Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 104
Bezüglich einer Imagekampgagne der Zeugen
Jehovas in Sachen Bluttransfusion wird in dieser Ausgabe aus einem einschlägigen
Gutachten zitiert, indem man auch lesen kann:
"Jehovas Zeugen werden im Zuge einer von oben angeordneten Informations-Aktion
dazu gebracht, sich schon heute für den künftigen Ernstfall festzulegen. Sie sollen eine
Entscheidung treffen, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt und in der augenblicklichen Situation
überhaupt nicht angemessen, getroffen werden kann. Denn jetzt betrachten die Zeugen
Jehovas den Fragenkomplex 'Bluttransfusion' so, wie ihn ihre Körperschaft auch sieht ....
noch ohne die letzte persönliche Betroffenheit. Sie können sich der Aktion also
schwerlich entziehen ... Tritt dann der Ernstfall ein, befindet sich der Zeuge Jehovas in
einer Zwangslage: Seine Glaubenshaltung liegt bereits schriftlich fixiert und
unterschrieben beim Arzt vor. Er müßte also wortbrüchig werden ...
Dies ist also die verborgene
Kehrseite des so harmlos aussehenden 'Feldzuges mit der 'Blut-Broschüre'". Er ist
weit eher eine verborgene Maßnahme des Gewissenszwanges gegenüber den Zeugen Jehovas als
eine Aktion zur Sicherung der Gewissensfreiheit oder der Hilfe für den Arzt und
Rechtsanwalt."
CV Christliche Verantwortung
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT
ist freie, christlich und menschlich verantwortungsbewußte Information zu
Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas und ihrer Leitenden Körperschaft, der
Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft, (WTG) und WTG-bedingten Konfliktlage der
Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung. Die Vielseitigkeit
der Darlegungen in CV widerspiegelt diese Situation und weist Wege zu ihrer Lösung. -
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.
Nr. 104 Gera März 1978
WAS HAT DIE WACHTTURM-GESELLSCHAFT IM DEUTSCHEN BEREICH
IHRES WERKES VOR?
Erstmals ein Deutscher, Martin Pötzinger, München, BRD, in der Leitenden
Körperschaft der WTG
Liebe Leser
Ganz zweifellos hat die Gesellschaft" (WTG) etwas vor! Heute
wird z. B. zugegeben, daß ein Grund, 1966 das Weltende auf 1975 festzusetzen, war, daß
damals die Verkündiger alarmierend absanken. Es galt, sie wieder anzukurbeln. Nun muß im
Jahrbuch 1978 für das europäische Hauptbollwerk, den deutschen Zweig, ein Rückgang von
bald 1000 Verkündigern zugegeben werden: Von 98 648 auf 97 760! Stillstand wäre schon
schlimm. Dies aber ist schlimmer! Rückgang! Sodann wird die WTG im deutschen Sprachraum
durch Traktate, Broschüren, Bücher und Zeitschriften einer öffentlichen Kritik
unterzogen, die es noch nie gab! Und davor ist die Organisation immer weniger
abzuschirmen! Höchste WTG-Aufseher z. B. wenden ihrer theokratischen
Kriegslist" schon gegeneinander an, nur um zu verheimlichen, daß sie CV lesen! Und
1977/78 geht die kleine Weile" des Verzuges" nach 1975 rapide dem
Ende entgegen, ohne daß es sich erfüllt! In Brooklyn indes scheint pures Abenteurertum
am Zuge zu sein. Kurzfristig wird durch die Sekretäre und neue ständige Leiter der doch
theokratische" Ältestenturnus wieder kaltgestellt. Die Blutkultfrage wird
soweit getrieben, daß Gesetzgeber sich damit befassen, die Menschenrechte verletzt werden
und die Frage des Ritualmordes an Kindern auftaucht! Geradezu klassische Beweise werden
damit geliefert, daß dieses Werk nicht von Gott ist! Der deutsche Zweig ist eine
Hauptsäule der Organisation! Soll Martin Pötzinger sie retten? Wir werden aufmerksam
verfolgen, was sich jetzt im deutschen Zweig tut!
Lest diese CV-Ausgabe. Sie wird mit Sicherheit allen Aufrichtigen weiteren
wichtigen Aufschluß geben.
Vergewissert euch über alle Dinge Haltet, fest an dem, was recht ist
1. Thess. 5:21 NW
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WIR LESEN IN DIESER AUSGABE
In der Blutfrage geht die Organisation eindeutig zu weit!"
Folgenschwere Unruhen bahnen sich an
Das Kind starb, weil Jehova es so will"?
Bundesministerium in Bonn befaßt sich mit dem WTG-Blut kult.
Wachtturmgesellschaft im Widerspruch zu Menschenrechten!
UN-Menschenrechtserklärung, KSZE-Schlußakte von Helsinki,
Jehovas Zeugen durch WTG außerhalb grundlegender Menschenrechte gestellt.
Mutige öffentliche Entscheidung:
Vom Zeugen Jehovas zum Zeugen Jesu Christi
Warum ich mit den Zeugen Jehovas" brach
Angst vor dem Alleinsein, vor Schmach und Ehrabschneiderei
Erfahrungsberichte
Zur Bedeutung der Auseinandersetzung in Dresden-Leubenzschachwitz
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IN DER BLUTFRAGE GEHT DIE ORGANISATION EINDEUTIG ZU WEIT"
Folgenschwere Unruhen bahnen sich an
WTG-Organisation hinter angeblicher Privatentscheidung verbergen
Seit Jahresanfang wird überall die WTG-Weisung sichtbar, zu seinem
Privatarzt zu gehen und dort zu erklären und in die Behandlungsakten zu geben, daß man
in irgendeinem künftigen Fall die Bluttransfusion verweigert. Wer diese Erklärung nicht
abgibt, wird nicht nur verdächtigt, er wolle im Ernstfall sein Leben retten, versuche
also, die Organisation zu überrumpeln, er wird sogar mit Gemeinschaftsentzug bedroht, mit
Abschneiden vom ewigen Leben" also. Er bekommt allerdings kein vorgedrucktes
Formular, das er nur zu unterschreiben und abzugeben hat, aus bestimmten Gründen nicht,
er muß es selbst sozusagen privat abdecken.
Es ist natürlich große Einfalt zu glauben, auf diese Weise könnte die WTG-Organisation verborgen bleiben. Jeder andere kann mit Leichtigkeit erkennen, daß die Behauptung einer Privatinitative vor dem Arzt eine Lüge. ist, denn kein Zeuge Jehovas ist bisher allein darauf gekommen. Jeder muß erst die WTG-Schriften und Anweisungen haben, ehe er das überhaupt nur begründen" kann, denn in der Bibel findet niemand etwas zu Bluttransfusionen gesagt. Das gab es zu biblischen Zeiten überhaupt nicht. Keiner kann das also vor seinem Arzt mit der Bibel begründen. Er muß über das geschriebene Wort hinausgehen. 1. Kor. 4:6. So ist dies das erste Problem, den Arzt hinters Licht zu führen und zu belügen.
Die Organisation will jeden festnageln
Was soll das eigentlich, jeden per Glaubens- und Gewissenszwang zu
zwingen, schon vorher schriftlich zu erklären, daß er im Ernstfall eine Bluttransfusion
verweigert und lieber in den Tod gehen will? Für fast alle gibt es tatsächlich nie im
Leben einen solchen Ernstfall. Nur wenige geraten in solche Lebensgefahr. Wieso soll man
sich schon vorher als potentielle Märtyrer" und Todeswilliger festnageln? Was,
wenn die WTG diese Lehre wieder ändert? Solche Fragen tauchen auf. Woher nimmt die WTG
überhaupt das Recht, alle zu zwingen, sich bei Weltmenschen", was Ärzte doch
mehr oder weniger sind, gegebenenfalls dem Tode zu verschreiben? So fragen sich andere. Wo
bleibt da die persönliche Freiheit der Gottesanbetung, wer da will, nehme das
Wasser des Lebens umsonst"? Wird die WTG nun nicht zum Moloch, dem man sich schon
lebendig verkaufen muß? So wird nicht nur gezögert, zum Arzt zu gehen und seine
Privaterklärung" abzugeben. Viele schieben es vor sich her, oder
vergessen" es immer wieder, so daß gar mancher Älteste sich inzwischen vor
der inquisitorischen Aufgabe sieht, zu sehen, was los ist. Denn sie erkennen sehr
deutlich, daß sie hier etwas erzwingen müssen, was überhaupt keine aktuelle
Berechtigung hat, was für fast alle überhaupt nicht zur Diskussion steht. Es dämmert
ihnen, daß es etwas Ungeheuerliches ist, die Verkündiger zu zwingen bei Strafe ihres
Gemeinschaftsentzuges, daß sie hingehen und sich schriftlich verpflichten, für eine
WTG-Bibelauslegung gegebenenfalls in den Tod zu gehen, die die WTG wie jede andere ihrer
Bibeldeutungen demnächst wieder ändern kann! Sie fühlen, daß sie damit die
Verantwortung für einen solchen Tod übernehmen, und daß sie ein Brandmal
lebenslänglicher Gewissensqual haben werden, wenn die WTG eines Tages die Bibel wieder
anders auslegt.
Warum die WTG jetzt nach 1975 auch auf diese Weise jeden festnageln will, ist nicht schwer zu erraten. Wer jetzt zu seinem Arzt geht, und auf WTG-Weisung dort gegebenenfalls sein Leben verpfändet und das auch noch schriftlich erklärt, wie besser" könnte er sich auf Gedeih und Verderb der Organisation ausliefern? Es ist die neueste Methode der WTG, sich schon vorher der Hingabe aller unter ihre Führung, und wenn es das Leben kostet, zu versichern. Sie sieht einen furchtbaren Aderlaß auf sich zukommen, wenn allen klar wird, daß die 1914-Generation ebenfalls vergangen ist!
Um das zu überleben, soll unbedingt ein fester Kern erhalten bleiben, der schon vorher auf die verschiedenste Weise festgenagelt wird! Die WTG ist nicht die erste Organisation, die mit Blutverherrlichung die Emotionen aufgepeitscht hat.
Der Widerspruch zur christlichen Taufe bricht auf
Die Auseinandersetzungen entzünden sich vor allem daran, daß
Zeugen-Eltern für ihre unmündigen Kinder entscheiden sollen, daß auch sie dem
WTG-Blutkult gegebenenfalls geopfert werden. Hier wird es in der Tat-kriminell.
Nicht nur vor dem Gesetz haben die Eltern- kein Recht über Leben und Tod ihres
Kindes. Nach biblischem Taufverständnis hat weder die WTG noch haben Zeugen-Eltern ein
Recht, irgendjemanden, der sich noch nicht einer freiwilligen Erwachsenentaufe unterzogen
hat, unter irgendeine Lehre zu beugen, die als christlich verkündet wird bzw. die
christlich ist. Ein minderjähriges Kind muß erst die Gelegenheit erhalten,
heranzuwachsen, um zum Glauben kommen zu können und sich dann taufen zu lassen. Wenn die
WTG anderen Kirchen zum Vorwurf macht, sie würden mit der Kleinkindertaufe die
Kleinkinder unter den Kirchenglauben vergewaltigen, wie wohl dazu noch einiges gesagt
werden müßte, so muß gegen die WTG die Anklage erhoben werden, daß sie im Widerspruch
zum Prinzip der Erwachsenentaufe noch Ungetaufte schon unter ihre Blutlehren beugt und
ohne Rücksicht hierauf gegebenenfalls sogar in den Tod schickt! Die Kleinkindertaufe mag
in diesem Vergleich ein nichtchristliches Ritual sein. Die Kinderopfer für die
WTG-Blutlehren sind Ritual-Mord. Es wird immer deutlicher, wie der Widerspruch der
WTG-Blutlehren zum Prinzip der christlichen Erwachsenentaufe mehr und mehr bewußt wird.
Da es hierbei um die Verantwortung für Menschenleben geht, ist dieser Widerspruch für
die WTG tödlich.
Die WTG überspannt den Bogen
In der Blutfrage geht die Organisation eindeutig zu weit!"
Diese Ansicht breitet sich immer weiter aus. Diejenigen in der Leitenden Körperschaft der
WTG, die für das Hochpeitschen dieses Blutkultes jetzt nach 1975 verantwortlich sind,
haben sich in ihrer Kalkulation in mindestens zwei Punkten katastrophal verrechnet. Europa
ist nicht gleich Amerika, und das christliche Taufprinzip ist ihr Todesurteil, weil es
zeigt, daß ihr Werk nicht von Gott ist. -
K. O.
DAS BUNDESMINISTERIUM FÜR JUGEND, FAMILIE UND
GESUNDHEIT IN BONN, BRD, BEFASST SICH MIT DEM WTG-BLUTKULT
Das Kind starb, weil Jehova es so will" - Dokumentierung
In Nr. 8, XIII/77 Orientierungen und Berichte" befaßt sich die
Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Stuttgart, BRD, mit der
gegenwärtig laufenden WTG-Blutkult-Großaktion, alle Zeugen Jehovas zu zwingen, sich
schon im voraus für den Ernstfall einer Bluttransfusion gegebenenfalls auf Menschenopfer,
die eigene Person, oder die Kinder, festzulegen. Ausgangspunkt ist der Fall des
Minderjährigen Markus Krüger aus Hamburg, Kind von Zeugen Jehovas, dem seine Eltern 1976
nach einem Schädelbasisbruch durch Sturz aus einem 6 Meter hohen Balkon die
lebensrettende Bluttransfusion verweigerten, so daß das Kind starb. Das Kind starb,
weil Jehova es so will", überschrieb ein Pressebericht diesen Vorfall. Zu Unrecht?
Kein Menschenopfer dem Jehova"?
Es folgen wesentliche Auszüge aus diesem EZW-Bericht
Nr. 8, die eine gute Übersicht ermöglichen. Der Bericht umfaßt insgesamt 24 Seiten.
Zum Fall des Markus Krüger
Ein solcher Bericht erschüttert. Welche Verirrungen liegen hier
vor! Wie muß das natürliche Empfinden liebevoller Eltern manipuliert und verfälscht
worden sein, daß sie sich zu einer solchen Haltung gezwungen sehen?
Im November dieses Jahres veranstaltete die Zeugen-Jehovas-Organisation
eine großangelegte Aktion, die in Bezug auf diese Frage einen vom christlichen und auch
vom rechtlichen Standpunkt aus kaum mehr vertretbaren Zwang auf das Gewissen ihrer
Anhänger ausübt."
Das Ausmaß der Aktion
Neu ist, daß diese Aktion erstmals auf eine bestimmte Zielgruppe
ausgerichtet ist . . . ausdrücklich Angehörige des Ärztestandes und verwandter
Berufe". Und in dem internen Anweisungsblatt der Zeugen Jehovas "Unser
Königreichsdienst" Oktober 1977, heißt es, beide Schriften sollten allen
Ärzten, Leitern von Krankenhäusern dem gesamten Pflegepersonal", darüber hinaus
allen Richtern und Rechtsanwälten übergeben werden." Das wird unterstrichen
durch die Feststellung, daß es in der Bundesrepublik ungefähr 115 000 Ärzte,
über 40 000 Richter und Rechtsanwälte und etwa 240 000 Krankenschwestern und
Krankenpfleger" gäbe. Es handelt sich demnach um eine gezielte und mit aller Energie
betriebene Aktion."
WTG-Zweigbüro in Wiesbaden weicht der Antwort aus
Je sorgfältiger man die Texte liest und je genauer man sich mit der
ganzen Aktion befaßt, desto offenkundiger wird, daß hier die Freiheit der
Gewissensentscheidung, die als ein grundlegendes Menschenrecht" eigens
angesprochen wird, auf drastische Weise eingeschränkt wird. Es wird nicht biblisch oder
theologisch argumentiert, nicht das Für und Wider erörtert und dann dem Zeugen Jehovas
ans Gewissen gelegt, mit seinem Gott auszumachen, wie er sich zu verhalten habe. Die
Entscheidung wird ihm vielmehr abgenommen, er wird manipuliert, indem mit großer
Selbstverständlichkeit gesagt wird: Wir als Zeugen Jehovas lehnen Bluttransfusion
aus religiösen Gründen ab, wir sind der Auffassung, daß die Bibel Christen verbietet,
Blut in sich aufzunehmen . . . Wir möchten nicht . . . Das ist unsere Verantwortung .
"
Wer steht hinter diesem ,Wir'? Es gibt keine Verpflichtung, die ein Zeuge, Jehovas etwa bei seiner Taufe zur Kenntnis nehmen oder unterschreiben müßte, und die von ihm Eine 'Ablehnung von Blut' verlangen würde, so wie ein Novize eines zölibatären Ordens offen und klar gesagt bekommt, daß er als Mitglied dieses Ordens nicht heiraten kann. Zeugen Jehovas werden zu nichts verpflichtet. Somit ist dieses anspruchsvolle 'wir' rechtlich ungedeckt. Es ist ein den Zeugen Jehovas heimlich vereinnahmendes ,wir'. 'Heimlich', weil die Wachtturm-Gesellschaft immer, wieder ausdrücklich die Freiheit des Glaubens betont."
"Allein die Bibelargumentation der Wachtturm-Gesellschaft und die theoretischen Folgerungen daraus üben eine solche suggestive Macht aus, daß der Zeuge Jehovas zu einer wirklich eigenständigen Urteilsbildung und Entscheidung so gut nicht mehr fähig ist. Jeder Kenner der Wachtturm-Organisation weiß, daß in diesem System kein Raum ist, eine freie Gewissensentscheidung auszuüben.. Die Gewissens- und Glaubensfreiheit ist in der Literatur der Zeugen Jehovas auch kein Punkt, der intensiv und grundsätzlich - das heißt in seinen Auswirkungen auch der Leitenden Körperschaft" der Zeugen Jehovas gegenüber - besprochen würde. So berichtet ein aktiver Zeuge Jehovas in, bezug auf die, hier besprochene Aktion: " Es wurde (in der Versammlung) nicht ausdrücklich erwähnt, daß diese Haltung der Blutfrage eine Gewissensentscheidung des einzelnen bleibt. Die Ausführungen der Broschüre heben das Blutverbot ja in den Rang eines für jeden Christen verbindlichen Gebotes."
"Die Wachtturm-Gesellschaft, Deutscher Zweig, in Wiesbaden wich einer direkt an sie gerichteten Anfrage aus; offensichtlich konnte oder wollte sie auf die Frage: in welcher Form wird bei dieser Aktion den Zeugen Jehovas bewußt gemacht, daß es sich bei der Verweigerung einer Bluttransfusion in jedem Fall um einen Akt der freien Gewissensentscheidung handelt", keine Antwort geben."
Das Bundesministerium für Jugend, Familie und
Gesundheit in Bonn schaltet sich ein
Genau genommen wird hier die Gewissensentscheidung des einzelnen,
auf die alles aufgebaut ist, unterwandert: Jehovas Zeugen werden im Zuge einer von oben
angeordneten Informations-Aktion dazu gebracht, sich schon heute für den
künftigen Ernstfall festzulegen. Sie sollen eine Entscheidung treffen, die zum
gegenwärtigen Zeitpunkt und in der augenblicklichen Situation überhaupt nicht
angemessen, getroffen werden kann. Denn jetzt betrachten die Zeugen Jehovas den
Fragenkomplex Bluttransfusion" so, wie ihn ihre Körperschaft auch sieht ....
noch ohne die letzte persönliche Betroffenheit. Sie können sich der Aktion also
schwerlich entziehen
Tritt dann der Ernstfall ein, befindet sich der Zeuge Jehovas
in einer Zwangslage: Seine Glaubenshaltung liegt bereits schriftlich fixiert und
unterschrieben beim Arzt vor. Er müßte also wortbrüchig werden
Dies ist also die verborgene Kehrseite des so harmlos aussehenden Feldzuges mit der Blut-Broschüre". Er ist weit eher eine verborgene Maßnahme des Gewissenszwanges gegenüber den Zeugen Jehovas als eine Aktion zur Sicherung der Gewissensfreiheit oder der Hilfe für den Arzt und Rechtsanwalt:
Das Bundesministerium für Jugend, Familie und
Gesundheit" hat demzufolge, auch, eine Prüfung der mit dem "Feldzug" der
Zeugen Jehovas aufgeworfenen Fragen erbeten."
Dürfen Jehovas Zeugen ihre Kinder dem WTG-Blutkult opfern? Zur Rechtslage
in der BRD
Ein heiß umstrittener Punkt in diesem Fragenkomplex die Handhabung
des Elternrechts bzw. des Sorgerechts über nicht voll einsichtsfähige Personen. Kann
eine Person den sie selbst verpflichtenden Glauben zum alleinigen Maßstab auch ihrer
Entscheidung für eine andere Person machen? - das ist die Frage. Die Bremischen
Ärzterichtlinien verneinen das
In gleiche Richtung weisen verschiedene Urteile (z.
B. das Urteil vom 10. 10.1967 des Oberlandesgerichtes Hamm
Der nichtmündige Mensch
ist demnach nicht ausschließlich von. seinen Eltern bzw. seinem Vormund
abhängig
Die Erhaltung des Lebens eines Menschen, dem auf Grund gesetzlicher
Verpflichtung Hilfe zu leisten ist, oder für den auf Grund einer Garantenstellung eine
besondere Sorgepflicht besteht, stellt ein so überragendes Rechtsgut dar, daß in dessen
Interesse auch eine entgegenstehende religiös fundierte Gewissensentscheidung keine
Berücksichtigung finden kann, kommentiert J. Listl das Urteil des OLG Hamm."
In der nächsten CV-Ausgabe zu diesem WTG-Blutkult:
- Beweis, daß Blutverbot kein Gebot Gottes ist!
- Ist die Blut-Aktion der WTG grundgesetzwidrig?
WACHTTURMGESELLSCHAFT DER ZEUGEN JEHOVAS IM WIDERSPRUCH
ZU ERKLÄRTEN MENSCHENRECHTEN
Jehovas Zeugen durch die WTG außerhalb grundlegender Menschenrechte
gestellt
Eine unumgängliche Frage nach 1975 für den rechten Weg als freier Christ
Es gibt mehrere Gründe für unser Thema. Einmal das persönliche,
familiäre, berufliche und soziale Interesse eines jeden, das nach 1975 neu durchdacht
werden muß. Ist doch wieder ein Weltende nicht gekommen. Es ist auch die Situation, die
die WTG durch die bekannte Politik in ihrer Verkündigung heraufbeschworen hat. Und es ist
nicht zuletzt das zunehmende Verbot in immer mehr Ländern, besonders
Entwicklungsländern. Dort gerät nämlich die WTG gleichsam auf den jüngsten Prüfstand,
ob ihrer Tätigkeit echte Hilfe aus menschlicher und sozialer Not ist oder nicht. 46
Länder sind es schon, in denen heute die WTG verboten bzw. eingeschränkt ist. Und
schließlich ist es der Anspruch der WTG auf die erklärten Menschenrechte für ihre
Tätigkeit Ein Anspruch, den sie nicht zufällig nach 1975 lauter denn je erhebt, um alle
weiter in der Organisation zu halten und ihre Kritiker und Gegner ins Unrecht zu setzen.
Durch die Wachtturm-Verkündigung mißachtete
Menschenrechte
Wir wollen nun grundlegende Menschenrechte für alle Menschen aufzählen,
die durch die WTG-Verkündigung und WTG-Tätigkeit überall, wo sie wirksam wird,
mißachtet, eingeschränkt oder gar völlig unterdrückt werden. Aus der Allgemeinen
Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dez. 1948 kommt u. a.
folgendes in Betracht.
Artikel 3
Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit seiner
Person."
Die WTG verneint und verhindert durch ihr Blutkult-Dogma im Ernstfall das
Recht auf Leben unmündiger Kinder. (Broschüre Jehovas Zeugen und. die Blutfrage, S. 33
ff, WTG 1977)
Artikel 19
Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung." Die
WTG verneint und verhindert durch Bedrohung mit Vernichtung durch Gott jede Freiheit der
Kritik an ihrer Tätigkeit in ihrem Einflußbereich. (WT 15. 5 1955, S. 316, 1. 7. 57, 5.
408, 412)
Artikel 20
Niemand darf gezwungen werden, einer Vereinigung anzugehören."
Die WTG bedroht jeden, der ihre Gemeinschaft oder Vereinigung verlassen
will, als Abtrünnigen mit Diffamierung, Verleumdung, Rufmord und mit Vernichtung durch
Gott und Verlust des Lebens. (WTG-Buch Neue Himmel und eine neue Erde, S. 325)
Artikel 21
Jeder Mensch hat das Recht, an der Leitung der öffentlichen
Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter
teilzunehmen."
Durch ihre Verkündigung, wer Politik treibt, macht sich dadurch zum
Feinde Gottes und kommt zur Vernichtung in Betracht", vernichtet die WTG unter den
Gläubigen jedes Recht auf Teilnahme an der Leitung der Angelegenheiten des Landes. (WT
vom 1. 1. 1957, S. 5-8)
Artikel 23
Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl."
Die WTG bekämpft mit ihrer Endzeit-Verkündigung jede Berufstätigkeit, die sie mit ihrer
Weltende-Verkündigung nicht gebrauchen kann. (Jahrbuch 1978, S. 15)
Artikel 26
"Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung. Die höheren Schulen sollen
allen nach Maßgabe ihrer Fähigkeiten und Leistungen offenstehen."
Die WTG behindert, verhindert und verschließt durch ihre
Endzeitverkündigung den Jugendlichen in ihren Reihen generell den Besuch höherer Schulen
und Universitäten. (KRD 1/1964, WT 15. 6. 1969, S. 363, WT 1. 11. 1975, S. 643f.)
Artikel 26,2
Bildung soll Verständnis, Duldsamkeit und Freundschaft zwischen allen
Nationen und allen rassischen und religiösen Gruppen fördern und die Tätigkeit der
Vereinten Nationen zur Aufrechterhaltung des Friedens begünstigen."
Die WTG fördert nicht, sondern bekämpft mit der von ihr vermittelten
Bildung besonders haßerfüllt die friedliche Koexistenz und Freundschaft mit den
sozialistischen Ländern und Nationen. Mit der WTG-Bildung wird unter den religiösen
Gruppen schärfste Unduldsamkeit verbreitet, indem alle anderen als zu hassende
unbußfertige Huren", als Tempelprostituierte", als gierige
Priesterschaft" und voll von abscheulichen Dingen und Unreinigkeiten ihrer
Hurerei" öffentlich in Verruf gebracht werden, deren Vernichtung als
Genugtung" zu betrachten sei. (Babylon-Buch, Seiten 577, 578, 582,583):
Die Friedensbemühungen der Vereinten Nationen werden unter heuchlerischem Mißbrauch der Bibel als nutzlos" und "rebellisch gegen Gott", als eine internationale Verschwörung gegen Gott", als Götzendienst", eines vernichtungswürdigen "Tieres aus dem Abgrund" verteufelt und bekämpft. (WT 15. 12. 1974, S. 744, Babylon-Buch Seiten 585, 587, 591, 595) Der heuchlerische Mißbrauch der Bibel hierbei wird offenbar, wen man sich vergegenwärtigt, daß seinerzeit das Haager Schiedsgericht als göttliche Wahrheit über jenes Tier" verbreitet wurde, was jetzt bewußt vertuscht wird.
Artikel 30
Keine Bestimmung der vorliegenden Erklärung darf so ausgelegt
werden, daß sich daraus für einen Staat, eine Gruppe oder eine Person irgendein Recht
ergibt, eine Tätigkeit auszuüben oder eine Handlung zu setzen, welche auf die
Vernichtung der in dieser Erklärung angeführten Rechte und Freiheiten abzielen."
Die WTG verkörpert eine Gruppe wie nachgewiesen, die in ihrem Einflußbereich eine Tätigkeit ausübt und Handlungen setzt, welche zahlreiche in dieser Erklärung angeführten Rechte und Freiheiten einschränkt, behindert, verweigert oder vernichtet. Sie ist damit als eine Organisation erwiesen, die sie gewinnt, außerhalb grundlegender Menschenrechte stellt.
WTG-Verkündigung verletzt Menschenrechte der
KSZE-Schlußakte
Die Schlußakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in
Europa (KSZE) vom 1. August 1975 unter Teilnahme aller europäischer Staaten, des
Vatikans, der USA und Kanadas, besagt über die Menschenrechte und Grundfreiheiten, über
die Gedanken-, Gewissens-, Religions- und Überzeugungsfreiheit in Punkt VII:
Die Teilnehmerstaaten werden die wirksame
Ausübung der zivilen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen sowie anderen
Rechte und Freiheiten, die sich alle aus der dem Menschen innewohnenden Würde ergeben und
für seine freie und volle Entfaltung wesentlich sind, fördern und ermutigen.
Sie werden diese Rechte und Freiheiten in ihren gegenseitigen Beziehungen
stets achten und sich einzeln und gemeinsam, auch in Zusammenarbeit mit den Vereinten
Nationen bemühen, die universelle und wirksame Achtung dieser Rechte und Freiheiten zu
fördern.
Auf dem Gebiete der Menschenrechte und Grund werden die
Teilnehmerstaaten in Übereinstimmung mit Zielen und Grundsätzen der Charta der Vereinten
und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte handeln."
Die Wachtturm-Tätigkeit arbeitet wie die Beispiele zeigen, zahlreichen
zivilen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten und Freiheiten
entgegen; entmutigt, ja, vernichtet sie in ihrem Einflußbereich.
Dies ist u. a. der Hauptgrund des Verbots in
zahlreichen Entwicklungsländern.
Es ist darum in völliger Übereinstimmung mit Menschenrechten, wenn die
Wachtturm-Gesellschaft gezwungen diese Rechte und Freiheiten wirksam zu achten.
KSZE-Schlußakte verlangt permanentes Vorgehen auch gegen die WTG
Im Memorandum an den Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen
vom Kolloquium über die Rolle der Kirchen bei der Anwendung der Schlußakte der Konferenz
über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) in Montreux, Schweiz, vom 24. bis 28.
Juli 1976 heißt es:
Religionsfreiheit darf weder losgelöst von der Sorge um andere grundlegende Menschenrechte betrachtet noch verwechselt werden mit der Beanspruchung besonderer Privilegien für bestimmte Religionsgemeinschaften. Der Verlust von Privilegien ist nicht zwangsläufig als eine Verletzung der Religionsfreiheit anzusehen. Die Kirchen müssen ihr eigenes Verhalten, mit dem sie unter Berufung auf die Religionsfreiheit andere grundlegendere Menschenrechte unterdrückt haben, einer permanenten Kritik unterziehen." (CCIA, News Letter 1976/Nr. 4)
Die Wachtturm-Gesellschaft betrachtet wie nachgewiesen ihre Religionsfreiheit losgelöst. von zahlreichen andern grundlegenden Menschenrechten, die sie in ihrem Einflußbereich unterdrückt oder vernichtet. Sie hält das obendrein tatsächlich noch für ihr Vorrecht" oder Privileg.
Es ist nun keine Verletzung der Religionsfreiheit, keine Christenverfolgung, wo sie gezwungen wird, diese Vorrechte" oder Privilegien, aufzugeben und auch die anderen grundlegenden Menschenrechte zu achten. Noch fährt sie jedoch fort, unter Berufung, auf Religionsfreiheit andere grundlegenden Menschenrechte, wie gezeigt, zu behindern oder zu unterdrücken. Die grundlegenden Menschenrechte verlangen jedoch die Kritik, Zurückweisung und Unterbindung solcher Unterdrückungen.
Wie wir sehen, kann sich keine Kirche oder
Religionsgemeinschaft auf die Dauer einer solchen permanenten Kritik entziehen. Die
Gemeinschaft der Zeugen Jehovas unter der WTG ist da nicht ausgenommen. Allerdings
erfordert das die Opposition gegen die praktizierte, Unterdrückung von Menschenrechten
seitens der WTG, was bei Uneinsichtigkeit bis zum Verbot solcher menschenrechtswidrigen
Tätigkeit führen kann, was sich bis 1977/78 mehr oder weniger schon in 46 Staaten der
Erde ereignet hat. Wahrscheinlich können Jehovas Zeugen solche schmerzlichen
Auseinandersetzungen und Entwicklungsprozesse nicht erspart bleiben. Es muß meistens erst
zu Auseinandersetzungen kommen, um Recht und Unrecht voneinander zu scheiden Mögen sich
alle Betroffenen vor Augen führen: Die allgemeinen und sozialen Menschenrechte sind
fundamental, auch für Christen! Könnte etwa ein Verhungerter Gott dienen?
- P -
VOM ZEUGEN JEHOVAS ZUM ZEUGEN JESU CHRISTI!
Warum ich mit Jehovas Zeugen" brach
Sommer 1950. Als neunzehnjähriger, evangelischer junger Mann komme ich
ins Gespräch mit "Jehovas Zeugen". Ein Gespräch ungleicher Partner! Sie sind
für die Diskussion mit Andersdenkenden geschult. Sie haben auf jede Frage eine Antwort,
auf jeden Einwand, ein Gegenargument. Dreimal in der Woche kommen sie zusammen, um sich,
rüsten zu lassen, Menschen für ihre theokratische Organisation" zu gewinnen.
Und was hatte ich ihnen damals entgegenzusetzen? - Allzuwenig! Meine Generation hat das Strammstehen und das Grüßen gelernt. Wir haben gelernt, Hitler zu ehren und Gott zu leugnen. Wir sollten den Staat lieben und Christus hassen, den Krieg verherrlichen und Glaubensmenschen als artfremde Schwächlinge verachten. Wie sollte ich jetzt gerüstet sein, dem Zugriff dieser-Bewegung zu begegnen? Schon nachdem ich mich kurze Zeit mit den Schriften der Zeugen Jehovas" beschäftigt habe, komme ich zu dem Entschluß, selbst ein Glied der Neuen-Welt-Gesellschaft" zu werden. Bald besuche ich die Versammlungen und gehe mit der Wachtturm-Literatur von Haus zu Haus, erkläre meinen Austritt aus der evangelischen Kirche und lasse mich-bei den "Zeugen" taufen. Das bedeutet: Nun gehöre ich zu der glücklichen Neuen-Welt-Gesellschaft", wie der Wachtturm diese Organisation so gerne nennt. In ihrer Mitte soll die Bibel als alleiniger Maßstab gelten. Sie will zum ursprünglichen Christentum zurückgekehrt sein, und bei Ihr ist alles ganz freiwillig".
Doch die Organisation der Zeugen Jehovas" hält nicht, was sie laut prahlend immer wieder verspricht. So sehr ich mich zunächst auch bemühe, meine Augen zu verschließen: Die Wirklichkeit der vielgepriesenen Neuen-Welt-Gesellschaft" sieht ganz anders aus. Nicht die Bibel, sondern die Schriften der Wachtturm-Gesellschaft und ihre besondere Bibel - Auslegung sind letztgültige Autorität!
Und sie enthalten nicht das versprochen ursprüngliche Christentum, wie ich bald entdeckte, sondern eine Sammlung menschlicher Lehren (zu deren Erweis zwar viele zusammenhangslose Bibelstellen "herhalten" müssen), die aber weit über das biblische Christentum hinausgehen. (2. Joh. 9), und statt der verheißenen Atmosphäre der Freiheit finde ich nur organisatorischen Zwang, geistige und geistliche Uniformierung und Gewissensknechtschaft.
Das treibt mich zum Lesen der Bibel
Und nach der Entdeckung der Wirklichkeit der
Neuen-Welt-Gesellschaft" kommt es zur Entdeckung meiner eigenen Wirklichkeit:
So wie ich bin, kann ich nicht vor Gott bestehen. Ich bin ein Sünder. Und aus dieser
Stellung kann mich die Wachtturm-Organisation nicht retten, auch nicht das
angelernte Wissen, die Erkenntnis", auch nicht der noch so eifrige
"Felddienst" von Haus zu Haus. Denn ich habe keinen Frieden mit Gott, weil ich
keinen Heiland habe. Daß es durch Jesus Christus eine Heimkehr gibt in die Gemeinschaft
mit Gott, daß Gott allen, die zum Sohne kommen, Vater sein will und sie seine Kinder sein
dürfen, denen er sagt: Mein Kind, du bist mir recht, und deine Sünden sind dir
vergeben" - das alles hat mir die Wachtturm-Religion nicht gesagt. Das finde ich erst
jetzt beim Lesen der Bibel (Joh. 1, 12; Röm. 8, 15. 16; 5, 1. 2). Das herrliche
Evangelium von der Gnade Gottes leuchtet vor meinem inneren Auge auf. Ich darf es
erkennen: Das Heil, ist ganz allein in Jesus Christus zu finden, Heil für alle Menschen.
Darum muß ihnen das Evangelium vom gekreuzigten Christus" verkündigt werden.
(1. Kor. 1, 23; 2, 2)
Was aber hat die Wachtturm-Gesellschaft uns verkündigt
und weiterzuverbreiten geboten?
Statt der Frohbotschaft vom Heil in Christus die Drohbotschaft von der
Schlacht von Harmagedon. Und statt von dem lebendigen Herrn, der für uns gekreuzigt und
auferstanden ist, zu zeugen, sollen wir von der Theorie, daß 1914 das Königreich Jehovas
begonnen habe, Zeugnis geben. Mit Erschrecken lese ich die Warnung des Apostels Paulus:
Wenn euch jemand ein anderes Evangelium predigt, er sei verflucht!" (Gal. 1,
8.9). Dies Wort trifft mein Gewissen: Kann ich da noch in dieser Sekte bleiben? Ich bin
von Tür zu Tür gegangen und habe den Leuten gesagt: Eure Kirche lehrt anders als
die Schrift, darum geht aus ihr hinaus." Nun muß ich, erkennen, daß meine eigene
Kirche" ein anderes Evangelium hat als die Bibel. Muß ich sie da nicht
verlassen? Doch dieser Gedanke ist schon Ketzerei in den Augen der Zeugen".
Wer sich. von der Wachtturm-Gesellschaft löst und ihre
Organisation verläßt, soll umkommen wie die Rotte Korah, die gegen Mose rebellierte:
Die Abtrünnigen
lassen ihren Namen zum Fluchwort zurück und werden
hinausgeworfen,
werden von allem künftigen Leben abgeschnitten", sagt eins ihrer
Bücher.
So stehe ich also vor der Wahl
So stehe ich also vor der Wahl, entweder bei den Zeugen" zu
bleiben und ihr falsches Evangelium zu verkündigen (das bringt min Gottes Zorngericht ein
nach Gal. 1,8), oder die Organisation zu verlassen (das hat zur Folge, als Ketzer und
Abtrünniger von den Zeugen Jehovas" verdammt zu werden). Was soll ich tun? Wem
soll ich mehr glauben, Gott oder Menschen? Zunächst schwanke ich.
Dann aber fällt die Entscheidung: Man muß Gott mehr gehorchen als Menschen. Auch wenn dieser Weg viel Anfeindung und Schmach bringt von seiten der ehemaligen Mitverbundenen - ich will den Weg des Glaubens gehen. In den Wintertagen des Jahres 1956 ruft mich die Stimme des guten Hirten, Jesus Christus; aus der Diktatur der Wachtturm-Organisation heraus. Er ruft mich zu sich: Alles, was mir der Vater gibt, kommt zu mir, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen!" Nun darf ich's erkennen, daß Er für mich gestorben ist, daß Er mich mit dem Vater versöhnte.
Und in meinem Herzen wirkt Er Glauben und Vertrauen zu ihm und die Bereitschaft, Seinen Namen zu bekennen. Der Bann der un-"theokratischen Organisation" ist gebrochen für immer. "Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält."
Auch an das deutsche Zweigbüro der
Wachtturm-Gesellschaft richtete ich einen Brief
In den folgenden Wochen und Monaten sage ich den mir bekannten
Zeugen Jehovas" vom biblischen Glauben, der sich nicht an eine Organisation
klammert - sie heiße, sie wolle - sondern an eine Person: an den lebendigen Herrn Jesus
Christus. Auch an das deutsche Zweigbüro der Wachtturm-Gesellschaft richte ich einen
Brief mit diesem Zeugnis. Noch ehe ich die Antwort erhalte, lösen sich etwa 15
Zeugen Jehovas" meiner Heimatversammlung und der Nachbargruppen von der
Wachtturm-Organisation, um auch den Weg der Jesus-Nachfolge, zu gehen.
Die Zeugen Jehovas". beantworten unsere Abtrünnigkeit" mit der Exkommunikation (Gemeinschaftsentzug"). Das bedeutet, daß kein Zeuge" mehr mit uns reden darf, noch uns grüßen, noch ins Haus aufnehmen. Als Begründung heißt es in dem mir damals übersandten Schreiben:- völlig außer Harmonie mit der neuen Welt- bzw. Wachtturm-Gesellschaft". Das bin ich allerdings, und das möchte ich, auch immer bleiben. Mit einer religiösen Diktatur, die in' ihrer Lehre nicht bei der Bibel blieb und die in ihren vermessenen Hoheitsansprüchen (Mitteilungs- und Verbindungskanal Gottes" usw.) sich an Christi Statt zu stellen wagt und die zugleich alle Andersgläubigen, die nicht zu ihr kommen, in richterlicher Weise verurteilt, will ich keine Gemeinschaft.
Und alle meine Felddienst"-Leistung?
Und alle meine Felddienst-Leistung"? Und meine tiefere
Erkenntnis"? Und die vorher so freundschaftliche Verbindung mit vielen
Zeugen".? Ist dass alles nichts? Mit dem Apostel Paulus möchte ich darauf
antworten: Das, was ich (früher) für Gewinn hielt, das habe ich um Christi willen.
für Verlust zu achten gelernt, ja, ich achte sogar unbedingt alles für Schaden
gegenüber der, unendlich wertvolleren Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn,
um dessentwillen ich das alles preisgegeben habe und es geradezu für Kehricht halte,
damit ich nur Christus. gewinne und in ihm erfunden werde
" (Phil. 3,7,8 nach
Menge). Denn ohne Jesus Christus haben wir nichts - und hätten wir sonst alles. Mit ihm
aber haben wir alles - und hätten wir sonst auch nichts. (Joh. 3,36; 1. Joh. 5,12.13).
Ich habe eine ganze Reihe von Handreichungen gedruckt
und herausgebracht
Natürlich lassen sich die vielen Fragen, die hiermit zusammenhängen,
nicht in einem kurzen Traktat beantworten, Ich möchte jedoch gerne versuchen, Ihnen zu
helfen. Um häufig wiederkehrende Anfragen nicht immer noch einmal brieflich beantworten
zu müssen, habe ich eine ganze Reihe von Handreichungen gedruckt herausgebracht:
- Was ist es um den Namen Jehova"?
- Wer ist der kluge und treue Knecht"?
- Wie steht der Christ zum Staat?
- Gesetzliches Christentum, was heißt das?
- Die Hoffnung der Christen 144 000 und andere Schafe"
- Hoffnung für Israel?
- Kriegsdienst oder Friedensdienst?
- Sagt die Wachtturm-Gesellschaft "Jehovas Zeugen" die Wahrheit?
- Unter welchem Risiko wird man Z. J.?
- Neuer Endtermin 1975, Aktivierungsmittel oder Botschaft von Gott?
- Wohin sollen wir gehen?
- Eine gründliche Auseinandersetzung mit Lehre und Geschichte der
Wachtturm-Religion in dem Buch: Vom Zeugen Jehovas zum, Zeugen Jesus Christi",
115 Seiten.
- Ein Appell an die Zeugen Jehovas" zur Selbstprüfung:
Die Bibel und deine Kirche, stimmen sie überein?"
Hans-Jürgen Twisselmann, Itzehoe, Schleswig-Holstein
ANGST VOR DEM ALLEINSEIN, VOR SCHMACH UND
EHRABSCHNEIDEREI
Ein Wort aus der Erfahrung mit Jehovas Zeugen"
(Aus dem christlichen Hilfswerk "Bruderdienst" für die Zeugen
Jehovas in der BRD)
Ein bemerkenswertes Beispiel: Frau Hildegard V. aus Gunzenhausen, eine
Zeugin-Jehovas", wandte sich hilfesuchend an uns mit den Worten:
Ich bekomme vor den Herren der Zeugen Jehovas keine Ruhe, Meine
erste Austrittserklärung gab ich durch Eilboten am 28. März ab. Darauf besuchten mich
die Herren mit der Erklärung, ich könne so wenig aus der Neuen-Welt-Organisation
austreten, wie ich nach Bonn fahren könnte, und dort erklären: Ab heute sei ich kein
Deutscher mehr
"
Wir gaben ihr den Rat, noch einmal eingehend ihre Glaubens- und Gewissensgründe, biblisch fundiert, den zuständigen Instanzen der theokratischen Organisation" darzulegen und darum zu bitten, ihre Gewissensentscheidung zu respektieren. Sollten die "Zeugen" jedoch sich weiterhin weigern, ihr das Ausscheiden aus der Organisation zu gewähren, so bliebe: ihr kein anderer Ausweg, als eine öffentliche Erklärung in der Presse abzugeben.
Die Folgen
Diesem Rat folgte sie dann. Ergebnis: Ihrem Austrittsbegehren wurde nicht
entsprochen. Aber sie wurde a u s g e s c h l o s s e n. Dies ist nur: ein Beispiel von
vielen. Seltsame Türen hat diese Neue-Welt-Gesellschaft". Sie haben eine
Klinke nur von draußen. Man kommt hinein, aber nicht heraus. Und wenn, dann nur durch
Rausschmiß".
Nur durch Anschluß an ihre "Neue-Welt-Gesellschaft" gibt es ihrer Ansicht nach ein Überleben des nahen Weltendes". Nur sie ist die wahre Kirche. Nur sie hat die Wahrheit. Nur sie garantiert Heil. Viele sind dieser Einladung Stufe für Stufe gefolgt und werden bitter enttäuscht. Der eine mehr, der andere weniger. Einer früher, der andere später. Eines Tages werden alle enttäuscht.
Denn eine Organisation kann nicht retten! Mancher möchte heraus. Aber - einen Austritt gibt's nicht. Begründung: Du bist ja auch nicht eingetreten." (Der Anschluß wird ja nie so bezeichnet . . .). Also schweigen sie und machen stillschweigend weiter mit. Die A n g s t sitzt ihnenim Nacken. Warum Angst?
Der Gemeinschaftsentzug" droht!
Er droht jedem, der zu sagen wagt:
- daß ihm Freiheit versprochen, aber Felddienstzwang und Gewissensdruck
beschert werden, - daß man Bibelstudium sagte, aber Wachtturmstudium meint,
- daß man Hingabe an Jehova" sagte, aber Hingabe an die
Wachtturm-Gesellschaft verlangt. Er droht jedem, der sich weigert,
- die unbiblischen Lehren des Wachtturms zu predigen und über offenbare
Irrwege der kleinen und großen Führer zu schweigen.
- einzustimmen in den Richtgeist über andere Christen und.
still zu sein zur Selbstvergötzung der "Organisation Jehovas".
Kurz: Er droht jedem, der die Lehren und Praktiken der Zeugen
Jehovas" durchschaut, kritisiert oder angreift, sich ihren Gehorsamsforderungen nicht
unterwirft und deren .Hoheitsansprüche als Kanal" Gottes und kluger und
treuer Knecht" des Herrn nicht anerkennt.
Doch warum Angst vor dem Gemeinschaftsentzug? S o 1 1 e
n sie doch!?
1. Ein Zeuge Jehovas" hat meistens durch Bekenntnis und totalen
Einsatz für seine Organisation alle weltliche" Gemeinschaft verloren. Wird er
nun bei den Zeugen" ausgeschlossen, so heißt das: Verlust jeder menschlichen
Gemeinschaft!
Die Zeugen dürfen mit ihm nicht sprechen, ihn nicht einmal grüßen, er
wird gemieden wie ein Aussätziger, diffamiert wie ein Verbrecher. Wer mit ihm spricht,
wird selbst mit Gemeinschaftsentzug bestraft. Angst vor dem Ausschluß ist Angst vor
dem Alleinsein, vor Schmach und Ehrabschneiderei!
2. Ein Zeuge Jehovas" hat jahrelang felsenfest an alle Lehren geglaubt. Er hat auch geglaubt, wer diese Organisation verläßt, geht in Gottes Schlußgericht von "Harmagedon" in die Vernichtung". So schreibt das Wachtturm-Werk Neue Himmel und eine neue Erde", Seite 325: Die Abtrünnigen, welche zur Klasse des 'schlechten Sklaven' werden, lassen ihren Namen zum Fluchwort zurück und werden hinausgeworfen, um ihr Teil mit den Heuchlern zu haben, die in Harmagedon schließlich hingerichtet werden .... Weil der Fluch sie trifft wegen ihrer Heuchelei und Rebellion und wegen ihres Ungehorsams (gegen wen? - gegen die Gesellschaft!) werden sie von allem künftigen Leben abgeschnitten."
Solche Angst vor Vernichtung" geht auch dem oft noch nach, der sich gegen Irrlehren und Mißstände auflehnt, u. U. auch komplexhaft und im Unterbewußtsein noch Jahre nach dem Ausschluß.
Angst vor dem Ausschluß ist Angst vor, der eigenen Angst ( . . und wenn ich eines Tages fürchten würde, es könnte doch was dran sein ab der Wachtturm-Botschaft, dann würde mich schon die Angst vernichten "). Ein Beispiel aus der Praxis:
Eine ehemalige Zeugin" ;aus Berlin berichtet
Meiden wie den Teufel! Einer älteren Dame, die zu den
Zeugen" gehört, wurde auf der Straße plötzlich übel. Eine ehemalige
Mitverbundene sieht das, eilt herbei, nimmt sich ihrer an und bringt die ältere Dame bis
zu ihrer Haustür. Plötzlich zuckt die Zeugin" zusammen und ruft: Eben
ist Frau . . . vorbeigegangen und hat uns gesehen. Jetzt kommt eine Meldung, paß auf, das
wird furchtbar." Tatsächlich erschien einen Tag darauf ein leitender Herr der
Ortsversammlung der Zeugen" und stellte die ältere Frau empört zur Rede:
Wie kannst Du Dich von Frau
nach Hause bringen lassen. Weißt Du nicht, daß
sie ausgeschlossen ist bei uns. Alle diese Leute mußt Du meiden wie den Teufel."
Gewissensnot wird bestraft. Beispiel: Ich selbst
Als junger Mann von 19 Jahren schloß ich mich 1951 den Zeugen"
an, kam aber im Laufe der Jahre mehr und mehr in einen Gewissenskonflikt. Theorie und
Praxis, Lehre und Leben stimmten bei den Zeugen" nicht überein. Und zwischen
dem christlichen Glauben, wie ich ihn in der Bibel kennenlernte, und der
Wachtturm-Ideologie klaffte ein abgrundtiefer Gegensatz. Ich zog mich zurück und teilte
der Führung in Wiesbaden meine Gewissensbedenken mit. Nach mündlichen Diskussionen mit
den zuständigen Funktionären, die ultimativ Anerkennung der Wachtturm-Führung und Lehre
forderten, und nach vielen Gesprächen mit Zeugen Jehovas", die dazu führten,
daß sofort eine Anzahl von ihnen meinem Beispiel folgten, wurden sie und ich kurzerhand
ausgeschlossen. Begründung, in meinem Fall: "
völlig außer Harmonie mit der
Neuen Welt bzw. Wachtturm-Gesellschaft".
Der gesamte Briefwechsel, einschließlich der
Ausschlußmitteilung, sind Beweis genug, daß meine Trennung freiwillig und aus
Gewissensgründen geschah. Trotzdem verbreiten die Zeugen Jehovas" unwahre und
diffamierende Behauptungen über mich und andere. So also reagiert die
Neue-Welt-Gesellschaft", wenn einer ihrer Anhänger es wagt, selbständig zu
denken, Gottes Wort zu: erforschen und d a r a n zu glauben. Das verlockende Angebot der
Freiheit zum selbständigen Bibelstudium ist für sie nur ein Mittel, Menschen in ihre
Organisation zu locken, um ihnen dann diese Freiheit für immer zu rauben. "Jesus
sagt: Ich bin die rechte Tür. Wer durch mich eintritt, wird selig sein, er wird
ein- und ausgehen und Weide finden . . . Ich bin gekommen, daß sie leben können und im
Überfluß finden, was sie brauchen."
(Joh. 10,9.10. Zink). - Hans-Jürgen Twisselmann
"HABT SALZ IN EUCH"
Auseinandersetzung mit dem vorgegebenen Studienartikel
Lehrstück Wt. 22/2, S. 695-700
"Eure Rede sei stets gefällig, mit Salz gewürzt, damit ihr wißt,
wie ihr einem jeden zu antworten habt." Wie erklärt nun die Wachtturmgesellschaft
die Bedeutung dieser Aufforderung, "habt Salz in euch"? Welcher Zusammenhang
besteht zwischen dieser Aufforderung und dem als Leitgedanken angeführten Bibeltext aus
Kolosser 6:4? Wie erklärt die Leitung der Wachtturmgesellschaft die Bedeutung von
Eure Rede sei stets mit Salz gewürzt"?
In all ihren Darlegungen wird bewußt n i c h t auf den wirklichen
Zusammenhang, die wirklich schriftgemäße Bedeutung dieser Bibelstelle eingegangen.
Wunsch und Vorstellung der Wachtturmgesellschaft
Aber wollen wir uns doch erst noch einmal vergegenwärtigen, was gemäß
dem Wunsch und der Vorstellung der Wachtturmgesellschaft Anleitung zu unserem Handeln sein
soll.
In den ersten Abschnitten wird das "Salz" als Erkenntnis zur geistigen Gesundheit der Christenversammlung dargestellt. Nur so ist der Beginn des zweiten Abschnittes, "Wir fragen uns deshalb, mit wieviel von diesem 'Salz' die Rede gewisser Männer bei der Gelegenheit gewürzt war " zu verstehen. Nach der Darstellung in diesem Zusammenhang, wir vergleichen den Abschnitt zwei weiter, hatte also der Apostel Johannes (Markus 9: 38-40) nicht genügend "Salz", sprich Erkenntnis. Es ist von Selbstsucht die Rede. Er verstand nicht (vergleiche dabei die Wachtturmgesellschaft), daß auch Menschen, die nicht Jünger Jesu waren oder sind, im Namen Jesu befugt sind, tätig zu sein. Johannes betrachtete die Apostel als einzige Gruppe von Menschen (vergleiche die Wachtturmgesellschaft), so wird weiter ausgeführt, die befähigt war, im Namen Jesu tätig zu sein.
Jetzt folgt im Abschnitt acht der Hinweis, daß j e d e
r tätig sein kann und belohnt wird, wenn er im Namen Jesu Christi Gutes tut.
Weiter wird gesagt, wer gleichgültig und nicht am geistigen Wohl seiner
Brüder interessiert ist, verrate Selbstsucht und Lieblosigkeit und lasse erkennen, daß
ihm am ewigen Leben des anderen nichts liege. "Es wäre besser, wenn sich solch
fahrlässig handelnder Mensch ins Meer versenken würde", wird Markus 9:42 zitiert.
Wir sollten also andere nicht zum Straucheln bringen und uns auch nicht durch andere, in
die wir größere Erwartungen setzen, zum Straucheln bringen. Das bedeute unseren Tod.
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Habt Salz in euch". Warum forderte er sie dazu auf? Weil sie einen Mangel an dem sinnbildlichen Salz der Erkenntnis verraten hatten. Das Salz" stelle auch die Charaktereigenschaften dar, die einen veranlassen, anderen gegenüber geschmackvoll" zu handeln. Was er sagt, werde für andere gefälliger und seine Worte seien leichter aufzunehmen und gedanklich leichter zu verdauen. Wenn wir also Salz" in uns haben und unsere Worte damit würzen, werde es uns helfen, das zu tun, wozu Jesus seine zwölf Apostel abschließend aufforderte, H a I t e t F r i e d e n untereinander" (Markus 5:22) W e r soll denn nun Frieden untereinander halten? Damit kommen wir zu dem entscheidenden Punkt, auf den die Wachtturmgesellschaft hinaus will. So folgt der Schlußsatz zum Lehrstück, den wir besonders beachten müssen: Er (der Frieden) hält u n s als Gottes o r g a n i s i e r t e s Volk unter Christus z u s a m m e n".
Da liegt der Widerspruch!
Es kommt hier eine geschickte Verlagerung der Worte Jesu auf die
Organisation der Wachtturmgesellschaft zum Ausdruck, ein Alleinvertretungsanspruch der
Wachtturmgesellschaft, als einzig auserwähltes Volk ewiges Leben zu erlangen. Das steht
in krassem Widerspruch zu dem vorher an Hand der Bibel dargelegten Ausführungen.
Fassen wir noch einmal zusammen. Was wurde ausgeführt? Die Apostel hatten nicht genügend Salz", also nicht die richtige Erkenntnis. Jesus begründete ihnen, daß j e d e r , der in seinem Namen Rechtes tut, dazu berechtigt sei und keiner selbstherrlich irgendjemandem dieses Recht absprechen kann, unabhängig davon, ob er sein Bruder ist oder nicht.
Spätestens hier muß eigentlich jedem der Widerspruch zwischen dieser Darstellung und dem tatsächlichen Handeln der Wachtturmgesellschaft bewußt werden, auch demjenigen, der unserer Auffassung von der Widersprüchlichkeit der irreführenden, unbiblischen Lehre der Wachtturmgesellschaft noch skeptisch gegenübersteht. Prüft den Widerspruch doch selbst nach!
Wo verkündet und tätigt die Wachtturmgesellschaft
diese brüderliche Liebe auch zu dem, der nach i h r e r Auffassung nicht i h r Bruder
aber dennoch ein getreuer Diener Gottes ist?
Es gilt doch bloß die Lehre der Wachtturmgesellschaft und keine andere.
Und der, der es wagt, das Unbiblische der Lehre aufzuzeigen, der Fragen hat, der zögert,
der nicht mehr bereit ist, alles widerspruchslos hinnehmen zu müssen, wird gemaßregelt,
ausgeschlossen, verleumdet.
Wo zeigt sich die geforderte christliche Duldsamkeit? Wo wird anderen praktisch die hilfreiche Hand gereicht? Aber gerade das sollen wir doch gemäß der Bibelstelle tun, die als Leittext - Kolosser 4:6 - gewählt wurde, tun! Betrachten wir alles noch einmal unter diesem Gesichtspunkt. Schreibt eure Gedanken. Hier könnt ihr euch frei äußern. - In christlicher Verbundenheit U. B.
BEGINN EINES WEITEREN AUFBRUCHS IN DER ORGANISATION?
Zur Bedeutung der Auseinandersetzung in Dresden-Leuben aus Dresdener Sicht
Die Auseinandersetzung in Dresden-Leuben-Zschachwitz, von der in CV
94/1977 berichtet wurde, zieht ihre Kreise unter den Geschwistern in unserer Stadt. Ja, es
wird ganz bestimmt der Beginn eines weiteren Aufbruchs in der Organisation sein. Denn
keine derartige Erfahrung bleibt ohne ihre frühere oder spätere Auswirkung. Was man
einmal zur Kenntnis nehmen mußte, hat man zur Kenntnis genommen. Es wird der Same sein,
der aufgeht. Jetzt mag die Meinung darüber noch geteilt sein. Aber die Zeit arbeitet
gegen die Wachtturmgesellschaft. Sie kann nicht über 100 Jahre nun schon immer
diese Generation" sagen und von einer in die andere verschieben. Ihre
Unglaubwürdigkeit w i r d darum offenbar! Das ist unvermeidlich! Die betreffenden
Geschwister haben eigentlich ein großes Beispiel gegeben. Sie haben die Augenklappen der
Wachtturmgesellschaft nicht angelegt, sondern ihre Augen zum Sehen und ihre Ohren zum
Hören benutzt, um festzustellen, welche christlichen und rechtlichen Argumente gegen die
Wachtturm-Endzeit-Verschiebungen sprechen, sie wirklich unglaubwürdig machen. Das ist
nicht mehr hinwegzudiskutieren. Das läßt sich nur eine zeitlang unterdrücken. Was kann
die Organisation schon machen? Einige meinen, der Bazillus" sei schon drin, und
es wäre besser, vorsorglich" die Isolier-Sanktionen für
Neutralitätsverletzer" anzuwenden. Andere halten entgegen, damit würde alles
erst recht zum Ausbruch kommen. Einige meinen, die zum Ausdruck gebrachte Ablehnung der
antikommunistisch-staatsfeindlichen Politik der Wachtturmgesellschaft sei der Beweis der
Rebellion", andere sagen, man soll das noch nicht so streng sehen, und es
vielleicht doch als in diesem Fall angewandte theokratische Kriegslist" gelten
lassen. So schwebt das Damoklesschwert. Auf jeden Fall wird aus allen Rohren gegen CV
geschossen, vor allem antikommunistisch-politisch. Was wollen sie auch biblisch und
christlich überzeugend dagegen vorbringen. Sie lassen damit nur immer mehr ihre
heuchlerische Maske angeblicher politischer Neutralität, angeblichen Unpolitischseins,
fallen. Sie zwingen damit nur umso schneller die Entscheidungen der Geschwister herbei,
die ein christliches Werk tun wollen und keine staatsfeindliche Politik zu treiben
wünschen. Insgesamt zeigt sich, daß die älteren Geschwister eine größere Besonnenheit
an den Tag legen. Ihre Lebenserfahrung veranlaßt sie, den Dingen mehr Gehör zu schenken
und sich nicht von der WTG einfach die Augen zuhalten und die Ohren zustopfen zu lassen,
wenn sie etwas zur Prüfung vorgelegt, bekommen. Da jeder, der sich eine Übersicht
verschafft, sehen, kann, daß die Wachtturmgesellschaft mit ihrer über 100jährigen
Endzeit, die schon mehrere Generationen ins Grab sinken ließ, längst unglaubwürdig ist,
werden auch die Jüngeren zur Besinnung kommen. Aus dem Funken wird auch in Dresden die
Flamme schlagen!
- dr. -
INFORMATIONEN/MITTEILUNGEN
WTG-Missionare im Status amerikanischer staatlicher Entwicklungshelfer
nach Äthiopien
Prof. Dr. Friedrich Heyer, Direktor des Konfessionskundlichen Seminars der
Universität Heidelberg, BRD, berichtet in der Ökumenischen Rundschau 1/1971 unter dem
Thema "Die äthiopische orthodoxe Kirche als unser ökumenischer Partner" u. a.:
"Unter den 275 jungen Amerikanern, die mit dem Peace Corps zur Schularbeit ins Land
kamen, schlichen sich auch Vertreter der 'Ernsten Bibelforscher' ein und sammelten Gruppen
des Watch Tower". (S. 5)
Das amerikanische Peace Corps (Friedens-Korps) ist eine staatliche
Organisation der USA für sozialpolitische Entwicklungshilfe in anderen Ländern, Sitz in
Washington D. C.
Öffentliche Vorträge über das verschobene
Weltende" der WTG in Nordrhein-Westfalen 1978
In den öffentlichen Vorträgen, die allen Ortsgruppen des
Freidenker-Verbandes im BRD-Land Nordrhein-Westfalen 1978 zur Verfügung stehen, lautet
eines der Themen: "Das verschobene Weltende - Offenbarungen und Prophezeiungen am
Beispiel der Zeugen Jehovas". Der Referent ist Reinhold Schmidt, Münster. Die
Vorträge stehen unter der Regie der Schulungskommission des Landesverbandes NRW des
Deutschen Freidenker-Verbandes.
Über den Umkreis des WTG-Zweigbüros in Wiesbaden
CV-Mitverbundene, die zu Besuchsgruppen im WTG-Zweigbüro in Wiesbaden
gehörten, teilen mit, daß im Zweigbüro etwa 190 Personen tätig sind, die in Wiesbaden
und in der näheren Umgebung wohnen. Bis auf die in Sonderdiensten sind alle Mitarbeiter
des Zweigbüros auf die 8 Teilversammlungen von Wiesbaden und umliegende Orte für den
Verkündigungsdienst aufgeteilt. Es bestehen daher viele Möglichkeiten.
Zusammenkünfte freier Christengemeinden
In Dresden
Rob.-Blum-Straße 6 (Raum d. adv. Gem.), Samstag 13.30 Uhr
In Leipzig
Witzgallstraße 20 (Jgd.-Zi. St. Laurentius) Samstag 14 Uhr Blumenstraße
74 (Raum d. meth. Gem.) Sonntag 14 Uhr Maurice-Thorez-Straße 22 (Raumgem.) Samstag 16 Uhr
In Karl-Marx-Stadt
Gießerstraße 36 (Jgd.-Zi. St. Joseph) jeden 2. Samstag 14 Uhr
In Magdeburg
Bärstraße 9 (Raumgem.) Sonntag 14 Uhr
Bildet überall WT-freie Hausgemeinden, Hauskreise und Gruppen, die Zeit
ist herbeigekommen! In CV 97 wurde über die jüngste Bildung einer freien Gemeinde in
Jarmen, Mecklenburg, berichtet.
Informationen zum "Jahrbuch 1978"
Im Dienstjahr 1977 wurden laut Jahrbuch 1978" 124 459 neue
Taufen erzielt.
Damit sank dieses Taufergebnis in den Niveaubereich des Jahres 1969
zurück.
Für 198 Länder (ohne 18 andere, Verbote) werden 114 786 Taufen statistisch ausgewiesen. Tatsache ist, von diesen über Hunderttausend Taufen wurde nicht eine einzige Taufe wirksam. Millionen von Verkündigerstunden von Haus zu Haus" ergaben an Wachstum gleich null.
Im Gegenteil, die Verluste an Verkündigern durch GE schlugen bis in das Jahr 1976 durch. 63000 Verkündiger = die Summe der zusätzlichen Verluste (durch GE + Fernbleiben) die in die Substanz der /0-Verkündigerzahl negativ eingriffen.
Folglich ist die mit 1 909 297 angegebene
/O-Verkündigerzahl für das Jahr 1977 eine manipulierte Zahl des
Jahrbuch-Editors"
(JB 1978
JB 1977)
Deutschland (BRD) (E-18)
Die westdeutsche Zweigorganisation verblieb im Bereich der roten
Zahl". Die Verluste (GE ohne Tote) schlugen bis in das Jahr 1974 durch, Von 34 506
Taufen der Jahre 1972-77 wurde ca. nur 1/3 wirksam.
USA (G-6)
Die Taufdynamik dieser Zweigorganisation = gebrochen, das Taufergebnis von
1977 = 27995 Taufen, fällt weit hinter das Ergebnis von 1970 zurück. Den 328 511 Taufen
der Jahre 1972-1977 stehen 198 000 Fälle GE (und Fernbleiben) gegenüber, damit wurde
praktisch das Taufergebnis bis 1974 wieder ausgelöscht. Für die nächsten Jahre werden
sich die genannten Zweige darauf einstellen müssen, in diesem Tief" von
Stagnation und roten Zahlen" ausharrend zu verbleiben.
Ein seit 30 Jahren überfälliger Artikel in
Erwachet" Nr. 1178 Rassenunterschiede - wie groß sind sie?", als
Eintrittsbillet" in afro-asiatische Länder geschrieben, zeigt diese Tendenz
sehr deutlich an. Diese Frage empfehlen wir allen Studiengruppen zur Aussprache.
Herzlichen Gruß und Dank übermitteln wir unserem Bruder M. in Lothringen.
W. D.
FASST MUT UND FÜRCHTET EUCH NICHT!
Die Zeit ist herbeigekommen
Liebe Leser
Sollen sie doch!", sagte unser Bruder H. J. Twisselmann
seinerzeit furchtlos, als ihm klargeworden war, daß die WTG kein Werk Gottes ist und ihm
Gemeinschaftsentzug, Verleumdung unter Mißbrauch der Bibel wie Rotte Korah, Abtrünniger,
Verräter, Judas, und Diffamierungen als vernichtungswürdiger Verbrecher seitens der WTG
und ihr Höriger zuteil wurden. Außer, die Sache totzuschweigen, hat die WTG sich nie
anders verhalten. Anstatt auf Argumente einzugehen, hat sie immer den großen Knüppel der
Diffamierung, Verleumdung und des Rufmordes hergeholt: Verräter, Fluchwürdiger,
Vernichtungswürdiger! Vielleicht bringt das die so Angegriffenen wenigstens dazu, daß
sie schweigen, die anderen aber dazu, daß sie sich fürchten, die Argumente gegen die WTG
auch nur anzuhören. Es gibt keine Diffamierung, von feindseliger, antikommunistischer
politischer Verteufelung über Mißbrauch der Bibel bis zu Begriffen aus der Gosse, die
seitens WTG-Höriger nicht schon gegen CV z. B. in Umlauf gesetzt worden wären. In
Ermangelung seriöser Antworten auf die CV-Kritik ist das nur eine Selbstentlarvung und
öffnet Aufrichtigen nur umso schneller die Augen. Fürchtet euch daher nicht, liebe
Brüder und Schwestern, sondern stellt mutig und offen eure auf die Sache bezogenen
Fragen, ob es wahr ist, was CV sagt. Die Auseinandersetzungen werden noch interessanter!
Denn das Jahrzehnt der 70er Jahre, in dem alles auf jeden Fall zuende sein sollte, geht
ebenfalls zuende, ohne daß etwas kommt! Die WTG wird sich wundern, was damit noch auf sie
zukommt! Darum: Faßt Mut, und fürchtet euch nicht. Tretet mutig auf, geht voran, erkennt
die Verantwortung, nicht länger andere auf falschen Wegen zu führen. Schreibt uns eure
Erfahrungen. Viele warten nur auf mutige Brüder und Schwestern, die die Dinge furchtlos
anpacken. Die Zeit ist herbeigekommen!
In christlicher Verbundenheit grüßen
Eure Brüder und Schwestern,
CV-Mitarbeiter und Mitverbundene
CV-Leitung Gera/Thür.
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"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der Studiengruppe
Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6.
Preis: M 0,20. Jahresabonnement M 2,-. Versand auch kostenlos.
Neue Konto-Nr.: 4564-30-1952 Bank für Handel u. Gewerbe
A 5109/78 V 71 879