Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 215

Griechenland, namentlich seine orthodoxe Kirche, war schon früher den Zeugen Jehovas, alles andere als „freundlich" gesonnen. Im Jahre 1986 kulminierten diese Spannungen erneut. Diese CV-Ausgabe berichtet - parteiisch - darüber. Das die CV parteiisch berichtet versteht sich in deren Selbstverständnis von selbst. Meines Erachtens überzieht sie jedoch dergestalt, dass sie mit fragwürdigen Argumenten in das Horn der Griechisch-orthodoxen Kirche mit hineinstößt, welche da wähnen, Die Zeugen Jehovas „seien ja gar keine Christen".

CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THUR, DDR

NR. 215 GERA JUNI 1987

FÄLSCHUNG „GEISTIGER SPEISE"
Raymond
Franz bricht sein Schweigen (5)
EDLER GESINNT
SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT 23 und 24/1986
EIN BRIEF AN DIE ÄLTESTEN
Aussonderung
der falschen Propheten
TRAURIGE WAHRHEIT VOM „ ÜBERREST"
Ende der „Erinnerungen" eines Zeugen
NICHT LÄNGER ZEUGE JEHOVAS SEIN
Der „treue und verständige Sklave"
MISSBRAUCH DER MACHT DER ÄLTESTEN
Haß
und Neid im Rechtskomitee.

LASST NUN DIE WTG 1914 ENDGÜLTIG FALLEN?
Ab Januar 1987 auch in „Erwachet!" kein „1914" mehr!
CV HATTE RECHT
Bis Dezember 1986 mußte aller
Welt durch die WTG-Zeugen auch mit „Erwachet" folgende „Gottesverheißung" zur Lösung aller Probleme der Welt verkündigt werden
„Warum ERWACHET! herausgegeben wird. Vor allem aber stärkt diese Zeitschrift das Vertrauen zum Schöpfer, der verheißen hat, noch zu Lebzeiten dieser Generation, die die Ereignisse von 1914 erlebt hat', ein neues System herbeizuführen, in dem Frieden und
Sicherheit herrschen würden".
In über 10 000 000 Exemplaren wurde dies in 53 Sprachen verbreitet

Mit der „Erwachet„-Ausgabe vom 8. Jan. 1987 wurde die gesamte bisherige „Erwachet" Warum-Erklärung samt jener „Gottesverheißung" einfach weggelassen, also gestrichen, und zwar ohne jeden Kommentar.
Damit ist auch hier erwiesen, daß da nichts „von Gott" war! Es war eigenes WTG Menschenwerk. Nichts dergleichen kommt nun' also zu Lebzeiten der 1914-Generation.
Kein „neues System". Es war also alles jahrzehntelang eine „falsche Prophetie" der WTG. Was für ein ungeheuerlicher Mißbrauch des Glaubens der arglosen Verkündiger! Die diese „Götterverheißungen" vertreten und verfechten mußten, bei Strafe ihres „Ausschlusses"'!

In sinnlosem Widerspruch zu denen, die seit Jahren vor der WTG als pures Menschenwerk warnen. Damit ist erneut bestätig., wie. recht CV hatte und hat. Es gibt keine Endzeit WT-Sinne! Alles wird ja schon seit 1799 dahingeschoben! Auch die 1914-Generation ist nun „verheizt" worden! Auch sie sinkt nun ins Grab und „vergeht" WTG-geblufft! WTG-mißbraucht
Lug und Trug sind, die WTG-Endzeitlehren! Alle wurden getäuscht, die da „Erwachet" verbreitet und abgenommen haben! Auf Sand gebaut war diese ganze WT 1914-Endzeit!
International wird das nun bekannt! In den USA selbst ist es u. a. „New Light Ministries", Marietta/Georgia, ein Dienst für Zeugen Jehovas, ehemalige Zeugen Jehovas und Freunde, die helfen wollen.

So bricht die ganze WTG-1914-Endzeit als weltweiter Trug, als „Täuschung der Herzen Argloser" zusammen! Die WTG verfolgt damit ganz andere Ziele und Zwecke, die unschwer zu erkennen sind, ist man vom Glauben an die WT-Organisation erst einmal frei.
Es entspricht der trügerischen WTG-Taktik, zu versuchen, ihre unhaltbar gewordenen Irrlehren möglichst unmerklich verschwinden zu lassen. Möglichst verpackt und verdeckt durch allerlei Ablenkung auf andere Sensationen, Reißer, Thriller oder Schocks.
So geht. das Verschwinden der 1914-Irrlehre in „Erwachet" vom 8. Jan. 1987 unter hinter einem schreckeneinflößenden farbigen Titelbild bewaffneter Terroristen, das den Leser packen soll. Immer verstand es die WTG, von ihren eigenen Bankrotten abzulenken. Wie passen da Jesu Worte auf sie: „Du Heuchler! Ziehe zuerst den. Balken aus deinem Auge …„ (Matth. 7:5). CV hatte es vorausgesagt: Die WTG muß und wird ihre 1914-Endzeit fallen lassen. Man lese das in CV 195, 196, 198, 200, 206 und 207 nach.

Nun ist es auch weltweit in „Erwachet" gestrichen. Noch im WTG-Buch 1986. „Weltweite Sicherheit .„, S. 16, Abs. 8 wurde Jesus für die 1914-Irrlehre mißbraucht.
So bricht alles systematisch zusammen. Doch. der Glaube selbst muß deswegen keinen Schiffbruch erleben.
Wohl muß der -Glaube an die „Siegreiche Organisation" der WTG fallen! (WT 1. Juni 1979)
An Gott und Christus jedoch keineswegs, die mit dieser Organisation nichts zu tun haben, wie der WTG-1914-Bankrott nun wahrlich wieder beweist!

WTG-LOYALITÄT VERLANGT FÄLSCHUNG „GEISTIGER SPEISE"
Raymond Franz bricht sein Schweigen (5)
DAS HAUPTBIBELWERK DER WTG!
Es geht um das WTG-Buch „Hilfe zum Verständnis der Bibel", als blaues Hilfe-Buch bekannt; Und zwar um die wichtigsten Aussagen darin, die die heutige Zeit als Endzeit seit 1914 kennzeichnen sollen, was wiederum die Existenzgrundlage der WTG ist. Denn wenn diese Endzeit nicht stimmt, dann hat das ganze WTG-Werk bekanntlich keinen Sinn mehr. Was Ray Franz hierzu in. seiner schlichten Art sagt, ist in seiner Konsequenz im Grunde ungeheuerlich. Wir wollen dies näher vor Augen führen. Einfach schlimm für den einfachen WTG-Verkündiger, der das als „von Gott" vertreten und verbreiten soll.
Es ging um das Grundlegende für die WT 1914-Endzeit, womit sie steht oder fällt. Die Tragweite dessen dürfte jedem klar sein. Wir heben heraus. Man lese nach.

Ray Franz:
„Monate an Nachforschungen wurden zu diesem einen Thema verbracht, und es resultierte in dem längsten Artikel in der Hilfe-Publikation. Viel Zeit wurde verbracht, zu versuchen, für das Datum 607 v. Chr., so entscheidend für unsere Berechnungen von 1914, einen Beweis zu finden. Wir fanden absolut nichts".
„Obwohl ich dies als beunruhigend empfand, wünschte ich zu glauben, daß unsere Chronologie richtig war, trotz aller gegenteiligen Beweise."
„Die Argumente, die ich brachte, waren ehrlich, aber ich wußte, daß ihre Absicht war, ein Datum aufrechtzuerhalten, wofür es keine historische Stütze gab."
„Das Hilfe-Buch enthielt viele Beispiele für unsere Anstrengungen, loyal zu den Lehren der Gesellschaft zu stehen. In vieler Hinsicht tat das, was wir durch unsere Erfahrung lernten, mehr für uns als für die Publikation".
„Die Anstrengungen der meisten Schreiber, nicht mehr aus etwas zu machen, als der Beweis ehrlicherweise erlaubt - diese Dinge mögen grundsätzlich von Nutzen gewesen sein, obwohl wir auch darin zeitweilig gewisse Versäumnisse zuließen und erlaubten, daß vorgefaßte Meinungen bestimmend blieben, und wir so verfehlten, ebenso fest zu bleiben, wie, bezüglich der Schrift selbst".

„Ich weiß, daß dies in meinem eigenen Fall zutrifft in Vorbereitung der Themen wie 'die bestimmten Zeiten der Nationen', 'der treue und verständige Sklave' und 'die große Volksmenge', die alle Argumente enthalten, dazu bestimmt, gegenwärtige Lehren der Wachtturm-Publikationen aufrechtzuerhalten. Einfach weil in meinem Sinn solche Lehren damals gleichbedeutend waren mit 'Tatsachen', tat ich, was laut, Vorwort, das ich später schrieb, nicht beabsichtigt war."
„Aber eingewurzelte Glaubensansichten ritten manchmal, unsere Anstrengungen nieder, uns an diesen Standard zu halten."

WAS BEDEUTEN DIESE BEKENNTNISSE?
Durchdenken wir das, wie so vieles von Ray Franz in seiner tieferen Bedeutung betrachtet werden muß, wie jeder bemerken wird, der das liest.
Es bedeutet:
Für „1914" gibt es' keine Beweise.
Trotz Gegenbeweis wünschte man der WTG zu glauben. Was ist das für eine Loyalität? Die Beunruhigung wurde offensichtlich zunächst unterdrückt, das Gewissen also niedergehalten.

Es wurden Argumente wider besseres Wissen gebracht, absichtsvoll. Man wollte WTG-loyal sein.
Man behielt die Erfahrung der Wahrheit in diesen Fragen für sich und brachte sie nicht in die WTG-Publikationen. Es wurde für die „geistige Speise" vielfach mehr aus etwas gemacht, als die Beweise ehrlicherweise erlaubten, was im Klartext Fälschung heißt.
Und diese Versäumnisse, ehrlich zu sein gegenüber den Verkündigern, die damit arbeiten sollen, weil vorgefaßte Meinungen bestimmend waren.

Das heißt, die Meinung, WTG-loyal sein zu müssen, ihre Lehren aufrechtzuerhalten trotz fehlender Beweise. Man verfehlte, ebenso fest zu bleiben, wie bezüglich der Schrift selbst? Die Bibel wollten sie also nicht verfälschen, aber die WTG-Lehren konnten unehrlich und ohne Beweise bleiben! Oder? Und dies betrifft die Hauptendzeitlehren wie: „Zeiten der Nationen", „Sklave" und „große Volksmenge"! Damit bricht alles zusammen, was die ZJ unter der WTG zusammenhält und antreibt! Und das Vorwort im Hilfe-Buch täuscht über alles das hinweg!
Die WTG-Loyalität ritt das Festhalten an ehrlichen Maßstäben. nieder! Was kann ungeheuerlicher sein. Das konnte Ray Franz am Ende mit seinem christlichen Gewissen nicht mehr vereinbaren. Natürlich machte er sich daran zunächst schuldig.. Er äußert sich dazu selbst, wie wir noch sehen werden.

WAS ZIEHST DU FÜR SCHLUSSFOLGERUNGEN,
Da ist nichts „von Gott", was da in Brooklyn von der WTG an „geistiger Speise" zusammengestellt wird.
Wer hinter die WTG-Kulissen geschaut hat, muß unehrlich werden und sein christliches Gewissen vergewaltigen, um WTG-loyal zu
Es bestätigt sich, wie man in WTG-Loyalität an unehrliche Methode gewöhnt wird, mehr aus etwas zu machen, als die Sache ehrlicherweise hergibt. Das trifft arg auf die Bibelhandhabung zu. Die ganze WTG-Endzeitauslegung konstruiert, seit das Jahr 1799 (Die Harfe Gottes ) als erster sog. Endzeitbeginn verkündet wurde.

Ray Franz wolllte am Ende nicht zu einem Heuchler werden. Das geschieht nämlich sehr leicht. Schon die „theokratische Kriegslist" der WTG - in ihrem Interesse natürlich - zwingt dazu.
Wir werden noch sehen, wie man in Brooklyn bewußt das Eingeständnis falscher Lehren unterließ, damit draußen unter den Verkündigern erst einmal „Gras darüber wachsen" sollte und um der Opposition keine Beweise zu liefern!
Alles in allem: Für die WTG kann man ehrlicherweise - ist man informiert - nicht länger von Haus zu Haus laufen. Mit Ray Franz ist jetzt die beste Möglichkeit gegeben, zur Besinnung zu kommen.

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WT 23 UND 24/1986
NEBENARTIKEL: „Angriff auf die Glaubensfreiheit in Griechenland"
WIE MAN IN DEN WALD HINEINRUFT
Das Geschrei der Wachtturm-Gesellschaft ist groß. Die Tätigkeit der Zeugen Jehovas wurde 1968 in Griechenland weiter eingeschränkt. Ein Gericht auf Kreta entzog ihnen die gesetzliche Anerkennung.
Gleich die ersten fünf WT-Seiten sind für dieses Thema gerade gut genug. Und man geht auf's Ganze;

„ES gibt jedoch Leute in Griechenland, die darauf aus sind, die Freiheiten zu untergraben, wodurch dem Ruf Griechenlands in der ganzen Welt geschadet wird." (S. 3) Und wieder einmal soll die „Böse" Kirche Schuld haben, diesmal die griechisch-orthodoxe.
„Die Geistlichkeit versucht durch Pöbelaktionen, durch Gewaltanwendung, Einkerkerung und dadurch, daß sie Druck auf die Gerichte ausübt, die Zeugen ihrer Freiheiten zu berauben." (S. 4)
An dieser Stelle sei noch einmal an das Verhältnis erinnert, welches die WTG zu den verschiedenen Kirchen und Glaubensgemeinschaften hat. Da liest man beispielsweise in dem Buch „Neue Himmel und eine neue Erde", welches in Englisch schon im Jahre 1953 (Deutsch 1955) erschien, auf Seite 325 folgendes:

„Auf Erden ist heute die Neue-Welt-Gesellschaft die einzige Bewegung, die wahre Aufbauarbeit tut. Alle anderen, die ein Teil dieser Welt sind und an ihren Plänen, Programmen und Werken teilhaben werden ihr Schicksal mit jenen teilen, 'die die Erde verderben'."
1972 wird der gleiche Gedanke in andere Worte gekleidet:
„Wenn alle anderen religiösen Dinge. um sie herum in die Vernichtung gehen, werden sie (die ZJ) als die einzigen unbesiegten Lebenden,… bestehen bleiben." (Die Nationen sollen erkennen, daß ich Jehova bin; S. 359)
Ja, bis heute wird die Christenheit von der WTG beschimpft und mit Begriffen wie „Hure" oder „Bettgenossen"' versehen. (Siehe z. B. WT 5/85, Seite 19.)

EINIGE VORWÜRFE UND GEGENARGUMENTE
„Im Verhandlungsschriftsatz behauptete die orthodoxe Kirche, man könnte sie (die Zeugen Jehovas; Anm. d. Red.) „eigentlich gar nicht als Christen … bezeichnen"."
Von seiten Brooklyn's wird heftig protestiert. Zu recht?
Man erinnere sich des WT 10/84. Darin wurde behauptet, „daß der neue Bund, der auf dem Blut Christi beruht, keine Gültigkeit mehr haben würde, wenn die Letzten der 144 000 gestorben seien".

Und wörtlich:
„Die jährlich am Passahtag Feier des Abendmahls des Herrn aufhören." (S. 20)
Kann sich aber jemand als Christ bezeichnen, der die Feier des Abendmahls ablehnt? Er muß sich sogar den Vorwurf des Christen" gefallen lassen (S. 5,6). „Weltweit sind Jehovas Zeugen als christliche Glaubensgemeinschaft gesetzlich anerkannt", meint Brooklyn. (S. 4) Falsch! In immerhin 33 Ländern ist ihr Werk verboten, in, weiteren mehr oder weniger eingeschränkt (siehe WT 1/87, S.13) Die WTG protestiert gegen die Behauptung:

„Die wahren Glaubensansichten der Zeugen Jehovas sind weder völlig bekannt, noch werden sie öffentlich dargelegt." (5. 5) Tatsächlich entsteht für einen Außenstehenden dieser Eindruck. Er muß sehr lange in den Schriften dieser Gesellschaft suchen, ehe er beispielsweise etwas über die Struktur und die Arbeitsweise der Organisation findet. Daß in der WTG-Spitze
sogar demokratisch gewählt wird, ist selbst vielen Zeugen unbekannt. Die orthodoxe Kirche behauptet ferner:

„Ihre tatsächliche, aber getarnte Absicht ist die Aufrichtung eines weltweiten theokratischen jüdischen' Königreiches mit Zentrum in Jerusalem." 5.6 Ein Vorwurf, über den sich die WTG sicher besonders ärgert. Zwar lehren das die Zeugen Jehovas heute tatsächlich nicht mehr. Trotzdem ist diese Behauptung keineswegs nur „barer Unsinn". (S. 6)

Denn wie hieß es so überzeugend in der „Harfe Gottes", Seite 234?
„Jesus sagte weiter, daß das Wiedereinsammeln Israels nach 'Palästina (Lukas 21: 24) einer der überzeugendsten Beweise seiner Gegenwart und' des Endes der Welt sein würde."
Was man aus der Bibel alles so herausholen kann ..
Selbst der WTG-Präsident persönlich ließ keine Zweifel aufkommen:
„Richter Rutherford … unterstützt den Anspruch der Juden auf das heilige Land in tatkräftigster Weise." (Trost für die Juden, Vorwort, 1925, dt.) Ja, ja, dieser „Unsinn" verfolgt die WTG bis in unsere Gegenwart …

WACHTTURM NR. 24/1986
STUDIENARTIKEL:
„Wie majestätisch doch Jehovas Name ist!"
WER TRÄGT DIE SCHULD AN DER ZJ-PLEITE?
„Wahrscheinlich hat die Existenz einer kleinen Zahl von Abgefallenen dazu beigetragen, daß Jehovas Werk in der zweiten Hälfte der 70er Jahre gebremst wurde - die durchschnittliche jährliche Mehrung in den Reihen der aktiven Zeugen Jehovas sank unter 1 Prozent." (S. 20)
Nun ja, irgendwer muß ja an dem geringen Zuwachs von ZJ Mitte bis Ende der siebziger Jahre Schuld gehabt haben. Tragen hierfür aber die „Abgefallenen" die Verantwortung?
Überlegen wir doch einmal:

1. Wären die „Abgefallenen" überhaupt in der Lage, „Jehovas Werk" zu bremsen?
Ist Gott nicht jederzeit fähig, sein Vorhaben zu verwirklichen?
2. Wie kann „eine kleine Zahl von Abgefallenen" ein weltweites Werk derart beeinträchtigen? Denn nicht nur die Zahl der Abgefallenen war hoch; auch interessierte ließen sich kaum taufen.
(Getaufte 1978: 95 052).
Um 1,4.% ging 1978 die Verkündigerzahl im Vergleich zum Jahr 1977 zurück (siehe Jahrbuch der ZJ 1979).
3. Welche Ursachen gibt es dafür, daß Mitte der 70er Jahre „bei einigen prominenten Ältesten"- eine Verstimmung zu beobachten war? (S. 20) Werden. Jetzt für diese Tatsache ebenfalls die „Abgefallenen" verantwortlich gemacht? Solche Erwägungen sind doch absurd! Nicht irgendwelche „Abgefallene" tragen die Verantwortung für den Rückgang des Werkes der ZJ Mitte der 70er-Jahre: Die Ursachen liegen vielmehr bei der leitenden Körperschaft in Brooklyn selbst. - Ihre falschen Lehren, besonders in bezug auf das. Jahr 1975, hatten ihren eigenen Verfall ausgelöst.
Wie kläglich nun der Versuch, die eigene Schuld auf jene abzuwälzen, die durch den Ausschluß mundtot gemacht wurden!
-Gerd R ...-

WT-ZEUGEN WERDEN ZUM NACHDENKEN GEZWUNGEN
DENN die WTG verschiebt nun ihre Endzeitlegende offensichtlich in die nächste Generation. „Der nächsten Generation predigen" ist der neue Bluff. Was wird passieren? Es muß, ein Bewußtseinswandel beginnen. Dafür gibt es allerdings Hemmnisse und Widerstände. Lesen wir, was über den Bewußtseinswandel seit der Nazizeit vor 40 Jahren gesagt wird.

„Viele Menschen treten in die neuen Umstände mehr oder weniger- mit dem Denken von gestern ein. Erinnern wir uns nur, wie es vor 40 Jahren war. Gewiß, das Sein bestimmt das Bewußtsein, aber diese-Beziehung ist nicht so einfach, wie die zwischen Schalter und Glühbirne, sie tritt nicht plötzlich, automatisch und umfassend ein. Die Bewegung wird aufgehalten durch Blöcke von Gewohnheiten, durch veraltete Maßstäbe, auch durch Störungen aus der alten Welt, die neben uns immer noch Gegenwart ist. Doch unaufhaltsam wird das Denken von gestern überwunden durch-Erfahrungen in einer neuen Umwelt, durch Arbeit unter neuen Bedingungen, durch Erwerb von theoretischem Verständnis. Ein neues Bewußtsein gewinnt Klarheit und Festigkeit."

DIE besagte Weiterverschiebung der WTG Endzeitlegende schafft eine grundlegend neue Situation. Der bisherige Glaube daran wird zum Denken von gestern. Die bisherigen Maßstäbe werden hinfällig. Neue Bedingungen zwingen zum Nachdenken. So gewinnt auch hier mit Sicherheit ein neues Bewußtsein Klarheit und Festigkeit. Es ist zwar aufhaltbar, aber am Ende nicht zu verhindern, wo man aufrichtig ist.
-CVN-

AUSSONDERUNG DER FALSCHEN PROPHETEN
Liebe Mitverbundene!
… In der vorigen CV-Ausgabe hatten wir Euch darauf hingewiesen, daß wir Euch bei der Aussonderung der falschen Propheten behilflich sein werden.
Durch das ständige Prüfen der Literatur und den Schrifttexten der Bibel, sind wir in der Lage, Euch Hinweise dafür zu geben, wie Ihr die falschen Propheten, aussondern könnt. Die Grundlage für, Euer künftiges Handeln ist der WACHTTURM vom 15.12'.1961. Was darin geschrieben steht, findet Ihr in keiner Organisationsanweisung. Die meisten von Euch werden diesen WACHTTURM nicht mehr besitzen, deshalb werden Euch unsere Abschriften eine Hilfe sein. Alle Abschriften sind originalgetreu und, auf Wunsch bei der CV nachzulesen.

WACHTTURM 15. DEZEMBER 1961:
Absatz 21, Seite 757:
„Die Prophezeiung Jesu zeigt deutlich, daß wir in der Zeit leben, in der die gute Botschaft von Gottes Königreich in allen Sprachen und an. allen Orten gepredigt werden sollte. Diese Botschaft bildet den Kern der Prophezeiungstätigkeit, die jetzt durchgeführt werden muß. Doch was dann, wenn der Sohn einer Familie, die sich in Gottes sichtbarer Organisation befindet, dieses Werk des Prophezeiens des Königreiches bekämpft? Was dann, wenn er etwas zu verkündigen oder zu prophezeien beginnt, was mit der Königreichsbotschaft in Widerspruch steht, oder wenn er andere in der Organisation verkehrt zu beeinflussen sucht und dies im Namen Jehovas tut? Was sollten Gott hingegebene getaufte Eltern in einem solchen Fall tun? Sie dürfen ihrer Zuneigung nicht freien Lauf lassen, sie dürfen selbst einen solch lieben Angehörigen, dessen Geburt sie veranlaßt heben, nicht verschonen."

Absatz 22, Seite 757:
„Sie müssen ihm erklären, daß es eine zum Tode führende Sünde ist, falsche Prophezeiungen zu machen oder das Werk der, Königreichsprophezeiung zu bekämpfen. Sie dürfen es nicht dulden, daß ihr Sohn im Namen Jehovas Unwahrheiten ausspricht. Sie müssen ihn „durchbohren", weil er falsch prophezeite. Er muß für sie als geistig tot gelten, als jemand, mit dem sie keine religiöse Verbindung oder Gemeinschaft mehr haben und dessen Prophezeiungen sie verwerfen. Sie dürfen nicht verhindern, daß ihm die Gemeinschaft entzogen und er aus der Neuen-Welt-Gesellschaft der Zeugen Jehovas ausgeschlossen wird." …

Absatz 23, Seite 757:
„Es braucht aber nicht immer jemand aus unserem engen Familienkreis zu sein., der gegen die Wahrheit und die Organisation untreu oder unloyal handelt. Es kann auch sonst jemand in der Organisation des wiederhergestellten Überrest Jehovas, mit dem wir gut befreundet sind falsch prophezeien und unloyal handeln." …

Absatz 25, Seite 758 (Mitte)
„Beim theokratischen Volke Israel der alten Zeit wurden solche falschen Propheten vor Zeugen verhört, bloßgestellt und' zu Tode gesteinigt. (5. Mose 13:1-11) Heute kann die wahre Christenversammlung … keine solche Todesstrafe vollziehen. Die Versammlung kann sie aber geistig, mit der Wahrheit aus Gottes Wort, schlagen und sie an Herz und Geist schmerzlich verwunden." ....

Absatz 26, Seite 758:
„Gerade Jene, die ihnen besonders zugetan waren, müssen sie schlagen und verwunden, um ihre eigene, auf Grundsätzen beruhende Loyalität zu Gott und seiner Organisation kundzutun und um Gottes loyale .sichtbare Organisation zu schützen." ..

Absatz 27 Seite 758:
„Diese Zurechtweisung muß so sein, daß der, den wir davon abbringen. wollen, falsch zu prophezeien, bezeugen muß, daß wir uns genau an Gottes Wort gehalten und ihn damit geschlagen und verwundet haben. Es ist gut, wenn er sich seiner Visionen schämt, die mit Gottes Wort nicht übereinstimmen, denn dann wird er unter uns nicht mehr als ein besonderer Prophet Gottes umherstolzieren wollen, als einer, der beansprucht, mit Gott persönlich in Verbindung zu stehen."

Absatz 18, Seite 756:
„Gottes heiliger Geist, der auf den Überrest des geistigen Israel ausgegossen wurde, .. bewirkt, oder veranlaßt diesen, nur die Wahrheit, die göttliche Wahrheit, zu prophezeien. oder zu predigen. Jesus sprach einmal von ihm als den „Geist der Wahrheit". (Joh. 15:26) Von dem Geist des Gottes der Wahrheit ist zu erwarten, daß er eine Reinigung dessen bewirkt, was, von Gottes anerkannter, loyaler Organisation gepredigt wird. Sein Geist würde nicht, zulassen, daß jemand. unter dem Deckmantel der Religion Unwahrheiten prophezeit und Lügen und Irrtümer predigt."

BERATET NUN, WAS NOTWENDIG IST!
Nun liegt es an Euch, Ihr Ältesten, ob Ihr Euch schützend vor die Herde Gottes stellen wollt, das Rüstzeug dafür liegt nun in Euren Händen.. Wenn die Gesellschaft, diese Absätze auch so formuliert hat, als wären sie als Körperschaft nicht damit gemeint, denkt daran, wessen Prophezeiunqen Ihr weltweit verkündigen müßt! Es sind nicht Eure Bibelauslegungen, es sind die Bibelauslegungen, die die leitende Körperschaft Euch zu predigen aufzwingt. Noch ist es Zeit, dagegen etwas zu tun, deshalb haben wir Euch die WT-Auszüge noch einmal in Erinnerung gebracht. Wartet nicht erst solange, bis die einfachen Schafe über Euch herfallen. -W .W .-

DIE TRAURIGE WAHRHEIT VON UNSEREM „ÜBERREST"
Ende der „Erinnerungen" eines Zeugen-Jehovas
Mein Besuch bei der Schwester vom Überrest war vorüber. Auf dem Heimweg fragte mich meine-Begleiterin, wie ich nun die alte Schwester finde. Ich sagte „wunderbar" und meine Schweigsamkeit beendend sagte ich weiter: „Ich wollte eigentlich die Schwester noch fragen, warum sie sich zu den 144000 zählt, aber ich traute: mich nicht.". „Gut, daß du das nicht getan hast, aber ich kann dir diese Antwort selbst geben: Sie zählt sich nämlich gar nicht zu den 144000. Sie will nur das Abendmahl so halten wie sie es von damals gewohnt ist. und sie läßt sich davon nicht abbringen, will darüber auch nicht diskutieren mit den Brüdern. Sie sagt nur, sie tut es so wie ihr Gewissen es ihr gebietet und wenn andere es anders halten wollen, so müssen sie das vor Gott verantworten. Den Brüdern hier paßt das alles gar nicht so recht, was die Schwester macht, aber wegen der Berichte muß sie als zum Überrest gehörend gezählt werden. - Weil sie schon so. alt ist; läßt man sie aber in Ruhe, läßt es aber deutlich spüren, daß man sie nicht ganz ernst nimmt. Ich finde das ein bißchen gemein. Mir hat man die Betreuung dieser Schwester aufgetragen, aus Formsache, aber ich tue es wirklich gerne. Sie ist ja so lieb und so nett., daß ich gerne solche Oma hätte, und ich hab auch schon viel von ihr gelernt. Ich bin ja auch alleinstehend und verdiene mein Geld mit Schneidern und es reicht immer gut. Andere kümmern sich nicht um sie - sie bekommt ja ihre Rente, heißt es."

Ich fuhr noch in der Nacht nach Hause. Es ist nicht mehr dazu gekommen, daß ich nochmals dort hinfuhr. Es kam der Winter und im darauffolgenden Frühjahr zogen wir fort in eine andere Gegend. Auch an unserem neuen Wohnort hörte ich, weil ich fragte, von einem alten Bruder im Nachbarkreis, der auch zum Überrest gehören soll. Aber zu einer Begegnung mit ihm kam es nicht, weil keiner sich bereitfand, mich mit ihm bekannt zu machen. Auch sprach man nicht gut von ihm.:: '„Er wäre störrisch und sondere sich ab". Jetzt lebt er auch nicht mehr. Vielleicht war er schon der allerletzte vom Überrest in der DDR. Wer weiß?

Ja, so traurig sieht die Wahrheit von unserem Überrest bei uns aus! ich erfuhr das alles nur, weil ich ein bißchen danach fragte und forschte, wie sähe es aber aus, wenn wir jedoch alles erfahren?
Die Generation, die aus ihrem eigenen Erleben von den Zeiten von damals uns erzählen könnte; ist uns praktisch schon weggestorben, und ich bedauere heute sehr, sie nicht mehr gefragt zu haben. Gerne würde ich heute meinen Kindern und Enkeln erzählen, was mein Vater mir erzählte, aber ich hatte schlecht zugehört und zu wenig gefragt und er zu wenig erzählt. Also, was weiß ich schon! Und heute fragen sich seine Kindern ebensowenig und ich erzähle ebensowenig, weil sie nicht zuhören wollen. Fernsehen ist interessanter!

Und dabei sind wir - seine Generation - die noch einzig lebende Brücke zur Vergangenheit.
Mit vergehenden Generationen vergeht viel Wissen und Erfahrung, weil nicht alles aufgeschrieben wird. Einiges nicht, weil man ihm keinen Wert beimißt, einiges, weil man es nicht aufschreiben darf, vieles wieder getilgt worden, denkt, beschämendes aus der Vergangenheit so ungeschehen zu machen. Und unsere Kinder werden erst, wenn sie alt geworden sind, fragen;
„WIE WAR ES DAMALS?"
Dann ist es zu spät, denn es gibt keinen mehr, der erzählen kann. Muß das wirklich immer so sein?
-J.M.-

…DARUM KANN ICH NICHT LÄNGER ZEUGE JEHOVAS SEIN
3. DER „TREUE UND VERSTANDIGE SKLAVE" (I)
In der „Neuen-Welt-Übersetzung"' der Wachtturm-Gesellschaft lautet die vielzitierte Belegstelle
„Wer ist in Wirklichkeit der treue und verständige Sklave, den sein Herr über seine Hausknechte gesetzt hat, um ihnen ihre Speise zur rechten Zeit zu geben? Glücklich ist jener Sklave, wenn ihn sein Herr bei seiner Ankunft so tuend findet. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über seine ganze Habe setzen"
(Matthäus 24, 45-47).

Jehovas Zeugen glauben zu wissen, wer dieser treue und verständige Sklave ist; die Wachtturm-Gesellschaft' hat es ihnen beigebracht: .
„Und so sagte Jesus Christus voraus, daß es auch in unseren Tagen nur einen Quell geistiger Belehrung für Gottes Volk gebe. Als Jesus von seiner Gegenwart in Königreichsmacht sprach, sagte er: 'Wer ist in Wirklichkeit ' … (Matth. 24, 45-47). Fand Jesus, als er im Jahre 1914 in Königreichsmacht wiederkam, eine Klasse des 'treuen und verständigen Sklaven' vor, die geistige 'Speise' oder Informationen austeilte? 'Ja, er fand einen solchen 'Sklaven. Er bestand aus denjenigen, die von seinen 144000 'Brüdern' auf der Erde übriggeblieben waren (Offb. 12,10;. 14, 1.3).

Und seit 1914 haben Millionen von Menschen die vom 'Sklaven' dargereichte 'Speise' angenommen und haben begonnen, zusammen mit ihm, die wahre Religion auszuüben. Diese Organisation der Dierner Gottes ist uns unter dem Namen 'Jehovas Zeugen' bekannt". Du kannst für immer im Paradies auf Erden …" S.193 (7, 8).

In der Zentrale der Zeugen Jehovas in New York, befindet sich eine leitende Körperschaft christlicher älterer Männer aus verschiedenen Teilen der Erde, die die weltweite Tätigkeit des Volkes Gottes beaufsichtigt. Diese, leitende Körperschaft setzt sich aus Gliedern des 'treuen und verständigen Sklaven' zusammen. Sie dient als Sprachrohr dieses treuen ''Sklaven'."
Du kannst für immer im Paradies auf Erden …" S.195 (13).

Nach diesen offiziellen Erklärungen der Wachtturm-Gesellschaft ist der „treue und verständige Sklave" also die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas in New York (die übrigen Überrrestglieder verteilen ja keine geistige „Speise").
Was aber bleibt von dieser Behauptung übrig wenn man erkennt: Die Auffassung, dass es sich bei den Worten Jesu in Matth. 45-47 um eine Prophezeiung handelt, entbehrt jeder Grundlage. Der Zusammenhang beweist, daß wir hier ein Gleichnis vor uns haben. Wie aus den beiden vorangehenden Versen 43.44 eindeutig hervorgeht, ermahnt Jesus hier seine Nachfolger durch
Gleichnisse, immer bereit zu sein, was sein Wiederkommen anbetrifft.

„Doch erkennt eines, daß der Hausherr, wenn er gewußt hätte, in welcher Wache der Dieb kommen würde, wach geblieben war nicht in sein Haus hätte einbrechen sen. Deswegen erweist auch ihr euch wie solche, die bereit sind, denn zu Stunde, da ihr es nicht denkt, kommt Sohn des Menschen".

Aus der Parallelstelle in Lukas 12, 37 - 41 kann man zweifelsfrei erkennen, daß es hier um Gleichnisse geht;
„Glücklich sind jene Sklaven, die der Herr bei seiner Ankunft wachend findet! Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich gürten und sie sich zu Tische legen lassen und wird hinzutreten und sie bedienen. Und wenn er in der zweiten, ja der dritten Woche eintrifft und sie so vorfindet, glücklich sind sie! Dies aber wißt, daß, wenn der Hausherr gewußt hätte, zu welcher Stunde der Dieb kommen würde, er anhaltend gewacht, und nicht in sein Haus hätte einbrechen lassen. Haltet auch ihr euch bereit; denn zu einer Stunde da ihr es nicht, für wahrscheinlich haltet, kommt der Sohn des Menschen. Dann sagte Petrus: 'Herr, sagst du dieses Gleichnis für uns oder auch für alle?

Das ist. doch deutlich genug.. Selbst das „Sprachrohr des treuen Sklaven" hat in seinem Teil seiner „geistigen Speise" den Text Matth. 24, 45-47 einmal als Gleichnis erkannt:
„Diesen wichtigen Gedanken hob Jesus in seinem Gleichnis vom 'treuen und verständigen Sklaven' und jenen übelgesinnten Sklaven hervor. Dieses Gleichnis erzählte er, gleich nachdem er die Jünger aufgefordert hatte, sich zu jeder Zeit als bereit zu erweisen (Matth. 24: 45-51). Denjenigen Jüngern Christi sich als treue, verständige und Sklaven Jesus erweisen und die der verheißenen Weltregierung kompromißlos ergeben sind., steht ein großer Lohn in Aussieht." Wachtturm-Buch: „Die herannahende Weltregierung Gottes ,..„, S. 158, (23) Diesen Ausführungen kann ich nur voll zustimmen. Jesus sagt uns : Jeder seiner Nachfolger hat sich als ein treuer und verständiger Sklave zu erweisen. Dieses Gleichnis zeigt uns, wie wir als Christen uns persönlich verhalten sollen: Wie ein treuer und verständiger Sklave, nicht wie ein übelgesinnter. Wir persönlich, als einzelne, sollen uns wachsam' und wartend auf seine Wiederkunft einstellen. Hier von einer Prophezeiung'zu reden, ist also falsch und zudem gefährlich: Wenn man glaubt, Jesus spricht hier nur von einer Führer-Körperschaft, wird man dazu verleitet, sich an diese zu klammern und ihr einen Teil der Verantwortung, die wir für uns selbst tragen sollen, zu überlassen und ihr in allem zu vertrauen. Ihr wißt, daß die Wachtturm-Gesellschaft Vertrauen gegenüber dem „Sklaven" fordert und sogar sagt, daß man, um ewig leben zu können, mit ihm, bzw. mit Gottes seiner „Organisation" verbunden sein muß (z. B. im Wachtturm vom 15. 5. 1983, S. 12). Ich finde diese Forderung ungeheuerlich. Damit macht sich dieser „treue und verständige Sklave" selbst zum Götzen.

Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist, und er hat uns befähigt, den wahrhaftigen zu erkennen. Und wir sind in Gemeinschaft mit dem Wahrhaftigen durch seinen Sohn Jesus Christus. Dies ist der wahre Gott und ewiges Leben. Kindlein, hüte euch vor Götzen" (1. Joh. 5, 20.21). Um ein Zeuge Jehovas bleiben zu können, muß man den „treuen und verständigen Sklaven" als- Führer anerkennen. ich weiß jetzt, daß unser Herr die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas weder voraussagt noch als „Sklaven" „über seine ganze Habe" eingesetzt hat. Deshalb kann ich ihre Ansprüche nicht mehr anerkennen und daher nicht länger Zeuge Jehovas sein.
M. S. aus S.
„Brücke zum Menschen"

HAST DU DAS GEWUSST?
DIE „UNFAIRE ÜBERSETZUNG"
Im Wachtturm vom 15. Mai 1975 wurde der Artikel „Wird die Wissenschaft wirklich deine Probleme lösen ?„ veröffentlicht.
In diesem Artikel wurde u. a. auch der Philosoph Karl Popper zitiert.
Der WT zitiert Karl Popper wie folgt:
… Der Philosoph Karl Popper gesteht: „Die Wissenschaft ist kein System gesicherter oder nachgewiesener Erklärungen;
… Wir wissen nicht, wir können nur verrmuten. Und unsere Vermutungen werden vom Unwissenschaftlichen geleitet, vom Metaphysischen …"

Karl Popper auf diesen Ausspruch hin angesprochen antwortete u. a. darauf:
„… Ich habe mir den gedruckten Auszug von vom 15.5.1975 auf Seite 294 angesehen und muß Ihnen (leider) mitteilen, daß, objektiv betrachtet, der Auszug äußerst unfair ist. Zunächst einmal sagen Sie, daß Karl Popper „gesteht-, was im. englischen soviel bedeutet wie „ich bekenne" (ein Schuldbekenntnis ablegen).

Meine These so zu umschreiben gibt den Eindruck,. daß ich mehr oder weniger unter Zwang oder entgegen meiner allgemeinen Grundhaltung etwas zugegeben habe. Dies beabsichtigt zweifellos, die Leser in die Irre zu führen. Weiterhin führen Sie Dinge in Anführungszeichen an, was ungenau ist. Wie Sie sich selbst überzeugen können, zwischen dem, was gedruckt wurde und dem, was ich gesagt habe. Sie schreiben „unwissenschaftlichen" und „metaphysischen" in Großbuchstaben und verändern damit die Bedeutung der angeführten Aussage.

Ich bin weit davon entfernt, mich über solche Dinge zu ärgern; vielmehr bin ich es gewohnt, falsch zitiert zu werden,. Da Sie mich aber ausdrücklich gefragt haben ob das eine falsche Interpretation muß ich ihnen sagen, daß es sich in Tat um eine falsche Wiedergabe handelt. Es ist einer Lüge gleichzusetzen; und diese Sache ist zu einem Höchstmaß unfair." …
Ihr ergebener Karl Popper
(WTG-Übersetzungen sind selten korrekt!)

HASS UND NEID IM RECHTSKOMITEE
In CV 213 berichteten wir von dem „Erpressungsversuch" an Roland G. Es ging um seine Eltern. Sein. Vater sollte zum „Steuerhinterzieher" gestempelt werden.
Hier nun der angekündigte Bericht über die „Vernichtungsjagd" gegen Peter G. und seine Familie, veranstaltet durch die Ältesten des Rechtskomitees Wr. Neustadt. -

Das ganze Dilemma geht zurück in das Jahr 1968, in welchem ich auch getauft wurde. Zu diesem Zeitpunkt war es gerade zwei Jahre her, daß ich mein Lebensmittelgeschäft in Wr. Neustadt verkauft hatte. Damals beschloß ich, nie wieder in meinem Leben selbständig zu werden. Die Angestellten bestahlen mich, das Finanzamt verlangte Unsummen usw.
Im Kaufpreis des Geschäftes war auch eine Forderung des Finanzamtes, die der Käufer übernahm und auch diesbezüglich das Finanzamt eine grundbücherliche Sicherstellung verlangte. Somit war von rechtlicher Seite eine Forderung des Finanzamtes an mich -ausgeschlossen. Im Jahre 1968 also, zwei Jahre nach Verkauf meines Geschäftes, tauchte ein Finanz-Exekutor eines Tages bei mir auf' und wollte! „Kassieren". Der Computer hatte falsch ausgespuckt und eine Forderung an mich ergehen lassen, die aber an den damaligen Geschäftseigentümer hätte ergehen müssen. Der Grund war, daß der damalige Besitzer meine Steuernummer übertragen bekam. Zufällig war damals gerade ein „Bruder" bei uns zu Besuch, der nichts eiligeres zu tun hatte, als sofort zum Aufseher zu laufen und ihn zu informieren, daß beim „G." der Finanzexekutor war, „G." sich aber weigerte, „STEUERN" zu bezahlen. In Wirklichkeit hat sich der Irrtum beim Finanzamt noch am selben Tag geklärt. Doch wen interessierte das? Wenn einmal ein Exekutor auftaucht, dann „muß schon was dran sein"!!!

Das Sektengericht tagte 4-5mal bis tief in die Nacht hinein.
Damals schon durfte Br. Mayer, der erst kurz zuvor getauft wurde, dem Rechtskomitee angehören. Er haßte mich schon, bevor wir beide getauft waren. Ich habe ihn vorher nicht gehaßt und haßte ihn auch jetzt nicht, ich sah in ihm (vermutlich durch die rosarote Brille der WT-Gesellschaft) nur einen übereifrigen Bruder! Sein Übereifer ging bei den Komiteesitzungen so weit, daß er Steuerbelege von mir verlangte, die bis ins Jahr 1965 (also 3 Jahre vor meiner Taufe bei, den Zeugen) zurückgingen!!!

Als sich nach der 5. Komiteesitzung herausstellte, daß alles auf einem Irrtum beruhe, wurden wir mit den ach so tröstenden Worten verabschiedet: Freut Euch, daß Ihr unschuldig seid, das Rechtskomitee trifft keine Schuld, es mußte und war berechtigt, der Sache nachzugehen, weil sie die Verpflichtung hat, die Versammlung rein zu erhalten.
(Derjenige, der damals den Stein gegen uns ins Rollen brachte, mußte vor einigen Jahren eine Gefängnisstrafe absitzen, weil er u. a. auch sein EIGENES KIND, im Alter von 2 Jahren !!! sexuell mißbrauchte und ihm Verletzungen zufügte.)

Nun, alles war überstanden (dachten wir) und nur mehr wenige Zahlungsverpflichtungen (Gas, Strom etc.). Herz - was willst du mehr? In meinem Herzen beschloß ich damals, da mich Jehova von allem befreite, meine „Erstlingsfrucht", d. h. mein ganzes „Erspartes" hinzugeben.
Gesagt, getan - S 25.000,- in die Versammlungskasse! Doch wie wurde das aufgenommen?

Von „Gewissens-Beruhigung" bis „darf ein Zeuge überhaupt so viel verdienen?" war der schmutzigen Phantasie einiger keine Grenzen gesetzt! Ich blieb weiterhin der „ZUVIEL-VERDIENENDE", der „MATERIALIST", der heimliche und raffinierte „STEUERHINTERZIEHER".:

Es erfolgten die ersten anonymen Anzeigen beim Finanzamt. Ich verlor meinen Arbeitsplatz, das Finanzamt prüfte, fand nichts, ich bekam eine. neue Stelle. Wieder dasselbe!. Nun folgten Anzeige auf Anzeige, das Finanzamt wußte längst, wer dahintersteckte und ließ mich in den Akt sehen. Was mußte ich da lesen: Teure Autos, luxuriöses Wohnhaus, teure Teppiche, Urlaubsreisen usw.
Inzwischen trat Ruhe ein. Das Finanzamt wußte längst, daß ich kein Steuerhinterzieher war und daß da nur ein Neider aus dem allernächsten Bekanntenkreis dahintersteckte
(Lese weiter in CV 216)

WARUM WIR IN CV ÜBER DAS BUCH VON RAYMOND FRANZ BERICHTEN
ANTWORT AUF ANFRAGEN
Wir tun dies gemäß dem, was R. V. Franz als Autor denen erlaubt, die sein Buch lesen:
Es ist in eigener Verantwortung zu verwenden.
Er zuerkennt allen von der WTG Betroffenen ein Recht auf seine Erfahrungen. Und der Autor hat wohl das letzte Wort. Hier diese Rechtsvollmacht von R. V. Franz für seine Leser:

Was dieses Buch enthält, ist geschrieben aus einem Pflichtgefühl gegenüber Menschen, die ich aufrichtig liebe. Was jene, die diese Information lesen, damit tun werden, ist ihre eigene Entscheidung.
- Was für eine Verpflichtung hat jeder von uns vor Gott und vor den Menschen, wenn er sieht, daß Menschen Informationen vorenthalten wird, die für sie ernste Konsequenzen haben kann? - Wenn jemand Kenntnis von Tatsachen hatte, die für mich in lebenswichtigen Entscheidungen von Wert sein könnten, würde ich von ihm verlangen, sie mir zugänglich zu machen und mir zu überlassen, ihren Wert oder ihre Bedeutung zu erwägen. - Meine Hoffnung ist, daß was in diesem Buch dargeboten wird, eine Hilfe sein möge, und ich denke, dies ist es ihnen schuldig. Es wird angeboten, es zu gebrauchen, auf welchen Weg ihr Gewissen sie führen mag, wo sie sich der Leitung durch Gottes Geist und Wort anheimgeben. - Ich bin dankbar in der Lage gewesen zu sein, Information verfügbar zu machen, von der ich. empfinde, andere ein Recht haben, sie zu hören. Soweit R. V. Franz an alle seine Leser.

Ja, es hat ernste Konsequenz für alle Betroffenen, für ihr Wohl und Wehe, Arbeit und Brot, Hab und Gut, Leben - ihnen vorzuenthalten, Franz über die WTG sagt. Darum bringt CV das zur Kenntnis. Auch in anderen u. a. Polen und Italien geschieht inzwischen. Es nicht zu tun, wäre wahrhaftig moralisch verantwortungslos.
(WT 15.1.1974 Zit.; Spr. 24:11,12 Menge)

AUS DER WELT DER ZEUGEN
DER WTG ABSOLUT VERFALLEN
Ich bitte Euch unter der Rubrik „Zeugen schreiben uns" diesen Vorfall zu veröffentlichen, der
wie ich denke, ein deutliches Licht auf solche Brüder und Schwestern wirft, die der WTG absolut verfallen sind.
Einige Geschwister in unserer Gegend (Steinbach-Hallenberg) konnten ihr Stundenziel im Felddienst nicht schaffen.

Da kam der Bruder K.. Jürgen aus Bermbach auf die Idee, die Todesanzeigen in der lokalen Presse zu nutzen, um mit Briefen ihm unbekannte Menschen anzusprechen. Ohne die familiären Situationen zu kennen, erhoffte er, das menschliche Leid, die seelischen Verfassungen penetrant auszunutzen, um Leute für die WTG zu gewinnen.
In welch noch größere Depressionen er die angeschriebenen Menschen versetzte interessierte ihn nicht im mindesten, Hauptsache, er konnte seine Aktivitäten abrechnen. Für diese schamlose Handlung genießt der K. Jürgen auch noch das Wohlwollen der „Ältesten"
Euer CV-Bruder
Aus Zella-Mehlis

ZEUGEN ÜBER ZEUGEN
…Wir werden alle älter, manche müssen ins Altersheim, wie unsere Schwester Herta aus Potsdam, Gegen eine Altenpflege ist nichts einzuwenden. Aber wenn sich diese Pflege nur darauf ausrichtet, wertvolle Güter zu ergaunern und das noch mittels Schriftstück !
So soll z. B, ein goldenes Gebiß seinen Besitzer gewechselt haben. Was mir aber noch Nachbarn und andere Betreuer erzählt haben, übersteigt mehrere tausend Mark!
Ich gehe noch 6 Stunden am Tag arbeiten, aber die Ehefrau unseres „Freundes" Uwe hat es nicht nötig, arbeiten zu gehen. Dem nicht genug: Jeder Kilometer mit Privatauto wird von unserer so gut funktionierenden, Gemeinschaft bezahlt - auch mein Geld befindet sich dort. Da behaupten die Brüder und Schwestern, ihnen geht es hier in der DDR schlecht -offenbar doch nicht. Die Schwester die mir diesen Brief. schreibt, weil ich nicht so gut schreiben, kann, hat die gleiche Meinung wie ich - so kann christliche Nächstenliebe auch aussehen.
Potsdam, 10.12.86

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6 Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M Versand auch kostenlos Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

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