Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 61
Ein geschichtlicher Rückblick auf die Anfangsjahre des "kalten Krieges" in dieser Ausgabe beinhaltet auch die Aussage:
"Zur Zeit gipfelt das in dem Bocksprung von Selbstdarstellung vor aller Welt, das Werk der WTG sei völlig 'unpolitisch' und habe mit keiner 'politischen Ideologie' etwas zu tun.... Dabei könnte man Bücher füllen mit den Äußerungen der WTG, die beweisen, daß sie unter den Religionsgemeinschaften diejenige ist, welche die politische Ideologie des Antikommunismus und Antisowjetismus im Interesse fremder Auftraggeber am schärfsten verbreitet."
1947 wird als das Jahr bezeichnet, wo die westliche Politik der "Zurückdrängung des Kommunismus", nach der zeitweiligen Interessenkoaltion im Kampf gegen Hitlerdeutschland, handfeste Formen annahm. Führende politische Kraft dieser Politik war und ist die United States of America. Es ist offensichtlich, dass die Zeugen Jehovas, die ihre Brunnenstube gleichfalls in den USA haben, mit auf diesen Kurs eingeschwenkt sind. Besonders heimtückisch dergestalt, unter der These angeblichem "Unpolitischseins" aus Endzeitgeschichtlicher Motivation. Man kann es keinem verdenken, wenn die pseudoreligiöse Staffage beiseitegeschoben wird, diesen Kern der Problemlage dann herauszuarbeiten.
Das hatten zeitgenössisch schon die Kommunisten getan. Nur, sie befanden sich in der Defensivposition. "Abgeklärt und ruhig" die Dinge anzugehen, war ihnen nicht vergönnt. Heute besteht jedoch - zumindest in der rückblickenden Betrachtung - diese Möglichkeit. Die WTG-geleiteten Zeugen kommen dabei keineswegs "gut" bei weg.
Diese CV-Ausgabe versucht analoges zu tun. Ob sie dabei wirklich die "Befindlichkeit" der Zeugen erreichte, deren Denken keineswegs von den Grundsätzen der Ratio geprägt ist, kann und muss bezweifelt werden.
CV Christliche Verantwortung
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT
ist freie, christlich und menschlich verantwortungsbewußte
Information zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas und ihrer
Leitenden Körperschaft, der Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft, (WTG) und
WTG-bedingten Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen
Entwicklung. Die Vielseitigkeit der Darlegungen in CV
widerspiegelt diese Situation und weist Wege zu ihrer
Lösung. -
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.
Nr. 61 Gera Juli 1974
WAS BLEIBT, WENN DAS WT-ENDZEITWERK MIT
1975 WIEDER ALS FEHLSCHLAG ERWIESEN IST?
Liebe Leser!
Wir sind 1974 lt. WTG im letzten Jahr der
6000-Jahrzeit. Ab "Frühherbst" 1975 soll "Gottes tausendjähriges
Königreich" folgen. Wenn das tatsächlich stimmt, dann ist die "Verantwortung
gegen jedermann" als Zeuge solcher Verkündigung ungeheuer groß. Hast du das schon
einmal ermessen? Um dieser "Zeit des Endes" willen ist das WT-Werk ja überhaupt
nur entstanden und bisher durchgeführt worden! Solche Endzeitorientierung ist allein sein
Wesen, Sinn und Zweck! Wenn die WTG jetzt mehr oder weniger von dieser zeitlichen
Orientierung ablenkt, so sollten wir im Auge behalten: Es geht in der jetzigen
Entscheidungszeit nicht um die Nachfolge Jesu in Glauben und Liebe, in denen viele schon
aufrichtig standen, bevor sie der WT-Endzeitorientierung, ihrer Endzeithoffnung, folgten,
als sie noch in anderen "Formen der Gottesanbetung" wandelten. Nein, das ist
nicht infrage gestellt. Es geht allein um die jetzige WT-Endzeithoffnung.
Kann es im letzten Jahr vor dem wichtigsten Termin, den die WTG je weltweit verkündigt hat, 1975, etwas Wichtigeres geben, als sich noch einmal "aller Dinge zu vergewissern". bevor "im Frühherbst 1975" (Zeittafel, Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes, S. 36) alles zu Ende ist, oder wir vor dem Scherbenhaufen einer Endzeitbibelauslegung stehen, die uns nur noch zum Gespött herumlaufen läßt? Die Schrift gebietet, "allezeit bereit zu sein, euch gegen jedermann zu verantworten, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch lebt". 1. Petr. 3:15.
Vielleicht werden es zunächst deine eigenen Kinder sein, die dich fragen, deine Familienangehörigen. Wir kennen Söhne und Töchter von Aufsehern in hoher Verantwortung. Sie müssen sich orientieren für Schulziel, Berufsausbildung, Partnerwahl, Einschlagen einer Laufbahn, Lebens- und Zukunftfragen. die keine Fehlorientierung vertragen! Wehe, wenn sich da die WT-Endzeithoffnung als Fehlschlag erweist und sie dann fehlorientiert dastehen! Es mögen auch die Nachbarn sein, Arbeitskollegen, nahe und ferne Nächste überall, von ihren Kleinsten bis zu ihren Größten, an die sich die WT-Endzeitverkündigung wendet mit Warnungen wie an "die Nationen der Erde" (WT 15. 3. 74, Seite 179), die Mitmenschen allenthalben, die vor Aufgaben stehen, die mitunter langfristige Entscheidung verlangen in Beruf, Wirtschaft, soziales und gesellschaftliches, staatliches Leben. Auch das verträgt keine Fehlorientierung Schaue in die Hungergebiete, auf die unterentwickelten Nationen und Völker, die aus dem Elend befreit werden müssen! Wehe, wenn man ihnen falsche Hoffnungen lehrt! Mit den Lebensbedürfnissen der Menschen darf man kein Spiel falscher Hoffnungen und Erwartungen treiben! Das kann gefährliche Folgen haben! Sind sich die WT-Endzeit-Verkündiger dessen bewußt?
Die Würfel sind jedoch längst gefallen. Es gibt keine Endzeit im WT-Sinne. Die WTG will von 1975 nun nichts mehr hören. Für die Kongresse 1974 war ein entsprechender Vortrag angekündigt, der "die Frage beantwortet, warum uns Tag und Stunde nicht mitgeteilt wurde" (VII/74). Da kann man nur gespannt sein! Wer den Jahrestext 1974, "mag der Feigenbaum selbst nicht blühen mag das Werk des Olivenbaumes sich tatsächlich als Fehlschlag erweisen . . .", gründlich durchdenkt, erkennt, daß dies die vorweggenommene Bankrotterklärung der gesamten auf 1975 ausgerichteten WT-Endzeitorientierung ist. Der Kommentar zum Jahrestext spricht sogar von Zusammenbruchsgefühl, Haltlosigkeit, Beben und Zittern, von Gedanken an Drogen und Selbstmord, wenn der "Prophet" in Brooklyn an die "Bedrängnis" denkt, die mit dem Fehlschlag von 1975 kommt. (WT 15. 3. 74, S. 181)
Die WTG wird jedoch alles tun, um auch nach 1975 weitermachen zu
können. Sie ist schon mitten dabei. Folgende Strategie und Taktik zeichnet sich ab.
Gesetz des Handelns nicht aus der Hand nehmen lassen, die
Verkünder so beschäftigen, daß sie zu keinem Innehalten und kritischen Nachdenken kommen. Keine 1975-Diskussion aufkommen lassen. Den Blick
zurichten und so auf die "paradiesische Zukunft" lenken, daß die Frage
"wie lange noch", völlig überspielt wird, ja, daß verdächtig gemacht werden
kann, wer sie dennoch hartnäckig stellt.
Dabei gleichzeitig das Hauptaugenmerk auf den Zusammenhalt der Organisation unter WTG-Führung richten und alle zweckdienlichen Themen forcieren und mit ihnen die Sinne anfüllen. Dazu alle Arten praktische Belehrungen und Lebenshilfen und sonstigen immer zutreffenden biblischen Rat, so dargelegt, daß die Bindung an die WTG unbedingt gesichert bleibt. Noch außen unerbittliche Zerstörung aller Brücken und Wege, Aufreißen tiefster Abgründe und unüberwindlich scheinende Gräben durch schärfere Verteufelung aller Umwelt und aller Andersdenkenden einer Andersglaubenden, wobei Kirchen- und Kommunistenhaß eine Hauptrolle spielen. Alles, nur das eine nicht: Daß "diese Generation" seit 1914 mit 1975 für die WTG tödlich überschritten wird, "vergangen" ist, und es somit keine Endzeit im WT-Sinne gibt. Man kann den WTG-Apparat jedoch nicht anhalten, es muß irgendwie immer wieder weitergehen.
Noch operiert man mit dem Gedanken, "es verzieht" eben noch "ein wenig". Vielleicht wird "diese Generation" ein weiteres Mal verschoben. Vielleicht wird die WTG auf längere Sicht einen völlig anderen Charakter annehmen. Die WTG-Beauftragten R. Lengtat und E. Letonja hielten auf den BRD-Kongressen 1973 Vorträge, in denen sie von "fortschreitenden wesentlichen Änderungen sprachen. So wird niemand um eine grundsätzliche Neuorientierung herumkommen "Das Werk des Olivenbaumes" ist tatsächlich ein Fehlschlag". Was bleibt?
Die "Form der Anbetung" muß geändert werden, wohl dem, der es rechtzeitig tut, ehe er nach 1975 zum Gespött herumläuft, weil er dieses "Ende" einfältig geglaubt und gepredigt hat. Aber, viele können und sollten helfen, die WTG in eine "wesentliche Veränderung" zu drängen, die keine Endzeithaltlosigkeiten mehr enthält, damit in Zukunft niemand mehr "zu Fall" kommt. "Ratgeber in großer Zahl" sollte es hier geben. Spr. 11:14 Me. Das ist ein großes Vorrecht und eine wunderbare Aufgabe. Die Zeit der WTG ist herbeigekommen. Doch mag diese Form des Glaubenskampfes nicht jedem gegeben sein. Mancher mag den Weg fortsetzen in Gemeinschaft mit den Brüdern und Schwestern, die schon früher die WTG verließen oder verlassen mußten, weil sie auf Haltloses hinwiesen, und die heute in den verschiedenen freien christlichen Gemeinden versammelt sind. Wenn die jetzige WT-Endhoffnung fehlschlägt, dann wird gar mancher einsehen müssen, wie die anderen Formen der christlichen Gottesanbetung bzw. Nachfolge des einen Christus völlig sinnlos verteufelt worden sind, weil eben alle Erkenntnis "Stückwerk" und unvollkommen ist. 1. Kor. 13:9,10. Hinzu kommt, daß sich alle bisherigen unbedingten WT-Verkündiger im Zusammenhang mit dem Fehlschlag der WT-Endzeitorientierung unbedingt hinreichende Kenntnisse in allen sozialen Fragen unseres Lebens erwerben müssen, um in rechter christlicher Verantwortung weitergehen zu können.
Die Zeit ist herbeigekommen. Die WTG hat
ihre Endzeit seit 1914 überzogen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann das allen in
voller Bedeutung vor Augen steht. Es ist wahr, alles, was davon betroffen ist, muß in
seinem Wesen verändert werden.
Für 1975 ist mit einem weltweiten Offenbarwerden zu rechnen
CV ist für den Weg aus dieser WTG-Krise in jeder Hinsicht ein treuer Begleiter. Entnehmt
auch dieser CV-Ausgabe weitere Hilfe und Anregung für die notwendige Neuorientierung in
Glaube, Hoffnung und Liebe.
In christlicher Verbundenheit
Der Herausgeber und alle Mitarbeiter
Was für Männer leiten die
Gemeinschaft der Zeugen Jehovas?
N. H. Knorr, E. Frost, K. Franke, R. Kelsey und andere
in ihrer Stellung vor Gott und Menschen
"Sei eifrig bestrebt, vor Gott als bewährt dazustehen,
als ein Arbeiter, der sich seiner Arbeit nicht zu schämen braucht, da er das Wort der
Wahrheit richtig darbietet". 2. Tim. 2:15. Warum kommt es sosehr hierauf an? Die
Tatsachen, die folgen, sind so erschreckend, daß wir kein Blatt vor den Mund nehmen
dürfen: Weil verantwortliche Diener Gottes, "Hirten der Herde", Aufseher nicht
eine Herde Schweine oder Ochsen zu hüten oder einen Steingarten zu hegen haben, sondern
das Kostbarste in den Augen Gottes und Christi, was es gibt: Lebendige Menschen, deren gar
Kleinste und Geringste irrezuführen schon ein furchtbares Strafgericht noch sich zieht,
"ein Mühlstein an den Hals und ins Meer versenkt, wo es am tiefsten ist"!
Matth. 18:6. Denn "Tod und Leben sind in der Gewalt der Zunge", Spr. 18:21. Das
heißt zur Sache, daß von den Äußerungen der verantwortlichen Aufseher Verhalten und
Handeln und damit Bewahrung, Freiheit und Leben derer abhängen, für die sie als Aufseher
atmen. Das Verantwortungsvollste, was es gibt. Doch wir müssen erschrecken, wie es um die
Männer steht, die das Werk leiten.
Nachdem die WTG das Werk in Europa 1950 unter der religiös-politischen Generallinie, "Gangster in Amt und Würden! Überzeugender Beweis dafür, daß Politiker nicht die von Gott verordneten obrigkeitlichen Gewalten sind!" (Erwachet 8. Nov. 1949), vorsätzlich in den Kampf gegen die "obrigkeitlichen Gewalten" in den sozialistischen Ländern bzw. gegen Sozialismus und Kommunismus geführt hatte, berichtet Zweigdiener Erich Frost über einen Besuch von WTG-Präsident N. H. Knorr 1951 in Westberlin:
"
die Brüder Knorr und
Henschel nach Berlin, um sich mit den Berliner Brüdern und einer Anzahl aus der Ostzone
zu treffen. Die Waldbühne war gemietet worden
13 563 Teilnehmer
Kunde bis
noch den fernen Winkeln der Ostzone gedrungen und hatte die Brüder dort veranlaßt, sich
in Bewegung zu setzen. Wer hätte sie auch zurückhalten können? Wer unter der großen
Menge des Volkes Gottes kann sich vorstellen, was es heißt: Bruder Knorr hinter dem
Eisernen Vorhang', um dort seiner Ansprache zu lauschen? Mehr als 8000 von der Ostzone
waren anwesend und kehrten voller Freude heim, bereit, trotz der Feinde, mehr denn je am
Königreichswerk teilzunehmen und den Gefangenen baldige Freiheit zu verkündigen.
Die Bevölkerung der Ostzone horcht auf die Botschaft und
liebt sie!"
(Jahrbuch 1952, WT 15. 2. 52, S. 61)
Wir wollen jetzt nicht näher betrachten,
wie hier mit Obrigkeitsverfälschungen und übelstem Gangster-Jargon der deutsche
WTG-Zweig insbesondere als "Kampfinstrument gegen den Staat" der Ostzone"
(E. Frost) ausgespielt wurde. Es ist auch unlautere Propaganda, von
" B r u d e r K n o r r h i n t e r d e m E i s e r n e
n V o r h a n g " zu sprechen. Er war lediglich in Westberlin und hat sich aus dem
Bereich westlicher politischer Grenzen überhaupt nicht hinausgewagt. Schon das alles ist
bezeichnend. Aber wir wollen etwas anderes näher betrachten.
E. Frost trifft die Feststellung:
"Die Bevölkerung der Ostzone horcht auf die Botschaft
und liebt sie."
K. Franke in der Dienstabteilung in Wiesbaden ist
mitverantwortlich und N. H. Knorr im Hauptbüro in Brooklyn mit seinem Direktorium läßt
das allen Ernstes weltweit verkündigen.
"Die Bevölkerung der Ostzone horcht auf die Botschaft
und liebt sie"? Das ist doch Bluff und Schwindet, Selbstbetrug und Irreführung der
Weltöffentlichkeit über die Bevölkerung der DDR und ihre Einstellung.
ES GAB IN DER DDR DAMALS GANZE 17 256
WT-VERKÜNDIGER.
Dem standen ca. 10 091 000 evangelische Christen, ca. 1 300
000 katholische Christen, ca. 100 000 Christen anderer Gemeinschaften und ca. 5 - 6 Mill.
Nichtchristen gegenüber. (27, 9. 68, Associated Press). Das war schon damals "die
Bevölkerung der Ostzone" oder DDR in religiöser Hinsicht, die die feindselige
antikatholische, antievangelische und antisoziale WT-Botschaft fast völlig unbeachtet
ließ und ablehnte. Was E. Frost da feststellt, ist absoluter Unsinn. Das hat es nie
gegeben!
Man muß allen Ernstes fragen, wie es bei den Männern im Kopfe aussieht, die das Werk leiten. Was sie da über die "Bevölkerung der Ostzone" in die Welt setzen und in ihren Schriften auch noch dokumentieren, sind doch reine religiös-politische Phantastereien, bar jeden Wirklichkeitssinns. Sie vereinnahmen eine ganze Bevölkerung für sich und posaunen im Namen Gottes und Christi Dinge in die Welt, die nie gestimmt haben. Kommt das daher, daß Gott "nicht viele Weise" auserwählt, wie es in 1. Kor. 1:26 heißt? Natürlich nicht, denn die Schrift verlangt höchsten Eifer darin, "das Wort der Wahrheit richtig darzubieten", wie wir sahen.
Wenn diese Unwahrhaftigkeit nun wenigstens zu Ende wäre! Aber nein. Es geht munter weiter. Zur Zeit gipfelt das in dem Bocksprung von Selbstdarstellung vor aller Welt, das Werk der WTG sei völlig "unpolitisch" und habe mit keiner "politischen Ideologie" etwas zu tun, wofür im deutschen Sprachbereich E. Kelsey und G. Künz, Wiesbaden, und F. Zürcher, Thun/Schweiz, verantwortlich zeichnen. (WT 15. Mai 1974). Dabei könnte man Bücher füllen mit den Äußerungen der WTG, die beweisen, daß sie unter den Religionsgemeinschaften diejenige ist, welche die politische Ideologie des Antikommunismus und Antisowjetismus im Interesse fremder Auftraggeber am schärfsten verbreitet.
Wenn die für dieses alles verantwortlichen Männer der WTG keine Ignoranten, Scharlatane oder Phantasten sind, die sich deswegen auf diesem halsbrecherischen Kollisionskurs mit der Wahrheit bewegen, ganz gleich, was das für Menschenopfer kostet, ob ihre Urteile über ganze Bevölkerungen stimmen oder nicht, ja, ob ihre eigene Selbstdarstellung richtig ist oder nicht, was sollen wir dann von ihnen halten? Sie wenden sich doch mit ihrer Verkündigung an uns und alle. Wie kann sich da jemand sachlich mit ihnen an einen Tisch setzen, um die Widersprüche vielleicht zu überwinden? Erkennen sie ihren Unsinn vor Gott und aller Welt wirklich nicht?
Wir können nicht glauben - doch wir können uns irren - daß Männer, die ein solches internationales Werk leiten, dafür Bibelauslegungen und Organisationsrichtlinien für Jahrzehnte ausarbeiten, auf alle Arten gesellschaftspolitisches, soziales und psychologisches menschliches "Strandgut" ausgerichtet, um es zu "jagen und zu fischen", und die wohlüberlegt etwas sagen oder nicht sagen, etwas tun oder unterlassen, etwas beginnen oder abstoppen, etwas andeuten oder überspielen, etwas durchsetzen oder verändern, wie das Studium des WTG-Werkes beweist. Nein, wir können nicht glauben, daß solche Männer Gimpel oder Scharlatane seien, die nicht mehr erkennen können, was Wahrheit, Tatsache und Wirklichkeit ist und was nicht.
Die die WTG-Schriften letztlich verantworten, wissen genau, was sie tun und was ihre Feststellungen und Äußerungen bedeuten und bewirken! Auch in politischer Hinsicht! Weil sie sich hier fremden Auftraggebern verdungen haben, müssen sie in Widerspruch zu den Anforderungen des Wortes Gottes geraten, "das Wort der Wahrheit richtig darzubieten", in allem bei der Wahrheit und Wirklichkeit zu bleiben.
Solange sie dies tun, und es gibt bisher keine Anzeichen, daß ihre
religiös-politischen und antikommunistischen Unlauterkeiten ein Ende haben, können sie
nicht als solche betrachtet und behandelt werden, denen von Gott das Kostbarste anvertraut
ist, um es als "guten Hirten" als "Eigentum des Herrn in Lauterkeit und
Wahrheit" zu hüten und zu leiten. Wie kann man sich da
auf Tod oder Leben unterordnen? Ihr nächstes großes Stück ist, 1975 wieder aus den
Köpfen zu vertreiben und einfach eine weitere "Generation" in Angriff zu
nehmen, Gott habe sein Vorhaben eben wieder geändert, dieweil sie selbst es sind
in ihrem Brooklyner Direktorium, die das alles ausdenken. 5. Mose 18:20-22. Dennoch, wir
reichen allen Aufrichtigen auch dort die Hand, um aus den Irrungen und Wirrungen
herauszufinden und das Werk von allen Unlauterkeiten zu reinigen. Machtkämpfe im
Hauptbüro können auch günstig ausgehen.
F. F.
SCHMACH und SCHANDE noch über die Toten - III
Jahrbuch 1974
Unerläßliche Ergänzungen zum "Deutschlandbericht"
2 Jahre nach "Watergate"
Wenn es Watergate, diese gravierende politische Affäre in den USA nicht gegeben hätte, wären WT und "Erwachet" ganz sicher nicht in einen Berichtsnotstand geraten. Irgendein Skandal aus Politik oder Wirtschaft hätte sich schließlich allemal noch irgendwo gefunden. Was nun "Watergate" wirklich anbelangt, dazu teilt uns "Erwachet" Nr. 3/74 unter der Überschrift "Wem kannst du vertrauen?" folgende Erkenntnis mit: "Das, was man an Watergate und ähnlichen Fehlschlägen in m e n s c h 1 i c h e n Einrichtungen als Ganzes erkennen kann, ist folgendes: 1. daß Satan, der Teufel, wirklich Herrscher dieser Welt ist, da die weitverbreitete MISSACHTUNG DER WAHRHEIT so offensichtlich seine bösen Charakterzüge widerspiegelt (Joh. 8:44), und . . ." (S. 6).
Aus dieser Folgerung von "Erwachet" sind Fragen ableitbar, die geeignet sind, genau zu überprüfen, ob "Watergate" wirklich ein solches Wahrheitsscheidemittel sein kann, wie "Erwachet" seinen Lesern darlegt.
Unter Punkt 1 wollen wir mitteilen, daß die Wahrheit, ihre Fakten und Hintergründe über den Mord an Präsident John F. Kennedy bis zum heutigen Tage immer noch nicht der Öffentlichkeit mitgeteilt wurden. Diese Wahrheit wurde für 30 Jahre "gesperrt", der technische Ausdruck dieses Vorganges heißt sekretiert. Eine Frage u. a. ist nun, wie nimmt sich dagegen der sog. Watergate-Skandal aus? In ihrer Größenordnung, Tragweite, mögen beide Vorkommnisse in den USA etwa vergleichbar sein. Fest steht aber, daß man wirkliche, wahre Informationen aus beiden Geschehnissen sehr zaghaft handhaben wird, weil hier Sicherheitsinteressen der USA unmittelbar berührt werden. CV möchte nicht in die Lage geraten, über etwas zu sprechen oder zu schreiben, worüber eigentlich bisher nur Lärm erzeugt wurde. Diese Geräusche möchten wir nicht als originale Ursache bzw. als Wahrheit des wirklichen Geschehens ansehen wollen und den Lesern anbieten. Unsere Absicht war und ist es, dem Leser zu zeigen hier Geräusch - dort Ursache, prüfe alles, das Wahre halte fest. Aus diesem Grunde werden wir auch Zurückhaltung bezüglich "Watergate" üben, weil wir die Wahrheit über diesen Fall nicht erforschen können, also bescheiden wir uns. Erforschung der Wahrheit werden wir dort betreiben und ansetzen, wo wir unmittelbar betroffen sind. Hier bereitet sich uns das weite Feld der Literatur, in Sonderheit die gedruckten Predigten der WTG, ihre Jahrbücher usw. Aus den genannten Gründen ist es auch unmöglich, die Folgerungen zu ziehen, wie sie "Erwachet" aus dem Fall Watergate für Jehovas Zeugen und andere Leser parat hat. Auf den Punkt genau meinen wir die Folgerungen:
"1. daß Satan, der Teufel, der Herrscher dieser Welt ist, da die
weitverbreitete
M i ß a c h t u n g d e r W a h r h e i t seine bösen Charakterzüge widerspiegelt . .
." "Erwachet" Nr. 3/74, Seite 6.
"Weitverbreitete Mißachtung der Wahrheit" - diese Tatsache, wenn wir sie einmal so pauschal aussprechen wollen, führt zur Feststellung von Satansherrschaft? Wir werden noch sehen, daß selbst die WTG diese Aussage über Satan und die Mißachtung der Wahrheit ungeschehen machen möchte, dann und in diesem Fall, wenn sich noch ihrem eigenen Urteilsverfahren herausstellen sollte, daß die WTG selbst in der peinlichen Lage war, die Wahrheit mißachtet zu haben. Für diesen Fall wäre die WTG ihrem eigenen Gesetz unterworfen, sie müßte sich an und mit diesem messen lassen. Das träfe nur dann zu, wenn sie schon jemals die Wahrheit mißachtet hat.
Beweisen wir zunächst nur soviel, daß die WTG in ihren Publikationen die Wahrheit auch danach bewertet und sortiert, ob sie a) für das Präsidium der WTG bestimmt ist, oder b) für Jehovas Zeugen ausgewählt wird. Die unumstößliche Wahrheit dieses Beweises erheben wir aus dem "DEUTSCHLANDBERICHT" im Jahrbuch 1974. Als Chronist berichtet Br. Hans Poddig zur Situation der Verkündigung in Nazideutschland 1933/34.
Wenn Br. Poddig als Bibelforscher alle Zusammenhänge in seinem Bericht
genau untersucht hätte, dann wäre er zweifellos zu einem anderen Zeugnis über die
Wahrheit gekommen, Br. Poddig hingegen schreibt, der
"DEUTSCHLANDBERICHT" druckt und autorisiert seine Wahrheitsversion wie folgt:
"So entstanden 2 Klassen, die Furchtsamen sagten uns,
wir seien ungehorsam und brächten das ganze Werk in Gefahr."
Um diese Aussage abzurunden, schreibt das Jahrbuch 1974 dann weiter. "Ein Brief den Bruder Harbeck im August 1933 schrieb, wurde unter den deutschen Brüdern verbreitet, und die "FURCHTSAMEN" (damit ist das Schlüsselwort von Br. Poddig aufgenommen worden) benutzten ihn in ihren Diskussionen als Beweis dafür, daß sie sich richtig verhielten. Unterdessen veröffentlichte die Gesellschaft im "Wachtturm" einen Artikel unter der Überschrift "FÜRCHTET EUCH NICHT!", in dem die Handlungsweise derer unterstützt wurde, die trotz zunehmender Verfolgung und Mißhandlung der Stimme ihres Gewissens gefolgt waren und sich in kleinen Gruppen versammelt und das Predigtwerk im Untergrund fortgesetzt hatten. Dieser Artikel zeigte ihnen, daß ihre Handlungsweise in Übereinstimmung mit dem göttlichen Willen war" (S. 131).
Das Jahrbuch 1974 hätte sich um der Wahrheit willen verdient gemacht, wenn es sogleich im Zusammenhang mitgeteilt hätte, wann dieser Artikel "FURCHTET EUCH NICHT!" erschien. Er erschien drei Monate s p ä t e r als der Brief von Br. M. C. Harbeck, am 1. 12. 1933!
Für Jehovas Zeugen in Deutschland des Jahres 1933 galt zunächst und uneingeschränkt der "Harbeck-Brief" vom 28. 8. 1933. Wir müssen nun annehmen, daß es Br. Poddig nicht bekannt war, als er seinen Bericht (für das Jahrbuch 1974) verfaßte, was sich drei Wochen nach dem "Harbeck-Brief" in Deutschland 1933 ereignete. Am 20. 9. 1933 überreichte die USA-Regierung der deutschen Reichsregierung in Berlin eine Protestnote zum Verbot der WTG vom 24. 6. 1933. Es ist nun völlig bewahrheitet, daß die WTG, als sie den Druck des "Deutschlandberichtes" für das Jahrbuch 1974 veranlaßte, die Tatsache und Wahrheit dieser amerikanischen Protestnote vom 20. 9. 1933 kannte, folglich auch deren entscheidende Bedeutung und unsachliche Wirkung im Zusammenhang mit dem Harbeck-Brief vom 28. 8. 1933.
1. "MISSACHTUNG DER WAHRHEIT".
denn die Nichterwähnung dieser Protestnote der USA vom
20.9.1933 führt zu einer Entstellung, einer direkt falschen Bewertung des
Harbeck-Briefes.
Merkwürdig dagegen nimmt sich ein Zitat
aus einem Brief von Präsident Rutherford an Br. Harbeck (S. 132, Jahrbuch 1974) vom 5. 1.
34 aus:
"Ich habe wenig Hoffnung, noch irgend etwas von der
deutschen Regierung herauszubekommen Ich bin der Meinung, daß dieser Flügel der
Organisation Satans unser Volk weiter bedrücken wird, bis der Herr einschreitet."
Br. Poddig, eigentlich ist Deine Schau der
Dinge über die sog. "Furchtsamen"
- e s e n t s t a n d e n 2 K l a s s e n ", durch
dieses Rutherford-Zitat schon widerlegt, und Dein Bericht zu einer Version über die
Wahrheit gemacht, obwohl diese Version seitens der WTG gebilligt wurde, wie Du ja schwarz
auf weiß im "Jahrbuch 1974" nachlesen kannst.
Den Kontext einer Bibelstelle sollte man nie vernachlässigen, gleiche Liebe zur Wahrheit gebührt auch allen gedruckten Zeugnissen der WTG. Aus diesem Grunde lesen wir auch noch, was uns die Einleitung zum Auszug aus dem Rutherfordbrief, siehe oben, beiläufig mitteilen will. Es heißt dort:
"Die Verhandlungen um die Freigabe
des Eigentums in Magdeburg waren gescheitert, so daß Bruder Rutherford am 5. Januar 1934
an Bruder Harbeck schrieb . . ."
Es folgt dann das bereits bekannte Zitat.
2. "MISSACHTUNG DER WAHRHEIT",
da nur ganz allgemein von gescheiterten Verhandlungen
gesprochen wird, diese daher zeitlich nicht genau eingeordnet werden können in ihrer
Beziehung zum "Harbeck-Brief".
Von gescheiterten Verhandlungen spricht das "Jahrbuch 1974", stillschweigend, unausgesprochen wird darin natürlich auch die Protestnote der amerikanischen Regierung vom 20. 9. 1933 lautlos einbezogen.
Wenn wir diese Tatsache würdigen, erkennen wir auch schon, warum Präsident Rutherford in seinem Brief an Bruder Harbeck vorn 5. Januar 1934 keine Mißbilligung über den "Harbeck-Brief" vorn 28. 8. 1933 ausspricht, bzw. das Zitat im Jahrbuch 1974 nicht erweitert wird und diese Mißbilligung für Bruder Harbeck abdruckt. Das wäre schließlich nur eine kleine Mühe, aber von dokumentarischem Wert gewesen. Präsident Rutherford konnte auch keine Mißbilligung gegenüber Br. Harbeck aussprechen, denn damit hätte er seine eigenen Entscheidungen und Absichten mißbilligt.
3. "MISSACHTUNG DER WAHRHEIT",
weil im Jahrbuch 1974 nicht erklärt wird, daß der
WT-Artikel "Fürchtet euch nichts'' seitens der WTG absichtlich erst am 1.12.1933
abgedruckt wurde, nachdem alle Verhandlungen, auch die USA-Protestnote vom 20.9.1933,
keinen Erfolg für die Geschwister in Nazideutschland gebracht hatten.
Für die Zeit der "Verhandlungen mit der deutschen Regierung", die Protestnote der USA-Regierung eingeschlossen, um Verhandlungen und Protestnote nicht zu stören, nicht zu beeinträchtigen, galt die Anweisung an die deutschen Geschwister, wie sie im "Harbeck-Brief" vom 28. 8. 1933 niedergelegt war:
Vorerst das Verbot der WTG (vom 24. 6. 33) zu respektieren, keine Versammlungen abzuhalten, gleichermaßen den Vertrieb der WTG-Literatur vorerst einzustellen.
Es ist die ungebeugte Wahrheit, daß die Brüder, die im "Jahrbuch 1974" als die "FURCHTSAMEN" gekennzeichnet werden, in Wahrheit die treuen Brüder waren, weil sie den "Harbeck-Brief" vom 28. 8. 1933 treu befolgen wollten, wenngleich sie auch in Unkenntnis waren, warum Br. Harbeck diesen Brief eigentlich schrieb. Schließlich durften sie annehmen, daß ihnen Br. Harbeck keinen Privatbrief übermittelte, sondern die autorisierte Haltung der WT-Gesellschaft Br. M. C. Harbeck war gemäß dem Willen des Präsidenten der Gesellschaft der Leiter des "Zentral-Europäischen Büros" in Bern/Schweiz, und verantwortlich für Deutschland. In dieser Eigenschaft schrieb er "seinen Brief ", der zugleich " e i n B r i e f " des Präsidiums der WTG war. Allerdings verboten es die Umstände in Deutschland, den "Harbeck-Brief" so abzufassen, daß jeder, auch die Nazis, hätten verstehen müssen, warum dieser Brief so und nicht anders geschrieben werden mußte. Der "Harbeck-Brief" wollte, daß das Naziverbot respektiert wird, um der amerikanischen Protestnote vom 20. 9. 1933 nicht in den Rücken zu fallen. Das wäre in dem Moment geschehen, wenn das Werk im Untergrund fortgesetzt worden wäre.
4."MISSACHTUNG DER WAHRHEIT",
weil das Jahrbuch 1974 nicht sachlich erläutert, daß der
"Harbeck-Brief" vom 28.8.1933 nicht überdeutlich abgefaßt werden konnte, da
seinen Zweck dann auch die Nazis verstanden hätten, nämlich, den Nazis keine
Verbotsgründe in der Phase der Verhandlungen bzw. der USA-Protestnote zu liefern.
Darüber hinaus war der Harbeck-Brief ein letzter Versuch der WTG, die "UNTERGRUND-VERKÜNDIGUNG" zu vermeiden, weil sie noch hoffte, die Nazis würden begreifen können, daß die WTG nicht notwendig und von vornherein ein Feind der Naziregierung sein muß.
Mit diesen Fakten und Kenntnissen der Hintergründe um den "Harbeck-Brief vom 28. 8. 1933, wenn sie im "Jahrbuch 1974" so dargelegt worden wären, hätte jeder Zeuge, auch Br. Hans Poddig, noch eingehender Prüfung aller Zusammenhänge etwas anfangen können. Da diese Tatsachen, Wahrheiten, den Brüdern im "Jahrbuch 1974" nicht vermittelt werden, mußten sie in einer gewollten, absichtlich verursachten Schein-Wahrheit aus Geräuschen über die Wahrheit befangen bleiben. Prüft man mit der Watergate-Sonde nach "Erwachet" Nr. 3/74, wenn diese "Erwachet"-Wahrheitsbewertung durch Gott autorisiert sein sollte, dann ist es die unausweichliche Logik, daß der "DEUTSCHLANDBERICHT" im "Jahrbuch 1974" eine "Wahrheit" ist, die folgender Erwachet'-Feststellung gehorcht:
"l. daß Satan wirklich der Herrscher ist, da die weit verbreitete Mißachtung der Wahrheit so offensichtlich seine bösen Charakterzüge widerspiegelt". ("Erwachet" 3/74). Daraus folgt, daß Satan, der Teufel, auch einige Soldschreiber in der WTG haben müßte, weil im "Deutschlandbericht 1974", S. 131-132 eine "weitverbreitete Mißachtung der Wahrheit" vorliegt, da die Wahrheit im "Deutschlandbericht", Jahrbuch 1974, aus Gründen der Verschleierung und bewußten Täuschung vom verantwortlichen Präsidium der WTG mit Füßen getreten wurde.
0 d e r
Die "Erwachet"-Nutzanwendung, wie sie aus
"Watergate" gezogen wurde: "1. daß Satan
der Herrscher
ist,
da die weitverbreitete Mißachtung der Wahrheit
", ist eine billige
Spekulation, die jeglicher Billigung unseres Gottes entbehrt, dann hat "Satan, der
Teufel" keine Soldschreiber in der WTG.
Als logische Folgerung ergibt sich dann:
Eine "weitverbreitete Mißachtung der Wahrheit",
wie sie dem "Deutschlandbericht" der WTG im "Jahrbuch 1974", S.
131-132, bewiesen wurde.
W. D.
EIN UNPOLITISCHES WERK?
Die Wahrheit kann hart und schrecklich sein
WT reagiert auf CV
Die WTG weiß gut, welches Gewicht ihr deutscher Zweig hat,
und welche Bedeutung den Auseinandersetzungen zukommt. die hier geführt werden, in denen
CV eine brisante Rolle spielt. Bekanntlich ist das CV-Hauptthema das politische
Engagement, der politische Mißbrauch, den verantwortliche WTG-Führer mit aufrichtigem
Gottesglauben und demütiger Nachfolge Christi betreiben. Im WT vom 15. Mai 1974 finden
wir unter der Überschrift "Ein unpolitisches Werk heute" die jüngste
WT-Reaktion auf diese CV-Themenstellung Wir möchten besonders die wenigen alten
"Überrestglieder" allenthalben daraufhin ansprechen, ob sie das tatsächlich
tun, was die WTG in diesem Zusammenhang von ihnen öffentlich sagt.
Die WTG: "Christus kam nicht auf die Erde, um eine politische Mission zu erfüllen sondern um Menschen aus allen Nationen mit Gott zu versöhnen Mitherrscher dasselbe Werk wie Christus Als solche Gesandte mischen sie sich (nicht) in politische Angelegenheiten ein. Sie wenden sich vielmehr direkt an das Volk - an die einzelnen. Aber sie versuchen weder zu veranlassen, daß sich diese irgendeinem Herrscher auf der Erde zuwenden, noch bemühen sie sich, die Menschen für irgendeine politische Ideologie zu gewinnen. Sie legen das Bekenntnis ab: "Unser Bürgertum besteht in den Himmeln, von woher wir auch sehnlich einen Retter erwarten, den Herrn Jesus Christus" (Phil. 3:20). Sie fordern die Menschen dazu auf, von Gottes Königreich Erleichterung zu erwarten. Wenn sie sich daher in die Angelegenheiten dieser Welt einmischen, indem sie sich an politischen Tätigkeiten beteiligten, ein Amt bekleideten oder wählten, würden sie ihre Stellung als Gesandte und Brüder Christi verlieren und nie mit ihm im Himmel zur Herrschaft gelangen Dennoch respektieren sie die Regierungen der Erde, solange Gott diese Regierungen bestehen läßt Alle, die glauben, daß Gott zum Nutzen des Volkes Herrscher einsetzen wird, müssen das Werk dieser "Gesandten" unterstützen, indem sie die gute Botschaft vom Königreich anderen verkündigen" Alles sei "Ein unpolitisches Werk heute". (S. 299 f).
Hat CV nun unrecht, wenn darin immer
wieder festgestellt wird, daß die WTG sehr wohl politisch engagiert ist, daß sie gar
einen politischen Mißbrauch des Glaubens treibt?
Hinsichtlich der Urteilskraft gereifte Menschen sein - 1.
Kor. 14:20
Wir wollen nun prüfen, "ob sich die
Sache so verhält" Apg. 17:11. Christi Versöhnungsauftrag steht außer Frage.
Es ist wahr, das ist keine politische Mission. Soweit
Christen ihm hier als "Gesandte" oder "Miterben" oder
"Mitherrscher im himmlischen Königreich" folgen und "an Christi statt
bitten. werdet versöhnt mit Gott" (2. Kor. 5:20), ist das ebenfalls keine politische
Mission, über die jemand beunruhigt sein müßte. Auch wenn sich solche "Gesandte
Christi" überall "direkt an das Volk - an die einzelnen" wenden. Daß
solche "Gesandte", selbstverstanden als "Überrest" der 144000
"Berufenen, Auserwählten und Treuen", von sich sagen. "unser Bürgertum
besteht in den Himmeln . . .", ist in gleicher Weise noch keine Absage oder
Feindschaft gegenüber der natürlichen irdischen Gegebenheit, auch Staatsbürger der
politischen Nation zu sein, in der sie geboren sind, deren Paß oder Personalausweis sie
haben, z. B. der DDR.
Christus und die Apostel haben das "himmlische Bürgertum" in der Tat in keiner Weise in Konkurrenz, Gegnerschaft oder Feindschaft zum natürlichen irdischen Staatsbürgertum der Christen gelehrt und gepredigt.
Wir wissen von Paulus, wie er sich auf sein römisches Staatsbürgertum berief, daß also sein "himmlisches Bürgertum" in keinerlei Gegensatz zu seinen Rechten und Pflichten als Staatsbürger stand. Apg. 22:25-29. An Titus schrieb er hierzu, daß Christen sogar "zu jedem guten Werk der obrigkeitlichen Gewalten bereit sein" müssen, bei jeder guten staatlichen Sache also bereitwillig mitarbeiten sollen. Titus 3:1. Dies bezieht sich auf "alle die Menschen betreffenden Ordnung um des Herrn willen". 1. Petr. 2:13. Also auch auf die sozialistische oder kommunistische, "die Menschen betreffende Ordnung". Auch die WTG räumte das 1962/63 nach ihrem Obrigkeitsdebakel ein. (WT 1. Jan. 1963, S. 13. dt., Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 124). Was können wir also in Wahrheit sagen?
Wir können also sagen, daß das Versöhnungswerk Christi und seiner "Gesandten", konkret des "Überrests" unter den Zeugen Jehovas, die sich so verstehen, "Menschen aus allen Nationen mit Gott zu versöhnen", auch in einer sozialistischen bzw. kommunistischen menschlichen Ordnung keine anstößige politische Frage ist. Die Verfassung der DDR z. B. hat christlichen Staatsbürgern aller Konfessionen entsprechende Glaubens- und Gewissensfreiheit gesichert. (Artikel 20, Absatz 1). In Römer 13:1-7 lehrt die Schrift, daß sich Christen dem einzufügen haben, sich nicht darüber, daneben oder dagegen stellen können. So gäbe es eigentlich auch für den "Überrest" der Zeugen Jehovas in seinem Selbstverständnis als "Gesandte" oder "Mitherrscher Christi", und für alle, die das "Werk dieser Gesandten unterstützen", keine politischen Probleme, wenn! Ja, wenn sie hinsichtlich der Urteilskraft gereifte Menschen wären. Laßt uns das sehen.
"Bürgertum der Himmel"
politisch mißbraucht
Wer die WT-Ausführungen genauer liest, stößt auf
Andeutungen, die jedoch hochpolitisch sind. Zum Versöhnungswerk mit Gott gibt es keine
Frage, dann aber heißt es bezüglich Verhalten des "Überrestes" als
Staatsbürger und an alle Menschen gerichtet: "Aber sie versuchen weder zu
veranlassen, daß sich diese (alle Menschen) irgendeinem Herrscher auf der Erde zuwenden,
noch bemühen sie sich, die Menschen für irgendeine politische Ideologie zu
gewinnen" Man dürfe sich nicht "an politischen Tätigkeiten beteiligen, kein
politisches "Amt bekleiden" und auch nicht "wählen" denn dann würden
sie "nie mit ihm im Himmel zur Herrschaft gelangen."
Hier wird also auf einmal das "himmlische Bürgertum" in einen unvereinbaren Gegensatz zu den grundsätzlichen Rechten und Pflichten aller Menschen gestellt, die wahrgenommen werden müssen, wenn es überhaupt irgendeine "die Menschen betreffende Ordnung" geben soll, und die muß es geben.
Mit ihren Andeutungen und politischen Schlußfolgerungen geht die WTG eindeutig "über das hinaus, was geschrieben steht". 1. Kor. 4:6.
Sie konstruiert einen feindlichen Gegensatz zwischen dem "himmlischen Bürgertum" und den Grundrechten und Grundpflichten aller Menschen als irdische Staatsbürger, seien sie Christen oder nicht.
Es als "Feindschaft gegen Gott"
hinzustellen, sich "an politischen Tätigkeiten" zu beteiligen, ist in offenem
Widerspruch zu den Weisungen des Apostels, "zu jedem guten Werk der obrigkeitlichen
Gewalten bereit" zu sein. Die WTG verdreht damit alles, was Christus und die Apostel
konkret hierzu lehren, aus irgendwelchen Hintergründen ins Gegenteil. Ihr
"Respekt" vor den Regierungen ist damit ein Doppelgesicht, a u s g e r i c h t e
t a u f d a s, w a s i h r e n V e r k ü n d i g u n g s z w e c k e n
d i e n t. Grundsätzlich jedoch macht sie alle, die ihr
hierin folgen, zu Staatsfeinden. Der Widerspruch dabei ist außerdem, daß sie eigentlich
nur für die spricht, die sich zum "Überrest" rechnen. Wieso kommt sie dann
dazu, diese gleiche Staatsfeindschaft auch von denen zu verlangen, für die kein
"himmlisches Bürgertum" infrage kommt? Wir fragen nun die
"Überrestglieder" insbesondere.
Sehen sie einen solchen feindlichen Gegensatz zwischen der himmlischen Berufung, zwischen dem "himmlischen Bürgertum" und den Rechten und Pflichten des Christen als irdische Staatsbürger? Sind sie damit einverstanden, daß die WTG sie durch Konstruktion eines feindlichen Gegensatzes zwischen beidem, so gegen die Grundrechte und Grundpflichten als irdische Staatsbürger in Widerspruch bringt, und damit zu Staatsfeinden macht?
"Obrigkeit von Gott"
gegen "Gottes Königreich"?
Wir geben weiter zu bedenken. Die "Gesandten"
versuchen auch nicht, daß sich die Menschen "irgendeinem Herrscher auf der Erde
zuwenden", sie fordern vielmehr alle "Menschen dazu auf, von Gottes Königreich
Erleichterung zu erwarten", s a g t e
d e r W T. Die Menschen alle sollen sich keinem
"Herrscher auf der Erde" zuwenden? Das steht doch ebenfalls im Widerspruch dazu,
"zu jedem guten Werk der obrigkeitlichen Gewalten bereit" zu sein, ja, sich
sogar mit "Bitten, Gebeten, Fürbitten und Danksagungen für alle obrigkeitlichen
Personen" zu verwenden! 1. Tim. 2:1,2. In den Dingen, die das irdische menschliche
Leben in sozialer und "aller die Menschen betreffenden Ordnung" betreffen,
müssen sich alle dem "Herrscher auf der Erde" zuwenden. Er ist als
"Obrigkeit von Gott" dafür zuständig, "rechtschaffene Taten" zu
fördern, "für böse Taten ein Schrecken" und "Gottes Dienerin zu deinem
Besten" zu sein und so "für Erleichterung" zu sorgen, wenn es sein muß,
sogar "mit dem Schwert". Römer 13:1-7. Wer steht hinter den WT-Schreibenden,
wenn sie das klare Wort Gottes in seiner Bedeutung und Anwendung so entstellen, daß das
ganze Gegenteil von dem herauskommt, was die Apostel selbst gelehrt haben?
WT für keine politische Ideologie?
Die "Gesandten Christi" bemühen sich nicht,
"die Menschen für irgendeine politische Ideologie zu gewinnen", lasen wir. Gern
würden wir annehmen, daß die WTG damit von ihrem bisherigen politischen Bibelmißbrauch,
worauf wir gleich kommen, abgehen will. Die Tatsachen sprechen bis heute jedoch eine ganz
andere Sprache. Bis zum heutigen Tag unterläßt die WTG nicht, zu versuchen, allen Zeugen
Jehovas unter Berufung auf Gott, Christus und Bibel, also als religiöse Gewissenspflicht,
die politische Ideologie des Antikommunimus und Antisowjetismus und der Feindschaft zur
Sowjetunion aufzuzwingen, und das in Formen und Versionen die an Falschdarstellung,
Verleumdung, Haß, Diffamierung und Schmähung nichts zu wünschen übrig lassen. Bitte
überzeuge dich an Hand der nachfolgenden WTG-Äußerungen selbst davon.
Im WT vom 1. 1. 62, S. 21 erklärte die WTG, daß sie "bereits in der dritten Ausgabe" des WT, 1879, begonnen habe, "vor der Gefahr des Kommunismus" zu "warnen". Wir wollen jedoch nur die Zeit noch 1945 Revue passieren lassen. Die Wiederaufnahme der politischen Ideologie des Antikommunismus und Antisowjetismus in die WT-Verkündigung setzte just zu dem Zeitpunkt ein, als etwa 1947 die westliche "Politik der Zurückdrängung des Kommunismus" begann. Jahr um Jahr geht es dann Schlag auf Schlag. Wir haben nur aus jedem Jahr ein Zitat genommen, ganze Bücher kann man füllen mit derartigen WTG-Äußerungen, mit derartiger WTG-Kolportage. Überzeuge dich selbst:
1947- "Die Russen müssen unbedingt
verschwinden". E 22. 12.
1948 - "Sowjetkoloß . . . dem knurrenden russischen Bären kräftig auf die
ausgestreckten Tatzen klopfen." E 22. 8.
1949 - "Unheildrohend
die kommunistische Flut aus dem Osten". E 22. 7.
1950 - Erich Frost: "Rote Marionetten der Ostzone". W 1. 4.
1951 - "Kommunistenregime
Trug". W 1. 2.
1952 - "Kommunismus
teuflische Religion
befremdender unsinniger Wahn
ungezügelte wilde Tiere hinter dem eisernen Vorhang". W 1. 6.
1953 - "Rote Schmierkampagnen
rote Plage kommunistenverseuchte Gegend". E
8. 4.
1954 - "Kommunisten ködern katholischen Klerus
nicht von den
schmeichlerischen Worten des Kommunismus fangen lassen". W 15. 2.
1955 - "Kommunistische Friedenspropaganda
nichts damit zu tun haben". W
15. 3.
1956 - "Heilige Schrift zertrümmert Hammer und Sichel" (Karikatur) W 1. 4.
1957 - "Rote Herrschaft
brutale Herren des
Volksparadieses"'. W 15. 4.
1958 - "Kommunistischer König des Nordens
vom
Teufel inspirierter Staat". Dein Wille geschehe auf Erden, S. 290
1959 - "Ostdeutschland
alte Lügen gegen Jehovas
Zeugen
sie betreiben 'üble Hetzpropaganda gegen die sozialistischen
Staaten"'. W 15. 2.
1960 - "Der Kommunismus - eine falsche Religion
als soziales und politisches System getarnt". W 1. 10.
1961 - "Den Kommunismus besiegt
Jehovas Volk im
Kampf gegen gottlose totalitäre Elemente". W 1 5. 9.
1962 - "Überrest konzentriert sich
auf den
Angriff auf die Bollwerke des Totalitarismus". W 15. 3.
1963 - "Kommunistische Gefahr, die von der Union
der Sozialistischen Sowjetrepubliken ausgeht". W 1. 2.
1964 - "Kommunistische Revolution
politische Bewegung des Todes". W 15.
1.
1965 - "In Ostdeutschland
auf das Ende der kommunistischen Regierung warten,
die von dem zur Zeit von Breshnew beherrschten Sowjetrußland abhängig ist". W 15.
2.
1966 - "Die Sowjetregierung ist kein Erfolg gewesen und wird es nie sein". W 5.
11.
1967 - "Keine Kompromisse mit kommunistischer Propaganda" E 8. 5.
1968 - "Kommunisten
erbärmlich verblendete Propagandisten". W 15. 6.
1969 - "Belästigung durch die Kommunisten aushalten". W 1. 4.
1970 - "Kommunismus
nicht imstande
in Frieden zu leben". E 22. 5.
1971 - "Russische Führer
bis 1975 die ganze Welt kommunistisch gemacht".
W 15. 10.
1972 - Nicht mit dem "gottlosen kommunistischen Staat verhandeln". W 15. 6.
1973 - "Lieber sterben
(als zu versprechen), nichts zu unternehmen, was den
Interessen des kommunistischen Staates schaden könnte". E 8.9.
1974 - "Frieden mit dem Kommunismus (ist) unmoralisch (und heißt), mit Gotteshassern
'ins Bett' gehen
ist Hurerei".
W 1. 3.
(W = Der Wachtturm, E = Erwachet, WTG-Zeitschriften)
Ist eine Verkündigung, die mit solchen antikommunistischen und
antisowjetischen Äußerungen arbeitet, ein unpolitisches Werk?
Schon die nackten Vokabeln zeigen, daß sie aus einer weltlichen, politischen Abraumküche
stammen Kein einziges Wort davon stammt aus dem Munde Christi oder der Apostel.
Diese WTG-Äußerungen beweisen vielmehr, daß die WTG bis heute in
Wirklichkeit mit den schärfsten, gehässigsten, verleumderischsten und aggressivsten
politischen Schlagwörtern und Losungen operiert, die je gegen Sozialismus, Kommunismus,
gegen die Sowjetunion und die anderen sozialistischen Länder und ihre "die Menschen
betreffende Ordnung" vorgebracht wurden. Wie in keiner anderen Religionsgemeinschaft
werden die "Gesandten" der WTG dazu mißbraucht, mit ihrer Verkündigung auch
die politische Ideologie des Antikommunismus und Antisowjetismus zu verbreiten und die
Menschen auch hierfür zu gewinnen. Ist die WTG-Behauptung, unpolitisch zu sein,
angesichts dieser Tatsachen nicht eine politische Hinterhältigkeit und List ohnegleichen?
Sind die "Überrestglieder" und die sie unterstützen wirklich bereit und
willens, das auf sich zu nehmen und zu verantworten? Die Schrift gebietet. sich von allen
"hinterhältigen Dingen loszusagen" und "nicht mit List zu wandeln".
2. Kor. 4:2 NW. Ist die Forderung in CV, mit dieser hinterhältigen antikommunistischen
politischen Ideologie nichts zu tun zu haben, nicht völlig schriftgemäß Mit dem
WT-Fehlschlag von 1975 ist die Zeit herbeigekommen, sich auch in dieser Frage endgültig
zu entscheiden.
K. 0.
Zur Strategie und Taktik der WTG
WAS HATTE DIE WTG FÜR 1925 WIRKLICH GEPREDIGT?
Wie wird es mit 1975 sein?
Wir zitieren aus der WTG-Broschüre von 1920, "Millionen jetzt lebender Menschen
werden niemals sterben!", Seite 103/104, Ausgabe Brooklyn:
"Wir haben, wie zuvor dargelegt, überzeugende Beweise dafür, daß die alte Ordnung
der Dinge, die alte Welt, zu Ende geht und deshalb gänzlich vergehen wird, daß die neue
Ordnung hereinbricht, und daß das Jahr 1925 Zeuge der Auferstehung der alttestamentlichen
Überwinder und des Beginns eines Wiederaufbaus der zertrümmerten Weltordnung sein wird.
Und gestützt auf diese Beweise ergibt sich der vernunftgemäße Schluß, daß Millionen
von Menschen, die jetzt auf der Erde leben, im Jahre 1925 noch auf Erden sein werden.
Somit müssen wir, gestützt auf die Verheißung, die in dem Worte Gottes niedergelegt
sind, zu dem positiven und unanfechtbaren Schluß kommen, daß Millionen jetzt lebender
Menschen niemals sterben werden".
In dem Buch "Der Weg zum Paradies", Brooklyn-Bern 1924, hieß
es im Kapitel 11:
"Bei fortgeschrittenerem Bibelstudium werdet ihr finden, daß das Jahr 1925 n. Chr.
besonders von der Prophetie bezeichnet ist
Wir sollten darum kurz noch 1925, dem
letzten vorbildlichen Jubeljahr, die Auferweckung von Abel, Henoch, Noah, Melchisedek,
Abraham, Isaak, Jakob, Hiob, Moses, Samuel, David, Jesaja, Jeremia, Hesekiel, Daniel,
Johannes dem Täufer und vielen anderen erwarten
Diese werden gewissermaßen auf
der Erde den Kern des neuen Königreiches bilden. Eines der ersten Dinge, die geschehen
müssen, wird sein, Jerusalem zur Hauptstadt der Welt herzurichten
Wenn Jerusalem
die Hauptstadt der Welt sein wird, muß es von dort eine schnelle Verbindung nach allen
Richtungen geben
Mittels der drahtlosen Telegraphie und des Radios können jetzt
Botschaften um die ganze Erde getragen werden, und bis die Fürsten auferstanden sein
werden, werden diese Erfindungen bedeutend vervollkommnet sein
Welch ein Vorrecht
haben wir, gerade in dieser Zeit zu leben, und das Ende der alten Ordnung und das Kommen
der neuen Weltordnung sehen zu dürfen!"
Als das Jahr 1924 sich dann dem Ende zuneigte, hieß es auf einmal im
WT vom 15. Okt. 1924, S. 315:
"Es macht nichts aus, ob dieses Werk um 1925 vollendet ist oder etwas später
Kein Christ, der die Zeit, in welcher wir leben, versteht und wertschätzt, kann jetzt ein
ungebührliches Interesse an der Chronologie nehmen
Der Christ muß ausharren
und Ausharren bedeutet, daß er tätig sein muß."
Als das entscheidende Jahr 1925 gekommen und damit die Krise über die
Versammlungen hereingebrochen war, hieß es im WT vom 15. 3. 1925, S. 84 ff:
"Hat Gott seinen Vorsatz geändert? . . . Wir finden keine Schriftstelle als
Andeutung, daß er es getan hat . . . Was können wir deswegen vernünftigerweise für
1925 und die unmittelbar darauffolgenden Jahre erwarten? . . .
Wenn wir die Sache richtig gedeutet haben, so ist 1926 noch das Jahr für die Segnungen Gottes, die dann beginnen sollen, zu den Nationen zu kommen. Was würde vernünftiger sein als zu erwarten, daß 1925 ein sehr rühriges und tätiges Jahr sein wird, indem Gott ihre Ordnungen und Stellungen in dem Leibe regeln wird als Vorbereitung für ihr Werk, das genau auf die Zeit mit den Nationen beginnen soll? Es würde deshalb vernünftig scheinen, zu erwarten, daß 1925 ein Jahr schwerer Prüfungen für die einzelnen Glieder sein wird Ob dies nun die richtige Folgerung ist oder nicht, jedenfalls ist es eine Tatsache, daß es Tausende der Geschwister gibt, die durch feurige Prüfungen hindurchgehen, fast nach allen Richtungen hin Diese scheinen kürzlich schnell zugenommen zu haben, und jedes Glied des Leibes wird offenbar auf eine persönliche Prüfung gestellt in bezug auf brüderliche Liebe, Glauben, Vertrauen, Gehorsam gegenüber den Geboten Christi, geduldiges Ausharren, und fest für das einzutreten, was wir erlangt haben, und gegen böse geistige Einflüsterungen und Beeinflussungen aller Arten Es ist ein Kampf bis zum Ende. Wir sehen somit, daß wir guten Grund haben, irgendwelche Offenbarung göttlicher Führung zu erwarten, und einen Beweis, daß wir auf dem rechten Wege sind und das rechte Werk um die rechte Zeit tun
Es scheint eine Schwäche vieler Bibelforscher zu sein, daß, wenn sie einen zukünftigen Zeitpunkt in der Bibel entdecken, sie sofort so viele Prophezeiungen wie möglich auf dieses Datum konzentrieren.
Das ist die Ursache vieler Sichtungen in der Vergangenheit gewesen Die Schwierigkeit war die, daß die Geschwister ihrer Einbildungskraft über jede vernünftige Grenze hinaus freien Spielraum gaben, und daß, als ihre phantastischen Gebilde zerplatzten, sie geneigt waren, alles und jedes fortzuwerfen Wir mögen vernünftigerweise erwarten, daß 1925 ein tätiges Jahr sein wird, daß aber auch der Widersacher in zunehmendem Maße tätig in seiner Feindschaft ist Gegenwärtig finden wir kein bestimmtes Datum über 1926 hinaus in der Schrift angezeigt
Viele von uns mögen während der Jahre 1925 und 1926 heimgerufen werden. Ob wir nun gerufen werden, oder ob Jehova einige von uns hier für ein weiteres Werk lassen wird, was macht das aus?"
Als dann allen klar war, daß 1925 nichts
geschieht, hieß es dann im WT vom 1. Okt. 1925 unter der bezeichnenden Überschrift
"FLEISS UND INBRUNST":
"Gott ermuntert seine Söhne zum Fleiß und gebietet
Fleiß.
Er blickt mit Ungnade auf Lässigkeit
Es ist zu
erwarten, daß Satan versuchen wird, dem Sinn einiger Geweihter den Gedanken nahezulegen,
daß 1925 doch eigentlich ein Ende des Werkes bringen sollte, und daß es deshalb unnütz
für sie sei, noch etwas zu tun
Weil 1925 ungefähr beendet ist und, wie wir
glauben, viele Glieder der Kirche noch auf Erden sind, möchten vielleicht einige dazu
neigen, lässig mit Bezug auf die Interessen des Königreiches und des Werkes zu werden,
das noch zu tun ist. Hierin liegt eine Gefahr
Das Ende des Jahres 1925 ist
ungefähr gekommen.
Einige mögen erwartet haben, das Werk
dieses Jahr unbedingt vollendet zu sehen
Wenn dem je so ist, liegt dann nicht ein
gewisses Maß von Selbstsucht in einem solchen Wunsch und solcher Erwartung?"
Siehe "D e r W e g z u m P a r a d i e s ." Kap. 11
Die WTG verfolgt jetzt mit 1975 die
gleiche Taktik wie zur Zeit von 1925. Vergleicht! Darauf wieder hereinzufallen, grenzt ja
fast an Aberglauben!
buko
"CV" UND
"DOKUMENTATION" IN LUBLIN
Information aus Polen
Die größte in osteuropäischen Staaten spezielle,
allreligiöse Universitätsbibliothek der "Katholischen Universität in Lublin",
Chopina-Str. 27, Polen, sammelt seit Jahren die Zeitschrift "Christliche
Verantwortung" und macht sie allen Lesern zugänglich. Sie steht dort unter der
Nummer V-17870. Auch "Die Zeugen Jehovas - eine Dokumentation über die
Wachtturmgesellschaft" von Manfred Gebhard. Urania-Verlag Leipzig-Jena-Berlin 1970
steht dort unter der Nummer 181255-II, und jeder Leser hat die Möglichkeit, die
Organisation aus den Dokumenten kennenzulernen Es gibt dort in dieser Bibliothek in
deutscher Sprache 15 verschiedene Werke von Rutherford außer seinen Werken und
Publikationen in anderen Sprachen, wie polnisch, tschechisch, englisch. In dieser
wissenschaftlichen Bibliothek sind auch fast alle Werke von Ch. T, Russell und Paul S.
Johnson zugänglich. Also jeder, der sich mit Zeugen Jehovas beschäftigt, findet dort,
was ihm hilft, diese Lehre gründlich von den Wurzeln und den Anfangen bis heute,
gründlich und genau zu analysieren. Man muß sagen, daß "CV" und die
"Dokumentation" in dieser Bibliothek sehr gelesen werden. Beide Publikationen
studiert man in Lublin ernst und mit großem Interesse. Man sieht Nonnen, Mönche,
Priester und Laien - alle blättern entweder "CV" oder die
"Dokumentation", und dann diskutieren sie in speziellen wissenschaftlichen
Kreisen, Sektionen und Zirkeln. Kein Wunder, denn diese beiden Publikationen bringen sehr
wichtige Informationen aus zugänglichen und aus unzugänglichen Quellen über die
Organisation der Zeugen Jehovas. In wissenschaftlichen Kreisen in Lublin haben beide
Publikationen eine große Anerkennung gefunden. -
J. W. Eres
Eisen wird durch Eisen
geschärft, und einer das Antlitz des anderen
Zum Inhalt dieser Ausgabe
Die Zeit für Neuentscheidung ist gekommen, unabwendbar. Wir
mögen das erkennen oder auch nicht, es ist so. Die großen Gesichtspunkte sind diese: Es
gibt mit "dieser Generation" keine Endzeit, diese Botschaft war falsch. Die WTG
hat selbst begonnen, "aus dieser Haut zu schlüpfen".
"Es gibt kein "allein in der
Wahrheit". Schon ist der Grundsatz "von Jehova gelehrt" seit Nr. 7/1974 dt.
aus dem WT verschwunden! Ein ganz wichtiges Anzeichen. Was ergibt sich? Alle
anderen Christen sind in ganz neuem Lichte zu sehen.
Wir müssen lernen, auch das Gute bei ihnen anzuerkennen,
daß auch sie auf dem Wege sind. Kein Weg kann heute mehr als ein unvollkommenes
"Stückwerk" des Ganzen sein. Keiner kann das Ganze allein beanspruchen. Selbst
in unduldsamsten Bereichen macht dieser "Geist lebendig", überwindet
"tötende Buchstaben" und öffnet die Sicht. Der Geist Gottes ist weder auf den
WT noch auf einen anderen Bereich eingeengt. Das Wort kann von jedem Tisch aus, auf dem es
liegt, wirken. Hinzu kommt der soziale Gesichtspunkt. Wenn es keine WT-Endzeit gibt,
müssen wir auch das soziale Handeln der Menschen in neuem Lichte sehen. Auch das drängt
da mit Macht ins Blickfeld. Hinter den sozialen Umwälzungen, in denen wir stehen, steckt
nämlich eine Elementargewalt, die schöpfungsbedingt ist: Die sozialen Bedürfnisse! Wir
müssen hierzu das rechte Verhältnis finden, ausgehend von den ureigensten derartigen
Bedürfnissen, mit denen wir schöpfungsbedingt selbst ausgestattet sind. Aber die anderen
Menschen doch auch! Der Mensch lebt nämlich auch "vom Brot"! Weil das in seiner
Bedeutung bisher völlig vernachlässigt wurde, konnte es u. a. geschehen, daß ein
gänzlich illusorischer WT-Endzeitgeist entstehen und vorherrschen konnte, der nun mit
1975 als "Fehlschlag" erwiesen und von der Wirklichkeit verdrängt wird, und
alles andere unabwendbar mit umwälzt. Mögen vor allem die Ältesten die gewaltige
Verantwortung erkennen, die damit auf ihnen ruht. CV möchte mit dieser Ausgabe weiter den
Blick dafür scharfen. Spr. 27:17. Die Zeit dafür ist herbeigekommen!
Eure Brüder
CV-Leitung Gera/Thür.
Berichtigung
In CV 60, Juni 1974, Seite 7, Abschnitt 7, ist ein
Druckfehler entstanden. Es muß richtig heißen:
Die WTG mußte in anderem Zusammenhang zugeben, daß die
"von Gott in ihrer Urform eingepflanzten" sozialen Interessen allenthalben
"den Stempel der rechtlichen Anerkennung Gottes tragen".
Wir bedauern den Druckfehler und bitten um Verzeihung.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der
Studiengruppe Christliche Verantwortung. Herausgeber Wolfgang Daum, DDR 65 Gera,
Böttchergasse 1. Preis: M 0,20. Jahresabonnement M 2,00. Versand auch kostenlos. A
1251-74 V 7 1 1602
Kto.-Nr.: 4562-43-8015 bei Kreis- und Stadtsparkasse Gera