Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 101
Im Jahre 1977 startete die WTG eine
Publicity-Aktion in Sachen Bluttransfusion. Medizinisches Personal, Juristen und andere
Vertreter der Öffentlichkeit wurden in diesem Zusammenhang gezielt angesprochen. Aktionen
der vorgenannten Art, gab es in den Jahren davor, so noch nicht. Dazu versucht die CV eine
Bewertung vorzunehmen. Ob man sie als überzeugend ansehen kann? Möge der Leser versuchen
selbst seine Antwort auf diese Frage zu geben.
CV Christliche Verantwortung
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT
ist freie, christlich und menschlich verantwortungsbewußte
Information zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas und ihrer Leitenden
Körperschaft, der Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft, (WTG) und WTG-bedingten
Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung. Die
Vielseitigkeit der Darlegungen in CV widerspiegelt diese Situation und weist Wege zu ihrer
Lösung. -
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.
Nr. 101 Gera Dezember 1977
DIE BLUTFRAGE - EIN UNGEHEUERLICHES SPIEL
MIT MENSCHENLEBEN
HALTET INNE! BESINNT EUCH!
WENN IHR EUER KIND HINGEOPFERT HABT, DANN IST ES ZU SPÄT
Liebe Leser
In den Blickpunkt dieser CV-Ausgabe möchten wir eine
folgenschwere Großaktion rücken. Sie wurde vom WTG-Zweigbüro in Wiesbaden im Oktober
dieses Jahres ausgelöst und richtet sich an buchstäblich 115 000 Ärzte, 40 000 Richter
und 240 000 Mitarbeiter von Krankenhäusern allein in der BRD. Es geht um die von
der WTG seit 1945 erfundene und aufgeworfene Blutfrage, nämlich, unter allen Umständen
eine Bluttransfusion zu verweigern, auch wenn es den Tod zur Folge hat. Die WTG muß in
ungeheure Schwierigkeiten geraten sein jetzt nach 1975, daß sie eine solche Flucht nach
vorn, wie mit dieser Großaktion, antritt.
Es erweist sich etwas Ungeheuerliches! Die WTG dieser Blutfrage abgesunken in einen
Blutkult, der mit Ritualmord gleichgesetzt werden muß!
Würdest du dein Kind dafür hinopfern?
Die Eltern, die der WTG in dieser Frage gehorsam gewesen sind, und ihr Kind durch Verweigerung von Bluttransfusion dem Tode überliefert haben, werden furchtbar erwachen! Denn das ist in Wahrheit vor Gott und Menschen nicht zu verantworten! Sie werden eines Tages nicht mehr weiter ruhig leben können. Wie wollen sie das verantworten? Lest es selbst in dieser CV-Ausgabe!
Es geht um Menschenleben! Wenn ein Kind hingeopfert ist, ist es zu
spät. Stellt darum die hier aufgeworfenen Bedenken überall zur Diskussion. Das falsche
1975-Weltende sollte doch allen zeigen, daß man unmöglich bedenkenlos der WTG folgen
kann!
Die Hilfe, die CV darstellt, ist anerkanntermaßen einmalig
im gesamten deutschen Sprachraum. Und auch weit darüber hinaus. So wurde sofort seit
1966/67 davor gewarnt, der WTG bezüglich 1975 zu glauben, es würde sich als falsche
Prophezeiung erweisen. CV hatte recht, wie nun jedermann sieht. Auch diesen Blutkult wird
die WTG wieder fallen lassen müssen. Aber hier geht es nicht einfach um Glauben, hier
geht es darum, gegebenenfalls Menschen hinzuopfern. Einen Glauben kann ich revidieren.
Mein Kind kann ich aber aus dem Grabe oder aus der Asche nicht wieder hervorholen. Das
kann ich nicht revidieren. Gottes Gebot lautet vielmehr: Du sollst nicht töten! Am
schlimmsten wird es für die Mütter werden, wenn sie begreifen, wie sie von der WTG zu
diesem Ritualmord verführt wurden! Ihr Erwachen wird furchtbar sein!
Darum helfe jeder wo er kann. Verbreitet die Argumente, die hier in CV vorgelegt werden. Teilt sie anderen brieflich mit, vor allem den Zeugen-Familien, die Kinder haben. Es gibt kein größeres Vorrecht, als Menschenleben zu retten. Das Evangelium ist nicht zum Verderben, sondern zum Leben Was hat die WTG nur daraus gemacht!
Zu diesem Thema wie auch zu allen anderen,
die wir mit dieser CV-Ausgabe wieder unterbreiten, möchten wir erneut sagen,
Vergewissert euch über alle Dinge haltet fest an dem, was
recht ist
1. Thess. 5:21 NW
WENN ZEUGEN JEHOVAS IHRE KINDER AUF DEM
ALTAR DES BLUTKULTES DER WTG OPFERN
Zur Blut-Großaktion der WTG an die Adresse von 115 000
Ärzten, 40 000 Richtern und 240 000 Krankenschwestern und Krankenpflegern in der BRD 1977
Die Blut-Großaktion
Dietrich Förster WTG-Beauftragter, war es auf dem
WTG-Kongreß 1977, Deutschlandhalle Westberlin. Es wurde proklamiert, daß "die
Zeugen Jehovas noch in diesem Jahr mit einer breit angelegten Aufklärungskampagne an die
Öffentlichkeit treten", um zu erreichen, daß" andere ihren "Standpunkt
akzeptieren". Es handelt sich. um den "Standpunkt", den die WTG allen
Zeugen Jehovas, ihrer ganzen Gemeinschaft, seit 1945 in einer Blutfrage auferlegte, und
der inzwischen schon zum Einschreiten von Mordkommissionen geführt hat. Es ist die
Verweigerung von Bluttransfusionen, um Menschenleben zu retten. Die WTG predigt hier seit
1945 mit steigendem Nachdruck, daß Zeugen Jehovas selbst dann gegebenenfalls in den Tod
zu gehen und ihre minderjährigen Kinder dem Tode zu überliefern haben.
Auf den Sommer-Kongressen war dieses Thema erstmals ein öffentlicher Schwerpunkt. Im Herbst darauf begann nun eine Großaktion an die Adresse aller Ärzte, Richter, Rechtsanwälte und Krankenhausangestellten in der BRD mit der auf den 1977-Kongressen herausgegebenen WTG-Broschüre "Jehovas und die Blutfrage", um sie zu veranlassen, den "Standpunkt" der WTG hierin zu "akzeptieren". Die Anweisungen dazu wurden im "Königreichsdienst" vom Oktober 1977, S. 1 und 3 (Wiesbaden) und in XI/77 gegeben.
Ein dringender Hinweis
In CV Nr. 88 vom November 1976 wurde dieses ganze
Blutkultproblem eingehend vom biblischen und rechtlichen Standpunkt aus untersucht. Damals
lag der Todesfall von Markus Krüger zugrunde, eines Kindes von Zeugen Jehovas aus
Hamburg. Diese wichtige CV-Ausgabe kann vom CV-Büro angefordert werden. Sie wird
empfohlen, geht es hier doch um nicht Geringeres als buchstäblich um Leben oder Tod!
Wir unterbreiten hier die wichtigsten Gesichtspunkte, die jetzt angesichts der neuen Großkampagne der WTG für ihren Blutkult zu beachten sind. Anfragen können hierzu jederzeit gestellt werden.
Die Bibel verbietet Bluttransfusion nicht. Hierauf hat die WTG wie folgt geantwortet: "Wäre die Bluttransfusion schon zur Zeit Moses oder der Sintflut oder in den Tagen der Apostel üblich gewesen, dann wäre sie zweifellos ausdrücklich verboten worden. (Erwachet vom 8. Oktober 1950,S.12, Bluttransfusion und die Bibel).
Damit ist eigentlich schon die gesamte unbiblische Willkür der WTG in dieser Frage offenbar, denn der Apostel Paulus gebietet: "Nicht über das hinaus, was geschrieben steht." 1. Kor. 4:6. Es gibt also keine biblische Begründung für den WTG-Standpunkt in dieser Frage. Dies ist überhaupt keine religiöse Frage. Was in Wirklichkeit dahintersteckt, werden wir noch sehen.
Mit der WTG-Lehre, durch Verweigerung von Bluttransfusion gegebenenfalls Selbstmord zu begehen oder die eigenen Kinder in den Tod zu schicken, wird das 5. Gebot, "Du sollst nicht töten", verletzt und außer Kraft gesetzt.
Die Bibel hat, wo sie davon spricht, in jedem Fall nur den Genuß von Blut für Speisezwecke untersagt. Sie spricht dabei ausschließlich von Tierblut. Die WTG begeht hier die Willkür, Tierblut einfach in Menschenblut umzufälschen, die Aussagen der Bibel hierauf zu erweitern, über das Geschriebene hinauszugehen. Darüber hinaus hat der Apostel Paulus mit seinen Weisungen in 1. Korinther 10:23-30 das Verbot des Genusses von Tierblut für Christen wieder aufgehoben. Diese Schriftstelle wird von der WTG in allen ihren "Argumenten" unterschlagen.
Die entscheidenden christlichen Beweise
für die Haltlosigkeit des WTG-Blutkultes sind also: Nicht über das hinaus, was
geschrieben steht, du sollst nicht töten, und alles ist erlaubt, was es auf dem
Fleischmarkt zur Speise gibt.
Alle Ärzte, Richter, Rechtsanwälte und natürlich
auch Geistliche in der BRD sollten von der WTG ein Dokument anfordern
Es liegt ein Dokument vor, daß alle jetzt mit der WTG-Großaktion in der BRD Angesprochenen vom WTG-Zweigbüro in Wiesbaden-Dotzheim (6200 Wiesbaden 1, Postfach 5920) anfordern sollten, um dieses WTG-Spiel mit Menschenleben zu durchschauen. Es ist die Zeitschrift "Der Wachtturm" vom 1. Oktober 1958 mit der WTG-Antwort (S. 606) zu "Fragen von Lesern" zum Thema dieses Blutkultes. Die WTG nimmt dazu Stellung, wenn sich "ein Glied des gesalbten Überrests", damit sind die Auserwählten unter den Zeugen Jehovas gemeint, freiwillig eine lebensrettende Bluttransfusion machen läßt. Die WTG antwortet, daß nicht einmal eine solche Person als "untreu" gerichtet, von der Teilnahme am Abendmahl der Gemeinschaft oder gar aus den Reihen der Gemeinschaft ausgeschlossen werden darf! Wie kann sie dann andererseits als religiöse Lehre verbreiten und durchsetzen, unmündige Kinder von Zeugen Jehovas gegebenenfalls sogar vom buchstäblichen Leben auszuschließen und dem Tode zu überliefern?
Das Prinzip der Erwachsenentaufe verbietet jemanden vorher unter die
WTG-Lehren zu beugen, und dafür zu opfern.
Es gibt überhaupt kein "christliches Elternrecht", über Leben oder Tod des
eigenen Kindes zu entscheiden und es gegebenenfalls auf diesem Altar des WTG-Blutkultes zu
opfern. Und niemand kann dieses "Recht" verleihen,
ohne ein Verbrechen zu begehen. Und niemand hat ein Recht, die Gewissen dahingehend zu
zwingen, auch im Namen Gottes nicht! Die ganze Sache ist eine schriftwidrige Erfindung der
WTG!
Christliche Eltern haben wohl ein Recht, ihre noch unmündigen Kinder im eigenen Glauben zu unterweisen. Sie haben hier ohne Zweifel ein Erziehungsrecht. Ist dies aber ein Recht über Leben oder Tod eines Kindes? Nein, über Leben oder Tod des Kindes dürfen sie dabei nicht verfügen! So weit geht das nicht! Das Kind muß heranwachsen können, bis es eines Tages volljährig bzw. eigenverantwortlich seine Entscheidung treffen kann. Vielleicht entscheidet sich das Kind als Herangewachsener später gegen die WTG? Oder soll nicht jedermann freiwillig zum Glauben kommen? Das unmündige kleine Kind ist doch noch völlig unfähig zur mündigen Eigenverantwortung. Mit welchem Recht kann man es da unter die WTG-Lehren beugen, gar seinen Tod hierfür herbeiführen?
Das Prinzip der Erwachsenentaufe verbietet, jemanden vorher, als unmündiges Kleinkind gar, irgend unter die WTG-Lehren zu zwingen. Soll nicht jeder freiwillig kommen? Und ein Kleinkind wird in dieser Blutfrage unter die WTG-Lehren gezwungen! Es Ist stattdessen ein fundamentales Menschenrecht, heranwachsen zu können zur Mündigkeit, um sich dann selbst entscheiden zu können. Dieses Menschenrecht wird von der WTG in der Blutfrage brutal ausgelöscht. Es ist gleichsam eine Vergewaltigung Minderjähriger unter die WTG, ob sie wollten oder nicht. Noch ehe sie überhaupt in der Lage sind, selbst zu urteilen, werden sie dem Tode überliefert. Es sei darum wiederholt: Das Prinzip der Erwachsenentaufe verbietet, irgendjemanden, und wenn es die eigenen Kinder sind, schon vorher unter die WTG-Lehren zu beugen! "Du sollst nicht töten!" lautet das 5. Gebot, auch "Du sollst nicht morden". Was ist das aber in der Blutfrage gegebenenfalls anderes als Selbstmord oder Kindesmord? Der Tod durch die Hand eines Glaubensfeindes wäre Märtyrertum. Dies aber ist deshalb Ritualmord! Ja, Ritualmord!
Gehört die WTG nicht vor das
Bundesverfassungsgericht?
In der Broschüre "Jehovas Zeugen und die
Blutfrage" wird unter "Achtung vor der Verantwortung der Eltern" (S. 33f.)
Das "Recht" beansprucht und erteilt, unmündige Kinder unter die WTG-Lehren zu
beugen und gegebenenfalls hinzuopfern Es wird einfach unterschlagen, daß Fürsorge-,
Pflege und Erziehungsrecht doch aber auf keinen Fall Recht über Leben und Tod des Kindes
ist! Es ist ungeheuerlich, wohin sich die WTG im Namen von Religionsfreiheit versteigt! In
der BRD ist das glatt eine Verletzung des Grundgesetzes, der Verfassung! Laßt uns den
Verfassungstext sehen.
Das "Grundgesetz der Bundesrepublik
Deutschland" sagt in Artikel 5, Abs. 3: "Die Freiheit der Lehre entbindet nicht
von der Treue zur Verfassung".
In Artikel 6, Abs. 1,2 heißt es: "Ehe und Familie
stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung. Pflege und Erziehung der
Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und, die, ihnen zuvörderst obliegende
Pflicht. Über ihre Betätigung, wacht die staatliche Gemeinschaft".
Den Eltern ist hier das Recht auf Pflege und Erziehung ihrer Kinder zuerkannt. Nirgends wird ihnen ein Recht über Leben und Tod ihrer Kinder zugesprochen. Das zu beanspruchen, bricht das Gesetz. Selbst über das Recht auf Pflege und Erziehung wacht hier der Staat, damit es nicht mißbraucht werden kann. Bekanntlich greift der Staat schon ein, wenn diese Dinge vernachlässigt werden, und das Kind etwa dem Verhungern ausgesetzt wird, geschweige denn, wenn es dem Tode überliefert werden soll. Die Eltern haben somit lediglich das Erziehungsrecht, ihre Kinder umsorgt heranwachsen zu lassen, bis diese und damit sie dann eines Tages selbst über ihren Lebensweg entscheiden können. Was die WTG in der Blutfrage vertritt, ist ein "Recht" der Eltern, über ihre unmündigen Kinder zu verfügen, wie über einen Hund oder eine Katze, die man als Privateigentum sogar erschlagen oder ersäufen kann.
Wenn es in Artikel 5, Absatz 3 heißt, "die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung", so muß man ernstlich die Frage erheben, ob die WTG mit ihren menschenopfernden Blutkultlehren nicht vor das Bundesverfassungsgericht gestellt werden müßte!
Warum spielt die WTG jetzt die Blutfrage
hoch?
Diese Blutfrage wurde von der WTG erst 1945 erfunden, wie im
Babylon-Buch S. 544 zu sehen ist Warum wird jetzt 1977 daraus sogar ein Schwerpunkt der
internationalen WTG Kongresse gemacht und eine Großaktion wie nie zuvor? Was hat das für
Hintergründe?
Die Hintergründe klingen in einem Kommentar des Spandauer Volksblattes vom 28. Juli 1977 zum WTG-Kongreß 1977 in Westberlin an: "Die Zeugen Jehovas sind vor allem durch ihre Haltung zum Wehrdienst und zur Bluttransfusion in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Das Problem des Wehr- und Wehrersatzdienstes stellt sich in der Bundesrepublik nicht mehr, nachdem die Zeugen Jehovas durch ein Ergänzungsgesetz davon befreit wurden" (Rolf Peter Rousselet). In den Blickpunkt der Öffentlichkeit kommen! Darum geht es! Als unpopuläre Minderheit in die Öffentlichkeit durchdringen! Das ist das eine Ziel. Daß dies jetzt 1977, zwei Jahre nach 1975, auf diese Weise erzwungen, wird, hängt auch damit zusammen, die falsche Prophezeiung von 1975 (Weltende) aus den Schlagzeilen der Presse wieder zu verdrängen Insofern ist die 1977-Blutkult-Großaktion Teil des Ablenkungsmanövers nach der Weltende-Irrlehre von 1975. Nicht zuletzt muß ein neuer Anlaß zur "Verfolgung" in der BRD und anderen Ländern geschaffen worden, nachdem die Wehrdienstfrage dafür nun nichts mehr hergibt. Ohne "Märtyrer" geht es nun einmal schlecht, also werden wieder Neue gemacht, jetzt durch den Blutkult.
Mit Sicherheit wird die WTG eines Tages
auch diesen Blutkult wieder fallen lassen. Wer seine Kinder dafür geopfert hat, ist dann
wieder selbst schuld. So hat sich die WTG dann immer aus der Affäre gezogen.
K. O.
Zum Wachtturm-Studium:
THEMA DES MONATS: "MACHT JÜNGER
LEHRT SIE"
Wozu?
Argumente und Anregungen zum Nachdenken für jeden
verantwortungsbewußten Zeugen Jehovas
Zielstellung der Wachtturmgesellschaft
Das Lehrstück begründet sich auf den Bibeltext aus
Matthäus 28:19,20: "Geht daher hin und macht Jünger aus Menschen aller Nationen,
tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie alles
zu halten, was ich euch geboten habe."
Danach müßten andere über das belehrt werden, was Christus Jesus lehrte. So führt es auch die Leitung der Wachtturmgesellschaft aus, fügt jedoch sogleich hinzu, daß nicht jeder nun über Christus Jesus irgendetwas lehrt und mit eigenen Worten vermitteln darf. Sondern es sei genau abzuwägen, was im einzelnen und dem einzelnen zu lehren sei. Deshalb brauche jedoch keiner Angst zu haben, etwas Falsches zu lehren. Man bedient sich der "bibelerklärenden" Schriften, wie es im Lehrstück auf Seite 471 (WT/15) vorgeschlagen wird. In dem Buch z. B. "Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt", wird durch die Wachtturmgesellschaft zweckentsprechend alles das dargelegt, was zu lehren ist. Und dann der wichtigste Hinweis: Nur wenn du Jünger machst, erhältst du die Aussicht auf ewiges Leben in Gottes neuer Ordnung.
Betrachten wir die tatsächliche
Zielstellung
Nun betrachten wir die tatsächliche Zielstellung zum Thema
des Monats. Was ist unsere Pflicht? Wie müssen wir uns verhalten?
Der Wachtturm das Organ der Leitung der Wachtturmgesellschaft
zur Verbreitung ihrer offiziellen, allen Zeugen verbindlich vorgeschriebenen Glaubenslehre
- tritt beim Jüngermachen und -erhalten in den Vordergrund. Nicht die Bibel und nicht
das, was du aus der Bibel erkennst!
Du hast das zu lehren, was der Wachtturm dir vorschreibt. Du kannst ja auch keine andere Erkenntnis haben als die, die dir durch den Wachtturm vom ersten Tage deiner Verbindung zu den Zeugen Jehovas an vorgeschrieben wird.
Nun hat sich der Wachtturm ja in seiner Lehre sehr häufig gewandelt, und das geschieht heute mehr denn je. Obwohl er ja doch eine Hilfe von Gott zum Verständnis der Bibel darstellen soll. Wenn wir aber erkennen, daß die Bibel ohne Widerspruch ist, so müssen wir den Wachtturm ablehnen. Denn wir wissen doch nicht, ob das, was wir heute durch ihn übermittelt bekommen und weitergeben sollen, nicht morgen schon durch die Leitung anders dargestellt wird.
Wir haben auch eine Vielzahl von Büchern, die uns die Wachtturmgesellschaft studieren läßt. Viele davon sind jedoch nicht mehr zum Studium zu verwenden, da sie ebenfalls Irrtümer in der Glaubensauffassung enthalten. Als Ausgleich erhalten wir wieder neue.
Legen wir uns folgende Fragen vor:
Wenn der Wachtturm wirklich der Kanal Gottes wäre, durch
seinen heiligen Geist geleitet, könnte sich die angebliche Erkenntnis des immer heller
scheinenden Lichtes so oft wandeln und verändern? Muß Gott sein Licht revidieren?
Diese Fragen können eben nur mit nein
beantwortet werden.
Was will also die Wachtturmgesellschaft von dir? Du sollst
Jünger machen, Menschen bekehren, die dann in Wirklichkeit im Dienst der
Wachtturmgesellschaft stehen in der Annahme, in dem Glauben, sie stünden im Dienste
Gottes. Sie sollen sich hier ganz hingeben. Sie sollen ihre Persönlichkeit, ihre Stellung
im Leben, ihre Arbeit, ihre soziale Sicherheit völlig aufs Spiel setzen. Du mußt
sie sogar dazu bringen, im Verborgenen mit "List" gegen den Staat zu arbeiten,
indem du ihr Vertrauen zur Regierung, zur "Obrigkeit" zerstörst! So wie auch
deines durch den Wachtturm zerstört gehalten wird.
Frage dich und prüfe doch
Hat sich nicht der Wachtturm über die Bibel gestellt, indem
er bestimmt, was darin wie zu glauben und zu predigen ist? Ist es nicht eine Täuschung,
ein betrügerisches Wortspiel, die Auslöschung des "Lichtes", das man nicht
mehr verbreiten kann, als Hellerwerden dieses "Lichtes" auszugeben? Kann etwas
von Gott kommen und durch seinen Geist geleitet sein, was sie auf Grund von Irrtümern
immer wieder als unbrauchbar, als nicht verwendbar erweist? Wie kannst du dich einem
solchen Werk völlig und ganz hingeben? Wie kannst du anderen predigen, das auch zu tun?
Kann so das Jüngermachen verstanden
werden? Ist das überhaupt in einem solchen sozialen Herausreißen zu verstehen, wie der
Wachtturm dich lehrt? Wo und wie verstößt du gegen Gottes Gebot, wenn du als Christ in
deiner Arbeit, in deinem Wohngebiet, in deinem Wohnort zu "jedem guten Werk",
zur Hilfe deiner Mitmenschen bereit bist? Ist es nicht vielmehr so, daß wahre christliche
Nächstenliebe, christliche Barmherzigkeit, weder Glauben erwartet noch dem Glauben fragt?
Lehrte Jesus nicht das gleiche (Luk. 10:15-37)? Frage dich und prüfe alles. Übe, wie
Gottes Wort dir gebietet, christliche Nächstenliebe. Das Jüngermachen muß anders
verstanden werden. Schreib doch deine Meinung dazu!
U. B.
"WIE SICH DIE GESELLSCHAFT GEGEN DIE
ZEITSCHRIFT CHRISTLICHE VERANTWORTUNG ABZUSICHERN SUCHT"
Erlebt und erfahren, eine Zuschrift
"Gehören alle, denen die Gemeinschaft entzogen wird,
automatisch zu denen, auf die 2. Joh. 9-11 zutrifft, so daß man sie nicht grüßen
sollte?"
Diese Frage stellte die Gesellschaft (WTG,
Anm.) ihren Lesern, also uns, seinerzeit im Königreichsdienst-Ost im November 1975.
Hierzu schrieb ein nachdenkend gewordener Bruder folgendes:
Es ist interessant, einmal zu erfahren, wie sich die Gesellschaft auf einen Angriff von
seiten der Zeitschrift Christliche Verantwortung abzusichern sucht. Jahrelang existiert
diese Zeitschrift bereits und jede neue Nummer war heißes Eisen für die Gesellschaft.
Was soll sie aber dagegen unternehmen?
Mit dem Königreichsdienst vom November 1975 wollte sie wenigstens einmal den Versuch machen, die Versammlungsverkündiger und ihren Hirten deutlicher davor zu warnen, die Briefe von CV zu lesen. Ob es ihr gelang, ist eine andere Frage. Mit einer geschickten Formulierung wird versucht, die Schafe einzuschüchtern, bis, "Wir achten auf den Rat, einen solchen nicht zu grüßen".
Diese Warnung besagte, daß all die mutigen Brüder, die den Falschauslegungen der Gesellschaft entgegentreten, verachtet werden müßten, ja man sollte sie, falls man ihnen auf der Straße begegnet, nicht einmal einen Gruß zukommen lassen. Diese Brüder sollte man schlimmer behandeln als Weltmenschen oder einen Religionisten. Überlegen wir einmal Ist es ein Verbrechen falsches richtigzustellen? Oder anders gesagt: Ist es etwa schriftwidrig, falsche Propheten bloßzustellen?
Jahrelang haben diese mutigen Brüder ihr
Gewissen dazu gezwungen, alles stillschweigend, ohne zu murren, erst einmal für sich zu
behalten und abzuwarten, wie sich die Gesellschaft gegenüber ihren eigenen
Falschdeutungen äußert.
Sie haben geprüft und alles schriftlich festgehalten. Dann
aber als die Gesellschaft in den letzten Jahren vor 1975 noch mehr Falschauslegungen
veröffentlichte, konnten sie dazu nicht mehr schweigen. Sie haben sich der Gesellschaft
offen in den Weg gestellt, indem sie sich a an einem Aufklärungsfeldzug beteiligten, der
bis heute schon Formen angenommen hat, die der Gesellschaft großen Kummer bereiten.
Als die ersten Warnungen über CV aus der DDR an die Gesellschaft gingen, da nahm man diese Brüder einfach nicht ernst. Man überschüttete sie mit üblem Schmutz. Aber selbst der "große Prophet" in Wiesbaden, Willy Pohl hat mit seinen Worten über CV, der Herr werde es zum Schweigen bringen, falsch prophezeit.
Unerschrocken wenden sich in allen
Ländern Brüder und Schwestern von der Gesellschaft ab, weil sie ihre Falschauslegunge
nicht mehr verkündigen wollen. Sie scharen sich zusehens um die Brüder, die den Mut zur
Wahrheit gegenüber der Gesellschaft haben. Das alles ist das Ergebnis, weil die
Gesellschaft von ihrem hohen Roß nicht herunter will und nicht zugeben will, daß sie von
Jahrzehnt zu Jahrzehnt falsche Bibelauslegung betrieben hat. Diese Schande will sie
einfach nicht über sich ergehen lassen. Nun steht sie vor der Tatsache, wie Brüder aus
den Bethelheimen, aus den Bezirken und Kreisen und Versammlungen aufstehen und nicht
länger schweigen. Was wüßten wir von alledem, wenn es die Christliche Verantwortung
nicht gäbe?
-aus Mecklenburg
DIE WACHTTURM-GESELLSCHAFT ERHEBT
TATSÄCHLICH DEN ANSPRUCH, STELLVERTRETER GOTTES ZU SEIN!
Original-Zitate der WTG beweisen es
Leiter der Organisation sichtbare Vertreter Gottes
Wir lesen im Wachtturm vom 15. 8. 1952 Seite 72: "Nach
und nach hat der Herr seinem Volke die wahre Bedeutung ,seiner Organisation' offenbart,
und nun geht aus der Schrift deutlich hervor, daß alle Diener in den verschiedenen
Stellungen der Organisation des Überrests oder der Gesalbten . . . als die sichtbaren
Vertreter des Herrn im Tempel ernannt werden."
WTG als ominöse Mutter vor Gott
geschoben
Wir lesen im Wachtturm vom 1. 7. 1957, Seite 402: "Wenn
wir im Lichte der Wahrheit wandeln sollen, müssen wir nicht nur Jehova Gott als unseren
Vater, sondern auch seine Organisation als unsere Mutter anerkennen."
WTG-Organisation Vertretung Gottes
Wir lesen im Wachtturm vom 1. 7. 1957, Seite 411: "Alle
übernehmen eine bestimmte Verantwortung für den Ruf der Organisation . . . in der die
Versammlungen zum Lobe Jehovas abgehalten werden, indem sie erkennen, daß Jehova selbst
durch eine Vertretung anwesend ist."
WTG-Organisation Gott gleichgemacht
Wir lesen im Wachtturm vom 15. 1. 1975, Seite 60:
"
daß Christen ein uneingeschränktes Vertrauen zu ihrem himmlischen Vater
haben, sie ziehen nichts, was er ihnen durch sein geschriebenes Wort u n d durch seine
Organisation sagt, in Frage."
Wir lesen im Wachtturm vom 15. 9. 1975,
Seite 571:
"
müssen wir unser Leben und unser Denken schon
jetzt den Maßstäben anpassen, die Jehova uns durch sein Wort u n d seine Organisation
offenbart."
Wille der WTG als Wille Gottes
erklärt
Wir lesen im Wachtturm vom 1. 8. 1956, Seite 474:
"
laßt uns mit dem richtigen geistigen Wahrnehmungsvermögen die Sache so
ansehen, daß, was immer der 'treue Sklave' tut, zu unserem Guten gereicht. Der Sklave
erfüllt dadurch seine eigene Pflicht vor Jehova, daß er das Werk Jehovas tut. Daher ist
der Wille des Sklaven der Wille Jehovas. Rebellion gegen den Sklaven ist Rebellion gegen
Gott."
Nicht Gott leitet, sondern die dafür
"eingesetzte" Wachtturm-Gesellschaft
Wir lesen in Königreichsdienst VIII/76: "Der treue und
verständige Sklave erklärt uns, wie wir Jehova anbeten müssen.
Unseren Brüdern gegenüber vertreiben wir negative Gedanken,
auch wenn wir ihre Handlungsweise nicht gleich verstehen und die Zusammenhänge nicht
erkennen."
Wir lesen im Königreichsdienst I/76: "Da ihr diese Dinge erwartet, tut euer Äußerstes. Ein Ansporn, der uns für das Kalenderjahr 1976 unseren gemeinsamen Weg zeigen sollte. Wir kennen den 'treuen und verständigen Sklaven', den unser Herr für diese Zeit gesetzt hat, um uns zu leiten."
Wachtturm - Werkzeug Gottes, nicht des
Menschen
Wir lesen im Wachtturm 1927, Seite 32: ". . . daß es
nicht Brüder sind, die uns den Wachtturm schreiben."
Wir lesen im Wachtturm vom 1. 8. 1931, Seite 231: "Seit Jahren hat er den Wachtturm als ein solches Mittel gebraucht, und seine Spalten dienen immer dem Bemühen, dem Überrest die Wahrheit darzureichen. Es ist nicht des Menschen Wahrheit, sondern Gottes Wahrheit, und deshalb ist es der Kanal oder das Werkzeug Gottes und nicht des Menschen."
Wille der Organisation gleich dem Willen
Gottes
Wir lesen im Wachtturm vom 15. 9. 1965, Seite 560: "Da
sein heiliger Geist auf die leitende Körperschaft dieser Organisation einwirkt, stimmt
deren Rat mit seinem Willen überein."
Wachtturm hat sich über die Bibel gesetzt
Wir lesen im Wachtturm vom 1. 8. 1931, Seite 229: "Die
sich weigern, diese Wahrheit
zu sehen und die Erklärung des Wachtturmes hierüber
bestreiten . . . sind in die Finsternis gegangen."
Wir lesen im Wachtturm vom 15. 1. 1975, Seite 57: "Frage dich: Woher habe ich die Bibelkenntnis, die ich bereits besitze Hat mir nicht die geistige Speise aus dem Wachtturm geholfen ?"
Wachtturm-Thematik an den Mann bringen, und wenn es mit List und Betrug ist
Wir lesen im Königreichsdienst VII/76: "Einige von uns haben festgestellt, daß es sehr wirkungsvoll ist, wenn man auf die Wünsche einer Person eingeht die nur die Bibel besprechen möchte (also nicht anhand eines anderen Hilfsmittels) . . . Eine Möglichkeit besteht darin, daß man sich auf einem Stück Papier, das in die Bibel paßt, sechs bis acht der wichtigsten Schriftstellen aus einem Teil einer gedruckten Predigt notiert . . . Wenn wir so vorgehen, können wir den Stoff Thema für Thema besprechen, ohne daß bei dem Wohnungsinhaber der Eindruck entsteht, es handele sich um ein formelles Studium."
Wie die WTG, nicht Jehovas Zeugen,
praktisch Unfehlbarkeit beansprucht
Wir lesen im Wachtturm vom 1. 7. 1957, Seite 408: "Es
mögen Dinge in der Organisation geschehen, die wir nicht verstehen Die Diener
mögen einer Handlungsweise folgen, die wir als unrichtig erachten. Deswegen Kritik zu
üben, würde eine unvernünftige Haltung verraten."
Wir lesen im Wachtturm vom 15. 11. 1972, Seite 693: "Jehovas Zeugen beanspruchen keine Unfehlbarkeit. Sie werden von Gott belehrt. Niemals werden sie alles wissen, sondern sie werden ständig von der unerschöpflichen Weisheit Gottes lernen, während sie in seiner Wahrheit wandeln."
Die Organisation schlägt und züchtigt dich
Wir lesen im Wachtturm vom 1. 1. 1957, Seite 408: "Wenn du denkst, eins der Kinder
der Mutter brauche "Schläge", so suche nicht, sie hinter seinem Rücken mit
deiner Zunge zu geben. Bringe die Sache auf den rechten Weg unserem Vater durch seine
Organisation vor und laß durch ihn die Zurechtweisung erfolgen, die notwendig werden mag.
Das ist der Weg des Respekts. Wenn du nicht so handelst, könntest du feststellen, daß du
so handelst, wie die 'Bock'-Klasse."
WTG alleiniger sichtbare Vertreter Gottes auf Erden
Wir lesen im WTG-Buch "Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben", 1960, Seite 148/149:
"
daß Christus Jesus sich im Tempel befindet und den vollen Befehl und die
volle Gewalt über die sichtbare Organisation Jehovas wie auch über die unsichtbare
innehat und daß DIE GESELLSCHAFT der sichtbare Vertreter des Herrn auf Erden ist."
WENN DIE WTG UNRECHT HAT, WANN KOMMT DAS ENDE DANN?
Anregungen zu neuer Betrachtung der Endzeitaussagen in der Bibel - Grundsätzliches
1. Nach den ständigen endzeitlichen Fehldeutungen und damit völlig haltlosen
endzeitlichen Vorstellungen der WTG ist ein grundsätzlich neues Betrachten der
endzeitlichen Bibelaussagen und ihrer Bedeutung erforderlich.
2. Es zeigt sich, daß die Frage nach einem neuen Termin (wann?) des bisher verstandenen
Weltendes (Endes der Nationen) und Reiches Gottes auf Erden nicht gestellt werden kann.
Denn ein solches Weltende ist auch irgendwann später nicht möglich, weil es laut Bibel
überhaupt kein Weltende nach bisheriger WTG-Vorstellung geben kann, auch später nicht.
3. Christsein ist nicht vom richtigen, endgültigen oder gar vollkommenen Erkennen
hinsichtlich der Endzeit abhängig Auch in dieser Frage kann Oberhaupt kein
"vollkommenes" Verständnis, keine "vollkommene" Erkenntnis erwartet
werden. Christen ist in jeder Hinsicht nur "unvollkommenes Stückwerk der
Erkenntnis" zugesagt, allenfalls ein Schauen nur "undeutlicher Bilder". 1.
Korinther 13:9,12. Nicht das unterschiedliche Erkenntnisstückwerk ist darum das
Entscheidende, sondern das, was dem übergeordnet ist, nämlich "Glaube, Hoffnung und
Liebe".
Nicht perfekte Erkenntnisbande, sondern, das Band des "größten unter ihnen",
das Band der Liebe über Erkenntnisunterschiede hinweg hält rechtes Christsein, hält
wahres Christentum zusammen.
1. Kor. 13:1-7,13.
4. Auch die Antwort auf die Frage, wann laut Bibel ein Ende komme, muß darum unvollkommen
bleiben. Nach Lage der Dinge sollte dies ein Gegenstand künftigen Bibelforschens und
Bibelstudiums sein, um als erstes die völlig falsche Sicht der WTG auszuräumen und dann
Schritt für Schritt zu einem Neuverständnis zu kommen.
Ausgangspunkte für ein neues Verständnis
der biblischen Endzeittexte
A) Nach den eindeutigen Aussagen Jesu und der Apostel hat die
Zeit des Endes bereits mit dem Kommen Christi vor 1900 Jahren begonnen. Es muß sich darum
als haltlos erweisen, etwa aus gegenwärtigen politischen Entwicklungen und Situationen
ein Ende für ein heutiges Jahr abzuleiten und zu konstruieren, wie es die WTG jedesmal
macht. Vielleicht auch mancher andere.
Jesus beschrieb in den Evangelien den Beginn der Zeit des
Endes bereits für seine Tage:
Matthäus 24:1-3, Markus 13:1-4, Lukas 21:5-7, 20-24. Die
Apostel lehrten demgemäß den Beginn der Zeit des Endes schon denen, denen sie damals
predigten, zu ihrer Zeit habe es schon begonnen:
1. Petrus 1:1, 1:20, 4:7, 1. Korinther 10:11.
Wenn wir die Bibel gelten lassen, wo es heißt, "nicht
über das hinaus, was geschrieben steht" (l. Kor. 4:6), dann können wir nicht etwas
erfinden und konstruieren, was über das Geschriebene hinausgeht.
b) Das Verständnis und die Vorstellung einer endzeitlichen
Vernichtung und Ausrottung aller anderen Menschen ist nicht nur durch die verschiedenen
falschen WTG-Prophezeiungen hierüber unglaubwürdig.
Maßgebliche Bibelaussagen sprechen deutlich von einer
Errettung der Welt durch Christus: Johannes 1:29, 3:17, 12:17.
c) Das Königreichsverständnis muß völlig erneuert werden.
Es gibt laut Evangelium keine "irdische Hoffnung" für einen Christen, denn
Christsein heißt Gesalbter sein! Wie kann das übersehen werden? Epheser 4:1-4, 13,
Philipper 3:17-21. Damit muß auch die Vorstellung von den 144 000 überprüft werden,.
Die WTG zerreißt dieses Bild durch eine gegensätzliche Sinngebung. Denn wenn es
buchstäblich aufzufassen wäre, durften es nur 144 000 aus den Juden von damals sein. Und
Christsein heißt Gesalbter sein!
d) Eine Zeit des Endes, die schon mit dem Kommen Christi vor
1900 Jahren begonnen hat, verlangt ein völlig neues Verständnis auch der "irdischen
Pflichten", der sozialen Pflichten des Christen. Man kann da nämlich keine
Bibelauslegung betreiben, wonach die Menschen, Christen vornweg, sich nicht mehr um ihre
sozialen Interessen kümmern brauchten. Wo wären die Menschen, Christen inbegriffen, da
in den 1900 Jahren gelandet? Es ergibt sich vielmehr eine ganz neue Sicht im
Verhältnis zu den "Obrigkeitlichen Gewalten" (Römer 13.1-7) und zu der
"die Menschen betreffenden Ordnung" (1. Petrus 2:13). Das Eifern um aus der
gegebenen politischen Lage konstruierte Weltendetermine mißachtet völlig die wahre
Endzeitdimension, wie sie Christus und die Apostel lehrten.
Christen haben sich zuerst in jener Nächstenliebe zu bewähren, die über allem
Stückwerk der Erkenntnis steht. Alles andere artet aus in Erkenntnisrechthaberei,
Unduldsamkeit, Intoleranz und Glaubenshaß, der dann gar in der "Überzeugung"
gipfelt, sich in der Sackgasse verrennt, alle Andersdenkenden und Andersgläubigen glichen
nur noch vernichtungswürdigen Verbrechern, was die tatsächliche Konsequenz der
WTG-Weltendeverkündigung ist.
F. F.
SEID BARMHERZIG, WIE AUCH EUER HIMMLISCHER
VATER BARMHERZIG IST
Beitrag zum Dienst am Wort als freier Christ - 11
"
ich will mein Gesetz in ihr Inneres legen und es
ihnen ins Herz schreiben." Jer. 31,31-34.
Im vorigen Beitrag zu diesem Leittext wurde festgestellt,
daß in diesem Schriftwort der Inbegriff des neuen Bundes liegt.
Es wurde ferner klargestellt, daß sich die Wirksamkeit des
neuen Bundes nur auf unsere Zeit, das Evangeliumszeitalter, beziehen kann. Im Reiche
Gottes bedarf es keines Bundes mehr. Eröffnet und erfüllt wurde der neue Bund von keinem
Geringeren als dem Gottessohn, unserem Herrn Jesus selbst. Er identifizierte sich voll mit
dem, was über ihn in Psalm 40, 8-9 geschrieben steht: "Sieh hier bin ich! In der
Rolle des Buches, da steht für mich geschrieben: Deinen Willen zu tun, mein Gott, ist
meine Lust, und dein Gesetz ist mir tief ins Herz geschrieben."
Die Summe seines Verhaltens bestätigte diese Gesinnung voll und ganz. Somit erfüllte sich die Weissagung Jeremias erstmalig in der Verhaltensweise Jesu Christi. Alle, die ihm nachfolgen wollen, können das nur, wenn sie bekunden, daß aus der Summe ihres Verhaltens dieselbe Gesinnung zum Ausdruck kommt. (Christsein heißt im neuen Bund sein.)
Kernpunkte des Willens Gottes
Was ist der Wille Gottes? An dieser Frage scheiden sich oft
die Geister. Auf vielfältigste Weise wird der Wille Gottes erklärt und angeboten. Dabei
ist es gar nicht so schwer, ihn in seinem Kernpunkt zu erfassen und zu verstehen. Viel
schwerer scheint es, ihn zu tun! Der Wille Gottes drückt zwei Komplexe gleichbedeutend
und gleichzeitig als Grundsatz aus:
1. Die Anerkennung Jesu Christi, seines Sohnes, als seinen
Gesandten zur Einführung des Evangeliums des Friedens und das Bekenntnis zu ihm als
Heiland der Welt.
2. Die Nachahmung dessen, was uns durch die Güte Gottes
begegnet, in der Gemeinschaft des Geistes (der Gesinnung) des Vaters (geoffenbart durch
den Sohn) an den Menschen, die uns in irgendwelchen Kontakten nahekommen.
Zu Punkt 1 gibt es kaum offene Fragen. Zu Punkt 2 sei gesagt, daß es sich um den Beweggrund handelt, der so souverän Liebe und Barmherzigkeit gelten läßt. Niemand glaube, daß ihm Gottes Liebe und Güte aus Verdienst zuteil wird. Die Liebe, die uns begegnet, ist dieselbe, mit der unser himmlischer Vater sich der Menschheit erbarmte und ein Friedensangebot durch seinen Gesandten, Jesus Christus, machte. Er reicht einfach aus Liebe, die von Barmherzigkeit bestimmt wird, seine helfende Hand zur Rettung für jeden, der sie annehmen will. Aber er erwartet auch, daß er in seiner barmherzigen Liebe erkannt wird und damit die Bereitschaft weckt, ebenfalls Barmherzigkeit walten zu lassen.
Unser Herr nimmt dazu folgende Stellung ein: "Seid barmherzig wie euer Vater barmherzig ist" Luk. 6,36. Barmherzigkeit ist das Wesensmerkmal Gottes, der Inbegriff seines Gesetzes nach dem neuen Bunde. Damit ist das Ausschlaggebende gegenüber dem alten Bunde gekennzeichnet. So ist die Liebe, die sich durch Barmherzigkeit wirksam erweist, das Element, das das Christentum vom vorhergehenden Judentum unterscheidet.
Gegen hartherzigen Unterscheidungswillen
Jesus setzte sich mehrmals mit Formalisten und Moralisten auseinander und verwies dabei
auf die Vorrangigkeit der Barmherzigkeit im Wandel der Beziehungen zu Gott auf Grund des
neuen Bundes. Eine Begebenheit wird in Matth. 9, 9-13 geschildert. Sie ist typisch für
das Verhältnis von Pharisäertum (eingebildete Vorzüglichkeit, Geringschätzigkeit und
Richtgeist) zum Christentum (Vergebung, Barmherzigkeit und Liebe, auf das Wohl des
Nächsten bedacht). Eine treffendere Antwort könnte den in Selbstherrlichkeit
hartgesottenen Moralisten nicht zuteil werden: "Nicht die Starken (Gesunden)
bedürfen des Arztes, sondern die Kranken . Gehet aber hin und lernet, was das heißt:
Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen,
sondern Sünder". Zür. Bibel.
Natürlich ist Selbstgerechtigkeit und hartherziger Unterscheidungswillen nicht nur bei damaligen Zeitgenossen Jesu sichtbar Gar mancher, der heute Christ sein möchte, ist nicht frei davon.
An dieser Stelle ist es angebracht, Jakobus 2,8 und 12-13 zu lesen: "Gewiß, wenn ihr das königliche Gesetz nach dem Schriftwort erfüllt: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, so tut ihr recht daran. Denn das Gericht verfährt erbarmungslos gegen den, der kein Erbarmen geübt hat. Die Barmherzigkeit dagegen rühmt sich gegen das Gericht." (Me.) Damit sind die Wesensmerkmale Christlicher Gesinnung und Handlungsweise deutlich! Sie bestimmen den Inhalt der Selbstverleugnung, die zur Nachfolge Jesu notwendig ist und als Forderung an seine Einladung gebunden wurde für alle, die Christen sein wollen: "Wenn jemand mit mir gehen (mir nachfolgen) will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!" - Matth. 16:24.
Aufmerken und die Betrachtung darauf ausrichten
Die Nachfolge Christi kann niemals Selbstzweck sein. Damit soll gesagt sein, daß wahres
Christentum niemals dadurch zum Ausdruck kommen kann, daß man seine eigene Haut rettet,
und sich sonst isoliert und distanziert. Und genau dort klemmt die Sage. Was Wunder, wenn
Menschen, denen das Wort Gottes gepredigt wird, solche Prediger kritisieren, deren Haltung
im Gegensatz zu ihrer eigenen Predigt steht. Dabei soll die Vielfalt der unterschiedlichen
Glaubensbekenntnisse und -erkenntnisse unberührt bleiben. Leider findet man dabei schon
eine förmliche Unterscheidungssucht, obwohl sich alle zu demselben Herrn und Gott
bekennen. Wirklich freie Christen kennen solche Bestrebungen nicht. Sie erkennen sich und
nehmen sich gegenseitig an, wie sie auch von Christus angenommen werden, wenn sie sein
Wort beachten und tun.
Weiter lesen wir in Matth. 12,1-7: "Wenn ihr aber erkannt hattet, was das heißt: Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer, so hattet ihr die Unschuldigen nicht verurteilt." Das war die Antwort an jene, die da glaubten, andere richten und verurteilen zu müssen. Damit brachte Jesus ein weiteres Mal zum Ausdruck, daß sich Geist und Inhalt des Bündnisses mit Gott grundlegend gewandelt haben. Wieder ist es die Barmherzigkeit, die er so gewichtig hervorhebt. Muß man da nicht aufmerksam und die Betrachtung der Schrift darauf ausrichten? Ohne völlige Klarheit über die Barmherzigkeit als das entscheidende Charakter- und Gesinnungsmerkmal kann sie nicht zur Triebfeder der tätigen Liebe im Herzen werden.
Barmherzigkeit ist mehr
Barmherzigkeit ist mehr als Vergebung, mehr als Mitleid. Warum? Vergebung berührt
vornehmlich persönliche Beziehungen oder Einstellungen und Ergebnisse von
Urteilsbildungen. Wer mir nichts angetan hat, bedarf nicht meiner Vergebung. Oder, über
wen ich mir kein Werturteil gebildet habe, demgegenüber brauche ich mich nicht zu
revidieren. Mitleid ist eine Gefühlsregung, die beinahe ausschließlich an Mißgeschick
(unverdiente, unrechtmäßig zugefügte Schicksalsschläge) gebunden ist, auch wenn man
meint, jemand sei zu hart bestraft worden. Eine dritte Variante noch: großzügige Geste
als Selbstzweck, Bewunderung und Anerkennung heischend. Zusammenfassend kann man sagen,
daß Mitleid und Vergebung wesentlich auf Sympathiereserven in irgendeiner Form
zurückgeführt werden können. Alles in allem jedoch sind dies - wenn auch edle
Gemütregungen - Entscheidungen an denen man selbst irgendeinen Anteil hat.
Barmherzigkeit dagegen ist an höhere Grundsätze gebunden. Ohne jedes
Ansehen der Person, ohne Rücksicht auf die eigene Einstellung zur Sache, auf persönliche
Beziehungen und Vorurteile! Es wird nicht nach Schuldigkeit oder Würdigkeit gefragt,
nicht, wie das eigene allgemeine Ansehen abschneidet. Der Barmherzige vergibt sich nichts
und identifiziert sich auch nicht mit Schuldfragen. Er ist nicht zum Selbstzweck
barmherzig, um für sich Ansehen oder Pluspunkte zu sammeln, sondern weil er
Hilfsbedürftigen dienen will. Er baut ohne Reue Brücken, auch wenn sie nicht begangen
werden. Er fordert keinen Lohn, keinen Tribut. Er ist glücklich, Mittel und Wege
einzusetzen zum Wohle anderer. "Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden,
Barmherzigkeit erlangen." Mtth. 5,7.
Bis bald beim nächsten Beitrag in CV.
Über 7000 haben 1976 in der BRD
die Wachtturmgesellschaft wieder verlassen
Es geht nach 1975 abwärts. Gestützt auf eine Aufstellung.
des deutschen Zweiges der Wachtturmgesellschaft in der BRD berichtet die Evangelische
Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Stuttgart in ihrem Materialdienst
vom 1. Juni 1977:
"Es gab 1976 in der Bundesrepublik und Westberlin
insgesamt 102 044 aktive Zeugen Jehovas, 3846 weniger als im "Endzeitjahr" 1975
(siehe MD 1975, S. 376 ff). Das bedeutet, ,saß im letzten Jahr über 7000 deutsche Zeugen
Jehovas die Wachtturmgesellschaft wieder verlassen haben. Diese Zahl ergibt sich wenn man
von der Verkündiger-Höchstzahl des Vorjahres zunächst die vermutlichen Todesfälle für
1976 abzieht (das dürften ca. 1000 sein), sodann die für 1976 ausgewiesenen 4469
Getauften hinzuzählt und schließlich dieses "Soll" mit der faktischen Zahl
vergleicht".
Über die Wirkung "amerikanischer Sekten."
Trifft das auch auf die Zeugen Jehovas zu?
Über "Eigenheiten" religiöser Gemeinschaften aus
den USA, die "auch Fehlentwicklungen widerspiegeln" schreibt der Mitarbeiter des
Deutschen Allgemeinen Sonntagsblattes (Hamburg), Horst von Gizycki:
"So kann die beanspruchte und erkämpfte
Glaubensfreiheit den eigenen Glauben erstarren und zur Intoleranz dem Andersdenkenden
gegenüber werden lassen. Fanatismus und Gezänk können die Beziehungen vergiften, und
auch die Abhängigkeit von blind verehrten religiösen Führern, ein neuer Autoritarismus
also, gehört zu den Schattenseiten des Sektierers. Die selbstbestimmte Ordnung der
Lebensformen der Sektenmitglieder kann dann problematisch werden. wenn man sich abkapselt
von der übrigen Welt und nicht für Bündnisse und Kooperation auch mit Andersgläubigen
offen ist. Mit anderen Worten: Auch und gerade, wenn kleine Gruppen intern herrschaftsfrei
aufgebaut sind, sich aber um die öffentlichen Angelegenheiten der größeren Gesellschaft
nicht kümmern, dann wird den wahrhaft herrschenden Mächten das Spiel zu leicht gemacht,
und das Feld bleibt ihnen kampflos überlassen. Eine religiös-moralische Haltung, die sich
nicht um Politik kümmert, läßt allzuleicht Gangster, Ausbeuter und Abenteurer
ungehindert wirtschaften." (Nr. 13, 27. März 1977) -
Die Leitung der Wachtturmgesellschaft in den USA ist bestimmt nicht außerstande, diese
Feststellungen überprüfen zu können.
Wachtturm-Kritiker in den USA gestorben
Am 28. Dezember 1976 verstarb in ein m Krankenhaus in Fort
Lauderdale, Florida, USA, einer der erfolgreichsten Kritiker der WTG und des Wachtturms,
Bruder Roy D. Goodrich. Seit dem Jahre 1944 hatte er in den USA seine Stimme gegen alle
Arten unchristlicher Abwege der WTG erhoben. Er gab die periodische Schrift "Back to
the Bible Way" (Zurück auf den Weg der Bibel) heraus. Mit seinem Tode wurde die
Schrift eingestellt. Bruder Roy D. Goodrich erhielt 1944 von der WTG den
"Gemeinschaftsentzug". Er veröffentlichte daraufhin einen offenen Brief an
WTG-Präsident Nathan H. Knorr, den dieser nie beantwortete. Bruder Roy D. Goodrich wurde
wie kaum ein anderer als "neuzeitlicher böser Knecht" verschrien. Viele
Änderungen, Korrekturen, Widerrufungen, Falschauslegungen und Neudeutungen, die die WTG
vornahm, nahm sie jedoch stillschweigend vor auf Grund der selbstverständlich nur zu
berechtigten Kritik von Bruder Roy D. Goodrich. Was die WTG als ihr "Licht von
Gott", das "immer heller scheint", ausgibt, war und ist allzu oft nur die
Übernahme dessen, was ihre Kritiker, die einerseits als "Rebellen gegen Gott"
und "böse Knechte" ausgeschlossen werden, aufgedeckt haben.
Wenn es sich bestätigt, daß auch Bruder William J. Schnell, ein anderer namhafter Wachtturm-Kritiker in den USA, tot ist, er soll ermordet worden sein, um ihn zum Schweigen zu bringen, dann sind damit - soweit bekannt ist - die beiden entschiedensten Wachtturm-Kritiker in den USA tot.-
Eine neue Aufklärungs-Institution über
die WTG in Westeuropa
Epd. ZA Nr. 220 vom 11. November 1976. - Eine
Arbeitsgemeinschaft zur Aufklärung über die Aktivitäten der "Zeugen Jehovas"
hat der Journalist und Schriftsteller Heinz SturmGodramstein (Oberursel bei Frankfurt a.
M.) gegründet. Die Vereinigung will die von der "Wachtturm-Gesellschaft" in
Brooklyn/USA weltweit verbreiteten Traktate, Bücher und Broschüren, Bibelauslegung sowie
Argumentation und Propagandamethoden dieser Sekte kritisch prüfen. -
Inzwischen wurde von H. Sturm-Godramstein schon die 2. Auflage einer Broschüre herausgegeben mit dem Titel "Vor Jehovas Zeugen wird gewarnt". Der Verfasser kommt darin über das WTG-Werk zu folgenden sozialen Schlußfolgerungen: "Da sich Jehovas Zeugen nur mit strengen, z. T. fundamentalen Vorbehalten in geltende Verhaltensnormen ihrer gesellschaftlichen Umwelt einfügen, trägt ihre Haltung in mancher Hinsicht a s o z i a 1 e Züge . . . Eine Organisation, die ihre Anhänger so t o t a 1 vereinnahmt, muß es sich gefallen lassen, als, f a s c h i s t o i d zu gelten." (S. 42, 40).
Informations-Büro über WTG und Zeugen
Jehovas in Polen begründet
Im Herbst 1977 wurde in der Volksrepublik Polen ein
"Unabhängiges Christliches Informations-Büro" mit Sitz in Lublin gegründet'
Die Anschrift lautet:
Niezolezne Chrzescijanskie Biuro Informacyjne w Polzce
Josef Wereski
Box 550
20 - 954 Lublin 2 PL
Das Büro veröffentlicht periodische "Briefe an Christen" in polnischer Sprache, die u. a. speziell, den Zeugen Jehovas in Polen einen Weg finden helfen, heraus aus ihrer heillos kompromittierten Wachtturm-Weltende-Organisation. Die "Briefe" haben inzwischen auch internationale Verbreitung gefunden.
Nach der 1975-Irrlehre: ZJ-Jugendliche in
der BRD stürzen sich ins "weltliche" Leben
Ganze Jugendgruppen von Versammlungen der Zeugen Jehovas in
westdeutschen Großstädten sind nicht mehr zu holten Die von der WTG noch 1975
versprochene "kleine Weile des Verzugs" geht sichtbar ebenfalls als Irrlehre
zuende: Das WTG-Weltende ist nunmehr wieder. völlig als unglaubwürdig erwiesen. Was sie
zuvor unter der WTG vom normalen gesellschaftlichen und kulturellen Leben
abgekapselt wurden, schlägt nun nicht nur um ins Gegenteil, sondern bis in jugendliche
Exzesse. Aus verschiedenen Versammlungen wird berichtet, wie ZJ-Jugendliche nunmehr
Saufgelage bis in die Nächte hinein veranstalten und die WTG-Ältesten nur noch
verspotten mit ihrer "Zeit des Endes".
Könnte sich die WTG nicht vorher ausrechnen, was sie anrichtet, wenn sie im Namen Gottes
falsche Weltenden verkündigt?
Einige Bemerkungen zu einer ab CV 102
folgenden Artikelserie, die nach einer Leserzuschrift gestaltet wurde.
Immer wieder wird gesagt, daß die Kinder Gottes sich nicht
von weltlichen Dingen beeinflussen lassen sollten. Das sei unbiblisches Verhalten, wie die
WTG ständig betont. Doch was verbirgt sich wirklich dahinter. Wer handelt unbiblisch,
Zeugen Jehovas und alle anderen Christen, die gemäß Römer 13 und anderer Worte und
Hinweise der Apostel den menschlichen Dingen, der Gesellschaft, in der sie leben
gegenüber schlicht und einfach ihre Pflichten erfüllen, oder die WTG, die uns das strikt
verbietet, obwohl es die Apostel als gut und nützlich heißen?
Das ist ein ernstes Problem, weil es sehr viele Zeugen Jehovas beschäftigt, so daß es notwendig ist, auf diese Frage hier einzugehen und sie ausführlich zu behandeln.
Untersuchen wir zunächst einmal wie die WTG selbst handelt, wie sie ihre eigenen Verhaltensregeln befolgt, weil das eigene Verhalten der beste Prüfstein ist, der erkennen laßt, was an einer Sache dran ist. Und da fällt einem allerdings mit Befremden auf, daß ein beachtlicher Teil der Ausgaben des "Wachtturm" und der von der WTG herausgegebenen Zeitschrift "Erwachet" recht irdischen Problemen gewidmet ist und, was noch mehr aufstößt, die WTG geradezu zur Interpretation der Politik eines der beiden in der Gegenwart existierenden Gesellschaftsordnungen wird, nämlich der kapitalistischen Gesellschaftsordnung, was natürlich als Konsequenz folgerichtig mit sich bringt, daß die WTG in ihren Schriften in einen unsachlichen und ganz und gar vom Standpunkt eines Christen, der "sich mit den weltlichen Dingen nicht abzugeben habe", verwerflichen Antikommunismus verfällt, wodurch zwar nicht die WTG in Brooklyn, aber die Zeugen Jehovas in den sozialistischen Ländern "in Schwierigkeiten geraten könnten" und sicher auch geraten, wie. viele unter uns es selbst erfahren mußten.
Es seien zum Beweis nur einige Artikel zitiert, die sich nicht etwa in politischen Problemen auseinandersetzen, sondern selbst "in Politik machen" und dabei in plumper und recht aufdringlicher Art die Meinung der WTG den Lesern suggeriert Wie gefärbt und geradezu falsch diese Meinung ist, werden wir noch sehen. Solche Artikel sind zum Beispiel:
- Gibt es Sicherheit angesichts der
Wirtschaftsmisere?
- Was kann man gegen die Inflation tun?
- Warum ist die Wirtschaft in einem solchen Zustand?
- Religion in der politischen Arena
- Wohin treibt die Welt?
Doch sei grundsätzlich gesagt, daß die hier genannten Artikel nur Beispiele sind, denn wir finden derartige "meinungsbildende Informationen" in allen Schriften der WTG, ja sie betragen nahezu 90 Prozent des Inhalts aller Veröffentlichungen derselben.
Vergessen wir nicht den Ausgangspunkt. Die
WTG fordert, daß sich Zeugen Jehovas fernhalten sollen von allen irdischen Dingen, da
diese sie nur von ihrer eigentlichen Aufgabe, Diener Jehovas zu sein, abhalten würden.
Wir wollen diese Forderung nicht bis zur letzten Konsequenz
verfolgen, um den Unsinn aufzudecken, der sich darin verbirgt, schließlich gehört selbst
essen und trinken zu den irdischen Dingen, ohne die der Mensch - auch ein Zeuge Jehovas -.
nicht existieren kann, sondern anhand der WT-Artikel und der Publikationen in der
Zeitschrift "Erwachet" darlegen, daß die WTG mit ihren Schriften die Zeugen
Jehovas geradezu zwingt, sich nicht etwa bloß mit irdischen Dingen, sondern direkt mit
Politik zu beschäftigen und auseinanderzusetzen.
Oder welchem Zweck sollten denn sonst ihre
Artikel dienen? Bloß der Information halber, damit ein Zeuge informiert sei? Zwar lesen
wir auf der 2. Seite der Zeitschrift "Erwachet" "Der Zweck dieser
Zeitschrift"
"Nachrichten, die
" bis "
größter Wichtigkeit sind."
(Erwachet, Nr. 7/69 v. 8. 4. 69, S. 2, Abs. 1, 2, 3 und in
der Ausgabe Nr. 15/76 vom 8. 8. 75 heißt es sogar:
"Heute wird
" bis "
fertig zu
werden" und etwas später. "Da diese Zeitschrift
" bis "
besser als die andere." (Erwachet Nr. 15/75, S. 2. Abs. 1 und 2,4)
Doch muß man leider feststellen, daß mit
den Informationen, die der Zeuge aus "Wachtturm" und aus "Erwachet"
bezieht, schlecht beraten ist, denn sie sind eben nicht "objektiv" und nicht
"von selbstsüchtigen Interessen unbeeinflußt".
Ganz im Gegenteil! Sie sind meinungsbildend wie jede andere Information auch. Und sie
sollen es! Sie sollen den Zeugen zwingen, Partei zu ergreifen, einen Standpunkt zu
beziehen! Für wen Partei ergreifend? Für Jehova? Dagegen wäre nichts zu sagen. Das
wäre sogar zu wünschen.
Doch dazu sind diese Artikel ja gar nicht angetan, dafür sind sie nicht bestimmt. Hier geht es einfach darum, den Zeugen Jehovas zu zwingen, politisch zu werden, und zwar so, daß es ihm selbst nicht bewußt wird. Der WTG geht es nicht um die Auseinandersetzung: "Hier Jehova - da Satan", sondern um die Auseinandersetzung "Hier die alte, geheiligte Gesellschaftsordnung, der Kapitalismus, der erhalten bleiben muß und dort das umstürzlerische Neue, das angeblich alle göttliche Ordnung aus den Angeln heben will und das man deshalb bekämpfen muß, der Sozialismus." Nehmen wir "Erwachet", Ausgabe Nr. 4 vom 22. Februar 1975 zur Hand. Wir finden in ihm den Artikel "Religion in der politischen Arena".
In diesem Artikel läßt sich, die WTG darüber aus, daß seit einigen Jahren "die Geistlichkeit (der Kirchen) in politischen Angelegenheiten eine, weit aggressivere Rolle als früher" betreiben würde. Und die WTG deutet an, daß diese Entwicklung auf das 2. Vatikanische Konzil Anfang der 60er Jahre zurückzuführen sei, wo die Christen aufgefordert wurden, sich mehr um soziale und wirtschaftliche Probleme zu kümmern. Sich sozialen Problemen zuwenden heißt aber, sich mit der Frage "Reich - Arm" auseinanderzusetzen und nach Lösungen zu streben, die die Wurzel der Armut, die Ausbeutung der Menschen durch die Besitzenden, beseitigt. Das heißt aber gerade, jene Säulen der alten Gesellschaftsordnung, den geheiligten privaten Besitz an Produktionsmitteln, anschlagen und mitzugehen mit den geknechteten Menschen, die um ihre Rechte als Menschen kämpfen, so wie es die Geistlichkeit zum Beispiel in Brasilien tut, die nicht mehr Assistent der herrschenden Klasse sein will, weil dadurch das Volk noch schwerer zu leiden habe. Viele lateinamerikanische Geistliche sind - als Schlußfolgerung aus obiger Erkenntnis - bestrebt, das Volk in seinem Befreiungskampf zu unterstützen, und das unter Einsatz ihrer ganzen Persönlichkeit.
Was sagt die WTG hierzu? Heuchlerisch gibt sie zunächst zu, daß
"helfen" lobenswert sei. Doch gleich versucht sie das "Wie" zu
diskriminieren, indem sie den Geistlichen vorwirft, diese würden durch ihr politisches
Engagement für die Armen "Gottes Königreich zu einem Teil dieser Welt machen!"
Welch Unsinn! Doch warum dieses Ereifern? Zwischen den Zeilen liest man dann, worum es der
WTG in Wirklichkeit geht. Nicht um das Königreich Gottes, auch nicht um Hilfe für die
leidende Menschheit, sondern allein um die Erhaltung der bestehenden Gesellschaftsordnung
mit dem Paradies auf Erden für die Besitzenden und der Hölle der Verzweiflung für das
Volk. Da aber katholische Priester "gemeine Sache" mit dem verarmten und
ausgebeuteten Volk machen, sein revolutionäres Aufbegehren unterstützen, müssen sie
bekämpft werden. Wie tut man das? Man wirft ihnen vor, daß sie den Kommunismus
unterstützen, daß ihre Programme der Förderung kommunistischer Ideen dienen und nimmt
das zum Anlaß, gegen die Priester vorzugehen. Die WTG mischt in diesem Spiel mit, wie
gerade der hier zitierte Artikel beweist, wobei es der WTG darauf ankommt, den Zeugen
immer wieder einzuhämmern, daß Kommunismus etwas, Verwerfliches sei, das bekämpft
werden müsse. Und damit tritt die WTG selbst in die politische Arena!
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"Christliche Verantwortung": Monatsschrift, der Studiengruppe Christliche
Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum, DDR 65, Gera, Otto-Dix-Straße 6. Preis: M
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