Kommentar zu den eingesannten CV-Ausgaben
CV 6
Im November 1965 war es soweit. Ein letztes mal versuchte die Stasi im Stile von 1950,
das Gesetz des Handelns mit einer "Enthauptungsaktion", das heißt, der
Verhaftung führender DDR Zeugen Jehovas an sich zu reißen. Das ab Oktober 1965 die
gedruckte Ausgabe der "Christlichen Verantwortung" erscheinen konnte, darf man
vielleicht auch in diesem Kontext einordnen. Dies um so mehr, als es in der DDR nicht so
ohne weiteres möglich war, eine neue Zeitschrift auf den "Ententeich" zu
setzen.
Die Kirchen können davon in ihrem ergebnisvollen diesbezüglichen Bemühungen, ein
Leideslied singen! Wenn also auf dem
Religionssektor ein neues Blatt erschien (ein äußerst rarer Vorgang), dann kann man
schon sagen, das dem eine
hochbürokratische Vorbereitungsphase zugrunde lag. Oder aber, eben machtvolle Kreise, wie
die Stasi, dabei im Hintergrund fördern standen. Dann konnte sich der Bürokratismus
plötzlich um etliches verringern.
Am "ersten Jahrestag" ihrer
Verhaftungsaktion hält die Stasi in der CV "Rückschau" und meint triumphierend
registrieren zu können, das bezüglich der DDR die "Strategie der WT
zusammengebrochen" sei. Da den Stasiisten mittlerweile schwante, dass dem, trotz
Verhaftungsaktion, wohl doch nicht ganz so sei, werden in dieser CV-Ausgabe zugleich
massive Drohungen
ausgestoßen. Namentlich werden die DDR "Rentner-Geschwister" bedroht, sich ja
nicht als Kuriere, auf ihren Besuchsreisen in den Westen missbrauchen zu lassen. Ihnen
wird angedroht, widrigenfalls könne das zukünftig zur Folge haben, dass diese
Westreisen nicht mehr genehmigt werden. Der Stasi war dieses Ventil der Westreisen von
Bürgern im Rentneralter, ohnehin ein Dorn im Auge. Im Falle der Zeugen Jehovas
"bot" es sich an, dieses Missmut einmal zu artikulieren. Und die CV war das
Werkzeug dazu!
Es ist ein weiteres "heißes Eisen",
dass in der CV 6 mit angepackt wurde. Bereits aus dem Naziregime kannte man den
Vorgang. Damals betraf es vorzugsweise die katholische Kirche. Das Naziregime hatte
strenge Devisenbewirtschaftungsgesetze erlassen. Sie besagten unter anderem, dass es dem
Normalsterblichen nicht so ohne weiteres möglich war, Geld ins Ausland zu transferieren.
Aus welchen Gründen auch immer. Nun gelang es dem Naziregime nachzuweisen, dass
beispielsweise katholische Ordensangehörige sich über diese Anordnungen hinwegsetzten
und zum Teil bedeutende Beträge versuchten ins Ausland zu "schmuggeln". Wie man
dieser Sachlage gewahr wurde, handelte man sofort. Man Beschränkte sich nicht nur darauf,
die Ertappten vor Gericht zu stellen. Das Naziregime ging einen Schritt weiter und nutzte
diese Sachlage zu einer großangelegten Pressekampagne gegen die katholische Kirche. Und
nun trat etwas bemerkenswertes zutage. Die Kirchenoberen versagten den Angeklagten ihren
Schutz! Wäre der Schmuggel gut gegangen, wäre es ihnen Recht gewesen. Jetzt aber, wo sie
dabei noch selbst in Mitleidenschaft gezogen wurden, wollten sie von allem "nichts
gewusst" haben!
Im Prinzip wiederholte sich der Vorgang bei den DDR-Zeugen Jehovas. Lediglich, dass es hier keine auch für Außenstehende sichtbare Pressekampagne gab. Aufgrund entsprechender "Spickungen" durch seine Hintermänner, unterstellt die "Christliche Verantwortung", dass vor 1961 jährlich bis zu einer Million Ostmark seitens der Zeugen Jehovas in den Westen geschmuggelt wurde. Es wird der ZJ-Funktionär Oskar Thiele zitiert, der dieses Geld in Westberliner Wechselstuben zu Vorzugsbedingungen umtauschte. Das heißt, der gewöhnliche Ostler musste dort vier bis fünf Ostmark für eine Westmark berappen. Indem von Vorzugsbedingungen die Rede ist, kann davon ausgegangen werden, dass diese auf den von den Zeugen Jehovas angelieferten großen Geldmengen basierten.
Wie üblich, bei allen konfliktträchtigen Vorgängen, schiebt die Zeugenleitung das Risiko in die Schuhe der Betroffenen. In den von der CV zitierten internen Anweisungen an die DDR Zeugen Jehovas liest sich das so:
"Natürlich muss jeder in dieser
Angelegenheit gemäß seinem eigenen geschulten christlichen Gewissen seine eigene
Entscheidung treffen."
Mit anderen Worten: Geht es gut, ist es der WTG recht. Geht es schief handelt sie nach dem Grundsatz: "Mein Name ist Haase - ich weiß von nichts"
Die katholische Kirche unter den Naziregimebedingungen lässt offenbar auch im Falle der Zeugen Jehovas, als deren gelehrige Schüler grüßen!
Unabhängig von meiner Kritik auch an der sogenannten "Christlichen Verantwortung", unterschreibe ich allerdings auch heute noch deren Einschätzung der Zeugen Jehovas als auf der "Stufe von politischen Untergrundorganisationen im Range von 5. Kolonnen (stehend) wie sie im sog. kalten Krieg gegen die sozialistischen Länder auch in religiöser Hinsicht eine Rolle spielen."
Nicht "zufällig" haben die Zeugen Jehovas ihr Begehren "Körperschaft des öffentlichen Rechtes" werden zu wollen, bewusst über ihre vormalige DDR-Organisation (nach der offiziellen Wiederzulassung) stellen lassen. Und dies, obwohl deren gewieften Taktikern von vornherein klar sein konnte, dass sie mit einer (unterlassenen) Antragstellung in einem alten Bundesland, weit größere Chancen dazu gehabt hätten. Aber man ging diesen Weg bewusst nicht, weil man gedachte, aus der DDR-Geschichte entsprechendes politisches Kapital schlagen zu können. Nun, man wird am 20. 9. 2000 sehen ob diese Rechnung aufgeht.
Nicht zufällig arbeitet der um eine Promotion an der Universität Stuttgart bemühte Alt-Bundesrepublikaner Waldemar Hirch, in seinen Untersuchungen zur DDR-Geschichte der Zeugen jene Aspekte heraus, die gleichfalls einen politischen Bezug im Sinne der heute vorherrschenden Meinung haben. Etwa, wenn er in seiner Untersuchung zu den Stasi-Abschlussarbeiten mit Bezug zu den Zeugen Jehovas, deren konspiratives Verhalten zu DDR-Zeiten billigt und glorifiziert. Die Beispiele ließen sich noch vermehern
CV Christliche Verantwortung
Informationen der Studiengruppe Christliche Verantwortung
Nr. 6 Gera November 1966
In den nächsten Ausgaben:
Pläne des Bibelhauses, wie es in der DDR weitergehen soll
Harmagedon sollte 1965 geschlagen sein!
Originalbericht der WTG aus der Schweiz
Warum Covington von Knorr ausgeschaltet wurde
Sie schrieen sich an, daß es noch Stockwerke tiefer zu hören war
Bericht aus Brooklyn
Wohin sollen wir gehen?
Liebe Brüder und Schwestern!
Von vielen Geschwistern, die nun CV laufend und aufmerksam lesen, wird uns die Frage gestellt: Eure Arbeit ist interessant und von unverkennbarer Bedeutung in unserer Situation Mit Spannung warten wir, was Ihr weiter zu sagen habt, aber wo soll das hinführen? Wenn die WT-Gesellschaft nicht den richtigen Weg weist, wohin sollen wir dann, gehen?
Wir wissen, daß die Gesellschaft immer wieder Petri Worte zitiert, der zu Christus sagte: "Herr, zu wem sollen wir gehen Du hast Worte des ewigen Lebens" Joh. 6:68, und zwar so zitiert, als ob "sie die alleinige Hüterin der Worte Christi ist".
Wir wollen zunächst einmal die biblischen Positionen herausstellen, von denen wir ausgehen, wenn wir in christlicher Verantwortung den Anspruch der Gesellschaft zurückweisen.
Die Gesellschaft predigt eine trügerische Endzeithoffnung. Das ist bewiesen mit der Tatsache, daß sie das Ende in Wirklichkeit schon seit Napoleon, 1799, predigt (CV 4) und man dabei ist, die Endzeit jetzt wieder hinauszuschieben. Die Schrift dagegen spricht nur von einer Generation von 30-40 Jahren laut Mtth. 24:34, die 70.n. Chr. zu Ende ging.
Die Gesellschaft hat sich dem politischen Geist des Antikommunismus verschrieben, der durch die faschistischen Aggressionen des 2. Weltkrieges, in diesem Geiste geführt, zum Inbegriff des politischen Verbrechens und Kriegsverbrechens schlechtem geworden ist. Es ist unmöglich, daß ein wahrer Christ diese Ideologie (ein System bestimmter Anschauung) auch nur irgendwie akzeptieren kann, denn die Schrift gebietet, auch in der sozialistischen oder kommunistischen Gesellschaft "um des Herrn willen untertan zu sein". 1. Petr. 2:13.
Die Gesellschaft hat auf diese Weise eine falsche, politisch befleckte Form der Gottesanbetung errichtet, wobei die persönlichen inneren Glaubensbindungen der Geschwister an Jehova Gott, Jesus Christus und die Bibel als Gottes Wort verantwortungslos mißbraucht werden (WT Nr. 18/ 1965, S. 558-561).
Die Zeit ist herbeigekommen, daß diese Wahrheiten über die Gesellschaft unaufhaltsam bekannt werden. Was wir dabei zu gewärtigen haben, ist uns völlig klar. Wir erinnern nur daran (BEWAHRUNG S. 31, 1932), wie die Gesellschaft Tausenden treuer Brüder und Schwestern seinerzeit "die Krone wegnahm", weil sie angeblich "unbotmäßig, eigenliebig und gesetzlos" waren. Ihre "Gesetzlosigkeit" war, daß sie die damalige Falschdeutung vom Römer 13 nicht im Namen Jehovas annehmen wollten. Bekanntlich änderte die Gesellschaft diese Irrlehre im Jahre 1962 selbst. So wurden völlig Unschuldige und dem Herrn in Wahrheit treu Ergebene 30 Jahre lang ausgeschlossen! Wir sind also mit hinreichender Ausdauer gewappnet.
Blickt sodann in ein beliebiges Jahrbuch. Der deutsche Zweig der Gesellschaft ist fast der größte in der Welt. Und er liegt dazu auf der Nahtstelle, im Brennpunkt zwischen der kapitalistischen und der sozialistischen Welt. Mit Fug und Recht kann man darum sagen, was sich jetzt religiös und politisch mit der Gesellschaft in Deutschland anbahnt, wird vieles offenbar machen.
Nun zur Frage: Wohin gehen? Die Antwort ist denkbar einfach Petrus verwies uns auf Christus, auf die Worte der Schrift. Schwierig ist das nur, weil die Gesellschaft uns alle entwöhnt hat, uns persönlich von der Schrift leiten zu lassen, indem der WT alles selbständige Schriftforschen ersetzt. Weg die WT-Brille und zurück zur Bibel, antworten wir darum. Aber auch das geht nicht so mir nichts dir nichts. Der Sinn muß erst dafür frei gemacht werden. Darum ist eine unserer Hauptaufgaben, nachzuweisen, daß die Gesellschaft eine trügerische Endzeit lehrt, weit über die Schrift hinausgehend. 1. Kor. 4:6. Die Sache ist von ungeheurer Bedeutung, prüft darum unsere Beweise, liebe Geschwister, ihr lebt in Illusionen (Selbsttäuschung), denn die Gesellschaft geht schon wieder zur nächsten Generation über! Das ist aber nur das eine.
Das andere ist die Situation, in die die Gesellschaft alle Geschwister in politischer Hinsicht geführt hat. Wer hat 1950 geglaubt daß das anderthalb Jahrzehnte und noch länger dauern wird? Auch in diese Frage wollen wir den schriftgemäßen Weg weisen: "Suchet Wohlfahrt des Landes und betet für es zu Jehova, denn auf seiner Wohlfahrt beruht euer eigenes Wohl" oder "in seinem Frieden werdet ihr Frieden haben", Jer. 29:7, und: "Fürbitten und Danksagungen für alle obrigkeitlichen Personen zu verrichten, damit wir ein stilles und ruhiges Leben in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit führen können", 1. Tim. 2:1, 2, "aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen untertan", 1. Petr. 2:13, in "ehrbarem Verkehr mit den Nichtchristen". 1. Thess. 4:12. Würde die Gesellschaft diese Grundsätze beachten, so gäbe es keine politischen Schwierigkeiten. Unter, Mißbrauch des Mottos "vom Kampf gegen falsche Religion" führt sie jedoch einen Kampf gegen das "System sozialer Ordnung" des Sozialismus und Kommunismus, also gegen "menschliche Ordnung". (Vergewissert euch über alle, Dinge, S. 228.) Sie ist also auch hier weit von der Schrift entfernt. Der Ausweg ist, wir müssen, begreifen, daß auch der Christ ein soziales Gewissen hat und fundamentale soziale Bedürfnisse, in ihrem Ursprung von Gott als dem Schöpfer verliehen, woraus folgt, daß auch dem Christen mit naturgesetzmäßiger Konsequenz soziale Pflichten und Aufgaben obliegen. Eine Form der Gottesanbetung, die das leugnet, muß falsch sein, eine der Wurzeln der politischen Schwierigkeiten der Geschwister Auch diese Frage ist im Prinzip denkbar einfach. Wir brauchen uns nur auf die vom Schöpfer des Menschen, Jehova, verliehenen sozialen Bedürfnisse und ihre gesellschaftliche Folgerichtigkeit besinnen.
Es gab im WT schon einmal Ansätze für solche Erkenntnis, wenn es hieß, "wo solche sozialen Interessen auf gesunde Weise gefördert werden, bringen sie Freude und Zufriedenheit", und nur Verbrecher und geistig Unzurechnungsfähige werden von der Verbindung mit der menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen". WT 15. 9. 1956, S. 562, Abs. 15. Diesen gesunden Weg wollen wir weisen und all das wegräumen, was dem nicht entspricht. Aber auch das ist ein Erkenntnisprozeß, weil man erst den politischen WT-Schutt beseitigen muß, der mit einem Wust von Theorien das Einfachste verdeckt, was uns vom Schöpfer an sozialen Menschenrechten verliehen ist.
Wir möchten euch nicht vorenthalten, liebe Geschwister, welchen Haß uns einzelne wenige WT-Hörige ob unserer Bemühungen ins Gesicht schleudern. Senden uns doch einige CV zurück, u. a. mit der Bemerkung, uns sollten lieber die Finger abfaulen; dies wünscht uns ein Bruder aus Leipzig-Markkleeberg. Abhacken würden solche uns die Finger, fänden sie dafür nur einen Bibelvers. So stark sind sie von der WTG-Leitung beeinflußt. In ihrer Extremität vergessen sie alle christlichen Gebote und handeln nach WT-Lehren Wir hoffen und vertrauen indessen auf alle aufrichtigen Brüder und Schwestern und ihr Verlangen, endlich ein freies Christenleben "in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit" führen zu wollen, wie es die Schrift verlangt. Dahin wollen wir gehen. "Ein Born des Lebens ist die Einsicht für ihren Besitzer" Spr. 16-22.
Bruder Willy Müller, 65 Gera, Lutherstraße 16, und Mitarbeiter
Strategie der WT zusammengebrochen
Wie wir von den Angehörigen und Bekannten der verantwortlichen Brüder aus Leipzig, Erfurt und Dresden erfahren, besteht seit November 1965 in der DDR keine Leitung mehr. Die Brüder haben sich gerichtlich zu verantworten. Übereinstimmend ergibt sich dabei, daß die Politik des Bibelhauses gegenüber der DDR gescheitert ist. Wie die Schwestern mitteilen, müssen die Brüder erkennen, daß die antikommunistische Hetze, die gesetzwidrigen Machenschaften der "theokratischen Kriegslist", der jahrelange Geldschmuggel und der Behördenbetrug ein rechtlich und christlich nicht zu verantwortendes Unterfangen waren. Es tritt zutage, daß die Brüder nun eher mit dem gleichen Freimut vor den Behörden stehen wie einst der Apostel Paulus vor König Agrippa, von jeder "schändlichen Heimlichtuerei" und von jedem "Wandeln mit List" losgesagt. 2. Kor. 4-2 NW. Die Strategie, die Vorbereitung und Lenkung der Operationen der widerchristlichen "theokratischen Kriegslist" der WTG gegen die DDR ist damit völlig zusammengebrochen. Es zeigt sich, daß die Leitung in Wiesbaden außerstande ist, die allgemeine Bewußtseinsentwicklung in unserem Lande, die an den nachdenklichen Geschwistern nicht spurlos vorübergeht, auch nur im, entferntesten real einzuschätzen.
Bedauerlich ist dabei allerdings, daß die verantwortlichen Brüder sich nicht vorher distanziert und den schändlichen Charakter der WTG-Politik durchschaut haben, für die sie nun Verantwortung zu tragen haben, wie jeder andere auch, der die Dinge nicht begreift. Einzelne WTG-Hörige zeigen sich allerdings empört, da sie weder fähig noch willens sind, sachlich zu überlegen und zu urteilen. Wir möchten jedoch sagen, daß diese Entwicklung eintreten mußte, weil es keine christliche Begründung für den obrigkeitsfeindlichen Kurs der WTG gegenüber der sozialistischen Ordnung in der DDR gibt, der Christen um des Herrn willen ebenfalls untertan zu sein haben. 1. Petr. 2:13.
Wir werden in CV weiter in, dieser Sache informieren.
Hohe Zeit, neue Entscheidungen zu treffen
An alle verantwortlichen Brüder!
Seit November 1965 ist für alle Geschwister in unserem Land offensichtlich eine neue Situation herangereift. Es hat sich herausgestellt, daß der bisherigen gesellschaftlichen Verhaltensweise kein göttlicher Schutz und Segen keine göttliche Bewahrung zuteil geworden sind. Sichtbar hat eine bestimmte Periode für alle Geschwister seit der Schließung der Staatsgrenze im August 1961 ihren endgültigen Abschluß gefunden. Wie soll es weitergehen?
Die Dinge beginnen sich zu ändern. Bis zur Schließung der Staatsgrenze war es leicht, den hinreichend bekannten gesellschaftsfeindlichen Kurs des Bibelhauses in den Versammlungen ohne große Bedenken durchzuführen. War es doch einfach, sich jeder Verantwortung durch "Verlassen der Herde" zu entziehen. Seither ist es anders. Gezwungen, verantworten zu müssen, was getan wird, beginnen immer mehr Diener, nach der schriftgemäßen Begründung für jedes Verhalten zu fragen. Sie beginnen endlich, die Schriftwidrigkeit der bisherigen gesellschaftsfeindlichen Verhaltensweisen zu erkennen und nach einer neuen Einstellung zu suchen gemäß den Worten Petri, "aller die Menschen betreffenden Ordnung", also auch der sozialistischen, "um des Herrn willen untertan zu sein". 1. Petr. 2:13.
Wir möchten allen Geschwistern, die sich ihrer persönlichen Verantwortung in erster Linie vor dem Herrn bewußt sein mögen, folgenden Beitrag für rechtes gesellschaftliches Verhalten unterbreiten.
Die Liebe des Menschen zur Freiheit ist natürlich. Doch zu sehr auf seiner Unabhängigkeit zu bestehen, ist unvernünftig Wir sollten auch bereit sein nachzugeben. Das Leben an sich bedingt, daß wir zusammenwirken und zusammenarbeiten.
Das veranschaulicht zum Beispiel eine Meldung, die in der New York Times vom 12. Oktober 1965 unter der Überschrift "Amerikaner wegen Streit um Hausbau aus der Schweiz ausgewiesen" erschien. Die Ausweisung erfolgte, weil sich der Amerikaner mit den Ortsbehörden wegen Kleinigkeiten überworfen hatte. Unter anderem wollte er sein Haus unbedingt 25 cm höher bauen, als es die Vorschriften gestatteten. Die Regierung bezeichnete ihn als Querulant, der sich den Ortsverhältnissen nicht anpassen wolle oder nicht anpassen könne. Seine Frau und seine vier kleinen Kinder wurden nicht ausgewiesen. Wie töricht, sieh wegen Kleinigkeiten zu streiten und sich selbst und anderen deswegen Unannehmlichkeiten zu bereiten! Warum handelte dieser Mann so? Weil er zu sehr auf seiner Unabhängigkeit bestand. Er hatte kein Einfühlungsvermögen, er konnte sich nicht in die Lage der Bürger seines Gastlandes versetzen. Alles sollte nach seinem Willen gehen, und weil er sich nicht anpassen wollte und sich weigerte, sich den Ortsbehörden zu fügen, wurde er ausgewiesen. Das ist allerdings ein extremer Fall, aber er beleuchtet eine allgemein menschliche Schwäche.
Daß wir einander brauchen, steht fest, und wir tun gut, uns entsprechend zu verhalten. Ein weiser König schrieb schon vor langer Zeit: Zwei sind besser daran als einer, weil sie eine gute Belohnung für ihre Mühe haben, denn wenn sie fallen, so richtet der eine den anderen auf und eine dreifache Schnur zerreißt nicht so bald." - Pred. 4:9-12.
Selbst die Tiere zeigen uns, daß es gut ist, diesen Grundsatz zu beachten, obwohl sie es nicht von sich aus tun, sondern weil sie der Instinkt dazu treibt. Der bekannte Biologe William A. Wheeler schreibt in seinem Buch Philosophical Biology, alle Lebensformen hätten etwas grundlegend Gesellschaftliches an sich. "Es muß sich dabei um ein charakteristisches Merkmal alles Lebendigen handeln", sagt er, denn jeder Organismus ist mindestens zeitweise mit anderen Organismen verbunden."
Zusammenarbeiten heißt, mit dem anderen oder mit mehreren ein gemeinsames Ziel anzustreben. Um dieses Ziel zu erreichen, muß man auch nachgeben oder sich fügen können Mit anderen Worten, man muß bereit sein, kleine Dinge zugunsten größerer Dinge aufzugeben. Wenn zum Beispiel ein Mann eine Frau heiratet, dann möchten sie glücklich werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen aber beide bereit sein, zugunsten des anderen gewisse Opfer zu bringen Denken beide, es müsse stets alles nach ihrem Willen gehen, dann erreichen sie ihr Ziel nicht, sie werden nicht glücklich. Doch wieviele Verheiratete begehen gerade diesen Fehler und machen dadurch sich selbst und ihren Ehegefährten unglücklich!
Auch am Arbeitsplatz mag es sich zeigen, ob du bereit bist, mit anderen zusammenzuarbeiten oder zusammenzuwirken. Du siehst vielleicht nicht ein, warum etwas so und nicht anders gemacht werden soll. Das heißt jedoch nicht, daß du dich deswegen nicht anstrengen solltest, nach bestem Vermögen deinen Teil zu tun. Ist die Arbeitsmethode nicht gut, so wird es sich mit der Zeit herausstellen, doch bis dahin solltest du dein Bestes tun um die Sache gelingen zu lassen. Der Apostel Paulus gab den ersten Christen den Rat: "Was immer ihr tut, arbeitet daran mit ganzer Seele als für Jehova und nicht für Menschen." - Kol. 3:23.
Wer nur für Zusammenarbeit ist, wenn es nach seinem Willen geht, bringt sich um viele Segnungen. Ja, solange kein Grundsatz der Gerechtigkeit verletzt wird, ist es stets zum Segen, nachzugeben oder sich zugunsten der Allgemeinheit zu fügen. Der Mensch unterscheidet sich dadurch, daß er aus freien Stücken mit anderen zusammenarbeiten kann, aus Liebe und seinem Gewissen folgend, und weil es vernünftig ist. Zusammenarbeit ist eine Art des Gebens, und Jesus Christus, der Sohn Gottes, sagte: "Beglückender ist, Geben als Empfangen." Sei also nicht nur für Zusammenarbeit, wenn es nach deinem Willen geht, sondern sei bereit, zugunsten des Wohls und des Glücks anderer nachzugeben. -Apg. 20:35.
Welchen Nutzen sollte man aus diesen Überlegungen ziehen Man kann sie auf viele Bereiche des täglichen Lebens anwenden. Bleiben wir bei dem erwähnten allgemeinen gesellschaftlichen Bereich. Daß wir unsere Mitmenschen brauchen, steht fest, und wir tun gut, uns entsprechend zu verhalten. Was bis jetzt einen solchen "ehrbaren Wandel mit den Nichtchristen" - 1. Thess. 4:12 - hinderlich ist, haben wir in christlicher Verantwortung laufend aufgezeigt. Es sind die offenkundig unverantwortlichen gesellschaftsfeindlichen Praktiken des Antikommunismus und sonstigen Gesetzesverletzungen, durch die sog. "theokratische Kriegslist" gegenüber Staat und Behörden, die nunmehr in den Blickpunkt aller verantwortungsbewußten Brüder geraten. Niemand will im Ernstfall diese Praktiken verantworten, weder vor Gericht noch anders. Viele Brüder machen im Gegenteil ernst damit, Forderungen an die Gesellschaft zu erheben, den verhängnisvollen antikommunistischen Kurs aufzugeben, der eine Verletzung des christlichen Grundsatzes ist, "alle menschliche Ordnung um des Herrn willen" anzuerkennen. Sie erklären im Geiste der zuvor dargelegten Ausführungen, daß es an der Gesellschaft ist, nachzugeben und sich zugunsten der Allgemeinheit zu fügen. Wir möchten ermuntern, weiter in diesem Geiste zu handelte, entschlossen, den antikommunistischen Kurs aufzugeben und wieder echte christlich-loyale Verhältnisse zum Staat herzustellen. Lange genug haben die bisherigen Verantwortlichen das sträflich vernachlässigt. Es ist natürlich klar, daß nur Brüder aus unserem Land hierfür kompetent sein können. Wir begrüßen jede derartige Entschlußkraft zur Wiederherstellung einer reinen, politisch unbefleckten Form der Gottesanbetung allenthalben, wozu Christen nach Jak. 1:27 nur zu verpflichtet sind.
Möge Jehova durch seinen Christus den Segen zu diesen Bemühungen geben. Es ist wahrlich hohe Zeit, angesichts des gegenwärtigen Zustandes neue Entscheidungen zu treffen.
Es geht um das Geld der Verkündiger!
Es geht ums Geld! Diese Worte sind zweifellos etwas aufreizend Sie sind aber berechtigt, oft sind sie sogar berüchtigt In der folgenden Betrachtung sind sie beides zugleich. Was ist mit dem Geld, das wir für Gute Hoffnung gespendet haben? Diese Frage wird immer wieder an uns gerichtet. Wir erhalten Zuschriften aus Versammlungen über ungeheuerliche Fälle von Unterschlagung, Betrug und persönlicher Bereicherung verantwortlicher Rechnungsdiener. Die größte Empörung herrscht jedoch darüber, daß die Leitung der Organisation die in gutem Glauben gegebenen Spenden unter gewissenloser Umgehung der Gesetze der DDR illegal nach dem Westen geschafft hat, was ein kriminelles Verbrechen ist. Summen von 10 000, 60000, 700 000 und mehreren Millionen DM werden uns genannt.
In unserer Stellungnahme in CV sei zuerst der biblische Maßstab festgestellt, den Christen in Geldfragen unter allen Umständen zu respektieren haben, wenn sie den Anspruch erheben, überhaupt Christen zu sein. Das sind einmal Jesu Worte in Mtth. 22:15-22 über die Christenpflicht, den Finanzgesetzen des Staates in jedem Fall gehorsam zu sein wenn er sagt, "gebt dem Cäsar, was des Cäsars ist". In seinen Obrigkeitsweisungen erläutert der Apostel Paulus in Römer 13:7 das mit den Worten: "Lasset allen zukommen, was ihr ihnen schuldig seid, Steuer, dem die Steuer gebührt, Zoll, dem der Zoll zukommt". Daraus folgt unumstritten, daß Christen die staatliche Gesetzgebung auch in geldlicher Hinsicht in jedem Lande korrekt zu befolgen haben, sei es Devisenverkehr, Geldein- und Ausfuhrbestimmungen, Steuer oder Zollgesetze für Waren und Werte. Es spielt dabei keine Rolle, wie unterschiedlich die Gesetzgebung dazu in den verschiedenen Ländern, sein mag.
Wir glauben, daß diesen Grundsätzen kein ehrlicher Christ berechtigt widersprechen kann. Folglich sind alle Geschwister in der DDR unter allen Umständen biblisch, staatsbürgerlich und gesetzlich verpflichtet, die hier geltenden Geldverkehrsordnungen genauso selbstverständlich einzuhalten wie etwa die Straßenverkehrsordnung oder die Eigentums- und Wirtschaftsordnung. Das sollte eigentlich bei jedem außer Frage stehen. Gegen keine Strafverfolgung wegen Mißachtung der Geldverkehrsordnung kann daher berechtigt Einspruch erhoben werden.
Weil es die WTG bisher jedoch vorsätzlich unterlassen hat, diese Dinge klar auszusprechen und die Geschwister mit den geltenden Gesetzen bezüglich Geldverkehr bekannt zu machen, sei das noch an den Anfang unserer biblischen Untersuchung gestellt. Jeder Diener, ja jeder Bruder und jede Schwester sollte diese Verordnungen kennen! Helft mit, daß sie jetzt bekannt werden:
Gesetz zur Regelung des innerdeutschen Zahlungsverkehrs vom 15. Dezember 1950 - Gesetzblatt der DDR Nr. 141, 22. Dezember 1950
§ 1 Zahlungen an natürliche oder juristische Personen oder Personengemeinschaften jeder Art, die ihren Sitz, Wohnsitz oder Aufenthalt in der amerikanischen, britischen oder französischen Besatzungszone Deutschlands oder im amerikanischen, britischen oder französischen Sektor von Groß-Berlin (Westsektoren) haben (Zahlungsempfänger), dürfen nur nach Maßgabe dieses Gesetzes erfolgen.
§ 2 Zahlungen nach § 1 dürfen nur an ein Kreditinstitut im Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik oder des Demokratischen Sektors von Groß-Berlin zur Gutschrift auf ein auf den Namen des Zahlungsempfängers lautendes Konto geleistet werden.
Seit 1961 finden diese Verordnungen in der Geldverkehrsordnung vom 20. September 1961, Gesetzblatt der DDR Nr. 69 ihren rechtlichen Ausdruck, worauf wir später zurückkommen.
Kriminell
Es dürfte ungefähr zutreffen, wenn mitgeteilt wird, daß unter Mißachtung dieser Gesetze seit 1950 jährlich bis zu einer Million DM nach dem Westen geschmuggelt wurden. Auf Befragen bestätigte Br. Oskar Thiele vom Ostbüro der Gesellschaft in Westberlin, daß diese aus der DDR gestohlenen Gelder von ihm unter Vorzugsbedingungen in der Wechselstube Ehrhardt in Berlin-Tempelhof umgetauscht wurden.
Hier ist die wörtliche Begründung des Bibelhauses für diesen umfangreichen Geldschmuggel:
"Ist es recht, Geldbeträge für das Werk zur Verfügung zustellen, oder ist es ein Übertreten des Gesetzes des Cäsars? Obwohl Jehova von uns in erster Linie geistige Opfer erwartet, das ist die Frucht der Lippen, gebietet er uns doch auch, das weltweite Predigtwerk durch unsere materiellen Mittel zu unterstützen. Wir gehorchen Gottes Wort, wenn wir materielle Spenden opfern. Gesetze des Cäsars, die das verbieten wollen, richten sich gegen Gottes Gebot. Sie stellen eine ungesetzliche Einschränkung der Glaubensfreiheit dar, die auch die religiöse Betätigung einschließt. Wir achten Gottes Gesetz. Da uns durch das Verbot die Möglichkeit genommen ist, das Geld offen im eigenen Lande zur Förderung der Predigttätigkeit zu verwenden - was wir sicherlich gern tun würden - müssen wir unsere materiellen Opfergaben nach unserem Gewissen verwenden, um das Werk zu fördern. Wenn Spenden für das Werk in anderen Ländern gegeben werden, werden sie nicht um selbstischer Vorteile willen überbracht, wie das bei Devisenschiebern der Fall ist, sondern als Teil der religiösen Betätigung, die der Cäsar ungesetzlicherweise. zu unterbinden sucht. Natürlich muß jeder in dieser Angelegenheit gemäß seinem geschulten, christlichen Gewissen seine eigene Entscheidung treffen."
Diese Begründung ist eine gewissenlose, christlich bemäntelte Anleitung zu krimineller Mißachtung der Geldverkehrsordnung der DDR. Ob die Tätigkeit der WTG verboten ist oder nicht, hat mit dieser Geldfrage überhaupt nichts zu tun. Die Geldverkehrsordnung ist ein grundsätzlicher Bestandteil der sozialistischen Rechtsordnung und gilt für den Bürger unabhängig von Glaube, politischer Ansicht und organisatorischer Bindung. Was das Verbot betrifft, so liegt es an der WT-Leitung, die feindliche Nachrichtentätigkeit, antikommunistische Hetze und Staatsverleumdung in der religiösen Tätigkeit einzustellen.
Würde die WT-Leitung Gottes Gesetz achten, so müßte sie sehen, das Christus keinerlei Bedingungen daran knüpfte, die Geldgesetze des Cäsars zu befolgen. Auch Paulus sprach von der Geldordnung j e d e r Obrigkeit. Diese Gesetze sind überparteilich und überkonfessionell, das weiß auch die WT-Leitung. Das Verbot ist darum ein heuchlerischer Vorwand. Zudem hat man sehr wohl das Geld auch hierzulande verwendet (Unterstützungen, Autos, Literaturkopien, Vervielfältigungen, Reisen und andere illegale Sachen) Nach Christus und Paulus steht somit biblisch fest, daß wir die von der Obrigkeit gesetzlich gegebenen Geldverkehrsverordnungen bedingungslos zu respektieren haben, da es allein im Ermessen der Obrigkeit liegt, die Maßgabe solcher Gesetze zu bestimmen. Die Haltung der WT-Leitung ist verlogene kriminelle Anmaßung, arrogante Überheblichkeit über selbstverständlichste Grundgesetze staatlicher Ordnung, ein Bestandteil der widerchristlichen "theokratischen Kriegslist", "glatte Worte zur Täuschung der Arglosen" Römer 16:18. Darum lehnt die WT-Leitung zum Schluß auch jede Verantwortung ab und sagt, jeder müsse auf Grund seines "geschulten" Gewissens selbst entscheiden.
Das ist der Gipfel dieser kriminellen Unterweisung. Ist es doch kein anderer als die WTG-Leitung selbst, die die Geschwister hier "schult" und somit verantwortlich ist, wenn das christliche Gewissen vieler gespalten und vergewaltigt wurde, so daß sie über die staatlichen Gesetze strauchelten. Wir haben die WT-Begründung für den Geldschmuggel nach dem Westen absichtlich wörtlich und vollständig wiedergegeben, damit die Geschwister sehen können, daß die WT-Leitung auch nicht einen einzigen Bibelvers als Beweis anführen kann.
Was tun?
Wenn wir christlich handeln wollen, so bleibt nichts anderes übrig, als Lösungen zu finden, die mit der Geldverkehrsordnung des Cäsars in der DDR übereinstimmen. Muß Geld für westliche Personen oder Organisationen grundsätzlich auf Konten staatl. Finanzinstitute eingezahlt werden, weil es im Lande bleiben soll, so muß dieser Grundsatz respektiert werden. Ist wegen des Verbots Einzahlung für die WT-Organisation nicht möglich, so hebt das den Grundsatz nicht auf, daß das Geld im Lande bleiben muß, denn das Verbot der Zeugenorganisation hat mit der Geldordnung nichts zu tun. Das ist die juristische Lage. Der Millionentransfer (Übertragung von Geldsummen von einer Währung in eine andere) nach dem Westen war also in jedem Fall Schmuggel, ungesetzlich, ein unchristliches Übertreten der Gesetze des "Cäsars", die bedingungslos respektiert werden müssen. Angesichts dieses Millionenschmuggels ist es pure Heuchelei, wenn der WT nach außen hin erklärt, die Christenversammlung könne kein Glied, das gegen ehe öffentliche Ordnung durch Verleumdung, Diebstahl oder Schmuggel verstößt, vor gesetzlicher Bestrafung durch die Obrigkeit, gleich in welchem Land, schützen (WT 1. 1. 1963, S. 13, WT 15. 1. 1963, S. 49 - Obrigkeits-WTs). Die Tatsachen in der DDR strafen diese Erklärungen Lügen.
Paulus zeigt uns den einzig richtigen Weg in solchen Fällen: "Nun ermahne ich euch, Brüder, euer Auge auf die gerichtet zu halten, welche Spaltungen hervorrufen und Ursache zum Straucheln geben entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt, und meidet sie. Denn Menschen von dieser Art sind Sklaven, nicht unseres Herrn Christus, sondern ihres eigenen Bauches, und durch glatte Worte und schmeichelhafte Reden verführen sie die Herzen der Arglosen." Römer 16:17, 18 NW. Im 2. Teil dieser Untersuchungen kommen auch einige Kuriere zu Wort, die von der WTG-Leitung für Geldschmuggel mißbraucht wurden, Macht bitte alle Geschwister auf diese Untersuchungen aufmerksam!
"Theokratische Kriegslist"
oder die WTG-Weisungen, Behörden und Gerichte der DDR zu belügen und zu täuschen
Was sagt die Bibel dazu?
Es ist erfreulich, immer mehr Anzeichen dafür zu sehen, daß sich daß Nachdenken darüber ausbreitet, wie alle Geschwister aus der verfahrenen Situation der Organisation in der DDR herauskommen können. Wir wünschen von Herzen, daß dieser Beitrag dazu eine Hilfe sein möge.
Wenn der WT erklärt: "In Rußland und seinen kommunistischen Satellitenländern, selbst im kommunistischen Ostdeutschland, setzen Jehovas Zeugen ihr Werk fort, obwohl es im Untergrund geschehen muß" (WT 1. 1. 1965, S. 19), so sind damit alle Brüder und Schwestern zwangsläufig auf die Stufe von politischen Untergrundorganisationen im Range von 5. Kolonnen gestellt, wie sie im sog. kalten Krieg gegen die sozialistischen Länder auch in religiöser Hinsicht eine Rolle spielen. Wenn man untergründig arbeiten will, ist man selbstverständlich zu all den Methoden von Geheimhaltung, Lüge, Tarnung, Täuschung und List gezwungen, die jede Untergrundorganisation anwenden muß, will sie zum Zuge kommen. Das geheimgehaltene Mittel dazu ist bei uns die Königreichsdienstschule für alle verantwortlichen Brüder. Wir haben das Lehrstück A dieser Schulung vor uns, das besonders zum Belügen und Überlisten der DDR-Behörden anleitet um die Untergrundtätigkeit zu verdecken.
Der Inhalt des Lehrstücks ist kurz zusammenzufassen. Es ist eine scheinbiblische Rechtfertigung von Methoden der Tarnung, der Ausflüchte, Lügen, Täuschungen und List zur Anwendung vor Polizei und Gericht. Es ist überflüssig, das alles aufzuzählen. Der Phantasie des einzelnen hat die WTG da keine Grenzen gesetzt. Die entscheidende Frage ist allein, wie man das biblisch rechtfertigen will. Das wollen wir zum Nutzen aller Geschwister überprüfen.
Man verweist im Lehrstück zur Begründung auf den WT vom 15. April 1956 "Vorsichtig wie Schlangen unter Wölfen". Dem wenden wir uns nun zu. Zur Veranschaulichung zitiert der WT aus dem Alten Testament alle möglichen Fälle, wie Abraham, David, Ahab und andere damalige Herrscher und Fürsten gegen die Feinde Israels mit allen Arten von Kriegslist, Täuschung, Lüge, Irreführung und Tarnung vorgingen, um ihre theokratischen Kriege erfolgreich zu führen. Jeder kann im Alten Testament diese Beispiele lesen. Auf den Fall der Hure Rahab bezugnehmend, die durch Lügen zwei israelitische Spione verbarg, zieht der WT für die Brüder heute folgende Schlußfolgerung:
"Lag in diesen Worten (der Rahab zur Verbergung der Spione) eine, der Moral zuwiderlaufende Lüge? Man denke daran, daß damals Krieg herrschte. Die Feinde verdienen es nicht, daß man ihnen zum Schaden oder zur Gefährdung der Knechte Jehovas die Wahrheit mitteilte. In Kriegszeiten ist es angebracht, den wölfischen Feind auf falsche Fährte zu lenken." WT 15. April 1956, S. 240,241.
In der Frage zu Absatz 43 des WT heißt es weiter aufschlußreich: "Gegen wen dürfen wir nicht lügen?" Lügen für den WT ist demnach also "der Moral nicht zuwiderlaufend". Für die WTG kann man anscheinend alles ohne Bedenken, lügen, spionieren, irreführen und täuschen, muß man denken.
Was der WT den Geschwistern hier vorsetzt, ist in Wahrheit eine folgenschwere Bibelverdrehung. Die Israeliten lebten als Volk oder Nation, als ein theokratischer Staat und unter dem mosaischen Gesetzesbund. Sie führten als solche blutige Kriege. Sie gingen gegen die sie umgebenden Völker militärisch vor, um z. B. das Heilige Land zu erobern. Wenn die Hure Rahab die Spione verbarg, so stand das in Verbindung mit jener blutigen Kriegsführung. Ihr Handeln kann nur unter diesen Gesichtspunkten gesehen werden. Christen dagegen befinden sich unter ganz anderen Bedingungen und ganz anderen Verpflichtungen. Sie leben nicht als Nation oder Volk, als Staat. Sie stehen unter dem Gebot des Neuen Bundes "Seid aller die Menschen betreffenden Ordnung um des Herrn willen untertan" (1. Petr. 2:13). Sie haben sich kein Land zu erobern und deswegen theokratische Kriege zu führen. Daraus folgt, daß es niemals Aufgabe der Christen sein kann, wie die Israeliten mit theokratischer Kriegslist gegen die Behörden der jeweiligen Ordnung, unter der sie leben, vorzugehen. Der WT gibt äußerst verantwortungslose Weisungen, wenn er das trotzdem so auslegt. Ein Israelit unter dem Alten Bund ist etwas ganz anderes als ein Christ unter dem Neuen Bund.
Interessant ist, daß der WT kein einziges Beispiel theokratischer Kriegslist aus dem Neuen Testament zitiert. Das ist auch schlecht möglich, denn die Christen haben "keine" theokratischen Kriege zu führen. Das allein zeigt schon die Unwahrhaftigkeit der Position des WT. Wir sind ja schon allerhand von politischen Bibelfalschauslegungen des WT gewöhnt, wenn wir z. B. an die Obrigkeitsverdrehungen denken.
Jedoch der WT zitierte Christus, der sagte "Seid klug wie Schlangen, aber ohne Falsch wie die Tauben" oder "Seid vorsichtig wie Schlangen, aber so harmlos wie Tauben" (Matth. 10: 16, 17). War das theokratische Kriegslist? Der WT behauptet das. Aber Jesus sprach hier nicht von irreführen, täuschen und lügen, er sprach von Vorsicht und Klugheit. Das ist mit lügen und täuschen niemals gleichbedeutend. Wie leichtsinnig, das nicht zu beachten! Aber der WT beharrt auf solcher Bedeutung der Worte Jesu. Den ganzen Artikel über die Kriegslist stellt er unter dieses Wort Jesu! Natürlich können wir dem WT hier nicht das letzte Wort lassen Allein die Schrift ist maßgebend.
Christen wandeln nicht mit List
Das Verhalten des Apostels Paulus soll die aufgeworfenen Fragen beantworten. Er wurde auf Betreiben seiner religiösen Gegner verhaftet und vor den römischen Herrscher, König Agrippa, gebracht. Verbarg er etwas im Verhör vor Agrippa? Log, täuschte und verheimlichte er etwas? Er tat nichts dergleichen, seine Rede war ehrlich und offen, wenn er sagte: "An den König wende ich mich mit meiner freimütigen Rede, denn ich bin überzeugt, daß ihm nichts von diesen Dingen unbekannt ist, denn dieses ist ja nicht in einem Winkel getan worden." (Apg. 26:26) Paulus hatte nicht gegen die römische Ordnung gekämpft. Er hatte also nichts durch Lügen zu tarnen. Agrippa konnte folglich keine politische Schuld an ihm finden (Apg. 26:31). An die Korinther schreibt Paulus darum: "Wir haben uns von aller schändlichen Heimlichtuerei losgesagt, denn wir gehen nicht mit Ränken um" oder "wir haben uns von den hinterhältigen Dingen losgesagt, deren man sich zu schämen hat, i n d e m w i r n i c h t
m i t L i s t w a n d e l n". (2. Kor. 4:2 NW). Wir sehen, Paulus lehnte jede Anwendung von List ab. Sein Kampf war nicht gegen die politische Ordnung gerichtet. Damit ist unsere Frage entschieden. Die WT-Kriegslist der Irreführung auf falsche Fährten, der Lüge und Täuschung von Behörden ist unchristlich. Wer mit dem WT auf diesen Positionen verharrt, kann nicht damit rechnen, als unschuldig erfunden zu werden. Christus lehrte keine solche Kriegslist wie die WTG sie verlangt.
Überlegen wir uns diese ganze Sache ein wenig, so merken wir, wie weit der WT hier eigentlich von der Haltung der Apostel entfernt ist. Wie ist das möglich? Warum können unsere Gerichte in der DDR nicht urteilen wie König Agrippa, der doch nicht weniger weltlich war: "Dieser Mann tut nichts, was Tod und Gefängnis verdient."? (Apg. 26:31). Diese Fragen, von denen Freiheit und Existenz der Geschwister abhängen, werden wir das nächste Mal biblisch beantworten. Inzwischen geht unsere Aufforderung an alle verantwortungsbewußten Geschwister: Sagt euch los von der schändlichen Heimlichtuerei der WTG, denn Christen wandeln nicht in List. -
Die WTG-Säulen fallen!
Wie lange ist Gestapodiener Konrad Franke noch Zweigdiener in Wiesbaden?
Im Bethel Wiesbaden ist man aus dem Häuschen geraten. Es geht um Zweigdiener Franke, dessen Gestapo-Konto jetzt auch aufgedeckt wird. Inzwischen ist nachgewiesen, daß er 1936 den Dienstleiter Steinbach aus Frankfurt/M. der Gestapo überlieferte und beteiligt ist am Fall Willi Ruhnau aus Danzig, der von der Gestapo ermordet wurde (CV 2 u. 3). Das ist erst der Anfang von Frankes Konto. Die große WT-Lüge von der göttlichen Ordination und Einsetzung der WT-Führung wird immer mehr enthüllt.
Aus dem persönlichen Kreis um Franke im Rheinland wird uns berichtet, daß er überall feststellt, wer die Br. kennt, die er der Gestapo ausgeliefert hat. Ob es ihm gelingt wie seinem Vorgänger, Gestapo-Handlanger Frost, auch allen drei Jahre lang den Mund zu stopfen? Es wurden mehrere Brüder im Bethel informiert und zur Stellungnahme aufgefordert. Dazu gehören F. Adler und H. Köhler, die gut bekannt sind. Zweigdiener Zürcher, Bern, Schweiz, vervollständigte mit seiner Dokumentation KREUZZUG GEGEN DAS CHRISTENTUM sogar selbst die Beweiskette um Frankes Anteil im Mordfall Ruhnau! (CV 3)
Im Fall Frost mußte das Hauptbüro in Brooklyn feststellen, daß alle Informationen stimmten, obwohl nicht sofort die Unterlagen zur Hand waren. Franke weigert sich noch, schon jetzt ein umfassendes Geständnis über seine Gestapodienste abzulegen. Nimmt er etwa an, daß Brooklyn noch nichts in der Hand hat? Sicherlich denkt er, ohne Unterlagen kann ihm Brooklyn gar nichts! Möglicherweise nimmt sich erst wieder die Presse der Sache an oder die Bundesregierung in Bonn, wie im Fall Frost (Politisch-Parlamentarischer Pressedienst, Bonn, 5. Juli 1961, Nr. 75). Es können ihn auch Journalisten interviewen wie in Ulm zum Kongreß im August 1964. Die sowjetische Zeitung PRAWDA, Moskau, hatte schon 1959 festgestellt, daß die Organisatoren der WTG in Deutschland Kollaborateure der Nazis (Verräter, der mit Hitlerfaschisten zusammenarbeitet) sind. Lassen wir uns überraschen!
Seltsame Abwehrmethoden der Wachtturm-Leitung
Als wir mit der Bibel von Haus zu Haus arbeiteten, trafen wir auch besonders kluge Leute, die uns mit der Behauptung abwiesen, wir hätten andere Bibeln als die allgemein gebräuchlichen. Das war eine wissentlich falsche Behauptung, denn jeder, der mit den Tatsachen vertraut ist, weiß, daß es nicht zweierlei Bibeln, keine Extra- oder Sonderbibeln gibt, die sich im Inhalt von anderen unterscheiden. Es hätte ja für den Angesprochenen nicht viel Mühe gekostet, sich anhand seiner eigenen Bibel von dieser Wahrheit zu überzeugen. Diese Behauptung war nur deshalb schwer zu widerlegen, weil mit diesen Leuten beim besten Willen nicht zu reden war. Sie wollten absolut nichts anderes hören, was ihre bisherige Auffassung zerstört hätte.
Heute macht sich die Wachtturm-Gesellschaft ein ähnliches Argument zu Nutze, um unangenehme Enthüllungen, den Wachtturm betreffend, abzuwehren. Damit niemand erst den Versuch macht, die aufgedeckten Irrtümer im WT nachzuprüfen, wird wiederholt die Behauptung erhoben, die Gegner arbeiteten mit falschen Wachttürmen.
Leider gibt es viele Brüder und Schwestern, die solche Torheiten bedenkenlos nachreden, ohne dies ernstlich zu überprüfen Entweder haben sie den betreffenden WT tatsächlich nicht gelesen, oder was wahrscheinlicher ist, sie haben den Inhalt vergessen und wollen sich auch nicht daran erinnern lassen. Es ist ihnen unangenehm, sich einen Irrtum einzugestehen oder gar Fehler an der in ihren Augen unfehlbaren göttlichen Organisation zu entdecken.
Sind Jehovas Zeugen da besser als diese Leute, die das Zeugnis der Bibel ablehnen, weil sie nichts an ihren Auffassungen und ihrem Leben ändern wollen? Aber Jehovas Zeugen verleugnen sogar ihre eigenen Schriften. Sie wollen nichts sehen und hören, wenn es um die Aufdeckung eines Irrtums geht. Hierin haben sie dieselbe extreme, Einstellung wie die Leute, die sich aus ihrer eigenen Bibel nicht die Tatsachen sagen oder zeigen lassen wollen. Der Unterschied besteht lediglich darin, daß in der Bibel Wahrheiten, im Wachtturm jedoch Irrtümer erkannt werden können. Bedauerlicherweise ist es heute jedoch so, daß vielen Zeugen Jehovas der Wachtturm mehr bedeutet als die Bibel.
Das Gerücht, daß wir unsere Aussagen auf falsche Wachttürme stützen, ist eine schon früher gegen andere angewandte Methode. Mit diesem Argument arbeitet die WTG-Leitung ganz besonders seit 1950. Doch in keinem Falle hat sie den Beweis für ihre Behauptung erbracht. Weshalb erhebt die WTG-Leitung nicht Klage bei öffentlichen Gerichten wegen Mißbrauchs und falschen Nachdruck ihrer Schriften? Zur Orientierung und Überprüfung erhielt die Leitung in Wiesbaden jede Nr. von CV. Zur Nachprüfung unserer Angaben nannten wir stets die Nummer, das Jahr und die Seite des in Frage kommenden WTs. Bei ihrer angeblichen Wahrheitsliebe sollte sie diese Tatsache kundtun. Dazu schweigt die Leitung aber in der Öffentlichkeit. Sie hält aber die Behauptung von den "falschen Wachttürmen" in ihren Kreisen zur Beruhigung aufrecht und fordert die Brüder außerdem noch auf, daß, wenn von Behörden ihnen bei Vernehmungen WT vorgelegt würden, mit politischem Inhalt, soll man sagen, es seien "falsche Wachttürme". Die Leitung weiß aber genau, daß dem nicht so ist, sie will sich damit nur bei ihren Anhängern in ein gutes Licht stellen.
Wir ersehen auch aus diesem Beispiel, daß die Organisationsleitung es mit der Wahrheit nicht genau nimmt, wenn es um die Erhaltung ihrer Autorität geht. Aber eines ist sicher: Mit unehrlichen Mitteln und Methoden kann die Leitung niemals in den Augen aufrichtiger, wahrheitsliebender Zeugen Jehovas gewinnen, sondern nur verlieren.
Was wird sich die WTG-Leitung nicht noch alles einfallen lassen, um der Wahrheit und den Tatsachen auszuweichen? Aber Jehova wird noch vieles offenbar machen und im Endgericht vor ihm wird es dann kein Ausweichen geben.
Folgende interne Mitteilung wurde uns übermittelt:
An alle Rentner-Geschwister!
Bisher ist nur wenigen eingeweihten Rentner-Geschwistern bekannt, daß die WT-Gesellschaft die Rentner-Besuchsreisen nach Westdeutschland für illegalen Kurierdienst aus der DDR zum Zweigbüro in Wiesbaden ausnutzt.
Es sollte bedacht werden daß Geschwister, die sich dazu hergeben, i h r e und a n d e r e r Besuchsreisen nach Westdeutschland äußerst gefährden. Das ist ein Mißbrauch der von der Regierung geschaffenen Erleichterungen für den Verwandtenbesuch.
Auch die Gesellschaft weiß, daß dies Mißbrauch ist. In einzelnen Versammlungen gab es bereits deshalb Auseinandersetzungen Aus diesem Grunde gab sie neue Anweisungen. Es darf darnach der Rentnermißbrauch keinesfalls allen Rentner-Geschwistern bekannt werden.
Wir möchten alle Geschwister in Güte darauf hinweisen, sich nicht für gesetzeswidrige Handlungen mißbrauchen und ausnutzen zu lassen. In Eurem Interesse beherzigt bitte diese Mitteilung. - Dank dem Mitteiler!
Interessante Mitteilungen
Vom WT verschwiegen - Christliche Mission unter Jehovas Zeugen in 194 Ländern
In Florida, USA, existiert eine christliche Mission mit der Aufgabe, die Zeugen Jehovas in allen 194 Ländern ihrer Tätigkeit anzusprechen und aufzuklären, daß die heutigen WT-Lehren kein urchristliches Evangelium sind.
Leiter der Mission ist Br. William J. Schnell, ein ehemaliger Bethelmitarbeiter.
Bisherige Buch-Veröffentlichung von Br. Schnell:
Dreißig Jahre ein Sklave des Wachtturm
Ins Licht des Christentums
Christen erwachet!
Die christliche Mission ist die international größte dieser Art und zeigt, daß die WTG auf wachsende begründete Opposition stößt, was den Geschwistern im WT verheimlicht wird. Wir werden darum in CV über die Hauptargumente dieser Mission gegenüber dem WT getreu der Schrift, "sich über alle Dinge zu vergewissern" (l. Thess. 5:21 NW), fortan informieren.
Gehalten wie umündige Kinder
Das Bibelhaus in Wiesbaden hat Anweisung gegeben, den Geschwistern hier keine Tagestexte mehr ohne WTG-Kommentar zu geben. Es müsse verhindert werden, das sich irgend jemand selbständig damit beschäftigt, das sei eine Gefahr.
Extreme - können sie dafür?
Aus dem Bibelhaus wird folgendes bekannt: In der Vs. Niederdorf/Stollberg, Bez. Karl-Marx-Stadt, traten zwei Schwestern auf, um die Vs. durch Harmagedon zu führen. Sie isolierten die Brüder mit der Behauptung, sie würden falsche Lehren predigen. Dann verkündeten sie, Geschlechtsverkehr außer zum Kinderzeugen sei Sünde, und es dürften keine Feuerstühle (Motorräder) mehr gekauft werden. Sie liefen sogar in die Fischgeschäfte, um zu verkündigen, wegen der WT-Blutlehren dürften nur noch ausgekehlte Heringe gegessen werden. Das Bibelhaus gab auf dem Dienstweg Weisung, diese beiden Schwestern "zur Reife" zu führen.
Aus eingegangenen Briefen
Aus dem Bezirk Gera:
Viele Deiner Briefe, welche Du mir zusandtest, habe ich gelesen Ich muß Dir gestehen, daß ich nicht immer alles geglaubt habe und vieles als übertrieben hielt. Als nun Deine Hinweise über gewisse Vorkommnisse in Jena bekannt wurden, hatte ich nunmehr Gelegenheit, Deine Angaben zu überprüfen Ich erhielt Kontakt mit Jenaer Geschwistern und erhielt somit die Bestätigung es sich im Falle Luft und Buschbeck um Tatsachen handelt. Leider ist es auch heute noch so, daß Geschwister nicht wagen sich umzusehen oder gar eine eigene Meinung zu haben, da ihnen ja befohlen wurde, sich nicht um andere Dinge zu kümmern, oder gar zu glauben, was andere sagen. Sie glauben nur das, was die NWG schreibt und glauben so auch nicht, wenn andere Geschwister, auch leitende, schwere Verfehlungen begehen. Mögen sie doch einmal den Mut aufbringen und sich selber an Ort und Stelle von den Tatsachen überzeugen wie ich, vielleicht würden sie dann ihre Vorbilder, denen sie so vertraut haben, in einem ganz anderen Lichte sehen, vielleicht würden sie sogar ihre Meinung ändern Auch wir in unserer kleinen Gruppe haben da einige Erfahrungen gemacht. . . der Hirte verließ seine Herde, wahrscheinlich ist es dort leichter. . . Heute glaube ich bestimmt, daß sich solche Dinge wie in Jena auch an vielen, vielen anderen Stellen zugetragen haben Möchte Dir mein Brief eine Ermutigung sein "
Habe Dank, lieber Bruder, für Dein gutes Beispiel!
A 2181/66 V 18 6