Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 161
1982 fand in der Sowjetunion eine formal von der
Russisch-Orthodoxen Kirche einberufene Propagandakonferenz statt. Ziel war es, so
"möglich", eine Art Gegengewicht gegen die USA-Politik zu schaffen, deren
erklärte Zielsetzung es war, den Osten totzurüsten. Man hoffte, auch Religionen dafür
instrumentalisieren zu können. Unter den handverlesenen Teilnehmern jener Konferenz, auch
CV-Mitarbeiter, die nunmehr auch in dieser CV-Ausgabe sich mehr schlecht als recht
mühten, ihre Leserschaft dafür zu "gewinnen".
Schon bedingt von der grundsätzlichen anti-ökumenischen
Haltung der Zeugen Jehovas, war das ein zum Scheitern verurteiltes Unterfangen. Es war
genauso naiv, wie auch die Wahlschlepper, und in Sonderheit ihre Auftraggeber, bei
"Wahlen" im Ostblock als naiv bezeichnet werden müssen, die da versuchten ihr
sonderbares Gewerbe mit mehr oder weniger offenen Druck auszuüben. 1950 scheiterten sie
schon, als sie bei ihrer damaligen vergleichbaren Kampagne zur Ächtung der Atombombe,
registrieren mussten. Die Zeugen Jehovas gehören zu deren Nichtunterzeichnern. Außer
propagandistischen Effekt haben solche Aktionen ohnehin wenig Sinn. Die tatsächlichen
Entscheidungen werden andernorts gefällt.
CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER. GD, GERA/THÜR, DDR
N R. 161 GERA DEZEMBER 1982
APPELL AN DIE OBERHÄUPTER UND MITGLIEDER DER
RELIGIONSGEMEINSCHAFTEN
der Moskauer Weltkonferenz der Religionen - Mai 1982
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen den Wachtturm Nr. 11/1982
DIE ZÜGEL STRAFF, DIE PEITSCHE LOCKER
Randbemerkungen zum Jahrestext 1982
EIN JUDAS UND VERRÄTER,
WER ZUR CHRISTLICHEN VERANTWORTUNG" STEHT?
"
UND DU SOLLST DEINEN MITMENSCHEN LIEBEN
WIE DICH SELBST
" GEMEINSCHAFTSENTZUG WEGEN HEIRAT AUS LIEBE
"Dich wird Jehovas Blitz erschlagen
"
MIT diesen Worten wurde ein Bruder verurteilt und bekam
Gemeinschaftsentzug, wie das so schön heißt, weil er eine Frau heiratete, die er liebte
und damit jene Schwester ablehnte, die ihm aus der Gemeinschaft sozusagen
"zugedacht" war. Nun sind Ehen, in denen ein Partner nicht den Zeugen Jehovas
angehört, ja nichts seltenes. Und so, wie die WTG sich brüstet, daß ein Zeuge Jehovas
oft seinen Partner ebenfalls in die Gemeinschaft hineinüberzeugt, ebenso oft kommt es
vor, daß der Effekt genau umgekehrt ist. Der Bruder, auf den jenes WTG-gerechte
Donnerwetter herniederprasselte, wollte gar nicht die Gemeinschaft verlassen. Er mußte
es, weil er konsequent seine Liebe verteidigte und erklärte: "Ihr könnt mich nicht
zwingen. die Achtung und Zuneigung zu einem Menschen zu verraten, nur weil es euch nicht
in den Kram paßt. Keine Textstelle der Bibel sagt irgend etwas davon, daß einem Menschen
der Ehepartner vorgeschrieben und zugeteilt wird."
DIE Diskussion zu dieser Frage spitzte sich nach
mehreren Besuchen älterer Brüder bei diesem Bruder zu und führte zum
Gemeinschaftsentzug, Begründung:
"MIT EINER FRAU, DIE DER WAHRHEIT SO FERNSTEHT, WIE DIE DES BRUDERS
W., HAT DIESER BRUDER KEINE CHANCE, IM GLAUBEN FEST ZU BLEIBEN. IN WENIGEN WOCHEN, SEIT ER
VERHEIRATET IST, IST ER EIN GANZ ANDERER MENSCH GEWORDEN UND NEIGT IMMER MEHR ZUM
WIDERSPRUCH."
AN diese Episode wurde ich erinnert, als ich kürzlich
beim Lesen und Studieren der Heiligen Schrift auf zwei Bibelstellen stieß:
"Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen
Arm; denn die Liebe ist so stark wie der Tod,
"
"
; und du sollst deinen Mitmenschen lieben wie dich
selbst
" (3. Mose 19:18)
GEHÖRT nicht die wahre, aufrechte Liebe zum Menschen und zum menschlichen Zusammenleben von Anfang an? Gehört zur Liebe nicht Vertrauen, Vertrauen in den Mitmenschen, in den Partner? Ihr werdet wohl alle diese Frage bejahen. Nun lest bitte aufmerksam im Register der Neuen-Welt-Übersetzung, welche Textstellen ausführlich bei dem Begriff "Lieben" und welche bei dem Begriff "Vertrauen" genannt sind. Ihr werdet feststellen, daß unter dem ersten Begriff noch Raum ist für Aussagen über die Liebe der Menschen untereinander, daß es aber beim zweiten Begriff nur um das Vertrauen zwischen den Menschen und Jehova geht. Ja, an einer Stelle heißt es sogar:
"
Verflucht ist der körperlich taugliche
Mann, der sein Vertrauen auf den Erdenmenschen setzt und tatsächlich Fleisch zu seinem
Arm macht und dessen Herz sich von Jehova selbst abwendet." (Jer. 17:5).
WENN in einer Bibelausgabe so bewußt der Begriff "Vertrauen"
vereinseitigt wird, dann wird auch die Ehe in Frage gestellt. Ein Register ist immer
abhängig von denen, die es schreiben. Nehmen wir einmal an, die WTG hätte die
Übersetzung der Originaltexte nicht in ihrem Sinne verfälscht, dann wäre das Register
in vielfacher Weise ein deutliches Beispiel für Einseitigkeit der Auslegung. Eine Ehe
ohne Vertrauen und Achtung der beiden Partner zueinander kann nicht funktionieren, wird
früher oder später scheitern, mit Sicherheit aber ein Nebeneinander-Leben sein.
DIE Ausschließlichkeit, mit der die WTG das Vertrauen auf Jehova einstellt und betont, zeigt klar ihre Pläne. Jehova hat die Ehe geschaffen und heißt sie gut, aber wie es in der Ehe auszusehen hat, das entscheidet die WTG. So, wie sie alle jene, die nicht Zeugen Jehovas sind, schon von vornherein zum Tode in Harmagedon verurteilt, so maßt sie sich das Recht an, Herr über die zwischenmenschlichen Beziehungen zu sein. Nein, nicht nur Herr, sondern auch Richter, und das bis hin zu den intimsten Dingen .
WER sich jedoch nicht fügt, dem wird gedroht, der wird vor Satans Schlingen gewarnt, der wird solange unter Druck gesetzt, bis er nachgibt oder, was heute immer häufiger der Fall ist, bis er seine eigenen Wege geht, hin zu dem geliebten Partner, weg von der WTG und: durchaus nicht weg von seinem Glauben! Sich allerdings bis zu so einer Entscheidung durchzuringen ist schwer, sehr schwer. Und selten ist es allein zu schaffen.
Gemeinsamkeit - ein Wort mit zwei Seiten
DIE WTG redet oft von Gemeinsamkeit, von Gemeinschaft und
Zusammengehörigkeitsgefühl. Sieht man sich die Realitäten genauer an, so wird man
feststellen, daß hier nicht das innere Zusammenhalten einer Gruppe von Menschen gemeint
ist, sondern das Zurschaustellen einer Überzeugung gegenüber der andersdenkenden Welt.
In Wirklichkeit meint die WTG "öffentlich sein". Sie will, wenn sie von
Gemeinschaft redet, ständig alles kontrollieren, den Überblick über das Fühlen, Denken
und Handeln jedes einzelnen haben, um ihn vor dem Straucheln - besser: vor echten eigenen
Entscheidungen - zu bewahren. Über einen langen Zeitraum ist ihr das auch gelungen, auch
dadurch, daß sie das Wort "Nächstenliebe" immer wieder öffentlich dargestellt
und breitgetreten hat. So ist für den Außenstehenden der Eindruck vorhanden, besser und
harmonischer, liebevoller und vertrauter als bei den Zeugen Jehovas kann es nirgends sein.
BITTE prüft es selbst, ob es in eurer Gemeinschaft so ist, prüft, wie echt und ehrlich Liebe und Vertrauen sind, und dann unterhaltet euch über dieses gar nicht so einfache Problem. Es hat nie in Jehovas Absicht gelegen, daß es in einer Ehe oder in einer Gruppe Menschen, die zusammen arbeiten, lernen, leben. Mißtrauen und Haß gibt. Die Darstellung der WTG aber ist so gehalten, daß sie den Zeugen Jehovas die Nächstenliebe nur . in den eigenen Reihen gestattet. Was ist eine so einseitige Nächstenliebe wert, und wo in der Bibel gibt es dafür Beweise und Gründe? Zugleich wird Mißtrauen gesät. Mißtrauen gegenüber allen Andersdenkenden, also gegenüber der Umwelt. Wie schnell wird so ein Mißtrauen in die eigenen Reihen getragen, wie schnell kann es zurückschlagen.
viele innere Widersprüche
JEDER von uns weiß, daß "Gemeinschaft" äußerlich harmonisch,
innerlich aber voller Widersprüche sein kann. Wir alle wissen, dass es auch in den
Versammlungen viele innere Widersprüche gibt, und mir klingt noch die Stimme jenes
Bruders, den ich am Anfang erwähnte, im Ohr:
"WEM KANN MAN DENN NOCH VERTRAUEN, WENN AUF DER
LIEBE SO HERUMGETRAMPELT WIRD?"
FÜR ihn, wie für viele vor ihm und nach ihm, war dieses Verhalten der
Beweis, daß es Gemeinschaft auch nur zum Schein geben kann, als Aushängeschild vor einer
zerbröckelnden Fassade. Wieviele haben das schon gemerkt. Und da helfen weder Zwang, noch
Gewalt, noch gutes Zureden. Wo der Grund einer Gemeinschaft nicht fest auf Vertrauen,
Liebe und Achtung gebaut ist, da ist es eine Frage der Zeit, wann sie zerbricht .
"VERTRAUEN", "LIEBE" und
"ACHTUNG" - das sind nicht nur oft gebrauchte Worte. Deshalb wollen wir uns in
den nächsten Ausgaben etwas gründlicher damit befassen, ausgehend von den Erfahrungen
vieler Brüder und Schwestern, deren Einstellung wir erfuhren, deren Weg wir verfolgen
durften.
-tig-
EIN JUDAS UND VERRÄTER
WER ZUR "CHRISTLICHEN VERANTWORTUNG" STEHT ?
Wir lesen im 2. Joh. 7-10:
"Denn viele Irrlehrer sind in der Welt aufgetreten
Jeder, der
darüber hinausgeht, und nicht in der Lehre Christi verbleibt
Wenn jemand zu euch
kommt und diese Lehre nicht mitbringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und bietet ihm auch
keinen Gruß, denn wer ihn grüßt, macht sich an seinem bösen Treiben mitschuldig."
Bei dem bleiben, was geschrieben steht
1. Korinther 4:6
DIESES Johanneswort benutzt die Organisation als eines ihrer
Hauptargumente gegen die zunehmende Wirksamkeit von "Christliche Verantwortung"
(CV). Das ist natürlich reinste Spiegelfechterei, weil es CV in Wirklichkeit überhaupt
nicht erreicht und trifft. Es ist ehrlicherweise auf CV überhaupt nicht anwendbar.
Niemand sollte sich da bluffen und ängstigen lassen. Man braucht nur bei dem zu bleiben,
was da Johannes wirklich sagt. Er sagt, so jemand "die Lehre Christi nicht
bringt". Vom Glauben an die Wachtturm-Organisation und die Wachtturm-Lehren ist da
nicht die Rede. Der Sachverhalt ist doch so, daß CV die Lehre Christi gegen den
WT-Mißbrauch sogar verteidigt! CV steht sowohl namentlich wie inhaltlich sehr wohl in der
Lehre Christi, allerdings nicht in der Wachtturm-Bibelauslegung. Und das schließlich mit
gutem Grund, wie jeder nachprüfen kann und sollte
FÜR die Organisation ist doch in Wirklichkeit der Glaube an Christus, das Bleiben in seiner Lehre überhaupt nicht das Entscheidende, das Kriterium, sondern der "Glaube an die siegreiche Organisation", wie das u.a. die WT-Kongresse 1978 genau formulierten. Wenn man nicht an diese Organisation der WTG glaubt, dann nützt der ganze Glaube an Gott und Christus nichts. Daraus wird klar ersichtlich, daß die WTG sich das Wort Gottes, Gott und Christus, allein verfügbar gemacht hat. Sie bestimmt darüber, was von Gott zu halten ist, wie an ihn zu glauben ist, was sein Wille ist, was sein Vorhaben ist, desgleichen bezüglich Christus, wann er wiedergekommen sein soll (zuerst 1874, dann 1914) usw. Wehe, wer das nicht glaubt, wer das gar bestreitet! So ist doch die Lage!
WER also bloß bei dem bleiben möchte, was wirklich geschrieben steht, begeht in keiner Weise Verrat an Christus, ist alles andere als ein Judas. Die WTG mißbraucht hier ebenfalls die Schrift in übelster Art und Weise, um jede Kritik an ihrem Schriftmißbrauch schon im Keim zu unterdrücken. Man muß nämlich schon eigene Bibelfestigkeit und entsprechendes eigenes Stehvermögen besitzen, um dem Rufmord der Organisation Paroli bieten zu können. Denn sie geht letzten Endes geistig und buchstäblich über Leichen, wie sie das auch in der Blutfrage beweist.
DIE WTG verdreht und verrät mit ihren haltlosen Endzeitprophezeiungen über hundert Jahre schon Gott und Christi?, das geschriebene Wort!
Was von der WTG nie zu erwarten ist
VON einem falschen Propheten ist nie zu erwarten, daß er zugibt, daß er
ein falscher Prophet ist. Er wird und muß sich immer in das Gewand hellsten
"Lichtes" stellen. Man muß schon die Entschlossenheit und den Mut aufbringen,
das selbst festzustellen. Sonst wird man immer wieder aufs neue hingehalten. Die WTG muß
ihre. "Endzeit" immer wieder aufs neue verschieben! Was wäre, wenn sie nach
1914 nicht auf 1918, nach 1919 nicht auf 1925, nach 1925 nicht auf kurz nach 1938 und
danach nicht auf 1975 verschoben hätte. Sie wäre längst erledigt! Und so wird und muß
das weitergehen! Jetzt wird 1996 ins Spiel gebracht. Auch das Jahr 2000 schon, und auch
schon der Sanktnimmerleinstag. Wer weiß denn heute noch, daß das erste "göttliche
Licht" der WTG der Beginn der "Zeit des Endes" im Jahre 1799 war! Die WTG
wird und muß ihre falsche Prophetie immer irgendwie bemänteln und vertuschen. (5. Mose
18:20-22).
Was CV da nun tut
DAS hat die WTG in der Tat noch nicht erlebt! CV tritt nun gegen den
WT-Verrat dessen, was da geschrieben steht, in allen Dimensionen an! Wie noch nie wird die
gesamte "endzeitliche" WT-Maskerade gelüftet und aufgedeckt!. Der WT-Verrat
wirklicher christlicher Nächstenliebe am anderen Menschen, der WT-Verrat schriftgemäßen
Verhaltens zu Gesellschaft und "Obrigkeit", der WT-Verrat des einen Glaubens,
der einen Taufe, der einen Hoffnung nach Epheser 4:1-6 und Philipper 3:17-21, die immer
noch für alle Christen gelten! Wie Epheser 3:17 unzweideutig aussagt! Und CV zeigt auch,
warum die WTG dieses schändliche Tun immer wieder fortsetzt, jeden Bankrott in einen
"Sieg" ummünzt und so eine Generation Argloser nach der anderen
"verheizt". CV deckt auch die Hintermänner und Hintergründe auf! CV zeigt auf,
für wen dieser WT-Verrat des einen christlichen Glaubens, der einen christlichen Hoffnung
betrieben wird. Die Beweise kann jedermann nachprüfen und nachlesen.
WER zu "Christlicher Verantwortung" (CV)
steht, verteidigt die Lehren Christi gegen den Wachtturm-Mißbrauch und bleibt in der
Lehre Christi.
K.O.
DIE ZÜGEL STRAFF. DIE PEITSCHE LOCKER
Randbemerkungen zum Jahrestext 1982
"DARUM, MEINE GELIEBTEN BRÜDER, WERDET STANDHAFT, UNBEWEGLICH, UND
SEID ALLEZEIT REICHLICH BESCHÄFTIGT IM WERKE DES HERRN, INDEM IHR WISST, DASS EURE
MÜHEVOLLE ARBEIT IN VERBINDUNG MIT DEM HERRN NICHT VERGEBLICH IST." - l. Kor. 15:58
-
"SCHLIMMER GEHT'S NIMMER!" - dieser Gedanke schießt einem unwillkürlich durch den Kopf, wenn man diese Zeilen liest, mal ganz abgesehen davon, daß ähnliche hinhaltende Jahrestexte schon vorgekommen sind. Aber einen Jahrestext dieser Art weltwelt zu verbreiten und im Jahre vorher heuchlerisch ein Buch zu veröffentlichen "Dein Königreich komme" - das ist der Gipfel der unverschämten und selbstsüchtigen Betrugsmanöver, die sich die WTG bisher schon geleistet hat. Es wäre nicht sinnvoll, sich lange bei dem Wort "unbeweglich" aufzuhalten. Doch ganz übergehen wollen wir es nicht. In der auch oft von Zeugen Jehovas verwendeten Menge-Bibel wird die Übersetzung "unerschütterlich" verwendet. Dies trifft das Gemeinte wohl besser. Aber der Deutungsversuch für "unbeweglich" ist beinahe so etwas wie ein Offenbarungseid der WTG. Hat sie doch hier mit einem Wort ihre ganze engstirnige, herrschsüchtige und egoistische Glaubenspolitik entlarvt, sie ist eben unbeweglich.
Unbeweglichkeit in Geist und Tat
ABER treffend charakterisiert sie damit auch die Glaubenshaltung
ihrer Zeugen Jehovas, die zur Unbeweglichkeit in Geist und Tat ja von Anfang an verurteilt
wurden und noch verurteilt sind. Da kann man in Brooklyn nur hoffen, daß diese
Feststellung der Unbeweglichkeit nicht Aufsehen unter den Brüdern und Schwestern erregt.
Eine solche Übersetzungsleistung als Jahrestext hält über 2 Millionen Zeugen Jehovas
täglich vor Augen, wie sie von der leitenden Körperschaft beurteilt werden. Und damit
sie über diese eindeutige Abwertung, denn zwischen "unerschütterlich" und
"unbeweglich" besteht ja eindeutig ein gewaltiger Unterschied, so, wie zwischen
positiv und negativ, nicht zu oft stolpern im Jahr des Herrn 1982 werden sie strengstens
daran erinnert, reichlich beschäftigt zu sein, damit zum Nachdenken nicht mehr zuviel
Zeit bleibt, geradeso, als ob sie bisher zu wenig beschäftigt gewesen wären. Wieviel
Zeit soll denn der WTG noch geopfert werden? Wieviel Familien sollen im Dienst noch ihren
Zusammenhalt verlieren? Wieviele werden noch mit "reichlicher Beschäftigung" in
die Vereinseitigung und ins Abseits ohne echte zwischenmenschliche Beziehungen gedrängt?
WIEVIELE haben sich bisher gefragt, wie lange man den Bogen noch spannen und überspannen kann? Es werden täglich mehr, weil die Situation täglich unerträglicher wird.
Nun ein solcher Jahrestext
WAS hält er denn, im Gegensatz zu früheren noch an Auferbauung, an
Stärkung bereit? Viel ist es nicht, denn wer nur zum standhaften Ausharren aufgerufen,
zur Unbeweglichkeit verurteilt ist und dazu als einzige Alternative reichliche
Beschäftigung angeboten bekommt, der wird sich bald als Lastesel fühlen, schlimmer noch
als ein Sklave in geistiger und körperlicher Hinsicht, denn wer nicht gehorcht, bekommt
Druck und Sporen der älteren Brüder und der ganzen Macht bis hinauf nach Brooklyn
deutlich zu spüren. Galt im Mittelalter bei den Reichen der zynische Spruch: Bete und
arbeite!, so heißt er jetzt; Bleibe starr und arbeite! Großzügig hat man auf das Gebet
verzichtet. Das alles hört sich mehr nach religiös verbrämter Ausbeutung an, als nach
wahrem christlichen Glauben. Anscheinend herrscht bei der leitenden Körperschaft die
Ansicht, daß man sich solche Vorschriften und solchen Druck leisten kann, 7 Jahre nach
einer gescheiterten Harmagedon-Utopie! Aber es ist sicher, daß auch der geduldigste Esel
einmal zu schwere Lasten abwirft und noch hinten ausschlagt. Wehe der WTG, die dann die
Last auf die Füße und den Tritt erhält.
NACHDENKLICHES
Über die Bibelfestigkeitvon Zeugen Jehovas
IN einem Vortrag im Rahmen der Evangelischen Erwachsenenbildung in
Ellwangen/BRD, wurde u.a. folgendes ausgeführt:
ES werde viel mit Bibelworten argumentiert, mit solchen aus dem Alten und
aus dem Neuen Testament. Die Bibelfestigkeit der Zeugen sei jedoch lediglich eine
Bibelstichwortfestigkeit: Zu jeder Gelegenheit der passende Spruch. Dabei wird dem
Gesprächspartner meist nicht klar, daß er jetzt mit einem Zitat konfrontiert wurde, das
völlig aus dem biblischen Zusammenhang gerissen ist. Das Schlimme an der Sache ist aber,
daß dies auch dem Zeugen nicht klar ist, denn: Wahr ist, was der "Wachtturm"
sagt. Wenn dort Anlaß und Zitat miteinander verbunden werden, dann schaut kein Zeuge
Jehovas mehr in der Bibel nach, in welchem Zusammenhang dort eigentlich seine Worte
stehen. Er tut es nicht, weil er es nicht darf - Zweifel sind verboten. Zweifel sind
Versuchungen des Bösen, denen man zu widerstehen hat.
AUS diesem Grunde ist es auch nicht möglich, mit dem Zeugen eine echte Diskussion über Glaubensfragen zu beginnen - jedes Argument des Gegners ist ein Argument des Bösen, der einen in Versuchung führen will. Jeder schriftliche Nachweis, daß der Zeuge in irgend etwas unrecht hat, ist eine Fälschung des Bösen, des Teufels.
SO sei der Zeuge Jehovas der perfekt manipulierte
Mensch, geführt an der kurzen Leine der Wachtturmgesellschaft. Und meist fühle er sich
wohl dabei, denn er dürfe sich als Erwählter Jehovas verstehen.
EIN Kerngedanke dieser Ausführungen ist des besonderen Nachdenkens wert,
der besser noch nicht formuliert wurde; Wenn der WT einen Anlaß und ein Bibelzitat
miteinander verbindet, dann wird das für ZJ zur "göttlichen Wahrheit". Ob das
stimmt oder nicht, darf nicht mehr bezweifelt werden. Das ist genau das Geheimnis des
ZJ-Glaubens an die zahllosen bisherigen Falschauslegungen und Falschprophezeiungen der WTG
über 100 Jahre schon!
DIE BESTE MORAL IST - KEINE ZU HABEN
4. Artikel zum Buch "Dein Königreich komme"
Stolpersteine
AN zwei treffende Bibelstellen wurde ich erinnert, als ich Kapitel 10-12
des Buches "Dein Königreich komme" las und prüfte. Wenn man auf einem Waldweg
geht und stolpert plötzlich, so sollte man sich anschließend orientieren, ob es ein
Stein oder eine Wurzel war, die man nicht beachtete oder ob es die eigene Unaufmerksamkeit
bewirkte. Wir alle stolpern wohl oft im Leben. Bisher aber habe ich noch keinen Menschen
gefunden, der sich selbst Steine und Wurzeln gleich haufenweise auf den Weg legt, den er
am Wochenende mit seiner Familie gehen will. Seit ich jedoch diese drei Kapitel las, weiß
ich, daß es doch Menschen gibt, die sich selbst und anderen Steine in den Weg legen, um
dann am Ende zu sagen: "Seht ihr, wer aufmerksam war, fiel nicht hin! Und genauso
müßt ihr es mit dem Glauben 'halten, aufmerksam sein, nicht vom Weg abkommen und auf
Steine und Wurzeln achten".
ES gibt da nur einen kleinen Mangel in der Angelegenheit. Die WTG verschweigt klugerweise, daß sie selbst diese Hindernisse legte. Stattdessen schiebt sie die Schuld Satan und zum Beispiel auch "Babylon der Großen" zu. Und als mir das klar wurde, da fielen mir Psalm 59:12 und Sprüche 16:18 ein: "(Wegen) der Sünde ihres Mundes, des Wortes ihrer Lippen: Und mögen sie gefangen werden in ihrem Stolz; / Ja, wegen des Fluchens, und des Truges, den sie üben." Und: "Stolz geht einem Sturz voraus und ein hochmütiger Geist dem Straucheln."
da geht einem das Herz auf
WELCHE Freude ist es doch zu sehen und zu lesen, wie sich die WTG zum
Mittelpunkt aller Religionen und zum einzig wahren Vertreter christlichen Glaubens macht!
Da geht einem so richtig das Herz auf! Und wehe dem, der beim genaueren Betrachten über
soviel Aufgeblasenheit, Egoismus und Stolz vor Wut und Empörung in die Luft geht! Der ist
ein Kind Satans. Der ist in den Augen der WTG im falschen Glauben und geht seiner
Vernichtung entgegen.
ES ist immer bedenklich, andere absolut zu verurteilen und sich selbst als fehlerlos hinzustellen. Da steht auf Seite 90 ein schönes Wort: " gerieten einige auf Grund ihres Verlangens nach persönlichem Ansehen in eine Schlinge des Teufels. Sie führten nun einen Unterschied zwischen Geistlichen und Laien ein."
Je höher das Amt, desto höher die Nase
ICH bedaure es zutiefst, daß ich in den verschiedenen Ämtern, die in der
WTG wohlgestaffelt vergeben werden, noch keinen einzigen Bruder getroffen habe, der nach
"persönlichem Ansehen" Verlangen hatte. Nein, sie waren durch die Bank
bescheiden und zurückhaltend. Sie sahen in ihren Ämtern nur den Dienst an der
Gemeinschaft. Stets den Nutzen für alle, nie den eigenen Vorteil. Eine vorbildliche
Haltung ist überall zu entdecken - vorausgesetzt allerdings, man trägt die
Extra-rosarote-Brille der WTG und nimmt sie nie ab. Denn dann gibt es ein fürchterliches
Erwachen. Eigensucht und zur Schau gestellter Stolz gehören zum Alltag der Brüder, die
ein Amt bekleiden, natürlich nicht bei allen, aber je höher das Amt, desto höher die
Nase.
SO beweist wenigstens jeder zweite, daß .mit den Sätzen auf Seite 90 die
WTG von sich selbst spricht. Und der Unterschied zwischen Geistlichen und Laien trägt
ganz einfach einen anderen Namen, er besteht trotzdem, und von der wirklichen
urchristlichen brüderlichen Gemeinschaft ist im durchorganisierten WTG -
Religionsgebäude kaum etwas zu spüren, vielmehr Management und finanzpolitische
Raffinesse, aber nur zur Ehre Jehovas, nicht zur Freude einiger weniger offener Taschen.
Oder wagt es jemand, das anders zu sehen?
Verschiedene Gesichtspunkte?
UND das Königreich? Das ist auch so eine Sache für sich. Denn im Kapitel
11 werden uns in auf erbauender Weise die "Königreichsgleichnisse" vorgestellt,
alle jene Beispiele, die Jesus Christus zum besseren Verständnis der bevorstehenden Dinge
so erzählte, daß jeder einfache Mensch sie begreifen kann. Dutzende Male haben wir in
den letzten Jahren diese Gleichnisse zu hören und zu lesen bekommen. Immer haben wir uns
gefreut, daß gerade diese Beispiele so treffend beweisen, daß das Königreich
unmittelbar bevorsteht und daß es ein großes Vorrecht ist, es zu erleben. Wie waren wir
glücklich darüber und dankbar dafür
JEDOCH, was soll denn das? Da lesen wir auf Seite 100:
"ANSCHEINEND HANDELT ES SICH DABEI UM DIE GLEICHEN 'VÖGEL- WIE IN DEM FRÜHEREN
GLEICHNIS,
"
UND auf Seite 104 steht in der kleingedruckten Zusammenfassung: "WENN
WIR DIE ENTWICKLUNG DES KÖNIGREICHES VON VERSCHIEDENEN GESICHTSPUNKTEN AUS
BETRACHTEN
"
WAS bedeutet "VERSCHIEDENE GESICHTSPUNKTE?"
Ja, verschiedene Beispiele für das Königreich, das träfe den Inhalt des 11. Kapitels.
Aber Gesichtspunkte, das hat ganz direkt doch etwas mit Ansicht und Auffassung, mit
Meinung zu tun. Gibt es denn da plötzlich "verschiedene?" Ein solcher Wandel,
ein solches Auflösen alles bisher Gehabten entspräche ja den vorhergehenden Kapiteln! Es
hat zunehmend den Anschein, als wenn das Gebäude der WTG. allen Ernstes ins Wanken
geriete, besonders dadurch, daß mit dem neuen Buch alles, was Harmagedon betrifft, auf
den "Sanktnimmerleinstag" verschoben wird.
Die WTG ein Sammelsurium
ÜBRIGENS ist diese Auflösung ganz normal. Denn auch wenn die WTG über 100 Jahre :immer sich von allen Religionen und Religionsgemeinschaften absetzte und abgrenzte, um sich als etwas Einmaliges und einzig Gottgewolltes darzustellen, ist sie von Anfang an ein SAMMELSURIUM verschiedener Religionen und Glaubensauffassungen gewesen. Aus vielen vorher schon bestehenden Ansichten hat man ein Kleid zusammengeflickt, ein buntes, schön anzusehendes, nur, jetzt platzen die Nähte der einzelnen Flicken auf und der nackte, tote Knochenbau, morsch und brüchig, kommt zum Vorschein. Das neue Buch ist kein Mäntelchen, um das alles zu bedecken, nein, es ist eine Rasierklinge, die sich die WTG unbewußt schärfte, um die letzten Nähte aufzutrennen. In Fetzen wird sie auf diese Weise bald vor uns allen als "falscher Prophet", sichtbar sein.
UND die Spielerei und die Vermutungen um "die
'letzten Tage" und das Königreich"' und den immer wieder herbeizitierten und
falsch ausgelegten Matthäus 24 im Kapitel 12, was ist mit ihnen? Nun, sie gehören mit zu
diesem Fiasko, denn die auf Seite 115 zitierten Bemerkungen von "Weltmenschen"
über 1914 sind wahrhaftig nicht dazu angetan zu überzeugen. Bisher haben ja solche
Meinungen immer herhalten müssen, wenn die WTG nicht weiterwußte, dann waren sie gut
genug. In diesem Falle nun ist auch das vergebliche Mühe, denn diese
"weltlichen" Kommentare beweisen nur, daß die WTG mit ihrem Endzeit-Latein
ziemlich . am Ende ist. Der letzte Endzeitknüller in diesem Buch, mit dem sich die WTG,
schon angezählt, noch vor dem K.O. im Ring eine kleine Weile retten will, ist bereits der
Sterbegesang einer fehlgeschlagenen Glaubenspolitik auf Kosten Ehrlicher und
Gutgläubiger. Auch die letzten sechs Kapitel beweisen es!
Deshalb bitten wir. EUCH, lest unsere
5. Fortsetzung:
"Alter Wein in neuen Schläuchen"
Liebe Brüder, liebe Schwestern Christliche Verantwortung und christliche Wahrheit bilden ein Ganzes! Ihr habt die Möglichkeit, jederzeit nach vorheriger Anmeldung im CV-Büro Gera und Berlin Original-Dokumente der WTG, die wir in unseren Artikeln zitieren, einzusehen und zu prüfen.
APPELL AN DIE OBERHÄUPTER UND MITGLIEDER DER
RELIGIONSGEMEINSCHAFTEN
der Moskauer Weltkonferenz - Mai 1982: "Religiöse Vertreter für die
Rettung der heiligen Gabe des Lebens vor einer nuklearen Katastrophe
Vor dem Hintergrund der WT-Weltende-Irrlehre von 1975 zu lesen !
WIE oft hat die WTG die zeitgenössischen urchristlichen Worte
"Friede und Sicherheit" für die heutige Zeit schon weltpolitisch fehlangewandt
und mißbraucht. Seit dem ersten WT-Endzeittermin von 1799 mit Napoleon geht das nun
schon. Generation um Generation, fast 200 Jahre lang. Kein vernünftiger Mensch kann also
das ernst nehmen. Immer hat die WTG den Menschen hier nur leere Hülsen gereicht. Wie
treffend sind da doch für die WTG die Worte in Jakobus 2:15-20: "Wenn ein Bruder
oder eine Schwester keine Kleidung hat und an der täglichen Nahrung Mangel leidet und
dann jemand von euch zu ihnen sagt: Geht hin in Frieden, kleidet euch wann und esst euch
satt, ohne ihnen jedoch das zu geben, was ihr Leib bedarf, welchen Nutzen hat das für
sie?
Willst du wohl einsehen, du gedankenloser Mensch, daß der Glaube ohne die
Werke unnütz ist?" - Wenn man das alles so bedenkt, kann gerade die Moskauer
Weltkonferenz der Religionen vom Mai 1982 ein entscheidender Anstoß sein, sich nicht
länger durch die WT-Hörigkeit vor den Mitmenschen lächerlich und unglaubwürdig zu
machen. Wir möchten darum wesentliche Aussagen der Weltkonferenz zur Diskussion stellen.
Im Appell an die Religionsgemeinschaften, also auch an die ZJ, heißt es:
LIEBE BRÜDER UND SCHWESTERN
WIR verfassen diesen Appell in einer entscheidenden Stunde unserer
Geschichte. Die Machtverhältnisse sind unheilvoll. Die Katastrophe eines nuklearen
Holocaust, durch den die Menschheit und das Leben selbst ausgelöscht werden können,
steht viel bedrohlicher vor uns als, je zuvor.
WIR, von denen dieser Appell ausgeht, kamen aus 90 Ländern aller sechs Kontinente. Wir sind Vertreter des Buddhismus, des Christentums, des Hinduismus, des Islam, des Judentums, des Shintoismus, Sikhismus und Zoroastrianismus und sind vom 10. bis 14. Mai 1982 in Moskau zur Religiösen Weltkonferenz zur Rettung der heiligen Gabe des Lebens vor einer nuklearen Katastrophe zusammengetroffen.
WIR richten diesen Appell an Euch, unsere Brüder und Schwestern aller Religionsgemeinschaften in allen Teilen der Welt, denn gemeinsam machen wir die Mehrheit der Weltbevölkerung aus, und weil wir unsere moralische Verantwortung für die gemeinsame Arbeit akzeptieren, können wir den Verlauf der geschichtlichen Entwicklung verändern, indem wir auf der Grundlage unserer gemeinsamen Liebe zur Menschheit an das Gewissen der Menschheit und an diejenigen appellieren, die Entscheidungen für die Nationen treffen.
WIR vertreten unterschiedliche religiöse Auffassungen. Wir geben zu, daß wir selbst nicht immer nach Frieden gestrebt haben. Wir haben uns über unsere Auffassungen gestritten und im Namen der Religion sogar Kriege geführt. Heute sind wir zusammengekommen, weil uns die Gefahr einer nuklearen Katastrophe, mit der wir alle konfrontiert sind, gleichgültig, ob wir uns zu der einen oder anderen oder zu gar keiner Religion bekennen, dazu veranlaßt hat. Wir haben uns hier nicht zusammengefunden, um über unsere Differenzen zu diskutieren oder eine gemeinsame neue synthetische Religion zu begründen. Wir sind hier, weil wir die gemeinsame Gefahr spüren, mit der die gesamte Menschheit, ja sogar alles Leben konfrontiert ist. Wir richten diesen gemeinsamen Appell an Euch, liebe Brüder und Schwestern in alle Religionsgemeinschaften der Welt und in Eurem Namen an das Gewissen der Menschheit.
WIR alle haben einen unterschiedlichen kulturellen, ideologischen und politischen Hintergrund. Unter uns befinden sich Männer und Frauen aus allen Bereichen des Lebens, Fabrikarbeiter, Führer von Regierungen, Staatsmänner und Politiker, Chirurgen und andere Ärzte, Professoren und Forscher, Wissenschaftler und Sozialarbeiter und Geistliche. Doch wir sind hier als Gläubige zusammengekommen, vereint im gemeinsamen Kampf zur Rettung der heiligen Gabe des Lebens vor einer nuklearen Katastrophe .
WIR haben nicht versucht, unsere Weltanschauungen zu verschmelzen. Unser Verhältnis zur Realität wird weiterhin unterschiedlich sein. Wir halten an unseren unterschiedlichen religiösen Auffassungen fest, ohne dabei Kompromisse zu machen. Trotz dieser Unterschiedlichkeit können wir uns gemeinsam für etwas einsetzen, das für uns alle wertvoll ist: Das Leben ist eine heilige Gabe, die bewahrt und geschützt werden muß, der Frieden ist eine bedeutsame Lebensqualität. Der Krieg ist lebensfeindlich. Liebe, Mitleid, Fürsorge für alle werden Frieden bringen und das Leben lebenswert machen. Das einzige Streben sollte auf die Wahrheit gerichtet sein und nur ihr gemäß sollte man leben.
Falschheit ist ein schlimmes Übel, dem man ausreichen sollte. Haß, Aggression und Habgier führen zu Krieg und vernichten das Leben, Ungerechtigkeit und erzwungene Armut müssen bekämpft und beseitigt werden. Eigennütziges Streben auf Kosten unseres Nächsten richtet sich gegen jede Religion. Religionsgemeinschaften müssen lernen, einander zu verstehen und zu schätzen.
WIR als Gläubige vertreten unterschiedliche Ansichten über die Rechtmäßigkeit von Krieg und Gewalt. Der neue Faktor, der in der Welt von heute zum allererstenmal deutlich zutage tritt, ist die Tatsache, daß alles Leben von einem nuklearen Holocaust bedroht ist und daß ein nuklearer Krieg nur zu einer totalen Katastrophe führen könnte. Deshalb sind sich unsere Religionsgemeinschaften in diesem Punkt einig: Für einen nuklearen Krieg kann es niemals und unter keinen Umständen eine Rechtfertigung geben, das ist die größte Gefahr, mit der die Menschheit heute konfrontiert ist. -
Soweit zunächst aus dem Appell. Es werden dann die verschiedensten praktischen Vorschlage gemacht und Forderungen erhoben.
NIEMALS ? - NIEMALS !
NIEMALS und unter keinen Umständen eine Rechtfertigung für einen
nuklearen Krieg, Der WT predigt bekanntlich genau das Gegenteil. In der WTG-Broschüre
"Nach Harmagedon Gottes neue Welt" heißt es, daß Harmagedon mit einem dritten
Weltkrieg beginne; "Harmagedon wird nicht bloß ein dritter Weltkrieg sein."
Christus werde alle Herrscher und Völker "in Verwirrung stürzen", so daß sie
"im ersten Teil des Kampfes ihre Zerstörungswaffen blindlings gegeneinander
wenden" und' "allen, die zu entrinnen versuchen, ein Ende bereiten," S.
16/19. Im Erwachet vom 8.9.81 verkündet die WTG dazu, daß Gott im Falle des dritten
Weltkrieges "nie zulassen wird, daß der schöne Erdball völlig verdorben
wird." Ein Holocaust, die Völkervernichtung, sei jedoch unabwendbar, unvermeidlich.
- Wie gesagt, vernünftige Menschen müssen sich natürlich gegen solche faschistoide
Denkweise wenden, beim WT mit Weltende-Irrlehren verquickt, die Christus zum Massenmörder
selbst an Kindern erklären.
NATÜRLICH ist die Gefahr eines dritten Weltkrieges
real. Und die WTG begünstigt das noch, indem sie mit ihrer .200-Jahre-Weltende-Irrlehre
überall, wohin sie ihren Einfluß ausdehnt, den politischen Friedenskampf gegen diese
Kriegsgefahr lahmt. Jeder, den sie zu ihrem ZJ gemacht hat, ist das lebendige Beispiel
hierfür. Die Moskauer Weltkonferenz der Religionen gegen die nukleare Kriegsgefahr im
Jahre 1982 ist der beste Anlaß, kritisch mit den längst als haltlos erwiesenen
WT-Irrlehren über einen angeblich unvermeidbaren Holocaust "von Gott", der
selbst den faschistischen Völkermord in den Schatten stellen würde, ins Gericht zu
gehen. Die weltweite WT-Irreführung mit 1975 - reicht das wirklich noch nicht? -
5. Mose 18:20 ff.
EDLER GESINNT SEIN und prüfen Apg. 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DEN WACHTTURM NR. 11/1982
STUDIENARTIKEL
"Jehovas mutiges Heer von Vollzeitkämpfern"
"1000 PREDIGER GESUCHT", annoncierte C. T. Russell vor 100
Jahren! Warum nicht 999? Weder Jesus noch die Apostel warben so. Prediger per Annonce?
Russell suchte in der Tat in erster Linie Kolporteure, Verkäufer. Wieweit sie glaubten,
war zweitrangig. U. a. arbeitslose polnische Emigranten. Erst nach und nach änderte sich
das. Die heutige WT-Darstellung ist nicht redlich und ehrlich.
ZWEITENS. Das "sichtbare verderbte System der Dinge bekämpft die wahren Jünger Christi, 2,3 Millionen Christen"? (Abs. 5) Die ZJ werden weithin gar nicht zur Kenntnis genommen! Milliarden kennen sie noch gar nicht! Und "verderbt"? Genießen sie nicht alle möglichen guten Dienste des ."Systems", wie soziale Sicherheit, Recht auf Arbeit, Obdach, Erholung, Gesundheits- und Altersfürsorge, Abwehr von Rauschgift, Pornografie und Verbrechen. Zugang zu Bildung, Kultur, zu allem möglichen Komfort, den das "System" schafft? Und: Soll es nicht nur 144 000 wahre Jünger Christi geben? Und da Christen heißt. Gesalbte sein, gar 2,3 Millionen?
Geistige Militarisierung
NICHT einmal erscheint in dem Artikel das Wort Frieden! Nicht eine Silbe
davon! Blickfang stattdessen: Ein geharnischter Soldat! "Pionierkrieger in einem
geistigen Heer". Alle ZJ werden jetzt zu "Soldaten" erklärt: "Nur die
Schlacht im Sinn, Härte erdulden, Brückenköpfe errichten, nicht kapitulieren oder
desertieren, Opfer bringen, Selbstaufopferung, im Kampf unser Äußerstes tun".
Primär an den WTG-Pionieren durchexerziert, die "Kriegstechniker" seien. In
Mißbrauch biblischer Vergleiche (u.a. 2. Tim. 3:4) eine Militarisierung des Fühlens,
Denkens und Redens. Die Hauptaufgabe, ein "Evangelium des Friedens" zu vertreten
(Eph. 6:15), wird nicht einmal erwähnt! - Warum das jetzt?
"EIN kämpfender Soldat hat nur eins im Sinn: die Schlacht" (Abs. 6). Also nicht nachdenken wofür, ob das stimmt usw. Nur die Schlacht im Sinn: Also im WT-Sinn prügeln, dreinschlagen, abschlachten, "mit geistigen Waffen angegriffen"! (Abs. 7)
ES ist die Flucht nach vorn. Ablenkung von der eigenen Unglaubwürdigkeit (1975!) und Krise durch Angriff nach außen, durch Hineinstoßen ins Getümmel "kriegerischer Abenteuer" gegen einen an die Wand gemalten "Feind, der entschlossen ist, uns zu vernichten". Tödliche Bedrohung! Setzt man sich da hin und diskutiert erst mal die Befehlshaber und ihre Befehle? Da legt man Harnisch an, klappt das Visier herunter und schwingt das Schwert! Immer hat sich die WTG aus ihren Krisen (1914, 1925, 1945 u.a.) auch durch Militarisierung, Aggressivität und damit erreichter Disziplinierung der verbliebenen Verkündiger zu retten versucht. Das "System" denkt nicht mal an eine Vernichtung der ZJ. Allenfalls werden religiöse Mißbräuche bekämpft. Nötigenfalls appelliert man selbst an die UNO. Nicht ohne Erfolg!
STUDIENARTIKEL
"Jehova stützt sein Heer von Vollzeitdienern"
DIE allen voran als "Kriegstechniker", "Soldaten" und
"Pionierkrieger" erklärten WT-Pionierverkündiger sollen nun alle anspornen.
Die versprochene "Stütze Gottes" ist in Wahrheit Widerspruch und Bluff. So
fragt der WT: "Wie tut Gott das? Teilweise dadurch, daß er dem Betreffenden geistige
und nötigenfalls sogar materielle Hilfe zukommen läßt" (Abs. 6). In Wirklichkeit
werden alle aber auf ihre eigene "anstrengende Arbeit und Mühe, Nacht und Tag"
verwiesen, zusätzlich einige milde Gaben anderer, die sie aber nicht erwarten und
einkalkulieren dürfen. (Abs. 10f) Zudem: "Teilweise"? Was für ein
Hintertürchen ist da eingebaut?
IN einem großen Geschrei soll der Rest untergehen: "Jehova lädt sein Volk heute ein, 'ein großes Geschrei' zu erheben, bevor er das gegenwärtige System vernichtet", wie die Israeliten vor Jericho. "Kannst du dich an diesem Siegesgeschrei beteiligen, indem du Pionier wirst?" (Abs. 16). Im Geschrei geht alles unter, bei Kindern der Verstand, im Bajonettangriff die Skrupel, unter dem WT jede kritische Besinnung. .Wahre Christen dagegen sind keine Schreier und Schreihälse. Sie führen "ein stilles und ruhiges Leben in aller Gottseligkeit" (1. Tim. 2:1-4).
Nachdenkliches:
"LOBET JEHOVA...!"
"LOBET JEHOVA! Die weisen jungen Leute, die diesen beglückenden
Platz (unter dem WT, Anm.) finden, werden nicht zu den Pflichtvergessenen, zu den
KRIMINELLEN des gegenwärtigen bösen Systems der Dinge gezählt." (WT 15.9.1958, S.
565, Abs. 13) Dieses Unterfangen der WTG, alle Andersdenkenden mit vernichtungswürdigen
Kriminellen zu vergleichen, war ein Anlaß, daß ein bekanntes "Überrestglied"
(als ZJ im KZ gewesen) begann, sich innerlich von der WT-Hörigkeit zu distanzieren.
WIE VON DER WTG FREIGEWORDENE CHRISTEN ÜBER
WEIHNACHTEN DENKEN
ES ist unlogisch, den 24. Dezember als den Geburtstag Jesu anzunehmen. Der
wirkliche Geburtstag ist nie ermittelt worden. Das mag daran liegen, daß die
Aufzeichnungen darüber nie aufgefunden wurden, oder daß alle Geburtstage zu dieser Zeit
keine Rolle spielten. Das Zeitmaß erstreckte sich vielleicht über ganze Jahre? Die Sitte
der Geburtstagsfeiern hat sich sicher auch erst viel später eingebürgert. Aber geht es
beim Weihnachtsfest schlechthin um eine "Geburtstagsfeier"? Jedenfalls spielt
hier nicht das Datum, sondern die Begebenheit eine Rolle. Für die Christenheit geht es
also um das Gedenken der Geburt des Erlösers. Was dabei weniger erfreulich ist, ist die
Tatsache, daß für viele das Wickelkind Jesus das einzige ist, woran sie sich erinnern,
oder erinnern lassen. Wie der Erlöser später in Erscheinung getreten ist und was uns
seine Erlösungstat eingebracht hat; darum sind sie weniger bekümmert.
FALSCH ist es jedenfalls, das Kommen des Erlösers in die Welt als nicht gedenkwürdig abzutun. Schließlich war es das erste sichtbare Ereignis, mit dem Gott bekundete, daß sich die Hinausführung seines Liebesratschlusses für die Menschheit entsprechend seiner gegebenen Prophezeiungen abwickeln wird. In diesem Zusammenhang lohnte es sich schon, über die frohe Botschaft nachzulesen, die der Erzengel Gabriel den Hirten und dem Volke im Auftrage Gottes verkündigen ließ:
"FÜRCHTET EUCH NICHT! DENN WISSET WOHL:
ICH VERKÜNDIGE EUCH GROSSE FREUDE, DIE DEM GANZEN VOLKE WIDERFAHREN WIRD;
DENN EUCH IST HEUTE EIN RETTER (ODER: HEILAND) GEBOREN, WELCHER IST
CHRISTUS, DER HERR, IN DER STADT DAVIDS."
Lukas 2, 10-11 (Menge)
ALSO, es gab schon Grund zur Freude! Und was für eine! Denn es ging ja
nicht um irgend etwas, sondern um den Jahrtausende .vorher angekündigten Messias. Und
diese Begebenheit ist durchaus des Gedenkens wert! Schließlich sahen sich ja auch die
himmlischen Heerscharen veranlaßt, ob dieses Ereignisses Gott zu preisen und in
Jubelschall auszubrechen mit den Worten:
"Ehre sei Gott in Himmelshöhen und Friede auf
Erden in den Menschen des (göttlichen) Wohlgefallens!" (Menge)
DIE Freude um den Neugeborenen war nicht umsonst. Das Kind wurde zum Manne
und tat, was über ihn verheißen war! Ist das kein Grund freudigen Gedenkens?
NUN zur Frage: Ist Weihnachten ein Fest, das wir als
"christlich" ansehen können und feiern sollen?
DIE Argumentation der Begründung, sich als Christ herauszuhalten, ist zu
abstrakt, um sie gelten zu lassen. Wem sollte der Christ schaden, der Weihnachten
mitfeiert?
Sich selbst? Den Grundsätzen christlichen Verhaltens?
Dem Ansehen des Heilands selbst? Oder seiner eigenen Aussicht, mit in die Heilswirkung der
Rechtfertigung aus Glauben einbezogen zu werden? Dem Erfolg im Beschreiten des Weges des
Lebens in der Gemeinschaft des Geistes Christi?
PAULUS, dem es überall und in jeder Lage darauf ankam, das Evangelium
heilbringend anzubieten, schrieb im. l. Kor. 9, 19-23, wie anpassend er sich dabei
verhielt. Er faßt zusammen, was er im einzelnen ausführte und sagte:
"...allen bin ich alles geworden, damit ich auf alle Weise einige
rette."
ER schlußfolgerte weiterhin, was Gewissensfragen
angeht, die umstritten sind:
"Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist heilsam ; alles ist erlaubt,
aber nicht alles baut auf. Niemand sucht das Seine, sondern jeder das des anderen!"
l. Kor. 10, 23-24 (Zur. B.)
ALLEIN aus der Sicht, Weihnachten als das Fest der Liebe anzusehen,
rechtfertigt, mitzutun, was Liebe zum Ausdruck bringt.
WIR sollten das Liebeswerk Gottes glaubhaft
verkündigen können, wenn wir uns für "zu gut" halten, gegenüber den
Menschen, denen wir angehören und mit denen wir umgehen, Werke der Liebe zu tun?
Auszugsweise "Weggefährte" Nr. 7
"Christliche Verantwortung": Herausgeber
Henry Werner; DDR 6500, Gera, Otto-Dix-Str.6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement; 2.- M; Versand .auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe.
Gera
A 9274/82 V 71 1993 Ko