Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 135
In einem "eingesandten" Artikel in dieser Ausgabe (offenbar aus theologischen Kreisen), wird insbesondere auf das Zeugen-Selbstverständnis eingegangen, die "einzig wahren" Christen zu sein. Der Verfasser meint dazu:
Man kann heute nicht mehr so denken, wie der antike Mensch damals. Das ist einfach unmöglich. Die Führer der WTG wissen dies und wollen es auch gar nicht in Wirklichkeit. …Um die negativen Folgen der Isolation zu übertuschen, unterwerfen sich die Zeugen einer Lehre, um so vor der Umwelt aufzufallen. Unabhängig, welche Folgen dies für den einzelnen im Leben haben kann. Dies allein zeigt schon, daß Jehovas Zeugen eigentlich gar nicht den ""Urchristen" entsprechen können. (Welche ursprünglich noch stark sozial orientiert waren, siehe Apostelg. 5 - und die Gütergemeinschaft praktizierten, was man von der WTG auf keinen Fall sagen kann).


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 135 GERA

MEIN "GEMEINSCHAFTSENTZUG"
"… völlig außer Harmonie mit der WTG … zu sehr in Harmonie mit der Bibel"
ZWANG UND VERSTRICKUNG
Zur psychischen und psychologischen Verstrickungen eines Zeugen Jehovas durch die Wachtturmgesellschaft
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Das WT-Thema "Wachet unablässig"

ALLEINVERTRETUNGSANSPRUCH
ANDERE CHRISTEN ÜBER DEN CHRISTLICHEN ALLEINVERTRETUNGSANSPRUCH VON WTG UND JEHOVAS ZEUGEN
Geschichte gehört zum Allgemeinwissen. Wo dies nicht der Fall ist, wo die Erkenntnisse der historischen Wissenschaften abgelehnt und negiert werden, beginnen die kühnsten Behauptungen und Thesen zu wachsen und werden anderen als wahrhaft dargestellt. Nehmen wir uns von den vielen Behauptungen der WTG eine heraus. Wie sieht es mit dem Selbstverständnis der Zeugen aus? Wie sehen sie sich selbst?

Wer mit ihnen zu tun hatte bzw. von ihnen hörte, weiß, daß sie im Gegensatz zu den Kirchen und anderen religiösen Gemeinschaften, von sich als den neuen wahren Christen in dieser Zeit und in dieser Welt sprechen. Sie sagen, daß sie genauso wie damals ihre christlichen Brüder auf das sogenannte "Weltende" harrten und sich genau wie damals einer strengen sittlichen Zucht unterwerfen, welche sie besser macht und abgrenzt von den "schlechten Kirchen".

Diese Behauptung widerspricht jeglicher Erkenntnis der Historie und der menschlichen Vernunft. Und vom christlichen Standpunkt ist es völlig falsch zu sagen, daß die eigene Werkgerechtigkeit (auf Grund der strengen Moralvorstellungen) besser macht und hervorhebt gegenüber allen anderen Menschen.
(Siehe 1. Thessal. im Vergleich zum 2. der später verfaßt wurde sowie Apostelg. 1:7 und Markus 19:33)
(2 .Korinther 3:6, Matth. 21:32)

Auch ein zeitlich datiertes Weltende sowie dessen extreme Naherwartung ist selbst vom christlichen Standpunkt unsinnig.
Man kann heute nicht mehr so denken, wie der antike Mensch.
Mit den Worten, "zurück zum Ursprung" ist jedoch auch etwas ganz anderes gemeint. Denn diese Worte wurden bei der Entwicklung einer jeden Religion gebraucht. Denken wir nur an die Erweckungsbewegungen im 19. Jahrhundert, an den Pietismus bzw. an die vielen Strömungen des Mittelalters. Man kann nicht einfach einen Schritt um 2000 Jahre zurück machen, um zu den Urchristen zu gelangen.

Man kann heute nicht mehr so denken, wie der antike Mensch damals. Das ist einfach unmöglich. Die Führer der WTG wissen dies und wollen es auch gar nicht in Wirklichkeit. Wie in allen schwärmerischen, fanatischen Strömungen in der Kirchengeschichte vor ihnen, geht es den Zeugen darum, gegenüber allen anderen das eigene urchristliche Element zu betonen und sich damit als die einzig wahren Christen gegenüber allen anderen abzusondern.

Man will sich als die einzig mögliche Alternative, als wahres Christentum darstellen. Eine extreme geistige Intoleranz und Arroganz gegenüber allen anderen Religionen und Ichologie sind die Folgen.
So ist es zu erklären, daß sich in der Geschichte derartige Strömungen und heute die Zeugen nie positiv am politischen Geschehen beteiligen und völlig ablehnend der ökumenischen Zusammenarbeit gegenüberstehen. Um die negativen Folgen der Isolation zu übertuschen, unterwerfen sich die Zeugen einer Lehre, um so vor der Umwelt aufzufallen. Unabhängig, welche Folgen dies für den einzelnen im Leben haben kann. Dies allein zeigt schon, daß Jehovas Zeugen eigentlich gar nicht den "Urchristen" entsprechen können. (Welche ursprünglich noch stark sozial orientiert waren, siehe Apostelg. 5 - und die Gütergemeinschaft praktizierten, was man von der WTG auf keinen Fall sagen kann).

Jehovas Zeugen und ihre WTG entsprechen in Wirklichkeit den Bewegungen und Strömungen, welche das enthusiastische, fanatische und schwärmerische Element darstellten und immer wieder in der Kirchengeschichte durchbrachen. Schwerpunkte sind immer wieder baldige Enderwartungen, übertriebener Moralkodex, einseitige Darstellungen der christlichen Lehre. So sind die Zeugen Jehovas nicht "die einzigen wahren Christen" heute, sondern die Fortsetzung einer langen Kette von schwärmerischen, fanatischen Strömungen, welche in der Kirchengeschichte immer wieder durchbrachen.
-eingesandt

MEIN "GEMEINSCHAFTSENTZUG"
" … VÖLLIG AUSSER HARMONIE MIT DER WACHTTURM-GESELLSCHAFT … zu sehr in Harmonie mit der Bibel"
Anlass des Erscheinens der 5, völlig neubearbeiteten Auflage des Buches "Vom Zeugen Jehovas zum Zeugen Jesus Christi" von Hans-Jürgen Twisselmann 1980 in der BRD ein weiterer Auszug aus diesem mutigen christlichen Buch:
An das Versammlungs-Komitee
Seinem ausführlich biblisch und christlich begründeten Brief an das zuständige Komitee der Organisation beendete unser Bruder mit folgenden Ausführungen:
"Wenn wir dem Herrn Jesus und seiner Botschaft mehr Ehre geben, als es Euch recht erscheint, liebe Brüder, aber auch gerade soviel, wie Jehova es verlangt, so mögt Ihr uns immerhin exkommunizieren, Wollt ihr darauf bestehen, in der Weise wie bisher die Gemeinschaft mit dem einen Mittler zu vernachlässigen, mit Jesus Christus, so macht nur das Maß voll, indem Ihr seinen Jüngern und Zeugen (Apg, 8:8) auch die Gemeinschaft entzieht! Als Diener Jehovas und Jünger Jesu erdulden wir gern Schmach und Ungerechtigkeit um seines Namens willen. In… haben wir ja schon das Beispiel (dort wurden etliche, wie erwähnt, schon vor diesem Zeitpunkt aus der Versammlung hinausgeworfen).

Es ist unsere Hoffnung und unser Gebet, daß auch die Gesellschaft eines Tages wieder auf den Boden der Demut und zu Christus zurückkehrt. Um Euretwillen, liebe Brüder, die Ihr in Verblendung dem Irrtum mehr glaubt als der Wahrheit, aber auch um der Verherrlichung des Vaters und des Sohnes willen.
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit Euch! Gedenkt des Wortes Johannes 5,23 und 1. Johannes 2,23!
Seid nun alle recht herzlich gegrüßt mit vielen brüderlichen Grüßen der Liebe!
Euer Bruder
Hans-Jürgen Twisselmann"

Exkommunikation
Die von mir erwartete Exkommunikation aus der "theokratischen Organisation", der so genannte "Gemeinschaftsentzug", lässt nicht lange auf sich warten. Und der Grund des Ausschlusses? - .:völlig außer Harmonie mit der Neuen-Welt- bzw. Wachtturm Gesellschaft". Man hätte das auch positiv ausdrücken können: zu sehr in Harmonie mit der Bibel. Denn erst mein Glaube an die Bibel hat mich ja "ausser Harmonie" mit dieser Gesellschaft gebracht.

Der Ausgestossene ist kein Bruder mehr in den Augen der "Neuen-Welt-Gesellschaft". Er darf weder gegrüßt noch beachtet werden. Ein Gespräch mit ihm kann zur Folge haben, daß man selbst hinausgeworfen wird. Nicht einmal die üblichen weltlichen Formen der Höflichkeit und des Taktes werden gewahrt. Darum ist auch der Exkommunikationsbescheid ohne Anrede, ohne Gruß und ohne Wahrung selbst der elementarsten Gebote der Höflichkeit.

Der Wortlaut des G.E.-Bescheids
Versammlung…
Betr. Gemeinschaftsentzug
Seit einiger Zeit ist Hans-Jürgen Twisselmann völlig außer Harmonie mit der Neuen Welt bzw. Wachtturm-Gesellschaft, wie sowohl aus seinen Äußerungen als auch aus seinem Schreiben hervorgeht. Auch bemüht er sich, andere Mitverbundene der Versammlung und Nachbarversammlungen in die gleiche Stellung zu bringen. Für heute war er vor das Komitee der Versammlung geladen, aber nicht erschienen. Statt dessen sandte er einen Brief, woraus zu entnehmen ist, daß er auf demselben Standpunkt verharrt. Daher wird ihm mit Wirkung vom 27. März 1956 an die Gemeinschaft entzogen.
(Unterschriften)

Sie glauben in erster Linie an die Organisation
Die Bibel ist nur Mittel zum Zweck
Unser Bruder schreibt über den Gemeinschaftsentzug u.a.
So also reagiert die "Neue-Welt-Gesellschaft", wenn einer ihrer Anhänger es wagt, selbständig zu denken, Gottes Wort zu erforschen und daran zu glauben. So handelt sie, wenn ein Zeuge Jehovas Gott mehr glaubt als der Wachtturm-Gesellschaft (Apg. 5:29). Und dieser neuzeitliche religiöse Totalitarismus wagt es, als Hüter und Vorkämpfer der Glaubens- und Gewissensfreiheit aufzutreten. Er kämpft vor weltlichen Gerichten so lange um die "Freiheit der Anbetung", wie er sie noch nicht hat, um diese Freiheit abzuwürgen, wo er die Freiheit zu eigenen Machtentfaltung besitzt.

Die "Meister der Unduldsamkeit" in Brooklyn versuchen, ihre Gläubigen unter allen Umständen in geistiger Abhängigkeit Unselbständigkeit zu halten. Die Freiheit des Individiums opfern sie ihrer "Einheit der Organisation", die im Grunde nur eine schablonenmäßige Gleichschaltung, eine geistige Uniformierung ist, die mit schriftgemäßer "Einheit des Geistes" (Eph. 4,3) nicht das geringste zu tun hat.

Man verheisst den Menschen wahre und dauernde Geistesfreiheit und praktiziert Glaubens- und Gewissenszwang. Man rühmt, daß die von ihnen gepredigte Botschaft "befreiend" auf den Menschengeist wirkt. Aber die Erfahrung, die ich machen mußte, beweist, daß überall, wo sie angenommen wurde; die VERSKLAVUNG des Menschengeistes und die Einengung der Freiheit des Denkens, Glaubens und Lehrens beginnt.
Das verlockende Angebot der Freiheit zum selbständigen Bibelstudium ist für sie nur ein Mittel, Menschen in ihre Organisation zu locken, um ihnen dann diese Freiheit für immer zu rauben. -

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Der Wachtturm
Das WT-Thema "Wachet unablässig" (1/1979) II
Der WT ist fehlbares Menschenwerk
Abschn. 9
Jede kritische Betrachtung des "Überrestes und der Berufenen und Auserwählten" der Zeugen Jehovas wird hier als Angriff der "zehn Hörner" und an anderer Stelle der "Christenheit" gewertet und in die Gehirne der einfachen Verkündiger eingepaukt. Damit erstirbt beim Zeugen Jehovas jede Kritikbereitschaft. Er wird manipulierbar.

Abschnitt 10-13
Die Auslegungen der WTG im Hinblick auf die apokalyptischen Reiter sind für die 1914-Endzeitverkündigung zurecht gestutzt. Sie sind den Zeugen allgemein bekannt, können aber keiner kritischen Betrachtung standhalten.

Abschnitt 14
Der in Offb. 3:14 und 19:11 genannte "treue Zeuge" hat der WTG nicht befohlen, diesen Endzeitauslegungsmumpitz der Welt als Evangelium zu verkündigen.

Abschnitt 15
Wer die Schrift kennt und Glauben an Jesus ausübt, kennt Gottes Liebe und damit auch das zweite Erscheinen Christi ohne eine Massenvernichtung aller Nichtzeugen.

Wahre Christen möchten in der Tat aufrichtige Zeugen Jehovas vom Irrweg der WTG abbringen, denn die WTG-Lehre hat nichts mit rechtem Glauben zu tun.
Es wird suggestiv jedem Zeugen Jehovas vorgespielt, die WTG sei Gottes Werk. Sie setzt sich damit selbst an Gottes Stelle. Alles andere außerhalb der WTG sei die Welt, die Satan gehöre.

Diese Behauptung stimmt nicht seit 1914, sondern seit dem Jahre 33 u. Z.
Der Kommunismus angeblich ("König des Nordens") wird nicht nur als religionsfeindlich, sondern auch als aggressiv, hingestellt. Besser kann die WTG nicht hetzen.

Abschnitt 16
Der Inhalt des Evangeliums ist Jesus Christus und sein Kreuz. Das haben die Apostel verkündigt und dies gilt heute noch. Das WTG-Königreich ist keine gute Botschaft. Daher sollten alle Zeugen Jehovas Röm. 13, 11.12 ernst nehmen und unterscheiden lernen, daß die WTG und ihr Wachtturm Finsternis sind. Die Bibel ohne WT bedeutet Licht und Rettung, denn sie verkündet Jesus. Die Stunde ist in der Tat da, die WTG als Antichrist und falschen Propheten zu erkennen und Eph. 6:11-17 zu beherzigen.

Abschnitt 17
"Die Werke der Finsternis" sind richtig geschildert. Die WTG ist Gottes Volk, denn was sie ihren Gliedern an Verboten über das biblische Maß hinaus auferlegt, weist sie als übles Menschenwerk und den Fortschritt hemmend aus.

Abschnitt 18
Mit Matth. 6:33 ist nicht die neue Welt der WTG, sondern Gottes Reich gemeint.

Abschnitt 19
Der Rat aus Röm. 13:14 ist vortrefflich, aber er bedeutet nicht, wir sollen die WTG anziehen. Damit stellt sich die WTG wieder an die Stelle Jesu Christi.
M. H./P.

DIE NEUE-WELT-ÜBERSETZUNG DER HEILIGEN SCHRIFT
WTG - eine falsche Bibelgesellschaft - Wir prüfen 4. Folge
Jede Übersetzung der Heiligen Schrift hat ihren eigenen Sprachstil und ist vom theologischen Verständnis des Übersetzers geprägt, wobei man sich in der Regel um größte Bibeltreue bemüht.

Eine "Bibelgesellschaft" allerdings (Wachtturm-Bibel- und Traktatgesellschaft) wagt es, mit einer zurechtgeschneiderten Zweckübersetzung sogar die Grundlagen das Evangeliums anzutasten, um auf diese Weise die Dogmen der WTG zu unterstützen.

Zwei Verse sollen dies beweisen: 1 Kor .1 :18
1. Kor. 1:18
O logos gar o tu
der (das) Wort denn der des
stauru tois men
Kreuzes den (denen) zwar
apollymeois moris estin.
verlorengehen Torheit (es) ist.

NW-Text: "Denn das Wort über den Marterpfahl ist denen Torheit, die zugrunde gehen …"

Luk. 23: 21
oi de epefonum legontes
Sie aber dagegen riefen:
stauru stauru suton.
kreuzige kreuzige ihn.

NW-Text: Da begannen sie, laut zu rufen und zu sagen: "An den Pfahl!

An den Pfahl mit ihm!"
In beiden Versen ersetzt die WTG in ihrer NW "Kreuz" durch "Marterpfahl" oder "Pfahl".

Dies geschieht zu dem Zweck, der Christenheit die Verehrung eines angeblich heidnischen, vorchristlich-religiösen Symbols, des Kreuzes, vorwerfen zu können. Aber der Apostel Paulus selbst hat das Kreuz (nicht den Marterpfahl) zum christlichen Symbol für Juden und Heiden erhoben (Eph. 2:16) und damit jeden Vorwurf dieser Art entkräftet.

Die im Grundtext verwendeten griechischen Worte "stauros" und "xylon" haben folgende Bedeutungen:
stauros: jeder aufrechtstehende Pfahl, Spitzpfahl; dann ein Pfahl mit einem Querbalken; das Kreuz. Das Verb "stauro-o" bedeutet: "einen Pfahl einschlagen, Palisaden anlegen; dann 'kreuzigen'"
xylon: "Holz; der Pfahl, der zur Kreuzigung dient, der Kreuzesstamm; das Kreuz."

Wie wir daraus ersehen, diente in der damaligen Zeit "stauros", der Pfahl mit dem Querbalken, also das Kreuz und nicht der einfache Pfahl, zur Hinrichtung von Verbrechern.

Die WTG dagegen bleibt stur bei ihrer Falschinterpretation des Wortes "stauros", um auf diese Weise künstlich Gegensätze zu dem Glauben der übrigen Christen zu schaffen, mit dem Ziel, ihre Gesellschaft als alleiniges von Gott eingesetztes Instrument zur Rettung der zu ihr gehörenden Menschen vor dem angeblich drohenden Harmagedon hinzustellen.

Vergleicht man außerdem die wörtliche Übersetzung der beiden genannten Schriftstellen aus dem griechischen Grundtext mit der NW, so stellt man fest, daß in der NWÜ sowohl andere Worte (auch hinzugefügte!), als auch falsche Deklinationen und Zeiten verwendet werden.
M. H.

ZWANG UND VERSTRICKUNG
ZUR PSYCHISCHEN UND PSYCHOLOGISCHEN VERSTRICKUNG EINES ZEUGEN JEHOVAS DURCH DIE WACHTTURMGESELLSCHAFT
Wer ist schon gleich hinreichend auf Rosen gebettet?
Mancher wähnt sich nur in Dornen. Unbewältigte eigene und auch familiäre oder berufliche Probleme. Vermeintliche Perspektivlosigkeit. Suche nach einem sinnerfüllten Leben. Nur das Streben nach Erfolg vor Augen, nach Vergnügen. Alles scheint oder ist oberflächlich, kommt einem sinnlos öde vor. Grundlegende Inhalte fehlen einem oder scheinen zu fehlen. Nicht immer sind es sozialpolitische Faktoren. Da mag es mehr objektiv, hier mehr subjektiv bedingt sein. Wobei das Unterscheidungsvermögen das größte Problem ist.

So beginnt einer da das heilige Manthra der Hare Krischna Jünger zu singen oder sich Rauschgift in die Venen zu spritzen. Und dort wird er vielleicht ein Zeuge Jehovas, wo man ihn erreicht, "Flucht" in einen geistigen Taumel. "Begeisternde" Organisation, "begeisternde" Hoffnung, "beglückender" Dienst, "begeisternde" Erfahrungen. "Sei begeisternd!" heißt es in der Tat in tausend Anweisungen.

Wie wunderbar ist es doch, ein ewiges Leben zu führen in einem von Gott verheissenen Paradies, ohne all die bösen Dinge der Welt. Komm zu uns und erwirb die Hoffnung des ewigen Lebens! So wirbt die Wachtturmgesellschaft überall. Und man kann. Naiv, aufrichtig, ehrlich. Anders hatte man sich bisher nicht zurechtgefunden. Hier war nun wirklicher Glaube, wirkliche Liebe, wie es schien.

Nach einigen Jahren nicht mehr derselbe
Doch dieser Neubekehrte, Getaufte, mit dem bisher noch nicht mißbrauchten Glauben, wird nach einigen Jahren nicht mehr derselbe sein. Aber nur wenige besitzen die Kraft, mit diesem Kreis wieder zu brechen. Es sind viele Anstöße erforderlich. Die aus der Bibel brutal-simpel herausgelesene und zusammengestückelte Glaubenslehre, ständig geschickt neuinterpretiert, übt einen großen negativen psychologischen Einfluß aus. Man merkt das zunächst gar nicht.

Alle guten Anlagen und Eigenschaften werden durch den Allein-in-der-Wahrheit-Wahn, bornierter Fanatismus ist das, durch inhumane Intoleranz gegenüber anderen Ansichten, durch hochgezüchteten Stolz und Elitedenken im Sinne der eigenen Gemeinschaft, und durch die befristeten Weltendevorstellungen, gehemmt, abgebaut, negiert oder verändert.

Dagegen werden andere Seiten der Person fast krankhaft entwickelt. Durch die ständige Verkündigung, jede Situation ausnutzend, verliert man an Taktgefühl, bis hin zu einer erschreckenden Ungeniertheit und Frechheit. Das von so vielen bewunderte "Standhalten" ist nicht wirklich christlich fundiert. Es ist eine eingeschulte Handlungsweise, lethargisch mit "harter Stirn", apathisch gegen jeden anderen Einfluß, der einem etwas anderes sagt, anzeigt oder signalisiert. Da der Grundton pessimistisch ist, was alles andere betrifft, findet auch Schwermut seine Nahrung. Jugendliche haben sich oft allerdings den Lebenshumor teilweise bewahrt. Zum Ärger des "Aufsehers". Jesus habe ja auch niemals gelacht.

Bei anderen ist selbst das Lächeln, das sie bei Zusammenkünften zeigen, gekünstelt und selten. Wer alles so ernst nimmt, wie es die Organisation formuliert, pfeift mit Zeit und Kraft ständig nur auf dem letzten Loch, wird psychisch krank, neurotisch, ja pedantisch intrigenhaft, gerät in annormale Denkschemen.

Autosuggestion, Selbstbeeinflussung
Selbst eingestanden!
Was aufrechterhält gegen Spott und Anfeindung (die Folge des eigenen Verhaltens), besonders was aufrechterhält gegen die eigene verdrängte oder unterdrückte Ratio, d.h. vernünftige Überlegung - die bei jedem mehr oder weniger im Unterbewußtsein wirkende Erkenntnis, etwas Unwahres zu glauben - ist Autosuggestion oder Selbstbeeinflussung. Wie das gemeint ist?

Anknüpfend an die persönlichen abstrakten und diffusen Vorstellungen von idealen Lebensverhältnissen wird durch die regelmäßigen Studien etwas eingeimpft, was in den Hirnen und Empfindungen weiterwirkt. Man denkt, besser sinniert sich in eine Situation hinein, von man glaubt, sie werde eines Tages Wirklichkeit.

Für ein ewiges Leben auf einer paradiesischen Erde in Glück und Frieden - na dafür lohnt es sich doch, noch etwas auszuhalten und natürlich im vorgegebenen Stil weiterzumachen. Und wenn man darüber oder dadurch stirbt - auch durch Verweigerung der Bluttransfusion - was ist das schon. Es ist ja nur "vorübergehend". Man wird ja als treuer Zeuge wieder auferstehen. Und da man bekanntlich als Toter verspürt und somit auch Zeiträume empfinden kann, kommt es einem dann vor, als würde man im Augenblick des Todes auch schon wieder auferweckt! Inmitten paradiesischen Erde! Eine tolle Überlegung, die sich da wie von selbst ergibt. Dafür lohnt es sich doch! Nicht einmal die Entwicklungsbedürfnisse und möglichen Entwicklungswege der eigenen Kinder lassen da innehalten. Alles wird aufs Spiel gesetzt.

Diese sog. Neue-Welt-Hoffnung - jüngst mit dem Jahr 1975 erneut als Täuschung erwiesen - ist der wahre Beweggrund, mit dem der größte Teil der Zeugen Jehovas standhält. Nicht nur bei den Zusammenkünften, sondern auch wenn der Zeuge abends im Bett liegt, auf dem Weg zur Arbeit, in den Pausen, nach dem Abendbrot, immer wenn er etwas Zeit hat, wirkt die WT-Suggestion von dieser Neuen Welt weiter. Fast braucht er keine solche Lektüre mehr. Er beeinflußt sich selbst damit weiter. Er ist geistig gar nicht mehr hier, sondern schon in dieser Neuen Welt. Diese Autosuggestion oder Selbstbeeinflussung ist ein nicht zu unterschätzender Faktor in der Zeugen-Frage. Ist man einmal unter die WT-Organisation gekommen, fängt das an zu wirken.

Es bewirkt bei manchen sogar viel mehr als das ständige Studium der WT-Schriften, die auf lange Sicht ohnehin nicht viel Neues zu bieten haben. Diese Selbstbeeinflussung bewirkt nämlich auch, daß man trotz Enttäuschung und Einsicht weitermacht. Sie schenkt einem Illusionen und verschafft ein Leben in ständiger Euphorie oder "Begeisterung".

Ein bekannter kritischer Zeuge sagte einmal; Die Selbstbeeinflussung ist das einzig Positive an unserem ganzen Glaubenssystem! Nur, muss man ergänzen, hat diese Euphorie manchen schon buchstäblich ins Irrenhaus geführt.

Später sprachlos über sich selbst
Für Außenstehende ist es wirklich sehr, sehr schwer, zu verstehen, daß es Menschen gibt, die die Neue-Welt-Lehren des WT für bare Münze nehmen. Und man entsetzt sich, wenn man sich bewußt macht, was praktisch dabei herauskommt, wo sie ernsthaft geglaubt werden. Jeder, der tatsächlich daran glaubt, ist eigentlich ein bloß verhinderter Anarchist aller sozialpolitischen Ordnung, die von ihren Bürgern ein bewußtes Engagement verlangt. Das wird nämlich verneint.

Der konsequente WT-Zeuge spannt sich "ganzherzig", d.h. rückhaltlos für die WT Organisation ein. Alles andere ist ihm egal, steht außerhalb seines Interesses. Für eine Verbesserung der sozialen Lage und Verhältnisse rührt er keine Hand. Er lehnt jede sozialpolitische Mitverantwortung ab. Und lehrt auch jeden anderen so. Kommt für ihn doch ohnehin bald das "Ende". Das ist in der Tat wie verhinderter Anarchismus.

Für die Leiden und das soziale Elend anderer, für die Schrecken der Weltereignisse, empfindet er eher einen inneren Triumph, der sich nicht selten in Schadenfreude ausdrückt, in Spott und Hohn, Verachtung und Haß, weil diese "Bösen" die Neue Welt der Zeugen eben nicht glauben und haben wollen. Daß jene Neue-Welt-Lehren völlig irreal und unglaubwürdig sind, liegt gänzlich außerhalb jeder Betrachtung.

Bei genauem Kennenlernen schreckt man zurück, sprachlos und angeekelt von soviel einem unbegreiflicher Unwissenheit, inhumaner Intoleranz und Heuchelei, sowie Eigen- und Gruppenegoismus, Aberglaube und Haß. Es ist unverantwortlich, was alles als "böse" abgestempelt und mit Haß überzogen wurde.

Einige Ergebnisse
Die vom WT vorgegaukelten und vom Zeugen nicht durchschauten Neue-Welt-Illusionen, und die durch Selbstbeeinflussung ständig neubelebte Euphorie und "Begeisterung" hierfür, lassen das Leben in einem allem anderen gegenüber lethargischen oder gleichgültigen Zustand ablaufen. Und wer nicht gerade ein geborener Naivling ist, hat ständig dabei die sich kritisch regende Vernunft zu unterdrücken. So verrinnen oft die wertvollsten Jahre. Berufs- und Bildungschancen werden WT-Endzeitgehorsam ignoriert, viel Lebensglück verpaßt oder zerstört, die persönliche Entwicklung gehemmt und stranguliert.

Langsam verzerrt sich das Charakterbild. Die Folgen stellen sich bald ein. Wohl zunächst auf psychischem Gebiet. Besonders ein Jugendlicher trägt oft nicht mehr gut zumachenden Schaden davon. Eine psychische Beobachtung vieler junger fanatischer Zeugen zeigt u.a.: Unbewältigte und verdrängte Konflikte, allgemeine Unzufriedenheit, depressive Verstimmungen (der eigene und gesunde Menschenverstand ist nicht so einfach totzukriegen!), Hang zu Melancholie, mangelhaftes oder gestörtes, auch verhindertes Verhältnis zum anderen Geschlecht, kein Ehe- bzw. Liebesleben (keine Partner im organisationsgebilligten Umkreis, seltener "endzeitlicher Verzicht"), entsprechende Komplexe, Unglücklichsein, während man sich in einem "geistigen Paradies" zu begreifen hat.

Wer diese WT-Schule durchlaufen hat, wie die Organisation es will, hat zumindest eine Persönlichkeitsstruktur bekommen, die kaum besser sein kann, um ihn weiter unter der Organisation und ihrer Manipulierung und Abhängigkeit zu halten. Im besonderen Fall eine Art "kaputter Typ" mit psychomatischen Beeinträchtigungen und. Depressionen, Denkhemmungen und' Ausfallerscheinungen, psychisch labil, Deswegen nicht nur ziemlich leicht beherrschbar, sondern auf Anleitung geradezu angewiesen. Er opfert sich auf, auch am Arbeitsplatz. Er läßt es bei den kleinen Freuden des Alltags bewenden und stellt keine großen Forderungen mehr. Fleiß und Gehorsam sind Selbstverständlichkeiten geworden. Die ständige Autosuggestion oder Selbstbeeinflussung verzehrt die Kraft zu weiterreichenden Gedankengängen.

Und so bleibt man bei den Zeugen
Wenn man sich da im Laufe der Zeit an den oft bis ins Gegenteil veränderten WT-Lehren verbraucht, kann man zum psychisch abgefertigten Wrack werden. Und so bleibt man Kreise der Zeugen, arbeiten, "studieren", verkündigen, was auch immer der WT verlangt. Man bleibt psychisch labil und macht, was die Organisation will. Genauso wollen sie einen für ihre Zwecke haben.
Aber wenn man sich alles dessen wird, gibt es auch hieraus einen Gegebenenfalls auch für Dich!

EIN MENSCH, DEN MAN NICHT VERGISST
Kreisdiener Heinrich Ditschi - ein aufrechter Verteidiger christlichen Glaubens (Folge 22)
Dem bisher Dargelegten ist im Grunde nichts mehr hinzuzufügen - die Fakten sprechen für sich. Festzuhalten bleibt lediglich die Tatsache, daß die Wachtturm-Gesellschaft auf berechtigte massive Kritik gezwungenermaßen reagiert hat. Die Art und Weise, w i e sie das tat, war für jeden normal denkenden Menschen eine mehr als überzeugende Bestätigung all dessen, was ihr in bezug auf ihre Unglaubwürdigkeit an Hand von authentischem Material. nachgewiesen wurde.

Wie sich herausstellt, scheint demnach das Wirken der Opposition auf die WTG eine solch immense Wirkung zu haben, daß sie sich schleunigst um eine Stellungnahme bemüht. Die Totschweige-Taktik der WTG ist also nur vordergründig vorhanden. Wie die bisher aufgezeigten Tatsachen beweisen, reagiert sie in Wirklichkeit sehr genau und ausführlich.

Die Methoden sind dabei sehr vielfältig, aber der Kenner der Materie ist daran gewöhnt.
Jehovas Zeugen sind der Ansicht, die WTG reagiere nicht auf die Publikationsaussagen von CV. Es ist deshalb erfreulich nachweisen zu können, daß die WTG sogar auf eine literarisch gestaltete Erzählung reagiert, die in der Zeitschrift "Christliche Verantwortung" in Fortsetzungen abgedruckt wird.

Folgendes zur Gedankenauffrischung:
Wer kannte den WTG-Kreisdiener Heinrich Ditschi aus der BRD? Er wurde zu einem der Hauptkronzeugen gegen die WTG in der BRD! Wie dokumentiert ist, war er eines der Opfer der Gestapo-Kollaboration des BRD-Zweigdieners Erich Frost in der Nazizeit. CV ist nunmehr in der Lage, den WTG-Schleier der Vertuschung über die dramatische Zeugenschaft von Br. Ditschi gegen die WTG zu beseitigen. Lest auch hierüber einen ersten Bericht!

Der hier wiedergegebene Ausschnitt stammt aus dem Leitartikel der Zeitschrift "Christliche Verantwortung" in ihrer Ausgabe Nr. 110 vom September 1978. Mit diesem Datum begann auch gleichzeitig die bereits erwähnte Erzählung. Die Kontrastellung Ditschi-Frost, die für die WTG sowieso ein heißes Eisen ist, wurde dadurch unangenehmerweise wieder in Erinnerung gerufen, Die prekäre Situation der Wachtturm-Gesellschaft, die darin besteht, keine Kontrolle darüber zu haben, was CV in diesem Fall an Informationsmaterial zur Verfügung stand und noch überreicht werden könnte, veranlaßte sie dazu, zunächst prophylaktisch (vorbeugend) zu reagieren.

Es ist gewiß kein Zufall, daß etliche von der "alten Garde" wieder aus der Versenkung hervorgeholt werden und abgehalfterte Paradepferde bei Kongressen wieder kleine Dressurrollen übernehmen dürfen. Vom Ditschi-Kontrahenten Erich Frost wird von Brüdern aus der BRD berichtet, daß er entsprechend dem dargelegten Datum wieder in Erscheinung tritt. Beim Bezirkskongreß der Zeugen Jehovas vom 24.-27.7.1980 in Friedrichshafen hatte er den Programmpunkt: Einleitung, Gebet und Lied!

Reaktion der WTG in "Der Wachtturm" vom 1. Februar 1980
Es ist daher ganz folgerichtig, wenn Ilse Unterdörfer und Elfriede Löhr ebenfalls (von der WTG vorprogrammiert und dirigiert) wieder in Erscheinung treten. Beide waren sie die eingeweihtesten Mitarbeiterinnen in der konträren Reichsdiener-Stellung Ditschi-Frost-. Daher paßt es auch ebenfalls ganz naturgemäß, daß Ilse Unterdörfer für Elfriede Löhr (die mehr für Ditschi als für Erich Frost gearbeitet hatte) stellvertretend miterzählt, obwohl dem Thema entsprechend beide aussagen müßten.

Das ist allerdings nur e i n Aspekt. Im Grunde redet ja nur die WTG, die diese "Alten" geschickt vorschiebt, damit sie auf makabre Weise den z.Zt. laufenden 100-Jahre-Werbe-Slogan unterstützen:

Von Ilse Unterdörfer erzählt.
WIR GABEN NICHT AUF!
Über 100 Jahre im Dienste Gottes trotz schwerer Prüfungen des Glaubens
Im September 1939 befanden wir, meine Freundin Elfriede Löhr und ich, uns im Konzentrationslager Ravensbrück. Gerade war der Zweite Weltkrieg ausgebrochen. Fast sechs Jahre lang hielten Elfriede und ich zusammen mit vielen unserer christlichen Schwestern unter Verhältnissen aus, wie man sie sich schlimmer kaum vorstellen kann, Doch wir Zeuginnen überlebten; Himmler, Hitler und ihre Helfershelfer sind dagegen verschwunden. Jahre zuvor - noch als Jugendliche - hatten sowohl Elfriede als auch ich den Entschluß gefaßt, unser Leben in den Dienst Gottes zu stellen. Nichts sollte uns dazu bringen können aufzugeben. Bevor wir ins Konzentrationslager eingeliefert wurden, verspürten wir, wie Gott liebevoll für uns sorgte, als wir die gute Botschaft vom Königreich trotz der immer heftiger werdenden Verfolgung durch die Nationalsozialisten predigten. Und auch heute predigen wir noch, ja zusammen haben wir über 100 Jahre im Dienste Gottes verbracht.

Der hier vorgestellte Wachtturm-Beitrag bedarf wohl keines Kommentars, um das zuvor Gesagte zu erhärten. In dieser vordergründig geschilderten Geschichte ist dann so "nebenbei" die neueste Stellungnahme im Fall Ditschi/Frost eingebettet,
(erzählt von Hermann Bach, Potsdam

LESERZUSCHRIFTEN
Fragen - Meinungen - Hinweise - Antworten
Wir erhielten in den letzten Wochen einige anonyme Leserzuschriften, die uns zu verstehen gaben, daß CV unrecht hat und letzten Endes ein Werk des Teufels sei. Anonyme Zuschriften sind natürlich immer ein Problem, denn wir können den Schreibern dann nicht ausführlich persönlich antworten. Es muß zu deren Ehre gesagt werden, daß sie halbwegs sachlich bleiben und nicht, wie wir es auch schon erlebt haben, mit schmutzigen und unflätigen Beschimpfungen kommen.

Erstaunlich aber an diesen jüngsten Briefen ist, daß sie zwar beweisen wollen, daß die WTG und die Zeugen Jehovas völlig im Recht sind, aber das, was da geschrieben wird, ist so voll Unklarheiten und Widersprüchen, daß wir mit gutem Recht sagen können: Die WTG verwirrt denjenigen, der wirklich hofft, in einer ehrlichen Glaubensgemeinschaft Anschluß gefunden zu haben. Die Briefe beweisen eindeutig wie widersinnig und unrecht die WTG ist! Hier ein paar Auszüge:

"Was sagten unsere Brüder in der Ausgabe am 15 September 1974, Seite 280, wie folgt beschrieben wurde. Hören sie gut zu: Alle, die wach sind, sagen nicht bis zum Ende ist noch eine lange Zeit, und gemäß dem gegenwärtigen Verständnis der biblischen Chronologie enden 6000 Jahre Menschheitsgeschichte erst in den bevorstehenden 70er Jahren, und bis dahin vergeht noch eine lange Zeit, in der wir dem Herrn beharrlich und ungeteilten Herzens dienen müssen…"

Dann, auf der nächsten Briefseite, finden wir plötzlich:
"Aber in aller Kürze erfüllt sich Daniel Kapitel 2:44. Mitten unter diesem Königreiche richtet Gott Jehova sein Reich auf und sein Reich ist ein ewiges Reich, daß niemals zugrunde gerichtet werden kann…"

Die Widersprüchlichkeit ist offensichtlich schon im ersten Auszug, und wir sehen, daß sich in Jahrzehnten nichts geändert hat, es wurde nur geschickt neu interpretiert, gemäß der jeweiligen Einsicht und Absicht. Unser Schreiber plädiert in seinem anonymen Brief einerseits dafür, ohne Zeitbegrenzung beharrlich zu bleiben, um kurz danach festzustellen, daß in aller Kürze Gottes Königreich errichtet werden wird. Offensichtlich wissen viele Zeugen Jehovas nicht, was sie noch glauben können und dürfen, woran sie sich bei soviel Widersprüchen und Widersinnigkeiten überhaupt noch halten sollen. So wird die über Jahre von CV vertretene Auffassung und Kritik nur einmal mehr bestätigt.

Aber lesen wir weiter:
"Sie können das Werk Gottes durch Briefe nicht zu stehen bringen, nein, sie richten sich selber Schaden an, denn sie sind Menschen, die gegen Gott Jehova kämpfen, und das können sie nicht verantworten. Aber wir wissen, daß sie einmal ihre Handlungsweise bereuen werden…"

Auch aus diesen Zeilen spricht eine erschreckende Unkenntnis, verursacht durch die einseitige dogmatische WTG-Beeinflussung, ein erschreckender Fanatismus auch. Wann jemals hätte CV behauptet, gegen Jehova zu kämpfen?

CV wendet sich gegen den Mißbrauch des Glaubens durch die WTG, wendet sich dagegen, daß egoistische Personen und Gruppen den Glauben an Gott vorschieben, um Macht über Menschen und Dinge zu bekommen.

Schließlich wird in diesem Brief auch ein bißchen gedroht:
"…und das Urteil fällt dann Jehova ganz allein, was aus diesen Leuten werden wird."
Noch eine interessante Tatsache. Sollte die ganze Harmagedon-Angst nur ein bösartiger psychologischer Trick sein? Das liest man aus diesen Zeilen. Behauptet doch die WTG "…was aus diesen Leuten werden wird", wäre durch die Harmagedon-Prophezeiung eindeutig, die absolute Vernichtung.

Nun fällt also Jehova das Urteil ganz allein - nun, dann können auch alle Mitverbundenen von CV guten Mutes sein, denn auf der Seite der Wahrheit hat Jehova immer gestanden, die Schrift beweist es. Auf der Seite der Wahrheit stand die WTG nie!

Liebe Brüder und Schwestern! Wir freuen uns über Post von Euch. Schreibt Eure Probleme, Fragen und Anliegen an unser CV-Büro in Gera!
In christlicher Verbundenheit die CV-Mitarbeiter
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"Christliche Verantwortung". Herausgeber Wolfgang Daum; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str.6 Preis: 0,20 M, Jahresabonnement: 2.-M; Versand auch kostenlos. Konto-Nr.: 4564-30-1952, Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe. Gera.

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