Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 77
Ein Bericht über den Auftritt des damaligen WTG-Chefideologen, F. W. Franz am 29. 8. 1975 in Westberlin. Zwar emotional durch den Berichterstatter gewürzt, dennoch aufschlussreich, wie die WTG die 1975-These in ihrer Akutphase "managte".
Bis heute taucht in den
WTG-Jahrbuchberichten, das Land Vietnam nicht mehr selbstständig auf. Offenbar kann es
bestenfalls der Sammelrubrik Verbotsländer zugeordnet werden. Den Hintergrund
verdeutlicht auch eine polemische Notiz in dieser CV-Ausgabe in der zu lesen war:
Im Leitartikel des
"Köngreichsdienst" Nr. 6/1975, Wiesbaden, "Liebe
Königreichsverkündiger", berichtet die WTG über ihre Rückschläge in Vietnam,
nachdem dort die US-Aggressoren vertrieben sind und die siegreichen vietnamesischen
Volksbefreiungskräfte
regieren. Etwa 100 vietnamesische Verkündiger seien in
Saigon zurückgeblieben. Die WTG: "Nichts, was nicht kommunistisch ist, kann jetzt
dort gedruckt werden. Deshalb wird der Wachtturm vorerst nicht in vietnamesisch
erhältlich sein". Nicht gesagt wird, wie die WTG selbst gegen die "Roten"
in Vietnam gehetzt hat (Jahrbuchbericht 1965). Nicht gesagt wird, wie die WTG;
international gegen die "Ausbreitung des Kommunismus" in Vietnam als
"wirkliche Bedrohung" zu hetzen (Erwachet 22. Sept. 1965) anleitete. Nicht
gesagt wird, daß deswegen die WTG-Missionare rechtzeitig vor den sie beschützenden
US-Aggressoren Vietnam verließen, um sich in Sicherheit zu bringen.
Aus der redaktionellen
Anmerkung dieser CV-Ausgabe:
"Ja, es ist nicht einfach, von der WTG zu lassen, wenn man ihr
bedingungslos als 'Gottes Organisation' folgte. Doch man muß erkennen, daß man in
Wirklichkeit einem gigantischen Mißbrauch des Glaubens gefolgt ist. '1975' beweist es.
Dieser Konflikt kann niemandem erspart bleiben. Wir haben doch Verantwortung für unsere
Nächsten, für unsere Familie, für die Zukunft unserer Kinder.
Die WTG weiß, was auf ihren Endzeitbankrott kommen muß. Darum jetzt u. a. jene Artikel um die anderen Gemeinschaften herabzusetzen, zu verteufeln, von ihnen abzuschrecken. Doch man muß, den WTG-1975-Bankrott vor Augen, endlich begreifen! Besucht doch einmal andere Gemeinschaften, ehe der Stab gebrochen wird! Geht in die Neinstedter Anstalten für Hirngeschädigte. Sprecht mit den evangelischen Schwestern, die sich dort aufopfern! Geht in die Christliche Pflegeanstalt der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinden in Schmalkalden-Aue! Geht in das Kinderkrankenhaus 'Martha Maria' der Evangelisch-Methodistischen Kirche in Halle! Geht in das katholische Pflegeheim 'Maria Frieden' in Berlin! Wo sich andere Christen um Schicksale kümmern, an denen die WTG wie der Levit vorbeigeht! Lukas 10:32. Oder sollten sie besser diese Pflegebedürftigen im Glauben an das 1975 der WTG auf die Straße gesetzt haben? Sollten sie das hierfür verbrauchte Geld lieber der WTG für die Verkündigung ihres 1975-Bankrotts-überwiesen haben? Kommt doch endlich auf den Boden der Tatsachen und Realitäten zurück! Die WTG-Führung hat nicht im Entferntesten solche praktischen Werke der Nächstenliebe ohne nach dem Glauben zu fragen, aufzuweisen! Ja, sie schiebt ihre eigenen Alten, Gebrechlichen, Kranken, Hirngeschädigten, Krüppel und Siechen nach Möglichkeit an jene anderen, an die christliche oder staatliche Fürsorge ab! Es gibt es eine hohe staatliche Anerkennung für diese kirchlichen Pflege-Werke. Die WTG läßt sie dafür als 'Hure Babylons', Heuchler und Teufelsdiener von Haus zu Haus verleumden! Mit dem WTG-1975-Bankrott sollte auch hier das Maß voll sein!"
CV Christliche Verantwortung
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT
ist freie, christlich und menschlich
verantwortungsbewußte Information zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas
und ihrer Leitenden Körperschaft,- der Wachtturm-,. Bibel- und Traktat-Gesellschaft (WTG)
und WTG-bedingten Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen
Entwicklung. Die Vielseitigkeit de Darlegungen in CV widerspiegelt diese-Situation und
weist Wege zu ihrer Lösung.-
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.
Nr. 77 Gera Dezember 1975
WTG-Vizepräsident F. W. Franz in
Westberlin:
"AM 5. SEPTEMBER 1975 BEI SONNENUNTERGANG WAREN.
DIE 6000 JAHRE ABGELAUFEN!." - WAS NUN?
Liebe Leser!
Schlagt sofort den Bericht in dieser Ausgabe über den Kongreß am 29.
August 1975 mit WTG-Vizepräsident F. W. Franz aus Brooklyn in der Westberliner
Deutschlandhalle auf! Legt ihn unverzüglich bei der nächsten Zusammenkunft in den
Studiengruppen auf den Tisch! Nehmt ihn mit zu Besuchen bei anderen Brüdern und
Schwestern, leiht ihn anderen zum Lesen. Schreibt ihn ab, verbreitet ihn weiter so weit es
irgend geht! Was hier für den 5. September 1975 zum Sonnenuntergang als
"Ereignis" am Ende der 6000 Jahre angeboten wird, ist schon keine Zumutung mehr,
es ist einfach zu viel. Doch lest es selbst.
Wir lenken die kritische Aufmerksamkeit auch auf das Schlußgebet von WTG-RIAS-Sprecher Helmut Krüger. Ist es nicht unverantwortlich von ihm vor Gott und Menschen, ohne jemanden nach der Ansprache von F. W. Franz zur Besinnung kommen zu lassen, Gott hoch und heilig zu versichern, daß alle Zeugen Jehovas mit dem hier Gehörten übereinstimmen? Und das in einem Gebet, das die geziemende christliche Demut vor Gott allenfalls als Routinegebetsfloskel hinten anhängt? Es wäre interessant zu wissen, ob sich Helmut Krüger zum Überrest rechnet, oder ob er in Wirklichkeit noch Phil. 3:18-20 ein Feind des Kreuzes Christi ist. Nicht alle haben geklatscht, wenn F. W. Franz das geschickt herausforderte. Gar mancher war in seinem Sinn förmlich entsetzt, was er hier jetzt zu hören bekam!
Die Verantwortlichen für die "Theokratische Predigtdienstschule" in der Untergrundorganisation möchten wir auf die Taktik hinweisen, der F. W. Franz in seiner Ansprache folgt, um mit seinen Ausführungen auf ganz bestimmte Weise anzukommen. Da sie andere zu schulen haben, wie man eine Ansprache machen muß, können sie sicher ermessen, was gemeint ist. Es spricht immerhin nicht irgendwer, sondern F. W. Franz als der eigentliche "Chefideologe" oder "geistiger Kopf" der WTG!
Beachtung verdient auch die Tatsache, daß der Besuch vonF. W. Franz Teil einer Europa-Reise war, deren Schwerpunkte die BRD, Westberlin und England waren! Bekanntlich sind der deutsche und der englische Zweig die "Hauptbollwerke" der WTG in Europa! Haben die Kongresse im Juli und August 1975 nicht gereicht? War die zusätzliche Europareise von F. W. Franz jetzt ein dringender "Feuerwehreinsatz"? Konnte er die Zünder aus den Pulverfässern in Wiesbaden und London entfernen? Sicher haben sie in den Zweigbüros noch ganz andere Fragen behandelt, als dann öffentlich auf den Kongressen für die einfachen Verkündiger, um sie weiter nach 1975 bei der Stange zu halten! CV hofft, auch hierüber berichten zu können.
Wir ermutigen alle CV-Leser, weitere
Stellungnahmen zur CV-Sonderausgabe "Erfüllt sich heute eine Zeit des Endes?"
(CV Nr. 73, August 1975) einzusenden. Diese Sonderausgabe ist natürlich auch in Brooklyn
bei F . W. Franz auf dem Schreibtisch angekommen. Erwartet eine ausführliche Darstellung
der Reaktionen auf diese Sonderausgabe! Nun legen wir auch diese CV-Ausgabe allen ans
Herz.
Vergewissert euch über alle Dinge
haltet an dem fest, was recht ist
1. Thess. 5:21 NW
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IN DIESER AUSGABE
Der Feigenbaum blüht nicht, die WT-Endzeit ist ein
Fehlschlag. Die ständige kritische WT-Prüfung. WT Nr. 12/1975-
Wie geht es noch dem 1975-Endzeitbankrott weiter? WTG
Vizepräsident F. W. Franz, Brooklyn, am 29. . August 1975 in Westberlin. Zweigaufseher R.
Kelsey, Wiesbaden, übersetzte. WTG-RIAS-Sprecher Helmut Krüger leitete im Gebet. 5 829
Zuhörer anwesend. -
Bruder Viktor Zirkel, Schkeuditz, gestorben. -
USA-Geheimdienst CIA und Religionsgemeinschaften.
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DER FEIGENBAUM BLÜH.T NICHT, DIE WT-ENDZZEIT
IST .EIN FEHLSCHLAG
Die ständige kritische WT-Prüfung
Der Wachtturm, 15. Juni 1975, Nr. 12
"Ist ein Leben ohne Ungerechtigkeit nur ein
Traum?"
Nebenartikel
Verbrechen, Diebstahl, Unterschlagungen und Veruntreuungen
aller Art vornehmlich in den USA werden aufgezählt. Und wie sie oft durch Macht und
Einfluß unbestraft bleiben. Und wie der "Durchschnittsbürger, der an der untersten
Stelle steht, oft an die Wand gedrückt wird". Dann: "Eigentlich muß das ganze
System der Dinge, das heute die Erde beherrscht, geändert werden". Wieder wird allen
eine "kapitalistische Brille" aufgesetzt, als wenn alle Welt so sei, wie die
Zustände in den USA. Die erfolgreiche soziale Entwicklung in den sozialistischen Ländern
wird vorsätzlich ignoriert, während die eigene Endzeitunglaubwürdigkeit wie sie durch
"1975" wieder bewiesen wird, völlig verschwiegen wird. Überhaupt: Was ist
solche politische Desinformation für eine religiöse "Predigt"?
"Warum so viele 'christliche'
Sekten?", Nebenartikel
Im Grunde genommen ist dieser Artikel ein
Ablenkungsmanöver von den eigenen unhaltbaren Endzeitverkündigungen durch Angriff auf
andere Gemeinschaften. Alle sollen vor der Tür der anderen kehren, Splitter in den Augen
der anderen suchen, um jetzt den WT-1975-Schwindel zu verdrängen. Es soll auch verhindert
werden, daß sich jemand nun anderen Gemeinschaften zuwendet, indem z. B. ihre
Christlichkeit abgesprochen wird. Tatsache ist, daß auch das Urchristentum in
unterschiedlichen christlichen Gruppierungen bestanden hat. Wer das neue Testament genau
studiert, sieht das. Die WTG vertuscht das um ihrer eigenen unhaltbaren Ansprüche willen,
"allein in der Wahrheit" zu sein.
"Jehovas Zeugen erlangen
Gottesdienstfreiheit in Portugal" Nebenartikel
Eine kurze Übersicht über die Tätigkeit der WTG seit
1925 in Portugal. Voll Genugtuung wird konstatiert, daß mit dem Sturz des faschistischen
Salazar-Regimes 1974 auch die Zeugen Jehovas in Portugal wieder legal wirken können.
Politisch bemerkenswert ist, daß die WTG die Kennzeichnung des Salazar-Regimes als
faschistisch vermeidet. Warum? "Jehovas Zeugen sind über die neuerliche Entwicklung
ihres Werkes in Portugal begeistert", heißt es. Natürlich wird sorgfältig
übergangen, die Tatsache zu würdigen, daß man nicht auf irgendein Weltende warten kann,
sondern selbst für Freiheit und gegen Faschismus kämpfen muß. Oder hätten die
Portugiesen besser auf das WT-1975 setzen sollen?
"Ein großer Wortführer. Wer ist
er?"- Nebenartikel
Es geht wieder um die Dreieinigkeit. In dieser Situation
der eigenen 1975-Misere ist der Ablenkungscharakter auch dieses Artikels offensichtlich.
Für ernsthaftes Bibelstudium ist die Feststellung interessant, daß "die
Kenntlichmachung Jesu als Logos" in der Urkirche weiterentwickelt worden sei
"mehr aufgrund der philosophischen Vorstellungen der Griechen als aufgrund der
Leitgedanken des Alten Testaments". Wer hat das in den WT geschmuggelt? Das zu Ende
gedacht, hat nämlich weitreichende Konsequenzen! Der WT argumentiert u. a. mit katholischen Autoritäten,
die das Dreieinigkitsverständnis Gottes selbst infrage stellen. Sie wurden das
"richtigerweise" tun. Katholiken tun etwas richtigerweise? Als Katholiken?'.
Natürlich. Doch wo zielt diese Argumentation hin? Hat das auch jemand in den WT
geschmuggelt? Oder ist das nur vordergründige, ablenkende Polemik?
"Nacht und Tag arbeitend, um
Jünger zu machen" Hauptartikel
Das Thema sagt eigentlich schon alles. Dienst, Dienst,
Dienst, "Tag und Nacht". Wer alle Hände voll zu tun hat, denkt nicht nach, kann
das kaum. Mit "begeisternden" Beispielen wird das förmlich auf die Spitze
getrieben. Mehrmals wird die einst der Welt für 1914 verkündete "große
Drangsal" in ihrer neuen Zukunftsverschiebung erwähnt. Nicht ohne Grund. Dabei wird
alles genau auf den Kopf gestellt. Die "Gesellschaft unserer Zeit" wird generell
als selbstsüchtig, herzlos mit "absolut keiner Hoffnung für die Zukunft"
hingestellt. Wer will das in der sozialistischen Gesellschaft ernsthaft als
"Evangelium" predigen? Das sind doch absolute politischen Verleumdungen. Die
sozialistische Gesellschaft hat Zukunft gehabt, seit Karl Marx das erste Wort darüber
sprach. Das kann doch nicht wegdiskutiert werden. Gar nicht zu sprechen davon, was sie
heute biete,. entwickelt und sichert, auch für Christen. Dafür wird die haltlose
WTG-Endzeit allen Ernstes als "realistische Hoffnung" gepriesen! Das macht auch
die Behauptung "unser Werk ist nicht umsonst" nicht glaubwürdig, haben wir doch
"1975" drastisch vor Augen.
"Mit ganzer Seele den Weg ins
Leben gehen" Hauptartikel
Flucht nach vorn in höchster Potenz, könnte man sagen.
Nicht nachdenken, was da weiter verkündigt werden soll, sondern allein im Blick haben,
mehr zu verkündigen, intensiver, mit dem Endziel, sich im "Pionierdienst" der
WTG völlig in die Arme zu werfen. Allem anderen förmlich "fliehen", diesem
aber mit letzter Kraft "nachjagen". Die Ankurbelung mit "1975" hat
ihren Zweck erfüllt. Die Zahlen sind in die Höhe gegangen. Der Aderlaß des erneuten
Fehlschlages läßt sich leichter verkraften. Dabei wird die Katze vorsichtig weiter aus
dem Sack gelassen. Die Anweisungen für Kinder und Jugendliche diesmal. "Welch
goldene Gelegenheiten liegen doch vor uns, während wir noch jung sind!" Und
"Eltern können ihren Kindern einen großen Dienst erweisen, wenn sie ihr Denken in
Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Bibel formen und ihnen ganzherzig die Laufbahn
eines Pioniers empfehlen". Wenn man weiß, daß die WTG bestimmt, was da wie zu
gelten hat, wird sichtbar, wie sie auf die Jugendlichen setzt als Kerntruppe ihrer
Zukunft. Die Weisung, "daß man seine Angelegenheiten so einrichtet, daß man im
Vollzeitdienst bleiben kann und das Jahr für Jahr (S. 379, Abs. 15) zeigt, es gibt nie
ein "Ende" wie es auch mit früheren Daten und den vorigen Generationen keines
gegeben hat. Die Endzeitausrichtung ist nur ein Mittel zum Zweck.
W. Ko.
WIE GEHT ES NACH DEM
1975-ENDZEITBANKROTT WEITER?
WTG-Vizepräsident F. W. Franz, Brooklyn, am 29. August
1975 in Westberlin. Zweigaufseher R. Kelsey, Wiesbaden,
übersetzte, WTG-Sprecher Helmut Krüger leitete im Gebet. 5829 Zuhörer anwesend
Nach CV-Korr. aus Westberlin. - Kaum sind die
Bezirkskongresse des Jahres 1975 in Westeuropa zu Ende, wird der WTG-Vizepräsident mit
einem Begleiter auf eine dringliche Westeuropareise geschickt. Schwerpunkte waren
Westdeutschland und England. Für die Versammlungen wurden Kongresse u. a. in
Gelsenkirchen, BRD, Westberlin und London, England veranstaltet. Was jedoch in den
WT-Büros in Wiesbaden, Westberlin und London besprochen wurde bleibt intern, ja weitgehend geheim.
Schließlich schreiben wir das WTG-Endzeitbankrottjahr 1975, für das der ganzen Welt
verkündet wurde, es würde das "Ende der Welt und den Beginn des
"Tausendjahrreiches Christi auf Erden" bringen. Schon einen Tag nach der Abreise
von F. W. Franz am 30. August 1975 noch Gelsenkirchen gingen die ersten Berichte und
Informationen aus Westberliner Versammlungen über die Ansprache von F, W. Franz am 29.
August 1975 in der Westberliner Deutschlandhalle ein. Die Vielzahl der Berichte
ermöglicht nun eine gute Gesamtdarstellung. Man kann sagen, daß vielleicht bis auf
wenige Unabkömmliche und Kranke alle rund 5500 Verkündiger Westberlins versammelt
wurden, um F. W. Franz zu hören. Es sei vorausgeschickt, daß nach den übereinstimmenden
Beobachtungen im Saal nicht alle geklatscht haben, wenn F. W. Franz geschickt den Beifall
herausforderte.
Der Abend mit F. W. Franz begann mit der Aufforderung. das Lied N. 37, "Die Macht der Freundlichkeit", kräftig, von Herzen und laut zu singen. Eine gutgewählte psychologische Einstimmung. Klatschen begrüßte dann den Redner, der dann englisch sprach, obwohl er deutsch kann. R. Kelsey hat teilweise Schwierigkeiten mit der Übersetzung gehabt. Manches hat er frei übersetzt, manche Worte sogar falsch. Grüße der Bethelfamilie und von WTG-Präsident N. H. Knorr bewirkten das nächste Klatschen, der Hinweis, wieder in Berlin sein zu können, weiteres Klatschen. Eine weitere Bemerkung über diese Möglichkeit in Westberlin nochmaliges Klatschen, und die geschickte Bemerkung, daß er nicht widerstehen konnte zu kommen neues Klatschen und Lachen. Jedesmal, wenn F. W. Franz die Zuhörer als Berliner ansprach, brandete es auf. Man kennt dies u. a. von Besuchen westlicher Politiker in Westberlin aus der "Frontstadt"-Zeit Westberlins im kalten Krieg. Mit einem Geist Gottes hatte das also offensichtlich nicht ausschließlich zu tun. F. W. Franz spielte sehr geschickt auf diesem Klavier. Dieser Eindruck wird bestätigt dadurch, daß auf den Dank an die Brüder in Westberlin dafür, daß sie den Besuch möglich gemacht haben, nicht geklatscht wurde.
F. W. Franz benutzte in der Hauptsache
den 103. Psalm, in den er die ganze heutige WTG-Verkündigung hineindeutete, als ob David
die Zeit ab 1914 im Sinn gehabt habe.
Einige Passagen lassen vermuten, daß F. W. Franz nicht
frei von abergläubischen Neigungen ist. Als er Vers 3 deutete, bemerkte er, das Heilen
unserer körperlicher Krankheiten hänge wirklich von Jehova ab. Das ist doch Aberglaube.
Wenn das wahr wäre, dann hätten die Apostel gelogen, die schon damals sagten, daß alle
Wunder aufgehört. haben, und nur noch Glaube, Hoffnung und Liebe bleiben .1. Kor. 13:8,
13.
F. W. Franz ist 82 Jahre alt. Möglicherweise ist das aber auch Ausdruck nachlassender Denkkraft und altersbedingter Kinderei. Er sollte besser nicht mehr öffentlich frei sprechen. Er untermauerte diesen Aberglauben noch in Auslegung von Vers 4, wo David von Erlösung aus der Grube spricht. Er brachte dis Beispiel einer schwangeren Schwester, die nach ärztlicher Meinung ohne Blutübertragung die Entbindung nicht überstehen und in die Grube gehen würde. Sie habe sich daraufhin Jehova im Gebet genaht. Und was tat Jehova? fragte F. W. Franz die Anwesenden. Er antwortete selbst: Jehova habe sie ohne Blutübertragung vor der Grube bewahrt. Das Kind kam so. Und was ist mit den Frauen, die ohne Blutübertragung sterben? Was für eine Kinderei von F. W. Franz, Jehova in die Entbindungsstationen und Wochenbetten zu verwickeln. Oder war das auf besondere Weise auf die Mehrzahl der Schwestern im Saal berechnet? Denn er bemerkte wie beiläufig, David habe wahrscheinlich von geistigen Krankheiten gesprochen. Warum macht F. W. Franz dann aber etwas anderes daraus?
Politischer Höhepunkt der Rede von F. W. Franz war eine neue antikommunistische Aufputschung. David habe viele Feinde gehabt, so auch Jehovas Zeugen heute. Nun, David war als König Israels ein politischer und militärischer Herrscher, der viele Eroberungskriege geführt hat, als Führer einer politischen Nation, eines Staates. Auch hat er persönlich viele scheußliche Taten verübt. Nur um die Gunst seines Todfeindes Saul zu erhalten, erschlug er willkürlich 200 Bewohner eines anderen Stammes, um ihre Vorhäute abzuschneiden und Saul zu präsentieren. 1. Sam., 18:20-30. Da muß man schon eine Menge Feinde haben. So auch Jehovas Zeugen? Nein, niemals so, wollen sie nicht Christen unter dem Neuen Bunde sein? Doch das übergeht F. W. Franz einfach alles. Er berichtet, wie er jüngst in Portugal war (am 21./22. Dez. 1974). nachdem Jehovas Zeugen dort wieder legal tätig sein können. Der portugiesische Zweigaufseher der WTG habe ihm gesagt, auf einem Zaun, einer Wand in Portugal sei die Losung aufgetaucht "Tod den Zeugen Jehovas". Das stamme von den Kommunisten. Wenn diese Losung nicht erfunden ist, stammt sie möglicherweise von anarchistischen Gruppen, aber niemals "von den Kommunisten". Aber wer von den Zeugen unterscheidet das schon. und die WTG will solche Unterscheidung gar nicht. Hinzu komme die Äußerung von portugiesischen Kommunisten, so der Zweigaufseher, wenn sie an die Macht kämen, würden sie der WTG "das Geschäft legen". Dies ist allerdings denkbar. Die WTG dürfte schwerlich einen leichten Stand haben als "Bollwerk gegen den Kommunismus" (W. Amann, Zweigbüro Wiesbaden) in einem sozialistischen Portugal. Aber eben aus diesem antikommuistischen politischen Gründen, nicht als Christen. Wieder: Wer unter den Zeugen unterscheidet das? Auch diese Unterscheidung will die WTG bekanntlich nicht. Und so verfällt F. W. Franz in die Zeit des kalten Krieges. Man wird förmlich an den früheren deutschen Zweigdiener Erich Frost 1949 in der Westberliner Waldbühne und seine antikommunistischen Haßausbrüche erinnert. Nachzulesen im WT vom 1. April 1950, Nr. 7 dt. Magdeburg. Und F. W. Franz zitiert Hitler, der Jehovas Zeugen in Deutschland ausrotten wollte. Er sei in der Grube. Jehovas Volk aber sei heute hier in Berlin! Frenetisches Klatschen brandete auf. Der antikommunistische Pfeil saß! Wer die Schulungsmaterialien der Organisation kennt, weiß, wie bei einem Vortrag auch der geringste Effekt geplant und berechnet wird. Ein erster Beitrag der WTG die Westberliner "Frontstadt"-Politik als Religionsgemeinschaft wieder aufgeben zu lassen. Auch eine Ablenkung von "1975".
F W. Franz kommt dann langsam seinem Ziel näher, allen beizubringen, daß das Werk sozusagen lebenslänglich weitergeht. Er lanciert wieder einer psychologischen Kunstgriff. Den Übersetzer R. Kelsey und sich selbst aufrufend, namentlich, fragt er die Menge, ob Jehova jedem die Lebenszeit, die Lebenszeit, mit dem gesättigt habe, was gut ist! Und er ruft in deutscher Sprache in den Saal: "Was ist die Antwort? Ja oder Nein!" Klatschen brandet auf, vermischt mit lauten Rufen aus der Menge: Ja! Ja! Ja!
Dann spricht er wieder von David. Zuerst aber erwähnt er eine Schwester, die 95 Jahre alt sei, die aber das tut, was junge Leute tun! Er sagt das ohne nähere Erklärung. Was will er? Was meint er? Man überlege sich, was er auf diese Weise alles ansprecht! Emotionalisieren, aufwühlen, Sexuelles nicht ausschließend. F. W. Franz ist 82 Jahre alt.
Dann kehrt er zu David und Psalm 103 zurück. Als er sagt, sicher fühle man sich manchmal müde und erschöpft, lachen einige aus der Menge auf. Er weiß, daß nicht nur einige müde sind, immer Dinge zu verkündigen, die nicht eintreffen. Wie 1975. Er stellt das Bild eines Adlers vor Augen, der in gewisser Zeiten seine Federn verliere. Dann aber würden neue nachwachsen, Kraft komme wieder wie beim jungen Adler. Er könne wieder seine Flügel schlagen und ganz hoch fliegen! So auch Jehovas Zeugen. Wenn jetzt eine "gewisse Zeit" sei, in der man sich in geistiger Hinsicht sehr schwach fühle, dann zeige Gott jetzt durch seine Organisation den Aufschwung! Da werde im Dienste Jehovas mit neuer Kraft fortgefahren. Die Kraft der Zeugen werde erneuert.
Dann schiebt F. W. Franz eine Warnung dazwischen. Keiner gehöre sich selbst, Den Verpflichtungen daraus nicht nachzukommen, bedeute Betrug und Untreue gegen Gott. Dabei geht es gar nicht um Gott, sondern um Untreue gegenüber der WTG mit ihrem erneuten Endzeitbankrott. Und so fragt er, ob nicht alle erfahren hätten, wie barmherzig und geduldig und langsam zum Zorn (viele dachten dabei an die weitere Endzeitverschiebung) und wie überströmend an liebender Güte Gott sei. Natürlich klatschen alle. Aber F. W. Franz genügt das nicht. Er wiederholt sich wörtlich. Wieder klatschen alle. Dann beugt er sie in den Staub. Kritikwürdig seien alle Zeugen, wieviele Fehler an ihnen. Auf unabsehbare Zeit müßte Gott eigentlich mit ihnen grollen, ihnen zürnen und dräuen, ja ausrotten müßte er eigentlich alle. So nichtsnutzig seien alle. Aber Gott sei natürlich nicht so mit den Zeugen verfahren. Sonst würden sie jetzt nicht in der "irdischen Organisation" Gottes, unter der WTG sein. Welche Gnade Gottes also, der WTG zu folgen.
Nach langen Ausführungen über die Erhabenheit Gottes, der mit der WTG sei, und über die Nichtigkeit der Zeugen wird wieder recht auffällig die "unabsehbare Zeit" der Güte Jehovas in den Blick gerückt. Das habe sich schon zur Zeit David auf eine Generation noch der anderen bezogen. Es sei übergegangen "auf die nächste Generation und auf die nächste Generation" und so weiter. Wer diese "Güte Jehovas" erfahren möchte, müsse natürlich seine Bestimmungen kennen und sie ausführen. Bestimmungen, Befehle, Bestimmungen und wieder Befehle, die zu befolgen seien, werden betont. Und dann sagte F. W. Franz wörtlich: "Er hat das Recht zu befehlen, daß wir dieses oder jenes tun". Es sei solange zu predigen, wie allen das "Vorrecht" dazu eingeräumt werde! Und wieder wörtlich: "Aus diesem Grunde fahren wir fort, die gute Botschaft vom Königreich Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr zu verkündigen!" Nach diesen recht deutlichen Worten folgen lange Ausführungen, daß die WTG die allein wahre Religion besitze. Das ist wieder ein vertrautes Thema, womit sich alle identifizieren. Eine eigentlich überflüssige Frage wird gestellt. ob alle die göttliche Souveränität Jehovas anerkennen. Da klatschen alle wieder. Noch immer hält F. W. Franz die entscheidenden Äußerungen über 1975 zurück. Erst sollen alle noch einmal emotionalisiert klatschen. Er spricht.sie wieder als Berliner an. Jehova würde sagen, "wenn wir das in den kommenden Tagen hier und in der Umgebung von Berlin tun". Getroffen, alle klatschen begeistert als Berliner.
Dann geht er auf den heißen Termin ein. Am 1. September beginne das neue Dienstjahr. Aber da sei, was am kommenden Freitag, den 5. September geschehen wird. An diesem Tage würden bei Sonnenuntergang die 6000 Jahre ablaufen. Was da passiert? Man kommt aus dem Staunen nicht heraus: An diesem Freitag zum Sonnenuntergang, "so ungefähr am Ende von 6000 Jahren Menschheitsgeschichte" werde F. W. Franz mit seinem Begleiter wieder "im Flughafen von New York landen". Ein Klatschen der Menge braust auf. Haben sie in dem Moment begriffen, was sie tun? F. W. Franz stößt nach, das heiße natürlich nicht, daß er dann 6000 Jahre alt sei. Wieder brandet Klatschen der Menge auf. Mit was für lächerlichen Mätzchen speist er die Menge ab! Am Ende der 6000 Jahre, wann das "Ende dieser Welt", sein sollte! Und sie klatschen Beifall! Haben sie vergessen, was sie der Welt für 1975 verkündigt haben?
Dann ergeht er sich in Warnungen und
Verteufelungen.
Zwar habe man nun kein Jahr mehr, noch dem man sich
ausrichten könne, kein Datum, keinen Termin, kein Datum, auf das man hinarbeiten könne.
Doch solle ja niemand denken, nun könne man ja eine Universität oder Hochschule, oder
einen Kursus für viele Jahre. Das seien "selbstsüchtige Begierden". Das sei
Selbsttrug. Die Zeit sei "verkürzt", "sehr bald" käme die
Vernichtung. Was für ein Doppelspiel! Vorher sagte er, Generation um Generation, Jahr
für Jahr werde es weitergehen! Er verspricht jedem, was er hören will! Irgendetwas
stimmt da natürlich immer. Diese Warnungen gipfeln in der Drohung, sich vor allem von
denen fernzuhalten, die Jehova Gott "in nächster Zeit, verfluchen" würden.
Wieder wird alles bewußt verdreht. Nicht Gott, sondern die WTG ist der Gegenstand der
Anklage wegen weltweiter Irreführung mit 1975! Die WTG scheint Schreckliches zu
befürchten.
Er bricht das ab und wechselt das
Thema. Er kündigt seine Besuche in Gelsenkirchen und London an und fragt die Menge, ob er
Grüße an die Brüder dort mitnehmen kann. Nun klatschen alle wieder. Und wenn er am Ende
der 6000 Jahre in New York landet und auch der Bethelfamilie in Brooklyn Grüße
übermittelt? Wieder klatschen alle. Mit der Feststellung, daß alle die Brüder überall
lieben, um weiter in der Tätigkeit fortzufahren, endet er. Und alle klatschen. Noch dem
Lied Nr. 44, "Jehova ist unsere Zuflucht", gut gewählt, um die Ablenkung zu
festigen, übernimmt der WTG-RIAS-Sprecher Helmut Krüger das Schlußgebet. Wenn, Christus
sagte, niemand kommt zum Vater als durch mich, nicht so Helmut Krüger mit dem
WTG-Vizepräsidenten. Jemand hat mitgezählt. Genau zehnmal geht er kühn zum Vater, ohne
an Christus überhaupt nur zu denken. Und alle folgen ihm. Was für ein Christentum.
Inbrünstige Worte des Dankes und Glückes für die "tiefen Wahrheiten", die man
nun durch F. W. Franz besser verstehe. Beteuerungen, daß alle mit dem übereinstimmen
würden, was sie durch F. W. Franz gehört haben. Alle würden weitermachen, heute, morgen
und übermorgen. Bis in die Zeitalter der Zeitalter. Viele übliche Gebetsformulierungen.
Man merkt, er sagt das alles oft. Ganz am Ende nach vielen Minuten, nachdem er mit dem
Vater fertig ist, hängt er eine übliche Bemerkung über Christus als "großer
König und Erretter" an. Alle sagen Amen. 5829 Anwesende. Fast alle Zeugen Jehovas in
Westberlin. Wer soll ihnen nach diesem 1975-Bankrott der WTG noch glauben?
CVN
"WARUM FÜRCHTET DIE GESELLSCHAFT
CV?"
Gedanken, Probleme, Anregungen - Aus einer Zuschrift
1959 sagte W. Pohl vom Büro der Gesellschaft in
Westberlin: "Höchstens zwei Jahre bestehen diese Schriften. Jehova läßt nicht zu,
daß diese Briefe lange erscheinen". Er meinte damit die brieflichen Schriften, die
der Versammlungsdiener von Gera, Bruder Willy Müller, seit 1959 verbreitete, und aus
denen die Zeitschrift CV entstand. Jehova läßt es schon 16 Jahre lang zu! Das muß doch
seinen Grund haben, wenn W. Pohl sich so irrte! Sicher soll CV jetzt der Stachel im
Fleisch der Gesellschaft sein. Oder ist es schon ein richtiger Dorn? CV sagt jedenfalls
die Wahrheit, und die Gesellschaft nimmt es damit nicht so genau, wenn einer vergleicht.
,Auch auf Kongressen und im Königssaal. Brüder waren einige Wochen in der BRD und nahmen
teil. Sie hörten sich auch Vorträge in Königsreichssälen an. Alle, sollten darüber an
CV berichten, wie es schon viele tun.
Die Gesellschaft ist unpolitisch, wurde ihnen gesagt. Alles, was Jehova uns gegeben hat, die vielen Aufgaben und Pflichten ist in Wirklichkeit für uns ein Schutz, weil es uns so beschäftigt hält, daß wir keine Zeit haben, uns mit anderen Dingen abzugeben, wodurch wir in Schwierigkeiten geraten könnten. Bei Unterhaltungen mit dienenden Brüdern gaben sie so Auskunft vielleicht deshalb, weil die fragenden Brüder aus der DDR waren? Sie antworteten, die Gesellschaft will mit ihren politischen Artikeln eine gute Absicht verfolgen. Es werden ungerechte Handlungen und Vorkommnisse aufgegriffen und publiziert, damit die gesetzlosen Herrscher ihre ungerechten Handlungen und Maßnahmen einstellen. Welche Lügen, kaum zu glauben. Einmal nicht politisch, dann doch politisch. Uns wird doch gelehrt, wir dürfen nicht mithelfen diese Welt zu verbessern. Halten sie uns für dumm?
Bei einem Vortrag sagte ein Redner der Gesellschaft, Harmagedon sei ganz nahe. Zu den Kriegswaffen benutzt Jehova Überschwemmungen, hervorgerufen durch Wolkenbrüche, niederströmendes Feuer und Schwefel. Ist der Schwefel oben? Alles zusammengenommen soll viel mehr an Energie zum Töten sein, als wenn man alle Atom- und Wasserstoffbomben, die man hüben und drüben, ja auf der ganzen Welt aufgespart hat, zu einer Explosion bringen würde. Er sagte weiter, das wird eine gezielte Vernichtung sein, keine ungezielte. Es wird eine Weltpanik entstehen, Millionen Menschen werden vernichtet. Harmagedon kommt nicht langsam, sondern wie der Blitz. Jehova hat die Gesellschaft nicht im Unklaren gelassen. Die Prophezeiung der Bibel veranlaßt die Gesellschaft, das zu verkündigen. Er sagt weiter, Gott wolle es, daß die Gesellschaft es weiß.
Nun, sie sprachen so, als ist es das letzte Mal, als komme morgen Harmagedon. Wir stellten. fest, daß vieles totgeschwiegen wird. Sie wühlen richtig in der Vernichtung herum. Machen alle damit verrückt. Bei Unterhaltung mit älteren Brüdern fragten wir noch ihrer Meinung. Ein älterer Bruder erzählte, daß 1914, als Harmagedon nicht kam, viele enttäuscht waren, am allermeisten der Präsident C. T. Russell, und er erzählte, wie die Gesellschaft die Enttäuschung verdrängte, als Russell tot war. Er erinnerte daran, daß es Personen gegeben hat, die lange vor 1914, ja mehr als ein Vierteljahrhundert vorher, mit 1914 das Ende geglaubt hatten für die ganze Menschheit. Der Bruder sagte, es wird einfach vergessen, was war, und so kann ich nicht mehr glauben, was einmal sein wird, wie die Gesellschaft es sagt. Fragen an die Gesellschaft. Warum macht die Gesellschaft von Amerika aus immer weiter antikommunistische Politik und verbietet, die Verhältnisse zu verbessern? Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, daß die Gesellschaft 1965 im Erwachet (22. 9.) sogar das Vorgehen der USA-Armee in Vietnam "gegen das Vordringen des Kommunismus" für richtig hingestellt hat. Wir wurden auch aufmerksam gemacht, wie die Gesellschaft 1965 im WT (l. 3.) z. B. gepredigt hat, die Arbeiterklasse in "Ostdeutschland" dürfe da nicht regieren. Wer denn sonst? Wenn die Gesellschaft heute 1914 anders deutet, warum hat dann C. T. Russell seine falsche Verkündigung von 1914 zugegeben? Wir wurden auf den WT vom 15. 2. 1915 verwiesen. Warum wurde danach Harmagedon für 1925 angekündigt? Wir könnten es bis 1975 fortsetzen. Wir stellen die Frage, warum immer wieder falsche Prophezeiungen? Warum? Kann uns die Öffentlichkeit noch glauben? Warum würden überall viele ältere Brüder aus dem Dienstamt entfernt und durch jüngere ersetzt? Warum gibt es Anweisungen der Gesellschaft, die die Verkündiger nicht erfahren dürfen? Viele Brüder, die in ehrlicher Absicht die Gesellschaft gefragt haben, sind als geistig krank erklärt und auch ausgeschlossen worden. Immer mehr ehrliche Glieder werden auf diese Weise abgehackt. Diese Fragen stellt glücklicherweise CV. Muß man sie nicht stellen, wo wir jetzt nicht 1914, sondern schon 1975 hinter uns haben?
Es ist bekannt, daß W. Pohl in Wiesbaden CV liest und daraus schlußfolgert, CV ist gefährlich, deshalb die Anweisung, CV zu verbrennen. Warum fürchtet die Gesellschaft CV? Weil CV die Wahrheit sagt und die Gesellschaft darum in ihren Schriften CV nicht erwähnen kann. Aus diesem Grund wird CV verschwiegen. Vor kurzem sagte ein Bruder, er glaubt nicht, daß das Bibelhaus in Wiesbaden CV erhält. Du bist aber naiv, sagte ich. So eine Schrift wie CV hat es noch nicht gegeben. CV ist die wichtigste andere Schrift, die man im Bibelhaus je gelesen hat. Nun, auf Grund dieses Gesprächs und dieses Bruders Meinung über CV schreiben wir dies an CV. Wenn die Gesellschaft schweigt, heißt das doch nicht, daß sie es nicht liest! Aber sie fürchtet jeden echten Bibelforscher, um ihre Behauptung, ein Werk von Gott zu sein, aufrecht zu erhalten.
Die Brüder und Schwestern von CV erhalten auch Monatsberichte, z. B. aus Leipzig, Karl-Marx-Stadt und Dresden. In Karl-Marx-Stadt-Versammlungen herrschen ja schlimme Zustände. Mit anderen Ältesten finden Gespräche statt. Es wurde uns geschrieben, daß auch im Bezirk Leipzig Aussprachen geführt wurden. Viele Zeugen stellen Fragen. Wir geben die G. H. jetzt an CV, damit CV monatlich weiter durchhalten kann, wo jetzt 1975 vorbei ist. Jetzt muß CV erst richtig Beachtung finden. Allen muß in brüderlicher Geduld und Liebe geholfen werden. Brüder, die alles genau verfolgen, sagen schon, daß vieles, was die Gesellschaft jetzt tut und sagt, aber auch unterläßt und nicht mehr sagt, durch CV bewirkt ist. Sie sagen, daß CV schon einen gewaltigen geistigen Druck auf die Gesellschaft ausübt. Wir wollen auch das CV mitteilen. Wie CV schon wirkt, zeigt die Unruhe eines Bruders, der CV immer gleich an die Gesellschaft meldet, als CV kürzlich verzögerte, daß er überall herumfragte, ob nicht CV schon erschienen sei. Möchten alle helfen, daß es weiter erscheint. -
ICH HABE DER WTG NACH 25 JAHREN DEN
RÜCKEN GEKEHRT. WARUM?
Eine Zuschrift, Bezirk Dresden
Liebe Brüder und Schwestern der "Christlichen
Verantwortung". Ich möchte Euch in diesem "unvergeßlichen" WTG-Jahr 1975
einen Beitrag senden mit der Bitte, ihn aus den angeführten sachlichen Gründen für alle
Zeugen Jehovas zu veröffentlichen.
Ich wurde 1946 getauft und war 1950 Gruppendiener. Von 1950 bis 1956 war ich in Haft,- danach wieder Gruppen- bzw. Versammlungsdiener. Ich habe meinen Glauben ernst genommen. Meine Kinder wurden im Sinne Jehovas erzogen und so kam es, daß mein Sohn wohl einen Beruf erlernte, aber schulisch so viel versäumte, daß er heute bei seiner Weiterqualifizierung Schwierigkeiten hat. Heute begreife ich, daß es grundfalsch war, nach den Weisungen der WTG gehandelt zu haben. Mein Sohn ist verheiratet und hat mehrere Kinder. Wenn ihm nicht Weltmenschen bei seiner Qualifizierung geholfen hätten, könnte er seiner Familie sehr wenig bieten. Es waren schwere Stunden für mich, wo Sohn und Schwiegertochter mir Vorwürfe machten. Nun überlegt einmal, die Entwicklung geht mit Riesenschritten vorwärts. Es war schon ein Verbrechen, wie wir an unseren Kindern handelten, wie die WTG es wollte. Was geschieht aber mit den Kindern unserer Kinder. Wenn ich mir überlege, die Kinder meiner Kinder sind schulisch sehr gut. Der eine Sohn ist 10 Jahre und will Ingenieur und das Mädchen will Ärztin werden. Und die Kinder werden es schaffen, vielleicht auch mehr. Ich habe eingesehen, nur so ist es richtig. Die WTG und ihre Führer wissen ganz genau, daß in der heutigen Entwicklung Voraussetzungen sind, um einen erforderlichen Beruf zu erlernen, 10-Klassenschule, und in wenigen Jahren reicht vielleicht das Abitur nicht aus. Deshalb biete ich CV, in ihren Schriften dieses ernste Problem ständig zu behandeln. Zeigt den Zeugen Jehovas, wie ein Christ in einem sozialistischen Staat leben kann, helft den armen, verführten Kindern der Zeugen Jehovas.
Wenn der Apostel Paulus Menschen eigenliebig, geldliebend, anmaßend, hochmütig, ohne Selbstbeherrschung, brutal, ohne Liebe zum Guten, unbesonnen, aufgeblasen usw.. nannte, so ist der WTG zu sagen. daß auch auf sie diese Worte voll zutreffen. Ich will versuchen, durch eigene Beispiele und aus der Vergangenheit der WTG zu beweisen, daß sie sich nicht nur geirrt haben, sondern laufend falsch prophezeiten und ihre Glieder bis zum Letzten ausbeuteten und seelisch versklaven. Ich bitte jeden Zeugen, die Angst vor den WT-Führern abzustreifen. Ich bitte auch, Matth. 24:11, "Es werden viele falsche Propheten kommen und viele verführen" und auch 1. Thess. 5:21 zu beachten: "Überprüft alles und das Gute haltet fest".
Ich weiß, liebe Brüder, es ist schwer. Auch ich glaubte alles, was die WTG sagte. Heute weiß ich, es war falsch. Überlegt einmal, es ist doch ein Unterschied, ob ich in einem kapitalistischen Land wie USA oder BRD lebe oder in einem sozialistischen. Dort jetzt die ständige Angst, nicht zu den Millionen Arbeitslosen hinzuzukommen. Jeden Tag damit zu rechnen, die Arbeit zu verlieren, oder dem Mietwucher ausgesetzt, die Kinder und Jugendlichen der Verseuchung mit Rauschgiften. Ein Bekannter von mir in der BRD hat 4 Kinder und verdient ca. 800 Mark. Er zahlt 340 Mark Miete, vor einigen Jahren 80 Mark. Das bedrückt die Menschen. Es verlohnt sich, darüber nachzudenken. Ist es in der DDR nicht anders? Niemand braucht hier das Arbeitslosenschicksal zu fürchten. Große soziale Programme sichern allen für die Zukunft Arbeit, Brot und Wohnung. Wo gibt es hier Elendsvorstädte und Slums wie in kapitalistischen Großstädten? Wenn wir so handeln, wie die WTG uns anweist, zerstören wir auch jetzt wieder grausam die Zukunft unserer Kinder. Es ist doch nie eingetroffen, wenn die WTG bisher ein Ende verkünden ließ!
Von oben über Bezirkskongresse, Kreiskongresse, an die Ältesten auf die Studiendiener geht der Druck. Rechnen und Schreiben reiche sozusagen aus, höhere Bildung und Qualifizierung sei nicht nötig. Wichtig sei allein, Pionier der WTG zu sein. Weil das Ende bevorstehe. Es ist fast ein Verbrechen, wie wir unsere Kinder ungebildet halten sollen. Sollen sie dadurch den WT-Versprechungen leichter folgen? Das ist nicht nur in den kapitalistischen Ländern verwerflich, wo die Ungelernten zuerst auf die Straße fliegen. Verhinderung von Bildung hat den Rang eines kapitalistischen Kolonialverbrechens! Auf dem Weltkongreß der Frauen im Oktober in Berlin sagte die Präsidentin des Kongresses, Freda Brown, daß in Afrika noch ca. 80 Prozent der Frauen Analphabeten sind! In der DDR ist die Verhinderung von Bildung ein Verfassungsbruch, da die Verfassung sogar ein Recht auf Bildung gewährleistet. Wenn wir handelten, wie die WTG von uns fordert, zerstören wir auf grausame Weise die Zukunft, unserer Kinder und müssen mit berechtigtem Protest rechnen. Nicht zuletzt ist ein Ende 1975 wieder nicht gekommen.
Durch das Verbot war ich auch veranlaßt, selbst zu prüfen, wie die WTG gegen den Kommunismus angefangen hat. Ich fand, wie Präsident Russel schon 1897 in Band 4 der Schriftstudien sagte und verkünden ließ, gewisse Züge am Kommunismus "könnten wir empfehlen, etwa den Sozialismus, aber als Ganzes ist er undurchführbar". Er setze vollkommene Menschen voraus. Würde er trotzdem begonnen, so würde er "alle zu Faulenzern machen, so daß die Menschheit schnell in Barbarei zurückfallen und dem Ruin entgegentreiben würde". Sozialismus und Kommunismus wurden begonnen, und auch wir leben in einem sozialistischen Staat. Sind alle darin zu Faulenzern geworden und gehen die sozialistischen Länder dem Ruin entgegen? Er dürfte doch ganz umgekehrt sein. Es wurde von der WTG doch von Anbeginn ganz falsch eingeschätzt und verkündigt, was aber heute nicht mehr als Jugendsünde betrachtet werden kann, wenn es fortgesetzt wird. Am empörendsten ist es jetzt, wie die WTG die sozialistische Entwicklung mißachtet und den Ruin des Kapitalismus so bespricht, als gäbe es. keine erfolgreichen sozialistischen Länder. Das ist glatter Betrug. So kann keiner seine Kinder belehren. Sie würden heranwachsen, alles selbst verstehen und uns überführen.
Wie schon erzählt, erhielt ich von meinen Kindern Vorwürfe, weil ich ihnen noch den Weisungen der WTG die berufliche Entwicklung zerstöre. Die Kinder sind die Leidtragenden dieser WT-Erbarmungslosigkeit. Nun möchte ich noch vor Augen fuhren, was der WT vom 15. Juni 1969. Seite 353 sagte. Ich heb mir das auf, um es jeden Bruder zu zeigen, der es sehen will. Es heißt darin, in vieler Schulen gibt es jetzt Berater, die die Schüler ermuntern, eine akademische Laufbahn einzuschlagen, die ihnen eine Zukunft in diesem System der Dinge in Aussicht stellt. Laß dich von ihnen n i c h t beeinflussen. Hüte dich vor ihrer Gehirnwäsche und vor der Propaganda des Teufels, die dich veranlassen möchte, danach zustreben, in dieser Weit etwas zu werden, diese Weit hat nur noch s e h r w e n i g Z e i t ! Die Zukunft die sie in Aussicht stellt, ist keine Zukunft! Setze dir den Pionierdienst zum Ziel, den Vollzeitdienst mit der Aussicht, eines Tages in den Bethel- oder Missionsdienst zu treten. Liebe Brüder, überlegt einmal, weiche Vermessenheit die Menschen haben müssen, die das 1969 geschrieben haben! S e h r w e n i g Z e i t ? Ein großer Betrug war das! Wurde doch seit 1967 das Jahr 1975 verkündigt, das nun wieder zu den Akten gelegt ist! Wenn ich heute lese, wie damals gefordert wurde, keine höhere Bildung, keine Teilnahme am gesellschaftlichen betrieblichen Leben mit den Arbeitskollegen, ja, man brauche mindestens eine Stunde nach Feierabend, um sich von ihrem ungesunden Einfluß wieder freizumachen, man solle nur auf den treuen und verständigen Sklaven, die WTG hören und immer den WT zu Rate ziehen, wenn ich dies heute wieder lese, an meine Kinder denke und daß 1975 nur ein großer Weltbetrug war, dann kann ich nicht anders, als warnend die Stimme zu erheben. Ich schreibe dies nun an "Christliche Verantwortung" mit der Bitte um Veröffentlichung und der Bitte, zu zeigen, wie ein Christ in der DDR leben kann. Es geht um die Zukunft der Kinder aller Zeugen Jehovas, die halbgebildet bleiben sollen für die WTG, um sie in Gehorsam und Furcht zu halten. Möge niemand länger an seinen Kinder für die WTG sündigen.
GOTT BRINGT DAS DENKEN SEINES VOLKES
ZURECHT
Warum wird CV im Bethel nicht ungelesen verbrannt?
"Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du
bist mein Gott: Dein guter Geist leite mich auf ebener Bahn". Ps. 143:10. Sein guter
Geist spricht aus seinem Wort, der Schrift. Sie ist es, die es schließlich zurechtbringt.
Der WT belehrt uns jetzt, das falsche 1975-Ende vor Augen,
so: Sein Volk ist fehlbar und in keinem Punkt versteht es alles. Gott führt die Glieder
seines Volkes schrittweise, so daß die Wahrheit immer heller wird und sie in immer
vollerem Maße Gottes Herrlichkeit widerstrahlen und immer mehr in sein Bild umgewandelt
werden. Sie lernen ihn immer näher kennen. Ihre Bedürfnisse werden völlig befriedigt,
indem alles für ihr geistiges Wohlergehen beschafft wird. Ein solcher Fortschritt hat
Änderungen, ein Zurechtbringen ihres Denkens zur Folge. Einige haben jedoch etwas gegen
veränderte Ansichten, Änderungen im Verständnis gewisser Schriftstellen oder eine
gewisse Verfahrensweise. Zum Beispiel weigern sich Jehovas Zeugen seit den 1940er Jahren
Blut zu spenden oder sich Blut übertragen zu lassen, während sie diesen Standpunkt vor
jener Zeit nicht einnahmen. Seit 1962 verstehen sie unter den obrigkeitlichen Gewalten aus
Römer 13:1 die Herrscher weltlicher Regierungen, während sie bis zu jener Zeit, und zwar
von 1929 an, einen anderen Standpunkt vertraten. Es können noch weitere Beispiele
zugefügt werden. Zeigt dies, daß Jehovas Zeugen nicht die Wahrheit haben?
Werden dadurch die wichtigsten Grundsätze ihrer Lehren in Frage gestellt? Keineswegs..
Jehovas Zeugen beanspruchen keine Unfehlbarkeit. Sie werden von Gott belehrt. Niemals
werden sie alles wissen, sondern sie werden ständig von der unerschöpflichen Weisheit
Gottes lernen, während sie in seiner Wahrheit handeln. Aus WT 15. Nov. 1972.
Einige haben etwas gegen Veränderungen? Dahinter verbirgt sich doch etwas ganz anderes. Einige haben vielmehr gemerkt, daß die Veränderungen mit Gottes Geist völlig unvereinbar sind. Daß sie aus einem Geist des Irrens kommen, der die WTG beherrscht. Daß tatsächlich der wichtigste Grundsatz aller Lehren in Frage. gestellt ist: Von Jehova belehrt zu werden! Die Beispiele Blutübertragung und Obrigkeit beweisen genau gerade dies! Wieso könnte Jehova erst in den 1940er Jahren eingefallen sein, Bluttransfusion zu verbieten, wenn das schon seit dem ersten Weltkrieg in der medizinischen Behandlung zur Norm wurde? Die Nazizeit war zu Ende und man wollte das Märtyrertum weiterpflegen. Ein anderer Grund ist nicht erkennbar, denn die Bibel verbietet Bluttransfusion nicht. 1. Kor. 4:6. Diese "Anstiftung zum Selbstmord" im Namen Jehovas ist schlimm genug. Der Obrigkeitsfall wird nun völlig herumgedreht. 1929 wurde eine richtige Erkenntnis, wie sie auch die andere Kirchen und Gemeinschaften haben, als Satansverführungen verworfen, um 1962 wieder hervorgeholt zu werden! Das ist nicht helleres Licht, das ist ein Irrewandeln! Und nicht Jehova hat die WTG hier über einen "Kanal" belehrt, sondern die christliche Opposition der um diese. Irrlehren willen unschuldig Ausgeschlossenen hat die WTG gezwungen. Hier wirkte der richtige Geist.
Mit den Worten, Jehovas Zeugen beanspruchen keine Unfehlbarkeit, will die WTG nur von sich ablenken, alle anderen. ducken und von sich abhängig halten. Sagte sie doch von sich selbst: "Es mögen in der Organisation Dinge geschehen, die wir nicht verstehen. Die Diener mögen einer Handlungsweise folgen, die wir als unrichtig erachten. Deswegen Kritik zu üben, würde eine vernünftige Haltung verraten" (WT 1. 7. 57, S. 408, 412) "Der Wille des Sklaven (der WTG) ist der Wille Gottes. Rebellion gegen den Sklaven ist Rebellion gegen Gott!" (WT 1. 8. 1956, S. 474). Wer so etwas von sich sagt, maßt sich praktisch göttliche Unfehlbarkeit an, wenn er das auch leugnet. Wir können mit gutem Gewissen sagen, daß wir mit unserer Kritik nicht gegen Gott rebellieren, sondern gegen die Anweisungen, falschen Lehren und Anmaßungen der WTG. Denn es ist eine unerhörte Anmaßung, den WTG-Willen als den Willen Gottes zu erklären. Das bedeutet, sich dem Höchsten gleichzumachen.
Mit dieser Anmaßung und Gleichstellung mit Gott wurden Bedingungen in der Organisation geschaffen, daß jeder Zeuge aus Furcht vor der Organisation förmlich zittert. Es sind Fälle bekannt, wo Schwestern, die vor das "Rechtskomitee" zitiert wurden, schwach wurden, so daß sie nicht einmal des Urin halten konnten. In Wuppertal, BRD, erwürgte eine Schwester, die vor das "Rechtskomitee" mußte, aus Furcht vor den WTG-Sanktionen ihren Mann und ihres Vater, zwei der dienenden Brüder. (CV 46/1973, Aktuelle Woche 1971/53, Wuppertal). Je größer die Furcht ist, desto größer ist die Macht der Gefürchteten. Das hat die WTG in den letzten Jahrzehnten meisterhaft aufgebaut. Unter der Vorgabe, Jehova zu fürchten, wurde jedem eingeschärft, der WTG gläubig zu folgen, die Gottes Willen zum Ausdruck bringe.
In dem kurz Aufgeführten ist zu erkennen, daß die WTG also keine Kritik zuläßt, warum wohl. Was oder wen will man kritisieren. Der Präsident und die Ältesten gelten als von Jehova eingesetzt. Wie könnte man also Jehova kritisieren. Aber nicht alle unterliegen diesem Trugschluß, wie sich zeigt bei "einigen, die gegen eine gewisse Verfahrensweise" der WTG sind, die die WTG sich hütet, näher zu beschreiben. Das ist die eine Seite, und die andere Seite ist, daß du als Zeuge alles ohne Murren hinzunehmen hast, ganz gleich, ob es im WT einmal schwarz oder einmal Weiß geschrieben steht. Alles komme von Jehova. So einfach ist das, das ist der beste Schutz für die WTG, um nicht kritisiert zu werden und alle diszipliniert "in Schach" zu halten. Für sie wird ständige Angst vor Jehova produziert, ständige Angst, das ewige Leben zu verlieren. Die WTG ändert inzwischen den Bedarf, wenn es zweckmäßig ist, ins ganze Gegenteil. Ihre Furcht vor Jehova ist nur auf ihren Lippen. Ihre Werke beweisen es. Der ständig-verlangte Einsatz, die ständige WT-Beeinflussung, das tägliche Ermahnen und Bevormunden bis hinein ins Intimleben, die ständige Mahnung, noch eifriger zu sein, das gegenseitige Überwachen und Anzeigen, wenn auch nur die geringste Kritik aufkommt, das alles führt schließlich zu dem bedingungslosen Gehorsam, was die WTG auch macht und verlange. Wer alle Hände voll zu tun hat, denkt nicht nach.
Dabei spielt das Anweisunggeben eine wichtige Rolle.. Sie werden alle funktionell abgestimmt. Was der Bezirksaufseher erfährt, erfahren schon nicht mehr alles die Kreisaufseher. Die Versammlungsaufseher erfahren noch weniger. Die Verkündiger, die alles auszuführen haben, erfahren das wenigste. So ist alles gestaffelt. Man fragt oft, warum das so ist Ein triftiger Grund ist, auch dadurch die Kritik zu unterdrücken, denn Dinge, die man nicht kennt, lösen auch keine Kritik aus.
Die Frage noch der Richtigkeit der
WT-Lehren hat kein Verkündiger zu stellen. Er hat sich mit anderen Fragen auszulasten:
Ständiger eifriger Predigtdienst im Gebiet, und warum man
das Gebiet ständig bearbeiten und durcharbeiten soll. Welche Siege bringt uns unsere
Tätigkeit von Haus zu Haus. Warum Menschen immer wieder besuchen, wenn sie kein Interesse
haben. Können wir unsere Fähigkeiten für den Predigtdienst verbessern. Wie können wir
das Werk organisieren, daß es noch wirksamer wird.
Jede Stunde Freizeit soll hierfür "ausgekauft" werden. Darüber sind dann Berichte zu machen. Später werden Analysen gemacht und die "gewonnenen Menschen" charakterisiert, bis die Ältesten dann die Taufe festlegen, wenn sie die erforderliche "Reife" zu sehen glauben.
Wir müssen uns fragen, wie kommt es, daß immer wieder geglaubt und befolgt wird, was die WTG will. Ein Hauptgrund ist mit Sicherheit, daß alle in Unkenntnis sind vor allem über die Vergangenheit der WTG und über ihre bisherigen Lehren. Wer würde z. B. an 1975 glauben, wenn er ungeschminkt und unfrisiert erfährt. was die WTG der Menschheit schon 1914 und 1925 glauben machen wollte? Die Erfahrung lehrt, wie leicht es nach Annahme der WTG-Autorität geschieht, in einen Bibeltext etwas anderes hineinzulesen, anstatt bei dem zu bleiben, was wirklich nur gesagt ist Zwar ließen sich bisher viele Irrtümer ausbessern oder zurechtbiegen unter der Bezeichnung "neues Licht", jedoch das Eingestehen der Irrlehre mit 1914 vom "gekommenen Königreich" würde das gesamte Endzeitlehrgebäude der WTG auf das schwerste erschüttern, gilt doch immer noch das Gebet "dein Reich komme". In den WT-Schriften wird vieles leichtfertig geschrieben. Wenn der WT immer eine "genaue Erkenntnis der Wahrheit" fordert, so sind das Worte, die man zuerst immer auf sich selbst anwenden sollte.
In Wirklichkeit fürchten die
WT-Führer diese Wahrheit, nicht selbst, denn sie wissen genau, wie es um sie selbst
steht. Dennoch. Sie fürchten nämlich um die Existenz ihres Werkes. Jeder konnte sich in
den Jahren überzeugen, was CV veröffentlichte. Zuerst sagte man, einige Monate,
höchstens zwei Jahre, dann gibt es keine CV mehr. Überallhin wurde das geantwortet.
Jehova würde es nicht zulassen. Dann wurden Anweisungen an die Versammlungsdiener
gegeben, CV überall ungelesen zu verbrennen. Wovor haben die führenden Diener Angst?
Fast alle Zeugen Jehovas in der DDR wissen, daß es eine Anweisung gibt, CV zu verbrennen.
Warum? Handelt es sich wirklich um Unwahrheit? Warum Angst? Das Bibelhaus ist gefragt:
Warum wird dort nicht CV ungelesen verbrannt? Warum liest W. Pohl so genau? Es sei auch
verraten, daß CV nicht von der WTG käuflich ist und von ihr nicht mundtot gemacht werden
kann. CV begann rechtzeitig vorher zu erscheinen, bevor die WTG ihren 1975-Ausverkauf
begann, und es wird solange erscheinen, wie es um der "ebenen Bahn" willen
erforderlich ist. Wir bitten darum, daß CV ständig größer werden möge und größere
Aufgaben durchführen kann.
- aus Karl-Marx-Stadt
ZUSCHRIFTEN/INFORMATIONEN/BERICHTE
Anonymität der WTG-Führung nimmt zu
Mit dem Jahrbuch 1975 hat die WTG erstmals keinen Bericht
mehr über die Jahresversammlungen der Leitenden Körperschaft in Pittsburg und New York
veröffentlicht. Damit ist den einfachen Verkündigern eine weitere Möglichkeit entzogen
worden, überhaupt zu erfahren, wer in Brooklyn die Dinge in der Hand hat. Genau vor 10
Jahren , mit dem Jahrbuch 1965, wurde die Liste der WTG-Sonderdiener aus dem Jahrbuch
weggelassen. Eine andere Seite der Sache ist, daß die WTG damit der Pflicht enthoben ist,
beim Verschwinden von Personen aus der obersten Leitung nach glaubwürdigen Erklärungen
zu suchen, wie seinerzeit noch dem Verschwinden des ehemaligen WTG-Vizepräsidenten und
Obersten Rechtsberaters Hayden C. Covington. Wer weiß, wie sich die
1975-Fehlverkündigung auswirkt.
Politische Desinformation im
"Königreichsdienst"
Im Leitartikel des "Köngreichsdienst" Nr.
6/1975, Wiesbaden, "Liebe Königreichsverkündiger", berichtet die WTG über
ihre Rückschläge in Vietnam, nachdem dort die US-Aggressoren vertrieben sind und die
siegreichen vietnamesischen Volksbefreiungskräfte, das Volk selbst, regieren. Etwa 100
vietnamesische Verkündiger seien in Saigon zurückgeblieben. Die WTG: "Nichts, was
nicht kommunistisch ist, kann jetzt dort gedruckt werden. Deshalb wird der Wachtturm
vorerst nicht in vietnamesisch erhältlich sein". Nicht gesagt wird, wie die WTG
selbst gegen die "Roten" in Vietnam gehetzt hat (Jahrbuchbericht 1965). Nicht
gesagt wird, wie die WTG; international gegen die "Ausbreitung des Kommunismus"
in Vietnam als "wirkliche Bedrohung" zu hetzen. (Erwachet 22. Sept. 1965)
anleitete. Nicht gesagt wird, daß deswegen die WTG-Missionare rechtzeitig vor den sie
beschützenden US-Aggressoren Vietnam verließen, um sich in Sicherheit zu bringen.
Verschiedene religiöse Sekten in
Afrika ausgehoben
Hilmar König. ND. 5. 11. 75 - Zum Schutz der
Errungenschaften hat der Ministerrat von Mocambique (Afrika), die Bildung des
Volkssicherheitsdienstes verfügt. Seine Hauptaufgaben sind die Verhinderung von
Anschlägen auf die Republik sowie Aufdeckung von Wirtschaftssabotage und Spionage. Im
Ergebnis der erhöhten Sicherheitsmaßnahmen sind Ende Oktober bereits verschiedene
religiöse Sekten ausgehoben worden. Ihre Mitglieder, von imperialistischen Hintermännern
mit Propagandamaterial und technischem Gerät ausgerüstet, hatten zur Passivität bzw. zu
staatsfeindlichen Aktionen aufgerufen. -
Das Land befindet sich in einer ökonomisch und sozial ernsten Situation, wie die politische Führung FRELIMO mitteilt. Annähernd 90 Prozent des Volkes können weder lesen noch schreiben, ein Erbe der Kolonialzeit Die Kolonialstrukturen auf dem Lande müssen beseitigt werden. Es muß eine allumfassende wirtschaftliche und soziale Entwicklung durchgeführt werden, um die Elendszustande zu beseitigen. Möglicherweise gehört die WTG-Zweigorganisation in Mocambique zu den "ausgehobenen religiösen Sekten". Ist es doch eine der Haupttendenzen der Verkündigung in politischer Hinsicht, die Menschen alle unter antikommunistischem Vorzeichen zur Verweigerung jeder sozialpolitischen Mitverantwortung und Beteiligung, also zur Passivität anzuleiten. Das muß für ein derartiges Entwicklungsland untragbar werden. Die WTG hat noch nicht Stellung genommen.
USA-Geheimdienst CIA und
Religionsgemeinschaften
Bekanntlich rauscht der Blätterwald in den USA zur Zeit
außergewöhnlich um die Tätigkeit des US-Geheimdienstes "Central Intelligence
Agency" (CIA). Dabei geraten mehr und mehr auch Religionsgemeinschaften ins
Blickfeld. So berichtete die Süddeutsche Zeitung in München vom 11. 9. 74, daß enge
Beziehungen zwischen der Universität der Gemeinschaft der Mormonen in den USA und der CIA
bestehen. Hierbei spiele auch die John-Birch-Society eine Rolle, besonders, was
antikommunistische Programme betrifft. Die-USA Zeitschrift "Politika Affairs"
vom Mai 1975 meldete eine Infiltration des "Christian Science Monitor", einer
Zeitung der Gemeinschaft der Christlichen Wissenschaftler, durch die CIA. (Einheit 8/1975.
Die CIA -) "horizont" Berlin vom Nov. 1975 (Nr. 46/75, S. 21) berichtet über
Beziehungen der CIA-finanzierten "Labour Party der USA" zur John-Birch-Society,
die im Zusammenhang mit den antikommunistischen Programmen der USA-Mormonenführung in
Erscheinung. trat. Wie steht es um die antikommunistischen Programme der
Watch-Tower-Society, der WTG? Muß man diese Frage da nicht auch stellen?
Bruder Viktor Zirkel, Schkeuditz,
gestorben
Am 29. September 1975, im 78. Lebensjahr, starb Bruder
Viktor Zirkel aus Schkeuditz, einer der am Wort dienenden Brüder der freien christlichen
Gemeinden Leipzig und auch Ratgeber von CV. Die Zusammenkunft der Angehörigen und
Glaubensgeschwister zur Beisetzung fand am 3. Oktober 1975 in der Kapelle Altscherbitz
statt. Sein Leben war bis zur letzten Stunde nach einem längeren Leiden ein Leben
glaubensvoller Nachfolge Jesu in der einen schriftgemäßen Hoffnung, die Christen heute
gegeben ist. Er kannte seit Jahrzehnten aus eigener Erfahrung den "wechselvollen
Charakter der Lehre der Zeugen Jehovas". Seit Jahren war er auch mit CV bekannt. Sein
Rat an CV war im Prinzip, nicht zu optimistisch zu sein. Die WTG habe es. immer
verstanden, nach allen Fehlschlägen, so wahrscheinlich auch nach 1975, alle
vordergründig mit "ihrer Organisation" zu binden und zu fesseln. Denn sie habe
"ganz andere Zukunftserwartungen" als die einzigen christlichen eingeführt,
sodaß die Zeugen schwer nur wieder anders Verbindung finden können, nachdem ihnen alles
andere zerschlagen ist. Der Rat von Bruder Viktor Zirkel hat wesentlich dazu beigetragen,
daß CV immer das Wesentliche im Blick behielt, auf das es für die Zeugen ankommt. Wir
verlieren in ihm einen glaubenstreuen und erfahrenen Bruder und Ratgeber.
Selig sind die Toten, die im Herrn sterben von nun an. Ja. so spricht der Geist, sie sollen ausruhen von ihren Mühen, denn ihre Werke folgen ihnen nach". Offb. 14:13.
Wohin gehen?
Die Erwägung, Entwicklung und Bildung selbständiger,
christlich mündiger Gemeinden in Umbildung der Untergrund-Versammlungen etwa nach, dem
Beispiel der bereits bestehenden Freien Christlichen Gemeinden ist das eine nach dem nun
endgültigen Endzeit-Bankrott der WTG. Das andere ist die Rückkehr zur einen christlichen
Hoffnung für alle Christen heute (Eph. 4:1-6, Phil. 3:17-20) und deshalb möglichen
Hinwendung zu den bereits bestehenden Gemeinden.
Gemeinde Dresden, Robert-Blum-Str. 6 (Raum Adv. Gem.)
sonntags Okt./April 14.30 bis 16.00 Uhr
Gemeinden in Karl-Marx-Stadt: Giesserstraße 36- (Jgd.
Zi. St. Joseph)
sonnabends 13.30 bis 15.30 Uhr
Schloßstraße 4-6 (Raumgem.)
sonntags 14 bis 16 Uhr
Gemeinden in Leipzig:
Witzgallstr. 10 (Jgd. Zi. St. Laurentius)
sonnabends 14 bis 16 Uhr
Maurice-Thorez-Straße 22 (Raumgem.) sonnabends 16 bis
17.30 Uhr
Gemeinde Magdeburg (ehemals WTG-Zweigbüro), Bärstr. 9
Raumgem. sonntags 13.30 bis 15.00 Uhr
Unter der WTG gibt es nur ein weiteres endzeitliches
unglaubhaftes Hinhalten und Mißbrauchen des Glaubens für fremde antikommunistische
Programme.
MUTIG UND ENTSCHIEDEN NEUE WEGE IM
GLAUBEN BESCHREITEN
"1975" beweist einen gigantischen
"endzeitlichen" Mißbrauch des christlichen Glaubens
Liebe Leser
Dies ist die CV-Dezemberausgabe 1975. Das Jahr ist zu
Ende. Wer will nun, noch unter der bankrotten WTG-Endzeitfahne weitermarschieren oder sie
gar vor anderen Menschen aufziehen? Wie recht hatte CV seit 1967, von Anfang an ,davor zu
warnen (CV 9/1967). Warten wir ab, sagten einige damals. Was sagen sie heute? Ja, es ist
nicht einfach, von der WTG zu lassen, wenn man ihr bedingungslos als "Gottes
Organisation" folgte. Doch man muß erkennen, daß man in Wirklichkeit einem
gigantischen Mißbrauch des Glaubens gefolgt ist. "1975" beweist es. Dieser
Konflikt kann niemandem erspart bleiben. Wir haben doch Verantwortung für unsere
Nächsten, für unsere Familie, für die Zukunft unserer Kinder.
Die WTG weiß, was auf ihren Endzeitbankrott kommen muß. Darum jetzt u. a. jener Artikel über "'christliche' Sekten" um die anderen Gemeinschaften herabzusetzen, zu verteufeln, von ihnen abzuschrecken. Doch man muß, den WTG-1975-Bankrott vor Augen, endlich begreifen! Besucht doch einmal andere Gemeinschaften, ehe der Stab gebrochen wird! Geht in die Neinstedter Anstalten für Hirngeschädigte. Sprecht mit den evangelischen Schwestern, die sich dort aufopfern! Geht in die Christliche Pflegeanstalt der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinden in Schmalkalden-Aue! Geht in das Kinderkrankenhaus "Martha Maria" der Evangelisch-Methodistischen Kirche in Halle! Geht in das katholische Pflegeheim "Maria Frieden" in Berlin! Wo sich andere Christen um Schicksale kümmern, an denen die WTG wie der Levit vorbeigeht! Lukas 10:32. Oder sollten sie besser diese Pflegebedürftigen im Glauben an das 1975 der WTG auf die Straße gesetzt haben? Sollten sie das hierfür verbrauchte Geld lieber der WTG für die Verkündigung ihres 1975-Bankrotts-überwiesen haben? Kommt doch endlich auf den Boden der Tatsachen und Realitäten zurück! Die WTG-Führung hat nicht im Entferntesten solche praktischen Werke der Nächstenliebe ohne nach dem Glauben zu fragen, aufzuweisen! Ja, sie schiebt ihre eigenen Alten, Gebrechlichen, Kranken, Hirngeschädigten, Krüppel und Siechen nach Möglichkeit an jene anderen, an die christliche oder staatliche Fürsorge ab! In der DDR gibt es eine hohe staatliche Anerkennung für diese kirchlichen Pflege-Werke. Die WTG läßt sie dafür als "Hure Babylons", Heuchler und Teufelsdiener von Haus zu Haus verleumden! Mit dem WTG-1975-Bankrott sollte auch hier das Maß voll sein!
Beginnt ein vorurteilsloses Studium der
Bibel. Auf der Bundeskonferenz der Baptisten 1972 in Leipzig wurde treffend gesagt, daß
man "in der Offenheit, zu der Christus uns befreit hat", auf die Gemeinden
anderer christlicher Benennungen zugehen muß. Es sei keine ..Einheit der Erkenntnis hier
auf der Erde zugesagt, die Christen müssen einander zurüsten zum Zeugnis. (P. Müller).
In der Tat ist jedem nur "Stückwerk der Erkenntnis" möglich. 1. Kor. 13:9. Es
ist nur eine unvollkommene Einheit in Vielfalt möglich. 1. Kor. 13:1-7. So ist Verwerfung
aller Erkenntnisrechthaberei die erste große Lehre aus dem WTG-1975-Bankrott. Dann werden
alle einander mit ganz anderen Augen sehen, über äußerliche Formen hinweg. Die freien
christlichen Gemeinden der Bibelforscher bzw. ehemaligen Zeugen in unserem Lande haben
erste Zeichen gesetzt, wo sie dieses Panier erhoben haben. Der WTG-Endzeitbankrott 1975,
wie er in dieser CV-Ausgabe mit der Ansprache von WTG-Vizepräsident F. W. Franz, USA,
wieder drastisch vor Augen steht, zwingt zum Aufbruch.
In christlicher Verbundenheit
Eure Brüder und Schwestern CV-Leitung Gera/Thür.
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"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der
Studiengruppe Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum, DDR 65 Gera,
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