Nun behauptet die CV in
dieser Ausgabe erneut aus einer Teilversammlung in Stuttgart sei
bekannt geworden, dort gäbe es 1967 bis zu 7 Zeugen Jehovas als
Mitarbeiter des Verfassungsschutzes.
Angesichts der Schwere solchen Vorhaltes muss darauf bestanden werden,
dass Beweise dafür unabdingbar sind. Sie werden selbstredend von
der CV nicht erbracht. Damit macht sie sich erneut der Verbreitung von
"Entenmeldungen" schuldig!
Schon in der CV 41 vom Juli 1972 wurde jene Entenmeldung verbreitet.
Ebenfalls ohne Beweise.
Nr. 245 GERA DEZEMBER 1989
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT 9 und 10/1989
CHRISTEN UND DER NEUE BUND (III)
...Was zählt vor Gott?
WTG-KONGRESSE 1989
Was gesagt werden muß
WTG-"HUREN"-VERKÜNDIGUNG
Verleumdungen bröckeln
"JEHOVAS ZEUGEN"
Polizei und Verfassungsschutz
ALLE JAHRE WIEDER
Die WTG und das Weihnachtsfest
DIE ZEIT IST HERBEIGEKOMMEN
40 Jahre DDR - Was bedeutet das für die Zeugen Jehovas?
Jubiläen sind auch immer Besinnungszeit. Als im Jahre
1984 die Wachtturm-Gesellschaft, die Führungsorganisation der
Gemeinschaft der "Zeugen Jehovas", 100 Jahre alt wurde, war das der
Fall. Bald begeht die Menschheit das Jubiläum 2000 Jahre
Christentum. Und als die USA 1976 ihren 200. Jahrestag begingen,
schrieb die WTG-Zeitschrift "Erwachet" vom 8.11.1976:
"200 Jahre USA. Haben sich die Hoffnungen ihrer Gründer
erfüllt?"
Sicherlich kann man von der WTG keinen besonderen Beitrag zu 40 Jahre
DDR erwarten, hatte sie doch diesem Staat seinerzeit alles andere als
40 Jahre prophezeit. Spätestens 1975 sollte dann aber das
Tausendjahrreich beginnen und auch die DDR vernichtet sein. Das
wären für sie dann nur 26 Jahre gewesen. So ist es schon an
der Zeit, das Jubiläum 40 Jahre DDR zum Anlaß zu nehmen und
zu fragen, was das heute nun für die WTG und ihre Zeugen wohl
bedeutet. Solche Besinnung ist auch deswegen angebracht, weil der
deutsche WTG-Zweig mit Zentrum in Selters/BRD als das Hauptbollwerk der
WTG für ganz Europa gilt. Allein daß die DDR alle
Untergangsprophetien der WTG überlebt hat, ist eigentlich schon
hinreichend Beweis, wie haltlos und unglaubwürdig die ganze
WTG-Endzeitverkündigung ist. Indes wollen wir 40 Jahre DDR zum
Anlaß nehmen, von daher zu untersuchen, wie es um das bestellt
ist, was die WTG grundsätzlich zur Frage Gesellschaft, Staat,
Regierung und Christen zu bieten hatte und hat. Ist das letztlich doch
auch eine der Existenzfragen für ihre Zeugen Jehovas als Christen
und Staatsbürger und Gemeinschaft.
Zwar lehrt die WTG seit 1962/63 wieder,
die Regierungen seien "für Christen "Obrigkeit von Gott" 1t.
Römer 13, und damit sei seitens der WTG doch alles in Ordnung.
Nein, es ist auch seit 1962/63 grundsätzlich nicht in Ordnung
gekommen vor Gott und Menschen, was die WTG in puncto Gesellschaft,
Staat und Regierung betreibt.
Zu 1962/63;
1929 wurde die WTG-Irrlehre aufgestellt, die politische Landesregierung
sei für Christen keine verbindliche "Obrigkeit von Gott", was eine
Generation später 1962/63 wieder als "Licht von Gott"
ausgelöscht wurde.
Schließlich ist unser Thema auch unter dem Gesichtspunkt an der
Zeit, wie es mit den Zeugen im Lande nun weitergehen könnte. Auch
in der WTG-Führung fragt man sich das. Es geht also um notwendige
Schlußfolgerungen für die Zukunft in diesen Dingen in
christlicher Verantwortung« WTG - STEINE STATT BROT
Leider müssen wir bei ganz
elementaren Fragen des gesellschaftlichen Lebens beginnen. WTG-bedingt,
wie wir sehen werden.
- Geht durch die aus Schutt und Asche wieder aufgebauten Städte
und Dörfer unseres Landes. Blickt auf die Industrie und
Landwirtschaft, wo unsere Existenzmittel erarbeitet werden. Denkt nach
über die soziale Sicherheit, in der alle leben können und ihr
tägliches Brot verdienen, um das Jesus beten lehrte.
Alles und noch viel mehr, für alle gewährleistet, gäbe
es in unserem Lande nicht, wenn die Menschen alle auf die
WTG-Endzeitverkündigung gehört und sie angenommen
hätten. Die gesamte heutige WTG-Endzeitverkündigung
mißachtet die fundamentalsten sozialen Lebensrechte des Menschen
und damit schlechthin Menschenrechte. Die WTG bietet allen Menschen
Steine statt Brot. 40 Jahre DDR sind demgegenüber 4O Oahre Arbeit
für "unser täglich Brot".
SCHAUT DEN TATSACHEN INS AUGE!
Als die DDR 1949 anfing, lautete der politische Bibelmißbrauch
angesichts .des unumgänglichen wirtschaftlichen,
gesellschaftlichen und staatlichen Neuaufbaus aus den
Kriegsverwüstungen so:
"Wo der Herr nicht baut, vergeblich arbeiten die Bauleute", Psalm 127:1.
Dieses wurde der DDR-Regierung in einer Resolution, 1949 von dem
WTG-Kongreß in Westberlin, ins Gesicht geschleudert, (WT
1.4.1950, dt. Seite 110)
Auch mit 1962/63 hatte sich diese aufbaufeindliche Grundhaltung nicht
geändert:
"Wer seine Kräfte darauf konzentriert, in einer Welt, die Gott
wegen ihrer Bosheit vernichten wird, etwas aufzubauen, wird bitter
enttäuscht werden."
(WT 15.9. l963, dt. Seite 561)
Im Jahre 1978 dokumentierte die WTG diese destruktive Grundhaltung mit
ihrer Broschüre "Jehovas Zeugen im zwanzigsten Jahrhundert". (S.
29) mit der Anleitung zum Handeln, daß sich "die Zeugen nicht an
Politik beteiligen und auf diese Weise helfen, die Zustände zu
verbessern."
'87 wurde in diesem Zusammenhang speziell gegen das "soziale
Evangelium", vorgegangen (WT 15. L. 1987), gegen das soziale Engagement
aller anderen Christen und Kirchen. All dem liegt seit der
WTG-"Obrigkeits"-Irrlehre von 1929 bis heute das
gesellschaftsfeindliche und destruktive WTG-Dogma zugrunde, wer sich an
Demokratie, an Wahlen "obrigkeitlicher Personen" beteilige, finde
"Gottes Mißbilligung", mache sich zum "Feinde Gottes" und komme
"dadurch zur Vernichtung in Betracht." (WT l. 1.1957, dt. Seite 8)
JA, STEINE STATT BROT!
Wir lägen heute noch in den wirtschaftlichen, sozialen und
gesellschaftlichen Trümmern des zweiten Weltkrieges, ohne Gesetz,
ohne Staat, ohne Regierung, es wäre keine neue Ordnung geschaffen
worden, die DDR hätte überhaupt nicht gegründet werden
können, wenn alle Menschen im Lande damals auf die WTG und ihre
"Botschaft", gehört, sie angenommen hätten.
Die gesamte Gesellschaftsordnung der DDR würde heute automatisch
zusammenbrechen, würde die Bevölkerung jetzt auf die WTG
hören. Denn niemand dürfte dann länger irgendeine
sozial- oder gesellschaftspolitische, "obrigkeitliche" Verantwortung
übernehmen. Alle müßten vielmehr alles niederlegen.
Begreift ihr Zeugen denn nicht, daß die Annahme der
gesellschaftspolitischen Bedingungen der WTG die Anarchie oder das
Faustrecht im Lande bedeuten würde? Die Auflösung?
Einige Zeugen haben geantwortet, die Mehrheit der Menschen nehme die
WTG-Verkündigung ja sowieso nicht an. Es könne dazu also gar
nicht kommen. Diesen Arglosen muß gesagt werden, daß es bei
der Beurteilung dieser Sache nicht darum geht, ob das jemand annehmen
will oder nicht, sondern ob diese "Botschaft" für alle annehmbar
ist! Denn eine Lehre, die allen angeboten wird, muß für alle
annehmbar sein, sonst reicht man in der Tat Steine statt Brot.
DER MENSCH LEBT ZUERST VOM BROT
Wie die 40 Jahre Aufau in der DDR aufweisen, 'arbeiteten die Bauleute'
entgegen dem WTG-Bibelmißbrauch nicht 'vergeblich'. Die
Zurückweisung und Mißachtung der WTG-Predigten konnte allen
Essen und Trinken, Arbeit und Wohnung usw. gewährleisten, wie es
die 40 Jahre hindurch geschah und weiter geschehen wird. Man mag es als
Christ gern hören - oder nicht; es ist einfache Tatsache,
daß die Menschen vor allen Dingen zuerst essen, trinken, wohnen
und sich kleiden müssen, ehe sie Politik, Wissenschaft, Kunst,
Religion usw. treiben können. Das ist grundsätzlich in
Übereinstimmung mit Jesus, wenn er sagte, "der Mensch lebt nicht
vom Brot allein ...", also zuerst vom Brot, Verhungert, weil ohne Brot,
könnte er weder glauben noch beten.
Erinnert sei hier, was der WT vom l.
Sept. 1956, S. 559-63 aus dem engl. Gesetzeswerk "Bouviers Law
Dictionary" anerkennen mußte, die Gesellschafts- und
Sozialordnung des Menschen betreffend, so auch für unser Land zu
zitieren;
"Das Bedürfnis, welches der Mensch hat, in Geselligkeit zu leben,
ist eines der Urgesetze der Natur, von denen sich unsere Rechte und
Pflichten herleiten, und die Existenz einer Gesellschaft hängt von
der Bedingung ab, die Rechte aller Menschen zu respektierend, und "wo
solche sozialen Interessen auf gesunde Weise gefördert werden,
bringen sie Freude und Zufriedenheit. Nur Verbrecher und geistig
Unzurechnungsfähige werden von der Verbindung mit der menschlichen
Gesellschaft ausgeschlossen." Wahrlich, eine Lektion in Sozialkunde
für die Wachtturm-Gesellschaft!
Fragt euch; Respektiert, anerkennt und
fördert die WTG die sozialen Interessen und Rechte aller Menschen?
Sie tut das Gegenteil! Sie schlägt, wie dargelegt, mit ihrer
Endzeitpredigt genau das allen Menschen aus der Hand! Und ihr macht das
mit? Ihr sollt zwar all£ sozialen Leistungen und Errungenschaften
des Landes für euch einfordern und nutzen, was euch natürlich
zusteht. Aber die sie euch und allen anderen gewährleisten,
verteufelt ihr deswegen als vernichtungswürdig! Und wen ihr
gewinnt, den macht ihr ebenfalls zum sozialen und gesellschaftlichen
Aussteiger und schließt ihn insoweit "von der Verbindung mit der
menschlichen Gesellschaft aus". Das muß wie ein Bumerang auf euer
Haupt zurückkommenl Denn der Mensch lebt zuerst vom Brot, und erst
danach kann alles andere kommen.
So richtete sich die WTG mit ihren Zeugen damals selbst im WT als
zumindest sozial "unzurechnungsfähig", wenn sie verkündigen
läßt, "die Zustände nicht verbessern zu helfen".
"WO GOTT NICHT BAUT..." ?
Gott baute nach 1945 keine Städte wieder auf, keine Fabriken,
keine Wirtschaft und keine Landesverwaltung. Es war absoluter
politischer Mißbrauch der Bibel, die Worte Salomos aus der Zeit
des alten Israel, des alten Bundes, "wo Gott nicht baut ...", Psalm
127;1, gegen das unerläßliche Aufbauwerk in der DDR zu
schleudern! Es war und ist immer die Aufgabe des Menschen selbst,
überall und zu allen Zeiten, die materiellen, sozialen und
gesellschaftlichen Bedingungen für sein Leben auf Erden zu
schaffen, zu erarbeiten und zu gewährleisten, wie das von Anfang
an in 1. Mose 1;28 und 9;7 gültig für alle Menschen bis heute
niedergelegt ist.
So hat die WTG ihre Zeugen vor 40 Jahren in Mißbrauch ihres Glaubens in eine völlig schriftwidrige Konfrontation mit der DDR geführt. 40 Jahre Aufbau, wie unvollkommen, schwierig und unzulänglich da und dort auch, bedeuten somit, daß die Zeugen allen anderen Mitmenschen im Lande eigentlich dankbar dafür sein müßten, daß sie nicht auf die aufbaufeindliche WTG-Verkündigung gehört haben, sondern sie zurückwiesen. Daß sie statt dessen alle nötige soziale, gesellschaftliche und "obrigkeitliche" Verantwortung auf sich nahmen, gegen diese WTG-Störtätigkeit, um den unerläßlichen Aufbau des Landes zu vollbringen, mit allen, Christen wie Nichtchristen. Letztlich auch für die Zeugen Jehovas selbst mit, weil auch sie ohne Brot nichts können.
WIE KANN ES NUN WEITERGEHEN?
Wer wie die WTG gegen eine Verbesserung der Zustände kämpft,
kann nur allgemeine und grundsätzliche Abweisung erwarten, wohl
auch die nächsten 40 Jahre. Ablehnung und Widerstand von allen im
Lande, die sich der allen gemeinsamen sozialen Bedürfnisse und
dessen, was das erfordert, bewußt sind. Wenn man die dargelegten
Dinge bedenkt, so ergibt sich, daß sich die Zeugen vor allem im
sozialen Denken und Handeln besinnen müssen, was zwangsläufig
bedeutet, die bisherigen fraglichen WTG-Dogmen über Bord zu
werfen. Die ganze WTG-Endzeitlehre ist zu revidieren, wo sie den
dargelegten aufbau- und gesellschaftsfeindlichen Charakter aufweist. Es
ist im Grunde das "andere Evangelium" der WTG von einem 1914 schon
"gekommenen Reich" anstatt des allein biblischen immer noch
zukünftigen oder "kommenden" Reiches.
(Matthäus 6:10; Galater 1:6-9)
Grundsätzlich geht es also hier
darum, als Christ die Selbstverantwortung der Menschen und damit ihre
Herrschaft in materieller, sozialer, gesellschaftlicher und
"obrigkeitlicher" Hinsicht endlich real anzuerkennen, anstatt sie unter
den Christen insbesondere zu bekämpfen.
Das heißt für die Zeugen, Rückkehr zur Anerkennung der
Herrschaft der Menschen oder des Volkes über seine ihm von Gott
überlassenen irdischen Angelegenheiten.
(1. Mose 1:28, 9:7; Römer 13:1-7; 1. Petrus 2:13; 1. Timotheus
2:1,2; Titus 3:1,2)
Für die DDR hieße das nun nach 40 Jahren wenigstens ja zur
Volksherrschaft, zur Demokratie im Lande, seitens der Zeugen.
Könnte man das letztlich euch der WTG abverlangen? Wird sie das
mit ihrem neuen Endzeitkollaps von 1994 tun? Darauf kann natürlich
niemand warten, selbst bis dahin kann man nicht von Steinen leben.
-Dieter Pape-
Der Wachtturm
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
BABYLON DIE GROSSE
IHRE VERURTEILUNG
WACHTTURM NR. 9/1989
NEBENARTIKEL: Babylon die Große ist gefallen und gerichtet
Dieser Artikel ist es wert, einiges gerade zurücken, wes die WTG
dort über die sogenannte "falsche Religion" verbreitet.
Natürlich ist nicht alles gutzuheißen, was in den letzten
Jahrhunderten von einigen irregeleiteten religiösen Fanatikern
"verzapft" wurde. Zu nennen wären da z. B. Hexenverbrennungen im
Mittelalter, religiöse Kreuzzüge, durch die Zehntausende
unschuldiger Menschen ihr Leben verloren u. a. m. Aber stellen wir
einmal die Frage anders: Welche Rechtfertigung hat gerade die WTG, mit
Fingern auf Andersgläubige zu zeigen? Hat sie nicht schon genug
Schmutz vor der Tür? wurden im Namen der WTG nicht viele
unschuldige Menschen ins Unglück gestürzt durch ihre
"Rechtskomitees", die Gemeinschaftsentzug aussprachen, gläubige
Menschen dadurch zum "zweiten Tod" verdammten? Kommen auf ihr Konto
nicht zahllose Menschen, die durch lieblose Art und Weise in den
Selbstmord getrieben wurden? so zum Beispiel ein junger Zeuge aus der
BRD, der, weil er eine Zigarette geraucht hatte, vom "Rechtskomitee"
ausgeschlossen und dem "zweiten Tod" übergeben wurde! Wo
kämen wir da wohl hin, wenn überall in der Welt nach so einem
seltsamen Gerechtigkeitsmaßstab verfahren würde?
Nicht zuletzt waren es einige ehemals
"führende Köpfe" der WTG, die während der Nazizeit mit
der Gestapo zusammenarbeiteten, wie der spätere Zweigdiener in der
BRD, Erich Frost, der eine große Zahl von Zeugen Jehovas verriet
und sie den Nazis ans Messer lieferte.
Ebenso Konrad Franke, Nachfolger Frost's als BRD-Zweigdiener, der als
Belastungszeuge gegen Zeugen Jehovas vor Gericht auftrat, nachdem er
zuvor unzählige Zeugen der Gestapo verriet.
Tausende von Zeugen wurden so den Nazis ausgeliefert, in KZ's
verschleppt und mußten mit dem Leben bezahlen.
Die Leute, die diese Dinge verschuldet haben, und ihre jetzigen
Nachfolger stellen sich heute hin, zeigen mit dem Finger auf
Andersgläubige und werfen Christen anderer Religionen vor,
gemeinsame Sache mit Politikern verschiedener Länder zu machen.
Nun, da kann man jedem Zeugen Jehovas,
der es wirklich ehrlich meint, nur die Bibelstelle aus Jesaja 52:11 ans
Herz legen, aber mit Bezug auf die WTG: "Geht aus ihrer Mitte hinaus,
haltet euch rein, die ihr die Geräte Jehovas tragt."
Wäre die WTG-Führung von echtem christlichen Geist beseelt
und benutzte sie das Predigen christlicher Tugenden nicht nur als
Mittel, um ihre Anhängerschaft in Einsatzbereitschaft und
Abhängigkeit zu halten, hätte sie sich nach 1945 mit einem
umfassenden Schuldgeständnis entschuldigt und sich von den
Handlungen des Frost und Franke distanziert und diese nicht noch als
Zweigdiener eingesetzt.
STUDIENARTIKEL: Worin die Liebe zu Gott
besteht
In Abschnitt 18 und 19 wird erwähnt, daß wahre Christen
daran zu erkennen seien, daß sie Liebe unter sich haben.
(Johannes 13:34,35)
Von der WTG kann man dies aber nicht behaupten, wie schon die
Betrachtung des vorangegangenen Artikels beweist.
Außerdem wird es nicht wenige Zeugen geben, die nach einiger Zeit
der Zugehörigkeit zu einer Versammlung nicht schon schmerzliche
Erfahrungen mit der WTG gemacht hätten. Wie erklärt es sich
sonst, um nur ein Beispiel zu nennen, daß ältere Zeugen, die
nicht mehr regelmäßig über Predigtdienst berichten
können, bei Alter und Krankheit alleingelassen werden mit der
Begründung, der Staat könne ja für sie sorgen? ist das
tätige Liebe unter Christen? sieht so die wahre Religion aus?
Die Bibel sagt dazu: "Wenn jemand erklärt: 'Ich liebe Gott', und
er haßt doch seinen Bruder, dann ist er ein Lügner."
(l. Johannes 4:20,21)
Die von der WTG beschimpften "falschen
Religionen" aber bauen Altenheime und Krankenhäuser für ihre
Mitmenschen, ohne nach Predigtdienst zu fragen oder Geldspenden zur
Bedingung zu machen. Das ist doch wohl eher tätige
Nächstenliebe, wie Jesus sie von wahren Christen verlangt, oder
nicht?
Die WTG aber erdreistet sich wieder einmal diejenigen zu beschimpfen,
von denen sie nur lernen könnte wie wirkliche Nächstenliebe
und christlicher Glaube auszusehen haben.
-R.S.W.-
BABYLON DIE GROSSE IHRE HINRICHTUNG
WACHTTURM NR. 10/1989
Obwohl das Buchs "Das Familienleben glücklich gestalten", sehr
umfassend Pflichten und Rechte des Mannes und auch der Frau
verdeutlicht, scheint es der WTG immer wieder am Herzen zu liegen,
dieses Thema zum x-ten Male aufzugreifen. Ganz aktuell wird es immer
dann, wenn es im Wachtturm erscheint. Es ist dann das sogenannte
neueste Licht. Viel Neues gibt es diesmal allerdings nicht, alles ist
bekannt, und nur die Formulierung unterscheidet sich von anderen
Veröffentlichungen. Es folgt ein Auszug aus dem 1. Studienartikel:
"Liebe und Respekt bekunden als Ehemann."
Jesu Beispiel zu folgen ist gut und richtig, auch wenn er nicht verheiratet war. Der Umgang mit seinen Jüngern ist richtungweisend für Ehemänner. Einige Versammlungsälteste hätten sich für die Versammlung so gut wie verbraucht und dabei ihre Familien vernachlässigt, was schmerzliche Folgen hatte. Der Ehemann soll eine Quelle der Erquickung sein. Aber! Gelegentlich versäumt es ein Ehemann, seiner Frau Liebe und Respekt zu erweisen, weil er einfach vergessen hat, daß sie auch seine Glaubensschwester ist, und zwar nicht nur im Königreichssaal, sondern auch zu Hause und anderswo. Wie leicht ist es doch, im Saal höflich und freundlich zu sein und zu Hause schroff und barsch.
So ein Verhalten ist - von meinem
Standpunkt aus gesehen - eines Christen unwürdig und noch dazu,
wenn er sich Zeuge Jehovas nennt. Da scheint es doch allen Ernstes
Älteste zu geben, die ganz vorzügliche Schauspieler sind.
"Liebe und Respekt bekunden als Ehefrau", so der 2. Studienartikel.
Eingeleitet wird dieser Artikel mit der Erschaffung der Frau. Auch hier
haben sich keine neuen Erkenntnisse ergeben, das ist alles und
überall schon beschrieben worden. Ausführlich geht man darauf
ein, was in einem gegnerischen Ehemann vorgeht, und wie die
Ältesten am besten und taktvoll mit ihm umgehen sollten. Wie gut,
wenn er ein Maler, Schreiner oder Elektriker ist, so kann er sich auch
gleich im Königreichssaal nützlich machen und die ganze
liebevolle Atmosphäre schnuppern. Natürlich zeigt er jetzt
Verständnis, wenn seine Frau 3mal in der Woche zu den
Zusammenkünften geht, und er will sie nun auch
regelmäßig besuchen und bittet später noch um ein
Heimbibelstudium.
So stellt sich die WTG den Idealfall
eines gegnerischen Ehemannes vor.
Es folgt ferner ein Rat an König Lemuel von seiner Mutter,
verbunden mit dem Hinweis, daß diese Bibelverse es wert sind,
sorgfältig gelesen zu werden. Verschiedene Verse werden in Gruppen
zusammengefaßt und kommentiert. Bemerkenswert scheint mir der
Vers 27, der in der NW-Übersetzung lautet:
"Sie überwacht die Vorgänge ihres Haushalts, und das Brot der
Faulheit ißt sie nicht."
Dazu der Kommentar wörtlich:
"Ihr Haus ist sauber und ordentlich, weil sie nicht faul ist (Vers 27).
(Die Wohnung eines Christen sollte eine der saubersten in der Umgebung
sein.)" Haben sich die Schreiber des Wachtturms schon jemals in die
Lage versetzen können, von der eine geplagte Hausfrau ein Liedchen
singen kann? Sicher nicht. Die Wohnung soll weit und breit die
sauberste sein. Gut. Auf Kosten des Predigtdienstes oder der
Zusammenkünfte, oder bleibt die Fülle von Studienmaterial
einmal ungelesen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben? Davon kann
wohl keine Rede sein. Ganz im Gegenteil, preist doch der Abschn. 20:
"...viele verheiratete und ledige Schwestern, die hervorragende
Missionare, Pioniere und Verkündiger sind. Außerdem halten
solche gottergebenen Frauen ihr Heim sauber und vernachlässigen
ihre Familie nicht."
Wie lange will sich die Wachtturm-Gesellschaft Heuchler heranziehen?
Außerdem könnte man glauben, nur Jehovas Zeugen wären
imstande, saubere Menschen zu sein und nur sie allein könnten
Ordnung halten. - Das war für mich persönlich das neueste
Licht!
-B.I.H.-
CHRISTEN UND DER NEUE BUND (III)
Alter Bund - Neuer Bund - Was zählt vor Gott?
In einer Auseinandersetzung mit den Juden sagte Jesus:
"Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so glaubt mir nicht; wenn
ich sie aber tue, so glaubt den Werken, wenn ihr auch mir nicht glaubt,
damit ihr erkennt und glaubt, daß der Vater in mir ist und ich in
ihm." (Johannes 10,37.38)
Sie aber nahmen es nicht zur Kenntnis,
wollten es wohl auch nicht, denn dieser Mann aus Galiläa entsprach
so gar nicht ihrem Ideal vom verheißenen Messias. Für sie
war der Messias-Begriff gleichbedeutend mit der nationalen
Erlösung ihres Volkes (Lukas 24,21).
Es ist eine Tragik im Leben dieses Volkes, daß sie gerade den von
sich stießen und zu Tode brachten, der gekommen war, sie von der
Last, oder, um es mit den Worten des Apostel Paulus zu sagen, von dem
Fluch des Gesetzes zu befreien.
Doch nicht genug damit: Um das Maß ihrer Schuld voll zu machen,
richtete sich ihr Haß nun gegen alle, die getreu dem Gebot Jesu
hingingen, um als seine Zeugen diese Botschaft der Hoffnung allen
Menschen zu verkündigen. Und dies nicht allein in Jerusalem und
Judäa, sondern auch in Samaria, ja, bis an das Ende der Erde.
(Apostelgeschichte 1,8)
Über den Apostel Paulus, einst ein
Verfolger der Jünger des Herrn, sagte der verherrlichte Christus:
"Dieser ist mir ein auserwähltes Werkzeug, meinen Namen zu tragen
sowohl vor Nationen als Könige und Söhne Israels. Denn ich
werde ihm zeigen, wie vieles er für meinen Namen leiden
muß." (Apostelgeschichte 9,15, 16)
Damit war der Weg des Apostels vorgezeichnet und er wurde zum Apostel
der Nationen (Römer 11,13) und wirkte besonders in Kleinasien und
auf dem europäischen Festland, wo er den Grund für viele
Versammlungen legte. Und kaum ein anderer der Apostel und Jünger
des Herrn, wurde, um der Botschaft willen, von den Juden so hart
bedrängt und verfolgt wie er.
(2. Korinther 11,16-33)
Doch nicht allein den Verkündigern
dieser Botschaft galt der Haß der Juden, sie verfolgten auch
jene, die die Botschaft angenommen und an den Herrn gläubig
geworden waren, solches widerfuhr auch den Gläubigen in
Thessalonich und Paulus bescheinigt ihnen:
"Ihr seid Nachahmer der Gemeinden Gottes geworden, die in Judäa
sind in Christus Jesus, weil auch ihr dasselbe von den eigenen
Landsleuten erlitten habt, wie auch sie von den Juden."
(1. Thessalonicher 2,14)
Der Apostel zeigt aber auch den Quell ihrer Kraft, aus dem sie schöpfen und der Verfolgung widerstehen konnten. Dieser Kraftquell war in der Botschaft selbst begründet, die, obwohl von ihm verkündet, von ihnen dennoch nicht als Menschenwort angenommen wurde, sondern als das, was es in Wahrheit auch ist, als Gottes Wort, (1. Thessalonicher 2,13) Für sie war der Apostel Paulus lediglich der menschliche Bote, durch den sie die Begegnung mit Gott empfingen. Diese innere Haltung der Botschaft gegenüber bewies, mehr als Worte es vermögen, daß sie glaubten, kommt es doch dann im Menschen zum Glauben, wenn er sich dessen bewußt wird, daß Gott es ist, der mit ihm redet.
Ja Brüder, nur wenn wir der festen
Gewißheit sind, daß wir durch das Wort vor Gott
geführt werden, dann wird auch durch dieses Wort Gott durch seinen
Geist in uns wirken und uns zu einer neuen Persönlichkeit
umgestalten. Dann sind nicht mehr wir selbst es, die in der Verfolgung
standhalten, denn nun kommt unsere Standhaftigkeit von Gott.
Solches Wirken des Geistes Gottes erfuhren nicht allein die Christen in
Thessalonich, sondern alle Christen, zu allen Zeiten und an allen
Orten, wo die Botschaft Christi verkündigt wurde und der
Widerstand gegen sie in Aktion trat.
Der Apostel Paulus erhebt in seinem Brief an die Thessalonicher zwei Vorwürfe gegen die Juden. Zum einen haben sie Jesus und die Propheten getötet - und, was hier besonders schwer wiegt, sie haben in Jesus den Messias getötet! Zum anderen verfolgen sie die Apostel und Jünger Jesu, indem sie sie zu hindern suchen, das Wort zu den Nationen zu reden, damit auch sie errettet werden. Ein solches Handeln aber ist sündhafte Vermessenheit, suchen sie doch in Wahrheit Gottes Heilsplan mit den Menschen, nun auch mit den Menschen aus den Nationen, zu verhindern. Mit solchem Tun können sie Gott nicht gefallen und Paulus erwähnt mit Fug und Recht, daß sie "allen Menschen feindlich sind."
(1. Thessalonicher 2,15.16) Aus dem
Verhalten der Juden jener Tage kann man etwas sehr Wesentliches lernen:
Ein Mensch kann durchaus in frommer Absicht handeln und sich, wie er
meint, für Gottes Sache einsetzen. Doch welchen Nutzen hat er,
wenn sich seine fromme Absicht nicht mit Gottes Willen deckt? Gar zu
leicht kann dann daraus schwerste Sünde werden. Frömmigkeit
darf nicht eigenen Ideen folgen und sich selbst zurechtlegen, was zu
tun ist, sie muß einzig nach Gottes Willen fragen!
Und Gottes Wille war und ist noch immer:
"daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der
Wahrheit kommen."
(l. Timotheus 2,4)
Das sind eindeutige und klare Worte, denn Gott sucht keine unbefleckte Elite aus Menschen von allen Arten - nein, Gott sucht alle Menschen! Bliebe vielleicht noch zu klären, was unter "Arten von Menschen" verstanden werden soll. Hier kommt es sicher auf den Standpunkt an, bieten sich doch dem gläubigen Christen aus seiner - der christlichen - Sicht, in erster Linie zwei Arten von Menschen:
Da sind einmal jene, die sich
selbstherrlich an die Brust schlagen und sagen:
"O Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die übrigen
Menschen." Die dann das Sündenregister dieser anderen
herunterbeten, um anschließend ihre eigenen wohlfeilen Taten um
so besser herauszustreichen. Zum anderen sind es jene Menschen, die,
sich ihrer eigenen Schuld und Sündhaftigkeit bewußt, nur
noch bitten können:
"0 Gott, sei mir, dem Sünder,
gnädig."
Erinnern wir uns, diesen Sünder pries Jesus, nicht den
selbstgerechten Pharisäer (Luk. 18,9-14) und er sagt uns auch
warum:
"Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder,"
(Matthäus 9,9-13)
Nein, bei Gott gibt es kein Elite-Denken, er kennt keine
Parteilichkeit, ihm ist jeder, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit
wirkt, angenehm. (Apg. 10,34.35) Wir sehen das im Fall des Apostel
Paulus, dem einstigen Verfolger der Versammlung des Herrn. Doch er, der
die Herzen der Menschen kennt, führte ihn unserem Herrn Jesus zu,
der ihm dann auf der Straße nach Damaskus entgegentrat, indem
Jesus sich ihm offenbarte, wurde dem Paulus eine tiefe Befreiung
geschenkt und die Berufung zuteil, fortan den Menschen aus den Nationen
das Heil zu verkünden. Paulus erkannte darin die Grenzenlosigkeit
der göttlichen Erbarmung, für die er nur mit seiner
völligen Hingabe in seinem Apostelamt danken konnte.
Es hat schon Gewicht, wenn ein Mann wie
der Apostel Paulus, der wie kein anderer der Apostel mit dem Gesetz,
den rabbinischen Überlieferungen und ihren Methoden der
Bibelauslegung vertraut war, sich so entschieden gegen das Gesetz
wandte. Hören wir seine Begründung:
"Was auch immer mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für
Verlust geachtet; ja wirklich, ich achte auch alles für Verlust um
der unübertrefflichen Größe der Erkenntnis Christi
Jesu, meines Herrn, willen, um dessentwillen ich alles
eingebüßt habe und es für Dreck achte, damit ich
Christus gewinne und in ihm erfunden werde - indem ich nicht meine
Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz ist, sondern die durch den
Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens."
(Phil. 3,7-9)
Vertrauen wir also dem Mann, den unser Herr für würdig erachtete, ein Apostel der Nationen zu werden. Folgen wir ihm, wenn er uns in seinen Briefen an die Christenversammlungen die Brücke schlägt von der dem treuen Abraham gegebenen Verheißung bis zu Christus, dem Mittler des neuen Bundes. Da, folgen wir ihm, wenn er uns kraftvoll vor Augen führt, daß der neue Bund die Erfüllung der dem Abraham gemachten Verheißung einleitet; der alte Bund aber, der Gesetzesbund, lediglich hinzugefügt wurde, um das Volk Israel auf den neuen Bund vorzubereiten, sie sollten verstehen lernen, daß durch das Gesetz zwar die Erkenntnis der Sünde kommt, daß aber aus Gesetzeswerken kein Fleisch vor Gott gerechtfertigt wird. (Römer 3,20)
Folgen wir ihm aber auch vertrauensvoll
zufolge der ihm vom Herrn verliehenen
Weisheit, wenn er jene warnt, die meinen, heute von einer Position der
Überlegenheit her auf das Volk der Juden herabblicken zu
können, weil er sie in einem seiner Briefe einmal als "allen
Menschen feindlich" gesinnt bezeichnete. Doch lassen wir den Apostel
selbst zu Wort kommen;
"Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen,
hinsichtlich der Auserwählung aber Geliebte um der Väter
willen. Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar."
(Römer 11,28.29)
Paulus begründet gleich in den anschließenden Versen das soeben Gehörte, und wir tun gut - ein jeder für sich - das Kapitel zu Ende zu lesen und darüber nachzusinnen, denn der Apostel Paulus wußte nur zu gut, wovon er redete bzw. schrieb! Überlassen wir das Gericht besser dem Mann, den Gott selbst dazu bestimmt hat, Richter der Lebenden und der Toten zu sein. (Joh. 5,22; Apg. 10,42)
Ja, hüten wir uns, irgendeinen
Menschen - wer immer das auch sei - von der Liebe Gottes und seines
Christus abschneiden zu wollen. Möge unser gütiger Gott
unsere Schritte vielmehr so lenken, daß auch wir am Ende unseres
irdischen Weges sagen können:
"Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet,
ich habe den Glauben bewahrt; fortan liegt mir bereit der Siegeskranz
der Gerechtigkeit, den der Herr, der gerechte Richter, mir zur
Vergeltung geben wird an jenem Tag: nicht allein aber mir, sondern auch
allen, die seine Erscheinung lieben." (2. Timotheus 4,7.8)
-R.I.H.-
WTG-KONGRESSE 1989 "GOTTERGEBENHEIT"
WAS ZUR EINLADUNG GESAGT WERDEN MUSS
Ab Januar 1989 hatte die WTG in ihren Publikationen und Informationen
zu diesen Kongressen eingeladen. In verschiedenen "ermunternden"
Beiträgen wurde der Besuch gleichsam schmackhaft gemacht, sie gab
einen gewissen Einblick in das Programm, damit man unbedingt teilnimmt.
WIE UNMÜNDIGE BEHANDELT
Die allgemeinen Anforderungen, die die WTG an ihre Zeugen richtet,
lesen sich z. T. wie Bevormundungen von Kindern.
"ln der Bibel die Bibeltexte mitverfolgen, die die Redner
anführen", heißt es da. Doch nach Apg. 17:11
müßte es so sein, daß die Hörer an Hand der Bibel
kritisch prüfen, ob die Redner richtig predigen! Auch heißt
es:
"Unbedingt alles tun. damit uns wirklich nichts daran hindern wird, an
diesem geistigen Festmahl teilzunehmen."
Niemand kann unbedingt alles tun. Jeder kann höchstens das
mögliche in einer Sache tun. Was ist das also für eine
sinnlose Antreiberei?
Dazu die versteckte Verdächtigung in der Formulierung;
"... damit uns wirklich nichts ..."
Man muß dabei denken, daß man hier unterstellt, nicht
ehrlich zu sein!
Es gibt überall Gründe, die eine Teilnahme unmöglich
machen können.
DAS ENDE SCHON AM ANFANG
"Mit dorn Entschluß zurückkehren, Gott noch ergebener zu
sein", heißt es auch.
Da ist doch unterstellt, mag sei bisher nicht ergeben genug.
Da die WTG nicht gottgleich ist und nicht ins Herz schauen kann, wo
allein die Ergebenheit abgelesen werden kann, verfolgen ihre
diesbezüglichen Unterstellungen ganz andere Zwecke: Den Eifer
für die Organisation zu vermehren".
Jedem wird also schon vorher gesagt, was er im Ergebnis des
Kongreßbesuchs zu beweisen hat! Eine bessere "Ergebenheit" als
bisher! Er tut bisher nicht genug!
Es ist gar keine Frage, daß man bei solchem Vorwärtsschubsen
irgendwann ins Vorwärtsstolpern kommen muß.
Schauen wir uns nun die Richtlinien für die einzelnen
Kongreßtage an. Die Tagesinhalte werden demnächst
besprochen.
FREITAG, DER ERSTE TAG
"EINEM GOTT DIENEN, DER AUSSCHLIESSLICHE ERGEBENHEIT FORDERT" (2. Mose
20:5)
Damit ist jeder schon am ersten Tag "erschlagen". Und zwar mit dem
buchstäblichen mosaischen Gesetz, dem Christen überhaupt
nicht unterstehen und damit auch von der WTG nicht unterworfen werden
können!
"Ihr steht nicht unter dem Gesetz, sondern unter Gnade", heißt es
für Christen in Rö. 6:14. So fängt der Kongreß
schon mit einer Fragwürdigkeit, einem Bibelmißbrauch an!
Die WTG weiß natürlich, was sie da warum tut. Sie muß
mit Gnadenlosigkeit regieren angesichts der Krise, in der ihre gesamte
Endzeitverkündigung ab 1799 heute im Jahre 1989 steckt! Sie darf
keine Kritik hochkommen lassen. SAMSTAG, DER ZWEITE TAG
"GOTTERGEBENHEIT BEDEUTET GROSSEN
GEWINN"
(l. Timotheus 6:6)
Die Wachtturmgesellschaft:
"Uns mit Gottergebenhäit als unserem Ziel
zu üben, gibt uns 'eine Verheißung auf gegenwärtiges
... Leben', nämlich geistige Gesundheit, Zufriedenheit, Glück
und ein sinnvolles Leben. Wir erlangen daraus auch die Verheißung
auf 'künftiges Leben'. (l. Timotheus 4:7,8)
Daher dient solche
Schulung nicht zu unserem materiellen Gewinn.
Vielmehr werden wir als Ergebnis mit grundlegenden Dingen zufrieden
sein, da wir Jehova dienen." (1. Timotheus 6:6-8)
An die erste Stelle werden also "Gewinne" für das
"gegenwärtige Leben" gestellt! Du sollst grundsätzlich damit
zufrieden sein, jetzt unter der WTG zu dienen:
"... da wir Jehova dienen." Natürlich hast du das ohne
"materiellen Gewinn" zu tun.
Das "künftige Leben" läuft da nur noch,
unter einer Erlangung der "Verheißung" darauf, nicht mal mehr
unter Zusage eines möglichen Erlebens!
SONNTAG, DER DRITTE TAG
"WEISE GOTTLOSIGkEIT ZURÜCK
UND LEBE MIT GOTTERGEBENHEIT" (Titus 2:12) Wurde am ersten Tag mit dem
mosaischen Gesetz eingeschüchtert, so wurde am letzten Tag mit
"Warnungen"! vor dem "Menschen der Gesetzlosigkeit" und vor dem
"Abirren" auf das Damoklesschwert über allen WTG-Getreuen
verwiesen! Der Öffentlichkeit, aus der man ja Neulinge gewinnen
will und muß, wurde zwangsläufig weiter das schon 110 Jahre
alte "Befreiung nahe" gepredigt, was jeder auch WTG-ergeben mitzumachen
hat.
AKTUELLES IN KÜRZE
WTG-VERLEUMDUNGEN DER KIRCHEN ALS
"HURE BABYLON" BRÖCKELN
Im WT vom 15 Juli 1987 wird der englische Bibelübersetzer William Tyndale, 1536 erdrosselt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt, in einer "endgültigen Anerkennung" wieder unter die vorbildlichen Christen eingereiht. Da fragen sich nun viele zunehmend, wie es da um das von der WTG gepflegte antikirchliche Feindbild steht, wonach alle andere Religion und ihre Diener die "Hure Babylon" darstellen. Tyndale habe sogar den Namen Jehova in die englische Bibel eingeführt, seine "endgültige Anerkennung" durch den WT erfolgt mit den Worten: "Tyndale und andere mußten wegen ihrer Arbeit jederzeit mit dem Tod rechnen. Aber dadurch, daß sie die Bibel vielen Menschen zugänglich machten, eröffneten sie ihnen eine wunderbare Aussicht - nicht die Aussicht auf den Tod, sondern auf ewiges Leben." Möglicherweise sind sich die Schreiber solcher WT-Artikel im "Kanal", nicht der Konsequenzen ihrer Worte für die bestehenden kirchenfeindlichen WT-Irrlehren bewußt. Oder ist der Verfasser gar ein "U-Boot" in der Organisation?
WTG-"HUREN"-VERKÜNDIGUNG AD ABSURDUM
Wie im Juli 1989 in der Presse
berichtet wurde, tagte der Zentralausschuß des ökumenischen
Rates der Kirchen diesmal in der Sowjetunion, in Moskau.
Zur Diskussion standen die drei Bereiche des
konziliaren Prozesses soziale Gerechtigkeit, Friedenssicherung und
Umweltverantwortung in Vorbereitung der ökumenischen
Weltversammlung 1990 in Soul. Es ist klar, daß man dabei nicht
auf die erwiesene WTG-Falschprophetie über die Lösung aller
sozialen Fragen hören kann, mit der die WTG ihre Zeugen nun schon
mehrere Generationen Amok laufen läßt, zugleich wird durch
diese Moskauer ÖRK-Tagung auch die bekannte WTG-Verkündigung
vom "Sturz der Hure Babylon" vor allem durch die sozialistischen
UNO-Mitgliedsländer ad absurdum geführt. Die sich
entwickelnde Kirchenpolitik gerade dieser Länder wirft auch diese
WTG-Endzeitlehre auf den Müllhaufen der Geschichte.
ZJ,
POLIZEI UND VERFASSUNGSSCHUTZ
1968 ENTSCHIED DAS BUNDESVERWALTUNGSGERICHT IN DER BRD, DASS BRUDER
ALFRED HEGENBART, WUNSIEDEL,
.LANDESPOLIZEIDIREKTION BAYREUTH, ALS POLIZEIVOLLZUGSBSAMTER AUCH
ANGEHÖRIGER UND VERKÜNDIGER DER ZEUGEN JEHOVAS SEIN
KÖNNE. BRUDER HEGENBART HATTE SEINEN FALL IM EINVERNEHMEN MIT DEM
ZWEIGBÜRO IN WIESBADEN BIS VOR DIE HÖCHSTE INSTANZ GEBRACHT.
(B-Verw. G. II C 101.64)
Aus einer Teilversammlung in Stuttgart erfuhr CV,
daß allein dort 1967 nicht weniger als 7 Zeugen Jehovas als
Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz bekannt geworden
seien.
IST DAS POLITISCHE NEUTRALITÄT?
-CVN-
ALLE
JAHRE WIEDER
kommt das Christuskind ... so der Anfang eines
bekannten Weihnachtsliedes.
Einen Zeugen Jehovas über die Bedeutung des
Weihnachtsfestes aufklären zu wollen, wäre hier wirklich fehl
am Platz, hört er doch ohnehin nur auf das, was ihm die "Mutter",
aus Brooklyn in dieser Sache mitzuteilen hat. Und das ist bei weitem
nicht wenig, gibt sie sich doch reichlich Mühe ihren Kindern und
denen, die es gern werden möchten, klarzumachen, wie verderblich
und gefährlich zugleich das Feiern des Weihnachtsfestes ist.
Der Grundtenor all dieser Artikel im WT und Erwachet ist immer gleich negativ. Besonders verwerflich ist, es wird stets verallgemeinert, damit ja niemand auf den Gedanken komut, es könnte vielleicht doch Familien geben, wo es zu Weihnachten friedlich und christlich zugeht. Dementsprechend sind dann auch die stets wiederkehrenden Begriffe und Schlagworte wie: Weihnachten ist zum Geschäft geworden; es fördert Verbrechen, Diebstahl, Alkoholmißbrauch, Ehekrisen, Depressionen, bis hin zum Suizid.
Das
falsche Geburtsdatum Jesu; weitschweifige Auslassungen über
Ursprung, Kult und Bräuche des Weihnachtsfestes.
Der negative Einfluß auf Kinder; Geschenke
und dergleichen mehr.
All das ist Dreh- und Angelpunkt der einzelnen
Artikel, die Jahr für Jahr wiederholt, das heißt neu
formuliert und frisch aufpoliert, serviert werden. Dem älteren
Zeugen zur Erinnerung, dem jüngeren zur Information, was die WTG
in den letzten drei Jahrzehnten schon alles über diese Thematik
veröffentlicht hat.
Im Wachtturm:
15. 12. 58 Was hat Christus mit dem Christfest zu tun? - Machst du dir
Gedanken über Weihnachten?
1. 12. 60 Leserfrage über das Austauschen von Geschenken
1. 8.63 Einiges über die Religion - die falsche und die wahre
1. 6. 66 Heidnische Feiertage im Kalender der Christenheit
15. 12. 68 Warum man es damit genau nehmen sollte
15. 2. 70 Leserfrage, ob Hirten im Dezember noch auf dem Feld sein
könnten
15.12.75 Wird Christus dadurch geehrt?
15.12. 76 Das Geben, das wirklich von Wert ist
1. 9. 77 Weihnachten - heidnischen Ursprungs
15. 12. 80 Weihnachten - ein Teil der wahren Anbetung?
15. 12. 84 Weihnachten - ein freudiger Anlaß und keine Gefahr?
15. 12. 86 Weihnachten, eine Zeit der Festlichkeit im Fernen Osten
Im Erwachet!
22. 12. 54 Hat das Weihnachtsfest einen Sinn
22. 2. 55 Weihnachten - kommerziell oder christlich?
8.12.55 Die Weihnachtsfeier in vorchrist1icher Zeit - Wieviel Wahres
ist am Weihnachtsglauben?
8. 3. 62 Das vermaterialisierte Weihnachten
8. 12. 62 Was ist falsch am Weihnachtsfest?
8. 2. 63 Dänemark: Weihnachtliche Eßgelage - Spanien:
Weihnachtsbäume werden heimisch
22. 2. 63 Bethlehem: Jahrmarktrummel zur Weihnachtszeit
22. 12. 63 Etwas Besseres als Weihnachten 22.12. 65 Die Weihnachtszeit
8. 12. 66 Wann Geben beglückender ist
8. 1. 67 Der Ursprung des Weihnachtsfestes
22. 3. 67 Alter Adventsbrauch: "Das Laufen der Buttmandl" - Millionen
Weihnachtsbäume
22.12. 68 Wurde Jesus im Dezember geboren?
22. 12. 70 Weihnachtsmusik
8. 2. 71 Irrtümer können gefährlich sein
22. 9. 71 Die Pinata und ihre Verwendung
8. 12, und 22.12. 71 Welchen Ursprung hat der Tannenbaum? - 20
Millionen Geschenke in einem Monat
8. 4. 73 Gott heißt nicht alles gut, was christlich genannt wird
8. 5. 74 Aktion "Präsentklau"
22.12.74 Was wird Weihnachten für dich bedeuten?
22.12.75 Schenken und es mit Liebe tun
22.12.76 Wurde Jesus in der "Heiligen Nacht" geboren?
22.12.77 Schenken, das glücklich macht
8. 12. 80 Ist der Geist des Weihnachtsfestes ein christlicher Geist? -
Wie wirst du Weihnachten verbringen?
22. 12. 82 Ist Weihnachten wirklich ein heidnisches Fest?
8. 12. 86 ist Weihnachten eine Gabe Gottes?
Warum dieses ständig
wiederkehrende Trommelfeuer seitens der WTG? Zweifelt sie am Gehorsam
ihrer Untergebenen? Muß dies deshalb jedes Jahr aufs neue in
deren Herzen eingebrannt werden, damit sie ja nicht vom "rechten Pfad"
abweichen?
Warum, mag man sich fragen, diese ermüdend zu lesende Aufstellung
der Wachtturm- und Erwachettitel? Hier soll einmal in kompakter Form
gezeigt werden, wie intensiv, ja geradezu beschwörend die WTG ihre
Leser wirklich ein vom unchristlichen Brauch der Weihnachtsfeier
überzeugen will.
Was spricht eigentlich dagegen, des Tages der Geburt Jesu zu gedenken?
Ist sie in jener Nacht nicht durch den Engel Gottes den Hirten auf dem
Feld als eine Freude verkündet worden, an der das ganze Volk
teilhaben wird? Sollte man davon abstehen, weil die Schrift uns nicht
das genaue Datum nennt? Das Datum ist hierbei nur von sekundärer
Bedeutung, weit wichtiger ist, was der Engel den Hirten verkündet:
"EUCH IST HEUTE EIN RETTER GEBOREN, DER
IST CHRISTUS, HERR, IN DAVIDS STADT" (Lukas 2,8-14)
Wenn die Schreiber des Wachtturms glauben betonen zu müssen,
daß das Wort Weihnachten in der Bibel nicht vorkommt, so sei
daran erinnert, daß das Wort Bluttransfusion, oder das Wort Tabak
bzw. Rauchen, ebenfalls nicht in der Bibel zu finden ist. - Wäre
es nicht besser, es der Gewissensentscheidung jedes einzelnen zu
überlassen, wie er diese Tage gestalten möchte? Der Apostel
Paulus schreibt:
"WER BIST DU, DER DU DEN HAUSKNECHT
EINES ANDEREN RICHTEST? ER STEHT ODER FÄLLT DEM EIGENEN HERRN,"
(Römer 14,4)
Es gibt auch keine biblische Vorschrift, wie ein Hochzeitstag
abzulaufen hat. Der eine mag es mit viel Aufwand, der andere schlicht
und einfach, vielleicht gar ohne Sekt oder Wein. Niemand käme nun
auf den Gedanken, hier würde nicht schriftgemäß
gefeiert, weil ja zu einer Hochzeit eben Wein gehört, wie das
Johannes in seiner Beschreibung der Hochzeit zu Kana erwähnt,
"Es waren aber sechs steinerne Wasserkrüge dort aufgestellt ...
wovon jeder zwei oder drei Maß faßte. Jesus spricht zu
ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten
sie bis obenan,"
(Johannes 2,1-11)
In der Fußnote der Rev. El,
heißt es hierzu; "W. 'Metretes', ein Hohlmaß von etwa 39
Liter; die Krüge faßten also etwa 600 Liter." Das ist
bestimmt nicht wenig, zumal sie ja Wein hatten, der ihnen lediglich
ausgegangen war.
Da lesen wir im Erwachet vom 8. 12. 80 auf Seite 7 folgendes:
"Man denke daran, wieviel zu Weihnachten gegessen, getrunken und
gefeiert wird. Wie oft arten Weihnachtspartys in Trinkgelage und
Schwelgereien aus, die Zügellosigkeit und Unsittlichkeit
begünstigen."
Auch so ein Pauschalurteil, wie es
für die WTG typisch ist, aber nur auf eine Minderheit zutrifft.
Wer jedoch so leichtfertig urteilt, der unterstellt - wenn auch
indirekt - unserem Herrn Jesus, er habe durch sein Wunder bei jener
Hochzeit die Zügellosigkeit zumindest begünstigt.
Man sollte endlich aufhören allen Menschen vorschreiben zu wollen,
was und wie sie etwas zu tun haben, wenn in der Bibel
diesbezüglich keine konkreten Hinweise bestehen. Alles, was
über das Geschriebene hinausgeht, ist Menschenwerk und von der
Schrift verurteilt. (1. Kor. 4,6)
Ganz gleich wie jeder nun die Festtage genießt, wichtig ist, in
Gesundheit - und dies wünschen euch eure Brüder und
Schwestern der "Christlichen Verantwortung"!
-B.I.H.-
- "Christliche Verantwortung":
Herausgeber Henry Werner -
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