Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 182
Bezugnehmend auf 1984 in der DDR durchgeführte Kommunalwahlen, liest man in dieser CV-Ausgabe. Die Zahl der Nichtwähler sei im Vergleich zu den Kommunalwahlen von 1979 „um 64 %" zurückgegangen.
In Kenntnis der weiteren geschichtlichen Entwicklung dieses Landes; in Kenntnis dass bei der Auflösung der DDR auch der Vorwurf von manipulierten Wahlen, eine gewichtige Rolle spielte, reibt man sich angesichts dieser CV-Behauptung verwundert die Augen.
Aber es soll wohl schon immer so gewesen sein, wenn einer einsam im Wald ist. Was macht er dann wohl? Genau! Er singt ein Lied, um sich selbst Mut zu machen!


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 von WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 182 GERA SEPTEMBER 1984

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen den Wachtturm Nr. 7/84
DAS VORRECHT AUF DOPPELTE MORAL
Vor der Welt als ein Schauspiel (I)
UNRUHEN UNTER ZEUGEN JEHOVAS IN DER DDR
Unsere Mühe hat sich gelohnt
DIE MACHT BÖSER GEISTER
10. Kapitel „Paradiesbuch"
IM DENKEN UND FÜHLEN WIE EIN VÖLKER- UND MASSENMÖRDER
Die neueste WT-Blutschuldargumentation

WAS DAS JAHR 1984 IN WAHRHEIT FÜR DIE WTG BEDEUTET
1. Bericht von der CV-Frühjahrsberatung 1984
Es wurde beraten und festgestellt
WAS wir heute und hier erörtern und beraten, ist ein Grundgedanke für das ganze vor uns liegende Jahrzehnt bis 1994. Mit 1984 nämlich überschreiten wir nichts Geringeres als die Schwelle der Todeszone des gesamten bisherigen 1914-Wachtturm-Endzeitverständnisses, - Endzeitglaubens - Endzeitpredigens. Wir werden und sind es schon - Zeugen des Aussterbens der entscheidenden Generation hierfür, der 1914-Generation!
In Erwachet vom 8. Okt. 1973 mußte die WTG selbst diese Generation als am Aussterben kennzeichnen.

ALLE Zugeständnisse an die WTG einkalkuliert beginnt 1984 die 1914-Endzeit-Todeszone. Denn in Psalm 80:10 heißt es:
„DAS LEBEN WÄHRT 70 JAHRE
UND WENN ES HOCH KOMMT 80 JAHRE …"
Das ist für die WTG-1914-Endzeit die letzte Grenze! 1884 sind 70 Jahre um, 1994 sind 80 Jahre um! Damit ist die weltweit verkündigte bisherige 1914-Endzeit bankrott! Die Millionen, die 1914 erlebten und darum niemals sterben sollten, sind tot!

NATÜRLICH hat man dieses Drama und Trauerspiel von Millionen einfacher Verkündiger bisher mehr oder weniger erfolgreich aus dem Bewußtsein vertuschen und verdrängen können. Der millionenfache Tod der Kleinen, der einzelnen, ihr Vergehen, hat die WTG bisher nicht ernsthaft erschüttern können.
Doch es sterben auch die bekannten Kronzeugen dieser 1914-Endzeit, wie WTG-Präsident Knorr selbst. Auch der greise Präsident Franz ist nun dran. Gerüchte liefen kürzlich in Westeuropa herum, er sei schon tot, man verheimliche es wieder wie bei N. H. Knorr eine Zeitlang. Auch WTG-Zweigdiener K. Franke ist tot, der 1968 in Hamburg die gesamte WTG-Dienerschaft jener Gegend auf das 1975-Weltende WT-gemäß einschwor!

Was der WTG im kommenden Jahrzehnt ab 1984 bevorsteht, ist ein Endzeit-Kollaps, vergleichbar dem geistigen Zusammenbruch nach dem Tode Russells 1916, als das Werk wie ein „Leichnam auf der Straße lag" und selbst das Bethel in Brooklyn schließen mußte!
Was jetzt in Brooklyn geschah an Aufstand und Rebellion gegen die WTG, wie im Zusammenhang mit dem Fall von Raymond Franz als Mitglied der LEITENDEN KÖRPERSCHAFT berichtet wurde, das hat es seit dem geistigen Zusammenbruch der WTG-1799-Endzeit nach dem Tode Russells nicht mehr gegeben!
Mit dieser CV-Beratung stellen wir den zu erwartenden geistigen 1984/94-Bankrott der WTG öffentlich zur Diskussion.

Wir treten also 1984 in ein äußerst bedeutungsvolles Jahrzehnt ein! Mit Fug und Recht kann man sagen, daß CV für dieses Jahrzehnt einem „mene tekel" für die WTG gleicht: Jener „Handschrift an der Wand", die da besagte: „Gewogen und zu leicht befunden"!

IM DENKEN UND FÜHLEN WIE EIN VÖLKER- UND MASSENMÖRDER
Die neueste WT-Blutschuldargumentation
Es kommt aus den eigenen Reihen!
„Angehörige der Christenheit mögen heute sagen, daß Jesus Christus hier als ein Blutvergießer und sein himmlischer Vater als ein grausamer, blutrünstiger Gott hingestellt werde", leitet der WT (15.4. 1979, S.17, Abs. 19) seine neueste Rechtfertigung für die von allen ZJ zu predigende Vernichtung aller Menschen ein, die anders denken und glauben. Das geschieht in einem ZJ-Pflichtstudienartikel und zeigt somit an, daß dieses „Sagen" unter den ZJ selbst umgeht, seit sich „1975" wieder als falsche Endzeitprophetie erwiesen hat.

IN der Tat, wer über das Blutvergießen nachdenkt, das die WTG da zu predigen gebietet, ist schlicht schockiert. Er muß sich nämlich in seinem Denken und Fühlen, in seinem tiefsten Innern, völlig damit in Übereinstimmung bringen, damit identifizieren. Wenn es Jehova durch die Organisation der WTG befehlen würde, müßte er das „Mordwerkzeug" selbst in die Hand nehmen, und bei den „Greisen und Jünglingen, Jungfrauen und Kindern" in der eigenen Nachbarschaft anfangen. Der WT hat das unmißverständlich zum Ausdruck gebracht. Das Nachdenken hierüber breitet sich unter den 1975-enttäuschten ZJ selbst aus.

WT-Behauptungen und CV-Antworten
WT: „… als ein grausamer und blutdürstiger Gott hingestellt … Sind die Hände dieser Nationen rein von Blut, und zwar von Blut, das nicht in theokratischen Kriegszügen, sondern in unchristlichen Kriegen vergossen wurde?"
CV: Der WT gibt hier zu, daß die Hände von Gott nicht rein von Blut seien, er habe es allerdings in theokratischen Kriegen vergossen, die Nationen dagegen in unchristlichen. Waren die theokratischen etwa christlich? Gott mit blutigen Händen, makaber, makaber, kann man da nur sagen.
WT: „Diese blutschuldigen Nationen sollten sich daran erinnern, daß Gott nach der Sintflut … gesagt hat: 'Wer irgend Menschenblut vergießt, dessen eigenes Blut wird durch Menschen vergossen werden …" 1. Mose 9 ;6 .
CV: Nach 1. Mose 9:6 lügt der WT, wenn er da von „blutschuldigen Nationen" spricht. Die WT-Argumentation ist mit der faschistischen Sippenhaft über Unschuldige vergleichbar. 1. Mose 9:6 sagt; „W e r Menschenblut vergießt …„ Die Säuglinge und Kinder einer Nation kämen da doch wirklich noch nicht in Betracht! Was für eine barbarische Denkweise ist daher doch dieses WT-Nationengeschwätz! Man wird förmlich auf die Denkweise von Massenmördern abgerichtet. 1. Mose 9:6 legt mit dem Wort „wer" eindeutig eine personelle und individuelle Verantwortlichkeit fest, was der WT gröblichst verfälscht und entstellt.
WT: „Wenn unsere blutgetränkte Erde je geeignet gemacht werden soll, damit hier ein Paradies … entstehen kann, so muß sie gereinigt werden."
CV: Von „unserer blutgetränkten Erde" kann sachlich überhaupt nicht gesprochen werden. Das trifft allenfalls nur auf die jeweiligen Kriegsschauplätze zu. Der WT macht hier emotionalisierendes und fanatisierendes Geschwätz.
WT; „… so muß sie gereinigt werden. Das unschuldige Blut, das ,auf der Erde vergossen wurde, muß durch das Blut der Nationen gesühnt werden …"
CV: Das von der WTG gepredigte Blutvergießen würde „die Erde" ja wieder mit Blut tränken und wieder „verunreinigen", weil im WT-Harmagedon wieder milliardenweise nach 1. Mose 9:6 unschuldiges Blut vergossen werden würde, das Blut der Säuglinge und Kinder z.B., die noch gar kein Blut vergießen konnten. Andererseits ist eine Erdreinigung durch Blut blutrünstiges Geschwätz, weil es biologischer Unsinn ist.
WT: „… muß durch das Blut der Nationen gesühnt werden, die uns heute mit einem dritten Weltkrieg bedrohen. Aus diesem gerechten Grund müssen alle Nationen in kurzem mit Jesus Christus rechnen."
CV: Das ist die übelste Lüge dabei! Keine Nation droht mit einem dritten Weltkrieg. Die da drohen, sind nur bestimmte Kräfte in bestimmten Nationen, nirgends „die Nationen alle". Der WT treibt hier ja Völkerverhetzung, wenn man bedenkt, was man da nach dem WT von allen Nationen oder Völkern halten müßte! Damit kommen wir jedoch zu dem eigentlichen Sinn und Zweck, den der WT mit dieser Denkausrichtung, mit derartigen Argumentationen zu verfolgen hat.

„In kurzem mit Jesus Christus rechnen"?
HIER ist weder ein WT-Argument gerecht noch müßten wir wieder mal „in kurzem" mit Jesus Christus rechnen. Das sollten doch alle schon 1914 und 1918 und 1925 und 1938 und 1975. Diese „Rechnung" ist nur wieder für die heutigen Einfältigen und Naiven, die die WTG zum Weitermachen braucht.
DIE WTG weiß sehr wohl, daß keine Nation eine andere mit einem dritten Weltkrieg bedroht., daß alle Nationen solchen Krieg vielmehr fürchten, daß es nur bestimmte Kräfte bestimmter Nationen, i n bestimmten Nationen sind. Warum wird das also bewußt verwischt? Warum lenkt der WT also bewußt von diesen Kräften ab durch eine Verwischung der Konturen?

WEIL der WT und der WTG-Medienkonzern, der ihn herausgibt, im Dienste jener Kräfte steht, die da einzig und allein mit einem dritten Weltkrieg drohen! Das ist nicht zu ungeheuerlich, um wahr zu sein! Es sind die in den USA gegenwärtig vorherrschenden Kräfte und ihre Verbündeten, die das Recht des atomaren Erstschlages beanspruchen und damit allein mit einem dritten Weltkrieg drohen! Das steckt hinter der WT-Drohung mit Jesus Christus!
Gleichzeitig soll ein Christ auf diese Weise breitgeschlagen werden, gegen die realen Drohungen mit einem dritten Weltkrieg nicht aufzustehen. So findet man z. B. keinen Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen westeuropäischen Friedensbewegung gegen die US-Atomraketenrüstung zur „Weltmacht Nr. 1" und der damit verbundenen 3. Weltkriegs-Gefahr.
Jesus Christus wird von der WTG hier wie 1914, 1915, 1925, 1938 und 1975 wieder nur zur „Täuschung der Herzen der Arglosen" ins Spiel gebracht.
Alles in allem:
IST es nicht erschreckend und abstoßend, was für Massenmordansichten ein WT-ZJ vertreten und verkündigen muß? Was für einen Geist?
K 0

Nachdenkliches"
ABKEHR VON DEN ASOZIALEN WT-DOKTRINEN ,
Am 6. Mai 1984 hatten die Wahlen der erforderlichen kommunalen „obrigkeitlichen" Personen stattgefunden. Im April wurde dazu in CV Nr. 177 ein Beitrag veröffentlicht, um den WT-Zeugen zu zeigen, wie sie in dieser Frage von der WTG unter Mißbrauch des christlichen Glaubens irregeführt werden und andere Menschen irreführen müssen» Die veröffentlichten Ergebnisse dieser Wahlen (ND 9.5.84) lassen im Vergleich zu den Wahlen vom 20. Mai 1979 (ND 21.5.79) erkennen, daß die Zahl der Nichtwähler, wozu auch die hörigen WT-Zeugen gehören, radikal um etwa 64% zurückgegangen ist. Es haben also eine ganze Menge mehr ihre soziale Mitverantwortung erkannt und sich nunmehr an der Wahl beteiligt. Für die WTG-Organisation bedeutet das eine erhebliche Abkehr vieler von den antidemokratischen, wahlfeindlichen und damit asozialen Wachtturm-Doktrinen« Wenn Christus sagte, der Mensch lebt nicht von Brot allein. So heißt das, daß er zuerst vom Brot lebt. Ein Verhungerter könnte Gott nicht mehr anbeten. Es bedeutet also, daß viele entgegen dem WT begriffen haben, daß sie ihr Brot nicht allein backen können. -

DER SCHWARZE PROPHET
In der „„Frankfurter Rundschau" ist vor einiger Zeit (am Reformationstag 1983) folgender Bericht veröffentlicht worden:
„US-Präsident Ronald Reagan hält es nach Darstellung eines Washingtoner Lobbyisten für durchaus möglich, daß sich die Welt gemäß der Offenbarung Johannis dem Jüngsten Gericht und der Entscheidungsschlacht von Armaggedon zwischen Gut und Böse nähert.
Thomas Oine, Geschäftsführer eines für gute Beziehungen zwischen den USA und Israel werbenden Komitees, sagte am Wochenende, daß der Präsident ihm am 18. Oktober erzählt habe, daß er, Reagan, am Abend zuvor mit den Eltern eines in Beirut ums Leben gekommenen US-Marineinfanteristen gesprochen hat. Der Präsident habe das Gespräch mit den Worten fortgesetzt:

'Wie Sie wissen, gehe ich immer wieder auf Eure alten Propheten im Alten Testament und auf die Anzeichen zurück, die Armaggedon ankündigen. Ich ertappe mich dabei, daß ich mich frage, ob wir die Generation sind, die erlebt, wie das auf uns zukommt. Ich weiß nicht, ob Sie in letzter Zeit eine dieser Prophezeiungen wahrgenommen haben. Aber glauben Sie mir, sie beschreiben ganz gewiß die Zeit, die wir jetzt erleben.'"
Armaggedon bzw. Harmagedon war in der alttestamentlichen Zeit (vgl. Richter 4, 4 ff. bzw. 2. Könige 23, 29) eine Stätte, an der blutige Schlachten stattgefunden hatten. Im Buch der Offenbarung des Johannes 16, 16 wurde sie als die angesehen, auf der die letzte Schlacht vor der Wiederkunft Christi geschlagen würde.
Im Verständnis sektiererisch-schwärmerischer Kreise, zumal bei den sogenannten Zeugen Jehovas, wurde mit Harmagedon das Weltende angenommen.

Wir haben 1983 genügend Beispiele des Mißbrauchs des Christentums durch Reagan und der Bibel im besonderen erlebt, doch diese Beschwörung Harmagedons muß wohl als Gipfelpunkt solchen Sakrilegs bezeichnet werden, versucht doch Reagan, sich mit den von ihm und seinen Anhängern heraufbeschworenen „Zeichen" zum Exekutor von biblischen Prophezeiungen zu machen …
Aus: „Die Weltbühne" 2/1984

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG. 17:11
Der Wachtturm
WIR PRÜFEN DEN WACHTTURM NR. 7/1984
STUDIENARTIKEL
„Die gute Botschaft von etwas Besserem verkündigen"
'Ihr Wächter, erhebt eure Stimme!"
„In Einklang fortwährend jubeln"
EINE TREFFENDE SELBSTDARSTELLUNG
„Der Fortschritt während der letzten zehn Jahre ist für uns von besonderem Interesse. Es waren Jahre der Prüfung und des Sichtens, da einige Verärgerte abtrünnig wurden und die Organisation verließen.
Aber es waren, auch wunderbare Jahre weltweiten Bauens und einer weltweiten Reorganisation, Jahre, in denen die Brüder für das zukünftige Werk gestärkt wurden. Zweifellos muß es noch eine weitere Einsammlung der 'Schafe' geben, bevor 'die Städte tatsächlich in Trümmer zusammenbrechen.'"

Wir erkennen uneingeschränkt an:
Treffender hätten auch wir nicht die letzten zehn Jahre der WT-Organisation einschätzen können, als es hier die Gesellschaft - allerdings in ihrer Ausdrucksweise - tut. Sehen wir einmal , davon ab, daß sie nicht die reale Zahl der „Verärgerten" zugibt, welche „abtrünnig" wurden. Es waren mehr, als nur „einige"; ihre Zahl geht in die Hunderttausende. Interessant trotzdem der Ausdruck „Verärgerte".
Wer hat diese Menschen denn verärgert?
Worin bestand das Ärgernis?
Da die letzten zehn Jahre angesprochen werden, liegt die Antwort auf der Hand: gemeint ist das von der WTG suggerierte Harmagedon im Jahre 1975. Sie selber ist der Urheber des Ärgernisses!
Kann man aus der Andeutung im WT schließen, daß sie dies nun wenigstens einsieht?

VORBEREITUNGEN FÜR DIE NÄCHSTEN JAHRZEHNTE
Es waren auch Jahre einer „weltweiten Reorganisation". Diese war nötig geworden, um die „Königreichseinheit" zu gewährleisten. Zu diesem Zweck schaffte man den turnusmäßigen Wechsel innerhalb der Ältestenscheften wieder ab. Insgesamt wurden die Zügel wieder straffer gezogen - das Nichtgrüßen von Ausgeschlossenen - ist ein Ausdruck davon.
Die Bautätigkeit wurde enorm forciert. Das Werk soll schließlich weitergehen, oder mit den Worten der Brooklyner Brüder zu sprechen: die Zeugen sollen "für das zukünftige Werk gestärkt" werden.

Nachdem die 1975-Verärgerten sich von der Organisation abwendeten, trat somit automatisch die Selbstreinigung der Versammlungen in Kraft, die von den Ältesten nachdrücklich unterstützt wurde. Übrig blieben Fanatiker, Gleichgültige oder Ängstliche. Hinzu kamen seit Anfang der 70er Jahre vor allem junge Leute, denen der 1975-Termin wohlweislich verschwiegen wurde.

EINE AUFLAGE FÜR DIE UNERFAHRENEN
Die Tabelle auf Seite 11 gibt interessanten Aufschluß:
Von den rund 2,5 Millionen Zeugen im Jahre 1983 sind ein Drittel, nämlich 845.049, erst seit dem Jahre 1973 zur Organisation gestoßen.
Das heißt: Es sind recht unerfahrene Menschen, zumindest in bezug auf die Praktiken der WTG! Diese Menschen sollen aber die Zukunft der Gesellschaft sein.
Gerade für die Jugendlichen gilt:
Einen handwerklichen Beruf erlernen, damit sie für ihren eigenen Lebensunterhalt aufkommen können (dann braucht es die WTG nicht!) und dann in den Predigtdienst als Vollzeitpionier. Sollte noch jemand zögern, wird diesem die Frage auf gezwungen:
"Kann ich es wirklich vor Jehova rechtfertigen, daß ich kein Pionier bin?"
Wer kann das schon, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen?
Und wenn es partout doch nicht geht?
"Wenn du aber durch schlechte Gesundheit, gewisse Verpflichtungen oder andere Dinge sogar am Hilfspionierdienst gehindert wirst, so pflege zumindest eine positive Einstellung."
-G.R.-

UNRUHEN UNTER ZEUGEN JEHOVAS IN DER DDR
Unsere Mühe hat sich gelohnt
Liebe CV-Leser, liebe Briefschreiber!
DIESER Artikel unter dieser Überschrift wird vorerst der letzte sein. Gleich nach dem Erscheinen der ersten Artikel bekamen wir aus Zeugenkreisen den Hinweis, daß man bereit ist, mit uns zu reden. Allerdings unter einer Vorbedingung:
"Sie wünschen es nicht, später namentlich in CV erwähnt zu werden."
Darüber läßt sich reden.
DAS Ergebnis der Aussprache wird zeigen, wie ernst es Älteste der Zeugen Jehovas in der DDR meinen. Bisher war es ja immer so, daß man vor solchen Aussprachen stets in Brooklyn oder Wiesbaden anfragte, was man tun sollte. Die Antwort war natürlich ablehnend und niederschmetternd. Sollten unsere Gesprächspartner erneut denselben Fehler machen wie ihre Vorgänger, dann ist für sie wenig Aussicht auf Verbesserung ihrer Lage.

Es hängt nun also einzig und allein vom Verhalten ihrer Ältesten ab, was möglich ist.
Sollte die Aussprache fruchtlos ausgehen, dann wird diese Artikelserie sofort weiter veröffentlicht, jedoch dann mit aller Gründlichkeit.
Wir wünschen jedoch ein einsichtsvolles Verhalten der Gesprächspartner, damit endlich Klarheit herrscht.
Warum urteilen wir so konsequent?
ALS ehemalige Zeugen Jehovas sind wir gegenüber unseren Briefschreibern und allen übrigen Zeugen Jehovas dazu verpflichtet, so zu handeln. Wir wissen aus eigener Erfahrung, was sinnlose Untergrundtätigkeit nach sich zieht. Bevor sich die Situation unter Jehovas Zeugen noch mehr verschlechtert, ermahnen wir sie lieber, noch einmal auf ihre Ältesten einzuwirken.

Wir sind der Ansicht, wenn es um Fragen der Zeugen Jehovas in der DDR geht, dann ist das einzig und allein Sache der führenden Ältesten und nicht Sache ausländischer Vertretungen.
Gottesdienste durchführen und Christus Jesus nacheifern, dazu braucht man ausschließlich die Bibel und aufrichtige Menschen.
Die Bibel als Lehrbuch und Wegweiser ist das einzige Buch, das für Christen in der gesamten Welt als verbindlich anerkannt wird. Was also braucht der Christ mehr?
Hat es sich nicht herausgestellt, daß der Ballast an Nebensächlichkeiten, wie Traktate, Zeitschriften, Bücher und personengebundene Informationsblättchen, ihn stets irregeführt hat, und das trifft besonders bei Jehovas Zeugen zu.
Also zurück zur Bibel!

Erfahrungen, die für Christen nützlich sind
CV hat wiederholt für Jehovas Zeugen nachgewiesen, wie man auch in unserem Lande das Christsein praktizieren kann. Es gibt bei uns genügend Bibeln zu kaufen, und es gibt in unserem Lande auch genügend, die vernünftig mit dem Inhalt der Bibel umgehen können. Außerdem gibt es eine Vielzahl Bewährter, die Gottesdienste leiten und verantworten können.
Warum wachen die Ältesten nicht auf und nutzen die Gelegenheit? Merken sie denn gar nicht, daß sie nur Befehlsempfänger einer ausländischen Leitzentrale sind?

Die Jahrbücher der WT-Gesellschaft zeigen doch wohl eindeutig, welchen verwerflichen Weg die Leitzentrale der Zeugen Jehovas von Brooklyn aus zu gehen gedenkt. Wer von den Ältesten darüber eine zuverlässige Auskunft erhalten möchte, der braucht nur an uns zu schreiben, die Anschrift findet er in jeder CV-Ausgabe auf der letzten Seite.
ES liegt nun an Euch, Ihr Älteste, wofür Ihr Euch entscheidet, denkt aber stets daran, daß die Menge unserer Briefschreiber auf eine Antwort warten.
Es gibt für Euch nur zwei Möglichkeiten:
Weiterhin einer Leitzentrale von falschen Propheten und Diktatoren zu folgen oder die Geschicke in die eigenen Hände zu nehmen.
Die letztere Möglichkeit erlaubt es Euch, vernünftig über Eure Probleme zu reden und danach die Vernunftsentscheidungen .in die Tat umzusetzen.
- W.W.-

DAS VORRECHT AUF DOPPELTE MORAL
Vor der Welt als ein Schauspiel (I)
EINES der meistgebrauchten und treffsicher verwendeten Argumente der WTG und der Zeugen Jehovas besteht darin, daß sie sich gegenüber der Welt und den Weltmenschen wie auch gegenüber den anderen Religionen wohltuend durch ihre besondere Moral, durch ihre ausgeprägte Sittlichkeit unterscheiden.
Das ist eine erfreuliche, eine beispielhafte Sache, wenn es stimmt.
Aber stimmt es denn?
Wie sieht es wirklich aus?
DENKEN wir an Ehescheidungen, unsachliche Auseinandersetzungen mit Andersdenkenden und mit Gleichgesinnten. Und das sind nur die augenfälligen Tatsachen.
Was wird wohl alles verschwiegen, vertuscht, verheimlicht, unter den Teppich gekehrt, mit einem Mäntelchen der Nächstenliebe raffiniert zugedeckt! Was alles spielt sich im Schatten der harmonischen und sooo moralischen Gemeinschaft der Zeugen Jehovas ab?

Zunächst einige Fakten, die uns polnische Brüder nach langen, eingehenden Beobachtungen übermittelten:
„Ist das 'Heilige Volk Gottes', wie sich Jehovas Zeugen selbst nennen, so heilig, wie es sich selbst vorstellt?",- fragen diese Brüder und erklären:
„Als ehemalige Diener und Mitglieder dieses 'Volk Gottes' haben wir einmal eine Übersicht gemacht.
Wir kennen sehr gut viele Gemeinden der Zeugen Jehovas in:
Warzawa, Poznan, Wroclaw, Katowice, Gdansk, Swidnica, Legnica usw.
Aber nehmen wir zum Beispiel eine mittelgroße Stadt - Swidnica (50 000 Einwohner). 1950 gab es dort 50 Zeugen Jehovas, gegenwärtig 250.
In einem Zeitabschnitt von 10 Jahren wurden festgestellt:
2 Fälle von Prostitution
10 Fälle von Untreue
6 Geschiedene
1 Diebereien
1 Gewohnheitstrinker."
DIE Brüder und Schwestern von CV meinten angesichts dieser Tatsachen, daß es wahrhaftig eine erschreckende Bilanz ist und standen betroffen dann vor weiteren Anmerkungen aus Polen:
„In anderen Gemeinden ist es nicht besser. In diesem erwähnten Verzeichnis der 'Geistesfrüchte' müssen wir noch erwähnen: ein geschlechtskranker Bruder in Swidnica, zwei homosexuelle Brüder in Walbrzych, drei Schwestern aus Szcezin, Katowice und Gdynia, die sich als Straßendirnen beschäftigen, ein Bruder, der sehr reich ist, zwei Geschäfte in Schweden und einen Betrieb in Polen besitzt, ein ungeheurer Geizhals ist er zu nennen."
Die Brüder aus Polen fragen, wie sieht es bei euch im Lande aus?
Sie fragen die CV-Leser:
„Geschieht dasselbe auch in Deiner Umgebung, in Deiner Stadt? Du brauchst es nur mit dem Bleistift berechnen: Wieviel Prostitution, Untreue, Scheidungen, Alkoholiker, Lügner, Geldgierige usw.

Solche Fälle kommen in der 'Welt' sicher nicht weniger vor, aber hat 'Gottes Heiliges Volk' das Recht, sich als sittliches und moralisches Beispiel zu nennen, sich derart hervorzutun? Du brauchst nur mit offenen Augen ohne 'Wachtturm-Brille' umherzuschauen und wirst die Wirklichkeit erkennen." - So lautete die abschließende Aufforderung der Brüder aus Polen.
Haben wir nicht schon früher viele Hinweise erhalten über solche Zustände, über Mißstände dieser Art? Ja, wir erhielten sie und wiesen kritisch darauf hin. Wir meinen, daß eine Glaubensgemeinschaft, die immer wieder von sich selbst als einem „Schauspiel vor der Welt" gesprochen hat, jedes Recht dazu verlor, denn wer kann eine doppelte Moral gutheißen, die dem Interessierten, dem Neuling in den Reihen der Zeugen Jehovas solche moralische Überlegenheit vorgaukelt und die zugleich moralisch krank und voll eiternder Geschwüre ist, wie ja nicht nur die Beispiele aus Polen zeigen, sondern Erfahrungen weltweit. CV will sich nicht als Hüter der Moral aufspielen, jedoch davor warnen, einer doppelten Moral oder einer Moral mit doppelten Boden zu glauben, denn sehr bitter ist später die Enttäuschung nach genauer Erkenntnis der wirklichen Zustände . Und wir wollen in einer weiteren Betrachtung zu diesem Problem auf die Verantwortung zu sprechen kommen.
WOLNY/CVR

SCHWERWIEGENDER KRIMINALFALL IN SACHSEN
Nach Mitteilungen aus ZJ-Kreisen gibt es in ZSCHORLAU Kr. Aue unter den ZJ einen schwerwiegenden Kriminalfall.
Die Polizei mußte eingreifen, um dem Treiben ein Ende zu bereiten.
Es liegt u.a. ein pornografischer Mißbrauch Minderjähriger vor. Der Sache wird eingehender nachgegangen, um darüber zu berichten.
Folgende Gesichtspunkte stehen inzwischen zur Diskussion: Was die WT-Organisation damit zu tun hat. Was das für eine Bedeutung für die ZJ selbst hat. Was das öffentlich bedeutet. Was die WT-Organisation in dieser Sache tut. Was für Schlußfolgerungen müssen aus der Sache im Hinblick auf die WTG ihre ZJ gezogen werden.
Lest in der nächsten CV-Ausgabe.

MÜCKEN GESEIHT UND KAMELE VERSCHLUCKT
FAST alle prophetischen Schriftstellen des alten und auch des neuen Testaments beziehen sich in den meisten Fällen auf das israelisch-jüdische Volk, das allein im Bundesverhältnis mit Gott stand. Mit dem Gottessohn erlangte alles,seinen vorläufigen Höhepunkt. Wie von Jesus angekündigt, ging eine Welt, (ein System NW) nämlich das israelisch-jüdische System zu Ende. Matthäus 24:3. Es begann mit dem Zerreißen des Vorhanges zum Allerheiligsten im Tempel und endete mit der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 u. Z.
ES ist vieles auch für uns geschrieben worden im Worte Gottes als Vorbild, Lehre, Warnung und Schatten zukünftiger Dinge, das in Jesus Christus seine Erfüllung findet. Rom. 15:4; 1. Kor. 10:11; Kol. 2:17. Aber niemals dafür, um andere Christen damit einzuschüchtern und zu erpressen. Denn das Gesetz und alle Propheten weissagten, bis auf Johannes d. T. und von der Zeit an wird das Evangelium gepredigt, Luk. 16:16; Matthäus 11:12,13. Und diesem Evangelium wird viel Gewalt angetan, damals schon bis heute. Die WTG überbietet andere Glaubensgemeinschaften darin. Sie hat sich ein eigenes Evangelium gemacht, das kaum noch ähnlich ist mit dem von Jesus und seinen Jüngern. Große Gegensätze sind die Zeitberechnungen. Obwohl sie in der eigenen Übersetzung (NW) von dem System der Dinge sprechen, Matth. 24:3, das noch innerhalb der damaligen Generation enden sollte, reden sie von 1914, Matthäus 24:34. Auch das Evangelium war verkündigt und schriftlich niedergelegt worden. Matthäus 24:14, sonst hätten wir es heute nicht. Schriftstellen wie über 144 000 und Überrest, die mehr einen informatorischen Sinn und Wert haben, werden zur Hauptlehre und Personenkult benutzt beim Abendmahl. Mit unbiblischen Doktrinen binden sie schwere Lasten , und Bürden den Menschen auf (in den Ländern unter Verbot), sie selbst wollen sie nicht mit dem kleinen Finger berühren.

IN der Bibelauslegung über andere seihen sie die Mücke heraus, bei sich selbst aber schluckt man das Kamel. Das ist pharisäisch Matthäus 23:4,24. Was soll man von Christen halten, die skrupellos das Evangelium verändern und verfälschen ohne darauf zu achten, daß im Galatherbrief ein Fluch über solche ausgesprochen wird. Gal. 1:8,9. Der Name Jehova, der niemals in der Bibel stand und erst in den letzten Jahrhunderten eingeführt wurde, ist nicht nur angenommen worden, sondern in Widerspruch zur Bibel auch in das neue Testament übernommen worden. Wer solche Autoritäten wie Gottes Wort, die heilige Schrift, die Worte des Sohnes Gottes und seiner autorisierten Jünger mißachtet, der wird auch kaum die von Gott verordneten Obrigkeiten in der rechten Weise respektieren
-eab-

DIE MACHT BÖSER GEISTER
10. Kapitel „Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben"
DIE HEILIGE SCHRIFT berichtet uns auch vom Wirken und von der Macht böser Geister. Selbst Jesus setzte sich mit ihnen auseinander und bezeugte so, daß es sie gibt. Und nicht zuletzt warnt uns die Schrift vor den Praktiken böser Geister, die zu allen Werken der Finsternis noch eine totale geistige Verführung hinzufügen wollen. Sicher müssen such Spiritismus und Okkultismus auf ihren Einfluß zurückgeführt werden, allerdings in unserem Kulturkreis mit geringem Erfolg. Aber dafür breitet sich auch bei uns ein ganz anderer Geist aus und sucht, die Menschen von Christus wegzuziehen. Es ist der böse Geist des Antichrists. Dieser Geist jedoch hat nicht dort seinen Ursprung, wo Nichtchristentum und Atheismus die Existenz und Erlösungstat Gottes grundsätzlich ignorieren, sondern seine Wurzeln sind dort zu suchen, wo diejenigen, welche zwar aus der Gemeinde Christi hervorgegangen, aber vom Worte Christi abgewichen sind, zwangsläufig in die Irre gehen mußten.
(1. Joh 2:19; Joh 8:31,32)

Woran erkennen wir nun den Antichristen? Doch wohl nur an der Gegenüberstellung zum wahren Christus.
Der wahre Christus
OHNE Zweifel, der Sohn Gottes ist der Einzig- und Erstgeborene des Vaters (Joh 3:16; Kol 1:15), gezeugt vor aller Ewigkeit (Micha 5:1) .
Demnach kann er kein hervorragendes Geschöpf Gottes sein, sondern stammt vielmehr aus dem Vater selbst, also wahrer Gott aus wahrem Gott.
Als der Sohn sich selbst entäußerte und Mensch wurde, ist er wahrer Gott und wahrer Mensch zugleich geworden, und nach seinem Erdenlauf kehrt er zu seinem vormenschlichen Stand zurück.
Die Antichristen
DEM eigentlichen und personifizierten Antichristen, den uns Paulus prophezeit hat (2. Thess 2:3,4, 8-10), geht eine unbestimmte Anzahl von Vorläufern voraus, die schon wesentliche Merkmale des kommenden Antichristen auf sich vereinen (1. Joh 2:18 b, 4:3) und bereits seit der Apostelzeit wirksam geworden sind.

Eine Gruppe unter ihnen tritt als Lügner und Irrlehrer auf. Ihre Irrlehre besteht in einer Doppelaussage:
1. Der Mensch Jesus ist nicht Christus, welcher im AT als der Messias verheißen wurde (1. Joh 2:22).
2. Jesus Christus ist nicht in das Fleisch gekommen (2. Joh 7).
Die Bedeutung beider Sätze liegt klar auf der Hand.
a) Der himmlische Christus, Gottes eigene Geburt, habe sich lediglich des adamischen Menschen Jesus von Nazareth bedient, indem er ihn bei seiner Geburt oder Taufe in Gestalt einer Taube mit Gottes Geist salbte.
b) Jesus Christus, wahrer Gott aus wahrem Gott geboren, also Gott selbst, kann nicht Gott und Mensch zugleich sein und in dieser Gestalt leiden und sterben. Entweder ist der Sohn nicht Gott, sondern nur Geschöpf, oder aber der Mensch Jesus war nur geistgesalbte Stellvertreterfigur Gottes auf Erden. Unsere Erlösung sei deshalb nur dadurch möglich, daß wir eine bestimmte Heilslehre oder -erkenntnis und besondere Weihen annehmen und praktizieren würden.

Eine andere Gruppe Antichristen erkennen wir als falsche Christi. Sie unterscheiden sich von den Irrlehrern dadurch, daß sie sich selbst als Heilsbringer ausgeben und demzufolge nur für ihre Anhängerschaft das Heil erreichbar wäre. Falsche Christi treten in der Regel als Einzelperson gelegentlich aber auch als Personengruppe auf. Die Praxis zeigt, daß Irrlehre und falsche Christi zumeist in vielen Varianten miteinander vermischt und dadurch für den Uneingeweihten nicht sogleich erkennbar sind.

Der Antichrist
DER absolute Höhepunkt allen antichristlichen Strebens vereint sich im kommenden und endzeitlichen Antichristen. Wie schon angedeutet, wird er uns in 2. Thess 2:3,4, 8-10 charakterisiert.
Als Einzelperson wird dieser Antichrist alle Zukunftshoffnung, Anbetung und den absoluten Gehorsam aller Menschen auf sich zu vereinen suchen und dabei durch Gewalt großen Erfolg haben.
Er wird der direkte Gegenpart des wahren Christus sein und auftreten als:
Mensch der Gesetzlosigkeit,
Sohn des Verderbens,
Widersacher, der sich über alles erhebt, was Gott oder Gottesdienst heißt. Er ist der, der sich in den Tempel Gottes setzt, der sich als Gott ausgibt und der sich durch alle möglichen Machttaten, Zeichen und Wunder der Lüge als der sich auswirkende Satan erweist.

Aber die wahre und treue Gemeinde Jesu dagegen wird ihn als den Vorgaukler des angeblich wiedergekommenen Christus erkennen und ihm widerstehen.
Gehört ihr, liebe Geschwister, mit zu dieser den Antichristen erkennenden Gemeinde Jesu?
Die antichristliche Wachtturm-Gesellschaft
WOHL KAUM, denn gerade der sogenannte, treue und verständige Sklave führt euch auf antichristliche Abwege. Übertreiben wir damit nicht etwas? Bestimmt nicht!
Die Fülle der Wachtturm-Literatur beweist uns den antichristlichen Charakter dieser Gesellschaft.
Einige Beispiele aus ihrer Literatur im Vergleich mit der Schrift werden dies belegen.
Benutzen wir die „Predigt-Redepläne" S. 17 und die Neuerscheinung „In der Anbetung des allein wahren Gottes vereint" Seite 29 und 31.
1. (Lies Joh 3:16; l. Joh 4:9)
Sinn des Textes:
Jesus ist der Einziggeborene, damit wahrer Gott aus wahrem Gott geboren und niemals ein Geschöpf Gottes.
(„Anbetung"): „… zur Zeit seiner (Jesu) Erschaffung … der einzige, den Jehova allein erschuf. "

WTG-Lehre:
Jesus ist nicht wahrer Gott, sondern lediglich Geschöpf.
2. (Lies Micha 5:1; Kol 1:15; Mt 3:16,17)
Sinn des Textes:
Jesus wurde vor aller Schöpfung von Gott gezeugt und geboren.
Dies wurde anläßlich seiner Taufe vom Vater bestätigt (Mt 3:17).
Es heißt dort: „dies ist mein Sohn", also zu diesem Zeitpunkt eine bereits bestehende Tatsache.
(„Anbetung"): „…, daß dieser (Jesus) bereits seit 'den Tagen unabsehbare Zeit' existierte, seit der Zeit seiner Erschaffung im Himmel."
„Und als er mit heiligem Geist gesalbt wurde, erklärte eine Stimme aus dem Himmel, wer er war" (nämlich angeblich die erste Schöpfung Gottes d. V.).
(„Redepläne"): „Aus Gottes Geist geboren. mit himmlischer Bestimmung" Mt 3:16,17. (Am Tage seiner Taufe d. V.)

WTG-Lehre:
Jesus, der seit unabsehbarer Zeit als Geschöpf bereits im Himmel existierte und zur bestimmten Zeit als Mensch auf die Erde kam, wurde erst anläßlich seiner Taufe im Jordan durch den Geist Gottes mit einer himmlischen Bestimmung zum Geistsohn gesalbt.
3. (Lies 2. Joh 7)
Sinn des Textes:
Jesus Christus ist der vor unabsehbarer Zeit aus Gott geborene Sohn und damit dem Vater völlig gleichgeartet. Als Erdenmensch existierte er als wahrer Gott und wahrer Mensch zugleich. Gott selbst war im Sohne Fleisch geworden und uns Menschen erschienen.
Alle, die Jesus sahen und erlebten, haben den Vater durch den Sohn erfahren. Gott (der Sohn) litt und starb in Menschengestalt am Kreuz.

WTG-Lehre:
Jehova kann nicht als Mensch im Fleische kommen und in dieser Gestalt leiden und sterben.
Jesus Christus, der ja lediglich Geschöpf ist, habe zwar als geistgesalbter Sohn in einer Art Austauschfunktion am Pfahle den Tod erlitten, war aber keinesfalls mit dem Vater wesensgleich. Demnach ist nicht Gott im Sohne, sondern lediglich das hervorragendste Geschöpf Gottes Fleisch geworden.
4. (Lies Phil 2:7)
Sinn des Textes:
Jesus Christus, der in der völligen Wesensgleichheit des Vaters mit ihm auf ewig existiert, betrachtete dies nicht als einen unaufgebbaren Raub oder Besitz, sondern entäußerte sich selbst und wurde Mensch. Nach seinem Kreuzestod nahm er wieder die gleiche Gottesgestalt an, diesmal aber mit dem Wert seines Loskaufopfers, was ihn zum Eigentümer des Adamsgeschlechtes machte.
(„Redepläne"): „Über seine vormenschliche Daseinsstufe erhöht."

WTG-Lehre;
Jesu vormenschliche Existenz war geringer als die nach seinem Opfertod und der Auferstehung.
Fragen an die Wachtturm-Gesellschaft
WIE kann der Sohn Gottes, der mit und neben dem Vater in göttlicher Wesensgleichheit von Ewigkeit her existiert, nach seinem Erdenlauf auf eine noch höhere Daseinsstufe erhöht werden, da es doch nichts höheres mehr geben kann?
Handelt der „treue und verständige Sklave" nicht wie die Pharisäer, die Jesus zu töten suchten, nur weil er der Wahrheit entsprechend, sich als Sohn Gottes und damit als Gott ausgab? (Joh 5:18)

Unsere Antwort lautet:
Derjenige, der Jesus Christus die Gottgleichheit abspricht und ihm dafür lediglich Gottesähnlichkeit gleich einem Geschöpf zubilligt, handelt antichristlich.
Da der „Sklave" genau das tut, ist er unwiderlegbar ein Antichrist, dessen Geist eure Herzen und Sinne, liebe Geschwister, gefangen hält.
Geist Christi nötig
EUCH, LIEBE GESCHWISTER, ergeht es so wie dem Menschen, von dem uns Mt 12:43-45 berichtet. Als ihr glaubig wurdet, habt ihr aus eurem Herzenshaus den bösen Geist dieser Welt vertrieben.
So gereinigt verschließt es nun vor dem bösen Geist des Antichristen, welcher siebenmal ärger ist als sein Vorgänger. Laßt dafür ungehindert den Geist Christi in euch ein, der von Gott stammt und zum Leben führt.
-MSH-

AUS DER VERSAMMLUNG WISMAR
Die Liebe der Ältesten zu ihren Alten und Kranken
„VOR GOTT SIND ALLE MENSCHEN GLEICH" heißt es in der Bibel. Man könnte die Bibel noch weiter bemühen und auf den Bibelvers verweisen, daß auch der Geringste vor Gott seinen Wert hat.
NICHT so aber handeln die Verantwortlichen der WTG, wie zum Beispiel die Ältesten in der Versammlung Wismar. Sie behandeln die Menschen, die unter ihrer Aufsicht - sprich „Rute" - stehen, grundsätzlich nach dem Leistungsprinzip. Für diese Ältesten sind die Worte der Schrift nur Fassade, die, wenn es der WTG nützt, zitiert werden. Wer nichts oder nur wenig leistet, ist unerwünscht oder wird als minderwertig betrachtet, er kann sehen, wie er zurechtkommt.

„der letzte Dreck"
SO kommt es, daß ältere Personen in der Versammlung, die aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes oder Alters nur noch wenig tun können, insbesondere ist der Predigtdienst damit gemeint, auch entsprechend ihrem Leistungsvermögen behandelt werden. Sie werden zumeist, obwohl sie in der Regel langjährige Zeugen Jehovas sind und in der Vergangenheit auch ihre Verdienste hatten, behandelt wie buchstäblich „der letzte Dreck".

Auch wenn es dabei um Menschenleben geht, die Ältesten der Versammlung Wismar sind an einigen „Opfern", die es da zu beklagen gibt, nicht ganz schuldlos. Sie handeln nach dem Wahlspruch „Der Zweck heiligt die Mittel" oder „Leistest du was - dann bist du wer." Anderenfalls, wie sie es selbst ausdrücken, wirst du an die „letzte Stelle der Versammlung gerückt." (Entsprechend deinem Predigtdienstanteil oder Abgaben an die nimmersatte „GH".).

Folgende Vorfälle beweisen es:
EINE Schwester, die schon im vorgerückten Alter war - über 80 Jahre - eine langjährige Zeugin Jehovas, die jetzt aber aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes nur noch selten Predigtdienst verrichten konnte, wurde nun einer anderen Studiengruppe zugeteilt, die 8 Kilometer von ihrer Wohnung entfernt war. So mußte sie nun erst 15 Minuten zu Fuß zurücklegen und dann noch 10 Stationen bis zur Zusammenkunftsstätte mit dem Bus fahren. Da sie möglichst an allen Versammlungsterminen anwesend sein wollte, blieb nichts anderes übrig, als auch im Winter bei ungünstigen Witterungsverhältnissen sich auf den Weg zu begeben. Daß dieses nicht auf die Dauer ohne Folgen bleibt, ist wohl vorauszusehen. So war diese Schwester - sie hieß Grete Weiser - wieder an einem Abend im Winter auf dem Weg von der Versammlungsstätte nach Hause. Nachdem sie in den Bus eingestiegen war und es auch im Bus aufgrund des Schnees, der draußen lag, ziemlich glatt war, rutschte sie aus und erlitt mehrere Knochenbrüche.
Ein paar Tage später verstarb sie im Krankenhaus an den Unfallfolgen.

Älteste zogen keine Lehren
NUN möchte man annehmen, die Ältesten zogen Lehren aus diesem Vorfall, aber weit gefehlt, denn ihre „große Liebe" zu den Alten und Kranken bewog sie, auch bei zwei weiteren Schwestern, die ebenfalls im Rentenalter sind, nicht anders zu handeln. Diese zwei älteren Frauen - beide gehbehindert - eine der beiden hatte sogar eine Operation an der Hüfte gerade hinter sich - hätten gut in eine Studiengruppe zugeteilt werden können, die ungefähr 300 Meter von zu Hause entfernt lag. Statt dessen aber wurde eine jüngere Schwester mit zwei schulpflichtigen Söhnen in diese Studiengruppe zugeteilt, die von außerhalb des Ortes mit dem Auto anreiste, aber mehr für den Predigtdienst tat. Die beiden älteren Damen aber mußten in eine Studiengruppe gehen, die so weit entfernt, lag, daß sie für die Anreise ebensolange unterwegs waren wie die zuerst genannte Schwester. Erst nachdem sie schon bald sechs Monate die Zusammenkünfte nicht mehr besucht hatten, wurde eine andere Regelung, die günstiger für sie war, getroffen, denn man hatte sich erinnert, daß sie immer eine bestimmte Summe Geld für die „GH" gegeben hatten, das wohl jetzt fehlte.

Für ihre „Schäflein" blind und taub
JA, man kann wirklich sagen, daß nicht die Pastoren oder Priester der in der DDR offiziell zugelassenen Religionsgemeinschaften „Blindenleiter" sind, so wie es die WTG-Verantwortlichen immer darstellen, sondern die WTG-Ältesten selbst, die für die Probleme und Sorgen ihrer „Schäflein" meist blind und taub sind.
Alle anderen Religionsgemeinschaften kümmern sich um ihre Alten und Kranken, suchen sie zu Hause auf, holen sie mit dem Auto zur Bibelstunde ab, unterhalten selbst Altenheime usw., nicht aber die WTG, sie legt ihr Geld lieber in Prunkbauten wie Selters in der BRD an.
-RSW-

EINE SCHWESTER SCHRIEB AUS SCHLEIZ
Ich, Margaretha Seh., nehme seit 3 Jahren nicht mehr an der Bibelstunde teil, die CV hat mir die Augen geöffnet, daß der Zeuge Jehovas nicht die Wahrheit spricht. Mit bestem Dank für die Monatsschrift CV.
Mit Gruß
Margaretha Sch.

„Christliche Verantwortung"; Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

A 727/84 V 7 1 1963 N 2

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