Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 126
Optisch gibt es ab dieser Ausgabe einige
Veränderungen zu registrieren.
Zum einem der Untertitel, der bis dato lautete:
"Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem
Verständnisvermögen
- 1. Thess. 4:12, 1. Kor. 14:20 -" wurde weggelassen.
Dafür firmiert nun auch im
Impressum das Blatt als "Monatsschrift der Studiengruppe Christliche
Verantwortung". Allerdings nunmehr ohne Monatsangabe; nur mit der fortlaufenden
Nummerierung
Zum zweiten ist die bisher ebenfalls immer mit abgedruckte "Zweckerklärung", aus der ein unvoreingenommener Beobachter den theoretischen Schluss ziehen konnte; die CV wolle wohl die historischen Splittergruppen der Bibelforscher auf ostdeutschem Territorium besonders protegieren. Auch diese (theoretische) Zweckerklärung ist ab dieser Ausgabe ersatzlos entfallen. Man vergleiche dazu auch die Einleitung zur CV106
Dies ist zugleich die erste Ausgabe des Jahres 1980. Eine weitere Veränderung, die am Ende des Jahres 1980 stattfand, sei hier schon mal vorab mit erwähnt. Dies ist zugleich auch der letzte Jahrgang der formal in der Redaktion des "Wolfgang Daum" erschien. Ab 1981 taucht dann ein neuer Herausgebername auf.
Was die Typografie
des Schriftsatzes anbelangt, der sich ab dieser Ausgabe (nicht unbedingt zum besseren)
auch mit verändert hat, so drängt sich der Eindruck auf. Die Ausgaben bis 1979 wurden
jeweils von Schriftsetzern der Druckerei gesetzt.
Ab 1980 scheint es wohl so zu sein,
dass die CV-Redaktion selbst den Schriftsatz per Computer gestaltet. Man beachte das Datum
1980. Windows XP und Textverarbeitungen mit Layout-Eigenschaften gab es damals in der
Regel auch noch nicht. Entsprechend unprofessionell ist auch der optische Eindruck ab
dieser Ausgabe der Druckschrift "Christliche Verantwortung". Erkennbar
beispielsweise an unzähligen getrennten Wörtern usw. Diese getrennten Wörter werden
allerdings für die Internetaufbereitung, so nicht mit übernommen.
CV Christliche Verantwortung
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR
Nr. 126 Gera 1980
DIE KRISE DER WTG
Wird sie wieder herauskommen ?
AUFBRUCH IN DRESDEN GEHT WEITER
Warum ich mich von den Zeugen Jehovas wieder abwenden mußte
WTG-Bankrotterklärung 1980
CV - ZJ in Potsdam
ICH KANN KEIN ZEUGE JEHOVAS MEHR SEIN
Erfahrungen aus Potsdam.
Spiegelbilder aus der Praxis.
WTG-GESTÄNDNIS
Wie wurde bisher unverfroren ins Angesicht bestritten, daß die WTG, die
Organisation für 1975 erneut ein falsches Weltende, das Ende von Harmagedon und den
Beginn des Tausendjahrreiches Gottes auf Erden durch Jehovas Zeugen verkündigen ließ !
Wie haben viele Brüder und Schwestern, Älteste, sonst respektabel wirkende Menschen, es unternommen, die deutlichen WT - Aussagen umzudeuten, die doch klar zum Ausdruck brachten, daß dies für 1975 verkündigt wurde! Daß die WTG damit erneut als falscher Prophet erwiesen ist !
Wie traten sie auf ! Wie wurde CV auch gesagt, hört doch nach sovielen Jahren mit dem Thema 1975 auf, das interessiert doch keinen mehr. Mit dem Jahrbuch 1980 ist die WTG nun durch die tausendfache internationale Opposition und Kritik gezwungen, ihre falsche Prophetie für 1975 selbst zuzugeben! Wir lesen über einen Vortrag der WTG Gesellschaft im Jahrbuch 1980, Seite 30:
"DIE BRUDER SCHÄTZEN AUCH DIE OFFENHEIT, DIE IN DIESEM VORTRAG ZUM AUSDRUCK KAM, INDEM Z. B. ZUGEGEBEN WURDE, DASS DIE GESELLSCHAFT FÜR DIE ENTTÄUSCHUNG, DIE EINE ANZAHL BRÜDER IN VERBINDUNG MIT DEM JAHR 1975 VERSPÜRTEN, TEILWEISE MITVERANTWORTLICH IST."
Seit die WTG 1966/67 mit der 1975-Falschprophetie begann, wurde durch CV immer wieder und unermüdlich nachgewiesen, Jahr um Jahr, was für ein gigantischer weltweiter Betrug die 1975-WT-Verkündigung im Namen Gottes ist. Immer wieder wurde diese falsche Prophetie in den Blickpunkt gebracht. Wir wußten: Es kann der WTG nichts Besseres passieren, als das 1975 in Vergessenheit gerät! Das bedeutete für CV die unbedingte Fortsetzung der 1975-Beweisführung. Eines Tages würde das niemand mehr bestreiten können. Eines Tages ist die WTG in die Knie gezwungen als falscher Prophet! Nun nach 5 Jahren ist das erreicht !
An der WTG hat sich buchstäblich wieder erfüllt, wie geschrieben steht: "Wenn das , was ein Prophet im Namen des Herrn verkündigt, nicht eintrifft in Vermessenheit hat es der Prophet ausgesprochen ...." (5. Mose 18:18-22).
VERBREITET DAS OFFENBARWERDEN DER FALSCHEN
WTG-ENDZEITPROPHETIE ÜBERALL!
DIE KRISE ERKENNEN, DIE NUN ÜBER DIE WT - ORGANISATION HEREINGEBROCHEN
IST
Wird sie wieder herauskommen ?
Liebe Leser
Liebe Brüder und Schwestern
Das Jahrzehnt der 80 er Jahre, das es für die Menschheit außer Jehovas
Zeugen eigentlich nicht mehr geben sollte (Erwachet 22.4.72), hat nun begonnen. Natürlich
muß man sich an solchem zeitlichen Wendepunkt seine Gedanken machen. An erster Stelle
wohl die Brüder, die das Werk weiter zu leiten haben. Die Gesamtsituation der
WT-Organisation zeigt uns, daß sie im Zusammenhang mit der ihren Prophezeiungen völlig
zuwiderlaufenden gesellschaftlichen Entwicklung und natürlich mit der Weltendeirrlehre
von 1975 in eine Krise geraten ist, die andauert und sich sogar weiter verschärft. Wie
versucht die WTG, das ausserhalb des Bewußtseins aller zu halten?
Wir wollen zuerst eine Übersicht sehen. Wir nehmen
dafür die beiden WTG-Hauptbollwerke in der Welt, USA und BRD, und wesentliche
Gesamtzahlen zur Veranschaulichung:
BRD
USA
Vk. Taufen
Vk.
Vk. Taufen
1974 +5 %
7959 +
15 % 81588
1975 +4 %
7407
+ 6 % 71300
1976 -
4469
+ 2 % 43900
1977 -1 %
3194
- 3 % 27995
1978 -1 %
2748
- 3 % 20471
1979 -1 %
Was sehen wir? Wir sehen in den signalisierenden WTG-Hauptbollwerken einen systematischen Rückgang auf der ganzen Linie ! In anderen Zweigen sieht es noch schlimmer aus. Die gesamten internationalen Anstrengungen reichen nicht aus, um den gewaltigen Aderlaß seit 1975 auch nur auszugleichen. Es wird, nur für den Verschleiß gearbeitet. Und das reicht nicht einmal! Das ist der wesentliche Zahlenspiegel der WTG - Krise! Wir müssen aber noch mehr sehen. Auch hinter den Kulissen der WTG vollziehen sich bemerkenswerte Vorgänge! Wir erkennen eine ganz bestimmte Verkündiger-Umschichtung in der Organisation. Aus dem Bethel in Wiesbaden erreichten uns dazu für die BRD folgende Angaben:
Etwa 70 % der Verkündiger sind junge, WTG-unerfahrene Menschen unter 35 Jahren! Davon sind etwa 45 % erst nach 1975 hinzugekommen! Das bedeutet: Die Alten, die für ihr im WTG-Dienst verbrauchtes Leben nun die WTG beim Wort nehmen, sie sollten, so hieß es, doch "nicht vergehen", sind zu einer Minderheit geworden, die nicht mehr ausschlaggebend ist. Es braucht auf sie immer weniger Rücksicht genommen zu werden. Andererseits ist der Anteil von 45 % nach 1975 noch zu gering. Es muß also in beträchtlichem Maße weiterhin auch mit der "Naherwartung" operiert werden. Das ist jedoch das Problem: Nichts davon darf bekannt werden. Nun, dafür gibt es das Schwert des "Gemeinschaftsentzuges", mit dem alle Kritiker abgehackt werden, sodaß sie kaum weiteren Einfluß auf die anderen ausüben können.
Natürlich bedeutet das alles auch eine gewaltige geistige KRISE! Die WTG begegnet dem in erster Linie mit Ausharren und nochmals Ausharren. Hier werden alle Register gezogen. Die Bibel wird förmlich durchforstet nach Texten, die sich dafür verwenden lassen. Nur vorsichtig wagt es der an die nun fällig gewordene erneute der bisherigen "Erfüllungen" heranzugehen. So wurde z.B. das bisherige Verständnis des Begriffs "diese Generation" zwar grundsätzlieh, aber nur sehr vorsichtig infrage gestellt (WT 1.1.79 - Leserfrage).
Wir erkennen auch wieder die WT - Methode, durch politische und religiöse Aggressivität nach außen und Verwicklung der Verkündiger in entsprechende Auseinandersetzungen von der eigenen Krise abzulenken. Dies vollzieht sich bemerkenswerter Weise gleicherweise mit der gegenwärtigen Wiederaufnahme einer Politik des antikommunistischen kalten Krieges durch die Regierung der USA. Auch der WT schlägt wiederum die Töne seiner antikommunistischen Aggressivität der 50er Jahre an ! Es wurde in CV also vor kurzem richtig gesagt, daß die WTG ihren antikommunistischen "Dolch" weiter in ihrem religiös-politischem Gewande hält. ( CV 122, S. .4) Nun wird er wieder gezückt! So finden wir im WT vom 15.10.79 und vom 1.12.79 die Neuauflage der antikommunistischen religiös-politischen Hetze der Jahre 1951-53 mit entsprechendem Quellenhinweis, wo gegen den Kommunismus als "rote Religion und der Mensch der Gesetzlosigkeit" und als "rote Faschisten" unter Mißachtung aller christlichen Grundsätze diffamierend, verleumderisch, feindselig und schmähend um sich geschlagen wurde. Auch die WT- Aggressivität gegen die anderen Christen, ihren Glauben und ihre Kirchen nimmt wieder zu!
Eine solche religiös-politische Aggressivität nach außen ist immer die WT - Methode gewesen, von ihrer eigenen Unglaubwürdigkeit nach außen abzulenken. Geriet sie gar in tödliche Gefahr, dann wurden auf diese Weise sogar "Blutzeugen" und "Märtyrer" gemacht, mit denen sie ihr haltloses Endzeitwerk weiter rettete. Das war besonders in der tödlichen Krise von 1917/ 1918 der Fall, in der das ursprüngliche, von C. T. Russell gegründete Werk zusammenbrach, als 1914 Harmagedon nicht gekommen war. Mit seinen religiös-politisch gemachten - "Märtyrern" - gelang es J. F. Rutherford, etwas aus dem Werk zu machen, was nicht in C. T. Russells Absicht lag.
Auch die Weltendeirrlehre von 1975 ist von einer Bedeutung, deren Tragweite bisher überhaupt noch nicht überblickt werden kann nach diesen wenigen Jahren. Denn die WTG läßt eine ganze Generation "vergehen", ins Grab sinken! Ihre KRISE hält auch 1979 /80 noch an, wie die statistische Übersicht beweist. Die jetzt auflebende Aggressivität nach außen beweist, daß auch geistig im Innern noch nichts entscheidend bewältigt ist! Die einzige Rettung besteht in einer neuen, unkritischen, die WTG-Vergangenheit wirklich nicht kennenden Generation, die derartig verzweifelt ist, daß sie den WTG Prophezeiungen von heute und morgen bedenkenlos glaubt. Für die, die bis jetzt noch dabei sind, muß alles geschickt umfrisiert werden. Denn ganz läßt sich die wirkliche Vergangenheit ja nicht vertuschen. Auch das erleben wir jetzt. Wir werden darauf noch näher eingehen.
Was können wir aus all diesem für Schlußfolgerungen
ziehen? Nun die, daß es höchste Zeit ist für alle Aufrichtigen, sich nicht länger in
ihrem Glauben an Gott und Christus von der WTG endzeitlich mißbrauchen zu lassen. Und die
leitenden Brüder mögen die Schuld erkennen, die sie auf sich laden, wenn sie andere
weiter in diesem endzeitlichen WT - Bibelmißbrauch halten! Weil sie auf diese Weise
andere Menschen ins religiös-politische Unglück stürzen, können sie nicht geschont
werden. (Jak. 3:1). Darum immer und immer wieder:
Vergewissert euch über alle Dinge
haltet fest an dem, was recht ist
1. Thess. 5:21 NW
Eure Brüder CV-Redaktion
CV - ZJ Potsdam im Mai 1979
DIE DISKUSSION UM 1975 UND DAS HARMAGEDON-WELTENDE
Unsere Schwester: "Es wurde nicht gesagt, 1975 kommt Harmagedon"
Was sagt sie zu der WTG-Bankrotterklärung von 1980?
CVN Potsdam. Wir berichten zu einem weiteren Schwerpunkt der
Auseinandersetzung CV-ZJ-Älteste an einem Mittwochabend im Mai 1979 in Potsdam.
Vorbemerkung:
Unter WTG - Anleitung andere, fremde Menschen ansprechen mit dem Ziel, sie
zur gegebenen Zeit auch unter den Glauben an die Organisation zu bringen, ist keine
Privatsache mehr. Sollen doch sogar "alle Nationen" angesprochen werden. Wer
sich also dieserart über andere Familien hermacht, muß sich ebenfalls gefallen lassen,
unter die Lupe genommen zu werden. Noch dazu wo WTG-Unterordnung ernsteste religiöse und
politische Konsequenzen hat und es für die Betroffenen seitens der WTG unmöglich gemacht
wird, eine echte Prüfung der WT-Lehren vorzunehmen, indem ehrlich zur Diskussion gestellt
wird, was gegen die WTG und ihre Tätigkeit vorzubringen ist. Hinzu aber kommt auch noch,
daß den Interessierten das Endziel, der Anschluß an die "Untergrund -
Organisation" mit allen Konsequenzen, vorerst verschwiegen wird. In ihrer
Arglosigkeit werden sie unter verlogenen WT - Thesen, die Verkündigung sei
"politisch streng neutral" zu politischen Heuchlern gemacht, die unter diesen
Thesen schärfste Angriffe Diffamierungen und Schmähungen antikommunistischer Art gegen
"Obrigkeit" und "die Menschen betreffende Ordnung" zu verbreiten
haben. Römer 13:1-7; 1. Petr. 2:13. Wer das Amt eines "Lehrers" übernimmt,
kann sich der Beurteilung nicht entziehen. (Jak. 3:1)
Nicht gesagt, 1975 kommt Harmagedon ?
Um der Betroffenen in Potsdam willen und auch sonst laßt uns nun sehen.
Wo andere unter die WT-Irrlehren geholt werden, was auch immer damit über sie
hereinbricht, man kann den "Holern" die ohne Zweifel schmerzliche Kritik nicht
ersparen, die darin besteht, daß die Dinge beim Namen genannt werden.
Unsere Lieben bestritten also energisch, den
WTG-Harmagedon-Termin 1975, der ihnen von CV - Seite vorgeworfen wurde. Unsere Schwester:
"Wo steht, daß 1975 Harmagedon kommt?" Wo ist der Beweis?
Es wurde ihnen an Hand des WT vom 1.8.1968 und 15.11.1968 nachgewiesen,
daß 1975 "diese Welt" zu Ende und die Tausendjahrherrschaft des Reiches Gottes
auf Erden begonnen haben sollte, was bedeutet, daß 1975 Harmagedon gekommen ist.
Hierzu wurde unsere Schwester von Bruder M.
aufgefordert, doch einmal den Ablauf der Dinge vor dem Anbruch der Tausendjahrherrschaft
zu schildern. Als sie zögerte, zählte ihr unser Bruder M. dies gemäß WT auf:
1. Sturz Babylons durch die Nationen
2. Religionslose Erde, nur wahre Religion der Zeugen
3. Angriff der Nationen auf die Zeugen, das löst die Rache Gottes
(Harmagedon) aus
4. Anschließend 1975. Beginn des Tausendjahrreiches.
Stimmt das?
Sie bestätigte jeden einzelnen Punkt und anerkannte diese Beweisführung
gemäß WT, daß damit Harmagedon 1975 gekommen ist. Ja so wurde es geglaubt und aller
Welt als göttliche Wahrheit verkündigt.
Aber erstens konnte ja nicht sein, was nicht sein darf. Die WT-Irrlehre
mit 1975 wurde dennoch bestritten. Zweitens konnte und durfte ja CV nicht recht haben.
Eher mußte der Eindruck geschaffen werden, daß CV die WT-Verkündigung mißdeutet. So
leugneten sie hartnäckig die eigene 1975-Verkündigung. Oder hatten sie sie tatsächlich
inzwischen vergessen? Es war immerhin Mai 1979. Sie konnten vor den anwesenden
Interessierten CV zweifellos nicht recht geben. Damit hätten sie den Interessierten den
Beweis geliefert, daß sie als solche gekommen sind, die "falsche Prophezeiungen auf
dem Gewissen haben". Andererseits gab unser Bruder F. zu, daß zwar etwas nicht
stimmt, aber 5. Mose 18:20-22 nicht auf die WTG anzuwenden sei.
Es heißt dort, wer etwas im Namen Gottes verkündige, was nicht eintrifft, sei ein todeswürdiger falscher Prophet. Das aber gelte für die WTG nicht. Oh ja, man kehrt besser vor der Tür der anderen und sucht die Splitter in deren Augen. Es ist der Glaube an die Organisation, der solche allzu durchsichtige Verhaltensweise angesichts der doch für sich sprechenden Tatsachen bewirkt. Es ist traurig.
Das Jahrbuch 1980 überführt alle,
Auch unsere Potsdamer !
Wir möchten ins Gedächtnis rufen, Ihr Lieben in Potsdam und sonstwo, die
Ihr dennoch aufrichtig seid, daß die WTG in erster Linie nach ihrer Endzeitverkündigung
zu beurteilen ist. Damit steht oder fällt sie. Alle andere Verkündigung ist zweitrangig.
Um einer angeblich gekommenen Endzeit willen ist die WTG vor der Öffentlichkeit angetreten. Das ist das ausschlaggebende Kriterium. Wenn sie also falsche Endzeitlehren verkündigt, ist sie nach 5. Mose 18: 20-22 ein falscher Prophet" !
Wenn wir im Jahrbuch 1980, S. 30 das WTG-Eingeständnis lesen: "Die Brüder schätzen auch die Offenheit, die in diesem Vortrag zum Ausdruck kam, in dem z.B. zugegeben wurde, daß die Gesellschaft für die Enttäuschung, die eine Anzahl Brüder in Verbindung mit dem Jahr 1975 verspürten, teilweise mitverantwortlich ist", dann ist das in Wirklichkeit die endzeitliche Bankrotterklärung der WTG. Was heißt teilweise ? Niemand hat noch mit der Gesellschaft der WTG, irgendwelche Mitverantwortung. Sie allein gibt die Schriften heraus. Was für eine perfide Art und Weise, anderen Schuld zu geben, mit Fingern auch auf andere zu zeigen, die alleinige eigene Schuld zu bagatellisieren! Die WT- Gesellschaft, die angeblich den "treuen und klugen Knecht" ausmacht, ist allein verantwortlich! Nun will sie andere mit hineinziehen!
Natürlich sind andere mitschuldig, indem sie die
1975-Falschprophetie im Namen Gottes verkündigt haben. In diesem Sinne sind alle Zeugen
mitschuldig, die das getan haben. Aber verantwortlich für die Falschprophetie ist allein
die WTG !
Eigentlich sollte dies für unsere Lieben in Potsdam und alle sonst
Aufrichtigen, das Signal zum Aufbruch sein! (wird fortgesetzt)
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
ERWARTEN SIE UNSERE ERSTE SONDERAUSGABE 1980 !!!
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der Aufbruch in Dresden geht weiter !
D I E Z E I T I S T H E R B E I G E K 0 M M E N
Bevor demnächst über eine stundenlange CV- Diskussion mit leitenden ZJ-
Ältesten in Dresden berichtet wird veröffentlichen wir hiermit einen inzwischen in
Dresden und darüber hinaus weit verbreiteten Zeugnisbrief über eine weitere Abkehr von
der Organisation und die Gründe dafür.
Wir glauben dieser Zeugnisbrief spricht für sich !
Zeugnisbrief Dresden, Dezember 1979
WA R U M I C H M I C H V 0 N D E N Z E U G E N J E H O V A S W I E D E R
A B W E N D E N M US S T E
An alle Brüder und Schwestern in Dresden
Die Entscheidung für diesen Zeugnisbrief fiel, nachdem ich erfahren
mußte, daß kein zuständiger Bruder bereit ist, sich offen und aufrichtig ernstester
Kritik an der Organisation zu stellen und gegen sie sprechende Tatsachen zu widerlegen.
Mein eigener Ältester schlug als Antwort auf Bemängelung seines untheokratischen
Verhaltens wütend die Tür vor mir zu. Ich empfinde es als eine christliche
Verantwortung, hierüber nicht zu schweigen. Möge meine Erfahrung für alle eine Hilfe
sein.
Wie es begann
Ich wurde 1955 in Dresden geboren und wuchs in einem anderen christlichen
Elternhaus auf. In der Schulzeit ging ich manchmal nebenbei in die Christenlehre . Die
Jahre verflossen. Ich lernte einen Beruf und ging dann in meines Vaters Betrieb arbeiten.
Nun war ich auch in dem Alter, wo ich etwas mehr Wert auf die Mode, Haarfrisur usw. legte.
Sicher in jugendlicher Übertreibung. So erregte ich damit auch Anstoß. Deshalb wurde ich
mit einem Arbeitskollegen in Verbindung gebracht, der Zeuge Jehovas war. Sie wollten mir
helfen, Dieser Bruder W. M. erzählte mir bald alles aus seiner religiös-politischen
Sicht: Von neuen gesellschaftlichen " Systemen ", von einer Vernichtung der
jetzigen politischen Gesellschaft in "Harmagedon", vom Teufel, von den negativen
Erscheinungen der heutigen politischen Gesellschaftsform. Das regte mich zum Vergleichen
an. Ich las die Bibelverse, auf die ich dazu hingewiesen wurde und hörte immer wieder die
Bibelerklärungen von Jehovas Zeugen dazu. Weil das im Namen Gottes vorgetragen wurde, war
ich allem gegenüber völlig arglos.
In der folgenden Zeit erhielt ich öfter abgezogene Exemplare von "Wachtturm" und "Erwachet". In meiner mangelhaften religiösen und gesellschaftlichen Bildung und Übersicht fand ich bald Gefallen an dieser Literatur, fand sie glaubwürdig und studierte eifrig die Bibelerklärungen. Wie wir alle unter Hinweis auf Errettung oder Vernichtung angehalten sind, suchte ich bald alle Gelegenheit, teils auf Arbeit oder auf der Straße, andere Menschen nach den Weisungen der Organisation anzusprechen und ihre Wahrheit zu verbreiten.
Ein Widersinn machte mich schon mal stutzig
Mit meiner neuen Erkenntnis hatte ich also nicht hinter dem Berg gehalten.
Auch meine Eltern bezogen sofort Stellung dagegen. Da hatte ich natürlich Angst, ihnen
die Wachtturm-Schriften zu zeigen. Eines Tages lese ich einen abgezogenen Wachtturm. Meine
Schwester überraschte mich und will wissen was ich lese. "Das geht Dich nichts
an." Sie erzählte es meinen Eltern, die ich dann anlog, wie es die Organisation in
"theokratischer Kriegslist" verlangt. "Ich habe doch gar nichts." Aber
sie glaubten mir nicht. Es ist schlimm, wie man für die Organisation die eigene Familie
belügen muß. Vor meinem Vater konnte ich die Literatur erfolgreich verheimlichen. Meine
Mutter fand sie in meiner Abwesenheit. So wurde die Konfrontation und Spaltung zu meinen
Eltern unaufhaltsam vertieft. Der Bruder M. festigte das mit den Worten: "Wenn Du den
Glauben der Zeugen Jehovas annimmst, dann zeigst Du praktisch mit Deiner Kontrastellung,
daß nur Du recht hast, und das sollst Du ja auch tun!" Als ich ihm erzählte, wie
die Wachtturmschriften gefunden wurden, sagte er: "Jehova hat im Moment der Suche die
Blicke Deines Vaters abgelenkt." "Ja, aber wo war denn Jehova, als meine Mutter
alles fand? Er hätte sie doch mit Blindheit schlagen müssen. Wie können meine Eltern so
widersinnig von Gott gegen mich ausgespielt werden? Was wird uns hier zugemutet? Zitieren
die Zeugen Jehovas nicht Gott, wie sie ihn gerade brauchen? Aber das wurde in mir wieder
verdrängt. Die Anstachelung zur Konfrontation war stärker, was sich bei jungen Menschen
leicht ausnutzen läßt. Es wurde also zu einem Exempel, womit ich den Stempel für noch
weiteres Interesse an den WT-Schriften setzte.
Meine Liebe wird ausgenutzt
Trotz Verbot meiner Eltern ging ich zum Bruder M. ins Studium. Einige Zeit
später riet er mir, das Studium zum Bruder P. zu verlegen, um sich nicht zu gefährden.
Arglos befolgte ich es. Meine Eltern haben dann mit meinen neuen Erkenntnissen viel Ärger
mit mir gehabt. Sie haben alles versucht. Aber wer keine genaue Einsicht, Übersicht und
Erfahrung hat, kann nichts schaffen. Alles Reden und Überzeugenwollen nützte ihnen also
nichts.
Nach längerer Zeit lernte ich eine junge Schwester kennen. Meine Eltern sahen nicht gern, daß ich eine Zeugin Jehovas heiratete. Aber das konnten sie nicht verhindern. Sie gaben sich damit zufrieden und meinten: sie müssen sich miteinander verstehen. Ich merkte aber, wie es von der Organisation ein Hinhalten gab, ehe unsere Ehe Zustimmung fand. Für mich war das von der Taufe nicht abhängig. Sie aber wollten das. Sie nutzten also meine Liebe erpresserisch für die Organisationserweiterung aus. Mir war es egal, ob vor oder nach der Taufe. Ihnen aber nicht. So siegten sie in diesem Punkt über mich. Es ist nur gut, daß "Liebe blind macht". So wurde ich davor behütet, genau so berechnend zu sein wie sie.
Ich fürchte nur, daß die Organisation jetzt nach meiner Abkehr genauso berechnend fortfährt, nur umgekehrt. Ich habe inzwischen erfahren, wie sie mit ihrer Verteufelungsmethode schon andere Ehen und Familien kaputtgemacht hat, wo einer der Partner mit ihnen nicht mehr mitmachen wollte.
Wachtturm-gemäß religiös-politisch aktiv
Nach unserer Heirat nahm ich am Studium bei Bruder W. teil. Ich ging auch
mit meiner Frau oder Bruder W. "von Haus zu Haus in die Häuser, auf Friedhöfe oder
zu anderen Menschen, um sie für den Glauben der Organisation zu gewinnen. Ein halbes Jahr
machte ich ein Studium mit einem jungen Menschen. Er hatte aber nicht immer Zeit, wie wir
wollten und so brachen wir ab. Weil sich durch unsere Heirat weitreichende Verbindungen
unter den Zeugen Jehovas ergeben haben, erzählte ich von diesem jungen Mann. Wir suchten
ihn nun zu dritt wieder auf. Dieser Mann konnte manche Dinge nicht begreifen. Aber was er
begriff , setzte er auch in die Praxis um. Also verließ er durch den antikommunistischen
und antisowjetischen wie staatsfeindlichen Einfluß der Organisation die Gesellschaft für
Deutsch-Sowjetische-Freundschaft, wurde ihr Feind und ging als Wehrersatzdienstverweigerer
ins Gefängnis. So weit hatten wir ihn gebracht, obwohl er noch nicht getauft war. Mit
Bruder W. und P. hatten wir noch einen anderen jungen Mann zu betreuen. Er war aus dem
Strafvollzug gekommen. Auch bei ehemaligen Verletzern von Staatsgesetzen sieht die
Organisation einen möglichen Ansatzpunkt. Ich möchte ihm heute wirklich helfen.
Vielleicht liest er diesen Zeugnisbrief.
Außerdem ging ich öfter mit Bruder W. samstagabends in ein bestimmtes Gebiet. Sonntagvormittags ging ich meist allein in das mir von einem Altesten zugewiesene Gebiet. Dabei wurde ich informiert über Adressen von Angehörigen der Staatssicherheit und der Polizei, damit ich bei ihnen nicht vorspreche. Ich war sehr aktiv und sprach bei vielen Leuten vor.
Ich werde innerlich kritisch
Mit der Zeit wurde mir das ständige Drängen zum Studium der Bibel nur im
Sinne der Literatur zu viel. Ich merkte, wie jeder andere Gedanke und Wissensbereich
unterdrückt wurde. Ich bin doch nicht als Unmündiger unter Vormundschaft, dachte ich
manchmal. Man muß sich doch auch mit anderen Wissensgebieten beschäftigen dürfen. Man
ißt ja auch nicht jeden Tag das gleiche.
In der Wachtturm-Literatur waren ja auch andere Quellen
angegeben, religiöse, politische, wissenschaftliche, philosophische. Dadurch angeregt und
bestätigt las ich auch andere Philosophen zum Beispiel. Ich erfuhr Tatsachen, die ich
bisher nicht kannte. So kam ich zu einem anderen Nachdenken über die Bibel und die
Religion, als es der Wachtturm erlaubt. Ich machte mir ernste Gedanken und brachte sie
auch bei den Versammlungen vor in dem arglosem Glauben, alle Probleme stellen zu dürfen,
die mich beschäftigen. Aber ich mußte mit der Zeit feststellen, daß ich zu einem
"schwarzen Schaf" gestempelt wurde. Sie brachten mir bei, mir nicht so viele
Gedanken über alles zu machen. Wir sollten alles Jehova überlassen, er werde alles für
uns regeln. So geht es nun wirklich nicht. Sie unterdrücken ja im Namen Gottes völlig
begründete Fragen. Das wird für einen selbst nachdenklichen Menschen zur Zwangsjacke,
noch dazu, wo ich anderen predigen und antworten muß. Aber auch die kritische Erkenntnis
kommt, nur sie wächst nur von Anstoß zu Anstoß, nicht auf einmal. Das Vergewissern ist
oft mühsam, zeitaufwendig und langwierig.
(Fortsetzung folgt)
Unsere Erzählung:
WIE HEINRICH DITSCHI UND SEIN UNTERBEZIRKSDIENER ÜBERLIEFERT WURDEN
Folge 15
Aufgrund ihrer eigentümlichen Konfessionsdialektik hat es die
Wachtturm-Gesellschaft meisterhaft verstanden, den Zeugen Jehovas 2 Welten vorzugaukeln:
Auf der einen Seite steht die Neue-Welt-Gesellschaft unter Führung des unsichtbaren,
Herrschers Jesus Christus (der seit 1914 regiert), sichtbar vertreten durch seinen
"treuen Sklaven" Wachtturm-Gesellschaft - auf der anderen Seite steht die
Alte-Welt-Gesellschaft unter Führung des unsichtbaren Satans, sichtbar vertreten durch
Politik, Hochfinanz und falsche Religion. Alle Aussagen aus dem Lager der NWG sind daher
(weil von Gott stammend) grundsätzlich Wahrheit alle Aussagen aus dem Lager der AWG (weil
vom Teufel stammend) daher grundsätzlich Lüge.
Wie irreal dieses von der Wachtturm-Gesellschaft für die Zeugen-Jehovas zurechtgezimmerte Lehrgebäude ist, konnte bisher ständig nachgewiesen werden, insgesamt, wie im Einzelnen, die Organisation inbegriffen. Entgegen den Behauptungen der Wachtturm-Gesellschaft erwiesen sich die in ihren Augen "weltlichen Aussagen", angefangen vom "Spiegel" Bericht (Hamburg), der "Bonner Information" bis hin zu der Dokumentation über "Die Zeugen Jehovas" von Manfred Gebhard, eine Dokumentation über die Wachtturm-Gesellschaft (Blaubuch), als echt und durchaus glaubwürdig. Von keinem wahrheitsliebendem Menschen können sie ernsthaft bezweifelt werden. Wenn wir an den letzten Gegenstand unserer Erzählung denken, die Leitung des deutschen WTG-Zweiges unter Erich Frost mit Heinrich Ditschi als einem seiner Kreisdiener in der BRD, so sehen wir das ebenfalls.
Für mich war es z.B. bezeichnend, als ich beim Lesen
des Protokolls Ad,II B vom 2. April 1937 im Blaubuch, auf einen bemerkenswerten Satz von
Erich Frost stieß, der wie folgt festgehalten ist: "Für Ditschi kommen hierfür in
Frage:
1. Lüden s c h 1 o ß, Vorname vermutlich Ernst
."
Für mich war sofort klar, daß dieser Unterdiener von Heinrich Ditschi
gar nicht so hieß. Der Leser wird sich gewiß erinnern, daß ich bereits im 1. Artikel,
als ich die Langenberger Kreisversammlung ausführlich schilderte, verschiedene Namen
nannte. Erst jetzt, beim Lesen dieses Protokolls, muß ich erwähnen, daß auch ein
gewisser L ü n e n s c h 1 o ß mitgewirkt hatte. Er war ein enger Freund von Heinrich
Ditschi. Das Protokoll erwähnt den Namen L ü d e n s c h 1 o ß und nennt den Vornamen
Ernst. Soweit ich es in Erinnerung habe, war der Vorname von Bruder L ü n e n s c h 1 o
ß (nicht Lüdenschloß) Karl, nicht aber Ernst. Ich kann mich allerdings irren,
nichtsdestoweniger ist aber damit die Echtheit des Gestapo-Protokolls und der Verrat des
"Reichsdieners" Erich Frost an seinem Bruder Heinrich Ditschi und dessen
Mitarbeiter Bruder Karl Lünenschloß erwiesen.
Darum kann für mich auch überhaupt kein Zweifel daran bestehen, daß das
auf Seite 179,180 des Blaubuches stehende Protokoll der Aussage des Erich Frost über
Heinrich Ditschi der Wahrheit entspricht.
Ich zitiere aus der Dokumentation:
"Über Heinrich Ditschi, der vom Wachtturm-Gesellschafts-Präsidenten
Rutherford 1936 in Luzern zum Nachfolger für Frost bestimmt worden war, falls dieser
verhaftet wird, machte er folgende Angaben, die von der Gestapo sofort unterbrochen
wurden, als er Ditschis Verbindungen nach Holland nannte, offenbar um sogleich Fahndungen
einzuleiten."
Zu meinen (Frost) am 15. 04. 1937 über den
Bezirksdiener Heinrich Ditschi gemachten Angaben ergänze ich noch folgendes: Mit Ditschi
war ich im Oktober 1936 und dann noch einmal im Dezember 1936. in Dortmund
zusammen. Wir trafen uns beide Male vorerst auf dem Hauptbahnhof in Dortmund und gingen
dann zusammen nach der Wohnung des Glaubensbruders B e i k e oder P e i k e in der
Uhlandstraße, Nummer unbekannt.
B e i k e muß Inhaber einer im gleichen Grundstück gelegenen Stickerei
sein, die sich im Erdgeschoß befindet. In beiden Fällen waren bei diesem Treffen
anwesend :
W a n d r e s, D i t s c h i sowie der
Unterbezirksdiener L ü n e n s c h 1 o ß vom Bezirk Ditschi und ich selbst. Bei diesen
Treffen behandelten wir die Auslegung der Bibel und unterhielten uns über die Wahrheit.
Der Wohnungsinhaber war nicht zugegen.
Ich muß an dieser Stelle hervorheben, daß ich außer den abgehaltenen
Andachten mich immer überzeugen wollte, ob und wie die verschiedenen Bezirksdiener
überhaupt noch für die IBV arbeiten. Es konnte ja möglich sein, daß in einigen Fällen
Verhaftungen vorgenommen waren und der Bezirk dann ohne Leitung gewesen wäre. In solchen
Fällen war es meine Aufgabe, einen neuen Bezirksdiener zu finden und einzusetzen.
D i t s c h i war bereits in Luzern als mein Nachfolger
in dem Falle vorgeschlagen und bestimmt worden, wo ich als Reichsdiener verhaftet werde.
Im Falle meiner Verhaftung hat sich Ditschi sofort in das Zweigbüro in Prag zu wenden, um
weitere Weisungen entgegen zu nehmen. Nebenher möchte ich noch erwähnen, daß Ditschi
nach seinen Äußerungen Beziehungen zu Glaubensgeschwistern in Holland hat und mit diesen
in ständiger Verbindung steht. Näheres hierüber weiß ich nicht anzugeben. Mir ist nur
bekannt, daß Ditschi wiederholt mit Glaubensgeschwistern über Sterkrade in Holland in
Verbindung steht. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, daß Ditschi wiederholt
persönlich in Sterkrade war.
Die Vernehmung wird abgebrochen. (Blaubuch S. 179-180)
Eine Zwischenbilanz
Zieht man jetzt eine Zwischenbilanz, ergibt sich folgendes Bild:
Rehabilitierung für Heinrich Ditschi und andere christliche Mitarbeiter,
dagegen die Entlarvung als Kollaborateure für Wachtturm-Gesellschafts-Paradepferde wie z.
B. F r a n k e und F r o s t durch glaubwürdige Publikationsaussagen und Dokumentationen.
Gezwungen durch die Veröffentlichungen im Spiegel", der schließlich im Blaubuch von Manfred Gebhard veröffentlichten Tatsachen und den daraus resultierenden Erschütterungen" innerhalb der Organisation, mußte die Wachtturm-Gesellschaft eine eigene Version über die angesprochenen Probleme vor der Anhängerschaft und der Öffentlichkeit abgeben. Dieses tat sie in einem längeren Bericht über die Geschichte des deutschen Wachtturm-Zweiges im Jahrbuch 1974.
Es ist betrüblich festzustellen, daß die Wachtturm-Gesellschaft die Gestapo-Dienste ihrer Paradepferde" herabspielt, während sie gleichzeitig die Verdienste ihrer ehrlichen christlichen Mitarbeiter in ein schiefes Licht stellt. Damit dürfte auch wieder der Charakter der Wachtturm-Organisation klargestellt sein, die z. B. jede "Versöhnung" vereitelt hat, die von ehrlichen Brüdern im guten Glauben unternommen wurden, um das Ansehen der Internationalen Bibelforscher-Vereinigung zu retten.
Aus dieser Perspektive muß alles getan werden, um
überhaupt zu begreifen, warum die Wachtturm-Gesellschaft sich veranlaßt sah, im Jahre
1974 (nach so langer Zeit) einmal auf Personen wie Frost, Ditschi, Franke usw. einzugehen.
Sie mußte auf die Dokumentation von Manfred Gebhard reagieren.
erzählt von, Hermann Bach, Potsdam
Erfahrungen aus Potsdam
WIE ES IN DER ORGANISATION "ENDZEITLICH" ZUGEHT
UND WARUM ICH KEIN ZEUGE JEHOVAS MEHR SEIN KANN
Spiegelbilder aus der Praxis einer Versammlung
Die Zeit ist herbeigekommen
CVN. Die WTG führt mit dem Jahre 1980 in das zweite Jahrhundert ihrer
angeblich endzeitlichen Tätigkeit. Der Mißbrauch der damaligen Worte Jesu, "diese
Generation wird nicht vergehen", für diese Tätigkeit liegt damit auf der Hand.
Niemandem kann daher die Auseinandersetzung erspart bleiben, der anderen weiter diese
falsche Endzeitprophetie ins Haus bringt. Die örtlichen Zustände überall in der
Organisation sind denn auch ein Spiegelbild dafür, wie dieses Werk höchst bedenklich ist
und niemanden mehr von Haus zu Haus zugemutet werden kann. Da die verantwortlichen
Ältesten nicht innehalten und selbstkritisch ihr Werk prüfen, sondern weiter bedenkenlos
das zerschlissene WT-Endzeitpanier einhertragen, um Arglose damit zu "jagen und zu
fischen", ist die Zeit herbeigekommen, auch die Praxis selbst sprechen zu lassen.
Jedermann soll die Möglichkeit haben, zu erfahren, wie es wirklich in dem "geistigen
Paradies" aussieht, das ihm da an der Tür angeboten wird.
Unsere Erfahrungsberichte:
EIN ALTER MANN UND EINE JUNGE FRAU AN UNSERER TÜR
Es war an einem Sonntag im November 1970, als es klingelte und ein alter
Mann und eine junge Frau an unserer Wohnungstür standen. Mit den Worten, daß das Reich
Gottes herbeigekommen sei, begann der alte Mann seine Rede und ich bat beide, einzutreten.
Am Ende der Unterhaltung fragten sie, ob sie wiederkommen dürften und wir
vereinbarten dafür den Januar 1971. Von da an folgten Nachbesuche und später wurde ein
"Heimbibelstudium" eingerichtet, welches einmal wöchentlich stattfand.
Meine Frau war von Anfang an sehr skeptisch aber nicht uninteressiert. Später distanzierte sie sich davon, was sich für unsere weiteren Eheverhältnisse nachteilig auswirkte und durch die Verteufelung Andersdenkender beinahe zur Scheidung geführt hätte.
WIR WOLLEN EINEN KÜHLSCHRANK KAUFEN
Im März 1971 wollten wir uns einen Kühlschrank anschaffen. Da wir aber
durch die WT- Beeinflussung Angst vor "materiellen Begierden" hatten, fragten
wir die Zeugen, ob wir ihn mit ruhigem Gewissen kaufen könnten. Sie legten uns klar, daß
diese Anschaffung nur dann keine "materielle Begierde" sei, wenn wir bar
bezahlen und nicht unser Herz an den Kühlschrank hängen sowie ihn auch wirtschaftlich
benötigen.
Damals konnten wir noch nicht wissen, daß unsere Ratgeber einige Jahre
später in einen wahren Sog von materiellen Interessen gezogen werden und über einen
Kühlschrank nur mitleidig lächeln würden.
Im Laufe der Zeit spaltete sich unsere Ehe immer mehr, da meine Frau von Reglementierungen und Zumutungen nichts wissen wollte, und ich zu dieser Wahrheit drängte. Nach einer vierteljährigen Bedenkzeit 1972 ließ ich mich am 11. Februar 1973 taufen und war sicher, von nun an Jehovas Willen zu tun, zu seinem auserwählten irdischen Volk zu gehören und den Weg der "Wahrheit" zu beschreiten. Ich war glücklich, den Sinn des Lebens gefunden zu haben.
FANTASIELOS, GEQUÄLT, GEKÜNSTELT
Für den 1. Juni 1973 organisierten wir eine Omnibusfahrt in den
Spreewald, es war eine sehr schöne Fahrt und ich war fest davon überzeugt, so etwas
Schönes kann es nur unter den Gliedern des Volkes Gottes geben. Allerdings sollte das das
einzige schöne Erlebnis sein.
Die Zusammenkünfte in der Folgezeit waren meist fantasielos, gequält,
gekünstelt und langweilig. Alle sehnten sich nach dem Ende der Versammlung und
verabschiedeten sich sehr schnell. Kameradschaft oder ein liebevolles Verhältnis der
einzelnen Verkündiger kamen nur selten zustande, obwohl immer wieder von Nächstenliebe
gesprochen wurde. Außerdem bezog der Wachtturm die Nächstenliebe auf das wichtigste zu
verrichtende Zeugniswerk. Das sei der Ausdruck wahrer christlicher Nächstenliebe.
Der 5. September 1975
Die Zeit verging und ich bemühte mich, ein wahrer Diener Gottes zu sein,
und wurde ab 1976 als Studienleiter eingesetzt. Aber zunächst bewegte unser aller
Gemüter der Herbst, genauer der 5. September 1975. Da waren laut Zeitrechnung die 6000
Jahre Menschheitsgeschichte um und die Ereignisse, die zum 1000-Jahrreich führen sollten,
standen unmittelbar bevor. Als das Jahr 1975 anbrach, wurde in allen Studiengruppen ein
Vortrag über die Bedeutung des Jahres 1975 und über die zu erwartenden Ereignisse
gehalten. Wir alle mußten soviel geistige Speise durch den Wachtturm in uns aufnehmen,
daß wir eine Zeit der Entbehrung geistig unbeschadet überleben könnten. Das ganze wurde
mit vielen Gebeten gemacht. Als der 5. September erreicht war, knisterte es förmlich vor
Spannung, denn es konnte ja jeden Augenblick losgehen!
M. H. (Fortsetzung folgt)
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
IN EIGENER SACHE
Eine Information für unsere Leser
Liebe Brüder und Schwestern
Diese Nummer unserer Zeitschrift "CV" kommt in einem neuen
äußeren Gewand zu Euch ins Haus, wie ihr gesehen habt.
Für dieses neue Gewand, diese neue äußere Form gibt es eine ganze Reihe
gewichtiger Gründe.
Seit längerer Zeit schon erreichen uns Eure Briefe, Eure Meinungen und
Hinweise. Manches Kritische ist darunter zu finden, vor allem aber viel Zustimmung und
immer wieder der Ruf um Rat und Hilfe.
So mancher Brief beschäftigte sich auch mit Form und Inhalt von
"CV".
So entsprechen wir mit der neuen Druckform vor allem den vielen Wünschen
unserer älteren Brüder und Schwestern, die die bisherige kleinere Drucktype nicht gut
lesen konnten.
Aber auch um größere Aktualität und Beweglichkeit ging es uns dabei,
damit wir noch mehr und besser als bisher unserer gemeinsamen christlichen Verantwortung
gerecht werden können.
In diesem Sinne grüßen Euch Eure
Brüder im Büro Gera.
ERKENNT DIE GROSSE VERANTWORTUNG VOR GOTT UND DEN
MENSCHEN, DIE JETZT AUF GAR VIELEN RUHT
Jetzt mit Beginn des Jahrzehnts der 80 er Jahre
LIEBE LESER
LIEBE BRÜDER UND SCHWESTERN
Eine Schwester schreibt uns: "Durch eine Schwester, die von der WTG
ausgeschlossen wurde, bekamen wir einige Zeitschriften von CV. Ich war so erregt darüber,
was ich zu lesen bekam, daß ich 8 Tage keinen Schlaf fand. Darin wurden alle Gedanken
bestätigt, womit ich mich jahrelang plagte
" Diese Zeilen sprechen für sich.
Natürlich ist diese Schwester und ihr Mann nun mit uns in Verbindung.
Alle, die sich ähnlich plagen, alle, die mit
Sanktionen belegt, isoliert oder ausgeschlossen wurden, aus welchen Gründen auch immer
sie kritisiert, opponiert oder rebelliert haben, mögen sie nun in christlicher
Verantwortung hervortreten. Mögen sie nicht länger Furcht vor der Organisation haben, wo
es der Fall ist. Vor einem falschen Propheten soll uns "nicht bange sein", lesen
wir in 5. Mose 18:22. Die 80er Jahre werden die entscheidenden sein! Die WTG ist
hauptverantwortlich für die größte Weltende-Irrlehre, die in den 70er Jahren je um die
Erde getragen wurde! Mögen sich alle, die dies nun erkennen, zu einem großen Zeugnis mit
uns verbinden und mit ihren Erfahrungen helfen, daß aufrichtige Menschen nicht länger
diesem Weltendeirrweg folgen, sondern endlich einen christlichen wirklich verantwortbaren
Lebensweg hier und heute finden.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ein "bescheidener" Betrüger
--- unser bericht über die praktiken des bruders k. beginnt in unserer
nächsten ausgabe ---
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Liebe Brüder und Schwestern
Christliche Verantwortung und christliche Wahrheit bilden ein Ganzes! -
Ihr habt die Möglichkeit, jederzeit nach vorheriger Anmeldung im CV-Büro Gera
Original-Dokumente der WTG, die wir in unseren Artikeln zitieren, einzusehen!
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
"Christliche Verantwortung": Herausgeber Wolfgang Daum; DDR 6500
Gera, Otto-Dix-Str.6; Preis: 0,20 M, Jahresabonnement; 2.--M; Versand auch kostenlos.
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Bank für Handel und Gewerbe Gera.
A 7052/80 V 7 1 1029 KO