Kommentare zu den eingscannten CV-Ausgaben
CV 195
In dieser Ausgabe liest man auch den Satz:
„Die christlichen Demokraten in der (DDR) CDU verstanden sich schon lange als Christen für den Sozialismus."
Das wäre es dann ja wohl, was der DDR-Staat mit seiner Kirchenpolitik generell erreichen wollte. Akklamateure, Beifallsklatscher zu züchten. Pech nur für ihn, dass die tatsächlichen Rahmenbedingungen in diesem Staat, es auch so manchen außerhalb der Zeugen Jehovas, mehr als schwer machten, dieser Zielstellung auch nur im entferntesten, näher zu treten.
Indem die CV nun auch diese DDR-Zielstellung für ihren speziellen Sektor mit übernimmt, hat sie prinzipiell überzogen. Das aber zu begreifen, war den DDR-Apparatschicks schon wieder nicht möglich.

CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 195 OKTOBER 1985

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT Nr. 9 u. 10/85
EIN CHRIST SCHREIBT AN DIE ZJ
Ein Brief aus Halle
RAYMOND VICTOR FRANZ
Größe und Grenze - sein Bekenntnis
ZUM GEGENWÄRTIGEN „AUFSTAND DES GEWISSENS" GEGEN DIE WTG
JUGENDLICHE VOR WTG-IRRWEG BEWAHRT
Ein Brief aus Zittau

EINE NEUE IRDISCHE ORIENTIERUNG MUSS ERFOLGEN!
Forum für die Neuorientierung
Liebe Brüder und Schwestern!
Laßt uns den Tatsachen ins Auge schauen. Die WTG orientiert auf die „nächste Generation" (Kongr. 1984). Damit sind 1914-Generation und 1914-Endzeit abgeschrieben und erledigt. Als eine bloße Legende für andere Zwecke erwiesen. Die internationale Demonstration für Gewissensfreiheit 1984 vor dem WTG-Hauptbüro in New York (CV 184 u. a.) ist eines der Signale, die es noch nie gegeben hat. Verfolgt die weiteren Berichte in CV, um zu den Bestinformierten über die WTG zu gehören.

Die Zeit ist also wahrlich endgültig für jeden herbeigekommen, sich für ein Leben neu zu orientieren. Die WTG verschiebt ihre Neue-Welt-Gesellschaft ins nächste Jahrtausend, womit alles ein weiteres Mal als Enttäuschung, Täuschung, leeres Versprechen, Trugbild, Fata Morgana und Illusion dasteht - als falsche Prophetie. Wer kann damit noch glaubhaft unter die Menschen gehen? Der reale hintergründige Sinn und Zweck war und ist allein, aufrichtig besorgte Christen letztlich davon abzuhalten, überall an die Seite derer zu treten, die allenthalben „die Zustände verbessern" wollen. (JZ im 20. Jahrh. 1978) Hin und wieder wird dieser politische Zweck unvermeidlich deutlich (Vgl. revidierte Ausgabe JZ im 20. Jahrh. 1979.)

CV hatte recht!
Was wir in CV schon jahrelang sagten, ist eingetreten: Es gibt keine WT-Endzeit! Die WTG muß weiter verschieben, wie sie das seit 1799 tut (Die Harfe Gottes). Nun aber ist es der endgültige Bankrott seit 1914. Mit 80 Jahren setzt Psalm 90:10 die endgültige Altersgrenze. Natürlich fügt die WTG auch da schon wieder hinzu, womit sie sich nur um so mehr als Lügner nach der Schrift entlarvt. (1, Kor. 4:6; Sprüche 30:5). So muß eine irdische Neuorientierung vorgenommen werden. Umdenken ist unumgänglich. Letztlich durch die Tatsachen wird jeder dazu gezwungen werden. Je eher, um so besser für die Mitmenschen und die eigene-Familie. Die haltlose WT-Endzeit können wir absolut vergessen.

Eine der Hauptfragen
Die nötige christliche Neuorientierung kann natürlich nur schrittweise erfolgen. Eine Hauptfrage, die sich aus dem WT-Endzeit-Bankrott ergibt, ist: Wie weiter hinsichtlich der „die Menschen betreffenden Ordnung" (1. Petr. 2:13) in unserem Lande? Auch ein Christ kann nicht ohne Sozialordnung leben. Hier ist dies nun der Sozialismus. Wo hat die WTG den einzelnen da im Sozialismus hingestellt?

Man sei ehrlich und lasse alle sog. theokratische Kriegslist der WTG beiseite, die eines Christen unwürdig ist. (2. Kor. 4:2) Die bekannte bibelmißbräuchliche Verteufelung von Sozialismus und Kommunismus (antikommunistische-„Nördkönig„-Hetze der WTG u.a.m.) zu einem „Zentrum des Bösen", verurteilt jeden WTG-Hörigen zu einem Gegner und Feind des Sozialismus und Kommunismus, Konkret . wird das in jedem Fall deutlich. Worauf es nach 1. Petr. 2,13 also hier ankommt, ist, diese vom WT gepredigte Feindschaft zu überwinden. Allen voran muß dies im Sinne derer geschehen, die da nach Jakobus 3:1 "Lehrer" sein wollen.

Andere Christen zum Beispiel
Ein Blick auf. die Kirchen in unserem Lande. Schließlich stehen alle christlichen Gemeinschaften vor der Aufgabe der Standortfindung im Sozialismus. Zwar unterschiedlich wegen der Erkenntnisverschiedenheit (Konfession), doch einheitlich in den Grundfragen gemäß der sozialistischen Landesverfassung. So wurde vor kurzem in einem Beitrag über "Möglichkeiten und Chancen" von Prof. Dr. H. H. Jenssen die kirchliche Positionsbestimmung "Kirche im Sozialismus" diskutiert (Neue Zeit 25.5.85). Auf die Bemerkung "es sei der evangelischen Kirche in der DDR bisher leichter gefallen zu sagen, was man nicht sein und was man nicht tun wolle, als ohne Umschweife zu einer praktischen Konkretion der Formel 'Kirche im Sozialismus' zu kommen" (Prof. Dr. Hans Lutter), antwortete Bischof Dr. Schönherr u. a., "Christen für den Sozialismus, ja, das ist möglich." Es wurde weiter auf eine bischöfliche Erklärung verwiesen, "ein evangelischer Christ kann sehr wohl den Sozialismus nach seiner politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Seite bejahen, ausgenommen den Atheismus der marxistisch - leninistischen Weltanschauung". Die christlichen Demokraten in der CDU verstanden sich schon lange als Christen für den Sozialismus. Zum Schluß verwies Prof. Dr. Jenssen auf die bevorstehende Jahrtausendwende, um die Dringlichkeit der anstehenden Fragen zu betonen.

Und die WT-Zeugen?
Nach der WT-1914-Endzeitlegende dürfte es das Jahr 2000 für die anderen Christen überhaupt nicht mehr geben. Nun verschiebt die WTG wie gesagt selbst ins nächste Jahrtausend! Wie gut, daß das von den anderen alles nicht ernst genommen wurde. Das jedoch nebenbei. Was wir angesichts des WT-Endzeitbankrotts betonen möchten, ist, daß eine Bejahung des Sozialismus nach seiner politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen - d.h. irdischen Seite für einen Christen möglich ist. Ist er doch schließlich auch ein soziales Wesen als Mensch. Er kann Christ für den Sozialismus sein. Der Atheismus, den auch die WTG vors Loch schiebt, ist eigentlich kein Hinderungsgrund.

Hierüber sollte man nachdenken. Natürlich kommen da alle WT-beigebrachten Einwände gegen soziale und politische Mitverantwortung als Christ überhaupt in den Sinn. Aber mit dem Bankrott der WTG-1914-Endzeit ist das ebenfalls wie ein Kartenhaus zusammengebrochen. Man muß sich das nur bewußt machen. Auch die Einwände gegen andere Christen sind grundsätzlich haltlos, da man Christus durchaus auch anders nachfolgen kann (Markus 9:38-41) und Erkenntnisfragen zweitrangig , sind (1. Kor. 13:9-13), woraus sich für alle Betroffenen notwendigerweise ein ökumenisches Denken ergibt.

Übermittelt beliebig Fragen, Bemerkungen, Erwiderungen und Einwände zu allem, was hier aufgeworfen wird. Nützlich ist auch nachzulesen, was bisher in CV über diese Frage der Neuorientierung nach dem WTG-1914-Endzeitbankrott gesagt wurde unter anderem in CV 100, 102, 107, 108, 109, 110, 116, 118, 123, 124, 141,- 142, 151 und 163, 166, 177, 178, 182, 183, 185.
Eure Brüder und Schwestern

ZUM GEGENWÄRTIGEN "AUFSTAND DES GEWISSENS"
GEGEN DIE WACHTTURM-GESELLSCHAFT
DIE ZEIT IST HERBEIGEKOMMEN!
SYSTEMATISCH kommen überall Aufrichtige zum Nachdenken, zur Besinnung, seit der jüngsten WT-Harmagedon-Falschprophetie von 1975. Der bisherige Höhepunkt ist ohne jeden Zweifel der Aufstand von Raymond Franz in der leitenden Körperschaft der WTG. Ein Buch nach dem anderen erscheint.

Eine Flut von Traktaten fast wie zur Zeit der Reformation. Presse, Radio und Fernsehen werden eingeschaltet. Ein Hauptgesichtspunkt ist, daß die WTG mit 1984 in die Todeszone ihrer 1914-Endzeit gekommen ist, Psalm 90:10, eine Erkenntnis, die sich weltweit Bahn bricht!
ES ist unmöglich, auf einmal all die Publikationen zu zitieren, die sich damit befassen.
FOLGENDE Schlagzeilen in der amerikanischen und kanadischen Presse vermitteln einen ersten Eindruck:

-"Zeugen Jehovas Zeugen haben Harmagedon fünfmal vorausgesagt"
-"Die dunklen Seiten der Sekte, Gläubige ausgestoßen"
-"Zeugen, die gemieden wurden, schlagen zurück"
- "Der Schmerz des Ausschlusses noch nach fünf Jahren"
-"Jehovas Zeugen werfen Tausende hinaus"
-"Der Auszug schließt Neulinge wie lebenslange Mitglieder ein"
-"Mehr als 1 Million haben die Gruppe in den letzten zehn Jahren verlassen"
-"Spaltung erhebt sich unter Zeugen Jehovas"
-"Jehovas protestieren in den USA'
-"Früherer Spitzenzeuge sagt, Glaube beruht auf Mythen"
-"Aufseher der Zeugen zur Debatte herausgefordert'
-"Anordnung, Zeugenführer zahlen 3 000 Dollar für Verleumdung"
-"Nach dem Ende, das es nicht gab"
-"Geheime Akten offenbaren Bigotterie und Unterdrückung"
-"Revolte gegen die Zeugen"
-"Die Dissidenten wachsen unter den Zeugen Jehovas"
-"Wachtturm kann nicht beweisen, daß Heidenzeiten 1914 endeten"
-"Nichtankunft von Harmagedon hinterließ Probleme unter den Zeugen"
-"Der Zorn der Zeugen"
-"Jehovas Zeugen verweigern ihren Mitgliedern Redefreiheit"
-"Zeugen Jehovas ignorieren Kritik"
-"Es ist nicht christliche"
-"Wir wurden zum Schweigen gebracht, sagen Zeugen, die resignierten"
-"Rebellierende Zeugen Jehovas. treffen sich'
-"Spaltung unter den Zeugen nun außer Kontrolle"
-"Professor Penton, Speerspitze einer Zeugen-Jehovas-Revolte"
-"Ex-Zeugen Jehovas klagen ihre Kirche der Unterdrückung an"
-„Ausgeschlossene Zeugen über schlimme Erfahrungen"
-„Ausgeschlossen - Nach 43 Jahren, Augusta Rawe muß wählen:
Ihr Sohn oder ihre Gemeinschaft"
-„Zwei neue Bücher beseitigen einen Teil des Geheimnisses um die Zeugen-Bewegung"
-„Säuberung bringt Aufruhr, Dissident unter den Zeugen-Führern"
-„Bibelstudium führt zum Austritt eines Spitzen-ZJ'
-„Die ZJ und das Recht, Fragen zu stellen"
-„Jehovas Zeugen wegen Blutfrage Killerkult Nummer Eins"
-„Kontroversen plagen die Gesellschaft, Dissidenten klagen Führerschaft an'
- „Es ist nicht alles in Ordnung mit den Zeugen Jehovas'
Aus: Seattle Post, The Arizona Republic, The Wenatchee World, Alberta Report u. a.
amerikanischen und kanadischen Zeitungen.

BESTINFORMIERT DURCH CV!
„Die nächsten Jahre werden dramatische Auswirkungen auf die WTG haben", sagen die führenden freien ehemaligen ZJ in den USA. 1984 sind 70 Jahre seit 1914, und 1994 sind 80 Jahre seit 1914.
Damit ist die „deadline", die '„Todeslinie" oder Todeszone des 1914-WT-Endzeitpredigens erreicht. Alles geht in einen grundlegenden Umsturz.
Lest CV, um auf dem laufenden zu sein!

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WACHTTÜRME NR. 9 UND 10/1985
NEBENARTIKEL
„Wird sich das Gericht Gottes verspäten?"
„Warum Gott sein Urteil noch nicht vollstreckt hat"
GOTTES ENTSCHEIDUNGEN BLEIBEN UNBEEINFLUSST
„Wird sich das Gericht Gottes verspäten?" Wir geben die Antwort: Nein!
Aber Gott wird sich auch nicht darum kümmern, welche Vorstellungen die WTG über Zeitpunkt und Verlauf des Gerichtes hat. Er läßt sich glücklicherweise von Menschen keine Vorschriften machen.

Die Brooklyner Zeitenrechner aber blieben hart: „Die biblische Chronologie und die Erfüllung biblischer Prophezeiungen liefern genügend Beweise dafür, daß dieser Zeitabschnitt im Jahre 1914 begann." (S.4) Falsch! Mit keiner Silbe und keiner Zahl weist die biblische Chronologie auf 1914 hin. Und nur die WTG war und ist es, die ihren Anhängern eine angebliche Erfüllung biblischer Prophezeiungen im Jahre 1914 suggeriert. Was mußte nicht schon alles herhalten, um zu beweisen, daß an 1914 doch was „dran" ist: Napoleon und seine Schlachten, die Dampfmaschine, das schnelle Reisen mit modernen Verkehrsmitteln, die Hektik in der Welt, Seuchen, Erdbeben und, und, und…
Zu jedem Topf fand man auch den Deckel! Nur waren die Töpfe für das Gericht falsch bemessen.

WIE ZAHLENMANIPULATIONEN ZUSTANDE KOMMEN
Und wieder ein „Beweis" für die Richtigkeit des 1914-Termines:
„Zum Beispiel lebten 1980 in der Bundesrepublik Deutschland noch 1 597 700 Personen, die im Jahre 1900 oder früher geboren wurden." (S. 4)
Donnerwetter, nun ist Schwester Emma aber beeindruckt! Sie weiß sicher nicht, daß 1980 in der BRD 59 667 000 Menschen lebten. Dagegen nehmen sich die 1,6 Millionen Greise recht kümmerlich aus. Abgesehen davon, warum werden Zahlen aus dem Jahre 1980 veröffentlicht?
Vor uns liegt ein WT, Jahrgang 1985. Wenn man schon mit Statistiken operiert, warum dann nicht aus den Jahren 1985 oder zumindest 1984? Oder sehen diese Zahlen zu ungünstig aus?!

Der Schwindel wird noch weiter getrieben:
„Diese Zahl wäre zweifellos noch größer, hätten nicht Millionen Bürger dieses Landes in den beiden Weltkriegen einen frühen Tod gefunden.'
Starben nur Menschen dieses Landes in den zwei Weltkriegen. Hinzu kommen bekanntlich Millionen Tote, die Bürger der Sowjetunion, Polen, CSSR, Frankreich, England usw. waren. Hat sich nun vielleicht Gott verrechnet, indem er die 2 Weltkriege nicht-berücksichtigte?
Dann ist er also noch schuld, wenn die 1914-Generation ausstirbt und Harmagedon noch nicht stattfand.
Ergibt sich hier nicht eine ganz neue Perspektive für die WTG?

WACHTTURM NR. 10/85
NEBENARTIKEL
„Wahre Freunde
Warum so schwer zu finden?'
„Wahre Freunde
wie man sie findet"
STUDIENARTIKEL
„Die vorzüglichste Freundschaft
im ganzen Universum pflegen'

MAKULATUR KANN TÄUSCHEN.
„Wo kann man jedoch wahre Freunde finden? Am besten, man beginnt mit der Suche in der Ortsversammlung der Zeugen Jehovas. Diese echten Christen haben ein solch gutes Verhältnis zueinander, daß sie sich mit 'Bruder' und 'Schwester' anreden, wie das auch ihre Mitgläubigen im ersten Jahrhundert taten (Philemon 1,2." (S. 7)

ZWEIFELLOS imponiert dies den Interessierten. Wird ihnen doch das Gefühl der Geborgenheit gegeben.
Bald merken sie aber, daß die stereotype Anrede „Bruder" oder „Schwester" in der eigentlichen Bedeutung verflucht und somit sich als wertlos erweist. Allein aufgrund einer Anrede kann man nicht auf das tatsächlich existierende Verhältnis schließen. Von einer oberflächlichen Makulatur kann man sich täuschen lassen.

LEISTUNGSPRINZIP GILT AUCH FÜR ZEUGEN
„Trotz allem behaupten viele, daß sie Freunde haben. Doch wie tief ist das
Freundschaftsverhältnis? In vielen Fällen gilt das Interesse dem, was der andere zu bieten hat, nicht dem, was er ist. Folglich sind derartige Freundschaften meist kurzlebig, denn sobald der 'Freund' nicht mehr nützlich ist, wird er einfach fallengelassen." (S. 4)

Und bei den Zeugen Jehovas ist es anders?
ZUGEGEBEN, das Geld spielt in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen keine maßgebliche Rolle. (Obgleich zuweilen auch das Gegenteil berichtet wird.)
Trotzdem beobachtet jeder Zeuge seinen „Bruder" sehr genau mit dem Ziel, herauszubekommen, was er zu bieten hat: an Predigtdienststunden, an Heimbibelstudien, an Interessierten, an Dienstamt.

Herrscht doch, ob gewollt oder ungewollt, das Leistungsprinzip:
Tust du viel, bist du wer.
Mit einer Ausnahme: die Interessierten. Diese werden „auf Engelsflügeln" getragen, werden gehätschelt und getätschelt.
Mit ihnen als Kaderreserve darf man es .sich nicht verderben, bessern sie doch die Statistik des Zeugen ('Durch mich kamen x Zeugen zur Wahrheit!") und die. der ZJ- Organisation auf.

Ist der Interessierte erst einmal getauft, läßt das Interesse für ihn spürbar nach. Es sei denn, er hat einen prominenten „weltlichen" Beruf. Ist er gar Arzt, Lehrer oder dergl., wird er als Anschauungs und Bewunderungsmaterial unter den Zeugen hin- und hergereicht.

IN DER NOT ERKENNT MAN SEINE FREUNDE
„Ein wahrer Freund bereichert dein Glück und hilft dir in der Not, mit deinen Sorgen fertig zu werden." (S. 3)
Das möchte wohl sein!
ALLERDINGS macht die WTG Einschränkungen, was die Begriffe „Not" und „Sorgen" betrifft. Wenn ihre Anhänger nämlich in Gewissensnöte bezüglich der Echtheit ihres Glaubens kommen und die Sorgen sie nun drohen zu erdrücken, lassen in der Konsequenz ihre ZJ-Freunde sie wie eine heiße Kartoffel fallen.
ZJ-Liebe, Made in WTG!
-G.R-

RAY FRANZ, EHEMALS LEITENDE KÖRPERSCHAFT DER WTG
Größe und Grenze - sein Bekenntnis
WARUM ER GEGEN DIE WTG AUFSTAND
„Wenn Personen in großer Gefahr sind durch eine Quelle, der sie nicht mißtrauen oder falsch geführt werden von jenen, die sie als ihre Freunde betrachten, ist es Unfreundlichkeit, sie zu warnen? Sie mögen vorziehen, der Warnung nicht zu glauben. Sie mögen sie sogar übelnehmen. Aber befreit das jemanden von der moralischen Verantwortung, jene Warnung zu geben?"
(WT 15.1.1974)

DAS Leben ist ungewiß, und wenn ein Mensch stirbt, stirbt sein Wissen mit ihm über ihn - wenn er es nicht weitergibt, während er noch lebt.
WAS ich geschrieben habe, ist aus einem Pflichtgefühl gegenüber Menschen, die ich aufrichtig liebe. Mit gutem Gewissen kann ich sagen, daß mein Ziel ist, zu helfen, und nicht zu verletzen. Wenn einiges schmerzhaft zu lesen ist, so war es auch schmerzhaft zu schreiben. Die Suche nach Wahrheit braucht niemals für den Glauben destruktiv zu sein. Jede Anstrengung, die Wahrheit zu kennen und hochzuhalten, stärkt statt dessen die Grundlage für wahren Glauben.

Die Geschichte der betroffenen Personen hat wenig von dem hohen Drama, das sich im Ketzergericht eines John Wicliffe findet, der Intrige der internationalen Jagd auf einen geschickt ausweichenden William Tyndale, oder dem Schrecken der Verbrennung eines Michael Servetus am Pfahl. Aber ihr Kampf und ihre Leiden sind auf ihre eigene Weise nicht weniger hart. Sie nahmen wohl den gleichen Standpunkt ein wie Luther, als er zu den siebzig Männern, die über ihn urteilten, sagte:

„Es sei denn, ich werde überzeugt durch die Zeugnisse der Heiligen Schrift oder durch klare Vernunft (denn ich glaube weder Papst noch Konzilien allein, seit es offenkundig ist, daß sie oft geirrt und sich widersprochen haben), ich bin an die Heilige Schrift gebunden, die ich zitiert habe, und mein Gewissen ist gefangen gehalten vom Worte Gottes, und da es weder sicher noch recht ist, gegen das Gewissen zu handeln, kann und will ich nichts widerrufen. Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir. Amen."
-CVN-

GOTTES NAME - SEINE BEDEUTUNG UND SEINE AUSSPRACHE (II)
WIE schon erwähnt, beruht der Gebrauch des künstlichen Wortgebildes „JEHOVA", auf dem Irrtum eines päpstlichen Beichtvaters, Diesbezüglich lesen wir:
„Keine alte Übersetzung hat diese Namensform; weder Hieronymus noch die ganze spätere Zeit bis ins 16. Jahrhundert kennt dieselbe. Sie wurde zuerst gebraucht und empfohlen durch den Franziscaner Galatinus, dem Beichtvater Leos X. … Jene Aussprache wurde später auch von Luther übernommen und kam mehr und mehr bei beiden Confessionen in Gebrauch, wenngleich bedeutende Hebraisten, wie L. Cappellus und Burkert, großen Widerstand leisteten …"

IM weiteren geht man auf die Punktation der Masoreten ein, wie bereits dargelegt („Wetzer & Weste's Kirchenlexikon", Herder 1889, Spalte 1274.)
WAS aber gänzlich unbekannt scheint, ist die Tatsache, daß die Formel „JEHOVAH" aus dem Heidentum stammt! Diesem Augenmerk widmet sich Arthur Schopenhauer in seinem Werk „Parerga und Paralipomena" (2. Band, Berlin 1891) auf den Seiten 335-410 des Abschnittes „Über Religion". Er führt aus, daß Diaspora-Juden (gemeint sind aber Hellenen bzw. verheidete Israeliten,- Anm. F. P.) diese Formel aus Ormuzd - Indra geformt hätten, um damit Kyros zur schnelleren Unterstützung für die Juden betreff Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem zu beeinflussen. Die Apokryphen (4 Bücher Esra und 2. Makkabäer), unterstützen die Feststellungen.

Und nun wörtlich zitiert:
„Hierin bestätigt sich auch, was anderweitig festgestellt ist, daß nämlich Jehovah eine Umwandlung des Ormuzd …ist.."
(Seite 383) - Ferner.
„Eine schlagende Bestätigung, daß Jehovah Ormuzd sei, liefert 1. Esra 6:4 in der LXX…"
Es folgt Zitat und ein griechischer Originalsatz mit dem Vermerk Schopenhauers, daß Luther diesen Satz weggelassen habe (S. 393). - Schließlich:
„Die ausführliche Darlegung jenes Ursprungs hat übrigens geliefert J. G. Rohde in seinem Buch 'Die heilige Sage des Zendvolks'. Dies alles wirft Licht auf den heiligen Stammbaum des Jehovah" (S.394).
Dies alles wirft Licht auf den heiligen Stammbaum des Jehovah" (S. 394).

JE mehr Quellenmaterial herangezogen wird, um so deutlicher schält sich heraus, daß die von der WTG propagierte Wunschformel beim besten Willen kein Name sein kann und die Benutzung dieser Formel zu Anbetungszwecken schlicht gesagt Ausübung von Götzendienst darstellt. Wer sich Jesus als einzigen Weg zum Vater stehlen und einen fremden Gott aufschwatzen läßt (2. These. 2:8-12), wird als Unbelehrbarer mit seinem 'Verein' in die Katastrophe marschieren. Jesus ist erwiesenermaßen der ehemalige JHWH, und in diesem Namen Jesus ist der alte Name enthalten (2. Mose 23:21) . Hier ein weiterer Beweis für diese biblische Tatsache: In Apg. 1:9-12 wird die Himmelfahrt Christi geschildert. Es wird ausdrücklich betont, daß dies vom Ölberg aus geschah und daß Jesus auf die gleiche Weise zurückkehren wird. In Sacharja 14:3,4 sehen wir den wiedergekehrten Christus als sogenannten Jehova, dessen Füße auf dem Ölberg stehen. Erweitert wird das Bild durch Offb. 1:7, wonach die Stämme des Landes (lsrael), die den Christus unter Pilatus durchbohrt haben, sehen werden, ihn erkennen und wegen ihrer Tat trauern werden. In Sacharja 12:8-10 wird dieses Ereignis wie folgt geschildert:

„An jenem Tage wird Jehova die Bewohner von Jerusalem beschirmen … Und ich werde über das Haus Davids und Ober die Bewohner von Jerusalem den Geist der Gnade und des Flehens ausgießen; und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen gleich der Wehklage über den Eingeborenen und bitter über ihn leidtragen, wie man bitterlich über den Erstgeborenen leidträgt. (Text nach „Elberfelder").

ALSO Jehova wurde von Israel durchbohrt!. Es kann überhaupt kein Zweifel bestehen über die Identität von JAHWE-JESUS. Auch die Formulierungen „Eingeborener" und „Erstgeborener" unterstreichen das mit aller Deutlichkeit. Ein Vergleich mit Joh. 3:16 und Hebräer 1:6 macht den vorliegenden Tatbestand zur unwiderruflichen biblischen Wahrheit. Wir hatten diesbezüglich schon einmal das Werk „Tausend Jahre und ein Tag" zitiert. Trotz der Bemerkung, JHWH sei bis heute ungedeutet, zog man doch die Möglichkeit „Jesus" in Erwägung. Wie dargelegt, ist Jesus die einzige richtige Deutung des JHWH und das war auch früheren Christen längst bekannte Tatsache. Hervorragendes geleistet hat z. B. in früheren Jahren die „Internationale Traktatgesellschaft Hamburg-Basel-Budapest-Den Haag". So lesen wir in dem Buch „Gottes Wort durch Menschenmund" (1919) von Missionsdirektor L. R. Conradi:

„Der auf dem Sinai sich offenbarende Jehova, der die zehn Worte als die Kernpunkte göttlicher Gerechtigkeit mit eigener Stimme verkündigte und zweimal auf steinerne Tafeln grub, war, wie Bettex auf Grund von Joh. 1:18 bezeugt, kein anderer als Christus: 'Die Bibel offenbart Christus als den Jehova des Sinai. Daß er es ist, liegt klar in Joh. 1:3,14'…"

ES folgt eine. ausführliche Beweiskette dieses großen Fachgelehrten.
(Seite 14 und 15)
DIE Aufgabenstellung des WTG-Evangeliums ist klar erkennbar: Beseitigung des Christus und Vernichtung der christlichen Lehre. Einführung einer fremden Lehre und eines fremden Gottes . Auf diese Weise sollen die Gehirne der Menschen für einen beifollzollenden Empfang des Antichristen vorprogrammiert werden.
-Frank Petavius-

CHRISTI WIEDERKUNFT - WORAN ZU ERKENNEN? (II)
17. Kapitel „Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben"
Sichtbar mit großer Kraft und Herrlichkeit
EINES steht fest:
Wer als berufener Christ diese sichtbare Wiederkunft mit großer Kraft und Herrlichkeit Christi auf Erden miterlebt, hat mit Sicherheit das Ziel seiner Berufung verfehlt und dafür einen nichtchristlichen, heidnischen Weg eingeschlagen. Für ihn bleibt nur noch die Erwartung des Gerichts (Offb. 6:15-17).

Oder von anderer Seite betrachtet:
Christen, die ihrem Herrn treu geblieben sind, werden diese Wiederkunft nicht passiv auf der Erde, sondern bereits verherrlicht und aktiv, sich im Gefolge des Herrn befindend, vom Himmel kommend, miterleben (Matth. 24:30; Offb. 19:14).
Für die Heidenvölker dagegen, die niemals im Bund zu Gott standen, weder im alten noch im neuen und demzufolge nach diesem weder be- noch verurteilt werden können, wird im dann folgenden Friedensreich eine Zeit der Heilung und Hinwendung zu Gott und dem Lamm beginnen. (Jes. 2:1-4; Micha 4,:1-3)

Dagegen ist für die Lehre einer angeblichen totalen Vernichtung aller Menschen in der Bibel kein Platz. Solche Gedanken können nur irregeleiteten Hirnen entspringen, die den Gott der Liebe nicht kennen und nicht begreifen wollen, daß Gott seinen einziggezeugten und geborenen Sohn opferte, damit die Menschenwelt eben nicht vernichtet, sondern vielmehr geheilt werden kann.

Jedes Auge wird ihn sehen (Offb. 1:7)
ES gehört wirklich schon zu einem alten Trick, dem geschriebenen Worte Gottes einen anderen oder vergeistigten Sinn unterzulegen. Auf diese Weise kann je nach Bedarf alles und auch nichts „bewiesen" werden. Dieser Praxis bedient sich in auffälliger Deutlichkeit der „treue und verständige Sklave". Bei ihm wird aus dem aktiven Sehen mittels des leiblichen Auges, so wie es uns in Offb. 1:7 geschildert wird, lediglich ein passives Erkennen und Wahrnehmen der angeblichen unsichtbaren Gegenwart Christi seit 1914.

Damit aber noch nicht genug. Um das Maß aller Verdrehung zu vollenden, bezichtigt der „Sklave" selbst die Schrift offensichtlich der Lüge. Er behauptet entgegen der Textaussage, daß nicht diejenigen Jesus sehen werden, die ihn durchbohren - als Israeliten, die Christi Wiederkunft erleben werden - sondern vielmehr solche „bösartigen Personen", welche den heutigen Nachfolgern Christi (gemeint , sind ausschließlich Zeugen Jehovas) Schaden zufügen. Die Quittung dafür. folgt angeblich auf dem Fuße: „Bald wird Christus solche bösartigen Personen hinrichten". Wahrlich, eine erschreckende, um nicht zu sagen perverse Logik des „treuen und verständigen Sklaven". Zuerst ein durch Jehova in Szene gesetztes Massenblutbad, indem in noch nie dagewesenen Umfange die Menschheit zermalmt wird, um anschließend ein herrliches Paradies aufzurichten, auf' dessen blutgetränktem Erdboden sich die übriggebliebenen Zeugen Jehovas, Gott dafür loben und dankend, so richtig wohlfühlen können.

DIE Initiative einer solchen Denkungsart dem einfachen WT-Verkündiger anzutasten, wäre natürlich ungerecht. Sicher sucht die Mehrzahl unter ihnen ehrlichen Herzens Gott. Allerdings haben sie alle aus ihrem Anspruch heraus, allein wahre Christen zu sein, eine große persönliche Verantwortung auch in der Unterscheidung der Geister. Daher verbietet sich von selbst jede blinde Vertrauensseligkeit dem Sklaven gegenüber. Darum ist jeder einzelne Verkündiger aufgefordert, beständig zu wachen und allein um diese Art von Weisheit zu bitten, die von Gott kommt, dem „Wachtturm" allerdings fremd ist.
-MSH-

KLARHEIT GIBT ES NUR DURCH WAHRHEIT (III)
„Wenn ihr in meinem Worte bleibt …„ Joh. 8:31,32
DIE Obrigkeitslehre der WTG ist eines von vielen Beispielen hierfür. Das Kapitel Römer 13 wurde fast ganz ignoriert, indem man Jehova und Christus als diejenigen bezeichnete, die dort gemeint seien.
Das hatte schwerwiegende Folgen für alle, die diese Menschenlehre befolgten, denn sie kamen mit den Obrigkeiten, die in der Bibel gemeint sind, in Konflikt. Und Brüder, die an der biblischen Lehre festgehalten hatten, wurden bis 1960 noch im nachhinein deswegen diffamiert.

DAS waren dieselben Leute, die angeblich seit 1914 und danach unter der Leitung Jesu Christi im göttlichen Licht standen und wirkten, und denen der Sohn Gottes seine ganze Habe anvertraut hat. Matthäus 24:45-47. Es war aber auch nur Anmaßung und Besserwisserei, denn es gab schon vor 1914 und zurück bis Martin Luther, immer gute und richtige Auslegungen über die Obrigkeit, z. B. Die obrigkeitliche Gewalt ist ein von Gott gestiftetes Amt, wo die Personen wechseln, aber das Amt immer bestehen bleibt. Auch von Jesus bestätigt. Johannes 19:11. Um Gutes zu belohnen und Schlechtes zu bestrafen. Auch in unwürdigen Trägern ist immer noch das Amt zu achten, weil es von Gott ist. Wie wichtig dieses Amt ist, lehrt uns die Richterzeit in Israel., wo jeder tat was recht war in den eigenen Augen. Richter 17:6; 21:25. Erst nach 1960 gab man nach mehreren Fehlversuchen diesen groben Irrlehrenfehler kleinlaut zu, mit den Worten:

„Wir wissen nicht, warum Jehova unsere Augen so lange gehalten hat."
Doch kein Wort der Reue und der Schuld darüber, daß so viele Brüder und Schwestern in vielen Ländern nicht nur ihre Freiheit opferten, sondern auch Eheglück und Familie aufs Spiel setzten. Nur, weil man einer Menschenlehre aufgesessen war, die den Weg der Wahrheit des Wortes Gottes verlassen hatte und demzufolge keine Klarheit der Erkenntnis besaß..

KONSEQUENZEN, DIE JEDER EINMAL ZIEHEN MUSS
ICH hoffe und wünsche, daß dieser Beitrag, der nicht weniger als eine 40jährige Erfahrung zur Grundlage hat (,davon 30 Jahre ZJ), dazu beitragen möge, das wirkliche Gesicht der WTG zu erkennen.
Es gab keinen anderen Grund mich auszuschließen, als meine gute Kenntnis und Erkenntnis der Heiligen Schrift. Doch diese Eigenschaft war es, daß ich mit meinem Gewissen nicht mehr schweigen konnte. Auf die Frage, ob ich die WTG als unsere Mutter und den treuen und verständigen Sklaven anerkenne, konnte ich nur mit Nein antworten.

Es war noch vor 1975 und dieses Datum war vor 10 Jahren. Ebenso wird das Jahr 1914 auch bald nur noch im negativen Sinne für die WTG in Erinnerung bleiben. Und daß sich damit bei vielen der Zeugen Jehovas die Erkenntnis durchsetzen möge:
„OHNE BIBLISCHE-WAHRHEIT GIBT ES NUR VERWIRRUNG, ABER KEINE KLARHEIT!"
-E.A.B.-

EIN CHRIST SCHREIBT AN DIE ZEUGEN JEHOVAS
„Jahwe ist mein Hirte. Mir wird nichts mangeln. Auf grasreichen Weiden läßt er mich lagern; An wohlbewässerte Ruheorte geleitet er mich" (Psalm 23:1,2).
DOCH angesichts der erneuten Lehränderung, die uns im WT Nr. 10/84 entgegentritt, frage ich mich, ob Jehova auch wirklich der Hirte der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas ist. Obwohl man sich berufend auf Sprüche 4:18 meint, daß Berichtigungen „von Zeit zu Zeit" notwendig sind, irrte man sich doch etwas zu oft, bei einer Gemeinschaft, die die wahren Zeugen Gottes sein wollen. Auch kann ich statt „solch fortschreitender Offenbarungen 'mit den Zähnen knirschen"' nur mit dem Kopf schütteln, wie mit eurer gläubigen Gemeinde umgesprungen wird.

IST denn heute noch die Gemeinde eine „grasreiche Weide" oder gar ein „wohlbewässerter Ruheort"? Die Ruhe ist durch den schon fast aufgezwungenen Verkündigungsdienst und Zusammenkünften dahin. Hat denn heute ein Zeuge Jehovas noch Zeit, um in Ruhe und Besinnlichkeit z. B. in Form der Meditation, über die Worte in der Bibel nachzudenken? Wohl kaum! Und „Wohlbewässert" ist man allenfalls mit Literatur, die sich zwar auf die Bibel bezieht, doch wegen ihrer-Fülle kaum Zeit läßt, direkt in der Schrift nach der Wahrheit zu forschen.

WÜRDE man sich an die Worte im Johannesevangelium:
„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen (10:7) und „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe." (10:11) halten, würde man einsehen müssen, daß allein der Glaube an Christus und die daraus resultierende Änderung im Leben in die „Hürde" führt. Doch wird ja nicht jedem Zeugen das Abendmahl gewährt und so wird vielen der Weg in die „Hürde" verwehrt.

Christus ist doch für alle Menschen in den Tod gegangen und so hat jeder Mensch ein Recht auf das Abendmahl, der Christus liebt und ihm folgen will.
ZU dem Weg gehört auch „andere zu lieben, wie sich selbst" und nicht aus einer Einkapselung heraus die Vernichtung Andersgläubiger im sogenannten Krieg von Har-Magedon zu predigen. Besser als nur zu verkündigen wäre es doch, noch dazu gemeinsam mit anderen Menschen für die Beseitigung von Geiseln der Menschheit wie Krieg, Hunger und soziale Ungerechtigkeit einzutreten. Untereinander helft ihr euch doch, wenn jemand in Schwierigkeiten ist und man tut dies doch sicher gern.

Von uns Christen wird doch neben der Verkündigung auch Barmherzigkeit und Hilfe verlangt. Hat denn ein Andersgläubiger nicht das Recht auf die Liebe Gottes, dargebracht durch die Glieder seiner Kirche?
ES ist auch interessant, daß kein direktes Datum mehr für den "Abschluß des Systems der Dinge" genannt wird, lediglich "er dauert vielmehr heute, im Jahre 1984, noch an und wird erst sein Ende erreichen, wenn das abschließende Königspredigtwerk vollendet sein wird."

Wann wird es beendet sein? Vielleicht., wenn alle Menschen Zeugen Jehovas sind oder wenn, auch bedingt durch eure Passivität gegenüber den Problemen der Friedenserhaltung, ein Nuklearkrieg alles menschliche Leben auslöscht. Gerade die Gefahr eines neuen Weltkrieges veranlaßt viele Menschen, mehr über die Zukunft nachzudenken. Sie suchen den Kontakt zu anderen, um mit ihnen über ihre Angst zu reden und gemeinsam gegen die Ursache dieser Angst anzukämpfen und neue Hoffnung zu schöpfen. Dabei entfallen viele traditionelle und auch geistige Schranken zu Gunsten eines konstruktiven Dialogs. Beispiele geben hier die gemeinsamen Tätigkeiten der evangelischen und katholischen Konfessionen, aber auch die erfolgten Konsultationen mit der Staatsführung

DOCH die von der leitenden Körperschaft geforderte "Neutralität" wirkt in unserer Zeit geradezu strafbar. Wenn ich nichts sage, muß doch die amerikanische Militärführung glauben, mit dem, was sie tun, bin ich vollkommen einverstanden. So wird sichtbar, daß die "Neutralität" in eine deutliche Zustimmung umschlägt. Doch leider für die falsche Seite.

"Er (Jahwe) erquicket meine Seele. Er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen." (Psalm 23:3)
PRÜFT doch bitte unvoreingenommen, inwieweit ihr euch von den ursprünglichen Lehren entfernt habt. Ein Blick in alte Wachttürme, besser sogar wären die Schriften Russells. Sollten die Offenbarungen Gottes so oft mißverstanden worden sein? Es ist doch auch viel Gutes und auch Wahres in euren Lehren und Leben zu finden, allerdings wird dies überschattet von gewollt besonderem, hier sind besonders die Endzeitlehren genannt. Diese werden aber von einigen wenigen in Brooklyn diktiert, um euch bewußt in einer Isolation zu halten, die allerdings nichts mit der Art des auserwählten Volkes Gottes zu tun hat.

Vielmehr fürchten sie eine Aufdeckung ihrer immer unglaubwürdigeren Lehren durch eure Tätigkeit in der Welt.
Ein Christ trachtet im Geiste nach Gott, doch steht er trotzdem mit beiden Beinen auf der Erde.
MÖGEN wenigstens einige unter euch mal beginnen nachzudenken, vielleicht auch nur einer, so wäre mein Anliegen mit diesem Artikel voll und ganz erfüllt.

"Derhalben beuge ich meine Knie vor dem Vater, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, daß Christus wohne durch den Glauben in eurem Herzen und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet werdet."
(Epheser 3:14-17)
- F.H.-

EIN BRIEF AUS ZITTAU - JUGENDLICHE VOR WTG-IRRWEG BEWAHRT
ES war im August 1984. Ich wurde von einem 15jährigen gläubigen Mädchen angesprochen, das mich bat, ihr zu helfen.
Was war geschehen? Es ist bekannt, daß Schüler ab 14 Jahren in ihren Ferien arbeiten gehen dürfen. Das tat auch dieses Mädchen. Während einer Tätigkeit als Raumpflegerin wurde sie von einem Zeugen Jehovas angesprochen, der ihr "Zeugnis" gab. Zunächst entgegnete das Mädchen dem Zeugen Jehovas, wie er es mit seinem Glauben vereinbaren könne, auf seine Lohnabrechnungskarte zwei gebohnerte Treppenaufgänge zu schreiben, obwohl er nur einen gebohnert hatte. Sie stellte ihm die Frage, ob er nicht wisse, daß ein Christ nicht lügt Wir wollen seine Antwort ohne Kommentar veröffentlichen:

"Der Staat betrügt uns jeden Tag, da kommt es auch nicht darauf an, ob man einen oder zwei gebohnerte Treppenaufgänge aufschreibt."
DAS war aber noch nicht das Ende dieser Geschichte. Das Mädchen sagte dem Mann, daß sie mit den Zeugen Jehovas nichts zu tun haben möchte. Trotzdem wurde sie eine Woche später in ihrer Wohnung besucht und etwa eine Stunde lang "bearbeitet". Um einen Grund zum Wiederkommen zu haben hinterließ man das Buch "MACHE DEINE JUGEND ZU EINEM ERFOLG" und eine kleine Broschüre. Wiederum eine Woche später kam die Frau des besagten Zeugen Jehovas und lud das Mädchen in ihre Wohnung ein.
Das Mädchen kam zu mir und bat mich, ihr zu helfen. Ich versprach ihr, bei dem Besuch der Familie dabei zu sein. Das taten wir dann auch an einem Sonntag.

Dabei geschah folgendes:
Wir läuteten und die Frau öffnete die Tür. Sie begrüßte das Mädchen freundlich und sah mich erst in diesem Augenblick bei ihr stehen. Ihre Gesichtsfarbe veränderte sich schlagartig, als sie mich als erfahrenen ehemaligen Zeugen Jehovas erkannte. Sie bat das Mädchen herein und sagte ganz verstört zu mir:

"Aber du kommst nicht herein, warum, das weißt du!"
Ich entgegnete ihr, ob sie denn nicht den Text aus 1. Petr. 3:15 kenne, wo es heißt, daß man auf Grund seines Glaubens bereit sein sollte, sich vor jedermann zu verantworten. Wenn sie ein gutes Gewissen habe, könne sie sich doch auch vor mir verantworten, denn schließlich sei ich für sie in diesem Moment auch jedermann.

Die Frau beharrte aber darauf, nur dem Mädchen Einlaß in ihre Wohnung zu gewähren. Das Mädchen gab ihr daraufhin ihre Bücher zurück. Mit der Weigerung, das Für und Wider der WTG vor einem Interessierten frei zu erörtern, war die Verdächtigkeit dieser Gesellschaft offensichtlich.

Auf diese Weise wurde auch dieses Mädchen vor einer gräßlichen Verführung und deren Folgen bewahrt. Aber wir fragen euch, Familie K. in Eckartsberg und alle anderen Zeugen: WIE LANGE WOLLT IHR NOCH SO WEITERMACHEN?
-S.S.-

FÜR DIE ZEUGEN JEHOVAS HINTER DIE OHREN ZU SCHREIBEN
KÜRZLICH wurde der Vorsitzende des Bundes der evangelischen Kirchen in der DDR, Bischof Krusche, Magdeburg, u. a. gefragt, was Christen von den Marxisten wohl lernen könnten. Er antwortete hierauf:
„Was wir von den Marxisten lernen können? Daß wir uns den Fragen dieser Welt zu stellen und mitverantwortlich an ihrer Lösung mitzuarbeiten haben, daß es nichts gibt, was nicht in sozialen und politischen Bezügen stände, daß Sünde immer auch einen sozialen Aspekt hat, daß also der Ruf nach einer unpolitischen Verkündigung entweder naiv oder verlogen ist."

NUN behauptet der WT von seiner Verkündigung auf Seite 2 einer jeden Ausgabe, „sie ist unpolitisch". Gemeint ist damit natürlich die gesamte WTG-Verkündigung der Zeugen Jehovas.

Hierzu nur zwei neuere Tatsachen.
DIE WTG-Zeitschrift „Erwachet!" vom 8. 9. 81, Nr. 17 unter der Schlagzeile „Der dritte Weltkrieg - läßt er sich aufhalten?" malt in seinem Titelbild mit einer Atomrakete aus rotem Himmel über einer amerikanischen Großstadt eine „kommunistische Bedrohung" in einem unvermeidlichen dritten Weltkrieg an die Wand. Ist das eine unpolitische Verkündigung?

DIE WTG-Zeitschrift „Der Wachtturm" vom 15.10.1981 Nr. 20 unter der Schlagzeile „Sagt die Bibel die Rivalität zwischen Weltmächten vorher?" zeigt u. a. einen aggressiv und bestialisch zähnefletschenden „Sowjetbär" unter rotem Himmel. Ist das unpolitisch?

NATÜRLICH NICHT und die WTG weiß das auch. Vielleicht begreifen das einige naive WT-Leser noch nicht. Die WTG selbst ist damit jedoch als politisch durch und durch verlogen erwiesen. Jede WT-Ausgabe enthält die verschiedensten politischen Bemerkungen und steht damit schon von vornherein unter einer fundamentalen Lüge. Was bedeutet das aber gewissensmäßig für die Zeugen Jehovas, die doch ehrliche Christen sein wollen?
- D.P.-

RELIGIÖSER WAHNSINN IN ITALIEN UND MEXIKO
Der Tod eines kleinen Mädchens, Selbstmord der Mutter, Selbstmordversuch des Vaters, Angehörige einer „Sekte". Unter der Überschrift „Aus Italien wird erneut ein makabrer Fall religiösen Wahnsinns gemeldet", heißt es in einem ddp-Bericht aus Trient:
(Süddt. Zeitung vom 6.12.78, München)

Was ergibt sich hinsichtlich der ZJ? Werden nicht auch bei ihnen Kinder in noch unreifem Zustand mit Langzeitwirkung gerichtet und losgeschickt, obwohl sie noch lange nicht in der Lage sind, nach den Worten des Apostels Paulus in Apg. 17: 11 eigenverantwortlich zu forschen, „ob sich die Sache so verhält"?

GLAUBENSWAHN
Weil sie nicht zu seinem Glauben übertreten wollten, erschoß ein Prediger der Zeugen Jehovas in Mexiko-Stadt sechs Menschen, bevor er sich selbst tötete.
SONNTAG EXPRESS, Köln 5. Mai 1985

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EINE NACHRICHT FÜR CV AUS POLEN
In Matthäus 10:16 lesen wir:
„Siehe, ich sende euch hin wie Schafe mitten unter die Wölfe; so seid nun klug wie die Schlangen, und arglos wie die Tauben."
Geht es um den zweiten Teil des Rates unseres Herrn - ist es ein bißchen schwer bei den Zeugen Jehovas („arglos" zu sein), aber der erste Teil („klug wie die Schlange sein") wird durch die Zeugen sorgfältig erfüllt (und nicht nur im theokratischen Dienst) …

Ein schönes „Beispiel" gibt uns ein gewisser Bruder Piotr P.. aus Zabkowice Sl. Er ist ein „Bezirks-Diener". Seine ganze Familie (Frau, zwei Töchter und Sohn) wurde lange Zeit als eine sehr „theokratische und vorbildliche Familie" dargestellt. Aber auf einmal ist die Bombe geplatzt! Seine jüngste Tochter Lidia hat sich liederlich aufgeführt!!
Die ganze Sache ist Ende 1983 laut geworden.

Was macht der „kluge" (wie Schlange) Vater? Er transportiert schnell das liebe Töchterchen zu Verwandten, weit weg von Zabkowice und verkündigt „mit beklommenen Herzen" laut und überall, daß seine Tochter ist … verrückt geworden!
Alles ist nun schön erledigt. „Vorbildlicher" Vater und Gottes Diener (als ob nichts passiert wäre) verkündigt strebsam weiter „Jehovas Königreich" und lehrt in anderen Gemeinden „wie man seine Kinder erziehen soll"
Was heißt, die Bibel fleißig studieren und Worte des Herrn richtig begreifen?
„Sollt ihr klug wie die Schlangen sein"?
-Bruder Wolny-

AN CV AUS DEM BEZIRK POTSDAM
„… Mögen die Meinungen hier und da auseinandergehen, aber eins muß unabdingbar klar sein: der Kampf gegen die WTG muß grundsätzlich weitergehen, gleichgültig aus welcher Sicht dies auch geschieht. Dies aus dem einfachen Grund, weil die WTG von ihrer Anlage her ein Menschenfeind und ein Störenfried jeder menschlichen Ordnung schlechthin ist … "

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
A 1108/85 V 7 1 1749 N 2

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