Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 125
In zwölf Punkte aufgegliedert, versucht diese Ausgabe sich unter anderem mit dem Weihnachtsfest im Detail näher auseinanderzusetzen.


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
- 1. Thess. 4:12, 1. Kor. 14:20 -
Begründet 1959 von Willy Müller, GD, Gera/Thür., DDR

DIE MISSION VON CV
Ist Wegbereitung und Auferbauung im Glauben in christlicher und sozialer Mitverantwortung und tätiger Nächstenliebe hier und heute. Dies erfolgt in besonderem Hinblick auf die von der Wachtturm-Gesellschaft (WTG), USA, geleiteten Gemeinschaft der Zeugen Jehovas und ihrer haltlosen Weltendeverkündigung. Diese Mission geht aus von Tradition und Bedeutung der internationalen Bibelforscherbewegung und dient der Hinführung in die Nachfolge Jesu, der Bildung und Tätigkeit freier christlicher Gemeinden sowie christlicher und mitmenschlicher Verständigung und aktueller Information. Wir rufen zur Mitarbeit

Nr. 125 Gera Dezember 1979

ERWARTET DIE CV-SONDERAUSGABE 1980 ÜBER DIE WACHTTURM-GESELLSCHAFT UND JEHOVAS ZEUGEN!
Was wird sie uns bedeuten?
Gegründet auf den neuesten Stand der Forschungsergebnisse über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Wachtturmverkündigung!
Ein Arbeitsmaterial, das unentbehrlich sein wird, wo immer man mit Wachtturmgesellschaft und Jehovas Zeugen irgendwie zu tun hat!
Fragen, die man kennen muß, weil man fortan damit konfrontiert werden wird und sich ihnen stellen muß!
Eine Antwort auf 100 Jahre Wachtturm-Verkündigung 1879 bis 1979, die keiner ungelesen aus der Hand legt!
Die Antwort auf 100 Jahre WTG-Endzeitverkündigung, für die nunmehr die Zeit herbeigekommen ist!
Die nächste WTG-Zeitverschiebung und die Langzeitplanung der WTG wird für die 80er Jahre aufgedeckt!
Eine Dokumentation von religionsgeschichtlich bleibender Bedeutung!
Ein Dokument, das keinen WTG-Verantwortlichen, der aufrichtig und ehrlich ist, länger der WTG in bedenkenlosem Gehorsam folgen läßt!
Ein Papier, das sie in den WTG-Hauptbollwerken in Wiesbaden und Brooklyn von den Stühlen hochreißt!
Eine Hilfe zur christlichen und gesellschaftlichen Neuorientierung hier und heute!
Ein Aussprechen und eine Bestätigung dessen, was Herz und Sinn vieler schon lange beunruhigt!
Eine Sonderausgabe, die den Höhepunkt aller bisherigen Arbeit in christlicher Verantwortung auf diesem Gebiet darstellt!
Goldene Apfel in silbernen Schalen - ein Wort, gesprochen zu rechter Zeit! Sprüche 25:11
EIN WORT ZU RECHTER ZEIT - WIE WERTVOLL IST DAS!
Sprüche 15:23
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Wir lesen heute
Niemand ist berufener zu helfen
Wer von der Organisation wieder frei wurde, gehört zu den ersten und fast einzigen.
Unsere Gespräche CV - ZJ in Potsdam
WTG-Behauptung "Strenger politischer Neutralität" haltlos zusammengebrochen
Werden sie die Konsequenzen ziehen?
Ein geistiges Paradies?
Aktuelles aus der "Siegreichen Organisation"
Trapp, trapp, trapp, werden bedenkenlos erwiesene Irrlehren weiterverbreitet.
Unsere Erzählung
Ahnungsloser Kreisdiener Heinrich Ditschi und sein Zweigdiener "Väterchen Frost"
Ein Mensch, den man nicht vergißt (14)
Die Bibel - Grundlage für den Glauben der Zeugen Jehovas?
Erstaunliche Feststellungen dazu!
Wohin sollen wir gehen?
Mit der WTG nicht auch den Glauben über Bord werfen
Sich freiwillig Jesus unterordnen.
Zur biblischen Weihnachtsbotschaft
Es besteht kein Anlaß, die Feier zu unterlassen
Einstmals wurde Weihnachten nicht verteufelt.
Einige notwendige Antworten
Selbstverständlich können Christen Weihnachten feiern
Praktische Hauptargumente für das Gespräch
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NIEMAND IST BERUFENER ZU HELFEN
Liebe Leser,
liebe Brüder und Schwestern
"… alle Brücken so vollständig hinter sich abbrechen, daß man den Weg zurück überhaupt nicht mehr finden kann!" So formulierte Konrad Franke, Mitglied des WTG-Zweigkomitees in Wiesbaden, auf dem WTG-Kongreß 1978 in München in einem gestellten Interview mit Ernst Wauer die Organisationsglauben-Forderung der WTG. Wer aus dieser abenteuerlichen und bedenkenlosen Organisationsverbindung wieder herausgefunden hat, hat sich wahrlich selbst überwunden und wundert sich allenfalls noch, wie er als erwachsener Mensch solche Bedenkenlosigkeit begehen konnte. Ja, das spricht sich leicht so hin. Jeder aber kann von einem ungeahnten inneren Kampf mit sich selbst sprechen. Hat er doch einstmals ehrlich und aufrichtig geglaubt, die Organisation werde von Gott geleitet. Bis er in jene Auseinandersetzung geriet, die diesen Selbstbetrug erschütterte und hinwegfegte. Die innere und äußere Auseinandersetzung mit der Organisation kann so oder so keinem erspart bleiben, der aufrichtig ist. Mit Empörung wird man feststellen, wie sie zielbewußt verteufelte, was doch christlich menschlich und gut ist. Schon die nächste Zeit wird dieses Ziel wie nie zuvor erneut ins Blickfeld rücken! Wer von dieser Organisation innerlich wieder frei wurde, gehört zu den fast einzigen, die dazu in der Lage sind, dieser Organisation entgegenzutreten, um auch anderen Aufrichtigen zu helfen und andere vor diesen Verteufelungen zu bewahren. Niemand ist berufener dazu als sie. Laßt uns diese Verantwortung vor Gott und den Menschen mutig nach dem Maße unserer Gaben und Möglichkeiten wahrnehmen. Auch nur ein einziges dankbares Herz ist dieses Mühen wert. Es ist auch ein wenig Ableisten von Schuld vor Gott und Menschen, die man mit dieser Organisation auf sich geladen hat. Laßt uns in unserem Arbeitskreis alle Hilfe und Erfahrung zusammentragen, die irgend möglich sind. Alles ist ja so wichtig, wobei schriftgemäß kein Anschauen der Person gelten kann.

Laßt uns dabei viel Geduld haben. Zeit und Wahrheit arbeiten nicht für die Organisation. Und auf die Dauer kann sich kein Aufrichtiger den Tatsachen über die Organisation, wie wir sie in christlicher Verantwortung darlegen, innerlich verschließen. Irgendwann geht der Same auf! Denn die Organisation ist in Wahrheit totkrank. "Lange verzögerte Hoffnung macht das Herz krank", sagt Spr. 13:12. Die ständig zu verzögernde Hoffnung der Organisation ist ihre Todkrankheit. In der Tat, Generation um Generation sinkt ins Grab.

So ist die Zeit herbeigekommen. Laßt uns mutig und entschlossen alle Hilfe und Erfahrung zusammentragen, auf es zu einem großen Zeugnis werde über ein Jahrhundert, von dem die WTG (WT 1. Juli 1979 dt.) jetzt die Stirn hat zu sagen, es seien "die ersten 100 Jahre" gewesen!
Vergewissert euch über alle Dinge
haltet fest an dem, was recht ist
1. Thess. 5:21 NW
Eure Mitbrüder CV-Redaktion

CV - ZJ Potsdam im Mai 1979
WTG-BEHAUPTUNG "STRENGER POLITISCHER NEUTRALITÄT" IN DER IN DER DIREKTEN KONFRONTATION HALTLOS ZUSAMMENGEBROCHEN
Werden sie die Konsequenzen ziehen?
CVN Potsdam. Wir berichten zu einem weiteren Schwerpunkt der Auseinandersetzung CV-ZJ-Älteste an einem Mittwochabend im Mai 1979 in Potsdam.
Der Ausgangspunkt für die CV-Vertreter
Der zweite Hauptpunkt war, daß die Organisation ja auch ein ganz bestimmtes politisches und soziales Verhalten verlangt. Auch das sind so folgenschwere Dinge, daß man sich vorher darüber klarwerden muß, was auf einen hier zukommt. In Anerkennung der CV-Hinweise auf Sprüche 20:25, vor einem Gelübde gründlich zu überlegen, und auf Jesu Worte in Lukas 14:28, vor einem Turmbau die Kosten zu berechnen, was auch auf den Wachtturm zutrifft, sahen sich unsere Ältesten gezwungen, der CV-Forderung zuzustimmen, auch die Politik der WTG zu diskutieren. Schließlich saßen auf der Ofenbank unsere zwei Interessierten.

Was behauptet nun die WTG von sich und ihren Zeugen Jehovas? Welche politische Haltung und Aktivität würden sie mit ihren verbindlichen "gedruckten Predigten", d. h. Dem Wachtturm; einnehmen und betreiben? Es heißt in der ständigen WT-Präambel: "Die Zeitschrift 'Der Wachtturm', die von Jehovas Zeugen herausgegeben wird . . . hat sich seit ihrem Erscheinen im Jahre 1879 stets treu an Gottes Wort gehalten und ist politisch streng neutral." (WT vom 1. Jan. 1979 S. 2 dt.) Nun, das ist ein klares Wort, nicht wahr? Was aber, wenn das nicht stimmt, sondern eine international verbreitete Lüge ist? Wir werden es sehen.

Die erwiesenen Tatsachen
Nun rollte seitens CV eine Beweisführung ab, womit sie offensichtlich nicht gerechnet hatten. Die Zwischenfrage an die CV-Mitarbeiterin von unserer Schwester H., "Ja, warum wissen wir denn das alles nicht!", bestätigte das. Ja, die Zeugen Jehovas von heute wissen vieles über die WTG nicht, zu vieles!

Original wurde ihnen vor Augen geführt, wie die WTG mit ihrer Verkündigung nicht politisch streng neutral ist, sondern Jahr um Jahr schrillste antikommunistische und staatsfeindliche Hetze und Schmähung betreibt. Beispielsweise in dem Buch "Was hat die Religion für die Menschheit gebracht", wo die Kommunisten als "rote Faschisten" (S. 10) angegriffen werden. Wollt Ihr sagen, das ist strenge politische Neutralität? - wurden unsere lieben Teilnehmer gefragt. Das und das andere, was hier auf dem Tisch liegt, ist doch eine feindselige Schmähung, wie sie Christen in Titus 3:1,2 ausdrücklich verboten ist!

Dieser Hinweis auf die Schrift war ohne jede sichtliche Wirkung. Da konnte in der Schrift stehen, was da wollte. Ja, ja, es zeigte sich hier, wie der Glaube an die Schrift im Sinn der Betreffenden vom Wachtturm förmlich vergewaltigt ist. Es kann das Gegenteil vom Wachtturm in der Schrift stehen! Das wird einfach mißachtet! Der Glaube an die Organisation steht über allem! Sie kann sagen, was sie will, das gilt! Sie lächeln nur, wenn man demgegenüber auf die Schrift verweist. Hier aber lächeln sie nicht nur!

Liebe Brüder, liebe Schwester, da Ihr andere "lehrt", müßt Ihr nach Jakobus 3:1 "ein um so strengeres Urteil empfangen"!
Mit anderen Worten, liebe Brüder, liebe Schwester, da Ihr Euch über andere Familien hermacht, um sie über vorerst "leichte" und unverfängliche "Speise" letztlich auch dahin zu führen, wo Ihr seid - oder in Wahrheit innerlich vielleicht nicht? - ohne Rücksicht darauf, was für schwere politische und auch kriminelle Verwicklungen (Geldschmuggel) das gegebenenfalls über sie bringt, muß eine offene Sprache geführt werden! Wir wissen, daß die "Gesellschaft" erbarmungslos reagiert, wo man ihr gegenüber nicht länger schweigt. Denken und wissen kann man über sie, was man will, das stört sie schließlich nicht. Aber wehe dem, der den Mund gegen sie aufmacht! Den läßt sie überall als "Judas und Verräter" mit übelsten Diffamierungen und Rufmord verfolgen, bis er irgendwo und irgendwann unter diesem psychologischen Terror zusammenbricht und schweigt. Wahre christliche Verantwortung gebietet aber angesichts der Tatsachen, nicht zu schweigen. Nun, Ihr habt es erlebt. Um der Menschen willen, die durch die bedenkenlose Organisationshörigkeit hergenommen und ins politische Unglück gestürzt werden, oder zu bedenkenlosen politischen Neutralitätsheuchlern werden im Namen Gottes und Christi, kann nicht geschwiegen werden, schweigt Ihr denn? Also - was war die Antwort auf die CV-Feststellung, daß die Organisation unter der scheinheiligen Devise "strenger Politischer Neutralität" übelste politische Feindsehaft schürt, wie mit dem Buch "Was hat die Religion … " bewiesen wurde? Wörtlich: "Lenin sagte, daß die Diktatur des Proletariats weltweit ausgedehnt werden müsse. Wachtturm und Erwachet kommentieren das nur. Und die WTG wende sich auch gegen den Kapitalismus.

Was ist mit dieser Antwort gesagt und zugegeben? Erstens ist das alles andere, als eine christliche Antwort aus der Schrift. Zweitens ist das eine wissende Halbwahrheit, ein geschicktes Ausweichmanöver. Natürlich kommentieren Wachtturm und Erwachet die "Diktatur des Proletariats", die sozialistische Staatsmacht. Aber sie kommentieren es "nur"?

Wie harmlos, könnte einer denken, der das hört. Ihr Lieben! Solche Winkelzüge kann man anwenden vor Arglosen und Interessierten, die noch nicht wissen, was das für "Kommentare" sind! Sind diese "Kommentare" doch nicht politisch neutral, sondern sie strotzen von feindseliger Hetze und Schmähung, wie erwiesen ist! Warum nur diese halbe Antwort? Einerseits wolltet ihr vielleicht vermeiden, die WT-Neutralitätsheuchelei zu bestätigen? Andererseits wolltet ihr ein Bekenntnis zu der feindlichen WT-Hetze und Schmähung vermeiden? Wenn das nicht nur aus "theokratischer Kriegslist" geschah, womit Ihr allerdings ebenfalls die Schrift mißachtet (2. Kor. 4:2 NW), sondern in der Erkenntnis, daß CV ja eigentlich recht hat und ihr nur noch nicht den Mut habt, das zuzugeben, dann wäre das ein erster Schritt der Erkenntnis in richtige Richtung. Wir haben uns sagen lassen, daß Ihr nicht leichtfertig seid. Brüder und Schwestern, die seriös sind, die es wirklich ernst und aufrichtig meinen, indem sie Beweise anerkennen, lassen uns hoffen. Wer indes die Tatsachen vor Augen hat, sie hinreichend prüfen und durchdenken kann, ihre für jedermann auf der Hand liegende Bedeutung aber am Ende dennoch verneint, bestreitet oder umgeht, ist entweder ein Lügner, Heuchler oder Unzurechnungsfähiger. Was bliebe sonst noch für eine Schlußfolgerung übrig? Aber auch hier muß man noch Geduld haben, weil Erkenntnisprozesse langsam vor sich gehen. Doch man muß die Dinge ansprechen, sonst geht es nicht vorwärts.

Die Bemerkung, die WTG wende sich auch gegen den Kapitalismus, ist aber doch schon das Eingeständnis, daß die "strenge politische Neutralität" der WTG Lüge und Heuchelei ist, ein indirektes Eingeständnis. "Auch gegen" den Kapitalismus besagt doch: Natürlich ist der WT gegen den sozialistischen Staat. Zu fragen bleibt noch, warum für diesen Staat die Bezeichnung Diktatur des Proletariats genommen wurde. Bleibt aus allem auch die Schlußfeststellung: Merkt denn keiner, wie diese ganze Geschichte nur immer deutlicher beweist, wie Gott und Christus dafür herhalten müssen, die Gesellschaftsordnung des Sozialismus und Kommunismus letztlich zu bekämpfen? - Die Neutralitätsbehauptung der WTG war damit vollends haltlos zusammengebrochen. Wie eine Handschrift stand das für alle gleichsam an der Wand.

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß, aber was ich weiß …
Wir können fest überzeugt sein, daß auch die Auseinandersetzung über dieses Thema in Potsdam in aufrichtigen Herzen ein Same ist, der auf jeden Fall aufgehen wird! Er wird die Kruste durchbrechen, die ihn vielleicht nicht keimen lassen will. Wenn aufrichtiger, also guter Boden darunter ist, kommt der Tag, kommt die Stunde! Wer ehrlich an dem Wohl des Mitmenschen, des Nächsten, interessiert ist, kann ihm nicht länger solche heuchlerische religiös-politische "Speise" verabreichen. Er kann sein Gewissen nicht länger unter solches politisches Doppelspiel beugen. Publizieren wir dies doch auch, um unseren Lieben in Potsdam einen Spiegel hinzuhalten, in dem sie sehen können, wie sie durch den WT- und Organisationsglauben unchristlich mißbraucht werden. Zur Umkehr ist es nicht zu spät.
Wird fortgesetzt

Ein geistiges Paradies?
AKTUELLES ES AUS DER "SIEGESREICHEN ORGANISATION"
Verantwortungslose Verkündigung
Es ist ja nur eine alte Frau. Da kommt es ja nicht so genau darauf an. Gebe ich ihr ein älteres, leichtverständliches WT Buch. Was habe ich da. Ach, das Paradiesbuch. Das hat eine große Schrift. Eigentlich ist es ja ein Kinderbuch. Macht nichts. Trapp, trapp trapp, wird es ihr überreicht. Es ist ja von der Organisation. Natürlich "leichtere Speise".

Daß der alten Frau damit selbst nach heutigen WT-Auffassungen Irrlehren beigebracht werden, stört unseren Verkündiger nicht. Sicherlich weiß er überhaupt nicht, was in dem Buch längst zur Irrlehre geworden ist. Was die Organisation in die Hand drückte, wurde immer bedenkenlos verbreitet. Da wird Jesus völlig falsch dargestellt, wie ein nordischer, germanischer, europäischer Jüngling ohne Bart. Dabei war er ein orientalischer Jude. Auch dem Adam widerfährt solches WTG-Mißgeschick.

Auf Seite 206 wird gelehrt, der "Überrest" würde nach Harmagedon noch sterben. Im Widerspruch dazu: "Der Tod wird nicht mehr sein". Aber das stört nicht. Sicherlich sieht unser Verkündiger das überhaupt nicht. Er prüft ja nichts kritisch, was er verbreitet. Die alte Frau merkt sicher auch nichts.

Auf Seite 206 wird ihr der Begriff "Neue Welt Gesellschaft" (NWG) beigebracht. Christen haben keinerlei Gesellschaftsordnung zu bilden oder darzustellen, weder eine alte noch eine neue. Sie haben nichts als eine christliche Gemeinde zu sein, und sich als solche der "die Menschen betreffenden Ordnung um des Herrn willen" einzufügen. 1. Petr. 2:13 Menge. Der Verkündiger merkt selbst nicht, wie weit er mit der "NWG" vom Christentum weggebracht und in Feindschaft zur politischen Gesellschaftsordnung gebracht ist, der er eigentlich untertan sein soll. Die alte Frau kommt auch nicht darauf. So wird sie in Irrlehren geführt. Stillschweigend hat die WTG die NWG-Formulierungen inzwischen selbst fallen lassen. Vielleicht hat das unser Verkündiger noch gar nicht bemerkt.

Unsere alte Frau kriegt auch eine völlig verdrehte Auffassung vom Weltende beigebracht. Möglicherweise ist das für sie später sogar ein Grund, die ganze WT-Lehre wieder über Bord zu werfen. Auch ein Same, der aufgehen kann. Wird doch auf S. 189 gelehrt, die Endzeitdrangsal, begann 1914, wurde 1918 "verkürzt", damit die Zeugen unter der WTG verkündigen können, mit Harmagedon ist die "Verkürzung" zuende und sie geht weiter. So würde das "Fleisch gerettet". Damit wird unsere alte Frau gleich einmal sprachlich verwirrt, da die WTG hier den Begriff Verkürzung in Unterbrechung verdreht. Nicht nur in diesem Punkte beraubt die WTG jeden am christlichen Verstand. Es ist gang und gäbe, daß etwas anderes gesagt als gemeint wird und umgekehrt. Aber diese Drangsalsirrlehre ist längst selbst verworfen! Nach neuestem "Licht" gab es 1918 gar keine "Verkürzung" Die ganze Drangsal komme erst noch! Tappt unser Verkündiger selbst noch in dem Irrlicht von damals? So erfüllt sich an ihm in diesem Punkt buchstäblich das Wort vom blinden Blindenleiter. Arme alte Frau. Sie hat ja gar keine Vergleichsmöglichkeiten.

Der "dickste Hund" liegt für sie jedoch auf S. 205 begraben. Da wird ihr beigebracht, daß das Harmagedonende in der Zeit einer Generation ab 1914 kommen werde, und sie zu der "Generation" gehört, die "nicht vergehen wird". Unser Verkündiger ist längst dabei, woanders die neuesten WT-Erkenntnisse zu verbreiten, wonach "Generation" etwas ganz anderes bedeute, alles noch lange dauern werde, und die ersten Jünger das Ende ja auch nicht erlebt haben. Unsere alte Frau betrügt sich also mit dem Kinderbuch und wird enttäuscht davon ins Grab sinken und "vergehen". Ja, so ist das.

Unser Verkündiger ist natürlich kein Kind mehr. Er ist volljährig. Wehe, man zweifelt an seinem Verantwortungsbewußtsein! Oder gar an seinem Verstand! Wehe, du sagst ihm, er verbreitet Irrlehren, Irrlichter, er verführt Arglose! Eher wird unser Verkündiger entsetzt auf sein Buch starren und sagen, das kann ja gar nicht sein, da hat einer das Buch gefälscht, sicher der "Feind", bei der Organisation gibt es keine Irrlehren! Ertappt, hat so mancher tatsächlich Original-WTG-Schriften als "Fälschungen des Feindes" bezeichnet! Für ihn kann eben nicht sein, was nicht sein darf. Man kann sich am Ende nur noch an den Kopf fassen. - Diese Geschichte einer alten Frau ist eine wirkliche Erfahrung! Der Name der Frau, der Ort und der Name des Verkündigers tun nichts zur Sache. Es soll eine Hilfe für alle sein. Wir wurden auch darauf aufmerksam gemacht, einmal etwas über die Auswirkung des Wachtturmgeistes in der Weihnachtszeit unter den Zeugen Jehovas zu bringen. Vor allem in "geteilten Häusern" soll es furchtbar zugehen. Wir warten dazu die Berichte über Weihnachten 1979 ab -

AHNUNGSLOSER KREISDIENER HEINRICH DITSCHI UND SEIN ZWEIGDIENER "VÄTERCHEN FROST"
Ein Mensch, den man nicht vergißt (14)
Zum Hamburger Kongreß 1961 erneut ins Blickfeld
Pressebericht: „Hamburger Stadtpark . . . unter freiem Himmel. In diesem windigen Lokal will eine religiöse Sekte tagen, die … In der zivilisierten Welt aber nicht auftreten kann, ohne belächelt zu werden: die Zeugen Jehovas. Missionseifrig predigen die in Amerika heimischen Sektierer, daß sich Gott vor der Welt rechtfertigen müsse, weil er Luzifer erlaubt habe, Menschen, Staaten und Kirchen einschließlich des Papstes in Rom, zu vergiften . . . Für die Tage der Erbauung werden 75000 Stühle aufgestellt, Proviantzelte errichtet und 12000 Blumen eingepflanzt. Inmitten dieser Bühnenflora wird sich dem Jehova-Publikum eine Dreieinigkeit darbieten, bestehend aus dem Chef der weltweiten Organisation, Mister Nathan Homer Knorr aus Brooklyn (New York), dem Chef des deutschen Zeugendiener Konrad Franke aus Wiesbaden, und dem Vorgänger Frankes, Erich Frost. Der sechzigjährige Frost gilt in diesem Triumvirat als ideologische Autorität … und ist außerdem verantwortlicher Redakteur des 'Wachtturms'. Väterchen Frost, wie er wegen seiner Leutseligkeit in vertrautem Kreis genannt wird, will den würdigen Rahmen unter anderem nutzen, um der 2000 Opfer aus der Zeit des Hitlerregimes zu gedenken, die seine Sekte zu beklagen hat. Die Rolle, die Frost selbst auf diesem Leidensweg der Zeugen Jehovas gespielt hat, wird allerdings in überlieferten Gestapo-Akten anders dargestellt, als in einem Aufsatz, den der frühere Leipziger Cafehaus-Musikus Frost noch vor dem Hamburger Kongreß im 'Wachtturm' unter Titel 'Befreiung von totalitärer Inquisition durch Glauben an Gott' veröffentlichte. Frost bekleidete in der NS-Zeit . . . das Amt des sogenannten 'Reichsdieners' … ihm unterstanden die Bezirksdiener, diesen wiederum die Kreis- und Ortsdiener… .

Aber selbst noch einer großen Verhaftungswelle im Jahre 1936 arbeitete die Organisation noch exakt . . . Das änderte sich erst, nachdem es der Geheimen Staatspolizei 1937 gelungen war, des Reichsdieners Frost habhaft zu werden .. . In seiner Leidensgeschichte erweckt Frost denn auch den Eindruck, daß er seinen Vernehmern tatsächlich 'wie Daniel der Löwengrube' widerstand. Im Haftbuch Nr. 292 des Geheimen Staatspolizeiamtes in Berlin, Dienststelle II B 2, steht es freilich anders. Nach den noch vorhandenen Verhörprotokollen, die von Frost unterschrieben sind, hat nämlich der Jehova-Reichsdiener am 2., 15., 20., 21., 24., 26. und 29. April 1937 ausführlich über seine Gefolgsleute berichtet …

Schließlich nannte er - laut Verhör-Protokoll - den Gestapoleuten auch noch die Namen seiner Bezirksdiener Artur Nawroth (Ostschlesien, Grenzmark), August Fehst (Westschlesien, Teile Sachsens), Otto Dauth (Berlin, Mark Brandenburg), Fred Meier (Westsachsen, Anhalt), Walter Friese (Thüringen, Harzgebiet, Hannover), H e i n r i c h D i t s c h i (Schleswig-Holstein, Oldenburg, Westfalen, Ruhrgebiet), Albert Wandres (Rheinland, Baden und Württemberg) und Karl Siebeneichler (Bayern).

Frost selbst durfte nach seinen Verhören durch die Gestapo die Haftzelle mit einer Zwangsarbeitsstelle im Emslandmoor vertauschen, wurde entlassen, kam im Krieg zeitweilig ins Konzentrationslager Sachsenhausen und 'schließlich landeten wir als … SS-Baubrigade auf der (Frankreich vorgelagerten Felseninsel Alderney'. Auf dieser Kanal-Insel, so schreibt Frost jetzt in seinem 'Wachtturm'-Artikel, beobachtete er 'in einer sternklaren Nacht … die Invasion der Alliierten'." (Der Spiegel, Hamburg, Nr. 30/1961 in: Die Zeugen Jehovas, Eine Dokumentation über die Wachtturmgesellschaft, Leipzig, Jena, Berlin 1970)

Gemeinsam auf der Kreisversammlung Wattenscheid
Es ist wirklich ohnegleichen, daß Erich Frost seine Henkersdienste für die SS in eine Heldenstory umzufälschen wagte, sie in aller Öffentlichkeit auf dem Hamburger Kongreß als „göttlich geleitet" servierte und sie auch noch im Wachtturm vom 1. Juli 1961 publizierte. Verglichen mit seinen eigenhändig unterschriebenen Protokollen begreift man, daß man es hier mit skrupellosen geistigen Gangstern zu tun hat, die sich nicht scheuen, die Ehrbarkeit des Christentums und den heiligen Namen Gottes persönlich zu mißbrauchen. Wenn man es einmal erfaßt hat, dann begreift man auch mühelos, daß ein solcher Mensch es auch fertig bringt, sich auf der Wattenscheider Kreisversammlung seinem Opfer Heinrich Ditschi als „von Gott" eingesetzter Zweigdiener und Bruder zu präsentieren.

Auch Heinrich Ditschis Unterbezirksdiener
Die sonst so prozeßfreudige WTG wagte es nicht, gegen die 1961-Enthüllungen des Hamburger „Spiegel" vorzugehen. Sie wurden erhärtet durch einen Bericht des „Parlamentarisch-Politischen Pressedienstes in Bonn vom 5. Juli 1961, Nr. 75. Nur nach innen, d. h. also innerhalb der Organisation, sprach man von Verleumdung. Der Wachtturm vom 15. Februar 1962, S. 123, Wiesbaden, tischte den Gutgläubigen das Märchen auf, der Teufel sei am Werk, „der verräterische böse Sklave" trete mit Verleumdungen und Lügen auf, um „Personen, die eine besondere Verantwortung tragen, die Säulen, aus ihren Stellungen zu verdrängen". Aber die Judas-Rolle des „Reichsdieners" Erich Frost ist dokumentarisch bewiesen. Aus dem genannten Haftbuch Nr. 292 der Geheimen Staatspolizei veröffentlichte 1970 Manfred Gebhard in seinem Buch „Die Zeugen Jehovas. Eine Dokumentation über die Wachtturmgesellschaft" im Urania-Verlag die wesentlichsten Protokolle. Auf Seite 173, 174 dieses „Blaubuches" findet der interessierte Leser die Reproduktionen.

Wichtig für den Leser ist nun noch das Verhandlungsprotokoll vom 2. April 1937 (Blaubuch S. 175-177). Hier macht Frost zu den von ihm benannten Bezirksdienern weitere Angaben. Zum Bezirk von Heinrich Ditschi sagt er: „Bekannt ist mir lediglich, daß in den großen Bezirken von D i t s c h i und Wandres Mitarbeiter bzw. sogenannte Unterbezirksdiener tätig waren. Für D i t s c h i kommen hierfür in Frage: 1. Lüdenschloß, Vorname vermutlich Ernst, 2. Pennhofen, die Schreibweise seines Namens und sein Vorname sind mir nicht bekannt, er heißt vermutlich Erich.
D i t s c h i sprach immer von einem Erich …"
Erzählt von Hermann Bach, Potsdam

DIE BIBEL - GRUNDLAGE FÜR DIE ZEUGEN JEHOVAS?
Erstaunliche Feststellungen dazu!
Die Grundlage für einen wahren christlichen Glauben sollte die Bibel sein. Deshalb ist es wichtig, immer wieder zu kontrollieren; inwieweit diese Übereinstimmung besteht.
Stimmt mein Glaube mit den Grundsätzen der Bibel überein? Räume ich der Bibel wirklich den ersten Platz in meinem Leben ein?
Orientiere ich mich nur nach ihr, oder lasse ich mich auch von falschen Lehren beeinflussen?
Diese Fragestellungen sind auch für Zeugen Jehovas von Bedeutung. Interessierte werden von ihnen aufgefordert, ihre Weltanschauung zu überprüfen. Selbstverständlich nur vor dem Hintergrund, ihnen klarzumachen, daß nur der Glaube der Zeugen Jehovas der einzig wahre ist.

Ist er das aber wirklich?
Orientiert er sich nur an der Bibel?
1978 erschien, von der WTG herausgegeben, ein biblisches Lehrbuch speziell für Kinder. Thema: Mein Buch mit biblischen Geschichten. Welche Bedeutung wird aber der Bibel wirklich beigemessen?
Schlagen wir einmal die Seite 116 auf. Auf dem Bild sehen wir drei Kinder, die das vorliegende Buch studieren. Die Bibel liegt vor ihnen auf dem Boden. Sollte es nicht eigentlich umgekehrt sein? Müßte nicht die Bibel studiert werden und das vorliegende Buch auf dem Boden liegen? Vielleicht geschah diese Verwechslung nur zufällig?

Auch in dem nebenstehenden Text werden die Kinder ermuntert, zuerst dieses Buch und erst dann die Bibel zu lesen. Warum nicht in umgekehrter Reihenfolge? Ist die Bibel nicht die Grundlage für dieses Buch?

Wieder nur ein Zufall?
Aber auch in der Einführung des Buches finden wir folgenden Satz: "Am Ende jeder Geschichte sind die Schriftstellen angegeben, die als Quelle dienen."
Warum stehen denn die Schriftstellen nicht am Anfang jeder Geschichte?
Erhebt sich nicht der Verdacht, die Verfasser sind gar nicht so sehr daran interessiert, daß die Geschichten an Hand der Bibel nachgeprüft werden? Sollen die Kinder nicht vielmehr uneingeschränkt der WTG-Literatur ergeben sein?

Natürlich ist dies eine Behauptung! Sehen wir aber weiter.
Schlagen wir die Seite 3 auf. Was lesen wir hier?
"Jehova Gott hatte eine Aufgabe für Adam. Er sagte ihm, er solle den verschiedenen Arten von Tieren Namen geben. Adam hat die Tiere wahrscheinlich längere Zeit beobachtet, damit er ihnen den passendsten Namen geben konnte."

Beim ersten Hinsehen ein unscheinbares Zitat. In der Endzeitlehre der Zeugen Jehovas spielt es aber eine große Rolle.
Hierzu einige Kommentare: Im WT vom 1. 8. 1968 lesen wir: "Gottes siebenter Tag und die Zeit, in der der Mensch auf der Erde ist, laufen demnach parallel … Zählen wir vom Herbst 1967 acht Jahre vorwärts, so kommen wir zum Herbst 1975, zum Ende der 6000 Jahre des siebenten Tages oder des Ruhetages Gottes." Diese Theorie hatte nur einen Fehler: Sie stimmte nicht. 1975 kam nicht Harmagedon, wie es gemäß dieser Ruhetag-Verkündigung hätte kommen müssen. Also wurde eine andere "Lehre" erforderlich und sie trat auch prompt mit dem WT vom 1. 1. 1976 ein: "Der Bericht läßt erkennen, daß zwischen der Erschaffung Adams und der Erschaffung Evas, seiner Frau, Zeit verstrich. Während dieser Zeit ließ Gott Adam den Tieren Namen geben. Ob dabei Wochen, Monate oder Jahre verstrichen, wissen wir nicht." 1978 lautete die gleiche Stelle in dem vorliegenden Buch nun schon: "Adam habe die Tiere wahrscheinlich längere Zeit beobachtet." Es handelt sich jetzt nicht mehr um Wochen oder Monate. Jahre, ja, Jahrzehnte sind nun eingeplant.

Damit wird Harmagedon wieder auf eine unbestimmte Zeit verschoben. Die junge Generation soll den alten Termin erst gar nicht mehr mitbekommen.
Man sieht: Es kommt auch auf "Kleinigkeiten" an.
Sie werden in den "bibelerläuternden Schriften" nur am Rande erwähnt, so gelingt es der WTG, neue "Lehren", von vielen Zeugen Jehovas unbemerkt, einzuführen. Wenden wir uns zuletzt der Seite 86 zu. Thema: Ein Stern als Wegweiser. Gemeint ist der Stern von Bethlehem, der den Männern aus dem Osten den Weg zu Jesus weist. Als Letztes wird festgestellt: "Es ist also anzunehmen, daß Satan diesen Stern scheinen ließ."

Aha, man nimmt an, man vermutet und vergißt dabei die Bibelstelle aus Offb. 22:18: "Ich bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: Wenn jemand etwas zusetzt, so wird Gott zusetzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buche geschrieben stehen." Wer kennt Gottes Gedanken und Wege? Auch eine WT-Gesellschaft hat nicht das Recht, Vermutungen anzustellen. Gerade sie hat damit schon genug Schaden gestiftet.

Wie können nun die am Anfang gestellten Fragen beantwortet werden? Fragen, die der Überlegung wert sind und die unseren Glauben entscheidend beeinflussen.
- Eingesandt -

Wohin sollen wir gehen?
Mit der WTG nicht den Glauben über Bord werfen
Unter denen, die einmal begeisterte Angehörige der WT-Gesellschaft waren, mag es, wie überall, auch solche Menschen geben, die nie so recht versucht hatten, in die Tiefen des Wortes Gottes einzudringen. Sie mochten Gefallen an manchen auch unbiblischen Teilen der Lehren der WTG gefunden haben, trennten sich oder wurden abgetrennt, als sie nicht mehr mit der Leitung der WTG einverstanden waren.

Bei solchen bricht ihre Art Glaube zusammen, wenn ihnen von schriftkundigeren Bibelforschern (Forschern im wahrsten Sinne des Wortes gem. Apg. 17;11) nachgewiesen wird, daß sich die Leitung ihrer ehemaligen Gesellschaft seit dem Ableben des Gründers der Bewegung Charles T. Russell (1916) allmählich, aber unaufhaltsam immer mehr von der Wahrheit im Sinne Jesu entfernt hat. Solche gehen dann in die Welt ohne christlichen Glaubens zurück, von woher sie gekommen waren, zufrieden, daß sie die Fesseln der WTG abgestreift haben.

Es gibt aber auch echte Gläubige, die sich überzeugen ließen, oftmals durch die Wirksamkeit von CV, daß die Leitungsmitglieder der WTG über viele Jahre zurückgeblickt nicht gottwohlgefällige Hirten der Herde waren (1. Petr. 5:2,3) und daß sie eine Unzahl biblische Irrtümer, ja viele terminlich festgelegte Weltendeverkündigungen gewissenlos im WT verkündigten, um der "Organisation" Auftriebskräfte zu verleihen. Solche letztere haben mit WTG nicht auch den Glauben über Bord geworfen. stehen aber oft wie in einem luftleeren Raum, nachdem berechtigt unzufrieden geworden, der WTG den Rücken kehrten. Sie stellen nun fest, daß es zwar vielerorts freie Christengemeinden gibt, doch sind diese Gemeinden meistens klein und manchmal noch in Teile gespalten.

Wohin sollen wir gehen? So lautet dann ihre verständliche Frage. Manche von ihnen, denen von Natur aus eine stärkere Motorik innewohnt, mögen geneigt sein, etwas Neues auf die Beine zu stellen, vielleicht eine neue Organisation mit reineren Absichten, eine organisatorische Zusammenfassung aller Enttäuschten aus der WTG. Wie denken darüber solche, die schon viele Jahre freie Christen sind, die früher auch glaubten, der WT sei der "Kanal des Herrn"?

Das Ablegen des WT-Geistes ist ein allmählicher Prozeß
Jeder, der der WTG als Gläubiger den Rücken kehrte, sollte sich darüber im Klaren sein, daß er sich von dieser Gesellschaft zwar plötzlich abwenden kann, daß aber das Ablegen des WT-Geistes und vieler damit in Beziehung stehender falscher Vorstellungen ein allmählicher Prozeß ist. Es wurde den ZJ doch die Behauptung eingeprägt, allein die WT-Gesellschaft wirke das Werk des Herrn. Das Wirken dieses Werkes ist aber nicht Alleinrecht der Zeugen Jehovas. Alleinrecht dieser Gesellschaft oder Organisation, sondern ein Vorrecht aller wahren Kinder Gottes. Jedem einzelnen ist die Gnade gegeben nach dem Maß der Gabe des Christus. Es sind das oft Unmündige, Kleine, Unscheinbare, Unbefähigte und Elende, denen sich Gott offenbart und deren er sich bedient. Sie, die wahren Kinder Gottes gibt es überall, in allen christlichen Gemeinden unserer Erde, ob letztere nun groß oder klein sind. Daher ist auch nicht der unterschiedliche Erkenntnisstand das ausschlaggebende Kriterium. Solche wachsen überall als Weizen zusammen mit Unkraut bis zur Ernte (Matt. 13:30, 39, 40). Die wahre Kirche Jesu Christi sind alle diejenigen, die ganz und gar Jesu gehören, die völlig in ihm aufgehen, die mit Lammessinn dem großen Lamm Gottes nacheifern gemäß dem schönen Dichterwort: In Wort und Werk und allem Wesen, sei Jesus und sonst nichts zu lesen. Zusammengefaßt sind sie aber nicht in einer irdischen Organisation, sondern ein göttlich gewirkter Organismus. Die Bibel spricht hier vom Leib Christi, Jesus als das Haupt und seine treuen Nachfolger als die Glieder. Die Auswahl, wer dieses Werk Gottes, ihm zum Wohlgefallen wirkt und wer deshalb zu diesem Organismus gehört, die trifft Gott und nicht einzelne Menschen, die sich "die Organisation" nennen. (Vergl. Joh. 6:44.)

Wer also die Frage stellt: Wohin sollen wir gehen?, der sucht, noch in alten Vorstellungen behaftet, etwas irdisch Greifbares, eine Art von Ersatzorganisation, nur eben mit besserem Vorzeichen als die alte Organisation, der er den Rücken kehrte.
Die Antwort, die solche, die schon seit Jahren weg vom WT in den freien Christengemeinden sind, auf obige Frage geben können, darf also nicht lauten Kommt zu uns, nur, bei uns findet ihr die reinste Wahrheit, während in der abgespaltenen Gemeinde der Irrtum ist. Finde Du, ein jeder einzeln und ganz persönlich, zurück zu Jesus, Deinem Heiland! Lese viel in der Heiligen Schrift! Bitte Jesu im demütigen Gebet, daß Er sich Dir offenbare. Demut ist das Kleinod aller Heiligen.

Denke an die Damaskusstunde des Apostels Paulus und welche gewaltige innere Wandlung sich in ihm vollzog. Sei auch an die Fußspuren im Winter im Schnee erinnert und bedenke, was das beinhaltet, getreu in Seinen Fußstapfen zu wandeln. Jesus hat in Joh. 15:5 gesagt: "Getrennt von mir könnt ihr nichts tun." Jede Rebe, die nicht gesund und fest an Ihm, den Weinstock sitzt, verdorrt und stirbt ab.

Es gibt nicht zwei frohe Botschaften
Die Nachfolgeschaft bedeutet aber nicht, daß ich mir ein Wegziel nach meinem eigenen Willen und Wünschen heraussuchen kann, sondern ich muß dorthin gehen, wohin Jesus ging, wenn ich in Seinen Fußstapfen wandle. Die ersten vier Bücher des Neuen Testaments werden Evangelien genannt, unser jetziges Zeitalter das Evangeliumszeitalter. Evangelium heißt: "Frohe Botschaft". Es gibt in diesem Zeitalter nicht zwei frohe Botschaften, keine zwei Wege "Jesu nach" zum Aussuchen.

Die Bildung einer zweiten, Gott und Seinem Sohn wohlgefälligen Klasse, die auf Erden bleiben und hinüberleben will, ist eine der Summe aller Jesusworte entgegenstehende unbiblische Erfindung, die dazu angetan ist, Gläubige von dem einen möglichen Weg, dem Heil in Christo, abzubringen. Eine so beachtlich große Klasse von Gläubigen unserer Tage auf im Wesentlichen die eine (falsch) ausgelegte Schriftstele Joh. 10:16 als die anderen Schafe aufbauen zu wollen, ist nicht nur zu gewagt, sondern auch unverantwortlich.

Jesus aber sagt uns in Joh. 17:24: "Vater, ich will, daß die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, auf daß sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt."
Und in Vers 20 hatte Jesus gebetet: "Aber nicht für diese allein bitte ich, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben."

Haben diese Bibelstellen, die heute noch unverändert in der Heiligen Schrift stehen, etwa nur für eine begrenzte Zeit gegolten? Gelten sie heute nicht mehr, etwa weil eine bestimmte Anzahl Auserwählter erfüllt ist? Nein! Solange Satan noch der Fürst dieser Welt ist, ist Jesus noch nicht wiedergekommen, auch nicht unsichtbar. (Vgl. 1. Thess. 4:16; 2. Thess. 2:3, 8, 9) Wir befinden uns noch im Evangeliumszeitalter und deshalb sind die obigen Bibelstellen aus dem hohenpriesterlichen Gebet Jesu noch voll gültig. Im Sinne der Bemühungen eines wahren Christen ist das Ziel, immer mehr in die Ebenbildlichkeit Jesu hineinzuwachsen. Wenn einmal das Ziel nennen, was am Ende unseres Laufes verheißen ist, dann ist es kein irdisches Ziel des Hinüberlebens, wie es unbiblisch im Wesentlichen seit 1936 von der WTG gelehrt wurde, sondern ein himmlisches Ziel nach dem ausdrücklichen Willen Gottes.

Diesem hohen Ziel "Jesu nach" kannst Du in jeder der Freien Christengemeinden zustreben, unabhängig der Streuung in einzelnen Erkenntnisfragen: Wir dürfen uns nicht von uns aus isolieren, christliche Einsiedler werden. Christliche Gemeinschaft ist nicht eine in unser Belieben gestellte Nebensache, sondern ein wesentliches Stück christlichen Lebens. Gemeinschaft mit dem Vater und mit dem Sohn stiftet zugleich Gemeinschaft zwischen den Gliedern untereinander. Doch die Frage Deines persönlichen Eindruckes, ob Du hier oder dort etwas mehr Weizen vorfindest, der Dir behilflich sein kann in der Nachfolge Jesu ist bereits zweitrangig. Wichtig für Dich ist, daß Du die ganze Größe dessen begreifst, was Du gewinnen kannst, nachdem Du das andere abgestreift hast. Du kannst Dein Leben ganz Jesus weihen. Durch die Kraft des sündentilgend Herrn giltst Du vor Gott gerecht. Der Zorn Gottes liegt nicht mehr auf Dir, Du bist mit Ihm versöhnt, bist ein Höchsten, darfst zu Ihm vertrauensvoll: "Abba, lieber Vater" sagen und die wunderbarsten göttlichen Verheißungen darfst Du auf Dich beziehen, Es ist noch Matth. 13:44 der verborgene Schatz im Acker. Als Siegespreis ist Dir nach Offb. 2:10 die "Krone des Lebens" verheißen. Diese Krone erhalten die Überwinder. In Offb. 3:21 sagt Jesus: "Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Throne zu sitzen, wie auch, ich überwunden und mich meinem Vater gesetzt habe auf seinen Thron.

Das Abwerfen des Ballastes an Irrlehren ist der eine Teil.
Doch dann sollte man als gläubiger ehemaliger Anhänger der WTG nicht stehen bleiben, sondern denkbar die göttliche Gnade ergreifen.
Mancher freut sich und das zu Recht, daß er die Fesseln der WTG abstreifen konnte. Wir müssen uns aber auch darüber klar sein, daß es eine absolute, uneingeschränkte Freiheit nicht gibt. Solche Freiheit wäre gleichbedeutend mit Zügellosigkeit und würde unweigerlich zu Gesetzlosigkeit, zu Anarchie führen. So geschehen kann nicht jeder von uns Menschen tun und lassen, was er will. Wenn sich aber der einzelne schon unterordnen und gebunden fühlen muß, dann wollen wir uns freiwillig dem Guten verschreiben, was seine reinste und für Christenmenschen allein gültige Quelle in Gott hat und Seinem geliebten Sohn, dem er alle Macht gegeben hat, im Himmel und auf Erden.

Solchen, die sich freiwillig Jesu unterordneten, schreibt Paulus in Römer 6:18 "Freigemacht von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden." Jesus aber, der auch Dich, der Du als gläubiger Mensch der WTG enttäuscht den Rücken gekehrt hast, liebt, er ruft noch heute auch für Dich: "Kommet her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen und ich werde euch Ruhe geben. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht." So wirst Du zwar ein Gebundener an Jesus, aber die Last drückt nicht, Du bist voll innerer Freude, ein seliges Kind Gottes. (Phil. 4:4).
H., Dresden

ES BESTEHT KEIN ANLASS, DIE FEIER ZU UNTERLASSEN
Zur biblischen Weihnachtsbotschaft
Einstmals hat die WTG Weihnachten nicht verteufelt
"Gesegnete Weihnachten!" - "Stille Nacht, heilige Nacht" "Mein Weihnachtslied". Mit diesen Wünschen, Bekenntnissen und Themen wurde u. a. von der WTG im "Goldenen Zeitalter" im Dezember 1925 das Weihnachtsfest gefeiert. Es war eines der letzten Reste des christlichen Erbes von C. T. Russell, des Begründers der WTG. Unter seinem Nachfolger J. F. Rutherford wurde jedoch begonnen, diese christlichen Elemente aus dem Glauben zu entfernen, sie zu dämonisieren und zu verteufeln und im Bewußtsein der Zeugen Jehovas gründlich zu zerstören. Ein Hauptzweck dabei war, durch gründliche Zerstörung aller Brücken hinter den Zeugen Jehovas zu verhindern, daß sie jemals zu den anderen Christen zurückfinden könnten, oder sich ihnen anschließen könnten, oder einen Anlaß hätten, den WTG-Kampf gegen sie eines Tages nicht mehr mitmachen zu wollen. Bei einem derartigen in Wahrheit antichristlichen Auftreten (2. Kor. 11:20, Menge, Zink) werden naturgemäß verantwortungsbewußte Christen auf den Plan gerufen. Hier kann man nicht tatenlos zusehen und "stillehalten", wird doch ein förmliches Trommelfeuer Jahr um Jahr seitens der WTG gegen Weihnachten losgelassen.

Der biblische Befund nach Lukas
Unserer Betrachtung liegen die Ausführungen des Lukas-Evangeliums zugrunde, wie wir sie in der Wuppertaler Studienbibel von Fritz Rienecker, Verlag R. Brockhaus, Wuppertal-Elberfeld, finden. Wir lesen:
"1 Es geschah aber in jenen Tagen, daß eine Verordnung vom Kaiser Augustus herauskam, eine Zählung des ganzen bewohnten Erdkreises vorzunehmen. 2 Diese Zählung war die erste zur Zeit der Statthalterschaft des Quintinius in Syrien. (Quirinius (Cyrenius) hatte auch die Oberaufsicht über Palästina). 3 Und alle machten sich auf, um sich in Listen einschreiben zu lassen, jeder in seinem Heimatort. 4 So ging auch Joseph von Galiläa, und zwar aus der Stadt Nazareth nach Judäa hinauf in die Stadt Davids, welche Bethlehem heißt, weil er aus dem Hause und dem Stamme Davids war, 5 um sich einschreiben zu lassen mit Maria, seiner Verlobten, welche "in guter Hoffnung" war. 6 Es geschah aber, als sie dort weilten, war es soweit, daß sie gebären sollte. 7 Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen, und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, den für sie kein Platz in der Herberge. 8 Es waren Hirten in derselben Gegend, welche unter freiem Himmel waren und ihre Herde des Nachts bewachten. 8 Und ein Herrn-Engel (Bote) trat an sie heran und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie und große Furcht überfiel sie. 10 Und der Engel sagte zu ihnen: "Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich bringe euch eine frohe Nachricht, welche eine große Freude enthält und welche allem Volk gehören wird. 11 Es ist euch heute ein Retter (ein Heiland) geboren, welcher ist Christus, ein Herr in der Stadt Davids. 12 Und dieses diene euch als Zeichen: Ihr werdet finden ein eben geborenes Kindlein, welches eingehüllt ist in Windeln und welches in einer Krippe liegt". 13 Und plötzlich war zusammen mit dem Engel eine himmlische Schar sichtbar, die Gott lobte und sprach: 14 "Ehre (oder Herrlichkeit) ist bei Gott in Himmelshöhen und Friede ist auf Erden bei den Menschen des Wohlgefallens."

Studienbibel-Kommentare zu den für die Zeugen wichtigsten Punkten
Erschütternd ist dieser große Verzicht auf alle menschlich so nötigen Gegebenheiten für die Geburt eines Menschenkindleins, welches doch in eine weiche und warme Wiege hinein gehört, von lieben Mutterhänden fein und lieb bereitet. Vielleicht kann symbolhaft das Liegen in der Futterkrippe als ein Zeichen von dem großen Golgatha- und Erlösungsopfer … angesehen werden. D r e i mal finden wir die Krippe erwähnt: Bei der Geburt, dann aus des Mund, endlich als die Hirten das Kind finden. Der palästinensische Bauer pflegt sich selbst auf den Boden zu betten. Das macht ihm nichts aus. Aber eine Wiege für das Neugeborene, das hat - (seit Abrahams Zeit) - selbst die ärmste palästinensische Mutter.

Der Stand der Schafhirten wird in der rabbinischen Literatur sehr verachtet. Sie wurden seitens der Pharisäer als Räuber und Betrüger hingestellt und den Zöllnern und Sündern gleichgestellt. Man rechnete die Hirten zum Pöbel, der das Gesetz nicht kennt. Vor Gericht wurden die Hirten nicht als Zeugen zugelassen. Der bürgerlichen Ehrenrechte waren sie beraubt … Von solchen Hirten, in der der Nähe Bethlehems ihre Herde bewachten, ist nun in der Weihnachtsgeschichte die Rede.

Im Himmel war der Ratschluß der Menschwerdung gefaßt worden … Soll es uns da etwa befremden, daß die Bewohner des Himmels an der Ausführung der himmlischen Beschlüsse in ganz besonderer Weise freudigen Anteil nehmen?
Dieser Erbe des Thrones Davids besaß zur Zeit einen Stall als Königshalle, eine Krippe als Thron, Heu und Stroh als Ruheplatz, eine Stalllampe als Kronleuchter, zwei Menschen ohne Obdach als Hofleute. "Man muß die Weihnachtsgeschichte einmal ohne den poetischen, anheimelnden Glanz der lutherischen Übersetzung lesen, um die rauhe, irdische Realistik zu erfassen, in der hier erzählt wird. Der Evangelist berichtet nicht vom holden Knaben im lockigen Haar, vom reinlichen Stall und von redlichen Hirten, sondern von einem erschöpften Paar, von dem Elend einer jungen Mutter, die in Fremde und Not ihr Kind ohne alle Hilfe zur Welt bringen muß, von einem Kind, das das Licht der Welt in einem schmutzigen Viehstall erblickt, und von dessen Ankunft zunächst niemand als ein paar proletarische Viehhirten Notiz nehmen". (Gollwitzer). Seite 49-55.

Um den Engel, der die Weihnachtsbotschaft verkündigte, scharte sich "eine Menge des Himmlischen Engel-Heeres"… Zur ersten Weihnachtspredigt, verkündigt durch einen Herren-Engel, kommt also das erste Weihnachtslied hinzu, gesungen von den himmlischen Engelscharen, ein Lied, das nie wieder verstummen wird, sondern fortklingt durch alle Jahrhunderte, durch alle Gottesdienste der feiernden, anbetenden Gemeinde von Ewigkeit zu Ewigkeit. Es heißt: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen des göttlichen Wohlgefallens." Die von Menschen verachteten Hirten werden von Gott so hoch geachtet, daß sie Zeugen wurden eines großen Engelfestes, das droben über der Geburt des Kindleins in der Krippe gefeiert wird. -

Was ergibt sich für uns aus den Bibelberichten?
Wir haben die Ausführungen in geraffter Form auf die Weihnachtsbotschaft konzentriert, um dies im Blickpunkt zu behalten. Die Kommentare sind eindeutig. Sie zeigen, daß die zersetzende Propaganda der Wachtturmgesellschaft auch im Hinblick auf die Weihnachtsbotschaft Christus- und Menschenfeindlich ist. Es tritt überzeugend hervor, daß es Engel waren, die führend und beispielhaft vorangingen und die Geburt Jesu feierten. Es besteht daher kein Anlaß, sie zu unterlassen. Wir mußten erschüttert zur Kenntnis nehmen, daß unsere "Königsfamilie,"- bei dem damaligen Ereignis in Bethlehem in die erbarmungswürdigste Rolle des damaligen "Proletarierstandes", sogenannter Parias, gedrängt worden war. Gerade aber diesem Stande galt das "Wohlgefallen Gottes", und wir konnten uns von der Tatsache überzeugen, daß ausgerechnet n u r eben solchen "Proletariern", nämlich den verachteten Schafhirten, die freudige Nachricht durch den Herren-Engel zuteil wurde. Und nur sie wurden Zeugen und Teilnehmer der ersten Geburtstagsfeier Jesu, veranstaltet von himmlischen Heerscharen. Jeder, der die Tatsachen vor Augen hat und in diesem Sinne Weihnachten feiert, solidarisiert sich mit allen Teilnehmenden des damaligen Geschehens. Nein, es besteht kein Anlaß, die Feier der Geburt Christi zu unterlassen, für Christen allzumal.
H. B.

SELBSTVERSTÄNDLICH KÖNNEN CHRISTEN WEIHNACHTEN FEIERN
Einige notwendige Antworten
1. Nicht über das hinaus, was geschrieben steht
Eine Feier oder ein festliches Begehen der Geburt Christi ist in der Schrift nirgends verboten, Ein Verbot geht also über das geschriebene Wort hinaus. Jedes Hinausgehen über das geschriebene Wort ist dem Christen vielmehr verboten. 1. Korinther 4:6
2. Ein Vorbild
Die Geburt Christi wurde nach Lukas 2:8-14 sogar durch eine "Menge himmlischer Heerscharen" mit einem Lobpreis Gottes gefeiert! Christen haben hier also sogar ein biblisches Vorbild!
3. Sogenannte heidnische Geburtstagsfeiern
Wenn Geburtstage auch von sogenannten Heiden oder Nichtchristen gefeiert werden, so ist dadurch das Vorbild der Feier der Geburt Christi in Lukas 2:8-14 weder berührt noch außer Kraft gesetzt. Christliche Vorbilder können von anderen nicht außer Kraft gesetzt werden.
4. Geburtstagsverbrechen
Wenn an ihren Geburtstagen andere Verbrechen, begingen, wie Pharao, der zu seinem Geburtstag den Bäcker aufhängen ließ, oder Herodes, der zu diesem Anlaß Johannes den Täufer enthaupten ließ, so spricht dieser Mißbrauch des Anlasses ebenfalls nicht gegen einen christlichen Gebrauch und kann Lukas 2:8-14 nicht außerkraftsetzen. Die Feier der Geburt Christi "im Himmel" fand dessen ungeachtet statt.
5. Das Geburtsdatum
Die historische Ungenauigkeit des Datums der Geburt Christi ist unbedeutend. Es ist in der Schrift nicht überliefert. Das Vorbild von Lukas 2:8-14 wurde und wird nicht berührt.
6. Geschäftemacherei und Allotria
Wenn durch Geschäftemacherei oder Allotria zu Weihnachten der Geburtstag Christi entwürdigt wird, so ist damit die Würde der Sache selbst nicht berührt. Auch eine unwürdige Teilnahme an der Gedächtnismahlfeier setzt bekanntlich die Feier selbst nicht außer Kraft.
7. Das Kreuz Christi
Da das Kreuz zu Weihnachten auch in den Blickpunkt kommt: Es ist nachgewiesen, daß Christus in der Tat am Kreuz starb. Er trug zwar nur einen Pfahl (stauros) und zwar den Querbalken des Kreuzes. Der Stamm war schon eingerammt, an dem er dann am Pfahl angebunden oder angenagelt, emporgezogen wurde, so daß er am Kreuz hing.
8. Der Weihnachtsbaum
Er war ursprünglich ein Symbol der Sonnenwendevolksfeste im Dezember, ab wann die Sonne wieder höher steigt. Er wurde im Zuge der Christianisierung übernommen, etwa seit dem 4. Jahrhundert. Im 30jährigen Krieg (1618-48) gab es sogar ein kirchliches Edikt gegen den Baum. In Berlin an der Spree wird er etwa seit 300 Jahren erst verwendet. Die Verwendung anderer Elemente im Glauben ist biblisch nichts Ungewöhnliches. In den mosaischen Glauben wurden Elemente des früheren Stierkultes übernommen, den die Bevölkerung zuvor betrieb. So wurde der Tempel Salomos mit Rinder- oder Stierfiguren geschmückt für die Anbetung Gottes. Auch bei der Darstellung der Cherubim wurde ein Stiergesicht eingefügt. 2. Mose 32:4, 1. Könige 7:25, 44, Hesekiel 1:10. Die Weiterverwendung des Baumes zu Weihnachten ist daher ebenfalls nichts Anstößiges. Er ist keine Entweihung der Person Christi. Christus hielt es sogar für gut, wenn andere, die ihm nicht nachfolgten, in seinem Namen böse Geister austrieben. Markus 9:38-41. So ist der Baum in seinem Namen auch nicht schlecht. Nichts, was an Christus erinnert und mahnt, ist schlecht.
9. Geschenke
Auch zur Geburt Jesu in Bethlehems Stall wurden Geschenke dargereicht. Matthäus 2: 11,12. Dies wurde nicht verurteilt. Im übrigen sind Liebesgaben eine Frucht des Geistes. Wenn gar im Zeichen des Weihnachtsfestes der Geburt Christi durch Geschenke Freude bereitet wird, Menschen aneinander wieder denken, zueinander finden, Friede gestiftet wird, dann gehört das zu dem Schönsten, was im Namen Jesu geschehen kann.
10. Im "geteilten Haus"
Der christliche Nicht-ZJ-Partner tut und verlangt nichts christlich Verbotenes, wenn er Weihnachten feiert. Der Widerstand leistende ZJ-Partner handelt unchristlich. Dessen ungeachtet kann von dem ZJ-Partner verlangt werden, daß er das Weihnachtsfest des Partners respektiert und sogar äußerlich mitmacht und mitgestaltet. Eine Weigerung muß als Fanatismus bezeichnet werden. Selbst eine Fahnenzeremonie kann ein ZJ ja äußerlich mitmachen und mitgestalten, wie bekannt ist. Der Anti-Weihnachtsfanatismus in einem "geteilten Haus" ist also wie Hausfriedensbruch.
11. Das Friedensfest
Andere mögen das Weihnachtsfest nur als Friedensfest feiern, Christus kam auch als "Friedensstifter" zur Welt, in die Welt, zu allen in der Welt, für alle in der Welt. "Friede auf Erden" war der Ausruf zur Geburt Christi. Der Geburtstag Christi ist ein Friedensfest. Wer auch immer dies anerkennt, ist nicht wider Christus, sondern wirkt für ihn. Markus 9:38-40.
12. Wider den Richtgeist
"Darum soll niemand um Essen und um Trinken er in Beziehung auf Feste oder Neumonde und Sabbate absprechende Urteile über euch fällen." Kolosser 2:16. -

Zum Jahrestext 1980
MIT IHREM HERZBLUT SOLLEN DIE ARGLOSEN DEN ENDZEITBETRUG FÜR DIE WTG WEITERBETREIBEN
Liebe Leser
Liebe Brüder und Schwestern
"Und jetzt Herr, blicke hin auf die Drohungen und verleihe deinen Knechten, dein Wort mit allem Freimut zu verkündigen." Apg. 4:29. Diesen Text hat die WTG für 1980 bestimmt, in der Absicht, eine drohende Verfolgung um Christi willen an die Wand zu malen und als letzten Beweggrund zu einer umso stärkeren Aktivität einzusetzen, um aus der Krise herauszukommen. Ohne Zweifel bezieht sich der Text auf zuvor (Apg. 4:18) ausgesprochene Drohungen gegen die damalige Verkündigung Christi. Dem mußten die Apostel unter Einsatz ihres Herzblutes mit umso größerem Freimut entgegentreten. Doch die heutige WT-Verkündigung ist nie um Christi willen bedroht worden! In ihrem Fall ging es immer und überall nicht um das Evangelium, sondern um einen politischen Mißbrauch des Evangeliums. Ob verschiedentlich in den USA, im Krieg in der Schweiz, in Entwicklungsländern wie Malawi oder in den Ländern sozialistischer und anderer revolutionärer, sozialer Veränderungen. Das Evangelium selbst war hier nie bedroht. Die Bedrohung entstand immer nur, weil die WTG stets auf eine bestimmte Weise unter Mißbrauch des Evangeliums zur negativen und feindlichen politischen Einmischung anleitet: antidemokratisch, staatsfeindlich, antimilitaristisch, antisozial, revolutionsfeindlich, nachrichtendienstlich, spionageverdächtig, antihumanistisch oder antikommunistisch. Immer unter der öffentlichen Lüge: politisch streng neutral. Der Text in Apg. 4:29 kann somit rechtmäßig überhaupt nicht auf die WT-Verkündigung bezogen werden, die einen politischen Mißbrauch des Evangeliums darstellt. Der neue Jahrestext soll aber nicht nur dies übertünchen, wie schon gesagt. Im Glauben an eine angeblich drohende Verfolgung um Christi willen soll er das Herzblut der arglosen Verkündiger, ihr Letztes gar, was sie geben können mobilisieren und zum Einsatz bringen, um die WTG aus der größten Krise wieder herauszupredigen, in die sie jemals geraten ist. Ließ sie doch der Weltöffentlichkeit um ihrer politischen Zielsetzungen willen verkündigen: "Die Generation, die das Jahr 1914 erlebt hat .. . ist jetzt schon alt (1972 Anm.) Von dieser Generation sind in den mehr als fünfzig Jahren, die seitdem vergangen sind, viele gestorben. Doch müssen die von Jesus für unsere Zeit vorhergesagten Dinge in Erfüllung gehen, ehe diese Generation vergeht'. Das bedeutet, daß die Zeit, da das geschehen wird, nahe, sehr nahe sein muß. Wir haben sogar berechtigten Grund zu der Hoffnung, daß eine von Gott geschaffene Ordnung n o c h i m Laufe des gegenwärtigen Jahrzehnts a n b r e c h e n w i r d." (Erwachet vom 22. 4. 1972). Das Jahrzehnt ist zuende! Nichts hat sich erfüllt! Das gleicht nun schlafenden Hunden! Das ist nun wie hochbrisanter Sprengstoff, wie ein WTG-Tanz auf einem Vulkan! Eine schwelende .Glut, die auflodern und das ganze Werk vernichten kann - wenn das allen bewußt wird!

Oh ja, der Text für 1980 ist meisterhaft ausgewählt, um ein solches Bewußtwerden verhindern zu helfen. Er enthält genau die Punkte, mit deren Deutung man die Illusion eines Werkes Gottes, einer Verfolgung um Christi willen, aufrechterhalten kann, auf daß alle Arglosen weiter ihr Herzblut darangeben. Sie müssen halt nur weiter in Arglosigkeit gehalten werden, was dieses Werk betrifft. Ist das in Wirklichkeit aber nicht ein gigantischer Glaubensbetrug nun schon über 100 Jahre lang? Die Darangabe ihres Herzblutes soll alle derartig daran binden, daß sie den Weg zurück überhaupt nicht mehr finden können. Auch diese CV-Ausgabe soll einen weiteren Anstoß geben, daß dieser Weg dennoch gefunden wird!
Herzliche Grüße in christlicher Verbundenheit
von allen Mitarbeitern, Mitarbeiterinnen und Mitverbundenen
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"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der Studiengruppe Christliche Verantwortung. Herausgeber Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6. Preis: 0,20 M. Jahresabonnement 2,- M. Versand auch kostenlos.
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