Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 223

Unter der Überschrift „Richtigstellung" muss diese CV-Ausgabe sich selbst korrigieren. In einer vorangegangenen Ausgabe notierte sie als in den USA befindlich, ein „Radio freier Wachtturm". Nun muss man sich dahingehend korrigieren. Das mit dem „Radio" war wohl nichts. Es handelt sich lediglich um ein „Kummertelefon".
Nu ja. Irren soll ja menschlich sein. Eigentlich hätte diese CV-Ausgabe einen weiteren Grund zu einer weiteren Korrektur gehabt. Eigentlich ...
Das eben nicht korrigiert wurde, zeigt doch eine gewisse Oberflächlichkeit, welche ich der CV auch insgesamt attestieren würde.
Der zu kritisierende Satz in dieser CV-Ausgabe lautet:
„In Amerika existiert heute noch ein Gebäude, das von ihnen für das Jahr 1925 hergerichtet worden war, in das Abraham, Isaak und Jakob einziehen sollten, weil sie nach der Blamage von 1874 und 1914 nun für jenes Jahr die Auferstehung dieser Erzväter und die sichtbare Aufrichtung des Reiches Gottes auf Erden erwarteten".
Das bezieht sich dann wohl auf das berühmt-berüchtigte „Beth Sarim". Der Haken an der Sache. Es wurde nicht schon 1925 errichtet, sondern einige Jahre später. Dem Verfasser „H. S." in der CV mag das entgangen sein. Aber die CV dürfte doch wohl auch, spätestens bei der Gestaltung des Satzumbruches, noch so etwas wie eine Redaktion gehabt haben. Wenn die das auch übersah, dann spricht das nicht unbedingt für sie.


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG

MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 223 GERA FEBRUAR 1988

GEWISSENSENTSCHEIDUNGEN
Veröffentlichungen nehmen ihren Lauf
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen den WT Nr. 17/1987
SIND ZJ ZEUGEN DER WAHRHEIT?
Keine göttliche Legitimation
"KRISE DES GEWISSENS"
Lesergedanken zum Buch von R. Franz
BETROFFENEN HELFEN
Was tun?
ZEUGE JEHOVAS ERHÄNGT. . .
Durch Gemeinschaftsentzug in den Tod

WER WIRD DER NÄCHSTE WTG-PRÄSIDENT?
Raymond Franz bricht sein Schweigen
Der jetzige Präsident Frederick William Franz, Onkel von Ray Franz, ist nun schon 94 Jahre alt. Jeden Tag kann er sterben.
Wer wird sein Nachfolger sein?
Die Erwartungen insgeheim in der WTG-Führung selbst sind gewaltig. Seit Jahren geht dort über ihn das Wort um, "wenn König Saul stirbt, werden sich die Dinge ändern". So warten sie seit langem auf seinen Tod.

F. W. Franz ging 1920 als 27jähriger junger Mann ins WTG-Hauptbüro und bekannte sich seit 1922 als Gesalbter.
Am 24. Dezember 1941 erhielt er mit N. H. Knorr und M. G. Henschel am Totenbett von J. F. Rutherford in Beth-Sarim, der umstrittenen Villa Rutherfords in San Diego, die "letzten Instruktionen". Danach wurde Knorr der nächste Präsident und nicht F. W. Franz als Gesalbter, sondern H.C. Covington als "anderes Schaf" Vizepräsident.
Im einzelnen schweigt Ray Franz darüber, was sich dann bis 1944 abspielte, als Covington als "anderes Schaf" vom Vizepräsidentenstuhl entfernt und F. W. Franz sich an dessen Stelle setzte,
Er hatte an der Universität von Cincinnati 2 Jahre Griechisch studiert und dann noch Hebräisch im Selbststudium.
So überragte er da alle und wurde schließlich der "Hauptbibelgelehrte der Organisation" und der "letzte Schiedsrichter in biblischen Dingen" und der Hauptschreiber nach J. F. Rutherford.

War es einst so, daß der Prophetenwechsel Elia/Elisa mit dem Wechsel Russell/Rutherford "erfüllt" war, so beanspruchte Franz jetzt diesen Wechsel für sich nach Rutherford als "bemäntelt" wie Elisa.
Rutherfords weltweit in dessen "Licht von Gott" von den ZJ verbreitetes Harmagedon nur wenige Jahre nach 1938 bezeichnete er später als altersbedingte Äußerungen, als Altersschwachsinn also, dem Rutherford erlegen sei. Auch enthüllte er seinen erstaunten Vertrauten, daß sich Rutherford wegen seiner Harmagedonfalschprophetie von 1925, von den damaligen ZJ weltweit als "Licht von Gott" verbreitet, einen Esel genannt hat.

Liest man das heute, so könnte man denken, sie waren damals eine Clique von Scharlatanen in der WTG-Führung, die ihre Hörigen zum Narren halten.
Keine leitende Körperschaft kontrollierte bis zum Tode von Knorr 1977, was Franz da als "Licht von Gott" verfaßte. Knorr war meist der einzige, der das vorher las. Und so war es in Wirklichkeit eine "monarchistische" Leitung.
Als in der Krise der Harmagedonfalschprophetie von 1975, die auf das Konto von Franz geht, eine wirkliche leitende Körperschaft die Macht in der WTG übernehmen wollte - wir kommen hierauf später ausführlich zurück - war er es, der mit Knorr den Hauptwiderstand leistete, wobei Knorr ausrief: "Nur über meine Leiche".

Franz war entschieden dagegen, die Macht in der WTG an eine leitende Körperschaft abzutreten.
Es wird auch deutlich, daß es Franz selbst war und ist, der die WTG-Politik ausdenkt und formuliert. So trat er für die Härte in Malawi ein, der Tausende einfacher ZJ zum Opfer fielen. Er sanktionierte die Beamtenbestechungen in Mexiko in Wehrdienstfragen und die Härte in der Wehrersatzdienstfrage ohne Rücksicht auf die Folgen für die Familien, allein in Willkür ohne Deckung durch die Schrift. Es ist nur folgerichtig, daß er auch für die WTG-Neutralitätsheuchelei im Angesicht des WT-Antikommunismus hauptverantwortlich ist, eine Frage, auf die Ray Franz konkret nicht näher eingeht.

Es ist erstaunlich, daß die leitende Körperschaft es dann hingenommen hat, daß Karl Klein in den geheimen Sitzungen der Körperschaft F. W. Franz bei verschiedenen Gelegenheiten das "Orakel" der Organisation genannt hat. zwar mit einem gewissen Lächeln, aber mehr als nur Scherz, so jedenfalls Ray Franz.

Ein Orakel ist ein Wahrsager, der geheime Verbindung zu seinem Gott oder Geist etwa hat. Das wäre Okkultismus, den man hinter dem allgemeinen Glauben an die Organisation, wie er gefordert wird, verbirgt.
Möge Karl Klein zu der Orakel-Frage Stellung nehmen,

Der formale Nachfolger für F. W. Franz wäre sein Vizepräsident Milton G. Henschel. Er ist aber eher ein Technokrat mit der Aufsicht über Dienst, Verlag und WTG-Fabriken. In einer geheimen Sitzung der leitenden Körperschaft entschuldigte er sich einmal, er sei zu beschäftigt gewesen und habe keine Zeit gehabt, die WT-Artikel vor ihrer Veröffentlichung zu prüfen.
Allerdings wird geurteilt, daß unter ihn eine neue Machtzentralisation in einer Hand eine Wiederentmachtung der leitenden Körperschaft also, wahrscheinlicher sei.
Ray Franz wäre ein möglicher Nachfolger gewesen. Er war als solcher im Gespräch. Er hatte sogar schon Artikel von dem Präsidenten überarbeitet.
In Frage käme dann Lloyd Barry. Er ist der einzige in der leitenden Körperschaft, der selbst WTG-Bücher geschrieben hat, wenn auch nur Neudarlegungen alter Werke.

Frederick William Franz war bzw. ist durchaus eine charismatische Persönlichkeit, wie man so sagt, eine geistige Führerfigur, eine gleiche Figur ist nicht in Sicht, jedenfalls nicht in der leitenden Körperschaft, so lesen wir.

Sicher sind hinter den Kulissen die Weichen längst gestellt. Einen solchen geistigen und materiellen Produktionsapparat wie die WTG kann man ja nicht einfach anhalten. Der hat ja auch längst seine Eigengesetzlichkeit, eingespeist zu werden, wie es ja auch geschieht.
Mit Sicherheit "werden sich (jedoch) die Dinge ändern, wenn König Saul stirbt".
Denn unter dem nächsten Präsidenten muß die WTG-Endzeit ins nächste Jahrtausend verschoben werden, will man nicht den Bankrott erklären. -

GEWISSENSENTSCHEIDUNGEN
ES KAM, WIE ES KOMMEN MUSSTE
„Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, so sind es achtzig Jahre ..." (Psalm 90:10)
1984-1994 ist darum wohl das letzte Jahrzehnt für die 1914-Endzeit. Dann bricht das alles endgültig und für immer zusammen. Sehr verständlich also, wenn wir sehen, wie die WTG dabei ist, das 1914-Datum als entscheidendes Datum über Bord zu werfen, wie wir das in CV 215 im Blick auf Erwachet vom Dezember 1986 und Januar 1987 zeigten.

Aus Nordamerika erreichen uns nun nach und nach eine Fülle von Gewissensentscheidungen, gleichsam als Auftakt dessen, was nun kommen muß, rechtzeitig die WTG-Hörigkeit zu verlassen.

Bruder Joseph Malik,
Computerarbeiter bei General Electric und seine Frau Elizabeth, Sekretärin der chemischen Abteilung der Universität Wilmington schreiben u. a.:
"Die Geschichte der WTG dürfe nicht geheim bleiben, damit andere nicht ebenso zwecklos leiden müssen. Abweichung von der WTG-Lehre sei kein Abfall vom Glauben."
Sie prangern WTG-Taktiken an, Kinder in der Organisation gegen die Eltern aussagen zu lassen.

Schwester Martha Gaffney,
eine Mutter:
"Ich wollte meine Kinder nicht durch die Organisation in kleine Pharisäer mit steinernen Gesichtern verwandeln lassen."

Bruder Leroy Gholson,
Veröffentlicht eine Abbitte wegen seiner Beteiligung an der Verführung durch die WTG, sie sei eine unchristliche Organisation,

Schwester Pamela Gray,
will gesetzliche Aktionen gegen die WTG unternehmen wegen Verunglimpfung ihres Namens. Sie hat die WTG-Lehren kritisch hinterfragt und den Leuten gesagt, wenn sie sich der Organisation angeschlossen haben, gibt es keinen Weg, ehrenvoll wieder herauszukommen. Sie hatte im Glauben an das WTG-1975 ihr Haus verkauft.

Entscheide von WTG-Rechtskomitees werden vor ordentliche staatliche Gerichte gebracht, um überprüft zu werden.

Anklagen gegen die WTG in Kanada_
WTG-Führung eine Bande falscher Propheten. Das Ausmaß des Abfalls von der WTG sei bisher nicht wirklich bekannt.
Einer hat im Glauben an das 1975-Ende der WTG eine Augenoperation unterlassen, Auge ist nun blind.
Einer hat vor 1975 eine große Summe von der Bank aufgenommen im WTG-1975-Glauben, es nicht mehr zurückzahlen zu brauchen.
Die WTG betreibe autokratische Sektiererei. Der wirkliche Sturm treffe die WTG erst noch.
Wer nach 1975 von der WTG verlangt hatte, ihre Lehre zu überprüfen, muß nun Angriffe und Rufmord über sich ergehen lassen.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Glaubwürdigkeit der WTG vollständig zerstört ist.

Bruder Botting,
der zusammen mit Raymond Franz für die WTG einst Literatur nach Spanien schmuggelte:
Die WTG manipuliert die Menschen im Namen Gottes. Es gibt schreckliche Geschichten, wie Personen unter der WTG in den Selbstmord getrieben wurden. Von der WTG muß eine Generalamnestie verlangt werden, was ihre Ausschlüsse betrifft.
Es wird der Rücktritt von Präsident Franz verlangt, er sei ein alter Mann. der die Welt noch beeindrucken will. unfähig, sein eigenes Geschick zu kontrollieren, gefangen in seinem eigenen Rat

Bruder John Poole:
Mußte die Organisation verlassen, da die Wirklichkeit seinen Glauben an die Chronologie, Prophetie und Endzeit der WTG zerstörte. Das führte ihn dazu, die Organisation selbst zu überprüfen:
"Ich war schockiert! Ich wurde richtig hinausschockiert!"

Jeanne M. Mavia aus Seattle:
"Die WTG-Führung verdiene kein Vertrauen als verläßlicher Führer durchs Leben."
Nach 38 Jahren WTG-Zugehörigkeit;
Wir waren aufrichtig, wir würden gestorben sein dafür. Zweifel kamen wegen Diskrepanz zwischen Lehre und Praxis. Sie wollten besser sein als die anderen und waren es nicht. Es gab wie woanders Unmoral, Ehebruch, Trunkenheit, unerfüllte Prophezeiungen. 1975 wurden Häuser und Geschäfte verkauft. Bis 1980 haben sie nicht zugegeben, daß 1975 Falschlehre war, Vater wurde darob geisteskrank. Wir sind in der Organisation geblieben und haben Katze und Maus gespielt, um die anderen zu bewegen, Schluß zu machen, wegzugehen. Dann gingen wir öffentlich in die Zeitungen gegen die WTG. Die ZJ müssen die Organisation verlassen, selbst wirklich in der Bibel lesen und nicht auf die Auslegungen der Organisation vertrauen.

Bruder Chuck Evenson:
"Die WTG ist eine autoritäre Organisation, die Abweichung keiner Art duldet. Den Zeugen wird über und über gesagt, daß sie allein die wahre Kirche sind, daß nur die leitende Körperschaft in Brooklyn die Wahrheit hat. Unabhängiges Denken wird als Sünde betrachtet. Ich habe "keinen Zweifel, wenn den Zeugen Jehovas von Brooklyn gesagt wird, nach Phönix zu kommen, um sich auf Harmagedon vorzubereiten, sie würden zu Millionen kommen."

Bruder James Penton:
"Wir hassen die Zeugen Jehovas überhaupt nicht, wir hassen, was die Hierarchie der WTG tut, wir stellen sie bloß, und die Sprache, die wir verwenden, ist weit weniger hart als die schrecklichen Dinge, die sie über andere Kirchen in der Vergangenheit gesagt haben.
Sie waren immer schnell, die Katholiken, Protestanten und Juden zu verdammen. Was du säst, mußt du ernten,"

Bruder Richard Rawe:
"Die leitende Körperschaft der WTG ist religiös korrupt und ungerecht. Anstatt die lokalen Organisationsführer zu instruieren, Liebe und Vergebung zu üben und nicht richterlich zu sein, wie die Bibel sagt, verlangt die Leitung, bei anderen Gliedern zu spionieren, um 'böse Wege zu korrigieren' und 'böse Samen auszureißen'. Es werde ausgeschlossen, wo zu viele Fragen gestellt werden."

Bruder James Penton.
jetzt Prof. für Geschichte und religiöse Studien, Universität Lethbridge, Alberta, Kanada und Präsident der nationalenkanadischen Gesellschaft für Kirchengeschichte:
"Es erinnert mich an die Puritaner in England, sie kämpften für religiöse Freiheit in England und erhängten Leute in den USA, weil sie Hexen und Quäker waren."
-CVN-

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DEN WT NR. 17/1987
TITELBILD; Spiritismus - Wie Gott ihn beurteilt
Mit der Behauptung "in der ganzen Welt wächst das Interesse am Spiritismus" und mit dem Hinweis auf die Millionen, die das in USA und England betrifft, beginnt der WT schon mit einer Verfälschung der Lage. Diese beiden Länder und einige andere sind in keiner Weise die ganze Welt, ganz abgesehen von unserem Land. Wo willst du denn hier gegen Spiritisten predigen! Natürlich sollen Christen keine Spiritisten oder Okkultisten sein. Damit rennt der WT offene Türen ein. Interessant ist, daß der WT dazu auch "außersinnliche Wahrnehmung" rechnet! Okkult heißt verborgen oder geheim. Für Christen kommt in der Tat nichts Außersinnliches oder Übernatürliches mehr in Frage. Keine solche "Gaben" mehr. Für sie bleiben "Glaube. Hoffnung und Liebe" allein, l. Kor. 13:13. Danach muß jedoch die leitende Körperschaft der WTG selbst des Okkultismus beschuldigt werden, hält sie doch ihre Sitzungen im verborgenen, hinter verschlossenen Türen, im geheimen oder okkulten ab. Kein Außenstehender kann die Sitzungsprotokolle einsehen. Wenn l. Kor, 13:13 auch für sie gilt, wie bekommt dann die LK ihre "Wahrnehmungen", die sie da als "von Gott" ausgibt? Läuft das bei der Geheimhaltung oder dem Okkultismus ihrer Sitzungen nicht auch auf einen Spiritismus (spirit = Geist), ein "übersinnliches Wahrnehmen" hinaus, wenn l. Kor. 13:13 gilt? Die als "immer helleres Licht" ausgegebenen endzeitlichen Falschprophetien der WTG würden hier allerdings beweisen, daß sie nur ein Menschenwerk betreibt. Sie sollte hier besser nicht nur mit dem Finger auf andere zeigen, Matth. 7:3.

Die beigefügte Geschichte der Lintina van Geenen ist ein zusätzlicher Bumerang für die WTG. Da Jesus sagt "niemand kommt zum Vater als nur durch mich" (Joh. 14:6), ist die ganze Geschichte eine Täuschung und Selbsttäuschung: Nicht mit einem Gedanken, einem Wort oder nur einer Silbe spielt Jesus in dieser Geschichte der am Ende "gutsituierten Dienerin Jehovas" auch nur die geringste Rolle! So ist sie durch die WTG in Wirklichkeit nicht zu Gott gekommen.
Die ganze Geschichte ist unchristlich.

STUDIENARTIKEL; "Eine Zeit zum Reden" - Wann?
Kommen wir ohne Umschweife zum Kern der Sache: Die WTG verlangt hier nichts Geringeres als das Brechen von Eiden,Berufsgeheimnissen, Gesetzen des Staates und damit auch Staatsgeheimnissen. Und zwar, dann, wenn es um ihre Organisation geht. "Auch wenn die weltliche Obrigkeit Schweigepflicht" fordert. Dafür sollst du dann in Kauf nehmen, deine Arbeitsstelle zu verlieren, gerichtlich belangt zu werden, rechtliche Schwierigkeiten zu bekommen und "die Privatsphäre eines anderen auszuspionieren", was zwar nicht das Ziel wäre, wie der WT blufft, aber immerhin die Methode, muß man sagen. Den Opfern solcher Spionage wird gedroht, sich nicht zu "rächen" oder solche Spione anzuzeigen. Das ist der nackte Inhalt dieses Artikels, der eine weitgehend ausführlichere Überprüfung verlangt, als sie hier vorgenommen werden kann. Dies wird an anderer Stelle vorgenommen, denn die WTG überschreitet hier für einen Christen gar die Gesetze der "weltlichen Obrigkeit", des Staates, wo das befolgt wird.

Hier nur soviel dazu: Apg. 5:29, "man muß Gott mehr gehorchen ..." wird hier verantwortungslos mißbraucht, denn das bezieht sich nur auf ein Verbot des Evangeliums, in keiner Weise auf das genannte WTG-Verlangen. Und es ist eine "mit glatten Worten" betriebene "Täuschung der Herzen der Arglosen" (Römer 16:18), wenn der WT sagt, "Christen sind zwar nicht verpflichtet, das mosaische Gesetz zu halten, doch seine Grundsätze finden in der Christenversammlung immer noch Anwendung", man müsse also Eide brechen, Berufsgeheimnisse verraten, Gesetze des Staates brechen und für die Organisation spionieren, wo sie das verlangt, "um sie rein zu halten". Wenn ein Gesetz nicht mehr gilt, seine Grundsätze aber doch angewendet werden, so gilt es eben doch noch! Man muß wirklich arglos und naiv sein, um das nicht zu sehen.

Dieser WT-Artikel wäre gar etwas für den Staatsanwalt, für die Landesjustiz, stellt sich doch die WTG hier in bestimmten Rechtsfragen über Landesgesetze, ärztliche und amtliche Schweigepflichten. Personen- und Menschenrechte. Eine Art "Staat" im Staate. Vergleichsweise würde das gar eine Brechung des priesterlichen Beichtgeheimnisses bedeuten, denen WTG-"Älteste" ja nicht gleichen. Die Sache ist brisant! -

STUDIENARTIKEL: Auf der Hut vor "Frieden und Sicherheit" von seiten der Nationen
und Vertraue auf Jehova, nicht auf eine "Verschwörung"
Der Artikel richtet sich wieder gegen die Vereinten Nationen. Desgleichen gegen die Geistlichkeit, d. h. alle Pfarrer, Priester und Bischöfe, Prediger usw., aller anderen Kirchen und Gemeinschaften. Schauen wir uns die entsprechenden feindlichen WT-Angriffe an.
Die "Vereinten Nationen" würde "Milliarden von Menschen hinters Licht führen". Sie seien das 1945 "aus dem Abgrund" gekommene „scharlachfarbene wilde Tier", eine "Weltverschwörung gegen Gott und seine Zeugen", sie würden sich "wie ein wildes Tier" gegen das "Weltreich der falschen Religion wenden und sie zu Tode bringen", sie seien "eine Verschwörung der politischen Mächte des vom Teufel beherrschten Systems der Dinge". Die "Hure" Geistlichkeit, die "schamloserweise" auf dem "Tier" sitze, werde von diesen "wütenden Exgeliebten, ihren politischen Liebhabern", ergriffen und hingerichtet. Die "menschlichen Friedenspläne scheitern" und die WTG werde weiterhin "Warnungen" veröffentlichen, damit sich kein Leser "durch die künftige anmaßende Proklamation 'Frieden und Sicherheit' von seiten der Nationen ... täuschen" läßt.

Vereinte Nationen als Verschwörung und Täuschung von Milliarden Menschen, das ist auch Angriff und Verleumdung der Innen-, Außen- und Friedenspolitik der DDR, die ein tragendes Mitglied der Vereinten Nationen ist. Darüber müssen sich die ZJ der WTG hier klar werden. Das ist keine politische Neutralität. Das ist in diesen Fragen Obrigkeits- bzw. Staatsfeindschaft.
Das ist die Fortsetzung der bisherigen WT-Politik der Schaffung und Aufrechterhaltung entsprechender Feindbilder. Und die DDR als UN-Mitglied trägt auch die Menschenrechtspolitik der UN in Religionsfragen mit. Darum sind die Bezichtigungen der Geistlichkeit als "Hure", "schamlos", und der Regierungen als "Exgeliebte" usw. In jedem Land auch Angriff und Verleumdung der Bündnis- und Kirchenpolitik der DDR.

Auch darüber müssen sich die ZJ hier klar sein. Das hier alles als unpolitisches und neutrales Evangelium beibringen?
Was den schon 100jährigen WTG-Schwindel mit dem "Tier" und "Friede und Sicherheit" betrifft, das lese man in CV 73 und CV 200 dokumentiert nach, die noch nachgefordert werden können, wenn jemand ehrlich das Für und Wider prüfen will. -
-D.P.-

SIND JEHOVAS ZEUGEN WIRKLICH ZEUGEN DER WAHRHEIT? (II)
2. IHNEN FEHLT JEGLICHE GÖTTLICHE LEGITIMATION'
Der Grund für ihr diesbezüglich verantwortungsloses Handeln ist der; Da es der Leitung der Wachtturm-Gesellschaft an jeglicher göttlicher Legitimation fehlt, verhalten sie sich ihren Brüdern und Schwestern gegenüber in Wort und Tat so, als hätten sie absolute göttliche Autorität.

Aufgrund einer ständigen Einprägung der Lehre von ihrem "klugen und treuen Knecht" (einer Gehirnwäsche gleich), lassen sich ihre Brüder und Schwestern das Verhalten der Leitung gern gefallen, ohne auf den Gedanken zu kommen, diesen Machtanspruch anhand der Heiligen Schrift einmal zu überprüfen. Wenn aber jemand, wie in diesem Fall, eine derartige Macht beansprucht, über ewiges Leben oder ewiges Verderben zu entscheiden, dann hat nicht nur jedermann das Recht, sondern geradezu die Pflicht, nach der göttlichen Beglaubigung zu fragen!

Diesbezüglich wird uns in der Heiligen Schrift gezeigt, daß, wenn Gott unter den Menschen etwas Neues oder Besonderes tat, er die von ihm gesandten Boten in besonderer Weise bestätigte. Er tat dies mit einem Abraham gem. l. Mo. 21,22-24, Ebenso mit seinem Sohn Isaak nach I. Mo. 26,26-31. Und wer wüßte nicht um die Geschichte mit Jakob, wie Gott ihn im fernen Lande bei seinem Schwiegervater Laban segnete. Die Propheten, durch die Gott etwas Außerordentliches reden oder tun ließ, wurden von ihm unmißverständlich beglaubigt. Da sind all die Zeichen und Wunder, die er durch Mose wirkte. Auch die ihm folgenden Propheten wurden in Sonderheit bestätigt. Als dann die Zeit des Alten Bundes erfüllt war und der Neue Bund seinen Anfang nahm, wurden sowohl der Sohn Gott als auch die Apostel öffentlich von Gott durch Zeichen und Wunder legitimiert, wie dies in Apg. 2.22 und Hebr. 2.1-4 zu lesen ist. Da wir es mit dem gleichen Gott zu tun haben, entsteht doch zwangsläufig die Frage: Sollte er es nun nach fast 2 000 Jahren nicht in ähnlicher Weise getan haben, da doch, nach Meinung der Zeugen Jehovas, die Aufrichtung der Wachtturm-Gesellschaft mit Ausnahme der "Menschwerdung" Jesu Christi größer als alles bisher Dagewesene ist? Eine Beglaubigung ihrerseits durch Gott hätte in dem Jahrhundert ihrer Entstehung schon deswegen stattfinden müssen, weil in jener Zeit noch andere Gruppen von sich reden machten und den gleichen Anspruch erhoben.

Da sind die Adventisten, die Mormonen, die Katholisch-Apostolischen Gemeinden, die Neuapostolen u. a. Doch ihnen allen fehlt wie den Zeugen Jehovas das "da" Gottes. Keine von ihnen kann auch nur eine annähernde Bestätigung nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift aufweisen.

3. SIE HABEN SICH EINDEUTIG ALS FALSCHE PROPHETEN ERWIESEN
Es ist eine unabwendbare Tatsache, daß sich Prediger, die etwas Besonderes verkündigen wollen, aber von Gott weder gesandt noch bestätigt wurden, nur in Irrlehren verlaufen können. Dies ist dann auch bei den Zeugen Jehovas in reichlichem Maße geschehen bezüglich der Berechnungen der Wiederkunft Jesu bzw. der Aufrichtung des Reiches Gottes auf Erden. Heute will man von all diesen Fehlschlägen jedoch nichts mehr wissen. Entweder werden sie verdreht oder gar geleugnet.

Ihre eigenen älteren Schriften legen allerdings ein beredtes Zeugnis von all den verbreiteten falschen Lehren ab. Nicht nur das. In Amerika existiert heute noch ein Gebäude, das von ihnen für das Jahr 1925 hergerichtet worden war, in das Abraham, Isaak und Jakob einziehen sollten, weil sie nach der Blamage von 1874 und 1914 nun für jenes Jahr die Auferstehung dieser Erzväter und die sichtbare Aufrichtung des Reiches Gottes auf Erden erwarteten.

Die letzte diesbezügliche Enttäuschung erlebten sie im Herbst des Jahres 1975.
Das Wort Gottes sagt dazu, daß, wenn jemand im Namen Gottes etwas prophezeit und es erfüllt sich nicht, dieser ein Lügenprophet ist, auf den niemand hören sollte - 5. Mo. 18:20-22. So, wie diese Lehren nicht dem Willen Gottes und seinem Wort entsprechen, verhält es sich mit noch vielen anderen grundlegenden Lehren von ihnen. -H.S.-

RICHTIGSTELLUNG
JETZT RADIO FREIER WACHTTURM USA
Unter dieser Überschrift veröffentlichten wir in unserem Artikel "Christus starb doch an einem Kreuz!" in CV Nr. 213, S.4, April 1987 aus einer Zeitschrift ehemaliger Zeugen Jehovas in den USA, Comments from the friends, folgenden Ausschnitt:
"... Sie haben auch einen internationalen Informationsdienst, genannt 'Radio' Free Watch Tower ('Radio' Freier Wachtturm), ins leben gerufen ..."
Wie wir jetzt aus gut unterrichteten Kreisen erfahren haben, handelt es sich dabei nicht um einen Rundfunksender, sondern um eine Art "Kummertelefon" für ehemalige Brüder, die sich mit ihren besonderen Problemen an die bestimmte Rufnummer wenden können. -CV-Redaktion-

LÄUFST DU WIE EIN „MIETLING" DAVON?
l. DA der "ZJ" etwas bringt (die WTG-Lehren), was angenommen werden soll, muß er einverstanden sein, daß dazu Fragen gestellt werden, Zweifel geäußert werden dürfen. Entgegenstehendes erörtert wird, Widersprüche geklärt, Bedenken ernst genommen werden, d. h., daß die Sache auf Glaubwürdigkeit geprüft wird.

WENN der "ZJ" ein Christ sein will. Worauf er Anspruch erhebt, dann muß er biblische bzw. christliche Methoden auf seine eigene Sache ebenfalls anwenden lassen.
MAN sollte einräumen, daß ein "ZJ" solche kritischen Fragen selbst an seine Lehrer nicht stellt, glaubt er doch, sie stünden außer Frage. Man muß aber darauf bestehen, daß das für einen Außenstehenden nicht so ist und sein kann, daß er hier die Pflicht hat, die Glaubwürdigkeit dessen, was er predigt, erst nachzuweisen und sich kritischen Fragen dazu zu stellen.

EIN Außenstehender muß das unbedingte Recht haben, alles vorzubringen, was für ihn gegen die WTG-Glaubwürdigkeit zu sprechen scheint oder spricht, und darauf eine konkrete Antwort zu erhalten.
Die christlichen Grundsätze, auf denen man dafür beharren muß, sind:
LUKAS 14:28-30 - Wer einen "Turm" bauen will muß zuvor die Kosten überschlagen, die auf ihn zukommen, also auch den "Wachtturm".
l. PETRUS 3;15 - Bereitschaft zur Rechenschaft vor jedem, der dies fordert.

2. ES kommt nicht darauf an, WER etwas sagt oder vorbringt. Es kommt aber darauf an, WAS vorgebracht wird, was gefragt wird.
ALSO die Person spielt keine Rolle, ob Freund oder Feind, Gegner oder Verbündeter, Bekannter oder Unbekannter, groß oder klein.
DAS HEISST: "Nicht die Person ansehen".
DIE biblischen bzw. christlichen Grundsätze dafür sind:
5. MOSE 1;17; SPRÜCHE 24;23; APOSTELGESCHICHTE 10:34; RÖMER 2:11; EPHESER 6;9; JAKOBUS 2:1, l. PETRUS 1:17;

3. EINEM "ZJ" muß, da er Christ sein will, abverlangt werden und abverlangt werden können, daß er sich mit dem auseinandersetzt, was Interessierte fragen oder kritisch vorgebracht wird. Denn nach christlichem Verständnis muß er bereit sein, den "Kampf zu kämpfen" mit allem, was, entgegensteht oder entgegenzustehen scheint, weniger seinetwegen als deretwegen, die gewonnen werden sollen. Der "ZJ" muß sich also den Problemen stellen, um "das Feld zu behaupten".
DER christliche Grundsatz hierfür ist
EPHESER 6:13 über den Glaubenskampf.

4. EIN "ZJ" muß sich insbesondere diesem Kampf stellen, wenn seiner Meinung nach ein "Wolf" in Erscheinung tritt, wie auch immer, um ein "Schaf" zu "rauben" oder zu hindern. Wenn er vor "wölfischen" Sachargumenten - da es kein Ansehen der Person geben darf - davonläuft und den Interessierten oder Fragenden im Stich läßt, dann gleicht er dem "schlechten Hirten" oder "Mietling". Er kann dann nicht als Christ betrachtet werden, sondern bestätigt damit nur eine WTG-Unglaubwürdigkeit.

DAS Gleichnis Jesu vom "Mietling" findet
sich in JOHANNES 10:11-13.

WENN ein "ZJ" nicht bereit ist, sich auf diese biblischen bzw. christlichen Grundsätze mit einem Gesprächspartner einzulassen, dann gibt es für ein sachliches Gespräch keine gerechten Grundlagen, da der "ZJ" dann nur eine "Splitter"-Suche bei anderen betreibt (MATTHAUS 7:3).

WAS er bringt, muß sich vielmehr nach l. THESSALONICHER 5:21 der Prüfung stellen: "Prüfet alles, das Gute haltet fest".
Das darf einem Außenstehenden oder Interessierten bei Strafe der eigenen Unglaubwürdigkeit nicht verwehrt werden.
NACH diesen biblischen und christlichen Grundsätzen muß ein "ZJ" also bereit sein, auf alle Fragen, Kritiken und Gegenargumente einzugehen und konkret zu antworten, selbst wenn sie von vermeintlichen "Wölfen" - mündlich oder schriftlich - vorgebracht werden, da es um die "Schafe" geht. Mehr, der "ZJ" müßte als "rechter Hirte", der er sein will oder soll. im Interesse der zu suchenden "Schafe" eigentlich im voraus konkret über die "wölfischen" Argumente, die da "einzubrechen" drohen, informiert sein.

DIE hierzulande in Frage kommenden Schriften und Werke, über die zuvor informiert zu sein, eigentlich unerläßlich ist, sind in erster Linie die Zeitschrift:
„CHRISTLICHE VERANTWORTUNG",
die Dokumentation:
"DIE ZEUGEN JEHOVAS",
Urania Verlag 1970.
NATÜRLICH geht CV davon aus, daß die Tatsachen, die gegen die WTG-Lehren sprechen, unwiderlegbar sind, und dem persönlich ehrlichen "ZJ" letztlich selbst die Unglaubwürdigkeit der WTG-Lehren bewußt machen, wenn dies zunächst auch für den "ZJ" außerhalb der Vorstellung liegt. Die WTG kennt diesen Sachverhalt jedoch sehr genau und verlangt deshalb, daß ihre "ZJ" die CV-Schriften ungelesen verbrennen, wie etwa die "Bücherverbrennung" nach den Erfahrungen der Nazizeit keinem wohl ansteht! Was den einfachen "ZJ", der die Last der Tätigkeit "vor Ort" zu tragen hat, obendrein zum "Mietling" stempelt

HAST DU DAS GEWUSST?
DIE WICHTIGSTEN AUSZÜGE AUS DEM BRIEF DES RECHTSBERATERS DER WTG IN BROOKLYN, OLYN R. MOYLE, AN WTG-PRÄSIDENT RUTHERFORD ÜBER DIE GRÜNDE, DIE FÜHR IHN ZUM VERLASSEN DES BETHEL FÜHRTEN, UND SEINE EXKOMMUNIKATION ZUR FOLGE HATTEN 21. Juli 1939

Lieber Bruder Rutherford:
Dieser Brief gibt Dir unsere Absicht kund, das Bethel am kommenden l. September zu verlassen ...
DISKRIMINIERUNG
Wir verkünden der Welt, daß alle in des Herrn Organisation gleich behandelt werden. Du weißt, daß dies nicht der Fall ist. Die Tatsachen können nicht geleugnet werden. Nimm zum Beispiel den Unterschied zwischen den Annehmlichkeiten, die Dir und Deinen persönlichen Mitarbeitern zur Verfügung stehen im Vergleich zu dem, was einigen der Brüder zur Verfügung steht. Du hast viele Wohnungen, nämlich Bethel, Staten Island, Kalifornien usw. Ich bin unterrichtet, daß sogar auf der Königreichsfarm ein Haus für Deinen alleinigen Bedarf und Gebrauch gehalten wird während der kurzen Zeit, die Du dort verbringst. Und was erhalten die Brüder auf der Farm?
Kleine Räume, ungeheizt während des bitter kalten Winterwetters ...

SCHMUTZIGE UND GEHEIME SPRACHE
Die biblischen Gebote gegen unsaubere und schmutzige Reden und Scherze sind nie widerrufen worden. Es ist schockierend und widerlich, im Bethel gemeine Reden und Schmutz zu hören.
Es wurde von einer Schwester bestätigt, daß dieses zu den Dingen gehört, die Du eingeführt hast. Das lauteste Gelächter am Tisch bricht, los, wenn ein schmutziger Witz die Runde macht und Deine Hosen sind nicht sauber ...

ALKOHOL
Unter Deinem Schutz hat eine Verherrlichung des Alkohols und eine Verdammung absoluter Enthaltsamkeit als unziemend um sich gegriffen ... im Bethel. Es scheint dort eine ausdrückliche Politik zu sein, Neulingen den Gebrauch von Alkohol aufzuzwingen und denen, die nicht einwilligen, es zu spüren zu geben. Es wurde die Forderung erhoben: "Niemand kann ein wirklicher
Bethelit sein, ohne Bier zu trinken",

Du hast öffentlich jene als prüde betitelt, die enthaltsam sind, und damit Deinen Teil der Verantwortung auf Dich geladen für das Bacchus-ähnliche Verhalten, das Glieder der Familie aufführen ...
Es war nicht leicht oder angenehm, Dir diese Dinge zu schreiben und es ist noch schwerer, diesen Protest wirkungsvoll machen zu müssen durch Verlassen des Bethel.

Wir verkauften unser Heim und Geschäft als wir ins Bethel kamen in der vollen Absicht, den Rest unseres Lebens an diesem Platz im Dienste des Herrn zu verbringen..
Möge der Herr Dich leiten und führen, Deine Mitbrüder gerecht und gütig zu behandeln, das ist mein Wunsch und Gebet.
Dein Bruder in des Königs Dienst
Olyn R. Moyle

„KRISE DES GEWISSENS
Lesergedanken zum Buch von R. V. Franz (2)
Mit der autobiographischen Schilderung seiner Erlebnisse und Auseinandersetzungen zeichnet der Verfasser, vielleicht zum Teil unbewußt, nicht nur sein eigenes, sondern ein allgemein recht fragwürdiges, dabei sehr widerspruchsvolles Persönlichkeitsbild der von der Organisation unterhaltenen und beschäftigten "Zuteilungsnehmer", d. h. der WTG-Funktionäre und Agenten. (Zuteilung ist einer von vielen Verschleierungsbegriffen.

Er bedeutet sinngemäß Auftrag. Bezahlte Funktionäre und Agenten der WTG werden auch als Sonderpioniere mit Sonderzuteilungen bezeichnet. Ihr sozialer Status ist unterschiedlich. Es ist dazu zu lesen:
"Mitglieder der leitenden Körperschaft können ihren Urlaub an Plätzen nehmen, von denen die meisten Menschen nur träumen können".)
Die Ausführungen sind darüber hinaus insbesondere geeignet die Glaubwürdigkeit und Seriosität der WTG/ZJ insgesamt sowie ihrer Ideologie und vor allem der Personen, die letztere ausarbeiten, begründen, vertreten und verkünden, ernsthaft in Frage zu stellen. Ohne Zweifel ein sehr aufschlußreicher "Blick hinter die Kulissen" einer Organisation, die ideologisch immerhin den nicht gerade bescheiden zu nennenden Anspruch erhebt, als auserwählte Gesellschaft, auf der Erde Vertreter des Gottes Jehova zu sein. (Russell sprach von sich selbst als "Gottes Mundstück".)

Betrachtet man diesen sachlich völlig unsinnigen Anspruch allerdings etwas tiefgründiger, so erkennt man, daß sich hinter ihm sehr handfeste materiell-ökonomische und besondere politische Absichten verbergen. Es liegt auf der Hand, daß man mit dem Angebot einer, wenn auch noch so ausgefallenen, neuen Ideologie und den Aufbau einer geeigneten Organisation, die deren Verbreitung und den dazugehörigen Absatz von Schriften aus einem eigenen Druckereiverlag sichert, vor allem ökonomische Gewinne erzielen kann. Das nicht unbeträchtliche Vermögen der WTG ist ausreichender Beweis dafür.

Das dieser Absicht übergeordnete Ziel dürfte allerdings die Einflußnahme auf das Bewußtsein einfacher und traditionsbedingt noch im religiösen Denken befangener Menschen sein, die von den etablierten Kirchenorganisationen bzw. deren Splittergruppierungen und ihrer Unfähigkeit, soziale Probleme zu lösen, enttäuscht und unzufrieden sind. Eine Zielgruppe, die man vor allem ideologisch erfassen und binden will, um sie von der Konsequenz weltanschaulichen - logischen Denkens und damit von einer weltanschaulich begründete Weltanschauung fernzuhalten.

Die damit verbundene politische Zielstellung, arbeitende Menschen von wirkungsvollen Aktionen für die Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse abzuhalten, oder sie in ihren Aktivitäten und Initiativen zu hemmen, ist unschwer zu erkennen. Eine Zielstellung, die einerseits die Funktion der WTG als Stütze des antihumanistischen Weltsystems deutlich werden läßt und andererseits den ausgeprägten Antikommunismus bei gleichzeitiger antiklerikaler Einstellung verständlich macht, aber in jedem Fall das Märchen von unpolitischer Religiosität widerlegt.
-Ernst Aufrichtig

BETROFFENEN HELFEN - WAS TUN?
Ohne Zweifel haben alle, die den Endzeitbetrug durchschaut haben, eine christliche Verantwortung. Sie besteht darin, dem "Nächsten", betroffenen Mitmenschen, zu helfen, vom WTG-Einfluß freizuwerden und darüber hinaus davor bewahren zu helfen, diesem Einfluß zum Opfer zu fallen.

Sicher brauchen wir die Konsequenzen dessen nicht näher zu betonen. Wir kennen sie hinreichend. Betroffene erwarten nicht zu Unrecht die Hilfe derer, die entsprechende Erfahrungen haben. Wer könnte es sonst irgend hinreichend tun? Wir fragen uns, wie wir dem unter den verschiedenen Bedingungen gerecht werden können.
Hilfe kann von unterschiedlichen Positionen aus gegeben werden. Denn Erkenntnis - das kann nicht oft genug betont werden - ist absolut zweitrangig. Obenan steht die Liebe zu den betroffenen Mitmenschen als "Nächsten". Die Reaktion der Organisation sollte uns die letzte Sorge machen. Entscheidend ist nicht, wer etwas sagt, sondern was gesagt wird.

Es gilt kein Ansehen der Person.
Nicht jeder kann und muß nun über die WTG Bücher schreiben. Alle können wir aber in unserem unmittelbaren oder mittelbaren Bereich wirksam werden, vor Ort sozusagen. Es gibt zahlreiche Ereignisse, Erfahrungen, Argumente und Anregungen, die den WTG-irregeleiteten ZJ vor Augen geführt werden können.

So kann man die kleine örtliche oder regionale Kommunikationsform entwickeln. Mit Schreibmaschine können entsprechende Briefe oder Schriften in mehreren Exemplaren gefertigt werden.
Was könnte der konkrete Inhalt solchen örtlichen Vorgehens sein?

Es gibt viele Anstoße, die sich aus einem echten, WT-unabhängigen eigenen Bibelstudium ergeben und entsprechend verbreitet werden können.
- Immer wieder gibt es neue Bücher und Veröffentlichungen über die WTG, die zumindest bekannt werden müssen.
- Die WT enthalten "neue Lichter", die beleuchtet werden können und müssen.
- Presse, Rundfunk. Fernsehen und Literatur geben eine Vielzahl von Anstößen auf die man die ZJ aufmerksam machen kann und muß.
- Es gibt viele eigene und andere kritische Gedanken, die es wert sind, festgehalten und als Anregungen weitergeben zu werden.

Keiner muß jedoch mehr tun, als er verkraften kann. als sich möglich machen läßt. Aber wo das Herz voll ist und der Mund übergehen möchte, sollte man die geeignete kleine örtliche Kommunikationsform entwickeln. Natürlich muß damit gerechnet werden, daß die Organisation alles tun wird, um die Einflußnahme auf ihre Hörigen zu verhindern. Aber selbst das kann auf eine geeignete Weise dazu dienlich gemacht werden, dieses Hindernis zu durchbrechen. Denn jeder ehrliche Zeuge muß letztlich wissen, in welcher Situation er sich befindet. Die Organisation möchte natürlich jeden zum Schweigen bringen oder verurteilen, der sie durchschaut hat. Das ist ihre Stärke. Dies ist jedoch immer weniger erfolgreich, wie die Entwicklung zeigt.
Dies sind lediglich Anregungen. Vielleicht ergeben sich örtlich weitere Überlegungen die freimütig übermittelt werden sollten.

ANMERKUNG
CV ist gerne bereit, alle Vorhaben dieser Art beratend zu unterstützen.

LIEBE DEINEN NÄCHSTEN - ODER?
Wir waren auf einer Rüste im Bez. Rostock. Diese wurde von den Freikirchlichen Evangelischen Gemeinden durchgeführt.
Am ersten Abend stellte sich jeder vor, um uns kennenzulernen. Als wir dran waren, sagten wir, daß wir 20 Jahre Zeugen Jehovas waren, aber seit 4 Jahren der jetzigen Gemeinde angehören. Der Name Zeuge Jehovas sagte den Anwesenden etwas, denn die meisten hatten schon mit ihnen zu tun gehabt. Wir wurden nun nicht mehr in Ruhe gelassen und mit Fragen bestürmt.

Alle beschwerten sich über die Zeugen. Sie wurden allgemein als lästig und aufdringlich bezeichnet. Nun, ihr Zeugen, ist das euer Auftrag? Ihr tut damit eurer Organisation nur schaden. Die Bibel spricht:

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst".

Uns wurde dort ein Fall erzählt, der fast unglaublich ist.
Es handelt sich um die 75jährige Frau Erna ... die in Sophienhof wohnt. Ihre Kinder, bei denen sie wohnt, sind Zeugen Jehovas. Die Mutter hingegen ist evangelisch.
Es wurde alles versucht, sie vom Glauben abzubringen, aber sie will keine Zeugin Jehovas werden.
Als das Reden nicht half, wurden andere Maßnahmen ergriffen. Sie wurde nun in jeder möglichen Situation geistig drangsaliert. Man sagte ihr, wenn du keine Zeugin werden willst, wird ab sofort für dich keine Wäsche mehr gewaschen. Das Bad und die Küche darfst du auch nicht mehr benutzen. Sie erhält auch keine Kohlen mehr zum Heizen. In die Kirche darf sie auch nicht mehr gehen. Auch das haben die Kinder ihr verboten.

Als sie ihre Tochter in K. besuchte, hat sie sich an den dortigen Pfarrer gewandt mit ihren Sorgen und um Hilfe gebeten.
Bei ihrer Tochter in K. würde sie gerne bleiben, aber der Wohnraum ist zu klein.
Nun würde sie gerne in ein Altersheim ziehen. So, das wäre es! -

Nun, ihr Ältesten, was sagt ihr dazu? Ihr meint, es ist alles erlogen? So überzeugt euch von dem Vorfall! Was aber sagt die Bibel dazu? Ihr solltet sie doch kennen? Darf diese Familie noch länger bei den Zeugen Jehovas sein?
Oder ist es ein Grund, den Mann wegen seiner Tatkraft zum Ältesten vorzuschlagen?
-E.B.T.-.

AKTUELLES IN KÜRZE

ZEUGE JEHOVAS ERHÄNGT ...
Am Anleger Saarlandstraße am Osterbekanal (Barmbek) hat sich gestern morgen der Hilfsgärtner Hans-Jürgen S. (22) erhängt. Er war Mitglied der Zeugen Jehovas.
Seine Mutter sagt: "Mein Sohn. hat sich umgebracht, weil Mitglieder seiner Glaubensgemeinschaft ihn beim Rauchen erwischt und ausgestoßen' haben."
S. war noch nicht lange tot, als ein Spaziergänger ihn entdeckte. Hans-Jürgen S. hing mit den Beinen knapp über dem Boden. In der Tasche hatte er den Abschiedsbrief mit einem letzten Gruß an seine Mutter«
Vera A. (46). eine schlanke Frau mit kurzen blonden Haaren: "Hans-Jürgen schloß sich mit 19 Jahren den Zeugen Jehovas an. Das hat ihn völlig verändert. Für ihn lohnte es nur noch, für's Jenseits zu leben."
Die Mutter versuchte, ihrem Sohn das auszureden: "Jeder Mensch hat eine Aufgabe ..."
Aber Hans-Jürgen S. sah seine Aufgabe aber nur noch darin, schweigend am Hauptbahnhof zu stehen und eiligen Passanten demütig die Jehova-Zeitschrift "Der Wachtturm" anzubieten. Er brach sogar seine Lehre als Landschaftsgärtner ab.

Eines Tages kam er von einem Gottesdienst im "Königreichsaal" der Zeugen Jehovas an der Schellingstraße (Eilbek) völlig erschüttert nach Hause. Seine Glaubensbrüder hatten ihn beim Rauchen erwischt.
Die Mutter: "Er hat mir berichtet, daß sie ihn rausschmeißen wollten, denn rauchen ist bei denen streng verboten."
Gerhard Lienauer, führendes Mitglied der Zeugen Jehovas in Eilbek: "Jede Religionsgemeinschaft hat ihre Maßstäbe. Das Rauchverbot ist einer unserer Grundsätze. Da muß sich jeder dran halten - oder die Konsequenzen ziehen."
Hans-Jürgen S., der in der Religionsgemeinschaft völlig aufgegangen war, suchte Hilfe im psychiatrischen Landeskrankenhaus Lüneburg. Er war so verzweifelt, daß er sich volltrunken auf die Straße legte, um sich überfahren zu lassen. Es kam aber kein Auto.
Am letzten Sonntag suchte er noch einmal das Gespräch mit Gerhard Lienauer, dem Zeugen Jehovas. Seine Mutter: "Danach war er sehr deprimiert. Ging ohne Abschiedswort aus dem Haus." Gestern morgen nahm sich Hans-Jürgen S. das Seil.
Bild Hamburg, 21. 10. 1987
Klaus Knodt

AUS DER WELT DER ZEUGEN
MEIN LEBEN HÄTTE GLÜCKLICHER SEIN KÖNNEN
[Technische Einfügung. Die Vorlage dieses Abschnittes ist teilweise unleserlich]
25 Jahre lang habe ich mich ganz hingegeben und so gelebt, wie es die Ältesten von uns verlangen. Heute weiß ich, daß ich viel versäumt habe. Ich habe auf gleicher Lebensgrundlage geheiratet und doch bin ich von Anfang an sehr unglücklich gewesen.
.. die Brüder gaben nur die Verheißung; es ist nicht so leicht zu Ende gebracht. -
Vieles habe ich geopfert; meine berufliche Entwicklung und meine Gesundheit, nur um
(jenes) Leben, das uns die Ältesten gezeigt haben (zu führen). Als Kind hineingewachsen, war es mir nicht möglich, eine kritische Meinung zu den Vorgängen innerhalb der Gemeinschaft zu gewinnen. Einen Bekanntenkreis außerhalb der Gemeinschaft konnte ich mir nur sehr schwer aufbauen, da ich alle anderen Menschen immer wieder als verloren ansah, da sie ja nicht erwählt sind. Und so war ich bei Kontakten stets erhaben, die bessere Lehre zu besitzen, was natürlich auf andere Menschen aus heutiger Sicht abstoßend wirkt.

Heute bin ich einsam. Ich weiß nicht wohin. Soll ich die Gemeinschaft verlassen? In ihr finde ich keine Ruhe mehr. Und außerhalb weiß ich nicht, wohin ich mich wenden soll. Bitte gebt mir über die Zeitung CV eine Antwort, was ich tun könnte.
Euer Zeuge W. aus W.

CV-Antwort:
Bei uns sind Brüder und Schwestern, die alle einmal in der gleichen Situation waren. Wir helfen Dir!
Wir kommen zu Dir oder Du kannst zu uns nach Gera kommen.
Schreibe uns, wir antworten sofort.

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str.6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

ZurIndexseite