Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 185
Spät, für mein Empfinden fast schon zu spät, kommt die letzte CV-Ausgabe des Jahres 1984, doch noch auf George Orwell zu sprechen. Sorgfältig aber ausblendend, dass Orwell ursprünglich dabei die Kommunisten im Blickfeld hatte. Erst viele Jahre später, stellten noch andere fest. Die Aussagen von Orwell kann man auch auf die Zeugen Jehovas übertragen.
Immerhin, dass Orwell, halb notgedrungen doch noch zitiert wurde, verdient durchaus beachtet zu werden. Die CV meinte zu ihm:
„Der Engländer G. Orwell schrieb 1948 ein Buch "1984". Visionen einer Gesellschaft totaler Überwachung des Menschen:
Ein Wahrheitsministerium mit den Prinzipien Krieg bedeutet Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke. Ein Liebesministerium. Für alle eine doppelbödige Denkweise, Zwiedenken genannt, wobei Gedankenverbrechen Tod bedeuten. Es ist nur verständlich, wenn man sich 1984 nach Erfüllungen umschaut . So erschien dazu in Nordamerika ein Buch "Die Orwellsche Welt der Zeugen Jehovas". Unwillkürlich wird man an die "theokratische Kriegslist" der WTG-"Friedenstifter" erinnert an die "Freiheit" der WT-"Sklaven"-Herrschaft, an die Sittenprozesse der WT-Rechtskomitees, an das Zwiedenkens des Endzeitdoppelspiels mit Alten und Jungen und, bei Gott für gerecht zu halten, was unter Menschen ein Kapitalverbrechen ist, Massenvernichtung Andersglaubender und Andersdenkender vom Säugling bis zum Greis, was erst der 2. WTG-Präsident Rutherford so ausgelegt hat."


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 185 GERA DEZEMBER 1984

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die Wachttürme Nr. 13 u. 14/84
WEIHNACHTEN 1984
Selbst die Engel feierten die Geburt Jesu
WACHTTURM-GESELLSCHAFT 1884-1984
Entscheidende Fragen
DER "TANNENBAUMSPION"
Aus der Versammlung Wismar
FRAU MARIA RUSSEL GRÜNDUNGSMITGLIED DER WTG VOR 100 JAHREN

WAS UNS DIE GANZEN JAHRE IN HERZ UND SINN BEWEGT
Hilfsbereitschaft - Mitmenschlichkeit - Nächstenliebe
Etwas von der „ERSTEN LIEBE" blieb
SICHERLICH kommen wir aus den verschiedensten Erfahrungen mit der WTG. Auch die Anlässe des Freiwerdens sind sehr unterschiedlich. Auch der Stand unserer Erkenntnis ist differenziert, was nach 1. Kor. 13 ohnehin nur bleibendes Stückwerk und damit eine zweitrangige Sache ist. Wir haben es uns aber nicht leicht gemacht. Die CV-Arbeit ist nichts Leichtes. Die Anforderungen in geistiger Hinsicht stehen außer Frage, wir müßten da nicht die WTG zum Kontrahenten haben. Es sind auch gar manche persönliche und familiäre Rücksichten, die eine Rolle spielen, nunmehr.

WIR könnten uns alle sicherlich nach der Abkehr vom WT-Glauben und von der WT-Organisation ins reine Privat-Leben zurückziehen, froh, und das nicht zu Unrecht, die Wachtturm-Tretmühle - so Raymond Franz, ehemals Mitglied der leitenden Körperschaft - hinter uns zu haben. Wir haben das nicht getan. Bei allem, was wir hinter uns gelassen haben, und was wir jetzt erkennen, ist uns mehr oder weniger etwas ganz Wichtiges und Fundamentales geblieben. Etwas von der „ERSTEN LIEBE", die uns einst trieb. Die Liebe zur Wahrheit, die Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Mitmenschlichkeit oder die gesellschaftliche Dimension des christlichen Glaubens, des Christentums im Auch-Dasein für andere, mit denen wir notwendigerweise in menschlicher und sozialer Gemeinschaft leben. Und dies in nunmehr wirklich schriftgemäßer Verantwortung vor Gott bzw. Menschen, diesen unseren betroffenen Mitmenschen. Deren Zehntausende unsere Erfahrung und Hilfe brauchen, vorbeugend wie im nachhinein, was den schädlichen Wachtturm-Endzeit-Irrweg betrifft, schädlich für das Leben vom Säugling bis zum Greis, persönlich wie gesellschaftlich.

WER diese Lebenserfahrung gemacht hat, ist dadurch wie kein anderer in der Lage und sittlich und moralisch verpflichtet, vorbeugend wie rückwirkend Betroffenen aufklärend zu helfen, soweit es möglich ist. Selbst Nichtchristen sind hilfreiche Menschen, und Christen etwa weniger?
SO sehen wir es nur als recht und billig an, daß Betroffene von uns, die wir eine entsprechende Erfahrung haben, in ihrer Situation Hilfe und Aufklärung, Auskunft und ein echtes Wort zur rechten Zeit erwarten. Wenn wir dies nun wahrheitsgemäß tun, so sind wir hier in unserer „ERSTEN LIEBE", in der Wahrnehmung von Nächstenliebe geblieben, in christlicher Verantwortung vor Gott und Menschen. Dies dürfte die wichtigste christliche und mitmenschliche Aufgabe sein, die man mit unserer Erfahrung erfüllen kann. Dabei dienen wir auch unserer „obrigkeitlichen Gewalt" nach Römer 13:2-4, wie es Christen geziemt insofern, indem wir Zehntausenden von Staatsbürgern, den ZJ, helfen, wieder ein christlich verantwortbares Verhalten, was die demokratische bzw. soziale Mitverantwortung eines Christen im Lande angeht, einzunehmen, ungeachtet aller feindseligen Diffamierung und Verleumdung seitens der WTG und ihrer Hörigen dagegen.

DABEI sind und wollen wir keine neue und separate religiöse Gemeinschaft, sondern anerkennen Christentum und Christsein in allen anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften, ungeachtet der äußeren Form, da niemandem mehr als Erkenntnis-Stückwerk zugesagt ist. Wir kommen also in erster Linie nicht zu eigener gottesdienstlicher Erbauung und Gebetsandacht zusammen, das nach Jesu Worten in der Bergpredigt eher im verborgenen zu erfolgen hat. Jeder so in Herz und Sinn auf seine eigene Weise gebunden kommen wir zusammen, um die uns gemäß der gebliebenen "ERSTEN LIEBE" obliegende Mission zu erfüllen, soweit es uns möglich ist, soweit es uns gegeben ist.
Der WTG-Endzeitirrweg, über 100 Jahre nun schon, hat alle Glaubwürdigkeit verloren.-

WACHTTURM-GESELLSCHAFT 1884-1984
Entscheidende Fragen
SICH SELBST ÜBERTROFFEN
1979 beging "Der Wachtturm" als "göttlicher Kanal" für alle ZJ mit einer besonderen Ausgabe seine "ersten 100 Jahre"! 1984 nun auch die WTG selbst. Die Kongresse in diesem Jahr waren überall auch der amtlichen WTG-Gründung von 1884 gewidmet. Damit hat sich die WTG allerdings buchstäblich selbst übertroffen! Denn 100 Jahre und nun schon mehr waren in keiner Weise geplant und "verheißen". Jedenfalls denen nicht, denen man immer predigte. In Vergewaltigung der Worte Jesu für seine Zeit, "diese Generation wird nicht vergehen" (Mt. 24:34) wurde vielmehr der Generation der 70er und 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts versprochen, sie würden das sog. Harmagedon-Weltende todsicher erleben. Das dafür bestimmte Jahr 1914 kam und damit der erste Bankrott dieser WT-Endzeitlegende, nach 5. Mose 18:20 ff falsche Prophetie.

STÄNDIGES DOPPELSPIEL
DIE Weiterexistenz seit damals beruht im wesentlichen darauf, daß die gesellschaftliche Umwelt mit ihren Krisen in zunehmendem Maße alle Arten "Strandgut" in Form von Verunsicherten, Gestrauchelten, Verelendeten, Ruinierten, Verzweifelten und "Aussteigern" hervorbrachte. Die da "seufzen und jammern über die Greuel" und in ihrer Ausweglosigkeit, Verzweiflung und Arglosigkeit der WTG gegenüber von dieser durch ihre ZJ "gejagt und gefischt" wurden und werden. Bis sie wieder "vergehen" müssen und die WTG die nächste Generation in Angriff nimmt. Auf den 1984-Kongressen wurde dies mit der Ansprache deutlich, "Jehovas Werke der nächsten Generation verkündigen". Wobei im gleichen Atemzuge mit dem "Überleben"-Buch der jetzt zum "Vergehen" verdammten 3. Generation seit der WTG-Begründung zum wiederholten Male todsicher versprochen wurde, daß sie auf keinen Fall "vergehen" werde. Während so die Alten in illusionärer Hochstimmung ins Grab sinken sollen, sollen die Jungen "begeistert" weiter mißbraucht werden. Es ist wieder das bei jeder Verschiebung auf die nächste Generation zu beobachtende hinhaltende WTG-Doppelspiel, nach 1914, nach 1945 und nun nach 1975.

NACH PSALM 90:10 ZUM TODE VERURTEILT
DAS WT-"Überleben"-Buch 1984 sagt: "Wer weise ist, bringt sich in Sicherheit, wenn er aus einer zuverlässigen Quelle vor einer Katastrophe gewarnt wird. Dagegen sind Tausende von Menschen unnötigerweise umgekommen, weil sie sich in Sicherheit wiegten. Trotz der Ermahnung, in die Rettungsboote zu steigen, gingen im Jahre 1912 Hunderte von Passagieren mit dem Ozeandampfer Titanic unter, weil sie der Behauptung Glauben schenkten, das Schiff sei unsinkbar" (S. 54).
Seit CV das WTG-Weltendeschiff in Verbindung mit der 1975-WT-Weltendeirrlehre mit der Titanic verglich, ist das auffällig ein Thema für die WTG! Natürlich zur Ablenkung von ihren Bankrotten und Untergängen für Hunderttausende schon, die ihr glaubten!

Obwohl die WTG weiß, daß die Alten von 1914 "vergehen" müssen, verspricht sie ihnen mit den 1984-Kongressen wie gesagt das Gegenteil. Läßt sie singen und jauchzen! Obgleich es für die Alten keine "Rettungsboote" gibt. Auch auf der Titanic waren zu wenig. "Gerettet" werden nur die Jungen zum Weitermachen.
Nun zeigt Psalm 90:10 klar als Maßstab, daß dem Menschen nur 70, im Höchstfall 80 Jahre zur Verfügung stehen. Für die Alten von 1914 ist das längst überschritten 1984 und sie sind mit dieser Klippe "zusammengestoßen". Das "Leck" ist gerissen. Das "Wasser" der Wahrheit über die WTG dringt unaufhaltsam ein. Bald ist alle Hoffnung für sie "verschlungen", und die "Wogen" schlagen über ihnen zusammen. Egal, was die WTG auf Kongressen und Versammlungen auch für "Bordmusik" anstimmen läßt. Jene Alten gar, die wie jüngst Gertrud Pötzinger im WT vom 1. Oktober 1984, mit "Mein Leben für die Königreichsinteressen" das WTG-Endzeitschiff besingen und verherrlichen, werden nur als "Bordmusiker" benutzt, um das Dahinsterben der Alten zu übertönen, bis sie selbst "vergangen" sind. So ist es nun seit über 100 Jahren schon. Psalm 90:10 müßte ehrlicherweise von den Stühlen hochreißen, wenn sie sehen, wie die WTG jetzt wieder über die Leichen ihrer Alten hinweg die nächste Generation in Angriff nimmt!

Die WTG-Endzeit war, ist und bleibt eine Legende. Wir unterstehen alle dem Urteil in Psalm 90:10. Was hat die WTG nur mit dem Denkvermögen ihrer Hörigen gemacht!
JA, WIE EINE ORWELLSCHE WELT
DER Engländer G. Orwell schrieb 1948 ein Buch "1984". Visionen einer Gesellschaft totaler Überwachung des Menschen:
Ein Wahrheitsministerium mit den Prinzipien Krieg bedeutet Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke. Ein Liebesministerium. Für alle eine doppelbödige Denkweise, Zwiedenken genannt, wobei Gedankenverbrechen Tod bedeuten. Es ist nur verständlich, wenn man sich 1984 nach Erfüllungen umschaut . So erschien dazu in Nordamerika ein Buch "Die Orwellsche Welt der Zeugen Jehovas". Unwillkürlich wird man an die "theokratische Kriegslist" der WTG-"Friedenstifter" erinnert an die "Freiheit" der WT-"Sklaven"-Herrschaft, an die Sittenprozesse der WT-Rechtskomitees, an das Zwiedenkens des Endzeitdoppelspiels mit Alten und Jungen und, bei Gott für gerecht zu halten, was unter Menschen ein Kapitalverbrechen ist, Massenvernichtung Andersglaubender und Andersdenkender vom Säugling bis zum Greis, was erst der 2 WTG-Präsident Rutherford so ausgelegt hat.

EIGENTLICH FROH SEIN - WORÜBER?
DARÜBER, daß fast alle Menschen die WTG-Endzeit von 1799 (Die Harfe Gottes) bis 1984 nicht ernstgenommen haben! Zur Veranschaulichung: Es war vor 35 Jahren, 1949. Gründungsjahr der DDR. Von Westberlin aus erhob die WTG Protest gegen die damalige Unterbindung ihrer antikommunistischen Hetze im Osten. Das Land lag noch in Trümmer und Ruinen. Den staatlich geplanten Wiederaufbau verhöhnte und verspottete die WTG dabei wie folgt: „… daß ohne Gottes Führung und ohne Beachtung seines vollkommenen Gesetzes kein Aufbau möglich ist, wie in Psalm 127:1 geschrieben steht: Wenn Jehova das Haus nicht baut, vergeblich arbeiten daran die Bauleute …„ (WT 1.4.50) Das war doch religiös-politischer Schwachsinn! Nirgends hat Gott nach 1945 die Städte wiederaufgebaut! Oder wollte die WTG den Nachkriegswiederaufbau in Europa führen, anders ginge das doch nicht! Natürlich wollte sie das nicht. Der Psalm hatte damit überhaupt nichts zu tun. So hält die WTG auf dem denkbar lächerlichsten und einfältigsten Niveau gegenüber den Mitmenschen. Ja, man kann wirklich nur froh sein, daß die verantwortlichen „obrigkeitlichen Personen" die WTG-Ansinnen immer zurückgewiesen haben. Das Land läge heute noch in Trümmern. Wie viele ZJ sitzen heute selbst in kommunalen Neubauwohnungen? Die Augen sollten 1984 endlich aufgehen! -
-CVN-

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG. 17:11

DER WACHTTURM

WIR PRÜFEN DIE WACHTTÜRME NR. 13 UND 14/84
STUDIENARTIKEL
„Nicht euer ist die Schlacht, sondern Gottes"
EIN MISSLUNGENER VERGLEICH
JACHASIEL sei Jehovas „Mitteilungskanal" zur Zeit Josaphats gewesen. Der gegenbildliche „Mitteilungskanal" ist der „treue und verständige Sklave" (S. 15).
„Glaubt an Jehova, glaubt denjenigen, die er als Sprachrohr benutzt, ja glaubt seiner Organisation! Wenn wir heute in den Dienst Jehovas 'ausziehen', ist ein solcher Glaube unerläßlich." (S. 16, 17)
Ja, so ist das: Wenn ein Zeuge schon nicht von allein darauf kommt, die Organisation als Jehovas Sprachrohr anzuerkennen, muß ihm dies in aller Deutlichkeit eben gesagt werden. Und weil man möglichst ein Vorbild braucht, hat man dazu den Jachasiel auserkoren. Nur handelte dieser offensichtlich unter Inspiration (siehe 2. Chronika 20:14-30), was man von der Organisation der Zeugen Jehovas nicht behaupten kann. (Siehe WT 13/79, S. 28, 29.)

WIDER DIE SCHLAFMÜTZEN
Und wieder ein Vorbild:
„In Jerusalem durfte man damals keine Schlafmütze sein"" (S. 17)
Das Gegenbild kann man sich denken. Nach der Arbeit Pionierdienst, im Urlaub mindestens Hilfspionierdienst, dazu Zusammenkunft für de Öffentlichkeit mit WT-Studium (2 Std.), Dienstzusammenkunft (1 Std.), Versammlungsbuchstudium (1 Std.), Theokratische Predigtdienstschule (l Std).
Wohlgemerkt: Pro Woche!
Woher die Zeit nehmen?
Bald hätte ich es vergessen - keine Schlafmütze sein!
Immer „reichlich beschäftigt im Herrn."
Möglichst noch nachts.
Der Ehepartner darf nichts dagegen haben!

STUDIENARTIKEL
„Beachte Gottes prophetisches Wort für unsere" Zeit"
„Die Sowjetunion wird angreifen"
ES geh um den „König des Nordens" und den „König des Südens". Oder anders ausgedrückt: Kommunismus gegen Kapitalismus. Noch genauer: Sowjetunion gegen USA.
Und die WTG weiß zuverlässig:
„Das Gleichgewicht zwischen den beiden Großmächten bei interkontinentalen Nuklearwaffen wird zunehmend instabil." (S.29)
Eine Seite zuvor kann man deutlich lesen, zu wessen Gunsten sich dieses Gleichgewicht verändert.
Die Sowjetunion, der „König des Nordens", der den „Gott der Festungen" (den Militarismus) huldigt, rüstet gewaltig auf.
Er hat viel mehr Soldaten als der „König des Südens", und seine Atomwaffen besitzen eine weit höhere Sprengkraft.
Besser könnten es USA-Präsident Reagan oder sein Verteidigungsminister Weinberger auch nicht verkünden.
Damit aber nicht genug:
Der „König des Nordens" wird angreifen!
Ja, von ihm droht Gefahr.
Und die Nationen werden auch Kernwaffen einsetzen. Nein, nicht so, daß die Erde vergeht. Aber immerhin! (S. 18)
Notwendige Fragen
WIE naiv muß ein ZJ noch sein, . um solch einen Schwindel nicht zu durchschauen?
WIE naiv muß er sein, um nicht zu sehen, auf welcher Seite die WTG steht!
Der Wachtturm sei unpolitisch (S. 2).
Wer glaubt das noch?

WACHTTURM NR. 14/84
STUDIENARTIKEL
„Organisiert, um Jehova zu dienen"
„Baue deine Zukunft zusammen mit Jehovas Organisation"
MITTEL ZUM ZWECK
IMMER wieder beschäftigt sich die WTG mit dem Thema „Organisation".
Nicht von ungefähr, denn nach ihren derzeitigen Lehren ist die eigene Organisation etwas Gottgewolltes, von Gott Errichtetes mit Alleinvertretungsansprüchen.
So sucht man nach einer biblischen Absegnug der heutigen Zustände, was sich als ein recht problematisches Unterfangen herausstellt. Denn das Wort „Organisation" wird man in den meisten Bibeln vergebens suchen. Der Grund: Das Bestreben der Christen im 1. Jahrhundert war, nach biblischen Maßstäben zu leben. Zweifellos notwendige organisatorische Maßnahmen sah man nur als ein Mittel zum Zweck an. Es waren Randprobleme und als solche werden sie auch nur in der Bibel erwähnt. Von einer straffen Organisation des Christentums im 1. Jahrhundert kann man überhaupt nicht sprechen. Jede Versammlung bildete im wesentlichen eine abgeschlossene Einheit und Besuch von Aposteln oder deren Beauftragte war selten. Diese von Gott inspirierten bzw. von ihm geleiteten Personen konnten allerdings entsprechend Rat erteilen.

DER ZWECK HEILIGT DIE MITTEL
ANDERS hingegen die derzeitige Situation in der Organisation der Zeugen Jehovas:
VON Gott geleitete oder sogar inspirierte ZJ gibt es nicht mehr. Viele falsche Prophezeiungen der WTG beweisen es. Trotzdem (oder gerade deshalb?) bedienen die Zeugen sich einer Organisation mit einem gewaltigen Bürokratismus. Die Versammlung in diesem riesigen Verwaltungs- und Überwachungsapparat ist so gut wie rechtlos. Bei jeder Kleinigkeit muß der Kreisdiener eingeschaltet werden, der seinerseits das Zweigbüro informiert.
Jeder bespitzelt jeden!
ÜBER alles wacht das Führungsorgan, die „leitende Körperschaft". Vor allem darüber, daß sie von ihren Anhängern als Vertreter Christi auf Erden anerkannt wird.
Diesbezügliche Zweifel führen zum Ausschluß. Gehorsam der Organisation gegenüber ist der Prüfstein jedes Zeugen. Und so schließen die Studienartikel mit der Weisung ab:
„Vergiß nie, daß nur Gottes Organisation das Ende des zur Vernichtung verurteilten Systems überdauern wird. Handle daher weise, und plane für das ewige Leben, indem du deine Zukunft zusammen mit Jehovas Organisation baust." (S. 18)

BERUFSCHANCEN
FÜR ZJ-JUGENDLICHE WIEDER PASSE?
„Mit vielen Berufen, die Menschen in der Welt jetzt anstreben, wird es nach der 'großen Drangsal' für immer vorbei sein. Zugegeben, einige Tätigkeiten werden in Gottes verheißenem neuen System der Dinge wiederbelebt werden. Kennst du aber irgendeinen heute üblichen Beruf, der so viele nützliche Aspekte aufweist wie der christliche Dienst?" (S. 16)
DIESE Sätze kommen mir bekannt vor. Wie hieß es doch so oft in den 60er und Anfang der 70er Jahre?
„Warum gute Leistungen in der Schule, Harmagedon kommt, bevor du den Abschluß erreichst. Einen Beruf wirst du sowieso nicht mehr erlernen können …"
Und später:
„Wozu die Mühe, das Ende kommt, bevor du den Facharbeiterbrief erhälst."
Dann lockerte man die Bestimmungen:
Einige „praktische Berufe" konnten erlernt werden.
BEDEUTEN die zitierten Sätze ein Abgleiten in frühere Doktrinen? Man möchte es den ZJ-Jugendlichen nicht wünschen!

FRAU MARIA RUSSEL GRÜNDUNGSMITGLIED DER WTG VOR 100 JAHREN
Vor 100 Jahren, am 15. Dezember 1884, wurde die „Zions Watch Tower Tract Society" („Zions Wachtturm - Traktat - Gesellschaft"; WTG) vom Richter der Grafschaft Allegheny, Pennsylvanien, gesetzlich eingetragen. Den ursprünglichen Namen änderte man im Jahre 1896 in „Watch Tower Bible and Tract Society".
Schon 1881 war sie als nichteingetragene Körperschaft gegründet worden, um auch selbständig Zeitschriften, Traktate und dergleichen drucken zu können. (Bis dahin war man auf kommerzielle Verlagshäuser angewiesen.) C.T. Russell und andere steuerten 35.000 Dollar bei, um Druckmaschinen zu kaufen. Interessanterweise bezeichnete sich Russell selbst bis zu seiner Selbsternennung zum Präsidenten im Jahre 1884 als Manager.
(Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1975, S. 37)

Sicher nicht zu Unrecht, denn die WTG war als Aktiengesellschaft mit Zehn - Dollar -Anteilscheinen, die jeweils eine Stimme repräsentierten, gegründet worden.
So steht im Anhang der von Russell herausgegebenen Schriftstudien, Band VII:
„Das ist der Name einer Geschäftsfirma, die sich mit der Herausgabe von wichtigen religiösen Büchern und Zeitschriften … befaßt."
Und Geschäfte wurden gemacht, denn schon im Jahre 1898 betrug der Wert des „Bibelhauses" und seiner Ausrüstung 164.033,65 Dollar.

Eine Frau als Glied der leitenden Körperschaft
1884 war also das offizielle Gründungsjahr der WTG. Gemäß ihren Statuten war ein Ausschuß von sieben Direktionsmitgliedern vorgesehen, von denen drei als Beamte, nämlich als Präsident, Vizepräsident und Sekretär - Kassierer, dienen sollten.
Die ursprünglichen Beamten waren:
C. T. Russell, Präsident;
William I. Mann, Vizepräsident;
und man höre und staune,
Pastor Russells Frau,
Maria Russell, Sekretär - Kassierer
(Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben S. 27)
Wer war diese Frau?

Ein Kapitel Bibelforscher - Ehe
Im Jahre 1879, dem Gründungsjahr des „Wachtturms", heiratete C. T. Russell Maria Frances Ackley, die schon vorher an seinem religiösen Werk mitgearbeitet hatte. Neben ihrer Beamtentätigkeit als Sekretär - Kassierer war sie Mitherausgeber des „Wachtturms" und schrieb dafür regelmäßig Artikel. Außerdem leitete sie die wöchentliche Zusammenkunft „der Schwestern der Versammlung in Allegheny".
(Jahrbuch der ZJ 1975. S. 64, 65)
Enorme Aufgaben, besonders wenn man bedenkt, daß in der Gegenwart Frauen in den ZJ-Versammlungen noch nicht einmal lehren, geschweige denn ein Dienstamt bekleiden dürfen!

In den Jahren 1882 bis 1884 kam es zu heftigen Auseinandersetzungen, zwischen C.T. Russell und vier führenden Mitgliedern, die ihn beschuldigten, in seinem Geschäftsgebahren unehrlich gewesen zu sein.
„Tatsächlich waren einige Anklagen sehr geringfügig (!) …„ (S. 63)
Diese Auseinandersetzungen schadeten Russell in der Öffentlichkeit sehr.
Deshalb unternahm Mrs. Russell 1894 eine Reise von New York nach Chikago, um unterwegs mit Bibelforschern zugunsten ihres Gatten zu sprechen.

„Sie war eine gebildete und intelligente Frau und wurde daher gut aufgenommen, als sie damals die Versammlungen besuchte."
In dessen Folge, weiß die WTG zu berichten, wurde Mrs. Russell herrschsüchtig und wollte ein größeres Mitspracherecht im „Wachtturm" haben. Diesem widersetzte sich C.T. Russell und entzog ihr 1896 die Mitherausgeberschaft der Zeitschrift. Daraufhin löste sie ihre Beziehungen zur Gesellschaft und zu ihrem Mann.
„Dadurch sah sich Russell gezwungen, ihr eine separate Wohnung zu beschaffen, und er unterstützte sie finanziell."
(Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 45) Andere Quellen wissen allerdings zu berichten, daß sie sich zu ihrer Schwester zurückzog, die Russells Vater in zweiter Ehe geheiratet hatte.
(Carl G. Falkner: God's wisdom versus man's wisdom, Dayton (Ohio) 1968, S. 60)

Wie dem auch sei:
Im Juni des Jahres 1903 reichte sie die Klage auf gesetzliche Trennung ein und im April 1906 kam es zur vielbeachteten Gerichtsverhandlung. Diese Klage begründete sie mit „seelischer Grausamkeit" seitens Russells.
Fast zwei Jahre später, am 4. März 1908, wurde das Urteil gefällt, das mit „In Scheidung" überschrieben war. In der Begründung hieß es, Russells „Verhalten seiner Frau gegenüber zeigt einen derartig ausgeprägten Egoismus und so extravagantes Eigenlob, daß die Geschworenen davon überzeugt sind, daß sein Verhalten ihr gegenüber von ständiger Herrschsucht geprägt war, so daß dadurch das Leben jeder christlichen Frau zu einer Last und ihre Lage unerträglich werden mußte."
(Alan Rogerson; Viele von uns werden niemals sterben. Geschichte und Geheimnis der Zeugen Jehovas, Hamburg 1969, S. 37f)

Die Ehe wurde getrennt.
„Das Gericht sprach ihr, zu Lasten Russells, mehrere tausend Dollar zu."
(Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 45)
Trotz allem von Gott geleitet?
So endete Mrs. Russells Karriere und gleichzeitig das Mitbestimmungsrecht der Frauen in der WTG. „Frauenrechtsgedanken" sollten nicht aufkommen und dürfen es bis heute nicht.
(Vergleiche Jahrbuch der ZJ 1975, S. 64; WT 8/84, S. 12.)
Trotzdem kann die etwa 10jährige Mitarbeit Mrs. Russells in höchsten Dienstämtern der WTG nicht geleugnet werden.
Unter diesem Gesichtspunkt möchte ich folgende Textstelle aus dem Buch „Dein Wort ist eine Leuchte meinem Fuß" (veröffentlicht 1968) abschließend zitieren:
„Der 'treue und verständige Sklave' hat, um unter den heutigen Verhältnissen das Predigtwerk möglichst erfolgreich durchzuführen, eine gesetzliche Körperschaft, die 'Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania' gegründet.

Diese Gesellschaft, die von reifen Christen gebildet wird, ist nicht gewinnstrebend und dient nur dem Zweck, die Interessen der wahren Gottesanbetung auf der Erde zu fördern. Sie wird von den gesalbten Nachfolgern Jesu Christi seit vielen Jahren benutzt, um dem Haushalt des Glaubens Erkenntnis zu vermitteln, und um das Predigtwerk zu leiten; Jehova segnet diese Einrichtung offensichtlich. Die sichtbare leitende Körperschaft ist gewissermaßen identisch mit dem Vorstand dieser Gesellschaft. Der Widerhall, den die Aufsicht der leitenden Körperschaft findet, hat, wie bei den ersten Christen, Einheit und Wachstum zur Folge." (S. 41/42)
G. R.

GOTTES FRIEDENSREGIERUNG
13. Kapitel „Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben"
GEMEINT ist damit wohl jene Regierung, die sich im zukünftigen 1000jährigen Friedensreich der irdischen Belange annehmen wird. Bereits in den vergangenen Jahrhunderten und auch in unserer Gegenwart hat sich die Hoffnung auf dieses Friedensreich unterschiedlich stark lebendig erhalten und führte immer dann zu Intoleranz, Fanatismus und Einseitigkeit, wenn einzelne Teile der biblischen Botschaft überbetont, andere dagegen weggelassen oder bagatellisiert werden, so daß dadurch der Gesamtüberblick über den göttlichen Heilsplan verlorenging. Im übrigen ist das Friedensreich nicht das Endziel Gottes mit der Erde, sondern vielmehr jene 1000jährige Sabbatperiode, die vor der allgemeinen Auferstehung, dem Endgericht und der Aufrichtung neuer Himmel und einer neuen Erde in das Weltgeschehen eingefügt werden wird.
(Offenbarung 21:1)

Beginn des Friedensreiches
DIESER Neuanfang wird für viele Menschen zwangsläufig zu einer bitteren Erfahrung werden, denn im Verlaufe der christlichen Geschichte sind die biblischen Aussagen über das Friedensreich verschieden interpretiert und oftmals auch verschüttet worden, so daß die Mehrheit aller Menschen das Interesse am Reiche nur wenig entwickelt, wenn nicht sogar verloren haben, Aber dieses Friedensreich kommt bestimmt, denn es ist Teil biblischer Verkündigung. Allerdings wird es nicht mit einer allgemeinen Harmagedonweltvernichtung beginnen, sondern vielmehr mit der sichtbaren Wiederkunft Jesu Christi und der Bindung Satans im Abgrund, damit er die Völker nicht mehr verführen kann.
(Matthäus 24:34; Offenbarung 1:7; 20:1-3)

Ereignisse im Friedensreich
ERST dann wird der Weg für die 1000jährige irdische Segenszeit frei sein und bedeutsamen Veränderungen Platz machen können. Laut der biblischen Aussage werden die Völker es lernen müssen, dem Willen Gottes zu leben und der Herr wird mit einer Fülle von Segnungen antworten, die in etwa folgendermaßen aussehen werden:
- Befreiung vom Unglauben Jesaja 42:6,7
- geistige Erneuerung der Menschen Jesaja 25:7; Zephania 3:9
- wahre Anbetung aller Völker Jesaja 11: 10; Maleachi 1:11; Sacharja 8:21,22
- soziale Gerechtigkeit Jesaja 65:21,22
- körperliche Gesundheit Jesaja 35:5,6
- hohe Lebenserwartung Jesaja 65:20
- fruchtbringende Arbeit Jesaja 65:23
- völlige Sicherheit Micha 4:4
- Frieden in der Natur Jesaja 11:6-9; 65:25
- große Fruchtbarkeit der Erde Jesaja 41:18; 43:20

AM Ende dieser Friedensperiode wird Satan zum Zwecke einer Schlußprüfung für alle, die dann auf Erden wohnen, noch einmal für kurze Zeit losgelassen. Viele werden seinen Einflüsterungen erliegen und sich gegen die heilige Stadt erheben, aber ihr Ende wird ihnen auf dem Fuße folgen.
(Offenbarung 20:7-9)
Dieser letzten Sichtung der Menschen und der anschließenden Beseitigung Satans wird die allgemeine Auferstehung und das Endgericht folgen (Offenbarung 20:11-15).
Erst dann wird die Entfremdung zwischen Gott und den Menschen für immer überwunden sein .

In einer eindrucksvollen Vision schildert uns Johannes anschließend das eigentliche Ziel Gottes mit der Erde, nämlich die Vereinigung der irdischen Schöpfung mit den Himmeln Gottes, damit sich ein Prophetenwort erfüllt und daß damit Gott alles in allem sei '(Jesaja 65:17; 2. Petrus 3:13;
Offenbarung 21,22; l. Korinther 15:28).
Die Herrscher des Friedensreiches
DIE Schrift stellt uns unmißverständlich die Herrscher des Friedensreiches vor.
Wir lesen:
„Und ich sah, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm hundertvierundvierzigtausend" (Offenbarung 14:1).
„Und ich hörte die Zahl derer, die versiegelt wurden: hundertvierundvierzigtausend", (Offenbarung 7:4).
„In den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des Herrn Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über die Hügel erhaben. Und die Völker werden herzulaufen, und viele Heiden werden hingehen und sagen: Kommt, laßt uns hinauf zum Berge des Herrn gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, daß er uns lehre seine Wege und wir in seinen Pfaden wandeln! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem" (Micha 4:1,2).
Diese Schriftworte offenbaren klar und eindeutig, wer die Herrschaft des Friedensreiches innehaben wird, nämlich Jesus Christus mit den Seinen und die Herrschaft wird auf keinen anderen kommen.

Menschen erheben Herrschaftsansprüche
TROTZ dieses klaren Schriftwortes gab es erst in jüngster Zeit einen Usurpator, der anmaßend und größenwahnsinnig genug war, ein derartiges 1000jähriges Friedensreich auf sich zu beziehen und es selbst errichten zu wollen. Er fühlte sich dazu angeblich als von der Vorsehung berufen, veröffentlichte sein Unmenschlichkeitsprogramm in Buchform, nahm den Heilsgruß für sich in Anspruch und überzog die Welt mit Krieg und dem vergossenen Blut von Millionen unschuldiger Menschen. Während seiner 12jährigen Schreckensherrschaft sind Begriffe wie Auschwitz, Buchenwald und Sachsenhausen geprägt worden, die uns heute noch Schauer über den Rücken und Tränen in die Augen treiben. Viele haben diesem Wahnsinn widerstanden und dies mit ihrem Leben bezahlt. Die Bilanz jener Ära beläuft sich auf 55 Millionen Tote. Der Name dieses „Erlösers" braucht nicht-sonderlich genannt zu werden, jeder kennt ihn.

Die Neue-Welt-Gesellschaft
ES ist nach dieser Schreckenserfahrung nur allzu verständlich, daß sich die Menschen, auch Zeugen Jehovas, nach Frieden sehnen. Um dessentwillen müssen aber Wachsamkeit und Kritikfähigkeit geschärft werden, damit jedes Abgleiten in abseitiges Machtdenken von vornherein erkannt und so besser unterbunden werden kann. Eine besondere Verantwortung kommt damit auf die einfachen Verkündiger des „Wachtturms" zu. Auf der einen Seite predigen sie den 1000 jährigen Frieden, andererseits aber die größte und furchtbarste Vernichtung aller Erdbewohner, nur weil diese eine andere Weltanschauung haben oder anderen Glaubens sind. Obwohl diese Verkündiger wahrlich keinen Krieg wollen, sehnen sie sich doch nach gespannten Weltsituationen, die doch möglichst bald in die größte Vernichtungsschlacht aller Zeiten (Harmagedon genannt) einmünden mögen. So veranstalten sie im Grunde genommen ein doppeltes Spiel, ohne sich der eigentlichen Tragweite und Bedeutung dieser Tatsache bewußt zu sein. Dieses innere und kritiklose Akzeptieren einer solchen gigantischen Vernichtung erschreckt jeden Außenstehenden zutiefst.
Wie kommt es eigentlich zu einer solchen sich widersprechenden Predigt von Frieden und Vernichtung? Die Hauptursache hierfür ist die Führung der WTG selbst. Sie versteht sich offensichtlich als die in Zukunft herrschende „irdische theokratische Organisation", ein Begriff, den sie schon seit Jahren geprägt hat.

Mit diesem selbstgegebenen Machtanspruch kennt sie nur zwei Ziele: Die globale Vergrößerung ihres Einflusses und die Ausschaltung jeder Opposition. Genau diese Grundidee haben sich die einfachen Verkündiger kritiklos zu eigen gemacht. Durch ihr geistiges und gefühlsmäßiges Einverständnis zu einer angeblichen Vernichtung von vier Milliarden Menschen werden sie zu Unterstützern der WT-Führung und tragen somit deren Verantwortung voll mit. Sie helfen auf diese Weise, aus einer gewöhnlichen Religionsgemeinschaft etwas neues zu gestalten, nämlich - und dies im wahrsten Sinne .des Wortes - eine Neue-Welt-Gesellschaft. Ein Anspruch, der nicht hinter der Bedeutung seines Namens zurückbleibt. Jener gesamten Gesellschaft sei. aber klar gesagt: Der Berg Zion steht nicht in Brooklyn, und wird dort auch nie stehen.
Zion ist und bleibt Gottes Eigentum.

Fragen und Mahnung
ES erscheint uns allen unmöglich, daß ihr, liebe Verkündiger, auf einer Erde glücklich und in Liebe ewig leben könntet, die vom Blute ihrer vier Milliarden Bewohner getränkt ist. So abgestumpft und gefühlsmäßig verkümmert seid ihr doch alle nicht. Ihr habt lediglich die Tragweite und Konsequenz einer solchen WT-Lehre noch nicht richtig durchdacht. Bedenkt einmal, Millionen unschuldiger Kinder und Erwachsener würden für immer vernichtet werden, nur weil sie zwar Jesus Christus, aber nicht die Wachtturm-Gesellschaft angenommen haben. Ließe sich eine solche Massenvernichtung aus Gottes Wort und seinem Handeln logisch begründen? Nein! Hier kommen lediglich gedankliche Ausgeburten pervers denkender und machtbesessener Führer einer Gesellschaft zum Zuge, die sich angeblich im Namen Gottes als die zukünftigen Herren der Erde sehen. Sie verwerfen die Schrift, sonst würden sie ihre Hoffart erkennen und sich vor Gott und Christus demütigen. Aber so sind ihre Herzen und Sinne im Machtrausch verblendet.

Liebe Geschwister!
Geht nicht den gleichen Weg wie eure Führer! Wendet euch von ihnen ab, ehe es zu spät ist! Bekehrt euch uneingeschränkt zu Gott und seinem Christus, der auch zu eurer Rettung am Kreuz gestorben ist!
-MSH-

WEIHNACHTEN 1984
Selbst die Engel im Himmel feierten die Geburt Jesu
Der biblische Bericht
NUN waren Hirten in derselben Gegend auf freiem Felde in jener Nacht bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie, und sie gerieten in große Furcht.
Der Engel aber sagte zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Seht, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volke widerfahren soll. Denn euch ist heute ein Retter geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und dies ist das Zeichen für euch: ihr werdet ein neugeborenes Kind finden, das in Windeln gewickelt ist und in einer Krippe liegt."
Und plötzlich war bei dem Engel eine Menge himmlischer Heerscharen, die Gott lobten mit den Worten: „Ehre sei Gott in Himmelshöhen und Friede auf Erden in den Menschen des göttlichen Wohlgefallens!"
(Lukas 2:8-14)

Jesus später selbst
Da sagte Johannes zu ihm:
„Meister, wir haben jemand, der nicht mit uns dir nachzieht, mit deinem Namen böse Geister austreiben sehen und es ihm untersagt. "
Jesus aber antwortete:
„Untersagt es ihm nicht, denn so leicht wird niemand, der ein Wunder unter Benutzung meines Namens vollbringt, schlecht von mir reden. Wer nicht wider uns ist, ist für uns."
(Markus 9:38-40)

Heute Weihnachten feiern?
ABER NATÜRLICH! Wenn die Engel im Himmel das taten, wie der Bericht sagt, und Jesus gestattete, daß andere in seinem Namen sogar böse Geister austrieben, dann gibt es kein wirkliches Argument dagegen! Um so mehr, weil dies eine Gelegenheit ist, im Namen Jesu ungeheuer viel Gutes zu tun, wie es denn jedes Jahr auch geschieht, sowohl durch materielle Gaben wie auch durch geistige, und wenn es nur eine familiäre Wiederversöhnung oder ein wohltuendes Wiedergrüßen oder Sicherinnern ist.

Darum müssen die weihnachtsfeindlichen Bevormundungen durch die WTG mit den Worten des Apostel Paulus zurückgewiesen werden. Es „soll niemand um Essen und um Trinken oder in Beziehung auf Feste oder Neumonde und Sabbate absprechende Urteile über euch fällen." (Kolosser 2:16)
Die WTG betreibt doch Psychoterror, wenn sie „argumentiert", Geburtstage feiern sei verwerflich, weil die Tochter der Herodias am Geburtstag des Herodes den Kopf von Johannes, dem Täufer, forderte. Hat Gott in Voraussicht dessen die Feier der Geburt Jesu durch die Engel verbindert? Was maßt sich die WTG da an? Was konstruiert sie da für Ungereimtheiten zusammen? Wenn jemand den Namen Jesu mißbraucht, muß man den Namen Jesu dann abschaffen?

IN gleicher Weise muß mit Kolosser 2:16 zurückgewiesen werden, wenn die WTG „argumentiert", Jesus sei nicht am 24. Dezember geboren. Das genaue Datum ist völlig unwesentlich. Es kann ohnehin nur annähernd bestimmt werden. Bei der Feier im Himmel stand auch kein Datum zur Debatte. Auch das ist also von der WTG an den Haaren herbeigezogen. Jesus selbst nahm an Hochzeitsfesten teil, die zeitlich nach Belieben der Familien festgelegt waren.

IN gleicher Weise muß mit Kolosser 2:16 auch zurückgewiesen werden, wenn die WTG letztlich „argumentiert", Weihnachten sei wegen des Weihnachtsbaumes und anderen Brauchtums dabei „heidnisch". Was war denn das „Essen und Trinken, Neumond und Sabbat" damals! War das definitiv christlich? Das war längst „tot" wie das „Gesetz". Dennoch war es gestattet, wie Kolosser 2; 16 aussagt.

Und was heißt hier „heidnisch". Natürlich war der Baum ein Symbol der winterlichen Sonnenwende, ab wann die Sonne wieder höher steigt. Auch die Juden feierten Feste, verbunden mit natürlichen Ereignissen.
(3. Mose 23)
Und in den Tempel wurden sogar Elemente des früheren Stierkultes eingebaut.
(l. Könige 7:25)
In Prediger Salomo erkennt man Elemente der stoischen Philosophie, und die WTG mußte selbst feststellen, daß das Johannesevangelium hellenistisches Denken der Griechen aufnahm und daran anknüpfte. Immer fand die Ausbreitung der Gottesanbetung in Anknüpfung an Vorhandenes im Volke statt. (WT 15. Juni 1975, S. 364 dt.)

Die „Argumente" der WTG sind hier pure Scheinheiligkeit . Man kann das Fest also ruhig mit einem Weihnachtsbaum schmücken. Übrigens hat erst der zweite WTG-Präsident Rutherford das Weihnachtsfest unter den Bibelforschern, während er sie zu „Zeugen Jehovas" erklärte, zerstört. Ein Hauptzweck war auch hier, die ZJ derartig zu isolieren und in abgründigen Gegensatz zu den anderen Christen und ihren Kirchen und Gemeinschaften zu bringen, daß es für sie kein Zurück von der WTG mehr gibt, was immer die WTG zu glauben euch zumutet, wie lange auch immer. Und das ist ja nicht wenig in mehr als 100 Jahren schon!

Worauf es ankommt
ES „sei Friede auf Erden", forderte der Engelgesang in jener heiligen Nacht bei der Geburt Jesu - Christen sollten sehr froh sein, daß es ein Weihnachtsfest in unseren Breitengraden aus diesem Anlaß gibt und die Ungereimtheiten und haltlosen Argumente der WTG zurückweisen. Wie gut vielmehr, diese Tage im Jahr besonders zu haben, um geistig und materiell Freude zu machen und Frieden zu stiften, in der Familie, im Hause, unter Freunden und Mitmenschen. Frohe Stunden für Alleinstehende oder Einsame. Lange entbehrte Gerneinschaft zu erleben. Gar manches Wiedersehen. Stunden der Besinnung als Mensch unter Menschen und in der Gesellschaft. Wer bäckt sein täglich Brot allein? Und als Fest des Friedens heute angesichts der Friedensbedrohungen und kriegerischer Auseinandersetzungen von unschätzbarem Wert! Diese „bösen Geister" von heute austreiben zu helfen, im Namen Jesu gar, und Wege des Friedens zu zeigen, wie es dem Jesuskind an der Wiege gesungen wurde, das ist einer der größten Beiträge überhaupt für Christen. Und nicht zuletzt: Christen sollten eher jede Gelegenheit ergreifen, statt sie zu zerstören, Christus den Menschen näherzubringen. Wie sagte Jesus selbst:
„Untersagt es ihm nicht, denn so leicht wird niemand, der ein Wunder unter Benutzung meines Namens vollbringt, schlecht von mir reden. Wer nicht wider uns ist, ist für uns."
-P.-

DER "TANNENBAUMSPION"
IN der Bibel richtet der Apostel Paulus an Christen die Worte; „… und niemand richte euch wegen des Haltens von Sabbaten, Neumonden …„ Also in unserem heutigen Sprachgebrauch sind Feiertage damit gemeint. Wie steht nun aber die WTG dazu bzw. ihre ausführenden Organe, wie die Ältesten oder die sogenannten „Rechtskomitees"? Ob sich die WTG in der Praxis tatsächlich an diese Bibelworte hält, beweist ein Vorfall, der sich vor drei Jahren in der Versammlung Wismar ereignete. Es gab dort eine ältere Schwester, die schon 30 Jahre Zeugin Jehovas war, aber in den letzten Jahren nicht mehr in dem Maße für die WTG einstand, wie es von jedem Zeugen Jehovas verlangt wird.

NUN war die letzte für das Jahr fällige Zusammenkunft der Studienleiter, Dienstamtgehilfen und Ältesten der Versammlung im Monat Dezember anberaumt. Dort kam dem Zeitpunkt des Jahres gemäß auch das Thema „Weihnachten" zur Sprache. Jeder der Anwesenden wurde gefragt, ob er nicht jemanden kenne in der Versammlung, bei dem es mit Weihnachten Probleme gebe. So wurde diese ältere Schwester genannt, und man meinte, daß man sich nicht sicher sein könnte, ob sie in bezug auf Weihnachten noch mit den Richtlinien der WTG übereinstimme.

Der Spion tritt in Aktion
SO wurde beschlossen, daß sie zu Weihnachten überprüft werden müsse, und ein Bruder bekam den Auftrag, zusammen mit seiner Frau dort am 25. Dezember einen Besuch zu machen, der als freundschaftlicher Besuch getarnt war, mit der Aufgabe herauszufinden, ob ein Weihnachtsbaum aufgestellt sei. So fragte dieser Bruder nun, wie er das wohl am besten herausfinden könnte, denn die Schwester besitze eine 2 ½-Zimmer-Wohnung, und es wäre ja möglich, daß der Weihnachtsbaum sich in einem anderen Zimmer befände, er würde aber mit Sicherheit nur in das Wohnzimmer gelassen werden. Darauf bekam er den Rat: „Tue völlig harmlos, und wenn du dich verabschiedest, dann tue so, als wenn du in Gedankenlosigkeit die falsche Tür statt der Ausgangstür öffnest." Nun kam, was kommen mußte. In dem anderen Zimmer befand sich tatsächlich ein Weihnachtsbaum, den die Schwester für ihren kleinen Enkelsohn dort aufgestellt hatte, und sie wurde zwei Wochen später vor ein „Rechtskomitee" geladen und wegen „Götzendienst" - der Weihnachtsbaum wurde als Götze bezeichnet ausgeschlossen.

SO also wird man in Wismar, durch Bespitzelung und sogenannte Kriegslist, langjährige, für die WTG aber zum Ballast gewordene Zeugen Jehovas, die zuviel aus der Vergangenheit der WTG wissen und dadurch eine Gefahr darstellen und nicht mehr gewillt sind, sich ihrem Leistungsprinzip anzupassen, los.
DIESES ist eines von vielen Beispielen für die Lieblosigkeit und unchristliche Verhaltensweise der WTG-Ältesten in der Versammlung Wismar.
 

EINIGES ZU 25 JAHRE "CHRISTLICHE VERANTWORTUNG"
GLAUBE UND HEIMAT, das evangelische Sonntagsblatt für Thüringen vom 10.8.1984 veröffentlichte einen zweispaltigen Beitrag über diese CV-Jubiläums-Ausgabe unter dem Titel „Kritik an Zeugen Jehovas". Schwerpunkte sind der CV-Anfang 1959 unter Willy Müller und das Anliegen von CV sowohl im Hinblick auf die ZJ wie auch gegenüber der WTG. Dies wird durch entsprechende Zitate aus CV veranschaulicht. Der Kommentar in GLAUBE UND HEIMAT weist auch auf die CV-Empfehlung hin, Kontakt mit einer anderen Religionsgemeinschaft aufzunehmen angesichts der Falschheit aller Wachtturm-Endzeitbibelauslegungen, wie CV nachweist.
Auch was CV über die politische Funktion der WTG nachweist, wird erwähnt. Alles in allem eine gute kurze Übersicht über das Anliegen von CV.

Die Mitbegründerin von CV und Mitarbeiterin von Willy Müller, G. Horn in Schmölln, erinnert sich beim Lesen und schreibt:
„Bruder Müller ist ein guter, lieber Mensch gewesen, der aber schwer verletzt worden ist durch die WTG. Unser Anfang ist nicht leicht gewesen, aber wir haben unser Bestes gegeben. Immer werde ich mich bemühen, junge Menschen davon zu überzeugen, nicht dieser Organisation beizutreten. Ich bedanke mich ganz herzlich für Eure liebe Einladung nach Berlin, aber gesundheitlich geht es nicht mehr so gut. Seid dem treuen Herrn befohlen, weiterhin viel Kraft und Freude.
Viele herzliche Grüße."

EINER, der sich auch auf die CV-Beobachtung verlegt hat, schon lange, teilt aus Berlin mit:
„Die CV 180 hat es wieder in sich. Ein ehrlicher ZJ, der CV längere Zeit liest, kann sich der Überzeugungskraft dieser Zeitschrift nicht entziehen. Das ist das Gefährliche für die ZJ-Führung und das Glück für den ZJ, für das er noch einmal froh und dankbar sein wird.
Ich wünsche weitere 25 Jahre!"

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos.
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera
A 779/84 V 7 1 2735 N 2

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