Kommentar zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 25
Nachdem allerlei theologisches Kontrapalaver, das in dieser CV-Ausgabe offenbar besonders massiv anzutreffen ist, zum besten gegeben wurde; wird man etwas deutlicher. Es zeichnete sich ab, dass die Zeugen Jehovas im Jahre 1969 in Nürnberg einen groß aufgemachten Kongress abzuhalten gedachten. Und es zeichnete sich weiter ab, dass etliche Zeugen Jehovas im Rentneralter, aus der DDR auch daran teilzunehmen wollten (denn die Rentner waren ja zu DDR-Zeiten so ziemlich die einzigste Bevölkerungsgruppe, die die Chance hatten, auch mal zu Besuchseisen nach dem Westen zu fahren). Die DDR-Staatssicherheit war über diese Möglichkeit nicht sonderlich erfreut. Und so spart sie denn auch nicht mit entsprechenden Drohungen. Etwa mit dem Satz: "
Das Mindeste dürfte wohl sein, auf diese Weise weitere Urlaubsreisen nach WD nicht mehr zu bekommen." Ob es ihr was genützt hat? es darf bezweifelt werden.CV Christliche Verantwortung
Informationen der Studiengruppe Christliche Verantwortung
Nr. 25 Gera Juli 1969
CV - ihr Zweck
Christliche Verantwortung leitet an zu rechtem Forschen in
der Heiligen Schrift und zu verantwortungsbewußtem Verhalten als Christ und Bürger.
Übereinstimmend damit befaßt sich CV mit Verkündigung und Organisation der
Wachtturmgesellschaft. CV ist hier die erste Schrift verantwortungsvoller freier
Diskussion für alle Versammlungen der WTG und ihrer einzelnen Glieder. Ehemalige möchten
ihre Erfahrungen in CV kundtun, um zu helfen.
Bringen Jehovas
Zeugen die biblische Wahrheit?
Einige Fragen an unsere Brüder und Schwestern in der
Organisation von Jehovas Zeugen.
(Auszug aus Wegweiser vom Bruderdienst) Folge 3
Liebe Brüder und Schwestern!
In CV Nr. 24 legten wir Euch vier Fragen vor und baten um
Beantwortung, ob die WTG-Lehren im Einklang mit der Heiligen Schrift sind. Heute
unterbreiten wir Euch weitere Fragen und bitten sie zu beantworten.
Die Wiederkunft unseres Herrn
Die WTG lehrt, daß die Wiederkunft Jesu unsichtbar sei. Er
wende nur "seine Aufmerksamkeit der Erde zu". (WT 1. 10. 49/296. "Gottes
Königreich, der Himmel, ist am Ende der Zeiten der Nationen im Jahre 1914 (unsichtbar)
aufgerichtet worden . . ." Diese Tatsache haben die unter der Leitung Christi
wirkenden Engel seit dem Jahre 1914, dem Ende der Zeiten der Nationen und dem Beginn des
"Abschlusses des Systems der Dinge", kundgemacht. (WT Nr. 4/68 S. 109, 110).
Frage. "Wann und wo haben es die Engel Christi kundgemacht?" Matthäus 28:20
sagt: "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende". Die Zeit seiner
unsichtbaren Gegenwart, wo "ER" nur seine Aufmerksamkeit der Erde zuwandte,
haben wir doch demnach bisher gehabt. Demnach müßte seine Wiederkunft notwendigerweise
mehr sein, als nur "seine Aufmerksamkeit der Erde zuwenden". Gerade das lehrt
uns die Heilige Schrift. Seine Wiederkunft wird sein: "
wie der Blitz, der
ausgeht vom Anfang und scheint bis' zum Niedergang". (Matth. 24:27). Ein Blitz ist
nicht unsichtbar . . . in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit".
(Matth. 24:30). Auch das ist nicht unsichtbar "
mit den Wolken und es werden
ihn sehen alle Augen" (Offbg. 1:7).
Wenn die WTG-Lehrer es ernst nehmen würden mit den Worten der Bibel, müßten sie an diese Worte glauben. Sie beharren aber weiter auf "ihrer" Lehre, wonach der Herr genau im Herbst 1914 unsichtbar wiedergekommen sein soll. Warum geben sie diese unbiblische Lehre nicht endlich auf, wie sie einst das Jahr 1874 als Datum der Wiederkunft Christi aufgegeben haben? Ober dies Gründe nachzudenken wäre ratsam. Lobenswert wäre dazu auch ein Lesen und Nachdenken über die Texte, wo sich Jesus seinen Jüngern nach der Auferstehung zeigte und sogar mit ihnen speiste. Lukas 24:22-43; Johannes 21:1-14; 20:19-25.
Die Zeiten der Nationen
"Die Zeiten der Nationen waren im Jahre 1914, in dem
Jahr, in dem der Erste Weltkrieg begann, abgelaufen, und demzufolge hatte der
"Abschluß des Systems der Dinge" begonnen.
Vom Frühling des Jahres 1919 an kamen die wahren Christen
aus der Gefangenschaft Groß-Babylons heraus. Vom Himmel her erging die Aufforderung aus
Offenbarung 18:4." (WT Nr. 4 1968/S. 110). Eigenartig ist, daß nur die WTG-Leitung
die Aufforderung aus dem Himmel hörte. (Weiteres dazu siehe in CV Nr. 19).
Erste Auferstehung 1918?
Die WTG-Leitung trennt: Erste Auferstehung, Entrückung und Wiederkunft des Herrn, indem
sie verkündigt: Jesu Kommen war 1914, die Auferstehung der im Herrn Entschlafenen war
1918 und die Entrückung der lebenden Gemeinde geschehe nach und nach, und zwar durch das
natürliche Ableben ihrer Glieder. Die Heilige Schrift aber sagt, daß die Entschlafenen
mit der lebend angetroffenen Gemeinde z u g 1 e i c h entrückt wird, wenn der Herr kommt.
"Denn dieses sagen wir euch im Worte des Herrn, daß wir, die Lebenden, die
übrigbleiben bis zur Ankunft des Herrn, den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen werden.
Denn der Herr selbst wird mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme seines Erzengels und mit
der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden zuerst
auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, z u g 1 e i c h mit ihnen
entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und also werden wir allezeit
bei dem Herrn sein." (l. Thessl. 4:15-17 vergl. auch 1. Kor. 15:51 ff).
Ist die im Jahre 1914 lebende Gemeinde in jenem Jahre entrückt worden?
Selbst der WT gibt zu, daß diese noch auf Erden ist. Dann aber ist auch die Auferstehung
der in Christo Entschlafenen nicht gewesen. Mithin steht dann auch die Wiederkunft des
Herrn noch bevor.
Es wäre gut, wenn die Leitung im Hinblick auf ihre schriftwidrigen Lehren etwas
bescheidener sein würde in ihren "NUR WIR"-Äußerungen. Sollten sie es nicht
als gefährlich und unbiblisch erkennen? Liebe Brüder, was ist Eure Meinung zu dieser
Frage?
Ist die Wachtturm-Leitung als Richter eingesetzt?
Immer noch werden von der WTG-Leitung, mit Einschluß wahrer bibelgläubiger Nachfolger
Jesu, weil sie sich nicht der Organisation der Zeugen Jehovas anschließen, summarisch
gerichtet. Das Buch: "Neue Himmel und eine neue Erde" bringt diese Haltung
schonungslos zum Ausdruck:
"Auf Erden ist heute die Neue-Welt-Gesellschaft die einzige Bewegung, die wahre Aufbauarbeit tut. Alle anderen, die ein Teil dieser Welt sind und an ihren Plänen, Programmen und Werken teilhaben. werden ihr Schicksal mit jenen teilen, "die die Erde verderben". Sie betreiben eine Tätigkeit, die mit Gottes aufgerichteten Königreich außer Harmonie ist und wodurch sie sich Ruin und Verderben zuziehen am Tage des Zornes Gottes in Harmagedon." (Seite 326 des genannten Buches). Ehemalige Zeugen Jehovas, die aus Gewissensgründen sich von der WTG abwandten, werden sogar verflucht. (Seite 326).
Wie anders war es doch in der ursprünglichen apostolischen Gemeinde,
der Apostel Paulus schreibt:
"Wer bist du, der du einen fremden Knecht richtest? Er steht oder fällt seinem Herrn
Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder, du anderer, was verachtest du deinen
Bruder? Wir werden alle vor den Richtstuhl Christi dargestellt
werden." (Rö. 14:4, 10). Was Jakobus leichtfertigen Richtern seiner Tage zurief, das
möchten wir auch der Leitung der WTG sagen: "E i n e r ist der Gesetzgeber und
Richter, der zu erretten und zu verderben mag, du aber, wer bist du, der du den Nächsten
richtest?" (Jak. 4:12). Richtgeist war in der Urgemeinde verpönt, bei der
Zeugenleitung ist dies nicht der Fall. Welcher Meinung seid ihr, Brüder und Schwestern?
Die WTG lehrt: Der Hauptzweck des Kommens Jesu vor 1900 Jahren sei "nicht, die Menschheit zu erlösen und zu erretten" (Buch: "Die Wahrheit wird euch frei machen, Seite 352). Die Bibel sagt, daß gerade dies der Zweck seines Kommens war. "Das Wort ist gewiß und aller Annahme wert, daß Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten." (l. Tim. 1-15; Luk. 19:10; 5:32).
Ihr lehrt, zu Jesus zu boten hieße Gcschöpfverehrung zu treiben. Die Bibel sagt, daß die Jünger zu Jesus beteten, wie sie zum Vater beteten: Sie werden angeredet als solche, "die an jedem Orte den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen". (l. Kor. 1:2; Rö. 10:13). Stephanus, der erste Blutzeuge Jesu, betete: "Herr Jesus, nimm meinen Geist auf" (Apg. 7:59). Sogar Gottes Engelwelt soll den wiederkommenden Christus anbeten: "Alle Engel Gottes sollen ihn anbeten" (Hebr. 1:6; Offbg. 5:12-14). Die WTG verkündet: Wie Gott einst durch den Mittler Mose handelte, so handle er heute durch die Wachtturm-Gesellschaft bzw. durch den "Mitteilungs- und Verbindungskanal!"
Die Bibel verkündet: Daß der Mittler des
neuen Bundes Jesu Christus ist, ER ganz allein: "Denn es ist ein Gott, der Vater, und
ein Mittler zwischen Gott und Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus." (l. Tim.
2:5).
Wir fragen die Wachttturmleitung, wie ihr eure Brüder und
Schwestern "Zeugen Jehovas" zu nennen wagt, wenn ihr nicht das bezeugt, was er
über seinen Sohn bezeugt hat? (l. Joh.. 5:9-12).
Liebe Brüder und Schwestern, was
schlußfolgert Ihr aus diesen Unterbreitungen? Gebt uns dazu Eure offenherzige Antwort.
"Wachet, stehet im Glauben, seid männlich und seid stark!" (l. Kor. 16:13).
Mit christlichen Grüßen
Bruder Willy Müller,
65 Gera, Lutherstraße Nr. 16 und Mitverbundene
Warum die Wachtturm-Botschaft kein "Wasser des Lebens" ist
"Und wen da dürstet, der komme;
wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst." (Offbg. 22:17).
Vom symbolischen "Wasser des Lebens" zu trinken,
bedeutet, lebengebende Erkenntnis in sich aufzunehmen. Aber es beinhaltet noch mehr. Jesus
sagte, daß jeder, der dieses Wasser von ihm empfängt, niemals wieder (geistig gesehen)
Durst leiden sollte, denn es würde ihm selbst zu einer Quelle lebendigen Wassers werden,
um wiederum anderen ewiges Leben zu spenden. "Dies aber sagte er von dem Geiste,
welchen die an ihn Glaubenden empfangen sollten." Joh. 4:10-14; 7:38,39. Ganz
offensichtlich hat "Wasser des Lebens" seinen Ursprung nicht im menschlichen
Denken und kann daher im Austeilen desselben auch nicht auf menschliche Anstrengungen
zurückgeführt werden.
In seiner Eigenschaft versinnbildlicht "Wasser des Lebens" im besonderen die unverfälschte und unveränderliche Wahrheit des Wortes Gottes. Die Führung der WTG, die sich allein dazu berufen fühlt, dieses Wasser aus ihrem Reservoir allen gutwilligen Menschen darzubieten, kennt auf Grund ihrer eigenen umfangreichen Schriftforschung auch alle Ermahnungen der Bibel, die Heiligkeit und Reinheit des Wortes, der Wahrheit in seiner ursprünglichen Fassung zu bewahren und ihm keine Unwahrheiten hinzuzufügen Hören wir, wie der Wachtturm diese ernstzunehmenden Warnungen deutlich macht:
"Jehovas Zeugen laden dich ein, von dem gegenwärtig vorhandenen "Wasser des Lebens" kostenfrei zu nehmen!" - Gott verlangt, daß diese Einladung den Menschen völlig klar und unverfälscht überbracht wird. Er sagt zu denen, die er mit dem Einladungswerk betraut hat, nämlich zu der Versammlung der Glieder der Braut Christi, an die die Offenbarung hauptsächlich gerichtet ist: "Ich lege vor jedermann Zeugnis ab, der die Worte der Prophezeiung dieser Buchrolle hört: Wenn irgend jemand einen Zusatz zu diesen Dingen macht, so wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in dieser Buchrolle beschrieben sind; und wenn irgend jemand irgend etwas von den Worten der Buchrolle dieser Prophezeiung wegnimmt, so wird Gott dessen Teil von den Bäumen des Lebens und aus der heiligen Stadt wegnehmen, Dinge, die in dieser Buchrolle beschrieben sind." (Offbg. 22:18,19). Wir müssen daher "die Worte der Prophezeiung dieser Buchrolle" für alle dürstenden, schafähnlichen Menschen entsiegeln. Wir dürfen ihnen nichts davon vorenthalten, dürfen aber auch nichts hinzufügen oder ändern oder abschwächen, um dem, was sie besagen, entgegenzuwirken oder ihre Klarheit und Schärfe zu beeinträchtigen. Dadurch würde das "Wasser" verunreinigt und würde denen, die es empfangen, kein Leben geben. (Hes. 34:19). Die "Prophezeiung" dieser Buchrolle muß so behandelt werden, wie das ganze Buch Mose: Es darf nichts, auch nicht ein Wort, hinzugefügt oder weggenommen werden. - 5. Mose 4:1,2; Spr. 30:5,6." (WT Nr. 5/68, S. 154, 155).
Der Leser ist sofort im Bilde: Mit solchen eindringlichen Worten beabsichtigt man, die unbedingte Zuverlässigkeit der Schriftauslegung im Wachtturm zu unterstreichen und sie mit dem Stempel der Glaubwürdigkeit zu versehen. Doch ist die Sicherheit, die unverfälschte Wahrheit der Bibel zu erfahren, allein mit diesen Worten gewährleistet? Wir möchten hier fragen: Haben sich die verantwortlichen Männer der WTG selbst gewissenhaft an dieses Gebot der Schrift gehalten und den prophetischen Worten keine eigenmächtigen Deutungen hinzugefügt? In der nun folgenden Auseinandersetzung, in welcher wir Offenbarung 11:3-12 zum Gegenstand der Betrachtung nehmen wollen, wird darauf eine eindeutige Antwort gegeben werden.
Die zwei Zeugen weissagen 1260 Tage
"Und ich werde meinen zwei Zeugen Kraft geben, und sie werden
tausendzweihundertsechzig Tage weissagen, mit Sacktuch bekleidet." Off. 11-3. Dieser
Schrifttext macht uns mit dem Auftreten zweier Zeugen bekannt, welche zur Ausführung
ihres Predigtwerkes mit außerordentlicher Macht von Gott ausgestattet werden und gemäß
der Schrift ein kraftvolles Zeugnis an die Menschen ergehen lassen, indem sie 1260 Tage
oder 3 ½ Jahre unter der Inspiration des Geistes weissagen werden. Wie die weiteren
Bibelverse zeigen, ist während der Zeit ihres Zeugnisses jeder Widerstand aussichtslos
und hat Vernichtung der Gegner zur Folge. Über den Abschluß ihrer Verkündigung wird
folgendes berichtet: "Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben werden, so wird das
Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, Krieg mit ihnen führen und wird sie überwinden
und sie töten." (Vers 7). Des weiteren erfahren wir, daß man ihre Leichname in kein
Grab legt und sie somit dreieinhalb Tage von den Nationen gesehen werden." Und nach
den drei Tagen und einem halben kam der Geist des Lebens aus Gott in sie, und sie standen
auf ihren Füßen", (Vers 11) worauf sie der göttlichen Aufforderung, in den Himmel
aufzusteigen, Folge leisteten. (Offbg. 11:3-12).
Über die weiteren Einzelheiten des Bibeltextes informiere sich der Leser selbst anhand der Schrift, um sich einen besseren Überblick in Verbindung mit den nun folgenden Kommentaren der WTG-Literatur zu verschaffen. Dabei wird der Leser ohne Schwierigkeiten selbst ermitteln können, ob die Führung der WTG die Mahnung, an den Worten der Schrift nichts zu ändern, abzuschwächen oder hinzuzufügen, im Blick auf diese Prophezeiung hinreichend beachtet hat.
Bei der Suche nach Aufklärung finden wir, was die Gesamtheit dieses Bildes anbelangt, in der WTG-Literatur nur wenig und sehr unzureichende Erläuterungen, die außerdem mit recht merkwürdigen Vorstellungen verknüpft sind. Wer veranschaulicht nun gemäß WTG-Darstellung diese beiden Zeugen? Im WTG-Buch "Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben", Seite 79, finden wir folgende Erklärung: "Innerhalb weniger Tage nach der Freigabe der Königreichs-Nachrichten Nr. 3 gab das US-Bezirksgericht . . . einen Haftbefehl zur Verhaftung von acht Dienern, die in Schlüsselstellungen der Gesellschaft im Hauptbüro im Bethel dienten, heraus. Er betraf J. F. Rutherford, W. E. Van Amburgh, A. H. Macmillan, R. J. Martin, C. J. Woodworth, G. H. Fisher, F. H. Robison und G. De Cecca. Das geschah am 7. Mai 1918. An jenem Tage endeten die zweiundvierzig Monate oder 1260 Tage, die in Offenbarung 11:2, 3 erwähnt werden. Jene Zeugnisperiode hatte sozusagen im Sacktuch der Trauer in der ersten Hälfte des Monats November 1914 begonnen und wurde nun dreieinhalb Jahre später von Satans symbolischen "wilden Tier" getötet, wie in Offenbarung 11:7 vorausgesagt worden war. Die Haftbefehle wurden am folgenden Tag durch US-Marshall Power vollstreckt, und die acht Männer kamen vor das Bundesgericht."
Gemäß der Ausdeutung dieses Bildes spielten somit die acht Männer in Schlüsselstellungen der WTG eine bedeutende Rolle. Ihre Verhaftung im Mai 1918 sollte die Beendigung des dreieinhalbjährigen Zeugniswerkes der zwei Zeugen darstellen. Da sie durch die Verurteilung in organisatorischer Hinsicht kaum noch Einfluß auf den Fortgang des WTG-Werkes nehmen konnten, wurde dieser Zustand der Lahmlegung mit dem Tode der zwei Zeugen verglichen. Hierzu ergeben sich jedoch eine Anzahl Fragen, deren Beantwortung man bis heute versäumte.
Dem Bibelzeugnis entgegenstehend
Weshalb hier nicht mehr zwei, sondern acht Zeugenführer an
der Erfüllung beteiligt waren, blieb man als Erklärung schuldig. Die damaligen
Begebenheiten paßten eben in keiner Hinsicht so recht in den Rahmen dieses Bildes, aber
man wußte sich zu helfen. Weil man das dreieinhalbjährige Zeugnis nicht allein auf die
acht führenden Männer beschränken konnte und sie auch danach nicht zu sterben
brauchten, ging man ganz einfach von der Tatsache ab, daß die Zeugen persönlich getötet
wurden und sagte statt dessen: Die Zeugnisperiode oder das Werk wurde getötet.
So kam es, daß mit dem Sommer 1918 die einst so starke Stimme der Zeugen zum Schweigen gebracht wurde. Ihr "organisiertes Werk war im symbolischen Sinne getötet, und totähnliche Untätigkeit erfaßte diese einst so tatkräftige Gruppe von Christen Bildlich gesprochen, war das Werk tot." (ZJ in Gottes Vorhaben, S. 83).
Aber kann man denn von einer todähnlichen Untätigkeit sprechen, wenn auf der gleichen Seite desselben Buches folgendes Bekenntnis abgelegt wird: "Es ist bemerkenswert, daß während dieser ganzen Zeit nicht eine einzige Ausgabe des Watch Tower ausfiel." ".... während die Beamten der Gesellschaft im Gefängnis waren, wurde die Stimme des Wachtturms immer noch gehört." (S. 84). Diese Erklärungen stehen nicht nur im Widerspruch zur Bibel, sondern sie widersprechen sich auch gegenseitig. Man war noch recht tätig, um, wie man es selbst bestätigte, die Brüder zu ermuntern.
Wie man die einfache und klare Schriftaussage zugunsten eigener Auslegung und persönlicher Interessen verlassen hat, zeigt ein weiterer wichtiger Vergleich zwischen dem Zeugniswerk der beiden Zeugen und dem Predigtwerk der Wachtturm-Organisation der Jahre 1914-18. Die Bibel spricht hier davon, daß dic zwei Zeugen während ihres dreieinhalbjährigen Zeugnisses mit außerordentlicher Macht und Befähigung wie nie zuvor den Menschen die Botschaft Gottes ausrichten werden. Diese Zeugnisperiode ist somit gekennzeichnet durch machtvolles Predigen und auch durch Wunderwerke. Die WTG-Auslegung aber bringt dieses ruhmvolle Zeugnis ausgerechnet mit dem Niedergang ihres Werkes, besonders der Jahre 1914-18 in Verbindung. Wie aus der WT-Literatur bekannt, war die gesamte Verkündigung wegen des Ausbleibens der Ereignisse, die man für 1914 erwartete, auf einem nie dagewesenen Tiefstand angelangt Man bestätigt das selbst mit den Worten: Am Anfang jenes Jahres (1914) überschütteten die Geistlichen und andere Russel und die Watch Tower Society mit viel Spott, weil in jenen ersten Monaten in Verbindung mit den Heiden-Nationen nichts von dem geschah, was Jehovas Zeugen erwartet hatten." "Im Jahre 1914 erreichte das Werk einen Höhepunkt, aber in den Jahren 1915 und 1916 ging das Verkündigungswerk allmählich zurück, und zwar wegen des zunehmenden Widerstandes, des Spottes und der weltweiten Zerrüttung des Werkes." "Jehovas Volk war noch nicht für den Platz vorbereitet, den es einnehmen sollte und für das Werk, daß es durchzuführen hatte. Ferner gab es noch viele Prüfungen zu bestehen, ehe man dies richtig verstehen konnte. Es sollte nun eine Zeit der Schmach und der Trauer beginnen." (JZ in Gottes Vorhaben, S. 54 und 58).
Was waren denn die wirklichen Ursachen für den Rückgang des Werkes nach 1914, welche die Leitung der WTG niemals offen zur Sprache bringt? Die damaligen Bibelforscher unter der Leitung Russels hatten für 1914 nicht nur die Beseitigung und das Ende aller gottentfrerndeten Nationen durch das Königreich Christi erwartet, sondern man rechnete vor allem mit der vollen Aufrichtung des Reiches Gottes und damit auch mit dem Herbeikommen aller verheißenen Segnungen, insbesondere für die Christusklasse. Da ihre Erwartungen, von der Erde hinweggenommen und mit Christus vereint zu werden und mit ihm an den Segnungen Erwartungen der Schöpfung teilzuhaben, sich nicht erfüllten, mußte verständlicherweise unter allen Anhängern der WT-Lehre eine große Enttäuschung aufkommen. Wegen des zunehmenden Spottes über die falsche Datenfestlegung und da vorerst niemand wußte, wie man das unerwartete Weltgeschehen nun mit der Bibel in Einklang bringen sollte, war eine "weltweite Zerrüttung des Werkes" unausbleiblich. Mit diesem Verständnis der damaligen Lage der Bibelforscher ist der Mißbrauch biblischer Weissagung nun noch besser erkennbar.
In diesem Zusammenhang ist auch eine andere beliebte Auslegung der WT-Verfasser nicht mehr haltbar. Die Bekleidung der beiden Zeugen mit Sacktuch oder grober Leinwand bezeichnet ihren Zustand der Demut und Niedrigkeit, aber niemals die "Schmach und Trauer", welche die WTG-Führung infolge ihrer Falschauslegung über sich selbst und ihre Organisation brachte.
Den WTG-cigenen Angaben zufolge war die
Verkündigung der Jahre 1914-18 im Gegensatz zu Offenbarung 11:3-6 somit kein
hervorragendes Werk, daß sich durch machtvolles Predigen auszeichnete. Aber es fehlte
nicht nur in dieser Hinsicht an Ähnlichkeit mit dem prophetischen Bilde, sondern auch in
den übrigen Auffassungen konnte es unmöglich als Gottes erfülltes Wort gerühmt werden.
Zum Beispiel gibt der biblische Ausspruch ganz klar zu erkennen, daß die Dauer der
Zeugnisperiode der 2 Zeugen überhaupt nur dreieinhalb Jahre umfaßt und danach zum
Abschluß kommt, wenn die Zeugen getötet werden. Von einer Verlängerung ihres Zeugnisses
um weitere Jahrzehnte ist in diesen und anderen Texten nirgends die Rede. Wie aber läßt
sich diese kurze Zeitspanne mit der WT-Bckanntmachung vereinbaren, daß das eigentliche
große wirksame und weltweite Predigtwerk erst nach 1919 beginnen sollte? Wir meinen, wenn
die Bibel von 1260 Tagen oder dreieinhalb Jahren spricht, dann bedeutet das eine klare
Abgrenzung gegenüber jeder anderen Zeit. Was hat nun dieses oft versagende, zweifelhafte
WT-Werk, das in Wirklichkeit von 1874 bis in unsere Tage keine Unterbrechung erfuhr, noch
mit der unfehlbaren Gottesbotschaft der zwei Zeugen
gemeinsam?? Nichts, aber auch gar nichts!
Der Gipfel aller Widersprüche
Einen der vielen Beweise, daß Jehovas Zeugen die
Schriftstützcn nicht genau nachprüfen, welche die WT-Verfasser zu ihren Bibeldeutungen
anführen, und daher die Abweichungen vom Worte Gottes nicht bemerken können, finden wir
in Offenbarung 11:7. Wie eingangs erwähnt, werden die zwei Zeugen nach Vollendung ihres
Zeugnisses von dem Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt überwunden und getötet. Was
sollte dieses Tier und der Abgrund, aus dem es heraufsteigt, darstellen? Nach der
bekannten WT-Erklärung wird dieses Tier zuerst durch den Völkerbund veranschaulicht,
welcher während des zweiten Weltkrieges in den Abgrund einer hilflosen, todähnlichen
Untätigkeit ging, gleich dem scharlachfarbenen Tier von Offenbarung 17:8. Danach würde
es in Gestalt der "Vereinten Nationen" wieder in Erscheinung treten oder aus dem
Abgrund heraufsteigen. (Dein Wille geschehe, S. 282; Babylon die Große ist gefallen, S.
585-587).
Vergleicht man nun diese Darstellung der WTG mit dem genannten Bibeltext, so tritt einer der größten Widersprüche zutage. Wenn das Tier, welches aus dein Abgrund steigt, durch die UN verkörpert wird, dann müßtc sie auch den Tod der WTG-Zeugen 1918? herbeigeführt haben. Wie aber hätten die "Vereinten Nationen" 1918 die WT-Organisation in dieser Weise vorgehen können, wenn sie doch erst 1945 ins Leben gerufen wurden?? Es ist erstaunlich genug, daß keiner der vielen bibelkundigen Zeugen Jehovas diesen Irrtum bisher bemerkt hat, sondern daß man gröbsten Widerspruch blindlings für biblische Wahrheit hält.
Durch die Unachtsamkeit und Leichtgläubigkeit vieler hatte es die WT-Leitung nicht schwer, Menschen zu täuschen und durch geschickte Anwendung ihren Bibelauslegungen selbst den Anstrich göttlicher Wahrheit zu geben. So sah man sich auch nicht gezwungen, die übrigen Abweichungen vom Worte Gottes ernst zu nehmen. Was hatte es schon zu bedeuten, daß die zwei Zeugen nur dreieinhalb Tage tot waren. Bei der WTG waren es eben neun Monate, während die Beamten der Gesellschaft in Haft waren. Damit brauchte auch der Zustand während ihres Todes, sowie ihre Auferweckung nach den drei Tagen nicht mehr wörtlich genommen zu werden.
In der Wachtturm-Sprache bedeutete die Auferstehung eine Wiederbelebung des Zeugniswerkes. Wann sollte sie eintreten Der Wachtturm antwortet: "Diese Wiederbelebung der gesalbten Zeugen Gottes ging im Frühjahr 1919 vor sich." (WT Nr. 4/67 S. 113). Bei den Zeugenführern ging diese Auferweckung oder Wiederbelebung nun folgendermaßen vonstatten. "Sofort wurden die Brüder freigelassen. Am Dienstag, dem 25. März, verliehen sie die Strafanstalt von Atlanta und trafen am nächsten Tag in Brooklyn ein. Dort wurden sie am 26. März 1919 von den Bundesbehörden gegen eine Kaution von je 10 000 Dollar (insgesamt 80 000 Dollar), bis zur weiteren Verhandlung, auf freien Fuß gesetzt." (ZJ in Gottes Vorhaben, S. 86). Nach diesem Eingeständnis verlieh somit nicht der Geist Gottes ihnen neue Lebenskraft, sondern, wie schon oft, war auch hier das Geld ihre Macht, die ihnen zur Freiheit verhalf.
Mancher wird sich schon gefragt haben, warum ausgerechnet diese unbedeutenden neun Monate der Gefangenschaft eine Erfüllung von Offenbarung 11:9 darstellen, während solche schweren Drangsale unter der Nazi-Herrschaft völlig bedeutungslos im Rahmen dieser und anderer Prophezeiungen sein sollen. Hier hatte niemand die Möglichkeit, sich durch hohe Geldsummen freizukaufen, sondern in große Bedrängnis durch die herausfordernden Bekanntmachungen der WTG gebracht, mußten viele ihr Leben lassen. Diese Schwere der Verfolgung war in Deutschland viel größer als sie je in den USA an Umfang gewesen ist.
Diese führenden Männer der WTG verstanden es schon immer das Augenmerk auf sich zu lenken. Kein Wunder, daß man auch in dem Abschluß dieses Bildes deutlich zu verstehen gibt, wieweit man es gebracht hatte. Es geht hier um die Aufforderung, in den Himmel hinaufzusteigen. (Offbg. 11:12). Wie konnte man diesen Text auf die Leitung anwenden? Infolge der herrschenden Unordnung und Unsicherheit bildeten die Nachkriegsverhältnisse eine günstige Gelegenheit für die Wachtturm-Botschaft. Man hatte auch bald wieder den gewünschten Erfolg bei allen, die sich nach Ruhe und Frieden sehnten und die da glaubten, sie in die Reihen der Organisation zu finden. Das war ein Triumph für die Führer der WTG, den sie seither auch in allen Schriften gebührend zu feiern wußten. Über diese Selbsteinschätzung lesen wir: ". . . . Gottes gesalbte Zeugen, (damit meint man sich selbst) wurden wieder lebendig und würden im Dienste Gottes auf Erden himmelhoch erhöht werden." (WT Nr. 4/67, S. 113). Hier bedarf es keines Kommentars. Diese Überheblichkeit und Verdrehung der Schrift spricht für sich!!
Was sich nicht leugnen läßt
Wer wird uns nicht beipflichten, darf jeder Mensch, der die
Ermahnungen der Schrift kennt und sie anderen als nachahmenswert vor Augen hält, um so
mehr die Verpflichtung trägt, sie auch genauestens einzuhalten. Obwohl die Führerschaft
in Brooklyn unter der Leitung des Präsidenten Knorr um diese ernsten Warnungen weiß und
damit um die zwingende Notwendigkeit, die jedem Bibelausleger auferlegt ist, das Wort
Gottes in seiner ursprünglichen Darstellung und Bedeutung zu erhalten und ihm nichts
Ungereimtes hinzuzufügen, hat sie diese doch auf das Verwerflichste mißachtet. Wer die
gerechten Gesetze und Gebote Jehovas auf so grobe Weise verletzt oder ihnen so gar
entgegenwirkt, wie es die WTG mit ihren eigenmächtigen Prophezeiungen tut, kann nicht mit
Gottes Billigung rechnen oder gar noch seine Anerkennung erwarten. Jehova liebt nicht
solche Menschen, die sich immer nur in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stellen, sondern
seine Liebe gilt in besonderem Maße jenen, die in der Demut und Furcht vor der Heiligkeit
seines Wortes wandeln.
Wasser des Lebens schließt eine Fülle geistiger Wahrheiten ein. Deshalb kann das Übermaß an Irrtum, wie es mit allen Falschdarstellungen der Jahre 1914-19 veröffentlicht wurde, kein Wasser des Lebens göttlicher Herkunft sein. Daher ist es auch völlig sicher, daß weder die Leitung der WTG. noch sonst irgendein Vertreter dieser Organisation diese zwei mächtigen Zeugen für Gottes Wahrheiten verkörpern kann, genau so wenig, wie sie auch die Knechte und Zeugen gemäß Jesaja 43:10 repräsentieren oder vertreten können Jehova hat seine Knechte nicht erwählt, um nur einen Teil seiner Wahrheiten bekanntzumachen. Auch hat Jehova seine Zeugen nicht dazu bestellt, Unwahrheiten in die Welt hinauszutragen und die Menschen in Irrtümer zu verstricken.
Sein Wort aber bleibt beständig Wahrheit,
wie auch Wasser des Lebens rein und klar aus seinem Throne der Heiligkeit hervorgehen, die
ewiges Leben spenden werden allen, die danach dürsten.
J. G. D.
Erwartung Hoffnung (Römer
8:24,25)
Diese Einsendung eines Bruders aus Rostock wird zur
Diskussion gestellt. "Den wir sind wohl gerettet, doch auf Hoffnung. Die Hoffnung
aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung, denn wie kann man das hoffen, was man sieht? Wenn
wir aber das hoffen, das wir nicht sehen, so warten wir sein in Geduld."
Wir können im Glauben gar nicht anders, als das Gegenwärtige als ein bloß Vorläufiges, das Geschaffene als etwas, das einem Ziel entgegenwartet, ansehen Die Christenheit lebt sozusagen in drei zeitlichen Ausdehnungen: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Gott gründete in dem Grund der gelegt ist in Christus unsere Hoffnung (l. Kor. 3:11), das ist die Vergangenheit, der Christ lebt in der Gegenwart der Erkenntnis seines Wortes, er streckt sich aus nach der völligen Erlösung in der Zukunft. Mithin ist die Hoffnung oder Erwartung für den Gläubigen von großer Bedeutung. Die Erwartung zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Heilige Schrift. Denken wir an die Worte des Paulus im Römerbrief Kapitel 5. Die ganze Menschheit wurde durch Adams Übertretung in den Tod hineingerissen, darum sehnt sie sich und wartet auf Erlösung. Dieses Unterworfensein unter die Macht der Zerstörung wird ausdrücklich von dem, was aus eigenem Willen der Menschen stammt, unterschieden; es ist ein Schicksal, was wir alle gemeinsam erleiden Keiner wird gefragt Andererseits wird dieses Harren der Kreatur unterschieden von der Hoffnung der Christen.
Es ist ein dumpfes, unbewußtes, seines Zieles ungewisses Warten auf etwas Besseres, das aber vom Apostel Paulus nach seiner empfangenen Wahrheit ausgelegt wird. Was die Christen eigentlich meinen, ohne es jedoch recht zu wissen, ist das Ziel, das in Christus der Menschheit gegeben ist, Gottesherrschaft, Freiheit, Anteilnahme an der Herrlichkeit Gottes.
Diesen Ratschluß oder Vorsatz Gottes lesen wir in Epheser Kapitel 3. "Diese Gnade zu verkünden den Heiden, den unausforschlichen Reichtum Christi und ans Licht zu bringen, wie Gott seinen geheimen Ratschluß ausführt, der von Weltzeiten her verborgen war, in ihm, der alle Dinge geschaffen hat. Diesen ewigen Vorsatz hat Gott ausgeführt in Christus Jesus unserem Herrn." (Vers 8-11). "Dieser aber (Christus) hat ein Opfer für die Sünden geopfert, sitzt nun für immer zur Rechten Gottes. . ." Hebräer 10-12. Paulus betont hier besonders, daß dies der Heilige Geist bezeugt. (Eph. 3:15) Deshalb können wir als Christen gewiß sein, das dies keine leere Hoffnung ist.
Gewiß trat jetzt eine große Wartezeit ein, um auf des Vaters Zeit und Stunde zu warten. Das Werk war vollendet durch den Opfertod Jesu. In dieses große Warten ordnete - mit großer Ehrfurcht sei es gesagt - Gott sich selber ein. Gott stärkt uns mit den Worten des Paulus in Römer 16:25, 26, wo es heißt: Durch Jesus Christus ist das Geheimnis nun offenbart, was von Anbeginn verschwiegen war. Jesus beseitigte den Gesetzesgehorsam und richtete auf "den Glaubensgehorsam" unter allen Nationen. Die Konkordante Bibel übersetzt: Römer 16:26: "aber nun geoffenbart, auch durch prophetische Schriften, überein mit der Anordnung des äonischen Gottes, zum Glaubensgehorsam bekannt gemacht unter allen Nationen." Gott wird hier als äonischer Gott bezeichnet, das heißt, er ist der Gott der die Zeiten der Ereignisse bestimmt. Er wird seinen Vorsatz überwalten und erfüllen. (Epheser 1:20-23) Er weiß allein Zeit und Stunde. Durch dieses Warten wird aber nichts versäumt, alles geschieht zu seiner Zeit. Das ist für uns Christen von Bedeutung und zum Trost. Christen werden von unnützer Hast und unberechtigter Eile bewahrt. Christen werden aufgefordert, auf Gottes Zeiten zu achten, wie sie die Schrift zeigt. (Äonen, Verwaltungen und Fristen). Sie werden sich hüten, aus eigenem oder angeordnetem Antrieb alle Menschen "reif" machen zu wollen zum Gerichtsspruch Gottes, so oder so. Im Rahmen der Äonen (Zeiten) hat Gott auch der Sünde Raum gegeben, aber begrenzt. Die Durchführbarkeit seines Ratschlusses während der Äonen Weltzeitalter) ist unverrückbar. Hebräer 6:17-20 bestätigt dies. Unsere Erwartung und Hoffnung auf das Heil wird nicht zuschanden werden. Lies bitte zu dem Vorstehenden Jes. 45:7; 54:16; Johannes 17:12; 19:11; Apostelg. 2:23; Römer 11:28-32;, Galater 3:22a; Offenbarung 17:12-18. Alle Mächte unterstehen dem großen Souverän des Weltalls (Römer 9:14-20) und dieser ist unser großer Gott! In dieses große Warten ist die gesamte ächzende Schöpfung eingeordnet (Römer 8:19-22) Von der Urschöpfung an (Hiob 38:4-7) bis zur neuen Schöpfung (Offenbarung 21:1-22:5). Auch die in Römer 8:14-25 als Söhne Gottes Bezeichneten warten in der Hoffnung auf die Offenbarung. Diese leben im Glauben, wartend auf die Erfüllung Ihrer Verheißung. Der Glaube der Auserwählten Gottes ist immer mit einer Verheißung und Erwartung verbunden. (Titus 1:l,2). Was jetzt für die Ecclesia, die Leibesgemeinde Christi Glaubensverheißung ist, erfüllt sich, wenn das ihnen Zugeeignete eingelöst wird. (Eph. 1:14). Ihre Erwartung nimmt mit der Rechtfertigung (Römer 5:1-2) ihren Anfang, und zwar in Erwartung der Herrlichkeit Gottes. Diese findet immer klarere Darstellung in 1. Kor. 15:51,52; 1. Thessalonicher 4:14 bis 17; 2. Thessalonicher 2:13,14; Philipper 3:20; 2. Timotheus 4:18. Damit wird ihre Wartezeit überbrückt, in der sie die Erscheinung ihres Herrn liebhaben. (2. Tim. 4:8). Das ist ihre geistliche Ausschau (Titus 2:13) Glückselig Wartende, die an Gottes und Christi Erwartung teilnehmen. Sie werden nicht enttäuscht.
So wie die 144 000 (Offenbg. 7) nicht allein die Erwartenden sind, so gibt es auch keine "große Volksmenge" mit christlich irdischen Erwartungen, speziell für die, die jetzt zur WTG oder der Organisation der Zeugen Jehovas gehören. Eine Aufklärungsarbeit unter diesen und vielen Menschen wäre hier nötig. Erwartungs- und Rangunterschiede innerhalb der wahren Kirche Christi gibt es nicht und schon gar nicht jetzt durch menschliche Fehlschlüsse, die gewisse Bibelstellen (z. B. Offbg. 7) dazu benutzen, um eigenmächtig verschiedene Klassen mit unterschiedlichen Rechten und Hoffnungen zu schaffen. Es ist dies die auch schon im Mittelalter praktizierte Methode, das Reich Gottes durch menschliche Religionsorganisation im irdischen Bereich aufzurichten, um selbst, und sei es auch hier nur über Gläubige, zu herrschen.
Als weitere Wartende, das ist meine Auffassung auf Grund von Bibelstellen, leben die Gläubigen Israels in Erwartung ihres herrlichen Messias. Das geht durch die gesamte Israel gegebene Prophetie des. sogenannten Alten Testamentes (Hebräische Schriften), die ihren höchsten Ausdruck in Römer 11:1-12, 25-29 findet. Schon zeigen sich hier die ersten Auswirkungen ihrer Erfüllung: Es mußte hinaus aus der Wüste der Nationen (Hesekiel 20:35; 39:21-29). Lesen wir dazu noch die folgenden Bibelstellen: Jesaja 40:1,2; 49:18 bis 26; 19:22-25; Jesaja Kap. 54; Jeremia 30:3-24; 31:7 bis 17; 37; Hesekiel 11:16-17; Hes. 36:1-38; Hosea 14:1-9; Obadja 15b-20; Micha 4:11-13; 7:11-20; Sacharja 10:5 bis 12; 12:1-10. Wie herrlich wird sich dann Jesaja Kapitel 60 erfüllen. In den Tagen der Apokalypse, Offenbarung 1:1 bis 22:5 erfüllt sich alle Prophetie. (Offbg. 10:7; 11:15-18). Das bedeutet für Israel, und damit für die Nationen, die Erfüllung ihrer irdischen Erwartungen (Jesaja 65: 17, 25; Offbg. 21:1 bis 5). Die Ecclesia, (Christliche Kirche), Herausgerufene zum Glauben, der Leib Christi - aus allen Nationen - diese haben eine frühere Erwartung und höhere Bestimmung in der Vereinigung mit Jesus, ihrem Herrn und Haupt. (l. Kor. 6:2,3; 1. Thessl. 4:15-18). Er wird dann ihre Aufgaben und ihren Platz bestimmen, worüber nicht jetzt schon Menschen entscheiden können. (Eph. 2:6-7; Kol. 1:5 und 12.
So lebt alles mit großem Sehnen in Erwartung des Kommenden, der Übergangszeit von diesem Äon (Zeit) in den Millenniums-Äon Christi, vielfach unbewußt (Daniel 2:44). Aber glückselig alle, die zu einer bewußt-gläubigen Erwartung in Christo, - von Gott herausgerufen und erwählt worden sind! Sie sind die Kirche, die Gemeinde Christi, unterschiedlich noch in der Erkenntnis, getrennt oft durch Hürden, die Menschen durch Glaubensbekenntnisse errichtet haben; aber unter allen Umständen darunter leidend. Jedoch voll Toleranz und Liebe, besonders gegenüber allen tastenden Erkenntnissuchenden. Wer eigenmächtigen, vorfristigen Richtgeist über Andersgläubige praktiziert und sich selbst gefällig in der eigenen biblischen "Wahrheit" großsprecherisch erweist, ohne Bereitschaft zum Prüfen und sich evtl. zu korrigieren, ist kein Christ, sondern ein religiöser Sektierer übelster Art.
Noch eine große Erwartung harrt ihrer Erfüllung in Christus, das ist, wenn als letzter Feind der Tod hinweggetan wird und der Christus das gesamte Weltenall, dem Himmlischen Vater Jahwe, Gott, unterordnet und alle in dem ersten Adam (Menschen) dem Tode Verfallenen in dem Christus, (dem zweiten Adam), Jesus Christus (der neuen Schöpfung) lebendig durch Auferstehung bzw. Neuerschaffung gemacht werden und Gelegenheit erhalten, errettet zu werden.
Das ist der Liebesvorsatz und Ratschluß Gottes, des Schöpfers, durch seinen Sohn herrlich ausgeführt, so daß er selber sich dem Vater unterordnet, auf daß Jahwe, Gott, sei alles in allem. (l. Kor. 15:20-28; Kol. 1:19,20; Römer 11:33-36). Dann hat alles Warten sein Ende gefunden in unaussprechlicher Herrlichkeit! Wer kann dies jetzt ermessen?? Nie mehr Sünde (Zielverfehlung), Fluch, Leiden und Tod! Halleluja, lobpreiset Jahwe, den König der Äonen - in Jesus Christus.
Noch ist die Herrlichkeit Gottes in ihrer
Fülle nicht da. Wir hoffen auf sie! Indem wir sagen, daß Hoffnung genauso wie Liebe und
Glaube zum Christentum gehört, aber wir sagen auch, daß wir noch nicht alles haben,
sondern auf das Ganze erst warten. Der Inhalt dieser Botschaft, dieses Rufes, ist die
schenkende Gnade Gottes, die Rechtfertigung aus dem Glauben. Sie ist auch der Lebensgrund
eines Christen Das ist das Ziel, über das hinaus nichts Höheres gedacht werden kann,
noch auch verheißen ist. Die Verherrlichung Gottes durch Vollkommenmachung des Menschen,
völlige Anteilnahme des Menschen am ewigen seligen Leben Gottes durch Gottes Schenken,
völlige Gemeinschaft mit Gott und dadurch untereinander, die durch keine Sünde und
keinen Tod mehr getrübt ist. Das ist der Inhalt der "Frohen Botschaft', die uns in
Jesus Christus gegeben ist.
R. K.
Europa-Kongreß im August 1969 in Nürnberg
Auszug aus einem ernsten Gespräch, welches von einem Bruder
aus dem Bezirk Leipzig wegen der bevorstehenden Kongresse der WTG mit einem Bruder von CV
geführt wurde, um etwaige entstehende Nachteile und Schädigungen für teilnehmende
Brüder und Schwestern von vornherein zu vermeiden. Aus liebender Besorgnis heraus kam
folgendes zur Sprache:
Frage:
Es ist doch sicher bekannt, daß die Wachtturm-Gesellschaft
im August 1969 in Nürnberg einen großen Kongreß abhalten wird, wozu Teilnehmer aus
allen europäischen Ländern eingeladen sind. Man erwartet mindestens 100 000 Teilnehmer.
Unsere Besorgnis und Aufmerksamkeit gilt nun den Brüdern und Schwestern in der DDR,
insbesondere den Rentnern unter ihnen. Wie könnte man diese fürsorgend beraten?
Antwort:
Das Zweigbüro in Wiesbaden wird ihre Einladung hierzu über
die einzelnen Versammlungsdiener in erster Linie an die Rentner in den Gruppen der DDR
richten. In besonderen Fällen wird man bemüht sein, sie zu einem anderweitigen Treffen
in WD vor oder nach dem Kongreß zu bewegen. Auch an Wiesbaden ist gedacht wenn dies
erforderlich ist, sie dorthin zu beordern. Kurz gesagt man ist bemüht, alle
Möglichkeiten zu nützen, um die Versammlungen durch die Rentner mit "geistiger
Speise" zu versorgen und mündliche Mitteilungen zu übermitteln. Umgekehrt aber
auch, daß sich die Versammlungen durch die Rentner Auskunft über Zweifelsfragen dort
einholen. Dies kann natürlich für diese Brüder oder Schwestern mit ernsten
persönlichen Folgen verbunden sein.
Frage:
Könnte man hier etwas Positives dazu sagen?
Antwort:
Es dürfte nunmehr wohl bekannt sein, daß sich die
WTG-Leitung in Brooklyn dem damaligen kalten Krieg des Westens gegen die sozialistischen
Länder angeschlossen hatte und ihre Organisation dazu verwendete durch ihre Literatur,
die weltweit verbreitet wurde, eine Hetze gegen diese Länder führte, die in der DDR 1950
das Verbot der WTG rechtfertigte. Dies beweist die herausgebrachte Literatur in den Jahren
von 1947 bis 1950 ganz besonders. Seit dem Verbot 1950 wird die Tätigkeit illegal
weitergeführt, was für die Brüder und Schwestern in der Organisation weitere
Schwierigkeiten brachte. Die Leitung der WTG hat bis zum heutigen Tage ihre feindliche
Einstellung gegenüber der DDR nicht aufgegeben. Sie ist im Gegenteil sehr bemüht, diese
geschaffene Situation weiter aufrechtzuerhalten, um ihre eingegangene Verpflichtung zu
erfüllen gegenüber dem Westen. Die Brüder sollen mit Literatur versorgt und dadurch in
Kampfstellung gehalten werden. Anweisungen und Belehrungen von der Leitung tun das
weitere. Um nun diese Literatur einzufahren und Anweisungen zu überbringen, bedient man
sich in letzter Zeit besonders der Rentner, die ja Besuchserlaubnis nach der
Bundesrepublik erhalten können. Man mißbraucht damit den Glauben der Rentnerbrüder für
eigennützige Zwecke. Wenn der oder jene Bruder dann in Schwierigkeiten gerät, so muß er
schon selbst damit fertig werden, denn die Leitung leistet ihm hier keine Hilfe. Im
Gegenteil wird er damit ein Propagandamittel, nämlich ein Märtyrer, welche die
Gesellschaft immer benötigt Deshalb sollte jeder Bruder und Schwester gut überlegen,
bevor man handelt.
Frage:
Die Frage der Kampfstellung gegen die DDR von seiten der WTG
dürfte sicher nicht leidet verständlich sein, denn die Glieder der WTG sehen doch in
erster Linie in der WTG eine Religionsorganisation und keine politische Organisation,
besonders der älteren Generation ist dies unbegreiflich Man gibt wohl zu, daß in der
Organisation die rechten Brüder am rechten Platz fehlen und hofft, daß der Herr diese
Brüder beseitigen wird. Nach den erstellten "theokratischen Richtlinien" ist es
auch unmöglich oder kaum möglich, durch Selbsthilfe eine Besserung zu erreichen.
Antwort:
Das ist richtig. Leider ist es aber nicht möglich, in dieser
kurzen Unterhaltung aus Zeitgründen alles in Frage kommende zu behandeln. Es gibt da
sicher wieder einmal eine Gelegenheit, dies weiter zu begründen. Ich möchte jetzt darauf
hinweisen, daß im Buch "Dein Wille geschehe auf Erden", Seite 290-297 und im WT
vom 15. 8. 1968 der Begriff des Nord- und Südkönigs wieder ganz besonders herausgestellt
wird. Allerdings nach Auffassung und Begriffen der WT-Lehrer. Selbige Darlegungen bezeugen
wirklich keine politische Neutralität sondern beziehen ganz offen Stellung gegen alle von
Arbeitern und Bauern regierten Staaten, im besonderen auch gegen die DDR. Wenn hier die
führenden Persönlichkeiten dieser Staaten als "erbärmlich, verblendete
Propagandisten" bezeichnet werden, so ist dies wohl einer Kampfansage gleichzusetzen.
Der König des Nordens, dem alle Arbeiter- und Bauernstaaten angehören, nach den
Begriffen der WT-Leitung, wird als unbeliebter und deshalb zu bekämpfender König
dargestellt. Der König des Südens aber ist der König, dem alle angeblich demokratischen
Staaten unterstehen nach WT-Begriffen. Selbiger darf aber nach der WT-Lehre nicht von der
WT-Organisation bekämpft werden, weil er gerecht und loyal ist. Mit diesem kurzen Hinweis
auf den Nord- und Südkönig in der WT-Literatur ist es verständlich, daß die
WTG-Leitung diesen Kampf, den sie gegen den Nordkönig führt, biblisch begründen zu
können glaubt (Daniel-Auslegung), um damit die Wirklichkeit zu verschleiern. Dieser
Hinweis soll ihre politische Tätigkeit unsichtbar machen. Was die rechten Brüder am
rechten Platz anbelangt, so kann kein Glied der Organisation da eine Änderung bewirken,
weil dies statutenmäßig nicht möglich ist, da die Brüder keine Mitglieder der
geschlossenen Körperschaft sind und deshalb keine Einwirkung darauf haben. (M. Cole
"Jehovas Zeugen", Seite 174-179). Aus dem vorstehenden ergibt sich, daß mit
ernsten Folgen für jeden gerechnet werden muß, der sich bereit erklärt, im besonderen
die Brüder im Rentenalter, solche Literatur mitzubringen.
Frage:
Was könnten das für Folgen sein?
Antwort:
Dazu Genaues zu sagen ist schwer. Ausschlaggebend ist wohl
dabei immer, wie der Fall gelagert ist. Das Mindeste dürfte wohl sein, auf diese Weise
weitere Urlaubsreisen nach WD nicht mehr zu bekommen. Das dürfte sich wahrscheinlich auch
auf die anderen Brüder auswirken, denn man weiß ja nicht, ob sie unter dem gleichen
Auftrag fahren. Da dies eine Gesetzesverletzung ist, ist auch je nach Lage des Falles mit
persönlichen Schäden zu rechnen.
Frage:
Konnte man aber bei Rentnern nicht nachsichtiger sein, denn
sie dürften sich vielleicht ihrer Handlungsweise nicht bewußt sein?
Antwort:
Es ist stark anzunehmen, daß die Leitung der WTG mit
Nachsicht bei Rentnern von seiten der Behörden rechnet. Das beweisen die Aufträge an die
Rentner, man glaubt eben hier einen guten unauffälligen Weg für organisatorische Fragen
und die Literatur im besonderen gefunden zu haben. Die WT-Führer wissen auch, daß die
älteren Brüder und Schwestern meist einen harmlosen Eindruck machen. Sie wissen auch,
daß diese Rentner oft nicht die Hintergründe, die die WTG-Leitung verfolgt, kennen oder
glauben Was die biblischen Hinweise auf den Nord- und Südkönig betrifft, wird dies oft
auch nicht verstanden, nur befolgt. So werden viele, in diesem Falle die Rentner mit ihrer
Gutgläubigkeit, für unerlaubte Dinge mißbraucht, für die sie dann irgendwie büßen
müssen. Oft ist es auch so, daß sie unter Hitler jahrelang im KZ gewesen sind und
glauben nun ein gutes Werk zu tun, wenn sie die Aufträge der Leitung durchführen. Durch
diese Belehrung sollten sich aber unsere alten Brüder und Schwestern eines Besseren
besinnen, ehe es zu spät ist. Sie sollten immer wachsam sein und alles gut überdenken,
was wir in CV bis jetzt unterbreitet haben.
Frage:
Ist von der WTG-Leitung auf Grund der früheren Erfahrungen
nicht ein Einlenken zu erwarten und die Belastungen der Brüder zu unterlassen?
Antwort:
Wie wir im Laufe von Jahrzehnten die Leitung der WTG
kennengelernt haben, sind keine Anzeichen dafür vorhanden, ihre Kampfstellung gegen die
DDR und andere aufzugeben. Ihr ist nicht daran gelegen, ein loyales Entfalten christlicher
Glaubenstätigkeit in und außerhalb der Versammlungen zu ermöglichen. Dies wird auch in
absehbarer Zeit nicht möglich sein, daß dic Leitung eine Änderung zum Guten
wünscht. Die Verpflichtung welche seit 1917 besteht, abgeschlossen unter Rutherford,
besteht nach wie vor und besagt, gegen alle Staaten, welche dem Nordkönig unterstehen,
Kampfstellung zu beziehen. Siehe Traktat: "Sind Jehovas Zeugen Christen oder
Kommunisten?" Aber noch etwas Wichtiges gilt es zu bedenken. Glaubt man, daß dieses
Handeln recht und biblisch begründet ist? Oder erweist man hier der WTG-Leitung eine
besondere Gefälligkeit, die ihr zum Nutzen und dazu beiträgt, ihr Vermögen noch weiter
zu vergrößern? Das Jahrbuch 1969 zeigt jedem, wie ihr Vermögen wieder gewachsen ist,
wozu wir noch berichten werden. Was gibt die WTG-Leitung für die Rentner, Kranken und
Hilfsbedürftigen? Nichts, sie hortet ihr Vermögen von 2 Milliarden Dollar für das
Direktorium und versucht es, trotz des nach ihrer Berechnung bevorstehenden Endes, noch zu
vergrößern, jedoch der Hilfsbedürftigen gedenkt man nicht. Ist dies mit biblischen
Grundsätzen vereinbar? Blickt mal auf andere Gemeinschaften, diese haben Altersheime,
Krüppelheime, Kinderheime, geben Notlageunterstützung usw.
Darüber spricht die Leitung der WTG nie. Mithin kann die Wachtturmgesellschaft niemals
eine göttliche Organisation sein, denn sie dient nur ihren selbstsüchtigen Zwecken.
Deshalb gilt es, alles gut zu überdenken, zu prüfen und mit Überlegung handeln. Wachsam
sein und immer Ausschau halten. Ermuntert einander zum rechten Handeln, zu dem, was Gott
wohlgefällig ist und nicht was Menschen dient.
Frage:
Was wird der Kongreß wohl "Neues" bringen?
Antwort.
An neuen Einfällen ist die WTG-Leitung ja nie verlegen, deshalb kann man nichts Positives
sagen. Anzunehmen ist, daß die alten "Wahrheiten" in einer neuen Buchform
erscheinen. So war es ja immer. In Anbetracht des nahen Endes, wird sicher mehr Dienst
gefordert werden, mehr Stunden, mehr Heimbibelstunden, neue Anweisungen darüber, was man
alles als Stunden rechnen kann usw. Es wird auch jeden Tag an die "Gute
Hoffnung" erinnert werden, besonders an die aufgestellten Spendensammelkästen, denn
dies ist ja immer eine sehr gute Einnahmequelle für die Kasse in Brooklyn. Neues
Endzeitdatum ist wohl kaum zu erwarten, denn 1975 hält noch alles in Hoffnung und
Erwartung. Sollte 1975 nicht das erwartete Ende bringen, so sind jetzt schon im Wachtturm
laufend rettende Strohhalme zu finden: "es kann sein, wir sagen es nicht, bei Gott
sind alle Dinge möglich" und ähnliches.
Frage:
Was gedenkt CV weiter zu tun?
Antwort:
Den Zweck von CV werden wir weiter durchfuhren. Wir sind nach wie vor bereit den Brüdern
und Schwestern alles Wissenswerte und Hinweise von seiten der WTG-Leitung zu unterbreiten,
Unstimmigkeiten über Bibelauslegungen der WTG zum Nachdenken vorlegen. An uns gerichtete
Fragen soweit als möglich zu beantworten. Eingesandte Berichte in CV, falls
Allgemeininteresse vorliegt, veröffentlichen Mitarbeiter werden immer gesucht.
Was in diesem Falle die Rentner betrifft, so wollten wir ihnen in aller
Liebe die Gefahren vor Augen fuhren, damit sie nicht unüberlegt handeln und das, was
ihnen die Leitung empfiehlt, ablehnen, da es zum Verhängnis werden kann. Jedoch wollen
wir auch den anderen Brüdern beistehen und soweit als möglich helfen. Sie möchten sich
in Sonderfällen an uns wenden, was natürlich diskret behandelt wird.
Damit glaube ich, dem Bruder seine Fragen beantwortet zu haben. Im Einverständnis mit
ihm, ist vereinbart diese Unterredung in CV zu unterbreiten, damit auch andere daraus
Nutzen ziehen können. Möchte dies der Fall sein.
B. M. u. F. Sch.
Die Verantwortung des Leiters der
juristischen Abteilung des Bibelhauses in Magdeburg Willi Heinicke für
den verhängnisvollen Weg des Werkes in der DDR
Bisherige Feststellungen:
Der erste Beitrag in CV 23 zu diesen Fragen begann mit den
Worten:
Viele Brüder und Schwestern machen sich Gedanken darüber,
wie es möglich wäre, aus der verfahrenen Situation der Organisation in unserem Lande
herauszukommen und zu einem "stillen und ruhigen Leben" als Christen
zurückzufinden, wie es in der Schrift gefordert wird. 1. Tim. 2:1,2. Der schriftgemäße
Weg besteht offenbar darin, alles Vergangene und noch Gegenwärtige zu bewältigen, was
als hinderlich in Erscheinung getreten ist und diesen Ausweg weiter verbaut. Paulus nennt
sie in Epheser 5:11,12, "unfruchtbare Werke der Finsternis", mit denen Christen
"keine Gemeinschaft" haben dürfen. "Legt vielmehr mißbilligend wider sie
Zeugnis ab". Werke der Finsternis, weil sie das Verständnis für die wirklichen
Bedingungen der Lage trüben oder gar verdunkeln.
Im einzelnen wurde gezeigt, wie die
Abteilungen des Bibelhauses geprägt waren von der Haltung des Zweigdieners Erich Frost,
der in den Vertretern der neuen demokratischen "Obrigkeit" nach 1945 nur
"Popanze" sah, mehr oder weniger "Kriminelle", ihnen jeden echten
antifaschistischen Charakter absprechend. Jahrbuch 1947, Seite 122.
Dann wurde dargelegt, welche Rolle dabei die damalige
Obrigkeitsirrlehre der WTG spielte.
In diesem Geiste hatte der Leiter der juristischen Abteilung
besonders die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) aufs Korn genommen, in der
er mit Hilfe der örtlichen Diener "Machinationen politischer Kesseltreiber
aufstoßen" wollte, weil man es nicht zuließ, die VVN auch zu einer Plattform für
die WTG zu machen. Es wurde auch nachgewiesen, welche Funktion der Leiter der juristischen
Abteilung dabei hatte, Nachrichten aller Art zusammentragen zu lassen, die dann vom
Zweigbüro in Wiesbaden auch dem amerikanischen Geheimdienst zugänglich gemacht wurden,
was im WT vom 15. 2. 1948, Seite 60, bestätigt wurde.
Alles dies geschah schließlich in der
Verblendung, die WTG selbst sei ein Teil der biblischen "Obrigkeit von Gott",
erhaben über allen irdischen und menschlichen Institutionen und Regierungen stehend.
Es wurde dann die Schlußfolgerung gezogen, daß man im
Hauptbüro in Brooklyn die kleinbürgerliche Überheblichkeit der deutschen
Bibelhausführer völlig unterschätzt haben muß.
Kampf gegen die biblischen Obrigkeiten
Es sollen nun weitere "Werke der Finsternis"
beleuchtet werden, die das Werk in der DDR in die Katastrophe führten. Obwohl es in der
Bibel heißt, "jedermann sei den obrigkeitlichen Gewalten untertan" (Römer
13:1), führte der Kurs der WTG die Organisation nach 1945 offen in den Kampf gegen die
neue "Obrigkeit" in der DDR. Bekanntlich wurden die neuen
"obrigkeitlichen" Behörden der DDR als eine Staatsordnung geschaffen, die von
der Nationalen Front getragen wird, in der alle politischen Parteien gemäß ihrer
Bedeutung für die politische Willensbildung des Volkes vertreten sind und dementsprechend
die Regierung bilden. Die Heilige Schrift sagt über die richtige Haltung der Christen zu
diesen "Obrigkeiten" u. a.: "So spreche ich denn zu allererst die Mahnung
aus, Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen für alle Menschen zu verrichten, für
die Könige und alle obrigkeitlichen Personen, damit wir ein stilles und ruhiges Leben in
aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit führen können. Das ist gut und wohlgefällig vor
Gott." 1. Tim. 2:1-3.
Nach der Gründung der DDR im Jahre 1949 standen für den 15. Oktober 1950 die ersten Wahlen für die neue "Obrigkeit" bevor. Gemäß den Worten in 1. Tim. 2:1-3 hätten alle Versammlungen oder Gruppen der Organisation zumindest "Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen" für die "obrigkeitlichen Personen" darbringen sollen. Das wäre das geringste Zeichen des Respektes und der Achtung und des guten Willens auf Seiten der Organisation der Regierung gegenüber gewesen. Doch es ist bekannt, daß kaum in irgendeiner Versammlung je auch in diesem Sinne für eine politische Regierung Gebete dargebracht wurden. Der herrschende Geist ist weit hiervon entfernt. "Gangster in Amt und Würden - Beweis, daß die politischen Regierungen nicht die obrigkeitlichen Gewalten sind", hieß es vielmehr öffentlich in der WTG-Zeitschrift "Erwachet" vom 8. November 1949, obwohl die Schrift sagt: "Es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre" oder "die bestehenden Gewalten stehen in ihren relativen Stellungen als von Gott angeordnet". Römer 13:1 NW. Damit ist es eindeutig biblisch richtig, daß irdische "Obrigkeiten" gebildet werden.
Doch seit 1929 schon hatte die WTG mit dem WT "Die höheren
Gewalten" vom 1. und 15. Juli 1929, Magdeburg, die schriftgemäße Einstellung zur
"Obrigkeit" verlassen. (Vergleiche: Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, Seite
124, WTG Wiesbaden 1960, und WT vom 1. 1., 15. 1. und 1. 2. 1963, Wiesbaden). Wer der WTG
hier nicht gefolgt war, den hatte man als
"Rebellen" und "bösen Knecht" ausgeschlossen.
Dem entsprach somit auch das Verhalten der WTG und aller
Versammlungen oder Gruppen im Jahre 1950 zur Zeit der Neuwahlen zur "Obrigkeit"
in der DDR.
Es wurde in diesem Jahre wie üblich eine ganze Serie von Kreisversammlungen im Lande durchgeführt. Auf jeder dieser Versammlungen wurde eine interne Zusammenkunft mit den Gruppendienern aus den einzelnen Städten und Ortschaften abgehalten. Hier wurde insbesondere die "theokratische" Verhaltensweise aller Zeugen Jehovas im Hinblick auf die neue "Obrigkeit" in der DDR festgelegt. Die Durchführung und Anleitung dieser internen Gruppendiener-Zusammenkünfte lag in der Regie der juristischen Abteilung des Bibelhauses in Magdeburg und ihres Leiters.
Am Beispiel einiger dieser Kreisversammlungen soll gezeigt werden, wie die Versammlungen in Regierungsfragen angeleitet wurden. Auf der Kreisversammlung in Quedlinburg/Harz im Juni 1950 erklärte der Leiter der juristischen Abteilung des Bibelhauses den versammelten Gruppendienern in dieser Sache u. a., die Nationale Front und die von ihr gebildete Regierung in der DDR sei nicht als "Obrigkeit von Gott" zu betrachten, sondern als ein "Machwerk der SED". Es war schon im vorhergehenden Artikel dargelegt worden, wie dilettantisch überheblich gerade die deutschen Bibelhausführer waren. Ihnen fehlte in der Tat das elementarste Wissen um die gesellschaftliche Entwicklung, die in Deutschland nach 1945 die verschiedenen Parteien in eine Nationale Front führte, damit von Deutschland nie wieder ein Krieg ausgehen und für die Zukunft soziale Sicherheit und Gerechtigkeit gesichert werden können Ihnen fehlte und fehlt immer noch überhaupt jedes wirkliche Verständnis für die sozialen Fragen des Lebens. So verfielen sie schnell in primitive und verleumderische Angriffe gegen die neuen "obrigkeitlichen Personen" und ihr Werk in der DDR. Auf der Kreisversammlung in Halberstadt/Harz im Mai 1950 verkündete der Leiter der juristischen Abteilung den Gruppendienern in scharfer antikommunistischer Form, Christen müßten "theokratischerweise" gegen die "Obrigkeits"-Wahlen sein, und die neue demokratische Friedensbewegung sei auch nur eine "politische Machenschaft". Auf der Kreisversammlung im April 1950 in Schönebeck wurde den Gruppendienern beigebracht, der "rote Stier", der Sozialismus, gehe unter. Der WT vom 1. 2. 1951, Seite 35, faßte diese Kampfanweisungen des Jahres 1950 gegen die neuen "Obrigkeiten" in der DDR zusammen, indem ausgeführt wurde, daß "die Prediger der Zeugen Jehovas nie gezögert haben, offen zu sagen, was sie vom Kommunistenregime halten. Sie haben die Wahlen in der Ostzone (vom 15. Oktober 1950) als einen Trug gebrandmarkt und das kommunistische Regime selbst als eine satanische Herrschaft". Damit hatten die Kreisversammlungen des Jahres 1950 unter der internen Regie des Leiters der juristischen Abteilung in Magdeburg die ganze Organisation endgültig in eine fanatische antikommunistische Kampfstellung gegen die "obrigkeitlichen Personen" in der DDR geführt.
Wer auf die Bibel und ihre Mahnungen zum rechten Verhalten gegenüber der "Obrigkeit" verwies, wie es z. B. in 1. Tim. 2:1-3 festgelegt ist, was die WTG schon seit 1929 verlassen hatte, wurde als "böser Knecht" behandelt der mit "privaten Bibelauslegungen" Spaltungen verursache und daher rücksichtslos bekämpft werden müsse. Mit nicht wenigen solchen "bösen Knechten" hat die juristische Abteilung des Bibelhaues damals "kurzen Prozeß" gemacht. Viele alte Gruppendiener erinnern sich noch gut dieser Zeit, wie z. B. Brd. K. G. aus Ilsenburg/Harz und Brd. R. 0. aus Veckenstedt, die bei den internen Gruppendienerbesprechungen in Halberstadt dabei waren.
Es war unausbleiblich, daß der verleumderische Kampf der WTG, deren Führer sich fälschlicherweise selbst als Glieder der "einzig rechtmäßigen Obrigkeit" betrachteten, gegen die rechtmäßige "Obrigkeit von Gott" zur Katastrophe führen mußte. Die WTG trieb es unnachgiebig dahin, indem sie immer wieder ihre falsche Handlungsweise öffentlich durchzusetzen und immer mehr Menschen in diesem Sinne zu verleiten versuchte. Wie der WT vom 1. 2. 1951 zeigt, trieb sie es bis zur "Brandmarkung" des ganzen "Systems", d. h. bis zur offenen Staatsfeindschaft. Die Worte des Apostels Paulus in Römer 13:1-7 waren völlig verfälscht worden.
Innehalten zur Besinnung
Ein Anhaltspunkt, ein Anstoß, das bisherige bedenkenlose
Verharren auf den WT-Positionen kritisch zu überprüfen, könnte die Tatsache sein, daß
die WTG ihre 1929 eingenommene Haltung zur staatlichen "Obrigkeit" seit 1962
wieder geändert und sich damit mehr oder weniger der diesbezüglichen Haltung der anderen
Christen und Kirchen angepaßt hat. Allerdings hat die WTG nur hier eine theoretische
Änderung vorgenommen. Wesentliches im praktischen Verhalten wurde nicht verändert.
Im vorhergehenden Artikel in CV 23 wurde zu diesem Problem
ausgeführt:
Noch immer wurden aus der Obrigkeitsverblendung, in der die Organisation 1950 unter maßgeblicher Verantwortung des Leiters der juristischen Abteilung in die Katastrophe geführt wurde, keine grundsätzlichen Lehren gezogen. Niemand wagt es, die Versammlungen über den fatalen Irrweg, auf den man sie führte, offen aufzuklären. Die Hauptursache dafür, daß die Änderung der Obrigkeitslehre und damit der Haltung zur Regierung seit 1962/63 nur formalen Charakter hat, liegt in der ebenfalls erst von Präsident Rutherford im Namen Gottes konstruierten Bibelauslegung, die Regierung hat kein Recht zu herrschen, allein Christus sei seit 1914 rechtmäßiger Herrscher. Die Obrigkeitsverblendung hatte die politischen Auswirkungen dieser Herrschaftslehre vor allem äußerlich ins Maßlose verschärft. Was nötig ist, ist aber nicht nur eine formale Änderung der Politik des Bibelhauses, sondern eine grundsätzliche Änderung der für alle verantwortungsbewußten Menschen unannehmbaren Herrschaftslehren, weil man die Verantwortung für das gesellschaftliche Leben nicht aufgeben kann.
Hinzuzufügen wäre: Wie sollte sonst das
soziale, wirtschaftliche und kulturelle Leben aufrechterhalten werden, in das das
physische Dasein aller, Christen wie Nichtchristen, unlöslich einbezogen oder integriert
ist? Weil das so ist, stand die WTG immer auf einem verlorenen Posten: 1914, 1925, 1945,
1972 - kein Gott griff mit Harmagedon und Weltende ein. 1975 kommt die nächste große
Enttäuschung. Es ist für alle Menschen geschrieben, nicht nur für die wenigen Zeugen
Jehovas, was der biblische Prediger in Prediger 3:10-13 sagt: "Ich habe das Geschäft
gesehen, welches Gott den Menschenkindern gegeben hat, sich damit abzuplagen. Alles hat er
schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt, ohne daß der
Mensch das Werk, welches Gott gewirkt hat, von Anfang bis zum Ende zu erfassen vermag. Ich
habe erkannt, daß es nichts Besseres unter ihnen gibt, als sich zu freuen und sich in
seinem Leben gütlich zu tun, und auch, daß er esse und trinke und Gutes sehe bei all
seiner Mühe, ist für jeden Menschen eine Gabe Gottes." Das in seinem tiefen Sinn zu
begreifen ist eine gute Grundlage dafür, zu einer richtigen gesellschaftlichen
Verhaltensweise als Christ zu finden.
A. Z.
Aus eingegangenen Briefen
Aus Californien:
Ich danke für den Brief und CV Nummer 20. Die Artikel in
Nummer 20 sind wieder sehr interessant. Auch die kleinsten Artikel regen zum Nachdenken
an. Zum Beispiel werden auch hier jetzt in den Kirchen Änderungen vorgenommen, welche den
einzelnen Mitgliedern mehr Freiheit in Glaubenssachen geben und Unterstützung in
schwierigen Situationen bieten. Man versucht die erste Gemeinde der jungen Kirche
nachzuahmen. Wie sich das auswirken wird, muß man abwarten, denn die Früchte des
Geistes, die zum Bestehen dieser Gemeinde notwendig sind, kann man heute kaum wahrnehmen.
Immerhin ist der Versuch ein Fortschritt über jahrhundertealtes Dogma und es ist leicht
möglich, daß dieser Mangel an Nächstenliebe der WTG zum Verhängnis werden kann. Wir
wünschen allen Brüdern und Schwestern von CV ein gesegnetes Jahr 1969. Möge der Herr
weiterhin Euer Werk unterstützen und Euch seinen Segen geben.
Mit herzlichen Grüßen die Californier Brüder
A 5074/69 V 7 1 1327