Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 84
Die Fluktuation bei den Zeugen Jehovas einschätzend, fragt diese CV-Ausgabe in ihrem Leitartikel: "Wo ist eine Religionsgemeinschaft, die einen solchen laufenden Aderlaß aufweist?"
Bereits seit geraumer Zeit verwies die CV in ihren Ausgaben auch auf die Zusammenkünfte "freier Gemeinden", die historisch gesehen aus der Bibelforscherbewegung entstanden sind. Sie hatten keinen "leichten" Start. Erst spät, zu spät, entschloss sich der DDR-Staat sie im Hinblick auf die unbotmäßigen Zeugen Jehovas auch zu dulden. In dieser Ausgabe nun, referiert der CV-Mitarbeiter Pape über drei solcher Gemeinden, die sich in Leipzig befanden. Nebulos wurden immer die betreffenden Zusammenkunftsorte als "Raumgemeinschaft" umschrieben. Im Falle Leipzig beschreibt Pape diese "Raumgemeinschaft" näher. Es war das Gastrecht das seitens der katholischen, der evangelisch-methodistischen Kirche und einer dritten religiösen Gruppe, gewährt wurde. Diese dritte Gruppe (im Falle Maurice Thorez-Str.) nennt Pape bemerkenswerterweise nicht beim Namen. Man darf spekulieren: Adventisten oder Mormonen?
Bemerkenswert in diesem Bericht auch, der Hinweis auf eine 90-jährige Besucherin einer solchen Versammlung. Damit ist schon einiges über deren "Ausstrahlungskraft" ausgesagt!

CV Christliche Verantwortung

Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
- 1. Thess. 4:12, 1. Kor. 14:20 -
Begründet 1959 von Willy Müller, GD, Gera/Thür., DDR

DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT
ist freie, christlich und menschlich verantwortungsbewußte Information zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas und ihrer Leitenden Körperschaft, der Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft, (WTG) und WTG-bedingten Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung. Die Vielseitigkeit der Darlegungen in CV widerspiegelt diese Situation und weist Wege zu ihrer Lösung. -
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.

Nr. 84 Gera Juli 1976

SEIT 1966 DER FALSCHE ENDTERMIN 1975 VERKÜNDIGT WIRD,
HABEN ETWA 500 000 DAS WT-WERK WIEDER VERLASSEN!
Liebe Leser
"Keuchend", wie der WT selbst zitiert (1. 8. 75, S. 476), wird das als endzeitlich ausgegebene WT-Werk von einer Generation zur anderen mit einem bisher nicht gekannten "Menschenverschleiß" vorangetrieben! Sich an die Brust schlagend und von den eigenen endzeitlichen Haltlosigkeiten ablenkend, weist die WTG immer wieder mit dem Finger auf andere Kirchen und Kirchenaustritte hin als angeblichen Beweis gegen sie. Dabei vollzieht sich in den Reihen der Zeugen Jehovas, des WT-Werkes, ein Vorgang des Abfalls, des Austritts, des Hinwegwendens in einem Ausmaß, wie es wohl von keiner Religionsgemeinschaft bekannt ist! Man kann sagen, daß nach der bisherigen Übersicht binnen einer Generation von etwa 30 Jahren bis auf wenige Überlebende sich die gesamte "Anhängerschaft" auswechselt! Die wenigen Unverdrossenen werden gelegentlich im WT durch unbekannte oder bekannte Namen mit persönlichen Berichten, "Von Ernst Seliger erzählt" oder anderen, sichtbar. Das ist aber sehr täuschend. In Wirklichkeit wälzt sich das WT-Werk dahin wie ein Körper, der seine alten Glieder, die die Dinge durchschaut haben und desillusioniert sind, abstößt, und der neue, unverbrauchte, noch unkritische, die alles glauben, die noch keine Übersicht haben, heranzieht, um auch sie am Ende zu "verschleißen". Laßt uns die Tatsachen über den Zeitraum der letzten Generation, der jetzt gepredigt wird, sehen, den Zeitraum etwa von 1945/46 - eine Generation - bis heute.

Man muß die Fakten zusammentragen. Der WT veröffentlicht wohlweislich keine solchen Übersichten! Denn im Nu würden sich alle an den Kopf fassen und fragen, was da los ist.

Für die Zeit von 1947 bis 1973 wird im Jahrbuch 1974, S. 254 ein "Austritt" von über 300 000 zugegeben.
Im WT vom 1. 12. 69, S. 725, wird für den Zeitraum von 1949 bis 1968 ein "Austritt" von rund 200 000 zugegeben.
Die Ermittlung des "Austritts" für den Zeitraum von 1961 bis 1973 aus der Differenz der Zahl der Getauften und der Gesamtzahl der Verkündiger (laut Jahresberichten) beträgt rund 390 000.

Die "Austritte" für den Zeitraum von 1966 bis 1975, also den bisherigen Zeitraum der Verkündigung des falschen Termins von 1975, betragen nach einem Vergleich der Gesamtverkündigerzahl von 1966, der Gesamtverkündigerzahl von 1975 und den jährlichen Zahlen der Getauften für diesen Zeitraum sage und schreibe rund 500 000!

Wo ist eine Religionsgemeinschaft, die einen solchen laufenden Aderlaß aufweist?
Was muß man daraus für Schlußfolgerungen ziehen? Was muß man dazu sagen? Was ist das WT-Werk für ein gigantischer Einfang- und Ausstoß-Apparat in der Szene der Religionsgemeinschaften? Was für ein einmaliges Auffangbecken und Desillusionierungswerk? Von der Verantwortung derer, die dieses Werk von Generation zu Generation weiterführen, überhaupt nicht zu sprechen! Gleicht das doch fast einer "Menschenmühle", die eine Generation Gutgläubiger nach der anderen verschlingt, insgesamt schon von den 1870er Jahren an, über 100 Jahre lang schon! Das hat doch mit Christi Worten von "dieser Generation" überhaupt nichts mehr zu tun! Vom ersten WT-Termin des Beginns der "Zeit des Ende" im Jahre 1799 ganz zu schweigen! Das ist ja noch schlimmer!

Wir fragen die Verantwortlichen in den WTG-Büros: Wieviele Bankrott-Termine wie 1799, 1874, 1914, 1925 oder 1975 müssen noch auf euer Haupt zurückschlagen? Wenn ihr ehrlich seid, müßt ihr dann nicht euren Endzeitbankrott erklären? Wieviele Hunderttausende, ja Millionen Gutgläubiger und zunächst Gutwilliger wollt ihr noch "verschleißen"? Wir wissen, weil wir es zu oft erfahren haben, e u r e Reaktion ist klar! Bis auf die Ehrlichen, die eure Büros verlassen, unter irgendwelchen Vorwänden vielleicht, um euren Sanktionen zu entgehen, bis auf diese Ehrlichen, i h r werdet mit noch größerer Unbarmherzigkeit und Gnadenlosigkeit gegen die vorgehen, die euch diese Fragen stellen! I h r könnt nicht anders, als ein Hasardeur immer weiterzuspielen, eine Generation Gutgläubiger, die keine Übersicht haben, nach der anderen einzufangen, es sei denn, ihr würdet tatsächlich euren Endzeitbankrott erklären Der für jeden Aufrichtigen sichtbar längst überfällig ist! Doch i h r werdet "weitermarschieren", was auch um euch herum "in Scherben fällt"! Das ist u n s auch klar! Mögen 300 000, 400 000 oder gar 500 000 auf der Strecke bleiben!

Schon wenn es nur um irgendwelche Sachwerte ginge, wäre das schlimm. Aber es geht um Menschen, um Menschen von anfangs nicht nur guten, sondern sehr guten Willens und Glaubens! Um Menschen, die wie die "Geringsten der Brüder Christi" sind, um "lebendige Briefe", die am Ende zerrissen und weggeworfen werden! Das ist das empörende! Die Organisation ist wie ein Moloch geworden, in der der einzelne Mensch nichts mehr gilt, wenn es um die Ziele geht, die die WTG verfolgt. Deutlich drohte der WT allen: "Vergessen wir auch nicht, daß sich Jehovas Organisation nicht ändern kann, um sich einzelnen Personen anzupassen"! (WT 1. Okt. 1974, S. 605, Abs. 26 dt.) Nicht von ungefähr wurde dies kurz vor 1975 gesagt! Was ist das für eine Organisation? Rund 500 000 wurden bereits im Vorfeld von 1975 abgestoßen. Wieviele werden es sein, wenn die kurze Zeit noch 1975, an die sich viele noch klammern, ein, zwei oder drei Jahre vielleicht, auch vergangen sein wird, ohne daß es sich "erfüllt" hat? Wer wird dann noch mit der WTG "weiterkeuchen"?

Es gilt zu erkennen, daß mit dem erneuten falschen Endzeittermin von 1975, der Höhepunkt einer haltlosen Datenkette, beginnend mit 1799, die Endzeitvorstellungen endgültig bankrott sind. Die WTG ist dabei, das erneut zu verdrängen, jetzt vorrangig damit, den Blick aller auf die Festigung und Erhaltung der Organisation zu richten, fast, als ob sie Sinn, Zweck, Wesen und Ziel alles Wirkens sei. Der Begriff "geistiges Paradies" ist nicht zuletzt aus diesem Grund jetzt im Spiel! Aber die Endzeitverkündigung von 1975 war nicht eine verzeihliche Fehlleistung der Organisation, die über allem stehe! Die Organisation wurde um der angeblich gekommenen Endzeit gegründet und verliert mit dieser Endzeit ihren Sinn und Zweck! So herum ist es richtig! Auch nicht ohne Berechnung hat der WT für diese kritische Zeit der Organisation den Begriff des "Keuchens" aus Habakuk herausgesucht. Stelle dir vor, wie es ist, wenn du dabei bist, irgendeiner Sache nachzukeuchen. Du kommst in diesem Zustand überhaupt nicht dazu, dich zu besinnen und kritisch selbst zu fragen, ob du nicht vielleicht einer Illusion nachjagst, nachkeuchst, wie es die "irdische" Ausrichtung und WT-Endzeit tatsächlich ist. Sprich doch mal einen Sportler an, der die letzten Meter vor der Ziellinie keucht, die immer ein Stück weitergerückt wird! Wie jetzt wieder das 1975-Ziel! Im Vorfeld dieses Zieles waren es bisher rund 500 000, die dabei auf der Strecke geblieben sind.

Möchte auch diese CV-Ausgabe Anregung und Anstoß sein, innezuhalten, um nicht unter den Hunderttausenden zu sein, die mit Sicherheit nach 1975 folgen werden. Denn es ist schwer, sich noch einem solchen Zusammenbruch wieder zurechtzufinden. Denn die WTG hat zuviel zerstört. Je eher man also innehält, desto besser und leichter wird es sein. Die Zeit i s t herbeigekommen!
Vergewissert euch über alle Dinge haltet fest an dem, was recht ist
1. Thess. 5:21 NW
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IN DIESER AUSGABE
Die Endzeitvorstellungen sind unhaltbar. Ziehe die Konsequenzen. - Jehovas Zeugen auf einem unmöglichen Weg. Der Mensch lebt zuerst "vom Brot". - Zusammenkünfte freier Christengemeinden in Leipzig. - Dienst am Wort.
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DIE ENDZEITVORSTELLUNGEN SIND UNHALTBAR
Ziehe die Konsequenzen
In diesem Artikel wollen wir verschiedene Ergebnisse und Bemühungen geistiger Gesinnung des Nachdenkens und Forschens vorstellen. Zwei Brüder schrieben, mit anderen wurde ein mehrstündiges, sehr in die Tiefe gehendes Gespräch geführt. Sie gestatteten, dieses Gespräch in seinen wichtigsten Fakten und Zusammenhängen in einem CV-Artikel zu verwerten und darzustellen. Wir sind dem Herrn dankbar, so haben es die Brüder ausgedrückt, daß er offensichtlich dieses Gespräch segnen wolle, sonst wäre es nicht zu dieser Begegnung gekommen.

Zuschrift:
"Seit Jahren erhalte ich von Ihrem Verlag die Zeitschrift Christliche Verantwortung. Auf Grund dieser Tatsache habe ich Überlegungen angestellt, wie weit Ihr Verlag oder wie weit die WT-Gesellschaft sich irren, und was davon wahr ist. Sind es doch unvollkommene Menschen, die diese Schriften schreiben…" R. A. R.

Zuschrift:
"Seit dem Jahr 1969 haben Sie mir mehrere Exermplare ihrer Monatszeitschrift zugesandt, in der Sie zu Mitverantwortung und Mitarbeit auffordern. Ich bitte Sie daher, folgendes zur Kenntnis nehmen zu wollen: . . . Ihre Zeitschrift hat bei mir ihren Zweck verfehlt "
A. M., KM Stadt.

Die heutigen Erdbeben beweisen gar nichts
"Zunächst ein Zitat aus einem Buch des amerikanischen Prof. Ferd. Lundberg, "Die Reichen und die Superreichen": "In den USA fanden in diesem Jahrhundert (bis einschl. 1966) bisher 750 000 Menschen einen gewaltsamen Tod durch Schußwaffenmißbrauch." Der Wachtturm hat unseres Wissens diese Tatsache der Gewalt in den USA noch nicht behandelt. Vielleicht könnt Ihr da nachkommen.

750 000 Tote durch Mißbrauch von Schußwaffen in den USA, das ist nach unserer Erinnerung ein Vorgang, der einzig und einmalig dasteht, den kein anderes Land der Erde zu verzeichnen hat. Das ist auch eine Zahl, die etwa der Zahl der Toten durch Erdbebeneinwirkung entspricht, wie dies im WT des öfteren behandelt wurde. Aber ist die ganze Welt nach den Zuständen in den USA zu beurteilen?"

Es ist völlig unverständlich, wie der Wachtturm entgegen jeder Glaubwürdigkeit vor Gott und Menschen schreiben kann: "Man stelle sich vor: Allein seit 1968 (in 6 Jahren) fanden über 100 000 Menschen durch große Erdbeben Tod." Und weiter: "Das ist ein gewaltiger Anstieg gegenüber dem, was in den vergangenen Jahrhunderten geschah." (WT 1974 S .440). Tatsache ist, vor 1914, von 1905 bis 1908, in 4 Jahren also, starben mehr als 140 000 Menschen durch Erdbebeneinwirkung!

Im WT 1974, S. 265, wird ein Schaubild abgedruckt: Jährliche Erdbebenopfer vor 1914 - 3000 Tote, noch 1914 15 000 Tote. An diesem Bild stimmt so gut wie alles nicht, kein Wort dieser Auslegung ist verläßlich. Daran ändert auch nichts, wenn sich der WT auf Christus und die Bibel beruft. Einfache Überlegungen und schon ein nur gewisses Maß an Kenntnissen eröffnen uns einen ganz anderen Durchblick. Wir können von einer sicheren Vorstellung ausgehen. Um 974 lebten durchschnittlich pro km2 nur zwei Menschen. Hingegen lebten 1974 durchschnittlich 30 Menschen pro km2. In 1000 Jahren wuchs die Weltbevölkerung von ca. 275 Mill. auf ca. 3 575 Mill. Menschen im Jahre 1974! Gemessen an diesen Bedingungen starben vor 1914 mehr Menschen durch Erdbeben als heute, wie zerstörerisch die Erdbeben auch gewesen sein mögen. Die Todesrate erhöhte sich von 3 000 auf 15 000 Personen pro Jahr. Das ist eine Steigerung um 500 Prozent in 1000 Jahren. Aber die Weltbevölkerung wuchs im gleichen Zeitraum um 1300 Prozent! Bei 3 000 Jahrestoten durch Erdbeben starben 11 Menschen pro 100 000 Einwohner. In unserer Zeit (ab 1914) sterben 4 Menschen durch Erdbeben pro 100 000 Einwohner! Bei einem Gleichstand der Entwicklung, das heißt, wenn auch heute 11 Menschen pro 100 000 Einwohner durch Erdbeben umkommen würden, dann hätten wir heute 39 000 Jahrestote durch Erdbeben zu verzeichnen, was aber laut WT nicht zutrifft, wie jeder gesehen hat!

Warum setzt unsere Gesellschaft (die WTG, Anm.) solche Zahlenspekulationen in die Welt, die jeder Wahrhaftigkeit hohnsprechen? Sie werden gedruckt, jeder kann sie wohlfeil lesen. Haben wir das nötig, denn wir müssen ja die Unglaubwürdigkeit der Gesellschaft ausbaden, indem wir sie von Haus zu Haus tragen. Es ist so schwer, daran zu glauben, daß Bruder Knorr und Franz so etwas tun oder billigen könnten. Aber es geschieht! Und andere halten es uns vor! Als Spottgeburten einer verlogenen Einbildung. Oder als Dreck, den wir selbst aufwirbeln und der "bösen Welt" in die Finger stopfen, auf daß sie sich bediene. Oder als Blütenlese unverdauter Zahlen, die der WT selbst nicht versteht. Oder als schlichtweg Lügen, hausgemacht, die nur für uns bestimmt sind, als Salz in der Suppe unsere Einfältigkeit! Was aber viel erheblicher ist, wir stören damit unser Verhältnis zu Gott, verunglimpfen seinen Namen, ja wir dulden und häufen Schmähliches. Wie können wir Gott mit solchen Spekulationen in Verbindung bringen? Aber - wer der Gesellschaft nicht folgt wie ein Hund, den holt "Gerda"! Wie tief müssen wir noch fallen, da wir uns nicht schämen, anderen, die uns das mit unseren eigenen Schriften verhalten, zu erklären, "das hat der WT nicht geschrieben, das ist eine Fälschung!"

Wie andere Christen "schrumpfen", siehe aber Luk. 6:42!
Wie häßlich und pharisäisch, ein besseres Wort fällt uns nicht ein, ziehen wir über die anderen her, statt vor der eigenen Tür zu kehren. Erwachet 19/70, S. 30 schreibt:
"Die rund 1,5 Millionen Mitglieder zählende Westberliner evangelische Kirche verlor allein im Jahre 1969 16 000 Mitglieder. Damit hat sich die Zahl der Kirchenaustritte gegenüber dem Jahre 1967 v e r d r e i f a c h t."
Wenn wir uns nun mitteilen, daß unsere eigenen Verluste um 400 Prozent größer sind, als die der Westberliner evangelischen Kirche, was dann? Werden wir dann den Finger recken und auf uns selbst zeigen?

Es ist nur eitel Zahlengaukel, ein Kult eigener Art, da wir nicht merken (vielleicht auch nicht wollen), was wir vorgestern grad gelesen haben. Wir sollten allemal den Schmähfinger unterlassen. Ein Ätsch könnte wirklich nur höchst befremdlich wirken, niemals als Zeugnis für Christus, wenn wir die Splitter anderer hämisch sortieren, den eigenen Balken jedoch tunlichst übersehen.

Von 1962 bis 1966 verloren wir pro Jahr 20 000 Verkündiger. Pro 100 000 Verkündiger haben wir demnach Verluste von 2 300 Verkündigern (bis 2000/1966) hinnehmen müssen. Die Verluste der zitierten Kirche hingegen betrugen nur 1050 Personen pro 100 000 ihrer Mitglieder. (Die Basiszahlen dafür stehen im WT 11/67, S. 342). Demnach hat besagte Kirche 1967 ca. 5350 Mitglieder verloren. Wir dagegen hatten Verluste von mehr als 400 Prozent dessen zu verzeichnen! Wir verloren 2,5 Prozent unserer gesamten Verkündiger, die besagte Kirche nur 0,3 Prozent ihrer Mitglieder in Westberlin! Der kirchliche Splitter beträgt somit 0,3 Prozent von ca. 1,5 Mill., unser Balken dagegen ist 2,5 Prozent von 885 000! Aber das sind nur die Zahlen.

Jedoch was sagen sie uns? Unter anderem dies, daß die genannte Kirche als Gegenstand der Ablenkung von unseren eigenen Verlusten dienen soll. Bekümmert uns das wirklich nicht? Um Krisen müsse. wir nicht verlegen sein, wir haben sie vor der eigenen Tür. Mit angelegten Scheuklappen jedoch können wir sie nur wegwünschen, aber niemals beseitigen. Aufsichtführende Brüder stecken lieber den Kopf in den Sand, wenn die eigenen Krisen zur Sprache kommen sollen. 1973 verloren wir - 2 Jahre vor 1975 - volle 7 Prozent unserer gesamten Verkündiger. Im Durchschnitt erzielten wir pro Versammlung 6 Taufen (1973), verloren aber gleichzeitig 4 getaufte Christen (ohne Tote) durch "Gerda" und Ausscheiden der betreffenden Zeugen. Klein und bescheiden, um wieviel krisenfester dagegen steht die "Westberliner evangelische Kirche" mit ihren Christen zum Vergleich. Pro 100 000 Verkündiger verloren wir 7 312 Verkündiger. Nur rechnerisch ausgedrückt sind das Verluste, die 700 Prozent größer sind als die der Kirche! So kann man nicht nur rechnen, um Zahlen zu vergleichen. So müssen wir rechnen, wenn vor Gott einzig die Wahrheit triumphieren soll und nicht Selbstbetrug und Zahlengaukel, blauer Dunst an Stelle von Wahrhaftigkeit, die Gott allein die Ehre zu geben vermag. Bei anderen Krisen und "Erfüllungen" wie sieht es da aus?

Was beweisen diese Krisen-Schilderungen für eine "Generation" und Endzeit?
Studiere, studiere die nachfolgenden "Krisen" und ihre "Erfüllungen". Kannst du unterscheiden, für welche Zeit diese Schilderungen gegeben wurden, ausgesprochen und verkündigt wurden? Du wirst zu umwerfenden Ergebnissen kommen! Die WTG zitierte und schrieb:

"Die große Weltkrisis ist näher, als manche glauben. Warum ist die christliche Welt so bedroht? Ich fürchte, die Zivilisation ist am Zusammenbrechen . . . Es muß zu einem fürchterlichen Ausbruch kommen. Wir stehen vor einer Zeit unerhörter Schrecknisse, wir treiben dem Ende zu." (Disraeli) (A)

"Nichts kann die Inflation aufhalten. Die Inflation hat jetzt den Stand erreicht, an dem sie durch nichts mehr aufgehalten werden kann, die Währungsbasis der Welt vollständig zu zerstören, und das mit Konsequenzen, die zu furchtbar sind, als daß man sie sich vorstellen möchte" (Financial Times) - (B)

"Seine 'großen Männer', seine Bischöfe, seine Doktoren und Professoren der Theologie, die bedeutendsten Geistlichen (des Protestantismus) in den großen Städten führen die anvertrauten Herden zu einem verkappten Unglauben. Sie suchen die Autorität und Inspiration der Bibel zu untergraben und zu zerstören . . .- (A)

"Ernsthafte Zweifel und mangelnder Glaube an die Aktualität des Evangeliums treiben viele Geistliche dazu, sich anderswo zu engagieren. Da sie dem 'Evangelium' oder der ,guten Botschaft' von Gottes Königreich, durch das die Menschheit gesegnet wird, nicht glauben, meinen sie, die Mißstände müßten durch Menschen mit Hilfe der Politik beseitigt werden." (B)

"Wir können uns darüber nicht mehr täuschen. daß wir vor einer drohenden Revolution stehen. Die Menschen scheiden sich mehr und mehr in zwei riesige, feindliche Lager..... welche die Reichen immer reicher, die Armen ärmer macht … dem Armen aber keine Zuflucht in seinem Elend läßt als das Grab" (A)

"Soziale und religiöse Ansichten haben wenig dazu beigetragen, Interesse an den Geringen zu fördern. Die Evolutionstheorie mit ihrer Vorstellung vom 'Überleben der Tüchtigsten' veranlaßt die Menschen zu denken, gewisse Personen müßten als 'Untüchtige' ausgesondert werden . . . Wer oder was ist dafür verantwortlich, daß immer mehr Menschen von der Armut bedroht werden? Die Meinungen darüber reichen von der Ansicht, daß die Armen selbst an ihrer Lage schuld seien, bis zu der Behauptung, sie hätten einfach nicht die Kraft, sich zu ändern. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich dazwischen." (B)

"In London allein leben mehr als 300 000 Menschen am Rande das Abgrunds . . . Eine Stufe tiefer leben 200 000 Menschen, die sich nie satt essen können, und ein Schritt weiter hinab führt uns zu weiteren 300 000, die langsam Hungers sterben, und deren Leben nichts als ein Todeskampf ist." (A) "Bei solchen Ungleichheiten könne die Erde kein 'glückliches Schiff' sein. Statt dessen ist sie zu einem Nährboden für Hunger und Elend, für wirtschaftliches Chaos und politische Unruhen geworden. Werden die Weltführer eine Lösung finden? Einige Sachverständige glauben, es sei bereits zu spät." (B)

"Freiheit ist mehr als ein leeres Wort. Wessen Obdach, Kleidung und täglich Brot vom Willen eines anderen abhängt, ist kein freier Mann, denn die Wahl zwischen Hunger und Unterwerfung unter einen Vertrag ist Sklaverei. Die Theorie, daß Leben, Freiheit und Streben noch Glück unveränderliche Menschenrechte sind, macht niemandes Glück aus. Das Recht auf Freiheit ist eitel Hohn, wenn es nicht mit der Möglichkeit gepaart ist, tatsächlich frei zu sein." (A)

"Jesus Christus sagte voraus, daß es während des Abschlusses des Systems der Dinge neben anderen schwerwiegenden Problemen auch Nahrungsmittelknappheit geben werde. Die Tatsache, daß trotz weltweiter Ernährungsorganisationen . . . derartige Zustände weiter vorherrschen, zeigt deutlich, daß wir heute die Erfüllung dieser Prophezeiung erleben." (B)

Wir haben Geld in Übermaß, Nahrungsmittel in Fülle, Fabriken und Arbeiter sind reich vorhanden, trotzdem verbleibt unsere Zivilisation im Widerspruch mit sich selbst. Die Mehrheit des Volkes muß um das Dasein kämpfen, und ein Teil leb, in verworfener und elender Armut." (A)

"Glaubst du, daß die Weltführer die selbstsüchtige, habgierige menschliche Natur ändern können, die heute überall so offen zutage tritt. Glaubst du, sie könnten das in dem weltweiten Ausmaß tun, in dem es nötig wäre?" (B)

"Allein es wird nicht so sein, dagegen sprechen die Weissagungen und die Zeichen der Zeit, wie wir zur Genüge gesehen haben. Im Gegenteil, die Proteste und Warnungen de., Rechtschaffenen werden von der Welt verächtlich übersehen, und die Völker fahren fort, im Dunkeln zu wandeln, und so geraten alle Grundfesten der 'Erde' (der gegenwärtigen sozialen Ordnung) ins Wanken (Psalm 82:5) und gefährden damit den ganzen gesellschaftlichen Aufbau … (A) "Die eigentliche Ursache der Probleme, die so schwer auf uns lasten, ist in erster Linie im Menschen selbst zu finden und in seiner 'Leidenschaft' und seinen 'Interessen'. Ganz gleich, welche Ausdrücke die Menschen verwenden mögen, dennoch bleibt die Wahrheit der Bibel bestehen, daß der Mensch von Natur aus ein Sünder ist. Was bedeutet jedoch 'Sünde'? Die Menschheit 'verfehlt das Ziel'." (B)

"Die gegenwärtige Gesellschaftsordnung wird nicht wiederhergestellt werden können: 1. Weil sie überlebt ist und den neuen Verhältnissen nicht entspricht. 2. Weil allgemeine Kenntnisse jetzt viel verbreiteter sind als zuvor. 3. Weil die Entdeckung, daß die Geistlichkeit die Massen lange irregeführt hat, diese für immer verächtlich machen wird. 4. Weil die 'frommen' Leute im allgemeinen, die in Unkenntnis des Planes Gottes sind, glauben, sie müßten die gegenwärtige Ordnung verteidigen helfen." (A)

Diese Zitatenschau soll uns eine Überlegung ermöglichen. Du wirst feststellen, daß es fast unmöglich ist, die Zitate vom bloßen Inhalt her danach zu unterscheiden, wann und für welche Zeit sie ausgesprochen und verkündigt wurden. Die mit (B) gekennzeichneten Zitate beziehen sich auf die jüngste Zeit, auf die Gegenwart, entnommen dem Wachtturm und Erwachet der Jahre 1972 bis 1975. Die mit (A) gekennzeichneten Zitate sind dem Buch "Der Krieg von Harmagedon" entnommen, von WTG-Präsident Pastor Russell aus dem Jahre 1897, aus dem vorigen Jahrhundert. Sie umfassen also eine Zeitspanne von 80 bis 100 Jahren.

Welchen Wert haben sie bei genauerer Betrachtung? Es ist ein allgemeines Krisen-Gerede in gezielter Scheinobjektivität, das vor allem davon abbringen oder abhalten soll, etwas zu unternehmen, den Krisen auf den Grund zu gehen und das System zu überwinden, das sie verursacht. Das wird auf die verschiedenste Art ganz deutlich sichtbar. Der allgemeine Charakter ist, niemand könne wirklich etwas ändern, man müsse alles so laufen lassen, wie es läuft. Jedermann wird angeleitet, nur noch schwarz zu sehen, um allein der WT-Gesellschaft zu gehorchen und zu folgen. Die sog. Zeitbezogenheit ist so weit und allgemein gehalten, daß sie immer zuzutreffen scheint, im vorigen Jahrhundert, in diesem Jahrhundert, heutzutage, was folglich überhaupt nichts beweist. Was der WT-Gesellschaft aber ermöglicht, zu jeder Zeit prophetische "Erfüllungen" von "Ende des Systems der Dinge" zu behaupten.

Und noch etwas. Wir sollten es uns abgewöhnen, die ganze Welt durch eine amerikanische Krisenbrille zu betrachten. Wir sollten auf solche Sehhilfen mit in Wirklichkeit reduzierter Weitsicht verzichten. Was machen wir denn hier? Was geschieht uns denn hier? Sehen wir genau hin, so war es im vorigen Jahrhundert und ist es jetzt weiter in diesem Jahrhundert immer nur die Krise des Wirtschaftsbereiches des "freien Marktes", der kapitalistischen Länder, mit Amerika als Hauptkrisenherd, in dem die WT-Gesellschaft zuhause ist. Das wird uns immer nur vorgehalten. So sollen wir die ganze Weit sehen, früher, heute, immer weiter. Aber es ist inzwischen neben der ständig krisengeschüttelten "freien Marktwirtschaft" eine andere Welt entstanden, wider alle WT-Endzeitprophetie, mehr, sie zunichte machend. Keines der Zitate paßt da mehr. Das ganze WT-Krisengerede geht strikt an dieser Wirklichkeit vorbei, ins Leere, setzt uns tatsächlich eine Brille auf, die uns ständig mißverstehend, unverstanden, irreführend, irregeführt, fehlurteilend und wirklichkeitsfremd herumstolpern läßt. Nimm nur jenen "Endzeitbeweis" des WT, wo er zitiert, "die Inflation" könne .durch nichts mehr aufgehalten werden, die Währungsbasis der Welt vollständig zu zerstören", 1975 geschrieben, Das ist doch schwärzeste, wirklichkeitsfremde Schreckpropaganda, darum unwahrhaftig und ohne jede "endzeitliche" Beweiskraft. So ist es insgesamt, "Generation" um "Generation". .

Warum z. B. befaßt uns der WT mit der Evolutionstheorie?
Wir lesen folgendes Zitat:
"Soziale und religiöse Ansichten haben wenig dazu beigetragen, Interesse an den Geringen zu fördern. Die Evolutionstheorie mit ihrer Vorstellung vom "Überleben der Tüchtigsten" veranlaßt die Menschen zu denken, gewisse Personen müßten als 'Untüchtige' ausgesondert werden." Wir bekommen hier die Brille der Sozialdarwinisten aufgesetzt, eine Spielart der Elite-Theorie bürgerlicher Evolutionisten. Sie bemühen das Tierreich, wenn sie über Menschen sprechen und "Untüchtige", lies Arme, in die Ecke des Lebens stellen. In ihrer Sicht der Dinge sind wir auch alle "Untüchtige", denn weder herrschen wir noch haben wir Macht, noch das große Geld, noch den herrschenden Einfluß, wir Zeugen Jehovas, die zu denen gehören, die beherrscht und verwaltet werden wollen. Die Differenzierung der Gesellschaft beruhe noch dem engl. Genetiker C. D. Darlington auf einer genetischen, in der Erbmasse bedingten Basis. Eingeschlossen ist der Gedanke, daß die Verteilung von Reichtum und Armut in der Welt ebenfalls daher rühre. Warum werden wir mit solchen Fragen befaßt, wenn wir doch keine Evolutionisten sind? Was ist ihr Sinn dann für Jehovas Zeugen anderswo? Der Sinn besteht in ihrer psychologischen Wirkung auch auf Jehovas Zeugen, die sich dadurch auch in die Ecke des Lebens gestellt sehen sollen, aus der sie angeblich ohne den WT-Endzeitglauben nicht herauskönnen.

Gemacht ist diese Theorie für die kleine Schar Reicher und Herrscher zur Befestigung ihrer Macht, ihres Geldes und ihres Einflusses in der Welt des "freien Marktes". Wieviele Menschen mögen demnach veranlaßt sein, so zu denken? Jene Herrschaft, unter der solche Theorie gedeiht, verfügt aber allgemein nur über etwa 10-20 Tausend Herrschaftspositionen in einer Nation, dann sind die "Fahrscheine 1. Klasse" vergeben, was dann. Dann sind immer noch viele Intelligente, "Tüchtige" übrig, die nicht unmittelbar den "Salonwagen" jener Gesellschaft repräsentieren. Die denken dann solche Theorien für die Herrscher aus und versuchen, sie den "Untüchtigen" annehmbar und gefällig zu machen. Schließlich müssen jene "Untüchtigen" ihre "natürliche Lage" in der Gesellschaft begreifen, zwar "untüchtig", aber Arbeiter und arm zu sein, um den Kompost für die kleine Schar der Reichen und Herrscher zu bilden.

Und Jehovas Zeugen? Indem der WT sie mit der Denkweise dieser Evolutionisten bürgerlicher Herrschaft vertraut macht, sollen sie sich auch unter denen sehen und empfinden, die als "untüchtig" gelten, unüberwindbar, soweit es dieses Leben betrifft, "diese Welt", deren Ende man nur mit der WT-Gesellschaft überstehen könne. Was bleibt, ist, daß bis dahin auch Jehovas Zeugen als "Untüchtige" verdammt sind, "Kompost" zu bleiben, worauf es real ankommt. Das "Ende" wird dabei immer wieder verändert.

Warum belehrt uns der WT so "wertneutral"?
Wir lasen auch: "Wer oder was ist dafür verantwortlich, daß immer mehr Menschen von der Armut bedroht werden? Die Meinungen darüber reichen von der Ansicht, daß die Armen selbst an ihrer Lage schuld seien, bis zu der Behauptung, sie hätten einfach nicht die Kraft, sich zu ändern. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich dazwischen." (WT 9/75, S. 260)

Auch das paßt allenfalls nur für die Welt der "freien Marktwirtschaft". Warum aber belehrt uns der WT so "wertneutral", daß die Wahrheit dazwischenliegt, wahrscheinlich? Wo sie nun liegt, weiß danach kein Mensch. Abgesehen davon, daß das alles andere ist als Evangeliumsverkündigung! Wert-neutral gab sich auch die Elite-Theorie der Sozialdarwinisten. Sie beschreiben angeblich nur Tatsachen. Aber wie, in wessen Interesse - das ist hier die Frage. Das ist immer die Frage, die allerdings bewußt nicht gestellt wird!

Kann man die Frage von arm und reich, Leben oder Sterben armer Menschen überhaupt neutral beschreiben? Noch dazu in einer Theorie, die einer großen Menschengruppe den Stempel "untüchtig" und daher "arm" aufdrückt, mit einem Hammerschlag der Unbarmherzigkeit, den angeblich die Natur liefert? Und in dieser Frage soll "die Wahrheit wahrscheinlich (irgendwo) dazwischen liegen?" Zwischen eigener Schuld und fehlender Kraft, sich zu ändern? Warum wohl hat Christus, haben die Apostel die Reichen als Klasse verurteilt und ihr Gericht angekündigt, wenn die "Wahrheit dazwischen liegt?" Jak. 5:1-6. In wessen Interesse aber lehrt der WT seine "Wahrheit"? Und damit seine "Zeit des Endes"?
Bearbeitet: W. Daum

JEHOVAS ZEUGEN AUF EINEM UNMÖGLICHEN WEG - DER MENSCH LEBT ZUERST "VOM BROT"
Die Christen und der IX. Parteitag der SED
Wenn es noch der an alle Menschen gerichteten WTG-Endzeitverkündigung gegangen wäre, dann hätte der IX. Parteitag der SED im Mai 1976 weder vorbereitet noch stattfinden dürfen. Diese Verkündigung verbietet bekanntlich allen Menschen, wenn sie im Sinne der WTG "gerettet" werden wollen, jedes "Politik treiben", jedes Wahrnehmen politischer Verantwortung. Wir wollen uns ersparen, die vielen und laufenden WT-Äußerungen dazu aufzuzählen. Sie sind jedem Zeugen hinreichend bewußt. Jeder demonstriert sie hinreichend, wenn politische Wahlen sind, an denen er "vorbildlich" für alle Mitmenschen nicht teilnimmt.

Was bedeutet der IX. Parteitag der SED für alle, seien sie Christen oder nicht? Ohne Führung geht es in keinem Land. Bekanntlich ist die SED als politische Partei der Arbeiterklasse in der DDR die führende politische Kraft im wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Leben. Wenn sie die politische Führung nicht hätte, hätte sie jemand anders. Ohne politische Führung geht es nicht. Nun aber ist sie zufolge der gesellschaftlichen Entwicklung mit der "obrigkeitlichen Gewalt" vor Gott und Menschen oder der Hauptverantwortung in unserem Lande betraut, für Staatsleitung, Regierungsverantwortung, entsprechende Machtausübung und Souveränität. Sie ist hauptverantwortlich dafür, die notwendige politische "Macht und Souveränität" im Hinblick auf die Regierung des Landes zu tragen. Nur Unzurechnungsfähige, Narren, Scharlatane oder Unmündige können. solche aus den menschlichen, sozialen und wirtschaftlichen Lebensbedürfnissen geborene unabdingbare Pflicht und Verantwortung für die Regierung des Landes in Frage stellen.

Auf dem IX. Parteitag der SED fanden sich also die notwendigerweise führenden Kräfte unseres Landes zusammen, um die seit dem vorigen Parteitag geleistete soziale, wirtschaftliche und politische Führungstätigkeit einzuschätzen und die nächste Etappe vorzubereiten. Das Ergebnis war u. a. die Direktive für den neuen Fünfjahrplan bis 1980, für die weitere Entwicklung unserer Volkswirtschaft. Auch wurden die bisherigen Wirtschaftsergebnisse eingeschätzt und beschlossen, eine weitere Verbesserung der sozialen Verhältnisse vorzunehmen. Das wird nun nach dem Parteitag mit dem Gemeinsamen Beschluß des Zentralkomitees der SED, des Bundesvorstandes des FDGB und des Ministerrates der DDR vom 27. Mai 1976 über die weitere planmäßige Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen im Zeitraum von 1976 bis 1980 verwirklicht.

Würden sich Jehovas Zeugen doch nur die Mühe machen, den Bericht des Zentralkomitees an den IX. Parteitag der SED, die besagte Direktive zur weiteren Entwicklung der Volkswirtschaft und den Beschluß von ZK der SED, FDGB und Ministerrat wenigsten einmal gründlich durchzulesen! Aber damit hapert es ja schon! Sie würden erkennen, wie unmöglich die zentrale WTG-Endzeitverkündigung ist, jeder müsse, wenn er "errettet" werden will - und wer will schon vernichtet werden? - jeder müsse jedes "Politik treiben" unterlassen. Alle Regierenden hätten schon seit 1914 alle politische Macht und Souveränität an Christus im Himmel abtreten müssen. Man wende diese Verkündigung doch einmal konkret an! Das geht doch überhaupt nicht! Das soziale, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben verlangt doch die Ausübung politischer Macht und Souveränität durch menschliche Regierung! Die muß von Christen ja sogar als "obrigkeitliche Gewalt von Gott" anerkannt werden! Da kann man doch nicht ihr Abtreten proklamieren! Und doch ist dies wieder auf den internationalen WTG-Kongressen des Endzeitbankrottjahres 1975 unter dem Motto "Gottes Souveränität" gemacht worden! Aber das ist doch eine Unmöglichkeit!

Nein, das geht beim besten Willen nicht. Denn es muß zu jeder Zeit politisch regiert werden. Das mußte vor 1914 geschehen und muß auch seit 1914 erfolgen. Wie sind nur die Köpfe politisch vollkommen verdreht, daß man den Unsinn nicht erkennt, "an alle Völker und Herrscher" gerichtet, alle politische Macht und Souveränität seit 1914 an Christus im Himmel abzutreten? Wie sollte denn Christus im Himmel z. B. die politischen Aufgaben für das soziale, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben in der DDR anstelle der SED-Führung übernehmen? Kommt doch endlich aus den Wolken der WTG-Illusionen zu den Realitäten zurück! Eine Theorie überprüft man anhand der Praxis, wie man den Glauben an den Werken prüft! Das ist doch alles haltlos!

Aber da kommen nun einige, die durchaus sehen, daß diese WTG-Verkündigung einen Haken hat, wenn man sie genauer durchdenkt. Sie sagen, ja natürlich, wenn man das so sieht. Aber man müsse es eben anders sehen. So: Die Verantwortlichen in den Regierungen wollen ja ihre Macht und Souveränität gar nicht abtreten. Es seien ja nur wenige, die auf die WTG hören. Da kann also gar nichts passieren, etwa ein Zusammenbruch aller sozialen Ordnung, wenn alle die Macht abtreten.

Was für ein Selbstbetrug! Hat man es denn tatsächlich mit Unzurechnungsfähigen oder Unmündigen zu tun? Damit ist doch der Bluff vollkommen! Denn damit ist ja zugegeben, daß die Verkündigung unmöglich ist, die politische Verantwortung in den Himmel abzutreten, weil dann auf Erden alles zusammenbrechen würde. Denn Christus kann doch wohl kaum seit 1914 vom Himmel her die Renten erhöhen, oder? Die Menschen wollen ja nicht, ist nichts als eine selbstbetrügerische Ausflucht. Denn das ist nicht die Frage. Die Frage steht allein so: Wenn man eine Verkündigung, noch dazu auf Leben und Tod, an alle Menschen richtet, und sie wird an alle Menschen gerichtet, dann muß sie für alle Menschen annehmbar sein, ob die Menschen dann wollen, ist eine ganz andere Sache. Sie muß annehmbar sein! Sie muß für alle annehmbar sein, an die sie gerichtet ist! Es sei nochmals wiederholt: Es kommt nicht darauf an, die Verkündigung ist nicht danach zu beurteilen, was die Menschen wollen, sondern allein danach, ob sie für alle, an die sie gerichtet wird, annehmbar ist!

Und sie ist es nicht! Weil man die Regierungsverantwortung weder vor 1914 noch seit 1914 niederlegen kann. Bis heute kann man das nicht. Und niemand kann sich ernstlich auf so etwas einlassen, will er nicht vom Volke als sozialpolitisch verantwortungslos davongejagt werden! Man kann doch nicht etwas als "Errettungs"-Bedingung für alle Völker und Regierungen anbieten, was bei genauerem Hinsehen überhaupt nicht angenommen werden kann, weil es bei Strafe des sozialen Zusammenbruchs überhaupt nicht befolgt werden kann! So etwas können doch nur Unzurechnungsfähige, Narren, Gaukler, Scharlatane oder Unmündige anbieten! Begreift denn das keiner!

Das geringste, was Jehovas Zeugen als Verkündiger dieses WTG-Bibelmißbrauchs für politische Unmöglichkeiten und daher Verantwortungslosigkeiten widerfahren kann ist, daß man diese "Botschaft" nicht ernst nimmt. Schlimmer kann es ihnen ergehen, wenn sie damit in eine soziale Umwälzung geraten, in der man gezwungen ist, mit Gewalt aus Unterentwicklung, Analphabetentum, sozialem Elend und politischer Verantwortungslosigkeit herauszukommen, um noch größeres Elend zu verhindern! Reichen die furchtbaren Verfolgungen in Afrika z. B. nicht, die nur über die Zeugen auf Grund dessen hereinbrechen, weil sie den im Elend steckenden Menschen auf diese Weise politisch die Köpfe verdrehen? Die WTG, die das inszeniert, sitzt in den USA in Sicherheit! Sie weiß, was sie tut! Sie gebraucht das ganze Werk nur noch nach ihren vielen Endzeitpleiten, um unter Ausnutzung des aufrichtigen Glaubens einfacher Christen zu helfen, das Aufwachen zu sozialpolitischer Verantwortlichkeit und sozialem Engagement im Sinne sozialer Gerechtigkeit gegen Ausbeutung und Elend zu verhindern! Das allein bleibt übrig! Sie ist mit ihrer politischen Aktivität ein Helfershelfer dafür unter den Christen, daß die bestehenden kapitalistische Ordnung "von unten" möglichst ungestört weitermachen kann! Es gibt keine bessere Zerstörung sozialpolitischen Engagements als durch die WTG-Verkündigung! Darum ist sie unmöglich und unannehmbar!

So fand der IX. Parteitag der SED, der hauptverantwortlichen politischen Führung in unserem Lande, statt. Er mußte stattfinden, damit das soziale und wirtschaftliche Leben weitergeht. Und darum ist die WTG-Endzeitverkündigung unmöglich, weil sie von allen eine sozialpolitische Verhaltensweise fordert, die man nicht verwirklichen kann, selbst wenn man es wollte!

Mit dem neuen Programm, das die SED für ihre weitere hauptverantwortliche Führungstätigkeit im Lande auf dem IX. Parteitag angenommen hat, hat sie weder religiös noch antireligiöse Forderungen gestellt, an denen sich ein Christ oder Nichtchrist stoßen könnte. Sie hat vielmehr besonders auch im Hinblick auf alle Christen im Lande als Sinn ihrer "obrigkeitlichen" Verantwortung und Regierungstätigkeit erklärt:

"Der sozialistische Staat garantiert allen Bürgern die politischen Freiheiten und sozialen Rechte: das Recht auf Arbeit, auf Erholung, auf unentgeltliche Bildung und Schutz der Gesundheit, auf die materielle Sicherheit im Alter und im Falle von Krankheit oder bei Verlust der Arbeitsfähigkeit, die Gleichberechtigung der Bürger unabhängig von rassischer und nationaler Zugehörigkeit, von Weltanschauung, religiösem Bekenntnis und sozialer Stellung. Er garantiert gleiches Recht für Männer und Frauen in allen Bereichen des staatlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens. Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands fördert die Bereitschaft der Werktätigen, sich für die Lösung der staatlichen und gesellschaftlichen Aufgaben einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen." (Programm 1976, Abs. C)

Hätten alle Menschen in unserem Lande, wie die WTG es um ihrer angeblichen "Errettung" willen verlangt, die WTG-Endzeitverkündigung ernst genommen, dann hätte es den IX. Parteitag der SED nicht gegeben. Es würde sich niemand um die politischen Freiheiten, die sozialen Rechte, das Recht auf Arbeit, Erholung, Bildung, Schutz der Gesundheit, materielle Sicherheit im Alter, bei Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit kümmern. Das wäre die Folge, wollte man die Verkündigung ernstnehmen. Darum ist sie unmöglich und verantwortungslos! Und der erneute Bankrott mit dem Endzeittermin von 1975 zeigt auch, was von der besagten "Errettung" zu halten ist. - Man muß sich nicht vom Christentum, aber vom "endzeitlichen" Mißbrauch des Christentums durch die WTG abwenden.
pol.

ZUSAMMENKUNFTE FREIER CHRISTENGEMEINDEN IN LEIPZIG
Gemeinde Witzgallstraße
Die Brüder und Schwestern versammeln sich wöchentlich sonnabends um 13.30 Uhr in der Witzgallstraße 20 in einem Raum der katholischen St. Laurentius-Gemeinde. Es besteht hier eine Art Raumgemeinschaft, eine Überlassung zur Nutzung für Zusammenkünfte. Dessen ungeachtet finden die Zusammenkünfte in schriftgemäßer Unabhängigkeit und Selbständigkeit statt. Dem katholischen Pfarramt gebührt Dank und auch ein Wort der Anerkennung für diese Uneigennützigkeit, frei von jeder Intoleranz im Hinblick auf den Unterschied in der Form der Gottesanbetung und Christusnachfolge.

Dienst am Wort oblag am Sonnabend, dem 8. Mai 1976. Bruder Förster aus Meißen. Entsprechend den Worten Christi, selbst die "Schrift zu durchforschen" (Joh. 5:39), wurde eine gemeinsame Betrachtung des 3. Kapitels des Briefes des Apostels Paulus an die Philipper durchgeführt. Die Zusammenkunft begann mit Lied, Gebet und Grüßen aus Nah und Fern. Jeder hatte seine Bibel zur Hand. Die Worte des Apostels wurden verlesen und jeder konnte dazu seine Gedanken und sein Verständnis zum Ausdruck bringen, eine sehr lebendige Form des Bibelstudiums. Sicherlich ist es wesentlich, daß jeder sich unmittelbar an Hand der Bibel schriftgemäß in Bekenntnis und Zeugnis übt.

Ein bemerkenswerter Schwerpunkt waren die Verse 17-20. Der Apostel verurteilt hier jedes Verlassen der himmlischen Hoffnung und "Ausrichten auf das Irdische" als "Feindschaft zum Kreuz Christi". Ist nicht die WTG genau dessen schuldig? Hat sie nicht die Mehrheit aller Zeugen Jehovas seit 1935 dieser "einen Hoffnung" (Eph. 4:4) entfremdet mit "irdischen" Versprechungen, die 1975 wieder als Trugbild erwiesen wurden? Die zusammengekommenen Geschwister drückten ihre aufrichtige christliche Bereitschaft aus, Jehovas Zeugen, wo sie sie treffen, freundlich zu grüßen und zu begrüßen und sie einzuladen, mit ihrer Bibel die freien Zusammenkünfte zu besuchen, wenn nun die WT-Ausrichtung als überlebt, unglaubwürdig und haltlos offenbar wird, wie 1975 beweist.

Die Zusammenkunft wurde wieder mit Lied und Gebet beendet. Das Schlußlied war Lied Nr. 352 "Hoffnung und Erfüllung" aus dem Zions-Liederbuch von 1969. Auch legte dieser und jener seine freiwillige Spende für die Gemeinde in das Kästchen. Mit brüderlicher Verabschiedung gingen alle bis zum nächstenmal wieder heim.

Gemeinde Maurice-Thorez-Straße
Die Geschwister versammeln sich sonnabends um 16.00 Uhr. Auch sie haben eine Vereinbarung mit einer anderen christlichen Gemeinschaft zur gemeinsamen Nutzung eines Raumes Maurice-Thorez-Straße 22. Den Dienst am Wort in der Zusammenkunft am 8. Mai 1976 hatte Bruder Kind aus Leipzig. Eingangs wurde eine allen alten WT-Geschwistern sehr vertraute Melodie gesungen, wie sie sie aus dem Liederbuch "Gesänge zum Preise Jehovas" von 1928 mit dem Text "Auf ewig bei dem Herrn" kennen. Die Ausführungen von Bruder Kind hatten die Frage der Prüfung und Läuterung des Christen zum Hauptinhalt, wie wenn in einem Ofen Metall geläutert wird. Kerngedanken, die nicht einen "bösen Knecht", der seine Brüder "schlägt", wie der WT verleumdet. sondern aufrichtige christliche Erkenntnis in Bescheidenheit und Demut zum Ausdruck bringen, sind bestimmt von Interesse, ja, sie sollten es sein für Jehovas Zeugen unter der WTG. Wir sollten uns davor hüten, das "Ende des Zeitalters" leichtfertig in den Mund zu nehmen, wurde gesagt. Ist nicht der WT-1975-Bankrott die treffendste Veranschaulichung hierfür? So kann man hinzufügen. Weiter sollte man "nicht andere richten, sondern auf uns schauen". Es gäbe für niemanden eine "vollkommene Erkenntnis von Gott". Darum sollte die eigene Meinung "nie abgeschlossen sein", sie müsse immer "der Revision zugänglich bleiben".

Es waren insgesamt sehr wertvolle Ausführungen, die die Zustimmung und Kommentierung der Gemeinde fanden, die Berufung und Erwählung festzumachen, wie es die Schrift fordert. Besondere Freude wurde von allen Zusammengekommenen einer alten Schwester bereitet, die am Tage dieser Zusammenkunft ihren neunzigsten (90.) Geburtstag erlebte! Mit Hilfe ihrer Tochter besucht sie noch die Zusammenkünfte und kann noch einen vollen Anteil nehmen. Sie äußerte dafür große Dankbarkeit Gott gegenüber.

Gemeinde Blumenstraße
Die Geschwister versammeln sich sonntags. Es beginnt nachmittags 14.00 Uhr. Es ist ein Raum der Evangelisch-methodistischen Gemeinde Leipzig in der Blumenstraße 74, der uneigennützig zur Benutzung überlassen wird. Die praktische Begegnung mit anderen Christen zeigt eben oft etwas ganz anderes, als der WT schwarzmalt, echte christliche Hilfsbereitschaft ohne nach dem Glauben zu fragen, so, wie es Christus mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter in Lukas 10 lehrte.

Am Wort diente diesmal, am 9. Mai 1976, Bruder Pützmann aus Leipzig. Lied und Gebet eröffneten und beschlossen die Zusammenkunft, wie in den anderen Gemeinden. Eine instrumental versierte Schwester begleitete auch hier, wie in den anderen Gemeinden, auf dem Klavier den Gesang. Grüße aus nah und fern wurden übermittelt, aus der Versammlung heraus wie auch vom Podium. Aus Polen wurden Grüße von Mitverbundenen übermittelt, u. a. auch aus der BRD, aus Bonn, auch aus Marburg von Bruder Sadlack, der die Leitung dortiger Gemeinde aus Altersgründen niedergelegt hat. Es wurde auch der zu dieser Zeit tagenden "Brüderkonferenz" in Marburg, BRD, gedacht.

Der Dienst am Wort von Bruder Pützmann unter dem Thema "Türen und Tore" hatte die Worte Christi zum Hauptinhalt "Ich bin die Tür". Interessant war der Rückblick in die urchristliche Zeit, wie Jesus in diesem Fall ein Bild aus der damaligen Viehzucht benutzte, um sich als "guter Hirte" verständlich zu machen. Bemerkenswert speziell für Jehovas Zeugen war der Nachweis, daß Christus mit den anderen Schafen nicht eine andere Hoffnung meinte, eine "irdische", wie sie der WT predigt. Die "anderen Schafe", die nicht aus "dieser Hürde" sind, waren die Christen aus den Nationen oder Heiden! Daß sie keine "Irdischen" sind, beweist Jesus selbst, wenn er sagt, daß auch sie seinen Ruf hören und mit allen anderen, die "eine Herde" bilden werden. Nun hat Jesus keinen "irdischen" Ruf erschallen lassen und keine "irdische Hoffnung" zu predigen geboten (Joh. 14:1-3, Gal. 1:6-9, 3:27-29, Eph. 4:1-6, Phil. 3:17-20, Kol. 3:24, 1. Tim. 6:3-5). Dies sollte jeder Zeuge Jehovas zu dem erbrachten Nachweis nachprüfen! Es wurde u. a. auch darauf hingewiesen, daß von einem "Ende" noch nicht gesprochen werden kann, "diese Zeit ist noch nicht da". Bleibt nur zu veranschaulichen, daß dies durch den WT-Falschtermin von 1975 nur wieder bestätigt wird. In aktuellen Anmerkungen wurde u. a. auf die "Sprache des Unglaubens" in der "Gott ist tot"-Theologie hingewiesen, auf "Satansglauben" und "Satansbibeln" sowie "Satanspriester" in den USA oder auf den sog. "neuen Messias" namens Mun aus Südkorea. Es wurde schließlich darauf hingewiesen, daß kein Auftrag vorliegt, die ganze Menschheit zu christianisieren, sondern daß das Evangeliumszeitalter das Zeitalter der Gemeinde Jesu ist. Auch dies sind hochwichtige Gedanken zur Neuorientierung für Jehovas Zeugen nach ihrem 1975-Endzeitbankrott unter der WTG. Mögen sie als Christen ihren Weg und eine Neuorientierung in den freien Gemeinden finden. Sie sind auch in der Gemeinde Blumenstraße herzlich willkommen. Mit dem gemeinsamen Lied Nr. 253 (Zions-Liederbuch 1969) unter dem Motto "Ergebung, Friede, Vertrauen" wurde die Zusammenkunft beendet.
P.

Ein Beitrag zum Dienst am Wort als freier Christ:
SO SPRICHT DER HERR: …UND IHR WERDET DIE WAHRHEIT ERKENNEN
UND DIE WAHRHEIT WIRD EUCH FREIMACHEN. Joh. 8,32
Was ist Wahrheit? Was ist Freiheit?
Mit diesen Fragen und ihren Problemen gilt es sich offenbar auseinanderzusetzen. Bevor damit begonnen werden kann, ergibt sich bereits die nächste Frage, nämlich das
W i e ? Nun, da beide Begriffe, die Wahrheit wie auch die Freiheit, immer nur relativ anzusehen sind, so können sie sich hier auch hier nur auf das Evangelium beziehen, das wir die "frohe Botschaft" nennen. Da diese frohe Botschaft der Inhalt des Wortes Gottes ist, können diese aufgeworfenen Fragen auch nur mit oder aus dem Worte Gottes geklärt werden. Die Bibel ist die sicherste Informationsquelle. Sie erklärt sich selbst und bedarf keiner weiteren Schriften, um verstanden werden zu können. Es bedarf nur einer Voraussetzung, nämlich die der Unvoreingenommenheit. Unser Herr sagte diesbezüglich so: "Die Reinen im Herzen werden Gott schauen (verstehen)." - Matth. 5,8.

Was ist Wahrheit?
Eine eindeutige Antwort erhalten wir im Psalm 119, 160. Wir lesen: "Die Summe deines Wortes ist Wahrheit." Als Summe wäre der ganze Inhalt des Wortes Gottes anzusehen, weil sich darin der Heilsplan oder Liebesratschluß verbirgt.
Der Liebesratschluß Gottes gipfelt nun darin, die Menschheit von der Last der Sünde zu befreien (das noch immer gültige und wirksame Todesurteil aufzuheben) und zum Leben zu verhelfen, was ja der Sinn der Schöpfung war. Aber um das verwirklichen zu können, bedurfte es eines Erlösers, der vor etwa 2000 Jahren in die Welt kam und dieses Erlösungswerk vollbrachte. Es war kein Geringerer als der Gottessohn selbst. Er war es auch, der uns mit seinem Kommen auf die Erde die "frohe Botschaft" brachte. Die Botschaft, daß Gott durch ihn Frieden anbietet und durch den Glauben an ihn jeden rechtfertigen wird, damit er auch den Weg des Lebens beschreiten kann. Dieser Zusammenhang veranlaßte den Herrn, auf die Frage des Pilatus zu antworten: "Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, auf daß ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme." - Joh. 18,37.

Noch vor diesem Wortwechsel mit Pilatus verwies der Herr seine Jünger, angeregt durch die Frage des Thomas in gleicher Weise auf seine aus schlaggebende Rolle im Ablauf des Liebesratschlusses Gottes, indem er sagte: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich." - Joh. 14.6. Schließlich bekundete der Herr durch sein letztes Gebet, wie sehr ihm am Wohl seiner Jünger lag. Er bot den Vater u. a.: "Heilige sie durch die Wahrheit, dein Wort ist Wahrheit." - Joh. 17, 17.

Der letztzitierte Ausspruch des Herrn Jesu bestätigt die volle Übereinstimmung mit dem Psalm 119, 160. Deshalb kann es keine segenbringende Erkenntnis geben als das pure Wort Gottes. Er ist für jedermann geschrieben, weil, wenn es heilbringend wirken soll, sich auch jedermann selbst damit auseinandersetzen muß.

Wenn es heißt: "Der Gerechte aber wird aus Glauben leben", so ist damit schon deutlich ausgedrückt, daß der Glaube das Mittel der Rechtfertigung ist. Nun aber nützt niemandem etwas, was ein anderer glaubt, sondern der Glaube muß das Resultat der eigenen Stellungnahme zum angebotenen Evangelium sein. Also ist das Verhältnis zu Gott immer ein individuelles und sein Wert ist vom erreichten Glaubensstand abhängig.

Es hieße sich etwas vormachen, der Annahme zu sein, daß es genüge, sich aus der Auswahl der vielen formulierten Glaubensbekenntnisse das sympathischste und schmeichelhafteste herauszusuchen und dem geistigen Urheber die Treue zu bewahren. Leider ist das die überwiegende Praxis und auch die der "Zeugen Jehovas". So entsteht kein schriftgemäß individuelles Verhältnis zu Gott. Und zum rechtfertigenden Glauben kann man auf diese Weise schon gar nicht kommen.

"Ich bin der Weg", sagt der Herr. "Niemand kommt zum Vater, außer durch mich" ist sein nicht zu übersehender Hinweis! Daran hat auch der Schreiber des Hebräerbriefes gedacht. So lesen wir in Hebr. 1,1 : Nachdem Gott vielfältig und auf mancherlei Weise zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohne." Mit diesem Schriftwort charakterisiert sich das fortschreitende Werk Gottes. Die Sendung des Gottessohnes war keine schablonenhafte Wiederholung irgendwelcher urgeschichtlichen Ereignisse, sondern es wurde der Zeitpunkt im Heilsplan Gottes erreicht, der den Wechsel bzw. die Ablösung eines Zeitalters bedeutete. Der Apostel Paulus schrieb diesbezüglich an die Galater: "Als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe, geboren unter Gesetz, auf daß er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, auf daß wir die Sohnschaft empfingen." - Gal. 4,4.

Um das Bild abzurunden, sei an die Begebenheit erinnert, als der Herr mit Petrus und Jakobus auf dem Berge war. Da überschattete sie eine Wolke und eine Stimme sprach aus ihr: "Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, ihn höret." Das war die Stimme Gottes selbst. Folglich ist dieser Hinweis Gottes keine Belanglosigkeit, sondern von äußersten Wichtigkeit! Es ist wieder der Schreiber des Hebräerbriefes, der darauf hinweist mit den Worten: "Deswegen sollen wir umsomehr auf das achten, was wir gehört hoben, damit wir nicht etwa abgleiten. Denn wenn das durch Engel geredete Wort fest war und jede Übertretung und jeder Ungehorsam gerechte Vergeltung empfing, wie werden wir entfliehen, wenn wir eine so große Errettung vernachlässigen? welche, nachdem sie den Anfang der Verkündigung durch den Herrn empfangen hat, uns von denen bestätigt worden ist, die es gehört haben." Hebr. 2,1-2. Die eigenen Worte unseres Herrn in diesem Zusammenhang sind: "Ihr erforschst die Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und s i e sind es, die von mir zeugen, und ihr wollt nicht zu mir kommen, auf daß ihr Leben habet." - Joh. 5:39-40. "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tode in das Leben übergegangen." Joh. 5,24. - "Denn dies ist der Wille meines Vaters, daß jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage." Joh. 6,40.

Damit dürfte feststehen, was Wahrheit ist und welcher Weg zu ihr führt. Der Inhalt (des Wortes) der Wahrheit ist reichhaltiger und wird künftig in fortgesetzten Beiträgen in CV erscheinen.

Was ist Freiheit?
Sie ist das Privileg der Kinder Gottes. Es ist die Freiheit im Geiste (in Übereinstimmung mit dem Herrn). Paulus schrieb an die Korinther: "Der Herr aber ist der Geist, wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit." - 2. Kor. 3,17. Damit sind die Fronten der Freiheit klar abgesteckt.

Gerade der Gedanke der Freiheit wird nur zu oft mißbraucht. Es ist völlig absurd, die Freiheit, die der Christ "im Geiste Jesu Christi" erreichen soll, in Widerspenstigkeit, Willkür und anarchistischer Lebensweise verwirklichen zu wollen. Die Freiheit ist kein Ausdruck der Negierung jeder notwendigen Ordnung. Jakobus ermahnt mit den Worten: "Redet so und handelt so wie Leute, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen." (Zür. Bibel) Jak. 2,12. Die Freiheit in Christo ist also Verpflichtung zur Offenbarung der Gleichheit der Gesinnung in Wort und Tat!

G e i s t l i c h soll der Christ "frei" sein, d. h. unabhängig von jedermanns Bevormundung. "Frei" soll er durch eigene innere Entscheidung seinen Glauben entfalten und sein Verhalten nach dem Worte des Herrn einrichten können. In diesem Sinne spricht der Herr: "Wenn nun der Sohn euch freimachen wird, werdet ihr wirklich frei sein." - Joh. 8,36.

Es lohnt sich, über diese Ausführungen nachzudenken und dazu die B i b e l zur Hand zu nehmen. Der Herr spricht eine deutliche Sprache und auch die Apostel, seine einzig autorisierten Zeugen. -
Bis bald beim nächsten Beitrag eines freien Christen in CV.

Bruder H. Baier, Gera verstorben
Der langjährige treue Zeuge unseres Gottes und Herrn, Bruder Hermann Baier, Gera, hat seinen irdischen Lauf vollendet. In Verbundenheit zu Bruder Willy Müller, Gera, dem Begründer von "Christlicher Verantwortung", war Bruder Baier in Erkenntnis der Bedeutung von CV ein beständiger Förderer unserer Zeitschrift.
"Selig sind die Toten, die im Herrn sterben von nun an. Ja - so spricht der Geist - sie sollen ausruhen von ihren Mühen, denn ihre Werke folgen ihnen nach". Offenbarung 14:13.

ZUSCHRIFTEN / BERICHTE / INFORMATIONEN
Was ist mit dem Zonenaufseher Nordeuropa W. Dey?
CV erreichen Anfragen nach dem WTG-Zonenaufseher für Nordeuropa, William Dey. Er war schon seit den 30er Jahren Verbindungsmann der WTG für Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Litauen, Lettland, Estland. Als Dolmetscher für skandinavische Sprachen war er Reisebegleiter u. a. für WTG-Präsident N. H. Knorr und M. G. Henschel vom WTG-Hauptbüro in Brooklyn auf deren Reisen in Nordeuropa. Er war auch Leiter des WTG-Büros in Kopenhagen, Dänemark. Es wird angefragt, was über seinen Verbleib bekannt ist, ob er gestorben ist oder ob er auf Grund des WTG-1975-Bankrotts der WTG den Rücken gekehrt hat. Es wird gebeten, bei der Aufklärung des Falles zu helfen.

Wer kennt den Fall des WT-Redakteurs in Dänemark, S. A. Jorgensen?
Der Vertreter der WTG und "Wachtturm"-Redakteur in Dänemark, Svend Aage Jorgensen, soll sich von der WTG und den Zeugen Jehovas abgewandt und danach ein Buch oder eine Schrift über seinen Schritt veröffentlicht haben. Wer ist über diese Angelegenheit informiert, kann darüber Mitteilungen machen oder kann dessen Buch bzw. Schrift CV überlassen oder leihweise zur Verfügung stellen?

Wer war der amerikanische Reporter Marley Cole?
Im Jahre 1956 wurde fast gleichzeitig von den "weltlichen" Verlagen Vantage Press Inc. New York, Pyramiden-Verlag Frankfurt/Main und George Allen & Unwin Ltd. London, ein Buch über die Zeugen Jehovas veröffentlicht, "Jehovas Zeugen, Geschichte und Organisation einer Religionsbewegung" . Der Verfasser war der lediglich als amerikanischer Reporter ausgegebene Marley Cole. Die WTG ließ den Eindruck entstehen, daß Cole ein "Außenstehender" gewesen sei. Wer war Cole wirklich? Wer kann darüber Auskunft geben?

Fragen, die unter Jehovas Zeugen umgehen
Es ist interessant, was für Fragen jetzt 1976 in den Versammlungen diskutiert werden. Aus einer Versammlung werden folgende Fragen mitgeteilt:
- Warum mischt sich die Gesellschaft (WTG, Anm.) mit dem Artikel über die Helsinki-Friedenskonferenz 1975 wieder auf feindselige Weise in die Politik ein?
-Was hat es mit dem Hotelkauf der Gesellschaft 1975 zu Brooklyn auf sich? Werden hier kommerzielle Unternehmungen begonnen?
- Warum werden und wurden immer wieder Zeiten und Zeitpunkte festgesetzt und öffentlich gepredigt wie 1914, 1925 und 1975, wenn die Schrift gebietet, Zeit und Stunde gebührt euch nicht zu wissen? Wird nach 1975 ein weiterer Termin gesetzt werden, weil nichts gekommen ist?
- Warum soll man weiter einer Gesellschaft gehorchen, der doch auch nur Menschen vorstehen, aber glauben, sie sei Gottes Organisation? Spricht der 1975-Fehler nicht dagegen?
- Warum werden die Verkündiger in Gewissenszwang gebracht? Es entsteht ein immer größerer Widerspruch zwischen dem Monatsbericht und den tatsächlich aufgebrachten Verkündigungsstunden. Was bedeutet das?

Nach 1914 war es nicht schlimmer mit den Erdbeben
Es wurde ein Auszug aus dem Buch übersandt "Überall ist Babylon. Die Stadt als das Schicksal des Menschen von Ur bis Utopia", Verlag Knaur Düsseldorf, 1968. Darin ist auf Seite 234 folgende Tabelle veröffentlicht:
Städte, die durch Erdbeben zerstört wurden:
526 Antiochia etwa 150000 Todesopfer
1531 Lissabon 30000 Todesopfer
1662 Peking 300000 Todesopfer
1730 Peking 100000 Todesopfer
1730 Tokio 137000 Todesopfer
1737 Kalkutta 300000 Todesopfer
1755 Lissabon 30000 Todesopfer
1773 Antigua (Guatemala) 20000 Todesopfer
1797 Quito (Ekuador) 40000 Todesopfer
1906 San Francisco 450 Todesopfer
1908 Messina 80000 Todesopfer
1923 Tokio 60000 Todesopfer
1960 Agadir 12000 Todesopfer
Es wird gebeten, diese Tabelle allen Versammlungen bekanntzugeben, weiter zu verbreiten und zu besprechen. Es wird aufgefordert. sie zu ergänzen.

CV IST DIE EINZIGE ERNSTZUNEHMENDE SPEZIELLE ZEITSCHRIFT
ÜBER DIE WTG UND JEHOVAS ZEUGEN IN GANZ EUROPA
Liebe Leser,
so urteilte kürzlich eine hochstehende Persönlichkeit über "Christliche Verantwortung". Jehovas Zeugen sollten das zur Kenntnis nehmen, möchte man dazu sagen. Mit Beginn der Nach-1975-Zeit wird es nun immer dringender, daß alle auf CV aufmerksam werden. Die Endzeit ist mit 1975 endgültig bankrott. Wenn sich seit 1966/67 deswegen bereits Hunderttausende irgendwohin abgewandt haben, so braucht jedoch niemand ängstlich die Frage zu stellen, "wohin sollen wir gehen?", und sich ängstlich weiter an die WTG klammern. In den schon vorhandenen freien christlichen Gemeinden in unserem Lande ist jeder als Christ herzlich willkommen. Der Leipzig-Bericht in dieser CV-Ausgabe veranschaulicht einiges darüber.
In christlicher Verbundenheit
Eure Brüder und Schwestern CV-Leitung Gera/Thür.
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"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der Studiengruppe Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6. Preis: M 0,20. Jahresabonnement M 2,-. Versand auch kostenlos.
Kto.-Nr.: 4562-43-8015 bei Kreis- und Stadtsparkasse Gera

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