Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 206

Die Gebrüder Grimm wären wahrscheinlich vor Neid erblasst hätten sie auch jenes Märchen noch kennengelernt, dass die CV 206 ihren „Lesern" glaubt offerieren zu können.
Da wird doch allen ernstes im Tone des Biedermannes zu Protokoll gegeben:
„Bei der jüngsten Volkswahl am 8.6.1986 berichtete die Wahlkommission der Republik in den Berichten vom Wahlgeschehen am Wahltag im Fernsehen, wie in gar manchem Ort eine Wahlbeteiligung von 100 % zu verzeichnen war. Siehe da, in einem solchen Ort gab es wahlberechtigte Zeugen! Wie da 100 % Beteiligung? Die WT-Zeugen waren auch zur Wahl gegangen."Ach ja - so soll das also gewesen sein. Nur merkwürdig, dass schon bei der nächsten „Wahl", die dann auch prompt das Ende der DDR mit einleitete, von massiven Wahlfälschungen die Rede war!


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 206 GERA SEPTEMBER 1986

INHALTSANGABE
HOCH HINAUS,
MAN SIEHT ES KAUM …
WTG HAT ZJ NICHT IM GRIFF
WIR PRÜFEN WT 8 UND 9/1986
WER DEN WIND SÄT,
WIRD DEN STURM ERNTEN
EIN ARZTBESUCH - NOTWENDIG ODER NICHT
AUS DER WELT DER ZEUGEN

„DIESE GENERATION" VERGEHT - WAS NUN?
Anspruch und Wirklichkeit
Liebe Brüder und Schwestern!
Auf einer der regelmäßigen CV-Beratungen stand unter dem großen Thema „Die 1914 - Endzeitlegende - Anspruch und Wirklichkeit'. Gestützt auf die WTG-eigenen Aussagen wurde dar Nachweis geführt, daß vom 1. WTG-Endzeitdatum 1799/Napoleon schon über zwei Jahrhunderte hin nun über 1975 hinaus die WTG-Endzeitlehren mit der tragenden Säule von 1914 eine einzige Legende sind, voller Widersprüche, haltlos, unglaubwürdig. Die von der WTG in ihre Literatur jüngst eingeschobenen Bemerkungen lassen schon Weiterverschiebungen bis auf das Jahr 2014 zu! Nach Psalm 90:10 ist der zum Gummiparagraphen gemachte Ausspruch Jesu für seine Generation, „diese Generation …„ als vom WT mißbraucht längst zerrissen.

Wieder erleben wir nun, wie eine weitere Generation, von der WTG hingehalten, vergeht. Wirklich - was nun?
Zur Beantwortung dessen lagen der CV-Beratung eine Reihe Fragen vor, die u.a. das Ausmaß der Bedeutung und die Konsequenzen für alle Betroffenen aufzeigen.
So wurde gefragt:
Welche religiösen Konsequenzen hat die als Legende erwiesene WTG-1914-Endzeit
- für die moralischen Ansprüche und Forderungen der WTG hinsichtlich Loyalität, Treue, Gehorsam, Familienleben und Kindererziehung?
- für die Beurteilung anderer Christen, ihrer Kirchen und Gemeinschaften?
- für weiteres Endzeitdenken und Endzeitverkündigen
- für weiteres Christsein?

Und weiter:
Welche sozialen Konsequenzen hat das
- da es keine irdische Neue-Welt-Gesellschaft im WT-Sinne gibt? für die grundsätzliche soziale Haltung und Einstellung eines Christen?
- für die von der WTG verdammte und verteufelte 'Weltverbesserung"?
- für die Einstellung des Christen zur Realität und Perspektive der sozialistischen bzw. kommunistischen „die Menschen betreffenden Ordnung" in unserem Land nach 1. Petrus 2:13?

Mit der Veröffentlichung dieser Fragen ist jeder unserer CV-Leser eingeladen, ebenfalls seine Erkenntnisse und Schlußfolgerungen mitzuteilen.
Auf der Beratung wurde eine offene Sprache geführt.
Auf die Frage nach den moralischen Ansprüchen der WTG kam u. a. die Antwort:
In der Treue-Frage sind den ZJ förmliche Komplexe beigebracht worden. Ein ehrlicher Mensch kann keinem die Treue halten, der sich z. B. als falscher Prophet entlarvt. Da müßte man ja am Ende dem Schwur der Waffen-SS zustimmen „Meine Ehre heißt Treue „, was die WTG betrifft. Treue muß gebrochen werden, wenn sich der, dem Treue geschworen wurde, als Heuchler, Verbrecher und Unglaubwürdiger erweist. Das muß offen ausgesprochen werden. Hier geht es in keiner Weise um Treue zu Christus, die ist außer Frage, sondern um die Treue zur Wachtturm-Gesellschaft, einem bloßen Menschenwerk. Eine andere Antwort auf die Frage nach den Konsequenzen für die Betroffenen lautete:

Ich sage, es ist alles tragisch. Ich mache keinen Spott, eher könnten einem die Tränen kommen, wenn man über alles nachdenkt. Sie sind oben in der WTG gefangen in ihren Ideen. Auf jeden Fall waren sie anfangs nicht böse. Wenn die WTG zugeben würde, daß sie es schon mehrmals geändert hat, was sie über Blut, Wahl und Politik gelehrt hat, würden viele wahnsinnig werden, weil sie dafür in Gefängnisse gingen wegen Verhalten gegen den Staat, oft verfolgt wegen politischer Dinge gegen die Obrigkeit'. Viele ihrer Opfer würden ihnen die Köpfe einschlagen. Nein, die WTG kann die Wahrheit nicht zugeben. So mancher ZJ wird wahrscheinlich völlig verzweifeln, wenn die WTG ihm sagen würde, was du praktiziert hast, war falsch, war unser Irrtum. Was denn?
AUCH DU KANNST KOMMEN!
Natürlich werden auch Zeugen zu CV-Beratungen eingeladen. War ein 'guter Hirte' sein will, sollte sich informieren. Vielleicht hilft diese Überlegung? Man wende sich deswegen beliebig an CV. (Jak. 3:1,2)

DIE WTG HAT IHRE ZEUGEN NICHT MEHR IM GRIFF
Sozial verantwortliches Denken und Handeln bricht sich mehr und mehr Bahn. Längst hat die WTG eine zunehmende Zahl ihrer Zeugen nicht mehr so im Griff, wie sie das in ihrer Literatur darstellt. Wie nie zuvor nagt nun der Zahn der Zeit angesichts des Dahinschiebens des „Endes" seit 1799 nun schon weit über 1975 hinaus. Das ist völlig schriftgemäß, heißt es doch in Sprüche 13:12 über so etwas:
„Lange verzögerte Hoffnung macht das Herz krank, aber ein erfüllter Wunsch ist ein Baum des Lebens".
Darum hat unter der WTG nun wieder ein großes Sterben oder „Vergehen" begonnen, in dem Sinne, daß sich immer mehr Veranwortungsbewußte abwenden, „verzögert" man doch unter Mißbrauch von Habakuk 2:3 nun schon fast 200 Jahre lang. Generation um Generation.
Seit 1975 „vergeht" nun rapide die nächste Generation. Wieder werden Tausende „Herzen krank". Aber mit einem anderen Ergebnis. Damit die Betreffenden nicht unnötig WTG-Spießruten laufen müssen, hier dazu nur soviel:
Bei der jüngsten Volkswahl am 8.6.1986 berichtete die Wahlkommission der Republik in den Berichten vom Wahlgeschehen am Wahltag im Fernsehen, wie in gar manchem Ort eine Wahlbeteiligung von 100 % zu verzeichnen war. Siehe da, in einem solchen Ort gab es wahlberechtigte Zeugen! Wie da 100 % Beteiligung? Die WT-Zeugen waren auch zur Wahl gegangen

Was zeigt das an?
Es zeigt an, daß eine sozialpolitische Besinnung um sich greift, die die bedingungslose WT-Treue, die eine Nichtbeteiligung verlangt, nicht mehr ernst nimmt. Daß die WTG ihre Zeugen zunehmend weniger im Griff hat. Daß sie der asozialen und antidemokratischen WT-Ausrichtung nicht mehr bedenkenlos folgen. Daß sie den WTG-Dogmen in Fragen der Lösung der sozial Probleme „nicht auf Menschen zu vertrauen" nicht mehr folgen. Daß sie als Christen begriffen haben, daß man in den sozialen Lebens- und Existenzfragen auf „obrigkeitliche Personen" vertrauen muß. Es wäre sicherlich sehr lehrreich, wenn solche WT-Zeugen den Mut fassen könnten, uns über ihre Beweggründe selbst zu schreiben.

Vertiefen wir diese Erkenntnisse ein wenig mehr. Die WTG bevormundet ihre Zeugen:
„Sie halten andere nicht davon ab, einer politischen Partei beizutreten, sich um ein Amt zu bewerben oder an einer Wahl teilzunehmen", aber sie selbst würden sich „in keiner Weise an politischen Aktivitäten beteiligen" (WTG-Buch „In der Anbetung … vereint" 1983 S. 166). Das ist doch einfach Betrug und Selbstbetrug. Wohin bringt man denn jemanden, der bisher zur Wahl ging, wenn er im WT-Sinne belehrt wird. Er wird über kurz oder lang nicht mehr wählen wie bisher. Sein Vertrauen in „obrigkeitliche Personen", was die sozialen Fragen betrifft, wird zerstört und vernichtet. Also wird in der Tat davon abgebracht und abgehalten, an einer Wahl teilzunehmen. So ist man sehr wohl unter der WTG politisch aktiv, und zwar höchst negativ, abgesehen von dem Antikommunismus, den die WTG dazu verbreiten läßt. Was ist man da für ein vorbildlicher Staatsbürger?-.
Meint jemand, Außenstehende sehen das alles nicht?
Noch gilt Römer 13:1-7. Noch müssen nach wie vor „obrigkeitliche Personen" sein, um wie vor das Land zu verwalten. Damit besteht das göttlich anerkannte Recht, solche Personen zu haben und einzusetzen, sie also auszuwählen. Folglich kann man nicht als Christ unter den Menschen herumlaufen und lehren, es sei unchristlich und falsch, gegen Gott, „obrigkeitliche Personen" zu wählen. Damit ist man in Wirklichkeit ein verantwortungsloser Staatsbürger. Die ganze Landesverwaltung bräche zusammen, wollten alle auf diese Verkündigung hören. Gesetzlosigkeit, Anarchie und Faustrecht wären die Folge. Und das schon jahrzehntelang, so lange die WTG diese „obrigkeits"-feindliche, antidemokratische und deshalb staatsfeindliche Verkündigung betreibt. - Sie sollte bei ihrem 1. Präsidenten C. T. Russell in Schriftstudien 6 nachlesen der noch keineswegs solche Staatsfeindschaft forderte, sondern es dem Christen freistellte, sich an der Wahl der besten Kandidaten für ein „obrigkeitliches Amt" zu beteiligen und andere nicht abzuhalten. Ja noch gilt Römer 13:1-7 auch für Christen! Würde es z.B. ein ganzes Dorf voll Zeugen geben, müßten sie da nicht selbst zur Auswahl und Wahl einer Dorfverwaltung schreiten? Wählen sie in Brooklyn nicht gar ihre eigenen Präsidenten? Ihr eigenes Verwaltungspersonal? Und den Menschen draußen treiben sie solches Tun mit der Verkündigung aus den Köpfen?

Dabei können sie draußen ebenfalls ohne Landesverwaltung nicht existieren und rufen sofort nach einer „obrigkeitlichen" Person, wenn da einer gesetzlos wird. Was für ein horrender Widersinn diese ganze WT-Verkündigung doch ist.

DIE ZEIT IST HERBEIGEKOMMEN,
wo dies alles offenbar werden muß. Über 200 Jahre ist die „Endzeit' seit 1799 nun ausgedehnt, verzögert und hingezogen. Generationen sind darob schon „vergangen". Ringsherum gehen die Menschen ihren Weg, bauten hier das Land besser wie nie zuvor wieder auf, die WTG und ihre ZJ nicht achtend. Ja, auch die WT-Zeugen können die soziale Wohlfahrt und Sicherheit genießen, die so geschaffen wurde, gegen ihre Verkündigung! Man kann doch nicht ständig mit dem Kopf gegen die Wand rennen. Hinzu kommt die immer durchdringendere Erkenntnis realer christlicher Verantwortung in den eigenen Reihen, wie sie auch mit diesen Gedenken über eine Neuorientierung in der Hand gehalten wird. - CV-Stüdiengruppe

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WT NUMMER 8 UND 9/1986
STUDIENARTIKEL
„Jehova - der Gott der Zeiten und Zeitabschnitte"
„Was Jehovas Zeiten und Zeitabschnitte heute bedeuten"

WTG KENNT JEHOVAS VORSÄTZE?!
Die Wachtturm-Gesellschaft ist eine endzeitlich orientierte Organisation. Ihre Glaubwürdigkeit steht oder fällt mit den von ihr verkündeten Harmagedonterminen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob sie konkrete Termine verkündet (wie z.B. das Jahr 1975), oder, ob sie - durch Schaden klug geworden - das Jahr 1914 als Dogma erklärt und von diesem Datum aus Harmagedon in der Frist von einer Generation herbeibeschwört.
Zahlreiche Falschprognosen der Vergangenheit werden verschwiegen oder verniedlicht, so daß immer wieder ahnungslose Menschen auf den Betrug hereinfallen.
Kein Wunder: Gibt die WTG doch ihre Vorhersagen als von Gott kommend aus. Schon die Überschrift des ersten Studienartikels „Jehova - der Gott der Zeiten und Zeitabschnitte" läßt ahnen, daß auch in diesem WT Gott als vermeintlicher Initiator der WTG-Endzeitverkündigungen herhalten soll. Diese Ahnung trügt nicht, denn im zweiten Studienartikel wird man überdeutlich:
„Gottes Diener kennen somit etwas, was die Herrscher der Welt nicht kennen. Sie kennen Jehovas Vorsätze und seine Zeitabschnitte. …
Jehovas neuzeitliche Diener gehorchen ihm als Herrscher, daher offenbart sein heiliger Geist auch ihnen, welcher Zeitabschnitt, von seinem Standpunkt aus gesehen, angebrochen ist." (S. 18)
Jehova inspiriert demnach die Wachtturm-Gesellschaft, und diese verkündet seinen Willen und sein Vorhaben. Gewissermaßen als „neuzeitlicher Jesus".
Demnach ist sie auch nicht schuld, wenn sich Prophezeiungen als falsch erweisen. Sie tut ja nur den Willen Gottes … (!)

NEBENARTIKEL
„Welche Laufbahn wirst du einschlagen?"
KROKODILE UND ANDERE LOCKMITTEL
Frage: Wie wirbt man junge Leute für den WTG-Vollzeitpionierdienst?
Antwort: Indem man sie mit der ihnen innewohnenden Abenteuerlust und Entdeckerfreude ködert!
„Hast du aber auch eine Vorstellung davon, wie das Leben eines Vollzeitpredigers aussieht? Ist es langweilig, ohne jede Abwechslung? Oder ist es höchst interessant und aufregend? (S. 28)
Und dann werden Episoden Im Stile Karl May,s geschildert:
„Plötzlich schrie Rene auf. Ich drehte mich um und konnte gerade noch sehen, wie das Wasser aufspritzte und der lange Schwanz eines Reptils ins Wasser glitt. Es war ein Leistenkrokodil - die größte Krokodilart der Welt." (S. 29)
Wenn das nichts für junge, todesmutige Zeugen Jehovas ist!

Auch an Naschkätzchen hat man gedacht:
„Sie klettern auf eine Kokospalme, holen eine frische Kokosnuß herunter, schlagen mit einem Buschmesser die Spitze ab und bieten einem ein Getränk in der 'Originalverpackung' an. Es ist äußerst erfrischend, wohlschmeckend und nahrhaft." (29)
Natürlich ist es in den fernen Ländern ganz anders als zu Hause: Man findet immer Interessierte!
„Wir finden immer jemand, der ein offenes Ohr für die Wahrheit hat." (S. 29) Was will ein junger Zeuge noch mehr:
„Dein Leben wird voller Glück sein, und du wirst Sicherheit und brüderliche Liebe verspüren. Es wird aber auch aufregend, interessant und befriedigend sein." (S.30)
Nun ja, soll's der junge Zeuge glauben. Von der Schattenseite wird er sich noch früh genug überzeugen müssen.

WACHTTURM NUMMER 9/1986
STUDIENARTIKEL
„Ist dein Auge 'lauter'?"
„Fragen von Lesern"

SUPER-BABYS ÄUSSERN SICH
Man könnte herzhaft lachen, wenn es nicht so traurig wäre:
Für den Bau eines Königreichssaales wird Geld benötigt. Natürlich fühlen sich die angesprochenen Zeugen gedrängt, Geld zu spenden. Damit aber nicht genug. Dogmatische Eltern ermuntern ihre Kinder, die ersparten Gelder ebenfalls zur Verfügung zu stellen. Wie freigiebig solche Kinder sind, soll ein Erlebnisbericht schildern, der auf Seite 14 abgedruckt ist. 99 Dollar stellten vier Geschwister den Brüdern zur Verfügung, obgleich die Eltern ihnen vorrechneten, was sie für diesen Betrag alles an Spielzeug kaufen könnten. „Aber die Antwort war immer dieselbe - sie wollten das Geld den Brüdern geben." So so, vorbildlich dressierte Kinder. Aber nicht nur das, es sind sozusagen Wundergeschöpfen Denn sie sind im Alter von vier Monaten (!) bis zu sechs Jahren. Wie drückt nun aber ein Baby von vier Monaten seinen Willen aus, geschenktes Geld den Brüdern zu spenden? Ist da nicht der Wunsch Vater des Gedankens?
Für die WTG spielen solche Kleinigkeiten keine Rolle: „Selbst Kinder kann man lehren, ihre Augen auf die Königreichsinteressen zu richten. …"

RANK UND SCHLANK
SONST DROHT DER AUSSCHLUSS
Wozu der Predigtdienst alles gut ist!
„Ein Christ, der sich regelmäßig am Predigtdienst von Haus zu Haus beteiligt, muß viel laufen und Treppen steigen, was sich positiv auf die Gesundheit auswirkt." (31)
Das mußte endlich mal gesagt werden! Denn WTG-Anhänger dürfen nicht zu fett werden. Sonst laufen sie Gefahr, ausgeschlossen zu werden. Ein Witz?
„ES HANDELT SICH DEMNACH UM EINE ERNSTE ANGELEGENHEIT, UND EINIGE AUFSEHER MUSSTEN BEREITS WEGEN-IHRER UNBEHERRSCHTHEIT BEIM ESSEN VON IHREM AMT ENTBUNDEN WERDEN."
,Das „FdH-Prinzip" wird also auch bei den ZJ in nächster Zeit eine große Rolle spielen (siehe auch Seite 18 , 19).

IST SATAN
FÜR DIE WTG-WERBUNG VERANTWORTLICH?
„Sind nicht diejenigen Werbungen am erfolgreichsten, die ganz auf visuelle Wirkung zielen?" (S. 12)
In Sachen Werbung reicht wohl kaum ein Industriezweig in der Welt der WTG das Wasser. Farbige Wachttürme (nicht zuletzt der vorliegende), buntbedruckte Bücher (siehe die Werbung auf Seite 32 für das Buch „Das Leben - wie ist es entstanden? Durch Evolution oder durch Schöpfung?") oder Traktate (z. B. „Der göttliche Name, der für immer bleiben wird") sind daraufhin angelegt, durch ihre Farbigkeit beim Betrachter Eindruck zu schinden.
Doch - oh Schreck - wird die Werbestrategie dem Satan zugeschrieben (siehe S. 11). Gilt dies nun auch für die WTG?
-G.R ...-

HOCH HINAUS, MAN SIEHT ES KAUM…
Es gibt nichts Abschreckenderes, als die Vorspiegelung eines festen Glaubens, um damit Menschen irreführen und ausnutzen zu können. Genau dies aber wird seit Gründung der WTG immer und immer wieder praktiziert. Denn wie anders läßt es sich erklären, wenn im Verlaufe von etwas über 100 Jahren aus ganz kleinen Anfängen ein riesiges Unternehmen entsteht, welches in aller Welt Reklame macht, die den Eindruck erwecken soll, nur wer ein Zeuge Jehovas ist, ist ein wahrhaft gläubiger Mensch. Dazu werden alle Mittel bemüht. Dazu ist jedes Mittel recht. Laufen aber kann das ganze Unternehmen nur mit Hilfe jener Hunderttausender Zeugen, die ihre Zeit, ihre Arbeitskraft, ihre Gesundheit opfern, um das Werk zu stärken. Sie glauben, weil sie die wahren Zusammenhänge nicht kennen, sie tun ein großes und gutes Werk. Sie ahnen nicht, daß all ihr Tun sinnlos ist in den Augen Jehovas, denn sie sind Rädchen, sind Staubkörnchen, die ausgenutzt werden, um die Macht einiger weniger in Brooklyn und anderen Zentralen zu stärken, die Macht, die sie als von Jehova gewollt und gegeben darstellen.

Was aber ist mit den Predigtstunden, was ist mit der aufgewandten Zeit für Bibelstudien, was ist mit den vielen Spenden, die ohne Ende nach Brooklyn fließen?
Betrogen die einen -
mächtiger die anderen
Wer ein bißchen Bescheid weiß in den Reihen der Zeugen Jehovas, der kennt die Aufnahmen und technischen Angaben über die Zentrale der ZJ in Selters in der Bundesrepublik. Faszinierend stellt sich dies Werk dem Betrachter dar: Eine große Gemeinschaft gleichgesinnter Brüder und Schwestern, die für ein Taschengeld großartige, uneigennützige Arbeit für Jehova leisten. Daß diese Uneigennützigkeit auch bares Geld, Geld in großen Summen einbringt, darüber wird nicht näher gesprochen. In der Statistik des Jahrbuches werden Ausgaben und Einnahmen nicht genannt. Wenn wir schon von wirtschaftlichen Dingen sprechen - und nichts anderes als ein riesiger Konzern zur Meinungsmanipulation ist die WTG, dann sollten wir auch die Maßstäbe des Geschäftslebens anlegen. Und ein seriöses Unternehmen legt Ausgaben und Einnahmen offen dar. Die WTG tut es nicht.
Es gibt dafür genügend Gründe, denn es könnte passieren, daß gefragt wird, was wird mit den ungezählten Millionen aus Spenden und Buchverkäufen?
Willig läßt sich eine Mehrheit in aller Welt betrügen zugunsten steigender Macht von wenigen!

Wahrzeichen des Satans
´Und damit, daß Betrug im Großen scheinbar zu den normalen Gepflogenheiten der WTG geworden ist, ist noch nicht genug Schlimmes geschehen. Denn es folgte die große Aktion mit dem neuen Europazentrum der WTG in Selters.
Als überall in den Versammlungen aufgerufen wurde, mit noch größeren Spenden dies Projekt verwirklichen zu helfen, sagte ein Bruder der in Wiesbaden als Mitarbeiter der Finanzabteilung der WTG tätig war:
„SELBST WIR, DIE WIR EINBLICK IN DIE WUNDERBARE ENTWICKLUNG DER ORGANISATION JEHOVAS WELTWEIT HABEN, VERSTEHEN NICHT, WARUM EIN SOLCHER AUFWAND MIT DEN TEUERSTEN AUSSTATTUNGEN ÜBERHAUPT NÖTIG IST.
VIELLEICHT SOLLTEN WIR UNS JETZT FRAGEN, OB ES NICHT WICHTIGER WÄRE, BESCHEIDENHEIT WIEDER ZU LERNEN."
Ich war über diese Worte aus dem Munde eines erfahrenen, langjährigen Bruders tief betroffen, denn sie sagten mir, daß nicht überall in der Leitung der WTG einheitlicher Sinn besteht.
Zum Glück, denn wenn wir die Schnelligkeit des Aufbaus von Selters betrachten, dann erkennen wir, daß hier Repräsentation und Prunksucht die Triebfedern des Baues sind. Damit, daß man das Größte, Schönste und Teuerste errichtet, beweist man nicht. daß man Jehovas Billigung oder gar sein Wohlgefallen besitzt. Nein, hier hat Satans Eitelkeit, hat das „Etwas gelten wollen in der westlichen Welt" eine entscheidende Rolle gespielt.
Millionen über Millionen wurden verbaut, nicht weil es unbedingt nötig war, sondern weil die leitende Körperschaft glaubte, es sich selbst schuldig zu sein. Warum fragt keiner nach dem Verhältnis von Aufwand und Nutzen supermodernster Technik?

Warum fragt keiner, ob nicht Bescheidenheit in den Augen Jehovas besser ist und mehr zählt, als technokratischer Protz.
Es gibt kein wirklich schlagkräftiges Argument für diesen Aufwand, es gibt aber in der Schrift eine Vielzahl Hinweise darauf, daß die materiellen Dinge keinen Wert haben. Keiner hat sich daran erinnert, als es um Selters ging.
So ziehen wir eine Bilanz, die bei jedem vernünftig denkenden Menschen, bei jedem, der der Bibel enger verbunden ist als der WTG, Abscheu erregen muß.
Seit ihrer Gründung wurde in der WTG der Glauben mißbraucht, wurden kapitalistische Geschäftspraktiken und falsche Bibelauslegungen benutzt um Millionen in die Enge zu treiben und irrezuführen. Glauben und Geldgier haben sich noch nie vertragen. Machtmißbrauch im kleinen wie im großen führt endlich zum Scheitern der Mächtigen.
-Hermes-

WER DEN WIND SÄT, WIRD DEN STURM ERNTEN
Wer den Wind sät, wird den Sturm ernten, das ist ein altes Wort und will sagen, daß die Wirkung ein Vielfaches der Ursache betragen kann. Es muß nicht besagen, daß es in jedem Falle die selbe Person sein muß, die erntet, was sie gesät hat, es können auch ihre Nachfolger sein. Nicht Russell erntete die Früchte seiner windigen Berechnungen, sondern, wie es auch aus Ihrem „Sonderdienst Nr. 7" hervorgeht, die heutige WT-Organisation.
Doch es erntet auch der einzelne Anhänger, entweder, indem er sich weiterhin mitschuldig an der Verbreitung der immer offensichtlicher werdenden Lügen beteiligt, oder indem er zur Besinnung kommt, und einsehen muß, daß ihm, wenn er vor Gott und sich selbst bestehen will, nur die Trennung von dieser Lehre bleibt. Dazu ist Einsicht, Selbstbesinriung und Erkenntnis der eigenen Schuld vonnöten.
Ein weiterer Schritt muß sein, zu versuchen, denen zu helfen, die sich helfen lassen wollen. Wer aber die WT-Organisation verklagt, weil ihre Phantasien und Spekulationen NICHT in Erfüllung gegangen sind, zeigt damit, daß er eigentlich gar nichts gelernt und begriffen hat.

Niemand wurde mit vorgehaltener Pistole gezwungen, dieser Irrlehre zu folgen und ihren Normen zu entsprechen. Außer Kindern ist jeder freiwillig dazu gegangen. Warum ging er, warum ging auch ich dazu? Weil wir Gefallen hatten an den '"Verheißungen" und Versprechungen des WT. Daran, daß quasi unseretwegen die gesamte Menschheit in die Vernichtung gehen sollte, daß wir danach das Vorrecht haben sollten, die gebleichten Knochen der Harmagedon-Opfer zusammenzulesen. Wenn ich nun gegen diese Gesellschaft Klage erhöbe, weil das alles NICHT eingetroffen ist, was täte ich dann anders, als darzulegen, wie sehr es mich noch jetzt reut, dieses Erlebnis nicht gehabt zu haben. Ich wäre doch zufrieden gewesen, wenn Gott wirklich der scheußliche WT-Gott wäre, der er angeblich sein soll. WENN ich mich geändert habe, und WENN ich Klage erheben will und muß, dann gegen mich selbst, daß ich an solchen Erwartungen so viele Jahre lang eine solche Freude haben konnte!

Ich schrieb es schon einmal, daß niemand ohne seinen eigenen Willen verführt werden kann, und daß ich selbst auch lange gebraucht habe, es einzusehen. Man gibt immer so gern anderen die Schuld, um nur ja nicht zugeben zu müssen, daß man für eine solche Irrlehre begeistert werden konnte. Will man Vergebung erwarten, dann darf man keinesfalls die Methode anwenden, wie sie die Bibel schildert, da sie zeigt, wie Adam der Eva, und diese wiederum der Schlange die Schuld gab. Durch ein solches Verhalten degradiert man sich selbst, und auf diese Weise kann man auch nicht darauf hoffen, daß Gott uns unsere, je UNSERE Schuld vergibt. Es ist nicht damit getan, die Schuldgefühle zu verdrängen, indem man auf andere zeigt, sondern nur die tiefe Einsicht in die Tatsache, daß man eben doch ein geeigneter Nährboden für die Lüge und Verführung gewesen ist, kann uns wirklich heil machen. -

Neulinge kann und muß man auf die Dinge aufmerksam machen, die ihnen bewußt verschwiegen werden, denen, die sich helfen lassen wollen. muß diese Hilfe geleistet werden, aber Schuld sollte man doch erst mal bei sich selber suchen. Betrübt sein sollte man ehrlich darüber, daß man jahrzehntelang Freude hatte an der offensichtlichen Lügenverbreitung.
-H.G.-

EIN ARZTBESUCH - NOTWENDIG ODER NICHT
Mit welcher Selbstverständlichkeit. nehmen wir die Vorteile unseres Gesundheitswesens in der DDR hin. Wir können uns kostenloser Behandlungen von verschiedenen ärztlichen Spezialisten unterziehen, bekommen notwendige Arzneimittel kostenlos verschrieben und brauchen auch bei längerer Krankheit nicht zu fürchten, unseren Arbeitsplatz zu verlieren. Keinesfalls sind diese Errungenschaften auch für andere Länder selbstverständlich. So wurde in der Presse schon Anfang 1983 von Fällen aus der BRD berichtet, daß Unternehmer Angestellte entließen, weil sie sich krankschreiben lassen mußten. Die Folge ist. eine immer größer werdende Zahl von Werktätigen in den kapitalistischen Ländern, die trotz ernst zu nehmender Krankheiten weiter ihre Arbeit verrichten, da sie Angst haben, diese zu verlieren. Natürlich ist jede Krankschreibung ein ökonomischer Verlust, bei uns für die Gesellschaft und in der BRD für den Unternehmer. Das Wohl des Menschen steht aber in unserer Gesellschaft an erster Stelle. Ein Vorteil, den jeder von uns schätzen sollte.

WTG-RATSCHLAGE GLEICHEN UNTERNEHMERWILLKÜR
„Zwei von drei Patienten, die den praktischen Arzt aufsuchen, brauchten das nicht zu tun."
Dieses Zitat aus der amerikanischen Zeitschrift „USA TODAY" wird in „Erwachet" Nr. 21/82 auf Seite 13 auf grünem Grund groß abgedruckt und sogar umrahmt. Man kann es nicht übersehen und soll es offensichtlich auch gar nicht.
Welchen Zweck verfolgt man damit? Zumindest bedeutet es doch, daß zwei von drei Menschen nicht verantwortungsbewußt entscheiden, ob ein Arztbesuch notwendig ist. Oder sind es Simulanten, die zu faul sind, zu arbeiten. Auf jeden Fall heißt das in der Konsequenz ärztliche Arbeitsbefreiungen, die nicht notwendig wären.
Also hat der BRD-Unternehmer doch recht, der Kranken den Entlassungsschein in die Hand drückt?

„Ist die gesundheitliche Störung psychologischen Ursprunges, oder wird sie durch emotionalen Streß verursacht? Wenn ja, dann kannst du ihr vielleicht zu Leibe rücken, indem du bei einer kompetenten Person Rat suchst." (S. 13,14)
Diese kompetente Person soll wohl ein Altester sein?
Nur können diese vielfach „ihre eigenen Schritte nicht richten", wie es ein Bibelwort sagt.
Wäre nicht auch bei diesen Problemen ein ärztlicher Ratgeber, z. B. ein Psychologe, kompetent? Solche psychischen Faktoren sollte man doch auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen, denn daraus können sich sehr ernsthafte Krankheiten entwickeln.

Und weiter heißt es in „Erwachet":
„Hast du eine Krankheit, die erfordert, daß du zum Arzt gehst, oder ist es nur ein Schnupfen, etwas Husten oder eine harmlose Viruserkrankung, deren natürlichen Verlauf man abwarten muß? Ist es etwas, was durch eine bestimmte Behandlung schneller heilt, oder mußt du es einfach als etwas ertragen, was das Alter mit sich bringt?"
Ja, wer soll denn diese Faktoren richtig abwägen? Braucht man dazu nicht einen Arzt? Widerspricht sich der „Erwachet" nicht, wenn einige Sätze zuvor steht:
„Du darfst nicht denken, der Besuch beim Arzt nütze dir nichts, wenn er dir lediglich Ratschläge gibt, anstatt dir ein Mittel zu verschreiben."

KAPUTTER FERNSEHER - JA, KRANKHEIT - NEIN
Die Gesundheit ist etwas sehr Kostbares. Nur ein Arzt kann den Menschen fachkundige Hilfe bieten. Warum soll man ihm nicht die Diagnose überlassen, ob es wirklich nur ein Schnupfen, oder aber eine Grippe ist? Aber den Zeugen wird geraten, selber zu entscheiden bei dem Kostbarsten, was der Mensch besitzt: seinem Leben. Warum liefert die WTG nicht Ratschläge, auf welche Weise der kaputte Fernseher repariert wird? Jeder Laie wird sich doch in diesem Fall an einen Fachmann wenden. Und bei einer Krankheit soll es nicht so sein?

Da warnt die WTG auch noch:
„Sprichst du mit deinem Arzt, dann äußere dich jedoch so, daß er merkt, daß du seine Erfahrung und sein Wissen respektierst, sonst mag er für deine Meinung nicht aufgeschlossen sein."
Wie wahr! Nur wenn der Zeuge von vornherein der Meinung ist, er wisse es besser als sein Arzt, was dann?

VERANTWORTUNGSBEWUSSTE ÄRZTLICHE HILFE
Vor kurzer Zeit unterhielt ich mich mit einer guten Arztin aus der DDR. Ich fragte sie, wie sie zu den Patienten stehe, bei denen sie vermute, daß sie nur simulieren. Sinngemäß antwortete sie mir, daß es für sie wichtig wäre, herauszufinden, warum der Patient eine Krankheit vortäuscht, da sich dahinter schwerwiegende Probleme des Menschen oder eine für ihn nicht erkennbare Krankheit verstecken könnte. -G.-

„ICH TÖTE, WENN SATAN ES BEFIEHLT"
In nomoni satanas sterbe langsam
MIT diesen Worten vollzieht die „Satanspriesterin" Ulla von Bernus (bei Rothenburg/Fulda) ihre Todesrituale. Sie ist Befürworterin der Todesstrafe und tut dies im Hinblick auf Personen, die nur den Tod verdient hätten. Auch bittet sie „Satan", die Probleme ihrer Kunden zu lösen. Diesen Kult betreibt sie nachts mit einer unheimlichen Maskerade, Bratspieß und Teufelsbild. Natürlich kostet die Kunden das etwas, was auch gezahlt wird. Am Roulett-Tisch würde ihr „Satan" die Glückszahlen sagen, manchmal täte er das allerdings nicht. Sie ist die Tochter eines Totengräbers. Sie ist nicht die einzige derartige „Hexe" oder 'Satanspriesterin". An wem sie da Todesriten vollzieht, wer also ein Todeskandidat ist, sagt sie öffentlich nicht aus Rücksicht auf ihre Kunden. Sie zelebriert das mit einer ziemlichen Selbstsicherheit, als ob sie selbst an ihre Wahrsagerei glaubt. Eine amerikanische Stelle hat Kontakt in diese Szene und inoffiziell auch die Rauschgiftpolizei.
Etwa 2 Millionen soll es in der BRD geben, die da an den 'satanas" glauben. Bei den Ritualen „Ich töte, wenn Satan es befiehlt", schmort ein Tier am Spieß in der Flamme wobei sich eine knöcherne Skeletthand bewegt. Eine andere „Hexe" ist dabei, von der Polizei ungeklärte Todesfälle „aufzuklären", einen vermuteten Kindermord. Bisher ohne Erfolg. - ZDF 17.9.84

Sie töten nur, wenn Gott es befiehlt,
sagt „Der Wachtturm" von den Zeugen Jehovas, nicht einzeln, sondern gleich auf Schlachtfelder:
„Sie sind nicht gegen den Krieg zwischen den Nationen, und sie mischen sich nicht in die Kriegsbestrebungen der Nationen ein, noch treten sie irgend jemand in den Weg, der sich, seinem Gewissen gemäß, an solchen Bestrebungen beteiligen kann. Sie kämpfen nur, wenn Gott ihnen dies zu tun gebietet, weil es dann theokratische Kriegführung ist".
(WT Warum Jehovas Zeugen keine Pazifisten sind, 15.3.1951 Nr. 6, S. 86.)

SO töten sie nur, wenn Gott es befiehlt. Aber wie und durch wen befiehlt Gott den Zeugen heute etwas? Geschieht das nicht ausschließlich durch den „Kanal", die WT-Organisation? Was, wenn die zu den Waffen ruft? Wie dem auch sei, ein Zeuge Jehovas müßte hiernach innerlich bereit sein zu töten, wenn die Aufforderung dazu durch. die WT-Organisation erfolgt. Was für eine teuflische Umkehrung der Absichten, warum jemand ein Zeuge wird Oder?

AUCH die WTG lehrt, in handfestem Aberglauben an den Teufel zu glauben. So gab Lloyd Barry von der leitenden Körperschaft der WTG überall zum besten, am 13.11.77 in der ZJ-Versammlung Offenburg, wie in Japan ein ZJ mit einer 82jährigen Schwester im Winter auf einem Motorrad ins Schleudern kam und stürzte, daß dies ein Anschlag des Teufels war gegen den „guten Pioniergeist" der Schwester!
Der Teufel mit auf dem Motorrad, etwa am Gaspedal? Der Bruder ist unter winterlichen Bedingungen mit unangemessener Geschwindigkeit gefahren, das ist alles.

Aberglaube in der leitenden Körperschaft?
Aber soll Aberglaube nicht Dämonismus oder Teufelswerk sein? Wo wäre hier der Unterschied zwischen WTG-Glauben und Dämonismus? Wie kann die WTG heute sagen, die Zeugen würden auch töten, „wenn Gott ihnen dies zu tun gebietetet"?
Es soll doch nur „satanas" sein, der heute Krieg und Töten befiehlt, oder nicht? Wie kann man Gott heute ein solches mörderisches Wenn und Aber anhängen. Rechnet man in der BRD zu den besagten zwei Millionen auch die Zeugen der WTG?
Das wurde allerdings nicht gesagt. -CVN-

KOMMENTIERT
WACHTTURM-LESERFRAGE
Der WT vom 1.4.1986 beschäftigt sich mit der Leserfrage:
„Warum haben Jehovas Zeugen einige Personen, die sich immer noch zum Glauben an Gott, die Bibel und Jesus Christus bekennen, wegen Abtrünnigkeit ausgeschlossen (exkommüniziert)?"
Die Antwort des Wachtturmes ist ein einziger Eiertanz. Fast 30 Bibelstellen werden angeführt und aus ihnen zusammenhanglos Beweise gezimmert, um den Ausschluß aus der Organisation zu motivieren.

Die Begründung liest sich im WT so:
„In nahezu allen Glaubensgemeinschaften der Christenheit gibt es Modernisten und Fundamentalisten, zwischen denen völlige Uneinigkeit in bezug auf die Inspiration auf die Bibel besteht."
Innerhalb der WTG ist das ganz anders. Völlig klar. Damit ist erst einmal der Alleinvertretungsanspruch dieser Organisation au gesprochen. So wird gleich mitgesagt, daß es in der WTG keine Uneinigkeit in bezug auf die Inspiration der Bibel gibt. Die 13 Mitglieder der leitenden Körperschaft sind die einzigen, die Inspiration erhalten.
Das ist die eine Seite der Einigkeit.
Die zweite Seite ist der Ausschluß.

Wer abweichende Gedanken gegenüber den 13 Inspirierten (die Bibel ist hier bereits ausgeschaltet) äußert, sieht sich flugs vor dem Rechtskomitee und somit gefeuert, exkommuniziert. Die Einigkeit ist und bleibt gewahrt. Eine perfekte Heuchelei! Hunderttausende, die sich auf der Welt gegen die leitende Körperschaft in Aufruhr befinden, sind für die WTG unexistent, draußen, ausgestoßen. Sie glauben an Gott, bekennen sich zu Jesus Christus und zur Bibel, jedoch die 13 Männer der leitenden Körperschaft sind für sie Menschen wie du und ich.

Derselbe WT schreibt weiter:
„Eine anerkannte Mitverbundenheit mit Jehovas Zeugen erfordert, daß man die Gesamtheit der wahren Lehren der Bibel akzeptiert, einschließlich jener biblischen Glaubensinhalte, die nur Jehovas Zeugen vertreten."
Entweder akzeptiert jemand die Gesamtheit der Bibel, oder nicht. was soll da Einschließlichkeit? Selbst in Halbsätzen trompetet der WT seine Überheblichkeit in die Welt.

CV erhielt anonym die 1 ½ Seiten des WT aus der BRD zugesandt.
Der vorletzte Absatz:
„Wenn ein Christ (der sich zum Glauben an Gott, an die Bibel und an Jesus bekennt) in reueloser Weise falsche Lehren fördert, kann es gemäß den dargelegten biblischen Mustern notwendig werden, ihn aus der Versammlung auszuschließen. (Siehe Titus 3: 10,11)", war angekreuzt.
Auf dem unteren Rand stand als Kommentar dazu geschrieben:
„IHR EIGENES URTEIL. WIE OFT HAT SICH SOMIT DIE WTG SELBST AUSGESCHLOSSEN?!
AN DIE AUTORITÄT UND LEHREN DER LEITENDEN KÖRPERSCHAFT RÜHREN, HEISST IM BEGRIFF STEHEN, DIE FÜR EINEN ZJ SCHLIMMSTE SÜNDE ZU BEGEHEN."
-V. Reineweg-

AKTUELLES IN KÜRZE
BUNDESWEITER BERATER FÜR WTG-OPFER
Als erster bundesweiter Berater von Opfern religiöser Sekten hat der 55jährige evangelische Pastor Hans-Jürgen Twisselmann aus Elmshorn, Kreis Pinneberg, seine Arbeit aufgenommen. Wie das Kirchenamt der Nordelbischen Kirche in Kiel bestätigte, wird die Spezialaufgabe von der Evangelischen Kirche in Deutschland (BRD) mitfinanziert. Der Elmshorner Theologe gilt in der Bundesrepublik als Spezialist auf dem Gebiet der traditionellen Sekten, zu denen auch die Zeugen Jehovas mit etwa 117 000 aktiven „Verkündigern" und 130 000 „Interessierten" zählen. Nicht zu den traditionellen Sekten zählen die Jugendsekten.
Diesen Problemkreis bearbeiten vor allem die Beauftragten für Weltanschauungsfragen in den einzelnen EKD-Mitgliedskirchen.
H. J. Twisselmann ist als WTG-ZJ-Spezialist u. a. durch sein Buch „Vom Zeugen Jehovas zum Zeugen Jesu Christi" bekannt geworden.

KAINISMUS KONTRA WT-PARADIESLEGENDE
In ihren Tierreportagen berichtet die Illustrierte FREIE WELT 10/86 über den Bartgeier, ein aasfressender Greifvogel, der in West- und Zentralasien und in Südeuropa lebt. Er legt im Frühjahr 2 Eier. Jedoch wird immer nur ein Jungvogel groß. Das stärkste Jungtier attackiert das andere solange, bis es zugrunde geht. Ein Verhalten, das Kainismus genannt wird, nach dem biblischen Kain, der seinen Bruder umbrachte. - Bekanntlich wurde das Blut Jesu Christi zur Erlösung des Menschen, nicht aber für wilde Tiere vergossen, womit das von den ZJ gepredigte WT-Paradies in den Bereich der Legende gewiesen ist. Illustrierte lesen ist also sehr interessant.

ZUR HIMMELFAHRT JESU
In der NEUEN ZEIT vom 8.5.86 finden wir eine Betrachtung zu Christi Himmelfahrt von Professor Dr. theol. habil. Kretschmar aus Leipzig.
Es ergibt sich: Jesus fuhr in keinen buchstäblichen Himmel. Gott ist nicht über den Wolken oder Sternen zu lokalisieren, wie es die WTG tut, die ihn mit ihrem Buch SCHÖPFUNG im Siebengestirn bzw. bei den Plejaden ansiedelte. Damit wird auch die jüngste bunte WTG-Paradiesbroschüre zur naiven Kinderei, die Gott aus den Wolken hervorgucken läßt und Jesus, wie er in der Luft hüpft, im buchstäblichen Himmel.
Im übrigen widerspricht diese WTG-Malerei dem 1. Gebot, keine Gottesbilder anzufertigen. (2. Mose 20:4)
Die WTG weiß schon, warum sie gegen das Zeitungslesen ihrer ZJ auftritt.

HARMAGEDON UND TAUSENDJAHRHERRSCHAFT
GANZ ANDERS?
In der Organisation laufen tolle Gerüchte umher! Harmagedon und die Tausendjahrherrschaft sollen ganz anders seine Man beruft sich auf das Bethel Selters. Also Harmagedon so wie bisher gibt es nicht. Es soll nur noch ein letzter Streit zwischen Gott und dem Teufel im geistigen Bereich sein. Das Menschengemetzel auf Erden fällt weg. Dieser Kampf zwischen Gott und dem Teufel, dieses Harmagedon sei schon im Gange. Es bleibe dabei, daß Christus im Jahre 1914 seine Macht angetreten hat. Neu ist, daß damit seine Tausendjahrherrschaft begonnen haben soll, die nun bis zum Jahre 2914 dauert. Wir sind also schon im Tausendjahrreich. In dieser Zeit werden alle Menschen umerzogen, bis auf die Unverbesserlichen, die dann vielleicht am Ende der 1000 Jahre mit dem Teufel verschlungen werden. Eine Hoffnung auf nicht mehr sterben gibt es jetzt nicht mehr. Man konnte ja auch nach bisheriger Ansicht in der Tausendjahrherrschaft sterben. Die Zeugen leben und sterben also jetzt wie alle anderen. Das würde sich erst nach dem Jahre 2914 ändern. -

Anmerkung:
Wir werden sehen, wie im WT tatsächlich alles verändert wird. Nach Psalm 90:10 und Matthäus 24:34 hat die WTG seit 1914 wahrlich alle Grenzen überschritten, und muß auf eine neue Generation setzen. Da muß die Bibel wieder entsprechend umgebogen werden. Tatsache ist, daß das Erwachen über den WT-1914-Endzeitschwindel jetzt vor allem unter den älteren Brüdern und Schwestern einsetzt, die eine hinreichende Übersicht und Erfahrung haben und somit vergleichen können. Die WTG indessen setzt auf die diesbezüglich unwissenden und unerfahrenen Jugendlichen und „jungen" Brüder, die schon benutzt werden, um die Alten abzulösen und zu verdrängen.
Teilt weiterhin auf beliebige Weise alle Beobachtungen mit über die jetzige Taktik der Organisation, auf eine neue Generation zu verschieben.

AUS DER WELT DER ZEUGEN
AUCH ZJ SIND FÜR DEN FRIEDEN
Müssen wir Gott mehr gehorchen; oder müssen wir der Wachtturm-Gesellschaft mehr gehorchen. (Apg. 5:29)
Ende März 1986 zündeten die USA eine Kernwaffe in der Wüste von Nevada, die die zehnfache Sprengkraft der Hiroshima-Bombe hatte. Das war wenige Tage, bevor das einseitige Moratorium der Sowjetunion zu Ende ging, auf Kernwaffenversuche ganz zu verzichten.
Diese Herausforderung der USA löste in der ganzen Welt spontane Reaktionen- und Proteste aus. Auch in der DDR wurden in Arbeitskollektiven und Schulen Protestresolutionen in diesem Zusammenhang verfaßt. Dabei sind einige Fälle vorgekommen, daß Zeugen Jehovas oder deren Kinder von solchen Protesten ausschlossen. Mir wurden Beispiele bekannt, u. a. aus Karl-Marx-Stadt, Leipzig und Gera, daß junge Brüder sagten;

„WIR WOLLEN POLITISCH NEUTRAL BLEIBEN UND VERTRAUEN AUF JEHOVAS KÖNIGREICH.
AUSSERDEM KÖNNEN MENSCHEN SOWIESO KEINEN FRIEDEN SCHAFFEN."
Diese Vorfälle erinnerten mich an die Zeit vor fast 40 Jahren, als es darum ging, den Stockholmer Appell zur Achtung der Atomwaffen zu unterzeichnen und die Bevölkerung der DDR dazu aufgerufen wurde.
Ich schäme mich heute, bekennen zu müssen, daß ich damals dieser Aufforderung nicht nachgekommen bin. Mein durch die Zeugenorganisation manipuliertes Gewissen schrieb mir damals vor, mich neutral zu verhalten. Inzwischen habe ich jedoch über das Gewissen eines christlichen Menschen viel dazugelernt. Vor allem hat die Wachtturm-Gesellschaft viel dazu beigetragen.

An 1. August 1950 wurde den im Yankee-Stadion versammelten Zeugen eine Resolution „GEGEN DEN KOMUNISMUS", vorgelegt und von 84 950 anwesenden Zeugen begeistert angenommen. (Siehe „Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben'" Seite 251.)
Später bekundeten die Publikationen der Wachtturm-Gesellschaft versteckt oder offen immer wieder Antikommunismus.
Ich lernte daraus, daß unsere, Organisation politisch nicht neutral ist, sondern daß sie sich nur von Überlegungen der Zweckmäßigkeit leiten läßt.
Dabei ist die Frage für oder gegen Kernwaffenversuche keine Frage der politischen Neutralität, sondern eine Frage des gesunden Menschenverstandes.

Jesus pries in seiner Bergpredigt diejenigen glücklich, die friedfertig gesinnt sind. Christen werden aufgefordert, dem Frieden nachzujagen."
Der Frieden gehört zu den „Früchten des Geistes". Alles das ist uns bekannt. Wenn nun die umfassendsten und vernünftigsten Vorschläge zur Verminderung der Atomkriegsgefahr, ja der Kriegsgefahr insgesamt von dem führenden kommunistischen Land ausgehen, warum müssen wir dann unser Gewissen unterdrücken.
Die Welt im Jahre 1986 soll wissen, daß es unter den Zeugen Jehovas Menschen gibt, die ihr eigenes gutes Gewissen vor Jehova und den Menschen bewahrt haben.
Euer Bruder und Mitdiener Ernst Aufrichtig

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

A 302/86 V 7 1 1448 N 2


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