Kommentare zu den eingscannten CV-Ausgaben

Die nachstehenden, einem Video entnommenen Bilder, stammen nicht von der CV. Inhaltlich geht sie aber sehr wohl auf eine diesbezügliche Demonstration vor den Gebäuden der WTG in Brooklyn ein.

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Repräsentiert vorstehendes die „internationale Szene"; so begegnet man auch in dieser CV-Ausgabe, wieder Beispielen, der nationalen, DDR-Szene. Ein Unbehagen bleibt allemal zurück; liest man einen „CV greift ein" in dieser Ausgabe überschriebenen Artikel.
Versteht man es richtig, handelt es sich dabei um einen Konfliktfall zwischen „linientreuen" Zeugen und zu Ex-Zeugen gewordenen; kombiniert mit engen Wohnverhältnissen, und den Versuch, der Linientreuen Zeugen, die ihnen nun missliebig gewordenen, möglichst zu exmittieren. Man kann es schon nachvollziehen, dass da eine „Sprengstoff-ähnliche" Situation bestand. Und das jede Seite versucht, die ihr möglichen Hilfstruppen zur Durchsetzung ihrer Interessen, heranzuziehen.

Ein solcher Fall mag auch unter freiheitlichen Verhältnissen nicht leicht lösbar sein. Aber im Gesamtkontext der DDR-Politik, die was ihre Zersetzungstechnologie betrifft, wahrlich kein „unbeschriebenes Blatt" ist, dürfte es wohl angezeigt sein, diesem Bericht mit einer gehörigen Portion von Misstrauen zu begegnen. Es sei denn, man kann sich aus neutraler Quelle ein eigenes Bild dazu machen. Und „neutral" ist die CV sicherlich nicht.



CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 187 GERA FEBRUAR 1985

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT Nr. 17 und 18/84
DAS LEIDIGE GELDPROBLEM
„Über Geld spricht man nicht"
AUFSTAND GEGEN DIE WTG
Internationale Demonstration
VERGANGENHEIT - KLEIN GESCHRIEBEN
Praktiken der Wachtturm-Gesellschaft
ZUSTÄNDE BEI DEN ZEUGEN JEHOVAS IM KREIS UECKERMÜNDE

INTERNATIONALE PROTESTDEMONSTRATION IN BROOKLYN
EIN GROSSER ERFOLG!
Westeuropäer zogen nach Brooklyn
WIE CV im November 1984 (Nr. 184) schon berichtete, fand im September 1984 vor dem WTG-Hauptbüro in Brooklyn, New York, USA, eine internationale Protestdemonstration gegen die WTG statt. Es ging gegen die Unterdrückung von Gewissensfreiheit durch die WTG. Geplant waren Mahnwachen, Hungerstreik, Bekanntgabe von Selbstmorden unter dem Wachtturm, Proteste gegen Unterdrückung von Kritik, Abtötung von Menschen- und Bürgerrechten.

Die Initiative dazu war von ehemaligen ZJ aus Westeuropa, Irland ergriffen worden, insbesondere ehemalige Angehörige der Organisation aus der irischen Hauptstadt Dublin. Mit einer Gruppe zogen sie über den Ozean vor das WTG-Hauptbüro. Presse, Rundfunk und Fernsehen waren dazu eingeladen worden. Andere ehemalige ZJ schlossen sich an. Ein mutiger Vortrupp, um große Glocken zu läuten und den internationalen Aufbruch aus der WT-Organisation seit der WTG-Weltendefalschprophetie von 1975 auch öffentlich zu signalisieren.
Nun liegen erste Berichte vor.

New Yorker schlossen sich an
UNTER anderem hatten sich Vertreter des internationalen gegenseitigen Netzwerkes ehemaliger ZJ im Staate New York angeschlossen.
Der Direktor, Brd. Richard Hickman, teilt begeistert mit:
„Wir sind gerade von dem Ereignis in New York zurückgekehrt und sind glücklich sagen zu können, daß es ein großer Erfolg war!"
Die bekannte US-Zeitschrift Newsweek vom 15. Oktober 1984 schildert dazu, daß jetzt viele ehemalige ZJ in ihrer Kritik an der WTG militant werden und die Unterdrückung jeder Kritik durch die WTG öffentlich angreifen, daß die Menge der Literatur wächst, die sich gegen die WTG richtet, um andere zu warnen und die WT-Organisation beinahe wie eine geschlossene Orwellsche Gesellschaft dasteht und erscheint. (Über diesen Vergleich mit dem Orwell-Buch 1984 ist inzwischen auch ein Buch erschienen.) Newsweek berichtet, daß die WTG Harmagedon jetzt in die Zeit nach dem Jahr 2000 verschiebt! Zu der Demonstration wurden Plakate getragen, die u.a. die Großaufschrift trugen „Das Ende" und die Jahreszahlen 1914, 1925, 1941 und 1975, die aber durchgestrichen waren. Damit wurde angezeigt, daß es sich hier um WT-Falschprophetien handelt und die WTG endzeitlich völlig unglaubwürdig ist.

CV wird weiter berichten
DIESE besondere Protestdemonstration vor dem WTG-Hauptbüro in Brooklyn ist natürlich eine aufregende Sache für alle ZJ.
Die Anfragen mehren sich. Auf Grund der Bedeutung dieses internationalen Signals für alle ZJ wird CV ständig berichten, wie die Meldungen eingehen.
Das hat es noch nicht gegeben!

Was bedeutet das?
WIE klein ist der Wurm und wie dick der morsche Stamm, den er zerfrißt, bis er zusammenbricht. Auch die WTG weiß das. Wir werden mit Aufmerksamkeit ihre Reaktion verfolgen. Diese Demonstration wird in die Wachtturmgeschichte eingehen. Denn 1984 beginnt das allerletzte Jahrzehnt der WTG-Endzeit seit 1914. Die erste Ausdehnung war auf 1925, die zweite auf 1941 und die dritte war auf 1975 vorgenommen worden. Damit ist alles nach Psalm 90:10 bis zum Zerreißen ausgedehnt worden. So muß nach Psalm 90:10 mit dem Jahr 1994 der völlige Zusammenbruch der weltweit verkündigten 1914-Endzeit erfolgen! Ein geistiger Kollaps ohnegleichen. Die jetzige Demonstration vor dem WTG-Hauptbüro gehört dazu, dieses WTG-Fiasko rechtzeitig eingeläutet zu haben! Der Countdown von 1984 auf 1994 hat begonnen! Mit 1994 liegt die WT-1914-Endzeit auf dem Müllhaufen der Geschichte! Millionen, die seit 1914 niemals mehr sterben sollten, liegen getäuscht, enttäuscht und "vergangen" im Grabe! Ein Ungeheuerlicher Mißbrauch der Worte Jesu in Matthäus 24:34 - wie es ihn in der Neuzeit größer nicht gab - wird offenbar sein! Alles Geld und Gut, Freiheit und Leben, was dafür geopfert wurde, wird als sinnlos erwiesen sein! Allerdings wird kein Massenselbstmord etwa wie seinerzeit in Guyana mehr eintreten können, weil alle Betroffenen ja "vergangen" sind.. So wird es auch eine Tragik ohnegleichen sein.
Die Demonstration trug einen Sarg am WTG-Hauptbüro vorbei. -
Ja, der WT-1914-Countdown hat unerbittlich begonnen!

INTERNATIONALER AUFSTAND GEGEN DIE WTG
Eine Ausstellung zur CV-Herbstberatung 1984
Eine "Handschrift an der Wand" zeichnet sich ab!
DIE CV-Herbstberatung in Berlin war besonders einer Antwort auf die WT-Kongresse 1984 "Königreichsmehrung" gewidmet. Dazu waren auch mehrere Ausstellungen zu sehen und zu studieren. Die größte umfaßte eine Dokumentierung des internationalen Aufstandes des Gewissens gegen die WTG seit ihrer neuerlichen Weltende-Falschprophetie von 1975. Bewußt verschweigt die WTG vor ihren Zeugen Ausmaß und Bedeutung dieser internationalen Aufstandsbewegung aus ihren eigenen Reihen. Ist das doch nichts Geringeres als ihre "Handschrift an der Wand" heute: Gewogen und zu leicht befunden! Immer sichtbarer wird das!

In Nordamerika
RAYMOND VICTOR FRANZ, Mitglied der leitenden Körperschaft der WTG, Neffe des WTG-Präsidenten Frederic William Franz, erhebt seine Stimme!
Er ist Verfasser verschiedener WTG-Bücher. Die weltbekannte USA-Time vom 22. 2. 82 bringt einen Bericht mit Foto. Der Aufstand von Raymond Franz hat die Qualität - in entsprechender Relation - des Auftritts von Martin Luther seinerzeit gegen Papsttum, Kaiser und Reich. Die Dokumente sprechen für sich. (CV 164, 169, 170-174) IN Stoughton, Mass. USA, erscheinen die "comments from the Friends", 1983, Kommentare für die ZJ von David A. Reed. Grundlehren der WTG werden kritisch untersucht. In Verbindung damit tritt ein 'Radio' Free Watch Tower ('Radio' Freier Wachtturm) an die Öffentlichkeit mit einem Nachrichtendienst, international.

VON Manhattan Beach, Calif. USA, aus erscheinen seit 1982 die "Bethel Ministries Newsletter", eine Publikation einer Gruppe ehemaliger Mitglieder der WTG-Bethelfamilie Brooklyn, New York, Leiter Randall Watters. Das reicht inzwischen bis Irland und England, Neuseeland und Australien.

In den Niederlanden
HUNDERTE von ehem. Zeugen der WTG haben sich in den Niederlanden erhoben. Ihre Anliegen verkörpern sich in der "Niederländischen Vereinigung der Enttäuschten". Periodische Schriften prangern die WTG an. Auf Grund von Absinken in Alkoholismus, Rauschgift und Selbstmord durch die WTG-Irreführungen haben sie das niederländische Parlament aufgefordert, die WTG-Tätigkeit in den Niederlanden zu verbieten! Siehe auch CV 168. Auch diese Dokumente sind erschütternd.
Sekretär ist N. Th. Klein in Rotterdam. In ihrer N.V.O.-Periodiek stellen sie Nachrichten aus Polen zur Diskussion, wonach WTG-Präsident und -Begründer C.T. Russell einem Giftmord zum Opfer gefallen sein soll.

In Italien
AKTIVE CHRISTEN e.V. heißt die Gruppe ehem. WT-Zeugen mit E. Brüning in Meran, Norditalien, die es in Italien mit der WTG aufgenommen hat. Sie geben die Schrift "Exodus" (Auszug) heraus. Ein Hauptthema: "1914 Ende der Heidenzeit? Eine Falschprophezeiung. Russell bekannte: Ich habe mich getäuscht".
Italien mit dem Vatikan ist für die WTG bekanntlich das religiös-politische Hauptangriffsziel im Westen.

In der BRD
HIER ist etwas entstanden, das hat es noch nie in dieser Art gegeben; Die unter dem WT nichts zu sagen hat, hat sich erhoben: Eine Frau! Sie verbreitet äußerst herausfordernde Flugschriften! Man wird erinnert, daß auch die ganze Reformation durch simple Flugschriften ihre Brisanz hatte! Als Christen sind Mann und Frau gleich. (Gal. 3:27,28) Maria Weiß in Bahlingen, sie ist es, rüttelt als Frau kräftig an der WT-Männergemeinschaft "von Brüdern" und deren 100 Jahre Endzeitfalschprophetie. Sie hat den Mut gehabt und dem WTG-Zweigbüro in Wiesbaden schriftlich Gotteslästerung, Primitivität, schwachsinnige Bibelauslegung und Bibelfälschung bescheinigt! Das war im Oktober 1981. Für die WTG unverzeihlich, daß diese Maria nicht schweigt, doppelt unverzeihlich, da sie "nur" eine Frau ist!

In der VR Polen
SEIT September 1977 laufen unter den ZJ Tausende von Flugschriften um, die die ZJ als „Brief an Christen" direkt ansprechen. Es ist eine Art Spiegel, in den die ZJ damit blicken, der ihnen ihre haltlose Situation unter dem WT sichtbar macht. In diesem Sinne sind das elementare religiös-soziologische Forschungen, die zur Beurteilung der ZJ unterm WT unverzichtbar sind. Steter Tropfen höhlt den Stein. Unaufhaltsam werden sich die ZJ durch diese leicht verbreitbaren Schriften, von Josef Wereski in Lublin anschaulich herausgegeben, ihrer Lage bewußt.

Vor dem WTG-Hauptbüro in Brooklyn
ERREGEND zu sehen, was über die internationale Demonstration Sept./Okt. 1984 in Brooklyn vor dem Hauptbüro der WTG zu lesen war! Protestdemonstration mit Hungerstreik, Sarg und „Rattenfänger von Hameln" gegen das Töten von Menschen- und Bürgerrechten und Gewissensfreiheit durch die WTG! Verlesen von Berichten über Selbstmorde unter dem Wachtturm! Inzwischen sind Nachrichten aus den USA eingetroffen, daß diese Demonstration ein großer Erfolg war!

Und CV in der DDR
JEHOVA würde das nur kurze Zeit zulassen, „weissagte" Willy Pohl vom WTG-Ostbüro in Wiesbaden (jetzt Selters) 1959. Nach WT-Verständnis handelt Jehova immer irgend durch Menschen. Wie im WT vom I5.2.65, S. 110, Abs. 10 gesagt wurde, würden die ZJ auf „ihre Befreiung von der kommunistischen Regierung in Ostdeutschland" warten, ähnlich, wie sie von der Naziherrschaft befreit wurden. Nun, das geschah damals durch Waffengewalt und Menschen. Warten sie heute auf die amerikanischen Panzer? Was anderes bedeutet das praktisch nicht. Soll im Zuge dessen auch CV physisch liquidiert werden? Sicherlich, wenn sich vorher nicht irgendwelche Gedungenen finden. Vielleicht wie Jael den Sisera im Namen Jehovas umbrachte? Denn CV macht wie nie zuvor die Unglaubwürdigkeit der WTG sichtbar, und nun auch die internationale Bewegung gegen die WTG seit 1975. Allein schon die Ausstellungen lohnen eine Teilnahme an den CV-Beratungen.
Wie auch diesmal. -
CV berichtet weiter über den internationalen Aufstand gegen die WTG, in den hier angeführten und anderen Ländern!
-CVN-

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG. 17:11
Der Wachtturm
WIR PRÜFEN DIE WACHTTÜRME NUMMER 17 UND 18/84
STUDIENARTIKEL
„Wer hat den Sinn Jehovas erkannt?"
WTG IST DER RATGEBER GOTTES
KEIN Mensch ist in der Lage, im voraus Gottes Beschlüsse zu erahnen. (S. 9)
Diese richtige Feststellung zwingt dazu, weitere Überlegungen anzustellen:
Gibt es in der Bibel stichhaltige Beweise für die von der WTG hochgespielten Jahreszahlen 1914 und 1935?
Wird wirklich „diese Generation" nicht vergehen?
(Die Antwort liegt auf der Hand: mehr als 70 Jahre sind schon verflossen!)
Sind die Zeugen tatsächlich Jehovas auserwähltes Volk?
Diese und viele weitere Fragen führen zu der Schlußfolgerung:
Die WTG maßt sich an, Jehova bestimmte Zeitabschnitte zu diktieren. Sie sieht sich als sein Ratgeber.
Glücklicherweise ohne Erfolg!

STUDIENARTIKEL
„Sich nach dem heute geoffenbarten 'Sinn' Jehovas ausrichten"
IN der Tat, der Apostel .Paulus sprach in Römer 10:5-10 nicht von Menschen, die ein transplantiertes oder künstliches Herz hatten. (S. 15)
Zu solchen Leistungen waren die damaligen Ärzte noch nicht in der Lage. Ebensowenig wie es damals keine Bluttransfusion gab, und deshalb kein Bibelschreiber dazu Stellung nehmen konnte.
Wozu also diese irreführenden Darlegungen in diesem WT?
„Das verpflichtet uns, Zeugen Jehovas zu sein …" (S. 16)

Dazu sei erst einmal festgestellt:
Gott verpflichtet die Menschen zu gar nichts! Wir sind alle mit einem freien Willen ausgestattet. Und ein Zeuge Jehovas braucht man erst recht nicht zu sein, um Gottes Gnade zu finden.
Es dürfte der WTG gut tun, noch einmal Micha 6:8 zu studieren.

NEBENARTIKEL
„Seht die Segnungen der Königreichseinheit"
HOCHMUT KOMMT VOR DEM FALL
Seite 21:
„Die Verkündiger der guten Botschaft stehen mit ihrer Freigebigkeit und ihrem Fleiß in krassem Gegensatz zu anderen."
Allein die Tatsache, daß die WTG sich und ihre Anhänger so arrogant hervorhebt, wirkt abstoßend.
Außerdem ist diese Behauptung unwahr.
Mögen sich doch einmal die Brüder der leitenden Körperschaft in ein von der Kirche betreutes Alters- bzw. Pflegeheim oder in eine Klinik begeben und dort dem aufopfernden Wirken der Ärzte und des Pflegepersonals zuschauen.
Der Dienst am Nächsten besteht längst nicht nur im VERKÜNDIGEN.
Gerade die anderen wichtigen Zweige werden von den Zeugen Jehovas vernachlässigt.

NEBENARTIKEL
„Stelle dich zur Verfügung"
BEDINGUNGSLOSER GEHORSAM OHNE ALTERNATIVE
Der Vollzeitpionier hat recht:
"Seine Kraft hat er im jahrelangen Dienst verbraucht" (S. 28),
In einem hat er unrecht. Vielleicht erkennt er dies noch auf dem Sterbebett:
Nicht so sehr Jehova, sondern der WTG hat er sein Leben geopfert.
Eine bittere Erkenntnis:
Die ZJ-Führung verlangt von einem Zeugen tatsächlich "alle Brücken hinter sich abzubrechen" (S. 30).
Notfalls zu brechen mit Vater, Mutter, Geschwister, wenn diese die "gute Botschaft" nicht als ihr Ideal anerkennen.
Ja nicht zurückfinden zur "Welt" auch dann nicht mehr, wenn man die Unhaltbarkeit verschiedener WTG-Lehren erkannt hat.

WACHTTURM NR. 18/84
STUDIENARTIKEL
"'Ganz Israel' wird gerettet"
WER HAT DIE SCHULD:
JESUS. SATAN ODER DIE WTG?
ZWEIFELLOS gehört die Judenfrage zu den schwärzesten Kapiteln in der Geschichte der WTG. Tatsächlich wurde bis zum Jahre 1929 verkündet, "daß die natürlichen Juden immer noch Gottes auserwähltes Volk seien, daß sie noch als Ungläubige wieder nach Palästina versammelt würden, daß sie dort zu Jesus Christus als dem verheißenen Samen Abrahams bekehrt und dann die führende Nation der Erde zum Segen der ganzen Menschheit würden" (S. 10).

Dies las sich beispielsweise im Jahre 1926 in dem Buch "Die Harfe Gottes" (S.234) so:
"Jesus sagte weiter, daß das Wiedereinsammeln Israels nach Palästina (Lukas 21:24) einer der überzeugendsten Beweise seiner Gegenwart und des Endes der Welt sein würde ."
Dem Antisemitismus der Nazis schloß sich Anfang der 30er Jahre auch schleunigst die WTG an. Und plötzlich war nicht mehr wahr, was man jahrzehntelang verkündet hatte.
"Durch die Veröffentlichung von Band II des Buches 'Rechtfertigung' in jenem Jahre erkannten Jehovas Zeugen, daß eine solche 'Zurück-nach-Palästina'-Bewegung vom Geiste des Erzfeindes Jehovas in die Wege geleitet wurde, von Satan, der die ganze bewohnte Erde betrogen hat."
(Der Wachtturm, 15. Juli 1955 dt.. S, 424) ... einschließlich der WTG und Jesus
Christus?!
Eine Feststellung in diesem WT sollte allen Zeugen noch zu denken geben:
"Diese Frage ist höchst bedeutsam, denn die natürlichen Juden von heute wissen nicht, zu welchem der 12 Stämme Israels sie jeweils gehören." (S. 11)
Wissen das etwa die Glieder des geistigen Israel, d.h. die Überrestglieder der 144 000?
Deren Zuordnung zu einem der 12 Stämme Israels ist von vornherein zum Scheitern verurteilt.

NEBENARTIKEL
"'Wir bauen hier für die Ewigkeit'"
CHARAKTERSTUDIEN
ERNSTHAFT muß man sich fragen, wie naiv die Glieder der leitenden Körperschaft und des BRD-Zweigbüros eigentlich sind. Da wurden bei der Suche nach einem geeigneten Platz für das Zweigbüro auf Kosten Jehovas Witze gerissen:
"Jehova weiß bereits, wo das neue Bethel gebaut werden soll", Sagte Martin Pötzinger, ein Glied der leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas, um die Glieder des deutschen Zweigkomitees zu ermuntern. "Der Platz ist schon vorhanden - er will nur prüfen, ob ihr auch genug Ausdauer habt."

Nach einigem hin und her einigte man sich auf Selters/Taunus. Dort wird bekanntlich ein Mineralwasser produziert. Und da der Platz, auf dem das Bethel gebaut wurde, "Am Steinfels" heißt, konnten die Brüder ihre Fantasie nicht mehr im Zaume halten.
Allen Ernstes wird nun auf Jesaja 48:21 Bezug genommen! (S. 23) Man muß schon sehr leichtgläubig sein, um bei so viel Unsinn die Stirn nicht in Falten zu legen.

PALÄSTE STATT "BLOSSE WOHLTÄTIGKEIT"
JA, auch Arme und Alte spendeten, um die Millionen für die WTG-Prunkbauten zusammenzubekommen. (S. 24)
Es geht hier keineswegs um eine "bloße Wohltätigkeit". (S. 18)
Damit es Menschen besser geht, mögen sich Staat und Kirche um sie kümmern.
Dagegen hat die WTG andere Ideale. Was geht ihr Armut, Hunger und Elend an?
Sie kümmert sich nicht um das Heute, sie "baut für die Ewigkeit".
SELBST die engsten Mitverbundenen werden in Zucht genommen. Es gab schließlich "harte Arbeit und drängende Termine." Im Baugeschehen. Und dabei wurden - man kann es sich bildlich vorstellen - "Langmut, Barmherzigkeit, Vergebung und Selbstbeherrschung auf die Probe gestellt." (S.24) Aber der ausgeübte Druck auf die Bau-Zeugen half : Am 21 . April 1984 konnte die Einweihungsfete steigen.

Wer nun aber denkt, daß all die eingeladen wurden, die am Bau mitgewirkt hatten, irrt sich gewaltig. Vorrang hatte die leitende Körperschaft mit F. W. Franz an der Spitze, die BRD-Bethelfamilie und die leitenden Brüder von 24 Zweigbüros.
Natürlich hatten auch die "reisenden Aufseher" (Bezirks- und Kreisdiener) das "Vorrecht", mitzufeiern.
Als Trostpflaster für den kleinen Zeugen in der BRD wurden notgedrungen noch seinesgleichen eingeladen: "die frühere Baufamilie und Bauhelfer, die längere Zeit dort gewesen waren".
"Eine andere liebevolle Vorkehrung bestand darin, daß jeder Zeuge aus Deutschland eingeladen wurde, der schon 60 Jahre oder länger getauft war. Wie begeisternd, daß etwas mehr als 200 von ihnen kommen konnten!" (S. 25)
Von 106 834 ZJ in der BRD (lt. Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1984) kamen 200 ca.
80jährige nach Selters!!!
Gibt es einen noch deutlicheren Beweis dafür, daß "diese Generation" schon vergangen ist?
-G.R.-

Zum Nachdenken
GEGNER HABEN NUR SCHMUTZIGE UND ENTEHRENDE BEWEGGRÜNDE
In einem Bericht über die Scientology-Jugendreligion in der BRD heißt es u.a.:
"... Sie entfremde Familienglieder untereinander und unterstelle allen Gegnern schmutzige und entehrende Beweggründe ... Wohl nicht von ungefähr beschäftigen sich FBI, CIA, Interpol, Scotland Yard und das Bundeskriminalamt immer wieder mit den Scientologen ..."
(Frankfurter Rundschau 6.1.1978)

Liebe Brüder und Schwestern!
Wir danken Euch ganz herzlich für die uns zugesandten Spenden, die uns immer wieder helfen, unser Werk zu verrichten.
Studiengruppe CV

DAS LEIDIGE GELDPROBLEM
Es gibt ein geflügeltes Wort:
„Über Geld spricht man nicht, man hat es."
ZWAR behauptet die Wachtturm-Gesellschaft nicht, daß sie über viel Geld verfügt, aber ihre Neubauten und Anschaffungen in aller Welt zeigen auch dem ökonomischen Laien, wie finanzkräftig diese Organisation sein muß. Dies beweist auch recht anschaulich der Artikel über die Eröffnung des neuen Komplexes in Brooklyn, ein Bürogebäude, welches dem Hauptbüro angegliedert wurde (WT 23/82 S. 23-31). Interessieren soll hier nicht der moderne Ausstattungsgrad der einzelnen Räume und Etagen, der sehr ausführlich im WT geschildert wird. Beschäftigen wir uns mit dem letzten Absatz mit der deutlichen Überschrift: „Jehovas voranschreitende Organisation unterstützen".

Keine Bitte um Spenden,
aber eine Aufforderung
Jedem Interessierten wird bald mitgeteilt: in den Versammlungen gibt es keine Kollekte.
JA, man kann etwas spenden. Man bekommt ja die Literatur (in der DDR) kostenlos. Diese kostet Geld. Man müßte eigentlich etwas spenden. Aber bitten tut man nicht darum. Jeder weiß aber, wieviel heute etwas kostet. Also, man müßte eigentlich …
UND so auch in diesem WT. Nachdem man die neuen Errungenschaften der WTG gepriesen hat, kommt der Haken:

„Für alle diese Neubauten und Erweiterungen auf der ganzen Erde wird natürlich Geld benötigt. Jehovas Zeugen haben noch nie um Spenden gebeten, doch kann jeder, der die Interessen des Königreiches Jehovas unterstützen möchte, dies dadurch tun, daß er seine Spende an das Zweigbüro der Wachtturm-Gesellschaft in seinem Lande überweist (Kontenangaben siehe Seite 2, rechte Spalte)."

WENN man kurz vorher noch schreibt, daß die Zeugen das Aufbauwerk der Gesellschaft begeistert verfolgen, welche „in einem Land nach dem anderen" neue Zweigbüros fertigstellt, welcher Zeuge wird da nicht seinen Geldbeutel zücken? Man käme sich ja geradezu lumpig vor, wenn man dies nicht täte. Zumal man nun ja auch weiß, wohin man sein sauer verdientes Geld schicken kann. Und jede Geldspende wird bestätigt, heißt es im WT.
Also nun mal ran.
Wozu brauchen ZJ denn eine Kollekte?
Die WTG hat das viel besser im Griff …
-G.R.-

VERGANGENHEIT - KLEIN GESCHRIEBEN
WAS Jupiter darf, darf ein Ochse noch lange nicht - so lautet ein Sprichwort, welches im alten Rom allgemein bekannt war. Es besagt nichts anderes, als daß dem Mächtigen erlaubt ist, was der Arme nicht darf.
Ich wurde an dieses Wort erinnert, als ich vor ein paar Tagen . mit einem älteren Bruder in Jena sprach. Nichts lag näher, wie die Verständigung über einige theokratische Fragen, und in diesem Zusammenhang kamen wir auch auf Harmagedon zu sprechen, auf das wir, nach seiner Meinung, nun nicht mehr lange zu warten brauchen.
Ich erinnerte ihn daraufhin an die zahlreichen Jahresangaben der WTG, die sich dann nie erfüllt hätten und bekam zur Antwort: „Wenn wir das, was der treue und verständige Sklave uns in jenen Jahren an geistiger Speise gab, heute überprüfen würden, so könnten wir feststellen, daß nicht die Welt im Recht war, sondern daß jene Jahreszahlen richtig waren und nur aus noch nicht genauer Erkenntnis falsch ausgelegt wurden."

Warum, so fragte ich ihn, überprüfen wir das nicht an alter Literatur gemeinsam?
„Nun, das siehst du zu einfach", erwiderte er. „Zeitschriften und Bücher, die vor Jahren erschienen sind, sind nicht jedem heute zugänglich. Nur erfahrene Brüder in bestimmten Dienstämtern verfügen über solche Einblicke und Möglichkeiten. Und das ist nicht nur in der DDR so, sondern weltweit."
Angst vor Vergleichen und bitterer Wahrheit
AUF meine Frage, ob man denn Angst davor hat, daß Differenzen in bestimmten Ansichten zwischen früher und heute entdeckt werden, wurde ich mit dem Satz abgefunden:

„Aber keineswegs, doch nicht alle Brüder und Schwestern haben das nötige Verständnis und die nötige Erkenntnisfähigkeit zu solchen theokratischen Studien."
So ist das also, in Brooklyn scheint man solche, die kritisch prüfen und über gewonnene Erkenntnisse nachdenken, zu fürchten. Es könnten Widersprüche zutage kommen, die alles andere als förderlich für die weltweite Organisation sind.
Wenn die über hundertjährige Geschichte der WTG frei von Widersprüchen wäre, dürfte es nirgends eine Einschränkung des Zugangs zur Literatur geben, die in über 100 Jahren erschien. Aber seltsam:
GERADE AUS EINER ORGANISATION, DIE SCHON LANGE RIESIGE AUFLAGENHÖHEN DRUCKT VON IHRER LITERATUR, SIND, JE WEITER MAN ZURÜCKGEHT, IMMER WENIGER ERHALTENE DRUCKWERKE ZU FINDEN!

Es wäre zu einfach, nun von „Zufall" zu sprechen, denn andere religiöse Organisationen verfügen durchaus über Veröffentlichungen aus vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten. Nein, hier wirkte kein Zufall. Hier sollte eindeutig verhindert werden, daß z.B. bekannt wird, daß ein Präsident der WTG sogar einmal die Evolution bejahte.
Und das ist nur ein kleines Beispiel.

Doppeltes Spiel
Es ist geradezu dumm, wenn eine Organisation, die den Anspruch erhebt, weltweit als einzige den richtigen Glauben
zu vertreten, glaubt, dieser Anspruch würde nicht geprüft. Sie mußte mit jenen rechnen, die die Organisation verließen, mit jenen, die von Anfang an aufmerksam ihre Entwicklung verfolgten, mit jenen, die erkannten, daß es hier nicht nur um den reinen, wahren Glauben geht, sondern um ein Geschäft damit, um Erfüllung sehr menschlicher, sehr egoistischer Machtansprüche. So entstanden Veröffentlichungen, die sich realistisch mit dem Weg der WTG befaßten. So bekam sie einen Platz in der Reihe der religiösen Organisationen. Und all ihr distanzieren von anderen Glaubensrichtungen half der WTG nichts, denn sie hatte sich von Anfang an selbst widerlegt, indem sie eine straffe Verwaltung und Organisation im Gegensatz zu der oft zitierten urchristlichen Gemeinschaft aufbaute, indem sie sich unpolitisch gab und doch mit ihren Schriften einen raffiniert begründeten Standpunkt in politischen Fragen bezog, der genau dort war und ist, wo man den Fortschritt der Menschheit bekämpft.

ALL das muß zu denken geben. Und deshalb wollen wir uns mit einigen Problemen dieses doppelten Spiels befassen, einige Widersprüche benennen und so seitens CV Gelegenheit geben, zu prüfen und zu erkennen. In unserer ersten Folge zu den Wirtschaftspraktiken der WTG wollen wir einige Tatsachen aus den Anfängen der WTG aufzeigen.
Lest deshalb in unserer nächsten Ausgabe:
„Sie fuhren über die Meere und sammelten reiche Schätze …"

FÜR JUNGE EHELEUTE
Deine Ehe bzw. Familie ist doch eine Herausforderung an die soziale Umwelt, an die Gesellschaft, sich zu kümmern. Bereit zu sein u.a. mit Säuglingsfürsorge, Mütterfürsorge, Gesundheitswesen, Versorgung, dann Schule, Ausbildungsplatz, Arbeitsplatz, darüber hinaus mit Gesetz und Recht für Schutz von Leib und Leben. Du aber sollst unter die Menschen gehen und ihnen allen predigen, keine sozialpolitische Verantwortung mehr wahrzunehmen, um all dies zu gewährleisten! Ja, du predigst ihnen allen mit dem WT sogar, nicht einmal mehr irgendeine Person in ein Amt zu wählen, um dies alles zu gewährleisten! Ist das nicht absurd?
Auf gut deutsch gesagt predigst du mit dem WT allen anderen Menschen, den Ast anzusägen, auf dem sie sitzen.
Sei froh, daß sie dich mit dieser Predigt nicht ernst nehmen!

ZEUGEN JEHOVAS FRAGEN
Hast du es auch so erlebt?
Ein Tatsachenbericht
ANGESPORNT durch die Literatur der Wachtturm-Gesellschaft bemühten wir uns bei unserer Missionsarbeit, den Menschen klarzumachen, daß Harmagedon kurz bevorsteht. So war es damals, 1967-1975.
VIELE Leute haben uns damals für verrückt erklärt, aber das störte uns wenig, wir sagten immer nur: „Warten sie ab."
INZWISCHEN sind seit 1975 zehn Jahre vergangen. Was wir den Leuten predigten und woran wir selbst fest glaubten, ist nicht in Erfüllung gegangen.

WORAN liegt es, daß die Hoffnungen, die uns in den Schriften der Wachtturm-Gesellschaft gemacht wurden, nicht in Erfüllung gingen? Diese Frage beschäftigte nicht nur uns, sondern auch unsere Interessierten.. die wir nach 1975 weiter betreuten. Bald bekamen wir auf unsere Frage eine enttäuschende Antwort, womit wir nicht gerechnet hatten. Der Bruder, der uns darüber aufklärte, ist längst nicht mehr aktiv im Predigtdienst, aber sein Bibelwissen ist erstaunlich, er sagte zu uns:

„Ich war früher genau so aktiv wie ihr heute. Ich habe nach dem 1. Weltkrieg auch ohne Bedenken das Ende der Welt für 1925 den Menschen angekündigt. Kurz bevor 1925 anbrach, verkauften einige ihr Eigentum und verwendeten all ihr Geld für den Predigtdienst. Als das Jahr 1925 da war, erwarteten wir auf jeden Fall als erstes die Auferstehung der alten Fürsten, wie Abraham, :Jakob und vieler anderer. Danach die Entrückung aller Heiligen in den Himmel, wir warteten vergeblich, und das tat uns sehr weh.

Nach dieser großen Enttäuschung erlebte ich noch einige Male ähnliches, was mich glücklicherweise nie wieder enttäuschte. So erschütterte mich auch nicht das Jahr 1975 und all die Auslegungen in den Schriften unserer Gesellschaft, für mich war das alles wertlos."
Hatte der alte Bruder wirklich recht?
HEUTE können wir mit Bestimmtheit feststellen und sagen:
„Dieser Bruder hat wirklich recht. Die Wachtturmauslegungen, die vor 1975 gemacht wurden, sind alle wertlos."
LEIDER kann man so eine Aussage nicht öffentlich beim Wachtturmstudium machen, das würde den Ausschluß aus der Versammlung zur Folge haben, deshalb tun wir es anonym in dieser Zeitschrift.

Wir werden der Gesellschaft noch nicht ade sagen, dafür ist immer noch Zeit, wir werden aber gute Vorarbeit für die Brüder und Schwestern leisten, die immer noch unter der Enttäuschung von 1975 zu leiden haben, damit auch sie wieder glückliche Menschen werden.
Was haben wir vor?
1. WIR werden weiterhin an den Versammlungen teilnehmen und sehr aufmerksam auf alles achtgeben.
2. WIR werden im engsten Kreise jede neue Bibelauslegung ernsthaft prüfen, damit es uns nicht wieder so ergeht wie 1975.
3. WIR werden uns nach und nach zu einem selbständigen Bibelstudienkreis zusammenschließen, so daß uns der Abgang von der Gesellschaft nicht mittellos macht.
Und als Hauptaufgabe haben wir uns das Ziel gesetzt, mit allen alten Brüdern und Schwestern verständnisvoll umzugehen.
Besondere Aufmerksamkeit werden wir denen schenken, die müde geworden sind, die Kritik geübt haben und dafür büßen mußten.
Sie alle sollen durch uns erfahren, daß sie vor Gott nicht verstoßen. sind, sondern nur von Menschen, die alles besser wissen wollten.
Möge Gott unser Vorhaben segnen, damit ein gutes Werk gedeihen kann.
-eingesandt-

CV GREIFT EIN
Ein Brief an eine ZJ-Familie in Krumhermersdorf
Werte Familie!
Angesichts jüngster, persönlich von Dir. … ausgestoßener Morddrohung: „Du faules Schwein, Du stinkst ja aus jedem Knopfloch, Du ausgedörrtes Männle, bei Dir stimmts nicht mehr, laß Dich untersuchen, wenn ich könnte, würde ich Dich auf der Stelle totschlagen!" gegen Euren früheren Mitbruder, zudem auch Euer Verwandter, hat sich dieser schließlich an CV gewandt und um entsprechenden Beistand, um mögliche Hilfe gebeten. Wir haben uns inzwischen eingehender über die friedlose und feindselige Situation in Eurem Hause informiert, alles andere als ein Musterbeispiel friedlichen Zusammenlebens in Eurem Ort.

Bei unserem Besuch am 25.2.1983 mußten wir in der Tat feststellen, wie wir von einer Eurer Schwestern bespitzelt wurden. Sie hätte es schon „listiger" anstellen müssen. Aber wir sind diese unchristliche Kriegslist von seiten der Organisation gewohnt. Eine erste Gewißheit möchten wir Euch gleich zu Beginn mitteilen: Euer früherer Mitbruder steht nun nicht mehr allein und ohne entsprechenden Beistand Eurer Kriegslist gegenüber!

Zur Sache selbst
Ihr mögt Euch jedem anderen gegenüber bezüglich Eurer häuslichen und verwandtschaftlichen Feindseligkeiten für unschuldig erklären. Wir gehen aber davon aus, daß Ihr sehr wohl wißt, worin Eure Verfehlungen und Eure Schuld bestehen. Wir wollen aber darin jetzt hier nicht den Richter spielen, wiewohl wir Euch natürlich ein Rechtskomitee entgegensetzen könnten. Es geht jetzt nur darum: Solange sie noch im Hause wohnen müssen, soll gemäß den Worten des Apostels in Rö. 12:18 von Eurer Seite jede weitere Anfeindung, Verhöhnung, Bespitzelung, Provokation, Beleidigung und Mordhetze unterbleiben! Wir möchten keine Verschärfung Eurer Situation, bedenkt das wohl! Wir möchten eine Mäßigung, eine wenigstens halbwegs erträgliche Situation schaffen helfen. Mehr ist sicherlich auch nicht mehr möglich, solange sich die Wohnverhältnisse nicht ändern lassen.

Eure Verwandten
waren einmal Eure Mitverbundenen in der WT-Organisation, Dazu grundsätzlich hier nur soviel: Es gibt tausend gute Gründe, warum jemand diese Organisation wieder verläßt. Von der überheblichen Schulmeisterei, vom Lächerlichmachen Unbegabter in den Studien, über persönliche Rechthaberei und Intoleranz gegenüber Kritik bis hin zu gravierenden Lehrwidersprüchen, falschen Prophetien (1975 z.B.) und kriminellen Handlungen, deren diese Organisation schuldig ist (durch ihren Geldschmuggel nach dem Westen z.B.), schließlich die schriftwidrige antikommunistische politische Hetze und Schmähung (WT 15. 0kt. 81) nicht zu vergessen. Titus 3:1,2.

In der Anlage zu diesem Schreiben übergeben wir Euch als Beweismaterial dazu CV 73, 100 und 139. Das müßt Ihr erst einmal widerlegen, wenn Ihr meint, es gebe keine berechtigten Gründe zur Abkehr von der WT-Organisation. Das schlimme ist, daß Ihr das einfach nicht zur Kenntnis nehmt und daher unfähig seid, jene wirklich zu verstehen, die sich zurückziehen. Statt dessen verfallt Ihr in ein feindseliges Verhalten, weil eben nicht sein kann, was nicht sein darf; nämlich, daß es mit der WT-Organisation nicht ganz stimmt.

Zu der Feindseligkeit
in Eurem Haus möchten wir Euch zu bedenken geben :
Es war in Eurer „christlichen Familie", daß Euer alter Vater mit einem Stock geschlagen wurde, so daß es vor den Schiedsrichter kam …
Ihr habt eine haltlose Räumungsklage inszeniert, die ja dann auch verlorenging. Man bedient sich also durchaus „weltlicher Macht"! Wußtet Ihr nicht, daß es da noch keine andere Bleibe gab? …

Dann war da die verschiedentliche Bereicherung und Vorteilverschaffung … Ihr aber geht unter die Leute und predigt mit dem WT: „Wie eine fleißige Ameise wird ein Christ den ganzen Tag ehrliche Arbeit leisten, ohne daß sein Chef ihn beaufsichtigen muß" (WT 15.1.83, S.24) …
Wenn solcher Unehrlichkeit dann völlig zu Recht auf die Finger geklopft wird, um der Beschmutzung des Namens Christi ein Ende zu machen, dann sollte man dankbar und demütig sein im Hinblick auf den christlichen Anspruch, den man erhebt …
Schließlich der Versuch, Euren früheren Mitverbundenen psychiatrisch „fertigzumachen", er habe Wahnvorstellungen.
Das ist unter aller christlichen Würde. Zum Glück wußte der damit befaßte Arzt, daß es hier lediglich um WT-gemäße Anfeindungen geht …
Das soll vorerst zum Nachdenken genügen. Wir sagten zuvor, daß wir hiermit helfen möchten, für eine begrenzte Zeit ein erträgliches Klima in Eurem Hause zu schaffen. Legt das nicht als Schwäche aus!

Es gibt nur zwei Möglichkeiten
Entweder Ihr unterlaßt fortan Eure sog. theokratische Kriegslist (2. Kor. 4:2 NW) und entsprechende Spitzelei, Verhöhnung anderer, Schmähung und sonstiges Zischen. (Titus 3:1,2.) Das hieße, Ihr kehrt zurück zu einem häuslichen und nachbarschaftlichen Verhalten, wie es sich höflicherweise in einem Haus geziemt, wo unterschiedliche Menschen wohnen. Das sollte nicht schwerfallen, wenn man ein demütiger und friedfertiger Christ sein will, der sich einer gelinden Zunge befleißigt nach Spr. 25:15.

Die andere Möglichkeit wäre, daß Ihr auf Grund unseres Eingreifens nun erst recht „aufdreht" und den psychologischen Terror noch schärfer fortsetzt. Auch das haben wir einkalkuliert, jedoch in der hier ausgesprochenen Hoffnung, daß es nicht eintreten möge. Wenn es aber eintritt …, dann ist Euer früherer Mitverbundener nicht schutzlos … Eurem psychologischen Terror „theokratischer Kriegslist" setzen wir dann jenes christliche Verhalten und Vorgehen entgegen, wie es in Matth. 18:17 von Jesus selbst angeordnet ist: Wir werden dann alles, aber auch alles „der Versammlung sagen", bis Ihr nur noch „wie die Heiden und die Zöllner" geachtet werdet. CV wird von Tausenden „in der Versammlung" gelesen … Die Zeit ist vorbei, wo man jemanden still und öffentlich unbemerkt „fertigmachen" konnte! I h r werdet dann keine Ruhe mehr finden!

Mit CV
ist die „Versammlung" nicht mehr entmündigt, ohnmächtig, sprachlos, rechtlos, ohne Stimme. Wollt Ihr also gemäß Titus 3:1,2 ein friedliches Leben haben, dann haltet Euch an die hier gebotene Friedfertigkeit! Wir machen keine leeren Worte! Lest CV! Wir handeln nach den Worten Jesu in Matthäus 18:17.
Wer jedoch in Kriegslist vorgeht.
kann keinen Frieden ernten. Aber sicher wollt auch Ihr im Hause, in der Nachbarschaft, im Ort und im Lande in Frieden leben. Das ist unsere Hoffnung. Wir bitten Euch darum in Eurem ureigensten Interesse, zu allererst, soviel an Euch liegt, im eigenen Hause, mit allen Menschen Frieden zu halten. Römer 12:18. Der psychologische Terror Eurer „theokratischen Kriegslist" hält Euch nur selbst in ständiger unchristlicher Unruhe, Spannung, Nervenaufreibung, Lügerei, Schwindelei, Betrügerei und Gefahr. Wirkliches Christsein geht darin völlig unter 2. Kor. 4:2 NW. In der Hoffnung auf Eure rechtzeitige Einsicht und Vernunft, das zu- tun, was christlich und besser ist -
Studiengruppe CV Gera - Berlin

Nachbemerkung :
Die Methoden der sog. „theokratischen Kriegslist" im Widerspruch zu 2. Kor. 4:2 (NW!) wurden von der WTG „begründet" im WT vom 15.4.1956.

HÖRT AUF, EUCH AN DIE BRUST ZU SCHLAGEN
ZJ-Zustände im Kreis Ueckermünde
DIEWEIL das Paradies, das 1975 beginnen sollte, immer weiter entschwindet, rückt der WT vom 1.1.84 die ZJ-Organisation unter dem WT als „geistiges Paradies" so in den Vordergrund, daß einem der Gedanke kommen muß, dies sei der heimliche Ersatz. Allerdings kein wirklicher Ersatz, sondern zur Beruhigung, auf daß alle weiter hoffen und harren und sich selbst und andere betrügen, die sie einladen. Haben sie doch in Wirklichkeit einen Balken im Auge, wie Jesus sich ausdrückte.

Nur einen Balken? Ein ganzes Gebälk!
DENN die Wirklichkeit unterm WT gleicht doch oft eher einer „Hölle" als einem „Paradies", so daß einer daraus besser flüchtet.
DA gibt es drei WT-Älteste, deren Kinder mit WT-gemäßer Prügelstrafe erzogen wurden und am Ende kriminell geworden sind. Die vom WT verteufelte staatliche Rechtspflege muß nun durch Jugendwerkhof retten, was zu retten ist, damit sie wieder anständige Menschen werden.

DA denken sich viele „Brüder" etwas Feines aus! Die Last und Problematik der sog. Neuarbeit müssen die Frauen, die „Schwestern" machen. Die „Brüder" machen dann die abgesicherte „Nacharbeit". Ihre Flausen gehen schon so weit, daß sie sich heute bereits als „Prediger" und „Redner" für die „Neue Welt" wähnen. Wahrlich ein Wahn, wenn man an 1975 denkt.

DA wird in einer ZJ-Ehe die Frau von dem Mann geschlagen. Der Rat der WT-Ältesten: Beten, vielleicht weiß der Mann nicht, was er tut. Oder „theokratische Kriegslist anwenden". Deswegen Scheidung? Dann darf sie als Zeugin aber nicht wieder heiraten, es sei denn, er oder sie „hurt", dann geht das. Was für ein WT-Paradies! Da braucht man sich über die Selbstmordrate unter den

Zeugen Jehovas nicht zu wundern.
DA lagerten sich auch alles andere als Engel um den „Bezirksdiener", um ihn zu behüten. Immer wenn die Kirchenglocken läuteten, rief seine ZJ-Schwiegermutter den Kirchgängern zu: Da lauft ihr! Satan ruft euch! Zur Kirche gehen, dem Satan dienen, aber die eigenen Brüder totschießen! Ein ausgewachsener Skandal, für den Ort, für die Umgebung. Das sind noch relativ harmlose Blüten des WT-Geistes.

DA im Grunde unterm WT nichts weiter gefeiert werden darf in der Familie, rückt überall der jährliche Hochzeitstag in den Mittelpunkt. Einfache und geringe Geschwister übersieht man natürlich bei den Einladungen, solche mit „Position" nehmen die vornehmsten Plätze ein, wie gehabt.

UND es gibt kaum einen „Felddienstbericht" ohne Lug und Trug, von der WT-Organisation sanktioniert. Denn alle Wegezeit (Anreise, Abreise) kann als Missionszeit geschrieben werden. So betrügen sie sich und die Öffentlichkeit mit ihrem „Eifer" und „Opfer des Lobes". Die Dummen sind die Ehrlichen. Und die Skrupellosesten können sich den „dicksten Bericht" schreiben.

Natürlich ist das für sie „paradiesisch".
WEIL viele den WT-Weltende-Unsinn mit 1975 ernstgenommen haben und die Familienerziehung darauf ausrichteten, sind viele hochbegabte Kinder von ZJ in der Schule sitzengeblieben. Diese Saat wird aufgehen, denn was man sät, wird man ernten, auch die WT-Organisation !
Das ist nur eine Frage der Zeit!
UND zu Weihnachten gibt es in diesem WT-Paradies jedes Jahr die reinste Hexenjagd! Die Inquisitoren lassen ausspähen, wer einen Weihnachtsbaum macht, Spitzel werden dazu ausgeschickt, die unter anderen Vorwänden Besuche machen. Wer macht wem Weihnachtsgeschenke. Wer erwischt wird, wird des „Götzendienstes" angeklagt. Man wird ans Mittelalter erinnert.

Da war gar ein Kind, das sich einen Schokoladenweihnachtsmann gekauft hatte. Das Kind wurde von der eigenen Mutter runtergeputzt und durfte den Weihnachtsmann nicht essen. Dann wäre er doch immerhin weg. Nicht mal soweit hat es bei dieser „Mutter" gereicht.
Dabei haben sogar die Engel im Himmel die Geburt Christi gefeiert!

In den Spiegel gucken!
TEILT weitere Beobachtungen aus dem WT-Paradies mit, damit alle endlich in den Spiegel gucken können! Nur so sieht man doch, wie man aussieht, nicht wahr?
-EBT-

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement; 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera
A 860/85 V 7 1 375 N 2

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