"Christliche Verantwortung" zusammengefasst 1986 Teil I

CV 198 - 203

Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 198
In dieser Ausgabe unter anderem. Ein Kommentar zu dem Mitglied der „Leitenden Körperschaft" der Zeugen Jehovas, Martin Pötzinger. Als sonderlich „gehaltvoll" kann man den wohl mit Sicherheit nicht bezeichnen. Aber damit bleibt die CV sich in ihrer Gesamttendenz, auch bei diesem Beispiel, treu.

CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 198 GERA JANUAR 1986

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT Nr. 15 und 16/85
ERFAHRUNGEN MIT ZEUGEN
Ein Brief aus Heimsgrün
WAS IST „HARMAGEDON" WIRKLICH?
Vier „bunte" Wachttürme
DENKVERBOT BEI DEN ZJ?
Brief eines jungen Christen
MARTIN PÖTZINGER - MITGLIED DER LEITENDEN KÖRPERSCHAFT

FÜR DIE NEUORIENTIERUNG DER ZEUGEN JEHOVAS
AUCH DU BIST EIN SOZIALES MENSCHLICHES WESEN!
Liebe Brüder und Schwestern
WIEDER wollen wir uns Gedanken machen, wie es nach einer Abkehr von unkritischer WTG-Hörigkeit christlich weitergehen kann. In der Tat, von bloßer WT-Gegnerschaft kann man nicht leben. Es erhebt sich unerbittlich die Frage, was dann, wohin gehen, was dann tun. Es ist Familie da, es sind ..Kinder da, es muß Orientierung sein.
Ja, darum geht es.

UNERLÄSSLICH,
IMMER DEN HINTERGRUND ZU SEHEN
PSALM 90:10 hat die WT-Endzeitlehre seit 1914, eigentlich schon seit 1874 und davor seit 1799 (Die Harfe Gottes) zeitlich endgültig als Legende erwiesen. Guten Gewissens kann damit keiner mehr unter die Mitmenschen gehen. Diese Erkenntnis ist der entscheidende WT-Hintergrund, der unerbittlich dasteht. Von dem ausgegangen werden muß. Vor dem alles gesehen und entschieden werden muß. Alles andere ist zweitrangig. Die WTG ist eine sog. endzeitliche Bewegung! Das ist das Kriterium! Damit steht oder fällt sie! Stimmt ihre Endzeitverkündigung, dann stimmt alles! Ist sie haltlos, dann zählt nicht anderes! So steht die Frage! Alle moralischen Ansprüche, die die WTG erhebt, wie Lauterkeit, Treue, Einheit, Reinheit, Demut usw. usw. kann jede andere Gemeinschaft und Organisation ebenfalls für sich in Anspruch nehmen und tut es auch, und oft mit größerem Ergebnis als die WTG. Es bleibt die Frage: Wofür, für wen, für was. Nehmen wir nur Lauterkeit und Treue, die 1985 wieder in den Vordergrund gehoben werden. Tausende andere bewahrten für ihre Sache ebenfalls Lauterkeit und Treue, auch bis in den Tod! Manche für eine falsche Sache, unzählige andererseits z. B. für die Befreiung der Menschheit vom Faschismus, die auch vielen WT-Zeugen zugute kam.

So bleibt die entscheidende Frage wofür. Bei der WTG ist dies die als haltlose Legende erwiesene Endzeitverkündigung, vor der wir alles sehen müssen, über 70 Jahre nach 1914, über 100 Jahre nach 1874, fast 200 Jahre nach 1799. Ein WTG-Endzeitweg, an dessen Rand „Millionen" liegen, die „nicht mehr sterben" sollten, tot und vergangen. Es ist unerläßlich, alles vor diesem Hintergrund zu sehen!

WOVOR WIR SEIT 1935 STEHEN
WIR stehen zunächst vor folgender Tatsache, die jeder bei sich selbst feststellen kann. Die WTG hat mit ihrer Endzeitlegende besonders seit 1935 den eigentlichen neutestamentlichen christlichen Glauben in nur „einer Hoffnung" (Eph. 4:4) der Masse ihrer Zeugen gründlich aus den Köpfen entfernt. Sie können nur noch „irdisch" glauben. Für die allein christliche Hoffnung, die himmlische, haben sie keine „Antenne" mehr, keinen Zugang, kein persönliches Bedürfnis mehr. Wiewohl sie subjektiv Christen sein wollen, entsprechen sie dem Evangelium Jesu Christi und der Apostel nicht mehr. Dies ist übrigens einer der Hauptgründe für den Aufstand des Gewissens mit Raymond V. Franz in der leitenden Körperschaft gegen die WTG in Brooklyn. Also Herz und Sinn sind nur noch auf das Irdische gerichtet. Nun ist dies aber zu einer seit dem 1799-Termin Generation um Generation hoffnungslos einhergeschobenen Legende geworden, zwischen den Zeilen lesbar bereits ins nächste Jahrtausend.

VON DER SOZIALEN ENTWICKLUNG
IMMER WIEDER ÜBER DEN HAUFEN GEWORFEN
FÜR keine Generation seit 1799 ist die paradiesische „Erfüllung" als Lösung aller sozialen Probleme eingetreten. Das Leben ging und geht unerbittlich seinen schöpfungsbedingten sozialen Gang, dem auch jeder WT-Zeuge auf Gedeih oder Vederb unterworfen ist. Auch er würde bei bloßem Beten und Verkündigen verhungern. Auch er kann nur leben, wo eine die Menschen betreffende Ordnung (1. Petr. 2:13 die sozialen Bedürfnisse aller hinreichend befriedigt und berücksichtigt. Das muß man doch einmal erkennen! Die Paradiesverkündigung der WTG wanderte Generation um Generation auf den Müllhaufen der Geschichte zur Enttäuschung von Millionen. Jeder, der zurückschaut, sieht diesen Scherbenhaufen! Wem soll zugemutet werden, sich weitere daraufzustellen? Das heißt, es geht darum, endlich als Christ sozial zu Verstand zu kommen! Endlich real zu denken und nicht länger Legenden und Illusionen über das soziale Leben nachzulaufen. Letztlich ist das jeder auch seinen eigenen Kindern schuldig, Wir stehen vor dem nächsten Jahrtausend!

GLAUBE OHNE WERKE IST TOT
MIT ihrem Kampf gegen die Beteiligung an einer „Verbesserung der Zustände" (ZJ im 20. Jahrhundert, 1978) hat die WTG natürlich soziales Denken grundlegend zerstört. Es kommt angesichts der Haltlosigkeit der WT-Paradiesversprechen seit 1799 als erstes wohl darauf an, wieder wirkliches Verständnis in sozialer Hinsicht zu bekommen. Anregungen, sich als Christ das anzueignen, gibt das Leben tagtäglich im Kleinen wie im Großen. Betrachtet man es vor dem haltlosen WT-Hintergrund, fallen förmlich Schuppen von den Augen.

DA sind z. B. vielerorts in unserem Lande die diakonischen bzw. karitativen Einrichtungen ev. und kath. Christen. Wollten sie je der WT-Endzeitlegende folgen, hätten sie ihre Schützlinge auf die Straße setzen müssen! Die Samariteranstalten in Fürstenwalde, die Neinstedter Anstalten, die Lobetaler Anstalten, die Franckeschen Stiftungen in Halle, die Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg, das kath. Hedwigskrankenhaus in Berlin, das kath. Entbindungsheim in Berlin und und und, alles müßte geschlossen werden! Das sind doch Zumutungen an den Verstand!

ODER verfolgt das Ringen in den Entwicklungsländern, aus dem Elend herauszukommen. Jeder Fernsehapparat liefert das ins Haus. Sollten sie auf den WT-Endzeitscherbenhaufen seit 1799 setzen?
WOLLTEN in unserem Land alle Menschen, die doch von den WT-Zeugen angesprochen sein oder werden sollen, den WT-Bedingungen folgen.. so würde dar gesamte Staatshaushalt zusammenbrechen, weil ja nach dem WT keiner mehr Politik treiben durfte Das wäre in jedem Land der Fall! Das wäre ja schon seit 1799, 1874 oder 1914 internationale Anarchie, wenn die WTG da nicht überall die politische Macht und Verantwortung übernommen hätte, was sie aber auch nicht will! Das ist doch ein absurder Teufelskreis, den man keinem sozial vernünftig denkenden Menschen zumuten kann! In jedem Land, von den USA über die BRD, die DDR bis Sowjetunion besteht sogar biblisch rechtmäßig (Römer 13:1-7; 1. Petrus 2:13) eine „die Menschen betreffende Ordnung", die es nicht gäbe, wollten die Menschen dort alle zu den WT-Bedingungen „errettet" werden, was die Politik oder das Soziale betrifft Das reißt doch von den Sitzen hoch! Die WTG verlangt ja hier, den Verstand abzugeben

ALSO ÜBERALL
DIE SOZIALE FRAGE ZUR DISKUSSION STELLEN!
DENN auch der Christenmensch ist ein soziales Wesen. Diese Frage vor dem Hintergrund der haltlosen WT-Endzeit seit 1799, und du wirst über dich noch staunen! Diese Frage ist unverzichtbar, weil sie sage und schreibe das eigene physische Leben betrifft, denn der Mensch lebt nach Christi eigenen Worten zuerst „vom Brot". Ein Verhungerter kann keine Gebote mehr halten. Es heißt in der Bibel als Maßstab für alle Menschen:

„Wenn ein Bruder oder eine Schwester keine Kleidung hat und an der täglichen Nahrung Mangel leidet, und einer von euch zu ihnen sagt: Geht hin in Frieden, wärmt euch und eßt euch satt, ohne ihnen das, was zur Befriedigung der leiblichen Bedürfnisse nötig ist, zu geben, welchen Nutzen hat das für sie? Willst du wohl einsehen, du gedankenloser Mensch, daß der Glaube ohne Werke unnütz ist?" (Jakobus 2:15,16,20)

HABEN wir so in Herz und Sinn Klarheit geschaffen, Schritt für Schritt, durch Überprüfung an der Wirklichkeit des Lebens, dann können wir als Christen weitergehen. ohne die WTG-Unmündigkeit, als „in der Urteilskraft gereifte Menschen". (1. Korinther 14.20)
UNSER Forum soll helfen, das zu erreichen. Schreibt uns dazu. - CV-Geschwister

TREFFEN IN PRAG
Vl. Allchristliche Friedensversammlung
DIESE Versammlung stand unter dem Thema:
„Gott ruft: Wählt das Leben - Die Stunde eilt! Christen im Widerstand gegen die Mächte des Todes - auf dem Wege zu Frieden und Gerechtigkeit für alle."
DEM Ruf folgten mehr als 800 Delegierte aus fast 100 Ländern aller Kontinente. Erstmals wurden auch Gäste anderer Weltreligionen begrüßt und ein gemeinsames Seminar veranstaltet.

Leider folgten die Zeugen Jehovas nicht dem Ruf und hielten sich wieder mal abseits. Daß es nicht nur ein rein politisches Forum war, beweist die Tatsache, daß man sich ein biblisches Unterthema stellte, mit dem man arbeitete. Dieses wurde aus dem Johannesevangelium entnommen:
„Ich bin gekommen, daß sie (meine Schafe) Leben und volle Genüge haben sollen." (Johannes, 10:6)
Doch gerade hier wird nun sichtbar, warum kein Zeuge Jehovas in Prag teilnahm. Wird doch jedem Zeugen durch die WTG klargemacht, daß nur er zu den Schafen gehört, die in die Hürde aufgenommen werden. Warum soll er sich nun mit den Andersgläubigen verständigen, wie die Schöpfung auf dieser Erde vor einem nuklearen Vernichtungsschlag zu bewahren ist, wenn Gott und seine Heerscharen im Krieg von Harmagedon sie trotzdem vernichten wird.

Ist diese Konsequenz nicht grausam?
Verfolgt man diese Konsequenz weiter, muß man zu der Feststellung kommen, daß man für das 'Ich" im 10. Kapitel des Johannesevangeliums WTG statt Jesus Christus setzen muß, um der Interpretation der Gesellschaft in Brooklyn gerecht zu werden. Doch ist allein Jesus der "gute Hirte" und "die Tür".
Jesus ist gekommen, daß "sie" Leben und Überfluß haben. Heißt sie - alle - so wie es viele Christen, einschließlich der Christlichen Friedenskonferenz versteht? Ich meine auch, Jesus meint ALLE, die ihn annehmen ohne jede konfessionelle Schranke (Johannes 11:25,26).

IN Johannes 10:10 markiert Jesus ein Ziel, ewiges Leben. Er hat das Recht und die Möglichkeit von sich zu sagen "ich bin das Leben". Doch haben Menschen und Organisationen, auch die WTG, nicht das Recht zu behaupten, ihr Weg führe zum ewigen Leben. Allerdings können wir Leben auf dieser Erde retten und dazu sind wir auch verpflichtet, wenn uns Jesus ein Vorbild. ist. Ein globales Problem stellt in unserer Zeit die Gefahr einer nuklearen Selbstvernichtung, nun auch bald aus dem Kosmos dar. Um sich über Fragen und Probleme, die Christen bei einer gemeinsamen Friedenssicherung haben, zu verständigen, traf man sich in. Prag . Großen Wert wurde auf das Problem der ungerechten Verteilung in der Welt gelegt, was wohl der wichtigste Grund für die Verschärfung der Weltlege ist. Gerade hier kann sich, muß sich jeder Mensch engagieren, um die Not auf dieser Welt zu lindern. Doch dazu muß man tolerant sein und sich zusammentun.

IN einem Dokument, welches auf der VI. Allchristlichen Friedensversammlung verabschiedet wurde, wird auf Bezug des anwachsenden Rüstens festgestellt:
"Wir können die Gefahr abwenden, wenn Menschen guten Willens, ..., gemeinsam Widerstand leisten gegen die Rüstung auf der Erde und im Himmel."
-F.H.H.-

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WACHTTÜRME NR. 15 UND 16/1985
FRAGEN VON LESERN
"Wie wirkt der heilige Geist bei der Ernennung von Ältesten mit der heutigen leitenden Körperschaft zusammen?"
VERWORRENE ANTWORTEN AUF EINE KLARE FRAGE
EINE tatsächlich sehr interessante Frage, die ein Leser der WTG stellt. Oder sieht sich Brooklyn veranlaßt, auf die umfangreichen Darstellungen zu diesem Thema die in unserer Schrift CV veröffentlicht wurden, zu reagieren?

Auf jeden Fall tut man sich bei der Beantwortung dieser an sich sehr einfachen Frage schwer. Die Abhandlung in diesem WT beginnt mit einer unkorrekten Behauptung:
"Paulus erklärte nicht im einzelnen, wie Gottes Geist bei solchen Ernennungen wirkte." (S. 31)

ZWEI Sätze weiter wird Apostelgeschichte 15:28 zitiert, wo eindeutig gesagt wird, daß in einem Streitfall
1. der heilige Geist und
2. die Apostel
eine Entscheidung trafen.
Ist diese Schilderung nicht deutlich genug? Welche Einzelheiten braucht die WTG noch?
Und noch eine Frage drängt sich diesbezüglich auf:

Warum giert die leitende Körperschaft nach Einzelheiten, wenn sie diese aus ihrer angeblichen heutigen Praxis viel besser wissen müßte? Könnte sie jetzt nicht bis ins kleinste Detail diesen Vorgang schildern?
Nach umständlichen Erklärungen zu dem Fall aus Apostelgeschichte Kapitel 15 kommt man in der Mitte des Artikels endlich zu dem "springenden Punkt":
"Darüber hinaus handelte es sich bei den Aposteln und älteren Männern in Jerusalem, die die leitende Körperschaft bildeten, um Christen, die mit heiligem Geist gesalbt waren ..."

Ja, diese Menschen waren tatsächlich mit heiligem Geist und viele ihrer Zeitgenossen waren bei der Ausgießung des heiligen Geistes Zeugen (Apg. 10:44-46). Möge sich jeder ZJ im stillen fragen, wie es in dieser Hinsicht mit der heutigen, leitenden Körperschaft bestellt ist.

VOM HEILIGEN GEIST KEINE SPUR
NUN wird plötzlich von der WTG eine Behauptung in den Raum gestellt, die zwar für sie nützlich wäre, ansonsten aber: durch nichts zu beweisen ist:
Die Glieder der leitenden Körperschaft des 1. Jahrhunderts hätten keine hörbare Anweisung vom Himmel empfangen.
Damit will man die heutige Situation im leitenden Gremium der ZJ in Brooklyn bestätigen. Oder machen sich gar Franz und seine Leitung selber etwas vor?

Fest steht eines:
Eine real existierende Verbindung zu irgendwelchen himmlischen Mächten hat die WTG nicht!
DEN Rest des Artikels kann man sich nach dieser Feststellung getrost ersparen.
Wie die Ältesten von der WTG ernannt werden, ist hinlänglich bekannt. Bekannt ist auch, daß viele nach Jahren von ihrer Funktion abberufen werden müssen bzw. sogar ausgeschlossen werden.

Weniger gern gibt die WTG zu, daß ihr leitendes Gremium (einschließlich-des Präsidenten) ganz einfach und schnöde nach dem ansonsten verhaßten demokratischen Prinzip gewählt werden. Und eine Wahl geht bekanntlich auch ohne den heiligen Geist vonstatten.

WACHTTURM NR. 16/1985
STUDIENARTIKEL
"Die größte Chance der Jugend'
SCHWARZ-WEISS-MALEREI
OHNE JEDE SCHATTIERUNG
DIESER Wachtturm soll ZJ-Jugendliche anspornen, den von der WTG vorgeschriebenen Weg einzuhalten. Das heißt: Perspektive ist für sie der Vollzeit-, Missionar- oder Betheldienst. Eine weltliche Berufsausbildung wird in Frage gestellt, ein Studium an einer Hoch- oder Fachschule ist verpönt (S. 20).

Während man den Dienst für den "treuen Knecht" in rosa-roten Farben schildert, wird an der "Welt" kein heiles Haar gelassen. Im Extremfall liest das sich dann so:
"'Was nur aus denen geworden ist, mit denen ich befreundet war, bevor ich anfing, die Bibel zu studieren' erklärte eine 24jährige Christin. 'Die Hälfte von ihnen ist im Gefängnis. Die meisten sind drogenabhängig, und viele von den Mädchen haben ein uneheliches Kind. Ihr Leben ist ein Chaos. Einige sind sogar schon tot. Ich bin so dankbar, daß ich auf mein Leben stolz sein kann.." (S. 14)

So sieht es also aus:
Während die eine Hälfte der Weltmenschen im Knast sitzt, nehmen die anderen Drogen, huren rum oder sind tot.

Laut S. 11 ist das aber noch nicht alles:
Viele Jugendliche seien depressiv und begehen Selbstmorde bzw. Selbstmordversuche. Der Rest wird in Nervenkliniken eingeliefert.
So sieht also die WTG ihre Mitmenschen, besser gesagt: so möchte sie sie sehen.
Mit Scheuklappen vor den Augen sieht sie nicht die vielen Personen, die sich um das Wohl der Menschheit - nicht zuletzt auch um das der ZJ - bemühen.

WTG SOLLTE ÜBER SICH SELBST NACHDENKEN
IST dir wirklich eine solche Schwarz-Weiß-Malerei recht? Kennst du nicht auch Menschen, die zwar nicht deinen Glauben vertreten, sonst aber ein moralisch einwandfreies Leben führen, die fleißig arbeiten und die die Ideale anderer respektieren? Warum weist die WTG nur auf eine Seite der Medaille, während sie die andere so gut wie nicht berücksichtigt?

Zum anderen.: Nervenkliniken sind Zeugen auch von innen gut bekannt, denn nicht wenige befinden sich in nervenärztlicher Behandlung Sie sind vielfach depressiv veranlagt. WT und ERWACHET nahmen sich dieses Themas notwendigerweise schon des öfteren an, ohne die Ursache - den WT-Glauben anzusprechen. Geben tut es auch Selbstmorde unter Zeugen Jehovas. Bekannt geworden ist bis jetzt sicher nur die Spitze eines Eisberges.

Mit Hurerei, Ehebruch und unehelichen Kindern müssen sich die Rechtskomitees der ZJ am laufenden Band befassen. In der Regel werden die "Sünder" ausgeschlossen. Und dann zeigt man mit dem Finger auf die "Welt", in der sich unter anderen auch die gestrauchelten Zeugen befinden, denen man nicht helfen wollte oder konnte.

DAS "ENDE DER WELT" STEHT BEVOR!
18. Kapitel "Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben"
"Sage uns, wann wird das geschehen? Und welches wird das Zeichen sein deines Kommens und der Vollendung der Weltzeit?" (Matthäus 24:3)
DIESE eindeutige und klare Frage der Jünger Jesu an ihren Herrn ist von so gewaltiger Bedeutung, daß nur die richtige, von der Schrift her getragene Antwort auch für uns heute von größter Wichtigkeit ist. Die erklärenden Worte Jesu über die letzten Ereignisse dieser Weltzeit eröffnen nur dann ein umfassendes Verständnis, wenn sie in ihrer ureigensten Sinn und Wortbedeutung interpretiert und verstanden werden. Eine vorgefaßte Lehrmeinung, ganz gleich welcher Art, kann nur Verwirrung stiften.

Zunächst wird Jesus nach dem Zeichen, mit dem sich die Parusia und die Vollendung der Weltzeit verbindet, gefragt. Seine Antwort bezieht sich daher zwangsläufig auf diese beiden Ereignisse und gleitet nicht in irgendwelche Weltgeschehnisse ab, die als Folgeerscheinung für die gesamte, schon zwei Jahrtausende währende Endzeitgeschichte charakteristisch sind.

PARUSIA
DIE Übersetzung dieses griechischen Wortes ist vielschichtig. Der Begriff "Gegenwart" reicht bei weitem nicht aus. Vielmehr gehört in erster Linie zur "Gegenwart" ihr eigentlicher Beginn. Deshalb erklären alle Wörterbuchautoren des neutestamentlichen Griechisch die Vokabel "Parusia" nicht nur mit "Gegenwart", sondern ganz besonders mit "Kommen", "Ankunft und Wiederkunft". Das ist gewiß logisch, denn jede Gegenwart, auch die unseres Herrn Jesus Christus, beginnt mit dem Kommen des Betreffenden. Weil nun die Jünger Jesu ihre Frage nach seiner Parusia mit der Vollendung der Weltzeit in Zusammenhang brachten, muß sich Jesu Antwort auf sein tatsächliches und sichtbares Kommen am Ende dieser Weltzeit ohne vorherige unsichtbare Gegenwartsperiode bezogen haben. Da sich diese Welt bis zum heutigen Tage immer noch dreht, ergibt sich daraus der Schluß, eine unsichtbare Gegenwart des Herrn seit 1914 ist unmöglich, denn diese begann bereits nach der Himmelfahrt Jesu Christi in Gestalt des heiligen Geistes (Joh. 14:16, 26; Matth. 28:20).
So bleibt für uns Christen weiterhin die lebendige Hoffnung auf die Wiederkunft Jesu Christi bestehen.

SEMEION
AM Ende dieser Weltzeit werden verschiedene Zeichen am oder vom Himmel her eine bedeutsam Rolle spielen (Offb. 12:1,3; 13:13; 15:1). Eines davon wird der sichtbaren Wiederkunft Jesu Christi mit großer Kraft und Herrlichkeit unmittelbar vorausgehen (Apg. 1:9-11; Matth. 24:30. Offb. 19: 11-13). Und genau nach diesem Zeichen haben ihn seine Jünger auf dem Ölberge gefragt (Matth. 24:3). Jesu Antwort darauf lesen wir im 30. Vers des gleichen Kapitels. Dieses Zeichen wird ein ganz persönliches, das Zeichen des Menschensohnes sein, welches seine Wiederkunft einleiten wird.

Der griechische Text in Matth. 24:3,30 gebraucht die Worte "to semeionu, welche eindeutig in der Einzahl stehen und nur mit "das Zeichen" übersetzt werden dürfen. Mit welcher Berechtigung konstruiert daraus der "Sklave" ein kombiniertes also in der Mehrzahl stehendes Endzeitzeichen? Für diesen Akt der Willkür gibt es nur eine Erklärung: Der Leser der WT-Literatur soll bewußt getäuscht und von der tatsächlichen sichtbaren und noch ausstehenden Wiederkunft des Herrn abgelenkt werden. Mehr noch die von Jesus genannten Kriege, Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben werden nicht, wie es richtig wäre, als weltweite Ereignisse der nunmehr zweitausendjährigen Endzeitgeschichte gewertet, sondern fälschlich als das aus mehreren kombiniert auftretenden Endzeitzeichen der Öffentlichkeit verkauft. Es liegt offensichtlich eine mutwillige Verwechslung zwischen dem Zeichen des Menschensohnes und den negativen Endzeitereignissen vor.

Es gehört wohl zu den einfachsten Notwendigkeiten, wenn man einen Bibeltext richtig verstehen will, ihn zunächst genau und unvoreingenommen zu lesen. Wer dies versäumt, wird schwerlich hinter den Wahrheitsgehalt des Wortes Gottes kommen, dafür aber um so leichter eine Beute für geistliche Verführer werden, zu denen auch der sogenannte „treue und verständige Sklave" gehört.
-M. S. H-

MARTIN PÖTZINGER
Das Mitglied der leitenden Körperschaft
JESUS
KOMMT IHM ÜBERHAUPT NICHT IN DEN SINN
IM WT vom 1.3.1970 stellt sich Martin Pötzinger aus der BRD, jetzt Mitglied der leitenden Körperschaft in Brooklyn, der Weltöffentlichkeit persönlich vor mit der „Erzählung": „Der Führung Jehovas gedenken". Zu den ZJ, damals Bibelforscher, war er erst 1926, also nach der WTG-Weltendeirrlehre von 1925 gekommen.

Er faßt seinen Lebensbericht bis 1970 unter die Themen „Die Verantwortung erkannt", 'Vollzeitdienst", „Predigttätigkeit in anderen Ländern", „Zurück in die Höhle des Löwen", „Freude am Morgen" und „Weitere Segnungen". Als Kenner der Sache erschreckt man, wenn man das liest. Dieser Mann ist Mitglied der leitenden Körperschaft der Weltorganisation der WTG für alle ZJ. Man sollte erwarten, daß sein Bericht ein vorbildliches christliches Leben und Wirken ausstrahlt, eine Nachfolge in den Fußstapfen Jesu Christi, wie es die Schrift fordert. (Apg. 1:8) Indessen stellt er sich vor als ein purer alttestamentlicher Gottesstreiter, wobei ihm Jesus mit keiner Silbe und keinem Vers in den Sinn kommt! Man erkennt überhaupt nicht, ob das ein Christ ist, der sich da weltweit vorstellt! Ein paar alttestamentliche Propheten und Sprüche zitiert er, wie Amos und Jesaja, Sprüche noch. Dann verläßt er die Bibel, um sich und das Werk der WTG zu rühmen.

Eigentlich ist das typisch für die Rutherford-Generation der ZJ, die im Prinzip vom selbständigen Bibelforschen abgebracht wurden, um nur noch Zeugen dessen zu sein, was die WTG „erforscht", mit dem puren alttestamentlichen Namen „Zeugen Jehovas" belegt. Pötzingers Erzählung ist eine treffende Veranschaulichung dafür, daß sie seitdem kein echter Geist Christi mehr beherrscht, sonst könnte er keine Lebensgeschichte schreiben, wobei ihm Jesus nicht mit einer Silbe in den Sinn kommt. Ihr Glaube gilt eben in erster Linie der Organisation, damit steht und fällt für sie alles, auch Jesus selbst. Wird sich Martin Pötzinger durch diesen CV-Artikel angesprochen fühlen und sich bald „korrigiert" vorstellen?
-eingesandt-

WAS IST „HARMAGEDON" WIRKLICH?
Zu Beginn des Jahres 1985 erschienen zum ersten Mal einige Nummern der Zeitschrift „Der Wachtturm" mit Farbphotos auf der Titelseite. Ausgerechnet „Harmagedon" war das Leitthema dieser vier Hefte. Hatte die Wachtturm-Gesellschaft einen Grund, gerade dieses Thema besonders herauszuheben und ihm einen so großen Raum zu widmen?

Die Antwort scheint relativ einfach zu sein: Die Weltuntergangsstimmung nimmt zu, besonders in Amerika. Diese Gelegenheit benützt die Wachtturm-Gesellschaft, um sich erneut im Gegensatz zu den übrigen Christen zu profilieren, Diesmal setzt sie sich speziell vom biblizistisch-fundamentalistischen Flügel ab: In endzeitlich ausgerichteten Kreisen, die durch Äußerungen des US-Präsidenten Reagan Auftrieb bekommen haben, wird die befürchtete Atom-Katastrophe mit dem biblischen „Harmagedon", der apokalyptischen „Schlacht des großen Tages Gottes, des Allmächtigen" (Off. 16,14-16; vgl. 19,11 ff) gleichgesetzt. Man glaubt, die Prophezeiung 2. Petr. 3,10 werde sich buchstäblich erfüllen: 'Dann werden die Himmel zerbersten mit großem Krachen; die Elemente werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden verbrennen."

In der Tat, für viele biblizistisch-fundamentalistische Christen ist der globale atomare Holocaust in der Bibel vorausgesagt. „Der Wachtturm" fragt nun: Ist das wahr? Diese Erwartung steht nämlich dem Glauben der Zeugen Jehovas entgegen, aus zwei Gründen: Jehovas Zeugen glauben nicht an ein Vergehen von Himmel und Erde am „Jüngsten Tage" (Offb. 20,11; 21,1), dann sie erwarten, daß unsere Erde wieder zum Paradies wird. Auch gehören sie nicht zu jenen, die die „Entrückung" lehren (1. Thess. 4,17). Vielmehr erwarten sie, daß die treuen Zeugen Jehovas hier auf Erden vor allem Leid bewahrt bleiben. Also kann es nicht zu einer nuklearen Katastrophe kommen!

Und doch steht für sie „Harmagedon" vor der Tür. Allein, dieser „Tag Jehovas" wird von anderer Art sein. So liest man's im „Wachtturm" vom 1.1.1985 und in „Erwachet!" vom 22.3.1984: „Ein nuklearer Holocaust wäre ein menschlicher Krieg", in dem die feindlichen Nationen gegeneinander kämpfen. Harmagedon aber ist „Gottes Krieg", in dem „die Heere des Himmels … unter der Befehlsgewalt Jesu Christi" gegen die Mächtigen der ganzen Erde streiten. -

Der Holocaust wäre ein ungerechter Krieg, „in dem sowohl Gute als auch Böse vernichtet würden"; Harmagedon dagegen ist „ein Krieg, in dem nur die Bösen vernichtet werden". -
Ein nuklearer Holocaust würde aller Wahrscheinlichkeit nach allem Leben ein Ende bereiten. Harmagedon jedoch „wird die Erde nicht zugrunde richten", denn „der allmächtige Gott, Jehova, … bildete die Erde, 'damit sie auch bewohnt werde' (Jes. 45.18)".

Nach alledem „wird Harmagedon kein Weltkrieg sein, in dem sich zwei gegnerische Supermächte feindlich gegenüberstehen". Es wird auch „kein Krieg im Nahen Osten" sein, denn „Harmagedon ist kein geographischer Ort". Das Wort bezeichnet vielmehr eine „weltweite Situation", in der sich alle Mächtigen dieser Welt gegen den rechtmäßigen Herrscher Jesus Christus kehren.

Scheinbar verkündet „Der Wachtturm" also eine beruhigende Botschaft: „Kein nuklearer Holocaust." Doch was Harmagedon für die Zeugen Jehovas faktisch bedeutet, das ist noch schrecklicher als eine atomare Katastrophe. Letztere wäre ein globales Unheil: grausam, unsinnig - und damit unpersönlich. Im Gegensatz hierzu ist ersteres die zielgerichtete (und damit die Person betreffende) Vernichtung aller bösen Menschen. Für die Zeugen Jehovas ist „Harmagedon" also ein positiver Bestandteil ihres Welt- und Menschenbildes. Sie rechnen damit und leben damit. Das weist nicht nur auf eine geradezu unbarmherzige Gesetzlichkeit hin - die Norm muß erfüllen, wer dem apokalyptischen Blutbad entrinnen will. Es signalisiert darüber hinaus einen gänzlich unchristlichen, elitären Egozentrismus. Denn: alle anderen, die Jehova nicht in der rechten Form anbeten, sind die Bösen. Daher werden „nur einige Harmagedon überleben" („Erwachet!", 22.3.1984). Im „Wachtturm" vom 1.2.1985 ist zu lesen:

„Ja, Blut wird in Strömen fließen, wann Gottes Hinrichtungsstreitkräfte zur Tat schreiten. Die 69 Millionen Toten der zwei Weltkriege werden nichts sein im Vergleich zu den Opfern des Krieges von Harmagedon." Gottes Heere werden „ohne Rücksicht auf Alter oder Geschlecht zuschlagen. Denn Gott gebietet ihnen, keine Barmherzigkeit zu zeigen …„ Und in einem älteren Buch heißt es: „Gott, der Allmächtige, kann in seinem 'Krieg des großen Tages' eine Kraft entfalten, die die Zerstörungskraft aller Kernwaffen der Nationen der Erde bei weitem übertrifft." („Gottes tausendjähriges Königreich hat sich genaht", 1973, S. 317)

Natürlich müssen sich die Verantwortlichen in Brook1yn die Frage stellen lassen:
„Wie kann ein Gott der Liebe einen solchen Befehl ergehen lassen?"
Ihre sehr bezeichnende Antwort lautet - und sie muß vor dem Hintergrund der soeben angesprochenen Größenverhältnisse der Vernichtung gehört werden: „In Wirklichkeit muß die Schlacht von Harmagedon gekämpft werden, weil Gott Liebe ist Es ist Jehovas Vorsatz, auf der Erde den ursprünglichen paradiesischen Zustand wiederherzustellen und die Menschheit in Frieden und Vollkommenheit darauf leben zu lassen … Was muß also mit denjenigen geschehen die die Sicherheit des wiederhergestellten Paradieses durch ihre kriminellen Handlungen und ihre Gewalttätigkeit gefährden würden? … Ja, Gott muß die unverbesserlichen Bösen im Interesse derer, die das Rechte zu tun wünschen, vernichten … Harmagedon ist tatsächlich das Beste, was unserer Erde widerfahren kann!" - Im übrigen „muß niemand sterben; „Gott will, daß alle zur Reue gelangen. Daher hat er dafür gesorgt, daß die 'gute Botschaft vom Königreich' verkündet wird, so daß jeder einzelne die Gelegenheit erhält, seine eigene Rettung zu bewirken."

Natürlich ist die „Königreichsbotschaft" der Wachtturm-Gesellschaft gemeint und die „Rettung" besteht darin, daß man Zeuge Jehovas wird. Nur innerhalb der eigenen, Gemeinschaft. Gilt der „Gott Liebe"; außerhalb ist er ein Gott dar Rache!
An dieser Stelle sei darauf' aufmerksam. gemacht, daß bei den uns heute so erregenden neuen Gruppierungen - mögen sie „Jugendsekten", „destruktive Kulte" oder wie immer genannt werden - solches nicht zu lesen ist! (Mit einer Ausnahme vielleicht: bei David Berg, dem Führer der „Kinder Gottes".) Sie empören, weil sie neu sind. Die Ungeheuerlichkeiten der Wachtturm-Botschaft sind wir gewohnt. Bei den Zeugen Jehovas stoßen wir nicht nur auf dieselbe gemeinschaftszerstörende Haltung und persönlichkeitsschädigende Indoktrination wie bei den Jugendreligionen.

Bei genauer Analyse, die vor allem den psychologischen Stellenwert einer Lehre zu ermitteln versucht, erkennt man, daß hier die destruktive Botschaft von Haß und Vernichtung im Zentrum der Verkündigung steht.
-rei-
(Aus Materialdienst der EZW Nr. 5, 1.5.85)

DENKVERBOT BEI DEN ZEUGEN JEHOVAS?
Brief eines jungen Christen
KEINESFALLS waren dies meine Gedanken, als ich zum ersten Mal mit Zeugen Jehovas zusammentraf. Als evangelischer Christ war ich beeindruckt über deren enorme Bibelkenntnis. Keine meiner Fragen blieb unbeantwortet. An passenden Bibelstellen, welche die Erklärungen untermauerten, fehlte es nie. Man war stets freundlich zu mir und bald besuchten wir uns regelmäßig. Ich bekam jetzt WT-Literatur und konnte mir nun viele Fragen selbst beantworten. So erkannte ich auch, daß es eine große Zeitungsgesellschaft ist, die den ZJ die Bibel auslegt. Etwas befremdend war für mich die scheinbare Kompromißlosigkeit, mit der sie biblische Gesetze auf ihr persönliches Leben anwenden. Ich muß schon zugeben, daß ich damals bei meiner lässigen Haltung in diesen Fragen etwas verschämt war.

Nach Jesu Worten ist doch Gott zu Ehren eine Sache des Herzens und der Gesinnung und nicht sture Gesetzerfüllung, mit der manche Menschen lebendige Verantwortung durch lieblosen Schematismus ersetzen - auch die Zeugen!? Ist nicht wer etwas anderes von sich behauptet ein Pharisäer? Auf diesen harten Brocken gingen meine ZJ Freunde, die ja angeblich mit Hilfe der WTG in der Wahrheit sind und nur dadurch ein gottgefälliges Leben führen können, gar nicht erst ein. Meine ZJ-Freunde verstanden es schulmäßig in solch brenzlichen Situationen auf ihnen gefällige Themen abzulenken. Als ich trotzdem in Anlehnung an Jak. 2:14-26 und dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter an zahlreiche karitative Einrichtungen der Kirche erinnerte und nach gleichartigen Werken bei der WTG fragte, wurde ich, mit dem bevorstehenden Harmagedon und dem angeblichen Missionsauftrag der Zeugen Jehovas abgespeist.

Auch die scheinbare Freundlichkeit wich nun zusehends aus den Gesichtern meiner ZJ-Freunde. Diese oberflächliche Auskunft und die ungenügende Beantwortung weiterer Fragen zur WTG bewog mich zu der Feststellung, daß es ihnen entweder an fundamentalen Wissen über ihre Gesellschaft fehlte, oder es ihnen peinlich war, darüber zu sprechen. Die dritte Variante wäre ein von der leitenden Körperschaft ausgesprochenes „Denkverbot" über die mysteriöse Vergangenheit der Gesellschaft selbst.

MEIN Interesse an dieser Gesellschaft, die ja immerhin von sich behauptet der „treue und verständige Sklave" zu sein, wuchs. Ich hielt mich also auch WT-gemäß an 1. Thessalonicher 5:21. Und ein glücklicher Umstand führte mich zur Studiengruppe der „Christlichen Verantwortung". Hier hatte ich uneingeschränkten Einblick in sämtliche WT-Literatur. Ich gewann einen genauen Überblick über die Gesellschaft, ihre geschichtlichen und politischen Hintergründe sowie die sich daraus ergebenden ständig veränderten Lehrmeinungen. Großes Entsetzen rief in mir das persönliche Leid hervor, welches im Namen Jehovas geschieht. Die Palette reicht hier von Vereinsamung über Frust bis hin zum Selbstmord.

Eine Gesellschaft, die nicht Liebe, sondern nur sich selbst predigt, und deren einzige Hoffnung die totale Vernichtung von Gottes Schöpfung ist (WT 3/85) eine solche Gesellschaft kann nicht Gottes Segen haben. Hier sind satanische Mächte am Werk. Ich bin unserem himmlischen Vater dankbar, daß er meine Gebete erhört und mir rechtzeitig die Augen geöffnet hat.
Als Christ sehe ich es als meine Pflicht an, alle Menschen guten Willens vor dem Hokuspokus der WTG zu warnen.
Der Weg zur Rettung führt nicht über eine amerikanische Zeitungsgesellschaft, sondern nur durch Gottes Lob und Dank in Jesus Christus und seiner leibhaftigen Kirche. Gottes Liebe hingegen empfangen wir alle schon jetzt.
-Thomas-

WAS ICH FÜR ERFAHRUNGEN MIT DEN ZEUGEN JEHOVAS MACHTE
Ein Brief aus Helmsgrün
NACHDEM auswärtige ZJ ein Heimbibelstudium mit mir durchführten, welches sich ein paar Jahre hinzog, wurde ich zur weiteren Betreuung einer in unserem Dorf wohnenden bäuerlichen ZJ-Familie zugewiesen. Selbige Familie hatte ich schon einmal in früheren Jahren als HB-Betreuer abgelehnt. Familie E., wie ich sie hier nennen möchte, tat so manches, was sich mit den von ihnen gepredigten christlichen Anschauungen und der biblischen Lehre nicht in Einklang bringen ließ. So stand bei ihnen eine starke materialistische Einstellung im Vordergrund. Sie bauten sich unter Mithilfe ihrer ZJ-Brüder ihre eigene „neue Welt" auf, was sich besonders im modernsten Komfort ihrer Heimstätte äußerte. Ansonsten gaben und halfen sie lieber den „Brüdern", welche ihrerseits auch etwas zu bieten hatten. Nach der Devise, gib mir das, dann gebe ich dir das, waren sie Tauschgeschäften gegenüber zugeneigt. Als ich Bruder E. einmal fragte, ob er mir nicht einige alte Bretter verkaufen könnte, welche ich ganz dringend benötige, da druckste er herum, lehnte ab und behauptete nichts derartiges zu haben. Das war natürlich eine Lüge, denn ich wußte, daß er im Besitz vieler neuer und auch einer Menge alter Abbruchbretter war; doch hatte ich ja außer Geld, von welchem er selbst genügend besaß, nichts Tauschbares zu bieten. Er sah eben nicht die Blöße seines Bruders und half ihm auch nicht aus seiner Not. Als man mich eines Tages wegen einer akuten Blinddarmentzündung ins Krankenhaus einlieferte, wurde ich weder von Bruder E. noch von einem anderen der Brüder aufgesucht. Nach meiner Rückkehr aus dem Krankenhaus gaben sie an, nichts von meiner Erkrankung und dem stationären Aufenthalt gewußt zu haben, obwohl es ihnen doch nicht entgangen war, daß ich in dieser Zeit dem WT-Studium und Bibellesen plötzlich fernblieb. Die Abholung durch den Krankenwagen sprach sich in so einem kleinen Dorf wie ein Lauffeuer herum. Alle Einwohner des Dorfes wußten es. Nur die, welche es am meisten anging, wollten von alldem nichts gewußt haben. So suchten mich einige Leute des Dorfes, die von den ZJ verächtlich mit dem Sammelbegriff „Weltmenschen" abklassifiziert werden, auf, und so mancher brachte Krankenbesuch eine kleine Aufmerksamkeit mit. Nicht so Bruder E. Wo blieb da wohl ihre Liebe ihrem Mitbruder gegenüber?

Sagte nicht Jesus:
„An der Liebe unter euch wird man erkennen, daß ihr meine Jünger seid."
MEINE Frau pflegte 16 lange Jahre ihre gelähmte kranke Mutter in aufopferungsvoller Liebe. Nach ihrem Tode erlitt sie selbst durch die übergroße nervliche Belastung einen nervlichen Zusammenbruch. Vom praktischen behandelnden Arzt wurde meine Frau in die Kreisstadt zu einem Nervenarzt überwiesen, bei dem sie einen Termin zur Konsultation erhielt. Da meine Frau von Platzangst befallen war und so der auch noch sehr ungünstig fahrende öffentliche Bus nicht benutzt werden konnte, wußte ich nicht, wie ich meine Frau in die einige Kilometer entfernte Stadt zum Arzt bringen sollte, da ich selbst kein Auto besaß. Ein entfernt wohnender Bruder, der mich gerade besuchte, gab mir den guten Rat, mich in dieser Angelegenheit doch an Bruder E. zu wenden, der ja zwei Autos besaß und uns ganz sicher zum Arzt bringen würde, denn das wäre doch Christenpflicht und Bruder E. würde ganz bestimmt helfen. So meinte er. Daraufhin sprach ich Bruder E. an und brachte ihm mein Anliegen vor. Weder Bruder E. noch sein Sohn, welcher auch die Fahrerlaubnis besaß, konnten sich zu einem glatten „Ja" entschließen und drucksten nur herum, wobei sie von viel Arbeit sprachen, die sie gerade hätten.

Auch als ich Bruder E. nach wenigen Tagen ein zweites Mal darauf ansprach und ihn um seine Hilfe bat, konnte er mir noch immer nichts Verbindliches sagen und druckste nur. Drei Tage vor dem ärztlichen Termin ließ mich Bruder E. durch eine Mittelsperson wissen, daß weder er noch sein Sohn noch seines Sohnes Frau uns zum Arzt fahren können, denn es ist gerade günstiges Wetter zum Heu machen und sie hätten viel zu tun. Eine solche Ungefälligkeit von Bruder E. hatte ich nun wirklich nicht erwartet. Ich fühlte mich wie vor den Kopf geschlagen, kam mir so richtig verlassen und unter den „Brüdern" wie das sprichwörtliche fünfte Rad am Wagen vor. Meine Enttäuschung war groß, so groß, daß ich mich von den ZJ trennen würde, das war mir gewiß. So blieb mir keine andere Wahl, als für den betreffenden Tag auf schnellstem Wege ein Taxi zu mieten, mit dessen Hilfe wir dann nach nicht einmal 2 Stunden vom Arztbesuch wieder zurück waren.

So gab mir diese unterlassene Hilfeleistung den letzten Rest und ich beschloß nun, dem künftigen WT-Studium für immer fernzubleiben. Später sah ich, daß Familie E. andere Leute sogenannte "Weltmenschen" sogar zum Friseur in die Stadt fuhren und andere von einem Ende das Dorfes zum anderen Ende mit ihrem Auto beförderten. Wie ich später durch einen anderen Bruder, der mich gern wieder dazugehörig wissen wollte, erfuhr, spielte bei den Geschwistern E. eine gewisse Antipathie gegen mich eine große Rolle, die eigentlich unter Brüdern überhaupt keine Rolle spielen dürfte wie mir besagter Bruder selbst versicherte.

DIESES waren meine Erlebnisse mit diesen Menschen, die sich Zeugen Jehovas nennen und nie wieder würde ich mich diesen Leuten anschließen.
An ihrer Handlungsweise erkannte ich, daß sie nicht die Liebe, von der Christus sprach, in sich trugen
"An den Früchten werde; ihr sie erkennen."
-G.L.H.-

WIE ES IM BETHEL BROOKLYN WIRKLICH AUSSIEHT
Schwester Marie schreibt aus dem Bethel Brooklyn:
Über die Atmosphäre der Falschheit, Lüge und Verdächtigung im Bethel.
Jeder verdächtigt den anderen, jeder hat Furcht vor dem anderen. Während der Abwesenheit sind die Zimmer durchsucht von Ältesten und vertraulichen Personen, die von der LK ausgewählt wurden. In unserem Zimmer im Bethel wurden geheime Abhörgeräte installiert und unsere Gespräche sind auf Band aufgenommen. Letztens hat man auch Kameras versteckt, nicht nur im Zimmer, sondern auch in Bad und Toilette, um uns auf jedem Schritt zu beobachten.

Alle unsere Notizhefte, Privatbriefe sind geheim kontrolliert worden und kopiert worden. Wir wurden zu Verhören gerufen, die oft viele Stunden dauerten. Dort dienen als letzte endgültige Beweise Kassetten von Abhörgeräten und die Bilder versteckter Kameras und die Kopien von Privatbriefen. Furchtbar ist das alles. Um irgendwo anzurufen, braucht man eine spezielle Genehmigung, und um diese spezielle Genehmigung zu bekommen, muß man genau sagen, zu wem man anruft usw. Das Gespräch ist auf Tonband aufgenommen. Genehmigung ist sehr schwer zu bekommen. Jeder ist verdächtig, geheime Verbindung mit Brüdern zu haben, die zusammen mit dem Neffen von Präsident Franz, Raymond Franz, das Bethel verlassen haben.

Sie haben erkannt, daß die Zentrale der ZJ in Brooklyn ein Sitz ist für Schimpf auf Jehova und die Leitung besteht aus Karrieristen. Wir sind alle geistig mit diesen Brüdern und mit allen, die zusammen mit ihnen Brooklyn verlassen haben. Sie haben recht, alle Lehren der LK, die sie questioniert haben, sind falsch und in Widerspruch mit der Bibel und mit der Vernunft.
Wir sind in Geist und Glaube zusammen mit diesen Brüdern und wir würden auch weggehen, aber materielle Verhältnisse, Alter, kein Haus, keine Familie, das zwingt uns hierzubleiben, in Widerspruch zu unserem Gewissen. wir glauben nicht den WT-Lehren.

Nach eigener Methode beten wir geheim zu Gott und nur er weiß, daß wir ihn ehrlich loben und das, was wir hier machen für den WT und die Zentrale der Zeugen Jehovas, tun wir durch den Zwang der Umstände und nicht aus eigenem Willen.
Jehova sieht das alles und er weiß, wie es mit uns im Bethel ist.

Wir arbeiten hier am WT. Wir arbeiten, weil wir müssen, weil uns ein solches Schicksal getroffen hat. Wir arbeiten, um zu leben, um miserable Speise zu bekommen. Euch zwingt nicht solche Notwendigkeit. Ihr habt Freiheit, macht richtigen Gebrauch davon und wählt die Lehre. der Bibel, nicht die widerspruchsvollen und tendenziösen und immer sich verändernden Lehren des WT.
Glaubt uns, Brüder und Schwestern, der WT hat nichts gemeinsam mit der Bibel.
Wir grüßen Euch, Brüder und Schwestern und wir verbleiben mit besten Gottessegen und Wünschen.
Veröffentlicht in "Brief an Christen'
Nr. 130 Lublin/VR Polen.

FRAGEN - MEINUNGEN - HINWEISE - ANTWORTEN
DIE WAHRHEIT, DIE FREI MACHT
Der Brunnen-Verlag in Gießen kündigte obigen Titel an. Es heißt darin:
Mit großem Missionseifer versuchen sie (die ZJ), neue Mitglieder für ihre Gemeinschaft zu werben. wenn man sich auf Gespräche mit ihnen einläßt, steht man oft ratlos vor ihren Argumenten. Um diesem Informationsmangel auf seiten der Christen zu begegnen, stellt der Autor des bekannten Buches "Vom Zeugen Jehovas zum Zeugen Jesu Christi" nun sein zweites größeres Werk vor. Diese "Fortsetzung" will sich genauer und eingehender mit bestimmten Thesen und Argumenten der Zeugen Jehovas auseinandersetzen. Ausführlich und anschaulich behandelt Hans-Jürgen Twisselmann die bekannten Besonderheiten im Glauben der Zeugen Jehovas und führt sie auf die ihnen zugrundeliegenden theologischen Irrtümer zurück. Dabei geht es dem Autor jedoch nicht um vordergründige Gefechte, sondern um entscheidende Hilfe für Verirrte und Suchende. Darum kann er von diesem hilfreichen Buch sagen. "Es ist nicht gegen Jehovas Zeugen geschrieben, sondern im besten Sinne des Wortes für sie." - CVN

WIE CV WIRKT
Man beginnt nicht, alles auf einmal zu durchdenken. Das neue Denken reift allmählich und erfaßt nach und nach immer mehr. Das führt mit der Zeit zu qualitativen Veränderungen im Prozeß der Entwicklung. Irgendwann schlägt das ganz von selbst um und zwingt ganz selbstverständlich zu neuer Entscheidung und Haltung. Am Ende fragt man sich, wie es möglich war, daß man das nicht eher erkannt hat.

"Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner, DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 199

Auch heutzutage stöhnt so mancher beim Öffnen seines eMail oder buchstäblichen Briefkasten, über den nicht erbetenen Spam, der sich darin vorfindet. Zu den nicht erbetenen „Werbematerialien" zu DDR-Zeiten gehörte mit Sicherheit auch die CV.
Einen Einblick über ihre diesbezüglich zurückkommenden „Stornierungen" unerbetener Sendungen, vermittelt auch diese Ausgabe. Man sagt sicherlich nicht zuviel: Wahrlich kein „Ruhmesblatt" für die CV.
„Was soll eigentlich Haus und Auto? In Harmagedon geht doch alles kaputt!"
Auch diesen Satz liest man in dieser Ausgabe. Milchmädchenlogik, so etwas als „ernsthaftes" Argument zu präsentieren. Es kommt aber noch schlimmer. „Eingepackt" wieder einmal in einer der dreckige Wäsche waschen-Storys der CV. Bei deren Lektüre kann einem wirklich speiübel werden. Allerdings in anderer Richtung, als die CV sich das wohl vorstellte.


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 199 GERA FEBRUAR 1986

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT Nr. 17 und 18/1985
DIE WTG UND DAS LOTTERIESPIEL
Das muß man gelesen haben
WAS WAR DER SINN UND ZWECK?
WTG-Kongresse 1985
DIE BRIEFE
Ein ZJ besuchte das CV-Büro Gera
EIN WEITERES MITGLIED DER LEITENDEN KÖRPERSCHAFT ZURÜCKGETRETEN

DU MUSST VORHER „DIE KOSTEN BERECHNEN"!
Lukas 14:28
AUF DEM KONGRESS 1985 IN STUTTGART
GOTT möchte er dienen. und jenen Zielen den Rücken kehren, die in dieser materialistischen Welt gemeinhin verfolgt werden:
17 Jahre alt ist der neue Zeuge Jehovas der am Samstag in einem Nebenbecken des Leo-Vetter-Bades zusammen mit 36 anderen Gläubigen in der Taufe seine Entscheidung dokumentiert, wie er künftig leben will … Beglückt und gerührt fällt die frisch getaufte 18jährige, die dem Weg der Eltern gefolgt ist, einer Glaubensfreundin um den Hals - so lauten Berichte von Taufen Jugendlicher 1985 aus Stuttgart. Nebenbei: Bei behaupteten 10 000 Teilnehmern sind 37 Täuflinge kaum ein großes Zeichen von Mehrung, eher von Taufrückgang.

DER 17jährige Jugendliche meint wohl mit materialistisch eine materiell-egoistische Einstellung in seiner Umwelt, die ihn sehr wohl an der Welt verzweifeln lassen kann, so daß ihn die bunten Bilder der WTG faszinieren. Auch die 18jährige Jugendliche scheint von Gefühlen überwältigt. Wir wollen sie nicht verurteilen. Es dürfte jedoch klar sein, daß sie. die 100jährige WTG-Geschichte mit ihrer wahren Kehrseite nicht kennen, um wirklich objektiv urteilen zu können. Was ernsthaft gegen die WTG spricht, herben sie sicherlich noch nicht erwägen können.

WIE der Taufbericht zeigt, packt die WTG hier in einem jugendlichen Alter zu, das man im wissenschaftlichen Sprachgebrauch mittlere Adoleszenz nennt, und das die Zeit um das 15. bis 17. Lebensjahr betrifft, als Stabilisierungsperiode der Persönlichkeit bezeichnet. Für die geistige Tätigkeit in dieser Periode wird jedoch folgendes festgestellt: Sie ist aber nicht ausschließlich durch Rationales bestimmt, illusionäre Gedenken und grandiose Vorstellungen über sich und die Welt sind durchaus nicht ungewöhnlich". (Dr. sc. med. G. Thiele, Universitäts-Kinderklinik, Universität Jena, in: FÜR DICH 37/85.) Es besteht also in diesem Jugendalter besondere die Gefahr, illusionäre Gedanken als solche nicht zu erkennen und sich grandiosen Gefühlen hinzugeben, die der Vernunft (Ratio) nicht standhalten. So auch bei unseren Jugendlichen in Stuttgart. Wieso?

WTG PREDIGT GRANDIOSE ILLUSIONEN
MAN schaue sich nur die neuesten bunten WTG-Broschüren an. In knalligen Reklamefarben nun das „Paradies", was man seit 100 Jahren Generation um Generation schon vorgaukelt und immer wieder an den Horizont verschob, wenn es wie gepredigt -„nahe gekommen" war. Wir erleben nun die Nach-1975-Verschiebung. Natürlich ist das alles schön vorzustellen und anzuschauen - darin im Gefühl zu schwelgen. Nur herrliche Früchte, Wolf und Lamm friedlich beieinander, nur schöne Männer und schöne Frauen in einem blühenden Garten. Nur: Wie sie zu dem Eisen und Stahl kommen, aus dem Gartenmesser und Schubkarre gefertigt sind, wo der Beton für die Häuschen herkommt, Wo die Textilfabriken stehen, die die herrlichen Stoffe produzieren, ganz zu schweigen davon, daß Christus überhaupt nicht für Tiere gestorben ist, um sie vom „Bösen" zu erlösen, all das und noch viel mehr, was der Verstand vernünftigerweise fragt, geht in Hochgefühlen unter. Und wo der Verstand (die Ratio) noch nicht hinreichend bestimmen kann, verfällt man nur zu leicht diesen WTG-Illusionen.

So sind besonders Jugendliche, deren vernünftiges Denken sich noch entwickelt und ihre Empfindungen und Gefühle noch nicht genügend beherrschen kann, durch das WTG-Vorgehen nur zu leicht zu erobern und seelisch zu beglücken und zu rühren. Generation um Generation wurde von der WTG dann in dieser „ersten Liebe" gehalten, wider zunehmend besseres Wissen, um am Lebensende enttäuscht und desillusioniert doch zu „vergehen". In der Zwischenzeit zerbrechen daran Ehen und Familien, wurden Berufs- und Lebensentscheidungen verfehlt, nicht sogar Kinder auf dem Altar des WT-Blutkultes geopfert, oft das eigene Leben. Denn es ist wirklich schwer, sich diese „erste Liebe" wieder aus dem Herzen zu reißen, ist die WTG als falscher Prophet, der keine Liebe verdient, doch erst nach und nach zu erkennen.

WAS TUN?
DIE Konfrontation ist nicht zu vermeiden oder zu umgehen. Wo die WTG da zupackt, sollte ein christlicher Jugendlicher gefordert werden, nach den Worten Jesu in Lukas 14:28 „die Kosten zu berechnen", wenn er den Turm baut". Das gilt für den Wachtturm nicht mindern Und das heißt, auch all das zuvor zu prüfen, was gegen diesen Wachtturm-Bau spricht! Es ist die Pflicht der Erziehungsberechtigten, dies zu beschaffen, und die Pflicht derer, die entsprechende Erfahrung haben, sie zur Verfügung zu stellen. Da das WTG-Vorgehen sich nicht nur im stillen Winkel vollzieht, sondern auch ein öffentliches Vorgehen ist, das nach Möglichkeit sogar Presse, Rundfunk und Fernsehen benutzt, ja gar in den Volksbildungs- und Schulbereich eindringt (WT-Broschüre JZ und die Schule, 1984), sind selbst die Bildungsverantwortlichen eines Landes herausgefordert, in Ost und West und Süd und Nord. Denn immer und überall sind die Jugendlichen die Zukunft, die mit Illusionen weder im Kleinen noch im Großen zu gestalten ist, soll es nicht in Enttäuschungen und Katastrophen enden.

BEVOR man sich an den Turmbau macht, soll man sich hinsetzen und die Kosten berechnen, sagt Jesus. Also bevor man sich der WTG und ihrem Werk hingibt, soll und muß man prüfen, was gegen sie spricht!
Aber auch danach ist es noch nicht zu spät, nur hat man sich da schon festgelegt, und es wird schwerer sein, wie gesagt. Ehrlicherweise gibt es dazu jedoch keine vernünftige Alternative. Ein junger Mensch überwindet die Desillusionierung aber leichter. Besser ist es jedoch mit Jesu Worten, zu „berechnen", sofort wenn die WTG irgendwo zupackt. -
CV-Initiative „Jugendhilfe"

WAS WAR DER EIGENTLICHE SINN UND ZWECK?
WTG-Kongresse 1985 „Bewahrer der Lauterkeit"
Eine reale Beantwortung der WTG-Kongresse stellt ohne Zweifel hohe Anforderungen. Hat die WTG doch über 100 Jahre Erfahrung, im Namen Gottes und Christi international „endzeitlich" irrezuführen und das Evangelium Jesu Christi für fremde Zwecke zu mißbrauchen. Die jährlichen WTG-Kongresse sind gleichsam WTG-Kräftezusammenballungen wie auch verbindliche Anweisung und Ausrichtung ihrer ZJ-Verkündiger für das kommende Dienstjahr weltweit. Sie zeigen aber auch den Zustand dieser Organisation deutlich an, ihre Probleme, ihre eigene kurz- oder längerfristige Zielsetzung nach innen und außen.

Was war dieses Jahr?
GENERELL war die gesamte Thematik darauf ausgerichtet, in der gegenwärtigen Nach-1975-Krisensituation der WTG, die keineswegs überwunden ist, und angesichts zunehmender internationaler Opposition und Abkehr unter allen Umständen WTG-treu und WTG-ergeben zu bleiben, Lauterkeit genannt und darin in die Offensive zu gehen.
Natürlich richtet sich der bis zur letzten Konsequenz moralisierende Appell vordergründig darauf, „Jehova" gegenüber Lauterkeit zu bewahren. Unverhüllt tritt jedoch hervor, daß real der „Sklave", die WTG gemeint ist. Bemerkenswert ist hierzu, daß im Kongressprogramm wohl 13mal „Jehova" bzw. Gott gesagt wird, das Wort Christus oder christlich jedoch nicht ein einziges Mal erscheint! Was ist das für ein nicht- oder unchristlicher Verein?, könnte einer durchaus fragen, der das Programm prüft. Man verfolge, ob die WTG dies auf diese CV-Kritik hin im nächsten Programm 1986 verändert. Nun - ein erster generell fragwürdiger Punkt.

„NEUES LICHT", neue gravierende Lehren oder radikale Änderungen wurden nicht proklamiert. Das „Ende" bleibt nach 1975 weiter in ungewisse „Nähe" verschoben.
Politisch gibt es einen neuen Ton, der an das antikommunistische Vorgehen von C. T. Russell erinnert, wie wir sehen werden.
Das politische Hauptthema ist das Jahr 1986, von der UNO als „Jahr des Friedens" gekennzeichnet. Die nach vorn reißende politische Hauptoffensive des Kongresses. Das jetzige Hauptfeindbild für die ZJ? Von Herbst 1985 bis Frühjahr 1986 wurde eine große Anti-UNO-Kampagne ausgerufen mit einem zeitgemäß aufpolierten alten WTG-Buch ab März 1986, wie wir noch sehen werden.

„Ohrenkitzel" wurde zwar verneint, und wie! Aber nur Lauterkeitsmaßregelungen konnte man ja nicht bieten.
GANZ offensichtlich zeigten die Kongreßvorträge, daß die WTG mehr denn je voll weiter damit beschäftigt ist, ihre Krise seit 1975 in den Griff zu bekommen. Es werden alle Register der Lauterkeit gezogen, bis hin zur Drohung mit dem „Schrecken Jehovas" für einen jeden. Das psychologische Register ist wahrlich umfassend: Disziplinierung, Einschüchterung, Unterdrückung von unabhängigem Denken und Kritik, Überwindung dessen, sich als ZJ zu schämen (völlig neu!), Appell an die „erste Liebe", an alle Arten von Tugenden wie Mäßigkeit, Bescheidenheit, Opferbereitschaft, Leidensbereitschaft, dazu Appell an alle Sehnsüchte nach Leben und Glück, aber auch Schaffung von persönlichen Schuldkomplexen (Ablenkung von der WTG-Schuld und -Verantwortung), Erhaltung von WTG-Untertanengeist, Diffamierung und Verleumdung anderer. So ist die WTG 11 Jahre nach 1975 beim Elementarsten angekommen, bei einem verzweifelten Ringen um die Treue derer, die sie da führt und mißbraucht. Bis Haß und Tod werden die Register ausgezogen. Schon das erste Lied Nr. 88 war zugleich Einübung von Haß gegen Andersdenkende und Andersglaubende.

Ein ganz besonderer Schwerpunkt waren die „Briefe Abtrünniger" einschließlich CV und was sonst international flutet, besonders seit 1975. Das wirkt offensichtlich auf die WTG wie einst die Ketzertraktate, die die Reformation ausbreiteten!
Die Reaktion der WTG ist gnadenlos, eine geistige Inquisition! Ein ganzer Vortrag war dem gewidmet, allerdings wohlweislich erst am letzten Kongreßtag.
Auch das werden wir ausführlich sehen.
Zur WTG-Begründung der aufgestellten Lauterkeitsfrage

DIE WTG hat nichts Geringeres getan, als diese Frage für die ZJ zu einer Frage zu machen, bei der es buchstäblich um Gut und Blut, Leben und Tod geht!
DIE WTG-Begründung dafür: Satan habe behauptet, alle Menschen könnten von Gott weggezogen werden. Deswegen habe Gott ihn zugelassen. In Wahrheit ist das der Gipfel einer absurden und barbarischen Theorie.
Folgende WTG-Begründung wurde zitiert:

„Um der Menschen willen (damit Menschen ihre Treue beweisen können) und um der Engelscharen willen (damit diese Streitfrage ein für allemal in ihrem Sinn beigelegt würde) ließ Gott Satan für eine begrenzte Zeit sozusagen wie einen Verbrecher gewähren" (WT 1.1.78, S. 12. Abs. 12 dt.).

DAZU wurden erste Fragen gestellt, wie:
Bedeutet das nicht, daß Gott , den Satan vorsätzlich auf die Menschheit losließ? Daß Gott durch Satan die Menschen zu sich treiben läßt? Daß Gott Satan für sein höchstes Ziel gebraucht? Daß danach tatsächlich der Teufel Gottes Jagdhund ist"? (Luther) Und: Wenn Gott Satan sozusagen wie einen Verbrecher gewähren laßt, hat die WTG damit nicht Gott selbst zu einem Verbrecher gestempelt?

EINE weitere Frage sei hier; erhoben. Wenn sich Gott das alles vor den Engeln und für die noch ungeborene Menschheit von Satan aufzwingen ließ, wer ist da der Größere, Höhere und Mächtigere? Für wen wird seither gelitten, für Gott oder den Teufel oder Satan? Bekanntlich haben N. H. Knorr und F. W. Franz die jetzige WTG-Begründung erst 1942 mit dem Buch „Die Neue Welt" in die Welt gesetzt. C. T. Russell lehrte anders. Wird die Knorr/Franz-Theorie mit dem Tod von Franz wieder sterben?

Der Stein ist im Rollen
ZU Lauterkeit, und Treue, muß ein Christ wie jeder andere ehrliche Mensch ja sagen. Aber Lauterkeit und Treue einem erwiesenen falschen Propheten? So wurde gefragt. Und mit solcher Begründung? Und deswegen Probleme mit Kindern und Schule, in Ehe und Familie, Verwandtschaft und Bekanntschaft, Beruf und Arbeit, Staat und gesellschaftlichem Leben? Mit diesem Lauterkeitsthema hat die WTG Geister gerufen, die sie nun nicht mehr los wird, und einen Stein ins Rollen gebracht, der ihr Standbild im Sinn Aufrichtiger völlig zertrümmert .
-CVN-

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG. 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WACHTTÜRME NR. 17 UND 18/1985
NEBENARTIKEL
„Auch du kannst mit .Gott wandeln"
STUDIENARTIKEL
„Königreichsdiener begegnen der Herausforderung"
„Gottes Diener stellen ihre Befähigung unter Beweis'

IST GOTT FÜR DIE FEHLER DES WACHTTURM VERANTWORTLICH?
„Hat Gott heute weniger Interesse an den Menschen, die ihn ernstlich suchen? Nun, schon allein die Tatsache, daß du diese bibelerklärende Zeitschrift lesen kannst, zeigt Gottes Interesse an dir!" (S. 5)
Überlege dir ,einmal, was die Autoren mit diesen zwei Sätzen auszudrücken wagen.

Schon allein der Begriff „bibelerklärende Zeitschrift" für den WT ist fragwürdig.
Muß die Bibel überhaupt durch eine Zeitschrift erklärt werden? Wenn ja, müßte dann die Zeitschrift nicht noch ein höheres Niveau als die Bibel aufweisen? Das Wort Gottes ist inspiriert, die Schreiber des Wachtturm sind es aber nicht.

So passiert es immer wieder, daß Bibelstellen fehlgedeutet werden. Zeugen Jehovas wurden und werden in die Irre geführt. Und dies auch noch mit Gottes Billigung, da er durch sein Werkzeug, den Wachtturm, an den Menschen interessiert sein soll?
Dann ist Jehova für die Fehler des Wachtturm verantwortlich? - Man wagt nicht, diesen Gedanken fortzuführen.

RELIGIÖSE HEUCHELEI
MAN dreht es immer so, wie man es jeweils haben will. Werden doch im allgemeinen andere Kirchen und Glaubensgemeinschaften als „Hure Babylons" verschrien.
Nun zeigt man plötzlich geheucheltes Mitleid:
„In Ländern, in denen sich Religionsfeindlichkeit ausbreitet, werden selbst Absolventen religiöser Seminare nicht mehr als ordnungsgemäß befugte Religionsdiener anerkannt." (S. 16)

1914 - TERMIN WAR UMSTRITTEN'
„Tatsächlich hatten Gottes Diener, die breite Öffentlichkeit etwa vier Jahrzehnte lang auf 1914 als das Jahr hingewiesen, das das Ende der 'Zeiten der Nationen' kennzeichnen werde, über die Jesus gesagt hatte: 'Jerusalem wird von den Nationen zertreten werden, bis die bestimmten Zeiten der Nationen erfüllt' sind (Lukas 21: 24)." (WT S. 17, lies auch S. 18.)

NUN, über. dieses Thema läßt sich viel schreiben - viel mehr, als es in dieser Abhandlung möglich ist.
Fakt aber ist eines:
1. Mit dem Jahr 1914 verband sich für die damaligen Bibelforscher der Harmagedontermin. Sie erwarteten also, in diesem Jahr himmlische Hoffnung zu erlangen. Die Bedeutung, die die WTG dem Jahre 1914 heute beimißt, war damals unbekannt oder zumindest für die Bibelforscher zweitrangig.

2. Als das „Ende der Zeiten der Nationen" wurde durchaus nicht nur das Jahr 1914 benannt. Auch die Jahreszahl 1894 war im Gespräch so daß selbst die Jahreszahl 1914 (in welcher Bedeutung auch immer) auf wackligen Beinen steht.
„Nun rufe dir die Schritte ins Gedächtnis zurück, die in dem festen prophetischen Wort so wohl gegründet, uns zu dieser herz- und geisterfrischenden Erkenntnis geleitet haben. Hinter uns sind all die prophetischen Marksteine, die auf diese Zeit als die wunderbarste Periode der ganzen, Weltgeschichte hinweisen. Sie haben uns gezeigt …, daß das Lehn der Herrschaft der Heiden, 'Die Zeiten der Nationen', mit dem Daher 1894 ausläuft," (C. T, Russell, „Dein Königreich komme", Ausgabe 1914, S. 296 f.)

AUF WEN SOLLTEN DIE NATIONEN HÖREN?
SOMIT ist die Art und Weise, wie die WTG heute die Bedeutung des Jahres 1914 darstellt, zu verurteilen:
„Jehovas Volk unterrichtete von 1876 an die Welt, insbesondere die Christenheit, davon, daß die Zeiten der Nationen im Herbst des Jahres 1914 enden würden (Lukas -21:24). Die Geistlichen konnten diese fast 40jährige vorbereitende Tätigkeit - eine Tätigkeit, die der von Johannes dem Täufer entsprach - nicht ignorieren." (S. 24)

Die WTG macht sich mit dieser Darstellung lächerlich. Besonders, wenn sie noch behauptet, die Nationen hätten sich damals geweigert, „den neu inthronisierten König als Zeichen ihrer Unterwerfung und Ergebenheit zu 'küssen'" (S. 18).
Die Nationen hätten also tatsächlich auf die paar hundert Bibelforscher hören sollen, die selber nicht wußten, wann und wie die „Zeiten der Nationen" enden würden? Wer hätte denn weiter regieren sollen? Die Wachtturm-Gesellschaft?
Diese hatte zur damaligen Zeit Mühe, ihre eigenen „Schafe" beisammen zu halten. Die Kontroversen innerhalb der leitenden Körperschaft in dieser Periode würden Bände füllen!

EIN WEITERES MITGLIED
DER LEITENDEN KÖRPERSCHAFT ZURÜCKGETRETEN!
Aus den USA und aus Frankreich bestätigend wird uns berichtet, daß das Mitglied der leitenden Körperschaft der WTG, Leo Greenlees aus der leitenden Körperschaft zurückgetreten und entlassen ist. Er hat sich nach San Diego in Kalifornien zurückgezogen.

Leo Greenlees hatte als Mitglied der LK dar WTG in Brooklyn folgende Funktionen:
- Mitglied und Koordinator des Lehrkomitees,
Mitglied des Komitees des Vorsitzenden der LK (Albert Schroeder, des gegenwärtigen „starken Mannes" in der WTG).
Leo Greenlees ist damit das zweite Mitglied der leitenden Körperschaft, das die WTG-Führung nach Raymond Franz, dem vorgesehenen Präsidenten-Nachfolger, verlassen hat.

WACHTTURM NR. 18/1985
STUDIENARTIKEL
„Dienstamtgehilfen,
ein Segen für Jehovas Volk".
„Dienstamtgehilfen,
bewahrt eine 'vortreffliche Stufe'!"

DIE ERNENNUNG ZUM DIENSTAMTGEHILFEN
DIE Ernennung zum Dienstamtgehilfen bedeutet für einen Zeugen Jehovas, die erste Stufe in der Leitungsstruktur der Wachtturm-Gesellschaft erklommen zu haben.
Für die WTG - speziell die Ortsversammlung - bedeutet es einerseits, einen Bruder gewonnen zu haben, der den Ältesten die organisatorisch-technischen Aufgaben abnehmen kann und auch abnimmt.
Andererseits hat sie nun eine Kaderreserve für das Ältestenamt.

WIE IST DAS AMT EINES DIENSTAMTGEHILFEN IN DER ZJ-ORGANISATION EINZUORDNEN?
DIE Wachtturm-Gesellschaft ist streng hierarchisch aufgebaut. Anweisungen der leitenden Körperschaft müssen über Zonendiener, Zweigkomitees, Bezirks- und Kreisdiener an die Ortsversammlungen übermittelt werden. Gleichzeitig wird deren widerspruchslose Realisierung von den genannten Funktionären überwacht. Den Versammlungsältesten obliegt es nun, diese Anweisungen in die Praxis umzusetzen. Sie kontrollieren den unbedingten Gehorsam der ihnen unterstellten ZJ und leiten gegebenenfalls Disziplinarmaßnahmen bei Normabweichungen ein. Jeder informierte Zeuge weiß, wie umfangreich dadurch die Pflichten eines Ältesten sind.

Somit sind Personen notwendig, die sich um die organisatorische Seite des Versammlungsgeschehens kümmern; die die Ältesten also entlasten. Gemeint sind Arbeiten, wie z. B. der Literaturvertrieb, die Spendeneinnahmen und Begleichung von Rechnungen, das Führen verschiedener Versammlungsunterlagen und des Archives, die Beaufsichtigung über die Reinigung des Königreichssaales, die Begrüßung neuer Interessierter u.a.m. Unter Umständen (wenn es beispielsweise nicht genügend Alteste in der Versammlung gibt) werden sie für Lehraufgaben herangezogen (siehe S. 18).

ANFORDERUNGEN AN DIENSTAMTGEHILFEN
HIER wird schon deutlich, daß der Umfang von Pflichten der DAG territorial sehr unterschiedlich ist. Es hängt von der jeweiligen Versammlungsstruktur ab, wieviel und was ein DAG erledigen muß. Von diesem genannten Fakt hängt auch ab, wer in diese Funktion ernannt wird. Interessanten Aufschluß gibt es in dieser Hinsicht auf den Seiten 21 und 22.

ZJ können in einem Alter ab etwa 20 Jahren zum Dienstamtgehilfen ernannt werden.
Erstaunlich ist, daß die Gesellschaft an die geistigen Voraussetzungen eines solchen Bruders keine sehr hohen Maßstäbe zu setzen scheint. Wie anders soll man es deuten, wenn ein Drittel aller DAG weniger als 10 Jahre in der „Wahrheit" sind?

Von einem solchen Kader erwartet die WTG im wesentlichen zwei Voraussetzungen:
1. Er muß sich für seine ZJ-Arbeit engagieren. Dazu gehört auch die gewünschte Teilnahme am Predigtdienst.
2. Er muß der Wachtturm-Gesellschaft bedingungslos ergeben sein.
In der Zusammenarbeit mit den Ältesten soll der DAG weiter geistig entwickelt werden, so daß er selber einmal zum Ältesten ernannt werden kann. Seiner Lehrfähigkeit wird dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Mancher schafft diesen Sprung zum Ältesten nie. Trotzdem bleibt er für die WTG ein nützliches, weil williges, Werkzeug. NEBENARTIKEL
„Bekundest du die göttliche Eigenschaft der Güte und Freundlichkeit?"
EIN ÜBERDENKENSWERTES ZITAT
„Die hervorragende göttliche Eigenschaft der Güte und Freundlichkeit zu bekunden heißt also, daß wir nicht nur gegenüber unseren Familienangehörigen, Freunden und Glaubensbrüdern freundlich und gütig sind, sondern uns auch gegenüber undankbaren und gegnerisch eingestellten Menschen so verhalten. Wir möchten sie dadurch keineswegs verärgern, sondern ihnen helfen und bewirken, daß das Gute, das in ihnen ist, zum, Vorschein kommt (Galater 6:10; Römer 12: 20.21)." (Seite 11)

Ein guter Vorsatz, an den sich die WTG in Zukunft auch halten sollte! Dies würde aber bedeuten, daß sie ihre Einstellung zu anderen Religionen von Grund auf ändert. Ebenso ist das Verweigern des normalen Grußes an ehemalige Mitverbundene ein Akt, der somit nicht aufrecht erhalten bleiben kann.
-G.R.-

DIE TAUFE
DIE TAUFE DES JOHANNES
Als JOHANNES der Täufer an die Öffentlichkeit trat,- tat er dies in der Mission des alttestamentlichen ELIAS und wurde so der Wegbereiter für JESUS CHRISTUS, der nach ihm kommen sollte.
(Matth. 3:3; 17:10-13)
Durch seine Taufe bewegte er das Volk zum Bekennen seiner Sünden und leitete es so zur Buße hin. (Matth. 3:1,2,6)
JOHANNES wies dadurch auf den hin, der als das sich nahende Himmelreich nicht mit Wasser, sondern vielmehr mit heiligem Geist zur Wiedergeburt und mit Feuer zum Gericht taufen werde. (Matth. 3:2,11)

DIE TAUFE CHRISTI
Diese Taufe, welche JESUS selbst einsetzte, geschieht im heiligen Geiste (Matth. 28:19) und führt jeden, der sich ihr unterzieht, zu einer Wiedergeburt, die ihn endgültig vom Todesfluche des Fleisches ADAMS befreit.
(Joh. 3:3; Tit. 3:5,6)

Wer sich allerdings dem Geiste Gottes verschließt, bleibt der Sünde und dem Tode weiterhin unterworfen. Sind wir aber in den heiligen Geist getauft, dann sind wir auch in CHRISTUS selbst getauft und bilden so so seinen Leib. (1. Kor. 12:27, Gal. 3:27) Folgerichtig wurde CHRISTI Tod am Kreuz auch zu unserem Tode.
(Kol. 2:12a; Röm. 6:3,4)
Genauso wurde seine Auferstehung unsere Auferstehung ihm gleich zum ewigen Leben durch den Glauben.
(Kol. 2:12b,13; Röm. 6:4,8)

DIE GEMEINDE
Es gibt nur eine Taufe im heiligen Geiste (Eph. 4:5), durch welche die Gemeinde CHRISTI gebildet wurde und wird.
(Apg. 19:1-7)
Damals wie heute reinigt sie die Glieder des Leibes CHRISTI nicht von der Sünde des Fleisches, das dem Tode nach wie vor unterworfen bleibt, sondern schenkt ihnen vielmehr ein gutes Gewissen vor Gott durch die Auferstehung JESU CHRISTI.
(1. Petr. 3:21)

LIEBE GESCHWISTER!
So sei EUCH deutlich gesagt:
EURE ZUKUNFT liegt nicht auf der Erde im Fleische, sondern bei CHRISTUS - wesensgleich mit ihm vereint - sofern IHR den heiligen Geist gemäß EURER Taufe annehmt und nicht wie bisher zurückweist.
-M.S.H.-

DIE WTG UND DAS LOTTERIESPIEL
Das muß man gelesen haben
DIE WTG ist gegen jedes Lotteriespiel, doch selbst betreibt sie ein solches Spiel mit dem Leben und den Hoffnungen ihrer Mitverbundenen, das schlimmer ist als jedes Spiel um Geld, bei welchem es doch um vergleichsweise geringe Dinge geht. Die den Menschen von Christus geschenkte Sicherheit wird Von der WTG-Leitung in Unsicherheit verwandelt, eben in eine Lotterie.

Damit wird Gott verhöhnt und verspottet.
DIE Sünde dieser Organisation besteht nicht so sehr darin, daß sich ihre Verantwortlichen geirrt haben und übers Ziel hinausgeschossen sind, sondern darin, daß sie ihre permanenten Irrtümer nie zugeben, und damit Gott, dem allein zu dienen sie ständig vorgeben, unterschwellig die Fehlleistungen zuschreiben. Wenn dem so wäre, d.h., wenn sich Gott wirklich in dieser Weise irrte, wie könnte denn jemand noch ernstlich hoffen, daß er irgendeines seiner Versprechen einlöste? Das „Brot", welches diese Gesellschaft ihren Gliedern mit der einen Hand reicht, nimmt sie ihnen mit der anderen wieder weg, denn praktisch lehrt sie an einen Gott zu glauben, der nicht in der Lage ist, sein Wort, wenn es das ist, einzulösen oder als Souverän die Lage richtig einzuschätzen.

Wahrlich, ein trauriger Gott.
ES ist eine Verhöhnung Gottes und der Menschen ohnegleichen, was diese Gesellschaft an „Erklärungen" für ihre Lügen herausgibt. Wer wirklich an Gott, an das Opfer Jesu und dessen Bedeutung glaubt, wem es wirklich etwas bedeutet, der muß sich abgestoßen fühlen von diesem reglementierten Glauben. Er sollte ernsthaft um Christi willen überlegen, ob er Christ sein und in dieser Organisation verbleiben kann.

DIE sich arrangiert haben, indem sie einerseits dem WT nach dem Munde reden und sich andererseits ihr Leben nicht allzu unbequem einrichten, für alle Fälle!, um, so ihre unterschwellige Enttäuschung zu kaschieren, sind sowieso nicht ansprechbar. Wie der Herr, so das Gescherr. So wie man „oben" keine Fehler zugibt, so auch unten nicht den Fehler, auf Lotterieversprechungen, für deren Erfüllung es im Gegensatz zu Gottes Verheißungen keine Garantie gibt, hereingefallen zu sein. Oft in gutem Glauben,. weil uns eingeredet wurde, es genüge zu prüfen, ob die zitierten Texte so in der Bibel stünden. Doch wem Gott mehr bedeutet, als das eigene Ansehen oder das der bankrotten Firma, wird über seinen Schatten springen und sich in der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes wiederfinden.

UM die eigenen Fehlerwartungen zu vertuschen, wurde mit Vorliebe darauf hingewiesen, daß sich die Apostel in ihren Erwartungen auch geirrt hätten. Jene waren in ihren Erwartungen noch vom jüdischen Denken geprägt, gemäß dem alles möglichst buchstäblich und möglichst gleich vonstatten gehen sollte. Christus war gekommen, also war das „Ende" da". In einem weiterführenden, geistlichen Sinne stimmte das ja auch. Christus war DAS ENDE, von nun an herrschen für ALLE, die an IHN glauben, im Prinzip die gleichen Bedingungen.

DIE Apostel hatten RECHT damit, in Christus das Ende aller Dinge zu sehen, sie nannten keine Jahreszahlen und brauchten sich nicht zu korrigieren. Christus bleibt „derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit", so kann sich Jeder, wann immer er gelebt hat, gleicherweise auf IHN verlassen und IHM vertrauen. Sein Erlösungswerk ist kein Lotteriespiel, bei dem sich jemand alle Tage neu fragen müßte, „werde ich es erleben, oder nicht?"

ORGANISATIONEN wie diese, leben von ihren Sonderlehren. Mit ihnen stehen und fallen sie. Erweisen sich diese Eigenbau-Verheißungen, was endlich unausbleiblich ist, als Seifenblasen, ist eine solche Organisation zumindestens moralisch bankrott.
GERADE diese Sonderlehren sind es ja, die die Menschen zu einer solchen Organisation stoßen, anlocken. Ohne diese Lehren könnten die Leute ja bleiben, wo oder was sie waren. Die Werbetrommel der Sekte sagt ihnen doch unausgesetzt, daß sie gerade hier das, nämlich DIE WAHRHEIT erfahren, die ihnen von der „organisierten Religion" systematisch vorenthalten wird! Somit muß notwendig gerade der Zusammenbruch der Sündenlehren und -erwartungen zu ungeheuerlicher Enttäuschung führen, wenn die Erwartungen wirklich ehrlich gehegt wurden, aber wie schon vorher gesagt, zieht die Mehrheit es vor, sich zu arrangieren, damit offenbarend, daß sie nie ernstlich geglaubt, was sie mit großem Eifer verkündet hat.

KEIN Bankrotteur gibt vor sich und anderen gerne zu, am Ende zu sein. Er möchte auch weiterhin den Eindruck der Bonität erwecken. Was da als WTG weiter lebt und webt, ist ihrem Wesen nach alles andere als eine frohe Gemeinschaft von Christen, sondern eine aufs bedingungsloses Funktionieren ausgerichtete Organisation, geteilt in Herrscher und Beherrschte, bedingungslos und blind Gehorchende.
Motto: „Gehorsam ist besser als Dienen!"

NICHT der Herr Jesus Christus ist das Rückgrat dieser Organisation, sondern der Stolz, dazuzugehören und die Angst, ein Versagen zuzugeben.
Das Motto, unter dem marschiert wird, kann beliebig ausgewechselt werden, die Melodie kann beliebig sein, was bleibt, ist der Gleichschritt. Die wahre Kirche dient in der Verherrlichung Christi, die WTG dient in der Verherrlichung ihrer selbst
-H.G-

WAS DIE FREUNDSCHAFT EINES ZEUGEN JEHOVAS WERT IST
Eine Chronologie
IM Betrieb, in dem ich arbeite, fing ein Kollege an, der ZJ war. (Bruder G.) Wir lernten uns schnell näher kennen, denn nach einiger Zeit arbeiteten wir zusammen in einer Schicht und an einem Arbeitsplatz. Er war mir sehr sympathisch, wir verstanden uns gut. Natürlich blieb es nicht aus, daß wir uns auch über Glaubensfragen unterhielten, allerdings nie sehr intensiv. Ich kannte seine Einstellung als ZJ und respektierte sie.

Anmerkung: Es geht bereits aus dem Bericht meines Vaters hervor, welches Verhältnis wir in der Familie zu den ZJ hatten. (Siehe CV 198, Januar 1986. „Was ich für Erfahrungen mit Zeugen Jehovas machte".) Die Beziehungen zu ihnen waren aber zu dieser Zeit schon 7 Jahre abgebrochen. Ich hatte demzufolge ziemlich klare Vorstellungen, wer die ZJ sind, welchen Standpunkt sie vertreten usw. Leider habe ich sie zur damaligen Zeit von einer anderen Seite kennengelernt, daß sie selbst das nicht halten, was sie anderen vorschreiben. Aber auch von seiten der WT-Organisation schien mir nicht alles in Ordnung zu sein. Immer wieder mußten Lehrmeinungen berichtigt werden, der sog. Endzeittermin 1975 war schon ca. 2 Jahre überfällig, das Einmischen in rein private Angelegenheiten des einzelnen usw. Mir wäre es nie in den Sinn gekommen, einen Menschen zu verurteilen, nur weil er ZJ ist. Welchen Glauben jeder hat, ist schließlich seine Sache. Zwischen mir und Bruder G. gab es genug gemeinsame Interessen. Bruder G. heiratete und suchte sich eine neue Arbeitsstelle. Es war unser beider Wunsch auch weiterhin in Verbindung zu bleiben. Er lud mich zu sich ein, ich besuchte ihn mehrere Male (von 1978 - 1980 viermal).

Ich hätte es gern gesehen, wenn auch er zu mir gekommen wäre. Wenn ich ihn daraufhin ansprach, war er im Prinzip daran schon interessiert. Machte ich aber dann einen konkreten Vorschlag, hatte er immer aus verschiedenen Gründen keine Zeit. Ich spürte es deutlich, daß er einen Besuch bei mir immer weiter vor sich herschob.

Anmerkung: Ich möchte hier einmal diese Verzögerungstaktik darstellen, mit der Bruder G. Einen Besuch bei mir immer wieder auf unbestimmte Zeit vor sich herschob. Ich habe alle Briefe von ihm gut aufgehoben und möchte teils wörtlich, teils zusammenfassend daraus zitieren, dabei jedes Mal kurz meine Reaktion darauf schildern.

17. 11. 80:
„Wenn es klappt, kommen wir mal Dich besuchen." (Mich hat das natürlich gefreut.)
6. 7. 81:
„Wir laden Dich am 26. September zu uns ein." (Besuch erfolgte von mir.)
6. 1. 82:
In einem ausführlichen Brief schreibt mir Bruder G., daß die Erfüllung der Prophezeiung der Bibel in bezug auf das Ende der Welt immer näher rückt. Die Zeichen der Zeit sind erfüllt, so schlimm wie heute war es noch nie usw. (Ich schreibe, was ich von solchen „Endzeitprophezeiungen" halte und gehe speziell auf den 1975-Termin ein.)
15. 3. 83:
Er ist sehr an einem Gespräch über die Bibel mit mir interessiert, möchte, daß ich zu ihm komme „… schreibe mir, wann es Dir paßt, uns zu besuchen." (Da er nun offenbar Zeit und Interesse für mich hat, lade ich ihn erneut zu mir ein.)
18. 3. 82:
Absage - keine Zeit, er ist beim Tapezieren. (Ich mache sofort einen neuen Vorschlag!)
1. 4. 82:
„Ich kann leider vorläufig nicht zu Dir kommen. Aus Gründen, die ich Dir jetzt in der Schnelle nicht mitteilen kann." (Meinem Ärger mache ich nun Luft. Ich schreibe, was ich über so ein Verhalten denke, daß es eines Christen unwürdig ist und welche Meinung ich in dieser Beziehung von den ZJ habe.)
19. 4. 82:
Meine Anschuldigungen gegen die ZJ sind Verleumdungen. Er wollte schon immer gern ein Heimbibelstudium mit mir machen, nur ich müßte auch mehr Interesse zeigen. Sollte das der Fall sein, würde er dafür sorgen, daß mir geholfen wird.
Eventuell sollte das dann ein anderer Bruder durchführen. (Ich mache klar, daß es mir um eine Freundschaft geht, ohne daß die Weltanschauung im Vordergrund steht und lade ihn erneut zu mir ein.)
6. 5. 82:
Er ist froh, daß ich ihm nichts übelnehme und würde am 22. 5. 82 zu mir kommen! (Ich bestätige seinen Brief. Nun hat es also nach so langer Zeit doch noch geklappt, dachte ich.)
2 Tage zuvor:
Telefonische Absage! Er möchte, daß wir uns woanders treffen!
Nach langem Hin und Her trafen wir uns schließlich eines Tages, aber nicht bei mir zu Hause. Er hatte noch einen anderen Bruder mitgebracht, und beide versuchten nun, mich für ein Heimbibelstudium zu gewinnen. Nun endlich machte auch Bruder G. deutlich, weshalb er mich nicht zu Hause besuchen wolle. Da mein Vater nicht mehr bei den ZJ sei, kann er nicht zu mir kommen. Denn in unserem Hause würde sich eine Begegnung zwischen meinem Vater und Bruder G. nicht mit Sicherheit vermeiden lassen. Und das konnte und wollte ich ihm auch nicht garantieren.

Auch ein Besuch rein vom freundschaftlichen Aspekt her wäre sinnlos und vertanene Zeit. Diese Zeit könne er mit anderen Leuten nutzbringender verbringen, die wirklich Interesse an der „Wahrheit" haben.
DAS also war es, was von einer Freundschaft übrig blieb, die nur Mittel zum Zweck war. Was man da so fühlt und denkt, läßt sich nicht so leicht zu Papier bringen. Aber so eine Enttäuschung vergißt man auch nicht so schnell.
- Ronald Lätzsch -

CV-Anmerkung:
Die WTG entscheidet, wer ein „Freund" sein darf oder nicht. Deshalb ist eine echte Freundschaft unter Zeugen nicht möglich und auch nicht erwünscht!

DIE BRIEFE
Ein Zeuge Jehovas besuchte das CV-Büro Gera
ALS ich unlängst Bekannte in Gera besuchte, nahm ich bei der Gelegenheit mir vor, das CV-Büro aufzusuchen. CV ist ja bekanntlich eine Zeitschrift, die von Zeugen Jehovas, so auch von mir, gern gelesen wird. Sicher findet nicht jeder Artikel darin volle Zustimmung, denn darauf kommt es ja auch nicht an; wichtig ist darin die kritische Auseinandersetzung mit der WTG-Literatur und ihrer Praktiken. Den CV-Herausgeber näher kennenzulernen, sein Beweismaterial für seine CV-Artikel zu prüfen und letztlich CV selbst gehörig zu kritisieren, war eigentlich meine Absicht, doch etwas ganz anderes kam heraus:

Einen Karton mit Briefen schob Herr Werner mir über den Tisch zu, als ich gerade mit vollem Eifer meine ZJ-Brüder und unsere Gesellschaft zu rechtfertigen versuchte, weil meiner Meinung nach einige Artikel über ZJ und besondere Älteste in unserem Versammlungen diffamierend sind.
„Was soll ich damit", fragte ich. „Schauen Sie sich das an. Es sind alles zurückgekommene Briefe mit CV, die wir an Zeugen Jehovas und vornehmlich ihre Ältesten geschickt haben."

SOFORT fielen mit die Umschläge mit ihren z. T. dicken und sogar rot geschriebenen Vermerken darauf auf. Ich nahm sie zur Hand und las. Sprachlos wurde ich, wohl auch rot und blaß, ich konnte mich selbst ja nicht sehen, aber daß Herr Werner und seine Mitarbeiterin mich aufmerksam beobachteten, merkte ich wohl. Ihr Schweine … Verräter … Ars … cher. Euch müßte man … Euer schwachsinniger Dreck … Für Mist kein Bedarf usw. Usw. Ein Haufen Briefe mit unanständigen Beschriftungen von Adressaten, die schamlos ihren Sprachschatz entblößten und so die für sie bestimmte Sendung der Post zurückgaben. Briefe verschiedenen Datums, aber alles der letzten Jahre. Ich öffnete verschiedene Briefe und prüfte den Inhalt. Da waren noch CV drin mit unglaublichen Randbemerkungen und Malereien. Briefe ohne Inhalt, aber von innen beschriebener Umschlag, Briefe mit unflätigen Beschuldigungen, dumm, naiv und höchst unsachlich. Auch ein Brief von einer mir bekannten Zeugin Jehovas war darunter, allerdings war er noch gemäßigt und erträglich, wenn ich die Person berücksichtige.

Ein Brief fiel mir besonders auf, weil er sich so dick und weich anfühlte - lauter kleine Papierfetzen von zerrisssenen CV waren darin! Ein anderer wegen seines ungewöhnlich schmutzigen Aussehens - Asche von verkohltem Papier, sicher von CV, befand sich darin. Ich mußte immer wieder mit dem Kopf schütteln, weil ich es einfach nicht glauben konnte, wozu Zeugen Jehovas und sogar Älteste auch fähig sein können. Meine Zweifel, ob es überhaupt auch Zeugen Jehovas sind, an welche die Sendungen gerichtet waren, zerstreuten die Versicherungen Herr Werners und auch der gefundene Brief einer Bekannten.

Ich mußte mich schämen für die, die ich meine Brüder nenne.
UND nun, im Laufe des Gespräches war es Herr Werner, der sich auch anders zeigte, als mancher CV-Leser es einschätzen würde. Es sei nur ein kleiner Teil der Briefe, die er mir zeigte, allerdings die schlimmsten. Der größte Teil der an CV gerichteten Briefe sei anderen Inhalts; er weiß wohl, daß nicht alle Zeugen Jehovas so sind. Auch behauptet CV ja nicht, daß alles was die WTG sagt oder schreibt, durchweg schlecht ist; es gibt aber leider .so manches, was kein Mensch so widerspruchslos von der WTG hinnehmen kann.

Eben deswegen ist CV da, im Interesse der „wahren Wahrheit". Des weiteren versicherte er mir, daß Mitarbeiter von CV selbst mal ZJ im Geiste der WTG waren oder so leidlich noch sind, aber böse Erfahrungen oder Beobachtungen in ihrer Gemeinschaft machten und so zu Kritikern an WTG-Lehren und ihrem Verhalten wurden. Sie meinen nicht schweigen zu dürfen, wenn verkehrte und unbiblische Religionslehren verbreitet werden, welchen dann gesellschafteschädigende Praktiken sowie verhaltenentartendes Benehmen auf dem Fuße folgen. Dem konnte ich nur zustimmen.

AUCH mir gefällt so manches nicht, was man uns ZJ von oben, d. h. von unserer Gesellschaft, zumutet oder verlangt.
WÄHREND unserer weiteren Unterhaltung hatte ich kaum noch Argumente. Es ist weder mir noch CV bekannt, daß die WTG irgend etwas unternommen hat, worin ihre Mißbilligung gegen derartige Antworten auf CV zum Ausdruck käme. Unsere Ältesten sind doch sonst so eifrig und schnell bereit auszuschließen, aus der Gemeinschaft. Es genügt schon z. B., sich als Leser von CV und ihrer Ansichten zu bekennen und Zweifel an einigen Lehren der Gesellschaft zu haben (deshalb bleibe ich für den Leser anonym) und schon wird so einer förmlich der Inquisition unterzogen wie im Mittelalter. Aber schäbiges Benehmen ist wohl nicht so schlimm. Es sieht gerade so aus, als wenn beleidigendes, unverschämtes Auftreten gegenüber CV, ihrem Herausgeber und seine Mitarbeiter geduldet. oder gar etwa begrüßt und gefördert wird, und es stört nicht mal, daß jeder Postbote usw. es lesen kann. Ob ein großer Teil derer, die sich Zeugen Jehovas nennen, denn das Sich-schämen schon verlernt haben?

Möglich schon. Die jahrelangen Belehrungen des Wachtturm mit Frage und Antwort, haben uns ja im Laufe der Zeit schon so ziemlich abgebrüht gemacht. Aber nein, nicht so soll es sein, liebe ZJ-Brüder!
Wenn uns schon der Wachtturm nicht lehrt, was sich gehört und was Anstand ist, so sollte wenigstens unser Herz, wenn es noch nicht verdorben ist, es tun. „Was ihr wollt das euch die Menschen tun, das tut auch ihr ihnen" lehrte Jesus. Habt ihr davon noch nichts gehört? Oder wollt ihr etwa zu Unrecht von CV beschimpft und beleidigt worden? Solchen Gefallen hat euch CV noch nicht getan! „Liebet eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen und verfolgen" ist ein weiterer Grundsatz christlicher Lehre. Sicher wird keiner darunter verstehen, daß wir CV um den Hals fallen sollen, aber mindestens sich mal anzuhören oder durchzulesen, was uns einige vorzuwerfen und zu sagen haben und warum.

ALSO liebe ZJ-Brüder, wenn ihr euch gedrängt fühlt CV mal zu antworten, wenn ihr es nicht mehr aushalten könnt stillzusein und so zu tun als ginge euch das alles gar nichts an, was CV veröffentlicht' und ihr möchtet eine Sendung zurückschicken, so tut es dann auf eine anständige Weise.
Vielen Dank! Euer Bruder
- eingesandt -

FRAGEN - MEINUNGEN - HINWEISE - ANTWORTEN
SIE VERKÜNDIGTEN, UM ZU ERBEN
Wir möchten heute über einige Geschehnisse in der Versammlung Torgelow berichten.
Bruder A. ist schon viele Jahre ein Zeuge. Er ist als ein eifriger Verfechter des Glaubens bekannt. Deshalb wurde er auch Ältester. Er ist durch die Schulungen d er ZJ gegangen, um-sich mit Wissen, Herz und Seele für sie einsetzen zu können. Trotzdem: Zwei Söhne von Bruder A. sind kein; Zeugen geworden.

Nun will ich über die Tatsachen berichten die nicht im Sinne der Bibel sind. - Ich meine das Streben nach irdischen Gütern.
Die Familie A. hat ein Haus in Löcknitz geerbt. Dort betreuten sie ein ZJ-Ehepaar. Als dieses verstorben war, erbten sie. Als sie einziehen wollten, erhielten sie kein Wohnrecht. So mußten sie wieder in ihre Wohnung zurück. Das Haus verkauften sie und kauften dafür ein Auto. Auf den Geschmack gekommen versuchten sie weiter ihr Glück. In Heinricheruh fanden sie ein älteres Ehepaar. Hausbesitzer! Sie wurden oft besucht um zu verkündigen. Die alten Leute gewöhnten sich an den ZJ-Besuch.

Nach einiger Zeit starb der Mann. Die Frau wurde weiter betreut. Ein Testament machte sie jedoch nicht. Es wurde der Frau beigebracht, wie schön es doch in einem Pflegeheim sei. Es dauerte auch nicht lange und sie war in einem Heim untergebracht. Wie das vor sich ging, ist noch ein Rätsel. Als das Haus frei war, fühlte sich die Familie A. als Hausbesitzer.

Als erstes pflanzten sie 40 Rosenstöcke.
Dieses Tun fiel aber auf, denn. es waren noch Verwandte im Dorf, welche sich an den Bürgermeister wandten. Beim nächsten Kommen wurde die Familie A des Hauses verwiesen. Das war ein Schock.
Sie rissen sofort die Rosenstöcke raus und wollten verschwinden. Doch sie mußten zum Bürgermeister, um Rede und Antwort für ihre Handlungsweise zu geben. Das Resultat war: Sie wurden des Dorfes verwiesen.

Heute besitzt die Familie A. ein Haus. Übrigens gingen die Zeugen zielbewußt beim Verkündigen vor. Jugendliche wurden aufgesucht, um sie vom Wehrdienst abzuhalten, Menschen, wo jemand aus der Familie gestorben war, die also Kummer hatten. Vor allem aber wurden Leute aufgesucht, die mit der Obrigkeit in irgendeiner Weise unzufrieden waren denn dort man hoffte man auf ein offenes Ohr. Die Zeugen gingen durchaus nicht nur so von Haus zu Haus! Was soll eigentlich Haus und Auto? In Harmagedon geht doch alles kaputt! Sie sollen doch Schätze im Himmel sammeln,. denn nur die haben Bestand. Glauben sie ihrer Lehre nicht so ganz? Oder haben sie mitbekommen daß die WTG sich auch vieles schenken läßt? Sie sammeln Schätze, weil sie auch nur Menschen sind! Sind die Zeugen nun also bessere Menschen als die übrige Welt?
-E.I B T.-

Liebe Brüder und Schwestern!
Wir danken Euch ganz herzlich für die uns zugesandten Spenden, die uns immer wieder helfen, unser Werk zu verrichten.
Studiengruppe CV

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera
A 156/86 V 7 1 163 N 2

Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 200

Diese nun 200 CV-Ausgabe erschien, anlässlich dieses Jubiläums in vergrößertem Umfang von 16 Druckseiten, anstatt der sonst üblichen 8 Seiten. Im Revue passieren lassen der WTG Geschichte und Lehrumdeutungen, begegnet man darin auch einem „Politische Einbindungen" überschriebenen Abschnitt. Er macht das Gesamtproblem der CV deutlich. Die Überzeichnung bei ihren Interpretationen.
Stellvertretend da die Zwischenüberschrift „Im Reisedienst des Pentagon" und anderes mehr. Der Umstand, das sich Russell eines USA General bediente (W. P. Hall) wird also zum „im Reisedienst des Pentagon" hochstlisiert. Ein paar Nummern mehr an Zurückhaltung bei der Wertung mitgeteilter Fakten, wäre der Sache sicherlich dienlicher.


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD. GERA/THÜR, DDR

GERA CV 200 - DOKUMENTATION MÄRZ 1986

DIE ENDZEITLEHREN DER WTG SEIT DEM JAHR 1799
UND IHR BLEIBENDER GESELLSCHAFTLICHER ZWECK

EIN TURM AUF SAND GEBAUT
Matthäus 7:22-27
Liebe Brüder und Schwestern!
Wir sind im Jahre 1986 angekommen Eine Rückschau führt uns eine von der WTG - immer als "von Gott" - "verzögerte Zeit des Endes der Welt" mit anschließendem Paradies vor Augen. Seit sie das Jahr 1799 als den "biblisch begründeten" Beginn dieser Endzeit festsetzte, wird das nun schon Generation um Generation fast 200 Jahre lang dahingeschoben. Es kann wirklich nicht oft genug gesagt werden: Die entscheidende Frage, nach der das gesamte WTG-Werk beurteilt werden muß, ist die Frage nach der Zuverlässigkeit, dem Eintreffen und der Glaubwürdigkeit dieser Endzeitverkündigung! Alles andere ist wirklich zweitrangig. Jeder Betroffene prüfe das selbst. Wäre er unter seinen Angehörigen und Mitmenschen ein WTG-Verkündiger, wenn es mit der WTG-Endzeit nicht stimmt?

Diese Frage wiederum kann jedoch nur mit einer hinreichenden Rückschau auf dieses WTG-Werk sicher beantwortet werden. Und wenn wir Jesu eigene Worte in Matthäus 7: 22-27 zugrunde legen, dann hat jeder Angesprochene sogar ein Recht darauf, bei diesem "Turmbau" die Kosten zuvor zu berechnen, d. h. was damit in Wirklichkeit alles auf ihn zukommt, was er sich mit der WTG auflädt, was die WTG bisher auf ihrem Konto hat. Wie anders sollte jemand die "Kosten berechnen" können, ehe er sich "hingibt" und das gar anderen verbindlich auf Leben oder Tod predigt?

Es kommt jetzt noch ein aktueller Hauptgesichtspunkt hinzu. Die WTG ist seit 1914 in einen neuen Countdown ihrer derzeitigen Endzeitverschiebung eingetreten, der mit einem neuen Kollaps enden muß, der wieder eine "Generation" getäuscht und enttäuscht "vergehen" lassen wird. Denn nach Psalm 90:10 umfaßt ein Menschenleben oder eine Generation nur 70, höchstens 80 Jahre. Das ist ein biblischer Befund, der letzter Maßstab ist. Was die WTG da sonst noch ausrechnet, weil da und dort noch jemand gar 100 Jahre alt wird, ist nichts als fragwürdige Spekulation, um ihre Endzeittäuschungen fortzusetzen. Der Countdown läuft also wieder! Wie einst von 1799 auf 1914, so jetzt von 1914 auf 1994! Was wird dann alles passieren?

Diese Dokumentation lenkt nun die Aufmerksamkeit auf entscheidende "Säulen" dieses WT-Endzeitkartenhauses, das sich damit wieder als auf Sand gebaut erweist. Nichts ist davon zuverlässig, glaubhaft und haltbar. Nichts davon kann ernsthaft als unanfechtbare "heutige" endzeitliche "Erfüllung" anderen verkündet werden. Ja, man muß sich hüten, einem Angesprochenen die wirkliche Vergangenheit der WTG erkennen zu lassen. Man muß die alte Literatur zwangsläufig unterschlagen, abstreiten oder verleugnen. Manche gehen so weit, sie wider besseres Wissen als Fälschungen "des Feindes" zu bezeichnen, wird sie ihnen vorgelegt. Es ist nichts in dieser Dokumentation aus dem Zusammenhang gerissen. Es sind vielmehr ausgewählte Kern- oder Schlüsselfragen, die das Wesentliche und Entscheidende hervorheben.

Informiere Dich und triff Deine Entscheidungen, denn Neuorientierung und Neuentscheidung ist früher oder später ehrlicherweise unvermeidlich.
Eure Studiengruppe
Christliche Verantwortung

DIE "HAUPTSÄULEN" DES WACHTTURM -
MIT DENEN ALLES FÄLLT
DAS JAHR 1914 - DAS ENDE DER "ZEITEN DER NATIONEN"
Fast beispiellos in der Geschichte der WTG sind die Vielfalt von Lehränderungen, leeren Versprechungen, ja sogar Lügen, die in bezug auf das Ende der Zeiten der Nationen gegeben wurden. Hunderrtausende Menschen wurden irregeführt und wandten deshalb der WT-Organisation den Rücken.

Und doch besitzen die Schreiber des "Wachtturm" die Unverschämtheit, zu behaupten:
"In Veröffentlichungen der Watch Tower Society war zwar jahrzehntelang darauf hingewiesen worden, daß das Ende der Zeiten der Nationen in das Jahr 1914 fallen werde, doch die irdischen Herrscher waren entschlossen, sich der Übernahme der Weltherrschaft durch den himmlischen Messias zu widersetzen."
(WT 21,/83, Seite 23)

Dies ist eine handfeste Lüge! Rechnet man in Brooklyn aber damit, daß die ZJ keine Literatur mehr besitzen, die vor Jahrzehnten von der WTG herausgegeben wurde?l Jedenfalls muß man lesen:
"Nun rufe dir die Schritte ins Gedächtnis zurück, die in dem 'festen prophetischen Wort' so wohl gegründet, uns zu dieser herzerfrischenden und geisterfrischenden Erkenntnis geleitet haben. Hinter uns sind all die prophetischen Marksteine, die auf diese Zeit als die wunderbarste Periode der ganzen Weltgeschichte hinweisen. Sie haben uns gezeigt ..., daß das Lehn der Herrschaft der Heiden, 'Die Zeiten der Nationen', mit dem Jahr 1894 ausläuft."
(C. T. Russell, "DEIN KÖNIGREICH KOMME",
Ausgabe 1914, Seite 296f)

Aber auch andere Deutungen waren einmal aktuell. Danach sollte z. B. Harmagedon im Jahre 1914 schon abgeschlossen sein.
"Man verwundene sich daher nicht, wenn wir in den nachfolgenden Kapiteln Beweise beibringen, daß das Aufrichten des Königreiches Gottes schon begonnen habe, daß in der Prophezeiung aufgezeichnet stehe, daß das Jahr 1878 die Zeit sei, da die Ausübung seiner Macht beginnen sollte, und daß der 'Krieg des großen Tages Gottes des Allmächtigen' (Offenbarung 16:14), der im Jahre 1914 zu Ende gehen soll, bereits angefangen ist."
("SCHRIFTTUDIEN II", Seite 97 (1889), Magdeburg 1926)

Die alten Glaubenstreuen, wie Abraham, Isaac und Jakob, sollten ab 1914 auferstehen und über die Erde regieren.
Der Nachteil: Die Vorhersage wer falsch!
"Die Einsetzung der irdischen Regenten aber dürfen wir nicht vor Ablauf der 'Zeiten der Heiden', Nationen, im Oktober 1914 erwarten. Darin liegt keine Abweichung von Gottes unabänderlichem Plan."
("SCHRIFTSTUDIEN IV", S. 325, Barmen 1916)

Statt einer Entschuldigung drehte der damalige Präsident der WTG, Russell, den Spieß um.
SEINE FALSCHEN VORHERSAGEN WÄREN EIN SEGEN FÜR "JEHOVAS VOLK".
Wie müssen sich seine Anhänger veralbert vorgekommen sein!
"Der Autor gibt zu, daß er in diesem Buch den Gedanken nahelegt, daß des Herrn Heilige erwarten dürfen, am Ende der Zeiten der Nationen bei ihm zu sein in Herrlichkeit. Dies war ein Fehler, den zu machen sehr natürlich war, doch der Herr überwaltete ihn zum Segen seines Volkes. Der Gedanke, daß die Kirche vor Oktober 1914 in Herrlichkeit vereint sein wurde, übte zweifellos einen anspornenden und heiligenden Einfluß auf Tausende aus,. von denen demgemäß alle den Herrn preisen können, selbst um des Fehlers willen." (C. T. Russell, "DIE ZEIT IST HERBEIGEKOMMEN'", Ausgabe 1926, Seite 7)

Jeder, der diese objektiv falschen Voraussagen belächelte, wurde als ein Feind Gottes hingestellt. Diese Methodik hat sich bis heute nicht verändert!
"Unsere Feinde hatten geglaubt, daß unsere Reihen ordentlich gelichtet werden würden, wenn der Oktober 1914 vorbei und wir noch im Fleische da wären ... Wenn es des Herrn Wille ist, daß wir ein weiteres Jahr hierbleiben, oder noch länger...
Immerhin sind noch ungefähr 700 unserer Anzahl in der Feuerlinie - voll Mut und voll Kraft
("DER WACHTTURM", März 1916. Seit Adam: 6044, Nr. 3, Seite 39 dt.)

700 Unentwegte waren nur noch übrig geblieben. Und auf dieses kleine Häuflein sollte die ganze Menschheit schauen? Macht sich der WT nicht lächerlich, wenn er im Ernst behauptet, die irdischen Herrscher hätten auf die damaligen Bibelforscher hören sollen?

"In der Ausgabe vom März 1880 hieß es: 'Die 'Zeiten der Heiden' dauern bis 1914, und das himmlische Königreich wird erst dann die volle Macht erlangen.' Zugegeben, die Bibelforscher, die diese Artikel schrieben, hatten damals nicht das genau biblische und historische Verständnis über die eigentliche Bedeutung des Endes der 'bestimmten Zeiten der Nationen', wie wir es heute haben. Wichtig war jedoch, daß sie 'wachsam' waren und ihren Mitchristen halfen, in geistiger Hinsicht auf der Hut zu sein."

„Es stimmt, damals dachten die Bibelforscher, die Aufrichtung des Königreiches im Himmel werde unmittelbar die Vernichtung des irdischen Königreiches mit sich bringen und gleichzeitig würden die gesalbten Christen 'entrückt', um mit den verstorbenen gesalbten Christen vereint zu werden, die zur Zeit der Gegenwart Christi auferstehen würden (2. Thessalonicher 2:1)."
(WT 23/84, Seite 16 und 17)

Tatsachen werden auch heute bewußt von der WTG unter den Tisch gekehrt.
Der „treue und kluge Knecht" hatte sich als falscher Prophet entpuppt. Dies ist die Tatsache und kann durch keine noch so schön klingenden Phrasen widerlegt werden.

DIE GENERATIONSFRAGE
Jahrzehntelang wurde den Zeugen Jehovas folgendes gelehrt:
„Jesus sprach offensichtlich von Personen, die alt genug waren, um das, was sich beim Beginn der 'letzten Tage' ereignete, mit Verständnis zu verfolgen. Jesus sagte, daß einige der Personen, die lebten, als das 'Zeichen der letzten Tage' in Erscheinung trat, noch leben wurden, wenn Gott dieses böse System vernichten würde.

Wenn wir annehmen, daß fünfzehnjährige Jugendliche genügend Verständnis hatten, um die Bedeutung dessen zu begreifen, was 1914 geschah, wären die Jüngsten 'dieser Generation' heute ungefähr siebzig Jahre alt. Die meisten der Generation, von der Jesus sprach, sind somit bereits gestorben. Die anderen, die noch leben, nähern sich dem Greisenalter. Und man denke daran, daß alle, die zu dieser Generation gehören, gestorben seien."
(ERWACHET 8.4.1969, Seite 13f)

„Die Generation, die… 1914 gesehen hat, nun bereits sehr alt und nahe daran 'zu vergehen'. Daher muß die Zeit… sehr nahe herbeigekommen sein."
(WT 15.9.1974, Seite 531)

Zehn Jahre später sind eigenartigerweise dieselben Menschen plötzlich nicht mehr „sehr' alt". Im Gegenteil:
„Sehr viele Personen" dieser Generation sind noch am Leben!
„In der südafrikanischen Zeitung 'Die Vaderland' erschien kürzlich ein Bericht über die Volkszählung 1980, aus dem hervorgeht, daß viele von der Generation von 1914 heute noch am Leben sind. Bei einer großen Zahl der Einwohner Südafrikas handelt es sich um Personen, die im Jahr 1914 beim Ausbruch des Weltkrieges 14 Jahre oder älter waren. Zur Zeit der Volkszählung lebten noch fast 50 000 Männer und Frauen, die im Jahre 1900 oder früher geboren worden waren - ungefähr einer von 500 Bewohnern.

… Wenn der größte Teil der Welt ähnliche Bevölkerungszahlen aufzuweisen hat, wird deutlich, daß heute immer noch sehr viele Personen, die der Generation von 1914 angehören, am Leben sind." (WT 1/64, Seite 19)
Offensichtlich wissen die WT-Schreiber selber nicht, was sie wollen. Oder liegt auch in den Widersprüchen Methode? So heißt es plötzlich wieder:
„Wie du zweifellos beobachten kannst, wird nur eine kleine Minderheit über 80 Jahre alt."
(WT 16/84, Seite 3)

Man kann sicher sein: Die WT-Autoren überlegen sich jedes Wort, welches sie veröffentlichen!
Und so muß der Leser erkennen, daß die WTG-Führung den Harmagedon-Termin auf einmal bis zum Ende dieses Jahrhunderts verschiebt.

„Er (Jesus) hat uns gesagt, daß die 'Generation' von 1914 - dem Jahr, in dem das Zeichen in Erscheinung zu treten begann auf keinen Fall vergehen wird, bis alle diese Dinge geschehen' (Matthäus 24:34). Einige von dieser 'Generation' könnten bis zum Ende des Jahrhunderts leben. Aber es gibt viele Anzeichen dafür, daß das 'Ende' viel näher ist!"
WT 10/84, Seite 20)

Durch die Erwachet-Hintertür, die Zeitschrift Nr. 2, erscheint plötzlich „helleres Licht". Die Generationsspanne wird in Widerspruch zu Psalm 90:10 auf 100 Jahre verlängert. Kein Wort mehr davon, daß nur derjenige zu „dieser Generation" zählt, welcher 1914 bewußt miterlebt hat. So werden wieder kostbare Jahre eingespart und der Harmagedontermin theoretisch bis auf das Jahr 2014 verschoben.

„Jesus gebrauchte das Wort 'Generation' mehrere Male, und zwar in verschiedenen Zusammenhängen und mit unterschiedlichen Bedeutungen. Doch was meinte er, als er von einer Generation sprach, die nicht vergehen werde? Einige deuten eine 'Generation' als eine Zeitspanne von 30, 40, 70 oder sogar 120 Jahren. Die Bezeichnung Generation bezieht sich jedoch auf Menschen und Ereignisse, nicht auf eine bestimmte Zahl von Jahren.

Das in der Bibel mit 'Generation' wiedergegebene griechische Wort wird als 'die in der gleichen Zeit Geborenen' definiert. 'Hier schließt die Bedeutung Zeitgenossenschaft, Zeitalter ein.'
(Theologisches Begriffslexikon zum Neuen Testament) D. Reihe d. gleichzeitig Geborenen d. Generation, d. Zeitgenossen' (Wörterbuch zum Neuen Testament von Walter Bauer, 5. Aufl., 1971).

Diese Definitionen schließen sowohl diejenigen ein, die um die Zeit eines historischen Ereignisses geboren warmen, als auch diejenigen, die zu jener Zeit am Leben sind. Wenn Jesus den Begriff 'Generation' in diesem Sinn gebrauchte und wir ihn auf das Jahr 1914 anwenden dann sind diejenigen, die damals Babys waren, heute 70 Jahre oder älter. Viele andere, die 1914 am Leben waren, sind nun über 80 Jahre alt, und so mancher hat sogar 100 Jahre erreicht. Viele Millionen aus jener Generation sind noch am Leben, und einige von ihnen werden am Leben bleiben, so daß man wirklich sagen kann: 'Diese Generation wird auf keinen Fall vergehen, bis alle Dinge geschehen' (Lukas 21:32)."
(ERWACHET 20,/84, Seite 5)

„DIESE GENERATION"
WIRD IN DEN TOD GESCHICKT
Was ist nun noch von den „Zeichen der Zeit" übrig geblieben?
Das Einfachste ist nun wirklich, daß die ZJ das „Zeichen" selber sind.
„Doch der stärkste Beweis für die Nähe des Endes dieses Systems ist zweifellos das weltweite Königreichspredigtwerk, das von Jehovas Zeugen durchgeführt wird."
(WT 22,/84. Seite 20)

Deutlicher geht es wirklich nicht. Es gibt tatsächlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder man stirbt, oder man erlebt das verheißene Paradies!
Wahrscheinlich ist aber nun wohl, daß man stirbt …
„Entweder überleben wir das Ende des Systems, oder unser Leben geht vorher zu Ende. Das Leben ist von kurzer Dauer; es fliegt dahin. Niemand weiß, ob er morgen noch lebt. Wir haben nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung, in der wir unsere Treue und Lauterkeit gegenüber Gott beweisen können.
Mögen wir deshalb einen starken Glauben bewahren, und im Königreichsdienst eifrig tätig bleiben, und mögen wir auf keinen Fall zweifeln."
(WT 23/84, Seite 24)

„Wir können sicher sein, daß noch einiges vor uns liegt. Erstens hat Jehova weitere Mehrung verheißen. (Siehe Jesaja 60: 22.) Zweitens gibt es noch gewaltige Möglichkeiten zur Ausdehnung, wie die Zahlen … zeigen."
(ERWACHET 8/85, Seite 23)

Und so muß zwangsläufig diese - ach so verderbte Welt bestehen bleiben.
Dafür gibt es einen stichhaltigen Grund:
Die WTG erwartet immerhin noch Zuwachs! Jehova muß also mit Harmagedon warten!
„Der Fortschritt während der letzten zehn Jahre ist für uns von besonderem Interesse. Es waren Jahre der Prüfung und des Sichtens, da einige Verärgerte abtrünnig wurden und die Organisation verließen. Aber es waren auch wunderbare Jahre weltweiten Bauens und einer weltweiten Reorganisation, Jahre, in denen die Brüder für das zukünftige Werk gestärkt wurden."
(WT 7/84, Seite 12)

„Verärgerte wurden abtrünnig",
Wer hat sie denn verärgert?
Ja, eine weltweite Reorganisation wurde von der WTG tatsächlich eingeleitet, in dem nämlich die alte Generation durch eine jüngere ersetzt wurde. Seither wird frisches, junges, doktrinäres Blut gebraucht.
„In den beiden abschließenden Ansprachen wurde die Notwendigkeit hervorgehoben, weiterhin vorauszuschauen und eine positive Einstellung zu bewahren. 'Obwohl es gut ist, so vielen Oldtimern zuzuhören', begann Dan Sydlik, 'möchte Gott doch, daß wir in die Zukunft blicken, die er uns verheißen hat.' D. Sydlik baute seine Ansprache auf die Worte des Apostels Paulus aus 1. Korinther 15:19 auf: 'Wenn wir nur in diesem Leben auf Christus gehofft haben. sind wir die bemitleidenswertesten aller Menschen.' Er betonte: 'Unsere Hoffnung ist auf Jehova gerichtet und nicht auf Menschen. Seine Verheißungen sind absolut zuverlässig. Gottes Organisation ist hier, um zu bleiben, ganz gleich, was Menschen sagen oder tun.
Und das Beste kommt noch."
(WT 9/84, Seite 12 und 13)

„Das Beste kommt erst noch".
Nur steht die Frage: Für wen?
Die 'Oldtimer' haben nur noch eine geringe Zukunftserwartung.
Sie werden bald sterben.
Einverstanden: Gottes Erwartungen sind zuverlässig! Nicht aber die der WTG. Die „Oldtimer" bekommen es zu spüren!

„Es stimmt, daß sich einige Erwartungen, die auf der biblischen Chronologie zu beruhen schienen, nicht zur erhofften Zeit erfüllten. Ist es jedoch nicht weitaus besser, in der übereifrigen Erwartung der Verwirklichung der Vorsätze Gottes einige Fehler zu machen, als die Erfüllung biblischer Prophezeiungen zu 'verschlafen'?'
(WT 23/84, Seite 18)

Muß nach diesen Sätzen sich nicht ein alter Mensch veralbert vorkommen?
Anscheinend hat der „kluge Knecht" vor nichts und niemandem Respekt. So ist auch das Abendmahl ihm nicht heilig. Es soll offensichtlich ganz abgeschafft werden.

„Wenn der Überrest der geistigen Israeliten zu der von Gott bestimmten Zeit seinen irdischen Lauf vollendet und 'seine himmlische Belohnung empfängt, wird der neue Bund, der auf dem Blut des Mittlere, Jesus Christus, beruht, keine Gültigkeit mehr haben; er wird seinem Zweck erfolgreich gedient haben.

Die jährlich am Passahtag begangene Feier des Abendmahle des Herrn wird dann aufhören. Auch 'diese Hürde', die Hürde für die Herde der geistigen Israelilten, wird dann zu bestehen aufhören."
(WT 10/84, Seite 20)

Die Ereignisse des Jahres 70 u. Z. nimmt die WTG als Vorbild für Harmagedon an.
Nun, einverstanden …
Wieviel Steine bleiben denn aber bei der Zerstörung aufeinander stehen? Kein einziger? Und trotzdem erhofft man sich im „Gegenbild" etwas anderes:
„Warum errichtet die Gesellschaft solche Gebäude, wenn doch die Weltlage so unsicher ist? fragte Bruder Barry. Er erklärte, Jehovas Organisation erwarte, diese schwierige Zeit zu überleben. Gottes Volk werde ausgerüstet und organisiert, um in den abschließenden Jahren, bevor Harmagedon das Ende des Systeme der Dinge herbeiführe, das größtmögliche Zeugnis zu geben. Und man hoffe, viele der neuen Gebäude in dem großen Reorganisationswerk nach Harmagedon zu verwenden."
(WT 3/84, Seite 30)

Während man hofft, daß Gebäude erhalten bleiben, wünscht die WTG der Masse der Menschheit nur das Schlechteste.
Selbst ein nuklearer Holocaust wird durch das in den Schatten gestellt werden, das lt. ZJ-Ansicht die Menschen durch Gottes Vernichtungsstreitkräfte ereilen wird.
Alle Menschen, die nicht der Ansicht von Jehovas Zeugen sind, sollen hingemetzelt werden.
Greise, Frauen, Kinder, Säuglinge

„Ja, Blut wird in Strömen fließen, wenn Gottes Hinrichtungsstreitkräfte zur Tat schreiten. Die 69 Millionen Toten der zwei Weltkriege werden nichts sein im Vergleich zu den Opfern des Krieges Gottes von Harmagedon. … Die Menschheit wird weltweit durch brennende Geschosse, Feuerregen und andere verheerende elementare Kräfte, die mit dem Gericht Gottes einhergehen, in Schrecken versetzt werden. In der allgemeinen Verwirrung wird sich ein jeder gegen seinen Nächsten wenden. Und Gottes Hinrichtungsstreitkräfte werden ohne Rücksicht auf Alter oder Geschlecht zuschlagen." (WT 3/85, Seite 4)

DIE POLITISCHE MACHT AN CHRISTUS ABTRETEN
„Ihre Zeit ist um! Besonders seit dem Ende des Ersten Weltkrieges im Jahre 1918 haben Jehovas Zeugen alle Nationen in diesem Sinne gewarnt. Die Nationen haben sich geweigert, auf die untheokratische Herrschaft des Menschen zu verzichten und ihre Souveränität an Jesus Christus, den theokratischen König der Könige Jehovas, abzutreten".
(„NACH HARMAGEDON GOTTES NEUE WELT", Seite 13, WTG 1953/54)

„Dort, weit außerhalb der Reichweite der von Menschen geschaffenen Raumraketen setzte er ihn zu seiner Rechten … Sind aber die Nationen angesichts dieser unleugbaren Tatsachen bereit, Gott, den Schöpfer, als ihren König und als König der ganzen Erde anzunehmen? Wer es wagte, diesen Gedanken in der Vollversammlung oder im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vorzubringen, würde nicht nur von kommunistischer Seite, sondern von allen Delegierten der hundertelf Mitgliedstaaten ausgelacht."
(„WENN GOTT KÖNIG IST ÜBER DIE GANZE ERDE", Seite 18, WTG 1963)

„Als in den Jahren 1914 bis 1918 der Erste Weltkrieg … tobte, ging es um die politische und wirtschaftliche Vorrangstellung auf Erden … Im Hinblick auf diese Tatsache kann gesagt werden, daß die menschlichen Herrscher unserer Erde es ablehnen, die Oberherrschaft über die Erde dem von Gott eingesetzten König, Jesus Christus, zu überlassen. Unvermeidbar ist Gott daher gezwungen, in Harmagedon Gewalt anzuwenden".
(WT 15.10.1964, Seite 624f)

„Nur Jehovas Zeugen machen diese Wahrheit bekannt. Wäre es nicht im Interesse der Völker das beste, wenn ihre Herrscher die vom Schöpfer verheißene himmlische Regierung, die er selbst für die Menschheit aufgerichtet hat, anerkannt und ihre eigene Macht abgetreten hätten, als die Zeit für seine bessere Verwaltung der Zustände auf der Erde kam?"
(WT 1.8.1965, Seite 472)

„1914 … Zeiten der Nationen abgelaufen
Durch diese Predigttätigkeit setzten sie alle Staaten der Erde davon in Kenntnis, daß die Zeit abgelaufen sei, die Gott ihnen eingeräumt hatte, die Welt ungehindert zu regieren. Nun sollten sie seine universelle Souveränität anerkennen und ihre Regierungsgewalt den Messias abtreten, den Gott im Himmel auf den Thron gesetzt hatte".
(„RETTUNG AUS DER WELTBEDRANGNIS STEHT BEVOR", Seite 238, WTG 1975

„Dadurch, daß die Regierungen die Atombombe als Abschreckungsmittel herstellen lassen, suchen sie die Herrschaft über die Erde aufrechtzuerhalten, statt die Interessen des unter Jesus Christus stehenden Königreiches Gottes zu fördern . Sie ärgern sich über die Verkündigung … und suchen dagegen einzuschreiten… Sie glauben, sie könnten sich der Angelegenheiten auf der Erde selbst annehmen, da dies ihre Sache sei."
(WT 15.3.1984, Seite 5,7)

Wir fragen:
Was ist der Zweck und Inhalt der Herrschaft des Menschen, auf die da verzichtet werden soll?
Worin besteht die Oberherrschaft und Machtausübung, die seit 1918 schon an Christus abgetreten sein sollte?
Was ist der Inhalt der Regierungsgewalt, die seit 1918 an den Messias abzutreten gewesen sei?
Was sind die Angelegenheiten auf der Erde, derer sie sich da seit 1918 nicht mehr annehmen dürfen?
Das ist schlicht und einfach die Gestaltung und Verwaltung eines Landes durch Recht, Gesetzgebung und Verordnung für Handel und Wandel, Import und Export, Abkommen und Verträge, Volksbildung und Gesundheitswesen, Wirtschaft und Soziales, in Notlagen und Schwierigkeiten, Arbeit und Beschäftigung , Schutz von Person Eigentum - kurzum, man gehe die Positionen des Staatshaushaltes durch, die jedes Jahr veröffentlicht werden, da hat man den Inhalt von Herrschaft, Macht, Regierungsgewalt und die Angelegenheiten der Erde. Das alles seit 1918 an Christus im Himmel abtreten?

Wie das? Wohin dort? In die Wolken? Nein? Oder an die WTG, die das predigen läßt? Auch nicht? Also doch an Christus? Wie wo findet man ihn im Himmel? In der Nähe des Siebengestirn und der Plejaden, der Thron Gottes sei (lt. WTG-Buch „SCHÖPFUNG)? Wie kommt ein Ministerpräsident oder Regierungschef dorthin, um die irdischen Macht im Lande abzutreten? Das geht nicht? Und trotzdem wird das gepredigt? Von erwachsenen Menschen? Dreht sich hier nicht förmlicher Unsinn im Kreise? Muß man hier nicht mit dem süddeutschen Journalisten Horst Knaut sagen:

„DELIRIEN DES GLAUBENSLEBENS UNSERER ZEIT. AUS DENEN SICH BEREITS EIN POLITIKUM ABZEICHNET"? (1975)

POLITISCHE EINBINDUNGEN
FRÜHER BIBELMISSBRAUCH
1891/92 erste Weltreise von C.T. Russell in Zionistenzentren Kischinew/Rußland und Jerusalem/Palästina. Beginn einer WTG-Hilfskampagne, Judenauswanderung nach Palästina zu fördern. 1910 erneute Reise durch Rußland und. Palästina zu diesem Zweck. Zusammenarbeit mit der jüdischer, bzw. zionistischen Presse in New York, u. a. Hebrew American, Hebrew Standard, Maccabean, Jewish Weekly, H'Yom.

Ziel: Staatsgründung in Palästina.
Hintergrund: US-Ölinteressen.
(CV Nr. 139, Februar 1981).

Die WTG-Endzeitlegende hierfür, 40 Jahre lang gepredigt:
„Jesus sagte weiter, daß das Wiedereinsammeln Israels nach Palästina (Lukas 2 24) einer der überzeugendsten Beweise seiner Gegenwart und des Endes der Welt sein würde."
(„DIE HARFE GOTTES", Seite 234, 1926)

„Richter Rutherford, der in der ganzen Welt als uneigennütziger Freund des jüdischen Volkes bekannt ist, unterstützt den Anspruch der Juden auf das heilige Land in tatkräftiger Weise.
(„TROST FÜR DIE JUDEN", WTG 1925)

„Ein menschliches Skelett besteht aus 206 Knochen. Der Zionismus wurde im Jahre 1897 in Basel" Schweiz, zu einer Körperschaft organisiert, und an jenem Kongreß .. waren genau 206 Delegierte anwesend, genau wie die Zahl des Menschenskeletts. Das war kein bloßer Zufall, sondern eine augenscheinlich vom Herrn angeordnete Tatsache, und zeigt, daß der Herr auch die kleinsten Dinge in Verbindung mit der Wiederherstellung der Juden und ihrer Wiederbringung zu Gott überwaltet."
(„LEBEN", Seite 177, WTG 1929)

1932. C. T. Russell und J. F. Rutherford 40 Jahre im Satansdienst:
„Durch die Veröffentlichung von Band 2 des Buches RECHTFERTIGUNG in jenem Jahre erkannten Jehovas Zeugen, daß eine solche 'Zurück-nach-Palästina'-Bewegung vom Geiste des Erzfeindes Jehovas in die Wege geleitet wurde, von Satan, der die ganze Erde betrogen hat."
(WT 15. Juli 1955; Seite 424, CV Nr. 73)

1933 gipfelte das darin, daß „eine ca. 5.000 Personen umfassende und mehrere Millionen Deutscher repräsentierende Vertreterkonferenz der Bibelforscher Deutschlands (Zeugen Jehovas)" mit J. F. Rutherford und N. H. Knorr in Berlin-Wilmersdorf in einem Brief an Hitler die judenfeindliche und antisemitische Rassenpolitik der Nazis als GERECHTE GRUNDSÄTZE anerkannte. (DOKUMENTATION ÜBER DIE WTG, Urania 1970)

IM REISEDIENST DES PENTAGON
Auf einem WTG-Kongreß 1911 in Washington wurde mit C. T. Russell ein Weltreisekomitee gebildet, dem der USA-Brigadegeneral William P. Hall vom USA-Kriegsministerium angehörte. Höhepunkt waren nach China, Japan, Korea, Indien, Arabien und Ägypten die von den USA eroberten Philippinen.

USA-Ziel war, den Widerstand auf den Philippinen zu brechen. C. T. Russell hatte die Aufgabe, eingeführt von dem sich hier mit Russell identifizierenden Oberkommandierenden der 20.000 US-Streitkräfte auf den Philippinen, General J Franklin Bell, vor Tausenden junger Filipinos die Handlungsweise der USA als „hochherzig und gütig und nobles Beispiel" für die Behandlung „aller Heidennationen" zu preisen, eine außenpolitische WTG-Mission für die USA-Regierung, die voll erfüllt wurde. (WT 15.8.1968, Seite 506, CV NR. 139, 148)

FINANZIELLE BEZIEHUNGEN MIT DEM GROSSKAPITAL
„Unter der Direktion und Kontrolle" von C. T. Russell bestand eine Stiftung an einem „geheimen Platz" außerhalb des Bethel aus 70 000 Dollar in Gold, 30.000 Dollar in Währung und 62 000 Dollar in Schuldscheinen der Regierung der Vereinigten Staaten. Dieser Geheimfond wurde J. F. Rutherford 1919 übergeben, als er aus dem Zuchthaus Atlanta kam.
(CV Nr. 132)

In einer Krisensituation gestand WTG Präsident J. F. Rutherford 1932:
„Etliche der Gottgeweihten in der Gegenwart sind durch ihre Geldinteressen in Transaktionen mit dem Großgeschäft hineingezogen worden…
Zur bestimmten Zeit wird Jehova auch diese Männer des Großgeschäfts davon überzeugen, daß er sein Werk ohne sie ausfahren kann …
Wir dachten einmal, der Herr würde vielleicht die Herzen einiger weltlich Reichen berühren und sie würden eine Menge Geld beisteuern und so die finanzielle Kraft zur Ausbreitung seiner Botschaft der Wahrheit mächtig vergrößern …"
(„RECHTFERTIGUNG II", WT 1932, Seite 74f, 126f, DOKUMENTATION" 1970, Seite 90f)

BETHEL BROOKLYN ALS GEHEIMDIENSTSTATION
1915 im 1. Weltkrieg ließ C. T. Russell im Bethel Brooklyn (WTG-Hauptzentrale) ein Empfangsgerät für geheime, verschlüsselte Nachrichten aufstellen. Daß Gerät wurde im Februar 1918 vom geheimen Armee-Nachrichtendienst der USA beschlagnahmt.

Inzwischen liegen darüber schon 5 WTG-Eingeständnisse vor (1919 - 1975). Das 4. erfolgte offensichtlich als Antwort auf eine kritische Untersuchung dieser Sache in der ZJ-WTG DOKUMENTATION von 1970.
Bisher ergibt sich: C. T. Russell bekam das Empfangsgerät von einem „Bruder", der zuvor Direktor der beschlagnahmten Funkstationen in Tuckerton und Sayville (USA) war, Richard Pfund, Stationen, die mit Deutschland in Verbindung standen. Pfund experimentierte damit für die US-Kriegsmarine. „Jüngeren Brüdern wurde die Gelegenheit gegeben, den Gebrauch der Anlage zu erlernen". „Sie waren jedoch nicht sehr erfolgreich mit dem Auffangen von Botschaften".
(WT 1919, WT 15.6.1955, WTG-Buch „JEHOVAS ZEUGEN IN GOTTES VORHABEN", S.76 1960, WTG-JAHRBUCH 1973, S. 106f, WTG-JAHRBUCH. 1975, S. 94f, CV Nr. 139)

Der vormalige Chef des USA-Geheimdienstes A. W. Dulles schreibt in seinem Buch „IM GEHEIMDIENST" Seite 42 (Econ-Verlag Düsseldorf, BRD 1962):
„Der erste Weltkrieg brachte jedoch eine Reihe von Neuerungen auf dem Gebiet der Spionage. Eine davon war der Gebrauch von Radiosignalen zur Nachrichtenübermittlung in Kriegszeiten, damit bot sich die Möglichkeit, Nachrichten von ungeheurer taktischer und wohl auch strategischer Tragweite zu erlangen, indem man die Radiosignale auffing und die geheimen Codes und Chiffren entschlüsselte."

DAS USA-STATE DEPARTMENT
(AUSSENMINISTERIUM) IM HINTERGRUND
Dies wurde schon 1921/23 dokumentiert, jedoch nicht für die Öffentlichkeit. Ein amtliches WTG-Dokument vom 19.12.1934 für das damalige Reichs- und Preußische Ministerium des Innern in Berlin weist aus:
„Die WTG war schon vor dem 1. Weltkrieg in Deutschland tätig (seit 1903 Niederlassung/Büro in Barmen). Die amtliche Zulassung von 1921 erfolgte im Ergebnis der Wiederherstellung der Beziehungen USA-Deutschland im Vertrag vom 25. August 1921, ergänzt durch einen Vertrag von 1923. Damit wurde der deutsche WTG-Zweig der Kontrolle des State Department unterstellt. Die WTG. hat in Washington einen ständigen Vertreter für die Verbindung zum State Department. Berichte für die WTG aus Deutschland wurden nach dem WTG-Verbot 1935 über die Zweigstelle des State Department, das Amerikanische Konsulat in Berlin, Bellevuestraße geleitet. Das State Department erteilte selbst Aufträge an den WTG-Sonderbevollmächtigten für Deutschland zur Beschaffung von Informationen über die Situation amerikanischer Gesellschaften in Deutschland, ohne über die WTG in Brooklyn zu gehen."
(DIE ZJ, EINE DOKUMENTATION ÜBER DIE WTG, Urania-Verlag 1970, Seite 120f f)

Der erste deutsche WTG-Zweigdiener nach 1945, Erich Frost, „wurde durch den Präsidenten N. H. Knorr, Brooklyn USA, zunächst durch eine Schweizer Vollmacht vom Jahre 1945, später jedoch durch eine von der amerikanischen Regierung in Washington beglaubigte Original-Vollmacht vom 25. Juni 1946 zum Bevollmächtigten der Watch Tower Bible and Tract Society und ihrer gesamten Tätigkeit für alle vier Besatzungszonen Deutschlands ernannt." (DIE ZJ, EINE DOKUMENTATION ÜBER DIE WTG, Seite 149)

POLITISCHE NEUTRALITÄT
Seit Jahrzehnten gründet sich die gesamte WTG-Verkündigung auf die Behauptung, politisch neutral und unpolitisch zu sein, wie im WT in der Zweckerklärung jedermann gesagt wird. Die WTG ist politisch nie neutral gewesen, es gibt keinen unpolitischen WT, jede WT-Ausgabe enthält irgendwelche politischen Äußerungen, für oder gegen etwas. Am deutlichsten wird dies am Beispiel der WTG-Attacken gegen den Kommunismus über 100 Jahre lang schon, womit klar wird, in welcher politischen Front die WTG steht.

Die Fakten sprechen für sich:
„Wer in den offiziellen Publikationen der Zeugen Jehovas nachforscht, wird finden, daß sie unter den ersten waren, die den Irrtum des Kommunismus erkannten und die Menschen vor diesen Gefahren warnten. Vor nicht weniger als achtundachtzig Jahren erwähnte die Zeitschrift DER WACHTTURM vom September 1879 (engl.), daß wir ausgelacht wurden, weil wir damals vor einem möglichen Sturz der Regierungen durch den Kommunismus warnten."
(WTG-Traktat 1967, JEHOVAS ZEUGEN CHRISTEN ODER KOMMUNISTEN, Wiesbaden)

1879 war das Gründungsjahr des WT unter C. T. Russell.
Unter J. F. Rutherford war in dieser Frage folgendes politisches Vorgehen typisch:
„Jedermann, der die Dinge ruhig und nüchtern beobachtet, weiß wohl, daß der Bolschewismus niemals eine zufriedenstellende Regierung für das Volk beschaffen kann. Der Bolschewismus ist zum sicheren und vollständigen Mißerfolg verurteilt.
Dasselbe muß über den Kommunismus gesagt werden. Die Sowjetregierung ist kein-Erfolg-gewesen und wird es nie sein". (WTG-Buch „REGIERUNG", Seite 13.239/1928.)

In der Periode des kalten Krieges unter N. H. Knorr bestimmte folgende politische Grundhaltung die Attacken:
„Der Kommunismus wurde mittels verderbter Religion und erbarmungsloser Politik durch Satan den Teufel gezeugt, genährt und zur Reife gebracht. Diese teuflischste Religion von allen. Befremdender unsinniger Wahn. Gleich ungezügelten wilden Tieren zwingen sie dem Volke hinter dem Eisernen Vorhang ihre Ideen und wilden Träume auf. Hitler war von einem ähnlichen Wahnsinn besessen."

(WT 1. 6.1952 dt.) „JEHOVAS ZEUGEN STELLEN MIT DER BIBEL DEN KOMMUNISMUS ALS EINE FALSCHE RELIGION, EINE EITLE HOFFNUNG, BLOSS", (ERWACHET 8.6.1955)
In den 60er Jahren bot die WTG ihr Werk in Afrika der liberianischen Regierung als „die beste Verteidigung gegen den atheistischen Kommunismus" an , (WTG-Jahrbuch 1977, Seite 180)

Unter F. W. Franz wird im WT-Jubiläumsjahr 1979 deutlich erinnert, daß nichts von dem WTG-Antikommunismus des kalten Krieges der 50er Jahre wie Kampf gegen „die rote Religion" (WTG-Buch „WAS HAT DIE RELIGION .DER MENSCHHEIT GEBRACHT", 1953) ungültig geworden ist. Dieser politische Dolch gehört also unzweideutig weiter zur „Waffenrüstung" der WTG. (WT 1.12.1979, Seite 20) Mit dem WT Nr. 20/1981 wurde er wieder in voller Schärfe gezückt: Ein rotes Titelblatt mit der politischen Hetzkarikatur eines aggressiv bestialisch zähnefletschenden Sowjetbären mit dem Wart „Machtpolitik" als erstes Wort zum Thema, die Reagan-Politik sekundierend, daß die Sowjetunion „Zentrum des Bösen" sei.

Seit der ersten Ausgabe bringt CV Tatsachen über Tatsachen, die das politische Engagement der WTG nachweisen: Die eigenen Äußerungen der WTG. Wer dies zur Kenntnis genommen hat und es dennoch bestreitet oder leugnet, sollte darüber nachdenken, daß er damit dasteht als Naivling, unzurechnungsfähig oder einfach als politischer Heuchler, der sehr wohl weiß, was unpolitisch und neutral ist und was nicht! Jüngste CV-Ausgaben über die WTG-Lüge, unpolitisch zu sein:
CV Nr. 139, 166, 174, 181, 190, 194, 195.

OBRIGKEITLICHE GEWALTEN
Im Juli 1929 verwarf die WTG die richtigen und mit dem allgemeinen kirchlichen Verständnis übereinstimmenden Lehren über die obrigkeitlichen Gewalten:
„Ist es nicht klar, daß die Worte des Apostels Paulus ganz entschieden verkehrt ausgelegt worden sind, wenn man sie a ui die Regierungen der Welt anwandte? … Ist es nicht vernünftiger anzunehmen, daß Gott seine Worte ausschließlich an jene obrigkeitlichen Gewalten richtet, die in der Organisation Gottes bestehen und funktionieren … Viele Schrifttexte und weitere Argumente folgten, um diese Forderung zu stützen … Dieser neue Gesichtspunkt vom Verhältnis der Christen zu den Regierungen dieser Welt erfüllte Jehovas Zeugen mit neuem Eifer".
(WT Juli 1929, „JEHOVAS ZEUGEN IN GOTTES VORHABEN", Seite 215, 1960, CV 73/1975)

Die Begründung wie immer „vom Herrn":
„Der Herr hat seit seinem Kommen zum Tempel seinem Volk seine Wahrheit klargemacht … Sie sind nun fähig, deutlich zu sehen - und sehen es auch -, daß sich die 'höheren Mächte' oder 'obrigkeitlichen Gewalten' nicht auf jemand in der Organisation Satans beziehen, wie sie früher geglaubt hatten, sondern daß diese 'höheren Gewalten' die Herrschenden in der Organisation Gottes sind."
(WTG „RECHTFERTIGUNG" II, S. 270, 1932)

Als „Schutz und Fürsorge, die Jehova Gott denen angedeihen läßt, die der Gerechtigkeit unerschütterlich ergeben sind und Gott mit reinem Herzen dienen", verkündete die WTG 1932 die Ausrottung jener aus ihrer Organisation, die ihrem Obrigkeitstaumel ab 1929 nicht folgten:
„Sie wurden zum Königreich berufen, wurden Anwärter auf einen Platz im Königreich und hatten Gelegenheit, ewige Träger der himmlischen Krone zu werden. Sie erklärten, Glieder des Leibes des Christus und daher die Braut der Königin zu sein. Aber anstatt gehorsam zu sein, bestanden sie auf dem persönlichen Recht, nach ihrer Weise frei und ungehindert zu wandeln. Sie weigerten sich, sich der Ordnung zu fügen und das Hochzeitskleid anzuziehen. Sie lehnten es ab, das Werk des Herrn auf die von ihm bestimmte Weise zu tun. Sie folgten der Berufung zum Königreich, aber aus einem eigennützigen Beweggrund. Sie weigerten sich, der 'Obrigkeit' in Gottes Organisation untertänig zu sein indem sie sogar daran festhielten, daß sich die betreffende Schriftstelle auf die irdischen Regenten bezöge (Römer 13:1; Offenbarung 19-9). Weil sie nicht festgehalten hatten, was sie besaßen, wurde ihnen die Krone weggenommen".
(WTG „BEWAHRUNG", 1932, Seite 31)

In diesem Obrigkeitstaumel wurde 1948 das WTG-Buch „GOTT BLEIBT WAHRHAFTIG" verbreitet, in dem die so Verjagten wie auch alle anderen Christen international verächtlich gemacht wurden mit den Worten:
„Solche Religionisten behaupten, daß diese Herrscher die in der Bibel erwähnten 'obrigkeitlichen Gewalten' seien.' (S.259)
In Verdrehung des Religionsbegriffes war 'Religionist' die übelste Beschimpfung (gleich Satanist) durch die WTG.

Dazu wurde 1949 unter der Schlagzeile „Gangster in Amt und Würden überzeugender Beweis dafür, daß Politiker nicht die 'von Gott verordneten obrigkeitlichen Gewalten' sind", eine internationale öffentliche Kampagne durchgeführt.
(ERWACHET 8.11.1949)

Etwa 35 Jahre lang währte der Taumel dieser Obrigkeitsphantasterei. Wie viele Tränen, Opfer, Verfeindungen, zerrüttete Familien, sinnlose Verdammungen und Verteufelungen, ja Verluste an Freiheit, Gut und Leben haben diese WTG-Obrigkeitsdelirien gekostet.
Da kam wie aus heiterem Himmel eine weitere Drehung, zurück ins Gegenteil! Als ob es nie anders gewesen wäre, heißt es plötzlich nach dem WT vom 1,1.1963, von der eigenen Schandtat ablenkend:
„Der Ausdruck 'obrigkeitliche Gewalten' bedeutet politische Regierungen oder Gewalten … Gemäß dem, was der Apostel Paulus vor und nach diesen Versen (Römer 13: 1,2) schreibt, ist es leicht verständlich, daß er nicht 'Gewalten' innerhalb der 'Versammlung Gottes' meint, sondern außerhalb der Versammlung und daher die politischen Regierungsgewalten …

Die Religionssysteme der Christenheit sind beschämenderweise der Übertretung dessen, was der inspirierte Apostel Paulus hier zu sagen hatte, schuldig geworden." (WTG-Buch „EWIGES LEBEN IN DER FREIHEIT DER SÖHNE GOTTES", S, 188, Abs. 4.5. 1967)
Ist es nicht skrupellos, andere genau dessen zu bezichtigen, was man hier selbst begangen hat? Mit der Verkündigung, daß die, nun wieder „anerkannten" politischen Regierungsgewalten oder Obrigkeiten rückgreifend auf 1914 ihre Macht an Christus im Himmel abtreten sollen, was gar nicht möglich ist, geht dieses Obrigkeitsdelirium bis heute weiter.

DAS OFFENBARUNGS-„TIER"
Auf den WTG-Kongressen 1985 wurde für das Frühjahr 1986 unter der Devise „Die UNO - Satans Trugbild" (ERWACHET 22.10. 85, S.11) eine internationale WTG-Hetzkampagne gegen die UNO und das UNO-Jahr des Friedens 1986 ausgerufen, von den WT-Zeugen durchzuführen. In Wirklichkeit wird den WT-Zeugen hier die letzte politische Version eines haarsträubenden WTG-Schwindels mit dem „Tier" aus Offenbarung 17:8 in die Hand gedrückt.

Als „vollendetes Geheimnis" ließ die WTG zuerst verkünden:
„17:8. Das Tier, welches du sahest:
Der Antichrist.
War: übte tatsächliche Herrschaft bis 1799 n. Chr. aus.
Und ist nicht: Hat nicht einmal eine Spur weltlicher Macht seit 1870 gehabt. Seitdem ist es im Zustande der Vergessenheit, dem 'Abgrund' gewesen.
Wenn sie das Tier sehen, daß es war und nicht ist und WIEDER da sein wird:
Das päpstliche Reich wiederhergestellt." (WTG „SCHRIFTSTUDIEN" VII, 1917, S, 355, Magdeburg 1925)

Als die Generation von C. T. Russell gestorben und „vergangen" war, besagte das angebliche „Licht" von Gott in dieser Sache:
„Das achte 'Tier' ist 1899 als das 'Haager Weltgericht' ins Dasein gekommen. Es ging 1914 in den Abgrund und 'war nicht' und kam nach dem Kriege wieder hervor in der Gestalt der Völkerbundsliga aus dem Abgrund.'
(WTG-Buch „LICHT", II, S. 103f, 1930)

Die Weltgeschichte entwickelte sich doch nicht gemäß dem WTG-„Licht von Gott" von 1930" wonach der Völkerbund in Harmagedon enden sollte. So konstruierte die WTG wieder neues „Licht", als wenn es nie anders gewesen wäre:
„… als damals der katholische Nazi-Diktator Hitler im September 1939 den Zweiten Weltkrieg entfachte Damals ging der Völkerbund … in den Abgrund… Mit verblüffender Übereinstimmung damit erkannten Jehovas Zeugen 1942, also mitten im Zweiten Weltkrieg, daß dieses internationale Tier gleichsam im Abgrund war, und sie wiesen auf Offenbarung 17:8 hin, wo die Voraussage enthalten war, daß das Tier nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Abgrund heraufsteigen werde … die Vereinten Nationen … Jehovas Zeugen erkannten sogleich, daß das -scharlachfarbene wilde Tier nun dem Abgrund heraufgestiegen war." (WTG-Buch „BABYLON DIE GROSSE IST GEFALLEN". Seite 586f, 1965)

Mit dem internationalen WTG-Kongreß im Jahr des kalten Krieges 1953 in New York wurde mit dem Buch „DEIN NAME WERDE GEHEILIGT" speziell auch die traditionelle Politik des Antikommunismus mit diesem erneuten neuen „Licht von Gott" begründet:
„Als das abscheuliche Ding' im Jahre 1945 aus dem Abgrunde heraufkam, gehörten gleich von seinem Anfang an mächtige Glieder des kommunistischen anti-religiösen Blocks der Nationen dazu." (Seite 339, 1963)

Offenbar auf Grund einer politischen Taktik, denn diese windige WTG kann unmöglich Gottes Werk sein, wurden für Mitte der siebziger Jahre die sozialistischen Länder aus dieser Anti-UNO-Hetze der WTG wieder ausgeklammert:
„Auf die Ostblockstaaten treffen die Worte 'das wilde Tier', (das) war, nicht ist und doch gegenwärtig sein wird, nicht zu. - Offenbarung 17:8."
(WTG-Buch „GOTTES TAUSENDJÄHRIGES KÖNIGREICH HAT SICH GENAHT", S, 309, 1973)

In den zahlenmäßigen WTG-Angaben über die Mitgliedstaaten der UNO (ERWACHET vom 22.10.1985. S. 11) sind die sozialistischen Länder wieder inbegriffen. Damit richtet sich die jetzige WTG-Hetze im Rahmen ihres Tierschwindels gegen die UNO als „Satans Trugbild" auch gegen die DDR als Mitgliedstaat und ihre Friedenspolitik in der UNO.

HARMAGEDON
1889 schon im Gange, 1914 zu Ende:
„Man verwundene sich daher nicht, wenn wir in den nachfolgenden Kapiteln Beweise beibringen … daß der 'Krieg des großen Tages Gottes des Allmächtigen' (Offb. 16: 14), der im Jahre 1914 zu Ende gehen soll, bereits angefangen ist."
(WTG „SCHRIFTSTUDIEN" II von 1889, dt, 1926 Magdeburg. Seite 97)

80 Jahre später schreibt die WTG hierüber:
„Inmitten der Verfolgungen während des Ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918 gab es gesalbte Christen, die glaubten, der Weltkrieg werde unmittelbar zu einer Weltrevolution und zu einem Harmagedon der Anarchie führen.'
(WTG „DANN IST DAS GEHEIMNIS GOTTES VOLLENDET", Seite 75, 1970)
Irgendwelche gesalbten Christen glaubten? Ist das nicht eine Halbwahrheit zur Ablenkung von der Hauptverantwortung der WTG für diese Falschprophetie?

Auf 1925 verschoben:
Als sich 1914 und auch l918 als WTG-Falschprophetie erwiesen hatte, wurde ab 1920 der Welt verkündigt:
„Wir haben, wie zuvor dargelegt, überzeugende Beweise dafür, daß die alte Ordnung der Dinge, die alte Welt zu Ende geht und deshalb gänzlich vergehen wird; daß die neue Ordnung hereinbricht, und daß das Jahr 1925 Zeuge der Auferstehung der alttestamentlichen Überwinder und des Beginns eines Wiederaufbaus der zertrümmerten Welt sein wird."
(WTG „MILLIONEN JETZT LEBENDER MENSCHEN WERDEN NIEMALS STERBEN", Seite 103f, 1920)

1928 schreibt die WTG über 1925:
„Wie notwendig war es, daß 1925 vorüberging, damit es offenbar werde, wer nicht 'von nun an bis in Ewigkeit', sondern nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, also unter Vorbehalt, sein Leben und Herz des Höchsten geweiht hatte."
(WTG-BULLETIN 1.7. 1928, Magdeburg)
Waren damit die WTG-Beweise für 1925 nicht ein weltweiter Betrug? Für 1975 wird das gleiche Manöver wiederholt!

Auf 1939-45 verschoben:
Am Vorabend des 2. Weltkrieges wird den „anderen Schafen" der WTG, damals Jonadabe genannt, die Tatsache gepredigt:
„Jonadabe , die jetzt ans Heiraten denken, würden, wie es scheinen will, besser tun, einige wenige Jahre zu warten, bis der feurige Sturm Harmagedons vorüber ist."
(WTG „SCHAU DEN TATSACHEN INS AUGE", S. 50)

1942 wieder verscheucht:
„Der öffentliche Vortrag des Präsidenten (N. H. Knorr, Kongreß 1942 Cleveland, USA) verscheuchte alle Gedanken daran, daß der 2. Weltkrieg in dem universellen Krieg von Harmagedon enden würde." (WTG „DEIN NAME WERDE GEHEILIGT"; S.329)

Auf 1955-1965 verschoben:
„Theokratischer Kongreß" Pfingsten 1945 in Zürich/Schweiz, verkündet:
„Selbst wenn die Schlußabrechnung von Harmagedon noch um zehn oder zwanzig Jahre verziehen sollte - es wurde nicht gesagt; daß es wirklich so sein wird - so muß doch das Evangelium mit aller Kraft allen Nationen verkündet werden. Dauert es jemandem zu lange, dann sei daran erinnert, daß Zeit niemals lang wird, wenn man alle Hände voll zu tun hat.
Haben wir nichts mehr zu tun?" (TROST - ERWACHET 1, Juni 1945, Nr. 545)

1966 ein neues Harmagedon-Datum 1975
Mit dem WTG-Buch „EWIGES LEBEN IN DER FREIHEIT DER SÖHNE GOTTES auf den WTG-Kongressen 1966 proklamiert!
Der WT vom 1.8.1968, S.463 erläuterte das:
„Der siebente Tag. Gottes siebenter Tag und die Zeit, in der der Mensch auf der Erde ist, laufen demnach parallel. Demnach fehlen noch acht Jahre, bis die 6000 Jahre des siebenten Tages voll sind. Zählen wir vom Herbst 1967 acht Jahre vorwärts, so kommen-wir zum Herbst 1975, zum Ende der 6000 Jahre des siebenten Tages oder des Ruhetages Gottes. Wenn daher Christen an Hand der göttlichen Zeittafel feststellen, daß das Ende der 6000 Jahre Menschheitsgeschichte bevorsteht, erfüllt sie das mit freudiger Erwartung. Einige Angehörige der Generation, die den Anfang der Zeit des Endes im Jahre 1914 bewußt miterlebte, werden noch leben und Zeugen des Endes … in der Schlacht von Harmagedon sein. Es dauert höchstens noch ein paar Jahre bis … die Menschen. die dann noch am Leben sind, durch die herrliche Tausendjahrherrschaft Christi. befreit werden."
(WT 1.8.1968, Seite 463f)

Mit der Berechnung des Jahres 4026 v. Chr. als Beginn des Ruhetages Gottes (in dem Buch „EWIGES LEBEN …„) war in der Tat für 1975 das Ende von Harmagedon, die Bindung Satans und der Beginn der Tausendjahrherrschaft Christi berechnet und festgesetzt.

1928-Manöver wiederholt:
Wohlweislich wurde schon im Vorfeld von 1975 das 1928-Manöver wiederholt:
„Statt also Mutmaßungen über ein bestimmtes Datum anzustellen, als ob wir nur bis zu diesem Datum Gott dienen würden, konzentrieren wir uns auf die wichtige Predigttätigkeit, sollten wir daran denken, daß nicht ein bestimmtes Datum, sondern die Ewigkeit unser Ziel ist." (WT 15.9.1974, Seite 568f.)

1977 in
„eine sehr lange Zeit" weitergeschoben:
„Wir werden noch weiter ausharren müssen. Können wir noch 'eine ganz kleine Weile' ausharren? Wenn ja, dann werden wir es erleben, daß Gott 'der Kommende' zur rechten Zeit eintreffen u. die Verheißung, die er uns gegeben hat, erfüllen wird.
Was für den ewigen Gott 'eine ganz kleine Weile' ist. könnte für uns zwar eine sehr lange Zeit sein.'
(WT 15.3.1977 Seite 175f)

DIE VERORDNETE DARSTELLUNG DER ZEUGEN JEHOVAS
ALS HEUSCHRECKEN NACH JOEL 2:2-11
Zunächst noch nicht:
„Betrachten wir die prophetische Beschreibung dieser großen Armee (Joel 2:2-11): Ein großes und mächtiges Volk, desgleichen von Ewigkeit her nicht gewesen und nach ihm nicht mehr sein wird bis in die Jahre der Geschlechter und Geschlechter. Vor ihm her verzehrt das Feuer, und nach ihm lodern die Flammen, vor ihm ist das Land wie der Garten Eden, und nach ihm eine öde Wüste'. Der Herr wird sich dieser Unzufriedenen, Unwissenden und Hoffnungslosen, ihrer Träume, Befürchtungen, Torheiten und ihrer Selbstsucht bedienen, um die gegenwärtige Ordnung zu vernichten. Nur deshalb heißen sie 'des Herrn großes Heer'.

Die Heiligen, alle , die sich von Gottes Geist leiten lassen als seine 'lieben Kinder', haben nichts zu schaffen mit diesem Teile des 'Streites'."
(WTG „SCHRIFTSTUDIEN IV von 1897; S. 418)

Dann auch noch nicht:
In Ablenkung von der 1925-Harmagedonfalschprophetie wurden auch die Joel-Heuschrecken umgedeutet, in eine schockierende antikommunistische Konstruktion:
„Die gelbe Gefahr in ihrer neuesten Form". Unwillkürlich wird man da an das Prophetenwort erinnert (Joel 2:1-11):
„Sie rennen wie die Helden, wie Kriegsleute ersteigen sie die Mauer (also auch die chinesische) … daß Moskau hinter den sich bekämpfenden chinesischen Generälen steht und diese der Sowjetregierung Millionenheere zur Bolschewisierung Europas, im Falle des Sieges, zugesichert haben, so muß der zerrüttete Westen mit Recht sorgenvoll seine Blicke nach Osten wenden".
(WTG „DAS GOLDENE ZEITALTER". 15,2.1925, Seite 9, 15, Magdeburg)

Nun sind sie es:
„Die Einheit der symbolischen Heuschrecken ist in Joel 2:2-11 noch ausführlicher beschrieben.
Sie werden dort als ein Volk geschildert, und das sind sie wirklich in der Erfüllung der Prophezeiung.
In jenem denkwürdigen Jahr (1926) begann die symbolische Heuschreckenplage, die in der Prophezeiung Joels und in der Offenbarung beschrieben wird.
… und auch die Mauern, die der russische Kommunismus errichtete, konnten Jehovas symbolisches Heuschreckenheer an seinem Vormarsch nicht hindern".
(WT 1.3.1962, Seite 144 ff)

Nun sollen es die WT-Zeugen sein, die wie Heuschrecken unter den Menschen umherziehen und über die „Mauern steigen" und überall den „Garten Eden" kahlgefressen wie „eine öde Wüste" hinter sich lassen! Was für eine „christliche" Empfehlung! (Siehe auch CV 73, Faksimile.)

ALS FÜRSTEN NACH PSALM 45:16
Zunächst noch nicht:
„Die Einsetzung der irdischen Regenten (alttestamentlich Überwinder, Anm.) aber dürfen wir nicht vor Ablauf der 'Zeiten der Heiden', Nationen, im Oktober 1914 erwarten. Darin liegt keine Abweichung von Gottes unabänderlichem Plan." (WTG „SCHRTFTSTUDIEN" IV, S. 325, 1916)

Dann langsam vorbereitet:
Einige Bibelaussagen und prophetische Dramen deuten an, daß sie noch vor der Schlacht von Harmagedon zum Leben erweckt werden."
(WTG „DIE WAHRHEIT WIRD EUCH FREI MACHEN", Seite 360, 1946)

Dann sind sie rückwirkend ab 1919 da!:
Sollten wir aus dem Umstand, daß Christus Jesus zur Zeit der Geburt des Königreiches im Jahre 1914 zu regieren begonnen hat folgern, daß seine Fürsten seither in Gerechtigkeit sichtbar auf Erden geherrscht haben?
Jawohl, doch vom Jahre 1919 an. (WT 1. 3.1952)

Mit „gewaltigem" anhaltenden Applaus und Jubel" wurde diese „Wahrheit"' von über 100 000 Zeugen Jehovas auf dem internationalen Kongreß 1950 in New York aufgenommen.
(WTG „JZ IN GOTTES VORHABEN", S.252, 1960)

Nun sind sie es nicht mehr:
„Der ruhmreiche König Jesus Christus wird am Anfang seiner Tausendjahrherrschaft aus seinen irdischen Kindern 'Fürsten für die ganze Erde' auswählen. Eine Anzahl dieser 'Fürsten' wird aus den 'Lebenden' hervorgehen, die die 'große Drangsal' überlebt haben."
(WTG „GOTTES TAUSENDJÄHRIGES KÖNIGREICH HAT SICH GENAHT" Seite 134f, 1973)

ALS ÄLTESTE NACH APOSTELGESCHICHTE 14:23
Anfangs waren sie es:
Unter Präsident C. T. Russell (gestorben 1916) wurden die Versammlungen von schriftgemäß gewählten Ältesten geleitet, wie ausführlich in Band VI SCHRIFTSTUDIEN von 1904 (1926) im Kapitel „Die Neue Schöpfung - ihre Organisation" dargelegt ist. Um das geplante diktatorische sog. theokratische Befehlssystem der WTG durchzusetzen (1938 unter J. F. Rutherford vollendet), wurde das Ältestenamt ab 1932 in übelster Weise ausgerottet.

Dann nur noch
„stößige, hochnäsige, riechende Böcke":
„Ein Ältester mag wie ein stößiger, rücksichtsloser Bock geartet sein … Diese hochnäsigen und riechenden Böcke sind fett geworden … Diese Egoisten trampeln auf der vom Herrn bereiteten Speise herum, suchen sie mit ihren schmutzigen Füßen zu besudeln … Der treue Überrest hat sich aber nun vom Einfluß der 'Böcke' abgekehrt, sie gehen mit dem Werke voran und verkündigen das Zeugnis, das nach Gottes Willen gegeben werden soll".
(WTG „RECHTFERTIGUNG" II, S. 239 ff, 1932)

Die Bibeltexte über Älteste
wurden bedenkenlos umgedeutet:
„Diese Verse können schriftgemäß nicht so gedeutet werden, als ob man Männer in den Versammlungen als 'Älteste' titulieren müßte, die ein Ältestenamt' innehätten. Der Ausdruck 'Ältestenamt. kommt in der Schrift nicht vor.
(WT Oktober 1945. Abs. 39 „Zum Schlußwerk organisiert", dt)

Mit den WTG-Kongressen 1971 wurde das alles wieder umgestoßen und die „Ältesten" wieder eingeführt:
Sicherlich erinnerst du dich noch, daß in dem Vortrag 'Die theokratische Organisation inmitten der Demokratien und des Kommunismus' gesagt wurde … Gemäß der biblischen Darlegung, die wir gehört haben, ist der Versammlungsdiener sowohl ein 'älterer Mann oder Ältester.'
(WT 15.2.1972, Seite 119)

Die WTG hatte damit ein relativ leichtes Spiel. Wieder war eine Generation vergangen. Wer wußte schon noch von der einstigen Vertreibung der Ältesten als „stößige, hochnäsige und riechende Böcke", was jetzt natürlich geflissentlich verschwiegen wurde. Reuelos und ohne sich im geringsten bei den einst schriftwidrig Diffamierten zu entschuldigen kehrte man rechthaberisch zu dem einst selbst Zertrampelten zurück. Mit vielen besonderen und internen Anweisungen wurde die Organisation wieder umgekrempelt.

Da gab es einen Brief an alle Kreis- und Bezirksdiener vom 16.9.1971. Einen Brief der LEITENDEN KÖRPERSCHAFT an die Versammlungskomitees vom 1.12.1971 auf dem die Bezirksdiener mit einem Brief der WTG vom 9.11.1971 vorbereitet wurden. Der WT vom 15. 4.1972 in „Fragen von Lesern" beantwortete dazu „gestellte Fragen". Intern wurde mitgeteilt, daß selbst WTG-Präsident N. H. Knorr ab 1.10.1971 nicht mehr 1. Vorsitzender der LEITENDEN KÖRPERSCHAFT sei, was auf eine Entmachtung des Präsidenten und eine „Palastrevolution" hinauslief.
Ein Vorsitzender unterwirft sich den Entscheidungen der gesamten Ältestenschaft.
(Vortrag DisPos. 5, III, B 2b WTG)

ALS DAS „ERSEHNTE ALLER NATIONEN'"
Unter C. T. Russell ließ die WTG alle Welt „das Königreich Gottes" als das „Ersehnte aller Nationen" predigen.
(Haggai 2:7,8; „SCHRIFTSTUDIEN" I, S. 257)

Als 1914/18 weder das verkündete Harmagedon noch das „Königreich" wie gepredigt gekommen war, wurde in dem Nachkriegsschlager von 1922 „DIE HARFE GOTTES" auf eine „gerechte Regierung" ausgewichen:
„Wenn diese große Erschütterung vorüber ist, dann wird das Ersehnte aller Nationen kommen, nämlich eine aufrichtige, gerechte Regierung, die im Interesse der Menschheit unter der Aufsicht des großen Messias ausgeübt wird".
(Seite 258, Magdeburg 1926)

Als nach dem 2. Weltkrieg Harmagedon wieder verscheucht worden war, mußten die Zeugen sich selbst aller Welt als das „Ersehnte aller Nationen" vorstellen.
„Jedoch wurde erst im Jahre 1953 auf dem unvergleichlichen internationalen Kongreß der Zeugen Jehovas im Yankee-Stadion der Stadt New York enthüllt, daß 'das Ersehnte aller Nationen', das herbeikommen sollte, diese große Volksmenge ist, diese große Volksmenge von Anbetern Jehovas, die Gefährten des geistlichen Überrestes geworden sind".
(WTG „AUCH DU KANNST HARMAGEDON ÜBERLEBEN" Seite 265)

Diese schriftwidrigen WTG-Zumutungen fielen noch in die Zeit der WTG-Obrigkeitsanmaßungen, sie, die WTG-Führung gehöre zu diesen Obrigkeiten, und nicht die politischen Regierungen.
Seit dann 1975 Harmagedon, wieder nicht vorbei war und die Tausendjahrherrschaft Christi wieder nicht begonnen hatte, wie vernünftigerweise vorauszusehen war, stehen alle Zeugen wieder als von der WTG begossene Pudel da, denn nun ist es wieder das „Königreich", wie etwas verklausuliert zu predigen ist:

„Darum, da wir (Glieder des geistigen Israel) ein Königreich empfangen sollen, das nicht erschüttert werden kann, mögen wir fernerhin unverdiente Güte haben, durch die wir Gott auf annehmbare-Weise mit Gottesfurcht und Scheu heiligen Dienst darbringen können".
(WTG „RETTUNG AUS DER WELTBEDRÄNGNIS STEHT BEVOR", Seite. 354, dt 1975)

Sind die hier behauptete Gottesfurcht und Scheu bei solcher haltlosen Bibeldeuterei im Namen Gottes nicht Sand in die Augen der Öffentlichkeit?
Wie wollen die Zeugen selbst bestehen vor jemandem, der diese ganze Deuterei vor Augen hat? Sie können da nur mi der Unwissenheit und Uninformiertheit derer rechnen, die sie ansprechen.

DANIELS „KÖNIG DES NORDENS"
Die ursprüngliche und keinen Widerspruch duldende „Endzeiterfüllung" von Daniel 11:40 war Napoleon:
„Der Feldzug des großen Feldherrn Napoleon Bonaparte ist eine klare Erfüllung dieser Prophezeiung, wie aus den historischen Ereignissen dieses Feldzuges deutlich hervorgeht. Der 'König des Südens' von welchem in dieser Prophezeiung die Rede ist, bezeichnet Ägypten; der König des Nordens bedeutet Großbritannien. Der Feldzug ist kurz aber anschaulich in dieser Prophezeiung Vers 40-44 beschrieben und da dieser Feldzug 1799 zu Ende ging, so bezeichnet er nach den eigenen Worten des Propheten, den Beginn der 'Zeit des Endes'."
(WTG „DIE HARFE GOTTES", S. 215f, 1926)

Nachdem sich die Harmagedonverkündigungen von 1889, 1914, 1925 und 1938 als falsche Prophezeiungen erwiesen hatten, wurde 1942 mitten im 2. Weltkrieg eine neue Auslegung konstruiert:
„Können wir bestimmt wissen, daß die Welt ihrem endgültigen Ende nahe ist, wie es Jehovas Zeugen so zuversichtlich erklären? Man beachte … (Daniel 11:40)… September 1939… Ein Blitzkrieg durch den König des Nordens … Die erstaunliche Prophezeiung, die vor langem über den 'König des Nordens' und den 'König des Südens' ausgesprochen worden ist, erfüllt sich jetzt, ja steht vor ihrer Enderfüllung, was beweist, daß wir dem endgültigen Ende dieser alten Welt der Bosheit nahe sind".

Die frühere Falschprophetie völlig verschweigend, wird dazu gedroht:
„Der große Urheber aller wahren Prophezeiungen erleuchtet jetzt den forschenden Sinn … Seine Taten und. sein Verfahren sind erhaben über alle Zensur, die Geschöpfe ausüben mögen und, verdienen nicht, daß man sich darüber beschwere, selbst wenn man sie nicht verstünde".
(WTG „DIE NEUE WELT", S, 339f. 347ff, 1942)

Zu dieser Neukonstruktion auf den Hitlerfaschismus und den 2. Weltkrieg ließ die WTG folgendes Halleluja verbreiten:
„Hoch erfreut waren wir alle am Samstagabend, als über die Prophezeiung Daniels gesprochen und ihre gegenwärtige Erfüllung gezeigt wurde. Man konnte wahrnehmen, wie Jehova die Schleusen des Himmels öffnete, um seinem Volke ein Verständnis über diese wunderbare Prophezeiung zu geben. Jetzt sehen wir ganz klar und dürfen voller Vertrauen und Zuversicht in die Zukunft blicken."
(TROST, 15.5.1942, Kongreßbericht)

Und diese Zukunft
wurde wie folgt vorausgesagt:
„Man beachte, daß der 'König des Südens' vom vierzigsten Verse an aus de Prophezeiung ausscheidet. Dies ist ein schlechtes Zeichen. Diese und andere Schriftstellen deuten darauf hin, daß vor dem endgültigen Ende alle Nationen totalitär werden und die Interessen des 'Nord'- und 'Südkönigs' - unter Religion als Bindeglied - eins werden … Wenn sie verschmolzen sind und dadurch beide 'Könige' ihr Ziel erreicht haben, werden sie, um als nächstes jede Gefahr einer Störung ihrer Pläne zur Weltbeherrschung auszuschließen, nur eines tun: zum Schlage gegen das Reich Gottes, die Theokratie, ausholen. Wie denn? Indem sie dessen Vertreter und Verkündiger, die Zeugen Jehovas, angreifen. Dann wurden sie 'Friede und Sicherheit' ausrufen, daraufhin käme eine Warnung von Jehova, und .nicht Friede und Sicherheit, sondern Hermagedon und Vernichtung!" (WTG "DIE NEUE WELT", Seite 344f)

Alles erwies sich als üble Spekulation! Es war in Wirklichkeit der sog. Nordkönig der ausschied, ja vernichtet wurde, es gab keine 'Verschmelzung' mit dem Hitlerfaschismus und kein faschistisches Totalitärwerden aller Nationen, d. h. Sieg des Faschismus in allen Nationen.

So wurde alles erneut umkonstruiert, nunmehr auf die nach dem 2. Weltkrieg entstandene Situation des kalten Krieges zwischen Ost und West, Sozialismus/Kommunismus und Kapitalismus/Imperialismus, entsprechend der erneuten Einordnung der WTG in die Front des Antikommunismus.

So behauptete die WTG nunmehr einfach:
"Indem Rußland auf der Seite der westlichen Demokratie kämpfte, trug es dazu bei, Nazideutschland zu schlagen und die Stellung des totalitären, diktatorischen Königs des Nordens zu übernehmen." (WTG "DEIN WILLE GESCHEHE AUF ERDEN", Seite 277, 1960)

So waren auch für diese Umkonstruktion wieder "eigene Worte des Propheten" zur Hand, wie für Napoleon 1799. Zugleich eine "biblische" Scheinbegründung für die seit dem 2. Weltkrieg wieder aufgenommene antikommunistische WTG-Politik. Die antikommuni:tische Konstruktion scheint nun die bleibende zu sein.

Jüngster Höhepunkt dieser nunmehr antikommunistischen Nordkönighetze waren die internationalen WTG-Kampagnen mit ERWACHET vom 8, 9. 1981. eine Vernichtungsrakete aus rotem Himmel im Sturzflug auf eine westliche Großstadt, und mit WT vom 15.10.1981 mit einem bestialisch aggressiv zähnefletschenden "Sowjetbären" vor rotem Hintergrund, als "unpolitisch" ausgegeben. (Siehe auch CV Nr. 73, 100, 139)

EHE - FAMILIE - SEXUALITÄT
Strahlende Ehepaare in voller Eintracht mit ihren Kindern!
Dieses Bild vom ZJ-Familienleben versucht die WTG Außenstehenden zu vermitteln. Dabei werden Tatsachen verschwiegen, die nur dem Kenner der ZJ-Szene bekannt sind. Welchen Stellenwert nimmt die Ehe im Leben eines Zeugen Jehovas nun wirklich ein?

Dazu Auszugs aus der WTG-Literatur:
"Daraus geht hervor, daß christliche Ehemänner, obwohl sie ihren christlichen ehelichen Pflichten nachkommen müssen, die Ehe nicht als das wichtigste im Leben betrachten sollten. Beim Tod werden geistgezeugte Christen die irdischen Bindungen, Freuden, Sorgen und Güter für immer aufgeben. Ja, heute schon können Christen ob sie die himmlische oder die irdische Hoffnung haben - ihre Frau oder materielle Besitztümer verlieren."
(WT 19/84, Seite 121

Die Auswirkungen solcher Familienpolitik lassen nicht lange auf sich warten. Die Frauen werden von ihren Ehemännern oft vernachlässigt.
"Doch unter manchen Eheleuten - selbst bei Gott hingegebenen Christen - herrscht ein äußerst gespanntes Verhältnis."

"Angesichts all der Forderungen, die an einen Mann gestellt werden, einschließlich der größeren Pflichten in der Versammlung, gibt es zwangsläufig Zeiten, wo der Ehemann nicht alle eure seelischen Bedürfnisae befriedigen kann."
"Viele von euch Ehefrauen haben schon oft in selbstloser Weise gewartet, während sich der Ehemann notwendiger Aufgaben in der Versammlung annahm. Ihr seid wirklich zu loben!"
(WT 17/83, Seite 12, 21 und 22)

Auf den Frauen ruht so in der Regel die Verantwortung für die gesamte Hausarbeit und die Kindererziehung. Trotzdem soll sie ihren "heiligen Dienst" nicht vernachlässigen. Und die Folgen? Eine 40jährige christliche Mutter erzählt:
"Ich war bemüht, niemand zu enttäuschen und weder im Familienleben noch im Dienst irgend etwas auch nur im geringsten zu vernachlässigen. Ich versucnte, einen Zeitplan einzuhalten, der das Letzte von mir forderte. Das ging acht Jahre lang so, und schließlich sagte der Arzt, ich sei 'abgewirtschaftet'. Zurückblickend denke ich, daß ich das zwar nicht aus belanglosen Gründen getan habe, doch ich hätte vernünftiger sein sollen."
(WT 17/82, Seite 13)

Sie hätte vernünftiger sein sollen? Wie denn? Die Weisung der WTG ist eindeutig:
"In Jerusalem durfte man damals keine Schlafmütze sein. Gehorsam ging das Volk daran, 'sich früh am Morgen zu erheben und nach der Wildnis von Tekon hinauszuziehen' (2. Chronika 20.20) ... Auch heute müssen sich viele Diener Gottes schon früh an die Arbeit machen. Hausfrauen, die als Pioniere dienen, und andere Pioniere müssen früh aufstehen, damit sie ihren häuslichen Pflichten nachkommen und den ganzen Vormittag im Dienst Jehovas verbringen können.'
(WT 13/84, Seite 17)

Sollte eine Frau mit ihrem Los nicht einverstanden sein, darf sie trotzdem nicht "aufmucken".
"Außerdem klagte ich Bruder Erich Frost, dem damaligen Aufseher des Predigtwerkes in Deutschland, mein Leid. Ich erklärte ihm, daß die Rückkehr meines Mannes für mich nichts anderes bedeutete, als seine Socken und seine Unterwäsche zu waschen. Bruder Frost mag gedacht haben, er ermuntere mich, als er sagte, ich solle mich darüber freuen, wenigstens das tun zu können. Aber mit dieser Antwort stellte er mich eigentlich nicht zufrieden.
Trotz allem hielt ich durch."
(WT 19/84, Seite 31. Erlebnisbericht von Gertrud Pötzinger)

Der Predigtdienst ist nicht nur für die Frauen obligatorisch. Auch die Kinder sollen sich daran beteiligen. Und diese Pflicht bekommen sie von dogmatischen Eltern mitunter sehr nachhaltig zu spüren.
„Der Predigtdienst am Wochenende war ein fester Bestandteil unseres Lebens, selbst bei minus 30 C. Einige mögen es für extrem halten, Kinder bei solch einem Wetter hinauszuschicken, doch es prägte unseren Kindern ein, daß uns nichts daran hindern sollte, unseren Dienst für Jehova durchzuführen."
(WT 7/85, Seite 25)

Auch auf den intimsten Gebieten der Ehe versuchte die WTG, das Leben ihrer Anhänger zu reglementieren.
„Unter dem Ausdruck 'Hurerei' sind alle Arten von unsittlichen Geschlechtsbeziehungen, Perversitäten und unzüchtigen Handlungen zu verstehen, wie sie zum Beispiel in einem Freudenhaus getrieben werden mögen, einschließlich oralen und analen Geschlechtsverkehr."

„Um sich nicht ein weiteres Mal der Unzucht preisgeben zu müssen, mag sich eine christliche Ehefrau entschließen, die Scheidung einzureichen. Sie könnte bei der Versammlung die Beweise dafür erbringen, daß der eigentliche Grund porneia ist, und dann aus irgendeinem tatsächlich vorhandenen Grund, der von den Gerichten des Landes anerkannt wird, eine legale Scheidung erwirken."
(WT 4/75, Seite 127 und 128)

Mit dieser Methode konnten sich Frauen von ihren Ehemännern mit Billigung der WTG trennen. Dabei spielte diese den von Gott beauftragten Moralapostel. Den Ehemännern wurde überdies die Gemeinschaft entzogen; sie wurden vom Leben abgetrennt.
Drei Jahre später tritt die WTG ihren ersten Rückzug an. Das Eisen war ihr zu heiß geworden und sie wälzt ihre Verantwortung auf die ihr hörigen Anhänger ab.

„Nach sorgfältiger weiterer Erwägung dieser Frage gelangen wir jedoch aufgrund des Fehlens deutlicher biblischer Anweisungen zu der Überzeugung, daß es sich dabei um etwas handelt, wobei ein Ehepaar selbst die Verantwortung vor Gott übernehmen muß, und daß es nicht die Aufgabe der Versammlungsältesten ist, das Verhalten in solchen ehelichen Intimbeziehungen zu bestimmen oder jemandem lediglich aufgrund derartiger Handlungen die Gemeinschaft zu entziehen."

„Sie (eine verheiratete Person - Anm. d. Red.) mag der Auffassung sein, daß die Umstände sie zu einer schriftgemäßen Ehescheidung berechtigen. In einem solchen Fall muß die betreffende Person die volle Verantwortung. vor Gott übernehmen, wenn sie eine Scheidung anstrebt."
(WT 10/78, Seite 30 und 31)

Fünf Jahre vergehen, bis sich die WTG endlich zu folgender Erklärung durchringt:
„Demnach wären erzwungene perverse Handlungen (z. B. oraler oder analer Geschlechtsverkehr) innerhalb der Ehe kein schriftgemäßer Scheidungsgrund, der den beiden das Recht zur Wiederverheiratung gäbe."
(WT 12/83, Seite 31)

Was passiert nun mit den geschiedenen Ehen und den zu Unrecht ausgeschlossenen Personen? Darüber schreibt die WT-Gesellschaft nichts. Fakt ist aber eines:
Sie hat sich als ein falscher Lehrer erwiesen. Sie hat ihre Schafe in die Irre geleitet. Und welchen Lohn wird sie dafür von Gott erhalten?!

DAS „VERHEISSENE PARADIES"
DIE BISHERIGEN „WIEDERHERSTELLUNGEN"
Hierzu zunächst nochmals die falschen WTG-Harmagedonprophetien.
Das Paradies soll ja bekanntlich am Ende jenes Harmagedonkrieges beginnen.
Zuerst hatte die WTG, wie wir sehen, in ganzen „Kapiteln Beweise" beigebracht, daß dieser „Krieg 1914 zu Ende gehen soll". Damit war der Paradiesbeginn 1914 fällig.

Dann hat sie „überzeugende Beweise dafür. daß 1925 Zeuge des Beginns eines Wiederaufbaus der zertrümmerten Welt sein wird", womit das Paradies nun 1925 fällig war. Dazu gab es 1924 das WTG-Buch „Der Weg zum Paradiese"!
Dann sollte „einige wenige Jahre" nach 1938 „der feurige Sturm Harmagedons vorüber" sein und das paradiesische Heiraten und Kinderzeugen beginnen.

Dann sollte, als 1945 wieder nichts war, es höchstens „noch zehn oder zwanzig Jahre verziehen". Damit hatte das Paradies 1965 anzubrechen.
Dann, als bis 1966 wieder nichts war wurde mit „es dauert höchstens noch ein paar Jahre" 1975 festgesetzt, wann alle „durch die herrliche Tausendjahrherrschaft Christi befreit werden".

Schließlich wurde die „Verheißung" dann 1977 geschickt „um eine sehr lange Zeit" weiter in die Zukunft verschoben, wie wir sahen.
Damit ist das Kerbholz der WTG auch hier übervoll, um 5. Mose 18:20-22 zu erfüllen. Alles ist wie Treibsand, immer wieder von der Wirklichkeit verweht. Wem das weiter zumuten?
UND WAS SAGST DU DAZU?

Ein „verlorenes Paradies", das „wiederhergestellt" werden muß, gab es nicht! Das Alte Testament kennt diesen Begriff überhaupt nicht, bleibt man bei dem, was geschrieben steht (Spr. 30:6; 1 .Kor. 4:6; Konkordanz). Nur „Eden", und das wird nicht wiederhergestellt. So haben Millionen WTG-Bücher schon gänzlich falsche Titel!

Im Neuen Testament gibts ein Paradies nur in Luk. 23:43; 2. Kor. 12:4 und Offb. 2:7, bezogen auf künftiges MIT-JESUS-SEIN, auf ein Paradies im dritten Himmel und auf die Zukunft der urchristlichen Überwinder. Das WTG-Paradies mißachtet das völlig! Und in den WTG-Broschüren „Für immer auf der Erde leben" 1982 und „Die Regierung, die das Paradies wiederherstellen wird" 1985 werden diese Schriftstellen gar unterschlagen! Womit diese knallbunten Massenbroschüren, 1985 mit einem keck-verschmitzten Konterfei von WTG-Präsidenten F. W. Franz, ein unchristlicher Massenbetrug sind. Rückblickend ohnehin nie erfüllt.
UND EINE VERHÖHNUNG CHRISTI!

Im Wissen um ihre Paradiesillusion, und damit alle nunmehr nicht immer nur leer dastehen, hat die WTG mit 1975 in „Erfüllung" von Jes. 11:6-9 „schon jetzt" auch ein „geistiges Paradies" parat:
Der Geist, den sie durch ihre Organisation bringt, das Schwelgen darin.
(WT 1.1.1978, Seite 16)

Soll das eines Tages zur „Enderfüllung" werden? In der Tat müßte man das jahrelang vorbereiten und eingewöhnen. Das allen gepredigte knallbunte Paradies jedoch ist letztlich sowohl eine Zumutung an den Verstand wie eine Verhöhnung des Loskaufopfers Jesu Christi!

Die WTG:
„Das Tierreich muß ein Spiegelbild der menschlichen Gesellschaft sein, es muß die Verhältnisse unter den Menschen widerspiegeln".
(WTG-Buch „RETTUNG AUS DER WELTBEDRÄNGNIS STEHT BEVOR" 1975, Seite 180)

In Mißbrauch von Jes. 11:6-9 für den bunten Betrug also:
Auch die Tiere werden „gut", „friedlich", fressen sich nicht mehr. Katzen keine Mäuse, Schlangen keine Frösche, Spinnen keine Mücken, Vögel keine Raupen usw. Was für ein absoluter Unsinn! Sucht die WTG Tölpel und Naivlinge? Tiere können nie wie Menschen werden. Sie sind weder gut noch böse. Das kommt nur dem verstandesbegabten Menschen zu. 1. Mose 2:9,17. So fielen sie nie in Sünde, müssen nicht erlöst werden.

Was die WTG da mit Jesaja 11:6-9 macht, heißt, daß Christi Blut letztlich auch für Schweine, Affen und Spatzen floß, sie zu erlösen! -
(Siehe auch CV Nr. 116.)

Anläßlich der kath. Sondersynode 1985 sagte Kardinal Höffner,/BRD u. a.:
„Wer einem Paradies folgt, folgt einer Utopie und fällt die Treppe hinunter."
(ZDF 18.12.1985)
Wie wollte man je mit dem WTG-Paradies davor bestehen?

DER BLEIBENDE GESELLSCHAFLICHE ZWECK.
DAS „ENDZEITLICHE" DER SACHE
Die hier aufgezeigten „SÄULEN" der ganzen WTG-Endzeitweltanschauung wie:
Das Jahr 1914 - Politische Macht an Christus abtreten Beziehungen zu .Zionismus, Pentagon, Großkapital, US Geheimdienst, US-State Department Politische Neutralität - „Diese Generation" - „Obrigkeitliche Gewalten" UNO / Offenbarungstier - Harmagedon Daniels „König des Nordens" - ZJ als Heuschrecken, Fürsten, Älteste, Ersehntes aller Nationen - moralische Integrität - Das „verheißene Paradies" u. a. m.

sind, wie nachgewiesen, unzuverlässig, unglaubhaft, haltlos. Es gibt keine glaubhaften „Erfüllungen" dafür. Nichts hält einer Überprüfung stand. Es gibt keine entsprechende Endzeit. Wer sie dennoch konstruiert, muß damit scheitern und dazu absinken, christlich nicht mehr ernst genommen zu werden. Wer das dennoch gar wiederholt tut, ist verantwortungslos vor Gott und allen Menschen.

Die aktuellen Dokumentierungen hierüber nehmen international immer mehr zu. Die WTG erntet, was sie sät. Gal. 6:7.
Buch auf Buch erscheint, in USA, Kanada, England, Schweden, Niederlande, Frankreich, Italien, Schweiz, BRD, Polen, Sowjetunion und wer weiß noch wo. Nach und nach wird das unübersehbar und unignorierbar! Hauptdokumentierungen dessen hierzulande in „DIE ZEUGEN JEHOVAS", Urania-Verlag Leipzig 1970, sowie in CV 73/1975, 100/1977, 139/1981.

Ja, alle entscheidenden „endzeitlichen" Säulen der WTG s i n d auf Sand gebaut! Laufend von der Wirklichkeit wieder verweht. Aber e t w a s nicht!

WAS DA WAR, IST UND BLEIBT!
Das ist die ganz bestimmte, mit dieser unglaubwürdigen „Endzeit" beigebrachte grundsätzliche soziale und gesellschaftspolitische Verhaltensweise und Aktivität! Von Anbeginn antidemokratisch, antisozial, antisozialistisch, antikommunistisch, antirevolutionär, keinen Klassenkampf, nicht einmal caritativen bzw. diakonischen Samariterdienst. So unterhält die millionenschwere (milliardenschwere?) WTG nicht ein einziges Krankenhaus oder Altersheim,- geschweige denn, ein Behindertenheim.

Mit den verschiedenen „SÄULEN" wurde diese grundsätzlich soziale und gesellschaftspolitische Verhaltensweise und Aktivität deutlich veranschaulicht.
Unter jedem Präsidenten blieb das die Grundlinie.

Unter C. T. Russell (1879-1916)
„Wir sind nicht der Meinung, daß die Vereinigung des Kapitals als solche verwerflich ist, wir machen nur darauf aufmerksam, daß dieselbe die Macht des Kapitals von Jahr zu Jahr steigert und damit die Interessen, ja die Freiheit des Volkes gefährdet… SO steht die Menschheit hilflos jenen Riesenauswüchsen unseres ökonomischen Systems gegenüber, und die einzige Hoffnung ist - Gott … Gegen das eiserne Gesetz von Angebot und Nachfrage vermögen sie gar nichts. Die Arbeiter haben nur von einer Seite Hilfe zu erwarten, von Gott, und nicht von Fleisch und Blut … Der Kommunismus ist als Ganzes undurchführbar … Er würde alle zu Faulenzern machen. so daß die Menschheit rasch in Barbarei zurückfallen und dem Ruin entgegentreiben würde."
(„SCHRIFTSTUDIEN" 4. Seite 190f, 243f, WTG engl. 1897, dt. 1916)

Unter J. F. Rutherford (1917-1941):
„Die Zeit ist gekommen, wo Gottes gerechte Regierung beginnt. Warum sollte man da den kraft- und fruchtlosen Lehren und Bemühungen der Menschen weitere Aufmerksamkeit zuwenden?"
(„REGIERUNG", Seite 290, WTG 1928)

Unter N. H. Knorr (1942-1977):
„Laut der Bibel geht die Antwort dahin, daß wahre Christen weder die Demokratie, den Sozialismus, Kommunismus noch irgendeine andere menschliche Regierungsform befürworten oder predigen. Sie stehen davon ab, selbst an Wahlen teilzunehmen …

Wahre Christen zeigen also, daß sie Nachfolger Christi sind, indem sie nicht versuchen, diese Welt zusammenzuflicken oder sie durch Politik zu verbessern."
(WT 1.1.1957, Seite 5-8)

Unter F. W. Franz (seit 1977):
„Warum beteiligen sich die Zeugen Jehovas nicht an Politik und helfen auf diese Weise die Zustände zu verbessern?"
(„ZJ IM ZWANZIGSTEN JAHRHUNDERT" Seite 29 WTG 1978)
„Auch heute müssen Christen … sich angesichts der in der Welt bestehenden Klassenunterschiede, die auf sozialen, kulturellen, russischen und religiösen Unterschieden beruhen, davor hüten, selbst parteiisch zu sein und Klassenunterschiede zu machen".
(„KOMMENTARE ZUM JAKOBUSBRIEF", Seite 70)

HEUTE WIE VOR 100 JAHREN
Und „vor Ort" sieht das dann so aus:
„Ein 27jähriger Grieche, der sich ursprünglich mit dem Kommunismus beschäftigt hatte, erkannte ebenfalls den Sinn des Lebens.

Er hatte in der Bundesrepublik Deutschland Maschinenbau studiert, war nach Griechenland zurückgekehrt und diente in der Armee. Alles, was er erlebt hatte, überzeugte ihn schließlich davon, daß die Menschen nicht in der Lage sind, ihre Probleme zu lösen und die Lebensqualität zu verbessern. Bevor dieser Mann in die Bundesrepublik gegangen war, hatte ein Zeuge Jehovas aus der Nachbarschaft ihm etwas über die Bibel erzählt, und nun erinnerte er sich an diese Gespräche … Ja, er hat den Sinn des Lebens erkannt …
Seine Hoffnung besteht darin, ewiges Leben in Gottes neuer Ordnung der Gerechtigkeit zu erlangen".
(WT 1.10.1985, Seite 29)

WIR STELLEN ABSCHLIESSEND FEST
Die „Informationen aus erster Hand" aus der WTG-Literatur selbst, die die WTG in ihrer demagogischen Unterdrückung, „Literatur zu lesen, in der Jehovas Zeugen angegriffen werden" (WT 15.2.1977, S. 126), fordert, machen klarer denn je:

Die WTG-Endzeitlehre ist nicht mehr das Evangelium, der eine christliche Glaube nach Eph. 4:1-5; Phil. 3:17-21; Rö. 6:1-4 und Gal. 1:6-8, der sein muß.
Mit ihrem trügerischen Paradiesziel packt die WTG statt dessen bei unerfüllten materiellen, kulturellen, sozialen irdischen Lebensinteressen, Bedürfnissen und Sehnsüchten und damit verbundenen Emotionen und Gefühlen. Vor allem mit letzterem wird das verstandesgemäße, rationale Durchschauen der Dinge blockiert, dem andererseits oberflächliches Denken und Urteilen entgegenkommt. Die WTG verfolgt so unter Mißbrauch der Bibel einen ganz handfesten „irdischen", d.h. sozialpolitischen Zweck.

In aller Welt orientiert auf jene, die da „seufzen und jammern über die Greuel" allenthalben, geht es der WTG vorab um die Menschen, die keinen Halt mehr im Bestehenden finden, davon nicht mehr überzeugt werden können, die Gescheiterten, Gestrandeten, Elenden, Verzweifelten, Entwurzelten, Hinausgeworfenen, nach Alternativen Suchenden - die Opfer jener „Riesenauswüchse unseres ökonomischen Systems" (C.T. Russell). Sie sollen vom „Verbessern" der Verhältnisse abgebracht und abgehalten werden.

Überall, wo durch , die „Auswüchse unseres ökonomischen Systems" (C.T. Russell), d. h. durch die Krisen des kapitalistischen Systems speziell ein Christ als „Weltverbesserer" aufsteht, soll ihm das Rückgrat geistig dafür gebrochen werden. Will er gar den entschiedensten „Weltverbesserern", den Kommunisten, die Hand reichen, dann wird er in üblem psychologischen Terror geschmäht und als „unmoralisch", als „Hurer" und als offener oder geheimer Agent „roter Regime", mit denen es keine Koexistenz geben dürfe, verleumdet und verteufelt, um ihn zum Zusammenbruch zu bringen.
(WT 1.3.1975, „Warum ist die Religion um Frieden mit dem Kommunismus bemüht?")

Nach außen hatte ein WTG-Höriger andererseits gerade dieses Bemühen in seinen „Predigten" zu bekämpfen, mit dem WT. Und das alles nach wie vor „inmitten der Demokratien und des Kommunismus".
(WT 15.2.1972)

Die politische Einflußnahme der WTG also, gegen soziale, demokratische, progressive, revolutionäre, sozialistische, kommunistische Aktivität oder Veränderung bzw. „Verbesserung", Lähmung jeder Auflehnung gegen Elend, Not, Unterdrückung, Ausbeutung und Kriegspolitik. Darum geht es! Das ist das Bleibende! Darauf kommt es an! Wie immer auch die Bibel dazu „endzeitlich" gedeutet wird, um das bei allen möglichen „Verbesserern" an den Mann zu bringen, vor allem unter Christen. So ist die WTG-Religion d i e Religion für alle Arten kapitalistischer Krisenbereiche geworden, um entsprechende Auflehnungen und Aufbrüche verhindern zu helfen. Das waren im Grunde ihre Bedingungen, und das ist ihre „Zukunft" Überall in der Welt. Dazu wird sie gebraucht, geduldet oder gefördert. Nicht zuletzt auch „inmitten des Kommunismus" dazu, diesen wieder „zurückzurollen", „einzudämmen", „aufzuweichen" oder auf den „Müllhaufen der Geschichte" zu befördern. Das Evangelium Jesu Christi und der Apostel ist das nicht mehr. Wahre Nachfolger Jesu Christi können sich davon nur abwenden. (Gal. 1:6-9)

Das ist das Ergebnis, heute „sich hinzusetzen" und „zuerst" auch „die Kosten" des WTG-"Turmes" zu „berechnen", ehe man ihn „baut". (Lukas 14:28 Me.)
Für sich und andere. -

DAMIT BEGINNT DIE NOTWENDIGE VOR ALLEM SOZIALE NEUORIENTIERUNG ALS CHRIST
- UND CV HILFT DIR DABEI! -

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 201

Eine vermeintlich „neue" Rubrik macht die CV mit dieser Ausgabe auf. „Aus der Welt der Zeugen" überschrieben. Und zur „rechten" Einstimmung liest man denn gleich einleitend den kurz gefassten Beschwerdebrief eines Bezirksdieners der Zeugen, der seine Verwunderung darüber zum Ausdruck bringt, trotz Annahmeverweigerungen, immer weiter die CV zugesandt zu bekommen.
Nicht kurz, sondern langatmig fällt die CV-Antwort darauf aus. Und was ist ihre „Substanz"? Sofern man überhaupt davon reden kann, ein einziges Herumgeeiere!
Der weitere Verlauf dieser Rubrik macht deutlich, wohin „die Reise geht". In die Richtung, gar nach sowjetischem Vorbild, einzelne mit Namen und Hausnummer an den Pranger zu stellen. Bei der Frage wie zu argumentieren ist. Oberhalb oder unterhalb der symbolischen „Gürtellinie" entschließt sich die CV zunehmend zu letzterem.


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 201 GERA APRIL 1986

INHALTSANGABE
NEUE SERIE: AUS DER WELT DER ZEUGEN
LASST VERTRAUEN VOR DER TÜR
WIR PRÜFEN WT 19-21/1985
WTG MACHT „HELLERES LICHT" SELBST
DIE BILANZ - ZEUGEN SCHREIBEN UNS
HÖRT, WAS JESUS DAZU SAGT!
DAS PROBLEM KINDERERZIEHUNG

IMMANUEL UND DAS ABENDMAHL
Die einfachste Methode, Menschen des ewigen Lebens zu berauben, ist, sie von der Teilnahme am Abendmahl abzuhalten. Dies praktiziert der sogenannte „treue und verständige Sklave" nun schon jahrzehntelang Hunderttausenden von Angehörigen der eigenen Glaubensgemeinschaft gegenüber, indem er durch das hier völlig falsch angewandte Bibelwort „Wer es unwürdigerweise ißt und trinkt, ißt und trinkt sich selbst zum Gericht", eine Atmosphäre der Unsicherheit und Angst verbreitet, die die Verkündiger von der Teilnahme abschreckt und die so Getäuschten vom ewigen Leben abkoppelt. Dabei steht eindeutig in der Schrift zu lesen: „Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht eßt und sein Blut nicht trinkt, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt der hat das ewige Leben und ich werde ihn am Jüngsten Tag auferwecken." (Johannes 6:53,54)

Nun versteht es sich wohl von selbst, daß dies keine Aufforderung zum Kannibalismus oder zum gesetzwidrigen Blutgenuß sein sollte, vielmehr ist es angebracht, die Schrift selbst noch einmal nach dem Abendmahl zu befragen.

ZWEI ZEITPUNKTE
Zunächst soll die Zeit der Einsetzung des Abendmahles im Blickpunkt stehen. Als Jesus das Abendmahl stiftete, war er noch der bis unter die Engel erniedrigte und im Fleisch befindliche Gottessohn. (Philipper 2:7; Hebräer 2:7,9)
In jener Lebenssituation nahm er das Brot, dankte, brach's und sprach:
„Nehmt, eßt, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird".
Wohlbemerkt, es geht bei dieser Handlung um eine noch zukünftige Opfertat Jesu. Demzufolge haben die Jünger nicht das tatsächliche Fleisch Jesu gegessen, sondern vielmehr einen konkreten und sichtbaren Hinweis auf den Stunden später zu ihrer Erlösung geopferten Leib Christi bekommen. Somit ist das Brot des Abendmahles weder verwandeltes Fleisch Christi noch ein Symbol davon, sondern ein Fingerzeig zu dem zukünftigen Herrlichkeitsleibe Christi, dessen Glieder alle Christen einmal werden sollen.

Ebenso nahm er den Kelch und sprach:
„Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, dies tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis".
Dies war ebenfalls nichts anderes, als eine Vorschau auf den neuen Bund Gottes, der aber erst am Kreuz eingesetzt und rechtskräftig gemacht wurde. Nach dem Tode und der Auferstehung unseres Herrn änderte sich die Abendmahlssituation völlig. Seit dieser Zeit existiert Jesus Christus nicht mehr im Fleischesleib, sondern er wurde selbst wieder Gott im Sohne. Als solcher ist er von seiner Himmelfahrt bis zum Ende dieser Welt durch den heiligen Geist bei uns gegenwärtig. (Hebräer 1 :3,4; Epheser 1:21; Matthäus 28:20)

Seine unsichtbare Gegenwart nun gibt dem Brot und dem Wein ihre eigentliche Bedeutung. Anstelle des ehemaligen Fleischesleibes ist nun Gott, selbst getreten. Wer jetzt das Brot ißt, nimmt Gott in sich auf mit der Heilkraft zum ewigen Leben. Desgleichen reden wir heute nicht .mehr vom noch zu vergießenden Opferblut Jesu, sondern vom Kelch des neuen Bundes, welcher durch das am Kreuz vergossene Blut Jesu bereits wirksam geworden ist. Dieser Tatsachen gilt es bis zur Wiederkunft des Herrn zu gedenken und durch die Beteiligung am Abendmahl für sich persönlich wirken zu lassen .

Wenn es demzufolge heute heißt; „das ist mein Leib" und „dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut", so kann das Brot nur verherrlichter Gottesleib und der Kelch nur Unterpfand des neuen Bundes für einen jeden von uns bedeuten. Beides, die neue Geburt durch den heiligen Geist bei der Taufe, und die Inanspruchnahme des neuen Bundes, durch die Teilnahme am Abendmahl bereiten uns zu lebensfähigen Kindern Gottes in Ewigkeit. Weder symbolhafte, also stellvertretende Betrachtungsweise von Brot und Wein, noch immer wiederkehrende Verwandlung von Brot und Wein in Fleisch und Blut Jesu, noch Abgleiten in Kannibalismus und Blutmißbrauch stehen zur Debatte, sondern die Einsicht in die Notwendigkeit, Gott an und zum ewigen Heil aufzunehmen.

CHRISTUS - KEIN GESCHÖPF, SONDERN GOTT
Es ist nun einmal so: Weder das erhabenste Geschöpf Gottes, noch der entäußerte Erzengel Michael, sondern allein der aus Gott geborene Sohn, also Gott selbst im Sohne, hat uns am Kreuz erlösen können. Nur dadurch bekommen wir im Abendmahl angeboten, Gott selbst in uns aufzunehmen und auf diese Weise Gottes Kinder zu bleiben. Kein Geschöpf, auch nicht das vollkommenste, kann Sünden auf sich nehmen und tilgen. Nur Gott selbst kann es, der dazu Mensch geworden ist und durch .sein unschuldiges Leiden und Sterben dieses Recht erworben und auf uns in Anwendung gebracht hat.

Nehmt Jesus Christus als den wahren Gott aus wahrem Gott geboren an! Bezeugt durch eure Teilnahme am Abendmahl, daß ihr wirklich zu Christus gehört, denn nur so wird der Name „IMMANUEL" = Gott mit uns, Wirklichkeit.
(Johannes 17;23; 1. Korinther 6:17; Galater 2:20)
-MSH-

"LASST ALLZU VIEL VERTRAUEN VOR DER TÜR…"
Angst ist ein schlechter Ratgeber
„Furcht gibt es nicht in der Liebe, sondern vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, weil die Furcht hemmend wirkt. In der Tat, wer sich fürchtet, ist nicht vollkommen gemacht worden in der Liebe."
(1. Johannes 4:18)

DIE WTG macht sich besonders wichtig damit, daß sie immer wieder darauf hinweist, das Bibelstudium sehr ernst zu nehmen.
Nun, wer das Bibelstudium wirklich ernst nimmt, der wird ungezählte Stellen finden, die recht eindeutig zeigen, daß zwischen den Lehren der WTG einerseits und den Forderungen und Verhaltensnormen, die die Bibel andererseits verlangt, eine große Lücke klafft. Nehmen wir zum Beispiel die zitierte Bibelstelle. Eindeutig wird gesagt, daß Furcht und Liebe einander ausschließen. In den Versammlungen der Zeugen Jehovas wird viel von Liebe gesprochen. In den Versammlungen wird auch sehr viel darauf hingewiesen, daß der Umgang mit „Weltmenschen" vermieden werden soll.

In den gleichen Versammlungen wird empfohlen, ja befohlen, daß möglichst vielen Menschen die „gute Botschaft" zu bringen sei. Und in eben den Versammlungen betont man häufig, daß man beim Betreten der Wohnung eines „Weltmenschen" wachsam und vorsichtig bleiben soll.
Gehen wir noch einen Schritt weiter. In den Zusammenkünften der kleinen Studiengruppen wird Vorsicht geboten, nicht nur hinsichtlich des Dienstes von Haus zu Haus, sondern auch beim Aufsuchen und Verlassen der Versammlungen. Ich erinnere mich an ein Gespräch vor zwei Jahren. Da sagte ein Studiengruppenleiter im Bezirk Gera:

„Wenn ihr ein Haus mit vielen Stockwerken betretet, so klingelt erst in der obersten Etage und geht dann nach unten. Umgekehrt könnte es passieren, daß ein Bewohner einer unteren Etage z.B. die Polizei anruft, und ihr werdet dann in einer oberen Etage gestellt!"
Entsprechend wies er auf die vielfältigen Gefahren hin, die Jehovas Zeugen in einem Land drohen, in dem sie nicht gestattet sind:
„Wenn ihr Rückbesuche macht, seid auf' der Hut. Laßt allzu viel Vertrauen vor der Tür. Es könnte euch irgend jemand erwarten oder ausfragen. Bleibt wachsam und denkt auch in Bedrängnis, daran, daß ihr Jehova dient."

Wem die Furcht dient …!
MIT dem Beginn eines Bibelstudiums werden die Furcht und die Verachtung in gleicher Weise geweckt und verstärkt. Diese Furcht läßt keinen Raum für andere Dinge, die neben Arbeit, und Bibelstudium stehen könnten. Die Freizeit wird geringer, die Bewegungsmöglichkeit wird eingeengt Kein Wunder, daß gerade junge Menschen dies als besonders hart. empfinden.

Sie wollen sich bewegen, wollen die Welt entdecken und ihre eigenen Fähigkeiten schulen. Da aber stehen schon im Elternhaus, dann in der Versammlung und auch seitens der älteren Brüder eine Menge Verbots- und Gebotsschilder. Zunächst hält man sich daran, dann merkt auch der, der langsam denkt, daß diese Verbote nicht in gleicher Weise für alle gelten, und versucht, so wie es ihm leitende Brüder ungewollt zeigen. Auswege zu finden. Heuchelei und Lüge sind die Folgen. Die Furcht aber; bleibt wie eingeimpft und wird zum ständigen Begleiter. Aus Angst, etwas verkehrt zu machen, verlieren sich Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein Stück für Stück. An ihre Stelle tritt eine wachsende Hörigkeit gegenüber den älteren Brüdern, und der WTG. Dem Betroffenen aber stellt es sich so dar, als wäre gerade diese Abhängigkeit. ganz im Sinne Jehovas. Jehova aber will nicht nachplappernde Menschen, sondern in Geist und Tat wirkende Christen. Ebenso wie eine gesunde Ehrfurcht vor Jehova ist Angst eine an sich normale Erscheinung.

Wird sie aber bewußt gefördert, wird sie zum ständigen Begleiter, dann entsteht eine gefährliche Situation. Der Mensch duckt sich vor seinem eigenen Schatten, fürchtet beständig Strafen, ängstigt sich davor, etwas falsch zu machen und hat am Ende kaum noch Zeit und Interesse für Dinge, die außerhalb des Programms der WTG liegen.

Es gibt Brüder und Schwestern, die sagen, warum willst du einem, Hobby nachgehen, warum willst du einen Garten pachten. Bald kommt Harmagedon, und dann ist sowieso alles umsonst gewesen.
Also gedulde dich und diene lieber verstärkt der Gemeinschaft. So wird die Angst vor Strafe und Verfolgung zu einem sicheren Mittel, die Hörigkeit der Zeugen Jehovas gegenüber der WTG zu garantieren. Der Platz für die Liebe ist in einem furchtsamen Menschen gering und gar nicht vorhanden. Je mehr die Angst wächst, desto mehr befaßt sich ein Mensch mit sich selber. Er wird ein Opfer seiner eigenen Verängstigung und ist am Ende weder in der Versammlung, noch für die übrige Umwelt ein brauchbarer Mitstreiter.

Mit Liebe, Vertrauen und Achtung
VERMAG der, der voller Furcht, Mißtrauen und Verachtung ist, noch ein normales, bibelgerechtes Leben zu führen? Nein, er vermag es nicht, denn in ihm ist kein Platz mehr für seinen Mitmenschen.
Die WTG vermochte es, die Liebe zu einem leeren Wort, die Angst zu einem ständigen Begleiter in ihrer Glaubensgemeinschaft zu machen, Angst in vielerlei Gewand, vor Jehova, vor Harmagedon, vor Satan und seinen Dämonen, vor den Weltmenschen und ihrem verderblichen Einfluß.

Bewußt ist ihnen allen diese Angst schon nicht mehr. Aber sie ist täglich und stündlich vorhanden.
Es klingt direkt gemein, wenn man aus dem Munde derjenigen, die Angst und Mißtrauen säen, im gleichen Atemzug hört: "Siehe! Wie gut und wie lieblich es ist, wenn Brüder in Einheit beisammenwohnen."
(Psalm 133:1)

Von dieser "Einheit" ist leider nur wenig zu spüren, längst hat sie der Gewohnheit, der Eintönigkeit bestimmter eingehämmerter Phrasen Platz gemacht. An die Stelle christlicher Tat ist eine Art WTG-Bürokratie mit all ihren Hemmnissen getreten; denn wer, bitte prüft euch selbst, traut sich noch in Liebe und Vertrauen eine Entscheidung selbst zu fällen, wenn es um wichtige Dinge in der Familie geht. Wer ist noch in der Lage, eine solche Entscheidung anhand eindeutiger Ratschläge der Bibel allein zu fällen? Der WTG-Geist und seine verlängerte Hand in Form der "älteren Brüder" bestimmt und entscheidet über das Wohl und Wehe des einzelnen! Die Liebe ist nur noch ein Wort, das Gerede vom Vertrauen mehr eine Selbsttäuschung. Wir sollten in Anbetracht einer solchen über Jahrzehnte entstandenen Situation anklagend auf die WTG weisen und uns an Psalm 55:1 und 3 erinnern "Schenke doch Gehör, o Gott, reinem Gebet; ...
Zufolge der Stimme des Feindes, wegen des Drucks von seiten des Bösen. Denn fortgesetzt lassen sie Schädliches auf mich herabfallen, und im Zorn feinden sie mich an.

Ja, die Klage über.den Verlust an Liebe und Vertrauen wird von Jahr zu Jahr lauter und deutlicher werden. Prüft darum, ob es nicht hohe Zeit ist, diesen beiden wichtigen Worten trotz der WTG wieder Inhalt und Sinn zu geben!
-CVR/tig-

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WACHTTÜRME NR. 19 - 21/1985
NEBENARTIKEL
"Frieden und Sicherheit - die Hoffnung"
"Frieden und Sicherheit - Von woher?"
HAUPTARTIKEL
"Frieden, Sicherheit
und das 'Bild des Tieres'"

DIE ORGANISATION DER VEREINTEN NATIONEN
IN DEN AUGEN DER WTG
DIE UNO beging am24. Oktober 1985 ihr vierzigjähriges Jubiläum, Für die-WTG ein Grund, die Tätigkeit dieser internationalen Organisation zu beurteilen; - nein, über sie herzuziehen.
"Die Vereinten Nationen haben auf gewissen Gebieten zwar wertvolle Dienste geleistet, dennoch muß jede gut unterrichtete Person zugeben, daß sie bisher versagt haben, wenn es darum ging, Frieden und Sicherheit herbeizuführen."(S. 4)

DER aufmerksame Leser wird schnell den Widerspruch bemerken: Auf derselben Seite muß der WT zugeben, daß die UNO maßgeblich an der Beilegung des indisch - pakistanischen-Konfliktes (1947-49) beteiligt war. Muß man diese Aktivität nicht als einen Beitrag für Frieden und Sicherheit werten?

"Die Menschen werden wegen ihrer begrenzten Weisheit und ihrer begrenzten Fähigkeiten niemals in der Lage sein, für alle Frieden und Sicherheit zu schaffen."
"Da es eine schreckliche Realität ist, daß Satan existiert, und er seinen Einfluß geltend macht, waren die Friedensbemühungen der Vereinten Nationen von vornherein zum Scheitern verurteilt." (S. 5)
"Es ist eine Tatsache, daß die 'alte Erde' einem neuen System Platz machen muß. 'Die Welt vergeht' (1. Johannes 2:17).

Nichts kann sie retten, auch nicht die Organisation der Vereinten Nationen." (S. 7) Notwendige Schlußfolgerung ist: Alles dem Selbstlauf überlassen. Staatsorgane könnten dann abgeschafft werden. Nichts kann die "alte-Welt" retten.
Der Predigtdienst aber muß weiter gehen. Höchstens die staatliche Versicherung sollte für betagte ZJ eine Rente zahlen. Und die Gerichte sollten den ZJ ihr Recht verschaffen. Und die Krankenhäuser sowie die Polizei ...
Eigentlich sind die staatlichen Instanzen doch nicht so überflüssig. Aber höchstens nur für Zeugen Jehovas ....

VIEL GEREDE UM NICHTS
VERZWEIFELT versucht die WTG, Ereignisse, die im Jahre 70 u. Z. stattfanden ("Vorbilder"), mit denen unserer Zeit, zu vergleichen ("Gegenbilder").
„Der Verlauf der Ereignisse in unserem Jahrhundert ähnelt dem Vorbild aus dem ersten Jahrhundert." (S. 10)
Diese Theorie scheint aber nicht ganz aufzugehen. So werden Mutmaßungen und Spekulationen angestellt. (Siehe Fußnote S.14, S.15, Abs. 7; S.17, Abs. 17.)
Es lohnt sich wirklich nicht, auf diese fragwürdigen Behauptungen der leitenden Körperschaft einzugehen.

WENDEN wir uns abschließend noch einem Zitat zu, welches die meisten Zeugen interessieren dürfte:
„Die 'große Drangsal' muß also sehr nahe sein. Können wir noch genauere Angaben machen? Gegenwärtig nicht." (S. 18)
Das soll die ZJ zufriedenstellen?
Die Behauptung; daß die „große Drangsal" sehr nahe ist, vertritt die WTG seit ihr Gründung vor über 100 Jahren. Allerdings hat sie bezüglich einer Terminisierung aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Sie möchte sich nicht mehr festlegen, damit sie nicht von Außenstehenden als „falscher Prophet" offensichtlich erkannt wird.

Harmagedon wird somit auf unbestimmte Zeit verschoben.
Ist dies für die ZJ ein Grund zur Freude? Wohl kaum!

WACHTTURM NUMMER 20/85
Im Vergleich zum WT Nr. 19/85 liefert dieser WT keine wesentlich neuen Aussagen.
Die WTG baut offensichtlich auf das Prinzip der Wiederholung, um ihre fragwürdigen Argumente doch noch glaubhaft werden zu lassen.

WACHTTURM NUMMER 21/85
STUDIENARTIKEL
„Freude finden an der Gabe der Ehe" .
„Die Schönheit
der christlichen Persönlichkeit"
Die Studienartikel in diesem WT sollen helfen, Eheprobleme, die es natürlich auch in den Reihen der Zeugen Jehovas gibt, zu lindern oder zu beseitigen.
Wird dieses Ziel erreicht?

UNTAUGLICHE RATSCHLÄGE
Jungen Menschen wird der Rat gegeben, mit der Heirat zu warten, um noch eine weitere Charakterfestigkeit zu erwerben und um den künftigen Gefährten besser kennenzulernen.
Dieser Ratschlag ist prinzipiell richtig. Doch bewegt die jungen ZJ ein anderes Problem: In ihren meist kleinen Ortsversammlungen findet sich kein passender Ehepartner. So müssen viele auf eine eigene Familie verzichten. Finden sie nach Jahren doch noch einen Menschen, der den eigenen Vorstellungen nahe kommt, wird oft überstürzt geheiratet, um diesen nicht wieder zu verlieren. Bald tauchen ernste Probleme auf …

Andere suchen sich ihren Gefährten in der „Welt". Unterschiedliche Interessengebiete und Schwierigkeiten seitens der ZJ-Organisation lassen diese Ehen bald ins wanken geraten.
Fazit: Der WTG-Ratschlag, mit der Ehe solange wie möglich zu warten, trifft nicht den Kern der Probleme, der die jungen Zeugen Jehovas bewegt.

WIE WICHTIG IST DIE EHE?
Die WT-Autoren stellen weiter fest:
'Paulus riet, daß der Mann sich um seine Frau ebenso kümmern sollte wie um seinen eigenen Leib (Epheser 5:28),. Das bedeutet, daß er ihren Bedürfnissen jetzt Aufmerksamkeit schenken muß, denn seinen eigenen Bedürfnissen schenkt er ja auch täglich Aufmerksamkeit." (Seite 19)

Diese richtige Erkenntnis setzt sich leider sehr spät bei der WTG durch.
Schrieb sie noch vor einem Jahr im WT Nr. 19/84, daß für den Mann die Ehe nicht das Wichtigste in seinem Leben sein sollte (S. 15). Nun gut, von dieser Auffassung hat sich die WT-Organisation nun wohl glücklicherweise distanziert.

WIE STEHT ES
MIT DER THEOKRATISCHEN KRIEGSLIST?
Eine kleine Bemerkung am Rande:
„Da er (ein Ehemann; Anm. d. Red.) ein gutes Herz und rechte Beweggründe hat, bedient er sich im Umgang mit anderen nicht hinterhältiger Methoden (Hebräer 13:18)." (Seite 22)

So sollten es die Zeugen in Zukunft auch halten.,. Denn dürfte theokratische Kriegslist aber nicht mehr angewandt werden. Noch immer werden nämlich mit dieser Methode „Weltmenschen" im Predigtdienst und staatliche Instanzen hinters Licht geführt.

Stellen wir abschließend fest:
Gute Vorsätze lassen sich dann nicht realisieren, wenn andere WTG-Weisungen dem entgegenstehen.
Das heißt in der Praxis:
1. Wer eingebunden ist in ein durchorganisiertes System, welches Predigtdienst und Studienzusammenkünfte beinhaltet, findet für seinen Ehepartner und für seine Familie nicht mehr genügend Zeit. Dieses Grundproblem für viele ZJ wird aber in diesem WT nicht angesprochen.
2. Durch eine straffe WT-Reglementierung auch des Ehelebens, we1che bis in die intimsten Bereiche geht, wird die ZJ-Ehe hart geprüft. Diesem Druck halten viele Ehen nicht stand.
3. Junge heiratsfähige ZJ finden meistens keinen passenden Partner. Diesen Umstand erkennt die WTG nicht und ist deshalb auch nicht in der Lage, zu helfen.
-G. R.-

SIE FABRIZIEREN DAS „HELLERE LICHT" IN BROOKLYN SELBST!
Charles Taze Russell sagte noch im „Zions Wachtturm und Verkünder der 'Gegenwart Christi" Jahrgang II Nr. 8 vom Februar 1881:
„Wenn wir einem Menschen folgten, würde es zweifellos mit uns unterschiedlich sein, zweifellos würde eine menschliche Idee einer anderen widersprechen, und das, was Licht war vor einem, zwei oder sechs Jahren, würde heute als Finsternis geachtet werden. Aber bei Gott gibt es keine Veränderung noch eines Wechsels Schatten: und so ist es mit der Wahrheit: Erkenntnis und Licht das von Gott kommt, muß sein wie sein Autor. Eine neue Sicht der Wahrheit kann niemals einer früheren Wahrheit widersprechen, 'Neues Licht' löscht niemals 'älteres Licht' aus. Wenn du ein Gebäude mit sieben Gasleuchten aufhellst, würdest du nicht jedesmal eine auslöschen, sondern wurdest ein Licht dem anderen hinzufügen und sie würden in Harmonie sein und so eine Zunahme von Licht ergeben: So ist es mit dem Licht der Wahrheit, die Wahrheit vermehrt sich durch Hinzufügen und nicht durch Ersetzen des einen durch ein anderes."

Jetzt, 100 Jahre später, wird das „hellere Licht" lt. Wachtturm vom 15. Mai 1982, Seite 28,29 so gemacht:
„Man könnte sagen, daß solche Änderungen einem Prinzip folgten, von dem man sich, wie es heißt, in der Wissenschaft bei der Suche nach der Wahrheit leiten läßt. Es funktioniert, kurz gesagt, folgendermaßen:
Man stellt eine These auf, die als Ausgangspunkt für weitere Argumente dient. Die These bietet große Möglichkeiten in bezug auf ein tieferes Verständnis oder in bezug auf die praktische Anwendung. Aber nach einiger Zeit stellt man gewisse Mängel oder Schwächen fest. Man neigt dann dazu, eine der These widersprechende Behauptung, eine Antithese, aufzustellen. Später findet man heraus, daß auch diese nicht der vollen Wahrheit entspricht, und man verbindet daher die wertvollen Punkte beider Behauptungen miteinander. Dieses Prinzip ist immer wieder angewandt worden, so daß sich Sprüche 4:18 erfüllt hat."
WAS HAT DAS NOCH MIT GOTT ZU TUN?

DIE BILANZ - ZEUGEN SCHREIBEN UNS
Zurückblickend auf viele Jahre Lebens als ZJ, worin man alt geworden ist, ist es an der Zeit, Bilanz seines bisherigen Lebens zu ziehen. Von Jugend an war das Sinnen und Trachten, ja die ganze Weltanschauung mit ihrem Diesseits und Jenseits, geprägt von der sehr starken, ja förmlich gebietenden Beeinflussung des Zentralorgans der Wachtturm-Gesellschaft.

Als gläubiger, christlicher Zeuge Jehovas lebte man so in den Tag hinein; sich wenig kümmernd um die Sorgen. der sog. „diese Welt" vertraute man der Führung seiner WTG oder „Neuen Welt" und redete sich ein, ein glücklicher Bürger der „Neuen Weltgesellschaft" zu sein, die einen seit 1914 herrschenden König im Himmel und auf der Erde seine von ihm direkt eingesetzten Mitregenten; genauer gesagt „Fürsten", hat.

Es war wenig Zeit über den Wahrheitsgehalt dieser Glaubensbelehrung nachzudenken die Tage, ja sogar Stunden waren ausgefüllt mit anderen Sorgen - man glaubte einfach. Und da ein starker Glaube sogar Berge versetzen kann, stand man oft mit seinem Verhalten selbst wie ein Berg da, sicher oft im Wege und ließ sich durch nichts erschüttern. Keine Logik keine Argumente waren in der Lage einen zu bewegen, doch ein bißchen zur Seite zu rücken, denn man lebte ja nicht allein auf dieser Erde bzw. in dieser Welt. Nein, man verlangte Rücksichtnahme, verlangte Ausnahmen in bestimmten Dingen, doch war selbst rücksichtslos und uneinsichtig. Die einzige Sorge war und mußte auch immer sein: Wie predige ich möglichst viel wirkungsvoll und wie halte ich mich von der Welt rein und unbefleckt!

Die Normen dafür gaben die Wachttürme ergänzt durch interne „Königreichsdienste" und nichtöffentliche Unterweisungen - privat und in Versammlungen.- von WTG-Bevollmächtigten, welche als „reife Christen" als „Älteste" galten. So vergingen Tage, so vergingen Jahre, so erzog man seine Kinder, so nahm man Opfer auf sich, Ungemach und Schmach. Nur manchmal konnte man stolz sein, doch meistens war man unzufrieden mit sich selbst und seiner Welt.

Das Leben war Streß und mit Spannung geladen. Wirkliche Verfolgungen machten zu schaffen, doch viel mehr der Verfolgungswahn. Wie stark kann doch die Einbildungskraft sein, wenn man seine eigenen Augen mit Blindheit schlägt! Doch was keine Macht der Welt fertigbringt - sie macht eher Märtyrer - bringt fertig der Zahn der Zeit.

Seinerzeit, in den ersten schweren Nachkriegsjahren, erschienen einem als Jugendlichen die Erkenntnisse wunderbar, daß diese Welt und ihr Geschick in einem viel größeren Zusammenhang zu sehen sind, man suchte eben Antwort auf viele Fragen. Da waren die alten Bücher von Russell und Rutherford, die die Jahre der Hitlerherrschaft in einer Kiste auf dem Boden eines fremden, verlassenen Hauses überlebt haben, wie ein gefundenes Fressen. Vorbei war es mit der Angst vor der Hölle, die Welt sah plötzlich anders aus und was das schönste war: die Menschen bekommen bald eine neue, göttliche Regierung, die dann alle Probleme zum Wohle aller Menschen guten Willens lösen wird. Na, wäre sowas nicht wunderbar?!

Aber ach, es geht nicht so schnell. Die Jahre vergehen und es gilt sich zu bewähren. Als Folge dieser neuen Weltanschauung kam s wie es kommen mußte: Konflikte mit dieser Welt konnten nicht ausbleiben. Der Wehrdienst mußte verweigert werden - Inhaftierungen waren die Folge. An Wahlen durfte nicht teilgenommen werden - mit religiöser Begründung versteht sich und noch vieles andere. Mit einem Satz: jeder positive Blick auf diese Welt und ihre Einrichtungen und Ordnung war genommen!

Zwar leuchtete vieles einem selbst nicht ein, aber man unterdrückte in sich jeden Zweifel; man war ja nicht der einzige, der so war und in einer Gruppe besteht ja ein gewisser Gruppenzwang - wer will schon anders sein. Doch die Entwicklung nimmt ihren Lauf.

Da das Weltende auf sich warten läßt, blieb dadurch auch Zeit übrig, neue Überlegungen anzustellen:
Ist es doch etwa anders, als das von der WTG gezeichnete Gegenwarts- und Zukunftsbild? Welcher ehrliche, aufgeschlossene Mensch kann sich schon den Fragen der Zeit verschließen, kann schon verantwortungslos handeln?!

Wie eine komplizierte Maschine oder wie ein Ameisenstaat ist diese Welt mit ihren vielen Menschen. Ein Rädchen oder eine Ameise könnte, für sich allein gestellt, gar nichts schaffen, wären sie nicht eingebettet in ihr Gemeinwesen. So greifen auch wir Menschen ineinander, und wenn einer denkt er kommt ohne den anderen aus, so irrt er sich gewaltig. Zweifellos hat die Menschheit, zumindest in ferner Vergangenheit, deutliche Impulse von außerhalb in die Wiege gelegt bekommen - vieles wäre sonst nicht erklärbar - und so ein Impuls- war auch Jesus gebot weiter zu verkündigen, was er gelehrt hat, denn ihm war es vorbestimmt, zu seinem Christus. Er Ausgangspunkt zurückzukehren.

Nun muß ja verkündigt werden, das ist klar; aber wie ist verkündigt worden und auch was und das schon jahrhundertelang?
(WTG ein Jahrhundert.)

War oder ist sich jeder Verkündiger dessen bewußt, wie tief er in das persönliche Leben eines zuhörenden und glaubenden Menschen eingreifen kann, ihn beeinflussen kann, als ein wenn auch winziges Rädchen im Weltgetriebe?
Kann einer die Tragweite seiner Verkündigung überhaupt ermessen und verantworten, wenn sich herausstellt, daß Falsches verkündigt wurde? Kann unsere WTG es verantworten, wenn sie ihre Verkündiger hinausschickt in die Welt mit einem Evangelium, das ein Mischmasch ist vom Evangelium Christi und eigener Ideen?

Psychologisch angetrieben durch unsere WT-Gesellschaft predigen wir ZJ unseren Mitmenschen eine Botschaft, die, im überwiegenden Teil, schon vom Standpunkt logischen Denkens abgelehnt werden müßte.
Wir sind selbst irregeleitet und leiten andere irre, wenn wir nicht endlich anfangen nachzudenken über das, was wir tun. Doch eines Tages ist es dann soweit; bei einem früher, bei anderen später, bei manchen jedoch leider niemals.
-JMS-
(Fortsetzung in CV Nr. 202/86.)

ZUM NACHDENKEN
WO IST DIE WACHTTURM-SUPPENKÜCHE?
Lissabon ADN Wolfgang Weiss. -
Tagtäglich bildet sich im Herzen der portugiesischen Hafen- und Industriestadt Porto, vor dem Eingang des Trinidad-Ordens eine lange Menschenschlange. Sie alle warten darauf, daß sich die Tür des katholischen Ordens endlich öffnet und sie etwas von der „Suppe der Armen" abbekommen - für fast alle Empfänger die einzige Tagesmahlzeit. Sie gehören zu den rund 550 000 Arbeitslosen, die es zur Zeit in Portugal gibt. Ohne ein Dach über dem Kopf und ohne einen Escudo . in der Tasche bedeutet die „Armensuppe" für sie eine Überlebenschance. Zunehmende Krisenlasten bewirken einen ständig steigenden Strom zu den Armenküchen der religiösen Orden.

WT-WELTENDE und WT-Tausendjahrreich zur Lösung aller sozialen Probleme kamen 1975 wieder nicht. Die Menschen müssen sich also selber kümmern. Wollte die WTG nun noch ernst genommen werden, so sollte sie wenigstens zu einem „barmherzigen Samariter" werden (Lukas 10:25-37) und beginnen, endlich wirklich zu helfen, ohne nach dem Glauben zu fragen, wie es Jesus hier alle lehrt. Wo ist die Wachtturm-Suppenküche in Portugal für die Armen? Oder stehen die WTG-Verkündiger statt dessen dort vor den Hungernden mit den WT Hülsen?"

WEM GLAUBT IHR WIRKLICH. IHR ZEUGEN?
DA wurde bekanntlich von 1929 bis 1963 gedankenlos von allen ZJ die „göttliche Wahrheit" verkündigt, daß die politischen Regierungen keine „obrigkeitlichen Gewalten von Gott" nach Römer 13 seien. Was für Tragödien hat das nach sich gezogen, sinnlose Menschenopfer gar. Dann änderte die WTG das wieder um ins Gegenteil wie vor 1929, und jedermann machte das wieder bedenkenlos mit. Fragt euch selbst:
WEM GLAUBT IHR WIRKLICH?
DEM GESCHRIEBENEN WORT GOTTES?

HÖRT, WAS JESUS DAZU SAGT!
In einem Gleichnis erzählt uns Jesus vom Pharisäer und dem Zöllner. Beide gehen zum Tempel, um zu beten. Drastisch wird das Gebaren des Pharisäers geschildert. Er produziert sich vor Gott und den Umherstehenden. Einen, letztlich sehr peinlichen Lobpreis auf seine Taten stimmt er an. Was er doch alles tut! Zweimal fastet er in der Woche, dazu opfert er regelmäßig den Zehnten. Doch sein Tun ist hohl,. weil er es höher stellt als Gott Eine satanische Aufblähung sondersgleichen. So traurig kann das Ergebnis sein, wenn Gottes Wort falsch ausgelegt wird. Der in der Nähe stehende Zöllner ist für den Pharisäer weiter nichts als ein abschreckendes Vergleichsobjekt innerhalb eines ganzen Kataloges von Asozialen, wie „Räuber, Übeltäter und Hurer". Daß er selbst nicht so ist „wie die Menschen", dafür dankt er Gott. Aber was er spricht ist kein Gebet.. Es ist der Monolog eines einsamen Sektierers. Am Anfang sagt das Gleichnis von ihm:

„Der Pharisäer stellt sich hin …"
Wie eine sinnlose Säule, die keine Tragefunktion mehr hat, steht er da. Er trägt auch nichts mehr für die Welt. und für die' anderen Menschen. Er trägt nur sein eigenes Selbstbewußtsein zur Schau.
Ganz anders der Zöllner:
Er „stand ferne und wagte es nicht aufzuschauen".
Der Gott, zu dem er spricht entstammt nicht der falsch verstandenen Theologie des Pharisäers. Er betet zu dem lieben Vater, der barmherzig ist und uns unsere Sünden vergibt. Dieser Gott, versteht die Sprache unserer Herzen Darauf deutet das Gleichnis, indem. es von dem Zöllner sagt: t

„Er schlug sich an die Brust und sprach:
hab Erbarmen vor mir, ich bin' ein sündiger Mensch".
Kein Wunder, daß dieses Gleichnis immer wieder die Menschenherzen erobert hat.
Leider nicht die Herzen der WTG-Anhänger. Diese machen sich noch heute zur Karikatur eines Engelwesens, das weiterhin in Hochmut und dünkelhafter Selbstvergottung geistige Onanie betreibt.
In ihren Zeitschriften stellen sie sich gleich dem Pharisäer im Lukas-Evangelium zur Schau.

Angeregt zu diesen Gedanken wurde ich während eines Gespräches mit ZJ. Hier mußte ich die WTG-gemäße Interpretation des Begriffs Nächstenliebe über mich ergehen lassen. Es kann doch nicht sein, daß die Bibel an Stellen wie Lu, 10:29-37; Js 2: 14-20; 1. Kor. 13; Matth. 25:31-40; Lu. 6: 27:36; Rö. 13:8.-10 einfach überlesen wird. Was würde denn Jesus dazu sagen, wenn eine millionenschwere Aktiengesellschaft wie die WTG sich auf ihn beruft und nicht einen Pfennig für Bedürftige ausgibt.

Was würde denn Jesus dazu sagen, wenn Menschen, die das Evangelium von Haus zu Haus tragen, in Anbetracht der Not und des Leidens in der Welt einfach tatenlos zusehen. Und wenn da einen oder anderen tatsächlich ein Gefühl der Barmherzigkeit überkommt, dann wird zuerst nach ZJ Ausschau gehalten, bevor man anderen, wenn überhaupt, hilft.

Was würde denn Jesus dazu sagen, wenn Menschen einer Gesellschaft frönen, die von sich behauptet, vom Geist Gottes geleitet zu werden und sich wegen ihrer Falschlehren schon mehrfach korrigieren mußte.

Jesus sagt uns:
"Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst."
Das Wort Gottes weiterzugeben ist sicher ein Teil der Nächstenliebe. Aber es umfaßt sie nicht völlig:
"Wir sind zwar nicht, von dieser Welt, aber wir sind in dieser Welt."
Also merkt es euch, ihr Zeugen Jehovas.
Ihr seid nicht die Elitemenschen, für die ihr euch haltet.

Wenn ihr nicht wirklich bald eure Stellung zur WTG überdenkt und euch uneingeschränkt für Jesus Christus entscheidet, habt ihr keine Hoffnung auf Rettung.
Jesus sagt:
"KEINER KOMMT ZUM VATER, DENN DURCH MICH".
-Thomas-

DAS PROBLEM KINDERERZIEHUNG
Jedes Elternteil, sei es in ungläubigen Familien oder in Familien, die sich zum christlichen Glauben bekennen, steht heute vor der Frage:
Wie erziehe ich meine Kinder.
In dem WTG-Lehrbuch "Das Familienleben glücklich gestalten" wird dazu auf S. 126 in Abs. 23 die Bibel bemüht und Epheser 4: 31,32 und 5:1,2 angeführt, wo es heißt:

"Werdet freundlich gegeneinander, voll zarten Erbarmens, indem ihr einander bereitwillig vergebt, so wie auch Gott euch durch Christus vergeben hat."
Wahrlich, ein guter Grundsatz, den es zu verwirklichen lohnt. Handeln aber Zeugen Jehovas grundsätzlich so? Man muß mit Nein antworten, denn gemäß dem wie es in den Versammlungen zugeht, handeln sie so wie die WTG-Oberen es gern sehen: Andersgläubige Christen werden ins schlechte Licht gerückt, beschimpft und verunglimpft, wo es nur geht. Auch freut man sich über Menschen, die ein Unglück ereilt hat, und man sieht es als Strafe von Gott für diese Menschen an. Da kann man nur sagen:

Traurig, wenn es eine Lehre gibt, die ihre Anhänger, soweit bringt, so zu denken. Das ist bestimmt nicht im Sinne von Eph. 4:31,32. Im Abschnitt 24 auf S. 127 heißt es im bereits zitierten Buch; Eltern sollten nicht zwei verschiedene Maßstabe haben, einen, den sie predigen, und einen anderen, nach dem sie handeln.
Ebenso, heißt es dort, daß es sehr gefährlich sein kann, wenn Eltern den Kindern den Eindruck vermitteln wollen, sie seien immer im Recht. So versucht man es seitens der WTG den einfachen Zeugen Jehovas beizubringen, ist es aber nicht so, daß es gerade .die WTG-Oberen sind die ständig versuchen den Eindruck zu vermitteln, sie seien immer im Recht? Denn es ist nur allzu typisch, wenn etwas falsch läuft, sei es in bezug auf die Lehre oder etwas anderem, die Schuld wird immer auf. die einfachen Zeugen abgeladen, in bezug auf Kindererziehung aber zumeist auf die Frauen; da diese ja die überwiegende Zeit mit den Kindern zusammen sind. Diese Gedanken sind es wert, einmal wirklich unvoreingenommen von Familien der ZJ geprüft zu werden. Wenn es kein böses Erwachen geben soll wie in dem folgenden Beispiel aufgeführt wird; wo es einer fünfköpfigen ZJ-Familie in Mecklenburg wie folgt erging:
Der Vater war in der Versammlung Ältester und duldete in der Familie keinen Widerspruch in bezug auf WTG-Lehren und Anweisungen. Auch seine Frau mußte sich seiner harten und despotischen Hand beugen, obwohl sie in etlichen Dingen, was die Kindererziehung betrifft, gerne etwas anders gehandelt hätte.

Er scheute auch nicht davor zurück, Frau und Kinder zu schlagen, wenn sie nicht mit seinem Willen (dem Willen der WTG) einverstanden waren. Diese Frau war also gezwungen, die Kinder gemäß WTG-Sittenmaßstab aufzuziehen, also genau formuliert sahen die Kinder einen Maßstab, nämlich den wie die Bibel es sagt und die Eltern es auch anderen predigten und auf der anderen Seite den Maßstab wie die Eltern tatsächlich privat handelten und der Vater insbesondere die Mutter zwang zu einer Art die Kinder aufzuziehen, die nur bei einer Instanz Wohlwollen findet: der WTG.

Nun mag man sich fragen,, was war der Endeffekt dieser Erziehung?
Der Sohn ist heute als ein Ältester in seiner Versammlung bekannt; der nur konsequent die harte Linie der WTG vertritt. Kaum jemand in dieser Versammlung wagt es sich, ihm wirklich ernsthafte Probleme anzuvertrauen, während die beiden Töchter sich schon seit Jahren vom WTG-Glauben abgewandt haben und nicht gerade für besonders sittlichen Lebenswandel bekannt sind. Was sagt man darüber unter den sog. "Weltmenschen"? "Nun ja, kein Wunder, die sind ja als ZJ erzogen worden, jetzt versuchen sie alles, was sie entbehren mußten, nachzuholen, ihre Eltern sind ja auch ein bißchen komisch."

LIEBE FRAUEN UNTER DER WTG, MÖCHTET IHR, DASS MAN SPÄTER SO ÜBER EURE KINDER UND DIE ART WIE IHR SIE ERZOGEN HABT SPRICHT? SICHER NICHT, ALSO ERKENNT, WOHIN DIE WTG EUCH FÜHRT UND NEHMT EUCH DEN SPRUCH AUS MATTHÄUS 23:23 ZU HERZEN:

"Alles daher, was sie auch sagen, tut und haltet, aber handelt nicht nach ihren Taten, denn sie sagen es wohl, aber handeln nicht entsprechend."
Erzieht die Kinder also nicht nach dem doppelten Maßstab der WTG, sondern nach
einfachen christlichen Grundsätzen.
-RSW-

AUS DER WELT DER ZEUGEN
EIN BEZIRKSDIENER SCHREIBT AN CV
Werte Herren!
Ich sende Ihnen ihre Post schon einige Zeit zurück, da ich die Annahme verweigere. Es wundert mich sehr, daß Sie das nicht berücksichtigen.
Verschonen Sie mich in Zukunft damit.
Horst Schleußner

CV SCHREIBT AN DEN BEZIRKSDIENER
Werter Herr Schleußner!
Wir haben Ihren Brief bekommen, indem Sie darum baten, Ihnen CV nicht mehr zu senden. Sie können sich sicherlich vorstellen wie erstaunt wir darüber waren. Ein Bezirksdiener schreibt CV. Wir werten das als ein Zeichen beginnender Diskussionsfähigkeit bzw. Diskussionswilligkeit. Wir sind gerne bereit dazu. Allerdings sind wir der Meinung, daß man nicht mit dem Abbestellen unserer Zeitschrift beginnen sollte. Es wäre uns lieb und willkommen, wenn Sie bereit wären, auf unsere Veröffentlichungen zu, antworten, ganz gleich, in welcher Form. Wir kritisieren, können aber auch Kritik vertragen.

Etwas Sorge machen wir uns, wie Sie in Zukunft ohne CV in der Lage sein wollen, die Ihnen anvertrauten Schafe zu hüten vor dem, was CV ihnen vermittelt. Wir sind aber der Meinung, daß Sie sicherlich die Möglichkeit haben, sich unsere Zeitschrift von anderen Geschwistern geben zu lassen. Damit Ihre Sammlung aber vollständig ist, schicken wir Ihnen weiter CV direkt zu.

Wir haben in über 25 Jahren die Erfahrung gemacht, daß viele Zeugen Jehovas, die erst unsere Zeitschrift ablehnten, sie zum Schluß doch annahmen, weil sie ihnen geholfen halt, frei zu werden. Diese Hoffnungen haben wir bei jedem ZJ, also auch bei ihnen.

Erlauben Sie mir noch eine Frage. Wie können Sie es verantworten gegenüber den Ihnen anvertrauten gläubigen Menschen ihnen etwas zu lehren, vorzuschreiben und zu befehlen, was tief in das persönliche Leben, dieser Menschen eingreift, was sich schon so oft als eine Falschlehre erwiesen hat? Denken Sie doch bitte mal nach wie oft schon Sie in dieser Form Schicksal gespielt haben!
In der Hoffnung, von Ihnen Weiteres zu hören verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Henry Werner

GLOSSIERT
Sie stellten sich mir in der MITROPA Nordhausen als Ehepaar vor, welches die Bibel studiert.
Wir fuhren gemeinsam nach Sondershausen und saßen später in einer Gaststätte an einem Tisch.
Ein Bier und einen Weinbrand für den künftigen Zeugen Jehovas. Das Ehepaar Gabi und Jürgen Liesegang erhielt meine Adresse; denn sie wollten mich besuchen, um mir über den wahren Gott Jehova zu berichten Nach vierzehn Tagen bekam ich Besuch, Gabi und Jürgen sagten Bibelstunde dazu. Ich hatte noch etliche Bibelstunden u. a. die Themen "Sünden", "Wer ist Jehova?", "Gesundheit und Heilung durch Jehova", "Wehrdienst".

Jedoch eines Tages war ich Gabi und Jürgen los. Es war so:.
Jürgen durfte die Heilsbotschaft nicht mehr verkündigen! Er war von ZJ betrunken angetroffen worden.
Mein neuer Verkündiger. Kurt Bock..
Sondershausen, August-Bebel-Straße 80.

An Hand eines Fleischwolfes machte mir Kurt Bock endlich deutlich, daß das Universum gar nicht von allein existieren kann. Nebenbei widerlegte er die Darwinsche Lehre von der Abstammung. Im Verlauf mehrerer Bibelstunden lernte ich die gesamte Familie Bock kennen, den Garten mit Bungalow und Wasserbecken; sprich Taufbecken dazu.

Zu meiner Taufe kam es nicht.
Was sollte mich überzeugt haben?
Das in das Asoziale abgleitende Ehepaar Liesegang?
Das Zeugen-Ehepaar Doris und Kurt Bock, daß ihren schulpflichtigen Sohn Peter im Keller ihres Hauses blutig zusammenschlug weil er ernsthaft in der Schüler den Wunsch geäußert hatte, Soldat der NVA zu werden? Ihrer Tochter Uta hämmerten sie ein:

mit "dem" wirst du erst allein sein, nachdem er getauft ist.
Vielleicht Kurt Bock's Schwester, Herta, eine ehrenwerte ZJ und bekannt in Sondershausen? Nein!
Diese Menschen wollten mir eine Lehre nahebringen
Ich wäre vielleicht ständig in ihre Versammlungen geraten; bestimmt aber in ihren Schmutz.
- Bernd Blumenhaus.-

KURZBEGEGNUNG
Wir kamen aus der Kirche und standen an der Bushaltestelle. Es war ein schöner Morgen und wir waren guter Dinge.
Uns sprach ein. Mann an: "Kommt ihr von der Familie B.?" Jetzt fiel mir ein, daß mir ein Bruder, der ZJ aus Elsterwerda, gegenüberstand und der in unserer Stadt, Torgelow, über Jahre als Ferienpionier tätig ist. "Nein, von den Zeugen haben wir uns getrennt. Nachlesen kannst du das in der CV Nr. 188 unter der Überschrift: Wir waren 20 Jahre Zeugen Jehovas."

"Besinnt euch und kehrt zum Glauben zurück", missionierte der Ferienpionier auf uns ein. Wir konnten aus unserer guten Sonntagslaune heraus ihm sagen: "Wir haben unseren Seelenfrieden gefunden!"
Der Ferienpionier missionierte weiter:

"Die Zeitschrift CV kenne ich, ich lese sie nicht, sie lügt!"
Unsere Sonntagslaune war uns nicht verdorben. Wir schätzen unseren ehemaligen Bruder eigentlich und wie klar wurde uns, daß ihm einfach der Mut fehlte CV zu lesen, sich gar mit den Beiträgen in CV auseinanderzusetzen. Das Entscheidungsvermögen dieses Bruders ist von der WTG geprägt.
Der Bus kam.
Es blieb ein schöner Sonntagmorgen.
-EBT-

"Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner, DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr. 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 202

Eine in dieser Ausgabe gelesene Empfehlung der CV an die Adresse der Zeugen,
Sie möchten sich doch bitte im Berliner Naturkundemuseum, eine vorher schon in Japan gezeigte Ausstellung mit Saurierskeletten ansehen. Und dabei fällt die als nicht diskutierbare Zahl mit genannte Angabe: Jene Saurierskelette seien „140 Millionen Jahre alt".
Ob die Zeugen angesichts ihrer 6000 Jahr-Theorie sich von dieser Zahl wohl beeindrucken lassen?
Wieder auch in dieser CV-Ausgabe ein mit „-MSH-" gezeichneter Artikel. Das scheint so eine Art „Stammschreiber" der CV zu sein. Überblickt man seine Beiträge in Gesamtheit, drängt sich zumindest mir der Eindruck auf: Ein „theologischer Dogmatiker" hoch zehn. Fast „mit Schaum vorm Maul" will er auch diesmal belehren. Jesus ist Gott. Oder Jehova in anderer Gestalt.
Nun kann ich nicht verhehlen, dass solche theologischen Dogmatiker, die von der Anerkennung ihrer Spezialtheorien alles „Heil" abhängig machen. Das diese Spezies mir alles andere als „sympathisch" ist.
Und dann setze man im Kontext zu diesen theologischen Erbenszählern, die genannten „140 Millionen Jahre".
Dick und Doof die klassischen Stummfilmschauspieler, fallen mir angesichts dieser Mixtur unwillkürlich ein.
Mit (makaber) notierenswert: Wieder einmal nimmt diese CV, in der Rubrik „Aus der Welt der Zeugen" es sich heraus, einzelne Personen namentlich an den Pranger zu stellen. Kann man sachbezogene, und meinetwegen auch noch parteiisch-politische Ausführungen der CV, mit Mühe und Not noch akzeptieren. Das jedenfalls nicht!


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 202 GERA MAI 1986

INHALTSANGABE
NACH HARMAGEDON
EINE PARADIESISCHE ERDE
BIBELNACHRICHTEN
WIR PRÜFEN WT NR. 22-24/1985
SIND DIE ANDEREN SCHLECHT?
DANKBARKEIT - ODER MASSREGELUNG?
DIE BILANZ (II)
AUS DER WELT DER ZEUGEN

„GERECHTSPRECHUNG"
Die Studienartikel des WT 23/1985
Liebe Brüder und Schwestern!
Vor mir liegt der Wachtturm Nr. 23/1985 mit seinen Studienartikeln „Gerechtgesprochen 'zum Leben'" und „Gerechtgesprochen als ein Freund Gottes". Zweifellos sind dies interessante Themen, denn sie behandeln das Wichtigste, was der Mensch besitzt, das Leben.
Noch bedeutender: Es geht hier um e w i g e Leben, für den einen lt WT-Lehre das ewige Leben auf der Erde, für den anderen das im Himmel. Welcher Mensch ist nicht daran interessiert, möglichst lange, ja sogar ewig zu leben?! Und dieser Wachtturm untermauert seine Lehre mit Bibelstellen. Über 60 Bibeltexte im ersten Studienartikel und fast 70 im zweiten.
Wer zweifelt nun noch an der Richtigkeit der Wachtturm-Lehre, da die Bibel so zwingend einbezogen wird?

UNTER ZEITDRUCK
Zirka 130 Bibelstellen sollt ihr nun nachlesen. Veranschlagen wir - rein theoretisch - pro nachgelesenen Bibeltext eine Minute, so braucht ihr nur zu diesem Bibelstudium 2 Stunden und 10 Minuten.
Natürlich sollt ihr auch dem Gedankengang der WT-Schreiber folgen und somit nicht nur die Bibel, sondern vor allem diesen Wachtturm studieren. Dieser hat zudem noch Nebenartikel …
Außerdem dürft ihr natürlich das obligatorische Bibellese- und Buchstudienprogramm sowie die Theokratische Predigtdienstschule nicht vergessen.

Warum dieser lange Vorspann?
Natürlich schaffen die meisten von euch nicht dieses WTG-Mammutprogramm in der geforderten Weise zu bewältigen. Ehe, Familie, Arbeit im Betrieb und zu Haus fordern ihr Recht und eure Zeit. Das weiß man auch in Brooklyn und man spekuliert dort mit der Tatsache, daß die Leser angegebene Bibeltexte nicht oder nur flüchtig überprüfen. Eine böswillige Behauptung?
Sehen wir uns noch einmal die Themen der Studienartikel an. Es geht um die Gerechtsprechung. Und hier liegt der „Pferdefuß".

ZITAT AUS DER NW-ÜBERSETZUNG
Als Leitartikel zieht die WTG Römer 5:18 (S. 8) heran, den sie wie folgt abdruckt:
„Durch e i n e n Akt der Rechtfertigung (kommt es) … zu deren Gerechtsprechung zum Leben." Dieser Text wurde; gekürzt der WTG-eigenen Bibel, der „Neuen-Welt-Übersetzung", entnommen. Welcher Sinn ergibt sich hieraus? Zum eigentlich interessierenden Akt für die Menschen wird der Gedanke der „Gerechtsprechung" durch Gott gemacht. Automatisch rückt der „Akt der Rechtfertigung" (der Opfertod Jesu Christi) in den Hintergrund. Jesu Tod ist somit nur noch die V o r a u s s e t z u n g für die Möglichkeit zur „Gerechtsprechung" der Menschen geworden!

ZITAT AUS DER LUTHER-ÜBERSETZUNG
Wenden wir uns nun der Luther-Übersetzung der Heiligen Schrift zu.
"Wie nun durch e i n e s Sünde die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch e i n e s Gerechtigkeit die Rechtfertigung zum Leben für alle Menschen gekommen." (Römer 5:18) Im revidierten Text des Neuen Testamentes von 1984 liest sich die gleiche Bibelstelle so:
"Wie nun durch die Sünde des Einen, die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt."

SCHLUSSFOLGERUNGEN
Sofort fällt auf, daß der Begriff "Gerechtsprechung" bei den zuletzt genannten Bibelübersetzungen fehlt.
Aber viel wichtiger:
Der Schwerpunkt der Textaussage verlagert sich von Gott ("Gerechtsprechung", NW) eindeutig auf Jesus Christus (Gerechtigkeit des Einen"; Luther).
Somit werden Menschen, die ewiges Leben erlangen, dieses Jesus Christus zu verdanken haben!

Liebe Brüder und Schwestern!
Verfolgt diesen Gedanken anhand des Wachtturms weiter. Welche Konsequenzen hat er?
Einige Anregungen:
Was soll ein WT mit der Thematik "Gerechtsprechung", wenn dieser Ausdruck in dem von der WTG gewählten Leittext (Römer 5:18) eigentlich nicht vorkommt?
Was ist von einer Bibelübersetzung zu halten, die Bibeltexte verfälscht wiedergibt? Und schließlich:
Was ist von einer Bibel-Verlagsgesellschaft zu halten, die bewußt eine Bibel mit gefälschten Texten herausgibt, nur um eigene Lehren zu stützen?
- Gerd R ... -

BIBELNACHRICHTEN
Die Bibel oder Teile daraus sind in insgesamt 1785 der rund 3000 Sprachen der Erde übersetzt. Nach einer vom Weltbund der Bibelgesellschaften im Januar 1984 veröffentlichten Statistik erschienen im Jahre 1983 Texte in 24-Sprachen, in denen es bisher noch keine Bibeltexte gab. Die Bibel ist das am häufigsten übersetzte Buch. Die Bibel war Ende 1983 in 283 Sprachen übersetzt, das Neue Testament in weitere 572 Sprachen. In 930 Sprachen gibt es Teile der Bibel. Am häufigsten sind biblische Bücher in afrikanischen Sprachen (239) übersetzt worden, gefolgt von asiatischen (221) und südamerikanischen (167). Die Überarbeitung der Revision des Luthertextes des Neuen Testaments von 1975 ist abgeschlossen. Die 1956 erfolgte Revision, bis heute die kirchenamtlich geltende Fassung, sei sprachlich zu zurückhaltend ausgefallen, die Bearbeitung von 1975 sei dagegen sprachlich zu weit gegangen. Jetzt sei der Text so durchgesehen und bearbeitet, daß die ursprüngliche und vielen Bibellesern vertraute Sprache Martin Luthers wieder zur Geltung kommt.

Eine neue, wissenschaftliche Bibelausgabe verlegte die Deutsche Bibelgesellschaft (Stuttgart). Der 779seitige Band, der den griechischen Grundtext und die offizielle lateinische Fassung des Neuen Testaments enthält, ist hauptsächlich für das wissenschaftliche Studium im Bereich der Katholischen Kirchen entwickelt worden und stellt einen gemeinsamen Grundtext für alle Bibelübersetzungen der Kirchen dar.

Die ungarische Universitätsdruckerei hat für die Bibelgesellschaft in Tansania 40 000 Bibeln in Suaheli hergestellt.
Die Baptisten in der Sowjetunion haben für dieses Jahr den Druck von 20 000 Neuen Testamenten, 10 000 Konkordanzen und 10 000 Liederbüchern angekündigt.
10 Jahre nach Erscheinen des Neuen Testaments wurde jetzt auch die ganze Bibel in holländischer Umgangssprache herausgegeben. Bearbeitet wurde die "Groot Nieuws Bijbel" von der protestantischen und der römisch-katholischen Bibelgesellschaft.
In den rund 50 Jahren ihres Bestehens waren die Wycliff-Bibelübersetzer an der Übersetzungsarbeit in insgesamt 907 Sprachen beteiligt. Gegenwärtig arbeiten sie an 785 Sprachen. Im Durchschnitt wird jede Woche eine neue Sprache in Angriff genommen. Über 2000 Neue Testamente wurden bereits übersetzt.
Aus "Glaube und Dienst".
Die WTG gehört nicht zum Weltbund der Bibelgesellschaften. (CV-Redaktion)

WAS DIE NW-BIBELÜBERSETZUNG DER WTG ALLES BEWIRKT
Der Koran steht überlieferungsgeschichtlich hoch über der Bibel, wird von mohammedanischen Autoren immer wieder versichert. Denn er ist authentische Offenbarung Gottes. Sie wurde wörtlich so aufgezeichnet, wie sie dem Propheten gegeben wurde, der Text wurde buchstabengetreu erhalten, bis auf den heutigen Tag. So ist seine Herkunft klar, sein Inhalt eindeutig, seine unversehrte Überlieferung gesichert. Ganz anders die Bibel! "Das Alte und das Neue Testament, so wie es uns heute vorliegt, sind freihand verfälscht worden. Jede neue Ausgabe, die gedruckt wird, unterscheidet sich von älteren Ausgaben", weiß M.A. K. Ghauri in der Ahmadiyya-Zeitschrift "Der Islam" (April 1971) zu sagen.

Zahlreiche Änderungen seien vorgenommen worden, eigens um dem Anspruch der Muslime entgegenzutreten, daß eine Reihe biblischer Prophezeiungen durch die Person Mohammeds erfüllt worden ist. Beispiele nennt Ghauri wohlweislich nicht.
Um "eine der jüngsten Änderungen" nachzuweisen, bedient er sich zur Demonstration ausgerechnet eines Textes der "Neuen Welt Übersetzung", den die Zeugen Jehovas im Sinne ihrer Lehre umfrisiert hatten
(Lukas 23:43)
(MD, EZW 15. Juni 1971)

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WACHTTÜRME NR. 22, 23 UND 24/1985
NEBENARTIKEL
"Argentiniens schweigende Kirche"
WIE SIE ES AUCH ANSTELLT:
ES IST VERKEHRT!
Häufig sind die unterschiedlichen Kirchen, Glaubensgemeinschaften und Sekten Zielscheibe der WTG-Kritik (siehe u. a. Erwachet Nr. 24/84, Seite 28).
Nun steht die katholische Kirche Argentiniens am Pranger. Man wirft ihr vor, zu den Greueltaten, die während der Amtszeit der argentinischen Militärregierung begangen wurden, geschwiegen zu haben.
Der Wachtturm-Gesellschaft kann die Kirche nachweisbar nichts recht tun:
Schweigt sie, wird ihr vorgeworfen, daß sie um die Gunst des Staates werben würde. (Seite 10)
Im gegenteiligen Fall würden die Zeugen Jehovas behaupten, daß die Kirche sich in die Angelegenheiten der "Welt" einmischt. Für beide Verhaltensweisen hat man auch gleich die "passende" Bibelstelle parat. An anderen Kritik zu üben, ist ja auch so einfach ...

STUDIENARTIKEL
"Kannst du dich jetzt
auf Verfolgung vorbereiten?'
WARUM STEHT DIE WTG
IN VIELEN LÄNDERN UNTER VERBOT?
Schon die Überschrift "Kannst du dich jetzt auf Verfolgung vorbereiten?", gibt zu denken.
Warum steht die Religion der Zeugen Jehovas in vielen Ländern unter Verbot? Weil in Johannes 15:20 etwas steht, was die ZJ auf ihre Verhältnisse übertragen wollen? Oder gar, weil sie den Namen "Jehova" gebrauchen, den angeblich die Regierungen nicht ausstehen können?
Besteht nicht die Hauptursache des Verbotes darin, daß die Wachtturm-Gesellschaft sich ganz massiv in die inneren Angelegenheiten der Staaten einmischte und deren Politik verleumdete?

ANREGUNGEN WIDER DIE BIBEL
"Man kann überlegen, wo überall im Notfall Literatur versteckt werden könnte." (Seite 12)
"Hättest du die Kraft, unter dem Druck der Verfolgung den Predigtdienst fortzusetzen?" (Seite 13)
"Lerne es, vertrauliche Angelegenheiten für dich zu behalten und gestützt auf biblische Grundsätze, Entscheidungen zu treffen." (Seite 13)
"In Ländern, wo die Zusammenkünfte verboten sind, versammeln sich Christen regelmäßig in kleiner Zahl." (Seite 13)
"Organisatorische Vorkehrungen" und die Namen verantwortlicher Brüder dürfen unter keinen Umständen verraten werden. (Seite 14)
Kennen die verantwortlichen Aufseher in Brooklyn nicht Hebräer 13: 18, 19 worin zu lesen ist.
"Betet weiterhin für uns, denn wir hegen das Vertrauen, ein ehrliches Gewissen zu haben, da wir uns in allen Dingen ehrlich zu benehmen wünschen. Doch ermahne ich euch noch viel mehr, dies zu tun, damit ich euch um so eher zurückgegeben werde." Doch diese Bibelstelle (NW) kennen sie. Aber man wendet sie nur da an, wo sie in das eigene Konzept paßt.
(Siehe WT 21/85, Seite 22.)
Der Staat kann belogen und betrogen werden. An die Zeugen geht geradezu die Aufforderung, dies zu tun. Nur dem "treuen und verständigen Sklaven" dürfen und müssen sie vertrauen. (Seite 15)
Und noch dem Geschreibsel in diesem WT wundern sich die Zeugen Jehovas noch immer über das Verbot gegen ihre Gesellschaft in vielen Ländern?!

STUDIENARTIKEL
"habe nicht an den Sünden anderer teil"
ZUM VERRAT VERPFLICHTET
Wieder einmal züchtigt Jehova durch seine Organisation seine 'Kinder". (Seite 18) Zumindest möchte es die WTG so verstanden wissen.
Worum geht es im wesentlichen?
Jeder ZJ hat die Pflicht, die Personen, welche eine "Sünde" begangen haben, den Ältesten zu melden. Und gerade an diese Pflicht, andere zu versetzen, werden die Zeugen erinnert.
Hat man vielleicht Angst, daß Jehova die Sünden seiner Untertanen nicht mitbekommt? Wie dem auch sei: Der Jugendliche muß seinen Kameraden melden (S. 21), Eltern ihre Kinder (und umgekehrt!) und Ehepartner sollen sich, falls erforderlich, gegenseitig anzeigen.

Ja, so wird ein lückenloses System der Angst aufgebaut. Ein gegenseitigem Vertrauen, auch auf Vergebung, gibt es in den Reihen der Zeugen Jehovas nicht.
Welche hohlen Worte doch im WT 21/85 verkündet wurden:
"Wer schätzt nicht einen vertrauenswürdigen Freund? In der Gemeinschaft mit einem solchen Menschen fühlt man sich sicher, und man kann das Vertrauen haben, daß persönliche Angelegenheiten nicht öffentlich bekanntwerden." (Seite 27)
Schön wär's!

WACHTTURM NUMMER 23/1985
Diese WT-Besprechung befindet sich auf den Seiten 1 und 2
WACHTTURM NUMMER 24/1985
NEBENARTIKEL
"Wie du für das, was Jesus getan hat, dankbar sein kannst'
EIN DENKANSTOSS FÜR BROOKLYN
Ein Nebenartikel mit einem überdenkenswerten Thema!
Besonders für die leitenden Brüder in Brooklyn sollte dies ein Anstoß sein, ihr Verhältnis zu Jesus und damit zusammenhängende Fragen, wie z. B. das Gedächtnismahl, neu zu überdenken. Wird er doch von ihnen zum „Gehilfen und Sprecher seines Vaters" degradiert (siehe WT 8/84, S. 20). Dies zeigt deutlich, daß die WTG ein sehr gestörtes Verhältnis zu Jesus hat. Somit interessiert sich der „kluge Knecht" in Wirklichkeit auch kaum dafür, ob seine Anhänger ein gutes Verhältnis zum Sohn Gottes haben. Als viel wichtiger betrachtet er das Problem, welches Verhältnis die Zeugen Jehovas ihm gegenüber haben.

WTG VOR CHRISTUS
Um es ganz deutlich zu sagen:
Die WTG erwartet vor ihren Untergebenen bedingungslosen Gehorsam und ein maximales Engagement im Interesse ihrer Weisungen, Zeugen Jehovas dürfen „keine Schlafmütz sein". „Hausfrauen, die als Pioniere dienen, und andere Pioniere müssen früh aufstehen, damit sie ihren häuslichen Pflichten nachkommen und den ganzen Vormittag im Dienst Jehovas verbringen können." (WT 13/84, Seite 17)
Wer „aufmuckt", wird sofort zurechtgewiesen. Erst mit Milde:
„Sollten wir andererseits, wenn wir im Recht sind, nicht darauf vertrauen, daß Jehova für die nötigen Berichtigungen sorgen kann und dies … auch tun wird?"
(WT 14/85, Seite 24)
Sollte das nicht verstanden werden, läßt die WTG die Rute sehen:
„Wer seine persönlichen Ansichten geltend macht und den Rat des von Christus ernannten 'treuen Sklaven' in ein schlechtes Licht stellt, hält nicht 'an dem Haupte' fest. Daher sollten sich Jehovas loyale Zeugen vor irgendeinem gottlosen Einfluß hüten, der sie ihres Siegespreises - des ewigen Lebens - berauben könnte."
(WT 14/85, Seite 14)
Hier schließt sich der Kreislauf. Laut WT gebührt Jesus Christus alias WTG der Respekt. Da letztere sichtbar, greifbar und u. U. sogar schmerzhaft fühlbar ist, gebührt ihr vor allem die Ehre. Jesus ist ja schließlich nur „der Gehilfe und Sprecher seines Vaters"…
-Gerd R ...-

SIND DIE ANDEREN WIRKLICH SO SCHLECHT?
Die anderen, ich meine jetzt nur mal speziell Christen anderer Konfessionen, mit Ihnen tut sich die WTG ja recht schwer.
Warum denn eigentlich?
Jesus zeigt uns in Matth. 7:13,14, daß es zwei Wege gibt, auf denen sich die Menschen befinden. Der eine Weg ist breit und führt ins Verderben, der andere Weg schmal und führt zu ewigen Leben und nur wenige Menschen finden das Tor dorthin.
Als Christ ist für mich dieser Weg Jesus selbst (siehe Joh. 1.1-14; 11:25; 14:6). Doch dies wird wohl auch kein Zeuge Jehovas bestreiten, daß Jesus der Weg zum Leben ist.

Doch, bedingt durch verschiedene historische und kulturelle Einflüsse, kam es zu verschiedenen Verständnissen wichtiger Teile der Bibel. Für die eine Gruppe war z. B. die Verkündigung des kommenden Gottesreiches das, was sie als das Wichtigste ansahen; für andere wiederum war den Glauben zu leben wichtiger als zu verkündigen und so gibt es noch weitere Dinge, die zu Besonderheiten in Lehre und Leben geführt haben. Doch diese Eigenheiten wären nicht das Entzweiende geworden, hätte man sich wenigstens zu einem Bündnis vereinen können, wenn man keine Gemeinschaft im Geiste Christi mehr sein kann, wohl besser auch will. Der Anspruch, den allein richtigen Weg zu gehen, führte in eine Isolation und eine Versteifung und entfernte die Menschen immer mehr voneinander. Dies steigerte sich dann bis zu Kriegen, in der die Durchsetzung des „wahren" Glaubens als hauptsächliches treibendes Element galt. Aber auch die Verfolgung von Gemeinschaften, die sich auf Grund einer neuen Lehre gebildet haben, erreichten grausame Dimensionen. Es sei nur an solche Ereignisse wie die Bartholomäusnacht 1572 oder an die Verfolgungen der Böhmischen Brüder, Baptisten, Quäker und Mormonen erinnert, die viele Opfer gefordert haben.

Betrachtet man die Einstellung der Zeugen Jehovas gegenüber den Menschen, die ebenfalls bestrebt sind das „enge Tor" zu finden, jedoch nicht der WTG folgen, muß ganz klar festgestellt werden, daß sie die anderen verurteilen und ihnen als „falsche Lehrer" den Untergang im Krieg von Har-Magedon prophezeien. Doch diese Verurteilung steht völlig im Widerspruch mit dem Weg zum Leben. Lesen wir in der Bergpredigt:
„Verurteilt nicht andere, damit Gott nicht euch verurteilt. Denn euer Urteil wird auf euch zurückfallen, und ihr werdet mit demselben Maß gemessen werden, das ihr bei den anderen anlegt." (Matth. 7:1,2)

Viele Christen und mit ihnen ganze Kirchen und Religionsgemeinschaften haben eingesehen, daß eine Zusammenarbeit in vielen Dingen möglich und notwendig ist. Dazu sucht man gegenseitig nach Gemeinsamkeiten und Berührungspunkte, um von dort ausgehend nicht mehr als Katholik oder Protestant, sondern als Christ miteinander zu leben, zu arbeiten und voneinander zu lernen. Als ein wichtiger Schritt dazu war 1948 die Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen, der 1977 291 Mitgliedskirchen aus fast 100 Ländern vereinigte.

In der DDR sorgt vor allem die Arbeitsgemeinschaft Christliche Kreise für eine gute Zusammenarbeit. Auch für spezielle Aktivitäten haben sich weltweit Christen zusammengeschlossen, um so besser für ihr Anliegen einzutreten.
Eine solche Organisation ist z. B. die Christliche Friedenskonferenz.
Doch in keiner ökumenischen Bewegung findet man einen Zeugen Jehovas. Dies verhindert ja auch bewußt die WTG. Würde sich ein Zeuge mit anderen Christen verständigen wollen, müßte er doch sehr oft über seinen Glauben ohne Schablone der WTG nachdenken und so liefe das durch straffe Dogmen errichtete Lehrgebäude Gefahr zusammenzufallen. Auch würde er feststellen, daß viele nachteilige Dinge, die den anderen Gemeinschaften nachgesagt werden, oft noch aufgebauscht oder unvollständig wiedergegeben werden.

Für mich, ich bin ein Freund der Quäker, kann ich sagen, daß ich nie einen Menschen ins Verderben stürzen wolle, wie die WTG behauptet. Mit meinem Kontakt zu CV, der ja eigentlich auch ökumenischer Art ist, versuche ich zu helfen, aber auch zu lernen. Trotz aller weltlichen Tätigkeit bin ich bestrebt mein Leben so zu gestalten, daß ich mich auf dem „schmalen Weg" befinde und durch das „enge Tor" gehen kann, welches zu ewigen Leben führt, allerdings ohne die geistige Führung durch die WTG.
Und ist dies etwa schlecht?

Wäre es nicht einfacher die anderen zu akzeptieren und statt dessen seinen eigenen Glauben zu prüfen, ob es auch wirklich mein Glaube ist, der mit der Schrift übereinstimmt, oder ob ich nur etwas annehme, ohne selbst weiter zu forschen?
Mahatma Gandhi sagte uns:
„Es gilt nicht einen neuen Glauben anzunehmen, sondern unseren Glauben zu vertiefen bis dorthin, wo uns nichts mehr trennt."
-Frank Hoffmann-

NACH HARMAGEDON EINE PARADIESISCHE ERDE
19. Kapitel „Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben"
Wollte man dieser Darstellung betreffs der Schlacht von Harmagedon glauben, so müßte unmittelbar nach den Harmagedonereignissen das Friedensreich beginnen. Aber gerade diese Hoffnung wird sich als trügerisch erweisen Es bewahrheitet sich immer wieder: Wird ein Schrifttext aus dem Zusammenhang gerissen - und das ist hier der Fall -, entstehen folgenschwere Irrtümer. Der Zweck und die Reihenfolge der letzten Ereignisse dieser Welt bleiben demjenigen verborgen, der allzu kritiklos und leichtgläubig dem WT-Angebot gegenübersteht.

6. Schale
Die direkte Bezeichnung „Harmagedon" findet sich nur in einem Buch der Bibel, nämlich der Offenbarung. Ihr chronologischer Aufbau ist leicht zu erkennen. Zunächst wird dem Apostel Johannes durch das Öffnen der sieben Siegel ein größerer Zeitraum erschlossen. Erst nach dem Öffnen des siebenten Siegels hört Johannes nacheinander sieben Posaunen. Eingebunden in die letzte Posaune treten sieben Engel mit sieben Zornschalen Gottes in Aktion, die als geballte Ladungen den Zorn Gottes freiwerden lassen. Alle Bereiche sind davon betroffen. Der Gotteszorn trifft die Erde, das Meer, die Wasserströme und Brunnen, die Sonne, den Thron des Tieres, den Euphrat und die Luft.

Harmagedon ist nun nicht die alles überragende weltweite Vernichtungsschlacht Gottes, sondern laut Bibel nur die sechste Zornschale Gottes, welche - ausgegossen - den angreifenden Völkern den Weg über den Euphrat zum Karmelgebirge in Israel frei gibt. Nach der Schrift kommt es zu einer Aufstellung von Streitkräften in der Ebene Jesreel bei Megiddo (Offb. 16:13,14,16).

Ist dem „Sklaven" eigentlich klar, daß er diesen Tatbestand zugibt, wenn er schreibt:
„Die Bibel spricht jedoch von Harmagedon als von einem Ort, an dem Gott einen gerechten Krieg führt."
(Buchkapitel 19/Abschnitt 1)
Ist damit die jahrzehntelange Lehre von einer Harmagedonweltsituation abgelöst?
Wohl kaum, denn dies würde ja der Wachtturm-Lehre einer weltweiten Vernichtung aller Nichtzeugen widersprechen und sie damit empfindlich ins Schwanken bringen. Biblisch betrachtet ist sie allerdings sowieso haltlos, denn wäre „Harmagedon" die endgültige Vernichtungsschlacht und damit das Ende dieses „Systems der Dinge", aus der nur Zeugen Jehovas gerettet werden und in das Friedensreich Gottes gelangen, dann könnte es ja die siebente Zornesschale, laut Bibel nach Harmagedon, die Ereignisse wie Stimmen, Donner, Erdbeben, den Fall Babylons der Großen und das Verschwinden von Inseln und Bergen voraussagt, nicht geben. Sie wäre dann schlechthin unnötig Weiterhin gäbe es dann jene Menschen nicht mehr, die Gott trotz all der Plagen lästern.. Da aber laut Schriftaussage die siebente Zornschale Gottes der sechsten der Harmagedonzornschale - folgt, ist Harmagedon eben nicht die Weltvernichtung, sondern vielmehr nur ein kleiner Teil der gesamten Ereignisse.

Treue Männer
Angesichts solcher Falschlehren, die der sogenannte „treue und verständige Sklave" aufstellt, muß der Einfluß des heiligen Geistes in ihm ernstlich bezweifelt werden. Um wieviel weniger wirkt dann der heilige Geist in den sogenannten „treuen Männern", den „Fürsten", die heute schon angeblich in die Christenversammlung eingesetzt sind, sich der Tätigkeit der Versammlung annehmen und sie leiten (Paradiesbuch, Seite 165, Abschnitt 21).

In Wirklichkeit sind diese „treuen Männer" keine Diener Gottes, sondern kritik- und willenlose Zubringer des „Sklaven", geistliche Scharlatane, deren Werke nicht zum Leben, sondern auf direkten Wege ins Verderben führen! Warum? Weil sie ihre Schafe nicht zu dem aus Gott geborenen Christus leiten, sondern zu einem Geschöpf Gottes, daß angeblich der Erzengel Michael und Jesus Christus in einer Person sein soll. Sie wollen dabei nicht verstehen, daß der alttestamentliche Gott JHWH sich als wahrhaftiger Gott in seinem Sohne Jesus Christus den Menschen geoffenbart hat und daß nur durch ihn - also durch Gott selbst - Erlösung möglich ist. Wer dem „Sklaven" und seinen „treuen Männern" folgt, hat keine Chance, mit Gott versöhnt, also im wahrsten Sinne des Wortes durch Christus ein Kind Gottes zu werden.
-MSH-

Zum Nachdenken
SAURIER ZEIGEN SICH WIEDER
Das größte Saurierskelett, das in einem Museum der Welt gezeigt wird, kehrte von seiner Japanreise wieder ins Stammhaus, das Naturkundemuseum in der Invalidenstraße zurück. Mit ihm rund 350 Exponate, die von Juli bis Oktober 1984 610 000 Besucher in Tokio anzogen.
In einer Sonderausstellung des Naturkundemuseums können Berliner und ihre Gäste die, rund 140 Millionen Jahre alten Saurierskelette besichtigen.

Für ZJ der WTG ist eine Besichtigung der Saurierskelette äußerst bedeutsam Denn sie sind ja rund 140 Millionen Jahre alt. Was bedeutet das im Hinblick auf die Weltanschauuung bzw. Endzeitweltanschauung der WTG. - Tatsachen sind hartnäckig!

DANKBARKEIT - ODER MASSREGELUNG?
An einem sonnigen Sonntag im Mai des vergangenen Jahres unternahmen zwei Familien einen Ausflug in den Thüringer Wald. Beide Familien wußten nichts voneinander. Die eine war mit der Bahn gekommen, die andere in ihrem Trabant. Unterwegs, jeder in die Richtung, aus der der andere gerade kam, traf man sich, grüßte sich im Vorübergehen auf einem schmalen Waldweg, der sich über mehrere hundert Meter an einem steilen Absturz entlangzieht.

Gerade wieder außer Sichtweite, hörte das eine Ehepaar mit seinem kleinen Sohn erschrockenes Rufen hinter sich. Alle drei laufen zurück und finden Vater und Mutter, jene Leute, die sie vor Minuten trafen, aufgeregt am steilen Hang stehen und nach unten rufen: „Kathrin, hörst du uns! Was ist denn passiert?" Das kleine Mädchen antwortet nicht. Die Eltern sind ratlos, der Vater wagt sich den steilen Hang voll lockeren Gerölls nicht hinunter

„Sie ist herumgerannt und ausgerutscht, wir konnten gar nicht so schnell zuspringen, da überschlug sie sich und rollte hinunter. Da, im Gebüsch auf halber Höhe hat sie sich verfangen. Aber ich sehe sie nicht."
Die Mutter ist fassungslos. Ihr Mann legt ihr beruhigend die Hand auf die Schulter. Indessen hat der Vater des kleinen Jungen, ein Herr Schäfer, seine Jacke ausgezogen und die Hosenbeine hochgeschlagen: „Ein bißchen verstehe ich was vom Klettern", meint er, „ich will es versuchen!" Er besinnt sich nicht lange, steigt, vielmehr rutscht und gleitet den Hang hinunter, zwischen welkem Laub und Schotter, Wurzeln und glitschigem Moos. Bange Minuten vergehen, dann hören die Wartenden ihn rufen: „ich habe sie gefunden, sie ist ohnmächtig und verletzt"

Eine lange Viertelstunde dauert es, bis er das vierjährige Mädchen auf einen Mantel niederlegen kann.
Es braucht nicht viel, um zu sehen, daß der Kopf eine große Platzwunde und der Rücken ;Schürfstellen hat, ein Bein ist aufgeschlagen, vielleicht gebrochen. Was nun? „Ich werde sie mit unserem Wagen in die Kreisstadt fahren", schlägt Herr Schäfer vor. „Sie kommen am besten mit und meine Frau und der Junge laufen zurück bis zur Bahn."

Die Eltern Kathrins atmen erleichtert auf. Eine provisorische Trage ist schnell gebaut, die Wunden sind fürs erste versorgt. Kathrin schlägt die Augen auf, beginnt zu weinen, denn jetzt nimmt sie die Schmerzen wahr. Eile tut not, und die beiden Männer gehen so schnell und vorsichtig wie irgend möglich. Schon nach einer dreiviertel Stunde erreichen sie das Auto, betten das Kind vorsichtig auf den Rücksitz.

Das Auto rollt in Richtung Krankenhaus…
Ein unpassendes Verhalten?
Sechs Wochen sind ins Land gegangen. Herr und Frau Hüter, Kathrines Eltern, freuen sich, daß der Bruch geheilt und das Kind soweit wieder gesund ist.

„Wir sollten jetzt mit Kathrin mal zu Schäfers gehen und uns für ihre Hilfe bedanken, vielleicht können wir ein Geschenk mitnehmen. Solche netten Menschen findet man seltene", erinnert Frau Hüter.
„Ja, im Grunde hast du recht, sagte er. Aber da ist etwas dazwischen. Ein älterer Bruder, der von dem Unglücksfall erfahren hat, sagte mir, daß Herr Schäfer BGL-Vorsitzender in einem Großbetrieb und außerdem in der Partei sei. Wir sollen auf keinen Fall aus Dankbarkeit etwa weiter Kontakt mit ihm pflegen. Als Zeuge Jehovas ist das, egal was gewesen ist, unmöglich!" Frau Hüter starrt ihren Mann bei diesen Worten ungläubig an: „Aber nach allem, was gerade Herr Schäfer für uns getan hat! Ich verstehe das nicht. Die Leute werden uns für undankbar und rücksichtslos halten!"
„Ja, ich verstehe ja dieses deutliche Verbot auch nicht, aber der Bruder wird wissen, warum er mir das sagte. Egal, wie nun die Schäfers von uns denken, wir müssen es in Kauf nehmen!" -

Liebe Brüder und Schwestern,
wir wollen davon ausgehen, daß die Heilige Schrift in sorgsamer und vorausschauender Weise zu einem liebevollen und verständnisvollen Verhalten auffordert, daß sie den Glauben als Maßstab nimmt, die persönliche Einstellung zu Jehova und Jesus Christus. nicht aber eine vorhandene oder nicht vorhandene Mitgliedschaft in einer religiösen Gemeinschaft. Und das Helfen und In-der-Not-Beistehen ist nicht die Frage eines Glaubens oder einer politischen Haltung allein. Es ist vor allem eine Frage der Menschlichkeit.

Und eine Organisation, die., wie in diesem Falle die WTG, ihren Mitgliedern untersagt, die einfachste Dankbarkeit zu zeigen, die sich anmaßt, Verbote auszusprechen, die die Bibel nicht ausspricht und aus verständlichen Gründen der Logik auch nicht aussprechen kann. eine solche Gesellschaft verdient mehr als nur Verachtung.
Denn, darüber wollen wir uns doch klar sein, es gibt Dutzende und aber Dutzende Beispiele , wo selbst innerhalb der Organisation die Hilfsbereitschaft zu einem Rechenexempel: gab ich dir, was gibst du mir?, gemacht wird. Prüft es in euren Studiengruppen. Beobachtet, wie mit alten und kranken Leuten verfahren wird, studiert genau, wie man einen Bruder oder eine Schwester behandelt, die einmal eigener Meinung war.

Die WTG entmündigt ihre Mitglieder, sie verurteilt sie, gesetzlos im Sinne der Bibel zu handeln, um die Gesetze der WTG zu erfüllen.
In der Redaktion der Zeitschrift CV treffen mehr und mehr Briefe ein, die in tragischer Weise zeigen, wie die WTG gegenüber Alleinstehenden, gegenüber kinderreichen Familien, die Hilfe oder Rat brauchen, wie sie bei allen, die mit tiefer gehenden persönlichen Problemen belastet sind und einen Rat suchen, kläglich versagt. Die-Angst vor Maßregelung, die das Ehepaar Hüter zurückhielt, nur Dankbarkeit zu zeigen, es ist die Angst die gleich einer drohenden Wolke über einer weltweiten Organisation lastet. Verantwortung, gegenseitige Achtung, Vertrauen und Liebe sind beinahe Fremdwörter in der WTG, oder sie sind hohl geworden, haben ihren Inhalt verloren, weil Liebe und Vertrauen eine Verpflichtung bedeuten, die in der Familie wie im großen Kreis aller Zeugen Jehovas viele nicht eingehen möchten.

Sehen sie doch das Beispiel des von innerem Streit zerrissenen Brooklyn vor sich. Woher sollten da Liebe und Vertrauen kommen? Dem wirklichen Christen bleibt nur die Stärkung in der Bibel und die bewußte Abkehr von einer lieblosen und mißtrauischen Organisation.
-CVR/tig-

DIE BILANZ (II)
Zeugen schreiben uns
Wie im Teil I bereits gesagt, die Botschaft Jesu Christi war nicht von dieser Welt; er bezeugte es selbst, indem er auf seine Sendung sich berief und von sich aus nichts tat, außer nur das, wozu sein Vater ihn beauftragt hatte. Er hatte die Legitimation von seinem Gott, dem Vater dazu; seine übernatürlichen Werke waren ein Beweis dafür, derentwegen wir auch ihm glauben. Doch welche Legitimation hat die WTG, wenn sie in Anlehnung an die Bibel nebenbei Dinge lehrt und zu verkündigen gebietet, die offensichtlich oder versteckt - wie mans sieht - unbiblisch, ja in gewissen Punkten sogar den Lehren Jesu entgegengesetzt sind? Niemals zeigte Jesus, daß er in Opposition zur Staatsordnung steht und nirgends findet man im NT auch nur die leiseste Andeutung, daß Christen es sein sollten, das Gegenteil aber ist der Fall. Und wie steht es mit uns ZJ?

Wie sehr denken wir doch negativ über menschliche Regierungen!
Unsere Botschaft, die wir den Menschen bringen, ist doch von A bis Z eine absichtlich negative Schilderung gegenwärtiger Staatsordnungen, nur, damit um so positiver sich das von uns gepriesene und erwartete Königreich Gottes sich abhebt! Wahrhaftig, um einen Preis, den dann andere zu zahlen haben! Wie viele unzufriedene Menschen haben, nachdem sie ZJ zugehört haben, noch negativer über diese Welt gedacht, ohne daß sie selbst ZJ wurden noch daran denken je solche zu werden. Wie vielen Terroristen ist gerade dieser Aspekt der WTG-Botschaft so nach ihrem Munde, die nun mit noch ruhigerem Gewissen ans Werk gehen können und sagen „haut diese Welt kurz und klein, sie taugt sowieso nichts, Zeugen Jehovas sagen es ja und die haben Recht."

Die Sache so gesehen kann da die WTG alles in ihrer Botschaft verantworten? Was soll die Beteuerung, die WTG wäre kein Teil dieser Welt und wir Zeugen Jehovas wären demnach auch kein Teil dieser Welt? Alles, was auf dieser Erde ist, also auch wir, sind recht wohl ein Teil dieser Welt und die WTG außerdem noch etwas mehr: Sie ist auch sogar ein Teil Amerikas genauer noch, der USA. Nur das Wirken Jesu und die Lehre, die er den Menschen brachte, waren nicht von dieser Welt; doch alles, was dem hinzugefügt wurde und wird, um angeblich seine Lehre zu erläutern oder zu ergänzen, ist von dieser Welt und wir sollten es nicht lieben.

Ist die Welt denn heute wirklich so, schlecht, viel schlechter als früher, wie der Wachtturm und Erwachet unermüdlich betonen? Sollten wir uns lieber die Zeiten der römischen Cäsaren als eine heutige Demokratie wünschen? Gut, Christen werden manchmal verfolgt bzw. wurden verfolgt, aber seien wir ehrlich: kamen nicht oft Strafen über diese Sorte von Menschen weniger ihres Glaubens als mehr wegen ihres unvernünftigen Verhaltens gegenüber Obrigkeiten? Wie oft wurde versäumt klug und ohne Tadel zu sein, obwohl gerade Jesus dazu ermahnte. Die Geschichte weiß genug davon zu berichten; und ZJ und ihre WTG bilden die etwa eine Ausnahme. Welche Version, nur z. B. was die Obrigkeit betrifft, ist denn nun die richtige? Die aus den zwanziger oder den sechziger Jahren; oder die aus dem Wachtturm, oder die aus der Bibel? Kein ZJ weiß das bis jetzt ganz genau. Und weil keiner vieles nicht so genau weiß, wird blind - oft gewollt blind - geglaubt mit der selbstberuhigenden Behauptung, daß andere, denen man ja gehorchen soll, dann letztlich für alles die Verantwortung tragen. Fürwahr, bequem gemacht, aber ist das eine christliche Verantwortung? Gibt nicht jeder, der so denkt und spricht, dadurch zu, daß er selbst dennoch eine Verantwortung nach unten trägt, wann er denkt Verantwortung nach oben abschieben zu können, wenn es brenzlig wird?

Wird nicht jeder, der uns, glaubt, nicht zuerst uns verantwortlich machen, wenn er reingefallen ist? Nein, vor Gott können wir ZJ nicht alles verantworten, was wir tun, vor Menschen vielleicht noch manches, aber die Konsequenzen daraus zu tragen ist oft schwer. So auch die Wachtturm-Gesellschaft: vor Gott und Jesus Christus kann sie vieles nicht verantworten, was sie tut; vieles ist sogar versteckte Gotteslästerung. doch vor den USA, auf dessen Grund und Boden sie gedeiht: kann sie vieles gut verantworten.

Die Bilanz ist niederschmetternd sowie die vielen späten Erkenntnisse. Gewiß wäre, mein Leben anders verlaufen, wären in meinen Jugendjahren nicht Bibelforscher mir begegnet, aber ich bedauere nichts. Doch das Gute, das an ZJ und der WTG vorhanden ist - trotz vieler, negativer Erscheinungen - ist auch anderswo zu finden und vielleicht noch mehr, und das Schlechte? Wie kann das jemals gutgemacht werden? Von einer Organisation, die behauptet Gottes Organisation zu sein, kann man wohl vollkommene, fehlerfreie Lehren und Führung erwarten, ganz gleich wie Menschen sind. Wie sind wir Menschen aber?

Was würden wir mit einem Schmuck machen, von dem wir immer dachten, er wäre aus purem Golde und nun nach langen Jahren plötzlich zu unserem Schrecken feststellen, er war ja nur vergoldet?
Wir werden ihn weiter tragen; wir sind ja an ihn-so gewöhnt und auch unsere Nachbarn sind es-gewöhnt, ihn an uns zu sehen.
Einigen werden wir aber die Wahrheit sagen anderen nicht, aber behandeln werden wir ihn nicht mehr wie ehedem - er ist ja nicht aus Gold und in der Tat nicht viel wert. Wir werden ihn nun oft achtlos liegen lassen, was wir vordem nicht taten.

Und langsam werden wir uns daran gewöhnen, daß wir auch ohne ihn auskommen, bis wir ihn schließlich ganz vergessen.
So vergeht auch der Mensch und seine Begierde; doch solange diese Erde besteht und Menschen auf ihr, wird auch gesät und geerntet und das in wohlorganisierter Ordnung, wie wäre es auch sonst anders möglich miteinander auszukomment!?
Dazu gehört Verantwortung - für den Gläubigen:
CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
-H.M.S.-

AKTUELLES IN KÜRZE
WELTBEVÖLKERUNGSSTAND UND DIE WTG
Die Weltbevölkerung hatte sich bis Mitte 1985 auf 4,842 Milliarden vergrößert.
Damit wird es immer unmöglicher, daß die WTG im Sinne von „1914" je alle Menschen erreichen kann.

„JEHOVA" BEI DEN ESPERANTISTEN
Auch in der christlichen Esperanto Zeitung DIA REGNO vom November 1985, Niederlande (Übersetzung H. Sänger, Hoyerswerda) wird nachgewiesen, daß die „Mischform Jehova" als Name Gottes nie von den Juden gebraucht wurde, daß die WTG in ihrer NW-Übersetzung also mit einem falschen Gottesnamen arbeitet.
Einzig annehmbar sei „JAWEH".

„DER TANNENBAUMSPION" AUCH IN DER BRD
In der Zeitschrift „Brücke zum Menschen" 83/84-1985 II, „Ein Bruderdienst an Sektenopfern, Suchenden und Angefochtenen, sowie allen, die ihnen helfen möchten", besonders an die ZJ gerichtet, wurde der CV-Artikel „Der Tannenbaumspion" (CV 185/ 1984) veröffentlicht. (Elmshorn, BRD)

VOLKSWAHLEN AM 8. Juni 1986
Laut Beschluß des Staatsrates der DDR vom 4.12.85 werden am 8. Juni 1986 Wahlen zur Volkskammer, zur Stadtverordnetenversammlung von Berlin und zu den Bezirkstagen, also zu den höchsten Gremien der „obrigkeitlichen Gewalten" in der DDR durchgeführt.

AUS DER WELT DER ZEUGEN
SELBSTHERRLICHES EIN-MANN-RECHTSKOMITEE
Im Sägewerk Geithain arbeitet er. Unter seinen Kollegen ist er unbeliebt. Als Familienoberhaupt ist er absolut. Seine Kinder, ein vierzehnjähriges Mädchen und ein neunjähriger Junge, hören und folgen auf's Wort. Jahrelang ist ihnen das mit der Rute eingebleut worden. Die Mutter und Ehefrau duldet die Kindermißhandlungen im eigenen Haus, in 7231 Obergräfenhain Nr. 38b.

Auf Horst Otto paßt diese Beschreibung, den strengen Ältesten in der Versammlung Geithain.
Zu seinen Dienstpflichten gehört es auch, die zehnköpfige Studiengruppe Narsdorf, die einmal im Haus 7235 Narsdorf.A/84 bei dem Studienleiter Peter Schnabel und im Wechsel im Haus 7231 Kolka bei Klaus Raschke sich versammelt, im strengen Regime zu halten.
Eine Schwester dieser Studiengruppe wandte sich an den Ältesten, Horst Otto, um Hilfe. Sie war in's Wanken geraten. Sie verstand nicht, warum beim Gedächtnismahl das Blut und der Leib Christi ihr nur zur Weitergabe gereicht wurde. Die Schwester empfand immer mehr gestörtes Verhalten unter den Brüdern und Schwestern der Studiengruppe. Sie fragte: Wo ist Nächstenliebe, eine Verbindlichkeit, vielleicht ein bißchen Freundlichkeit? Zehn Jahre gehörte sie zu dieser Studiengruppe und immer mehr empfand sie Unnatürlichkeit im Umgang zwischen den Brüdern und Schwestern.

Teilweise beschlich sie die Angst.
Die Hilfe des Ältesten, Horst Otto, waren Ratschläge und Erklärungen: „Brüder und Schwestern haben alle ihre Fehler. Reibereien legen sich auch wieder. Beginnen muß jeder, die Fehler bei sich zu suchen." .Das war die erste Runde der Hilfe des Ältesten. Die Schwester fühlte sich eher gemaßregelt als erleichtert. Sie legte nun nochmals, diesmal brieflich, ihre Probleme dem Studienleiter, Klaus Schnabel, dar.

Postwendend kam nun Horst Otto zum Hausbesuch zur Schwester nach Breitenborn. Er setzte sich breit an den Tisch und wollte für alle Zeiten die Angelegenheit klären. Die Zweifel der Schwester konnte er nicht ausräumen. Sie meinte sogar: „Vielleicht laufen wir sogar einer Irrlehre nach."
Nun war es soweit. Der Älteste, Horst Otto, gab die Schwester auf und er besaß die Unverschämtheit, in der Küche der Schwester eine Sitzung des Rechtskomitees, ein selbstherrliches Ein-Mann-Rechtskomitee, zu eröffnen. Urteil:

Gemeinschaftsentzug:
Sein Abschlußkommentar:
„Ab jetzt bist du unser Feind."
Der Bruder, der Ehemann der Schwester, erhielt beim Abschied des großen Richters vor dem Herrn die Hand gereicht, die Schwester den letzten strafenden Blick und zurück blieb ein geteiltes Haus.
Das war die zweite und letzte Runde der Hilfe eines Ältesten, der das Vertrauen der WTG besitzt.-

EIN BRIEF AUS GERA-LUSAN
… Aber in den letzten zwei Jahren und besonders in den letzten Monaten habe ich Dinge erlebt, die mich oft nachts nicht mehr schlafen lassen. Ich liege wach und bitte Jehova, daß er mir Kraft und rechte Einsicht gibt.
Und nun habe ich mich entschlossen, Euch zu schreiben …
Dieser Brief den wir erst einmal nur auszugsweise bringen, wird der Anlaß sein, weiter in CV zu berichten. -

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0 20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr. 4564-30-1952, Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

A 266/86 V 7 1 1047 N 2

Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 203 Juni 1986
Der einleitende Artikel in dieser CV-Ausgabe, gezeichnet mit dem Kürzel -M. S. H.-, ist wieder mal von solcher „Qualität", dass ich es mir einfach nicht verkneifen kann, auch im Blick auf andere -M.S.H.-Artikel, anzumerken.
Dieser Autor und seine Ausführungen, sind für mich, einfach unannehmbar.
Eine neuere WTG-Veröffentlichung als Ausgangsbasis nutzend, reitet er wieder auf seinem Steckenpferd, die Zeugen zu der seiner Meinung nach „rechten" Theologie zu bekehren.
Da liest man dann wieder solche „weltbewegende" Sätze wie z. B.
Jesus Christus ist nie von Gott erschaffen worden, sondern er wurde aus Gott gezeugt und geboren … Schöpfungsakt und Geburt sind zwei völlig unterschiedliche Vorgänge und schließen einander aus. Was aus Gott geboren ist, ist gottgleich, also göttlichen Wesens. Somit kann Jesus niemals zweitgrößte Persönlichkeit oder der Erzengel Michael sein. Er ist und war Gott selbst im Sohne, da er aus Gott dem Vater stammt."
Mutmaßlich werden die Trinitarier, aus dem Lager anderer Religionsgemeinschaften und Kirchen, diesem -M. S. H.- dankbar sein. Meinen „Beifall" indes, bekommt er nicht!


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
Begründet 1959 von Willy Müller, GD, Gera/Thür, DDR

NR. 203 GERA JUNI 1986

INHALTSANGABE
WIE UND WARUM ES ZU UNSEREM AUSSCHLUSS KAM
WIR PRÜFEN WT NR. 1-3/86
DIE ALLMACHT DES „WACHTTURM
SEKTIERERISCHE LEHRE
DAS GEWISSEN
DIE „ÄLTESTEN" UND DER URLAUB
AUS DER WELT DER ZEUGEN

DER REGIERUNGSWECHSEL
Wer aufmerksam durch all die Jahre die Literatur der Wachtturm-Gesellschaft verfolgt hat, stellt eine allmähliche Veränderung dieses Schrifttums fest. Nicht nur die äußeren Aufmachungen haben sich geändert - beispielsweise werden jetzt mehr und farbigere Bilder mit weniger Text verwendet -, sondern vor allem der Inhalt hat sich gewandelt. Waren zur Zeit Russells noch ausgeprägt christliche Themen vorherrschend, so sind es heute recht verweltlichte, zum Teil sogar macht-"politische" Ansprüche, die sich durch die neuere WT-Literatur hindurchziehen. Diese zu erkennende Umorientierung der WTG läßt nicht nur neue anders gesteckte Ziele erkennen, sondern rückt die anfangs christliche Bibelforscherbewegung in die gefährliche Nähe einer faschistoiden und damit antichristlichen Organisation, die über den Geist der Menschen den Zugriff zur größtmöglichen Weltgeltung wagt. Nicht mit parteipolitischen oder militärischen Mitteln sucht sie dieses Ziel zu erreichen, ihre Hauptangriffswaffen sind ihre in den letzten Jahren beträchtlich erweiterten und modernisierten Druckereien und Zweigbüros. Aus diesen "Küchen" der geistigen Speisezubereitung fließt ein ununterbrochener WT-"Speise"strom, welcher nicht nur lähmend wirkt, sondern - viel schlimmer - -christusuntauglich macht. Einige dieser neuesten Appetitshappen der WT-Kochkunst verdienen durchaus eine nähere und genauere Betrachtung.

Die Regierung, die das Paradies wiederherstellen wird

Unter diesem Titel erschien 1985 ein recht buntes und eingängiges Traktatheft, in dem jedoch der wenige Text zielgerichtet eingesetzt ist. Eingängigkeit. ohne viel Denkforderung, man kann es auch gezielte Manipulation nennen, scheint das Hauptanliegen der WT-Verkündigung in ihrem gegenwärtigen Schrifttum zu sein. So wird der Betrachter dieser Broschüre ganz von selbst von Blickfang zu Blickfang gleich den Perlen einer Kette geführt, welche zusammengesetzt am Ende ein abgerundetes Ganzes ergeben. Schon der Umschlag dieser Broschüre offenbart ein festumrissenes Programm. Der Bildbetrachter steht scheinbar auf einer Anhöhe und läßt den Blick über eine in Frühnebel getauchte weiträumige Landschaft schweifen. Die am Horizont aufgehende Sonne wird bald die Kraft besitzen, den Morgennebel zu heben und das zu erwartende Paradies gewinnt dann seine Gestalt.

Der aufgedruckte Titel allerdings läßt den bis dahin gebräuchlichen Begriff "Gottes Regierung" vermissen und es bleibt nur noch "die Regierung" übrig, die das Paradies wiederherstellen wird. Ihre Mitglieder stellen sich uns auf den folgenden Seiten vor. Die Vorläufer gleich der Wurzel dieser zukünftigen Paradiesregierung beginnen mit Abraham bis hin zu König David (S. 11), und setzt sich dann vom Apostel Paulus über wahrscheinlich Wiclif, sicher zu erkennen Russell, Rutherford und Knorr bis zum jetzt noch amtierenden WT-Präsidenten Fred Franz fort (S, 18). Dazwischen ist Jesus 'angesiedelt'. Er hat nach der Sicht des "Sklaven" den Sündenfall Adams am Pfahl rückgängig gemacht und sich anschließend von der Erde für immer in den Himmel zurückgezogen (S. 16,17), um seit 1914 in unsichtbarer Weise von oben her der neuen irdischen Regierung Segen und gutes Gelingen zu schenken (S. 19). Diese neue Regierung amtiert sozusagen bereits auf dem Berge des Hauses Jehovas, dem vom göttlichen Lichte überstrahlten Brooklyn-Tempel, zu dem eine ungezählte Menschenmenge hinaufstrebt (S. 24). Daß es sich um den WT-Brooklyn-Berg handelt, beweist Seite 25. Der auf dieser Seite bergab gerichtete Blick läßt auf dem Berggipfel eine kleine Zahl älterer Menschen erkennen, die zweifelsohne mit dieser Regierung, die das Paradies aufrichtet, in Zusammenhang gebracht werden soll. Die Verbindung dieses Personenkreises mit dem noch amtierenden Präsidenten Franz (S. 18 und 25 vorn links) macht deutlich, daß diese Regierungsgewalt von sehr wenigen, wenn nicht sogar von einer zukünftigen Einzelperson wahrgenommen, zumindest stark beeinflußt werden wird.

Wenn diese den WT-Berg hinaufstrebende sogenannte „große Volksmenge" nicht bald aufwacht, wird sie sich nicht in der Obhut und Gemeinschaft unseres Erlösers Jesu Christi, sondern vielmehr in den Fängen machthungriger und dem Größenwahn verfallener WT-Tyrannen wiederfinden, die dem in der Bibel angekündigten Antichristen dienstbar werden.

Christusfeindlichkeit

Ist diese Bewertung des sogenannten sondern ganz entschieden in die Sackgasse! „Sklaven" zu hart? Bestimmt nicht, denn seine eigenen Werke überführen ihn der Christusfeindlichkeit und falschen Messianität. Einige Beispiele beweisen dies so z. B. der Titel des WT 11/1979: „Glaube an eine siegreiche Organisation" (!!)

Wem gebührt Glauben?
Einer Organisation oder unserem Herrn Jesus Christus? Oder ist Gottesglaube nur durch die WT-Organisation möglich? Es ist offenkundig: Glaube an eine siegreiche Organisation ist Glaube an einen Falschmessias!! Oder betrachten wir folgendes Zitat: „Es gibt also zwei Hoffnungen" (Die Regierung S. 15). Die Bibel spricht aber nur von einer Hoffnung (Eph. 4:4). Ein weiteres Zitat: „Wenn der Überrest der geistigen Israeliten zu der von Gott bestimmten Zeit seinen irdischen Lauf vollendet und seine himmlische Belohnung empfängt, wird der neue Bund, der auf dem Blut des Mittlers Jesus Christus beruht, keine Gültigkeit mehr haben; er wird seinem Zweck erfolgreich gedient haben.

Die jährlich am Passahtag begangene Feier des Abendmahls des Herrn wird dann aufhören" (WT 10/84, S. 20). Das ist doch zu glauben! Der „treue und verständige Sklave" erkühnt sich, das Ende des Bundes und des Abendmahles zu bestimmen, wo doch Hebr. 13:20 von einem ewigen neue Bunde spricht. Auch andere von der WTG neu herausgegebene Schriften tragen diesen gleichen christusfeindlichen Charakter.

Ein weiteres Beispiel: „Definition: Der einziggezeugte Sohn Gottes, der einziggezeugte Sohn Gottes, der einzige Sohn, den Jehova allein erschuf … Er ist die zweitgrößte Persönlichkeit im Universum". „Handelt es sich bei Jesus Christus und dem Erzengel Michael um ein und dieselbe Person?" „Die Beweise zeigen somit, daß der Sohn Gottes, bevor er auf die Erde kam, Michael genannt wurde und diesen Namen seit seiner Rückkehr in den Himmel, wo er als verherrlichter Geistsohn Gottes weilt, wieder trägt" (Unterredungen an Hand der Schriften, S. 238, 248).

Jesus Christus ist nie von Gott erschaffen worden, sondern er wurde aus Gott gezeugt und geboren (Joh. 3:16; Kol. 1:15). Schöpfungsakt und Geburt sind zwei völlig unterschiedliche Vorgänge und schließen einander aus. Was aus Gott geboren ist, ist gottgleich, also göttlichen Wesens. Somit kann Jesus niemals zweitgrößte Persönlichkeit oder der Erzengel Michael sein. Er ist und war Gott selbst im Sohne, da er aus Gott dem Vater stammt.

Wer nun nicht den fleischgewordenen Gott anerkennt, ihn vielmehr als Geschöpf oder Erzengel verkündigt, ist zum Antichristen geworden (1. Joh. 4:2,3; 2:22)!

Ein Geschöpf kann niemals als ein Christus die Erlösung bewirken. Der „Sklave" hat somit den wahren Christus verleugnet und sich selbst zum falschen Messias gemacht. Der Glaube an einen „Geschöpf-Christus" führt eben nicht zur Wiedergeburt durch Gottes Geist und damit zum ewigen Leben, sondern ganz entschieden in die Sackgasse!

Irdisch orientiert
Natürlich spricht die vorliegende Broschüre nicht von einer Sackgasse, dafür aber von einem irdischen Paradies, in welchem alles Böse verschwunden sein und den fleischlich - menschlichen Bedürfnissen Rechnung getragen wird. Im Grunde genommen sind dies ganz normale menschliche Wünsche, nur stimmen sie mit der Verheißung der Bibel nicht überein! Gott hat mit uns Menschen größeres vor, als ein ewiges Leben in einem Schlaraffenland (Rö. 14:17). Auf Christen wartet die Erlösung aus dem sündigen Fleische durch eine neue geistige Geburt, welche zum verherrlichten ewigen Leben in Gemeinschaft mit Gott und dem Lamm führt. Das zukünftige irdische Paradies ist durchaus nicht Ziel, sondern lediglich der Weg dorthin für diejenigen Völker, die Christus noch nicht kennenlernen konnten. Zeugen Jehovas dagegen können ihren Erlöser erkennen (Joh. 17:3 nicht NW), wenden sich aber statt dessen bisher den antichristlichen Fabeln ihrer Organisation zu.
Es wäre für jedes der Geschwister an der Zeit, die Gefahr zu erkennen und sich statt dem „Sklaven „ Jesus Christus zuzuwenden!
-M.S.H-

WIE UND WARUM ES ZU UNSEREM AUSSCHLUSS KAM
Vor nicht allzulanger Zeit wurde uns durch die Willkür dreier Ältester die christliche Gemeinschaft der Z. J. entzogen. Da für diesen Ausschluß. keine. biblische Grundlage besteht und er deshalb nicht anerkannt werden kann, möchten wir hierzu eine Stellungnahme abgeben.

Uns wurde mangelnde Demut vorgeworfen, da wir uns weigerten, die Irrtümer des „treuen und verständigen Sklaven als von Gott inspiriert und zeitgemäß hinzunehmen. Es wurde uns wortwörtlich gesagt, daß wir uns, wenn es sein muß, mitirren müßten. Nun unsere Frage: Hat Jesus jemals von uns verlangt, Irrtümer zu stützen, oder wird uns nicht immer wieder durch die Bibel klargelegt, daß wir ständig auf Wahrheitssuche sein sollten, ja wir sollen sie suchen wie kostbare Perlen. Wir sollen prüfen, und nicht jeder inspirierten Äußerung glauben.

Die in uns aufgekommenen Zweifel entstanden durch das Lesen älterer Schriften unserer Gesellschaft, die viele Brüder noch nie. gelesen haben und wohl auch nicht mehr lesen werden, da diese „nicht mehr zeitgemäß" sind.

Ein Beispiel soll hier mal die Deutung der obrigkeitlichen Gewalten sein.
Damals lehrte der „treue und verständige Sklave"., daß sich Römer 13:1-5 nicht auf die weltlichen sondern auf Gott und Christus. Brüder, die sich mit dieser neuen Erklärung nicht zufriedengaben, wurden als eigennützig abgestempelt, und gemäß Kommentar von J. F. Rutherford wurde ihnen die „Krone" weggenommen. (Bewahrung S. 31)
Kurze Zeit später stellte sich jedoch heraus, daß diese Brüder im Recht waren und unrechtmäßig ausgeschlossen wurden. Als wir mal fragten, ob man sich denn bei diesen Brüdern entschuldigt hätte und sie wieder aufgenommen hätte, bekamen wir zur Antwort, daß der „treue und verständige Sklave" dies nicht nötig hätte, denn diese Brüder waren nicht demütig, sondern sind vorausgeeilt. Hier drängt sich uns die Frage auf, wem es denn nun tatsächlich an Demut mangelt.

Weitere Zweifel kamen in uns auf, als wir Prophezeiungen bezüglich der Endzeit lasen, die sich nie erfüllt hatten. („Das goldene Zeitalter", heute „Erwachet" 15. März 1924, „Die Zeit ist herbeigekommen" S. 94, „Die Schöpfung" S. 578 usw.) Hinzu kam die dreimalige Umdeutung der Prophezeiung über den Nord- und Südkönig,.

Wir stellten die Frage, ob sich Prophezeiungen, die direkt von Gott inspiriert wurden, als Fehlprophezeiungen erweisen können. Ich möchte nochmals betonen, daß von dem Komitee diese Irrtümer zugegeben wurden. Das Licht wird ja immer heller. Aber ist es nicht zu viel verlangt, wenn wir hierbei noch an eine Inspiration glauben sollen, wo doch eindeutig in der Bibel steht, daß nur die Schrift inspiriert ist?

Nun fragen wir uns, worin denn nun eigentlich unser Vergehen besteht, Haben wir etwa Irrlehren verbreitet bzw. sektiert oder irgendeine schlechte Handlung begangen? Wir haben es lediglich gewagt, in älteren Schriften unserer Gesellschaft zu lesen und unsere aufgekommenen Zweifel und Fragen zu äußern, von denen wir hoffen, daß sie durch die Brüder beseitigt werden können. Doch leider stellten wir fest, daß selbst unsere führenden Brüder nicht in der Lage sind, diese auszumerzen, statt dessen spielen sie sich als Richter über uns auf. Mit welchem Recht tun sie es? Steht nicht in Jak, 3:11,12, daß nur einer unser Richter ist?

Dies ist für uns eine traurige Feststellung! Von Kindheit an waren wir von unseren Eltern im christlichen Glauben zur Ehrlichkeit erzogen worden und müssen nun erfahren, daß diejenigen, die uns führend im Glauben vorausgehen sollten, uns so schlechte Beispiele geben. Statt hilflosen Schafen eine Stütze zu geben, erweisen sie sich als Mietlinge.

Wir gelten nun als Ausgestoßene und niemand von unseren alten Freunden im Glauben darf uns mehr grüßen oder sich mit uns unterhalten,. Dies trifft uns hart, doch wir hoffen, daß es wenigstens doch noch einige von unseren Glaubensbrüdern geben wird, die noch wenigstens ein bißchen Verständnis für uns haben werden und uns nicht gänzlich allein lassen.
H. und E. Wörfel 2440 Schönberg

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WACHTTÜRME NR. 1 - 3/1906
STUDIENARTIKEL
„Tage wie 'die Tage Noahs'" und
„Für eine ewige Zukunft bauen"
IST EIN AUSSCHLUSS
DIE LÖSUNG DES PROBLEMS?
Homosexuelle Beziehungen, Partnertausch, Kindesmißbrauch.
„Und dies soll bei u n s vorkommen?" wird so mancher Zeuge entsetzt fragen,
Ja, auch so etwas geschieht in den Reihen der Zeugen Jehovas (S. 13).
„Die werden aber ausgeschlossen", rechtfertigen sich nun die ZJ.

Sie werden tatsächlich ausgeschlossen. Die WTG weiß es genau: Im Dienstjahr 1984/85 waren es 36 638, die aus der Gemeinschaft der ZJ ausgeschlossen wurden. Aus den Jahren zuvor sind ähnliche Quoten bekannt.
Und nun das Kunststück:
Da zeigen die Zeugen Jehovas mit dem Finger auf die - ach so verkommenen - Weltmenschen, in der nicht zuletzt auch ihre eigenen ehemaligen Brüder und Schwestern leben. Jene ehemaligen Geschwister also, mit denen die WTG und ihre loyalen „Schafe" nicht fertig wurden,
Macht es sich der „kluge Knecht" in dieser Beziehung nicht sehr leicht?

IST DIE WTG FREI VON SCHULD?
Die Welt sei so verderbt, jammert der WT. Selbst ein Königreichssaal sei im vergangenen Jahr von einer Bombe zerstört worden. Ein Töter und 40 Verletzte forderte dieses Attentat (S. 10). Tatsächlich ein schreckliches Verbrechen! Wer war der Täter? Bis heute ist er uns nicht bekannt, Aber spekulieren wir mal:

Kann es nicht ein enttäuschter ehemaliger Zeuge gewesen sein, der von seinen „Brüdern" ausgeschlossen wurde? Vielleicht sogar schuldlos ausgeschlossen?! Solche Fälle gab es schon viele in der Geschichte der ZJ. Und dieser „jemand" wollte sich rächen, weil er durch verantwortliche Alteste vom ewigen Leben abgeschnitten wurde. - Wie dem auch sei - es bleibt ein schreckliches Verbrechen. Kann sich die WTG aber von jeder Mitschuld freisprechen?

SIE WERDEN NUR NOCH „VIELLEICHT" ÜBERLEBEN
„… aber diesmal geht es um die Rettung von Millionen jetzt Lebender, die vielleicht nie sterben werden." (S. 18) Man nehme das „vielleicht" zur Kenntnis! Seid sicher, liebe Brüder und Schwestern, eure leitende Körperschaft hat sich das Wort „vielleicht" sehr gut überlegt. In der Überschrift des Studienartikels (WT 1/84, S. 8) war dieses „vielleicht" jedenfalls noch nicht zu lesen.

ALTER STANDPUNKT WIRD REVIDIERT
Noch einmal geht es um die enorme Bautätigkeit der-WTG, obgleich nach ihren eigenen Angaben Harmagedon vor der Tür steht, Warum also noch solche Gebäude? Diese Frage wird offensichtlich der WTG häufig gestellt. Der. vorliegende WT distanziert sich von der Antwort, die Bruder Barry von der leitenden Körperschaft vor zwei Jahren gegeben hatte (WT 3/84, S. 30).

„Und man hoffe, viele der neuen Gebäude in dem großen Reorganisationswerk nach Harmagedon zu verwenden."
Dieser an sich klare Standpunkt wird nun geflissentlich verwässert:
„Ob nun Gebäude, die von Menschen erstellt worden sind, den Sturm von Harmagedon standhalten werden oder nicht, wir wissen, daß Gottes Organisation ihn als eine intakte Einheit überdauern wird (WT 1./86, S. 26)

Zuerst einmal. stellt man sich die Frage:
Welche Gebäude brauchten Jesus und seine Jünger, um die gute Botschaft zu verkündigen?
Selbst die damaligen Synagogen waren für ihre. Tätigkeit nicht unbedingt erforderlich. Und was heißt: „Gottes Organisation … als eine intakte Einheit überdauern?" Sicher sind die Engel im Himmel in der Lage, auch ein Harmagedon zu überleben!
Die WTG hat wieder einmal den Fakt bewiesen, daß man u. U. auch mit vielen Worten nichts auszusagen vermag.

WACHTTURM NUMMER 2./1986
STUDIENARTIKEL
„Nicht ermüden,
sondern neue Kraft gewinnen" und
„'Ringt danach'"
RICHTLINIEN FÜR ZEUGEN JEHOVAS
Um den wesentlichen Inhalt dieses Wachtturms zu beschreiben, braucht man nur den abgedruckten Ratschlag eines Zeugen Jehovas zu zitieren:
„Halte dich an die Organisation. Denke daran, daß Jesus Christus von Jehova dazu ernannt worden ist, die Organisation zu leiten. Sei. daher nicht entmutigt, wenn jemand, der dir sehr nahesteht, untreu wird. Falls du etwas nicht völlig verstehst oder nur schwer akzeptieren kannst, vertraue darauf, daß es nach einiger Zeit geklärt wird. Jehovas Organisation hat uns bis hierher gebracht. Vertraue darauf, daß sie uns auch ins neue System führen wird" (Johannes 6:66-68). (S. 18)

Diese Aussage gleicht einem-Programm, welches man wie folgt zusammenfassen kann:
1. Kadavergehorsam bezüglich der WTG, da diese angeblich von Jesus Christus geleitet wird.
2. Pflicht zur Umsetzung sämtlicher WT-Richtlinien, auch wenn sie im Widerspruch zu eigenen Idealen stehen. Kritik an der WT-Organisation wäre „strafrechtlich" geahndet. Bestenfalls darf der ZJ eine Gesinnungsänderung seiner WT-Obrigkeit erhoffen..

WARUM NICHT AUCH EINMAL
EIN KLEINER KOMPROMISS?
Auch offensichtliche Widersprüche in der. Wachtturmlehre muß der Zeuge Jehovas schlucken.
So wird auf Seite 10 noch behauptet:

„Man kann sich die Rettung nicht durch den Besuch von Zusammenkünften oder durch irgend etwas anderes
v e r d i e n e n .Diese an sich richtige Lehrmeinung wird im übernächsten Satz durch einen „Weichmacher" schon abgeschwächt
„Dennoch verlangt Jehova Gott Anstrengungen von uns, wenn wir seine Gabe des ewigen Lebens erlangen wollen,"

Im Gegensatz dazu hatten die WT-Schreiber auf Seite 6 (Nebenartikel: „Die Apokalyptischen Reiter Wie sich ihr Ritt auf dich auswirkt") noch folgendes proklamiert:
„Somit wird deine Reaktion auf das Predigen der Botschaft vom Königreich für dich entweder Leben oder Tod bedeuten."
Was soll der gestreßte Zeuge nun glauben? Helfen wir ihm ausnahmsweise im Sinne der WTG dabei. Die Meinung der leitenden Körperschaft wird auf den Seiten 6 und 18 ausgesprochen. Die Darlegung auf Seite 10 ist mehr als „Strohhalm" für Interessierte aus den Reihen der Christenheit gedacht. Um. deren Gewinnung willen ist der WTG sogar ein kleiner Kompromiß recht!

WACHTTURM NUMMER 3/1986

NEBENARTIKEL
„Die Tiere der Apokalypse
Welche Bedeutung haben sie?" und
STUDIENARTIKEL
„Erfreue das Herz Jehovas,
indem du die Lauterkeit bewahrst"

EIN SCHWACHER TROST FÜR DIE BETAGTEN
„Wie sehr werden wir uns freuen, wenn wir erleben dürfen, daß das gegenwärtige böse System der Dinge vor unseren Augen zugrunde gehen wird! Vielleicht müssen wir aber vorher im Dienst Gottes sterben, Wie dem auch sei, wir sind auf alle Fälle entschlossen, loyale Zeugen Jehovas, unseres Gottes, zu sein. Wir werden unsere Lauterkeit ihm gegenüber bewahren. Warum? Weil wir, ob wir leben oder sterben, in Wirklichkeit Jehova gehören." (S, 10)

„Diese Generation" ist am vergehen! Natürlich erkennt Brooklyn diesen Fakt und bereitet seine „Oldtimer" auf deren sicheren Tod vor. Am Schluß dieses Wachtturms werden die alten ZJ noch einmal getröstet:

„Wir schätzen die Betagten" (S, 28,29).
Für die Betroffenen sicher ein schwacher Trost! Hatten sie doch einmal stark gehofft, die Tausendjahrherrschaft Christi zu erleben, ohne vorher sterben zu müssen. Aber was heißt, sie haben „gehofft", nein, es wurde ihnen in der Schriften der WTG - also von Gott kommend - gelehrt. So wurde angenommen, daß Jugendliche, die im Jahre 1914 15 Jahre alt waren, noch zu „dieser Generation" gehören würden und somit nicht mehr sterben.
(Siehe Erwachet 8.4..1.969, Seite 13f.)

Diese betreffender, Menschen wären jetzt 87 Jahre alt. Laut Psalm 90.10 währt aber eine Generation maximal 80 Jahre, eine Beobachtung, die wir heute bestätigen können.

ES BLEIBT KEINE WAHL
„Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben sich 159 Nationen dieser Organisation (der UNO; Anm. d. Red.) in der Hoffnung angeschlossen, sie werde dafür sorgen, daß das heutige System der von Menschen ausgeübten politischen Herrschaft fortbestehen wird. Dabei wird jedoch das messianische Königreich Gottes, das 1914 im Himmel aufgerichtet wurde, völlig außer acht gelassen. Doch heute muß jeder zwischen der Herrschaft Gottes und der Herrschaft des Menschen wählen." (S. 7)

Die Menschen sollen sich der Herrschaft Gottes unterwerfen, statt sich der Herrschaft der Menschen zu beugen, Dieser Gedanke ist in der WTG-Literatur in-letzter Zeit immer häufiger in den verschiedensten Varianten anzutreffen.
(Siehe z.. B. WT 17/85, S, 18.)

Das 1975 erschienene WTG-Buch „Rettung aus der Weltbedrängnis steht bevor" verkündet noch selbstbewußter, daß die Nationen ihre Macht im Jahre 1914 an Jesus Christus eigentlich hätten abtreten müssen (S. 238), Nur ist die Frage, die sich jeder normal denkende Mensch stellen müßte, folgende: Wie hätte man das praktisch realisieren können?

Im Jahre 1914 gab es ungefähr 700 Bibelforscher auf der Welt (WT März 1916, Seite 39 dt.)
Hätte dieses armselige Häuflein die Regierungsgeschäfte übernommen? Wohl kaum, denn sie waren nach der 1914-Pleite kaum noch in der Lage, sich selbst anzuleiten …
Bis auf weiteres ist nun mal die „Herrschaft des Menschen" auf der Erde aktuell. Ob es der WTG paßt oder nicht!
-G.R ...-

DIE ALLMACHT DES „WACHTTURM"
Unter dieser Überschrift heißt es im katholischen Petrusblatt, Berlin-West vom 24. März 1985 in einem Beitrag von G. von Glowczewski u. a. über die WT-Zeugen:
Es gibt Religionsgemeinschaften, mit denen kein Dialog möglich ist. Oder halten sie jemanden, der von sich behauptet, aus ihm spreche Jehova Gott und die einzige Wahrheit - und vom anderen, er sei die „babylonische Hure", die „Karre des Satans", die „vernichtet" werden muß, für dialogfähig? Wir Katholiken gehören einer „babylonischen Hurenorganisation" an, sind „schlimmer als die Heiden", und der Papst ist der „Stellvertreter Satans auf Erden". So spricht die „Wachtturm-Bibel-Gesellschaft" von uns.

Sie gehört zu den gefährlichsten Sekten, die weltweit einen ungeheuren Propagandaapparat aufgebaut hat, mit den modernsten Druckereien, mit Radiostationen und Kongreßzentren, mit einem Stammkapital von 3,9 Milliarden DM.
Was im „Wachtturm" steht, ist „Gottes Wort" und wer daran zweifelt, wird aus der. Gemeinschaft ausgeschlossen.

Man muß erschrecken über das Ausmaß an Intoleranz dieser Sekte. Die „Wachtturmgesellschaft" in Brooklyn übt eine „geistige Diktatur" über jeden einzelnen Zeugen Jehovas aus„ Er wird zu dem gemacht, was die „Gesellschaft" von ihm will.

Die Spitze der „Gesellschaft" in Brooklyn besteht aus 13 Männern, Sie „interpretieren die Lehre" und werden angeblich „von Jehova Gott direkt geleitet". Sie gehören zu den 144 000 wahren „Christen", den „Gesalbten".
Mehr Zeugen Jehovas dürfte es eigentlich nicht geben. 1931 war bereits die Zahl 144 000 erreicht, Alle anderen 'Mitglieder, die nach 1935 dazu kamen, sind nur „Holzfäller", „Wasserträger", „andere Schafe" Jehovas,
Ein Einlassen mit Zeugen Jehovas habe keinen Sinn, denn sie hätten nur „bestimmte Platten, die sie ablaufen lassen".
Ein echtes Gespräch ist nicht möglich.
Wie steht es mit unserem Christsein?
„Wir produzieren als Christen sehr viel Mist, der dann Dung für den Erdboden der Sekten wird". -

kommentiert
SEKTIERERISCHE LEHR
… Obwohl der Unsinn allen Sektierertums im Prinzip leicht erkennbar ist, setzt doch die Zugehörigkeit zu einer Sekte stets voraus, daß man Gott, seinen Sohn und den Heiligen Geist für Versager hält, ist es nicht jedermanns Sache, die Täuschung sofort zu durchschauen, später ist es dann meist zu spät. Alle Sektenführer wissen, daß sie mit ihrem Tun das annullieren, was sie angeblich vertreten und so behaupten alle in schöner Einmütigkeit, keine Sekte, sondern DIE WAHRE KIRCHE zu sein. Und ebenso einstimmig ziehen sie über die Katholische Kirche her, damit unfreiwillig bekundend, daß diese vor ihnen allen da war und damit als DER Ursprung christlicher Kirche ausgewiesen ist. Denn einen allerersten vor dem ersten gibt es nicht.

Kann also nicht jeder gleich die raffinierte Täuschung erkennen, so gelingt es vielleicht leichter, wenn man die Vergangenheit zu Rate zieht. Aus einer solchen Betrachtung erhellt dann, daß es sich bei dem Gewächs sektiererischer Lehre nicht um einen wurzelechten Baum, sondern nur um ein künstlich am Leben erhaltenes Gebilde handelt.

Die Zugehörigkeit zu einer Sekte, wenn man nicht gerade in sie hinein geboren wird, setzt voraus z„ B. geistige Blindheit, Enttäuschung, den Hang zum Besserwissenwollen, Ignoranz, Herrschsucht, Eigenbrötelei, den Wunsch, „oben" zu sein, was in einer kleinen Gemeinschaft relativ leicht zu verwirklichen ist, und innere Übereinstimmung mit den Zielen der Sekte. Z. B. Menschenhaß, wenn man sich darüber freuen soll, daß von der kleinen Ausnahme abgesehen, alle Menschen vernichtet werden sollen. Nicht, daß jeder alle diese Eigenschaften haben müßte, nein, es genügt schon eine einzige davon. Dazu noch die Desinformiertheit und die Unlust zu eigenem Denken.

Es kann wohl grundsätzlich gesagt werden, daß -niemand ohne eigene Bereitschaft betrogen werden kann, auch, wenn dem Betrogenen das nicht so ohne weiteres bewußt wird, Erst wenn er sich aus der Umklammerung befreien konnte, erkennt er es.

Eines der WTG-Argumente aus der Vergangenheit, eine wahre Sumpfblüte der Demagogie, ist folgendes, noch in den 40er und 50er Jahren als besonders schlagkräftig gebrauchtes: Harmagedon trifft zuerst die Christenheit, weil sie in Mißachtung der klaren Erkenntnis und Verkündigung durch den WT, 1914. betreffend, im Trotz gegen das im Himmel aufgerichtete Königreich Gottes den ersten Weltkrieg vom Zaune brach,. Die Herrscher der Erde kämpften um die Weltherrschaft in offener Nichtanerkernung der Weltherrschaft Gottes. "Warum toben die Völkerschaften ..." Denken wir uns einmal in die Zeit um 1950 zurück. Wie fadenscheinig war das Argument von einer in Harmagedon zu strafenden Christenheit doch damals schon! Im Märchen bleibt beim Verschwinden des bösen Geistes nur eine übel riechende Wolke zurück, so auch hier. Personen, die maßgeblich am Zustandekommen des ersten Weltkrieges beteiligt gewesen sind, wie der Kaiser, der Zar, Präsidenten, Heerführer, haben in der Regel damals schon ein reifes bis sehr reifes Alter gehabt. Einige von diesen Leuten lebten noch, als ich ein Kind war. Etwa Hindenburg, Kaiser Wilhelm. Als wir Kinder waren, starben die letzten dieser wirklich Verantwortlichen als sehr alte Leute. WER ALSO sollte um 1950 herum, wer soll HEUTE als direkt von Gott gestraft, für diesen Krieg büßen? Die allermeisten Menschen, die nun nach der WT-Lehre gestraft werden mußten, haben zu jener Zeit noch nicht einmal gelebt! Es ist beschämend, wenn man eines Tages zugeben muß, daß man auf so etwas hereingefallen ist, aber auch befreiend, wenn man seine diesbezügliche Schuld vor Gott und Menschen bekennen darf.

Die Lüge KÖNNTE sehr wohl zu jeder Zeit durchschaut werden, doch leider wird sie es nicht immer. Manch ein aufrichtiger Mensch glaubt, in einer Gemeinschaft Gott eifriger und besser dienen zu können. Das ist unbedingt ein Irrtum.

Fern von Christus kann man gar nichts tun. Um eine Sekte zu gründen und sie am Dasein zu erhalten, muß man Christus ständig widersprechen. Das aber versetzt in den Zustand dauernder Gottesfeindschaft. Denn Widerspruch gegen Christus ist gleichzusetzen mit permanenter Lüge. Es kann in einer Sekte keine Reformen geben, denn Sekte ist gleichbedeutend mit Gottesferne, was soll da schon reformiert werden?!

Jesus, der von sich sagte, daß ER der Weg, DIE WAHRHEIT und das Leben ist, sagte auch: "Wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut."
-H.G.-

DAS GEWISSEN
Zeugen schreiben uns
Wie oft ist der Mensch nicht mit sich selbst zufrieden. Gerne hätte man etwas anderes gemacht, aber man tat es nicht.
Warum ist nun etwas in uns, was uns nicht zur Ruhe kommen läßt? Immer wieder kommen wir in Gedanken zurück ;zu unserem Tun; uns selbst Vorwürfe machend, daß wir nicht anders gehandelt haben sind wir nicht glücklich, sondern verärgert auf uns selbst und unsere Welt.

DIESES ETWAS in uns, dieses unangenehme Gefühl, das wir nur schlecht loswerden können, soll bekanntlich unser Gewissen sein - das sagt man uns, so sagen wir es uns und anderen.
Dieses bringt ins in Konflikte, mit uns selbst und auch mit den anderen. Wie kommt es aber - oder wenn es schon geschehen ist - wie kam es aber dazu? Warum denken bzw. empfinden nicht alle Menschen gleich Und sind oft sogar sehr widersprüchlich gegeneinander?

Ganz besondere Erscheinungen in dieser Hinsicht sind wir Zeugen Jehovas. Wohl kaum woanders wird man soviel Gewissensnöte finden wie bei uns; immer wieder berufen wir uns auf unser Gewissen. Wenn andere unser Verhalten nicht verstehen kennen, wenn z. B. Wahlen sind, wenn Feiern - sogar harmlose Geburtstagsfeiern - sind, wenn es ums Spenden geht oder um bestimmte Arbeitseinsätze für "diese Welt" ja sogar in Ausbildungsfragen oder Kinderproblemen, immer wieder steht unser Gewissen dazwischen! "Ein recht sonderbares Gewissen haben die da" werden wohl außenstehende Beobachter unseres Verhaltens sagen müssen und das wohl zu recht. Denn kaum schlägt uns unser Gewisser., wenn wir um unserer eigenen Vorteile bzw. Vorteile für unsere WT-Gesellschaft oder im Interesse unserer Predigttätigkeit wegen, oft mit List und unsauberen Einfallsreichtum uns bedienen und damit andere in Erstaunen versetzen. Da schlägt uns unser Gewissen und hindert uns, sich an Wahlen zu beteiligen, aber ohne Gewissensbisse wenden wir uns an die Behörden, an den Bürgermeister bzw. andere gewählte Volksvertreter, wenn es um eigene Interessen geht.

Da schreibt der Wachtturm und lehrt uns, daß es Zeitverschwendung ist, sich höhere Schulbildung anzueignen, aber unsere WT-Gesellschaft nimmt bedenkenlos das Können ausgebildeter Ingenieure in Anspruch, um auf modernste Art Bücher und Zeitschriften zu drucken und Tonbandkassetten herzustellen, was nur mit höchster Technik möglich ist. (Sind denn etwa alle Ingenieure, Computer-Fachleute, Elektroniker und andere hochqualifizierte Mitarbeiter in den Bethels und Druckereien keine Zeugen Jehovas? - Anm, d. Red.)

Da verlangen wir oft Sonderbehandlungen für uns bzw. unsere Kinder in Krankenhäusern, in Kindergärten und Schulen, in Altersheimen und bringen so oft Ärzte, Lehrer oder anderes Personal unsererseits wieder in Gewissensnöte, jedoch unsere WT-Gesellschaft unterhält selbst keine Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten oder Altersheime, um ein ganz reines Gewissen zu haben, alles getan zu haben zum Wohle ihrer eigenen Religionsangehörigen. Ist das gerecht?

Zu sagen wir zahlen ja unsere Steuern, ist doch nur ein Trick zur Selbstberuhigung, denn mit dem Zahlen von Steuern ist doch längst nicht alles getan, was zur Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit im Staat nötig ist. Übrigens ist ja die WTG in allen Ländern von Steuerzahlungen befreit, wie kann sie da ruhigen Gewissens die Dienstleistungen eines Staates in Anspruch nehmen und gleichzeitig so negativ über "Menschliche Ordnung" sprechen? Wo bleibt da die Logik? ganz abgesehen davon, daß vieles im Widerspruch zur Heiligen Schrift ist,- z. B. gegen den Grundsatz staatliche Ordnungen zu achten oder "wer nicht arbeiten will soll auch nicht essen". Analog gesehen läßt sich das auf vieles im Leben anwenden.

Warum soll unser Gewissen hier so eine große Rolle spielen? Eine Frage, die sich jeder ZZ) selbst stellen sollte und ob sein Gewissen noch wirklich sein eigenes Gewissen ist oder eher das Gewissen anderer. Sind die Gewissen im Menschen nicht etwa nach Wunsch anderer produzierbar, lenkbar, sogar ein- und ausschaltbar, je nach Bedarf? Es genügen doch in Wirklichkeit nur entsprechende Artikel im WT und schon regt sich oder schläft unser Gewissen! Eine zwar in der Tat groteske Feststellung mag mancher sagen, aber sie ist wahr; denn auch an mir war das alles ausprobiert und es hat sich bewiesen.
-J.M.-

DIE „ÄLTESTEN" UND DER URLAUB
In der Bibel heißt es:
„Auch kein schändliches Benehmen, noch törichtes Reden, noch unzüchtige Späße, Dinge, die sich nicht schicken, sondern vielmehr Danksagung …"
„Laßt euch von niemanden mit leeren Worten betrügen, denn wegen der vorhin erwähnten Dinge kommt der Zorn Gottes über die. Ungehorsamen". - Eph. 5:4,6 Inwieweit diese Bibelworte auf Zeugen Jehovas, insbesondere aber deren Ältestenschaft in bezug auf Urlaub anzuwenden sind, wollen wir einmal näher beleuchten, denn eigentlich verweisen die Ältesten ja ständig darauf, was für vorbildliche Personen sie sind.

Sie bleuen den einfachen Zeugen ständig ein, wie notwendig es ist, auch im Urlaub ausgiebig zu predigen.
Vielfach versuchen sie in ihren Versammlungen dafür zu werben, im Urlaub als Hilfspionier tätig zu sein, denn es wären ja am Tag „nur" zwei Stunden dafür nötig. Den Verkündigern reden sie in solchen Fällen auch meist ein:
„Urlaub ist kein Urlaub von Jehova".

Richtiger muß es in diesem Fall wohl heißen:

„Urlaub ist kein Urlaub von der WTG".
Sie braucht dringend „Erfolgszahlen".
Daß aber auch der einfache Verkündiger einmal im Jahr für zwei oder drei Wochen der „Nervenmühle WTG" entfliehen will, kümmert diese wenig.
Natürlich braucht jeder Mensch einmal im Jahr eine Zeit um auszuspannen, sich zu erholen, aber wenn die Ältesten, die ja Vorbild sein sollen, anderen Vorschriften für den Urlaub machen, dann müssen sie sich gefallen lassen, wenn man auch sie in ihrem Urlaub genau unter die Lupe nimmt. Es ist schon erstaunlich., was man da beobachten kann. Während diejenigen, die zum verstärkten Dienst im Urlaub geworben wurden, täglich ihre zwei Stunden Predigtdienst ableisten, machen viele Älteste sich aus dem Staub, fahren in Auslandsurlaub oder fahren zusammen mit anderen Ältesten mit ihren Wagen und Wohnwagen dorthin, wo niemand sie kennt. Etliche findet man sogar in Tanzlokalen und in Nachtbars wieder. Ja, sie unterscheidet sich da gar nicht von den von ihnen sonst so geschmähten „Weltmenschen"!

Es gibt nicht wenige Älteste, die in ihrem Urlaub nicht auf eine einzige wirklich geleistete Stunde Predigtdienst verweisen können.
Nach Hause zurückgekehrt aber halten sie in der Versammlung wieder die schärfsten Vorträge über Moral und Unmoral und spielen sich als Vorbilder und nacheifernswerte Beispiele auf.

Allen, die so handeln, sei gesagt:
„Gott läßt sich nicht verspotten. Was der Mensch sät, wird er ernten".
So wird auch diesen Menschen einmal das Handwerk gelegt werden, denn man kann nun mal nicht alle und jeden für dumm verkaufen, insbesondere Jehova und Jesus Christus nicht, die dafür Sorge tragen werden, daß die WTG-Oberen ihr Spiel nicht ewig so weiterspielen können und die Gebote ständig so ändern wie sie sie brauchen!
-RSW-

AKTUELLES IN KÜRZE
WTG-PRÄSIDENTEN VERDRÄNGEN APOSTEL
WTG-Broschüre „Die Regierung, die das Paradies wiederherstellen wird" S. 18, Bild unten: Franz, Knorr, Rutherford und Russell im Vordergrund der „himmlischen Regierung"! - Ein Platz, der nach Christus wohl eher den Aposteln gehört, wollte man das darstellen.

NW- ÜBERSETZUNG: JESUS HING AM KREUZ

Selbst nach dem NW-Text in Joh. 20:25, wo es heißt: „… in seinen Händen die Spur der Nägel .. ist erwiesen, daß Jesus gekreuzigt und nicht gepfählt war. Sonst müßte es heißen: „in seinen Händen die Spur des Nagels"! -
Das war u. a. eine der Fragen des Aufstandes 1980 im Bethel Brooklyn. Die Sache ist inzwischen Gegenstand international verbreiteter Dokumentationen.
Bethel Ministries, Manhattan Beach, Californien, USA 1982, 1984)

ELTERN NUR BESCHRÄNKTES ERZIEHUNGSRECHT
Der Gerichtsausschuß des britischen Oberhauses, das höchste Organ der britischen Rechtsprechung, hat entschieden, Eltern haben „keine absolute Erziehungsgewalt" über minderjährige Kinder. Außerdem habe sich die Rechtsprechung den veränderten gesellschaftlichen Normen anzupassen. (St. Hedwigsblatt 17.11.1995)
Das könnte eine gesetzliche Handhabe gegen die Kinderopfer des WTG-Blutkultes werden.

UND FÜR FREIHEIT DER RELIGION
Im Dezember 1984 fand in Genf ein Seminar der UNO zur Förderung der Toleranz in Religionsfragen statt, das von allen UNO-Mitgliedstaaten ausreichende entsprechende Verfassungsgarantien forderte. Auch SU-Vertreter nahmen teil. (Glaube und Heimat 17.2.1985)
Damit ist die bekannte WTG-Prophetie über die UNO-Religionsfeindschaft als haltlos entlarvt.

KÜNFTIG AUCH FÜR DIE WTG
IN DEN USA KEINE STEUERVERGÜNSTIGUNG MEHR?
Im USA-Senat haben Demokraten und Republikaner einstimmig beschlossen, daß für Teufelsanbeter, Hexenvertreiber und andere gewerbsmäßige Okkultisten keine Steuervergünstigung" mehr gewährt wird.
Es ergibt sich die Frage, ob auch die WTG an die Reihe kommt. Sie lehrt zwar keine Teufelsanbetung, aber an den Teufel zu glauben. Was ist da vor dem Gesetz der Unterschied? Zugleich werden die „gedruckten Predigten" der WTG auch verkauft, sogar so (nach Verkündiger- u. Pioniersätzen z.B.), daß die Verbreiter ihren kleinen Verdienst dabei haben. Was ist das für ein „Umsonst sollt ihr geben?"

Gerichtsprozesse hat es um die WTG in der Steuerfrage in den USA schon gegeben. Was dem einen recht ist, ist dem anderen billig, beim Geld hört die Freundschaft auf. Jedes Formular berechnet die WTG ihren ZJ-Versammlungen.

glossiert
Die Urlaubszeit rückt heran. Das trifft zwar mehr für die „Weltmenschen" zu; denn wir Zeugen Jehovas sehen das anders und eine Schwester drückte auf einem Kreiskongreß in der BRD das so aus: „Von deiner Freizeit gehört 1 % dir und 99 % Jehova."

Ich finde es vollkommen in Ordnung, daß dieser Satz nun auch zur Regel erhoben wird.
Es gibt natürlich wieder Besserwisser, die anstatt 99 % deiner Freizeit gehört Jehova sagen:
„99 % deiner Freizeit gehört der WTG."
Diese Besserwisser mit den Satanszungen gehen in ihrer Unverschämtheit so weit, daß sie sogar behaupten, die WTG würde die Zeugen Jehovas ausnutzen z. B. beim Literaturverkauf, der die WTG reich und reicher machen würde. Diese Lügner!

Es ist der bekannte Neid, weil die „WATCH TOWER BIBLE AND TRACT SOCIETY OF NEW YORK, INC., BROOKLYN, NEW YORK, USA", (WTG) die billigsten Arbeitskräfte der ganzen Welt besitzt und außerdem ist es für uns Zeugen ein Bedürfnis, für diese amerikanische Aktiengesellschaft zu schuften..

Im Kreis Geithain gab es zu der eindeutigen Angelegenheit 99 % :zu 1 % doch Fragen:
„Was veranlaßt die WTG, derartige unerfüllbare Forderungen aufzustellen? Will die WTG in unserem Unterbewußtsein eine Geisteshaltung erzeugen, daß wir ihr ständig etwas schuldig sind?"
Liebe Brüder und Schwestern, diese Fragen eines Studienleiters im Kreis Geithain sollten uns nicht verwundern; denn dort geben sich die Ältesten mit nur 2 Stunden Felddienst in der Woche zufrieden.
Wir alle sollten uns über unsere Zeit mehr, viel mehr Gedanken machen.
-Eugen Aufreiber

.AUS DER WELT DER ZEUGEN
FERIENPIONIERARBEIT - AM FKK-STRAND?
Mit steigender Sonne steigt auch die Lust zum eifrigen Missionieren. Es darf auch nicht die geringste Gelegenheit außer acht gelassen werden.
Beispielhaft ist Bruder Andreas Scholz aus Gera. In seinem Urlaub 1985 setzte er Maßstäbe. Die Familie Scholz und eine Schwester, die an den Zeugen Jehovas interessiert ist, weilten gemeinsam am Ostseestrand. Der eifrige Dienstamtsgehilfe Andreas Scholz hatte sich als Ort seines Missionierens den FKK-Strand ausgesucht und die mitreisende Schwester dazu herzlich eingeladen.
Das Ansinnen lehnte die Schwester entrüstet ab.

Es geht hier um keinen Einzelfall. Aus Berlin, Dresden, Karl-Marx-Stadt und Gera häufen sich ähnliche Mitteilungen, daß vor allem junge ZJ an der Freikörperkultur Freude finden. So ist es folglich, daß sich bereits die Ältestenschaft mit dieser Problematik ernsthaft auseinandersetzt. Die Anweisungen der WTG sind eindeutig.
Im Zusammenhang mit FKK müßte im konkreten Fall mindestens der Entzug des Dienstamtes folgen.

SIE REDEN ANDERS ALS SIE HANDELN
Im Kreis Forst, Bezirk Cottbus, lernte ich Siegfried Schmidt, seine Mutter, Schwiegermutter und Verwandte Elvira und Arnold kennen. Sie sind Zeugen Jehovas. Siegfried Schmidt ist als Ältester eingesetzt..
Viele Gespräche führten wir und immer wieder war ich beeindruckt, wie alle meine neuen Bekannten mit- der Bibel umgehen konnten. Siegfried Schmidt zitierte ganze Textstellen. Es reihte sich all das Gesagte logisch aneinander. Vieles, was ich als Christ, ich bin evangelisch, gelernt hatte, sah ich irgendwie in einem neuen Zusammenhang. Ich begann mich mehr für das Bibelstudium zu interessieren.

So lernte ich die Familie Schmidt näher kennen. Das war gut. Mehr und mehr merkte ich, daß die Zwischentöne im privaten Umgang der Familie von Mißtönen begleitet waren. Manchmal lag Spannung, nervöse Gereiztheit in der Luft. Später stellte ich sogar Disharmonien fest. Meine Besuche stellte ich langsam ein und völlig, als ich bemerkte, daß Siegfried Schmidt heimlich dem Alkohol zusprach.
Eine nachhaltige Lehre von den Zeugen Jehovas blieb mir:
„SIE REDEN ANDERS ALS SIE HANDELN".
-Helga Sammer

EINBRUCH IN EINEN KÖNIGREICHSSAAL!
Aus dem 1984 in der Grevener Straße neu erbauten „Königreichssaal" der Versammlung Münster, in der BRD, wurde die gesamte Phono-Anlage durch Einbrecher demontiert und entwendet.
Wie konnte das ausgerechnet der WTG, dem „TREUEN UND VERSTÄNDIGEN SKLAVEN", geschehen?

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner, DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6 Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

A 302/86 V 7 1 1093 N 2

Christliche Verantwortung 1986 Teil II

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