Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
DIE MISSION VON CV
ist Wegbereitung und Auferbauung im Glauben in christlicher und sozialer
Mitverantwortung und tätiger Nächstenliebe hier und heute. Dies erfolgt in besonderem
Hinblick auf die von der Wachtturm-Gesellschaft (WTG), USA geleiteten
Gemeinschaft Zeugen Jehovas und ihrer haltlosen Weltendeverkündigung. Diese Mission geht
aus von Tradition und Bedeutung der internationalen Bibelforscherbewegung und dient der
Hinführung in die Nachfolge Jesu, der Bildung und Tätigkeit freier christlicher
Gemeinden sowie christlicher und mitmenschlicher Verständigung und aktueller Information.
Wir zur Mitarbeit.
CV Nr. 117 Gera April 1979
WIR KÖNNEN DOCH AUCH ZEITUNG LESEN, RADIO HÖREN UND
FERNSEHEN UND CV BERÜHRT UNS NOCH UNMITTELBARER
MAN MUSS ALSO CV LESEN
Liebe Leser
Liebe Brüder und Schwestern
In Wirklichkeit ist CV schon tief in die Organisation vorgedrungen.
Während viele nach außen noch das Verdammungsurteil der WTG gegen CV vertreten, lesen
sie selbst eifrig CV. Sollen sie sich nicht informieren über das, was beim nächsten
"informellen Zeugnisgeben" oder "Rückbesuch" auf sie zukommen kann?
Auch die höheren Aufseher stehen unter diesem Zwang. Wie sollen sie das
"abriegeln", wenn sie die CV-Argumente nicht einmal kennen? Und gar diejenigen,
die in Wiesbaden oder Brooklyn die Hauptverantwortung tragen: Sie wissen nur zu gut, wie
ein beständiger kleiner Wurm den dicksten morschen Baum zu Fall bringen kann. Und das
vergebliche endzeitliche Hinhalten nun von 1799 bis 1979 schon ist morsch und faul. Wo das
zum Bewußtsein kommt, hat für die WTG die Stunde geschlagen, Auch "oben" und
"ganz oben" in der Organisation ist das so. Eines Tages liest man die CVAusgabe,
die den letzten Anstoß gibt und den Aufbruch auslöst. Niemand weiß, wie weit das schon
irgendwo vorangeschritten ist. Wir lesen z. B. in dieser Ausgabe, wie ein Bezirksaufseher
noch einmal in den "Staub" der Organisation gebeugt werden konnte, ein
Kreisaufseher aber nicht. Oder über den jetzigen Aufbruch in Potsdam! Der WTG steht als
"Lehrer" falscher Voraussagen ein "um so strengeres Urteil" bevor! 5.
Mose 18:20-22, Jak. 3:1. Keiner, der ehrlich und aufrichtig ist, kann sich auf die Dauer
der Wahrheit über die WTG entziehen. Jeder kann dessen gewiß sein: Weil diese Zeit
herbeigekommen ist, ist dieser Stein im Rollen! Tausend Gründe also gibt es, sich immer
wieder daran zu erinnern:
Vergewissert euch über alle Dinge
haltet fest an dem, was recht ist
1. Thess. 5:21 NW
Eure Brüder
CV-Redaktion
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In dieser Ausgabe:
Aufbruch in Potsdam geht weiter!
Warum ich mich von der Wachtturm-Gesellschaft wieder abgewandt habe"
Die Frage der Wehrdienstverweigerung, Keile in die Ehe getrieben, unsere
Ältestenschaft, Weltendetermine Situationsbericht
Mecklenburg, das Notstandsgebiet der Organisation
Schaut den Tatsachen ins Auge!
Bad Doberan im Juni 1978
"Lieber Bruder, was wirst Du besonders im Hinblick auf Deine Kinder
nach diesen Gesprächen mit CV nun tun?"
Hauptproblem, zwischen Gott und WTG zu unterscheiden
Zum Jahrestext für 1979
Eine vollendete Täuschung der Herzen der Arglosen
Auf daß sie predigen, was und wielange die WTG will
Unser Erlebnisbericht
Kreisdiener Heinrich Ditschi - ein aufrechter Verteidiger christlichen
Glaubens (7)
Ein Mann mit Abitur!
Kongresse 1978
Broschüre "Jehovas Zeugen im zwanzigsten Jahrhundert"
Von einem außenstehenden Beobachter
Wohin sollen wir gehen? 1/1979
Lebendiges Christentum freier Christen
Gedanken zum Abendmahl
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Dienstjahr 1978:
Nur 95 052 Taufen, aber etwa 125 000 haben die Organisation verlassen! Es
wurde nur für den eigenen Verschleiß gearbeitet! Weltweit nur ein Löcherzustopfen!
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Aufbruch in Potsdam geht weiter!
"WARUM ICH MICH VON DER WACHTTURM-GESELLSCHAFT WIEDER ABGEWANDT
HABE"
Die Frage der Wehrdienstverweigerung
Meine christlichen Gründe dafür
Liebe Brüder und Schwestern in Potsdam and anderswo!
Aufrichtigen Herzens und guten Willens bin ich vor Jahren ein Zeuge
Jehovas geworden gemäß dem Bibelverständnis, das uns die Wachtturm-Gesellschaft als
Wahrheit gibt. Ich war voller Erwartung und auch Bereitschaft, was das oberste christliche
Gebot betrifft, Gott über alles und den Nächsten wie sich selbst zu lieben. Nach meiner
jahrelangen Zugehörigkeit vor und nach der Taufe mußte ich aber erkennen, daß ich durch
die Organisation in meinen Erwartungen getäuscht und in der endzeitlichen Hoffnung
betrogen wurde. Der Zeitpunkt reifte heran, wo mir dies alles zum Bewußtsein kam.
Weil uns dies eigentlich alle angeht und wir am Verstande nicht länger unmündig, sondern in der Urteilskraft gereifte Menschen sein sollen (1. Kor. 14:20 Elberf. Menge), sehe ich es als einen ersten Punkt dieser gewonnenen christlichen Verantwortung an, meine Erfahrungen und Erkenntnisse allen zu ernstem Bedenken mitzuteilen. Man macht Erfahrung auf Erfahrung, und was dabei eigentlich schon ernsthaft warnt, verdrängt man wieder. Aber das Maß wird unter der Hand immer voller, wenn man die Wachtturm-Gesellschaft ehrlich beim Wort nimmt. Eines Tages kommt dann der letzte Anstoß. Das Maß ist voll und alles schlägt um in ein neues Bewußtsein.
Wie die Stunde der Entscheidung kam
Ich war bereit und habe dies auch bewiesen, selbst meine Freiheit in
aufrichtigem Glauben und Hingabe an die Organisation zu opfern mit allem, was sich daraus
für meine Familie und meine fünf Kinder ergab. Nachträgliche Verleumdungen treffen mich
also nicht und fallen nur auf ihre Urheber zurück. Im Begriff, diese äußersten Schritte
der Hingabe zu vollziehen; vollzog sich jedoch der Umschlag aus christlichen
Gewissensgründen, so daß ich mir sagen mußte, das ist zuviel, hier stimmt tatsächlich
etwas nicht, halt. Wie könnte ich in dieser Situation eine ernstlich biblisch begründete
Warnung durch meinen eigenen Studienleiter, den ich jahrelang als aufrichtigen Bruder
kenne, bedenkenlos in den Wind schlagen? Wenn ich auf die christliche Sorgepflicht für
unsere fünf Kinder schaute eingedenk der biblischen Worte, wehe dem, der nicht für die
Seinigen sorgt (1. Tim. 5:8), wie könnte ich das riskieren, ohne eine letzte und
aufrichtig gemeinte Warnung zu prüfen? Hatte ich nicht auch vieles erfahren, was ich
immer nur verdrängte?
So war die Stunde der Entscheidung gekommen. Ich mußte innehalten, um den mit und unter der Organisation bisher zurückgelegten Weg, wofür ich nun auch die Freiheit zu opfern entschlossen war, ein erstes Mal selbstkritisch zu überprüfen. Ich muß gestehen, das Flehen meiner Frau im Namen unserer fünf Kinder ließ meinen Glauben an die Organisation unberührt. Ja, soweit werden wir durch die Organisation gebracht. Es mußte erst die Warnung aus dieser Organisation selbst heraus durch meinen Studienleiter kommen, daß ich mir sagen mußte, halt, hier stimmt tatsächlich etwas nicht. Was ich bloß verdrängt hatte, verlangte nun eine Antwort.
Es gibt kein christliches Verbot des Wehrdienstes
Ich will nun die Hauptgründe schildern, die mich gezwungen haben, eine
christliche Gewissensentscheidung gegen die Wachtturm-Gesellschaft und ihre Organisation
zu treffen, Gründe, die niemand einfach in den Wind schlagen sollte. Ich kann das hier
nur zusammengefaßt tun. Aber ich sage mit diesen Zeilen schon, daß in der gut bekannten
Zeitschrift "Christliche Verantwortung" eine ganz ausführliche Schilderung
kommen wird. Was bestimmte nun meine Gewissensentscheidung?
Unter Androhung ewiger Vernichtung angeblich durch Gott hält die Organisation, die Wachtturm-Gesellschaft, alle Wehrpflichtigen, die sie gewinnt, vom Armeedienst ab, und schickt sie auf diese Weise stattdessen ins Gefängnis, läßt sie Freiheit und Familie auf diese Weise opfern, selbst wenn die Familie dadurch zerbricht und zerstört wird. Was sagt Bibel dazu? Was mußte ich warnend zur Kenntnis nehmen, was die Wachtturm-Gesellschaft umgeht oder verfälscht? Das 5. Gebot, du sollst nicht töten, ist kein Verbot des Wehrdienstes. Die Israeliten hatten zur gleichen Zeit ein Heer und führten Kriege. Das Gebot war also nur ein Zivilgesetz. Wer es auf den Armeedienst anwendet, muß sich sagen lassen, daß er den Sinn der Bibel verfälscht. Dieses Gebot entfällt also völlig als Argument in der Wehrdienstfrage. Das erkennt selbst jeder andere.
Auch im neuen Testament werden Waffentragen und
Wehrdienst nicht verboten.
Christus selbst gab seinen Jüngern den Befehl, Schwertern zu bewaffnen.
Sie zogen also als eine bewaffnete Gruppe umher. Lukas 22:35, 36. Auf die Frage, was die
Kriegsleute oder Soldaten tun sollten, antwortet Lukas 3:14, sie sollten ihre
militärische Gewalt nicht mißbrauchen, sondern sich mit ihrem Wehrsold begnügen. Der
Apostel Petrus bezeichnete den römischen Militäroffizier, Hauptmann Kornelius, als für
Gott zur Annahme geeignet und taufte ihn auf Grund seines Glaubens, ohne an seinem
Militärrang Anstoß zu nehmen, oder von ihm eine Wehrdienstverweigerung zu verlangen.
Apg. 10:1, 2, 34, 35, 44-48.
Das ist der entscheidende biblische Befund in dieser Frage. Alles andere ist unwesentlich. Vom streng christlichen Standpunkt aus gibt es also überhaupt kein stichhaltiges Argument, den Wehrdienst zu verweigern. Nicht über das hinaus, was geschrieben steht, wird uns vielmehr geboten. 1. Kor. 4:6. Wer im Stand eines Wehrpflichtigen als "berufen" wird, kann und soll in solchem Stand vor Gott bleiben. 1. Kör. 7:20-24.
Was die Wachtturm-Gesellschaft durch die Organisation in der Wehrdienstfrage verlangt, ist also unchristlich und geht über das geschriebene Wort hinaus. Die dafür eingesperrten Brüder sitzen also völlig umsonst in den Gefängnissen, haben völlig umsonst Freiheit und Familie hierfür aufs Spiel gesetzt und geopfert. Das kann biblisch nicht bestritten werden. Die Wachtturm-Gesellschaft bevormundet die Brüder also völlig schriftwidrig und stürzt so ihre Familien in christlich ganz und gar sinnlose Schwierigkeiten, deren Verantwortung sie dann auf die Schultern der Betroffenen selbst abwälzt, obwohl sie der verantwortliche "Lehrer" ist. Jak. 3:1.
Ich will dabei nur darauf hinweisen, daß die Brüder auch Wehrersatzdienst leisten können. Aber wir sind ja soweit gebracht worden, daß der Wachtturm überall unser Vormund geworden ist, so daß wir schon selbst als vermeintliche Rebellion gegen Gott unterdrücken, was doch nur berechtigte christliche Mündigkeit ist, die sogar gefordert ist. Gal. 4:3.
Keile in die Ehe getrieben
Laut Jesu Anweisung sollen wir sogar unsere Feinde lieben. Matth. 5:44.
Das erstreckt sich erst recht auf eine sogenannt ungläubige Ehefrau. Laut Bibel ist solch
anderer Partner durch unseren Glauben geheiligt. 1. Kor. 7:10-14. Die Organisationspraxis
läuft auf etwas ganz anderes hinaus. Sie verführt dazu, einen in Wahrheit bloß
andersgläubigen Ehepartner bei unbequemem Widerspruch oder Einwand als ungläubig zu
verleumden, zu beleidigen und zu verteufeln. Dazu kommt das systematische
Beiseiteschieben, was durch die Wachtturm-Kriegslist, die für die Organisation Lüge und
Betrug erlaubt, wenn es ihr dient, außerordentlich verschärft wird. Wird doch ein
solcher Partner fast täglich belogen und hintergangen, um die Zeit für die Organisation
"auszukaufen". Der Wachtturmglaube macht unfähig, einen andersdenkenden oder
andersglaubenden Partner richtig beurteilen zu können, weil jeder, der sich dem
Wachtturmanspruch nicht beugt, alsbald verteufelt wird. So wird systematisch ein Keil in
eine Ehe getrieben, der zu schweren Spannungen führt, nicht selten zur Scheidung.
Doch nichts ist unchristlicher als diese Organisationslehren. Christus untersagt es, andersgläubige Christen zu verleumden, zu beleidigen und zu verteufeln. Markus 9:36-40. Die sogenannte theokratische Kriegslist als Grundlage für Lüge und Betrug auch am anderen Ehepartner im Interesse der Organisation ist für eine christliche Verkündigung völlig unmöglich. 2. Kor. 4:2 NW. Hinter dem, was ich hier zusammengefaßt sage, stehen wachtturmbedingte Ehekonflikte, Familiendramen und Vertreibungen von Kindern aus dem Elternhaus, wovon man erfährt, die mancher nicht für möglich hält.
Unsere Ältestenschaft
Es ist nicht zu übersehen, daß persönliche materielle Interessen der
leitenden Brüder in den Vordergrund treten. Hilfe für andere Geschwister kommt selten
zustande, und dann oft nur zum äußeren Schein, nichts, was wirklich hilft. Aber auch das
ist wachtturmbedingt. Mehr oder weniger ist jedem bewußt, wenn er darüber nachdenkt,
daß wir für 1975 mit dem Ende betrogen wurden. So "pflanzen sie wieder ihr
Apfelbäumchen" und tragen sozusagen den Balken auf zwei Schultern weiter, um es vor
sich selbst und anderen nicht einzugestehen. Weil sie alle vom Wachtturm als Christen nur
"irdisch" ausgerichtet werden, was für Christen ein Widerspruch in sich selbst
ist (Eph. 4:1-6, Phil. 3:17-20), drängt sich auch aus diesem Grunde das materielle
Interesse nach dem Wachtturmbetrug mit 1975 in den Vordergrund. Wir verlernen unter dem
Wachtturm auch, was wirkliche christliche Nächstenliebe in praktischer Hinsicht ist.
Christus lehrt mit dem Gleichnis vom Samariter (Lukas 10:30-37), bei materieller Hilfe
nicht nach dem Glauben des Nächsten zu fragen. Für den Wachtturm können Außenstehende
in Unglück und Elend umkommen, er organisiert keine Hilfsaktion wie andere Christen. Das
ist ein Geist, der sich auch auswirkt, der anderen gegenüber doch einer.
Menschenverachtung gleicht. Keine Worte von "geistiger Hilfe" durch die
Verkündigung können das vertuschen. Solche Predigt muß sich vielmehr jedem anderen als
Heuchelei darstellen. Jakobus 2: 14-20 bestätigt das. So sehen die Realitäten auch in
unserer Versammlung aus. Die geistige Verfassung ist überall von dem geprägt, was
Jakobus in seinem Brief und Christus in seinem Samaritergleichnis verurteilen.
Ein weiterer Gesichtspunkt, wie mit mir in einer "göttlichen Organisation" umgesprungen wurde. So konnte es geschehen, dreimal die 80 Fragen beantworten mußte. Das ist ein unmögliches "geistiges" Durcheinander der Ältesten. Der vorsitzführende Älteste brachte es nicht fertig, mich richtig in eine Studiengruppe einzugliedern. Menschlich ist das alles verzeihlich. Wenn aber von uns verlangt wird zu glauben, diese Organisation werde von Gott geleitet, dann zeigt das etwas ganz anderes. In jedem einzelnen Fall erweist sich solcher Glaube bei richtigem Hinsehen als unzutreffend.
Daseinszweck der Organisation erledigt
Ein weiterer Umstand veranlaßte mich, ernsthaft über die
Wachtturm-Gesellschaft nachzudenken. Es sind die vielen Endzeittermine in der
Vergangenheit, die sie uns verschweigt. Das fängt mit 1799 an, dann 1844, 1874, 1914,
1925, 1945 und, was wir erlebt haben, 1975. Da diese falschen Prophezeiungen alle im Namen
Jehovas verkündigt wurden, erfüllt sich hieran verblüffend 5. Mose 18:20-22 und Matth.
24:23-26. Es waren- falsche Prophetien: Es wurde jedesmal als göttliche
Wahrheit gepredigt und hat sich jedesmal als falsch erwiesen.
Diese Täuschung vieler aufrichtig Glaubender ist nur möglich, weil die Organisation widerrechtlich behauptet, unter Anleitung des Geistes Gottes zu stehen, was kritiklos geglaubt wird. Weiter, weil eigene Gedanken über die Organisation als Zweifel und Widerstand gegen Gott ausgelegt werden, als Dienst für Satan. Weil anstelle echten Bibelstudiums das Studium der Wachtturmschriften Gesetz ist, die das letzte Wort über die Bibel beanspruchen. Das Ergebnis ist eine systematische Entstellung der eigentlichen biblischen Aussage und damit eine Vergewaltigung des Wortes, das allein geschrieben steht, 1. Kor. 4:6, 2. Tim, 4:3, 4. Nach 5. Mose 18:20-22 ist eine einzige falsche Verkündigung im Namen Gottes schon zuviel. Der Wachtturm hat Dutzende solcher Verkündigungen auf dem Gewissen.
Gute Gründe auch für alle anderen Aufrichtigen
Sie sollten noch den Warten Christi erst den Balken der eigenen
Unglaubwürdigkeit aus ihren Augen ziehen, also vor ihrer eigenen Tür der Organisation
kehren, dort "Recht sprechen". Ich spreche jedem "Rechtskomitee"
dieser Organisation daher in christlicher Verantwortung die Fähigkeit und die Befugnis
ab, stattdessen die zu "richten", die das haltlose Menschenwerk der
Wachtturm-Gesellschaft aus christlichen Gewissensgründen nicht mehr für verantwortbar
halten. Es ist höchste Zeit, der Wachtturm-Gesellschaft kritisch entgegenzutreten und
einen Weg als freie Christen zu gehen. Habt keine Furcht, ein "Ende" nach
Wachtturmvorstellung gab es nie und gibt es nicht, wenn man 5. Mose 18:20-22 liest. Ihr
könnt also in Ruhe innehalten, um auch alles in eigener christlicher Verantwortung zu
überprüfen. Möge mein lebendiges Beispiel doch zu solchem Nachdenken anregen.
Weiterhin in christlicher Verbundenheit
Euer Bruder Walter Schickram
15 Potsdam, Hessestraße 6
Februar 1979
CV-Anmerkung:
Die Abriegelungen der WTG sind durchbrochen, durch CV
Es hat schon viele, sehr viele Aufbrüche aus christlichen
Gewissensgründen gegeben. Die Stärke der WTG bestand dabei stets darin, daß sie ihre
Organisation immer recht wirksam davor abschirmen und abriegeln konnte, so daß kaum
jemand die wahren Gründe der Betreffenden kennenlernen konnte, um sich selbst ein Bild zu
machen. Die Brüder und Schwestern konnten sich allenfalls in kleinen persönlichen
Kreisen zu Gehör bringen, kaum über die eigene Familie hinaus. Ob Brooklyner
Bethelmitarbeiter, der Zweigdiener von Kanada, Br. Salter, oder von England Br. Hemery
oder der Leiter des europäischen Zentralbüros Br. Binkele oder nur ein einfacher
Verkündiger aus der WTG-Bevormundung aufbrachen, nie hat sich jemand wirklich informieren
können, was die wahren Gründe waren. Mit anderen Worten, die Stärke der WTG besteht
bzw. bestand darin, alle in Unwissenheit darüber zu halten, was ernsthaft gegen die WTG
selbst spricht. Diese Abriegelungen sind nun durchbrochen. Die da die Anweisung
herausgeben, CV ungelesen zu verbrennen, lesen CV umso gründlicher! Eben weil sie wissen,
nur das macht nicht heiß, was man nicht weiß! Was man aber zur Kenntnis nimmt und weiß,
kann wie Dynamit wirken. Und das wollen sie verhindern. Denn wirkliche christliche
Mündigkeit aller Verkündiger sprengt die ganze Organisation in die Luft! Die Zeit ist
herbeigekommen! -
MECKLENBURG, DAS NOTSTANDSGEBIET DER ORGANISATION
Wie sieht es bei euch aus?
Berechtigte Unzufriedenheit
Das Jahr 1975 ist längst vorüber. Für die Wachtturmgesellschaft war es
ein sehr bewegtes Jahr. Die Harmagedonerwartungen für 1975 hatten sich nicht erfüllt.
Eine allgemeine Unzufriedenheit hat sich unter Jehovas Zeugen spürbar gemacht. Es ist
eine berechtigte Unzufriedenheit. Denn zu viele hatten sich auf die Voraussagen der WTG
verlassen, die sie für den Zeitraum 1975 machte. Aber sie wurden enttäuscht. Wenn man an
diese kritische Zeit zurückdenkt, muß man sich selbst fragen, warum haben wir dazu
damals geschwiegen?
Heute, wo wir, die diesen Artikel geschrieben haben, die große Mitschuld erkannt haben und mutig vorangehen, werden wir Tatsachen sprechen lassen, die nicht widerlegt werden können. Wir tun es deshalb, damit es in Zukunft unseren Brüdern und Schwestern unter der WTG leichter fällt, deren trügerisches Spiel zu durchschauen. Der Ausdruck "trügerisches Spiel" ist noch gelinde ausgedrückt, wenn man an die vielen Menschen denkt, die ernsthaft den Auslegungen der WTG glaubten und ihr ganzes Leben darauf einstellten. Das ganze Privatleben, das Berufsleben und die Einstellung zum öffentlichen Leben werden von dieser Gesellschaft, der WTG, gesteuert. So war es zu jeder Zeit. In ganz besonderer Weise, wenn eine Endzeitvoraussage gemacht wurde. So war es 1914, 1925, 1938, 1949 und zuletzt vor dem Jahr 1975. Vielen unserer Brüder und Schwestern sowie Interessierten ist es noch sehr gut in Erinnerung, wie wir hoffnungsvoll vor 1975 auf dieses Jahr blickten. Wir haben jeder Zeile des Wachtturms geglaubt.
Wir hatten uns völlig auf diesen Zeitraum eingestellt. Nur das Notwendigste wurde noch an Haus, Hof und Garten gemacht. Einige Frauen von verantwortlichen Dienern sahen sich nach Halbtagsbeschäftigung um, damit sie als vorbildliche Verkündiger den Predigtdienst besser ausführen könnten. Andere wiederum, die den Kauf eines Wagens oder Hauses im Auge hatten, gaben diese Vorhaben auf, weil die Zeilen des Wachtturms sie dazu veranlaßten. Falls sich jemand kurz vor 1975 trotzdem Wagen oder Haus kaufte, wurde er als einer bezeichnet, der den Zeilen des Wachtturms wenig Glauben schenkt. Er wurde als Zweifler angesehen. Oftmals wurden solche Zweifler auch vor das Versammlungskomitee geladen, um seinen Standpunkt kennenzulernen. Erschütternde Berichte aus allen Teilen Mecklenburgs werden eines Tages veröffentlicht werden, um selbst diejenigen zum Schweigen zu bringen, die es heute noch wagen, solche Vorgänge und solche Tragödien in Frage zu stellen.
Die Situation nach 1975
Nach 1975 unterhielten wir uns mit Brüdern und Schwestern über das
Hinterunsliegende. Oftmals erlebten wir es, wie sonst redegewandte Geschwister in
Schweigen hüllten, um sich mit uns nicht ins Gespräch einzulassen. Wenn es bei anderen
möglich war, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, hörten sie zwar zu und zeigten auch
oftmals ein gewisses Interesse für das Beweismaterial. Aber an einer ernsthaften Prüfung
waren die wenigsten interessiert. Ja, wir erlebten sogar, daß die original angeführten
Beweise als glatte Lügen abgestempelt wurden. Man sagte einfach, das seien gefälschte
Wachttürme und Erwachet. Als wir sie dann doch zur Prüfung der WTs usw. veranlassen
konnten; waren sie "erstaunt", daß so etwas alles im WT und Erw. gestanden hat.
Nachdenklich hüllte sich noch solchen Feststellungen dann einer nach dem anderen in Schweigen. Warum, haben wir von solchen Geschwistern nicht erfahren. Aber wir konnten es uns denken. Die Beweise sprachen für sich eine deutliche Sprache. Wir trafen es auch anders an, einsichtsvoller, aufrichtiger. Aber. darauf kommen wir später noch zurück.
Was wir seit 1975 bis heute erleben durften, ist mit viel Verständnis und Sorge zu verkraften. Berichten zufolge, die von Brüdern stammen, die noch mit der Organisation verbunden sind, herrscht in den Studiengruppen in Mecklenburg bei den Teilnehmern allgemeine Zurückhaltung. Die Wunden aus der Vergangenheit sind keineswegs verheilt, die den Herzen der Enttäuschten durch die Wachtturm-Falschauslegungen zugefügt wurde. Dort, wo man früher strahlende und hoffnungsvolle Gesichter sah, sieht man oft Zurückhaltung und Müdigkeit. Keiner erlaubt sich einen zusätzlichen Gedanken zur Wachtturm-Auslegung hinzuzufügen. Jeder Teilnehmer verhält sich zurückhaltend, um seine Ruhe zu haben. Natürlich geht das auf die Dauer nicht gut. Der eine oder andere wird das auf alle Fälle nicht mehr lange durchhalten. Er wird Schluß machen, so wie es 1976 in Jarmen geschah. Von den Vorgängen in Jarmen, einer kleinen Stadt im Kreis Demmin, Mecklenburg, wurde schon mehrmals in CV berichtet. Es liegt bestimmt im Interesse aller aufrichtigen Zeugen, mehr über die freie Christengemeinde Jarmen zu erfahren. Denn es ist nahezu die Mehrheit der ehemaligen WT-Versammlung, die dem WT den Rücken gekehrt hat. Wir bringen an dieser Stelle noch einmal die wichtigsten Auszüge aus den CV-Ausgaben Nr. 97 und 99, die wir sorgfältig aufgehoben haben.
Ein Tatsachenbericht aus Jarmen
In CV 97 konnte man unter der Überschrift "Ein Kreisaufseher läßt
die Schafe des Herrn nicht im Stich" folgendes lesen:
Einer unserer CV-Mitarbeiter besuchte den ehemaligen WT-Kreisaufseher
Walter Warnke und lernte gleichzeitig die Studiengruppe kennen, mit der sich der ehemalige
Kreisaufseher verbunden fühlt. Diese Studiengruppe besteht vorwiegend aus den
WT-Versammlungsverkündigern, die es vorgezogen haben, ohne den "Wachtturm"
gemeinsames Bibelstudium zu betreiben.
Aufgeschlossenheit, Zufriedenheit und Lernbereitschaft erkennt man in ihren Gesichtern. In ihren Zusammenkünften lesen sie die Bibel, tauschen ihre Erfahrungen aus und beraten, wie man anderen Menschen den Inhalt der Bibel verständlich machen kann. Es ist wahre Freude im Herrn, dieser Gruppe beim Bibelstudium zuzuhören, ihre zwanglose Art mitzuerleben.
Auf die Frage, warum sie sich von der WTG abgesondert haben, sagte der ehemalige Kreisaufseher: "Es hat wirklich keinen Zweck mehr, weiterhin die Lehrmittel der Gesellschaft zu studieren und den Inhalt weiter zu verkündigen. Wir betrügen uns damit selbst und darüber hinaus alle diejenigen, die auf uns hören. Wir haben diese Menschenweisheit satt. Wir möchten endlich erfahren, wie die Bibel wirklich ausgelegt werden sollte. Bis zum Jahre 1975 haben viele von uns fest daran geglaubt, was die Gesellschaft für den Zeitraum dieses ereignisreichen Jahres im Wachtturm voraussagte. Nun aber gilt es umzudenken, weil sich nichts von alledem erfüllt hat." Er sagte weiter: Jehovas Zeugen sollen endlich einsehen, daß es nutzlos ist, der WTG bedingungslos Vertrauen zu schenken. Die Beweise häufen sich immer mehr, daß die WTG ein falscher Prophet ist. Wir in Jarmen, d, h. die überwiegende Mehrzahl aller Versammlungsverkündiger, sind zu dieser Erkenntnis gekommen und haben es vorgezogen, getrennt von der WTG weiterhin die Bibel zu studieren. Wir sind gleichzeitig daran interessiert, wie andere Brüder und Schwestern, ihren Christenglauben zu festigen, um dem Herrn nachfolgen zu können.
In CV Nr. 99 erschien dann ein weiterer Artikel. Darin konnte man die weitere Erkenntnis des ehemaligen Kreisaufsehers erfahren. Er schrieb: "Als ich nach 1975 offen gegen die Falschauslegungen der Gesellschaft auftrat, versuchte man, mich auf die heimtückischste Art und Weise zu verleumden, und dies gerade von solchen Dienern, mit denen ich jahrelang vor 1975 zusammengearbeitet hatte. Wir sind damals gemeinsam durch dick und dünn gegangen. Wir haben die Hitze der "Verfolgung" kennengelernt und ertragen. Wir haben gemeinsam Gedanken ausgetauscht und uns eigentlich nichts verheimlicht. Wenn diese Diener heute glauben, sie könnten mit allen aufrichtigen freien Christen so umgehen, wie es ihnen gerade beliebt, dann muß eben in CV über diese Diener etwas ausführlicher geschrieben werden. Dann muß es eben mal mit dem vollen Namen und Schandtaten geschehen.
Ich möchte gleichzeitig meinen ehemaligen Mitbrüdern den Rat geben, sich in Zukunft etwas gründlicher mit CV zu beschäftigen, um endlich zu. begreifen, wie notwendig CV für sie ist. Der Bruder Willy Müller, sowie einige andere Brüder hatten es damals, seit 1959, schon frühzeitig richtig erkannt, als sie mit Hilfe einer Zeitschrift die Brüder und Schwestern vor der WTG warnten. Wir haben die Mühe dieser Brüder damals vollkommen falsch eingeschätzt. Wir glaubten damals, er und seine Mitbrüd.er wären ein Werkzeug, in der Hand eines Staates, der Jehovas Zeugen ausrotten wollte. Heute muß .ich jedoch eingestehen, daß diese Brüder sehr viel Mut besaßen und einen gewaltigen Beitrag zur Richtigstellung von Falschauslegungen der WTG leisteten. Weiterhin anerkennenswert ist die jetzige CV-Arbeit. Denn gerade nach 1975 ist es dringender denn je, mit Hilfe dieser Zeitschrift vor der WTG zu warnen, weil sie ihr gefährliches Spiel des Falschinformierens weiter betreibt." Soweit die Ausführungen des ehemaligen Kreisaufsehers, und über Jarmen in Mecklenburg.
Aufkeimende christliche Mündigkeit in der
"Bezirksaufsicht Mecklenburg" noch einmal niedergeschlagen
Natürlich wiegt die Meinung eines Kreisdieners sehr schwer, denn solche
Verantwortlichen wissen etwas mehr als ein einfacher Verkündiger, den die Gesellschaft
nicht "hinter die Kulissen" blicken läßt. Solche Verantwortlichen haben
oftmals für die Gesellschaft die Stirn hinhalten müssen, während man sich in Brooklyn
über vieles kalt hinwegsetzte. Auch im Bethel Wiesbaden zeigte man kein Interesse für
das wahre Anliegen der Verantwortlichen in der DDR. Ein Brief an den ehemaligen
Bezirksdiener für Mecklenburg, nennen wir ihn unseren Bruder Harry, wird das zeigen. Wir
werden nun darauf eingehen, damit der wahre Charakter der WTG in allen diesen Dingen für
jeden sichtbar wird.
Einiges zum Hintergrund. Es war 1965/66, als die WTG bezüglich der DDR verkünden ließ, "Jehovas Zeugen in Ostdeutschland sollten - wie sie zuvor "auf das Ende der Naziherrschaft Hitlers warten" sollten - "jetzt das Ende der neuen totalitären Regierung abwarten, die die Naziregierung ablöste, das Ende der kommunistischen Regierung, die von dem zur Zeit von Breshnew beherrschten Sowjetrußland abhängig" sei. (Der Wachtturm, 15. Februar 1965, S. 110, Abs. 10, Wiesbaden). Diese feindselige Ausrichtung auf eine militärische Vernichtung der DDR war ein Höhepunkt der damaligen politischen und antikommunistischen Angriffe des Wachtturms gegen die DDR, heuchlerisch als politische Neutralität ausgegeben. In der "Bezirksaufsicht" unter unserem Bruder Harry hatte man sich ernsthaft Gedanken über diese Art Vorgehen gegen eine doch biblisch zu respektierende "Obrigkeit" gemacht. Kurz zuvor (1963) hatte die Gesellschaft durch Änderung der "Obrigkeitsauslegung" unfreiwillig selbst eingestehen müssen, daß sie in dieser lebenswichtigen Frage über dreißig Jahre lang im Namen Jehovas eine Irrlehre vertreten hatte.
Sollten hier aufrichtige Brüder in hoher Verantwortung für viele gutgläubige Geschwister nicht stutzig werden? So hatte die "Bezirksaufsicht" eine tiefe Krise erfaßt; Das christliche Gewissen der eigenen Verantwortung vor Gott begann zu erwachen. In Ehrlichkeit und voller Loyalität zur Gesellschaft wurde das Zweigbüro in Wiesbaden hierüber informiert. Von dort wurde sofort "Brooklyn" in Kenntnis gesetzt. Die Antwort kam von Willy Pohl aus Wiesbaden. Ein Mensch, der Hassen gewöhnt ist, mag solche Sprache führen. Daß man aber solche Worte vom Hauptverantwortlichen, eben Willy Pohl, gesagt bekommt, beweist einmal mehr, wozu diese Bethelführer fähig sind. Die Einzelheiten später. Jetzt nur so viel zum Verständnis: Geschickt in psychologischer Hinsicht, aber unnachsichtig schlug die Gesellschaft zu. Die sich endlich in Ansätzen abzeichnende christliche Mündigkeit in der Untergrundleitung wurde noch einmal zerschlagen. Unser Bruder Harry wurde hergenommen und für "sanatoriumsreif" erklärt, auf daß er "lerne", reumütig "den Staub der Steine" der Organisation zu lecken, sich ihrem "Staub" zuzuwenden und sich damit zu begnügen. Mittels "Horna", schaffte man dies zunächst auch, wie ein Brief unseres Bruders Harry an CV bestätigt, wie wir noch sehen werden.
"Unser 'Harry' ist offensichtlich ziemlich
krank", leitete Willy Pohl die WTG-Sanktionen ein, um die überall gefürchtete
christliche Mündigkeit auch hier schon im Keim zu ersticken. Lest darüber in der
Fortsetzung dieses Berichtes, und wie es u. a. in Rostock; Doberan, Schwerin, Wismar,
Brandenburg, Waren, Neustrelitz, Walgast, Stralsund, Saßnitz, oder Greifswald, Pasewalk,
Torgelow, Eggesin und Anklam unter den Verkündigern aussieht.
- W -
Bad Doberan im Juni 1978
"LIEBER BRUDER, WAS WIRST DU BESONDERS IM HINBLICK AUF DEINE KINDER
NACH DIESEN GESPRÄCHEN MIT CV TUN?"
Nichts wird fortan mehr wie vordem sein
"Brandmauern" sind kein Versteck mehr
"Von schändlicher Heimlichtuerei lossagen" und "nicht mit
Liest wandeln", lautet die Forderung des Apostels. Mehr noch: "Sich offen dem
Gewissensurteil jedes Menschen vor dem Angesicht Gottes darbieten!" 2. Kor.' 4:2,
Menge, NW. Christus hat uns von der Gesetzlichkeit des alten Bundes freigemacht und alle
seine Forderungen für seine Nachfolger außer Kraft gesetzt. Hebr. 8:13. Auch die
alttestamentliche "theokratische Kriegslist", die die WTG in Anknüpfung an die
alttestamentliche Spionagetätigkeit (Beispiel der Hure Rahab verlangt ist darum für
Christen höchst verwerflich. Sie muß darum nach 2. Kor. 4:2 aufgedeckt und verworfen
werden. Wer sich ihrer dennoch bedient und sich hinter "Brandmauern", anonymen
Nummern und entsprechenden Lügen versteckt, um andere anzuleiten, ohne es selbst
verantworten zu müssen, muß sich nach diesem Verhalten befragen lassen. Man kann nicht
die Schafe in die Dornen führen, sich selbst aber an einem sicheren Plätzchen
verstecken, so daß nicht einmal die Schafe ihn mehr sehen geschweige denn kennen. Ein
Evangelium, das sich solcher Methoden bedienen muß, ist "ein anderes
Evangelium" (Ga1. 1:6-9, Phil. 3:17-20). Vier falsche Weltendeverkündigungen
beweisen das schließlich unwiderlegbar. 5. Mose 18:20-22. So wird eines Tages auch unser
Bruder Martin dankbar sein, wenn er auf den Sommer 1978 zurückblickt. Muß nicht mit
denen, die die Hauptverantwortung tragen, in aller erster Linie über dies alles
gesprochen werden? Ganz gewiß, denn "die Lehrer" müssen mit einem "um so
strengeren Urteil" rechnen. Jak. 3:1.
Er bekannte sich nicht mehr zur WT-Verkündigung
Nach mehreren Stunden waren die Gespräche dem Ende nahe. Die
Überprüfung des GE-Verfahrens durch CV war durchgeführt. Mit seiner bangen Frage,
"und wenn aber Harmagedon morgen doch kommt?" hatte unser Bruder gezeigt, daß
der Same des Gespräches bei ihm ein aufrichtiges Herz gefunden hat.
Was würde er nun tun? "Ist es nicht an der Zeit, daß jeder Verantwortliche seine Tätigkeit erst einmal kritisch selbst überprüft?" Kann man Menschen bedenkenlos den WTG-Weg führen? Zunächst schwieg unser Bruder. Auf eindringlicheres Fragen - man stand sich ja Auge in Auge gegenüber - sagte er dann, daß er darauf nicht antworten möchte. Nun, er hatte in der Tat nichts widerlegen können. Eine endgültige Neuentscheidung kann jedoch auch für ihn erst, am Ende einer gründlichen Überprüfung alles dessen stehen, was hier zur Diskussion stand. Und das braucht schon seine Zeit. Die erkenntnismäßige Zustimmung wäre das eine. Die Bindungen durch die WTG-Moral aber sind ungeheuer stark. Sie läßt schon so manche Fragwürdigkeit schlucken, vielleicht auch hinunterwürgen. Da müßte der Brocken schon ganz dick sein. Und auch damit quält sich mancher dann noch eine ganze Weile, bis er merkt, wie unmöglich alles eigentlich ist.
Nun begann seine Frau zu drängen, die Unterhaltungen zu beenden, sie müßten noch einkaufen gehen. Auch das war berechtigt. Er selbst wollte die Gespräche nun auch beendet sehen. So standen alle auf, nunmehr sich zu verabschieden. Seine letzten Worte waren, er werde sich seinen "Glauben nicht nehmen lassen." Es bleibt offen, wie er das gemeint hat. Meinte er seinen Glauben an die Organisation? Oder seinen Glauben an Gott? Er sagte dazu nichts Näheres. So waren noch einige Bemerkungen notwendig. Er habe sicher gesehen, daß ihm keiner den Glauben an Gott nehmen will. Im Gegenteil. Es gehe nur um den Glauben an die WTG. Er müsse zwischen der WTG und Gott unterscheiden lernen. Die WTG-Geschichte beweise, daß sie nicht von Gott geleitet wird, daß dieses Werk nicht von Gott ist. Sein Problem sei vielleicht, dies zu unterscheiden. Ganz hart wurde gesagt, jedermann solle sich hüten, etwa in Bad Doberan etwas über CV zu verbreiten, was nicht stimmt. Er selbst sei z. B. deutlich auf die Bibel verwiesen worden, um des richtigen Glaubens willen. Zudem werde im Interesse der "geführten Schafe" über diese Gespräche in CV berichtet.
Ein letzter brüderlicher Hinweis
Bruder Martin und seine Frau begleiteten die CV-Besucher gemeinsam zur
Haustür. Bevor es zur Verabschiedung kam, wurden noch einmal ernste Worte gewechselt, an
ihn und seine Frau gerichtet. "Du hast nun zur Kenntnis genommen, wie fragwürdig das
Wachtturm-Werk ist. Es ist eine ernste Verantwortung, andere zu belehren und zu leiten.
Die WT-Endzeitlehren sind Irrlehren. Das muß man bedenken. Und euren fünf Kindern
verbaut und verdreht ihr damit die ganze Zukunft, ihre ganze Entwicklung, ihren ganzen
Bildungsweg. Ihr werdet es erleben, daß sie groß werden. Dann werden sie euch anklagen,
daß ihr sie in diesen Endzeitlehren erzogen habt. Wie früher schon viermal kein
Wachtturm-Weltende gekommen ist, so wird auch in Zukunft kein solches Ende kommen. Das ist
falsche Prophetie. Ihr versündigt euch schwer an euren Kindern, wenn ihr sie diesen Weg
führt." Unsere liebe Schwester nahm dies mit weit geöffneten Augen zur Kenntnis. So
wurden sie offensichtlich noch nie christlich zurechtgewiesen.
Ja, alle Welt wollen die Zeugen Jehovas zurechtweisen. Nun wird ihnen gesagt, doch erst einmal vor ihrer eigenen Tür zu kehren und sich selbst glaubhaft zu erweisen angesichts der Wachtturm-Irrlehren. Bestimmt haben unser Bruder und seine liebe Frau gemerkt, daß der Besuch eine ernsthafte christliche Hilfe für sie und ihre ganze Familie sein wollte. Und die Besucher hatten den Eindruck, daß der Same, der in ohne Zweifel aufrichtige Herzen gesät wurde, eines Tages aufgehen wird. Was man einmal zur Kenntnis nehmen mußte, das weiß man eben und mag eines Tages durch einen weiteren Anstoß zum Durchbruch kommen.
Unser nächster Bad-Doberan-Bericht schildert den
nächsten Besuch, der dort im Juni 1978 gemacht wurde, und zwar bei unserem Bruder Peter,
der u. a. wie er bestätigte, daß es eine Unwahrheit ist, die Organisation sei politisch
neutral und was er über das falsche WT-Weltende von 1975 sagte. -
CVN
Zum Jahrestext für 1979:
"MEIN VATER WIRD DADURCH VERHERRLICHT, DASS IHR FORTWÄHREND VIEL
FRUCHT TRAGT UND EUCH DADURCH ALS MEINE JUNGER ERWEIST"
Eine vollendete Täuschung der Herzen der Arglosen
Alarmierende Feststellungen
Diese Worte Jesu aus Johannes 15:8 als WTG-Jahrestext für 1979 sind auf
99 Prozent aller Zeugen Jehovas überhaupt nicht anwendbar, weil sie von der WTG
überhaupt nicht in den Fußstapfen Christi als seine Jünger geführt werden. Christi
Jünger müssen den Anforderungen in Epheser 4:1-6, Phil. 3:17-20, Kol. 3:1-4, 12-15, 24,
Römer 6:3-5 z. B. entsprechen. Die WTG jedoch hat die Mehrheit aller Zeugen Jehovas
dieser Jüngerschaft entfremdet.
Wenn einleitend im Kommentar des Jahrbuches 1979 gesagt wird "Im 1950. Lebensjahr und immer noch ", dann ist nichts anderes als eine hintergründige Einstimmung des Verkündigers dahingehend, daß er daran gewöhnt werden soll, daß es noch lange, sehr lange weitergehen soll. Wenn gesagt wird, "die Zweige des Weinstocks des Christus" müßten "mit Jesus Christus organisiert handeln" und "als Organisation der ganzen Menschheit den Nutzen geistigen Frucht anbieten", so ist das eine geschickte Täuschung. Denn die Organisation. besteht bis in die höchsten Funktionen hinein, nicht aus Jüngern Christi, sondern aus "Irdischen", die dem Christus entfremdet sind, die überhaupt kein Interesse haben, echte Jünger und Fußstapfennachfolger Christi zu sein, "Reben" am "Weinstock" zu sein. Die einleitenden Worte dazu im Kommentar. "Ein Rebstock ist eine Pflanzenorganisation", sind darum eine geschickte Verwischung des wirklichen Sachverhalts, daß die "Organisation" der "ganzen Menschheit" gar keine wahre Jüngerschaft vor Augen führt.
Die Bezeichnung "weinstockähnliche
Organisation" ist darum eine Täuschung. Die überwältigende Mehrheit derer, die
diese Organisation bilden, interessieren sich überhaupt nicht für die Anforderungen
Christi für seine "Reben", wie dargelegt.
Die Worte, "der ganzen Menschheit
anbieten", sind ein
weiterer internationaler Bluff, denn wenn die ganze Menschheit annimmt, was die WTG als
Angebot Christi ausgibt seit 1914, dann gibt es eine weltweite Katastrophe. Es gäbe seit
1914 keine "Obrigkeit" mehr, weil alle Regierungen ihre Macht seit 1914 an
Christus "abtreten" sollen, wenn sie nicht vernichtet werden wollen, wir hätten
also Gesetzlosigkeit und Anarchie. Es gäbe auch keinerlei wirtschaftliche Ordnung, keinen
Handel und Wandel, keine Volksbildung, kein Sozialwesen, ja nicht einmal eine
Stadtverwaltung mehr, weil nach der WTG jegliches "Politiktreiben" Feindschaft
wider Gott sei und die Betreffenden für die Vernichtung in Betracht kommen lasse. Aber
ohne Wirtschaftspolitik, Handelspolitik, Volksbildungspolitik, Sozialpolitik geht es nun
einmal nicht, und nicht eine einige Stadt kann ohne die Wahl von Kommunalpolitikern
existieren, die die Stadt verwalten müssen.
Das WTG-Errettungsangebot ist also konkret betrachtet völlig unannehmbar. Sie ist eine Täuschung der ganzen Menschheit, weil die Völker nämlich auch soziale Interessen haben! Nur Einzelpersonen können die WTG-Bedingungen annehmen, aber auch nur deshalb, weil die Mehrheit aller Menschen diese WTG-Verkündigung zurückweist und ihr zum Trotz weiter "Politik treibt", also durch Sozialpolitik usw. die notwendige "die Menschen betreffende Ordnung" (1. Petr. 2:13 Menge) und "Obrigkeit" (Römer 13:1-7) aufrechterhält. Die WTG läßt ihre Verkündiger somit im Kopfstand einherschreiten, was "die ganze Menschheit" betrifft. Zum Schluß ist die Rede vorn "freudlosen System der Dinge dieser Welt". Das ist nun gänzlich irreführende, betrügerische und selbstbetrügerische Schwarzmalerei. Immerhin lassen sich auch Jehovas Zeugen durch dieses "System" allerlei Freuden und Annehmlichkeiten bereiten! Sie fahren in Erholungs- und Ferienheime. Sie genießen die staatliche Sozial- und Gesundheitsfürsorge. Sie genießen von den Delikatessen und Genußmitteln aus aller Welt, die durch die Handelspolitik ins Land gebracht werden, so daß auch die Zeugen-Mutti ihrem Kind Apfelsinen, Bananen und Schokolade geben kann. Man denke an die vielen Kaffeetrinker unter den Zeugen! Holen sie sich selbst ihren Kaffee von den Kaffeeplantagen Afrikas, oder Südamerikas? Bringt das nicht vielmehr die Handelsflotte "dieses Systems" herbei? Oder die vielen alten Zeugen Jehovas. Am Lebensabend können sie sich sozialer Sicherheit erfreuen, wie das keineswegs in allen Ländern der Fall ist. Viele haben Fernsehen und erfreuen sich an schönen und künstlerischen Darbietungen oder an der Natur, die ihnen "dieses System der Dinge" bis an den bequemen Sessel bringt! Viele Zeugenfamilien haben herrliche und hübsche Wohnungseinrichtungen, an denen sie ihre Freude haben, die irgendein VEB-Produktionsbetrieb "dieses Systems" hergestellt hat! Oder die hübsche Kleidung junger Schwestern! Zur Freude ihres Ehemannes! Auch das stammt allzuoft aus einem VEB-Betrieb "dieses Systems der Dinge". Ohne daß "dieses System" Wissenschaft und Forschung ermöglichen würde, wäre manches duftige Sommerkleid aus neuester Faser überhaupt nicht möglich.
Ein "freudloses System"? Die Tatsachen zeigen, daß das Betrug und Selbstbetrug ist. Vieles ist absolut nicht erfreulich, vieles ist freudlos, z. B. Haß und Krieg, ja, das stimmt auch. Am Haß ist auch die WTG in Millionenauflagen beteiligt, indem sie alles hassen lehrt, was sie als "böse" bezeichnet, die ganze Politik eingeschlossen, die genauso gut auch gut sein kann und ohne die kein Volk existieren kann, wie wir bewiesen haben. "Freudloses System" zu sagen, ist jedoch unehrlich, unwahrhaftig, Schwarzmalerei, Lüge, Betrug und Selbstbetrug. "Von der Welt keinen vollen Gebrauch machen", lautet ein Thema der WTG-Kongresse 1978, womit diese ganze "freudlos"-Heuchelei offenbar ist! Meint ihr, andere Menschen glauben unbesehen, was ihnen verkündigt wird?
"Das Ende . . . rückt Tag für Tag bedrohlich näher." Es werde "immer dringlicher". Mit diesen Worten wird die Organisation schon über 100 Jahre angetrieben, um jeden ständig auf dem letzten Loche pfeifen zu lassen. Das wiederholt sich jede Generation aufs neue und traf noch nie ein, wofür 5. Mose 18:20-22 gilt. Das wichtigste Wort bei' diesem ganzen Text mit Kommentar ist das Wort " f o r t w ä h r e n d " ! Es geht darum, alle fortwährend im Dienst zu halten, ganz gleich, was die WTG predigen läßt und wie lange sie predigen läßt. Die Naherwartungen des "Endes" waren und sind ständig nur das Mittel zum "Ankurbeln", um bei Absinken der Verkündigerzahlen wieder einen "Aufschwung", einen "Wendepunkt", ein "Ansteigen" zu erreichen (Jahrbuch 1975, S. 240). Leider sind der Arglosen allzuviele überall. -
KREISDIENER HEINRICH DITSCHI
EIN AUFRECHTER VERTEIDIGER CHRISTLICHEN' GLAUBENS
Ein Mensch, den man nicht vergißt (7)
Der Unterschied und die große Kluft
Eins wird dem Leser sichtbar geworden sein. Bruder Ditschi unterschied
sich sehr deutlich von anderen Dienern der WTG. War die Frage der Toleranz für ihn eine
Selbstverständlichkeit, ja sogar ein Wesenselement, so war sie für jene überhaupt keine
Frage. Eher ein entliehener Ausdruck aus einem verstaubten Wörterbuch. Für
Schablone-Praktikanten der WTG war das Wort Toleranz lediglich ein Fremdwort: untauglich
für den Gebrauch in der Verkündigung und Lehre ihrer Endzeitvorstellungen.
Im Grund zeigen sich schon hier die unüberbrückbaren Gegensätze. Während der WTG-Dogmatismus wegen seines unduldsamen Charakters nicht den geringsten Spielraum für tolerantes Denken und Handeln zuläßt, ist umgekehrt die Toleranz mit ihrem breiten Spektrum der Verträglichkeit von unterschiedlichen und differenzierten Meinungen und Ansichten kein guter Nährboden für die WTG-Denk- und Handlungsweise. Denn diese bringt in ihrer Endkonsequenz eine theokratisch" genannte Diktatur mit entsprechender Willkür, Ausübung religiösen Gewissenszwanges und Ignoranz der Menschenwürde zum Ausdruck, eine Sozialfeindlichkeit, die sich praktisch als Menschenfeindlichkeit und grundsätzliche Lebensverachtung in diesen Fragen offenbart.
War eingangs die Rede von einem Unterschied zwischen dem Diener Br. Ditschi und denen, die nach WTG-Schablonen dienten, so muß bei einem Vergleich, und das erst recht bezüglich der heutigen Zeugen Jehovas, bereits von einer tiefen Kluft gesprochen werden. Denn im Gegensatz zu ihnen war er nicht "fanatisch" oder von kurzsichtiger Intoleranzdenkart. Er war sehr aufgeschlossen und machte sich schon seine Gedanken.
Ein Mann mit Abitur
Es ist denkbar, daß die gute Schulbildung Bruder Ditschis und dos auch
dadurch bedingte reife Wissen ein Fundament war, auf dem sich seine humanistische
Einstellung in gesunder Weise positiv und lebensbejahend entwickeln konnte. Was nämlich
den wenigsten bekannt sein dürfte, ist die erstaunliche Tatsache, daß Bruder Ditschi ein
abgeschlossenes Abitur hatte! Damit ist erwiesen, daß sich dieser Kreisdiener auch auf
dem Gebiet von Bildung und Kultur im krassen Widerspruch zu bekannten Forderungen der WTG
befand. Wie dokumentarisch belegt ist, hat die WTG bereits mehreren Generationen (immer
unter Hinweis auf Matth. 24:34) den "göttlichen Rat" erteilt, im Hinblick auf
das "nahe Ende" auf jeglichen Erwerb eines höheren Bildungsniveaus, bzw. auf
eine Promotion an höheren Lehranstalten zu verzichten.
Bei solchen Weisungen aus Brooklyn wird man unwillkürlich an ein Zitat von Wilhelm Busch erinnert: "Man merkt die Absicht - und man wird verstimmt." Ja, und dieser Ausspruch trifft den Nagel auf den Kopf! Denn jeder Mensch, der noch logisch denken kann, fragt sich sofort, wieso die Brooklyner Führerschaft trotz des "nahen Endes" für sich selbst eine Promotion an höheren Lehranstalten anstrebt - ja, daß sie sogar vor der Weltöffentlichkeit mit ihrem hohen Bildungsgrad protzt, indem sie behauptet, daß z. B. der 3. Präsident N. H. Knorr schon als Achtzehnjähriger eine Promotion erlangte! Auf der anderen Seite aber wird für die unteren Zeugen Jehovas durch geschickte Wortspiele aus dem Arsenal eines angeblich "göttlichen Kanals" die Erlangung einer höheren Bildungsstufe in intoleranter Weise verweigert.
Wenn die Wachtturm-Gesellschaft versucht, die periodisch wiederkehrenden Erhebungen, Aufstände und Oppositionen als "gottfeindliche Rebellion" abzustempeln, so geht sie bewußt und eindeutig wider besseres Wissen an der Wurzel alles dessen vorbei, und die liegt einzig und allein in der Struktur ihrer Organisation begründet, die man noch sorgfältiger Analyse als in Wahrheit entmündigend bezeichnen muß.
Gott ist niemals den menschlichen Bedürfnissen gegenüber feindlich gewesen. Er kennt die sozialen Bedürfnisse aller Menschen. Schon das Lesen einer einzigen Schriftstelle, z. B. Joh. 3:16, 17 beweist das grundsätzlich. Er offenbart ein Höchstmaß an Toleranz! Ein Höchstmaß an Liebe und Verständnis. Wenn für die Wachtturm-Gesellschaft und ihre Organisation dies alles "böhmische Dörfer" sind oder dazu gemacht wird, dann braucht man sich nicht mehr lange nach Ursachen angeblicher Rebellion gegen Gott" umzuschauen.
Auch im Fall von Bruder Ditschi handelt es sich um
einen ganz folgerichtigen Vorgang, der durch die Unüberbrückbarkeit der Gegensätze von
Toleranz und Dogmatismus vorgezeichnet ist. Alle, die nicht hinausgehen möchten über
das, was geschrieben steht, werden die Entmündigung unter der Wachtturm-Gesellschaft
früher oder später erkennen und "rebellieren", denn Gott mehr zu gehorchen
gilt auch gegenüber der allzumenschlichen Wachtturm-Organisation.
Erzählt von Hermann Bach, Potsdam
"JEHOVAS ZEUGEN IM ZWANZIGSTEN JAHRHUNDERT"
Einige Ausführungen über diese 1978-Broschüre von einem außenstehenden
Beobachter
1. Einführung
Jedes Jahr führen die Zeugen Jehovas Kongresse auf verschiedener Ebene
durch. Diese bilden im Leben der WTG jeweils Höhepunkte. Zumindest wird ein Höhepunkt
erwartet. Die Gesellschaft steht also unter einem gewissen Erfolgszwang. Mit einer hohen
Anzahl von Täuflingen kann man zumindest seit dem Jahre 1977 nicht mehr aufwarten. Auf
den Bezirkskongressen 1978 wurde eine Reihe von Publikationen neu vorgestellt. Weshalb
wurden sie herausgegeben? Beinhalten sie etwas Neues?
An Hand der Broschüre "Jehovas Zeugen im zwanzigsten Jahrhundert" möchte ich untersuchen, welchen Zweck die WTG verfolgt. Wenn man sich das Heft ansieht, überrascht schon äußerlich die Aufmachung. Gegenüber der recht "trockenen" Ausführung früherer WT's und Erwachet' besticht die Form (Illustration und Bilder).
Der Titel verrät schon den Zweck der Broschüre. Es sollen vorwiegend Interessierte angesprochen werden. Zwar sind in der letzten Zeit verschiedene Publikationen gleicher Richtung herausgekommen. Die meisten waren aber so umfangreich, daß es für Neuinteressierte eine Zumutung war, diese zu lesen.
2. Zum Inhalt
Der Leser wird persönlich angesprochen. Es wird ihm eingeredet, die
Zeugen Jehovas "sind an ihnen interessiert". Auf Grund der sinkenden
Verkündigerzahlen ist die WTG tatsächlich interessiert, neues Menschenmaterial für ihre
Zwecke gewinnen zu können. Dies sieht man schon allein daran, daß sie sich rühmt, die
wahre biblische Lehre zu verbreiten, aber die falschen Prophezeiungen, auf deren Grundlage
hunderttausende ZJ abgefallen sind, überhaupt nicht erwähnt. Entgegen der Behauptung auf
Seite 3 beweisen diese Dinge, daß der Glauben der Zeugen doch größtenteils auf
"menschliche Spekulationen und religiösen Glaubensbekenntnissen" beruht.
Wie man auch Niederlagen in Erfolge ummünzen kann, wird auf Seite 7 eindrucksvoll gezeigt. Die Z1 hatten mit Aufbietung ihres gesamten Materials (sowohl Menschen als auch moderne Technik, siehe Seite 6) verkündet, 1914 käme Harmagedon - eine Voraussage von unerhörter Bedeutung für die Menschen. Es gab kein Harmagedon, dafür aber tausende enttäuschter Bürger. Und wie interpretiert man es heute?
"1914 gingen zwar nicht alle Erwartungen in
Erfüllung
" Kommentar ist hier überflüssig.
Auf den folgenden Seiten versucht die WTG, mit ihrem Organisationsaufbau
und ihrer Technik (Druckereien) die Interessierten zu beeindrucken. Kongresse und
Druckereien können aber die zunehmende Unzufriedenheit innerhalb der ZJ nicht verhindern.
Immerhin kehrten im Jahre 1977 über 120 000 ZJ der Organisation den Rücken. (Dies ist
nur die von der WTG offiziell zugegebene Zahl, in Wirklichkeit liegen diese Zahlen weitaus
höher.)
Ein weiteres beliebtes Mittel ist, westliche Kommentatoren zu zitieren, um zu beweisen, daß wir uns in einer kritischen Zeit befinden.. Also werden Tatsachen des Kapitalismus verallgemeinert. Außerdem beziehen sich die Bibelstellen aus Lukas 21:28, 2. Timotheus 3:1-5 u. a. nicht auf unsere Gegenwart, sondern auf das Jahr 70 u. Z.
Daß Theorie und Praxis zwei verschiedene Seiten sind,
wird auf Seite 23 deutlich. Ehescheidungen sind unter ZJ keine Seltenheit, selbst Alteste
müssen sich scheiden lassen.
Durch die "theokratische Kriegslist" der ZJ werden Familien oft
gespalten und die darauffolgende Scheidung gefördert. Die Behauptung, die ZJ beteiligen
sich nicht an Politik, wird allein schon dadurch Lügen gestraft, daß in diesem Heft nur
westliche Kommentare zugelassen werden. Außerdem spricht die aggressive,
antikommunistische Haltung der Vergangenheit in dieser Hinsicht Bände.
Da auch die ersten Jünger Waffen trugen, sie
gebrauchten und auch in der Armee als Offiziere dienten, dürfte eine biblische
Begründung für die Nicht-Teilnahme am Wehrdienst nicht zutreffend sein.
Durch die Verweigerung von Bluttransfusionen stellen sich die ZJ auf die
Seite von Verbrechern, wenn sie auf Grund ihres unbiblischen Blutkultes ihre
minderjährigen Kinder opfern. Die Übertragung von Menschenblut ist in der Bibel nicht
verboten.
3. Zusammenfassung
Wir haben also gesehen, daß in dieser Broschüre solche Themen kurz
zusammengedrängt werden, die sonst ganze Bücher oder WT's füllen. Glaubwürdiger
erscheinen sie dem aufmerksamen Betrachter aber keineswegs, im Gegenteil, die Fakten der
"schwarzen Vergangenheit" der WTG wurden auch hier unehrlicherweise noch nicht
einmal angerissen.
Auch die vielen Bibelstellen, die einen NEU-Interessierten vielleicht beeindrucken könnten, sind, wenn man ihnen auf den Grund geht, sehr oft falsch angewandt und interpretiert. Natürlich hat man sich bei der äußeren Gestaltung der Zeitschrift viel Mühe gegeben. Der Schein täuscht aber.
Wohin sollen wir gehen? 1/1979
LEBENDIGES CHRISTENTUM FREIER CHRISTEN
Gedanken zum Abendmahl
Erneut jährt sich der Todestag unseres Herrn. Damit rückt auch wieder
das Abendmahl in den Vordergrund des Interesses. Wir haben für Abendmahl die Bezeichnung
Gedächtnismahl kennengelernt. Diese Formulierung ist sachlich korrekt. Wir verweisen auf
den Text von 1. Kor 7:23, der wie folgt lautet: "Ihr seid um einen Preis erkauft
worden, werdet nicht mehr Sklaven der Menschen." (NW)
Es steht völlig außer Frage, daß Jehova, Gott, selbst zur Errettung der Menschheit den höchsten Preis gezahlt hat, den ein Vater in seiner liebenden Güte überhaupt zahlen kann. Joh. 3:16,17 NW. Folglich ist die Interpretation "Gedächtnismahl" durchaus aufrechtzuerhalten. Dieser Ausdruck ruft uns den hohen Preis ins Gedächtnis, durch den wir erkauft wurden.
Bedauerlicherweise wurde dieser richtige Begriff aber wieder in Frage gestellt, indem der zweite Teil des Textes von 1. Kor. 7: durch die Schaffung einer unbiblischen "Jonadab-Klasse" bzw. "Klasse der anderen Schafe" die Mehrzahl dazu veranlaßt wurde, den "Preis" eigentlich zu mißachten und doch "Sklaven der Menschen", nämlich einer irrenden menschlichen Organisation zu werden.
In Anbetracht des wiederkehrenden Erinnerungstages des
Todes unseres Jesus Christus wollen wir schriftgemäße Hinweise geben um zu helfen, daß
dieser Tag der Erinnerung würdig begangen werden kann.
Der Prophet Jeremia sagte voraus, daß der Alte Bund durch einen Neuen
Bund ersetzt würde. Jer. 31:31-34. In jener Nacht, an die wir uns alljährlich erinnern,
indem wir das Abend- oder Gedächtnismahl feiern, bestätigte Jesus die Erfüllung des
Textes und die Einführung des Neuen Bundes. Lukas 22:28-30, Hebr. 9:17-23, Matth. 26:28,
Hebr. Kor, 3:6, 14, Gal. 4:24, Hebr. 8:6 - nach NW. Daraus ergibt sich von selbst die
zwingende Notwendigkeit, daß sich Teilnehmer des Gedächtnismahles dem Neuen Bund
zugehörig fühlen und sich seinen Bedingungen unterwerfen.
Durch die Schaffung der "Klasse der anderen Schafe" wurde große Verwirrung gestiftet über Teilnahme oder Nichtteilnahme am Gedächtnismahl. Tatsächlich genießt kaum ein Prozent der "christlichen Zeugen Jehovas" von den Symbolen. Was die "anderen Schafe" betrifft, so gibt es eine solche Klasse überhaupt nicht. Vielmehr handelt es sich dabei um Christen, die als Unbeschnittene nicht zu den Juden gehörten, aber trotzdem auf Grund der unverdienten Güte Jehovas, Gottes, Glieder der e i n e n Herde unter dem e i n e n Hirten werden. Matth. 10:5, 6, Luk, 12:32, Joh. 10:16, Apg. 10, Kol. 1 :14, 1. Joh. 2:2 - nach NW.
Nach Kenntnis solcher, von Gott selbst verbriefter
Wahrheiten ist daher jedem Christen klar, daß die Zurückweisung der Symbole eine
Willenskundgebung darstellt, die für den Betreffenden bedeutende Konsequenzen hat. 1.
Kor. 10:17 Menge, Joh. 6:53, 54 Zink, 1. Joh. 5:12 NW.
Die Durchführung des Gedächtnismahles bedarf sicherlich keiner
Erläuterung. Die Schrifttexte sind eindeutig. Siehe Matth. 26:17-30, Mark. 14:12-26, Luk,
22:7-30, 1. Kor. 11:23-26, Texte nach NW.
Wenn sich ein Christ unwürdig fühlt, vom Brot und Wein zu nehmen, so sollte er sich vorher über den Sinn von 1. Kor. 11:20-22, 27-34 NW vergewissern. Der Hinweis des Paulus an die Christen seiner Tage, daß das Abendmahl kein Freß- und Trinkgelage darstellen darf, ist kein Grund, als "anderes Schaf" die Symbole grundsätzlich abzulehnen. Es ist nützlicher für den Betreffenden, auf alle Fälle von den Symbolen zu nehmen, selbst dann, wenn es nur in der Erkenntnis von 1. Kor. 7:23 NW (Preis!!) geschieht, selbst dann, wenn man nur aus Liebe zum Herrn die Worte befolgen will, die da lauten: "Tut dies immer wieder zur Erinnerung an mich" (Luk. 22:19 NW, 1. Kor. 11:25 NW), selbst dann, wenn es nur in Gehorsam gegenüber der Weisung des Paulus geschieht, der unter Inspiration schrieb: "Denn sooft ihr dieses Brot eßt und diesen Becher trinkt, verkündet ihr immer wieder den Tod des Herrn bis er gekommen ist." 1. Kor. 11:26 NW.
Da der Herr noch nicht gekommen ist, sind weitere
Ausführungen überflüssig. Stimmten die diesbezüglichen Behauptungen bezüglich des
Jahres 1914, dann säße der Herr persönlich unter uns, und wir würden gemeinsam mit ihm
vom "Gewächs des Weinstocks" trinken, wie er das versprochen hat in Matth.
26:29 und Mark. 14:25 NW. -
Hermann Bach und Mitverbundene
Studiengruppe CV
März 1979 Potsdam/H.
"SIEGREICHER GLAUBE"? RÜCKGANG IST DIE
HAUPTTENDENZ 1978, DREI JAHRE NACH 1975
Es hat nicht einmal für den Verschleiß gereicht
Liebe Leser
Liebe Brüder und Schwestern
1978 wurde in 205 Ländern gearbeitet. Davon haben 117, mehr als die
Hälfte, einen Rückgang an Verkündigern. Die Minuszahlen sind also vorherrschend
geworden. Von dieser rückläufigen Tendenz ist das gesamte amerikanisch-europäische
Hauptbollwerk der WTG erfaßt, also Länder wie USA, Kanada, England, Frankreich, Belgien,
Niederlande, BRD und andere. Es ist klar, die Zukunft der WTG liegt nur da, wo man ihre
wirkliche Geschichte von über 100 Jahren endzeitlicher Bibelfehl- und -falschdeutung
nicht oder noch nicht kennt.
Die Zahl der Verkündiger ist weltweit um 1,4 Prozent zurückgegangen. "Zwar ließen sich 95052 Neue taufen, doch die Zahl der Königreichsverkündiger hat nicht im gleichen Verhältnis zugenommen. Im Gegenteil." (Jahrbuch 1979, S. 22) Die Ausschlüsse haben die Zahl von 29 893 erreicht. Wenn trotz ca. 95 000 Neuen bei einer Ausgangszahl von 2 117 000 (1977) ein Loch von ca. 31 000 bleibt, dann haben 1978 ca. 125 000 die Organisation wieder verlassen! Die 307 272 262 Stunden, die ohnehin eine unbestimmbare Menge Leerlauf durch Wegezeit und "Stundenschinden" beinhalten, waren also praktisch nur ein Rückwärtsgang. Wie "siegreich" ist das alles? Es wurde nicht einmal hinreichend für den Ausgleich des eigenen Verschleisses gearbeitet!
"Aus dem einen oder anderen Grund" hätten
die einen nicht regelmäßig Zeugnis gegeben und seien untätig geworden. Die wirklichen
Gründe werden damit verschwiegen. Darüber informiert CV, wie unsere Berichte über
Potsdam und Mecklenburg wieder beweisen. So ist CV wirklich von der ersten bis zur letzten
Seite unentbehrlich, um wirklich im Bilde zu sein, was wir auch von dieser Ausgabe sagen
möchten.
Herzliche Grüße in christlicher Verbundenheit
Von allen Mitarbeitern, Mitarbeiterinnen und Mitverbundenen
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"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der Studiengruppe
Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6.
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