NR. 193 GERA AUGUST 1985
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT Nr. 5 und 6/85
„DEIN NAME WERDE GEHEILIGT"
Welcher Name?
KLARHEIT GIBT ES NU DURCH WAHRHEIT
„Wenn ihr in meinem Worte bleibt …"
DIE LESERFRAGE-ANTWORT
Zeugen schreiben uns
FRAUEN UNTER DER WACHTTURM-GESELLSCHAFT
"WIR LIEBEN UNS SELBST…"
Die WTG und die Nächstenliebe
JEDER Mensch, auch wenn er noch so belastest ist durch
schwere, bedrückende Erlebnisse, trägt in sich die Hoffnung auf
gute Dinge, besitzt den Glauben an das Gute im Menschen. Mögen ihn
manche Erfahrungen auch enttäuscht und verbittert haben, es gibt immer
wieder Schönes, Erfreuliches, Stärkendes, das weiterhilft und
Kraft gibt für den danach folgenden Lebensabschnitt. In solcher Hoffnung
auf das Gute bestärkt nun seit Jahrzehnten, seit über 100 Jahren
die WTG all jene, die sie in ihren Bannkreis zieht. Wer einmal mitgeht,
verliert bald den Überblick, hält nur noch das neu Gelernte,
hält die Moralvorschriften und Bibeldeutungen der WTG für das
Einzige, das Richtige und Zweckmäßigste. Gelegenheit, einmal
zu diesem Denken und Verhalten kritischen Abstand zu gewinnen, wird nicht
gegeben. Also: Friß Vogel, oder stirb! Was aber durch diese anerzogene
Kritiklosigkeit, durch diese angelernte und letztlich einfach hingenommene
blinde Gehorsamkeit stirbt, das ist die Liebe, ist das Verständnis
für den Nächsten. Das im Titel gebrauchte Zitat eines älteren
Studiengruppenleiters muß man sich einmal auf der Zunge zergehen
lassen: „…von der Welt sollen und wollen wir nichts wissen, sie ist nur
abgrundtief schlecht!" - so geht dieses Zitat weiter. Als ich es vor genau
10 Jahren zu hören bekam im Zusammenhang mit dem sich deutlich abzeichnenden
Harmagedon-Mißerfolg-1975, da lief es mir kalt den Rücken hinunter.
Noch nie und nirgends vorher hatte ich so viel Selbstgenügsamkeit,
so viel Stolz und Verachtung in einem Satz klingen hören. Dieser Bruder
nun meinte es aber ernst, er sah diese Meinung nicht kritisch. Und da fragte
ihn eine junge Interessierte; „Aber sagt mal, ihr redet immer so viel von
Liebe! Weltmenschen sind doch auch unsere Nächsten, und ihnen muß
man helfen, wenn sie in Not sind!"
„Die Weltmenschen interessieren uns gar nicht, um die
kümmern wir uns nicht. Sie sind sowieso zum Untergang verdammt, weil
sie den Worten Jehovas keinen Glauben schenken. Wir haben mit uns selbst
genug zu tun!"
ICH will hier zugeben, daß das sicher keine allgemein
verbreitete Ansicht über Nächstenliebe unter Zeugen Jehovas ist.
Aber es ist ein leichtes Ding zu beweisen, daß diese Ansicht nicht
einmalig, sondern oft zu hören ist.
„Der Nächste" - kein Elitebegriff
„ER gab zur Antwort: 'Du sollst Jehova, deinen Gott,
lieben mit deinem ganzen Herzen' …'und deinen Nächsten wie dich selbst'
(Lukas 10:27)
„Die Liebe fügt dem Nächsten nichts Böses
zu; daher ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes." (Römer 13:10)
ZWEIMAL finden wir in der Heiligen Schrift ganz wesentliche
Hinweise über die Nächstenliebe. Es soll keiner sagen, daß
wir hier die genannten Textstellen aus dem Zusammenhang herausgerissen
hätten. Dem ist nicht so! Der Zusammenhang läßt, ihr könnt
das jederzeit überprüfen, nirgends einen Schluß darauf
zu, daß irgendeine besondere Gemeinschaft, irgendwelche besonderen
Brüder oder Schwestern angesprochen werden in diesen beiden Aufforderungen.
Nein, lediglich christlich denkende, in :Jehovas und Christus Sinn auch handelnde Menschen werden hier angesprochen. Woher nehmen also Jehovas Zeugen das Recht, diese Texte nur auf sich zu beziehen, und wieso, wenn sie schon einen solchen Anspruch auf Elite, auf Bevorrechtung, haben, halten sie sich nicht einmal innerhalb ihrer Gemeinschaft daran? Da stimmt doch einiges nicht zusammen. Da werden verzweifelte Briefe geschrieben und Anfragen gestellt, weil besonders ältere Zeugen Jehovas sich in ihren Problemen in der eigenen Gemeinschaft verlassen und einsam vorkommen. Was ist denn dann noch wahr an dem theoretischen Gefasel von Hilfe und Vertrauen, von Unterstützung, Beistand und Nächstenliebe? Wieso maßt sich eine kleine Interessengruppe das Recht an, die Nächstenliebe zu pachten, aber nur sehr fragwürdig und lückenhaft anzuwenden., zugleich aber andere religiöse Gemeinschaften zum Tode zu verurteilen und als „Hure" zu beschimpfen, obwohl gerade diese in sehr vielfältiger und nützlicher Form Nächstenliebe täglich üben. Das alles ist doch eine widersinnige Situation. Aber anscheinend merkt das bei der WTG keiner, bzw. keiner will es merken, denn eine solche fragwürdige Sache zu bemerken hieße ja, die Anschauungen der WTG auch in anderen Bereichen in Zweifel zu ziehen. Das würde eine Lawine auslösen.
BLEIBT also alles beim alten? Nun, wir wollen doch einmal feststellen, daß es die WTG, gerade die WTG war, die immer schon predigte, daß kein Gesetz Jehovas verletzt werden dürfe. In Römer 13:10 wird aber der liebevolle Umgang mit dem Nächsten als ein „Gesetz" eindeutig dargestellt. Demnach verletzt man bei den Zeugen Jehovas häufig ein Gesetz Jehovas. Es sollte jeder einmal prüfen, wie er es mit der Nächstenliebe hält. Mit Erschrecken wird mancher feststellen, daß er ja ein Gesetzesverletzer ist, weil er vielleicht innerhalb der Gemeinschaft Nächstenliebe übte, aber den viel weiteren Kreis der „Nächsten", den Jehova in Römer 13 :10 anspricht, nicht beachtete, ja in Situationen, die Hilfe forderten, vielleicht sogar verachtete. Peinlich, peinlich, ein solches Eingeständnis.
Nächstenliebe beginnt am Frühstückstisch
ES löst immer wieder Verwunderung und Bestürzung
aus, wenn in Familien der Zeugen :Jehovas Kinder und :Jugendliche plötzlich
ausscheren, eigene Wege gehen wollen. „Wir haben uns doch so um die Kinder
gekümmert, haben alles getan, um ihnen :Jehovas Weg zu zeigen und
ihnen das große Vorrecht zu erklären!", heißt es dann
besonders bei den Müttern recht ratlos. Natürlich hat man das,
aber tat man es von klein an auch mit der nötigen Liebe, so daß
das nun einmal zwischen Eltern und Kindern nötige Vertrauensverhältnis
nicht gestört, sondern gestärkt wurde?
NICHT selten ist, zu beobachten, daß mehr mit der Zuchtrute, denn mit Verständnis gearbeitet wird, eine unerfreuliche Art des Arguments, in der Bibel wird es zwar nicht abgelehnt, bei Jehovas Zeugen aber in vielfältiger Form und oft angewendet. Ich konnte mich schon immer des Gefühls nicht erwehren, daß dies nur darum geschieht, weil die Eltern oft den Gegenargumenten und Ausweichmanövern nicht gewachsen sind. So wird mit der Hand begründet, und das ist eben ein Beweis der Schwäche. Ich erinnere mich eines Falles, da ich in einer Familie mit vier Kindern am Frühstückstisch saß und vor dem Essen der Tagestext durchgenommen wurde. Ein vierjähriges Töchterchen sagte: „Vati redet aber heute lange, und ich habe solchen Hunger!" Daraufhin gab ihr die Mutter, die danebensaß, eine Ohrfeige und schimpfte: „Störe nicht das Wort Jehovas, ihm zuliebe kannst du auch mal hungern!"
DAS Gesicht des kleinen Mädchens, bestürzt und
traurig, ist mir noch deutlich in Erinnerung. Ich frage mich, was aus einem
Kind wird, das bereits in der Familie mehr Zucht und Härte, vor allem
ungerechtfertigte Härte zu spüren bekommt, und dann später
Nächstenliebe praktizieren soll? Wird es nicht so sein, daß
dieses Kind nach Jahren der „Zucht" mehr an sich selbst denkt und als Erwachsener
dann zunächst erst lernen muß, an andere zu denken! Ich weiß
von einem Bruder, der mir im 40. Lebensjahr sagte: „Ich habe erst jetzt,
da ich nicht mehr Zeuge bin gelernt, daß Nächstenliebe mit das
Wertvollste im Leben eines Christen ist, vorher kannte ich nur Mißtrauen
und zuviel Ungerechtigkeit!"
-Hermes-
KLARHEIT GIBT ES NUR DURCH WAHRHEIT (I)
„Wenn ihr in meinem Worte bleibt …" Joh. 8:31 32
BEIM Lesen der WT-Literatur fiel mir nicht zum ersten
Mal auf, daß es zwei grundverschiedene Argumentationen in der Darlegung
eines Stoffes oder Themas gibt. Geht es dabei um die Lehren und Ansichten
anderer christlicher Gemeinschaften, da weiß. man plötzlich
sehr genau, was geschrieben steht. Handelt es sich aber um die eigenen,
und dazu noch falschen Lehren, sieht man den Wald vor Bäumen nicht.
Man findet nicht eine einzige Schriftstelle von-vielen, die solche Ansichten
widerlegen. Es wird streng darüber gewacht, daß die Lehren von
Rutherford und anderen nicht widerlegt werden, die Bibel wird dann entsprechend
ausgelegt.
Beispiel. WT 10/84 „Die Schafhürden'"
WENN man dieses Thema liest sich manchmal eher vorstellen
daß hier ein Rätsel gelöst werden soll. Doch ist hier eine
biblische Rede über den guten Hirten, von Jesus selbst gesprochen,
die kaum einer Erklärung bedarf, zu einem Problem gemacht worden.
Joh. Kap. 10. Da wird herumgerätselt und gedeutelt, ob Jesus hier
von mehr als nur einer „Hürde" spricht. Dann wird diese Feststellung
als neueste Erkenntnis proklamiert, als eine Berichtigung früherer
Ansichten im neuen Licht, worüber abtrünnige Gegner, ob solcher
fortschreitenden Offenbarungen, mit den Zähnen knirschen! (Apg. 7:54)
JESUS wird dann mehrmals als ein Unterhirte bezeichnet,
und die Einsammlung der „anderen Schafe" ließ er erst im Frühjahr
1935 u. Z. durch den Überrest beginnen!
Der Glaube ist eine zu ernste Sache.
sonst könnte man über solche Äußerungen,
10 Jahre nach dem falschen Harmagedondatum
1875; und 70 Jahre nach 1914; dem absoluten Datum der WTG, nur laut lachen.
Was muß denn erst alles noch schiefgehen, bis man begreift, daß
vom sogenannten Überrest viel Stroh gedroschen wird, und die Bibel
selbst viel bessere und überzeugendere Argumente und Erklärungen
besitzt; man muß sie aber zitieren, und nicht aus dem Zusammenhang
reißen. Dann kann man feststellen, daß diese beiden Völker,
Juden und Heiden, schon lange eine Herde unter dem einen Hirten Jesus Christus
bilden. Indem Jesus den „Alten Bund" erfüllte, und den „Neuen Bund"
gültig gemacht hat, hat er den Zaun, die Mauer oder die Wand, die
dazwischen lag, beseitigt.. (Eph. 2:11-22; Röm. Kap. 11)
Das kleinere Übel
WAS im WT 10/84
über Joh. Kap. 10 als neueste Erkenntnis im helleren Licht angeboten
wird, ist doch einmal mehr eine Verdummung der Zeugen Jehovas. Das heißt
doch weiter nichts als:
„Seht mal, wie
wir unsere Fehler eingestehen und öffentlich bekanntmachen!
DASS es sich hier
aber nicht um ein Irrtum oder ein Fehler handelt, sondern um eine ganze
Kette von bewußten, falschen Lehren der WTG, die alle nicht dem Geist
und dem Buchstaben des Wortes Gottes und Jesu Christi entsprechen.
1. Die Zeitrechnung
1914 - 1975
2. Die Abendmahlslehre
3. Überrest
und 144 000
4. Andere Schafe
5. Die Taufe
6. Die Auferstehung
sind oft aus dem
Zusammenhang gerissen und wiedergegeben, und den menschlichen Lehren Rutherfords
zwischen 1. und 2. Weltkrieg angepaßt worden. Sie stehen aber alle
im Zusammenhang miteinander, und greift man eines davon heraus, so fallen
alle mit.
Deshalb entschließt
man sich weiterhin für das kleinere Übel, die Mücken heraus
zu seihen und die Kamele zu verschlucken. (Matthäus 23:24)
Weiter in CV Nr.
194.
-E.A.B.-
EDLER GESINNT SEIN
UND PRÜFEN APG. 17:11
Der Wachtturm
WIR PRÜFEN
DIE WACHTTÜRME Nr. 5 UND 6/85
DER WT NR. 5/85
IST SO NICHTSSAGEND, DASS ES SCHADE UM DEN PLATZ IN DER CV IST:
WACHTTURM Nr. 6/85
NEBENARTIKEL
'Sie haben sich
'willig dargeboten"'
VOM WERT DES GESCHENKTEN
GELDES
„Die Glieder des
Volkes Gottes spenden nicht aufgrund anfeuernder Reden professioneller
Werbeagenten, sondern weil ihr Herz sie 'drängt', ja sie 'treibt'."
DAS hört sich
gut an. Ein Außenstehender wird diese Worte mit Wohlwollen lesen.
Oder vielleicht
doch nicht?
Studiert er den
ganzen Artikel aufmerksam, müßten ihm leise Zweifel kommen.
Wird nicht sehr viel - zu viel - von Geld geschrieben? Nicht von irgendwelchem
Geld, nein, von gespendetem Geld; von Geld, das der WTG geschenkt wird.
NACHAHMENSWERTE
BEISPIELE '
HARMLOS fängt
es an mit einem jungen Mädchen, die der WT-Gesellschaft einen Dollar
schickt. (S. 27)
Von einer alten
Schwester erhält die WTG schon 100 Dollar. Schickt sie vielleicht
dieses Geld aus Gewissensbisse, da sie sich nicht mehr in vollem Umfang
am Pionierdienst beteiligen kann, den sie 46 Jahre lang ausgeübt hatte?
(S. 28)
(Vollkommen abwegig
dieser Gedanke?)
WIE BEDÜRFTIG
DIE WTG IST
GELD wird benötigt.
Die Ausbildung und die spätere Tätigkeit eines Missionars würden
der Watchtower Society Tausende von Dollar kosten. (S. 28.29)
Seit der Eröffnung
der Gileadschule seien bereits 6 000 Missionare ausgesandt.
Nun möchte
jeder Leser heimlich nachrechnen, was da für eine Summe rauskommt.
Das errechnete
Ergebnis wird die Vorstellungskraft des einzelnen schon arg strapazieren.
Dazu addieren muß
er die Gelder für die reisenden Aufseher, Sonderpioniere und Bethelmitarbeiter,
die Kosten für Druckmaschinen und Buchbindereiausrüstungen, die
Ausgaben für Bethelheime, Kongreßsäle, Königreichssäle
und für die „versteckten Kosten." (Formulare, Schriftstücke,
Briefe usw.) - Enorme Summen!"-
Die WTG braucht
also möglichst viel Geld geschenktes Geld!
Nicht, daß
sie kleine Spenden verschmäht (Kleinvieh macht auch Mist); aber je
mehr Geld, desto besser!
SO SOLL ES GEMACHT
WERDEN
SO lassen die Brooklyner
Brüder die Möglichkeit auch nicht ungenutzt, ihre Anhänger
über die verschiedenen Formen zu informieren, wie diese der Gesellschaft
ihr Vermögen vermachen können.
Überschrift:
„Wie einige einen
Beitrag zum Königreichswerk leisten"
„Schenkungen:
Einige Personen
senden ihre Gaben und Spenden direkt an das Zweigbüro in dem Land,
in dem sie wohnen. Mit solchen Gaben sollte immer ein kurzer Brief gesandt
werden, in dem erklärt wird, daß das Geld eine freiwillige Spende
ist.
Schenkungen mit
einer besonderen Auflage:
Hierbei stellen
Personen ihr Geld unter dem Vorbehalt zur Verfügung, daß ihnen
ein Teil oder alles zurückgegeben wird, falls sie es zu ihren Lebzeiten
benötigen sollten (zinsloser Kredit).
Einige übertragen
so der Gesellschaft Grundeigentum oder übereignen ihre Wertpapiere,
um Kosten und die mit der Anerkennung der Gültigkeit von Testamenten
verbundene Unsicherheit zu vermeiden.
Andere machen solche
Schenkungen, behalten sich aber gewisse Rechte darauf auf Lebenszeit vor.
Versicherungen:
Manche haben die
Wachtturm-Gesellschaft als den Begünstigten ihrer Lebensversicherung
eingesetzt.
Testamente:
Andere setzen die
Gesellschaft in ihrem Testament als Erben ein, wobei sie dies von ihrem
Notar oder Vermächtnisnehmer beurkunden lassen.
Weitere Informationen
oder Rat in dieser Angelegenheit kann man erhalten, wenn man an das jeweilige
Zweigbüro der Gesellschaft schreibt." (S. 30)
TESTAMENTE, WERTPAPIERE,
GRUNDSTÜCKE, VERSICHERUNGS- AUSZAHLUNGEN, SCHENKUNGEN …
Die Zweigbüros
der ZJ nehmen alles, was Wert hat. Die Hauptsache, ein Notar beglaubigt
die Vermögensübertragung. Die WTG möchte schließlich
nicht noch Ärger mit den paar Mark des Verstorbenen haben …
SELBST IST DER MANN
NEIN, auf die Hilfe
„professioneller Werbeagenten" ist die leitende Körperschaft wahrhaftig
nicht angewiesen. Sie haben es schließlich nicht nötig, um Spenden
zu bitten. Sie fordern das Geld, indem sie die religiöse Überzeugung
ihrer Anhänger ausnutzen. Jehova bewegt „die Herzen der Menschen,
freiwillige Beiträge zu geben". (S. 29)
„Wer daher nichts
gibt" hat auch Gottes Geist nicht",wäre die logische Schlußfolgerung.
In den Versammlungen
werden die Studienleiter und die Ältesten angehalten, darauf zu achten,
daß jeder ZJ sein
„Gute-Hoffnung-Geld"
regelmäßig
und pünktlich entrichtet.
Im anderen Fall
wird er mehr oder weniger bestimmt an sein Versäumnis erinnert.
Was hatte ich noch
geschrieben?
Es ist harmlos,
wenn in diesem WT geschildert wird, daß ein junges Mädchen der
WTG einen Dollar schickt?
Falsch! Ich muß
mich berichtigen:
IN DIESER SCHILDERUNG
LIEGT METHODE!
G.R.
„DEIN NAME WERDE
GEHEILIGT" - WELCHER NAME?
NACHDEM wir in
zwei Beiträgen für den Leser etwas Grund gelegt haben zum Verständnis,
können wir uns jetzt mit der fraglichen WTG-Broschüre über
den göttlichen Namen, der für immer bleiben soll, näher
beschäftigen. Die gewählte Überschrift unseres heutigen
Beitrages ist bereits Kapitel 1 und der Titel verrät schon sehr deutlich,
worauf die WTG unbedingt hinaus will.
Also Jesus setzte im Mustergebet den Namen Gottes an die erste Stelle! Diese Behauptung ist nicht nur eine dreiste Lüge, sondern jeder vernünftig denkende Mensch findet es sehr merkwürdig, daß im gesamten Gebet der Name selbst überhaupt nicht vorkommt und die bewußte erste Stelle nicht mit „Herr Jehova", sondern unmißverständlich mit „Unser Vater" beginnt. Genau darum geht es auch. Welches Kind würde denn jemals den eigenen Vater mit „Herr Meier" anreden? Da Jesus ohne Frage Gottes eigener Sohn ist, redet er ihn selbstverständlich mit „Vater" an, wie das Mustergebet zeigt. Diese einfache Wahrheit vermag keine noch so geschickte WTG-Polemik zu verdunkeln. Die Johannes-Briefe zeigen klar und eindeutig, daß jeder, der den von Gott gesandten Sohn annimmt, selbst ein Sohn wird und wie Jesus „Vater" sagen darf.
Nicht wer „Jehova"
sagt, hat den Vater, sondern: „… wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater,"
Die WTG aber schiebt
den Sohn beiseite und will suchenden Menschen einen fremden Gott aufnötigen.
Nicht umsonst hat Johannes im voraus vor solchen Machenschaften gewarnt
und deshalb ergänzen wir das Zitat: „Wer ist der Lügner, wann
nicht der, der leugnet, daß Jesus der Christus ist?
Das ist der Antichrist
, der den Vater und den Sohn leugnet.
Jeder, der den
Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht …"
1. Johannesbrief
2:22,23 -
ES wurde in den
vorangegangenen Beiträgen schon erwähnt, daß Jesus in seiner
prähistorischen Gestalt stets der für seinen Vater handelnde
JHWH war. Um den Zeugen Jehovas ein wenig zu helfen; führen wir ein
weitere Beispiel an:
Im Kapitel 18 und
19 der Genesis kann man nachlesen, daß JHWH in Begleitung von 2 Engeln
den Abraham besuchte. Die Verheißung über die Geburt des Isaak
wird gegeben und Sarah, die im Zelt lachte, wird von JHWH deswegen getadelt.
Die 2 Engel gehen dann in Richtung Sodom und Abraham verhandelt noch mit
„dem Herrn der ganzen Erde". Dann entfernt sich auch Gott und am Ende lesen
wir:
„Die Sonne war
über dem Land aufgegangen, als Lot in Zoar ankam. - Dann ließ
Jehova Schwefel und Feuer von Jehova aus Himmel auf Sodom und Gomorra regnen",
1. Mose 19:23,24!!
Ähnlich lautet
der Text auch in der konfessionseigenen NW-Bibel.
Also ist klar ersichtlich,
daß es 2 Jehova waren, nämlich Vater (im Himmel) und Sohn (auf
der Erde und vorher zu Gast bei Abraham), was auch ganz natürlich
ist.
DASS der Sohn Gottes
der alttestamentliche sogenannte Jehova war, bezeugt Jesus selbst. Wir
lesen:
„Jesus sprach zu
ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich."
Jawohl, diese Worte
sind zutreffend, denn einen von seinen Besuchen bei Abraham haben wir ja
gerade vorstehend besprochen. Dieser Text Johannes 9:58 gibt uns genügend
Licht, so daß wir auf das Irrlicht der makabren Broschüre verzichten
können.
Die richtige Aussprache
des alten Namens ist zunächst für uns verloren (Jeremia 44: 25,26),
und die vielen möglichen Ersatzformen, wie das Bildmaterial der WTG
ja selbst veranschaulicht, ist niemals ein vollwertiger Ersatz. Aber wir
haben den Namen Jesus, in welchem der alte Name voll verborgen liegt, und
dieser Name Jesus ist es, an den wir uns gemäß Weisung des kompletten
NT zu halten haben.
Siehe z. B. Philipper
2:10,11.
DAS Mittelstück des 1. Kapitels können wir ohne Kommentar übergehen, denn die vielen Namen, die hier vorgestellt werden, haben ohnehin mit dem Gottesnamen nichts zu schaffen, sind nur Ablenkungsmanöver zwecks Einschläferung des kritischen Verstandes, und darüber hinaus enthalten die Darlegungen das psychologische Moment, durch ständige Verwendung des Ausdrucks „Namen" eine Gedankenassoziation zu schaffen, um den WTG-gewünschten „nie vergehenden Namen" unbemerkt in die Gehirne zu hämmern. Von Wichtigkeit dagegen ist die Behauptung, Jesus habe seinen Anhängern den Namen Gottes offenbart (und wie der Zusammenhang zeigt, mit Anspielung auf den alttestamentlichen Namen!), womit die Zementierung des Wunschnamens bereits seinen Anfang nimmt. Daher darf diese Feststellung nicht unwidersprochen hingenommen werden.
ES ist aufschlußreich,
daß die WTG ihren Lesern wieder einmal 2 aus dem Zusammenhang gerissene
Texte serviert, und zwar Vers 6 und 26 aus dem 17. Kapitel des Johannes-
Evangeliums, wo es einmal heißt:
„Ich habe deinen
Namen den Menschen offenbart, die du mir gegeben hast",
und ferner:
„Ich habe ihnen
deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen."
Unstreitig hat
Jesus hier seinen Jüngern einen Namen offenbart, nur w e 1 c h e r
Name das war, ist immer noch ein Rätsel. Die fragwürdige WTG-Exegese
aus dem 17. Kapitel bedarf daher eine dringende Ergänzung: „Vater,
die Stunde ist gekommen, verherrliche deinen Sohn'" (Vers 1).
Jesus sagt nicht
Herr Jehova, sondern Vater, weil er tatsächlich Gottes Sohn ist. Weiter:
„Und nun verherrliche du, Vater. mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit,
die ich bei dir hatte, ehe die Welt war" (Vers 5).
„Vater" auch noch
in Vers 24 und „Gerechter Vater" in Vers 25.
Aber weiter:
„Heiliger Vater!
Bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast" (Vers 11) und nochmals:
„Als ich bei ihnen
war bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir -gegeben hast" (Vers 12).
DAMIT ist das Rätsel
gelöst und die Sache für jedermann sonnenklar: Der göttliche
Vater hat seinem Sohn seinen Namen gegeben, und zwar bei der Geburt durch
den Engel Gabriel, was uns Lukas 1:31 bescheinigt. Der Name ist also Jesus,
weil in dieser Form der alte Gottesname enthalten ist. Das ist auch der
Grund, warum sich im Namen Jesus alles im Himmel und auf der Erde beugen
muß, wie der bereits erwähnte Philippertext bezeugt. Dieser
Text ist im übrigen auch eine klare Erfüllung von Jesaja 45:23
(siehe auch Römer 14:11), wo der Prophet von „Knie beugen dem JHWH'
spricht. Damit dürfte die Identität des JHWH mit dem Namen Jesus
als bewiesen anzusehen sein.
DIESES Geheimnis des Gottesnamens im Namen Jesus ist das, was der Herr seinen Jüngern offenbarte, und nichts anderes. Gerade das Evangelium des Johannes lehrt das eindeutig. Liest man den gesamten Zusammenhang der Kapitel 13 bis 17, die die Abschiedsreden Jesu enthalten, ehe er seinen Gang zum Ölberg antrat, findet man diese Wahrheit bestätigt.
Kapitel 14 bildet
den Höhepunkt:
„Ich bin der Weg
und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich"
(Vers 6).
Weiter:
„Philippus spricht
zu ihm: Herr, zeige uns den Vater und es genügt uns. Jesus spricht
zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt
Philippus? wer mich gesehen, hat den Vater gesehen. Und wie sagst du: Zeige
uns den Vater?" (Verse 8 und 9).
Ferner:
„Und was ihr auch
erbitten werdet in meinem Namen. das werde ich tun, auf daß der Vater
in dem Sohn verherrlicht werde. Wenn ihr etwas von mir erbitten werdet
in meinem Namen. so werde ich es tun" (Verse 13 und 14).
Schließlich:
„… der Helfer aber,
der heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wir euch
alles lehren und euch erinnern an alles, was Ich euch gesagt habe"
(Vers 26).
DER Inhalt ist derart leicht verständlich, daß man ihn mit unvoreingenommenen Herzen sogar in der NW erfassen kann, obwohl die WTG, viel Mühe aufgewendet hat, durch inkorrekte Übersetzung die Sachlage zu verdunkeln. Das Fazit: wir brauchen den WTG-Gott Jehova nicht, denn wir haben als Kinder Gottes einen Vater!! Und Jesus ist der Weg zu IHM und zum Leben. Wir bitten Jesus in seinem eigenen Namen und ER wird alles für uns tun und auch beim Vater für uns bitten. Sodann haben wir den Helfer, der uns lehrt und leitet. Das macht eine zusätzliche Belehrung durch eine WTG-Organisation überflüssig mitsamt ihrem dialektischem Bücherkram.
ES ist eine Unverfrorenheit
sondergleichen, wenn kurz vor Schluß des 1. Kapitels die Behauptung
aufgestellt wird:
„Der Name Gottes
war für Jesus von entscheidender Bedeutung, denn er sprach in seinen
Gebeten wiederholt davon." Hiermit wird die Leitzentrale der Zeugen Jehovas
aufgefordert, und auch die Zeugen selbst, den Beweis hierfür aus dem
NT anzutreten. Jesus hat niemals den Namen Jehova ausgesprochen, was ja
auch widersinnig wäre, da er selbst der Namensträger JHWH ist.
In seinen Gebeten verwendete er den Ausdruck „Name", und wie das zu verstehen
ist, wurde in diesem Beitrag ja gründlich bereinigt.
DIE Verneinung der
Gottessohnschaft Jesu, die bewußte Zurückstoßung seines
Namens und seiner Person als einziger Weg zum Vater, zeigt bereits im 1.
Kapitel an, daß es sich bei der Broschüre mit dem Angebot eines
Separatweges zu einem gewissen Jehova um satanisches Blendwerk handelt.
Christen schenken. solchen Einflüsterungen kein Gehör; sie bekennen
mit Paulus:
„Frieden von Gott,
unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus"
Und nochmals:
„Gepriesen sei
der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus"!
(Epheser 1:2,3)
-Frank Petavius-
„ERWACHET!" - EINE
BELIEBTE ZEITSCHRIFT
SCHON „Das Goldene
Zeitalter" wurde stets freudig erwartet.
Wenn auch „ERWACHET!"
vielleicht nicht mehr die gleiche Bedeutung für seine Leser hat wie
sein Vorgänger, ist es doch eine willkommene Abwechslung von dem trockenen
WT-Pflichtstoff.
„Weltliche" Schriften
zur Befriedung des Bildungshungers sind ja als „fälschlich sogenannte
Wissenschaft" verdächtig.
ALS am Naturgeschehen
hochinteressierter junger Mensch las auch ich begierig jede erhältliche
Ausgabe des relativ spärlich nach Osten geschmuggelten „ERWACHET!".
Doch die Antwort
auf bedeutende Fragen ist es mir schuldig geblieben:
Wie vereinbaren
sich die paläonthologischen Zeugnisse mit der WT-gemäßen
Auslegung der Schöpfungsgeschichte, und wie die Erkenntnisse der Ökologie
mit den Reklamebildern in den Büchern und Broschüren der WTG?
Inoffizielle Diskussionen
hierüber hat es unter ZJ viele gegeben, besonders in Gefängnissen,
wo viel Zeit vorhanden war.
Vor allem kam dabei
zutage, daß Wissenschaft und WT-Ideologie unvereinbare Gegensätze
sind.
Brooklyn versucht
dies durch Abwertung aller Wissenschaft zu verächtlicher Narrheit
oder durch Mißbrauch passender Zitate von Äußerungen einzelner
Wissenschaftler zu vertuschen.
ZUM Beispiel kann
das Dogma von 7 x 7000 Jahren der Schöpfungswoche nur dadurch gestützt
werden, daß man alles Anderslautende als Unsinn vom Tisch fegt. Echte
Argumente, die für die phantastischen Rechenkunststücke der WT-Gesellschaft
sprechen könnten, gibt es nicht, auch nicht überzeugend aus der
Bibel. Deshalb wird dergleichen auch von keiner anderen christlichen Religion
gelehrt.
ÄHNLICH ist
es mit den farbenfrohen Broschürenbildern von einem Paradies, in welchem
Kinder auf einer blühenden Wiese Löwen streicheln und alle mit
strahlendem Zahnpastalächeln einander Früchte reichen. Dies wird
zwar in ständiger Wiederholung mit Jesaja 11 begründet, doch
verfährt ja niemand so willkürlich mit „symbolischer" oder „buchstäblicher"
Auslegung wie die WTG. Wieso müssen gerade diese Verse nun absolut
buchstäblich zu verstehen sein? Die Tatsache, daß die große
Mehrheit aller Tiere sich von anderen Tieren ernährt, sei es als Jäger
oder Schmarotzer, widerspricht dem. Gäbe es diese Nahrungskette nicht,
käme die natürliche Ökologie in kürzester Zeit zum
Zusammenbruch.
Die WT-Ideologen
antworten: „Das kommt von der Sünde."
Wo steht das? Beim
Sündenfall wurde nur gesagt, die Schlange solle Staub fressen, was
bestimmt nicht buchstäblich aufzufassen ist. Nirgends steht, daß
die Tiere zur Strafe der Sünde Adams einander fressen sollten. Wie
unsinnig wäre das auch!
Tatsächlich
gab es Raubtiere schon lange vor dem Dasein des Menschen, was sogar auf
Illustrationen zur Schöpfungsgeschichte in der WT-Literatur zu sehen
ist. Es bleibt nur noch zu sagen:
„Bei Gott ist alles
möglich".
DA nun „ERWACHET!"
die einzige authente Informationsquelle für Jehovas Zeugen bleibt,
wird es trotz aller Fragwürdigkeit weiter gelesen werden, zumal die
WT-Schriften durch den finanziellen Reichtum der Herausgeber immer mehr
zu bunten Illustrierten werden. Für eine echte Bildung sind sie wohl
zu primitiv.
-E. Kohlheim-
FRAUEN UNTER DER
WACHTTURM-GESELLSCHAFT
Sie kennen keine
Gleichberechtigung
IN der Bibel heißt
es in 1. Petrus 3:7:
„Ihr Ehemänner"
wohnt gleicherweise bei ihnen gemäß Erkenntnis, indem ihr ihnen
als einem schwachen Gefäß, dem weiblichen, Ehre zuerkennt …"
WIE sieht es aber
meist bei Ehen von Zeugen aus? Allzuoft wird es sich (den Männern)
leicht gemacht sich in der Ehe als der Maßgebende, ja oft als der
Pascha aufzufahren. Unternehmen darf die Frau dagegen eigentlich nichts,
denn man hat ja schließlich zur Unterstützung der männlichen
Zeugen Jehovas genug Bibelstellen parat, die die Frauen sofort in die Schranken
verweisen, wie z. B. Titus 2:4,5, wo es unter anderem heißt:
„Bringt die Frauen
zur Besonnenheit, daß sie im Hause arbeiten, gut seien, sich den
eigenen Männern unterwerfen …"
Und 1. Petrus 3:1,2,6,
wo es unter anderem heißt:
„Ebenso ihr Ehefrauen,
seid den eigenen Männern untertan … Sara pflegte Abraham zu gehorchen,
indem sie ihn 'Herr' nannte."
Außerdem
sei Sprüche 19:13 genannt, wo es heißt:
„… die Streitigkeiten
einer Ehefrau sind wie ein undichtes Dach, das einen forttreibt."
DIESES läßt
sich fortsetzen mit einigen Zitaten aus dem Buch „Das Familienleben glücklich
gestalten" wie z. B. auf Seite 65, Abschnitt 22:
„Eine Frau darf
nicht denken ihr Mann liebe sie nicht nur weil er ihr nicht immer ihren
Willen läßt."
Das weiteren in
Abschnitt 24:
„Eine Frau, die
durch Weinen und Nörgeln ihren Mann unter Druck setzt, handelt nicht
weise. Sie gefährdet ihr Eheglück."
MAN mag sich als
unvoreingenommener Leser fragen, dürfen Frauen unter der WTG überhaupt
keine Empfindungen haben und diese zeigen, ja haben sie denn gar keine
Rechte? Man könnte so weit gehen und es so formulieren: Sie haben
99 Pflichten und 1 Recht, und da s ist das Unrecht, denn an wen wollen
Frauen sich wenden, um zu ihrem wirklich ihnen zustehenden Recht zu kommen
innerhalb der WTG-Männergesellschaft?
Dort hat die Frau
nur eine untergeordnete Rolle einzunehmen und wird niemals recht bekommen,
denn in leitenden Stellungen finden sich dort sowieso nur Männer,
die erst gar nicht versuchen, die Frau zu verstehen. Außerdem wird
man sich seitens der WTG hüten, die Stellung eines männlichen
Zeugen zugunsten einer Frau zu untergraben. Es darf eben nicht sein, was
nicht sein darf. Besonders verschärft stellt sich die Sachlage dar,
wenn ein Zeuge eine „ungläubige Frau" hat, er darf ungestraft Frau
und Kinder verprügeln, wenn sie „die gute Botschaft" nicht annehmen
wollen.
(Siehe Versammlung
Rostock, Rathenow usw.)
EBENSO unverständlich
für einen normal denkenden Menschen wurde in einem anderen Fall in
der Versammlung Wismar verfahren, wo ein ZJ-Bruder intime Beziehungen zu
einer anderen Frau aufgenommen hatte.
Der Frau dieses
Bruders wurde vom Rechtskomitee gesagt, hier könne man nichts machen,
denn das sei eine Privatsache.
DES weiteren sei ein Fall in der Versammlung Wismar genannt, wo eine Schwester, die nicht mit der Meinung der Ältesten über 1975 übereinstimmte, eine öffentliche Zurechtweisung wegen Nichtachtung der Ältestenschaft bekam, obwohl sie, wie wir es spätestens heute wissen, recht hatte. Diese ältere Schwester hatte früher jahrelang, solange noch keine entsprechenden Brüder vorhanden waren, die Versammlungsgeschicke der Versammlung Wismar geleitet und sehr viel für den Aufbau dieser Versammlung getan. Nun aber, da man sie nicht mehr brauchte, bekam sie einen "Tritt", um ihr Respekt vor den Ältesten einzuflößen.
Ja, Frauen bleibt
es eben in der WTG nur .in Notfällen vorbehalten, in leitender Stellung
zu sein, niemals werden sie als vollwertige Kraft anerkannt.
WIRKLICHES CHRISTENTUM
ist anders. Als getaufte Christen, also vor Gott und Christus und "in Christus",
d. h. in der christlichen Gemeinde, sind Mann und Frau ausdrücklich
gleich! (Galater 3:28) Wenn das vor Gott und Christus so zu sein hat, dann
vor Menschen nicht minder sollen christliche Maßstäbe gelten.
Menschlich gesehen
entspricht das zugleich auch unserer "die Menschen betreffende Ordnung"
(1. Petrus 3:13), wo Frauen alle Möglichkeit gegeben ist, sich zu
entfalten, gesetzlich geregelt ist.
DIE MÄNNERELITE,
von Brooklyn gesteuert und bestimmt, ist wahrlich unchristlich.
-RSW-
DIE "KÖNIGREICHSEINHEIT"
BEI LICHT BESEHEN
ZUM DIENSTPROGRAMM
VIII/83
DIE letzten Kongresse
der Kongreßserie "Königreichseinheit" wurden im August 83 in
der BRD und in anderen Ländern abgehalten. Aber schon schreibt man,
daß sie die Einheit des Volkes Jehovas bewiesen hätten. Zu Recht?
Welche Wahl hat der "Durchschnitts-Zeuge"? Entweder er erkennt die "theokratische
Leitung", die "leitende Körperschaft" an, "und richtet sich nach ihrer
Führung aus", er erkennt auch "die Ernennung älterer Männer
an" (S. Seite 4).
Oder er wird geext,
rausgeschmissen, ihm wird die Gemeinschaft entzogen.
WAS bewiesen dann
die Kongresse? Höchstens eine fast perfekte Organisation der Veranstaltungen,
die abgesichert werden von Männern . und Frauen, die, kostenlos oder
nur für ein Trinkgeld, den ganzen Tag schuften. Solch billige Arbeitskräfte
sind genug vorhanden, zumal man sie schon Monate vorher geworben hatte,
sie erinnernd, daß ihre Liebe zu den Glaubensgeschwistern sehr stark
sein sollte.
-CVR
DIE LERSERFRAGE-ANTWORT
(I)
EINE Frage von
Lesern im WT 16/84 gibt wegen ihrer Seltsamkeit wieder Anlaß zu einer
näheren, kritischen Betrachtung von Frage und Antwort. Da heißt
es:
"Warum lehnen Zeugen
Jehovas es ab, ihre Bibelstudienhilfsmittel gegen religiöse Schriften
anderer auszutauschen?"
DÜMMLICH erscheint
mir diese Fragestellung und verwunderlich, wer überhaupt solche Fragen
stellen kann, und noch dümmlicher und verwunderlicher ist die Antwort.
Denn welcher vernünftige Mensch würde erwarten, daß eine
Religionsgemeinschaft ihre eigenen Druckerzeugnisse für sich selbst
gegen Druckerzeugnisse anderer, ihr vielleicht sogar gegnerisch eingestellter
Verfasser aus- bzw. eintauschen würde, selbst wenn er diese Religionsgemeinschaft
hassen würde. Der unlautere Zweck solcher Fragestellung wäre
doch zu offensichtlich und keineswegs eine Bescheinigung hoher Intelligenz.
Ebenso ist hier aber die Antwort auf diese vielleicht sogar selbst fabrizierte
Frage. Wenn jemand fragen würde z. B.: Warum sollen es Jehovas Zeugen
ablehnen, Bibelstudienhilfsmittel und andere Schriften anderer zu lesen
und studieren?, dann hätte diese Frage schon einen Sinn und die gegebene
Antwort träfe schon eher zu.
OB aber Zeugen Jehovas ihren öffentlichen Gottesdienst wirklich im Einklang mit göttlichen Anweisungen in jedem Fall durchführen, darüber sollte bestimmt nicht nur ein Selbsturteil entscheiden, sondern auch die objektive Realität, wie sie zu beobachten ist. Wenn andere eben dazu auch eine Meinung haben, so wäre es nur vernünftig von Zeugen Jehovas, sie sich mal anzuhören. Nun, das tun ja auch eigentlich alle ZJ, aber gerne nur, wenn sie positiv ist, sozusagen wie Honig von Schmeichlern um den Mund geschmiert ist. Aber da gibt es auch Wahrheiten, die eben nicht immer süß und schleimig sind, sondern bitter und herb, und die dürfen nicht existieren! Ist das gerecht? Die WTG-Publikationen selbst sind doch voll von Zitaten von Wissenschaftlern dieser Welt und sogar Reagan, der Präsident der USA, muß herhalten mit seinen unverantwortlichen Äußerungen zur Unterstützung des öffentlichen Gottesdienstes der ZJ. Also muß das alles doch gelesen und studiert worden sein von denen, die die Wachttürme und andere Schriften der WTG schreiben. Und bestimmt ist nicht jeder, den ZJ so gerne zitieren, auch ein Freund der WTG, und wer weiß, ob nicht manch einer sogar ein Abtrünniger ist? Überhaupt weiß man ja erst, was man gelesen hat, wenn man es gelesen hat. Wie kann man bloß in der Leserfrageantwort schreiben 'es sei waghalsig und Zeitverschwendung, religiöse Literatur anderer zu lasen', und wie kann man bloß behaupten, die religiöse Literatur anderer diene der Täuschung!? Will man uns wirklich geistig verdummen oder bevormunden? Die WTG-Literatur zitiert doch selbst oft aus religiöser Literatur anderer, ja sogar ihr verhaßter Geistlichen "Groß Babylons"! Ist derjenige, der diese superkluge Antwort schrieb, wirklich von allen guten Geistern verlassen?
Denn es hört
sich ja an fast wie ein Zähneknirschen und es steht ja noch mehr drin;
die Haare sträuben sich, wenn man das liest:
ABTRÜNNIGE
sind solche, sie suchen unehrlichen Gewinn, man unterstützt deren
Schlechtigkeit, wenn man deren Literatur kauft usw.
UND mit welcher
Selbstverständlichkeit doch geschrieben wird, daß wahre, loyale
Christen (gemeint ZJ) selbstverständlich sowas nicht tun, als wenn
man im voraus weiß, was ein ZJ tut, oder man will suggerieren, was
ein ZJ zu tun hat.
Nur zu schnell wird
hier geurteilt über Dinge, die man schlecht kennt, weil man sie nicht
gründlich geprüft, nicht mal darüber gelesen hat, ganz nach
dem Motto: 'es darf nicht sein, was nicht sein darf'.
SOLL das die Gründlichkeit
sein, mit der wir unseren Gottesdienst durchführen sollen?
Fortsetzung in
CV 194
-J.M.-
ENTSCHULDIGUNG UND
ABBITTE EHEMALIGER-WT-ZEUGEN
Eine öffentliche
Entschuldigung
DIES ist eine öffentliche
Entschuldigung an die Bevölkerung in Sterling, Rock Falls und Nord-Illinois.
WIR sind schuldig
gewesen, die Publikationen der Wachtturm- Bibel- und Traktat-Gesellschaft
von Brooklyn, N.Y. verbreitet zu haben. Über 40 Jahre lang taten wir
das in gutem Glauben, programmiert durch ihre Versammlungen und Publikationen
zu glauben, daß die Zeugen Jehovas allein die Wahrheit hätten,
um sie der Welt zu geben.
IN den jüngsten Jahren sind viele Änderungen in Erscheinung getreten, einig sehr hart, „sich gürten" wie sie es nennen, und dies veranlaßte gut über eine Million, aus der Organisation hinauszugehen. Ich bin stolz zu sagen, unsere Familie ist unter ihnen. Als wir die Publikationen prüften, fanden wir, daß nicht eine der vielen Prophezeiungen, die in Gottes Namen gemacht wurden, sich jemals als wahr erwies. Sogar ihr Datum von 1914, um das sich alles dreht, brachte nicht, was ursprünglich erwartet wurde und ist chronologisch als falsch erwiesen!
NEUE Regeln, daß jeder vollständig alles glauben muß, was der Wachtturm als Stimme Gottes sagt, andernfalls er als Abtrünniger betrachtet und ausgeschlossen wird nehmen nun schriftgemäß ihren Weg, „über das hinaus, was geschrieben steht" (siehe Korinther). Der Wachtturm geht so weit zu sagen, er sei die „Mutterorganisation", durch die wir alle kommen müssen, um zu Christus zu gelangen. Das ist die Grenze! Kein persönliches Verhältnis mit Christus!
DER Ausschluß auf Anordnung des Hauptbüros ist ein sehr grausamer und unchristlicher Akt und verursacht das Zerbrechen von Ehen, Heimen und Familien und sogar Selbstmord. Warum? Weil ein Komitee von Menschen entschieden hat, daß du nun zur ewigen Vernichtung verdammt bist! Ausgeschlossene Personen kann man nicht ansprechen, das würde zum Ergebnis haben, daß jene Person ebenfalls ausgeschlossen wird. Das verursacht, schwere Härten besonders für die Älteren, da ihnen nur erlaubt ist, Freunde innerhalb der Organisation zu haben und alle Außenstehenden als weltlich und ungeeignet angesehen werden.
DIES hat zum Ergebnis,
daß viele in der Organisation in der Falle sitzen, ohne Rücksicht
darauf, ob sie alle Dinge glauben oder nicht, da sie Furcht haben, alle
ihre Lieben zu verlieren, wenn sie die Organisation verlassen. Wir möchten
es klarmachen, wir haben keine Abneigung gegenüber irgendeinem Zeugen
Jehovas, und sie sind zu jeder Zeit in unserem Hause willkommen. Wir hoffen
und boten, daß ihre Sinne für die wirkliche Wahrheit geöffnet
werden, die Jesus Christus ist, und daß sie die Wachtturm-Gesellechaft
und ihre Führer als das sehen, was sie sind - eine unchristlidhe Organisation.
March 20.1984 Mr. und Mre. Leroy Gholson, Rock Falls. -
WANN WIRST DU DICH
ENTSCHULDIGEN?
FRAGEN - MEINUNGEN
- HINWEISE - ANTWORTEN
EIN BRIEF AUS DER
BRD
Man kann nur noch
den Kopf schütteln, was die WTG unter Theokratie versteht. Daß
Geistesgestörte sich an nichts erinnern können, ist auf Grund
der Krankheit sehr verständlich, aber wenn Zeugen Jehovas die Bibelstellen
5. Mose 18:20-22; Matth. 24. 24, 1. Tim. 4:1-3; Offb. 13:17 usw. nicht
begreifen wollen, dann ist ihr Denken sehr negativ. Diese Tatsachen, und
die negativen, psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen
auf die Jugendlichen, sind nach Ansicht aller Regierungen und der Presse
noch viel zu wenig bekannt. Der Staat und die Presse merken gar nicht,
daß man es bei den freundlich hinterlistigen auftretenden Werbern
an den Haustüren mit einer raffinierten Lügner-Bande zu tun hat.
Was geht in den Köpfen von Menschen vor, die sich von solchen seit
über hundert Jahren „Parolen" ködern lassen?, das Weltende ist
immer nahe. Woher nehmen die ZJ die Kraft, um diesen entwürdigenden
Dienst durchzustehen. Der WTG, „ein Teufelskreis" aber ist überlassen
geblieben, eine ganz moderne Art der Anbetung zu erfinden, die Anbetung
durch „Kaufen und Verkaufen", wie man es in Offenbarung Joh. 13:10-18 nachlesen
kann. Diese Anbetung nennt die WTG noch theokratisch, ist aber im schlimmsten
Sinne des Wortes der schlimmste Götzendienst aller Religionen. Und
was verbirgt sich hinter der ominösen WTG? WTG-Lügner als Vorbild?
Bei der WTG ist sehr vieles faul, und es wäre höchste Zeit, mit
dem eisernen Besen gründlich die Königreichssäle, den enormen
„Kaufhausbetrieb" auszumisten" so wie es Jesus tat Joh. 2:16-17. Die ZJ
betrachten die Staaten schon als ihr Eigentum und handeln nach dem Motto:
Ich nehme alles mit, was ich bekommen kann, so wahr mir Gott helfe. Was
soll die ZJ-Taufe noch bezwecken, die die Auserwählten geleistet haben
im Namen Gottes? Soll sich Jehova der WTG unterordnen? Meines Erachtens
ist es eine öffentliche Darbietung mit, falschen Propheten und Schauspielern.
Man wird zum Wiederkäuer stereotyper „WT-Wahrheiten". Ein Händedruck
wie bei Pferdehändlern würde vermutlich den gleichen Zweck erfüllen
und man müßte den lieben Gott nicht mit einbeziehen. Seit über
hundert Jahren lügt die WTG und mit ihnen die ZJ., Lügen sind
nicht strafbar, vielleicht nur noch für Kinder, aber nicht für
die schlauen und ausgekochten WTG-Fanatiker und Egoisten. Die WTG braucht
die Lügen, um reich zu werden.
Sind dies die vielgepriesenen
Vorbilder, nach denen sich die Jugendlichen richten sollen? Alle Jugendlichen
sind ahnungslos, was hinter der WTG-Fassade steckt. Die WTG-Praxis ist
eine sehr ernste Bedrohung der Gesellschaft, medizinisch, moralisch, politisch
und sozial. Ihre Anhänger sind sehr bedauernswerte Geschöpfe
(Verführte). Was wir vermissen, ist Toleranz gegenüber anderen
Religionen und das Engagement auf sozialem und karitativem Gebiet. Fazit:
Seien wir weiterhin kritisch und wachsam!
Mit freundlichen
Grüßen Josef Rauch
„Christliche Verantwortung":
Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M:
Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952;
Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera
A 1064/85 V 7 1
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