Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV83                                            

In dieser Ausgabe: Ein (parteischer) Kommentar der CV zum Fall Ernst Seliger, ein WTG-Funktionär auch mit Bezug zur Problematik. Zeugen Jehovas/DDR.

CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
- 1. Thess. 4:12, 1. Kor. 14:20 -
Begründet 1959 von Willy Müller, GD, Gera/Thür. DDR

DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT
ist freie, christlich und menschlich verantwortungsbewußte Information zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas und ihrer Leitenden Körperschaft, der Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft, (WTG) und WTG-bedingten Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung. Die Vielseitigkeit der Darlegungen in CV widerspiegelt diese Situation und weist Wege zu ihrer Lösung. -
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.

Nr. 83 Gera Juni 1976

DER GROSSE AUFBRUCH WAR NICHT IM VORFELD VON "1975" ZU ERWARTEN
- ES STEHT ALLES NOCH BEVOR!
Liebe Leser
Als die WTG vor 50 Jahren der vorigen Generation das Jahr 1925 als Harmagedon-Ende verkündigt hatte, schien es noch 1926 so, als könne sie sich alles erlauben. Doch nichts war trügerischer als dieses Bild. Vielleicht war es auch ein gewisses natürliches Beharrungsvermögen und auch ein Abwartenwollen, bis wirklich "nicht mehr drin ist", was eine Rolle spielte. Sicher gab es ebenfalls viele, die sagten, wenn nicht 1925, dann auf jeden Fall kurz danach. Aber dann begann es sich zu entladen! WTG-Repräsentanten, von denen man es nicht erwartet hätte, die noch 1925 selbst jenes Harmagedon-Ende proklamierten, allenfalls mit geringem "Verzug", fürchteten nach 1926 den offenen Bruch mit den WTG-Unmöglichkeiten nicht mehr. Zu ihnen gehörte der damals sehr bekannte Leiter des Zentraleuropäischen WTG-Büros in der Schweiz, Conrad C. Binkele. Andere Brüder traten hervor, wie die Gebrüder Emil und Otto Sadlack aus Angerburg/ Ostpreußen. Sie veröffentlichten 3 Jahre nach 1925 im Jahre 1928 ein aufsehenerregendes Buch, "Die Verwüstungen des Heiligtums", worin sie die Umänderungen und Abwege der WTG in Lehre und Organisation mutig aufdeckten, Abwege, um das Werk jetzt wieder in die nächste Generation zu verschieben. "Die Verwüstungen des Heiligtums" war das bedeutendste WTG-kritische Buch dieser Art damals in Europa und darüber hinaus. So fand das Verharren und Abwarten sein Ende. Überall fanden sich Brüder und Schwestern, die die Dinge in die Hand nahmen und nunmehr freie Bibelforschergruppen oder christliche Gemeinden gründeten. Natürlich wurden sie von der WTG sofort auf jede Weise verleumdet und ansonsten totgeschwiegen, bis heute.

Wieder ist längst eine Generation vergangen, so daß es die WTG wagen konnte, ihr Versprechen, nach 1925 keine Daten wieder zu setzen (Rechtfertigung I/1931, S. 332), skrupellos zu brechen und einen neuen Termin zu proklamieren: Das Jahr 1975. Damals noch 1925 waren es die tatsächlich weltweiten kapitalistischen Krisen, insbesondere dann die Weltwirtschaftskrise ab 1929, die die WTG letztlich retteten. Jene Krisen brachten neue verzweifelte Massen und darum unkritische hervor, deren viele am Ende sogar den Hitlerfaschismus akzeptierten. So konnte auch die WTG viele finden, um die zu ersetzen, die ihre Abwege nicht mehr mitgingen. Sie konnte alles verändern und der Zeit erneut anpassen, neue "Endzeit-Zeichen" für die Glaubenden konstruierend.

Auch heute, nach 1975, versucht die WTG sich wieder ähnlich zu retten. Man darf gespannt sein, ob die gegenwärtige kapitalistische Krisenlage das erneut gelingen läßt. Und doch wird sich 1975 nicht genau wiederholen lassen, was 1925 gemacht wurde. Die Welt hat sich inzwischen verändert, aus deren Zuständen die "Zeichen" immer konstruiert werden.

Es ist eine sozialistische Welt entstanden, die damals nicht zu berücksichtigen war. An ihren Grenzen brechen sich nun die kapitalistischen Krisen, und ihre innere sichere soziale Ordnung und Weiterentwicklung geben nichts mehr her für eine hier auch nur halbwegs glaubhafte "Endzeit-Zeichen"Konstruktion, um weiterzumachen. Der mit diesen "Zeichen" verknüpfte Antikommunismus und Antisowjetismus läßt den unmöglichen antisozialen Charakter dessen nur noch deutlicher hervortreten. Damit hat die WTG hier ihr "Endzeit"Spiel ausgespielt. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das jedem Betroffenen völlig zum Bewußtsein gekommen ist.

Eines wiederholt sich jedoch mit Sicherheit wie nach 1925. Es ist erst 1976, und darum steht auch jetzt wieder alles noch bevor, was mit derartigen haltlosen Terminen jedesmal eingebrockt wird. Wer jetzt noch sagt, wenn nicht 1975, dann aber bestimmt kurz danach, wird damit in Kürze nicht mehr ein noch aus wissen. Und es wird sich wieder entladen. Nichts ist darum jetzt wichtiger als wachsam zu bleiben und die WTG-Ablenkungsmanöver von 1975 ständig weiter zu signalisieren. Vor allem, was die WTG jetzt im Interesse des Zusammenhalts der Organisation tut, muß vor dem Hintergrund ihres 1975-Bankrotts gesehen werden! Letztlich geht es nicht nur um diese oder jene falsche Bibelauslegung. Es geht um Wesen, Daseinszweck und eigentlichen Hintergrund der ganzen schon mehr als 100 Jahre anhaltenden, aus den kapitalistischen Krisen konstruierten und Generation um Generation einhergeschobenen Endzeitverkündigung. Und es geht auch um die zeitgeschichtliche Dokumentierung des Wirkens eines beinahe einmaligen Mißbrauchs des christlichen Glaubens für reaktionäre sozial-politische Zwecke unter den Religionsgemeinschaften.

Wird es wie nach 1925 ähnlich den Gebrüdern Sadlack und anderen jetzt auch nach 1975 verantwortungsbewußte Brüder und Schwestern geben, die hervortreten, um aus diesen haltlosen Endzeitvorstellungen hinauszuführen in freie christliche Gemeinden? Möge auch diese CV-Ausgabe helfen, daß Glaubenszuversicht und Entschlußkraft weiter wachsen, damit dies geschieht. Verbreitet CV überall. Legt CV mutig auf den Tisch. Wer will sich bevormunden lassen? CV erscheint. CV macht die Runde! Und du m u ß t wissen, was da um dich herum vorsich geht! Wie wolltest du sonst antworten können? Nochmals: Der WTG steht mit 1975 alles noch bevor!
Darum: Vergewissert euch über alle Dinge haltet fest an dem, was recht ist
1. Thess. 5:21 NW
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IN DIESER AUSGABE
Die große Verdrängung. Die "Verscheuchung" des 1975 Endes im Spiegel des WT! - Kommentar zum Fall Ernst Seliger - Die neue Bezeichnung "Unser Königreichdienst" Eine neue Flugschrift unter den Zeugen Jehovas in der BRD - Dienst am Wort in den freien Christengemeinden in der DDR
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Die große Verdrängung
"Frühherbst 1975" oder das Ende der 6000 Jahre und damit "dieser Welt" - was hat die WTG dazu im Herbst 1975 wirklich verkündigt? Kerngedanken, Hintergründe, Absichten, Ziele und Taktiken der erneuten "Verscheuchung" , eines "Weltendes".
- Die kritische WT-Prüfung -
Eine bedeutsam, schwere Zeit stehe bevor!
"Lohnt es sich, im Geschäftsleben biblische Grundsätze anzuwenden?" W 16/75
Die WTG rechnet , noch 1975 mit einem starken Abfall und Hinwenden ins Berufs- und Geschäftsleben als neuem Lebensinhalt. Das soll unterlaufen werden: Geschäftsleben ja, aber nicht ohne WTG-Verbundenheit. Mit "Arbeitnehmer" und "Arbeitgeber" werden dabei weiter bürgerlich-kapitalistische Denkweisen eingeübt.
"Maria - gesegnet unter den Frauen." W 16/75 Eine Ablenkung des WT von der eigenen Endzeitglaubwürdigkeit durch Angriff auf katholische Glaubenslehren.
"Bist du demütig genug, um niedere Arbeiten zu verrichten?" W 16/75
Alle sollen gehalten werden, demütig niedrig, damit niemand wegen 1975 aufmuckt. Von "hoffen" und von "bis dahin . . . sich abfinden" wird gesprochen, womit die Hinhaltetaktik hervorlugt.
"Rettung als Lohn für Glauben an Gott." W 16/75
Das "Ende" stehe "tatsächlich bevor." Die Zeit "wird anbrechen." Dann aber heißt es: "D o c h u n m i t t e l b a r  v o r  u n s
1 i e g t  n o c h  e i n e  b e d e u t s a m e , a b e r s c h w e r e  Z e i t." "Wirklich großer Druck" komme "erst nach der Vernichtung der falschen Religion." Da die WTG weiß, daß fast jede Verfassung Religionsausübung garantiert, was auch die UNO verbrieft hat, ist auch diese Ankündigung Hinhaltetaktik.
"Ob ihr eßt oder trinkt, tut alles zur Verherrlichung Gottes." W 16/75
Auch durch Auslegungen über die lebenswichtigen Fragen des Essens und Trinkens will die WTG alle an sich gebunden halten.
"Unser Verhältnis zu Jehova schätzen." W 16/75
"Jehova freut sich über unseren willigen Gehorsam", klingt der Artikel aus. Jehova? Das ist ein Mißbrauch des Namens Jehovas zur Niederhaltung aller angesichts des 1975-Bankrotts
"Ein Volk, eifrig für vortreffliche Werke." W 16/75
Mit "glühendem Eifer großzügig unsere Kraft und Zeit einsetzen, ohne daran zu denken, was von uns erwartet werden mag." (Abs. 10) Das klingt aus: "Während die große Drangsal näher rückt, noch mehr bemühen." Ohne zu denken ständig mit letzter Kraft für die WTG weitermachen, niemand soll vor lauter "Eifer" für die WTG zur Besinnung kommen. Darum geht es.
"Für jedes gute Werk bereit." W 16/75
"Wichtiges Werk, bedeutsamer Dienst, Beharrlichkeit, Ausharren" und - "Spenden an die Gesellschaft". Eine Anleitung, sich durch Dienst, Gut und Geld weiter an die WTG zu binden. Das sei eine "vortreffliche Grundlage für die Zukunft". Von einem nahen Ende keine Rede.
Tod auch dieser Generation!
"Millionen haben die Kirchen verlassen, solltest du es auch tun?" W 17/75
Natürlich! Und dann zur WTG gehen. Daß in den letzten Jahren Hunderttausende die WTG wieder verlassen haben, weil sie endzeitlich insbesondere unglaubwürdig ist, wird natürlich verschwiegen. Ablenkung durch Kehren vor anderen Türen.
"Bist du bereit, Ungemach zu erleiden?" W 17/75
Auch Leid kann die Sinne völlig beherrschen, und kann somit dazu beitragen, WTG-Kritik zu verhindern. Zum Schluß wird nicht auf "bald', sondern auf "sich für ewig bewahren" orientiert. Hinhaltetaktik auf der ganzen Linie!
"Wie wertvoll ist dein Leben?" W 17/75
Sehr, sehr billig! Denn der WT sagt: "Der Tod der G e s a m t h e i t der Loyalgesinnten Gottes auf der Erde wäre für Jehova zu kostbar, z u t e u e r " (S. 523). Die einzelnen mögen also dahinsterben! Sie zählen nicht! So soll verschleiert werden, wie auch "diese Generation" wieder endzeitlich mißbraucht vergeht!
"Meine Freude am vortrefflichen Kampf des Glaubens." W 17/75
Ein alter finnischer Kreisaufseher erzählt. Froh berichtet er, in den 44 Jahren für die WTG "vielleicht manchmal schwerer gearbeitet" zu haben, "als ich eigentlich sollte." Solche "Vorbilder" sollen helfen, jetzt alle aufkommende Kritik durch übermäßige Arbeit, wenn es sein muß, zu verhindern. Vom "Ende" kein Wort.
"Entwickelt eine inbrünstige Liebe zueinander." W17/75 Angesichts der Haltlosigkeit der Endzeitverkündigung ein Mißbrauch der Bibelaussagen über Liebe zum weiteren Zusammenhalt unter dieser Verkündigung. Die Schlußbemerkung "in den vergangenen ungefähr 6000 Jahren" soll den 6000-Jahr-Zeitpunkt wieder undeutlich machen.
"Liebe deckt eine Menge von Sünden zu." W 17/75 Auffällig ist von Spaltungen, Meinungsverschiedenheiten und Schwierigkeiten unter den Ältesten die Rede. Kann man ein unglaubwürdiges Endzeitwerk lieben? " . . . die große Drangsal, die so nahe ist . . .", wird beteuert. Die endzeitlichen Haltlosigkeiten mit Liebe zudecken?
Noch innerhalb dieser Generation!
"Was die Kirchen verschweigen." W 18/75
Weitere Ablenkung von der eigenen Endzeitunglaubwürdigkeit. Schwerpunkt: Bekämpfung sozialer Mitverantwortung aus christlicher Überzeugung! Nur das "neue System der Dinge" der WTG könne helfen, was die Kirchen "verschweigen". Aber wann! Der WT: "N o c h innerhalb dieser Generation." Noch? N o c h ? Das schließt doch sogar das Jahr 2000 schon mit ein! Merkt tatsächlich keiner etwas?
"Warum gastfreundlich sein?" W 18/75
Auch ein Mißbrauch biblischer Aussagen, um alle trotz Endzeitunglaubwürdigkeit zusammenzuhalten.
"Standhaft bleiben, wenn auch die Nationen wanken." W 18/75
Die wichtigste Bemerkung: "Jehova (wird die Nationen) noch stärker erschüttern'. Die Verkündigung . . . nimmt an Lautstärke ständig zu und breitet sich auf immer mehr Gebiete aus" (S. 554). Das heißt ebenfalls, kein Ende, immer weiter. "Jerusalem in den Tagen der Apostel." W 18/75 Eine Beschreibung des Tempels von Jerusalem. Der Faden wird ausgezogen "bis an die Enden der Erde" auf das WTG-Werk Freude, um die wankende Glaubwürdigkeit der WTG zu festigen.
"Bleibe besonnen in allem." W 18/75
Diskussion innerer Probleme wie, nicht geistig träge werden, "Verpflichtungen" im Auge behalten, Abgeirrte zurückholen, Günstlingswirtschaft Ältester u. a. m. Dazu die Beteuerung: Die "Weltvernichtung" sei weiter "bevorstehend". Besonnenheit? Das ist doch eine weitere "endzeitliche" Einlullung!
"Mit Zuversicht in die Zukunft blicken." W 18/75
Die "neue Ordnung" der WT-Verkündigung sei keine "Phantasterei". Dazu: "Nehmt euch in acht", daß sich keiner jetzt "zurückzieht"! Und gezielt: "Dauert es vielleicht noch lange bis dahin?" Und wieder: " E i n z e l n e " m ö g e n
s t e r b e n ! Und dann kommt das, was wohl die größte Aufmerksamkeit aller jetzt verdient: "Jetzt den Maßstäben a n p a s s e n , die Jehova uns durch . . . seine 0 r g a n i s a t i o n offenbart." Es gäbe " A n d e r u n g e n " im " V e r s t ä n d n i s d e r L e h r e n u n d  P r o p h e z e i u n g e n "! (Abs. 14,15).
Es ist unmöglich, daß Gott lügt? Ja, das stimmt! Es ist die Verlogenheit der WTG, auch die 1914-Generation bis 1975 hinzuhalten, ihr nun "einzeln" ebenfalls das Sterben beizubringen und dann alle Lehren und Prophezeiungen erneut weiter zu verändern! Was für eine "Zuversicht"!
"Gott gebührt unsere ausschließliche Ergebenheit." W 18/75 Gott ja! Doch der WT will damit ausschließliche Ergebenheit für die WTG, die sich dazwischengestellt hat. Merkt das keiner? Wen läßt sie anders als nur über sich zu Gott? Die Ältesten sollen das alles weiter zusammenhalten.

Die Ältesten - Machtapparat und Hoffnung der WTG
"Sind die Vorgänge in Nahost eine Erfüllung biblischer Prophezeiungen?" W 19/75
,Jein', sagt der WT. Bekanntlich hat der WT ab 1932 den Zionismus vom überwalteten Gotteswerk zum Satanswerk gemacht. Dennoch möchte man die Nahostvorgänge als "endzeitlich" ausschlachten. Jede Stütze wird gebraucht, um das Kartenhaus zu halten.
"Ausbreitung des Christentums auf den Philippinen." W 19/75
"…gute Aussichten", daß sich das WT-Werk "im Land noch weiter ausbreitet." "Welche Ausdehnung!" Und "wie wirkungsvoll kann es verrichtet werden!" In Superlativen soll jede kritische Besinnung ersticken, um 1975 zu überstehen.
"Was ist für dich am begehrenswertesten?" W 19/75
Bis 1953 wurde der Welt die "gerechte Regierung" Gottes als dieses "Ersehnte" verkündigt. (Harfe 1922/240, Harmagedon überleben 1958/265). Nun wird es als die "große Volksmenge" proklamiert. Wenn auch die Generation von damals tot ist und die "große Volksmenge" heute von dieser weltweiten Irreführung nichts mehr weiß und sich sogar geschmeichelt fühlt, jetzt wird es behandelt, um aller "Begehren" fest mit der WTG zu verknüpfen. Denn es ist nichts Neues.
"Ist das 'Heilige Jahr' Gott wohlgefällig?" W 19/75
Zur Ablenkung traditionelle Angriffe auch auf die katholische Kirche. Alle hätten es nötiger zu fragen, ob die weltweite WTG-1975-Verkündigung nicht gar eine Gotteslästerung ist, denn hätte "sein Werk" solche Ankurbelung nötig? Wird dadurch nicht alles der Lästerung preisgegeben?
"Wer eignet sich als Ältester?" - "Älteste, die in vortrefflicher Weise als Vorsteher dienen" - "Güte, eine anziehende Eigenschaft." W 19/75
Die "vierteljährlichen Ältestenzusammenkünfte" seien zwar "keine Geheimverhandlungen". Ihre "vertraulichen Dinge" sollten aber dennoch "nicht an die Öffentlichkeit gelangen." Besonders die Frauen würden die Ältesten "ausfragen". Anstatt sich weiter in schriftwidriger "theokratischer Kriegslist" (2. Kor. 4:2 NW) für eine aus antikommunistischen Gründen Untergrund gehaltene Tätigkeit mißbrauchen zu lassen, sollte man bedenken, wie die WTG die Ältesten in den 30er Jahren als "stößige, riechende Böcke" vertrieb, um über alle ihre "theokatische" Diktatur zu errichten, und daß sie 1971/ 1972 nur, und zwar nur formell, wieder hervorgeholt wurden als unchristliche Bemäntelung für ein Turnus-System, das die Macht der WTG und ihre Kontrolle über die Organisation zur Ausmerzung aller kritischen Geister schon in den Ansätzen angesichts 1975 noch mehr festigen soll.
Der alte Souveränitätsbluff zur Verkorksung vernünftigen sozialen Denkens
"Worauf setzt du dein Vertrauen?" W 20/75 Die bekannte "endzeitliche" Schwarzmalerei durch Vereinnahmung aller Länder, auch der sozialistischen, unter die US-amerikanischen Krisen- und Elendszustände. Im Widerspruch zu Römer 13:1-6 Vernichtung alles Vertrauens in "menschliche Führer", die doch aber für die Gestaltung des unumgänglichen sozialen Lebens für alle da sein müssen. Der Zweck: Alle weiter unter die haltlose WTG-Endzeitverkündigung zu beugen.
"Warum sind diese Völker verschwunden?" W 20/75 Über den Untergang alttestamentlicher Völker. Erweckung von Furcht vor der Abkehr von Gott - sprich WTG - heute. "Standhaft trotz Verfolgung durch die Geistlichkeit, die Nationalsozialisten und die Kommunisten - von Ernst Seliger erzählt." W 20/75
Einer der Hauptverantwortlichen für den antikommunistischen und antisowjetischen WTG-Kurs in Deutschland nach 1947 berichtet über sein Leben "unter der Leitung der Watch Tower Society". Mit seinen letzten Worten, "standhaft bleiben", wirft auch er seine "Autorität" in die Waagschale, um alle weiter unter der WTG hinzuhalten.
"Hüte dich vor geistiger Unreinheit." W 20/75 Eine pauschale Beschmutzung aller anderen Glaubensgemeinschaften speziell, um davon abzuschrecken, jetzt von der WTG "zurückzuweichen". Sodann: Es wäre schlimm, wenn die "jährliche Zunahme" ein "Beweis für den Segen Jehovas" wäre. Denn was nimmt nicht alles jährlich zu!
"Weshalb ein so hoher Loskaufpreis?" W 20/75
Eine Betrachtung des Opfers Christi in Einengung auf den WT-Überrest, letztlich die WTG, dem jeder als den "König-Priestern" zu "gehorchen" habe. Damit ist die Absicht des Artikels deutlich. Von einem nahen Ende keine Rede mehr.
"Eine Regierung unter Gottes Souveränität." W 20/75 Der öffentliche Hauptvortrag der WTG-Kongresse 1975. Er gipfelt wieder in der Forderung, alle verantwortlichen Regierungen hätten schon seit 1914 ihre Souveränität und Macht an Christus im Himmel um ihrer Errettung willen abzutreten. Die gezielte Ausrichtung seitens der WTG unter den Christen gegen sozialpolitisches Verantwortungsbewußtsein zugunsten gerechter Lösungen der sozialen Fragen. Eine der reaktionären hintergründigen Aufgaben der WTG seit J. F. Rutherford. Zugleich ein unmöglicher Errettungsweg, wollte man das ernst nehmen. Und durch 1975 gar völlig ad absurdum geführt.
Mißbrauch des Gebetes, um die WTG zu festigen
"Was bringt die Zukunft deinen Kindern?" W 21/75
Alle Aussicht sei "düster". Die sichere Zukunft in den sozialistischen Ländern z. B. ohne Arbeitslosigkeit wird einfach unterschlagen. Also wieder politische Irreführung. "Diese Generation wird auf keinen Fall vergehen . . ." wird zitiert. Wann ist das für heutige Kinder und Jugendliche? So ist auch das nur "endzeitliches" Hinhalten!
"Gottes Führung macht von Furcht frei." W 21/75
Jehova habe "sogar Engel damit beauftragt", das Werk "zu leiten"! S. 647. Und dann wird schon seit 1799 ein falscher Endzeittermin noch dem anderen proklamiert? Von der "großen Drangsal" wird nur noch gesagt, daß sie "nun sehr nahe zu sein scheint" 1
"Wie wirkt sich das Predigen vom Königreich im katholischen Spanien aus?" W 21/75
Kein Ende mehr. Im Gegenteil: "Es gibt ganze Gruppen von Städten mit . . . 50 000 bis 70 000 Einwohnern, die noch nie von einem Zeugen Jehovas erreicht worden sind." Auch am Beispiel Spanien zeigt sich, daß das 1975-Ende nur ein Ankurbelungsmittel war, also eine Riesentäuschung. Ein tausendfacher Dienstrausch, "ganze Gruppen bis 70 000 noch nie erreicht", soll alle bedenkenlos mit der WTG weiter mitreißen.
"Warum werden einige Sünden nicht vergeben?" W 21/75 Ein Mißbrauch der Bibel, um letztlich auch die Abkehr von der WTG als "Sünde wider den heiligen Geist" erscheinen zu lassen. Letzte Register werden so gezogen, letztlich religiöse Terrormethoden, weil die haltlose Endzeitverkündigung niemals Gottes Werk sein kann.
"Jugendliche, gestaltet euer Leben lebenswert." W 21/75 Ratschläge, allein ausgerichtet auf künftige "Verantwortlichkeiten Erwachsener". Natürlich als "Verhältnis zum Schöpfer" dargestellt, wobei die WTG den Fuß in der Tür hat. Auf ein nahes Ende nicht der geringste Hinweis. Die WTG-Taktik, ihre Jugendlichen jetzt unterschwellig auf eine weitere lange Zeitdauer auszurichten.
"Zum Hörer des Gebets kommen." W 21/75 Ein großer "endzeitlicher" Bibelmißbrauch über das Gebet zur weiteren Einbindung aller in die haltlose Endzeitverkündigung. Der Kernsatz: "Damit unsere Gebete seinem Willen entsprechen, müssen wir seinen Willen kennen." Da die WTG es ist, die bestimmt, was der Wille Gottes jeweils ist, wie die Bibel zu verstehen ist, kommt nichts anderes dabei heraus. Merkt das keiner? Zum "Ende" heißt es nur, eine wartende Haltung einnehmen."
"Sei beharrlich im Gebet." W 21/75
Gott erhöre keine Gebete solcher, "die . . . illoyal und böse sind." Man solle sich in "Loyalität . . . vor jeder Neigung hüten … abzuweichen." Jede "noch so geringe Abweichung" sei eine "Gefahr". Jeder solle "das gute Verhältnis . . . zu unserem Mitteilungskanal" bewahren! Jeder weiß, mit dem "Mitteilungskanal" ist auch die WTG gemeint! Es ist nur zu deutlich, wie sich die WTG jetzt bis in die Gebete aller fest verankern will, damit sie nicht untergeht! Geschickt wird dabei jedes nahe "Ende" weiter aus dem Blick geschoben: ".... ganz gleich, ob du Antwort erhältst, oder ob du warten mußt, bis Gottes bestimmte Zeit gekommen ist", die bekanntlich dann immer die WTG bestimmt.
Warnung vor Ablenkung, um selbst umso besser ablenken zu können
"Wie die Bibel Eheleuten helfen kann." W 22/75
Von einem nahen Ende ist keine Rede dabei. Ein Artikel, mit dem sich die WTG bis in die intimen Beziehungen einer Familie für die Zukunft verankern will.
"Argentinien hört die gute Botschaft des Friedens" W 22/75
Im Land wachse das Interesse an Bewegungen für bessere soziale Verhältnisse. Selbst katholische Priester seien "von ihren religiösen Pflichten weit abgekommen und betätigen sich auf sozialem Gebiet." Und "viele frühere Kommunisten" hätten durch die WTG "erstaunliche Änderungen in ihrem Leben vorgenommen". Die WT-Absicht: Verteufelung jeder Hinwendung zu sozialen Aufgaben angesichts des 1975-Bankrotts. Dabei wird deutlich auch die politische WTG-Zielstellung sichtbar.
"Eine Kapitale für das Universum" W 22/75
Die Hauptabsichten der WTG: Sich selbst für die Zeugen über die 144 000 in der "himmlischen Stadt" zu verankern. Mit dieser Darstellung die Glaubwürdigkeit ihrer Endzeit stützen. Die jetzt noch 1975 zu erwartenden Auflehnungen bisher Folgsamer, "die einen rebellischen Lauf einschlagen", mit der Androhung ihrer Vernichtung niederhalten.
"Laß dich im Wettlauf um das Leben nicht ablenken." W 22/75
Die Hinwendung zu sozialem Engagement als Folge des 1975-Bankrotts scheint ein Schwerpunkt zu sein. Der WT droht: Sich nicht "für die Lösung sozialer Probleme einsetzen". Wer solche "Programme" oder "politische Ziele" unterstützt, stehe "auf der Seite des Teufels" (Abs. 24).
"Laß nicht zu, daß Moden oder Unterhaltung dir zu einer Schlinge werden." W 22/75
Mode, Unterhaltung, Tanz, Musik und Fernsehen werden gegeißelt, wo sie vom Einsatz für die WTG ablenken. "Bald" ist das einzige, was zu dem wieder verfehlten Weltende von 1975 gesagt wird.
"Laß nicht zu, daß du durch Entmutigung oder durch Menschen am Glauben Schiffbruch erleidest." W 22/75 Aller Trost, den die Bibel allein für rechten Glauben gibt, wird zitiert, um alle einzulullen und sich selbst aus dem 1975-Bankrott zu retten. "Entmutigung durch Menschen?" Die WTG selbst ist es mit ihrem Endzeitbankrott, die jenen Schiffbruch bewirkt! Davon will sie ablenken! Wer "murrt" und "klagt", wird dabei erbarmungslos niedergeschlagen: Er gehe "eigenen Begierden" nach, führe "geschwollene Reden", verberge nur seine "Abtrünnigkeit", bewundere "Persönlichkeiten". Ihm werde "die Gemeinschaft entzogen". Wer ihm folgt, gehe "in die Vernichtung" (Abs. 15). Dann kommt, worum es jetzt geht: "Wenn die Organisation . . . neues Verständnis vermittelt, mag es uns manchmal schwerfallen …Sollen wir kritisch werden und vielleicht zu dem Schluß kommen, diese Erklärung sei ja lediglich die Ansicht einiger Männer im Hauptbüro?" (Abs. 17) Es geht tatsächlich um die sich mehrende Erkenntnis, daß das WTG-Werk nicht von Gott sein kann.
lnbrünstig in Liebe zugunsten der WTG verklammern.
Was wird Harmagedon für die Menschheit bedeuten?" W 23/75
Was es bedeuten w i r d ? Eine gezielte Behandlung dieses Themas, um davon abzulenken, daß dies seit "Frühherbst 1975" endgültig bankrott ist! Am 5. September 1975 sollte bereits alles vorbei gewesen sein, und die "Tausendjahrherrschaft" beginnen! Unverfroren wird das nun weiter als irgendwann in der Zukunft gepredigt! Reichen die Harmagedondaten für das vorige Jahrhundert, für 1914, 1925, 1939/45, höchstens bis 1965 und für 1975 immer noch nicht? Auch über folgendes lohnt sich, nunmehr nachzudenken. Jesus ist gekommen, um die Welt keineswegs zu richten, sondern zu retten. Joh. 3:7. Ist das WT-Harmagedondenken angesichts dessen nicht eine erbarmungslose Gesinnung, die dem Inquisitionsdenken gleicht? Damals wurden Christen lediglich wegen ihrer anderen Form der Gottesanbetung und des Dienstes für den gleichen Christus für vernichtungswürdig gehalten!
"Jehova denkt daran, daß wir Staub sind." W 23/75 Mißbrauch der Schrift für die WTG, als ob ihre Interessen die Gottes wären, um jetzt alle Kritik niederzuhalten, ja alle in den Staub zu beugen. Vor der WTG! Da sie keinen um sich herum zu Gott läßt!
"Christliche Liebe beruht auf Jehovas Liebe." W 23/75
Christliche Liebe gab es vor der WTG, in anderen Gemeinschaften und Kirchen, und wird es noch der WTG geben. Als wenn es solche Liebe nur in Verbindung mit der WTG gäbe! Schon immer nahm die WTG zu derartigen Liebesbeschwörungen Zuflucht, wenn sie ihre Endzeithaltlosigkeiten abdecken mußte. Daß es allein um den Zusammenhalt der Organisation wegen des 1975-Bankrotts geht, verraten die Worte: "Es ist etwas Wunderbares, zu dieser Organisation zu gehören . . .".
"Habt eine inbrünstige Liebe zueinander." W 23/75
Auch hier die "Liebe" als Mittel zum Zweck, die Organisation zusammenzuhalten. Die Bemerkung, "wohin könnten wir gehen, wenn wir Gottes Organisation verließen?", beweist das. "Inbrünstig" sollen sich alle um die WTG verklammern, damit sie sicher weitermachen kann.
"Für Gottes Wahrheit und Königreich eintreten" - von Oskar Hoffmann erzählt. W 23/75
"Meine Frau und ich haben nun zusammen 83 Jahre das Vorrecht gehabt . . .". Das soll beitragen, wozu? Daß man sich noch 1975 etwa auch auf weitere 83 Jahre einrichtet? Wozu sonst jetzt solche Akzente?
"Gibt es noch echtes Christentum?" W 23/75
Echtes Christentum muß allen allein den einen Glauben und die eine Hoffnung predigen, wie es in Eph. 4:1-6, Phil. 3:17-19 und Gal. 1:6-9 gefordert wird. Die WTG hat dagegen fast allen eine haltlose irdische Ausrichtung gepredigt, die immer wieder zerstoben ist, wie jetzt 1975. Was für eine fragwürdige Selbstdarstellung also, um weiter an sich zu binden!
"Ist Maria wirklich die Mutter Gottes?" W 23/75
Hat die WTG sich nicht erst einmal selbst angesichts ihres 1975-Bankrotts mit der eigenen Glaubwürdigkeit zu befassen?
"Wieviele Jahre sollten Kinder christlicher Eltern ratsamerweise eine öffentliche Schule besuchen?" (Fragen) W 23/75 Der WT: Die Jugendlichen von heute seien die "reifen, hart arbeitenden Diener . . . von morgen." Dazu als e i n z i g e Zukunftsaussicht: Eine entsprechende Ansicht darüber könne ihnen helfen, "sich des geistigen Paradieses Gottes in vollem Maße zu erfreuen." Man merke auf! Es wird ihnen kein Ende mehr in Sicht gestellt! Allein nur noch das "geistige Paradies", also die WTG-Organisation! Will die WTG auf lange Sicht ihre Endzeitverkündigung noch 1975 an den Nagel hängen?
Nichts haben, um der WTG völlig ausgeliefert zu bleiben
"Versammlungsfreiheit in Griechenland ein Segen." W 24/75 Auseinandersetzungen um die WTG-Kongresse 1975 in Griechenland. Vorteil der WTG war, daß ihre kirchlichen Gegner nur mangelhaft mit den typischen WTG-Lehren bekannt waren. Vor allem mit den geschickten Veränderungen dieser Lehren. Viele ließen sich auch von äußeren Erscheinungen hinreißen und sahen z. B. nicht die schon über ein Jahrhundert dauernden weltweiten "endzeitlichen" Irreführungen oder die Vernichtung jeder demokratischen und sozialen Aktivität durch die WTG.
"Hast du aufgehört, dir Schätze auf der Erde aufzuhäufen?"
W 24/75
Das Hinwenden zu anderer Lebenserfüllung nach dem 1975 Bankrott etwa durch "Spezialausbildung in einem bestimmten Beruf" soll unterlaufen werden. Das Angebot der "himmlischen Schätze" der WTG wird das kaum ändern, bot sie doch die eine Hoffnung (Eph. 4:1-6 durch eine "dem Christus feindliche" irdische Hoffnung ersetzt (Phil. 3:17-19), die mit 1975 wieder platzte, so daß jenes Abwenden zwangsläufig wird.
"Nichts haben und doch alles besitzen." W 24/75 Mißbrauch von Schriftaussagen, um alle letztlich vor der WTG, die für jeden zunächst vor Gott steht, nackt, bloß, mit nichts in der Hand, hilflos und unselbständig zu halten. Denn was hat denn ihre "Aussicht auf ewiges Leben" als "Schatz", den sie in die Hand drückt, noch für eine Glaubwürdigkeit, wenn das schon seit 1874 eine Generation noch der anderen vergeblich gepredigt wird?
"Wird Christus dadurch geehrt?" W 24/75
Das Jahr 1975 ist zu Ende und nichts ist passiert. Es ist Dezember, und was ist da geeigneter und vielleicht auch notwendiger (!), als das Weihnachtsfest der anderen Christen anzugreifen. Doch es gibt kein Verbot einer Feier der Geburt Jesu in der Schrift. Die WTG geht auch hier durch eigene Konstruktionen über die Schrift hinaus. 1. Kor. 4:6, Spr. 30:6. Auf jeden Fall wird Christus durch das Weihnachtsfest immer wieder zum Glaubensanstoß für viele. Und Paulus sagt: "Darum soll niemand um Essen und um Trinken oder in Beziehung auf Feste . . . absprechende Urteile über euch fällen." Kol. 2:16.
Lass dich nicht vom Wesentlichen ablenken und abdrängen
Wie muß die WTG allein schriftgemäß gemessen werden? Allein an dem, was ihren Daseinszweck heute ausmacht. Das ist die Verkündigung einer "Zeit des Endes" allein für eine Generation. Das ist ihr Wesen, das Kriterium für ihre Beurteilung. Alles andere ist nur Mittel für diesen Daseinszweck. Es ist daher nicht entscheidend. Diese "Endzeit" wurde in Wahrheit aber schon seit 1799 von der WTG datiert! (Harfe Gottes 1922/214f) Wieviele Generationen sind das schon? Und wie diese kritische WT-Prüfung gezeigt hat, steht nun nach 1975 eine erneute Änderung aller Lehren bevor! Ja, sie ist mitten im Gange! Die verkündete "Endzeit" ist also unglaubwürdig, ein Hinhalten von einer Generation zur anderen. Sie ist darum ein Bibelmißbrauch für ganz andere Zwecke! Wofür alle jetzt durch die Verdrängung des Bankrotts mit 1975 weiter zusammengehalten werden sollen.
W.-Ko.

Kommentar zum Falle Ernst Seliger
Dieweil sich der Endzeitbankrott der WTG mit 1975 auf alle herniederzusenken beginnt, lesen wir im "Wachtturm" vom 15. Oktober 1975 etwas "von Ernst Seliger erzählt". Es bestünde keine Veranlassung, zu Ernst Seliger als führenden deutschen Vertreter der Watch Tower Society (WTG) etwas zu sagen, wenn er nicht persönlich in der WTG-Millionenzeitschrift an die Öffentlichkeit treten würde. Er stellt seine jetzige "Erzählung" unter das Thema "Standhaft trotz Verfolgung durch die Geistlichkeit, die Nationalsozialisten und die Kommunisten" und stellt sich so selbst öffentlich als Beispiel auch für den WTG-Antikommunismus und WTG-Antisowjetismus dar, wie er unter Mißbrauch des christlichen Glaubens an Gott betrieben wird: "Wir, meine Frau und ich, haben zusammen über vierzig Jahre in Gefängnissen und Konzentrationslagern zugebracht. Weshalb? Nicht wegen eines Verbrechens oder politischer Betätigung, sondern wegen unseres standhaften Glaubens an Gott. Ich wurde sowohl von der Geistlichkeit als auch von den Nationalsozialisten und den Kommunisten angefeindet, weil ich mich an der Verkündigung des Königreiches Gottes beteiligte. Doch ich hielt während dieser Jahre standhaft an meinem Wunsch fest, meinem Gott treu zu dienen", faßt Ernst Seliger sein Leben "unter der Leitung der Watch Tower Society" zusammen.

Als sich Ernst Seliger im Februar 1964 dem BRD-"Deutschlandfunk" für eine antikommunistische und DDR-feindliche Rundfunksendung zur Verfügung stellte, charakterisierte ihn der Rundfunk-Kommentator: " . . . für ihn war eigentlich alles ganz unkompliziert." Wenn es so ist, dann ist das wohl die Tragik seines Lebens "unter der Leitung der Watch Tower Society", wie er es selbst formuliert. Noch ist es jedoch auch für ihn nicht zu spät, den WTG-Glaubensmißbrauch endlich zu durchschauen. Der Endzeitbankrott mit 1975 sollte ein genügender Anlaß sein. Ja, er dient Gott, aber unter der Leitung der WTG, die ihn damit in der Hand hat.

Wenn Ernst Seliger schildert, was ihm alles "unter der Leitung der Watch Tower Society" widerfahren ist, so fällt auf, daß er dabei nie auf genaue Ursachen und Zusammenhänge eingeht. Er hat nicht nur schlicht "das Vorrecht" gehabt, "bei der Neuorganisierung des Predigtwerkes der Zeugen Jehovas in der Deutschen Demokratischen Republik mitzuhelfen" und als "Kreisaufseher" zu dienen. Redlicherweise hätte er "Diener für die Brüder" oder "Kreisdiener" sagen müssen, denn "Kreisaufseher" gab es damals überhaupt nicht. Es ist unredlich, die Vergangenheit umzufrisieren, Bruder Seliger. Ernst Seliger war langjähriger hauptamtlicher Mitarbeiter des deutschen WTG-Zweigbüros in Magdeburg und dann auch Vertreter des Zweigdiener Erich Frost für die damalige Ostzone Deutschlands und dann DDR, während Frost u. a. in Wiesbaden in der amerikanischen Zone unter Täuschung der sowjetischen Besatzungsmacht ein neues gesamtdeutsches Zweigbüro aufbaute, mit direkter Hilfe der amerikanischen Militärregierung. Ernst Seliger war noch mehr.

Kommen wir aber zuerst zu seinem jüngeren Bruder Martin, von dem er schreibt, daß er 1943 wegen Kriegsdienstverweigerung durch das Fallbeil hingerichtet wurde. Ernst Seliger hebt in diesem Zusammenhang hervor, daß er es war, der Martin zuvor "zur Wahrheit" gebracht habe, so daß er auf diese Weise in den Tod ging. Die Bibel bezeugt von den Urchristen, daß sie den Dienst mit der Waffe nicht verweigerten, wie es das Beispiel des römischen Hauptmanns Cornelius zeigt. Auch die Jünger Christi waren eine bewaffnete Gruppe. Märtyrertod durch Waffendienstverweigerung ist also nicht das, was Jesus und die Apostel forderten. Martin Seliger hätte damals also überlaufen können, um sich etwa in sowjetische Gefangenschaft zu begeben und wäre heute vielleicht noch am Leben. Es ist jedenfalls sehr fragwürdig, sich öffentlich zu rühmen, seinen jüngeren Bruder damals gewissermaßen unter das Fallbeil gebracht zu haben, Bruder Seliger.

Ernst Seliger schweigt darüber, auf welche Weise er das das "Predigtwerk" der WTG damals aufbauen half. Ergänzen wir das. Er war Mitglied des siebenköpfigen "Gründungskomitees" der WTG-Organisation in Magdeburg für ganz Deutschland, zusammen mit den als Gestapodienern erwiesenen anderen Mitgliedern Erich Frost, Johannes Schindler und Wilhelm Schumann. Ernst Seliger gehörte zu den Unterzeichnern des von diesem Komitee verfaßten "Gründungsprotokolls". indem er mit jenen Gestapodienern gemeinsam beschloß, alle aus der WTG-Organisation zu entfernen und fernzuhalten, die sich "irgendwie zu Werkzeugen der Nazis gemacht haben", dieweil Frost, Schindler und Schumann zu Hauptwerkzeugen der Gestapo geworden waren. (Die Zeugen Jehovas. Eine Dokumentation über die Wachtturmgesellschaft, Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1970)

Als Vertreter von Zweigdiener Erich Frost gehörte Ernst Seliger zu den Hauptverantwortlichen für den Aufbau der antikommunistischen WTG-Untergrundorganisation schon seit 1949 in der DDR. Bekanntlich hatte sich die WTG seit 1947 wieder in die Front des Antikommunismus, jetzt im Rahmen des kalten Krieges, eingereiht, wie die antikommunistischen politischen Hetzartikel seit 1947/48 in ihren Massenzeitschriften veranschaulichen. In seiner Funktion als "Kreisdiener" gehörte Ernst Seliger auch zu den Verantwortlichen, die den als "kirchlichen Nachrichtendienst" (KND) getarnten geheimen Kurier- und Informationsdienst der WTG in der DDR aufbauten. Wenn man an die Verketzerung und Verteufelung alles Kirchlichen durch die WTG denkt, tritt der Mißbrauch des Begriffs "kirchlich", der zunächst den Verdacht auf die anderen Kirchen lenkt, umso krasser hervor. Ist es christlich, Bruder Seliger, seine eigene antikommunistisch-staatsfeindliche Untergrundtätigkeit so zu verstellen, daß andere, die unschuldig sind und damit nichts zu tun haben, in Verdacht geraten? Ist das nicht vielmehr skrupellos? Was ist das für ein Gottesdienst? Ernst Seliger sammelte selbst überall solche "Nachrichten" für die WTG ein, bis hin zu politischen und militärischen "Vorkommnissen", die dann über die "amerikanische Militärpost" (Wachtturm 15. 2. 48), letztlich also durch die Hände des USA-Geheimdienstes, zum WTG-Hauptbüro Brooklyn, New York, gelangten.

Ernst Seliger war direkt verantwortlich für die damalige Verbreitung der WTG-"Predigten", der WTG-Zeitschriften mit ihrer antikommunistischen politischen Propaganda. Er wird sich sicherlich noch sehr gut an solche Thesen erinnern wie: "…unheilkündender Schatten des Kreml . . . die Bolschewisten warten nur auf einen günstigen Augenblick, um sich mit vernichtender Gewalt zu Herren ganz Europas aufzuschwingen" (Erwachet 8. 12. 1948) u. a. m. Dabei blutete die Sowjetunion damals noch aus allen Kriegswunden durch den deutschen Faschismus und seine Verbündeten und verfolgte kein sehnlicheres Ziel, einen neuen Krieg zu verhindern und die Wunden wieder zu heilen. Was für eine Gewissenlosigkeit, angesichts dessen jene antibolschewistische WTG-Hetzpropaganda zu verbreiten und mit dem Siegel unpolitischen Gottesdienstes zu versehen! Oder ist das wirklich Einfältigkeit? Unfähigkeit, die Dinge objektiv zu beurteilen? Und wieviel einfache Verkündiger wurden auf diese Weise ins Feuer getrieben?

Es ist nur schwerlich glaubhaft, Einfältigkeit und "Unkompliziertheit" anzunehmen, so daß man nicht begreift, was dieses oder jenes, das man tut, für eine Auswirkung und Bedeutung hat. Ernst Seliger wird sich in diesem Zusammenhang an spezielle Gespräche mit Zweigdiener Erich Frost und Betheldiener Paul Großmann erinnern. Letzterer war auch unter dem Spitznamen "lebender RTO" (Rat über Theokratische Organisation) bekannt. Frost hatte dabei kein Hehl daraus gemacht, daß die WTG eine "Kampfstellung" gegen den "kommunistischen Staat" bezogen habe. Großmann hatte dann zu diesem Problem geäußert, daß die Reaktion der DDR daraufhin verständlich sei, "von ihrem Standpunkt aus habe sie Recht" in der Beurteilung der politischen Bedeutung der WTG-Tätigkeit. Wie soll man da die jetzige öffentliche Behauptung von Ernst Seliger einschätzen, keine "politische Betätigung" betrieben zu haben? Bedenkt Ernst Seliger nicht, daß seine WT-Veröffentlichungen Führung oder Irreführung Hunderttausender gutgläubiger WT-Leser bedeuten?

Ernst Seliger ist 1922 zur Watch Tower Society gekommen. Er wurde 1923 getauft. Er hat also den Endzeitbankrott von 1914/18 aus nächster Nähe kennengelernt. Er hat den nächsten Endzeitbankrott von 1925 leichtgläubig mit vorbereitet, selbst erlebt und "überstanden". Den nächsten Endzeitbankrott von 1939/45 mag er weniger bewußt durchstanden haben durch die relative Abgeschnittenheit von der WTG bis 1945. Doch die Materialien und Berichte vom ersten Europa-Kongreß der WTG danach, Pfingsten 1945 in Zürich, hat er als einer der ersten in der Hand gehabt, wo man das "1939/45 Harmagedon" wieder "verscheuchte" und der Welt ein "Verziehen" für höchstens zwanzig Jahre verkündete (Trost 1. Juni 1945, Bern). Als diese zwanzig Jahre auch um waren, predigte Ernst Seliger - immer objektiv gesehen - ab 1966 den nächsten Endzeitbankrott "unter der Leitung der Watch Tower Society", das Jahr 1975. Noch im Bankrottjahr 1975 machte er das, u. a. auf dem Kongreß 1975 in Westberlin mit dem Thema "Die Freude am Dienste Jehovas". Will er wirklich weiter die WTG-Endzeitlügen schlucken, nur um sein "Lebensziel" nicht aufzugeben? Aber ist dieses "Lebensziel", dem er "unter der Leitung der Watch Tower Society" folgt, nicht längst durch die vielen Endzeitbankrotte der WTG als haltlos und unglaubwürdig erwiesen? Was für Menschen können ihm dennoch allein weiter glauben? -
Ko.

DIE NEUE BEZEICHNUNG "UNSER KÖNIGREICHSDIENST"
Ab Januar 1976 hat die WTG die monatliche Informationsschrift "Königreichsdienst" umbenannt in "Unser Königreichsdienst". Die entsprechende monatliche Untergrund-Informationsschrift des WTG-Ostbüros in Wiesbaden für die illegale Tätigkeit in der DDR behält dessen ungeachtet ihre bisherigen Code-Bezeichnungen I/76, II/76 usw. in ihrer speziellen Form. Was ist der Grund für diese Umbenennung?

Diese Umbenennung gehört zu der Vielzahl und dem wohldurchdachten System schrittweise und allmählicher inhaltlicher, lehrmäßiger, psychologischer und optischer Veränderungen, die die WTG im Zusammenhang mit ihrem erneuten Endzeitbankrott mit 1975 vornimmt. Es soll erreicht werden, sowohl von diesem erneuten Bankrott als Offenbarung der Haltlosigkeit der Endzeitorientierung wieder abzulenken, als auch die sich nunmehr überall zeigende Lockerung und Zerbröckelung der Verbundenheit mit der WTG wieder zu stoppen und umzukehren. Ein entscheidender Faktor in diesem Vorhaben ist nicht nur die "Vollbeschäftigung" aller Verkündiger, auf daß sie nicht zum kritischen Innehalten und Nachdenken kommen. "Dauert es jemand zu lange, dann sei daran erinnert, daß Zeit niemals lang wird, wenn man alle Hände voll zu tun hat. Haben wir etwa nichts mehr zu tun?", erklärte die WTG z. B. auf dem "Theokratischen Kongreß" in Zürich Pfingsten 1945, als die Proklamierung des zweiten Weltkrieges als Harmagedon-Ende wieder "verscheucht" wurde (Trost/Erwachet 1. Jun 1945, Bern, Vol. XXIII Nr. 545, S. 11). Ein wichtiger Faktor ist die engere persönliche Bindung aller in dieser "Vollbeschäftigung" an die Organisation, enger als bisher. Zugleich soll damit der Dienst und damit die weitere Fortsetzung des Dienstes als etwas Vertrautes, unlösbar zum persönlichen Leben gehörend empfunden werden, um es nie aufzugeben oder nur schwer aufgeben zu können. Der "Königreichsdienst" ist bekanntlich d i e unmittelbare Anleitung zu diesem Dienst, und als solche das entscheidende unmittelbare Bindungs- und Kommunikationsmittel zwischen dem einzelnen und der WTG. Hinzu kommt, daß dieser "Königreichsdienst" nicht nur durch den erneuten Endzeitbankrott mit 1975 in seiner Anleitung zum Weitermachen auf zunehmende Reserviertheit stößt. Auch seine aufdringliche, verschreibende, bevormundende und versteckt antreibende Art, alle ständig in Höchstleistung zu halten, geht auf die Nerven. Das Hauptanliegen ist jedoch, das Weitermachen auch noch 1975 zu sichern.

Wenn die Bezeichnung "Königreichsdienst" als unpersönlich empfunden wird, nicht mehr geeignet, die zunehmende Dienstunwilligkeit zu stoppen, dann klingt die Bezeichnung "Unser Königreichsdienst" ohne Zweifel anders. Wenn eine Mutter bloß vom "Kind" spricht, so löst das wohl kaum solche Gefühle und inneren Empfindungen aus, als wenn sie sagt "Unser Kind". Jetzt sprechen auch eigene, innere Gefühle der Verbundenheit mit. Und die will die WTG jetzt entfachen, entwickeln, stärken bzw. bewirken und so für den letztlich auf dem Dienst für die WTG beruhenden Zusammenhalt und Fortbestand der Organisation über 1975 hinaus in die Waagschale werfen, "Unser" Königreichsdienst soll jetzt jeder Verkündiger lesen, vorlesen, nachsprechen, anwenden und selbst sagen. "Unser" Königreichsdienst bedeutet letztlich für jeden auch "mein" Königreichsdienst. Er wird also systematisch veranlaßt, sich auf höchst persönliche Art und Weise mit dem Dienst für die WTG und in ihrem Auftrag zu identifizieren, den Dienst für sie als seinen eigenen zu sehen. Ja, nicht nur zu sehen, sondern in seinem Innersten zu empfinden! Darauf kommt es der WTG jetzt an mit dieser Umbenennung, zu dieser Zeit, kurz nach ihrem 1975-Bankrott.

Darum wird jetzt ohne große Erklärung und Kommentar diese Umbenennung vorgenommen. Erscheint der WTG ein ausführlicher Kommentar dazu als zu verdächtig? Soll es lieber für sich, indirekt oder unterschwellig wirken? Das scheint beabsichtigt zu sein. Wir haben es hier mit einer nur äußerlich scheinenden, in Wirklichkeit aber wohlberechneten psychologischen Taktik zu tun, mit einem der vielen Mosaiksteinchen, die die WTG zusammensetzt, um ihr Werk auch nach 1975 allseitig zu festigen und zu sichern und sich vielleicht erst einmal eine weitere Generation zu halten. -

Eine neue Flugschrift unter den Zeugen Jehovas in der BRD:
DAS FALSCHEVANGELIUM DER SICH SELBSTBENANNTEN ZEUGEN JEHOVAS
Eine neue Flugschrift unter den Zeugen Jehovas in der BRD:
Der Verfasser dieser Schrift war selbst volle 27 Jahre aktives Glied der Wachtturm-Gesellschaft. Noch harten inneren Kämpfen trennte er sich, dem Gewissen, der Wahrheit und dem Ruf Christi folgend, von dieser Organisation. Er ist heute Herausgeber der Heftserie "christen" mit Abhandlungen urchristlichen Glaubensgutes, zur Vertiefung eines ausgewogenen Bibelverständnisses, im Interesse der Wiederherstellung und Verteidigung wahren Christentums.

Jehovas Zeugen lehren:
- Christi Wiederkunft ist eine Sache der Vergangenheit, sie erfolgte bereits im Jahre 1914 unsichtbar.
- Christus wurde im Jahre 1914 auf den Thron zur Rechten Gottes erhoben.
- Christus trat im Jahre 1914 seine Königsmacht an.
- Gottes Königreich gelangte 1914 im Himmel zur Aufrichtung.
- Das Ende der Heidenherrschaft, der Ablauf der Zeiten der Nationen erfolgte im Jahre 1914.
- Die Auferstehung der Toten (erste Auferstehung) begann im Jahre 1918.
(Entnommen aus dem Buch der Wachtturm-Gesellschaft "Gottes tausendjähriges Königreich hat sich genaht", Herausgabe in englisch und deutsch 1973, S. 211, 303, 306, 307) und aus dem "Wachtturm" vom 1. Mai 1965, S. 266).
Die weltweite Verkündigung dieses Falschevangeliums bezeichnen Jehovas Zeugen in ihrem Buch als eine "bemerkenswerte Leistung" (S. 307, Abs. 34).

Die Bibel lehrt:
- Christi Wiederkunft ist zukünftig. (Mt. 24:32,33)
- Christi Wiederkunft kann nicht spekulativ errechnet werden (Mt. 24:36, Mk, 13:32)
- Christi Wiederkunft erfolgt sichtbar in Herrlichkeit. (Mt. 24:30, Apg. 1 : 11, Offb. 1 :7, 1. Thess. 1 10, Hebr. 1 :6, 9:28)
- Christus wurde bereits noch seiner Himmelfahrt auf den Thron zur Rechten Gottes erhoben (Kol. 3:1, Hebr. 8:1, 12:2).
- Christi Machtantritt zur Wiederherstellung aller Dinge kann nicht errechnet werden (Apg. 1:6,7, 5. Mose 29:29).
- Gottes Königreich wird nicht im Himmel, sondern auf der Erde aufgerichtet (Jes. 65:17-25, Ps. 37:11, Mt. 5:5, Apg. 3:20,21, Lk. 22:28-30, Mk. 14:25, Offb. 5:10, 20:4, 21 :l-4)
- Die Zeiten der Nationenherrschaft enden erst dann, wenn Jerusalem nicht mehr zertreten wird (Lk. 21 :24)
- Die erste Auferstehung hat noch nicht stattgefunden. (2. Tim. 2:18)

Die Bibel warnt:
Paulus schreibt den Galatern: "Ich muß mich darüber wundern, daß ihr so schnell wieder abfallt (euch abbringen laßt) von dem, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, und euch einer anderen Heilsbotschaft zuwendet, während es noch keine andere (Heilsbotschaft) gibt, nur, daß gewisse Leute da sind, die euch verwirren und die Heilsbotschaft Christi (von Christus) verkehren (verfälschen) möchten. Aber wenn wir selbst oder ein Engel aus dem Himmel euch eine andere Heilsbotschaft verkündigten als die, welche wir euch verkündigt haben: - Fluch über ihn!" (Ga1. 1 :6-9 Menge).
Verfasser: Werner Vetter, Im Fischgarten 22, BRD 7081 Lauchheim/Württ. -
CV-Anmerkung: Diese Schrift findet inzwischen weite Verbreitung. Br. Werner Vetter dürfte vielen persönlich und namentlich bekannt sein.

Dienst am Wort in den freien Christengemeinden in der DDR
WOHIN SOLLTEN WIR GEHEN? DU HAST WORTE EWIGEN LEBENS
Joh. 6:68
Was ist Wahrheit?
Vortrag von H. Bolze Lpzg.
Diese Frage stellte Pilatus unserem Herrn Jesus, nachdem er die bedeutenden Worte aus Joh. 18,37 zu hören bekommen hatte: "Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen, jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme."

Vergegenwärtigen wir uns, was alle oder fast alle Christen gemeinsam haben:
Alle glauben an den allein wahren Gott und Schöpfer aller Dinge.
Alle glauben, daß durch den Sündenfall Adams die Wirksamkeit der Sünde und des Todes zum Schaden des Menschengeschlechts in die Welt kam.
Alle glauben, daß Gott einen Erlösungsplan zur Wiederherstellung vollkommener Verhältnisse und vollkommenen Lebens gefaßt hat und nach seinem weisen Vorsatz durchführt.
Alle glauben, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist, den der Vater hoch erhoben und zu seiner Rechten gesetzt hat, und auf die Erde sandte, und zwar mit vollem Erfolg.
Alle glauben, daß der Herr Jesus in Wort und Wandel ein Abbild der Liebe und des Wesens des Vaters darstellte und damit den festen Grund des Vertrauens auf ihn schuf. Alle glauben an die Wirksamkeit des vergessenen Blutes des Gerechten für die Sünder zum ewigen Leben.
Alle glauben an die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten, glauben an das Auferstehungswerk durch den Sohn, den der Vater hoch erhoben und zu seiner Rechten gesetzt hat, um unumschränkter König zu sein.
Alle glauben, daß der Herr wiederkommt, um die Auslese aus den zu seiner Nachfolge Berufenen zu sich zu holen, und damit die Zeiten zur Segnung der Menschheit nach dem Liebesratschluß Gottes beginnen werden.
Alle glauben, daß eine Einladung vom Herrn zu seiner Nachfolge an sie erging, die sie annahmen und sich bemühen wollen, ihr nach dem Wohlgefallen des Vaters nachzukommen. Alle glauben, daß das Wort Gottes lautere Wahrheit ist.
Das ist grob dargestellt die Gemeinsamkeit christlichen Glaubens. Es ist aber auch die Grundlage der Gerechtigkeit vor Gott! Diese Tatsache m u ß uns genügen, um alle, die so glauben, als wirkliche Geschwister in Christo anzusehen, zu respektieren und zu lieben! Hand aufs Herz: Sieht s o die Praxis der Gläubigen aus? Und w a r u m ist das so? Die wirklichen Gefühle zu "Geschwistern" aus anderen Gemeinschaften reichen von erhabenem Mitleid ob ihres vergeblichen Bemühens bis zum fanatischen Haß, boshafter Verleumdung und erbarmungsloser Bekämpfung, weil  d i e e i g e n e n V o r s t e l l u n g e n über die Art des Gehens des Weges der Nachfolge und die eigenen Vorstellungen über die Verwirklichung der Königsherrschaft verschieden sind.

Ist das nicht traurig? Was will der Herr von uns? Stellt er die Erreichung des ersehnten Zieles durch ein bestimmtes Bild allein richtiger Theorien über zukünftige Gestaltung und Durchführung seiner Macht und Herrlichkeit, oder durch die Bewährung in seiner Nachfolge in Aussicht? Die Worte des Herrn dazu sind: "Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein" Luk. 14,27. Der Herr gibt uns die Empfehlung, daß wir von i h m lernen sollen. Schon in den Seligpreisungen der Bergpredigt brachte er zum Ausdruck, mit welcher Einstellung und Haltung man Gottes Wohlgefallen erwecken kann. Das war bereits der Ausdruck revolutionären Gesinnungswandlung als Resultat der Einbeziehung unter die Geisteszeugung zu neuem Leben. Jesus wies mit aller Deutlichkeit darauf hin, daß es an der Zeit ist, völlig veränderte Grundsätze im Verhalten zueinander und in der Beurteilung der eigenen Person anzunehmen.

Die ganze Bergpredigt in ihrer Ausführlichkeit, war also das Empfinden unseres Herrn Jesus. In seiner Haltung, die er bis zum Tode einnahm, bekundete er die Treue im Ausharren darin, was er selbst als heilbringend gepredigt hatte. "Lernet von mir" und "folge mir nach" sind seine Worte, die uns als Richtschnur und Wegweiser dienen sollen. Wenn wir uns jetzt der Worte des Herrn erinnern, die wir in Joh. 14,6 lesen: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben", so dürfte kein Zweifel daran sein, daß damit die praktische Nachfolge nach den Grundsätzen seiner Belehrungen in der Bergpredigt gemeint ist.

Genügt aber jedem Nachfolger Jesu, was er in der heiligen Schrift lesen kann? Leider n e i n ! Viele haben geglaubt und sind noch der Ansicht, mehr zusammensuchen zu müssen, über das geschriebene Wort hinaus, um sich den Anschein besonderer Begnadigung zu geben. Was war aber und ist auch heute noch die Folge dieses Bemühens? Gerade die Entwicklung der Gedanken über das geschriebene Wort hinaus verursacht die Spaltungen der Kinder Gottes untereinander. Die Stellungnahme zu diesen Theorien von Brüdern, angepriesen durch angeblich helleres Licht, vermehrte Erkenntnis, führt zu Parteilichkeit, Überheblichkeit, Rangstreit und Lieblosigkeit. Das Zugehörigkeitsgefühl erstreckt sich nicht zu allen, die auf den Namen Jesu Christi hoffen, sondern auf die Handvoll Gleichgesinnter. Es entstehen Meinungsstreite, die nicht dem Vorankommen auf dem schmalen Pfade der Nachfolge Jesu, sondern zu tiefen Zerklüftungen der Glaubensfamilie führen. Damit legen wir kein Zeugnis für den Geist der Wahrheit ab (der ja auch solche Dinge nicht lehrt), sondern für den Geist des Antichrists, der unter den Gläubigen aktiver wirkt als unter den Weltmenschen, d. h. in dieser Form ist er den weniger wachsamen Geschwistern weit gefährlicher, als was sich ihnen von seiten der Welt nähert.

Der Herr sagt in Joh. 13,34/35: "Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander lieben sollt, wie ich euch geliebt habe, d a r a n werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt." Unser Erkennungsmerkmal als Nachfolger Jesu liegt also in der gegenseitigen Liebe (als Werke des Glaubens). Demnach liegt unsere Bewertung im Ausharren nicht in einer einzig richtigen Erkenntnis der Art, des Ausmaßes und Zeitpunktes der Herrschaft Christi und des Strafgerichtes an der Welt, sondern in der Nachfolge Jesu, wirklicher Nachfolge, d. h. in der praktischen Verwirklichung von Liebesdiensten nach dem Vorbild unseres Herrn! Wenn wir nämlich vom Geiste Gottes reden, so laßt uns nicht außer acht lassen, daß es der Geist der Liebe ist. Die Geisteszeugung oder Wiedergeburt nach dem Geiste ist nichts anderes als das Wirksamwerden der Früchte des keimenden Samenkorns des Geistes der Liebe, das unser himmlischer Vater selbst in unser Herz gelegt hat. Die Wandlung des Sinnes (der Gesinnung) ist es nämlich, die uns zu neuen Schöpfungen macht, und dazu haben wir vom Vater etwas ins Herz gelegt bekommen. Diese Tatsache ist es, die uns zu Söhnen des Höchsten macht, reicht das Wissen um die Liebesabsichten Gottes. Der Apostel Paulus ist es wiederum, der uns mahnt, die Erkenntnis n i c h t v o r die Liebe zu stellen. Er schreibt in 1. Kor. 8,1-3: "Die Erkenntnis macht dünkelhaft, die Liebe dagegen erbaut. Wer sich auf seine Erkenntnis etwas einbildet, der hat noch nicht so erkannt, wie man erkennen muß, wer dagegen Gott liebt, der ist von ihm erkannt." (Menge)

Unsere Hoffnung auf das Erbe der Verheißung stützt sich n i c h t auf die Erkenntnis des Planes Gottes, sondern auf die Erfüllung seines Willens, was wir auch gelobt haben. Die Erfüllung des Willens Gottes liegt aber im getreulichen Gehen in den Fußstapfen des Herrn, nach seinem Vorbild. Sein Vorbild lag in einem uneigennützigen, opferbereiten Liebeswerk (also der Tat). Ihm Nachzufolgen bedeutet, sich selbst überwinden und Liebe zu g e b e n , aber nicht, andere zu überwinden und ihre Liebe zuerst zu fordern, und schon gar nicht, sie zu übersehen und ihnen aus dem Wege zu gehen. Wer so erkennt, hat, um mit den Worten des Apostels Paulus zu reden, recht erkannt. Ihm kann es unmöglich genügen, um die Dinge zu wissen und dieses Wissen als Maßstab zu benutzen, wen er als Bruder in Christo anerkennt, sondern er wird in der Tat lieben, weil es ihn einfach dazu treibt. Das ist das wahre Zeugnis Gottes an uns, und wir können keine bessere Form des Zeugnisses für ihn haben. - (202/ausz.)

Unsere CV-Zeitschrift - Mittel und gute Möglichkeit, hier jetzt alles Notwendige zum Ausdruck zu bringen
Liebe Leser
Zum Schluß zunächst einige Informationen. Zusammenkünfte freier Christengemeinden finden statt:
In Leipzig: Witzgallstraße 20 (St. Laurentiusgem.) sonnabends 14-16 Uhr. Blumenstraße 74 (meth. Raumgem.) sonntags 14-15.30 Uhr. Maurice-Thorez-Straße 22 (Raumgem.) sonnabends 16-17.30 Uhr.
In Dresden: Robert-Blum-Straße 6 (Raumgem.) sonntags 9-10.30 Uhr.
In Karl-Marx-Stadt: Gießerstraße 36 (St. Joseph) sonnabends 13.30-15.30 Uhr. Schloßstraße 4-6 (Raumgem.) sonntags 14-16 Uhr.
In Magdeburg: Bärstraße 9 (Raumgem.) sonntags 13.30 bis 15 Uhr.
Änderung im Vorsitz des Bundes freier Christengemeinden: Aus gesundheitlichen Gründen ist Br. Peter Förster, Meißen, vom Vorsitz des Bundes zurückgetreten. Er dient jedoch weiter am Wort. Neuer Vorsitzender ist Br. Kurt Thomas, Dresden, neuer stellv. Vorsitzender ist Br. Martin Hänsel, Dresden.
Notwendigerweise ist CV jetzt eine Plattform, ein Mittel, um vielfältigsten kritischen Betrachtungen und Prüfungen des WT-Weges Raum zu geben. Ohne Zweifel hat CV darin nicht ihresgleichen. Älteste, Dienstamtgehilfen und andere verantwortungsbewußte Brüder und Schwestern sollten darum CV freimütig als ihr Organ betrachten, um zu helfen, den Ausweg aus der haltlosen WTG-Endzeitverkündigung zu finden und zu weisen. Sie können sich über CV an alle anderen wenden! Niemand fürchte sich länger vor den Sanktionen der WTG. Sie sind vor Gott und Menschen angesichts der Unglaubwürdigkeit und Haltlosigkeit des WTG-Endzeitweges ohne Bedeutung. Tretet hervor und nehmt die Dinge in die Hand! CV und die bereits freien christlichen Gemeinden reichen allen brüderlich die Hand. Die Zeit i s t herbeigekommen!
In christlicher Verbundenheit Eure Brüder und Schwestern CV-Leitung Gera/Thür.
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"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der Studiengruppe Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6. Preis: M 0,20. Jahresabonnement M 2,-. Versand auch kostenlos. Konto-Nr.: 4562-43-8015 bei Kreis- und Stadtsparkasse Gera

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