Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 97
Äußerst dürr, so muss man es schon nennen,
sind die offiziellen WTG-Verlautbarungen anlässlich des Todes von WTG-Präsident N. H.
Knorr gewesen. Sie bestanden lediglich mehr oder weniger nur in der These: "Der
König ist tot, es lebe der neue König!"
Diese CV-Ausgabe versuchte einigen Details dazu
nachzugehen.
Der Spiritus rector der "Christlichen Verantwortung", Dieter Pape, nahm unter anderem im Jahre 1977 an einer staatlich inszenierten, zumindest protegierten, "Weltkonferenz religiöser Kräfte" in Moskau teil. (Siehe dazu "Geschichte der Zeugen Jehovas" S. 499).
CV Christliche Verantwortung
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem
Verständnisvermögen
- 1. Thess. 4:12, 1. Kor. 14:20 -
DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT
ist freie, christlich und menschlich verantwortungsbewußte
Information zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas und ihrer Leitenden
Körperschaft, der Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft, (WTG) und WTG-bedingten
Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung. Die
Vielseitigkeit der Darlegungen in CV widerspiegelt diese Situation und weist Wege zu Ihrer
Lösung. -
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.
Nr. 97 Gera August 1977
AM SCHEIDEWEG ANGEKOMMEN
Liebe Leser
Das jetzige "Vergehen" der 3. Generation seit
WTG-Beginn 1874, das ganz offensichtliche Verdrängen der Weltendeverkündigung von 1975
seitens der WTG und ihre weitere zeitliche Hinschiebung, der Tod der
1914-Generation mit N. H. Knorr als Haupt- und Kronzeuge der Millionen, die nicht sterben
sollten, und die schriftgemäße Pflicht vor Gott und den Menschen, sich von falschen
Propheten zu trennen und nicht zuletzt das Offenbarwerden der Schuld einer gigantischen
100jährigen endzeitlichen Menschheitsirreführung mit der damit verbundenen sinnlosen
Verteufelung aller anderen Menschen, Christen wie Nichtchristen, und besonders unserer "die Menschen betreffenden Ordnung", die wir
schriftgemäß in Wirklichkeit zu akzeptieren haben - damit ist der Scheideweg für alle
erreicht. Jeder weitere eigene Schritt unter WTG-Führung, oder gar Anleitung anderer
Menschen, der WTG weiter zu folgen, ist vor Gott und den Menschen in höchstem Maße
verantwortungslos. Die WTG hat Ihren endzeitlichen Höhepunkt Rubikon oder Zenit
überschritten. Sie hat sich selbst endzeitlich ad absurdum geführt, als haftlos und
unglaubwürdig erwiesen. Allen voran die Aufseher und Ältesten müssen daraus die
Schlußfolgerungen ziehen, tragen sie doch die größte Verantwortung, die es gibt:
Lebendige Menschen anzuleiten, ja, "Hirten" der "Herde Christi" zu
sein! Die Zeit ist herbeigekommen. Erhebt Euch!
In christlicher Verbundenheit
Eure Brüder und Schwestern und alle
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
CV-Leitung Gera/Thür.
Aufruf aus der freien
Christengemeinde in Jarmen (ehem. ZJ) an die Zeugen Jehovas!
Wir, eine Gruppe von Zeugen Jehovas bis vor kurzem noch,
haben nach langem ernsthaftem Bibelstudium erkannt, Daß die leitende Körperschaft der
Zeugen Jehovas ungefähr 100 Jahre schon falsche Bibelauslegung betrieben hat. Durch diese
falsche Bibelauslegung hat sie das von Gott verordnete menschliche und gesellschaftliche
Erdenleben und Zusammenleben bei den betroffenen Menschen schwer belastet und gestört bis
hin zu dem Unterfangen, der Regierung das Recht zu regieren abzusprechen. Es ist im Jahre
1977 leichter als je zuvor zu erkennen und zu beweisen, Daß die leitende Körperschaft
der Zeugen Jehovas eine Gruppe Menschen ist, die eher die Bibel durch ihren Umgang mit ihr
in entsprechenden Auslegungen und Verwendungen entwürdigt.
Ihre bisherigen Auslegungen über biblische Vorbilder, Lehren, Gesetze und Prophezeiungen sind nach eingehender Prüfung durch uns nachweisbar unzuverlässig. Wir begründen dies damit, weil die entscheidenden Voraussagungen niemals eingetroffen sind und deswegen die Lehren immer wieder überarbeitet werden mußten, um sie wieder neu dem Strom der Zeit anzupassen. Dennoch haben sich diese Auslegungen der leitenden Körperschaft als haltlos und damit gottentehrend erwiesen, weil dann wieder nichts von dem Vorhergesagten nach Ablauf der vorgesehenen Jahre eintraf. Wir gehen davon aus, wenn ein Prophet im Namen Gottes redet, dann muß Verlaß auf ihn sein. Ist auf ihn kein Verlaß, dann sollte man nicht mehr auf Ihn hören, dann wird er zur Gefahr für alle, die weiterhin auf ihn hören. Es ist eine gesetzmäßige Forderung Gottes, solche Propheten nicht mehr zu achten. Diese Forderung finden wir in der Bibel in 5. Mose 18, Verse 20-22. Wir haben uns entschlossen, darum diese leitende Körperschaft nicht mehr zu achten.
Wir sind darum dazu übergegangen, diesen Propheten so zu zeigen, wie er wirklich ist, damit alle erfahren, mit wem sie es zu tun haben, ehe es zu spät ist. Wir glauben, damit Gott und Menschen einen wichtigen Dienst zu erweisen. Es geht nicht an, Daß sich eine Körperschaft über 100 Jahre anmaßt, der Stellvertreter Christi zu sein und dabei laufend die Bibel falsch auslegt. Das ist eine Schmach auf den Namen und die Glaubwürdigkeit Gottes und seines Wortes. Darüber hinaus stiftet diese Körperschaft durch ihre falsch informierenden Schriften über die Zeit, in der wir leben, Unsicherheit und vielfältigen geistigen Schaden, indem sie viele aufrichtige Menschen zu falschem Verhalten verleitet in ihrem Berufsleben, in ihrer Ausbildung, in der Erziehung der Kinder, im familiären, nachbarschaftlichen und zwischenmenschlichen Verhalten. Es werden Menschen zu "Feinden Gottes" erklärt durch Anmaßungen, die gar nicht von Gott sind. Die Umfragen, die wir anstellten, in der DDR, in anderen sozialistischen Ländern, in kapitalistischen Ländern, bestätigten uns überall und zeigten uns, wie weit verbreitet schon die Unzufriedenheit mit der Körperschaft ist.
Durch die Methoden und Ziele, die von der leitenden Körperschaft nach jeder Enttäuschung und falschen Prophezeiung angesteuert werden, sind immer mehr Christen in den Versammlungen entrüstet. Diese Entrüstung führt zugleich zu einer Unsicherheit, nicht nur im Leben der Brüder selbst, sondern bei allen, die sie anleiten. Wir haben erlebt und haben lebendige Zeugen dafür unter uns, wie die WTG durch ihre Prophezeiungen im Namen Gottes aufrichtige Menschen, die daran geglaubt haben, seelisch und moralisch wie nervlich zugrundegerichtet hatte, wie sie sie heute für diesen Glauben an die Prophezeiungen der Körperschaft, die nicht eingetroffen sind, als selbstsüchtig verteufeln läßt von Körperschaftsgetreuen, die selbst diese falschen Prophezeiungen verbreitet haben. Solche Personen müssen doch gar kein eigenes christliches Gewissen mehr haben, wenn sie bedenkenlos alles mitmachen, heute so und morgen so. Jeder Außenstehende kann darüber nun noch den Kopf schütteln, der das betrachtet, der dahinterkommt.
Wenn sich Menschen dazu hingeben, als Christen Gottes Willen zu tun, dann müssen sie auf alle Fälle beispielgebend vorangehen. Was aber werden wir von der Körperschaft angeleitet zu tun? Wir zersetzen mit den WT-Lehren die menschliche Ordnung durch Zerstören des Vertrauens in die Regierung, was darin zum Ausdruck kommt, Daß wir lehren mußten, nicht mehr zu wählen und auf keine Regierung mehr zu vertrauen. Das ist gegen Gottes Gebot, wonach die Menschen für sich selbst, wir eingeschlossen, immer noch verpflichtet sind, sich eine Obrigkeit zu schaffen und zu erhalten Die Körperschaft verlangt im Namen Gottes Unmögliches, das darum als unannehmbar auf unser Haupt zurückschlagt.
Was ist das für eine Organisation, die immer dann, wenn sie ein neues Harmagedon herannahen läßt, ihre Angehörigen dazu ermuntert, für die noch verbleibende Zeit "weise" zu handeln, nur zum Lebensnotwendigsten zu greifen, keine großen Anschaffungen mehr zu machen, kein Haus mehr zu reparieren oder gar zu bauen, möglichst nicht mehr zu heiraten und Kinder zu haben, alle Zeit möglichst für diese Verkündigung zu verwenden.
Während aber die leitende Körperschaft im selben Zeitraum langfristige Planungen einstellt und gewaltige Bauten ihrer zukünftigen Bestimmung übergibt? Alle Einrichtungen und Prachtbauten der leitenden Körperschaft, die gerade jetzt wieder und weiter errichtet werden, zeugen von einem großen Doppelspiel zur Täuschung der Herzen der Arglosen, ohne die die leitende Körperschaft doch ein Nichts wäre. Jehovas Zeugen werden in den nächsten zwei Jahren vielleicht schon in der DDR und darüber hinaus eine entscheidende Wende erfahren. Wie und warum? Eine Vielzahl von Verkündigern sind zu einer inneren gegnerischen geistigen Haltung gegen den Wachtturm übergegangen. In vielen Versammlungen denkt man mit einem Widerwillen an das WT-Studium wörtlich sagen einige bereits. "Die ewige Fragerei kotzt uns an", sie sei, eine unwürdige Gängelei. Die Fragen seien andererseits "zu kompliziert ausgeschrieben, das ist etwas für Hochschüler, aber nicht für einfache Menschen". Wenn das bloß bald ein Ende hat.
Das beste ist, man geht überhaupt nicht mehr zum WT-Studium, laß sie uns doch ausschließen, dann haben wir wenigstens unsere Ruhe, "dann ist die Quälerei zuende". Andere sagen unter sich, "das beste ist, wir tun uns mit mehreren zusammen und betrachten die Bibel so, wie sie uns überliefert wurde, dann machen wir in den Augen Gottes bestimmt nichts verkehrt". In Mecklenburg und anderen Teilen des Landes greift, das überall um sich.
Über CV möchten wir sagen, CV hat allerhand erreicht. Eine Schwester sagte zwar: "Sie können noch soviele Briefe senden (mit CV), erreichen tun sie damit doch nichts." Ist es wirklich so?, CV hat in all den Jahren des Erscheinens tiefe Furchen gezogen. Niemand, der diese Zeitschrift liest, kann sich ihrer Überzeugungskraft entziehen, wenn er es auch meint. Eines Tages kommen ihm die Argumente von CV zum Bewußtsein, weil sie sich bewahrheiten. Ihr glaubt ja gar nicht, wie CV von allen, die die Verantwortung tragen, gelesen wird! Obwohl sie es gegenseitig ableugnen!
Zum Schluß möchten wir alle aufrufen,
unserem Beispiel zu folgen. Nehmt den Glaubenskampf auf und verwandelt euch aus
WT-Abhängigkeit in freie christliche Gemeinden! Ihr werdet wie wir die geistlich
beglückende Erfahrung machen, wie der Herr verheißen hat: "Wo zwei oder drei in
meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." Matth. 18:20.
Auskunft bei:
Br. Walter Warnke
2032 Jarmen, Gartenstraße 8
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IN DIESER AUSGABE
- Weitere Berichte zum Tode von WTG-Präsident, Nathan Homer
Knorr am 8. Juni 1977.
- Die gegenwärtige Lage und die Schlußfolgerungen daraus
für die Aufseher und Ältesten.
- Versammlung in Jarmen, Mecklenburg, wurde eine Gemeinde
freier Christen.
- Ein Aufruf aus der Gemeinde freier Christen in Jarmen an
die Zeugen Jehovas.
- WTG-Bezirkskongresse 1977 "Freudige Arbeiter" Was
das Kongreß-Motto verrät
- Weltkongreß religiösen Friedenskräfte in Moskau 1977,
zur Bedeutung für Zeugen Jehovas.
- Vorträge über WTG und Zeugen Jehovas an den
urchristlichen Statten Griechenlands.
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EIN KREISAUFSEHER LÄSST DIE SCHAFE DES HERRN NICHT IM STICH
Ein Tatsachenbericht aus Jarmen, einer kleinen Stadt in Mecklenburg
Einer unserer CV-Mitarbeiter besuchte den ehemaligen WT-Kreisaufseher Walter Warnke und
lernte gleichzeitig die Studiengruppe kennen, mit der sich der ehemalige Kreisaufseher
verbunden fühlt. Diese Studiengruppe besteht vorwiegend aus den
WT-Versammlungsverkündigern, die es vorgezogen haben, ohne den "Wachtturm"
gemeinsames Bibelstudium zu betreiben.
Aufgeschlossenheit, Zufriedenheit und Lernbereitschaft erkennt man in ihren Gesichtern. In ihren Zusammenkünften lesen sie die Bibel, tauschen ihre Erfahrungen aus und beraten, wie man anderen Menschen den Inhalt der Bibel verständlich machen kann. Es ist eine wahre Freude im Herrn, dieser Gruppe beim Bibelstudium zuzuhören und ihre zwanglose Art mitzuerleben. Auf die Frage, warum sie sich von der WTG abgesondert haben, sagte der ehemalige Kreisaufseher: Es hat wirklich keinen Zweck mehr, weiterhin die Lehrmittel der Gesellschaft zu studieren und den Inhalt weiter zu verkündigen. Wir betrügen uns damit selbst und darüber hinaus alle diejenigen, die auf uns hören. Wir haben diese Menschenweisheit satt. Wir möchten endlich erfahren, wie die Bibel wirklich ausgelegt werden sollte. Bis zum Jahre 1975 haben viele von uns fest daran geglaubt, was die Gesellschaft für den Zeitraum dieses ereignisreichen Jahres im "Wachtturm " voraussagte. Nun aber gilt es umzudenken, weil sich nichts von alledem erfüllt hat."
Er sagte weiter: "Jehovas Zeugen sollten endlich einsehen, Daß es nutzlos ist, der WTG bedingungslos Vertrauen zu schenken. Die Beweise häufen sich immer mehr, Daß die WTG ein falscher Prophet ist. Wer es von den Brüdern und Schwestern in der Organisation absolut nicht einsehen will, dem ist eben nicht zu helfen. Wir in Jarmen, d. h. die überwiegende Mehrzahl aller Versammlungsverkündiger, sind zu dieser Erkenntnis gekommen und haben es vorgezogen, getrennt von der WTG weiterhin die Bibel zu studieren. Wir sind gleichzeitig daran interessiert, wie andere Brüder und Schwestern, ihren Christenglauben zu festigen, um dem Herrn nachfolgen zu können. Deshalb suchen wir ernsthaft die Verbindung zu ihnen herzustellen. Besonders aus den Erfahrungen alter Bibelforscher wollen wir für die Zukunft lernen Sie sind ja unsere Leidensbrüder. Sie haben ja weit mehr Enttäuschungen mit der Gesellschaft erlebt und sind deshalb eigene Wege gegangen. Die Gesellschaft hat diese Brüder und Schwestern zwar verdammt, weil sie die Falschdeutungen im "Wachtturm" kritisierten. Aber diese Verdammung zahlt glücklicherweise bei Gott und Christus nicht. Wir werden uns bemühen, unsere Vorkämpfer kennenzulernen, um erst einmal Erfahrungen auszutauschen. Danach werden wir beraten, ob es ratsam ist, mit ihnen Gemeinschaft zu pflegen. Wir, lassen uns viel Zeit dabei. Wir haben Zeit, weil wir erkannt haben, Daß man das Ende der Welt nicht an den Haaren herbeiziehen kann. Dennoch sind wir bemüht, ein annehmbares christliches Leben zu führen, um nicht unvorbereitet das Ende dieser vergehenden Welt zu erleben." Soweit die Ausführungen des ehemaligen Kreisaufsehers. In einer weiteren CV-Ausgabe werden wir weitere Brüder und Schwestern aus Jarmen zu Wort kommen lassen, um von ihren Erfahrungen mit der WTG und ihren Ältesten zu berichten.
Nun wirklich freie Christen
Nun versammeln sie sich in Jarmen als eine Gruppe wirklich
freier Christen, direkt um das Wort Gottes und Christi geschart. Nein, das war bisher
nicht der Fall. Fragen wir uns. Durfte bisher die Bibel anders verstanden werden, als die
WTG es wollte? Hatte nicht der WT das letzte Wort darüber, wie die Bibel anzuwenden war?
Die Wirklichkeit war, Daß die Bibel nur so gesehen, verstanden, gehandhabt angewendet und
anderen dargelegt werden durfte, wie die WTG es durch ihre Schriften bestimmte. Wer die
Bibel ohne diese übergeordnete WTG-Behörde befolgen wollte, bekam diesen Anspruch der
WTG über die Bibel bald zu spüren. Darum waren alle in Wirklichkeit in der Hand der WTG.
Die Bibel selbst hätte z. B. niemanden veranlaßt, das falsche Weltende von 1975 zu
predigen. Das konnte nur geschehen, weil sich alle in Wirklichkeit der WTG und ihrer
Verfügung über das Wort Gottes, die Schrift, ausgeliefert hatten. Wer ehrlich ist und
sich und andere nicht betrügt, muß doch zugeben, Daß die wichtigste Zusammenkunft in
der Organisation das WT-Studium ist. Was dann noch "Bibelstudium" genannt wird,
ist entweder auch nur ein Studium der WTG-Literatur oder bloßes Bibelkennenlernen,
bloßes Bibellesen. Wie es anzuwenden ist, bestimmt dann letztlich wieder die WTG durch
ihre Schriften. So schließt sich der Kreis wieder, um alle letztlich doch unter der Macht
der WTG zu halten, während man denken soll, man folge nur der Schrift.
Auch dies ist in Jarmen zur Gewißheit geworden. Wenn das Wort gilt, "nicht über das hinaus, was geschrieben steht" (l. Kor. 4:6), dann ist jede heute über die Schrift gesetzte menschliche Autorität, die bestimmen will, was wie davon zu glauben ist, die also über die Schrift verfügen will, eine Gotteslästerung. Die WTG begeht eine Anmaßung, wenn sie sich mit der inspirierten leitenden Körperschaft der Apostel der urchristlichen Gemeinden vergleicht. Ihre zahllosen Bibelfalschauslegungen beweisen das nur zu deutlich. So wurde durch die Glaubensentscheidung, die in Jarmen getroffen wurde, die Zahl der freien christlichen Gemeinden wieder vermehrt.
CV eine wirksame Hilfe
Alle bezeugen, Daß CV eine große Hilfe darin war und ist,
den Weg freizumachen zurück in die wirkliche und ausschließliche Nachfolge Jesu.
Vielleicht war es für manchen ungewöhnlich, die Bibel nunmehr ohne die WTG-Brille zu
betrachten, sich nicht mehr von der WTG bzw. dem WT bevormundet zu fühlen, sondern
christlich wirklich "mündig" zu sein, wie es die Schrift von allen verlangt (l.
Kor. 14:20). Aber es gibt hierzu keine glaubwürdige christliche Alternative.
ÜBER DIE LETZTEN TAGE VON WTG-PRÄSIDENT
NATHAN HOMER KNORR
CV-Korrespondenz aus Polen
Zahlreiche Touristen aus Polen, die im Herbst 1976 in den
Vereinigten Staaten waren, berichteten wie folgt: Am 1. Oktober 1976 haben verschiedene
Fernsehstationen in den USA und Kanada eine Übertragung der jährlichen
Mitgliederversammlung der WTG in Pittsburg, USA, gebracht. Hauptredner sei wie
jedes Jahr wieder WTG-Präsident N. H. Knorr gewesen. Knorr gab u. a. den Jahrestext für
1977 bekannt. Dann begann er, über die bisherigen Erfolge der WTG zu sprechen, konnte
aber diese Rede nicht beenden, er habe wie ein kleines Kind angefangen zu weinen.
Daraufhin wurde er von zwei anderen Personen sofort in ein Nebenzimmer geführt und man
sah ihn nicht mehr auf dem Bildschirm. Ein Vertreter von N. H. Knorr beendete dann seine
Ansprache, allerdings soll es nicht mehr nach dem Manuskript von N. H. Knorr gewesen sein.
Den Fernsehzuschauern soll lediglich noch gesagt worden sein, der Präsident fühle sich
heute nicht wohl.
Einige Besucher haben dann in den USA die Gelegenheit benutzt, um einen Besuch im Hauptbüro der WTG in Brooklyn, New York, zu machen. Sie haben versucht, sich genauer zu erkundigen, wie es um den Präsidenten stehe. Sie brachten die unbestätigte Auskunft mit, der Präsident leide an einer Gehirnkrankheit. Die ärztliche Behandlung habe nicht geholfen und er sei schon so schwach, Daß er seit ein paar Monaten in der Villa auf der WTG-Königreichsfarm liege. In seinem Büro sitze jetzt Milton G. Henschel, der alles erledige, was gewöhnlich N. H. Knorr tat. N. H. Knorr habe faktisch nichts mehr zu sagen. Es bestehe die Aussicht, Daß er nicht mehr lange zu leben habe.
Weiter seien die Meinungen im Hauptbüro sehr unruhig im Hinblick auf das Ende von N. H. Knorr. Es herrsche eine unsichere Atmosphäre. Man spreche von Spaltungen in der obersten WTG-Führung. Zwei Gruppen würden in Frage kommen Die einen würden die bisherige Tätigkeit mit ähnlichen Methoden fortsetzen wollen. Eine andere Gruppe wurde N. H. Knorr für die Mißerfolge und Irrlehren der WTG verantwortlich machen wollen, besonders für die Irrlehre mit dem Weltende von 1975, um auf diese Weise die Glaubwürdigkeit der WTG in der Öffentlichkeit zu retten.
Religiöse Weltkonferenz Moskau 1977
JEHOVAS ZEUGEN KEINE RELIGIÖSE SONDERN EINE SOZIALE FRAGE
- Blickpunkt Afrika -
Bekanntlich fand in Moskau vom 6. bis 10. Juni 1977 eine "Weltkonferenz religiöser
Vertreter für dauerhaften Frieden, Abrüstung und gerechte Beziehungen zwischen den
Völkern" statt. Vertreten waren die Christen der verschiedenen Konfessionen,
Mohammedaner (Islam), Buddhisten, Juden, Hinduisten wie auch Shintoisten. Über 600
Vertreter aus 107 Ländern der Erde. Neben den großen christlichen Konfessionen wie
evangelisch, katholisch, Methodisten, Baptisten waren auch zahlreiche kleinere zugegen wie
Adventisten, Mennoniten, Quäker oder die Waldenser. Es steht außer Frage, Daß alle
Gläubigen von ihrer religiösen Warte her gefordert und verpflichtet sind, ihren Beitrag
zum Frieden und zu gerechten Beziehungen zwischen den Völkern zu leisten, so Daß
jedermann Grund hatte, hier einen vollgültigen Beitrag zu leisten.
Wie nicht anders zu erwarten war, hat die WTG-geführte Gemeinschaft der Zeugen Jehovas natürlich an dieser Weltkonferenz 1977 nicht teilgenommen, die doch zwei Jahre noch der falschen WTG-Weltendeverkündigung von 1975 eine unübersehbare Herausforderung an alle ehrlichen Zeugen Jehovas darstellt. Nichtsdestoweniger kam die Frage der Zeugen Jehovas natürlich auf der Weltkonferenz auch zur Sprache.
Eine verantwortungslose politische
Einmischung
Es war u. a. während des Empfanges für die Teilnehmer der
Weltkonferenz beim Patriarchen von Moskau und ganz Rußland, Pimen. Zur Diskussion stand
die Zukunft der Zeugen Jehovas in Afrika angesichts der zunehmenden Verbote dieser
Gemeinschaft in den afrikanischen Entwicklungsländern. Unter Hinweis auf diese Vorgänge
sagte ein Vertreter aus Sambia, Jason C. Mfula, Direktor der Ökumenischen Stiftung
Mindolo, Sambia, Daß die Aktivität der Zeugen Jehovas nicht unbeachtet bleiben könne.
Sie werfen ein Problem auf, das keine religiöse Frage, sondern eine eminent soziale, d.
h. politische sei. Die Zeugen Jehovas würden sich mit Ihrer Verkündigung oder Anleitung
zum Handeln an das ganze Volk wenden. Nun ist diese Massenanleitung aber in ihrem
politischen Inhalt darauf ausgerichtet, das Volk zu lehren, nicht mehr zu wählen,
keinerlei demokratische, soziale und politische Verantwortung oder Mitverantwortung mehr
im Lande zu übernehmen, davon Abstand zu nehmen, die Verhältnisse zu verbessern und
Rückstandigkeit und Ungerechtigkeit überwinden zu helfen. Das sei insbesondere für die
Entwicklungsländer eine unerträgliche Volksbeeinflussung und Einmischung in den für
alle notwendigen sozialen und positiven Entwicklungsprozeß. Wollten alle den Zeugen
Jehovas folgen, so gäbe es keinerlei sozialen Fortschritt. Auch in den afrikanischen
Entwicklungsländern, in denen die Zeugen Jehovas wegen dieser politischen
Volksbeeinflussung noch nicht verboten sind, stellen viele Menschen die Frage, was die
Zeugen Jehovas für eine Politik betreiben. Sie sei in höchstem Grade verantwortungslos.
Man könne nicht unter Berufung auf Religionsfreiheit soziale und politische
Verantwortungslosigkeit lehren und verbreiten. Das ist ein Mißbrauch der
Religionsfreiheit So seien die Zeugen Jehovas mit dieser Massenbeeinflussung in
Wirklichkeit eine soziale Frage.
Konferenzmaterialien: Zeugen Jehovas
charakterisiert
In Vorbereitung und Durchführung der religiösen
Weltkonferenz gab es eine Anzahl Materialien und Dokumente. Das waren auch solche, die u.
a. die Bedeutung der verschiedenen Religionsgemeinschaften im Hinblick auf Frieden und
gerechte Beziehungen zwischen den Völkern beleuchten. Die hier enthaltene
Charakterisierung der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas, die alle Zeugen unbedingt kennen
sollten, ist Gegenstand der nächsten. CV-Information über die religiöse Weltkonferenz
1977 in Moskau.
CVN
SERIE VON AUFKLÄRENDEN VORTRÄGEN ÜBER
WTG UND ZEUGEN JEHOVAS AN DEN URCHRISTLICHEN STÄTTEN GRIECHENLANDS
Athen, Korinth, Beröa. Thessalonich oder Philippi im alten
Griechenland gehörten zur Wiege des Christentums. Es waren bzw. sind Stätten, an denen
der Apostel Paulus wirkte, an deren christliche Gemeinden er einen Teil seiner Briefe
richtete, die uns im Neuen Testament überliefert sind. Es waren oder sind Stätten, an
denen die ersten Zeugen Jesu Christi wirkten nach seinen Worten,"
ihr werdet
Zeugen von mir sein". Apg. 1:8.
Es ist möglicherweise von religionsgeschichtlicher Bedeutung in Griechenland, Daß erstmals in diesem Jahre, 1977 an dieser Wiege des Christentums, in Athen und anderen Orten, eine Serie von aufklärenden Vorträgen über die WTG und Zeugen Jehovas stattgefunden hat, über jene Gemeinschaft, die unter dem unchristlichen Namen Zeugen Jehovas behauptet, die einzig wahren Fußstapfen-Nachfolger Jesu Christi zu sein. Die Vortrags-Serie stand unter dem Motto "Ich war Zeuge Jehovas" der christliche Referent war Günther Pape, BRD, ein früherer Missionar der WTG und Zeugen Jehovas. Sein Buch unter dem gleichen Titel, liegt neben mehreren deutschen Auflagen inzwischen auch in italienischer Sprache vor. Tausende von Menschen hörten in den verschiedenen Städten diese Vortrage, worüber auch im griechischen Fernsehen berichtet wurde. Beobachter teilten mit, Daß die Vortragssäle überfüllt waren und Plätze und Straßen vollstanden. Ohne Zweifel hat es einen solchen Widerspruch gegen WTG und Zeugen Jehovas, gegen eine fälschlich alttestamentlich benannte und von Christus nicht gebotene Zeugenschaft in Griechenland noch nicht gegeben. Wie weiter beobachtet wurde, hat die WTG zur Observation dieser Vorträge extra den Leiter aus ihrem Büro in Istanbul, Türkei, Karlheinz Hartung, Deutscher, nach Griechenland beordert. Aus ZJ-Kreisen in Griechenland wird über große Aufregung und Ratlosigkeit nach diesen Vortragen berichtet.
Die Vortrags-Serie fand vom 5. bis 16. Mai 1977 an urchristlichen Statten wie Athen und anderen Orten statt. In der griechischen Presse wurde vielfach darüber berichtet An allen Orten wurden farbige Einladungszettel verbreitet mit einem sinnvollen Symbol, das ein Labyrinth mit Ausweg darstellt. Das ist sogar ein sehr sinnvolles Symbol, wenn man daran denkt, wie schwer es ist zu unterscheiden, Daß die WTG unter Berufung auf Gott nur ein endzeitlich unglaubwürdiges und haltloses Menschenwerk betreibt, wie 1975 zeigt.
In diesem Zusammenhang ist es bemerkenswert, Daß unter den griechischen Gastarbeitern in der BRD der ehemalige griechische Zeuge Jehovas Ilias Papailias nunmehr schriftgemäß als Zeuge Jesu Christi wirkt. Bekanntlich ist die unsichere Lage vieler Gastarbeiter in der BRD, ihr Getrenntsein von der Familie, von der Heimat, ihre oft dürftige Unterkunft, ihre menschliche Isoliertheit, ihre Fremde, die Situation, an die die WTG anknüpft. Sie kennen zumeist die Vergangenheit der WTG nicht und eignen sich sehr dazu, für eine neue Generation eingefangen zu werden, auf die die WTG jetzt überwechseln muß, will sie nicht zusammenbrechen und untergehen.
Die Aufklärungsarbeit über die von der
WTG unter alttestamentlich-unchristlichem Namen Zeugen Jehovas geführte Gemeinschaft wird
koordiniert von dem Beauftragten für diesen Zweck, Rev. Dr. A. Alevisopoulos vom
Erzbistum Athen, Athen 140, Iasiou 1, Griechenland, Archiepiskopat. Es ist ohne Zweifel
von besonderer Bedeutung, wenn an den Orten des Urchristentums wie in Athen, wo einst der
Apostel Paulus auftrat, der WTG-Anspruch, heute die einzig urchristliche Kirche bzw.
Gemeinschaft darzustellen oder zu vertreten, vor dem Hintergrund ihres nun schon über 100
Jahre währenden Endzeitbetrugs eine Generation nach der anderen, aufgeklärt wird. Es
wird hochinteressant sein, diese Auseinandersetzung mit der WTG in Griechenland weiter zu
verfolgen, wenn man sie in dieser Bedeutung begreift.
CVN - Ausland
PRÄSIDENT DER WTG UND ZEUGEN JEHOVAS,
NATHAN HOMER KNORR, USA, ALS HAUPT- UND KRONZEUGE DER 1914-GENERATION, DIE "NICHT
VERGEHEN" SOLLTE, GESTORBEN
Was steht und fällt mit N. H. Knorr als WTG-Präsident?
Hauptdaten seines Lebens
N. H. Knorr wurde am 23. April 1905 in Bethlehem,
Pennsylvanien, USA, geboren. Er gehörte von Hause aus der Reformierten Kirche an. Mit 16
Jahren schon kam er mit den damaligen Bibelforschem in Berührung. Die WTG ließ
veröffentlichen, Daß er im Jahre 1923 "an der Hochschule von Allentown in
Pennsylvanien promovierte". Als 18jähriger dürfte er da lediglich eine Art
Oberschulabschluß gehabt haben. Im gleichen Jahr 1923 ging er ins WTG-Hauptbüro Brooklyn
und nahm dort eine Tätigkeit in der Versandabteilung auf. Er zeigte eine gute
organisatorische Begabung und wurde schon nach 9 Jahren im Alter von 27 Jahren
Generaldirektor von Verlag und Druckerei der WTG. Mit 29 Jahren, im Jahre 1934, wurde er
Direktor der späteren Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft e. V. in New York, die
J. F. Rutherford schon 1909 neben der Zentrale in Pittsburg geschaffen hatte. 1940 wurde
er Direktor und Vizepräsident auch der Pittsburger Zentrale in Pennsylvanien. Nach dem
Tode von WTG-Präsident J. F. Rutherford 1941 wurde M. H. Knorr Präsident beider
Körperschaften der WTG, in Pittsburg und New York sowie der Internationalen
Bibelforscher-Vereinigung (IBV) in England, in allen Funktionen auf Lebenszeit.
Vizepräsident beider Körperschaften und Vertreter von N. H. Knorr wurde Hayden Cooper
Covington, der dann als Oberster Rechtswahrer der WTG in Erscheinung trat, da er sich
später als "anderes Schaf" bekannte, den Vizepräsidenten-Posten wieder abgeben
mußte und schließlich WTG und Zeugen Jehovas verließ. Neuer Vizepräsident und
Vertreter von N. H. Knorr wurde dann Frederic William Franz, der seit Knorrs
Präsidentschaft als der eigentlich geistige Kopf der WTG gilt. N. H. Knorr war auch
Präsident der WTG-Missionarschule "Gilead" in South Lansing und später in New
York.
Mit der Wiedereinführung des durch J. F. Rutherford in der WTG vernichteten "Ältestenamtes" seit 1971/72 im Hinblick auf das Überleben der WTG, wenn die 1914-Generation ausstirbt, verlor das Präsidentenamt mit N. H. Knorr seine bisherige hervortretende Bedeutung, wohl auch aus Gründen einer weitgehenden künftigen Anonymität der WTG-Führung vor anderen. Mit der Umbildung der leitenden Körperschaft der WTG, die ab 1. Januar 1976 in sechs neugebildeten Komitees unter wechselnden Vorsitzenden ihre Arbeit aufnahmen, trat N. H, Knorr endgültig in die Gruppe der Vorsitzenden dieser Komitees zurück. Er war zu dieser Zeit schon unheilbar krank. Wie das WTG-Zweigbüro in Wiesbaden um 20. 6. 1977 bestätigte, ist N. H. Knarr dann am 8. 6. 1977 auf der Königreichsfarm der WTG, New York, nach schwerer Krankheit gestorben. Wie daraufhin bekannt wurde, wurde sein Nachfolger der bisherige Vizepräsident F. W. Franz, da das Amt des Präsidenten offensichtlich juristisch nicht abgeschafft werden kann.
Was geschah unter seiner
WTG-Präsidentenschaft?
Die Zeitspanne seiner Präsidentschaft fällt wohl oder übel
zusammen mit der Zeit und dem Ende der 3. Generation der WM-Endzeitverkündigung seit
1894. Mit seinem Amtsantritt nach dem Tode von J. F. Rutherford hatte er die heikle
Aufgabe, das von J. F. Rutherford auf die Zeit des zweiten Weltkrieges 1939/45 weltweit
verkündete Weltende wieder aus den Köpfen aller Zeugen Jehovas zu
"verscheuchen". Man wird hier an Vogelscheuchen erinnert. Aber diese Bezeichnung
für sein Vorgehen gegen die von J. F. Rutherford stammende WTG-Irrlehre zu Ende der 2.
Generation nach 1914, um 1939/45, stammt aus dem WTG-Hauptbüro selbst (Dein Name werde
geheiligt, S. 329). Doch irgendwie ist das typisch. Immer hat die WTG-Führung die ihr
ergebenen Zeugen wie eine Schar Hühner, wenn auch aufgeregt, in die nächste Generation
gescheucht.
In Verschiebung der Endzeit in die 3. Generation ließ N. H. Knorr dann mit dem Buch "Die Neue Welt" (1942) eine neue Nordkönig-Auslegung (Daniel 11) verbreiten, die erstmals den Hitlerfaschismus "einplante". J. F. Rutherford hatte noch die alte Russell-Auslegung auf Napoleon und den ersten WTG-Endzeitbeginn von 1799 predigen lassen. (Die Harfe Gottes, 1922). Als die Nachkriegsentwicklung das neue WTG-Endzeitbild mit Hitler wieder als haltlos erscheinen ließ, begann N. H. Knorr, diese Nordkönig-Auslegung in Einschwenkung zum kalten Krieg des antikommunistischen Mißbrauchs des Christentums auf den Kommunismus weiterzuschieben. Möglicherweise kommt es nicht mehr auf sein Konto, wenn im WT. vom 1. Mai 1976, S. 286 dt. diese Nordkönig-Auslegung für die neue Generation noch 1975 vollends und ausschließlich auf den Kommunismus weiterverschoben wird.
Insgesamt muß zu diesem Punkt gesagt werden, Daß unter N. H. Knorr WTG und Zeugen Jehovas ab 1947 etwa zu einer der gehässigsten antikommunistisch ausgerichteten religiösen Gruppen entwickelt wurden, die es je unter den kleineren Religionsgemeinschaften gab. Die WTG maßte sich unter N. H. Knorr an, die kommunistische Weltbewegung, die sozialistischen Länder und die Sowjetunion insbesondere mit einer religiös-politischen antikommunistischen Propaganda in ihren Zeitschriften in Massenauflagen zu überschütten, die es bis dahin noch nicht gegeben hatte, und die sich in Form, Stil und Karikatur kaum von der antibolschewistischen Propaganda des Hitlerfaschismus unterschied. Die WTG-Verkündigung der Hoch-Zeit des kalten Krieges der 50er und 60er Jahre strotzt von bösartigen und haßerfüllten antikommunistischen Hetztiraden und Hetzkarikaturen. Bedenkenlos ließ N. H. Knorr in diesem Zusammenhang ein falsches Martyrium inszenieren und die Zeugen Jehovas in die vordersten Fronten des antikommunistischen kalten Krieges treiben. Erster Höhepunkt war die Annahme der WTG-Resolution gegen den Kommunismus, "Resolution against Communism" auf dem internationalen WTG-Kongreß Ende Juli 1950 in New York Im Kongreß-Report heißt es dazu: "Applause after applause followed". Applaus nach Applaus folgte, als Präsident Knorr diese Resolution gegen den Kommunismus vorlegte (S. 6).
Ein anderer schwerwiegender grundsätzlicher Akt seiner Präsidentschaft war der Widerruf einer WTG-Irrlehre, die ebenfalls unüberschaubares sinnloses Leid und Elend über viele Zeugen Jehovas und Menschen guten Willens gebracht hat und die N. H. Knorr zunächst selbst noch etwa 29 Jahre lang praktizierte, ohne Rücksicht auf ihre Opfer. N. H. Knorr ließ in den WTs zu Anfang 1963 die WTG-Irrlehre widerrufen, Daß die in Römer 13 genannten Obrigkeiten nicht die politischen Regierungen, sondern auf Erden die WTG-Führung selbst sei. Bedenkenlos ließ er in den Jahrzehnten zuvor als Vizepräsident unter J. F. Rutherford die Zeugen selbst vor Gerichten diese Irrlehre verteidigen als "göttliche Wahrheit", was auch die Folgen oder Leiden daraus waren. Diese Internationale politische Irreführung der eigenen Zeugen und der Weltöffentlichkeit wahrte über 30 Jahre. Warum N. H. Knorr das selbst 20 Jahre praktizierte und dann 1963 einstellte, ist ein anderes Kapitel.
Auf des Konto der Präsidentschaft von N. H. Knorr kommt auch die Einführung des WTG-Blutkultes in die Organisation der Zeugen Jehovas seit 1945 (Babylon-Buch S. 544), wonach auf Grund der "Heiligkeit" des Blutes keine Bluttransfusion vorgenommen werden dürfe und die Betroffenen im Ernstfall dem Tode zu überliefern seien. Es ist hiermit eine Art Ritual-Mord eingeführt worden, wonach man nur noch um den Betroffenen auf den Knien liegend beten kann, bis er tot ist, weil ihm die gegebenenfalls rettende Bluttransfusion verweigert worden ist. Dieser WTG-Blutkult hat schon zu gerichtlichen Verfolgungen wegen fahrlässiger Tötung oder Mord geführt. Es ist eine gewissenlose Mißachtung des 5. Gebotes "Du sollst nicht töten".
Eine der schwerwiegendsten Irreführungen der Zeugen Jehovas selbst sowie der Vergiftung der zwischenmenschlichen Beziehungen. Denn durch sie war die von J. F. Rutherford übernommene Irrlehre, daß die WTG bzw. die Zeugen Jehovas nichts mit Religion zu tun hätten, Daß Religion vielmehr "jedes Tun" sei, "das dem Willen Gottes widerspricht". Das Schlagwort "Religionist" wurde zur gehässigsten Vokabel in der WTG-Verkündigung, wodurch besonders andere Christen sinnlos verteufelt und die Beziehungen in Familie, Verwandtschaft und Nachbarschaft über alle Maßen vergiftet und die Organisation selbst in eine heillose Sackgasse geführt wurde. N. H. Knorr indoktrinierte dies besonders noch mit dem Buch "Theokratische Hilfe für Königreichssverkündiger" von 1950. Fast 20 Jahre lang wurde diese religiöse Irreführung öffentlich betrieben, bis sie 1953 dahingehend verändert wurde, Daß die WTG die wahre Religion vertrete, alles andere einschließlich des Kommunismus falsche Religion sei. (Was hat die Religion der Menschheit gebracht, 1953). So ließ N. H. Knorr sogleich durch eine nunmehr eingefügte antikommunistische Aggressivität von dieser jahrzehntelangen Irreführung ablenken. Es ist die Methode des pausenlosen Weitertreibens der Organisation, so Daß keine Besinnung möglich wird.
An falschen Weltende-Prophezeiungen kommen auf das Konto von N. H. Knorr eigentlich nur zwei. Nachdem er zwangsläufig den falschen Termin von J. F. Rutherford von 1939/45 "verscheuchen" mußte, ließ er auf den Kongressen von 1945 (Zürich, Schweiz), im Höchstfall noch "zehn oder zwanzig Jahre" nach 1945 versprechen. Als dann jedoch über zwanzig Jahre verstrichen wären, kam er 1967 mit dem neuen Termin von 1975 heraus (WT 1. 1. 1967). Natürlich war das alles auch bei ihm nichts als kalte und zynische Berechnung, Hinhaltetaktik und letztlich religiöse Heuchelei, ein Mitte zur bloßen weiteren "Ankurbelung" der Aktivität der Verkündiger Denn schon unter J. F. Rutherford hatte N. H. Knorr mit dem WTG-Buch "Rechtfertigung" I, S. 332 (1931) selbst gepredigt, Daß die "Getreuen" nach dem falschen Weltende von 1914 und 1925 "gelernt" hätten, "keine Daten mehr festzusetzen" Aber kann die WTG überhaupt aufhören, neue Endzeittermine festzusetzen, wenn sich die bisherigen immer als falsche Prophezeiungen erwiesen haben? Man durchdenke die Konsequenzen!
Die letzte schwerwiegende Maßnahme unter N. H. Knorr war der Widerruf der WTG-Irrlehre über die "Ältesten", die Wiederhervorholung des "Ältestenamtes" und eine Wiedereinsetzung von "Altesten". Bekanntlich hatte WTG-Präsident J. F. Rutherford, sein Vorgänger, die "Ältesten" Ende der 20er und Anfang der 30er Jahre aus der Organisation u. a. als "stößige, rücksichtslose Böcke . . . hochnäsige, riechende Böcke . . . fett geworden . . . Egoist, die auf der vom Herrn bereiteten Speise herumtrampeln und sie mit ihren schmutzigen Füßen besudeln" u. a. m. verjagt.
Als WTG-Direktor hatte N. H. Knorr damals kräftig dabei mitgewirkt. Alles natürlich völlig "biblisch" begründet. (Rechtfertigung 11, S. 239f, 1932). Möglicherweise war die formelle Wiedereinführung das "Ältestenamtes" 1971/72 nach 40 Jahren Irrlehre im Namen Gottes nicht mehr das Werk von N. H. Knorr selbst. War doch dieser Vorgang im WTG-Hauptbüro in Brooklyn selbst mit großen Spaltungen verbunden, worüber der vormalige WTG-Zweigdiener in Wiesbaden, Konrad Franke, in einer Ansprache am 1. November 1972 im Westberliner WTG-Kongreßzentrum in der Hochstraße am Humboldthain berichtet.
Was zeigen diese wenigen Stationen der
Präsidentschaft unter N. H. Knorr?
Es ist keine Würdigung der Person von N. H. Knorr als Mensch
schlechthin. Es ist eine erste Übersicht über seine grundsätzliche Tätigkeit und
Verantwortung als Repräsentant und maßgeblicher Leiter der WTG und Zeugen Jehovas. Eine
hinreichende Biografie muß ausführlicher sein und sie wird natürlich geschrieben
werden. N. H. Knorr wird hier nicht schlechtgemacht. Es werden tatsächliche Vorgänge
unter seiner Verantwortung aufgezeigt, die von grundlegender Bedeutung für die
Beurteilung des WTG-Werkes sind. Natürlich war er im Sinne der WTG-Interessen treu bis
zur letzten Konsequenz. Was er wirklich bei all den Winkelzügen, Widerrufungen,
Irrlehren, Verschiebungen, Täuschungs und Ablenkungsmanövern gedacht und gefühlt hat,
kann man vielleicht in seinen persönlichen Tagebuchaufzeichnungen einmal nachlesen. Die
wenigen Stationen, die hier aufgezeigt sind, veranschaulichen jedoch unwiderlegbar, Daß
es kein Werk Gottes ist, dem N. H. Knorr vorstand und diente. Die wiederholten falschen
Prophezeiungen, die er selbst mitgestaltete, die vielfachen Umdrehungen der
WTG-Bibelauslegungen, die er selbst mit ausarbeitete, die wiederholten falschen Weltenden,
die er selbst mit festsetzte und weltweit predigte, all dies läßt die Frage aufkommen,
ob er überhaupt selbst an die noch außen behauptete "göttliche Leitung"
dieses Werkes geglaubt hat. Vielleicht ging er einmal mit jugendlichem Idealismus und
gutem christlichen Glauben als 16jähriger in die Reihen der Bibelforscher, wie die Zeugen
Jehovas damals hießen.
Die Winkelzüge, Widerrufungen, Irrlehren,
Verschiebungen, Täuschungs- und Ablenkungsmanöver und widerspruchsvollen Umdeutungen,
die er im Interesse der Erhaltung der WTG vornehmen mußte, damit die Zeugen nicht
davonlaufen, können ihn ehrlicherweise nur desillusioniert haben, was eine göttliche
Leitung dieses Werkes betrifft. Einen Glauben muß man schließlich nach seinen Werken
beurteilen.
F. F.
WTG-BEZIRKSKONGRESSE 1977 "FREUDIGE
ARBEITER"
Was das Kongreß-Motto verrät
In den Monaten Juli und August 1977 veranstaltet die WTG in
der BRD und Westberlin insgesamt 16 Bezirkskongresse unter dem Motto "Freudige
Arbeiter". Das Kongreßmotto sagt eigentlich schon alles, was zu erwarten ist: Ein
Ansporn zur Fortsetzung der Tätigkeit über 1975 hinaus, wie er sicherlich nicht
intensiver und treibender erfolgen kann, ist doch ein falsches Weltende zu überwinden und
das Werk in eine weitere "Generation" zu retten. In "freudiger Arbeit"
soll alles Zögern, Bedenken, Fragen und Überlegen, ob man der WTG noch der erneuten
Weltirreführung mit 1975 überhaupt noch folgen kann, ersticken und untergehen.
Kongreßmottos sind wie Jahrestexte tragende Grundgedanken oder bringen bestimmte langzeitliche Zielsetzungen für das WTG-Werk zum Ausdruck. Sie verraten damit, wohin die WTG tatsächlich steuert, was sie wirklich vorhat. Maßregelt die WTG alle schon mit dem Jahrestext 1977, "Ihr bedürft des Ausharrens", während sie selbst den Termin 1975 in die Welt setzte, so ist das Kongreßmotto 1977 die praktische Linie dafür: Arbeit, Arbeit und nochmals Arbeit, damit nicht die geringste Zeit und Besinnung bleibt, wie man in Wirklichkeit damit immer nur hingehalten wird, der WTG bedingungs- und bedenkenlos zu folgen, was sie auch verlangt. Die WTG wendet hier eine sehr geschickte psychologische Methode an. Wie kommt jemand am leichtesten über eine Enttäuschung, einen Schicksalsschlag, eine vergebliche Hoffnung, einen Rückschlag, einen Tiefpunkt oder eine Ausweglosigkeit hinweg? Wie wird man am besten mit einer Illusion fertig? Wie überwindet man am ehesten einen tiefen Schmerz zufolge eines Todesfalles vielleicht? Indem man sich in die Arbeit stürzt! Das hilft in der Tat, darüber hinwegzukomrnen. Genau dies ist die psychologische Methode der WTG jetzt 1977! Aber ist das zu verurteilen, wenn man im menschlichen Leben tatsächlich auf diese Weise über Enttäuschungen und Schicksalsschläge hinwegkommen kann? Im Falle der WTG ja! Denn sie wendet diese menschliche Lebenserfahrung an, um zu verhindern, Daß ihr folgenden Zeugen Jehovas zum Nachdenken darüber kommen, wie sie Generation um Generation unter einer falschen und unglaubwürdigen Endzeitfahne hingehalten werden ein Werk zu betreiben, das im Wesen nur ein religiöser und politischer Mißbrauch des Christentums ist. Die WTG wendet diese menschliche Lebenserfahrung in betrügerischer Weise an, um davon abzulenken, hinter die Kulissen ihrer ständigen Endzeitverschiebung oder Endzeithinschiebung zu blicken. Denn wenn sie ihre Endzeit in wirklicher Erfüllung von Matth. 24:34, "diese Generation wird nicht vergehen" verkünden würde, dann würde und müßte sich dies an wirklich nur einer Generation heute erfüllen. Wir sehen aber, wie die WTG diese ihre "Endzeit" schon mit dem Jahre 1799 (Die Harfe Gottes, S. 214, WTG 1926) beginnen ließ, was sie heute völlig verschweigt. Das sind bis heute bei einer biblischen Generationsdauer von 30 Jahren über 6 Generationen! Und jetzt nach 1975, im Jahre 1977 sollen alle in "freudiger Arbeit" in die nächste Generation verschoben werden!
Mit der vorigen Generation die gleiche
Methode!
Bekanntlich hatte die WTG der Welt für die Zeit 1939/45, der
Generation vor 30 Jahren, ebenfalls das Harmagedon-Ende verkündigen lassen. Wie das dann
aus den Köpfen wieder "verscheucht" wurde, lesen wir u. a. im "Bericht im
Theokratischen Kongreß in Zürich" Pfingsten 1945, veröffentlicht in der
WTG-Zeitschrift "Trost" (jetzt "Erwachet") vom 1. Juni 1945, Nr. 545,
Vol. XXIII, Bern, Schweiz:
"Harmagedon ist nahe. - Es wurde ausgeführt, Daß wir weder Tag noch Stunde kennen, Daß aber die Bibel uns versichert, "Dieses Geschlecht wird nie vergehen, bis alles geschehen ist" (Matthäus 24:34). Es ist daher belanglos, ob man nun sagt "bald" oder "nicht so bald". Selbst wenn die Schlußabrechnung von Harmagedon noch um zehn oder zwanzig Jahre verziehen sollte - e s w u r d e n i c h t g e s a g t, d a ß e s w i r k l i c h s o s e i n w i r d - so muß doch das Evangelium mit aller Kraft verkündigt werden. So wirksam als nur möglich.
Man sollte sich den Erfolg recht lebhaft vor Augen führen. Stellen wir uns vor, Daß es durch Gottes Langmut oder scheinbaren Verzug möglich wird, alle Gutgesinnten aller Nationen für Jehova und sein Reich zu gewinnen, so Daß sie alle in seiner Organisation versammelt sind. Wäre dieses Ergebnis, so wurden wir gefragt, nicht noch zehn oder zwanzig Jahre tüchtiger Arbeit wert?
Dauert es jemand zu lange, dann sei daran erinnert, Daß Zeit niemals lang wird, wenn man alle Hände voll zu tun hat. Haben wir etwa nichts mehr zu tun?
Die Theokratie ist etwas so Wunderbares, Daß man leicht ein ganzes Leben lang darauf warten kann.
Bist du im Königreichsdienst vielleicht über deine Kräfte gegangen, weil du die Zeitspanne zu kurz eingeschätzt hast? Dann sei dein Trost, Daß, wenn auch deine Kräfte dahin sein mögen, dein Lohn doch nicht dahin ist." -
War das nicht am Ende gar noch eine Verhöhnung derer, die 1945 am Ende waren und als erneut "vergangene Generation" betrogen ins Grab sanken? Skrupellos schiebt die WTG ihnen in die Schuhe, was doch sie selbst bestimmt hatte, nämlich die Zeitspanne, damals bis 1945. Kein Zeuge Jehovas hat je selbst "die Zeitspanne" der WTG-Endzeit "eingeschätzt", das hat die WTG Termin für Termin doch stets selbst gemacht!
Was für eine Verhöhnung, was für ein Verrat an denen, die ihr damals geglaubt hatten und dann "vergehen" mußten! Die noch konnten, wurden mit zehn oder zwanzig Jahren "Verzug" weiter hingehalten. Auch sie wurden damals gemaßregelt und angeherrscht, zu arbeiten, "tüchtig zu arbeiten"! Zeit werde niemals lang, wenn man alle Hände voll zu tun habe! Was für eine kaltblütige Antreiberei, die einfachen Verkündiger an die Arbeit zu schicken! Damit keiner Zeit findet, über die WTG nachzudenken!
Ist das heute 1977, dreißig Jahre
später, etwa anders? Maßregelt die WTG nicht genauso, wenn sie alle im Jahrestext 1977
anherrscht: "Ihr bedürfet des Ausharrens . . ."? Sie war es doch, die
1975 gepredigt hatte, wie damals 1945! Wieder maßregelt sie die Opfer, die ihr doch bloß
geglaubt hatten! Nur die Worte sind etwas "süßer" geworden, geschah es damals
mit "tüchtiger Arbeit", so heute mit "freudiger Arbeit", um die
Herzen der Arglosen zu verführen. Rö. 16.-18. -
K. 0.
WOHIN ANGESICHTS DER ENDZEITLICHEN WTG-UNGLAUBWÜRDIGKEIT HIER UND
HEUTE GEHEN?
Die gegenwärtige Lage und die Schlußfolgerungen daraus für die Aufseher und Ältesten
Wohin die WTG jetzt führt, ist nunmehr klar
Liebe Brüder.
Ihr habt III/77 zur Hand, worin es heißt: "
nur
ein Ziel, die Fortsetzung der Verkündigung." Ihr habt IV/77 zur Hand, worin es
heißt: ". . . . das Werk sich weiterhin unaufhaltsam ausbreitet". Ihr habt
VI/77 zur Hand, worin es heißt: "Wie das Jahrbuch 1977 zeigt, geht das Zeugniswerk
überall auf der Erde weiter. "Welche Schlußfolgerung sollten wir daraus ziehen?
Einzig und allein die, Daß das Predigt- und Lehrwerk noch fortgesetzt werden muß
Wieviel Zeit uns noch vor der 'großen Drangsal' verbleibt. . . kann niemand von uns
sagen." Ihr habt das Programm der Theokratischen Schule 1977 zur Hand, in dem die WTG
alles schon wieder bis 27. März 1978 festgelegt hat. Und ihr habt den WT 6/77, S. 176 zur
Hand, worin es mit Bezug auf die "ganz kleine Weile" des "Verzuges"
nach 1975 heißt: "Was für den ewigen Gott 'eine ganz kleine Weile' ist, könnte
für uns
eine sehr lange Zeit sein." Und S. 209: "Selbst wenn das Warten
. . . länger dauert, als man dachte
Niemand sollte sich durch den Gedanken
einlullen, es werde endlos hinausgeschoben."
Doch was habt ihr 1968 den Versammlungen und aller Welt predigen und lehren müssen? Dieses: "Zählen wir vom Herbst 1967 acht Jahre vorwärts, so kommen wir zum Herbst 1975, zum Ende der 6000 Jahre des siebenten Tages oder der Ruhetage Gottes . . . Einige Angehörige der Generation, die den Anfang der Zeit des Endes im Jahre 1914 bewußt miterlebte, werden noch leben, und Zeugen des Endes dieses gegenwärtigen bösen Systems der Dinge in der Schlacht von Harmagedon sein Es dauert höchstens noch ein paar Jahre." (WT 1. August 1968, Nr. 15, S. 463 ff)
Die paar Jahre sind längst vorbei. Was nun? Ihr wurdet mißbraucht, euch selbst, die Versammlungen und die Weltöffentlichkeit zu betrügen und irrezuführen! Habt ihr die Verkündigung von 1968 wirklich schon vergessen? Die WTG ist also nach 5. Mose 18.-20-22 ganz klar ein überführter falscher Prophet. Noch den Worten Jesu, den Balken zuerst aus dem eigenen Auge zu ziehen, gilt diese Schriftstelle auch für die WTG. Angesichts dessen und der Tragweite der Irreführung mit 1975 dürftet ihr eigentlich nicht einen einzigen Tag länger diesem falschen Propheten folgen. Nicht wahr?
Denn die WTG will jetzt, wie ihre 1977-Äußerungen beweisen, wieder in die nächste Generation. Das hat mit einer Erfüllung von Matth. 24:34, "Diese Generation . . ." nicht das geringste mehr zu tun. Wenn wir zurückschauen auf die 100jährige WTG-Endzeitverkündigung insgesamt, gar auf das erste Endzeitdatum von 1799, dann hat diese Verkündigung nie etwas mit Matth. 24:34 zu tun gehabt. Es wurde in jedem Fall fälschlich zitiert. Wir mögen die Augen hiervor verschließen, es bleibt Tatsache.
Wie wollt ihr es verantworten, die alten Brüder und Schwestern der 1914-Generation hinzuhalten und vielleicht zu trösten, bis ihr ihre Grabpredigt haltet, die Jungen und Neuen aber, die leider zumeist keine Übersicht über das bisherige WT-Werk haben, wieder auf "eine sehr lange Zeit" in die unglaubwürdige WTG-Endzeit zu schicken? Diese Frage wird euch vorgelegt werden, sie wird euch verfolgen auf Schritt und Tritt.
Den rechten christlichen Weg in unserer "die Menschen betreffenden
Ordnung" (1. Petr. 2:13) finden
Die WTG hat euch durch ihre falsche endzeitliche
"Königreichs"-Deutung im Hinblick auf eine "Neue Welt Gesellschaft"
oder "Theokratische Ordnung", die mit der "Organisation" schon
begonnen habe, in Widerspruch und Feindschaft zu unserer "die Menschen betreffende
Ordnung" geführt. Nicht nur das.
Sie hat sich vermessen, mit einer euch hinreichend bekannten und dokumentierten antikommunistischen Ausrichtung dieser falschen endzeitlichen Orientierung in schriftwidrige Konfrontation zur gesamten sozialistischen "die Menschen betreffenden Ordnung" insbesondere zu führen. Als Aufseher und Älteste seid ihr um der zu führenden "Herde" willen verpflichtet, dies zu sehen und zu ermessen. Die auf der Hand liegende Weiterverschiebung der sog. Endzeit, was die WTG jetzt vorhat, wie ihre 1977-Äußerungen beweisen, und was ihr jetzt durchführen sollt, was doch ein noch nie dagewesener Endzeitbetrug ist, sollte das nicht alle Aufrichtigen von den Stühlen hochreißen? Die Zeit ist endgültig herbeigekommen, Daß ihr mit eurer Beteiligung an diesem Betrug Schluß macht und die Brüder und Schwestern wie auch die Öffentlichkeit nicht langer unter eine falsche Endzeitfahne predigt.
Die falsche endzeitliche irdische "Königreichs"-Deutung der WTG mit Bezug auf die "Organisation", die alle zu Feinden der "die Menschen betreffende Ordnung" macht, muß allen erklärt und über Bord geworfen werden! Das macht eine Befreiung von der WTG-Bevormundung unvermeidlich. Die WTG oder das unverfälschte Wort Gottes, so allein steht die Frage! Erst wenn ihr diese falsche "Königreichs"-Deutung, wonach dieses "Königreich" seit 1914 in Form der "Organisation" auch irdisch schon über "Untertanen regiere", was in Feindschaft zur "die Menschen betreffende Ordnung" führen muß, erst wenn ihr diese obrigkeitsfeindlichen Irrlehren über Bord geworfen habt, gibt es einen Ausweg. Es ist ganz klar, Daß ihr damit offen das sog. endzeitliche Selbstverständnis der WTG infrage stellen müßt. Die Verschiebung in die nächste Generation, zu der sie euch jetzt wieder mißbrauchen will, sollte für alle das Maß vollmachen. Die bisherige haltlose Enzeitverkündigung legt jedem die Pflicht auf, alles zu tun, in seinem Verantwortungsbereich den rechten schriftgemäßen Ausweg aus diesem religiös-politischen Wirrwarr der WTG zu suchen und durchzusetzen.
Der Aufbruch aus WTG-Bevormundung hat
schon begonnen
Der Aufbruch aus WTG-Bevormundung hat schon begonnen. Schon
immer hat es verantwortungsbewußte Brüder und Schwestern gegeben, die die WTG mit der
Zeit durchschauten und sich nicht länger von ihr in Mißbrauch der Schrift bevormunden
ließen. Zahllose frühere falsche WTG-Prophezeiungen wie falsche Weltenden,
widerspruchsvolle Bibeldeutungen oder schriftwidrige WTG-Machtansprüche - man
denke nur an die Vertreibung und Verfolgung der Ältesten Anfang
der 30er Jahre - offenbarten schon früher die ganze Haltlosigkeit und Unglaubwürdigkeit
dieser durch eine Generation nach der anderen verschobenen Endzeit. So kam es zu allen
Zeiten zur Befreiung aus der WTG-Vormundschaft und Bildung freier christlicher Gemeinden.
Sie sind das Vorbild dafür, Daß dies möglich ist. Sie geben mit ihrer Existenz Antwort
auf die Frage, die euch die WTG herausfordernd stellt, "Wohin wollt ihr gehen?"
um euch zu halten trotz ihrer Unglaubwürdigkeit. Unausgesprochen sollt ihr sie gleichsam
als das "kleinere Übel" hinnehmen, "draußen" sei doch völlige
Finsternis. Nur mit ihr, bei ihr und durch sie komme man zu Gott, nur mit ihr und bei ihr
sei Christus. Die Haltlosigkeit ihrer schon über 100 Jahre währenden
Endzeitverkündigung laufend voller falscher Prophezeiungen was ihre
"Erfüllungen" betrifft sowie die Herausbildung der freien christlichen
Gemeinden und ihr lebendiger Glaube beweisen, Daß es nicht so ist. Im Laufe der Jahre
entstanden so in unserem Lande der Bund freier Christengemeinden, jetzt vertreten durch
Br. Kurt Thomas, Dresden, oder die Gemeinde freier Christen, vertreten durch Br. Heinz
Bolze, Leipzig, oder die Vereinigung freiststehender Christen, vertreten durch Br.
Martin Domschke, Dresden. Wie dieser Aufbruch in christliche Freiheit jetzt weitergeht,
zeigt u. a. die Entstehung der freien Christengemeinde Jarmen, Mecklenburg, mit dem
ehemaligen WTG-Kreisaufseher Br. Walter Warnke. Es gibt zu diesem Weg in die christliche
Freiheit keine Alternative. Alle Versuche, alle Ansätze, die WTG zur Einsicht zu bringen,
schlägt sie überheblich als "allein in der Wahrheit" zu Boden.
Alle Verantwortlichen müssen sich darauf vorbereiten, angesichts der
Schuld vor Gott und den Menschen, die die haltlose WTG-Endzeitverkündigung bedeutet, in
der Kraft ihres aufrichtigen Glaubens die "Schafe" des "guten Hirten"
aus dem Glaubensmißbrauch unter der falschen Endzeitfahne herauszuführen in wirkliche
christliche Mündigkeit und Freiheit.
Jedes Mitmachen an der Weiterverschiebung der Endzeit ist unverantwortlich.
F. F.
WAS BEDEUTET DER TOD DES WTG-PRÄSIDENTEN
NATHAN HOMER KNORR?
Wollte N. H. Knorr vor seinem Tode die Wahrheit über die
Wachtturm-Gesellschaft sagen?
Liebe Leser
Es liegen letzte Berichte über das offensichtlich letzte
öffentliche Auftreten. von N. H Knorr als WTG-Präsident am 1. Oktober 1976 vor der
WTG-Mitgliederversammmlung in Pittsburg, USA vor. Danach habe er sich in einer
verzweifelten Situation befunden, so daß er in Tränen ausbrach. Er habe ein Manuskript
vortragen wollen, eine Rede, die zuvor niemand gekannt habe, die die Wahrheit über die
Organisation enthalten habe. Auf den Eingriff von WTG-Direktor Milton G. Henschel hin sei
es zur Unterbrechung des Auftretens von N. H. Knorr gekommen, den zwei andere dann in ein
Nebenzimmer geführt hätten. Es liegen bisher keine weiteren Bestätigungen dieses
Vorganges vor. Des weiteren sollen die beiden gegensätzlichen Gruppen, die sich im WTG-Hauptbüro
entwickeln, einerseits von den WTG-Direktoren Milton G. Henschel und Victor Raimond und
andererseits von Grant Suiter und F. W. Franz angeführt werden.
Wir wissen aus den Jahren 1914/18, als die WTG am Ende einer "Generation", der sie auch 40 Jahre lang zuvor das Weltende gepredigt hatte, das dann natürlich nicht kam, wie kurz danach dramatische Auseinandersetzungen und Spaltungen des Werkes eintraten. Eine biblische Generation währt etwa 30 Jahre. Die jetzigen Jahre nach dem erneuten falschen WTG-Weltende von 1975 markieren nicht nur, Daß inzwischen wieder zwei "Generationen" vergangen sind, dieweil es immer nur "diese Generation", also eine einzige dauern sollte. Diese Jahre noch 1975, in denen wir jetzt leben, markieren möglicherweise den Schluß und Untergang des gesamten WTG-Werkes in der bisherigen Form und endzeitlichen Orientierung, das inzwischen seit 1874 über hundert Jahre lang, über drei Generationen, dauert Die Verantwortlichen im WTG-Hauptbüro überschauen das doch auch. Ihr Vorgehen gegen Kritik und Abfall seit 1975 veranschaulicht das nur zu deutlich.
N. H. Knorr wurde 72 Jahre alt. Er lebte etwa zwei Generationen lang. Auf jeden Fall ist er bei genauerem Hinsehen schon Angehöriger der zweiten Generation nach 1914. Nun ist auch er tot. Kam auch für ihn angesichts seines Todes die "Stunde der Wahrheit"? Wie hat er doch blutjung damals noch 1918 die WTG-Prophezeiung "Millionen jetzt lebender Menschen werden niemals sterben!" mitverkündigt! Wo sind diese Millionen heute? Der Jahresbericht der WTG 1977 gab für 1976, zwei Generationen danach, noch 10 187 Überrestglieder an. Ein Rest von diesen vielleicht ist es bloß noch, die von den "Millionen" übrig sind heute. Und in Kürze werden auch sie "vergangen" sein!
N. H. Knorr war in seiner Stellung als Präsident der WTG und Zeugen Jehovas gleichsam der Haupt- und Kronzeuge jener 1914-Generation von der er noch 1968 weltweit anordnete, im Namen Jehovas als göttliche Wahrheit zu verkündigen: "Zählen wir vom Herbst 1967 acht Jahre vorwärts; so kommen wir zum Herbst 1975, zum Ende der 6 000 Jahre des siebenten Tages oder des Ruhetages Gottes. Einige Angehörige der Generation, die den Anfang der Zeit des Endes im Jahre 1914 bewußt miterlebte (wozu auch N. H. Knorr gehörte, Anm.) werden noch leben und Zeugen des Endes dieses gegenwärtigen bösen Systems der Dinge in der Schlacht von Harmagedon sein. Es dauert höchstens noch ein paar Jahre." (WT 1. Aug. 1968, S. 463 ff dt. Nr. 15). Die "paar Jahre" sind seither inzwischen mehrmals vorüber! Und aus den "Millionen jetzt lebender Menschen" von 1918/20, was wurde aus ihnen? Lediglich "einige Angehörige" jener Generation sind es nun noch! Wollte N. H. Knorr nicht mit diesem Millionen-Schwindel auf dem Gewissen sterben? In der Tat ist die Verantwortung ungeheuerlich, der Menschheit falsche Weltenden zu verkündigen! Wollte er diese Schuld angesichts seines sicheren Todes bekennen? Wir wissen dies noch nicht mit Gewißheit. Vielleicht. Es gibt eine Reue auf dem Sterbebett.
Ja, N. H. Knorr ist in seiner Eigenschaft als Präsident der WTG und Zeugen Jehovas der Haupt- und Kronzeuge jener durch die haltlose WTG-Endzeit seit 1914/18 betrogenen Generation. Sein Tod ist das sichere Zeichen auch ihres "Vergehens", ihres Dahinsterbens, womit diese Endzeitverkündigung noch inzwischen über 100 Jahren Dauer endgültig als verfehlt sinnlos, haltlos und unglaubwürdig erwiesen ist. Sie ist als eine gigantische Täuschung und Irreführung der Menschen überführt. Keine Religionsgemeinschaft der Neuzeit hat sich bisher mit einer derartigen Schuld beladen. Ist N. H. Knorr, im Angesicht seines eigenen Todes und "Vergehens" unter der Last dieser Schuld zusammengebrochen? Es könnte sein.
Der Tod von WTG-Präsident N. H. Knorr ist
ein ein Signal für alle, nunmehr entschlossen aufzubrechen aus einer unglaubwürdigen
Weltendeorientierung in ein vor Gott und den Menschen freies und verantwortungsbewußtes
christliches Leben.
Vergewissert euch über alle Dinge
haltet fest an dem, was recht ist.
1. Thess. 5:21
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"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der
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