Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 239

Nachdem schon in der CV 238 die öffentliche Falschmeldung bezüglich des WTG-Funktionärs Kelsey zu registrieren war, setzt auch diese CV-Ausgabe diese Falschmeldung (ohne auch nur den Versuch einer nachvollziehbaren Begründung zu unternehmen) fort, was die ganze Sache mit Sicherheit nicht „besser" machte.
Überflüssig wie ein Kropf, dennoch symptomatisch für das CV-Unternehmen, auch die in dieser Ausgabe enthaltene Polemik. Zitat:
„Einem Beispiel aus der Versammlung Rostock. Hans-Dieter und Peter M. - beide lehren andere, keine Feste wie Weihnachten, Ostern und Geburtstage zu feiern. Was aber tun sie selbst? Sie stellten 1988 für 14 Tage im Juni einen Besuchsantrag, um in die BRD zum 75. Geburtstag ihrer Mutter reisen zu dürfen. Ihren anvertrauten Schäfchen aber sagen sie, daß sie keinen Geburtstag feiern sollen."


- 30 JAHRE -
CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR., DDR

Nr. 239 GERA JUNI 1989

HOHEM MITARBEITER IN SELTERS
wurde die Gemeinschaft entzogen
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT 23 und 24/1988
WTG-PREDIGTDIENSTSCHULE
Für Christen unzumutbar
WAS WIR SIND UND WAS WIR TUN (IV)
Über den weiteren Weg im Glauben
IST ES SPÄTER ALS DU DENKST?
Wie spät ist es wirklich?
DIE "ABTRÜNNIGEN"
Sind sie wirklich abtrünnig?

FURCHT VOR DEN AUFSEHERN
Sie haben keine Liebe für die Schafe
Liebe Geschwister!
Der Wille Jehovas ist, an Erkenntnis zuzunehmen und gute Früchte hervorzubringen, zur Ehre seines Namens. (l. Thess. 5:11)
Viele gerechte Eigenschaften sind Früchte des Geistes. Die tägliche Stärkung der rechten geistigen Haltung sowie rechter Gewohnheiten bringen Früchte des Geistes, denn nur durch rechte Erkenntnis und Belehrung, durch wachsames Überprüfen unserer Handlungen wird es gelingen, gute christliche Früchte hervorzubringen. Mehren wir aber unsere Erkenntnis dadurch, daß wir sehr oft durch den Kanal des Herrn belehrt werden mit Predigten, welche mit politischen Dingen gewürzt sind?

Der WT 1.6..1959 schreibt auf S. 326 Abs. 7:
"Die Aufseher der Neuen - Welt - Gesellschaft tragen heute eine beträchtliche Verantwortung ...
Sie werden als Vorbilder der Herde bezeichnet ...
Als Aufseher müssen sie sich mit dem Leben befassen, die Jehova Gott hingegeben sind (1. Petr. 5:3).
... die die Einfiltrierung des Geistes des Abfalls und das Eindringen des Menschen der Gesetzlosigkeit in die Neue - Welt - Gesellschaft der Zeugen Jehovas verhindert (2. Petr. 3:13)."
Wir haben schon in unserem ersten Schreiben darauf hingewiesen, daß ihr Aufseher nicht auf dem rechten Wege seid, mit den politischen Artikeln im WT und Erwachet, die rechten Erkenntnisse zu vermitteln. Ihr zerstreut die Herde damit, anstatt sie in Einheit und Harmonie zusammenzuhalten.

Abs. 21 sagt: "Die Neue - Welt - Gesellschaft muß fortgesetzt die reine, unbefleckte Form der Anbetung pflegen." (Jak. 1:27)
Haben wir das nicht wiederholt gefordert? Sein Volk ist durch euch Aufseher voller Furcht, nicht Furcht vor Jehova, sondern vor euch, weil ihr keine Liebe für die Schafe des Herrn zeigt, sondern nur Eigenliebe tätigt. Ein jeder bangt vor Verhaftung auf Grund eurer politischen Artikel und anderer untheokratischer Aufträge. Welche Früchte hat dies gebracht?
Auf Seite 425 im WT 14 ist das Wachstum in Prozente veröffentlicht, und zwar fiel es von 1948 - 1958 von 27 % auf 9,8 %. 1956 sogar auf nur 3,6 %. Ist dies nicht ein Ruf zur Überprüfung des bisher gegangenen Weges? An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen, mahnt Jesu!
In den letzten 10 Jahren ist trotz der Erhöhung der Verkündigerzahl die 27 % nie wieder erreicht worden. Dies ist die eine Seite des Früchtetragens.

Die 2. ist ersichtlich in den vielen Ausschlüssen, veröffentlicht im WT 11, Seite 329 Absatz 19:
"... vom März 1952 bis April 1957 ... wurde durchschnittlich 500 Glieder wegen offenkundiger Vergehen, die in der Versammlung Jehovas nicht geduldet werden können, die Gemeinschaft entzogen.
Von April 57 - April 58 schnellte die Zahl über den Jahresdurchschnitt von 500 auf 1334 pflichtvergessene Glieder empor, betrug also mehr als 2 l/2 mal soviel." Dies bezieht sich nur auf Nordamerika. Wie sieht es in den übrigen Ländern aus? Dies waren doch bestimmt nicht alles Hurer, Götzendiener usw., sondern uns sind in unserem Lande viele Ausschlüsse bekannt, die getätigt worden, weil die Glieder sich nicht mit den Erklärungen der Neuen - Welt - Gesellschaft oder ihren Anweisungen einverstanden erklärten, weil sie mit dem Wort Gottes nicht in Einklang zu bringen waren. Dies ist nach oberflächlicher Betrachtung sogar die Mehrzahl.

Weshalb dies? Warum reagiert man nicht auf den alarmierenden Schock und überprüft sich selbst und den eingeschlagenen Weg, den man seit 1948 gegangen ist, ob er noch der rechte ist? Man sollte doch als Aufseher zuerst die Schuld bei sich suchen und nicht bei den Gliedern, denn wie ihr selbst versichert, tragt ihr die Verantwortung zuerst. Warum beharrt man trotz aller Offensichtlichkeiten, die zum Schaden der Glieder dienen, weiterhin auf diesem Wege? HAT MAN DOCH IRGENDWELCHE VERPFLICHTUNGEN? Diese Frage wurde von Anfang an gestellt, wurde aber nicht beantwortet. Sollten die Aufseher nicht die Schafe des Herrn mit Gewandtheit weiden? Sollte man nicht bedacht sein auf das Wohl der Schafe des Herrn? Im Berliner Vortrag 1958 wurde gesagt:

"Nicht nur Euer Leben ist von der Pflege der Schafe abhängig, sondern das Leben Deiner anvertrauten Schafe ebenfalls!"
Du hast als Hirte kein Recht über sie zu herrschen, denn es sind die Schafe des Herrn. 1. Petr. 5:2-3. Hüten heißt, ihnen helfen, sei stets ihr Beschützer, damit sie nicht irre gehen und getötet werden, seid vorsichtig, damit ihr nicht getötet werdet. Jak. 5:16. Tragt große Sorge um jeden einzelnen, habt überströmende Liebe. Bringt die Früchte des Geistes hervor. Eph. 4; Gal. 5:22. Führt die Schafe auf eine fette Weide, damit sie nicht aus Mangel an Erkenntnis umkommen. Nur auf magerer Weide leiden alle Hunger, äußern sie diesen Hunger, dann zerstreut ihr sie. Ist dies göttlicher Wille?

Der gute Aufseher wird immer bemüht sein, gute Früchte hervorzubringen, die Glieder zu schützen und auszurichten nach dem Worte Gottes. Er wird sammeln und nicht zerstreuen, helfen und nicht verurteilen. Die Weide, d. h. die Literatur anregend gestalten, d. h., sich streng nach göttlichen Grundsätzen richten, dann wird die Frucht der Organisation eine dem Herrn wohlgefällige sein. Nicht als Aufseher herrschen wollen, sondern bereit sein, alle guten Hinweise und aufrichtig gutgemeinten Ratschläge der Glieder zu beachten, damit das Rechte getan werde. Nicht zerstreuen, sondern helfen, die Neue-Welt-Gesellschaft in Einheit, Reinheit und Harmonie auszurichten. Das sind göttliche Grundsätze: "Jehova zu lieben und seinen Nächsten als sich selbst."
Möge sie ein jeder versuchen auszuleben und laßt uns ablegen alles pharisäische Handeln, wie es Jesu in Matth. 23 darlegt;
"Sie sagen es wohl, aber sie tun es nicht." (Vers 3)
Dann wird die frohe Botschaft wieder die rechten Früchte hervorbringen, so als es göttlicher Wille ist.
Es grüßt Euch in geschwisterlicher Liebe mit Psalm 41:2-4 und Sprüche 19:17 Euer Bruder: gez. Willy Müller

HOHEM MITARBEITER IM BETHEL SELTERS DIE GEMEINSCHAFT ENTZOGEN
Wie wir bereits in CV 238 kurz berichteten, wurde dem WTG-Koordinator (Zweigdiener) der BRD, Richard E. Kelsey, die Gemeinschaft entzogen.
Schon im Sommer 1988 wurde unter den ZJ darüber gesprochen, daß er sich auf einem "Abweg" befinde.
Zeichnen wir zunächst einige Stationen von Richard E. Kelsey nach:
Kelsey ist Amerikaner. Er spricht sehr gut deutsch, jedoch mit einem unverkennbaren amerikanischen Akzent. Er war der Nachfolger in der BRD von Konrad Franke.

Er trat schon 1954 als WTG-Sonderdiener in Erscheinung. 1961 war er Referent auf dem Kongreß in Hamburg. 1964 trat er in der Deutschland-Halle in Westberlin auf, und 1969 auf dem Kongreß in Nürnberg.
1971 trat er wieder in der Deutschland-Halle in Westberlin auf. sein öffentlicher Vortrag lautete: "Wenn alle Nationen frontal mit Gott zusammenstoßen". Sein Tenor war, "in naher Zukunft" würde Harmagedon kommen. Dazu kolportierte er sogar die antikommunistische politische Verleumdung: "die russischen Führer sagen, sie würden erwarten, bis zum Jahre 1975 die ganze Welt kommunistisch gemacht zu haben" (Text des Vertrages).

Kein "russischer Führer" hat so etwas je gesagt. Kelsey nannte auch keine Quelle dafür. Er vertraute da blind auf das, was ihm die WTG vorgeschrieben hatte, in dem Vortrag zu sagen.
Auch die Vereinten Nationen hatte er anzugreifen. Und allen Regierungen das Recht zu herrschen abzusprechen.
Auch im Westberliner Fernsehen erschien er am 27.7.1971, um vor allem die ZJ-Jugendlichen zum Endspurt "anzuspornen".

Es ist klar, daß er sich da 1989 als ein betrogener Verführer vorkommen muß, wenn er ehrlich vor sich selbst ist. Einleitend geißelte er alle, die die "nahe" Katastrophe als lächerlich abwiesen (Text des Vortrages). Nun steht er 1989 selbst als lächerlich da.
1973 hielt Kelsey im Düsseldorfer-Rheinstadion den öffentlichen Vortrag "Göttlicher Sieg - was bedeutet er für die bedrängte Menschheit?" Das war 2 Jahre vor 1975. Gleich einleitend hatte er u. a. den Standpunkt zu predigen, daß die "antireligiösen" und "atheistischen Kommunisten" guten Grund hätten, daß "der bevorstehende Krieg" zur Vernichtung der Christenheit geführt werden möge.

Auch redete er von einer "militärischen Konfrontation der religiösen Christenheit und des antireligiösen Kommunismus".
Die antikommunistische Bedrohungslüge unterstützte er mit den Worten: "die Streitkräfte des antireligiösen Kommunismus in Europa, Asien und Afrika scheinen zahlenmäßig stärker zu sein ..."

Auch vertrat er die WTG-Politik, daß ein 3. Weltkrieg kommen werde, da sich die Nationen der Christenheit "für einen Krieg mit dem materialistischen, kommunistischen Block rüsten" und sich die "radikalen Mächte der Welt zu einem globalen Angriff auf die Religion vereinen, bevor sie selbst am Krieg v. Harmagedon teilnehmen". Und "ein Sieg der Christenheit" biete "keine Gewähr für eine Befreiung der bedrängten Menschheit", weil "die Christenheit am Aufstieg des internationalen Kommunismus zur Weltmacht schuld" sei, und weil "der Fortbestand der Christenheit im Laufe der Zeit zu einem erneuten Aufstieg des gottlosen Kommunismus und schließlich wieder zu einer Konfrontation beider Seiten führen würde" (Text der Ansprache).

Auch vertrat er den Unsinn, daß die "radikalen Kommunisten in einem offenen Krieg mit Gott stehen". -
Wenn für solche "Radikalen" kein Gott da ist, können sie auch in keinem Krieg mit ihm stehen. Das wäre wie Löcher in die Luft schlagen.
Nun, das war alles 1973 zwei Jahre vor dem "1975". Die Weltentwicklung, die Weltlage, die Bündnispolitik der sozialistischen Länder auch mit der "Christenheit" hat alle diese WTG-Wahrheiten, die Kelsey da öffentlich predigte, auf den Müllhaufen geworfen. Auch diese Bilanz muß er ehrlicherweise ziehen.

1977 sprach er in Frankfurt/Main zum Thema "Vorwärts mit den 'größeren Werken'", des weiteren zu den Themen "Nimm mit Jesus Christus freudig am Werk Jehovas teil", "Das Leben hat doch einen Sinn" und "Die herannahende Weltregierung - Gottes Königreich".
Im Jahre 1978 hielt er noch die Schlußansprache des Kongresses in München zum Thema "Bleibt standhaft im Glauben".
Ein außergewöhnliches Auftreten hatte er noch am Schluß des Kongresses 1978 im Düsseldorfer-Rheinstadion. Der Kongreß hatte ca. 3 000 000 DM gekostet! Am Ende gab es einen Empfang im Rathaus, wo wir ihn und einige andere Verantwortliche mit einem Glas Wein in der Hand lächelnd vor den Journalisten stehen sehen (Express).
-CV wird weiter berichten.
-CVN-

EDLER GESINNT SEIN
Der Wachtturm
UND PRÜFEN APG 17:11
WIR PRÜFEN DIE WT NUMMER 23 UND 24/1988
WELCHE TRADITIONEN GEFALLEN GOTT
Diese WT-Frage sagt es schon: Man zeigt mit dem Finger auf die anderen. Deren Traditionen würden Gott nicht gefallen. Der WT-Hauptstoß geht hier gegen die katholische Kirche, wie eh und Je. Damit ja dieses Feindbild bleibt, um die Kampfstimmung zu halten. Natürlich wahrt die Kirche Bibel und Überlieferung, über deren Sinn man streiten kann.

Auf jeden Fall verurteilte Jesus andere Wege und Formen nicht so ohne weiteres, wenn die Absicht damit war, ihm auf diese Weise zu folgen. (Markus 9:38-41) Und diese Absicht kann der Kirche trotz ihrer schwarzen Schafe nicht abgesprochen werden. Die karitativen Liebeswerke der Kirche sind einer der Beweise hierfür. Das ist sogar echt im Sinne Jesu, nicht nach dem Glauben der Hilfsbedürftigen zu fragen als Bedingung. (Lukas 10:25-37)
So einfach ist das alles nicht. Die WTG ist in diesem Vorgehen ein Heuchler. Sie greift die Kirche wegen ihrer Bildnisse an, und hat die Stirn, ihr 2. Mose 20:4,5 entgegenzuhalten, wo den Israeliten verboten wurde, irgendein Bild zu machen und in der Anbetung zu verwenden.

Dabei strotzen die bunten WTG-""Predigten" mit Bildnissen von Gott, Engeln und sonstige unsichtbaren Dingen als "fester Bestandteil im Leben", ja im "Gottesdienst" der WTG-Zeugen. Und mit dem, was die WTG seit 1879 neben der Schrift und im Widerspruch zu ihr an Methoden, Lehren und Traditionen entwickelt und wieder verworfen hat, könnte man Bücher füllen.
Alle Erkenntnis ist "Stückwerk". Die WTG sollte auch hier aufhören, sich an die Brust zu schlagen. Damit kann sie nur Arglose und Einfältige täuschen und halten. (Römer 16:18)

ALS JEHOVA MONARCHEN LEKTIONEN ERTEILTE
Der WT stellt hier dar, was einst Nebukadnezar und Belsazar als Monarchen widerfuhr, denen Gott "gewisse Lektionen über seine Souveränität und seine rettende Macht erteilte." (Seite 14)
In Harmagedon würden das bald auch "alle irdischen Herrscher" von heute erleben. Das ist zunächst wieder alles andere als "unpolitisch". Wird doch hier gegen die Souveränität der heutigen Regierungen vorgegangen und ihr diese abgesprochen.
Soll die Regierung der DDR ihre Souveränität und Macht "in den Himmel" abtreten? Soll jedes Bürgermeisteramt, die Volkskammer, alle Ministerien und sonstige Behörden leerstehen? Was für ein politischer Unsinn, damit von Haus zu Haus zu laufen! Hier noch ein "Bonbon" des WT:

Jehova würde "eifersüchtig" über seinen Namen wachen (Seite 14, Absatz 21).
Eifersüchtig? Gott ist also auch süchtig? Ist Eifersucht nicht eine der schlimmsten menschlichen Sündhaftigkeiten?
In der "Nutzanwendung" will der Wachtturm, daß man sich gegebenenfalls dem "Befehl" eines Herrschers, einer Regierung, widersetzt (S.18, Abs. 13). Konkret betrifft das "die Verehrung von Staatssymbolen", "Parteikarten zu kaufen" oder "den Militärdienst aufzunehmen" (S. 19, Abs. 17). Diese Dinge für sich selbst gelten zu lassen ist das eine. Ein anderes ist es jedoch, das allen Völkern, Nationen und Regierungen zu predigen und damit abzuverlangen, andernfalls seien sie nur vernichtungswürdig, ist etwas anderes.

Wo bleibt euer vor allen Menschen so herausgekehrtes Unterscheidungsvermögen? Man könnte meinen, daß die Brooklyner in einem Elfenbeinturm anstatt in einem Wachtturm sitzen angesichts dieser weltweit verkündeten Unannehmbarkeiten und Absurditäten.
Und du gleichst einem geistigen Amokläufer, immer mit dem Kopf gegen die Wand der nicht begriffenen Wirklichkeiten. Nur Einfältige können dir folgen, wenn du hier mit dem WT "den Weltherrschern wichtige Lektionen in bezug auf seine (Gottes) Oberhoheit erteilst"!
-D.P.-

WACHTTURM NUMMER 24/1988
LÄSST SICH DIE BIBEL
auslegen, wie man will?
Schon der erste Artikel in diesem Wachtturm will darauf Antwort geben. Doch die Schreiber der Wachtturmgesellschaft hätten's lieber nicht versuchen sollen - sie geben nämlich wider sich selbst Zeugnis! Zwar wird bestritten, daß beliebige Auslegung möglich ist ohne die Schrift zu verdrehen, aber doch zugegeben, daß einiges sicher schwierig zu verstehen ist. zu unserem Trost lesen wir jedoch schon auf S.4 "Glücklicherweise ist es jedoch immer noch möglich, ihren Autor zu fragen, denn dieser lebt. Und er hat versprochen, gläubigen Menschen eine solche geistige Anleitung zu geben, wenn sie ihn darum bitten."

Na bitte! Praktisch sieht es bei uns Zeugen Jehovas dann so aus: Wie die Wachtturmgesellschaft die Bibel auslegt ist allein richtig und verbindlich; denn ihr Wort ist so gut wie Jehovas Wort, denn Jehova spricht nur durch sie zu uns. Fragen, wie Bibeltexte richtig zu verstehen sind, werden an die Gesellschaft gerichtet, und in Leserfragen im Wachtturm werden darauf die Antworten gegeben. Was wurde da nicht schon alles beantwortet und angeblich richtiggestellt! Die Palette reicht von Fragen über Obrigkeit, Klassenteilung, Abendmahl, Zeitrechnung usw. bis hin zum Blut und Sex! Alle paar Jahre gab's neue Fragen zu gleichen Themen und neue Antworten darauf. Wie oft mußte ich schon mein Verständnis zur Heiligen Schrift korrigieren, und ich bin keineswegs die Generation von 1914, aber trotzdem schon vierzig Jahre in der Wahrheit und Zeuge Jehovas. Peinlich für mich dieser Artikel im Wachtturm! Klingt er doch sehr nach Selbstverherrlichung und Überheblichkeit. Wenn man doch endlich ehrlich wäre und eingestehen würde, die Bibel oft falsch verstanden zu haben und irrige Ansichten gelehrt wurden, statt ewig andere zu bevormunden - die Wachtturmgesellschaft würde viel Sympathie gewinnen; so aber wirkt es abstoßend. Statt die Bibel mit einem Kochbuch zu vergleichen, welches eine Hausfrau ja auch nicht auslegt wie sie will, sollte unsere Wachtturmgesellschaft lieber die Bibel mehr selbst für sich sprechen lassen, und dem einzelnen großzügig weitgehendst selbst überlassen, wie er unklare Bibeltexte verstehen will und sie als Christ praktisch im Leben anwendet. Irrtümer kann man verzeihen - Unehrlichkeit nicht! Es ist besser, einen Geist freier Meinungsäußerung in den Versammlungen zu haben, als eine erzwungene Einheit, welche Heuchler hervorbringt!

Zu den Studienartikeln: "Botschaften von Engeln für unsere Tage" und "Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre" gibt es nicht viel zu sagen; sind es doch wieder Artikel, die versuchen, "die Apokalypse richtig zu deuten. Es ist nicht das erste Mal, daß die Gesellschaft behauptet, die Offenbarung enträtselt zu haben. Die beiden Artikel geben einen Überblick über den Inhalt des neuesten "Höhepunktbuches" der Gesellschaft. Ich habe es schon gelesen und ich muß sagen; selten hat mich ein Buch mehr gelangweilt als dieses. Die vielen bunten Bilder sollten es wohl vielversprechend machen, aber sie haben eher enttäuscht. Nun, es ist. bis zu einem gewissen Grade ihre, d. h. der Gesellschaft, Sache wie sie die Offenbarung sieht, aber ich habe schon so viele Deutungen der Offenbarung gelesen, daß es mich wirklich langsam langweilt; und auch die Widersprüchlichkeit zu jeder vorhergehenden Version konnte dieses Buch für mich nicht spannender werden lassen. Es ist wohl mehr für die noch neuen Zeugen Jehovas gedacht; sie werden es sicher interessant finden, wie ich vor Jahrzehnten z. B. das "Geheimnisbuch" fand. Doch wenn ich heute etwas von meiner Gesellschaft lesen will, dann will ich nicht Widersprüche finden und lesen, sondern die Wahrheit.
-J.M.-

DIE "THEOKRATISCHE" WTG-PREDIGTDIENSTSCHULE
FÜR CHRISTEN UNZUMUTBAR
Eine "theokratische" Schule heute, wie auch immer, ist für Christen unzumutbar. Die Christengemeinde oder Christenversammlung hat laut Evangelium nicht theokratisch verfaßt zu sein. Diesen Begriff kann man allenfalls für Volk und Staat des alten Israel rechtfertigen. Die WTG geht auch hier hinaus über das, was geschrieben steht, nur um sich selbst unantastbar zu machen. (1. Kor. 4;6)

Wir sehen auch mit der "Theokratischen Predigtdienstschule 1989" der WTG wieder diesen unchristlichen Anspruch, wie zuvor auch 1988 und vorher.
Wie der Begriff "theokratisch" nur ein Mißbrauch seitens der WTG ist, wird mit dem WTG-Buch "Theokratische Hilfe für Königreichsverkündiger" von 1945/50 bewiesen, dessen "theokratische" Aussagen z.B. über die Religion längst als falsch verworfen werden mußten, wie bekanntlich vieles andere auch.

Die "Anweisungen" für 1989 sind gegenüber 1988 dahin erweitert worden, bei "wesentlichen Schwächen privat Rat" zu erteilen. Dies richtet sich gegen das bisherige Unwesen des "theokratischen" öffentlichen Abkanzelns der da auf die Schulbank gesetzten Erwachsenen. Ist und bleibt es doch ohnehin fragwürdig, die auf Grund der angegebenen WTG-Literatur zu gebenden Antworten (in den Fragebögen) als "richtig oder falsch" zu zensieren, da diese Literatur morgen selbst falsch sein kann, wie die genannte "Theokratische Hilfe ..." von 1945/50, man so also ebenfalls zu einem falschen Propheten werden kann. (5. Mose 18-.20-22)

FRAGWÜRDIGE AUFGABEN
Nehmen wir einige Aufgaben für die zu haltenden Ansprachen.
"WARUM JEHOVAS ZEUGEN TROTZ IRRTÜMERN WAHRE PROPHETEN SIND" (für 16.1.)
Was für ein Kopfstand hier beigebracht wird! Den Verstand mußt du hier abgeben! Das ist ja wie bei Orwell doppelte Moral! Lies 5. Mose 18;20-22. Bei Irrtümern kann man kein wahrer Prophet sein. Das zu behaupten ist Betrug und Lüge, eine Zerstörung deines Unterscheidungsvermögens, deines Gewissens, um es der Wachtturmgesellschaft zu überlassen.

Oder: "GOTT WEISS WEDER ALLES IM VORAUS, NOCH HAT ER ALLES VORHERBESTIMMT" und "GOTTES FÄHIGKEIT, EREIGNISSE IM VORAUS ZU WISSEN UND VORHERZUBESTIMMEN" (für 30.1.). Wie kann man sich nur so über Gott hermachen! Du willst über Gott befinden, was er kann und was er nicht kann? Lies z. B. 1. Petr. 1:24. Wie Gras bist du vor Gott, der du laut WTG nicht einmal zu den Wiedergeborenen gehören darfst! Und Jesaja 55:8,9. Du kannst über Gottes Wissen nicht befinden! Das wäre arrogant und lächerlich! Wie vereinbart sich das mit Römer 11:33,34, wonach Gottes Wege unbegreiflich und unerforschlich sind? schließlich setzt göttliche Allmacht ein Wissen um alle Dinge oder Allwissenheit voraus. Oder? Was für spekulative "theokratische" WTG-Aufgaben also!

Oder: "KRIEGE UND HUNGERSNÖTE ... SEUCHEN, ERDBEBEN, FURCHT UND GESETZLOSIGKEIT SIND EIN BEWEIS FÜR CHRISTI GEGENWART"
(für 6.3. und 20.3.) .
So, wie das hier formuliert ist, ist das sowohl höchst zweideutig wie auch aufschlußreich im Jahre 1989! Zweideutig, weil es eigentlich im WTG-Sinne heißen müßte, "Kriege" usw. seit 1914 sind ein Beweis...! Aber das wird nicht formuliert! Woran sollst du hier allmählich gewöhnt werden? Kriege usw. gibt es seit Adam! Was soll das. Christus ist doch nicht seit Adam gemeint. Ist das etwa ein Schritt in die Richtung, 1914 fallen zu lassen? Oder dahin, daß die Endzeit, wie es nach l. Kor. 10:11 und Hebr. 9:26 richtig ist, schon mit dem Kommen Christi vor 1900 Jahren begonnen hat? Stelle einmal diese Fragen in dieser Schulansprache!

Als letztes Beispiel: "WARUM MENSCHLICHE BEFREIUNGSBEMÜHUNGEN ZUM SCHEITERN VERURTEILT SIND" (für 10.4.).
Hier sollst du geschult werden, gegen die Befreiungsbewegungen in aller Welt zu predigen. Das bedeutet doch Kampf gegen alle sozialen und politischen Erhebungen aus Hunger, Not und Unterdrückung! Ein hochpolitisches Unterfangen im Namen Gottes und einer haltlosen Endzeit! Völlig im Gegensatz zu dem immer noch geltenden göttlichen Recht für alle Menschen nach 1. Mose 1:28,29; 9:1-7, sich um ihr Leben selbst zu kümmern!
Laßt euch auch in den WTG-Predigtschulen nicht länger religiös und politisch irreführen und mißbrauchen!
-D.P.-

30 JAHRE CV 1959 - 1989
WAS WIR SIND UND WAS WIR TUN (IV)
ÜBER DEN WEITEREN WEG IM GLAUBEN Ein Schwerpunkt in CV war und ist die Auseinandersetzung mit der von der Wachtturmgesellschaft betriebenen Dämonisierung und Verteufelung allen anderen religiösen und christlichen Glaubens, aller anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften.

CV zeigt entsprechend dem Evangelium in 1. Korinther 13, daß es entgegen der WTG eben nicht zuerst auf eine "genaue Erkenntnis" ankommt, auf das Bekenntnis oder die Konfession. Die WTG betreibt hier eine förmliche Erkenntnisrechthaberei. Es kommt vielmehr an erster Stelle auf die christliche Nächstenliebe an, die über jeder Erkenntnis steht.
CV macht klar, daß das zur Folge hat, auch in anderen christlichen Kirchen und Religionsgemeinschaften aufrichtigen Glauben zu akzeptieren und zu respektieren. CV tritt dafür ein, daß in jeder christlichen Kirche und Gemeinschaft aufrichtiges Christsein möglich ist und gelebt werden kann, selbst für die etwa durch Behinderung "Ärmsten im Geist", die die WTG wie der Levit im Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10:30-37) als völlig unbrauchbar am Wegesrand liegen läßt.

Wir müssen anerkennen, daß selbst, wo nur "zwei oder drei im Namen Jesu versammelt" sind, Christsein möglich ist (Matthäus 18: 20). Und wenn jemand zunächst irgendwo allein dasteht und nur "eine stille Kammer" zum Gebet hat, damit niemand es hört, weil es sein ganz persönliches Gottesverhältnis ist, auch das gilt für den Herrn. (Matthäus 6:6)
Vor dem Hintergrund der religiösen und politischen Haltlosigkeit der WTG-Endzeitanschauungen orientiert CV also letztlich in einer Art ökumenischer christliche Weite im Wissen darum, daß jede Erkenntnis, jedes Bekenntnis, jede Konfession, unvollkommenes "Stückwerk" ist und bleibt und der übergreifenden christlichen Nächstenliebe laut 1. Kor. 13 unterzuordnen ist.
Man mag CV hierin anerkennen oder nicht, es steht jedenfalls so geschrieben. Allerdings wissen wir auch, wie groß die Intoleranz und Unversöhnlichkeit gerade auf diesem Gebiet noch ist.

ÜBER DAS NOTWENDIGE SOZIALE VERHALTEN
Eine Schlüsselfrage angesichts der "irdischen" Destruktivität der WTG gegenüber jeder sozialpolitischen Mitverantwortung eines Christen ist für CV auch die Wiederherstellung oder Entwicklung eines vernünftigen sozialen und umweltlichen Bewußtseins bei den Betroffenen. Hat doch die WTG durch ihre sog. endzeitliche Verteufelung der gesamten Umwelt außerhalb ihrer Organisation ein soziales Niederreißungswerk ohne Beispiel unter Christen betrieben.
Wir wissen sehr wohl, wie das auch später noch nachwirkt, so daß sich gar mancher auch nach der Abkehr von dem endzeitlichen Irrweg nur schwer im Leben zurechtfinden kann. Aber auch der Christ ist ein soziales Wesen. Schon als Kind müssen die Mitmenschen für ihn, völlig unabhängig von Glauben, Nichtglauben oder Nochnichtglauben, sozialpolitische Vorkehrungen treffen; Obdach, Lebensunterhalt oder Gesundheitsfürsorge, Schulbildung, Berufsmöglichkeit und Arbeit, Rechtssicherheit und gesetzlichen Schutz usw. Betreffend.

Nicht umsonst verteufelt die WTG das gesamte sozialpolitische Umfeld. Sie weiß genau, wie ein reales Sozialbewußtsein ihre endzeitliche Destruktivität ebenfalls grundsätzlich aus den Angeln hebt und sie als Demagogen entlarvt. - Darum orientiert CV, wie viele Beiträge ausweisen, unerbittlich auch auf die sozialen Fragen, wie unangenehm der WTG das auch erscheinen mag, denn wie gesagt, der Christ ist auch ein soziales Wesen.
Wer CV im Laufe der Jahre gesammelt hat, kann das konkreter unter den verschiedensten Gesichtspunkten nachlesen. Hier einige sehr lohnende Beiträge:

CV 35/1971
Warum die WT-Botschaft unannehmbar ist,
CV 62/1974
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
CV 67/1975
Auf die schöpfungsbedingten sozialen Bedürfnisse besinnen,
CV 87/1976
Steine statt Brot,
CV 91/1977
Als Christ die Unausweichlichkeit sozialer Mitverantwortung erkennen,
CV 94/1977 , Unannehmbarkeit der WTG-Verkündigung nachgewiesen.
CV 111/1978
Die Gefahr sozialer Gewissenlosigkeit.
CV 115/1979 WT-Predigt "Menschenpläne scheitern".
CV 123/1979
Aller die Menschen betreffenden Ordnung um des Herrn willen Untertan.
CV 198/1986

Auch du bist ein soziales menschliches Wesen - Neuorientierung,
Die hier von CV unternommene Orientierung steht unter der aufrüttelnden Frage in Jakobus 2:14-20, wo es am Ende heißt:
"Willst du wohl einsehen, du gedankenloser Mensch, daß der Glaube ohne die Werke (wie Kleidung, tägliche Nahrung, Frieden, usw.) unnütz ist?"
Natürlich sagen wir in CV dazu auch, daß ein Christ da in keinem Land eine "heile Welt" vorfindet. Überall ist Unvollkommenheit, die ja gerade auch den guten Stand des Christen erfordert, zumindest einen guten, vorbildlichen Standpunkt, eingedenk dessen, daß auch der Christ ein soziales Wesen ist.

Da die sozialen Bedürfnisse schöpfungsbedingt allen Menschen unabhängig von ihrem Glauben schon vom Mutterleibe an mitgegeben sind, ist es für CV unverzichtbar, auch hier "Brot statt Steine" zu reichen. Wer die zuvor genannten CV-Beiträge nicht mehr zur Verfügung hat, kann sie vom CV-Büro Gera anfordern. -

IST ES SPÄTER ALS DU DENKST?
WIE SPÄT IST ES WIRKLICH?
Ist es so spät wie es der Wachtturm erneut schildert? Ist es wirklich "3 Minuten vor 12"? (Siehe WT 4/1986, Seite 4.)
Wenn auf Seite 4 auch nur eine aufgezeichnete Uhr diese Aussage macht, das ändert nichts an der Tatsache, daß die Leitende Körperschaft ihre Zustimmung zu dieser Irreführung gegeben hat. Es wäre gut, wenn Jehovas Zeugen solchen Unsinn nicht an den Türen der Menschen erzählen. Natürlich ist es richtig, wenn man vor Gefahren warnt, aber dann muß solche Gefahr auch wirklich erkennbar sein. Es ist gut, wenn Menschen die Bibel durchforschen, selbst Wissenschaftler tun das, aber was die Bibelforscher der Zeugen Jehovas machen, wird nun schon offensichtlich unglaubwürdig. Unglaubwürdig hat der Herausgeber des Wachtturms sich schon mehrmals gemacht; denken wir nur an die vielen falschen Bibelauslegungen, die seit 1879 im Wachtturm veröffentlicht wurden. Denken wir an die vielen Schlagzeilen im Wachtturm und Erwachet, danach zu urteilen existiert diese Welt doch gar nicht mehr. Was soll dieser Unsinn?

JA, ES IST NACHWEISLICH UNSINN
Wenn man als CV-Leser sich heute die CV-Ausgabe Nr. 100 noch einmal in Ruhe durchliest, dann kommt es einem erst so richtig zum Bewußtsein, was solcher Unsinn für Schaden anrichten kann. Nur einige Passagen daraus:
- Was werden die 1970er Jahre bringen?
- Als junger Mensch wirst du daher nie das Ende einer Laufbahn erreichen.
- Noch im Laufe dieses Jahrzehnt.
- Nur noch einige, wenige Jahre.
- Bist du der Meinung, wir würden die Sache zu schwarz sehen?
Ja, es kam genauso wie es zu erwarten war:
"So ein Unsinn kann nicht in Erfüllung gehen."
Abschließend eine Bitte an die Leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas.
Laßt diesen Unfug, bleibt bei der Wahrheit und hört auf zu spekulieren!
-W.W.-

WTG-KRONZEUGE RAYMOND FRANZ
SEIN WERK UNAUFHALTSAM VERBREITET
Seit 1988 gibt es das Werk von Raymond Franz "Crisis of conscience" unter dem Titel "Der Gewissenskonflikt" aus dem Claudius-Verlag in München.
In ".Brücke zum Menschen" vom Bruderdienst in Itzehoe, BRD, Nr. 95/96 wird darüber eine ausführliche Rezension von Rainer Ref veröffentlicht.
In der VR Polen sind uns die Zeitschriften "Duch Czasow" (Geist der Zeit) und "List do Chrzescijan" (Brief an Christen) als Traktat bekannt, die bisher mehrfach über Raymond Franz berichteten.

In Italien ist dem Autor von "I Testimoni di Geova", Untertitel "I falsi profeti e falsificatori della Biblia" (Die Zeugen Jehovas, falsche Propheten und Fälscher der Bibel), I. A. Santangelo, aus sicher mangelhafter Kenntnis ein Lapsus passiert.
indem er dem WTG-Präsidenten den Vornamen Raymond gibt (S. 4 seiner italienischen Broschüre). Das ist natürlich verzeihlich, da solche Verfasser immerhin nicht den Anspruch erheben, wie die WTG, ein "Kanal Gottes" zu sein, dem kein Lapsus passieren dürfte.

Rainer Ref würdigt das Werk wie folgt:
"'Der Gewissenskonflikt' von Ray Franz ist neuartig in der Reihe der Auseinandersetzungen ehemaliger Zeugen Jehovas mit ihrer früheren Religionsgemeinschaft. Nie zuvor hat ein früheres Mitglied des Machtzentrums von seinem Erleben, dem Funktionieren dieses Gremiums und seinem dadurch bewirkten Gewissenskonflikt berichtet. Insofern kann die Wichtigkeit dieser Veröffentlichung für die Zeugen Jehovas und ihr Umfeld (im weitesten Sinne) kaum zu hoch eingeschätzt werden ..."

Über 6 Seiten lang ist diese Würdigung durch Rainer Ref. Sie wird auch in CV interessant zu lesen sein»
Überschaut man die bisherige Publizität des Werkes von Raymond Franz, so kann ohne Übertreibung gesagt werden, daß die mit CV Verbundenen, und die CV-Leser, die Zeugen Jehovas hier, außerhalb des englischen Sprachraums am frühesten und am ausführlichsten über diese "Krise des Gewissens" informiert wurden und informiert sind. Der jetzigen Einschätzung von Rainer Ref kann man nur zustimmen. -
-P.-

Daß die WTG der Welt auch für 1941 den Krieg von Harmagedon und damit das "Weltende" verkündigte, ist nachzulesen in:
1. WTG-Broschüre "Schau den Tatsachen ins Auge", 1938
2. WTG-Buch "Dein Name werde geheiligt" von 1963, Seite 329
3. Raymond Franz, "Krise des Gewissens",
2. Kapitel
4. Der Wachtturm, 1. Juli 1986 Seite 12, Lebensbericht von P. J. Wentzel

JEHOVAS ZEUGEN EIN VOLK VON PREDIGERN?
Liebe Brüder, so können wir es oft lesen im Wachtturm oder Erwachet. Nun sind wir schon ein Volk wie die Schweiz so groß. -
Was aber wäret ihr wohl ohne euer Hinterland (Großbabylon), wo auch ihr her kommt? Wenn die Welt sagen würde, wir tun euch zusammen, dann könnt ihr ein Volk sein.
Denkt mal mit, wäre das wohl möglich?
Bei euch gibt es doch schon in kleinen Gruppen Streit. Würdet ihr nicht auch nur schwache Menschen sein, mit allen Fehlern? Ihr seid bei weitem nicht die gepriesenen Menschen, wie die WTG euch schildert, wenn ihr auch ohne eure "Ältesten" etwas besser wäret.

Warum könnt ihr "Königreichssäle" in drei Tagen errichten? Weil ihr die Technik der "Welt" dafür benutzt. Warum aber soll ein Saal in drei Tagen stehen? Braucht ihr etwa den Beifall der "Welt"? Es ist doch schön, daß die Menschen arbeiten und studieren können.. Daß die "Welt" für ihre Menschen sorgt. Denken wir nur an die Sozialversicherung, im Alter gibt es Rente für jeden. Auch die Polizei sorgt dafür, daß wir ruhig schlafen können.
Da mitten drin lebt auch ihr, habt an den Errungenschaften teil. Das muß so sein, meint ihr? Laut WTG sollt ihr aber nicht zu dieser "Welt" gehören!

Bei euch heißt es, den Zehnten geben wir nicht mehr. Was verlangt aber eure Leitung in Brooklyn von euch?
Die Kinder in den Kindergarten und die Schule geben ja, um mehr Zeit zum Verkündigen zu haben. -

Groß ist die WTG im AUSNUTZEN DER STAATEN!
Nach der Schulentlassung (Grundschule) soll man möglichst keine Lehre aufnehmen. Soldat darf man auch nicht werden. Jeder sollte gleich voll den Pionierdienst aufnehmen und sich sein Leben lang als Verkündiger betätigen. Wenn möglich, auch als Missionar im Ausland. Das möchte Brooklyn.

Was aber bietet die WTG dafür:
Lebenslang ein geringes Taschengeld. An soziale Sicherheit oder Rente ist gar nicht zu denken. Wird der Mensch alt, wird er dem jeweiligen Staat überlassen. Die WTG nimmt also restlos alles! Der Mensch wird völlig ausgelaugt!
Sie nehmen also nicht bloß den Zehnten!

Du darfst auch ein Testament machen und dein Vermögen der Gesellschaft überlassen. Es muß aber endgültig sein, denn sonst besteht ja für die WTG die Gefahr, daß der Erblasser, falls er eine Sünde begeht und einen Gemeinschaftsentzug bekommt, sein Testament ändern könnte.
Ja, liebe Brüder, eure Organisation will nicht nur das Wissen, die Arbeit und das Vermögen umsonst. Nein, sie möchte jeden als ihr Eigentum benutzen, lebenslang!
Woher bekommt ihr eure Techniker, die die moderne Technik in den Großdruckereien so hervorragend handhaben?
Doch aus der "Welt"!
Wohin schickt ihr eure Brüder zum Lernen und Studieren der Wissenschaften? Doch nur in die "Welt"!
Alle, die für die WTG arbeiten, tun es umsonst, oder gegen ein Taschengeld.

Alle Königreichssäle, Großdruckereien, Bethels und sonstige Besitzungen gehören der WTG. Sie ist milliardenschwer. Wofür? Wofür braucht sie die riesigen Kapitalien? Über drei Millionen zeugen Jehovas gibt es auf der Welt und über 4 Milliarden andere Menschen. Gibt euch das nicht zu denken?
Würdet ihr wohl als Staat alleine leben können? Nein, es wäre unmöglich!
Die WTG täuscht euch, indem sie euch für das ausgibt, was ihr nicht sein könnt.
-E.B.T.-

HAST DU DAS GEWUSST?
ABTRÜNNIGE - SIND SIE WIRKLICH ABTRÜNNIG?
Ich habe den Wachtturm vom 15.10.1986 vor mir liegen und speziell die Seite 31 mit den Leserfragen, besonders meine ich die über die "Abtrünnigen".
Das strotzt mal wieder vor Verlogenheit und Bibelverdrehung, für den einfachen Zeugen Jehovas allerdings nicht so leicht zu durchschauen. Fängt ja gleich mit einer faustdicken Lüge an:

"Sich vom wahren christlichen Glauben lossagen, kam bereits im 1. Jahrhundert vor. Daher überrascht es uns nicht, daß es gelegentlich auch heute geschieht."
Weißt du, wie viele Zeugen sich in den letzten 20 Jahren von der WTG zurückgezogen haben, oder - aus welchen Gründen auch immer - von ihr hinausgeworfen wurden? Es waren weit über l 200 000! Das schreibt kein Wachtturm, aber du kannst es selbst nachrechnen anhand der Berichte in den Jahrbüchern der letzten 20 Jahre. Überlege, das sind im Durchschnitt 60 000 jedes Jahr - eine stolze Zahl, um das gelegentlich zu untermauern!

Dann werden die Abtrünnigen - ich würde besser sagen die "Freigewordenen" - noch mit Judas verglichen.
Die Frage, wer in Wirklichkeit den Herrn verraten hat, läßt sich so leicht anhand der WTG-Literatur belegen.
Aha, die WTG wird konkret:
"Eine solche Person ... fängt vielleicht an, Schriften oder Publikationen zu verschicken, die der falschen Religion oder dem Abfall förderlich sind."
Merkst du was? Aber es geht weiter:

"Einige versuchen mit Gottes Volk verbunden zu bleiben und dort andere irrezuführen."
Erinnerst du dich noch an das Buch "Gott bleibt wahrhaftig"? Gleich auf der Seite 2 des 1. Kapitels konnte man lesen:
"Einige glauben, die Bibel sei eine alte Fiedel, auf der man jede beliebige Weise spielen kann."
Natürlich meinte man da die ANDEREN!
Zum krönenden Abschluß wird dann noch 2. Johannes zitiert, aber warum nur der Vers 10? Hier nun zur Ergänzung der 1. Satz aus Vers 9:
"Jeder, der vorausdrängt und nicht in der Lehre des Christus verbleibt, hat Gott nicht."

Nun frage dich selbst, wer hier in Wirklichkeit von der Lehre des Christus abgewichen ist. Die Brüder, die angesichts des wiederholten Endzeitbetruges warnend ihre Stimme erhoben und "gefeuert" wurden, sowie jene, die aus Gewissensgründen den Weg der WTG nicht länger mitgehen konnten; oder aber die WTG selbst, die allein diesen "1975-Betrug" inszeniert hat?
Wenn das nur der einzigste Betrug wäre -ich sage das bewußt so - aber er ist es leider nicht!
-R.I.H.-

AKTUELLES IN KÜRZE
"AN DER SCHWELLE EINER NEUEN WELT" Das Jahr "1914" - der Evergreen unter den WT-Lehren - wird einmal mehr beschworen, um das Brooklyner Zeugniswerk weiter unter Dampf zu halten. Wie stets bei solchen Anlässen, wird die Welt in den schwärzesten Farben gemalt. Dieses Mal ist es die südafrikanische Sunday Times vom 25. Okt. 87, die in den Zeugenstand gerufen wird, um der verderbten Menschheit ihr baldiges Ende zu bescheinigen, spricht sie doch von AIDS als von dem "neuen Schwarzen Tod".

Wörtlich heißt es dann weiter:
"Jetzt wird deutlich, welch furchtbare Folgen AIDS in Afrika tatsächlich hat. In einigen Ländern werden bis 1994 voraussichtlich 6 von 10 Menschen sterben."
Nachdem erklärt wird, daß angesichts solcher Zustände - beachten wir, hier war von Afrika die Rede! - die Furcht immer größer wird, führt die WTG nun den Nobelpreisträger Harold C. Urey ins Feld, der vor einigen Jahren! sagte:
"Wir werden in Furcht essen, in Furcht schlafen, in Furcht leben und in Furcht sterben."

Wir wissen nicht, was diesen Wissenschaftler vor einigen Jahren bewogen haben mag, sich so zu, äußern, im Gegensatz zu dem Schreiber dieses WT-Artikels, der ja das Zitat nicht aus der Luft gegriffen hat und folglich auch weiß, in welchem Zusammenhang es gebracht wurde. Ganz gewiß aber war es nicht die Horror-Meldung aus Südafrika, daß in einigen Ländern bis 1994 voraussichtlich 60 % der Bevölkerung sterben werden, denn jene Zeitungsmeldung war gerade ein Jahr alt, ehe sie in den spalten des Wachtturms ihren äußerst fragwürdigen Platz fand! Fragwürdig schon deshalb, weil in einem Land, wo die Apartheid zur Regierungs-Doktrin erhoben wurde, die möglichen Folgen gar nicht abzusehen sind. Makaber wird es aber mit Beginn des nächsten Abschnittes:

"Viele haben keine Furcht, sie freuen sich sogar. Warum?"
Etwa, weil die anderen alle an AIDS sterben oder am Streß, der ja auch eine Folge der Furcht ist?
Nun, wir wissen um ihre Freude, tragen sie doch einen vermeintlichen Schutzanzug, in Brooklyn maßgefertigt und gefüttert mit all ihren Sonderlehren von 1914, über die Zeit des Endes, den stets zuverlässigen Harmagedon-Daten, bis hin zur neuen Welt.
Doch, wie sagte schon Goethe?
"Wer den ersten Knopf verfehlt, kommt mit dem zuknöpfen nicht zurecht."
-R.I.H.-

AUS DER WELT DER ZEUGEN
DIE EHRLICHKEIT DER LEITENDEN "BRÜDER" IN DER VERSAMMLUNG ROSTOCK
Die Bibel ermahnt uns, in allen Dingen ehrlich zu sein (Hebräer 13:18). Das gilt nicht nur für die einfachen Verkündiger der Zeugen Jehovas, sondern erst recht für diejenigen, die der Herde Vorbild sein wollen, also insbesondere für Alteste. Sie müssen untadelig sein, um der Herde als Vorbild vorzustehen.

Wie wollen sie sonst von den einfachen Verkündigern verlangen, daß sie die Gebote halten und selbst als Lehrer geachtet werden? Daß Alteste und andere leitende Brüder der WTG sich darum, sofern es sie selbst betrifft, ziemlich wenig Gedanken machen, sehen wir an einem Beispiel aus der Versammlung Rostock. Hans-Dieter und Peter M. - beide lehren andere, keine Feste wie Weihnachten, Ostern und Geburtstage zu feiern. Was aber tun sie selbst? Sie stellten 1988 für 14 Tage im Juni einen Besuchsantrag, um in die BRD zum 75. Geburtstag ihrer Mutter reisen zu dürfen. Ihren anvertrauten Schäfchen aber sagen sie, daß sie keinen Geburtstag feiern sollen.

Nun, liebe CV-Leser, bildet EUCH selbst ein Urteil. Kann man sagen, daß diese "Vorbilder" für die Versammlung ehrlich sind und sie das halten, was sie anderen predigen? Jeder einfache Zeuge Jehovas würde vor ein Rechtskomitee geladen werden und dann wäre der Ausschluß für ihn beschlossene Sache. Warum aber bei diesen beiden leitenden Brüdern nicht? Können sie ein ehrliches Gewissen vor Jehova haben, wie in Hebräer 13:18 erwähnt? Außerdem betrügen sie nicht nur Jehova und die Versammlung, sondern auch die Obrigkeit, denn gerade Christen sind dazu angehalten laut Römer Kapitel 13, der Obrigkeit in rechter Weise Untertan zu sein. Jehova aber läßt sich nicht verspotten, er wird einen jeden nach seinen Werken richten! (Römer 2:6)
-R.S.W.

- "Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner -
DDR 6500 Gera, Straße der Republik 46; Jahresabonnement: 2.— M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe Gera

A 300/89 V71 931 N2

ZurIndexseite