bei der Abfassung einer erforderlichen Erklärung gegenüber dem zuständigen Wehrkreiskommando sowie bei der Aneignung kirchlich motivierter Argumente unterstützen." (S. 42).

Weiter wurde in diesem Fall noch ausgeführt, dass der Betreffende eine kirchliche Arbeitsstelle noch anstrebte und auch aufnahm: „Bei einer Arbeitsaufnahme in der Kirche ist zu beachten, dass neben persönlichen Verärgerungen im alten Betrieb die gleiche Legende mit zur Anwendung kommt wie bei seiner Entscheidung, Bausoldat zu werden. Hierbei sind die Verbindungen der Freundin zu kirchlichen Amtsträgern weiter zu nutzen, so dass der IM selbst nicht aktiv in Erscheinung tritt. … Der Dienst als Bausoldat ist Bestandteil langfristigen Entwicklung des IM, da er im Bereich der Baueinheiten der NVA mit weiteren feindlich-negativen Kräften in Verbindung kommt, die sich aufgrund ihrer kirchlichen Position oder Stellung für eine kirchliche Laufbahn des IM verwenden können. Darüber hinaus stellt die Tatsache der Wehrdienstverweigerung zum Dienst mit der Waffe ein bedeutsames Merkmal der 'Standhaftigkeit' im Sinne feindlich-negativer Kräfte der Kirche dar." (S. 45).

Als relevanter Kernpunkt wird in dieser Arbeit herausgearbeitet: „Der Beginn der Tätigkeit des IM in der Kirche und die Einberufung zum aktiven Wehrdienst als Bausoldat trugen wesentlich dazu bei, dass er vom Verdächtigen als vollwertiges Mitglied der Kirche anerkannt wurde." (S. 49)

Diese Diplomarbeit schließt mit den Resümee:

„Bei der Durchführung der operativen Kombination zum Verdächtigen konnte die Erfahrung gewonnen werden, dass die Kontaktierungslegende nicht kirchlicher Natur sein muss (Installation eines Warmwasserboilers). Im Rahmen des sich entwickelnden persönlichen Gesprächs mit dem Verdächtigen konnte der IM seine Absicht äußern, den Wehrdienst mit der Waffe abzulehnen. Seine dabei vorgetragene 'Hilflosigkeit', unterstützt mit teilweise unklaren pazifistischen Motiven, rief das besondere Interesse der Vorgangs-Person hervor, und er sagte seine Unterstützung zu. Die vom Verdächtigen daraufhin ausgehenden Initiativen waren die Grundlage für das Zustandekommen eines für den weiteren IM-Einsatzes notwendigen Vertrauensverhältnisses. … „ (S. 52)

Abgeschlossen werden diese Ausführungen noch durch die Phrase, dass man damit „entsprechend der Forderung des Genossen Minister (gemeint ist Mielke) durch langfristige Entwicklung von IM die vorbeugende Verhinderung, Aufdeckung und Bekämpfung der Versuche des politischen Missbrauchs der Kirchen durch den Gegner" gewährleistet habe."

Es ist bezeichnend, dass die „Aussitzerorganisation" der Zeugen Jehovas bis heute nicht zu dem Stasifall „Hans Voss" Stellung genommen hat. Schweigt auch sie, so ist dennoch auf anderen Wegen inzwischen einiges Licht auf diesen hochkarätigen Fall der Zusammenarbeit zwischen Leitungsmitgliedern der Zeugen Jehovas und der Stasi, geworfen worden.

Das es sich beim Fall „Hans Voss" nicht nur um einen „kleinen Fisch" handelt, wird auch daraus deutlich, dass in der seinerzeit vom Neuen Forum im Jahre 1992 herausgebrachten Dokumentation von Tina Krone und Reinhard Schult (Hrsg.) Mit dem Titel: „Seid untertan der Obrigkeit. Originaldokumente der Stasi-Kirchenabteilung XX/4" , auf der Titelseite unter anderem auch der IMB „Hans Voss" zusammen mit seinem MfS-Führungsoffizier Oskar Herbrich genannt wird. Auf dem gleichen Titelblatt wird auch der ZJ „Robert" noch genannt. Sicherlich, wird man die derart Genannten, schon in die Kategorie der „ernsthafteren" Fälle einstufen dürfen.

Es gibt da noch mehr solcher fragwürdiger Fälle. Beispielsweise jener, wo in den Jahren nach dem Mauerbau, als Westberliner nicht nach Ostberlin einreisen durften, einer dennoch sehr häufig einreiste, und zwar über den Umweg eines westdeutschen Passes, zugleich aber zur fraglichen Zeit in Westberlin wohnte. Die Art und Weise, wie er dabei Kontakt zu Ostberliner Zeugen Jehovas aufnahm, und versuchte auf dem nichtregulären Weg, diese Kontakte zu möglichst weiteren Funktionsträgern in der ZJ-Organisation auszubauen, lässt im nachinein noch einige Frage offen. Offensichtlich auch ein „Gesandter", fragt sich nur - von wem gesandt!

Die Gauckbehörde ist eine, die im Gegensatz zu anderen Archiven, andere Bewertungsmaßstäbe anlegt, wer zu ihren Beständen Zutritt erlangt und wer nicht. Der vor einiger Zeit verstorbene DDR-kritische Schriftsteller Jürgen Fuchs beispielsweise hat herausgearbeitet, dass auch in der Gauckbehörde der „Filz" schon Einzug gehalten hat. Man hat dort eine eigene Abteilung „Forschung und Bildung", die sich ihrer Monopolstellung sehr wohl bewusst ist.

Kommen externe Forschungsanträge wird gesiebt. Hat jemand eine ihrer Meinung nach, nicht „weiß genug" Weste, fällt er durchs Raster. Eine eventuell nachgewiesene wissenschaftliche Qualifikation interessiert dann nicht mehr. Erst recht nicht, wenn diese Qualifikation nur auf autodikatischem Willen und Können basiert. Gibt man sich auch ansonsten als Vertreter der DDR-Opferinteressen, so erweist sich dass sehr schnell als Floskel, dieweil der gehandicapte DDR-Bürger, es auch in der DDR zu nichts gebracht hat. Die Stasi lässt noch heute grüßen - mittels Gauckbehörde!

Langer Rede, kurzer Sinn. Andere vormalige DDR-Archive habe ich nach der Wende nutzen können, die der Gauckbehörde nicht, (mit Ausnahme vielleicht der eigenen Personenbezogenen Akten). Kommt indes ein Antragsteller aus der alten Bundesrepublik, so wird er durchaus mit offenen Armen empfangen, zumal wenn er noch einer vermeintlichen Opferorganisation angehört. Diese vermeintliche Opferorganisation studiert natürlich auch interessiert die Gauckdokumente. Findet sie (und sie findet) darin auch Materialien die belegen, dass auch Ex-ZJ mit der Stasi gekungelt haben, wird das interessiert an die große Glocke gehängt.

Aber der vermeintlichen Opferorganisation entgeht natürlich auch nicht, dass auch in ihren eigenen Reihen die Stasi aktiv war. Dann bemächtigt sich dieser vermeintlichen Opferorganisation eine merkwürdige Sprachlosigkeit. Eine Sprachlosigkeit, die mit dem Fall Frost vergleichbar ist, dem sein Vorgesetzter zu diesbezüglichen Anwürfen sinngemäß den Rat gab: „Wir legen die Vorwürfe zu den Akten. Antworten aber nicht darauf."

Es ist offensichtlich, dass Aktenstudium via Gauckbehörde, auch ein bevorzugtes Feld von Nachwuchswissenschaftlern ist. Stammen sie zudem noch biographisch aus der alten Bundesrepublik, stehen ihrem Anliegen in der Regel keine ernsthaften Schwierigkeiten gegenüber. Solch ein Fall liegt auch in dem Fall des zu den Zeugen Jehovas gehörenden Rechtsanwaltes Hans-Hermann D. vor. Nicht nur, dass die Gauckbehörde ihm das Aktenstudium ermöglichte, sie hielt es auch für angemessen, ihn als Referenten in der Öffentlichkeit auftreten zu lassen, in ihrem Namen und Auftrag.

Was gab D. zur Kenntnis? Nichtssagende Plattheiten um es auf einen Nenner zu bringen. Dazu hatte ich schon mal geäußert: „D. dürfte der Fall 'Hans Voss' und ähnlich gelagerte Fälle, die schon B. beiläufig nannte, sicher nicht 'völlig unbekannt' sein. Da er für sich in Anspruch nimmt, zum Thema Stasi und DDR-Zeugen Jehovas in der Öffentlichkeit zu referieren, so fordere ich ihn hiermit auf, sein diesbezügliches Detailwissen auch einmal der Öffentlichkeit darzulegen. Ich habe jedenfalls bislang den Eindruck gewonnen, dass es auch bei den Zeugen Jehovas etliche über die Gauckbehörde ermittelbare Fakten gibt, die letztere auch nicht in einem Heldenlicht erscheinen lassen."

Seine der DDR-Verfolgungsgeschichte gewidmete juristische Dissertation soll D. den Vernehmen nach im Jahre 2000 in Greifswald abgeschlossen haben. Zur gegebenen Zeit wird sie dann sicherlich noch zu kommentieren sein.

Auf neuere Erkenntnisse bezugnehmend (Stand Ende des Jahres 2000) vergleiche man auch:

Hans-Hermann Dirksen Dort wiederum sind weiterführende Links genannt.

30. 06. 99.

Nachtrag (21. 03. 2002)

Da hat also kürzlich, durch mehrere Gerichtsinstanzen hindurch, Alkanzler Helmut Kohl durchgesetzt, dass ihn betreffende Stasiakten, namentlich seine politische Bewertung durch die Stasi, nicht der Forschung zugänglich gemacht werden dürfen. Sofern da persönliche Dinge, privater Natur enthalten sind, wären die auch so von der Gauckbehörde nicht freigegeben worden. Die Sache ist eindeutig auf den Punkt zu bringen. Es ging und geht um Kohl's Politik (in diesem Fall aus dem Blickwinkel der Stasi, einschließlich der ihr zur Verfügung stehenden "Quellen".) Diese Aufklärung blockiert Kohl bewusst! Ein weiterer Grund für mich, die Partei des Herrn Kohl, bei Wahlen prinzipiell n i c h t zu wählen.
Vielleicht möchte der Herr Kohl heutzutage nicht mehr so gerne an dieses Foto beispielsweise erinnert werden:

HKohl.jpg (55466 Byte)
Auch jenes Foto mag ihn nicht so sonderlich mehr behagen. Verständlich schon, dass er daher alles tut, diese Fakten aus dem öffentlichen Bewusstsein zu verdrängen:

Strauss.jpg (66972 Byte)

Noch eins ist festzustellen. Das Kohl-Urteil hat offenbar Signalwirkung. Aus den unterschiedlichsten Ecken melden sich die Schlusstrich und unter den Teppich-Kehrer zu Wort und feiern Kohl als ihr Trojanisches Pferd. Wer segelt auch in diesem Windschatten? Offenbar auch die Wachhturmgesellschaft der Zeugen Jehovas. Das was bezüglich ihrer Kritiker (via Gauckbehörde) zu sagen ist, wurde von ihren Apologeten ja schon genüsslich zelebriert. Unbeschadet von Einzeldetails, dürften da kaum noch relevante grundsätzlich neue Erkenntnisse zu erwarten sein.

Anders bei den "U-Booten" der Stasi auch und nicht zuletzt in Alt-Bundesrepublikanischen Gefilden mit Bezug zur Zeugen Jehovas-Thematik. Hier könnten die Stasiakten noch einigen Sprengstoff offenbaren.

Aber offenbar haben sich derzeit die Schlusstrich-Apologeten durchgesetzt. Kürzlich vernahm man, im Zusammenhang mit dem "Theaterstück NPD-Verbot", dass letztere massiv auf Funktionärsebene von V-Männern des bundesdeutschen Verfassungsschutz unterwandert ist. Nicht mehr oder weniger tat auch die Stasi.

Aber für Helmut Kohl und seine Trojaner gilt offenbar der Erfahrungssatz:

Eine Krähe hackt der anderen nicht Augen aus!

Exkurs: Anmerkung zum Bundespräsidenten-Wahltheater vom 30. 6. 2010

Der Fall Gauck
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 30. Juni 2010 16:59
Warum die "Linken" sich bei der Bundespräsidenten-Wahl mit dem Kandidaten Gauck schwer tut, kann man ja exemplarisch schon an den beiden nachstehenden Buchumschlägen ablesen.

Erschienen in einem Verlag der sich "Spotless"-Verlag nennt, und der laut Wikipedia, nach zu DDR-Wendezeiten gegründet wurde, geleitet von einem Sportjournalisten, der zu DDR-Zeiten für das DDR "Haus- und Hofblatt", das ja noch heute, ein eher bescheidenes Dasein fristet, namens "Neues Deutschland" tätig war.
Selbstredend kenne ich nicht alle dort erschienenen Bücher.
Aber ein Buch ist mir doch noch aufgefallen, wegen einer Namensähnlichkeit.
Das es im Umfeld der Zeugen Jehovas-Publizistik einen Hans Hesse gibt, kann als bekannt vorausgesetzt werden.
Und just in jenem "Spotless"-Verlag, publizierte ein anderer, auch Hans Hesse mal eine Schrift mit dem sinnigen Titel: "Ich war beim MfS".

Da versammeln sich also die den alten Zeiten nachtrauernden, im besonderen wohl auch in diesem Verlag (der wohl inzwischen in einer Verlagsgemeinschaft aufgegangen ist).
Auch wenn man noch keine Zeile von den beiden "Gauck-Büchern" gelesen hat, ist klar, wohin "die Reise geht".
Zum Ende der DDR, sah selbige sich der Kirche gegenüber zu gewissen Zugeständnissen genötigt, etwa regionale Kirchentage.
Und just für solch einen Kirchentag spielte auch der damalige Pfarrer Gauck eine gewisse Rolle.
Aber, so wissen die Gestrigen aus dem "Spotless"-Verlag auch zu belehren. Da hatte er ja wohl auch Kontakte, zu Kreisen auf der DDR-Bürokratie-Ebene, die von den ewig Gestrigen der anderen Seite, etwa dem rechtslästigen "Focus" oder der Springer-Presse, mit vorliebe als ihre heutigen Buhmänner gehandelt werden.

Ich kann nicht verhehlen, sonderlich "überzeugt" hat mich die Argumentation der Ewiggestrigen aus dem "Spottless"-Verlag nicht.

Und dann stand ja der Herr Gauck in den neueren Zeiten, auch mal einer Aktenbehörde vor, welche weitaus "aufgeblähter" als etwa das renommierte Bundesarchiv ist. Letzteres kann ja nur zutiefst bedauern, wie da staatliche Mittel einer "Konkurrenz-Institution" zufliessen, zu eigenen Nachteil.
In weniger "aufgeregten" Zeiten wäre jene Konkurrenz-Institution ohnehin auflösungsreif und deren Bestände (einschliesslich finanzieller Mittel) dem Bundesarchiv zu überantworten.

Das aber kann nicht sein, befinden die ewig Gestrigen aus den Münchner Gefilden und anderswo.
Und die ewig Gestrigen aus der "Spotless"-Region indes sehen in besagten Herrn Gauck die Inkarnation der neuzeitlichen Inquisition, unter der sie meinen besonders gelitten zu haben.

Und die Interessenvertreter der Ewiggestrigen aus der "Spottless"-Region im Deutschen Bundestag, namens Partei der "Linken", sind nun in dieser Konstellation "ganz hin und hergerissen".
Es läge ja in ihrer zahlenmäßigen Macht, dem CDU-Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl, das "Aus" zu bescheren.
Dafür müssten sie halt die "Kröte Gauck" herunterschlucken.
Dazu ist Gysis bunte Truppe aber offenbar nicht bereit.
Ergo betreibt sie lieber - unterm Strich - die Geschäfte der CDU.
An Skrupellosen in jener Partei, angefangen von einem Herrn B..., bis zu einigen anderen Herrschaften, ist ja offenbar kein Mangel.

Die Partei der "Linken" setzt somit ihre Linie der eigenen Skrupellosigkeit, ungebrochen fort!

 

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