Kommentare zu den eingscannten CV-Ausgaben
CV 133

Zitat aus einem in dieser Ausgabe veröffentlichten Erfahrungsbericht:
Ich habe selbst erlebt, wie man von Angstpsychose angesteckt wird. Einmal als ich meine Wohnung verließ, fühlte ich mich beobachtet - ein Mann ging hinter mir her. Ich machte einen langen Umweg, ehe ich zur Versammlung ging. Fünfmal wurde ich dann in der Zusammenkunft gefragt, ich hatte von der Sache erzählt: "Hast du auch wirklich keinen mehr gesehen? Wir dürfen Jehovas Werk nicht gefährden." - Später stellte ich fest, daß der "Verfolger" im Nachbarhaus wohnte.
Daß Jehovas Zeugen, verführt und angeführt durch die WTG, selbst an diesem "Illegalitätsrummel" schuld sind, ist ihnen nicht bewußt. Auch das ist nur eine Methode, eine Pseudo-Gemeinschaft zusammenzuschweißen, eine Gemeinschaft, die im eigenen Saft schmort. Ihre Methoden erweisen sich als fragwürdig, denn in der Tat ist der, der die Gemeinschaft verläßt oder verlassen muß, völlig einsam, fühlt sich fremd in einer normalen Umwelt. Verraten und verkauft, weil er ganz und gar auf eine weltfremde Glaubenshaltung programmiert wurde.


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR
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Nr. 133 GERA 1980
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EIN DOPPELSELBSTMORD
AUS DEM "GEISTIGEN PARADIES" DER ZJ-VERSAMMLUNG ROTTENBURG/BRD
DIE SO "HARMONISCHE" GEMEINSCHAFT
ERFAHRUNGEN MIT DEN PRAKTIKEN DER WTG
EIN ERSTAUNLICHES VERHALTEN
WIE VERLEBEN JEHOVAS ZEUGEN IHREN URLAUB?
WELTVERNICHTUNG
SEIT FREITAG, den 5. Sept. 1975, SOLLTE "diese Welt" NICHT MEHR EXISTIEREN
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"DENN DIE LEIBLICHE ÜBUNG BRINGT WENIG NUTZEN"
OLYMPIA MOSKAU 1980 UND DIE WTG - ENDZEITVERKÜNDIGUNG DER ZEUGEN JEHOVAS MAN STAUNE!
Wenn man auf die WTG und ZJ gehört hätte
Es genügt nach 5. Mose 18:20-22 schon eine einzige falsche Prophezeiung im Namen Gottes.. Bei der WTG sind es schon ein halbes Dutzend falsche Endzeitvoraussagen im Namen Gottes. Hätte man seit 1966 auf die Endzeit-Täuschung von 1975 gehört - im Jahrbuch 1980, S.30, eingestanden - dann gäbe es heute auch keine Olympischen Spiele in Moskau. Wahrscheinlich hätte inzwischen ein Sturm der Empörung und Entrüstung über soviel Menschheitstäuschung die WTG von ihrem "Wachtturm" als unglaubwürdiges Menschenwerk hinuntergefegt!

Der Apostel verurteilte den Sport überhaupt nicht!
Wenn wir in 1. Tim. 4:8 lesen: "Denn die leibliche Übung bringt wenig Nutzen", dann ist es eine Vergewaltigung der Schrift, mit diesem Schriftwort gegen den Sport zufelde zu ziehen. Wer nachliest, was der Apostel meinte, sieht, daß er von den "leiblichen Übungen" des Heiratverbietens und der Enthaltsamkeit von Speisen sprach. Damit könne man keine Frömmigkeit beweisen. Sport hat ja vielmehr mit der Gesundheit zu tun!

Schon zu seiner Zeit hat der Apostel speziell die Olympischen Spiele nicht verurteilt. Dazu gibt es etwas sehr Interessantes! So unternahm der Apostel Paulus seine dritte Missionsreise in den Jahren 52 - 56 u. Z. Sein Weg nach Korinth war die Hauptroute, die die meisten Zuschauer und Beteiligten an Olympia damals nahmen. Und Paulus war zu einer Zeit gereist, als Olympische Spiele stattfanden, nämlich im ersten und dritten Jahr des Olympiazyklus (53 und 56 u. Z.). Viele bekannte Historiker sind der Meinung, daß Paulus ganz speziell aus diesem Grunde Korinth besuchte, kamen doch hier international viele Menschen zusammen. Das läßt sich aus seiner Reiseroute schlußfolgern. Die Olympischen Spiele fanden nur einen Tagesmarsch weit von Korinth statt. Sie gehörten zu den wichtigsten Ereignissen im Leben der Griechen. Es kamen Menschen weither zusammen, u. a. auch aus Ephesus und Pergamon, Kleinasien. Paulus konnte das nicht ignorieren und schon gar nicht verurteilen. Er tat es auch nicht, in keiner seiner Schriften. Wie gesagt, bezog er eher diese Zusammenkünfte in seine Predigtreisepläne ein. Wer seine Schriften also gegen den Sport auslegt, vergewaltigt sein Wort.

Harmagedon 1975 geschlagen
Die Entscheidungen und Vorbereitungen für Olympia 1980 in Moskau fielen bzw. Begannen lange vor dem WT-Weltendetermin von 1975.
Erinnern wir uns an die norddeutsche Dienstversammlung vom 20.01.1968 mit dem deutschen Zweigdiener Konrad Franke in Hamburg, wo alle, alle kamen. Der WTG - Pionierdienst sollte angekurbelt werden, 1975 als Kurbel benutzend, sagte er mit erhobener Stimme dann: "Und eines kann ich euch versichern, wenn ihr es jetzt nicht ergreift, jetzt ist eine günstige Gelegenheit! Die wird niemals wieder kommen. Wohl dem, der bereits in den Reihen dieser Kämpfer steht! Sonst würden wirs nicht mehr schaffen. Sonst wird Harmagedon kommen und wird uns überrumpeln, denn wenn nach der Zeitrechnung 1975 im Frühjahr des Jahres 1975 die 1000 Jahre beginnen, dann dürfen wir doch wohl annehmen auf Grund unserer Belehrung und Unterweisung, daß Harmagedon dann nicht nach dem stattfindet. Das gibt es nicht. Also muß diese Sache vorher geschehen sein. Und dann überlegt euch, wieviel Zeit wir noch haben!"

Angesichts dessen Olympische Spiele in Moskau ?
1925 Falschprophezeiung zugegeben
Die sich erhebende Kritik knüppelte dieser WTG-Zweigdiener wie folgt nieder:
"Im Laufe der Zeit hat uns Jehova immer mehr verstehen lassen über diese Zeitabschnitte, und vor zwei Jahren schon wurde das erstemal unsere Aufmerksamkeit auf das Jahr 1975 gelenkt. Mancher war zweifelnd und sagte, da muß man vorsichtig sein, ihr habt euch schon einmal blamiert, und wenn ich an 1925 denke, wer weiß, was da wieder rauskommt, ich werde mich einmal zurückhalten."
Die Gesellschaft verantwortlich
Franke weiter:
"Ja, die Gesellschaft, oder der treue und verständige Sklave, der ja dazu da ist, uns die Speise zur rechten Zeit zu geben, so sagen wir doch wohl, der war es jetzt, es kam nicht von uns oder ist jemand von euch auf den Gedanken gekommen ? Es kam doch von dieser Stelle. Auf einmal beginnen einige doch zu zweifeln."
75, 75, 75 und 75
Franke weiter:
"Als ich einmal mit einigen jungen Brüdern darüber sprach, da sagte der eine zu mir, weißt Du, Bruder Franke, ich weiß nicht, ob man das so deutlich sagen kann. Denn stell Dir mal vor, die alte Schwester sowieso, die geht jetzt von Haus zu Haus und wird jetzt nun 75, 75 und 75 sagen, und was das nun unter Umständen für die Organisation für eine Schmach bringen könnte!"
1975 blamieren
Franke weiter:
"Du glaubst, du würdest das viel intelligenter machen? Du sagst, ich warte mal ? Die haben sich schon mal blamiert? Da habe ich ihm gesagt, weißt Du, wenn es ums Blamieren geht, dann blamiere ich mich mit der Organisation! Ich will nicht allein abseits stehen! Und bei aller Objektivität hier, so gut wie das meine, ich habe einen schweren Verdacht, daß auch hier in unserer Mitte welche sind, die auch noch Vorbehalte haben!" -
Zu verlangen, sich 1975 mit der Organisation zu blamieren, wenn dieses falsche Weltende offenbar wird, das ist entweder die Sprache eines Scharlatans, Gauklers oder eines Menschen, der offensichtlich nicht mehr ganz zurechnungsfähig ist, einer Verantwortungslosigkeit, die alles zugrunde richtet, in diesem Fall auch den gesamten internationalen Sport.

WTG und die Olympiade 1972
Anläßlich der Olympiade 1972 in München , BRD, diffamierte die WTG diese Spiele, über die der Apostel kein Wort verlor, als heidnischem Religionskult verhaftet einst "Brandopfer als Altar des Göttervaters Zeus, Götteropfer und kultische Handlungen" - eine "religiöse Tradition, bis heute gewahrt." (Erwachet 22.01;1973,S.25). Gleichzeitig diffamierte sie den friedlichen Charakter der Olympischen Spiele. Auch hierdurch könne "der Frieden nicht gewonnen werden".
Was soll denn diese versteckte Hetze gegen die Spiele! Soll man keine mehr durchführen? Es ist unehrlich und hinterhältig, die ganzen Spiele zu diffamieren, nur weil einige nicht mit friedlichen Absichten hinkommen.

Doch für Olympia - Sport?
Man fragt sich andererseits, für wen solche Artikel in "Erwachet" veröffentlicht werden, wie "Reiten, ein erregendes Erlebnis" (22. 4. 1973).
Eine Lobeshymne auf diesen superteuren Olympia-Sport, den sich ohnehin kein einfacher Verkündiger leisten kann, die stattdessen zum WT-Pionierdienst "angespornt" werden. Während eine hübsche Reiterin auf ihrem Pferd galoppierend abgebildet wird, lesen wir: "…wo du den kühlen Windzug im Gesicht spürst, erlebst du ein Gefühl der Freiheit, das deinen Geist anregt. Unter dir spürst du den Rhytmus und das Pulsieren der sich bewegenden Muskeln deines Pferdes ... Das erregende Erlebnis des Reitens."

Wir werden sehen, wie die WTG nun nach ihrem Weltende-Täuschungsmanöver von 1975 (Jahrbuch 1980,S.30) die Olympischen Spiele 1980 in Moskau "kommentiert", irgendwie muß sie das tun.
A. Z.

EIN DOPPELSELBSTMORD
AUS DEM "GEISTIGEN PARADIES" DER ZJ-VERSAMMLUNG ROTTENBURG / BRD
Eine terroristische Vereinigung?
ZJ-Versammlung Rottenburg im Aufruhr
CVN/SÜDWESTPRESSE, Juni 1980. Wie wir berichteten, begingen zwei junge Zeuginnen Jehovas aus der ZJ-Versammlung Rottenburg, BRD, am 19. Juni 1980 in einem nahegelegenen Walde durch Erhängen Selbstmord, Evi und Sybille. Inzwischen hat das gewaltiges Aufsehen erregt. Vor allem haben sich einige Fragen nach dem Geist jener Organisation erhoben, die da behauptet, daß ihre Glieder gar von Engeln Gottes umlagert und beschützt werden.. Wir werden in mehreren Folgen ausführlich über diese Mordaffäre berichten. -

"Mit sehenden Augen sehen, sie nicht" - wie trifft dieses Wort auf Jehovas Zeugen zu, wenn es darum geht, zu sehen, wie andere sie zwangsläufig sehen müssen. Hier nun ein erster kritischer Kommentar zu unserer Evi und unserer Sybille.

Nur die sichtbare Spitze eines Eisbergs menschlicher und familiärer Konflikte
Wer sich im beruhigenden Besitz einer alleinseligmachenden Wahrheit glaubt, wird leicht zum Fanatiker und damit zu einer Gefahr für die Welt. Wer religiösem Fanatismus mit ungetrübtem Schwarz-Weiß-Denken anhängt, ist Argumenten unzugänglich. Opfer im Kampf zwischen Satan und Jehova müssen dann gebracht werden, entweder sind sie das Ergebnis göttlichen Ratschlusses oder der Macht Satans. So einfach ist dann alles, denn andere Gedanken würden das festgefügte Gebäude von Überzeugungen wanken lassen, dessen der Fanatiker bedarf.

Fanatiker haben ein ausgeprägtes Sendungsbewußtsein, sie können nicht jeden nach seiner Facon selig werden lassen, sondern nur nach ihrer, und da wird es gefährlich. Besonders wenn der Druck der Organisation, und man ist in Versuchung, die Sekte der "Zeugen Jehovas" zumindest, was das Verhältnis zu ihren Mitgliedern angeht, als terroristische Organisation zu bezeichnen, weitergegeben wird an Hilflose.

Weitergegeben wird an Unmündige, bei denen zu der Furcht des Herrn noch die der Familie hinzukommt.
Die Kinder der Zeugen sind nach den Richtlinien der Sekte schon vor der Kindergartenzeit zu indoktrinieren. Sie sind in Versammlungen mitzunehmen, ob sie wollen oder nicht (notfalls, so empfahl der "Wachtturm", müsse man ihnen halt "die Hosen strammziehen", damit sie stramme Zeugen werden).

Wohin das alles - familiärer Druck, Erlösungsängste, Verpflichtung zur Mission in dem ohnehin problematischen Alter von 14, 15 Jahren führen kann" zeigt erschütternd die Hirrlinger Tragödie (der Selbstmord erfolgte im Wald in der Nähe des Ortes Hirrlingen).

Das ist nur die. sichtbare Spitze eines Eisbergs menschlicher und familiärer Konflikte, Auseinandersetzungen im Gefolge des Sektendienstes, der die biblische Aussage verfälscht und das Evangelium (die "frohe Botschaft") exklusiv macht und damit zu einer Schreckensmeldung.

Welcher Mißbrauch elterlicher Gewalt im Namen Gottes !
Welcher Mißbrauch elterlicher Gewalt wird da deutlich. Daß die beiden Mädchen nur noch den Tod als Ausweg sahen, macht erschreckend klar, wie eng dieser Teufelskreis ist, wie hilflos Jugendliche dem Milieu ausgeliefert sein können, wie wenig Vertrauen sie in die Umwelt außerhalb der Familie haben, und wie wenig Vertrauen und Rat sie von ihr erwarten. So ist die Sekte (selbst) betroffen, mit ihrem Teufelsglauben und seinen Konsequenzen, der Erziehung zu Gottesfurcht im schrecklichsten Sinn. - (nach gg)

DIE SO "HARMONISCHE" GEMEINSCHAFT
ERFAHRUNGEN MIT DEN PRAKTIKEN DER WTG
"Siehe!
Wie gut und wie lieblich es ist, wenn Brüder in Einheit beisammenwohnen!" (Ps. 123:1). - Ein erfreuliches Wort, das Vertrauen erweckt. Ein Wort, welches jeder Interessierte schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt zu hören bekommt von den Zeugen Jehovas. Es gehört sozusagen zum Grundprogramm der Werbung und wird auch später immer wieder mal bemüht, wenn gezeigt werden soll, besonders Außenstehenden, welche große Harmonie zwischen den Brüdern und Schwestern immer und zu jeder Gelegenheit herrscht.

Gibt es wirklich einmal Probleme, so werden sie durch das "liebevolle Bemühen der älteren Brüder" gelöst.
Also steht die kleine Versammlung ebenso wie die Gesamtheit der WTG vor der Welt als ein Muster der Güte, der Menschlichkeit, des Verständnisses und der Gemeinsamkeit da. Ja, so soll es jeder sehen und oft genug wird betont, wie gut alles ist. Am Ende glaubt es sogar der kritischste Beobachter. Auch die groß aufgezogenen Kongresse dienen ja diesem Zweck. Andere Religionsgemeinschaften haben so etwas nicht nötig. Dort ist die innere Zusammengehörigkeit vorhanden und die zwischenmenschlichen Beziehungen sind so intakt, daß es einer Zurschaustellung der Einmütigkeit a la WTG gar nicht bedarf.

Die WTG aber hat es gerade nötig, mit viel Worten und viel Werbegeschrei auf sich aufmerksam zu machen. Wer auf der Bühne gut spielt, braucht weniger Furcht zu haben, daß man hinter die Kulissen sieht. Und da sieht es leider oft schäbig genug aus.

In 8 Jahren hatte ich bisher Gelegenheit, ein halbes Dutzend Studiengruppen und darüber hinaus auch viele Familien der Zeugen kennenzulernen.
Auf den ersten Blick geht es bei den Zusammenkünften sehr freundlich und rücksichtsvoll zu. Doch beim genauen Betrachten wurde und wird deutlich, daß der Schein trügt.

Da ja die Schwestern in einer Gemeinschaft sozusagen den zweiten Platz einnehmen; hier wird immer fleißig 1. Korinther 14:34 zitiert, obwohl sie sich natürlich an Antworten und Bibelleseaufgaben beteiligen dürfen, gibt es einen unschönen Konkurrenzkampf. Besonders ältere Schwestern versuchen, sich dem Studiengruppenleiter angenehm zu machen. Da wird sein Aussehen, seine Kleidung gelobt. Da wird geradezu verzückt jedes seiner Worte verfolgt und eine überbietet die andere beim Antworten. Keine will zurückstehen. So wird sich argwöhnisch belauert, daß ja kein anderer einen Vorteil hat. Ältere Schwestern maßregeln mit Vorliebe jüngere Schwestern wegen ihrer Kleidung, wegen ihres Schmuckes, obwohl ich niemals beobachten konnte, daß jüngere Schwestern übertrieben modisch angezogen gewesen wären.

Dieses sich überbieten nimmt geradezu krankhafte Formen an, wenn es um die "Sicherheit" der ja immer im Untergrund arbeitenden und sich illegal fühlenden Studiengruppen handelt.
Manchesmal reicht schon ein zu laut gesprochener Satz, dann legen alle warnend und mit vorwurfsvollem Blick den Finger an den Mund. Ein Studiengruppenleiter erklärte mir dazu:

"Ja, wir können ständig beobachtet und belauscht werden. Wir wissen nicht, ob draußen vor dem Fenster (er wohnte in .der 2. Etage) irgendwelche Geräte sind, die jedes Wort aufnehmen, was im Zimmergesprochen wird!"
Das sagte mir übrigens derselbe Bruder, der als Studiengruppenleiter die Angewohnheit hat, fast vor jedem Gebet am Beginn der Zusammenkunft erst einmal einen schmutzigen Witz zu erzählen, was jedesmal pflichtschuldigst mit einem Lachen der Anwesenden quittiert wurde. Dem Bruder scheint es dabei nichts auszumachen, daß auch in diesem Fall durch die ominösen "Horchgeräte" seine wahre Haltung und Denkweise an die Öffentlichkeit kommen könnte.

Ich habe selbst erlebt, wie man von Angstpsychose angesteckt wird. Einmal als ich meine Wohnung verließ, fühlte ich mich beobachtet - ein Mann ging hinter mir her. Ich machte einen langen Umweg, ehe ich zur Versammlung ging. Fünfmal wurde ich dann in der Zusammenkunft gefragt, ich hatte von der Sache erzählt: "Hast du auch wirklich keinen mehr gesehen? Wir dürfen Jehovas Werk nicht gefährden." - Später stellte ich fest, daß der "Verfolger" im Nachbarhaus wohnte.

Daß Jehovas Zeugen, verführt und angeführt durch die WTG, selbst an diesem "Illegalitätsrummel" schuld sind, ist ihnen nicht bewußt. Auch das ist nur eine Methode, eine Pseudo-Gemeinschaft zusammenzuschweißen, eine Gemeinschaft, die im eigenen Saft schmort. Ihre Methoden erweisen sich als fragwürdig, denn in der Tat ist der, der die Gemeinschaft verläßt oder verlassen muß, völlig einsam, fühlt sich fremd in einer normalen Umwelt. Verraten und verkauft, weil er ganz und gar auf eine weltfremde Glaubenshaltung programmiert wurde.

Wie fragwürdig all das Gerede von Anstand, Moral und Rücksicht ist, habe ich oft genug erlebt. Verheiratete Brüder fanden es durchaus in der Ordnung, wenn sie sogar in Anwesenheit ihrer Frauen, unverheirateten Schwestern gegenüber ihre Männlichkeit zur Schau stellten durch anzügliche Bemerkungen und Gesten.

Hatte ein Bruder oder eine Schwester etwas nicht verstanden, dann wurde es einmal erklärt. Gab es dann immer noch Unklarheiten, so hieß es: "Jehova weiß, daß nicht jeder die gleiche Einsicht und Erkenntnis hat. Oder einfach; "Man kann eben nicht alles erklären, sonst schaffen wir unser Studium nicht!" Nicht anders war es bei irgendwelchen "Unregelmäßigkeiten". "Liebevolle Zurechtweisung" habe ich nur selten erlebt. In der Regel wurde erst ein Schwall Bibelstellen zitiert und dann mit drakonischen Strafen gedroht.

Hatte ein Bruder oder eine Schwester tiefgreifende persönliche Sorgen und Probleme, so wurde darauf meist nicht erst gründlich eingegangen, sondern mit Allgemeinplätzen und wiederum Bibelzitaten "geholfen". Schließlich wurde dann festgestellt:

"Bitte Jehova im Gebet, er soll dir helfen, wenn es wirklich ernst ist!"
Die Reihe solcher Episoden, die alle die Fragwürdigkeit der so "harmonischen Gemeinschaft" zeigen, ließe sich lange fortsetzen. Aber wozu? Viele Brüder und Schwestern werden schon Ähnliches beobachtet haben, Und ich glaube, es gibt viele, die sich im stillen Gedanken machen über all das. Es gibt noch manches, was der so oft zitierten Heiligen Schrift ganz und gar nicht entspricht!
T. G.

In der nächsten Ausgabe:
Wohlstand, Mißstand, harte Strafen
VOM ZEUGEN JEHOVAS ZUM ZEUGEN JESU CHRISTI
Die 5. völlig neu bearbeitete Auflage dieses Buches von H. J. Twisselmann 1980 in der BRD
Nie hat Gott durch den Propheten Jesaja (43:12) zu den heutigen WTG-geführten gesprochen und ihnen 1931 den Namen "Zeugen Jehovas" gegeben. Nie hat er ihnen diesen alttestamentlichen Namen gegeben. Dieser Name ist ein Willkürakt der WT-Gesellschaft, um die Organisation nach "vorbild-theokratischen", alttestamentlich monarchischen Leitungsmethoden für jeden Zweck gebrauchen zu können, den sie bestimmt.

Gott spricht heute zu niemandem mehr durch die alten Propheten, zu Christen schon gar nicht: "Nachdem Gott vor Zeiten und auf vielerlei Weise zu unseren Vätern geredet Propheten, hat er in dieser Endzeit zu uns geredet durch den Sohn, den von allem eingesetzt hat." Hebr. 1: 1, 2. Und dieser Sohn, Jesus Christus, hat gesagt: "Ihr werdet Zeugen für mich sein in Jerusalem wie in ganz Judäa und Samaria, ja bis ans Ende der Erde." Apg. 1:8,

Kraft ihres angemaßten Gottgleichseins ("der Wille des Sklaven ist der Wille Gottes"), WT 1.8,1956, S. 474) setzt sich die WTG mit der Erfindung des "Gottesspruchs" von 1931 jedoch nach wie vor über diesen schriftgemäßen Sachverhalt hinweg. Jetzt im Jahre 1980 ist die Neuauflage des Buches unseres Bruders H. J. Twisselmann "Vom Zeugen Jehovas zum Zeugen Jesu Christi für die ZJ) in der BRD höchst zeitgemäß, hat die WTG doch im Jahrbuch 1980, S.30 selbst eingestehen müssen, daß sie die Menschen mit ihrem falschen Weltende von 1975 erneut getäuscht hat und ein "falscher Prophet" ist. Das Buch von H. J. Twisselmann, ehemaliger WT-Versammlungsdiener in Schleswig-Holstein/BRD, hat wirklich den angemessensten Titel für das christliche Anliegen, dem es dienen soll.

Weil es für das Erkennen des WT-Irrweges wichtig ist, sich auch zurückzubesinnen auf das, was einen damals veranlaßt hat, sich der WTG zuzuwenden, also auch um "in den Spiegel" zu schauen, bringen wir hier einiges über die Beweggründe dieses ehemaligen WT-Versammlungsdieners, sich damals in den frühen 50er Jahren in der BRD der WTG anzuschließen.

Warum ich Zeuge Jehovas wurde, Gründe, Hintergründe und Beweggründe
Vielleicht sehnte ich mich ganz einfach nach Gemeinschaft, einer Gemeinschaft, in der man freundlich miteinander umgeht und in der man sich bejaht weiß. Auch von anderen, die sich einer kleinen Religionsgemeinschaft angeschlossen hatten, gewann ich später diesen Eindruck.

Suchten wir in der Gemeinschaft Geborgenheit? "In der Welt habt ihr Angst", sagt Jesus einmal. Diese Aussage hat schon immer Gültigkeit gehabt, und dennoch gewann sie nach den beiden Weltkriegen eine besondere Bedeutung. Das Gespenst der Angst, so schreibt Luk. 21:26 geht um. Die politischen und gesellschaftlichen Probleme Verwicklungen werden für den Einzelnen immer undurchsichtiger. Wir "verstehen Welt nicht mehr". Ein Gefühl des Unbehagens und des Bedrohtseins ist die Folge. Man möchte entrinnen und sucht Zuflucht in einer überschaubaren Gemeinschaft - fernab von dem undurchsichtigen Getriebe einer "verrückten Menschheit". Hier, im Kreis der Gleichgesinnten und der in gleicher Weise Entronnenen, gibt es noch die "heile Welt" .

Die Wachtturm-Gesellschaft weiß in ihren Schriften derartige Empfindungen de Menschen geschickt zu nutzen. Sie malt die bedrohlichen Entwicklungen auf unserem Planeten in krassen Farben aus, macht damit die Ängste, selbst da, wo sie noch schlummerten, erst recht bewußt (z B Der Wachtturm vom 15. 7.1974, S.426, Abs. 10), weckt und nährt sie, um dann um so besser auch das Mittel gegen die Angst anbieten zu können: Zuflucht in der Geborgenheit ihrer "theokratischen Organisation". Diese vergleicht sie gern mit der Arche, die in der Weltkatastrophe der Tage Noahs Schutz und Rettung bot.

Vor allem aber: Nach den Wachtturm-Schriften gibt es keinen anderen Schutz, als den in der "theokratischen Organisation". "Du kennst in Wirklichkeit nichts, wodurch du dich vor dem Angriff grimmiger Menschen und Organisationen dieser Welt schützen könntest. Worin besteht also dein Schutz? Nur der, daß du bei der Herde Gottes bleibst innerhalb der Hürde, und daß du von ganzem Herzen auf Jehova Gott…vertraust, auf den Herrn Jesus Christus…und außerdem auf deine treuen Brüder, die zu Hirten der Herde eingesetzt worden; sind. Jehova Gott hat heute eine theokratische Organisation." (WT 1.6.58,5.346),

Führung, Untertan
Auffallend ist, daß hier nicht nur Schutz sondern auch sehr deutlich FÜHRUNG durch die "Hirten der Herde" angeboten wird. Ob die Wachtturm-Gesellschaft damit nicht wiederum dem Bedürfnis all jener Menschen entgegenkommt, die sich in unserer Welt nicht zurechtfinden, die - vielleicht ohne es sich und anderen zu gestehen - so etwas wie Heimweh haben nach einer führenden Hand! Schließlich wurden die meisten Menschen der älteren Generation nicht zur Freiheit erzogen, sondern zum Gehorsam!

Man mag noch so viel vom mündigen Bürger sprechen: Wer um Untertan erzogen wurde, verlangt nach Führung. Die "theokratische Organisation" vermag diese Sehnsucht zu stillen.

Und noch eins: In ihrer Kritik an den bestehenden Verhältnissen in Kirche und Gesellschaft trifft sie zumeist "den Nagel auf den Kopf". Wer mit Kirche und Gesellschaft nicht zufrieden ist - und wer könnte schon mit allem ganz zufrieden sein - der bekommt beim Lesen der Zeugen-Literatur und beim Hören ihrer Vorträge eine Menge "Wasser auf seine Mühle". Und wer hätte es nicht gern, wenn er in seiner Kritik Bestätigung findet!

So kann sich die Wachtturm-Gesellschaft mit ihrer Kritik an Kirche und Gesellschaft der Zustimmung vieler sicher sein.
Ob am Ende auch ich durch einige dieser Besonderheiten des Zeugen-Angebots innerlich angesprochen wurde? Ich vermag es heute nicht mit letzter Sicherheit zu sagen, vieles jedoch spricht dafür, besonders wenn ich meinen bisherigen Lebensweg mit in Betracht ziehe. -
(H. J. Twisselmann, Vom Zeugen …, S. 13, 14).

Ja, die politischen und gesellschaftlichen Probleme …
Wir möchten diese Bemerkung von H.J. Twisselmann etwas weiter ausführen. Die WTG hat tatsächlich eine gesellschaftspolitische Funktion, wenn sie die Menschen "jagt und fischt", die da "die Welt nicht mehr verstehen", die voller Unbehagen sind und sich bedroht fühlen. Diese Empfindungen können nämlich umschlagen in eine Aktivität, solche gesellschaftlichen Verhältnisse zu verändern. In der "theokratischen Organisation" wird ihnen das gründlich aus den Köpfen vertrieben.
- P-

EIN ERSTAUNLICHES VERHALTEN
WIE VERLEBEN JEHOVAS ZEUGEN IHREN URLAUB?
Die Erfahrungen mit Jehovas Zeugen beweisen, daß sie sich in der Urlaubszeit von anderen, christlich denkenden Menschen fast gar nicht unterscheiden. Natürlich geben sie vor, anderen Menschen gegenüber vorbildlich zu sein, im Urlaub ist davon wenig zu merken. Im Urlaub möchten sie frei sein, frei von dem ständigen Einfluß ihrer Wachtturm-Gesellschaft. Wenn man den Jehova Zeugen über die Schulter schaut oder sie eine längere Zeit beobachtet, dann man die interessantesten Feststellungen. Es bestätigt sich nämlich, daß andere christlich denkende Menschen sich nicht, zu schämen brauchen.

Wohin im Urlaub?
In der Urlaubszeit bleiben die wenigsten Zeugen Jehovas zuhause. Wer im eigenen Land keinen Urlaubsplatz findet, der ihm zusagt, reist ins Ausland. Der eigene Geldbeutel und die eigenen Vorstellungen stehen für die Urlaubszeit im Vordergrund nicht der Predigtdienst, der eigentlich täglich bei Jehovas Zeugen im Vordergrund stehen sollte" Natürlich gibt es Ausnahmen, die auch im Urlaub predigen. Wer jedoch nach Spanien, Italien, Griechenland usw. fährt, geht dem Predigtdienst aus dein Wege und will seine Ruhe haben. Außerdem beherrschen sehr wenige, wenn überhaupt, eine Fremdsprache.

Die Erfahrungen mit Jehovas Zeugen, die im Ausland ihren Urlaub verleben, beweisen, daß sie ihren Wünschen und Gefühlen nachgehen. Wenn sie sich unbeobachtet fühlen und hinter einer dicken Sonnenbrille ihr Gesicht verstecken können, erlauben sie sich auch das Unerlaubte. Man findet sie in Nachtbars, Tanzcafes, Sexkinos und fragwürdigen Clubs.

Was würde wohl die Sozialrenterin aus Westberlin sagen, wenn sie erfährt, daß das Ehepaar "P", ebenfalls aus Westberlin, in Italien so leichtfertig seinen Urlaub verlebt?

Diese Sozialrentnerin ist nämlich mit der Familie "P" in einer Studiengruppe. Herr "P" ist selbst ein verantwortlicher Zeuge Jehovas, er belehrt die Leute beim Bibelstudium und hält Vorträge. Er wirbt auch für den Ferien-Pionierdienst. Während alle diejenigen, die er geworben hat, in den Ferien täglich darauf bedacht sind, zu predigen, wenn auch nur 1 bis 2 Stunden täglich, verduftet "P" sich ins Ausland, Solche Fälle sind keine Einzelfälle, in Westdeutschland sieht es nicht anders aus, Berichte aus München, Düsseldorf, Krefeld, Dillingen, Hamburg und Duisburg bestätigen es.

Ein paar abschließende Worte
Es gehört sich natürlich nicht, das Privatleben der Menschen in der Öffentlichkeit zur Schau zu stellen. Man weiß aus Erfahrung, wie unangenehm die Folgen sind. Wenn jedoch, wie im geschilderten Fall, Scheinheiligkeit dahintersteckt, dann sollte man darauf aufmerksam machen. Weil Jehovas Zeugen scheinheilig sind, deshalb muß zu ihrem Lebenswandel einmal von Aussenstehenden etwas gesagt werden. Sie verlangen von anderen, christlich eingestellten Menschen oft das Unmögliche, ja, sie verdammen diese Andersdenkenden sogar in ihren Schriften, eben weil sie den überspitzten Sittenmaßstäben der Zeugen Jehovas nicht nacheifern.

In Wahrheit könnten sie in jedem Wachtturm 1 bis 2 Seiten davon vollschreiben, was in ihrer eigenen Organisation für unmoralische Zustände herrschen. Das aber verschweigen sie, weil dann so mancher Angeber seine Laufbahn aufgeben müßte, auch in den höchsten Kreisen würde es bedenklich ernst aussehen.

Also, liebe "Wachtturm-Fürsten" achtet nicht nur auf euren Umgang in der Welt, sondern auf den Umgang in euren eigenen Reihen, besonders in der Urlaubszeit!
- eingesandt -

WELTVERNICHTUNG
SEIT FREITAG, DEN 5. SEPTEMBER 1975, SOLLTE "DIESE WELT" NICHT MEHR EXISTIEREN
Wie unter Brüdern und Schwestern in Polen jetzt hierüber diskutiert wird:
In ständigen Briefen an Christen ist in unserem Nachbarland Polen eine rege Diskussion über die Unglaubwürdigkeit der WTG in Gang gekommen. Diese Briefe werden international verbreitet.

Bekanntlich hat die WTG im Jahrbuch 1980, S.30 zugeben müssen, daß sie für die Weltende-Enttäuschung von 1975 verantwortlich und damit ein `"falscher Prophet" ist. Diese Sache wird u.a. heftig. diskutiert.

Laßt uns einen Blick darauf tun.
Irreführung und Manipulation, die nichts mit der Bibel gemein haben, denn Gott lügt nicht (Römer 8:28, 4. Mose 23:19). Von einem Betrug in den anderen, ist das Gottes Lehre? Zuerst 1874, dann 1878, 1881, 1914, 1918/19, dann 1925. Millionen damals Lebender sollten niemals sterben! Genauso die Generation für 1975. Somit ist die WTG-Organisation der ZJ kein "Raumschiff", keine "Arche", wo man sich "retten'" kann. Was ist mit Freitagabend, den 5. September 1975 und der anschließenden Auferstehung der Toten? Gott und Jesus Christus lehrten niemals solches Geradebiegen, wie es die WTG-Lehren darstellen.

Eine Schwester Janina aus Poznan schreibt; Wie am Freitagabend, den 5. September 1975 Harmagedon erwartet wurde. Sie übersetzte u. a. die Schrift "Jehovas Zeugen und das Jahr 1975" Bruder Josef aus Bilawy übersetzte die Schrift "Das Falschevangelium der selbsternannten Zeugen Jehovas". Aus vielen Gegenden wird mitgeteilt, daß dass Vertrauen allein noch Gott und Christus gilt und nicht mehr den "Richtern" und "Falschlehrern" der WTG. Zustimmungen auf die Briefe gehen ein u.a.. auch aus Wiesbaden, New York, Kanada, England, Schweden.
(Aus: Briefe an Christen Nr. 67,74, 75 Jhrg. 1980, nach Übersetzung von H. S.)

EIN MENSCH, DEN MAN NICHT VERGISST
Kreisdiener Heinrich Ditschi - ein aufrechter Verteidiger christlichen Glaubens
Folge 20
Ein Werturteil über den Ditschi-Kontrahenten Frost ebenfalls ablesbar?
Für den Leser drängt sich nun zwingend die Frage auf: Ist für den Ditschi - Kontrahenten Frost ein Werturteil ebenfalls ablesbar ? Diese Frage kann mit ja beantwortet werden, obwohl im Jahrbuch eine klare verständliche Antwort fehlt. Da die WTG aber triftige Gründe hatte, speziell in diesem Jahrbuch 1.974 noch einmal Rückschau zu halten über ihr Werk in Deutschland, - wobei sie das Problem Ditschi/Frost auf ihre Weise zu lösen versuchte - muß die Antwort auf die eingangs gestellte Frage überzeugend nachgewiesen werden, das gehört zur Pflicht der Verteidigung, die Bruder Ditschis Rechte zu wahren hat, und das paßt auch in den Rahmen unbedingt notwendiger Nachbemerkungen zum "Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1974".

Es ist auffallend, daß die WTG in ihrer Darstellung über den Werdegang von Heinrich Ditschi seine Vergangenheit im Dunkeln läßt. In der Darstellung über Erich Frost macht sie es umgekehrt. Hier liegt also der Schlüssel verborgen, mit dem wir die Tür zur Wahrheitsfindung aufzuschließen vermögen. Es gilt, wie im Fall Ditschi die Zerrbilder der WTG-Darstellungskunst beiseite zu schieben und aus dem Wortsalat primärer und sekundärer Gedanken alle diejenigen Punkte herauszukristallisieren, auf die es schließlich ankommt.

Nähere Untersuchungen zeigen, daß die Entwicklungsgeschichte der Organisation in der Selbstdarstellung chronologisch (im Uhrzeigersinns) verläuft, wobei die WTG unter Benutzung schlagkräftiger Stichpunkte viel mit Rückblenden arbeitet. An sich ist nichts dagegen einzuwenden, aber im Fall Frost ist zu bemerken, daß dies immer dann geschieht (und das ist vornehmlich für die 1960er Jahre laufend zu beobachten), wenn eigentlich über seine Gegenwart, nicht aber über die Vergangenheit gesprochen werden müßte, wenn dies demnach also ganz offensichtlich zur Vertuschung dient! Ganz objektiv stellt man nach sorgfältiger Analyse fest, daß Erich Frost eigentlich mit dem Jahr 1961 aus dem

Jahrbuch-Bericht ausscheidet, Hier haben wir den konkreten Ansatzpunkt gefunden und den anhängenden Rattenschwanz von Zerrbildern außer acht lassend ist die Feststellung leicht zu treffen, daß ein Schweigen der WTG über Frost im fraglichen Jahr 1961 ein Werturteil über ihn gleichsam beinhaltet. Um die Wahrheit zu vervollständigen, muß an dieser Stelle hinzugefügt werden: Dieses Werturteil betrifft auch den damaligen Präsidenten N. H. Knorr, über den sich die WTG, das Jahr 1961 betreffend, ebenfalls ausschweigt. Der Grund ist klar: Das Jahr 1961 rückt den denkwürdigen Hamburger Kongreß unangenehm ins Scheinwerferlicht, und was Brooklyn darüber im Jahre 1974 zu sagen hat, ist der Kulminationspunkt für die Glaubwürdigkeit der WTG in ihrer Selbstdarstellung. Sie selbst erbringt dafür überzeugend den Beweis.

Presse, Opposition und Blaubuch veranlassen die WTG zu einer neuen Selbstdarstellung
Verlagsanstalten, die ein hohes Ansehen genießen, sind darauf bedacht, ihren guten Ruf zu wahren, Kritik hat dabei die Anstrengungen der Verlagsanstalt in diesem Sinne nicht untergraben, sondern im Gegenteil gefördert. Das ist der Maßstab an dem alles gemessen werden muß. Jeder normale Mensch weiß das. Nun tritt die WTG gar mit göttlichem Anspruch ihrer Publikationsorgane an die Öffentlichkeit. Was kann der Leser erwarten?

Wenn man bedenkt, daß sich die WTG der Mühe unterzieht, im "Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1974" eine detaillierte Schilderung zu geben über ihr Werk in Deutschland - von den ersten Anfängen an bis hin zu dem Jahr des besagten Fluches - dann kann von ihr auch mindestens eine den üblichen Normen entsprechende Darstellung verlangt werden. Das Ausscheiden eines hauptamtlichen Mitarbeitern - sei es nun im Fall Ditschi oder Frost, und gleichgültig aus welchen Gründen immer - ist gewiß keine Kleinigkeit.

Trotz ihres theokratischen Anspruchs kann die WTG aber nicht einmal im Vergleich zu anderen Verlagsanstalten als seriös gelten, denn sie disqualifiziert sich selbst durch Verdrehungen und Verzerrungen von Tatsachen, die seit Jahren schon die Spatzen von den Dächern pfeifen. Hinzu kommt ein sprachlicher Stil, dessen Niveau im Laufe der Zeit noch unter den der "Bildzeitung" gesunken ist. Auf dieses seichten Untergrund bewegt sich die WTG speziell in Fragen, wo ernsteste Beantwortung in qualifiziertester Form vonnöten wäre.

Aber die WTG entspricht von der Praxis her ihrem Naturell, das sich im Jahrbuch 1974 niederschlägt. Darum sielt sie sich im Schlamm, und so wie sie den Fall Ditschi auf schmutzige Art entstellt, versucht sie den Fall Frost auf eine ähnliche Weise zu verschleiern, indem sie nämlich ein Schlammbad veranstaltet, gewissermaßen in der Suhle alle Unerquicklichkeiten hin- und herwälzend bis zur Unkenntlichkeit. Aber gerade damit hat sie sich selbst den allerschlechtesten Dienst erwiesen.

Die WTG hätte besser daran getan, zu ihrem Neugründungsprotokoll 1945 für den Zweig Deutschland zu stehen, worin sie sich verpflichtet, Nazihandlanger aus ihren Reihen auszuschließen. Der Aufstand Heinrich Ditschis im Jahre 1954 brachte bis 1960 in der BRD viel Gemunkel hinter vorgehaltenen Händen. Die Zeitung "Prawda", Moskau, wies darauf hin 1959, daß verschiedene Spitzenfunktionäre im "Dritten Reich" Kollaborateure waren. Aber die WTG war auf ihren Nimbus bedacht, und zum Zwecke weiterer Ausbreitung rührte sie die Reklametrommel mit ihren Märtyrern, wovon der Hamburger Kongreß ein Glanzpunkt sein sollte als Weichensteller für die Zukunft. Zweifelsohne wäre die Rechnung der WTG auch aufgegangen, aber von Beginn an hatte sie einen unreparierbaren Schönheitsfehler. Das war der Bericht im Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" vom 19. Juli 1961. Für die WTG das unberechenbare Fazit einer Einladung an Reporter, die für Publicity sorgen sollen. Natürlich gab es diese, aber leider im negativem Sinne. Das aufgezäumte "Paradepferd" Frost zerstob in ein Nichts vor der Kritik des "Spiegel'', der die Heldenrolle des ehemaligen „Reichsdieners" als eine "drehbuchreife Story" bezeichnete. Die Enthüllungen über den Verrat an Heinrich Ditschi und anderen Glaubensbrüdern unterstrichen diese Bemerkung mit einem nicht zu übersehenden Ausrufezeichen.

Vielleicht hätte sich die WTG jetzt noch korrigieren können mit einer Handlung, die den Bedingungen des bereits erwähnten Gründungsprotokolls entsprach. Aber N, H. Knorr hatte das "Paradepferd" Frost auf dem Kongreß unterstützt. So zog es die WTG vor, lieber die Flucht nach vorn anzutreten.
Doch seit der "Spiegel"-Affäre bekam sie keine Ruhe mehr und wurde zu Maßnahmen gezwungen, die sie dann hinter den Kulissen vollzog, und zu Stellungnahmen, die sie in ihren Publikationen, auf die bekannte, am Kern der Dinge vorbeischlängelnde Art auch gab. In den 1960er Jahren sorgte die Opposition für weitere sensationelle Enthüllungen in Form von Büchern und Schriften. In der DDR hatte einen nicht geringen Anteil daran die Zeitschrift "Christliche Verantwortung", All diese Stimmen vereinigte Manfred Gebhard in konzentrierter Form, unterstützt von "weltlichen Quellen" zu einer sehenswerten Dokumentation. Die "Blaubuch"-Dokumente wirkten auf die theokratische Fassade der WTG wie die Posaunen auf die Mauern Jerichos, Die Brooklyner bauten fieberhaft wieder auf, verstopften Löcher im Gemäuer und übertünchten die Risse, Dazu benötigten sie 4 Jahre. Die erneute Selbstdarstellung im Jahrbuch 1974 ist also die direkte Reaktion der WTG auf das "Blaubuch" des Urania-Verlages. An vielen Stellen des Jahrbuches 1974 kann das nachgewiesen werden.
Erzählt von Hermann Bach, Potsdam
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In unserer nächsten Ausgabe:
- Zukunft für Zeugen Jehovas ?
- Tragödie im Hirrlinger Wald
- Ein kritisches Bekenntnis
- Ein-Mensch, den man nicht vergißt
- Erzählung um Heinrich Ditschi Folge 21
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"Christliche Verantwortung" - Herausgeber Wolfgang Daum; DDR 6000 Gera, Otto-Dix- Str. 6; Preis, 0,20 M, Jahresabonnement: 2.-M, Versand auch kostenlos.

A 7190/80 V 7 1 1964 K O

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