NR. 199 GERA FEBRUAR 1986
EDLER
GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die
WT Nr. 17 und 18/1985
DIE WTG UND DAS LOTTERIESPIEL
Das muß man gelesen
haben
WAS WAR DER SINN UND
ZWECK?
WTG-Kongresse 1985
DIE BRIEFE
Ein ZJ besuchte das
CV-Büro Gera
EIN WEITERES MITGLIED
DER LEITENDEN KÖRPERSCHAFT ZURÜCKGETRETEN
DU
MUSST VORHER „DIE KOSTEN BERECHNEN"!
Lukas 14:28
AUF DEM KONGRESS 1985
IN STUTTGART
GOTT möchte er
dienen. und jenen Zielen den Rücken kehren, die in dieser materialistischen
Welt gemeinhin verfolgt werden:
17 Jahre alt ist der
neue Zeuge Jehovas der am Samstag in einem Nebenbecken des Leo-Vetter-Bades
zusammen mit 36 anderen Gläubigen in der Taufe seine Entscheidung dokumentiert,
wie er künftig leben will … Beglückt und gerührt fällt
die frisch getaufte 18jährige, die dem Weg der Eltern gefolgt ist, einer
Glaubensfreundin um den Hals - so lauten Berichte von Taufen Jugendlicher
1985 aus Stuttgart. Nebenbei: Bei behaupteten 10 000 Teilnehmern sind 37
Täuflinge kaum ein großes Zeichen von Mehrung, eher von Taufrückgang.
DER 17jährige Jugendliche meint wohl mit materialistisch eine materiell-egoistische Einstellung in seiner Umwelt, die ihn sehr wohl an der Welt verzweifeln lassen kann, so daß ihn die bunten Bilder der WTG faszinieren. Auch die 18jährige Jugendliche scheint von Gefühlen überwältigt. Wir wollen sie nicht verurteilen. Es dürfte jedoch klar sein, daß sie. die 100jährige WTG-Geschichte mit ihrer wahren Kehrseite nicht kennen, um wirklich objektiv urteilen zu können. Was ernsthaft gegen die WTG spricht, herben sie sicherlich noch nicht erwägen können.
WIE der Taufbericht zeigt, packt die WTG hier in einem jugendlichen Alter zu, das man im wissenschaftlichen Sprachgebrauch mittlere Adoleszenz nennt, und das die Zeit um das 15. bis 17. Lebensjahr betrifft, als Stabilisierungsperiode der Persönlichkeit bezeichnet. Für die geistige Tätigkeit in dieser Periode wird jedoch folgendes festgestellt: Sie ist aber nicht ausschließlich durch Rationales bestimmt, illusionäre Gedenken und grandiose Vorstellungen über sich und die Welt sind durchaus nicht ungewöhnlich". (Dr. sc. med. G. Thiele, Universitäts-Kinderklinik, Universität Jena, in: FÜR DICH 37/85.) Es besteht also in diesem Jugendalter besondere die Gefahr, illusionäre Gedanken als solche nicht zu erkennen und sich grandiosen Gefühlen hinzugeben, die der Vernunft (Ratio) nicht standhalten. So auch bei unseren Jugendlichen in Stuttgart. Wieso?
WTG
PREDIGT GRANDIOSE ILLUSIONEN
MAN schaue sich nur
die neuesten bunten WTG-Broschüren an. In knalligen Reklamefarben nun
das „Paradies", was man seit 100 Jahren Generation um Generation schon vorgaukelt
und immer wieder an den Horizont verschob, wenn es wie gepredigt -„nahe gekommen"
war. Wir erleben nun die Nach-1975-Verschiebung. Natürlich ist das alles
schön vorzustellen und anzuschauen - darin im Gefühl zu schwelgen.
Nur herrliche Früchte, Wolf und Lamm friedlich beieinander, nur schöne
Männer und schöne Frauen in einem blühenden Garten. Nur: Wie
sie zu dem Eisen und Stahl kommen, aus dem Gartenmesser und Schubkarre gefertigt
sind, wo der Beton für die Häuschen herkommt, Wo die Textilfabriken
stehen, die die herrlichen Stoffe produzieren, ganz zu schweigen davon, daß
Christus überhaupt nicht für Tiere gestorben ist, um sie vom „Bösen"
zu erlösen, all das und noch viel mehr, was der Verstand vernünftigerweise
fragt, geht in Hochgefühlen unter. Und wo der Verstand (die Ratio) noch
nicht hinreichend bestimmen kann, verfällt man nur zu leicht diesen
WTG-Illusionen.
So sind besonders Jugendliche, deren vernünftiges Denken sich noch entwickelt und ihre Empfindungen und Gefühle noch nicht genügend beherrschen kann, durch das WTG-Vorgehen nur zu leicht zu erobern und seelisch zu beglücken und zu rühren. Generation um Generation wurde von der WTG dann in dieser „ersten Liebe" gehalten, wider zunehmend besseres Wissen, um am Lebensende enttäuscht und desillusioniert doch zu „vergehen". In der Zwischenzeit zerbrechen daran Ehen und Familien, wurden Berufs- und Lebensentscheidungen verfehlt, nicht sogar Kinder auf dem Altar des WT-Blutkultes geopfert, oft das eigene Leben. Denn es ist wirklich schwer, sich diese „erste Liebe" wieder aus dem Herzen zu reißen, ist die WTG als falscher Prophet, der keine Liebe verdient, doch erst nach und nach zu erkennen.
WAS
TUN?
DIE Konfrontation ist
nicht zu vermeiden oder zu umgehen. Wo die WTG da zupackt, sollte ein christlicher
Jugendlicher gefordert werden, nach den Worten Jesu in Lukas 14:28 „die Kosten
zu berechnen", wenn er den Turm baut". Das gilt für den Wachtturm nicht
mindern Und das heißt, auch all das zuvor zu prüfen, was gegen
diesen Wachtturm-Bau spricht! Es ist die Pflicht der Erziehungsberechtigten,
dies zu beschaffen, und die Pflicht derer, die entsprechende Erfahrung haben,
sie zur Verfügung zu stellen. Da das WTG-Vorgehen sich nicht nur im
stillen Winkel vollzieht, sondern auch ein öffentliches Vorgehen ist,
das nach Möglichkeit sogar Presse, Rundfunk und Fernsehen benutzt, ja
gar in den Volksbildungs- und Schulbereich eindringt (WT-Broschüre JZ
und die Schule, 1984), sind selbst die Bildungsverantwortlichen eines Landes
herausgefordert, in Ost und West und Süd und Nord. Denn immer und überall
sind die Jugendlichen die Zukunft, die mit Illusionen weder im Kleinen noch
im Großen zu gestalten ist, soll es nicht in Enttäuschungen und
Katastrophen enden.
BEVOR
man sich an den Turmbau macht, soll man sich hinsetzen und die Kosten berechnen,
sagt Jesus. Also bevor man sich der WTG und ihrem Werk hingibt, soll und
muß man prüfen, was gegen sie spricht!
Aber auch danach ist
es noch nicht zu spät, nur hat man sich da schon festgelegt, und es
wird schwerer sein, wie gesagt. Ehrlicherweise gibt es dazu jedoch keine vernünftige
Alternative. Ein junger Mensch überwindet die Desillusionierung aber
leichter. Besser ist es jedoch mit Jesu Worten, zu „berechnen", sofort wenn
die WTG irgendwo zupackt. -
CV-Initiative „Jugendhilfe"
WAS
WAR DER EIGENTLICHE SINN UND ZWECK?
WTG-Kongresse 1985 „Bewahrer
der Lauterkeit"
Eine reale Beantwortung
der WTG-Kongresse stellt ohne Zweifel hohe Anforderungen. Hat die WTG doch
über 100 Jahre Erfahrung, im Namen Gottes und Christi international „endzeitlich"
irrezuführen und das Evangelium Jesu Christi für fremde Zwecke
zu mißbrauchen. Die jährlichen WTG-Kongresse sind gleichsam WTG-Kräftezusammenballungen
wie auch verbindliche Anweisung und Ausrichtung ihrer ZJ-Verkündiger
für das kommende Dienstjahr weltweit. Sie zeigen aber auch den Zustand
dieser Organisation deutlich an, ihre Probleme, ihre eigene kurz- oder längerfristige
Zielsetzung nach innen und außen.
Was
war dieses Jahr?
GENERELL war die gesamte
Thematik darauf ausgerichtet, in der gegenwärtigen Nach-1975-Krisensituation
der WTG, die keineswegs überwunden ist, und angesichts zunehmender internationaler
Opposition und Abkehr unter allen Umständen WTG-treu und WTG-ergeben
zu bleiben, Lauterkeit genannt und darin in die Offensive zu gehen.
Natürlich richtet
sich der bis zur letzten Konsequenz moralisierende Appell vordergründig
darauf, „Jehova" gegenüber Lauterkeit zu bewahren. Unverhüllt tritt
jedoch hervor, daß real der „Sklave", die WTG gemeint ist. Bemerkenswert
ist hierzu, daß im Kongressprogramm wohl 13mal „Jehova" bzw. Gott gesagt
wird, das Wort Christus oder christlich jedoch nicht ein einziges Mal erscheint!
Was ist das für ein nicht- oder unchristlicher Verein?, könnte
einer durchaus fragen, der das Programm prüft. Man verfolge, ob die
WTG dies auf diese CV-Kritik hin im nächsten Programm 1986 verändert.
Nun - ein erster generell fragwürdiger Punkt.
„NEUES
LICHT", neue gravierende Lehren oder radikale Änderungen wurden nicht
proklamiert. Das „Ende" bleibt nach 1975 weiter in ungewisse „Nähe"
verschoben.
Politisch gibt es einen
neuen Ton, der an das antikommunistische Vorgehen von C. T. Russell erinnert,
wie wir sehen werden.
Das politische Hauptthema
ist das Jahr 1986, von der UNO als „Jahr des Friedens" gekennzeichnet. Die
nach vorn reißende politische Hauptoffensive des Kongresses. Das jetzige
Hauptfeindbild für die ZJ? Von Herbst 1985 bis Frühjahr 1986 wurde
eine große Anti-UNO-Kampagne ausgerufen mit einem zeitgemäß
aufpolierten alten WTG-Buch ab März 1986, wie wir noch sehen werden.
„Ohrenkitzel"
wurde zwar verneint, und wie! Aber nur Lauterkeitsmaßregelungen konnte
man ja nicht bieten.
GANZ offensichtlich
zeigten die Kongreßvorträge, daß die WTG mehr denn je voll
weiter damit beschäftigt ist, ihre Krise seit 1975 in den Griff zu bekommen.
Es werden alle Register der Lauterkeit gezogen, bis hin zur Drohung mit dem
„Schrecken Jehovas" für einen jeden. Das psychologische Register ist
wahrlich umfassend: Disziplinierung, Einschüchterung, Unterdrückung
von unabhängigem Denken und Kritik, Überwindung dessen, sich als
ZJ zu schämen (völlig neu!), Appell an die „erste Liebe", an alle
Arten von Tugenden wie Mäßigkeit, Bescheidenheit, Opferbereitschaft,
Leidensbereitschaft, dazu Appell an alle Sehnsüchte nach Leben und Glück,
aber auch Schaffung von persönlichen Schuldkomplexen (Ablenkung von
der WTG-Schuld und -Verantwortung), Erhaltung von WTG-Untertanengeist, Diffamierung
und Verleumdung anderer. So ist die WTG 11 Jahre nach 1975 beim Elementarsten
angekommen, bei einem verzweifelten Ringen um die Treue derer, die
sie da führt und mißbraucht. Bis Haß und Tod werden die
Register ausgezogen. Schon das erste Lied Nr. 88 war zugleich Einübung
von Haß gegen Andersdenkende und Andersglaubende.
Ein ganz besonderer Schwerpunkt waren
die „Briefe Abtrünniger" einschließlich CV und was sonst international
flutet, besonders seit 1975. Das wirkt offensichtlich auf die WTG wie einst
die Ketzertraktate, die die Reformation ausbreiteten!
Die Reaktion der WTG ist gnadenlos, eine geistige Inquisition!
Ein ganzer Vortrag war dem gewidmet, allerdings wohlweislich erst am letzten
Kongreßtag.
Auch das werden wir ausführlich sehen.
Zur WTG-Begründung der aufgestellten Lauterkeitsfrage
DIE WTG hat nichts Geringeres getan, als
diese Frage für die ZJ zu einer Frage zu machen, bei der es buchstäblich
um Gut und Blut, Leben und Tod geht!
DIE WTG-Begründung dafür: Satan habe behauptet,
alle Menschen könnten von Gott weggezogen werden. Deswegen habe Gott
ihn zugelassen. In Wahrheit ist das der Gipfel einer absurden und barbarischen
Theorie.
Folgende WTG-Begründung wurde zitiert:
„Um der Menschen willen (damit Menschen ihre Treue beweisen können) und um der Engelscharen willen (damit diese Streitfrage ein für allemal in ihrem Sinn beigelegt würde) ließ Gott Satan für eine begrenzte Zeit sozusagen wie einen Verbrecher gewähren" (WT 1.1.78, S. 12. Abs. 12 dt.).
DAZU wurden erste Fragen gestellt, wie:
Bedeutet das nicht, daß Gott , den Satan vorsätzlich
auf die Menschheit losließ? Daß Gott durch Satan die Menschen
zu sich treiben läßt? Daß Gott Satan für sein höchstes
Ziel gebraucht? Daß danach tatsächlich der Teufel Gottes Jagdhund
ist"? (Luther) Und: Wenn Gott Satan sozusagen wie einen Verbrecher gewähren
laßt, hat die WTG damit nicht Gott selbst zu einem Verbrecher gestempelt?
EINE weitere Frage sei hier; erhoben. Wenn sich Gott das alles vor den Engeln und für die noch ungeborene Menschheit von Satan aufzwingen ließ, wer ist da der Größere, Höhere und Mächtigere? Für wen wird seither gelitten, für Gott oder den Teufel oder Satan? Bekanntlich haben N. H. Knorr und F. W. Franz die jetzige WTG-Begründung erst 1942 mit dem Buch „Die Neue Welt" in die Welt gesetzt. C. T. Russell lehrte anders. Wird die Knorr/Franz-Theorie mit dem Tod von Franz wieder sterben?
Der Stein ist im Rollen
ZU Lauterkeit, und Treue, muß ein Christ wie jeder andere
ehrliche Mensch ja sagen. Aber Lauterkeit und Treue einem erwiesenen falschen
Propheten? So wurde gefragt. Und mit solcher Begründung? Und deswegen
Probleme mit Kindern und Schule, in Ehe und Familie, Verwandtschaft und Bekanntschaft,
Beruf und Arbeit, Staat und gesellschaftlichem Leben? Mit diesem Lauterkeitsthema
hat die WTG Geister gerufen, die sie nun nicht mehr los wird, und einen Stein
ins Rollen gebracht, der ihr Standbild im Sinn Aufrichtiger völlig zertrümmert
.
-CVN-
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG.
17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WACHTTÜRME NR. 17 UND 18/1985
NEBENARTIKEL
„Auch du kannst mit .Gott wandeln"
STUDIENARTIKEL
„Königreichsdiener begegnen der Herausforderung"
„Gottes Diener stellen ihre Befähigung unter Beweis'
IST GOTT FÜR DIE FEHLER DES WACHTTURM
VERANTWORTLICH?
„Hat Gott heute weniger Interesse an den Menschen, die ihn
ernstlich suchen? Nun, schon allein die Tatsache, daß du diese bibelerklärende
Zeitschrift lesen kannst, zeigt Gottes Interesse an dir!" (S. 5)
Überlege dir ,einmal, was die Autoren mit diesen zwei
Sätzen auszudrücken wagen.
Schon allein der Begriff „bibelerklärende
Zeitschrift" für den WT ist fragwürdig.
Muß die Bibel überhaupt durch eine Zeitschrift
erklärt werden? Wenn ja, müßte dann die Zeitschrift nicht
noch ein höheres Niveau als die Bibel aufweisen? Das Wort Gottes ist
inspiriert, die Schreiber des Wachtturm sind es aber nicht.
So passiert es immer wieder, daß
Bibelstellen fehlgedeutet werden. Zeugen Jehovas wurden und werden in die
Irre geführt. Und dies auch noch mit Gottes Billigung, da er durch sein
Werkzeug, den Wachtturm, an den Menschen interessiert sein soll?
Dann ist Jehova für die Fehler des Wachtturm verantwortlich?
- Man wagt nicht, diesen Gedanken fortzuführen.
RELIGIÖSE HEUCHELEI
MAN dreht es immer so, wie man es jeweils haben will. Werden
doch im allgemeinen andere Kirchen und Glaubensgemeinschaften als „Hure Babylons"
verschrien.
Nun zeigt man plötzlich geheucheltes Mitleid:
„In Ländern, in denen sich Religionsfeindlichkeit ausbreitet,
werden selbst Absolventen religiöser Seminare nicht mehr als ordnungsgemäß
befugte Religionsdiener anerkannt." (S. 16)
1914 - TERMIN WAR UMSTRITTEN'
„Tatsächlich hatten Gottes Diener, die breite Öffentlichkeit
etwa vier Jahrzehnte lang auf 1914 als das Jahr hingewiesen, das das Ende
der 'Zeiten der Nationen' kennzeichnen werde, über die Jesus gesagt hatte:
'Jerusalem wird von den Nationen zertreten werden, bis die bestimmten Zeiten
der Nationen erfüllt' sind (Lukas 21: 24)." (WT S. 17, lies auch S.
18.)
NUN, über. dieses Thema läßt
sich viel schreiben - viel mehr, als es in dieser Abhandlung möglich
ist.
Fakt aber ist eines:
1. Mit dem Jahr 1914 verband sich für die damaligen Bibelforscher
der Harmagedontermin. Sie erwarteten also, in diesem Jahr himmlische Hoffnung
zu erlangen. Die Bedeutung, die die WTG dem Jahre 1914 heute beimißt,
war damals unbekannt oder zumindest für die Bibelforscher zweitrangig.
2.
Als das „Ende der Zeiten der Nationen" wurde durchaus nicht nur das Jahr
1914 benannt. Auch die Jahreszahl 1894 war im Gespräch so daß
selbst die Jahreszahl 1914 (in welcher Bedeutung auch immer) auf wackligen
Beinen steht.
„Nun rufe dir die Schritte
ins Gedächtnis zurück, die in dem festen prophetischen Wort so
wohl gegründet, uns zu dieser herz- und geisterfrischenden Erkenntnis
geleitet haben. Hinter uns sind all die prophetischen Marksteine, die auf
diese Zeit als die wunderbarste Periode der ganzen, Weltgeschichte hinweisen.
Sie haben uns gezeigt …, daß das Lehn der Herrschaft der Heiden, 'Die
Zeiten der Nationen', mit dem Daher 1894 ausläuft," (C. T, Russell,
„Dein Königreich komme", Ausgabe 1914, S. 296 f.)
AUF
WEN SOLLTEN DIE NATIONEN HÖREN?
SOMIT ist die Art und
Weise, wie die WTG heute die Bedeutung des Jahres 1914 darstellt, zu verurteilen:
„Jehovas Volk unterrichtete
von 1876 an die Welt, insbesondere die Christenheit, davon, daß die
Zeiten der Nationen im Herbst des Jahres 1914 enden würden (Lukas -21:24).
Die Geistlichen konnten diese fast 40jährige vorbereitende Tätigkeit
- eine Tätigkeit, die der von Johannes dem Täufer entsprach - nicht
ignorieren." (S. 24)
Die
WTG macht sich mit dieser Darstellung lächerlich. Besonders, wenn sie
noch behauptet, die Nationen hätten sich damals geweigert, „den neu
inthronisierten König als Zeichen ihrer Unterwerfung und Ergebenheit
zu 'küssen'" (S. 18).
Die Nationen hätten
also tatsächlich auf die paar hundert Bibelforscher hören sollen,
die selber nicht wußten, wann und wie die „Zeiten der Nationen" enden
würden? Wer hätte denn weiter regieren sollen? Die Wachtturm-Gesellschaft?
Diese hatte zur damaligen
Zeit Mühe, ihre eigenen „Schafe" beisammen zu halten. Die Kontroversen
innerhalb der leitenden Körperschaft in dieser Periode würden Bände
füllen!
EIN
WEITERES MITGLIED
DER LEITENDEN KÖRPERSCHAFT
ZURÜCKGETRETEN!
Aus den USA und aus
Frankreich bestätigend wird uns berichtet, daß das Mitglied der
leitenden Körperschaft der WTG, Leo Greenlees aus der leitenden Körperschaft
zurückgetreten und entlassen ist. Er hat sich nach San Diego in Kalifornien
zurückgezogen.
Leo
Greenlees hatte als Mitglied der LK dar WTG in Brooklyn folgende Funktionen:
- Mitglied und Koordinator
des Lehrkomitees,
Mitglied des Komitees
des Vorsitzenden der LK (Albert Schroeder, des gegenwärtigen „starken
Mannes" in der WTG).
Leo Greenlees ist damit
das zweite Mitglied der leitenden Körperschaft, das die WTG-Führung
nach Raymond Franz, dem vorgesehenen Präsidenten-Nachfolger, verlassen
hat.
WACHTTURM
NR. 18/1985
STUDIENARTIKEL
„Dienstamtgehilfen,
ein Segen für Jehovas
Volk".
„Dienstamtgehilfen,
bewahrt eine 'vortreffliche
Stufe'!"
DIE
ERNENNUNG ZUM DIENSTAMTGEHILFEN
DIE Ernennung zum Dienstamtgehilfen
bedeutet für einen Zeugen Jehovas, die erste Stufe in der Leitungsstruktur
der Wachtturm-Gesellschaft erklommen zu haben.
Für die WTG -
speziell die Ortsversammlung - bedeutet es einerseits, einen Bruder gewonnen
zu haben, der den Ältesten die organisatorisch-technischen Aufgaben abnehmen
kann und auch abnimmt.
Andererseits hat sie
nun eine Kaderreserve für das Ältestenamt.
WIE
IST DAS AMT EINES DIENSTAMTGEHILFEN IN DER ZJ-ORGANISATION EINZUORDNEN?
DIE Wachtturm-Gesellschaft
ist streng hierarchisch aufgebaut. Anweisungen der leitenden Körperschaft
müssen über Zonendiener, Zweigkomitees, Bezirks- und Kreisdiener
an die Ortsversammlungen übermittelt werden. Gleichzeitig wird deren
widerspruchslose Realisierung von den genannten Funktionären überwacht.
Den Versammlungsältesten obliegt es nun, diese Anweisungen in die Praxis
umzusetzen. Sie kontrollieren den unbedingten Gehorsam der ihnen unterstellten
ZJ und leiten gegebenenfalls Disziplinarmaßnahmen bei Normabweichungen
ein. Jeder informierte Zeuge weiß, wie umfangreich dadurch die Pflichten
eines Ältesten sind.
Somit sind Personen notwendig, die sich um die organisatorische Seite des Versammlungsgeschehens kümmern; die die Ältesten also entlasten. Gemeint sind Arbeiten, wie z. B. der Literaturvertrieb, die Spendeneinnahmen und Begleichung von Rechnungen, das Führen verschiedener Versammlungsunterlagen und des Archives, die Beaufsichtigung über die Reinigung des Königreichssaales, die Begrüßung neuer Interessierter u.a.m. Unter Umständen (wenn es beispielsweise nicht genügend Alteste in der Versammlung gibt) werden sie für Lehraufgaben herangezogen (siehe S. 18).
ANFORDERUNGEN
AN DIENSTAMTGEHILFEN
HIER wird schon deutlich,
daß der Umfang von Pflichten der DAG territorial sehr unterschiedlich
ist. Es hängt von der jeweiligen Versammlungsstruktur ab, wieviel und
was ein DAG erledigen muß. Von diesem genannten Fakt hängt auch
ab, wer in diese Funktion ernannt wird. Interessanten Aufschluß gibt
es in dieser Hinsicht auf den Seiten 21 und 22.
ZJ
können in einem Alter ab etwa 20 Jahren zum Dienstamtgehilfen ernannt
werden.
Erstaunlich ist, daß
die Gesellschaft an die geistigen Voraussetzungen eines solchen Bruders keine
sehr hohen Maßstäbe zu setzen scheint. Wie anders soll man es
deuten, wenn ein Drittel aller DAG weniger als 10 Jahre in der „Wahrheit"
sind?
Von
einem solchen Kader erwartet die WTG im wesentlichen zwei Voraussetzungen:
1. Er muß sich
für seine ZJ-Arbeit engagieren. Dazu gehört auch die gewünschte
Teilnahme am Predigtdienst.
2. Er muß der
Wachtturm-Gesellschaft bedingungslos ergeben sein.
In der Zusammenarbeit
mit den Ältesten soll der DAG weiter geistig entwickelt werden, so daß
er selber einmal zum Ältesten ernannt werden kann. Seiner Lehrfähigkeit
wird dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Mancher schafft diesen Sprung
zum Ältesten nie. Trotzdem bleibt er für die WTG ein nützliches,
weil williges, Werkzeug. NEBENARTIKEL
„Bekundest du die göttliche
Eigenschaft der Güte und Freundlichkeit?"
EIN ÜBERDENKENSWERTES
ZITAT
„Die hervorragende göttliche
Eigenschaft der Güte und Freundlichkeit zu bekunden heißt also,
daß wir nicht nur gegenüber unseren Familienangehörigen, Freunden
und Glaubensbrüdern freundlich und gütig sind, sondern uns auch
gegenüber undankbaren und gegnerisch eingestellten Menschen so verhalten.
Wir möchten sie dadurch keineswegs verärgern, sondern ihnen helfen
und bewirken, daß das Gute, das in ihnen ist, zum, Vorschein kommt
(Galater 6:10; Römer 12: 20.21)." (Seite 11)
Ein
guter Vorsatz, an den sich die WTG in Zukunft auch halten sollte! Dies würde
aber bedeuten, daß sie ihre Einstellung zu anderen Religionen von Grund
auf ändert. Ebenso ist das Verweigern des normalen Grußes an ehemalige
Mitverbundene ein Akt, der somit nicht aufrecht erhalten bleiben kann.
-G.R.-
DIE
TAUFE
DIE TAUFE DES JOHANNES
Als JOHANNES der Täufer
an die Öffentlichkeit trat,- tat er dies in der Mission des alttestamentlichen
ELIAS und wurde so der Wegbereiter für JESUS CHRISTUS, der nach ihm
kommen sollte.
(Matth. 3:3; 17:10-13)
Durch seine Taufe bewegte
er das Volk zum Bekennen seiner Sünden und leitete es so zur Buße
hin. (Matth. 3:1,2,6)
JOHANNES wies dadurch
auf den hin, der als das sich nahende Himmelreich nicht mit Wasser, sondern
vielmehr mit heiligem Geist zur Wiedergeburt und mit Feuer zum Gericht taufen
werde. (Matth. 3:2,11)
DIE
TAUFE CHRISTI
Diese Taufe, welche
JESUS selbst einsetzte, geschieht im heiligen Geiste (Matth. 28:19) und führt
jeden, der sich ihr unterzieht, zu einer Wiedergeburt, die ihn endgültig
vom Todesfluche des Fleisches ADAMS befreit.
(Joh. 3:3; Tit. 3:5,6)
Wer
sich allerdings dem Geiste Gottes verschließt, bleibt der Sünde
und dem Tode weiterhin unterworfen. Sind wir aber in den heiligen Geist getauft,
dann sind wir auch in CHRISTUS selbst getauft und bilden so so seinen Leib.
(1. Kor. 12:27, Gal. 3:27) Folgerichtig wurde CHRISTI Tod am Kreuz auch zu
unserem Tode.
(Kol. 2:12a; Röm.
6:3,4)
Genauso wurde seine
Auferstehung unsere Auferstehung ihm gleich zum ewigen Leben durch den Glauben.
(Kol. 2:12b,13; Röm.
6:4,8)
DIE
GEMEINDE
Es gibt nur eine Taufe
im heiligen Geiste (Eph. 4:5), durch welche die Gemeinde CHRISTI gebildet
wurde und wird.
(Apg. 19:1-7)
Damals wie heute reinigt
sie die Glieder des Leibes CHRISTI nicht von der Sünde des Fleisches,
das dem Tode nach wie vor unterworfen bleibt, sondern schenkt ihnen vielmehr
ein gutes Gewissen vor Gott durch die Auferstehung JESU CHRISTI.
(1. Petr. 3:21)
LIEBE
GESCHWISTER!
So sei EUCH deutlich
gesagt:
EURE ZUKUNFT liegt nicht
auf der Erde im Fleische, sondern bei CHRISTUS - wesensgleich mit ihm vereint
- sofern IHR den heiligen Geist gemäß EURER Taufe annehmt und
nicht wie bisher zurückweist.
-M.S.H.-
DIE
WTG UND DAS LOTTERIESPIEL
Das muß man gelesen
haben
DIE WTG ist gegen jedes
Lotteriespiel, doch selbst betreibt sie ein solches Spiel mit dem Leben und
den Hoffnungen ihrer Mitverbundenen, das schlimmer ist als jedes Spiel um
Geld, bei welchem es doch um vergleichsweise geringe Dinge geht. Die den
Menschen von Christus geschenkte Sicherheit wird Von der WTG-Leitung in Unsicherheit
verwandelt, eben in eine Lotterie.
Damit
wird Gott verhöhnt und verspottet.
DIE Sünde dieser
Organisation besteht nicht so sehr darin, daß sich ihre Verantwortlichen
geirrt haben und übers Ziel hinausgeschossen sind, sondern darin, daß
sie ihre permanenten Irrtümer nie zugeben, und damit Gott, dem allein
zu dienen sie ständig vorgeben, unterschwellig die Fehlleistungen zuschreiben.
Wenn dem so wäre, d.h., wenn sich Gott wirklich in dieser Weise irrte,
wie könnte denn jemand noch ernstlich hoffen, daß er irgendeines
seiner Versprechen einlöste? Das „Brot", welches diese Gesellschaft
ihren Gliedern mit der einen Hand reicht, nimmt sie ihnen mit der anderen
wieder weg, denn praktisch lehrt sie an einen Gott zu glauben, der nicht
in der Lage ist, sein Wort, wenn es das ist, einzulösen oder als Souverän
die Lage richtig einzuschätzen.
Wahrlich,
ein trauriger Gott.
ES ist eine Verhöhnung
Gottes und der Menschen ohnegleichen, was diese Gesellschaft an „Erklärungen"
für ihre Lügen herausgibt. Wer wirklich an Gott, an das Opfer Jesu
und dessen Bedeutung glaubt, wem es wirklich etwas bedeutet, der muß
sich abgestoßen fühlen von diesem reglementierten Glauben. Er sollte
ernsthaft um Christi willen überlegen, ob er Christ sein und in dieser
Organisation verbleiben kann.
DIE sich arrangiert haben, indem sie einerseits dem WT nach dem Munde reden und sich andererseits ihr Leben nicht allzu unbequem einrichten, für alle Fälle!, um, so ihre unterschwellige Enttäuschung zu kaschieren, sind sowieso nicht ansprechbar. Wie der Herr, so das Gescherr. So wie man „oben" keine Fehler zugibt, so auch unten nicht den Fehler, auf Lotterieversprechungen, für deren Erfüllung es im Gegensatz zu Gottes Verheißungen keine Garantie gibt, hereingefallen zu sein. Oft in gutem Glauben,. weil uns eingeredet wurde, es genüge zu prüfen, ob die zitierten Texte so in der Bibel stünden. Doch wem Gott mehr bedeutet, als das eigene Ansehen oder das der bankrotten Firma, wird über seinen Schatten springen und sich in der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes wiederfinden.
UM die eigenen Fehlerwartungen zu vertuschen, wurde mit Vorliebe darauf hingewiesen, daß sich die Apostel in ihren Erwartungen auch geirrt hätten. Jene waren in ihren Erwartungen noch vom jüdischen Denken geprägt, gemäß dem alles möglichst buchstäblich und möglichst gleich vonstatten gehen sollte. Christus war gekommen, also war das „Ende" da". In einem weiterführenden, geistlichen Sinne stimmte das ja auch. Christus war DAS ENDE, von nun an herrschen für ALLE, die an IHN glauben, im Prinzip die gleichen Bedingungen.
DIE Apostel hatten RECHT damit, in Christus das Ende aller Dinge zu sehen, sie nannten keine Jahreszahlen und brauchten sich nicht zu korrigieren. Christus bleibt „derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit", so kann sich Jeder, wann immer er gelebt hat, gleicherweise auf IHN verlassen und IHM vertrauen. Sein Erlösungswerk ist kein Lotteriespiel, bei dem sich jemand alle Tage neu fragen müßte, „werde ich es erleben, oder nicht?"
ORGANISATIONEN
wie diese, leben von ihren Sonderlehren. Mit ihnen stehen und fallen sie.
Erweisen sich diese Eigenbau-Verheißungen, was endlich unausbleiblich
ist, als Seifenblasen, ist eine solche Organisation zumindestens moralisch
bankrott.
GERADE diese Sonderlehren
sind es ja, die die Menschen zu einer solchen Organisation stoßen, anlocken.
Ohne diese Lehren könnten die Leute ja bleiben, wo oder was sie waren.
Die Werbetrommel der Sekte sagt ihnen doch unausgesetzt, daß sie gerade
hier das, nämlich DIE WAHRHEIT erfahren, die ihnen von der „organisierten
Religion" systematisch vorenthalten wird! Somit muß notwendig gerade
der Zusammenbruch der Sündenlehren und -erwartungen zu ungeheuerlicher
Enttäuschung führen, wenn die Erwartungen wirklich ehrlich gehegt
wurden, aber wie schon vorher gesagt, zieht die Mehrheit es vor, sich zu
arrangieren, damit offenbarend, daß sie nie ernstlich geglaubt, was
sie mit großem Eifer verkündet hat.
KEIN
Bankrotteur gibt vor sich und anderen gerne zu, am Ende zu sein. Er möchte
auch weiterhin den Eindruck der Bonität erwecken. Was da als WTG weiter
lebt und webt, ist ihrem Wesen nach alles andere als eine frohe Gemeinschaft
von Christen, sondern eine aufs bedingungsloses Funktionieren ausgerichtete
Organisation, geteilt in Herrscher und Beherrschte, bedingungslos und blind
Gehorchende.
Motto: „Gehorsam ist
besser als Dienen!"
NICHT
der Herr Jesus Christus ist das Rückgrat dieser Organisation, sondern
der Stolz, dazuzugehören und die Angst, ein Versagen zuzugeben.
Das Motto, unter dem
marschiert wird, kann beliebig ausgewechselt werden, die Melodie kann beliebig
sein, was bleibt, ist der Gleichschritt. Die wahre Kirche dient in der Verherrlichung
Christi, die WTG dient in der Verherrlichung ihrer selbst
-H.G-
WAS
DIE FREUNDSCHAFT EINES ZEUGEN JEHOVAS WERT IST
Eine Chronologie
IM Betrieb, in dem
ich arbeite, fing ein Kollege an, der ZJ war. (Bruder G.) Wir lernten uns
schnell näher kennen, denn nach einiger Zeit arbeiteten wir zusammen
in einer Schicht und an einem Arbeitsplatz. Er war mir sehr sympathisch, wir
verstanden uns gut. Natürlich blieb es nicht aus, daß wir uns
auch über Glaubensfragen unterhielten, allerdings nie sehr intensiv.
Ich kannte seine Einstellung als ZJ und respektierte sie.
Anmerkung: Es geht bereits aus dem Bericht meines Vaters hervor, welches Verhältnis wir in der Familie zu den ZJ hatten. (Siehe CV 198, Januar 1986. „Was ich für Erfahrungen mit Zeugen Jehovas machte".) Die Beziehungen zu ihnen waren aber zu dieser Zeit schon 7 Jahre abgebrochen. Ich hatte demzufolge ziemlich klare Vorstellungen, wer die ZJ sind, welchen Standpunkt sie vertreten usw. Leider habe ich sie zur damaligen Zeit von einer anderen Seite kennengelernt, daß sie selbst das nicht halten, was sie anderen vorschreiben. Aber auch von seiten der WT-Organisation schien mir nicht alles in Ordnung zu sein. Immer wieder mußten Lehrmeinungen berichtigt werden, der sog. Endzeittermin 1975 war schon ca. 2 Jahre überfällig, das Einmischen in rein private Angelegenheiten des einzelnen usw. Mir wäre es nie in den Sinn gekommen, einen Menschen zu verurteilen, nur weil er ZJ ist. Welchen Glauben jeder hat, ist schließlich seine Sache. Zwischen mir und Bruder G. gab es genug gemeinsame Interessen. Bruder G. heiratete und suchte sich eine neue Arbeitsstelle. Es war unser beider Wunsch auch weiterhin in Verbindung zu bleiben. Er lud mich zu sich ein, ich besuchte ihn mehrere Male (von 1978 - 1980 viermal).
Ich hätte es gern gesehen, wenn auch er zu mir gekommen wäre. Wenn ich ihn daraufhin ansprach, war er im Prinzip daran schon interessiert. Machte ich aber dann einen konkreten Vorschlag, hatte er immer aus verschiedenen Gründen keine Zeit. Ich spürte es deutlich, daß er einen Besuch bei mir immer weiter vor sich herschob.
Anmerkung: Ich möchte hier einmal diese Verzögerungstaktik darstellen, mit der Bruder G. Einen Besuch bei mir immer wieder auf unbestimmte Zeit vor sich herschob. Ich habe alle Briefe von ihm gut aufgehoben und möchte teils wörtlich, teils zusammenfassend daraus zitieren, dabei jedes Mal kurz meine Reaktion darauf schildern.
17. 11. 80:
„Wenn es klappt, kommen wir mal Dich besuchen." (Mich hat
das natürlich gefreut.)
6. 7. 81:
„Wir laden Dich am 26. September zu uns ein." (Besuch erfolgte
von mir.)
6. 1. 82:
In einem ausführlichen Brief schreibt mir Bruder G.,
daß die Erfüllung der Prophezeiung der Bibel in bezug auf das
Ende der Welt immer näher rückt. Die Zeichen der Zeit sind erfüllt,
so schlimm wie heute war es noch nie usw. (Ich schreibe, was ich von solchen
„Endzeitprophezeiungen" halte und gehe speziell auf den 1975-Termin ein.)
15. 3. 83:
Er ist sehr an einem Gespräch über die Bibel mit
mir interessiert, möchte, daß ich zu ihm komme „… schreibe mir, wann es Dir paßt,
uns zu besuchen." (Da er nun offenbar Zeit und Interesse für mich hat,
lade ich ihn erneut zu mir ein.)
18. 3. 82:
Absage - keine Zeit,
er ist beim Tapezieren. (Ich mache sofort einen neuen Vorschlag!)
1. 4. 82:
„Ich kann leider vorläufig
nicht zu Dir kommen. Aus Gründen, die ich Dir jetzt in der Schnelle
nicht mitteilen kann." (Meinem Ärger mache ich nun Luft. Ich schreibe,
was ich über so ein Verhalten denke, daß es eines Christen unwürdig
ist und welche Meinung ich in dieser Beziehung von den ZJ habe.)
19. 4. 82:
Meine Anschuldigungen
gegen die ZJ sind Verleumdungen. Er wollte schon immer gern ein Heimbibelstudium
mit mir machen, nur ich müßte auch mehr Interesse zeigen. Sollte
das der Fall sein, würde er dafür sorgen, daß mir geholfen
wird.
Eventuell sollte das
dann ein anderer Bruder durchführen. (Ich mache klar, daß es mir
um eine Freundschaft geht, ohne daß die Weltanschauung im Vordergrund
steht und lade ihn erneut zu mir ein.)
6. 5. 82:
Er ist froh, daß
ich ihm nichts übelnehme und würde am 22. 5. 82 zu mir kommen! (Ich
bestätige seinen Brief. Nun hat es also nach so langer Zeit doch noch
geklappt, dachte ich.)
2 Tage zuvor:
Telefonische Absage!
Er möchte, daß wir uns woanders treffen!
Nach langem Hin und
Her trafen wir uns schließlich eines Tages, aber nicht bei mir zu Hause.
Er hatte noch einen anderen Bruder mitgebracht, und beide versuchten nun,
mich für ein Heimbibelstudium zu gewinnen. Nun endlich machte auch Bruder
G. deutlich, weshalb er mich nicht zu Hause besuchen wolle. Da mein Vater
nicht mehr bei den ZJ sei, kann er nicht zu mir kommen. Denn in unserem Hause
würde sich eine Begegnung zwischen meinem Vater und Bruder G. nicht
mit Sicherheit vermeiden lassen. Und das konnte und wollte ich ihm auch nicht
garantieren.
Auch
ein Besuch rein vom freundschaftlichen Aspekt her wäre sinnlos und vertanene
Zeit. Diese Zeit könne er mit anderen Leuten nutzbringender verbringen,
die wirklich Interesse an der „Wahrheit" haben.
DAS also war es, was
von einer Freundschaft übrig blieb, die nur Mittel zum Zweck war. Was
man da so fühlt und denkt, läßt sich nicht so leicht zu Papier
bringen. Aber so eine Enttäuschung vergißt man auch nicht so schnell.
- Ronald Lätzsch
-
CV-Anmerkung:
Die WTG entscheidet,
wer ein „Freund" sein darf oder nicht. Deshalb ist eine echte Freundschaft
unter Zeugen nicht möglich und auch nicht erwünscht!
DIE
BRIEFE
Ein Zeuge Jehovas besuchte
das CV-Büro Gera
ALS ich unlängst
Bekannte in Gera besuchte, nahm ich bei der Gelegenheit mir vor, das CV-Büro
aufzusuchen. CV ist ja bekanntlich eine Zeitschrift, die von Zeugen Jehovas,
so auch von mir, gern gelesen wird. Sicher findet nicht jeder Artikel darin
volle Zustimmung, denn darauf kommt es ja auch nicht an; wichtig ist darin
die kritische Auseinandersetzung mit der WTG-Literatur und ihrer Praktiken.
Den CV-Herausgeber näher kennenzulernen, sein Beweismaterial für
seine CV-Artikel zu prüfen und letztlich CV selbst gehörig zu kritisieren,
war eigentlich meine Absicht, doch etwas ganz anderes kam heraus:
Einen
Karton mit Briefen schob Herr Werner mir über den Tisch zu, als ich
gerade mit vollem Eifer meine ZJ-Brüder und unsere Gesellschaft zu rechtfertigen
versuchte, weil meiner Meinung nach einige Artikel über ZJ und besondere
Älteste in unserem Versammlungen diffamierend sind.
„Was soll ich damit",
fragte ich. „Schauen Sie sich das an. Es sind alles zurückgekommene Briefe
mit CV, die wir an Zeugen Jehovas und vornehmlich ihre Ältesten geschickt
haben."
SOFORT fielen mit die Umschläge mit ihren z. T. dicken und sogar rot geschriebenen Vermerken darauf auf. Ich nahm sie zur Hand und las. Sprachlos wurde ich, wohl auch rot und blaß, ich konnte mich selbst ja nicht sehen, aber daß Herr Werner und seine Mitarbeiterin mich aufmerksam beobachteten, merkte ich wohl. Ihr Schweine … Verräter … Ars … cher. Euch müßte man … Euer schwachsinniger Dreck … Für Mist kein Bedarf usw. Usw. Ein Haufen Briefe mit unanständigen Beschriftungen von Adressaten, die schamlos ihren Sprachschatz entblößten und so die für sie bestimmte Sendung der Post zurückgaben. Briefe verschiedenen Datums, aber alles der letzten Jahre. Ich öffnete verschiedene Briefe und prüfte den Inhalt. Da waren noch CV drin mit unglaublichen Randbemerkungen und Malereien. Briefe ohne Inhalt, aber von innen beschriebener Umschlag, Briefe mit unflätigen Beschuldigungen, dumm, naiv und höchst unsachlich. Auch ein Brief von einer mir bekannten Zeugin Jehovas war darunter, allerdings war er noch gemäßigt und erträglich, wenn ich die Person berücksichtige.
Ein Brief fiel mir besonders auf, weil er sich so dick und weich anfühlte - lauter kleine Papierfetzen von zerrisssenen CV waren darin! Ein anderer wegen seines ungewöhnlich schmutzigen Aussehens - Asche von verkohltem Papier, sicher von CV, befand sich darin. Ich mußte immer wieder mit dem Kopf schütteln, weil ich es einfach nicht glauben konnte, wozu Zeugen Jehovas und sogar Älteste auch fähig sein können. Meine Zweifel, ob es überhaupt auch Zeugen Jehovas sind, an welche die Sendungen gerichtet waren, zerstreuten die Versicherungen Herr Werners und auch der gefundene Brief einer Bekannten.
Ich
mußte mich schämen für die, die ich meine Brüder nenne.
UND nun, im Laufe des
Gespräches war es Herr Werner, der sich auch anders zeigte, als mancher
CV-Leser es einschätzen würde. Es sei nur ein kleiner Teil der
Briefe, die er mir zeigte, allerdings die schlimmsten. Der größte
Teil der an CV gerichteten Briefe sei anderen Inhalts; er weiß wohl,
daß nicht alle Zeugen Jehovas so sind. Auch behauptet CV ja nicht, daß
alles was die WTG sagt oder schreibt, durchweg schlecht ist; es gibt aber
leider .so manches, was kein Mensch so widerspruchslos von der WTG hinnehmen
kann.
Eben deswegen ist CV da, im Interesse der „wahren Wahrheit". Des weiteren versicherte er mir, daß Mitarbeiter von CV selbst mal ZJ im Geiste der WTG waren oder so leidlich noch sind, aber böse Erfahrungen oder Beobachtungen in ihrer Gemeinschaft machten und so zu Kritikern an WTG-Lehren und ihrem Verhalten wurden. Sie meinen nicht schweigen zu dürfen, wenn verkehrte und unbiblische Religionslehren verbreitet werden, welchen dann gesellschafteschädigende Praktiken sowie verhaltenentartendes Benehmen auf dem Fuße folgen. Dem konnte ich nur zustimmen.
AUCH
mir gefällt so manches nicht, was man uns ZJ von oben, d. h. von unserer
Gesellschaft, zumutet oder verlangt.
WÄHREND unserer
weiteren Unterhaltung hatte ich kaum noch Argumente. Es ist weder mir noch
CV bekannt, daß die WTG irgend etwas unternommen hat, worin ihre Mißbilligung
gegen derartige Antworten auf CV zum Ausdruck käme. Unsere Ältesten
sind doch sonst so eifrig und schnell bereit auszuschließen, aus der
Gemeinschaft. Es genügt schon z. B., sich als Leser von CV und ihrer
Ansichten zu bekennen und Zweifel an einigen Lehren der Gesellschaft zu haben
(deshalb bleibe ich für den Leser anonym) und schon wird so einer förmlich
der Inquisition unterzogen wie im Mittelalter. Aber schäbiges Benehmen
ist wohl nicht so schlimm. Es sieht gerade so aus, als wenn beleidigendes,
unverschämtes Auftreten gegenüber CV, ihrem Herausgeber und seine
Mitarbeiter geduldet. oder gar etwa begrüßt und gefördert
wird, und es stört nicht mal, daß jeder Postbote usw. es lesen
kann. Ob ein großer Teil derer, die sich Zeugen Jehovas nennen, denn
das Sich-schämen schon verlernt haben?
Möglich
schon. Die jahrelangen Belehrungen des Wachtturm mit Frage und Antwort, haben
uns ja im Laufe der Zeit schon so ziemlich abgebrüht gemacht. Aber nein,
nicht so soll es sein, liebe ZJ-Brüder!
Wenn uns schon der
Wachtturm nicht lehrt, was sich gehört und was Anstand ist, so sollte
wenigstens unser Herz, wenn es noch nicht verdorben ist, es tun. „Was ihr
wollt das euch die Menschen tun, das tut auch ihr ihnen" lehrte Jesus. Habt
ihr davon noch nichts gehört? Oder wollt ihr etwa zu Unrecht von CV
beschimpft und beleidigt worden? Solchen Gefallen hat euch CV noch nicht
getan! „Liebet eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen und verfolgen"
ist ein weiterer Grundsatz christlicher Lehre. Sicher wird keiner darunter
verstehen, daß wir CV um den Hals fallen sollen, aber mindestens sich
mal anzuhören oder durchzulesen, was uns einige vorzuwerfen und zu sagen
haben und warum.
ALSO
liebe ZJ-Brüder, wenn ihr euch gedrängt fühlt CV mal zu antworten,
wenn ihr es nicht mehr aushalten könnt stillzusein und so zu tun als
ginge euch das alles gar nichts an, was CV veröffentlicht' und ihr möchtet
eine Sendung zurückschicken, so tut es dann auf eine anständige
Weise.
Vielen Dank! Euer Bruder
…
- eingesandt -
FRAGEN
- MEINUNGEN - HINWEISE - ANTWORTEN
SIE VERKÜNDIGTEN,
UM ZU ERBEN
Wir möchten heute
über einige Geschehnisse in der Versammlung Torgelow berichten.
Bruder A. ist schon
viele Jahre ein Zeuge. Er ist als ein eifriger Verfechter des Glaubens bekannt.
Deshalb wurde er auch Ältester. Er ist durch die Schulungen d er ZJ
gegangen, um-sich mit Wissen, Herz und Seele für sie einsetzen zu können.
Trotzdem: Zwei Söhne von Bruder A. sind kein; Zeugen geworden.
Nun
will ich über die Tatsachen berichten die nicht im Sinne der Bibel sind.
- Ich meine das Streben nach irdischen Gütern.
Die Familie A. hat
ein Haus in Löcknitz geerbt. Dort betreuten sie ein ZJ-Ehepaar. Als
dieses verstorben war, erbten sie. Als sie einziehen wollten, erhielten sie
kein Wohnrecht. So mußten sie wieder in ihre Wohnung zurück. Das
Haus verkauften sie und kauften dafür ein Auto. Auf den Geschmack gekommen
versuchten sie weiter ihr Glück. In Heinricheruh fanden sie ein älteres
Ehepaar. Hausbesitzer! Sie wurden oft besucht um zu verkündigen. Die
alten Leute gewöhnten sich an den ZJ-Besuch.
Nach einiger Zeit starb der Mann. Die Frau wurde weiter betreut. Ein Testament machte sie jedoch nicht. Es wurde der Frau beigebracht, wie schön es doch in einem Pflegeheim sei. Es dauerte auch nicht lange und sie war in einem Heim untergebracht. Wie das vor sich ging, ist noch ein Rätsel. Als das Haus frei war, fühlte sich die Familie A. als Hausbesitzer.
Als
erstes pflanzten sie 40 Rosenstöcke.
Dieses Tun fiel aber
auf, denn. es waren noch Verwandte im Dorf, welche sich an den Bürgermeister
wandten. Beim nächsten Kommen wurde die Familie A des Hauses verwiesen.
Das war ein Schock.
Sie rissen sofort die
Rosenstöcke raus und wollten verschwinden. Doch sie mußten zum
Bürgermeister, um Rede und Antwort für ihre Handlungsweise zu geben.
Das Resultat war: Sie wurden des Dorfes verwiesen.
Heute
besitzt die Familie A. ein Haus. Übrigens gingen die Zeugen zielbewußt
beim Verkündigen vor. Jugendliche wurden aufgesucht, um sie vom Wehrdienst
abzuhalten, Menschen, wo jemand aus der Familie gestorben war, die also Kummer
hatten. Vor allem aber wurden Leute aufgesucht, die mit der Obrigkeit in
irgendeiner Weise unzufrieden waren denn dort man hoffte man auf ein offenes
Ohr. Die Zeugen gingen durchaus nicht nur so von Haus zu Haus! Was soll eigentlich
Haus und Auto? In Harmagedon geht doch alles kaputt! Sie sollen doch Schätze
im Himmel sammeln,. denn nur die haben Bestand. Glauben sie ihrer Lehre nicht
so ganz? Oder haben sie mitbekommen daß die WTG sich auch vieles schenken
läßt? Sie sammeln Schätze, weil sie auch nur Menschen sind!
Sind die Zeugen nun also bessere Menschen als die übrige Welt?
-E.I B T.-
Liebe
Brüder und Schwestern!
Wir danken Euch ganz
herzlich für die uns zugesandten Spenden, die uns immer wieder helfen,
unser Werk zu verrichten.
Studiengruppe CV
„Christliche
Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement:
2.- M; Versand auch kostenlos
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A 156/86 V 7 1 163
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