Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 134
In dieser Ausgabe unter anderem: Weiteres zu dem Selbstmord zweier Jugendlicher aus den Reihen der Zeugen Jehovas.


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD. GERA/THÜR, DDR
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Nr. 134 GERA 1980
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ZUKUNFT FÜR ZEUGEN
WELCHE PERSPEKTIVE HABEN DIE ZEUGEN JEHOVAS ÜBERHAUPT NOCH?
WOHLSTAND, MISSSTAND, HARTE STRAFEN
ERFAHRUNGEN MIT DEN PRAKTIKEN DER WTG
EDLER GESINNT UND PRÜFEN
DAS WT-THEMA: "Wachet unablässig"
TRAGÖDIE IM HIRRLINGER WALD
AUS DEM "GEISTIGEN PARADIES" - NICHT NUR DER ZJ-VERSAMMLUNG ROTTENBURG IN DER BRD
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KRITISCHES BEKENNTNIS
WIE ICH WT-ORGANISATION UND ZEUGEN JEHOVAS HEUTE SEHE, NACHDEM ICH MICH DAVON FREIGEMACHT HABE
Schmeicheln hat keinen Zweck
Für Außenstehende und die gesellschaftliche Umwelt ist es nicht unbedingt wichtig zu wissen, welche Ideen die WTG und ihre Zeugen propagieren. Es gehört auch nicht zum Allgemeinwissen, zur Allgemeinbildung, ihr geistiges Gedankengut zu kennen. Dazu stellt das Leben an uns Anforderungen mit ganz anderen, viel wichtigeren Problemstellungen.

Aber dennoch
Großzügig übersehen dürfen wir die WT-Zeugen aber nicht. Dazu stiften sie mit den WT-Lehren viel zu viel zwischenmenschliches Verderben, von den politischen Aspekten hier einmal ganz abgesehen. Erinnert sei nur daran, wie vielen Jugendlichen es durch die WT-Bedingungen unmöglich gemacht wird, eine ordentliche Lehre abzuschließen bzw. überhaupt etwas zu werden. Vielen Familienvätern wird durch unchristliche Wehrdienstirrlehren ein sinnloser Gang ins Gefängnis suggeriert. Viele Ehen werden nach mittelalterlichen Kupplungsverfahren zusammengeschoben und dann nur recht und schlecht durchgehalten. Die Leidtragenden sind immer die Kinder.

Erinnert sei auch an offizielle Feststellungen, daß Nervenkliniken und Heilanstalten auch mit vielen ehemaligen Zeugen Jehovas belegt sind. Die Palette der negativen Auswirkungen ist damit nur angedeutet. Das Spektrum der WT-Missetaten reicht von der Verfeindung und Vergiftung der natürlichen zwischenmenschlichen Beziehungen bis hin zu illegalem, kriminellen Geldschmuggel ins Ausland und bis zu Ritualmord an Minderjährigen auf Grund des WT-Blutkultes.

Die religiöse Seite der Sache
Die WT-Zeugen sind daher nicht nur eine politische, ideologische, psychologische und wissenschaftliche wie theologische Angelegenheit (für den Bereich der Betroffenen und Angesprochenen) - nein, sie sind insgesamt gesehen eine einzige Tragödie für Millionen Menschen im Weltmaßstab, die da hineingeraten sind bzw. Waren.

In christlicher und sozialer Verantwortung kann man darum nicht so tun, als wären sie nicht da. Dem WT-Einfluß muß gegenüber getreten werden, er muß bekämpft werden. Und zwar auf allen Ebenen, politisch, ideologisch, wissenschaftlich, psychologisch, religiös bzw. theologisch. Man muß sich schon auf diese Gebiete begeben. Der WT selbst geht in allen diesen Bereichen vor.

Denn die ganze Ideologie der Zeugen, die der WT ihnen beibringt, wird für sie subjektiv auf biblisch-christliche Grundlagen gestellt, die in Wirklichkeit jedoch nur einen Mißbrauch von Bibel und Christentum darstellen.
Ihr ganzes Selbstverständnis ist so aufgebaut und auch ihr Weltbild. Man muß sich darin auskennen, um mit ihnen wirksam sprechen zu können.

Wenn also etwas zerstört und niedergerissen werden muß, so ist es dieser Mißbrauch. Wirklich christliche Glaubensaussagen und Glaubensfragen stehen dabei nicht zur Diskussion. Es geht um eine generelle Loslösung von der Wachtturm-Gesellschaft als von einer irreführenden Organisation. Das muß erkannt werden. Der Zeuge muß durch die Wahrheit über diese Organisation erst einmal von ihr freigemacht werden. Sonst ist in seinem Sinn kein Platz für einen besseren Weg.
- L -

CV-Kommentar
NICHT GEGEN ZEUGEN JEHOVAS KÄMPFEN, SONDERN UM SIE?
ZUM ERSCHEINEN DER 5. NEUAUFLAGE DES BUCHES VON Hans-Jürgen TWISSELMANN "VOM ZEUGEN JEHOVAS ZUM ZEUGEN JESU CHRISTI"
Es begann 1961. Kurz zuvor war die deutsche Übersetzung von "Dreißig Jahre ein Sklave des Wachtturms" des ehemaligen WTG-Mitarbeiters W. J. Schnell, USA, erschienen. Soweit bekannt ist, war das einzige umfassende Werk zuvor über die WTG das Buch "Die Verwüstung des Heiligtums" 1928 von Gebrüder Emil und Otto Sadlack (Angerburg/ Ostpreußen) gewesen. Niemand konnte sich seither umfassender und kritisch über die Wachtturmgesellschaft und die Zeugen Jehovas orientieren. Die WTG saß immer "obenauf". Seit Beginn der 60er Jahre hat sich diese Lage im deutschen Sprachraum systematisch verändert. Das Schweigen der WTG hierzu beweist nur, wie ernst sie das nimmt. Mit Argus-Augen verfolgt sie diese Publizistik! Wo sie kann, schlägt ihre Inquisition in Ermanglung von Wahrheitsargumenten skrupellos vernichtend zu.

1961 erschien nun wieder ein erstes, auf eigene Erfahrung gestütztes Werk, "Vom Zeugen Jehovas zum Zeugen Jesu Christi", von Hans-Jürgen Twisselmann. 1964 erfolgte die 2. Auflage. Parallel erschien 1961 ein zweites Buch "Ich war Zeuge Jehovas" von Günther Pape, zugleich auch in der DDR, dann in Italien und Frankreich. Es folgte das Werk "Hirten ohne Erbarmen" von Josy Doyon in der Schweiz, mit einer Neuauflage unter dem Titel "Ich war Zeugin Jehovas"

Der nächste Höhepunkt begann 1970. In der DDR und der BRD erschien das Dokumentarwerk "Die Zeugen Jehovas. Eine Dokumentation über die Wachtturmgesellschaft" von Manfred Gebhard. Gleichzeitig erschien in der BRD das Buch "Die Wahrheit über Jehovas Zeugen" von Günther Pape. Es folgte 1971 die Übersetzung aus dem Englischen "Viele von uns werden niemals sterben" von Alan Rogerson. 1975 folgt das Buch des BRD-Journalisten Horst Knaut "Propheten der Angst". 1977 folgte Renate Sprung mit "Gefängnis ohne Mauern: Wir Waren Zeugen Jehovas" Weniger bekannt geworden ist die Dissertation von Dr. Dietrich Hellmund, Universität Hamburg 1972, "Geschichte der Zeugen Jehovas in Deutschland". Auch die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Stuttgart publiziert ständig über WTG und ZJ (Hans-Dieter Reimer).

Die WTG - Inquisition.
Was die Reaktion der Wachtturmgesellschaft (WTG) betrifft, so ist es konkret aus Potsdam, Stralsund und anderen Orten bekannt, daß die WTG Anweisung gab, die in der DDR und BRD 1970 veröffentlichte Dokumentation "Die Zeugen Jehovas. Eine Dokumentation über die Wachtturmgesellschaft" in den Geschäften aufzukaufen und zu vernichten.

Nun im Jahre 1980
Dr. Dietrich Hellmund, Hamburg, kommentierte das Erscheinen der 5. Neuauflage des Buches "Vom Zeugen Jehovas zum Zeugen Jesu Christi" von Hans-Jürgen Twisselmann mit dem Satz, "… nicht gegen Jehovas Zeugen kämpfen; sondern um sie". Das ist eine grundsätzliche Frage, die sich bei dem Erscheinen eines Buches dieser Art schon einstellen mag.

Aber eine solche Alternative, "nicht gegen, sondern um", gibt es in der Zeugenfrage nicht. Es trifft beides zugleich zu. Gegen die Wachtturm-Irrlehren muß, das ist schriftgemäß, gekämpft werden. Solange sich die Zeugen Jehovas mit diesen Irrlehren identifizieren, sind auch sie als Träger dieser Irrlehren angegriffen. Das läßt sich nicht vermeiden. Natürlich mit dem Ziel, sie eines Besseren zu belehren, was dann zugleich auch ein Kampf um sie ist.

Hans-Jürgen'Twisselmann hat sein auch in vielen Punkten nun auf den neuesten Stand gebracht. Ein herausragender Schwerpunkt ist das Kapitel "Ein neuer Endtermin als Aktivierungsmittel: 1975". Er weist nach, wie das wirklich nur ein weltweiter Bluff war, um die Aktivität anzukurbeln, Was für ein Mißbrauch des Glaubens der Arglosen! Die Nachweise stützen sich auch auf unsere Zeitschrift "Christliche Verantwortung". Es ist äußerst wichtig, diese Weltendeirrlehre des WT überall zu dokumentieren, damit das für alle Zeit nachweisbar ist.

Hervorzuheben ist auch die Veröffentlichung einer Reihe von Stimmen ehemaliger Zeugen Jehovas, denen durch die bisherigen Publikationen geholfen werden konnte.

Wie die Wahrheit über die WTG freimacht
Bruder H.-J. Twisselmann schreibt: Dank freiwilliger Gaben von befreiten Opfern des Wachtturm-Systems und von Gläubigen aller Kreise konnten wir weitere Schriften veröffentlichen und sie in der DDR, der BRD, in Österreich und der Schweiz verbreiten. So erhielten ungezählte Wachtturm-Anhänger Zeugnis von der biblischen Wahrheit, mußten sich mit den Schriftbeweisen auseinandersetzen und hörten und lasen von Jesus, der sie, die Mühseligen und Beladenen zu sich ruft.

Gewiss, manche wurden noch fanatischer im Kampf für ihre "menschliche" Organisation und in ihrem Eifer gegen unsere Missionsarbeit, bezeichneten diese als "Hetzarbeit" und den Versand des Schrifttums als "Belästigung".
In einem Brief wird uns zusammen mit Erzketzern der Wachtturm-Frühzeit Alexander Freytag und Samuel Lauper u. a. unter Hinweis auf alle irgend verfügbaren Gerichtsworte der Bibel die Verdammnis angedroht.

Wo es zu einer echten Begegnung mit dem lebendigen Herrn kommt, da bricht dann auch die Freude durch. Da kommt es zur Gewißheit des Heils. Da weicht die Angst vor menschlichen Autoritäten wie der Frühnebel unter den Strahlen der aufgehenden Sonne.

"So sind wir glücklich darüber, daß unsere letzten geistigen Wachtturm-Bastionen in Schutt und Asche gefallen sind … Die Furcht vor dem Fluchwort fehlbarer Menschen ist von mir gewichen und zerplatzt wie eine Seifenblase. Wir sind unserem allmächtigen Gott und seinem von ihm über alles geliebten Sohn Jesus Christus so tief von Herzen dankbar… Was uns geschenkt wurde, ist so viel, daß wir wähnen, unser Leben erst jetzt wirklich erhalten zu haben.
E. und G. K.

Andere Christen fragen und vergleichen:
ZUKUNFT FÜR ZEUGEN
WELCHE PERSPEKTIVE HABEN DIE ZEUGEN JEHOVAS HEUTE ÜBERHAUPT NOCH?
Als Montanisten wurden die Anhänger einer Bewegung bezeichnet, deren Begründer der Priester Montanus war. Sie selbst bezeichneten sich als "neue Propheten" bzw. als "Zeugen Gottes". Um 157 u. Z. versuchte dieser Priester, die sich konsolidierende Kirche zu reformieren. Montanus und seine Anhänger, welche besonders Frauen waren, verkündeten, es sei sinnlos, wenn die Christen sich in irgendeiner Art der Welt zuwendeten. Denn, so behauptete Montanus, er habe besondere und neue Offenbarungen durch den Heiligen Geist empfangen und durch das Studium der Schriften bestätigt gefunden: Das Weltende stehe nahe bevor! Er selbst sei die rettende Arche, er sei der Tröster, den Jesus den Seinen zu senden versprochen hat. Er und seine Anhänger stellten das auserwählte Volk dar und die vielen Sympathisanten die "große Volksmenge".

Für Montanus war das wichtigste die Erwartung der unmittelbar bevorstehenden Wiederkunft des Herrn. Das Leben der Gemeinde und des Einzelnen ist bestimmt durch das Studium der Schriften (in seinem Sinne), sowie die persönliche Offenbarung des Heiligen Geistes und eine völlige Umverwandlung des Menschen, die der Geist bewirkt. Die asketische Haltung, die sich vom Leben in dieser Welt abwendet, u.a. von Bildung und Erziehung, vom politischen Geschehen, rückt für Montanus und seine Gruppen in den Vordergrund.

Geradezu im Gegensatz zum Neuen Testament , nachdem der Tag des Weltendes im Dunkeln bleibt (Apg. 1:7), behaupteten Montanus und seine Propheten und besonders seine beiden Prophetinnen, es sei ihnen offenbart worden, der jüngste Tag kommt noch zu ihren Lebzeiten, Montanus' Generation wird nicht vergehen, bevor dies geschehen wird. Diese Prophezeiung fand einen erstaunlich großen Anklang.

Dann kam die Krise
Und dann kam jene Krise, der keine Schwärmergruppe entgeht, die das Weltende zu einem bestimmten Zeitpunkt geweissagt hat. Montanus starb, ohne das der jüngste Tag gekommen wäre. Kurze Zeit danach ereilte der Tod die Prophetin Priska, Maximilla, sie war die letzte aus Montanus Prophetengeneration, prophezeite nun mit Bestimmtheit, das Ende komme unmittelbar nach ihrem Tode. Sie starb im Jahre 179. Aber nichts geschah. Damit hatte der Montanismus seine Glaubwürdigkeit verloren.

Diese kurze Darstellung des Montanismus sollte reichen. Die Parallelen zu den Zeugen und ihrer WTG drängen sich geradezu auf. Auch sie haben eine Enderwartung und stellten immer wieder neue Daten auf, welche immer neu verschoben werden mußten. Heute steckt die WTG mehr in einer Krise denn je. Sie hat für viele nach ihrem letzten Endzeittermin 1975, ihre Glaubwürdigkeit verloren.

Welche Perspektive haben die Zeugen denn heute überhaupt noch? Man kann diese Frage nur schwer beantworten. Zwar ist der zeitliche Abstand zum Montanismus sehr groß und die historische Situation eine ganz andere, aber ein ähnliches Schicksal wie dieser Bewegung kann auch der WTG beschieden sein.

Und Veränderungen
Nach dem Verlust ihrer Glaubwürdigkeit wurde es still um die Montanisten. Aber eine Schar von Unentwegten führte die Gruppe weiter. Wer sich je mit Geschichte beschäftigt hat, weiß, daß nach 20 Jahren alles ganz anders aussehen kann. So machten auch die Montanisten eine Entwicklung durch, in deren Verlauf ihre Gruppe ein anderes Gesicht gewann. Sie ließen die vermessenen Weissagungen ihres Gründers fallen und wurden zu Gruppen, in denen eine intensive asketische Frömmigkeit gepflegt wurde, härter, strenger, weltabgewandter und gesetzlicher als in der Gesamtkirche.

Auch rückte die in nächster Zeit erwartete Wiederkunft immer mehr in die Zukunft hinaus, eine Entwicklung, die die Kirche schon 100 Jahre zuvor durchlaufen hatte.
Eine letzte Blüte durchlebte die Bewegung in den ersten Jahrzehnten des 3. Jahrhundert in Nordafrika, vor allem in Karthago und Umgebung. Die strengen sittlichen Normen übten also auch nach dem Verlust der Glaubwürdigkeit einen Reiz aus, zumal die damalige spätantike Gesellschaft immer mehr der Dekadenz verfiel.

Aber auch ein überzüchteter Moralkodex kann auf die Dauer ein geistiges Vakuum nicht ausfüllen. Und ohne einen Endzeittermin verlor das Ganze seinen aktuellen Bezug. So mußte der Montanismus scheitern. Er mußte scheitern, weil er sich gegen die historische Entwicklung stellte.

Das mögliche Schicksal
Anhand der historischen Erkenntnisse läßt sich vielleicht einiges über das weit Schicksal der Zeugen Jehovas ableiten. Auch sie werden von ihren Ideen vieles fallen lassen müssen, um überhaupt weiter existieren zu können. Solange jedoch die Welt des Kapitals existiert, haben sie dort eine Chance. Wo geistige Perspektivlosigkeit identisch ist mit der Gesellschaft und die Dekadenz ein Zeichen ihrer Kürze ist, wird ein überzüchteter Moralkodex auch ohne Endzeittermin einen gewissen Reiz auf Personen ausüben. Ihr endgültiges Schicksal ist jedoch jetzt schon zu erkennen. Was sich gegen das Rad der Zeit stemmt, wird von ihm zermalmt werden. Erschütternd ist nur, daß bis dahin viele Menschenleben mißbraucht werden.
- eingesandt -

Das WT-Thema
"Wachet unablässig"
1/1979
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN Teil I
NICHT LÄNGER BEDENKENLOS DEM WT GLAUBEN:
Abschnitt 3
Math. 24:21 beschreibt eine Drangsalzeit der Juden bis zur Wiederaufrichtung Israels und nicht eine Harmagedondrangsal.
Offb. 7:14 - Trübsal durchstehen - bedeutet hier wohl, in einer gottentfremdeten Welt durch Christus von ihr frei zu werden und des Herrn kennt und in Gottes neue Welt einzugehen. Offb. 16:15 gilt von Christi Himmelfahrt bis zu seiner Wiederkunft. Vom 20. Jahrhundert ist keine Rede, denn die christliche Zeit des Endes begann vor fast 2000 Jahren.

Überrest und große Volksmenge werden von der WTG falsch interpretiert. Die erhabenen christlichen Grundsätze werden in der Bibel beschrieben. Die WTG-Predigttätigkeit falscher Weltenden ist unbiblisch und hat mit dem Evangelium über das Kreuz Christi nichts zu tun. Nackt zu wandeln oder schläfrig zu sein, bedeutet im biblischen Sinne Christus können aus den Augen und dem Herzen zu verlieren.

Abschnitt 4
Alle negativen Ereignisse in Geschichte und Gegenwart müssen relativ zu ihrer Zeit gesehen werden. Die heutigen Weltereignisse sind kein Zeichen für eine unmittelbar bevorstehende Weltvernichtung.
Dan. 2: 44, 45 beschreibt eine "Beseitigung" der "vier Könige", (mit Nebukadnezar von Babylon als "Haupt von Gold") in vorchristlicher Zeit, aber keine Vernichtung aller heutigen Nichtzeugen oder heutigen Völker.

Abschnitt 5
Alle hier angeführten Bibelzitate besagen, daß niemand Tag und Stunde der Wiederkunft des Herrn kennt und deshalb wach bleiben soll. In den Zeilen 1-5 und in der zum Abschnitt gehörenden Frage wird dem Leser suggeriert, daß sich heute zu unserer Zeit unmittelbar vor uns stehend eine Harmagedonprophezeiung erfüllen wird. Die WTG behauptet das Gegenteil der von ihr angeführten Bibelzitate.

Abschnitt 6
Offb. 2:16 ist keine Warnung an heutige Christen, sondern ein Wort an die Gemeinde von Pergamon vor ca. 1900 Jahren. Heute können wir aber daraus lernen, um die damaligen Fehler nicht zu wiederholen.
Offb. 3:11 ist an die Gemeinde von Philadelphia gerichtet und kann uns heute ebenfalls zur Ermunterung dienen, stellt aber keine Prophezeiung speziell für das 20. Jahrhundert dar.
Offb. 22: 7, 20 hat für die gesamte christliche Zeit Gültigkeit und nicht erst seit 1914 u. Z.

Abschnitt 7, Zeile 1 - 6
Das ist widersprüchliches Zeug. Im Abschnitt 4, Zeile 10 funktioniert die Welt noch und in Abschnitt 7, Zeile 3 liegt sie im Todeskampf. Die WTG lehrt seit Jahren ein irdisches Paradies mit Tieren und Blumen. Hier aber werden die Großstädte, die im Sterben begriffen sind, bevor sie eines natürlichen Todes sterben aus ihrem Elend befreit. Soll den Zeugen Jehovas langsam und unauffällig klargemacht werden, daß eine weltweite Vernichtung ausbleibt? Die dann genannten Propheten haben etwas ganz anderes prophezeit. Jer. 30:7 ist an Israel und Juda gerichtet. Joel 2:11 ist an Jude gerichtet (Joel 2:15-17).
Amos 5:18-20 an Israel gerichtet (Amos 5: 4,15), Jes. 2:12,17 an Juda und Jerusalem (Jes. 2:1,6).

Abschnitt 8
Zeph. 3;8 spricht nicht von 1914 und von einer weltweiten Vernichtung in Harmagedon, denn Zeph. 3:9 ff schildert eine Wandlung zum guten. Von einem deutlichen Erkennen des nahen Endes der Christenheit durch militaristische Elemente und UNO kann keine Rede sein. Das ist WTG-Wunschdenken. Die sozialistischen Mächte arbeiten eng mit der christlichen Bevölkerung zusammen. Die WTG hetzt hier erneut gegen den Kommunismus. Wer Gott Verwüstung und Vernichtung als Mittel seiner Rechtfertigung und Heiligung seines Namens zuschreibt, verfällt in faschistisches Vernichtungsdenken und verleumdet Gott. (2. Petr. 3:9, Joh. 3:16). In der "sogenannten Christenheit" glaubt man an Jesus Christus, Joh. 3:16-18. Das soll die WTG zur Kenntnis nehmen.
M. H. / P.

WOHLSTAND, MISS-STAND, HARTE STRAFEN
ERFAHRUNGEN MIT DEN PRAKTIKEN DER WTG
Wenn in der Nummer 133 der "Christlichen Verantwortung" hinsichtlich des Urlaubes einiger Zeugen Jehovas als von einem "erstaunlichen Verhalten" gesprochen wird, so bringt eine genauere Betrachtung des sozialen Verhaltens der Zeugen Jehovas noch viel erstaunlichere Dinge zutage.

"Nur der im Wohlstand lebt, lebt angenehm", dichtete der Franzose Francois Villon vor etwa 500 Jahren. Aber schon viel früher war es den gerecht denkenden Menschen bekannt, daß zwischen Wohlstand und Wohlstand ein großer Unterschied besteht. Während es normal und richtig ist, ein gesichertes Einkommen, Nahrung, Kleidung, Wohnung zu haben, gibt es eine Art von Wohlstand, die auf die Dauer bequem, egoistisch und denkfaul macht. Auf diese Unterschiede und Zusammenhänge weist gerade die Heilige Schrift eindringlich hin und sie ist für einen aufrechten Christen auch der gegebene Maßstab für sein Verhalten.

So ist es auch einleuchtend, daß in den meisten Religionsgemeinschaften die Angehörigen aufgefordert werden, wenn sie ihr Auskommen haben, auch an andere zu denken. Und wenn auch christliche Hilfe an den Ursachen von Hunger, Krankheit und Elend nur wenig zu ändern vermag, so kann sie eben doch auch in vielem helfen.

Nicht so in der WTG, nicht so bei den Zeugen Jehovas. Diese nämlich werden mit entsprechenden Bibelstellen bekniet, zurückhaltend, sparsam und einfach zu leben, sich einem Wohlstands-Streß nicht anzuschließen oder etwa sogar unterzuordnen. Zugleich steht im Vordergrund vor allem die Hilfe in der eigenen Gemeinschaft, denn für die, die sich nicht zur WTG bekennen, ist, nach den Grundsatzvorstellungen dieser christlich aufgezäumten Glaubensgangster, sowieso jede Hilfe für die Katz', sie werden ja den ach so "menschenfreundlichen" Vorstellungen der WTG entsprechend, alle vernichtet.

Das, liebe Brüder und Schwestern ist die Theorie. Man könnte sagen, daß zumindest im Ansatz eine gewisse Ähnlichkeit zu anderen Religionsgemeinschaften hinsichtlich eines einfachen, vernünftigen Lebens besteht. Oft genug gesagt und betont wird es ja immer wieder. Aber nun die Praxis!

Ich habe immer wieder diese gepredigte Einfachheit und das Desinteresse an materiellen Dingen, welches ständig als "Unterschied zu den Menschen in der Welt" hervorgehoben wird, mit dem Alltag in den unterschiedlichsten Familien der ZJ verglichen. Aber Einfachheit und vernünftige Zurückhaltung in materiellen Dingen fand ich bisher kaum, trotz aller Suche. Modernste, oft teuerste Wohnungseinrichtungen, modernste Küchen- und Haushaltsgeräte, Fernsehen, Phono, Haus- und Bungalowbesitz, Motorrad und Auto und oft in einer Familie beides - so sieht die Praxis bei den Zeugen Jehovas aus. Und dafür, dieses "Niveau" zu halten, wird auf vieles Geistige verzichtet. Ja, die Zusammenkünfte werden eingehalten, auch hier und da Haus-zu-Haus-Dienst absolviert, fehlen ein paar Stunden, dann wird ab und an auch mal mehr aufgeschrieben.

Und natürlich wird beim anderen nachgesehen, was er sich anschafft. Manche Familien brauchen eben alle drei bis fünf Jahre eine neue Couchgarnitur und das Auto muß neu gespritzt werden und ein Moped für den Sohn und neue Gartenmöbel und - auch ein neidisch-eifersüchtiger Blick oder spitze Bemerkungen von denen, die keine paketfreudige "Schwester" im Westen haben. Ja, so ist das. Und dabei gerät nicht nur die WTG-Moral ins Hintertreffen, was nicht so schlimm wäre, da sie sowieso mehr als fragwürdig ist und in der Tat ein eiserner Koloß auf tönernen Füßen, nein - viel schlimmer, dabei geht auch die Nächstenliebe, die praktische christliche Hilfe für den, der der Hilfe bedarf, allmählich verloren, wenn sie überhaupt im Ansatz vorhanden ist.

Und da wird auch hier und das das Geld für die Gemeinschaft gespart, denn die Frau braucht ein Kleid und das Auto eine neue Sitzgarnitur. Dabei treten bei diesen Familien dieselben bedenklichen Erscheinungen auf wie überall da, wo geistige Interessen, Interesse an der Umwelt und Hilfsbereitschaft durch materielle Reize verdrängt werden. Und da hilft kein Zitieren der Bibel.

Nicht anders, aber menschlich noch belastender noch abstoßender ist der Mißstand in den Beziehungen von Brüdern und Schwestern, besonders Jugendlichen, untereinander. Hier gibt es einen Kuhhandel, wie er schlimmer sein kann. Da suchen Eltern und ältere Brüder einen "passenden" ? Ehepartner für einen jungen Bruder oder eine junge Schwester und dann werden diese auf Brautschau geschickt, wobei schon kaum noch eine Möglichkeit zu anderer Wahl besteht, denn Partner im Glauben sind dünn gesät in Zeugenkreisen. Also wird nach bester mittelalterlicher Manier und auf - Teufel komm raus gekuppelt. Am Ende geht es nach außen hin scheinbar gut, aber in Wahrheit hält sehr gerade in jungen Ehen nur der WTG-Druck die Ehe zusammen.

Neben diesen Beispielen gibt es auch Dutzende von Fällen allein in den Thüringer Bezirken, aber auch in anderen, wo mit unmenschlichen psychologischen Tricks Partner oder Eheleute, die "nicht in der Wahrheit" sind, in die WTG hineinmanövriert wurden, aus Liebe eine gute Miene zum bösen Spiel machten und so den Grundstein für dauernde innere Zerwürfnisse legten, weil ja in Wahrheit dieser Beitritt nicht ihrer Überzeugung entspricht. Oder der jeweilige Ehepartner wurde so vergrault, ja, so verteufelt, daß er trotz aller Zuneigung eine Scheidung von seinem WTG-hörigen Gefährten vorzog. Auch da hatte es die WTG geschafft, ihre Unmenschlichkeit unter Beweis zu stellen.

Bei einem Bruder, der nach seiner Scheidung mit einer neuen Partnerin sehr glücklich zusammenlebte, wurde erst biblisch agitiert, dann gedroht, dann verdammt, dann sogar gesagt: Dich müßte man verprügeln wie ein dummes Kind, damit du zur Vernunft kommst!" Der Bruder trennte sich von der Versammlung. Auch das sind nur einige Beispiele. Wie viele werden Ähnliches erlebt und erlitten haben?
T. G.

TRAGÖDIE IM HIRRLINGER WALD
ZWEI 15jährige MÄDCHEN, ZEUGEN JEHOVAS, VERÜBTEN SELBSTMORD -
WER WAGT ES, DA NOCH VON "GEISTIGEN PARADIES" ZU SPRECHEN?
CVN-SÜDWESTPRESSE, Tübingen den 25. Juni 1980:
Am Donnerstagabend, dem 19.06. 80, erhängten sich in einem Wald nahe Hirrlingen zwei 15jährige Mädchen. Weder Liebeskummer, noch Schulsorgen waren es, die sie in einen lang vorher geplanten Tod trieben. Wir sprachen darf mit. Wer sich je als Glaubender mit einer ganzen Reihe von Leuten, die die beiden gut kannten, zum Teil laufend mit ihnen zu tun hatten und ihre Not kannten (und verkannten). Das Ergebnis der Recherchen wirft ein erschreckendes Schlaglicht auf die Situation von Kindern in religiös fanatisierten Familien

"Ich aber frage mich"
Der Leserbrief des Herrn Bechtle geht doch an der Tatsache vorbei, bewiesen ist doch, daß hier zwei junge Menschen ihrem Leben ein Ende gesetzt haben, weil sie von zu Hause aus keine Unterstützung fanden, die nötig gewesen wäre, um sie von diesem Vorhaben abzubringen. Es ist des christlichen Glaubens, der Liebe, doch unverschämt zu behaupten, die Schulkameraden seien schuldig an dem Selbstmord, das ist doch eine Verdrehung der Tatsachen! Ich schlage den Bibelforschern vor (auch den ehemals aktiven): geben Sie es doch zu, daß Sie zumindestens mitschuldig sind an dem Tod dieser jungen Menschen, das wäre doch einen Artikel im "Wachtturm" wert.
Rudi Hildebrandt, Pfrondorf

Dieser Ausschließlichkeitsanspruch
In Ihrem Brief, sehr geehrter Herr Bechtle, ist wenig von christlicher Nächstenliebe zu finden. Wenn Sie als "ehemaliger Zeuge Jehovas" und gleichzeitig als "quasi Abtrünniger" Worte wie "unverschämte Lüge, gemeine Verleumdung, absolute Unfähigkeit gebrauchen, dann stellen Sie sich und den Zeugen Jehovas - die Sie ja verteidigen wollen - ein schlechtes Zeugnis aus. Solche Worte sind in diesem Zusammenhang völlig unangebracht, denn es geht ja um "Glaubensdinge", die jeder anders sieht und sehen darf. Wer sich je als Glaubender mit den "Zeugen" befaßt hat, hat bald gemerkt, daß der Gott der Bibel ein ganz anderer Gott ist als der Jehova der Zeugen! Der Jehova der Zeugen ist, wie Hutten ganz richtig sieht, ein versteinertes Wesen aus dessem maskenhaften Bild die Züge der väterlichen Güte, Barmherzigkeit und Liebe gestrichen sind. Er kennt keine Vergebung. Wenn er zu irgendwelchen Menschen freundlich ist, dann nur zu den Zeugen! Die Zeugen haben ihn zu einem ausgesprochenen Sektengott gemacht und beanspruchen alle biblischen Verheißungen für sich. Das ist aber gerade das Zeichen einer "Sekte", daß nur sie das auserwählte Volk seien. Diesen Ausschließlichkeitsanspruch kann man nur mit Überheblichkeit bezeichnen.

Jeder Mensch muß sich nach seinem Gewissen richten, und ein religiöses Bekenntnis darf man einem anderen nicht aufzwingen. So muß der Christ immer Ehrfurcht haben vor der religiösen Überzeugung anderer, die nicht seines Glaubens sind. Zum "Umgang mit der Bibel" kann gesagt werden, daß es die Zeugen für nötig befunden haben, sich eine eigene Bibelübersetzung zu schaffen, die genau das bezeugt, was die Zeugen bezeugt haben wollen!

Nur das Vorbild im täglichen Leben kann wieder Menschen überzeugen, nicht spitzfindige Bibelauslegungen. Damit sind auch die eigenen Kinder gemeint. Ein freudiges Christentum im Alltag kann eigentlich keine Selbstmordkanditaten gebären. Da muß irgend etwas schief liegen oder gelegen haben. Interessant wäre eine Stellungnahme der Leitung der Zeugen zu diesen Dingen.
Otto Geipel, Wumlingen

"Sie wehren sich lautstark "
Es wäre an der Zeit, daß die Angehörigen der "religiösen Vereinigungen Zeugen Jehovas" sich äußern würden zu dem furchtbaren Geschehen im Hirrlinger Wald. Sie wehren sich lautstark und empört gegen alle Vorwürfe der Intoleranz und Herrschsucht, aber keiner von ihnen hatte den Mut, Stellung zu nehmen zu dem entsetzlichen Selbstmord der beiden Mädchen. Ist es das schlechte Gewissen, das sie daran hindert?
Elisabeth Dachs, Tübingen

"Am besten Abstand halten"
Vielleicht wachen nach der Hirrlinger Tragödie die Anhänger dieser Sekte (oder die es werden wollen) auf! Hier wird doch deutlich, wie es mit "dieser Sekte" steht: mit Vorsicht zu genießen - am besten Abstand halten!
Brigitte Rey, Tübingen

EIN MENSCH, DEN MAN NICHT VERGISST
Kreisdiener Heinrich Ditschi - ein aufrechter Verteidiger christlichen Glaubens
Folge 21
WTG-Bestätigung durch Sekundärfakten
Der schlagende Beweis für das bisher Gesagte ist der Hamburger Kongreß von 1961 und das daraus resultierende stillschweigende Verschwinden von Erich Frost. Im " Blaubuch" wird dazu folgendes ausgeführt: ''Es soll nun gleich das Ende der- WTG-Laufbahn Frosts vorweggenommen werden. Zum internationalen Kongreß der WTG im Juli 1961 in Hamburg vollbrachte er als deutscher WTG-Redakteur seinen letzten großen und öffentlichen Betrug. Raffiniert politisch aufgemacht - vor rotem Hintergrund mit der Vokabel ''totalitär" -, stellte er sich in einem "Wachtturm-Bericht", betitelt "Befreiung von totalitärer Inquisition durch Glauben an Gott", wie ein "Daniel in der Löwengrube" vor. Das „Schlimmste" habe er im Konzentrationslager erlebt, das zu Papier zu bringen, „sich die Feder sträubt". Nur durch Glauben an Gott sei er noch am Leben und könne "die Geschichte erzählen".

An der Brutalität und Bestialität von SS und Gestapo besteht kein Zweifel, aber im Falle Frosts sieht es gänzlich anders aus. Angesichts dessen, was er laut Gestapodokumenten alles berichtet hat, ist völlig unglaubwürdig, was er im "'Wachtturm" vom 1. Juli 1961 vom unablässigen Rufen zu Jehova und Schweigen um der Brüder willen schreibt. (s. S. 183)

Die Wahrheit ist vielmehr die: Frost hat nicht nur geschwiegen, sondern er hat ohne jede sichtliche Veranlassung durch die Gestapo, geschweige denn durch Schläge, aus eigenem Antrieb ausgepackt, bis hin zu solchen persönlichen Bemerkungen wie: der Leiter des WTG-Zweigbüros in Prag, Heinrich Dwenger, sei ein "unverheirateter-Sonderling". Nicht nur die vorliegenden Aufzeichnungen über Frosts Bericht an die Gestapo beweisen, daß sein ''Wachtturm''-Artikel ein skandalöser öffentlicher Betrug ist, zugleich bezeichnend für die "Wachtturm-Zeitschrift" als angeblicher göttlicher Kanal für die Zeugen Jehovas. Bei einem Gespräch im, Juli 1956 in Wiesbaden hat Frost offen und reuelos zugegeben, daß er aus Rache an seinen Mitarbeitern, die ihn verraten haben, das ganze WTG-Werk in Deutschland 1937 "hochgehen'' ließ.

Ebenfalls aus Anlaß des internationalen Kongreß im Juli 1961 in Hamburg und unter Bezug auf Frosts Bericht im "Wachtturm" vom 1. Juli 1961 veröffentlichte das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am 19 Juli 1961 einen zweiseitigen illustrierten Artikel mit dem Titel: "Väterchen Frost", in dem die wahre Rolle des Frost in der Nazizeit als Gestapohandlanger öffentlich bekanntgemacht wurde. Der Bericht hat folgenden Wortlaut:

... Ein Bericht des „Parlamentarisch-politischen Pressedienstres" in Bonn vom 5. Juli 1961, Nr. 75, unterstützte diese Veröffentlichung im "Spiegel". Damit begann das Ende der WTG-Laufbahn Frosts, Man konnte ihn der Öffentlichkeit nicht mehr länger als Repräsentanten der Organisation vorsetzen ... Im Juni 1964 schließlich trat Frost unauffällig und stillschweigend von seinem letzten öffentlichen Posten in der WTG zurück. Seine Stelle als "Wachtturm-Redakteur" am "Kanal Jehovas" nahm der in den USA an der "Gilead"-Schule der WTG ausgebildete "Sonderdiener" Günter Künz in Wiesbaden ein ...

Frost suchte schließlich in einer kleinen WTG-Versammlung in einem Ort Südwestdeutschlands Unterschlupf. (Blaubuch S. 182 ff).
Genau diese Fakten bestätigt die WTG dadurch, daß sie im Jahrbuch 1974 über Frost ab 1961 nichts mehr aussagt, sein Auftreten beim Hamburger Kongreß übergeht, das Primäre des Kongreßes unterschlägt und auf unbedeutende Sekundär-Fakten ausweicht. Wenn man dann noch feststellt, daß auch diese Sekundär-Fakten zwielichtig sind, anrüchig und schlammbesudelt, dann kann man das Urteil des ''Blaubuches" als Abschluß betrachten!

Der Kulminationspunkt in der WTG - Selbstdarstellung
Wir wollten aber das Werturteil der WTG das sie in Bezug auf sich selbst gibt, nachweisen. Rufen wir uns in geraffter Form noch einmal das Primäre des Hamburger Kongresses ins Gedächtnis:

Die WTG veranstaltet einen internationalen Kongreß. Der Präsident, N. H, Knorr, hält einen vielbeachteten Vortrag, Der deutsche Zweigdiener Franke ist ebenfalls erschienen, um mitzuhelfen, die Reklametrommel zu rühren. Der Grund des Kongresses ist dieser: Es soll der 2000 Todesopfer gedacht werden, die der Hitlerfaschismus der WTG zufügte. Stellvertretend für diese Opfer ist der WT-Redakteur Frost erschienen, der die "Hölle dieser Tyrannei" aus eigener Praxis schildert. Zum besseren Verständnis der Frost-Gedanken wird der Hamburger Bevölkerung der WT vom 1. Juli 1961 in die Hand gedrückt.

Auf den Seiten 238 bis 239 des Jahrbuches 1974 ist die Selbstdarstellung der WTG in dieser Sache wie folgt nachzulesen:
Der nächste große internationale Kongreß fand 1961 in Hamburg ... statt. ...Der Kongreß begann bei strömendem Regen und die Festwiese verwandelte sich bald in Matsch und Schlamm. Und es regnete weiter.. Ja, zum Erstaunen anwesender Zeitungsreporter und Kameraleute wurde der Kongreß durch Regen und Schlamm nicht ernsthaft beeinträchtigt. Die MORGENPOST schrieb: "Sie sehen fast alle fröhlich aus, auch in Schlamm und Regen..."

... Ein Polizeibeamter erklärte einem Vertreter des Kongreßbüros: "Wenn es auch die größte Versammlung ist, die bis jetzt in Hamburg stattgefunden hat, sind wir nicht in Sorge über ihren reibungslosen Verlauf. Wir wissen, daß sie auch ohne Polizei auskommen, aber wir meinen, daß es für unsere Beamten eine gute Schulung ist, und hoffen deshalb, daß Sie nichts dagegen haben, wenn sie unter Ihnen sind."... Der Regen spielte dem Rasen des Parks übel mit, aber nachdem der Kongreß vorüber war , füllten Brüder das ganze Gelände wieder mit Humusboden auf und säten es neu ein. Nun wurde der Park schöner als vorher, und dies zum Vorteil der Behörde und der Hamburger Bevölkerung. Das Herrichten des Stadtparkes und auch das Ausharren unserer Brüder während der Regentage hinterließen bei der Hamburger Bevölkerung einen nachhaltigen Eindruck.

Soweit die WTG-Selbstdarstellung. Wie ersichtlich, gab das faszinierende Thema "Schlamm" dem internationalen Kongreß 1961 in Hamburg, das Gepräge! In diesem Schlamm zieht die WTG die HAMBURGER MORGENPOST fröhlich mit hinein, ebenso einen unbekannten Polizeibeamten, der als Bittsteller für die gesamte Hamburger Polizei bei einem gleichfalls unbekannten Verantwortlichen XYZ des WTG-Kongreßbüros vorspricht, und zu guterletzt auch noch die Behörde und die ganze Bevölkerung der Stadt. Und so rundet sich das Bild des Schlammbades allmählich ab: Der Hauptzweck des Kongresses bestand darin, der Hamburger Polizei Nachhilfeunterricht zu erteilen und einen hübschen Rasenpark anzulegen zum Vorteil der Behörde und zum Nutzen der Hamburger Bevölkerung.

Damit wird vor aller Öffentlichkeit aus "berufenem Munde" bescheinigt: Entsprechend ihrem Niveau ist bei der Schilderung dieses bedeutsamen internationalen Kongresses für die WTG der Schlamm von hervorragender Bedeutung! Und das beweist augenfällig, daß eben dieser Kongreßbericht der eigentliche Kulminationspunkt des ganzen Jahrbuches überhaupt ist.
erzählt von Hermann Bach, Potsdam

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Vor wenigen Monaten deutete CV an, daß in einem unserer östlichen Bezirke Unruhe entstanden sei, ja, ein Aufbruch. Aus dem Brief der Brüder und Schwestern heute einige bemerkenswerte Auszüge, da wir wissen, daß noch mehr in Bewegung gekommen ist:

"Es ist nicht mehr auszuhalten, in dieser Hektik und in diesem Unfrieden kann keine Nächstenliebe, keine Brüderlichkeit entstehen oder erhalten werden ... Da freut man sich über ermordete Bischöfe, gesprengte Ölfelder, abgestürzte Flugzeuge, gekippte Bohrinseln...! Alles hätte Jehova vorhergesagt! Besonders Flugzeugabstürze! Manche Geschwister sind in ihren Ansichten so eingeengt, daß man annehmen könnte, sie wären immer so! Nimmt man in der Organisation denn keine Notiz von einem gewissen Riß im Fundament?

Schon Eure Existenz müßte doch Alarm auslösen. Aber bis auf stetig wiederkehrende Leseverbote für CV - die kaum jemand befolgt - tut sich nichts. Noch hat sich keiner gefunden, der beweisen konnte, daß CV lügt - gesagt haben es viele - aber eben nicht bewiesen. Aber gesagt wird in dieser Gemeinschaft viel. Oftmals kommen von "oben" Dinge, deren Herkunft von vielen bezweifelt wird. Es ist doch nicht möglich, daß Selters gebaut wird, Luxus und Pomp geplant sind und wir dafür noch spenden sollen. Man schämt sich!

Eine Gemeinschaft von kritischeren Brüdern hat sich hier gefunden. Wir suchen uns Brüder und Schwestern aus, von denen wir glauben, daß sie ebenso kritisch wie aufrichtig sind, um ehrlich mit uns zu sprechen ... Erst wenn wir sicher sind, daß unser Weg richtig ist, werden wir in der Gemeinschaft wirksam. Eure Zeitung werden wir jedoch stets lesen, mit teilweise kritischer Distanz, aber auch mit Verständnis."

Wir denken, daß seitens CV dazu kein Kommentar nötig ist. Diese Zeilen sind beredtes Zeugnis, daß es genug Brüder und Schwestern gibt, die erkannt haben, erkennen und erkennen werden, was die WTG wirklich ist.

Ja, liebe Brüder und Schwestern, auch Selters wird gebaut, denn die WTG muß ja ihre Geldmacht demonstrieren. CV verfolgt auch diese Entwicklung aufmerksam. Und wir möchten Euch sagen, daß wir immer und zu jeder Zeit bereit sind, Euch zu helfen bei Euren Schritten zur Wahrheit und zur Erkenntnis des falschen Propheten WTG. Schreibt uns oder besucht uns! Wir grüßen Euch in gemeinsamer Verantwortung und christlicher Verbundenheit

Herzlich!
Eure Brüder der CV-Redaktion

Liebe Brüder, liebe Schwestern
Christliche Verantwortung und christliche Wahrheit bilden ein Ganzes! Ihr habt die Möglichkeit, jederzeit nach vorheriger Anmeldung im CV-Büro Gera Original-Dokumente der WTG, die wir in unseren Artikeln zitieren, einzusehen und zu prüfen.
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"Christliche Verantwortung" - Herausgeber Wolfgang Daum; DDR 6500, Gera, O.-Dix-Str.6 Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos.
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