Kommentar zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 24
Die USA waren noch nie ein Freund jenes politischen Systems, dass sich nach 1917 in der Sowjetunion etablierte. Dies offenbarte sich auch darin, dass seitens der USA erst in den dreißiger Jahren diplomatische Beziehungen zur Sowjetunion aufgenommen wurden. Dann trat das Hitlerregime auf den Plan, dessen Ostexpansionsgelüste evident waren. Nachdem halb Europa von letzterem bereits versklavt worden war, stellte sich auch für die USA die Frage: Was nun? Weiter tatenlos zusehen? So kam es letztendlich doch noch zu einer Annäherung zwischen den USA und der Sowjetunion. Nach 1945 stellten die USA fest, dass der vormalige Hegemonialanspruch des Hitlerregimes weiterbestand. Nur das inzwischen die Sowjetunion seinen Part übernommen hatte. Wäre das Trauma des Zweiten Weltkrieges nicht gewesen, hätten die USA vielleicht gar den Koreakrieg zu einem neuen Dritten Weltkrieg ausgeweitet. Der Sektenführer Moon bedauert das diesbezügliche "Versagen" der USA noch heute. In frischer Erinnerung des Zweiten Weltkrieges wagte man es jedoch nicht soweit zu gehen. Man ließ es erst einmal mit dem Fall Korea sein bewenden haben. Aber die grundsätzliche Aversion gegen den sowjetische System bestand und besteht ungebrochen fort. Der kalte Krieg folgte als Ersatzschlachtfeld für den möglichen heißen Krieg. Auch die Brooklyner Zeugen Jehovasleitung spielte dabei ihren Part. Den Gegner und der hieß nun mal Sowjetunion, unmöglich zu machen. In Schaufensterreden gab man vor, wie harmlos man doch sei und dass das sowjetische Regime sich doch keinen größeren Gefallen tun könne, als wie Himmlers Planung, die Zeugen Jehovasreligion in die Sowjetunion einzuführen, nun endlich in die Tat umzusetzen. Die sowjetischen Funktionäre sahen das freilich etwas anders und waren nicht bereit diesem Ansinnen von sich aus stattzugeben. Die diesbezügliche "psychologische Schlacht" spiegelte sich auch in der zeitgenössischen Literatur der Zeugen Jehovas wieder. Eine "Petion" an die Sowjetführer, seitens der Zeugen Jehovas war das diesbezügliche Vehikel.
Man muß kein "Freund" des sowjetischen Systems sein, um seine primär auf Propaganda abgestimmten Zwecke zu erkennen. Mit den damaligen "Schaufensterreden" der Zeugen Jehovas befasst sich auch diese CV-Ausgabe. Weitschweifig aufgezogen nicht immer sonderlich überzeugend, aber doch einen realen Kern beinhaltend, den Kern der Widersprüche zwischen dem USA und Sowjetsystem. Auch die nachfolgenden Sätze künden davon:
"Das Verbot der WTG hatte sich aus der erneuten Kampfansage der WTG nach 1945 gegen die sozialistische und kommunistische Gesellschaftsordnung ergeben. Ein Jahr vor den Petitionen hatte die WTG dies noch einmal im WT vom 1. April 1956 mit der Schlagzeile "Kommunistenführer fürchten die Wahrheit der Bibel" demonstriert, versehen mit einer entsprechenden Karikatur: Eine Bibel, die die Symbole der Arbeiter-und-Bauern-Macht und der Sowjetunion, Hammer und Sichel, zertrümmert hat. Ein Jahr zuvor, 1955, hatte die WTG dies mit einem millionenfach verbreiteten Artikel unter der Schlagzeile "Kommunismus oder Christentum - was wird triumphieren?" proklamiert. (Erwachet, 8. Juni 1955)."
In der Rubrik Leserbriefe dieser Ausgabe findet sich auch einer, der offensichtlich aus der Feder des Kirchenrates Dr. Kurt Hutten stammt. Stoff also für die heutigen Apologeten der WTG, sich in "Entrüstung" zu fabrizieren, über diese "Liaison" zwischen Stasi und Kirchenvertretern. Ihr heuchlerisches Getue, ihre Verteidigung des Totalitarismus unter dem Firmenschild "Religion" offenbart letztendlich nur eines. Das sie immer noch nicht begriffen haben, worum es eigentlich geht. Gell Herr Prof. Dr. B.... Auch Sie sind mit dieser Replik persönlich angesprochen. Ihre "Kollegin" Y... hat sich ja in Sachen Totalitarismus etwas unvorsichtiger verhalten als Sie. Aber letztendlich setze ich auch Sie mit Y... auch auf eine Stufe!
Hutten schrieb da also:
"Ich habe alles in CV mit größtem Interesse gelesen. Sie sind nun gewissermaßen das, was Brd. Twisselmann bei uns in der Bundesrepublik ist: Ein Mann: der nach Erkenntnis des Irrweges der Zeugen Jehovas eine Verpflichtung in sich entdeckt, die Anhänger dieser Lehre auf den rechten Weg zurückzuführen.
. . . Ich freue mich, daß Sie nun eine Mitverantwortung für diejenigen spüren, die noch von den Lehren der "Theokratischen Organisation" gebunden sind. Ich freue mich, daß Ihre Arbeit eine solche Weite erreicht hat. Ich hoffe, weiter CV zu erhalten . . ."
CV Christliche Verantwortung
Informationen der Studiengruppe Christliche Verantwortung
Konto-Nr. 4564-49-20156 Bank für Handel und Gewerbe 65 Gera Straße des 7. Oktober
Nr. 24 Gera Mai 1969
CV - ihr Zweck
Christliche Verantwortung leitet an zu rechtem Forschen in der Heiligen Schrift und zu
verantwortungsbewußtem Verhalten als Christ und Bürger. Übereinstimmend damit befaßt
sich CV mit Verkündigung und Organisation der Wachtturmgesellschaft. CV ist hier die
erste Schrift verantwortungsvoller freier Diskussion für alle Versammlungen der WTG und
ihrer einzelnen Glieder. Ehemalige möchten ihre Erfahrungen in CV kundtun, um zu helfen.
Bringen Jehovas Zeugen die biblische Wahrheit?
Einige Fragen an unsere Brüder und Schwestern in der Organisation von Jehovas Zeugen
(Auszug aus Wegweiser vom Bruderdienst) Folge 2
Liebe Brüder und Schwestern!
In CV Nr. 23 stellten wir Euch sechs Fragen und baten um Eure Antwort. Heute setzen wir
die Fragenreihe fort und bitten um Eure Antwort.
Der Kanal verspricht Errettung durch seine Organisation!
Der Wortführer des Kanals "Der Wachtturm" schreibt: "Sie (die
Neue-Welt-Gesellschaft) ist ein Leuchtturmlicht in dieser dunklen Welt und bietet allen,
die zu ihr kommen und sich innerhalb ihrer Grenzen aufhalten, Worte der Hoffnung und des
Lebens an. Es ist heute gebieterische Pflicht, daß jene, die in der neuen Welt der
Gerechtigkeit zu leben wünschen, mit der NWG Schritt halten. Warum, weil sie (die NWG)
nun bald alle ihre durch die größte aller Drangsale, den Krieg von Harmagedon sicher
hindurchbringen und sie in eine helle neue Welt führen wird, die Gott schafft".;
(WT. 1. 8. 56/464).
Über die NWG berichtet der WT vom 1. 8. 56/477: daß, "Jehovas
Zeugen" . . . durch deren Leitung und Führung . . . auch am Leben erhalten werden,
um lebend in die neue Welt der Gerechtigkeit einzugehen
"
Ist dies biblisch vertretbar? Wo gibt die Bibel oder Jesu im besonderen, einer
Kirchenführung das Recht, Gläubigen die Rettung durch ihre Organisation in Aussicht zu
stellen? Die Apostel verkündeten, Errettung durch den Glauben an den Herrn Jesus Christu.
Apg. 4:12; 16:31; 20:21; Rö. 5:9, 10: 10:9. Die Führung der Zeugen Jehovas predigt sich
selbst, Paulus dagegen bezeugt: "Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesum
Christum, daß er sei der Herr, wir aber eure Knechte um Jesu willen". (2. Kor. 4:5).
Dazu sagt der WT Nr. 5/68/158: "Wer in einer Kirche bleibt, die Irrtum lehrt, gelangt
auf den breiten Weg, der in die Vernichtung führt." Es gilt also zu prüfen, lehrt
die Wachtturmleitung die biblische Wahrheit? Liebe Brüder, dies zu überprüfen, dürfte
nicht schwer sein.
Erst Rechtfertigung, dann Rettung - nicht umgekehrt! Die griechischen Schriften lehren klar und bestimmt, daß alle Menschen Sünder sind und nur durch Glauben an das vergossene Blut Jesu Christi Vergebung erlangen können. (Eph. 1:7). Nur der, dem so die Sündenschuld vergeben ist, ist versöhnt mit Gott durch den Glauben an Jesus Christus. Obwohl er dadurch nicht absolut "gerecht" (aus sich selbst) ist, rechnet Gott ihm nach der Schrift Gerechtigkeit zu. Das heißt, Gott betrachtet ihn, als sei er völlig gerecht durch das Gesetz des Glaubens. (Rö. 3:23-28). So gelangt der aus Glauben "Gerechtfertigte" zum Frieden mit Gott. (Rö. 5:1). Diese Rechtfertigung des Sünders aber ist auch die Grundvoraussetzung zur Errettung. Es steht geschrieben: "Vielmehr nun, da wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt sind, werden wir durch ihn gerettet werden vom Zorn". (Rö. 5:9). Also geht die Rechtfertigung der Errettung voraus, ohne Rechtfertigung keine Rettung.
Der WT als der Kanal des Herrn dreht diese Grundregel kurzerhand um, verspricht allen, die sich der NWG anschließen, Errettung vor dem Zorn Gottes und ein ewiges Leben, sagt ihnen aber, das sie erst am Ende der Tausendjahrherrschaft Christi gerechtfertigt werden (WT Nr. 21, 54./651). Das allerdings soll wiederum nur für die gelten, welche eine irdische Hoffnung haben, also für die Mehrheit der Zeugen Jehovas. Der WT-Schreiber fragt: "Welche Religionsorganisation hat jemals eingeladen, einen Weg einzuschlagen, auf dem, man der Vernichtung eines Systems der Dinge entrinnen und hier auf der Erde in einer neuen Ordnung weiterleben kann . . . ?" Liebe Brüder, welcher Lehre schenkst Du Glauben, der WT-Lehre oder der Bibel?
Himmlische und irdische Berufung gleichzeitig
Wir wissen, daß die älteren Brüder, aus der Zeit der "Ernsten Bibelforscher"
zur Hauptsache noch himmlische Hoffnung haben. Als der selbstherrliche Richter Rutherford
1920 als Präsident der WTG seine Überlegung in die Welt posaunte, daß "Millionen
jetzt lebender Menschen . . . niemals sterben" würden, sondern im Fleische das Ende
dieser Welt überleben könnten, um ewig auf einer paradiesischen Erde zu leben, besannen
sich viele, die bis dahin noch himmlische Hoffnung hatten, und erklärten, daß auch sie
sieh für die neue Erde berufen fühlten. Heute predigt die WTG kaum noch eine himmlische
Hoffnung. Nur hin und wieder findet man in den Versammlungen einzelne Glieder des
Überrestes. Dagegen bekennen sich die Führer selbst meist zur himmlischen Hoffnung. Sie
seien der Überrest der Leibesglieder Christi und als solche berufen, die irdische Herde
zu führen. Überhaupt wird gern gelehrt, der Überrest leite die Organisation. Dabei
müssen sich die oftmals betagten Überrestglieder in den Ortsgruppen meist von jungen
Brüdern mit irdischer Hoffnung leiten lassen. Die Lehre von der Führung durch den
Überrest dient ganz offensichtlich dazu, den Ansprüchen der "Kanal"-Machthaber
den Anschein der Berechtigung zu verleihen Frage: Lassen sich diese Einteilungen in
irdische und himmlische Berufung auf das ursprüngliche Christentum zurückführen, auf
das der Wachtturm sich beruft?
In der Zeit der Apostel gab es nicht zwei, sondern nur eine Berufung.
Paulus schreibt in Epheser 4:4: Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf
einerlei Hoffnung eurer Berufung". Diese eine Berufung war die himmlische. Die
Apostel ermahnten die Gemeinden, zu trachten "nach dem, was droben ist, nicht nach
dem, was auf Erden ist" (Kol. 3:2 ff). Sie wurden gewarnt vor solchen, die
"irdisch gesinnt sind". (Phil. 3:18-21; Hebr. 3:1). Als herrlichstes Ziel wurden
ihnen in Aussicht gestellt: "Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird,
dann werdet auch ihr offenbar werden mit ihm in der Herrlichkeit". (Kol. 3:4).
Liebe Brüder, wenn ihr an die Bibel glaubt, sollte dieser Beweis genügen. Eine Berufung
zu irdischem Heil wird es erst in einem kommenden Zeitalter
geben, wenn Christus mit den Seinen regieren wird. (Rö. 8:19; Offbg. 5:10; 21:24; 22:5).
Der WT vom 1. 3. 68 schreibt dazu: "Diese Dinge bilden den Kern der Religion. Ist es also nicht ganz klar, daß eine Religion, deren Vorstellung von Gott verkehrt ist, und die bei den Menschen eine falsche Hoffnung nährt, nicht die wahre Religion sein kann?" (S. 158). Hier fordert der WT zu einer Entscheidung auf, welche Entscheidung wirst Du treffen?
Die "große Schar" oder
"große Volksmenge"
Der WT lehrt, mit der in Offenbarung 7:9 erwähnten großen
Schar sei die irdisch ausgerichtete Klasse der NWG gemeint. In diesem Schrifttext wird die
"große Schar" oder "große Volksmenge" als "vor dem Throne
stehend und vor dem Lamme stehend" dargestellt. Im Vers 11 werden auch "alle
Engel" geschaut, wie sie "vor dem Throne auf ihr Angesicht (fielen) und Gott an.
"Vor dem Throne" oder "vor dem Lamm" ist
ganz offensichtlich im "Himmel", denn die Engel beten nicht auf Erden Gott an.
Folglich muß auch die große Schar, die Johannes sah, eine himmlische Klasse sein. (Siehe
dazu CV 14, S. 2 und CV 15, S. 2 unter dem Titel: Sind die Führer der WT-Organisation
göttlich inspiriert?) Wie ist Eure Auffassung dazu?
Des Herrn Wort von den "anderen
Schafen"
Jesu Worte über die "anderen Schafe" in Johannes
10:16 sollen sich ebenfalls auf die irdisch gesinnten Anhänger der WT-Organisation
beziehen, im Gegensatz zur "kleinen Herde" (Luk. 12:32), der Himmelreichserben.
Dann wären die "anderen Schafe" aber neben der "Kleinen Herde" eine
zweite Herde, denn sie stehen außerhalb dieser. Jesus Christus aber sagt, daß alle
zusammen nur "eine Herde" sein würden, selbstverständlich die eine in Luk.
12:32 genannte "kleine Herde". "Und ich habe andere Schafe, die nicht aus
diesem Hofe sind; auch diese muß ich bringen, und sie werden meine Stimme hören, und es
wird eine Herde, ein Hirte sein". (Joh. 10:16).
Mit diesen Worten kündigte der Herr schon die später unter der Leitung des Heiligen Geistes durchgeführte Einsammlung von Jüngern aus der Heidenwelt an, während zu der Zeit, da er diesen prophetischen Ausspruch tat, noch seine eigene Bestimmung galt: "Gehet nicht auf der Heiden Straße . . ., sondern gehet hin zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel" (Matth. 10:5, 6) und der vom Vater gegebene Auftrag "Ich bin nicht gesandt denn nur zu den verlorenen Schafen von dem Hause Israel (Matth 15:24). Die anderen Schafe sind demnach die Schafe aus den Heidenvölkern, im Gegensatz zu den Schafen aus dem Reiche Israel. An eine irdische Gruppe von "Zeugen Jehovas" hat der Herr Jesus gewiß nicht gedacht. Es würde sich ja auch sonst Gottes Wort in sich widersprechen, das nur "einerlei Hoffnung eurer Berufung" kennt. (Eph. 4:4). (Siehe dazu ebenfalls CV 14 und 15). Liebe Brüder, wie versteht Ihr diese Texte?
Wir würden uns freuen, wenn Ihr uns auf
alle diese Fragen eine Antwort geben würdet, frei nach Eurer Auffassung, oder uns die
Glaubwürdigkeit der Wachtturmlehre biblisch begründen würdet. Interessant wäre es auch
zu wissen, welche Entscheidung Ihr getroffen habt. Seid eingedenk der Worte: "Jeder,
der weitergeht und nicht bleibt in der Lehre des Christus, hat Gott nicht; wer in der
Lehre bleibt, dieser hat sowohl den Vater als auch den Sohn"! (2. Joh. 9).
Mit christlichen Grüßen
Bruder Willy Müller
65 Gera, Lutherstr. Nr. 16 und Mitverbundene
Was ist Ehrlichkeit?
Die Wahrheit des Evangeliums
Die Bibel zeigt, daß der Schöpfer, Jehova Gott, der "Gott der Wahrheit" ist.
Er ist in vollkommenem Sinne ehrlich und gerecht: "Alle seine Wege sind recht. Ein
Gott der Treue und sonder Trug, gerecht und gerade ist er!" Ja, es ist
"unmöglich, daß Gott lügt". - Ps. 31:5, 5. Mose 32.4, Hebr. 6:18.
Ehrlich zu sein bedeutet, wie es im Wörterbuch heißt, "im Wandel, in Gedanken, im Reden usw. lauter und aufrichtig zu sein, frei sein von Betrug". Es "schließt ein, daß man sich weigert zu lügen, zu stehlen oder jemand auf irgendeine Art zu betrügen, ohne falsch, offen, zuverlässig, aufrichtig".
Ehrlich zu sein bedeutet unter anderem auch, wahrhaftig in der Rede zu sein. Mit den strengsten Worten verurteilt die Bibel das Lügen. So heißt es von Satan, dem Teufel, er sei der erste Lügner gewesen. (Joh. 8:44). Wie ernst Gott das Lügen betrachtet, kann man an dem erkennen, was mit Ananias und Sapphira geschah. Sie wurden sogleich durch die Macht Gottes getötet, weil sie den Apostel Petrus, ein Glied der leitenden Körperschaft der Christenversammlung, belogen hatten. Ihre Bestrafung scheint somit anzuzeigen, daß es in den Augen Jehovas eine besonders schwere Übertretung ist, wenn man diejenigen belügt oder hinters Licht führt die das Recht haben, die Tatsachen zu erfahren, weil sie Aufseherstellungen in der Christenversammlung innehaben. Apg. 5:1-11.
Man könnte meinen, daß das, was Ananias und Sapphira getan haben, eigentlich gar nicht so schlimm war. Durch ihr Lügen fügten sie niemandem einen Schaden zu. Es war nicht so, daß sie versucht hätten, durch ihr Lügen einen Diebstahl zu decken. Auch hatten sie andere nicht eines Gutes beraubt, das ihnen zustand. Worin bestand ihre Sünde, ihre Übertretung? In ihrer Unehrlichkeit, in ihrer Heuchelei! Ja, sie wollten besser erscheinen, als sie in Wirklichkeit waren. Sie wollten unter Gottes Volk einen guten Ruf genießen und zu den großmütigen Seelen gerechnet werden, die ihr Eigentum verkauften und den gesamten Erlös abgaben, um ihren christlichen Brüdern zu helfen, obwohl sie in Wirklichkeit einen Teil davon zurückbehielten. Christliche Diener Gottes von heute können aus Vorfall lernen.
Hier gab der Apostel Paulus Christen von heute ein vorzügliches Beispiel, denn er konnte schreiben: "In jeder Weise empfehlen wir uns als Diener Gottes . . . durch ungeheuchelte Liebe durch wahrhaftige Rede". (2. Kor. 6:4, 6, 7). Paulus und der Apostel Petrus ermahnten Christen passenderweise, in ihrer Rede wahrhaftig und ehrlich zu sein: "Deshalb, da ihr jetzt die Unwahrheit abgelegt habt, rede ein jeder von euch mit seinem Nächsten Wahrheit". "Belügt einander nicht." "Wer das Leben lieben und gute Tage sehen möchte, der halte seine Zunge von dem zurück, was schlecht ist, und seine Lippen, daß sie nicht Trug reden". Eph. 4:25, Kol. 3:9, 1. Petr. 3:10.
Ein Christ mag meinen, es sei ein Zeichen von Liebe, wenn man die Wahrheit zudeckt, selbst gegenüber jemandem, der das Recht hat, die Wahrheit zu erfahren, um einen anderen vor disziplinarischen Maßnahmen zu schützen. Aber eine solche Handlungsweise beruht nicht auf einer echten, grundsatztreuen Liebe, der agape-Liebe, sondern stellt eine Form von Selbstsucht oder bestenfalls eine falschverstandene Freundlichkeit dar.
Ehrlichkeit bedeutet auch, das wieder zurückzugeben, was man geborgt hat. Dies bedeutet: Man darf niemals Schulden aufnehmen, von denen man nicht mit gutem Gewissen sagen kann, daß man sie zurückzahlen kann. Und falls man einmal Schulden gemacht hat, verlangt die Ehrlichkeit, daß man sie entsprechend den getroffenen Vereinbarungen pünktlich zurückzahlt. Borgt man von anderen und zahlt seine Schuld nicht zurück, so lädt man nicht nur eine Schuld auf sich, sondern wird auch anderen zu einer Last. Auch in diesem Fall war der Apostel Paulus höchst beispielhaft, wie er es in seinem Brief an die Christen in Thessalonich schrieb. Er arbeitete hart und mühte sich Tag und Nacht, "um keinem . . . eine kostspielige Bürde zu sein". Ihr seid Zeugen, auch Gott ist es, sagte er, wie loyal und gerecht und untadelig wir uns gegen euch, die Gläubigen, erwiesen haben". Ja, Paulus gebrauchte die Tatsache, daß er ein Apostel und christlicher Missionar war, nicht als Entschuldigung oder Rechtfertigung dafür, daß er anderen zu einer Bürde geworden wäre oder sich, auf irgendeine andere Weise als tadelnswert erwiesen hätte, indem er sich vielleicht in Schulden verwickelt und dann nicht zurückgezahlt hätte. - 1. Thess. 2:9, 10.
"Seid niemandem irgend etwas
schuldig, außer, daß ihr einander liebt". Es ist unehrlich, eine Schuld nicht
zurückzuzahlen, ganz gleich, ob diese Schuld groß oder gering ist, ob es ein
christlicher Bruder ist, der so freundlich war und etwas lieh, oder ob man einer
Handelsfirrna etwas schuldet, weil man dort etwas gekauft hat. Kol. 13:8.
In der Tat, wenn man etwas borgt und nicht zurückzahlt, so
reiht man sich unter die Gesetzlosen ein, wie der Psalmist David schrieb: "Der
Gesetzlose borgt und erstattet nicht wieder". Besonders tadelnswert ist es, wenn man
beim Zurückerstatten säumig ist, obwohl das nicht notwendig wäre. So bringt es der
Sprücheschreiber zum Ausdruck: "Enthalte kein Gutes dem vor, welchem es zukommt,
wenn es in deiner Macht steht, es zu tun. Sage nicht zu deinem Nächsten: Geh hin und komm
wieder und morgen will ich geben, das es doch bei dir ist" Ps. 37:21, Spr. 3:27, 28.
Auch im Familienleben muß man ehrlich sein. Unter Ehepartnern besteht oft die Gefahr, in Geldangelegenheiten oder in bezug auf die Verwendung der Zeit unehrlich zu sein. Auch sollte man in seinem Verhältnis zum anderen Geschlecht ehrlich sein. Eheleute sind nicht ehrlich, wenn sie neben ihrem Partner noch romantisches Interesse für jemand anders hegen. Unehrlichkeit in kleinen Dingen, zum Beispiel ein Flirt, verletzt den anderen und könnte leicht zu anderen, ernsteren Verwicklungen, zu Verliebtheit, führen, die wiederum zu Ehebruch führen könnte.
Dann müssen auch Eltern gegenüber ihren Kindern ehrlich sein. Dazu gehört auch, daß sie gemäß dem handeln, was sie predigen, indem sie sich an biblische Grundsätze halten. Sagen Eltern zu ihren Kindern, sie sollten nicht lügen, und fälschen dann selbst ihre Steuererklärungen? Sagen sie ihren Kindern, sie sollten nicht stehlen, nehmen aber selbst Handtücher aus dem Hotel mit? Sagen sie ihren Kindern, sie sollten gesetzestreu sein und übertreten selbst die Verkehrsregeln?
Auf der anderen Seite müssen die Kinder auch ihren Eltern gegenüber ehrlich sein. Ihre Eltern haben das Recht, zu erfahren, was sie tun, wer ihre Freunde sind und was sie mit ihrer Zeit, ihrem Geld usw. anfangen. Wenn man schon früh im Leben in kleinen Dingen unehrlich ist, so kann dies leicht zu einer Gewohnheit werden und dazu führen, daß jemand schon im Teenageralter zum Verbrecher wird. All das gehört zu dem biblischen Gebot, daß Kinder ihre Eltern ehren sollten. - Spr. 6:20-23, Eph. 6:1-3.
Christen haben die Verpflichtung, in allen ihren Handlungen auch gegenüber Außenstehenden ehrlich zu sein, das heißt, gegenüber denjenigen, die nicht zur Christenversammlung und nicht zur Familie gehören. Sie müssen vorbildliche Steuerzahler sein, vollständig ehrlich in dieser Hinsicht, denn sie haben hierüber klare biblische Ge- und Verbote. Als man die Aufmerksamkeit Jesu auf die Entrichtung von Steuern lenkte, sagte er: "Zahlt daher des Cäsars Dinge dem Cäsar zurück, Gottes Dinge aber Gott". Ähnlich drückte sich der Apostel Paulus aus, als er den Rat gab: "Erstattet allen, was ihnen gebührt, dem, der die Steuer verlangt, die Steuer". Das schließt natürlich die Entrichtung von Zoll ein, wenn man etwas in sein Land einführt. - Matth. 22:21, Römer 13:7.
Christen sollten auch in ihren Beziehungen zu ihren Arbeitgebern ehrlich sein. Sie sollten nicht eine Unwahrheit als Entschuldigung gebrauchen, um der Arbeit fernzubleiben, oder gewisse Umstände ausnutzen, um während der Arbeitszeit zu faulenzen. Sie sollten arbeiten, nicht mit Augendienerei als Menschengefällige, sondern mit Aufrichtigkeit des Herzens, in der Furcht Jehovas. Was immer ihr tut, arbeitet daran mit ganzer Seele als für Jehova und nicht für Menschen". Ja, der weiße König Salomo brachte es wie folgt zum Ausdruck: "Alles, was du zu tun vermagst mit deiner Kraft, das tue." Kol. 3:22, 23, Pred. 9:10.
Man sollte nicht nur ehrlich sein, weil sich dies lohnt. Diejenigen, die nur deshalb ehrlich sind, weil sie an das Sprichwort denken "Ehrlich währt am längsten", mögen eines Tages feststellen, das das Sprichwort nicht zu stimmen scheint, und so mögen sie versucht sein, doch unehrlich zu handeln. Da es sich bei der Ehrlichkeit jedoch um ein biblisches Erfordernis handelt, ist zu erwarten, daß Ehrlichkeit nach dem Grundsatz, "Was immer ein Mensch sät, das wird er auch ernten", gute Früchte trägt. Gal. 6:7.
Ehrlichkeit trägt einem Christen die Billigung Gottes ein: "Jehova, wer wird in deinem Zelte weilen? Wer wird wohnen auf deinem heiligem Berge? Der in Lauterkeit wandelt und Gerechtigkeit wirkt und Wahrheit redet von Herzen". Ja, "der Verkehrte, Unehrliche, ist Jehova ein Greuel, aber sein vertrauter Umgang ist mit den Aufrichtigen".- Ps. 15:1, 2, Spr. 3:32 Fußnote.
Durch Ehrlichkeit erlangt man außerdem
ein gutes Gewissen, dadurch wird man besser mit sich selbst fertig. Christen wird
wiederholt geboten, ein gutes Gewissen zu bewahren, und ist es nicht nur durch Ehrlichkeit
möglich, ein gutes Gewissen zu erlangen? (Römer 13:15, 1. Tim. 1:5, 19, 1. Petr. 3:16).
Jeder sollte bestrebt sein, so sprechen zu können wie Paulus: "Brüder, ich habe
mich mit einem vollkommen reinen Gewissen vor Gott bis zum heutigen Tag betragen".
Welch ein Lohn, welch eine Befriedigung, so etwas sagen zu können! - Apg. 23:1.
(Aus WT Nr. 23/68, S. 729)
An der Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit festzuhalten, bedeutet vor allem, den eigenen guten Worten auch immer die rechten Taten folgen zu lassen. Jesus sprach in seinen Tagen von einflußreichen Personen, deren Worte und Belehrungen gut und annehmbar waren, ihre eigene Handlungsweise aber entsprach in keiner Weise ihren vorzüglichen und vielbeachteten Worten. Wie überaus zutreffend bezeichnete doch Jesus diesen bestimmten Personenkreis mit folgenden Worten. "Alles nun, was irgend sie euch sagen, das tut und haltet; aber tut nicht nach ihren Werken, denn sie sagen es und tuns nicht." (Matth. 23:3).
Bis heute haben diese Bibelworte ihre Gültigkeit behalten. Wenn wir in Betracht ziehen, wie beachtenswert und lehrreich die Ermahnungen des vorstehenden Artikels über die Ehrlichkeit für jedermann sind, so muß man sich darüber wundern, daß sie von den Herausgebern selbst nicht verwirklicht und angewandt werden.
Die Praxis der WTG
Am 30. Juni 1956 und am 1. März 1957 richtete die WTG zwei
Petitionen an den damaligen Vorsitzenden des Ministerrats der UdSSR, Nikolai A.
Bulganin, Moskau. Die Petitionen wandten sich gegen das Verbot der WTG-Tätigkeit in der
Sowjetunion und anderen sozialistischen Ländern. Die angebliche Schuldlosigkeit der von
der WTG geleiteten Zeugen Jehovas wurde u. a. mit folgenden Behauptungen dargelegt:
"Unter Jehovas Zeugen von heute sind keine Verbrecher zu finden .
. .
Jehovas Zeugen schaden niemandem Sie bleiben neutral gegenüber den Streitigkeiten dieser
Welt. Sie befassen sich weder mit irgendeiner umstürzlerischen Tätigkeit noch mit
Spionage
Jehovas Zeugen sind die friedlichste und gesetzestreueste Gruppe Menschen
auf Erden. Sie sind einzig und allein deshalb bestraft worden, weil sie Gott hingegebene
Christen sind, die sich aufrichtig bemühen, den Anforderungen Jesu Christi nachzukommen .
. .'
Diese Behauptungen wurden schließlich vom gesamten WTG-Direktorium in
Brooklyn, New York, USA, unterschrieben: Von N. H. Knorr, W. F. Franz, Grant Suiter, H. H.
Riemer, T. J. Sullivan, L. A. Swingle und M. G. Henschel.
(WT 15. 4. 1957, S. 250-54, Redaktion Erich Frost, Wiesbaden).
Das Verbot der WTG hatte sich aus der erneuten Kampfansage der WTG nach 1945 gegen die sozialistische und kommunistische Gesellschaftsordnung ergeben. Ein Jahr vor den Petitionen hatte die WTG dies noch einmal im WT vom 1. April 1956 mit der Schlagzeile "Kommunistenführer fürchten die Wahrheit der Bibel" demonstriert, versehen mit einer entsprechenden Karikatur: Eine Bibel, die die Symbole der Arbeiter-und-Bauern-Macht und der Sowjetunion, Hammer und Sichel, zertrümmert hat. Ein Jahr zuvor, 1955, hatte die WTG dies mit einem millionenfach verbreiteten Artikel unter der Schlagzeile "Kommunismus oder Christentum - was wird triumphieren?" proklamiert. (Erwachet, 8. Juni 1955). Auch dies geschah unter der deutschen Redaktion von Erich Frost, Wiesbaden.
Damit ist zum Ausdruck gebracht, daß sich die WTG und die Zeugen Jehovas in Mißachtung des Gebotes "aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen untertan" (l. Petrus 2:13) nicht der sozialistischen Ordnung der menschlichen Gesellschaft einordnen, sondern gegen sie kämpfen wollen. Sie wollen sich nicht einordnen, sondern diese menschliche Ordnung, die sie ohne Zweifel auch ist, umgestürzt und vernichtet sehen, wozu sie geistig ihren Teil beitragen. Diese Frontstellung hat die WTG bis heute nicht revidiert.
Die Folge ist in Wirklichkeit nun nicht größte Friedfertigkeit und Gesetzestreue der Zeugen Jehovas, sondern ein neben der religiösen Verkündigung in "theokratischer List" geführter psychologischen Krieg im Untergrund mit allen Mitteln der Lüge, der Täuschung und des Betruges gegenüber der sozialistischen Ordnung, gegen die sozialistische Gesetzlichkeit.
Im Jahre 1964 erfuhr diese psychologische Kriegführung eine weitere Intensivierung durch die "Königreichsdienstschule" für alle höheren Diener. Begründet auf die falsche Alternative "Christentum oder Kommunismus" und im Gegensatz zu der biblischen Alternative der Einordnung des Christen in die menschliche, hier jetzt sozialistische Ordnung, werden die Diener durch diese "Schule" zu allen zweckdienlichen Arten von Lug und Trug angeleitet. In Lehrstück A "Königreichslehren" unter Punkt 3 und 4 heißt es zu diesem Zweck:
"(3) Eine Kriegslist ist eine falsche
Aussage oder ein absichtliches Irreführen des Gegners, um theokratische Interessen zu
verteidigen oder zu verbergen. Die Bibel zeigt durch viele Beispiele, daß Kriegslist
erlaubt ist und Jehovas Billigung hat, soweit sie zum Schutz der Königreichsinteressen
angewandt wird. Wenn unsere Gegner uns daraufhin der Lüge bezichtigen, können wir immer
darauf hinweisen, daß niemand durch unsere Aussagen geschädigt , ja, im Gegenteil, wir
suchen nach Mitteln und Wegen, um Menschen vor dem Unglück zu bewahren, gegen Gott zu
streiten.
(4) Ob und wie ein Christ Kriegslist anwenden sollte, muß er
in jedem Fall selbst entscheiden. Er kann beurteilen. ob es ratsam ist, Kriegslist
anzuwenden und ausweichende Antworten zu geben, die den Feind von der Fährte abbringen
oder nicht. Das hängt von den Umständen und Verhältnissen ab. Die Angelegenheit ist
umfassend in der Ausgabe des Wachtturm vom Jahre 1956 unter dem Thema 'Vorsichtig wie
Schlangen unter Wölfen' behandelt worden"
Man meint den WT vom 15. April 1956,
Wiesbaden.
Dort werden u. a. folgende "Vorbilder" erörtert.
Als Josua das Westjordanland erobern wollte, sandte er in die Stadt Jericho zwei Spione
zur Auskundschaftung der Verhältnisse. Die Hure Rahab verbarg die beiden, indem sie den
Beamten des Königs von Jericho, die die Spione suchten, Lügen vortrug. Rahab handelte
aus Todesangst vor den überlegenen israelitischen Eroberern. Man lese Josua, Kapitel 2.
Der WT fragt dazu: "Lag in diesen Worten (der Rahab zu den Beamten) eine der Moral
zuwiderlaufende Lüge?" und verneint diese Frage. (Absatz 19). Um aus der Hand des
Königs der Philister zu entkommen, vollbrachte David eine List. "Er täuschte
Geistesgestörtheit vor, begann sich unsinnig zu gebärden und machte fortwährend
Kreuzzeichen an die Torflügel und ließ Speichel seinen Bart hinabfließen. König Achis
entließ ihn lebend als harmlosen Idioten". (Absatz 22). Auch dieses
"Vorbild" zeigt der WT. (l. Samuel 21:11-16).
In diese "Königreichsschule" wurden die Diener bis hinab zu den Gebiets- und Versammlungsdienern einbezogen. Auch in Meißen, Rothenburg, Gröditz und Bischofswerda. "Wende theokratische Kriegslist an!". (WT 1. Juli 1957) fordert die WTG seither immer wieder.
Wie sieht das nun praktisch aus? Immer neue Methoden werden angewandt, die antisozialistischen WTG-Materialien über die Grenze zu schmuggeln, um sie in der DDR zu verbreiten. Man arbeitet wie eine Spionageorganisation mit Mikrofilm, toten Briefkästen, Deckadressen, Chiffre, Code und andere Schlüsselmethoden. Die Tätigkeit in Dresden lief u. a. unter der Code-Nr. 5111. Dabei wurden große Geldsummen unter Verletzung der Devisengesetze nach dem Westen geschmuggelt. In einige Kreisdienerbereichen in Sachsen waren es u. a. über, 300 700 M. Man schaffte illegale WTG-Dienstwagen an, wobei die Polizei über Rechts- und Besitzverhältnisse betrogen wurde. Das wurde aus der Versammlung in Flöha/Sa. berichtet Die "Pioniere" müssen auf ihren Arbeitsstellen über die Gründe für ihre Kurzarbeit lügen. Rentner müssen vor den Behörden Lügen über ihre Westreisen im Interesse der WTG verbringen, u. a. m. Es bleibt in der Tat nichts weiter übrig als so zu handeln, wenn man sich unter die von der WTG proklamierte Losung der "Vernichtung von Hammer und Sichel" begibt. Aber wohin ist man da als Christ geraten? Ist das noch im entferntesten mit der Wahrheit des Evangeliums über Ehrlichkeit zu vereinbaren? jeder einsichtige Mensch muß das verneinen.
Worin besteht der Ausweg? Er besteht
darin, daß man erkennt, wie falsch und unbiblisch die Frontstellung der WTG
"Christentum oder Kommunismus" ist. Er besteht darin zu begreifen, daß nicht
Gegnerschaft zur menschlichen Ordnung und damit zur sozialistischen bzw. kommunistischen
Gesellschaftsordnung das geltende christliche Gebot ist, sondern aller menschlichen
Ordnung um des Herrn willen untertan sein" nach wie vor die Grundlage des
gesellschaftlichen Verhaltens ist. (l. Petrus 2:13). Nur wenn man zu dieser christlichen
Grundeinstellung zurückkehrt, wird Ehrlichkeit und damit Glaubwürdigkeit wieder
triumphieren. Es ist die Verantwortung aller Diener, der WTG vorzuhalten, was Paulus den
Korinthern sagte: "Aus diesem Grunde lassen wir nicht nach, da wir diesen Dienst
entsprechend der uns erzeigten Barmherzigkeit haben, sondern wir haben uns von den
hinterhältigen Dingen losgesagt, deren man sich zu schämen hat, indem wir n i c h t m i
t L i s t w a n d e 1 n noch das Wort Gottes verfälschen, sondern uns selbst durch das
Kundmachen der Wahrheit jedem menschlichen Gewissen vor Gott empfehlen". (2. Kor.
4:1-2, NW).
C. Th.
Es ist später als du denkst!
1975 steht vor der Tür
Es war genau vor 20 Jahren, im Jahre 1949. Viele junge
Brüder und Schwestern haben zu dieser Zeit überhaupt noch nicht gelebt. Für sie ist das
deshalb die Zeit der vorigen Generation. Aber auch bei anderen waltet in großem Maße
Vergeßlichkeit ob. Der Mensch ist nun einmal ein begrenztes Gefäß, das immer wieder
Neues aufnehmen muß. Je länger etwas zurückliegt, desto mehr verblaßt es darum im
Gedächtnis, bis es oft ganz entschwunden ist. Die Gabe des Menschen, die Ereignisse
aufzeichnen zu können, gleicht das jedoch aus. Es besteht guter Grund, die
WT-Aufzeichnungen von 1949 wieder hervorzuholen.
Vor genau 20 Jahren im Jahre 1949 unternahm die WTG eine weltweite Verkündigung unter dem aufrüttelnden Schlagwort "Es ist später als du denkst!" Was später ist, wurde bei der Ankündigung zunächst noch nicht verraten Die öffentlichen Verträge aller Bezirksversammlungen des Jahres 1949 hatten jenes Schlagwort zum Thema.
In Nordamerika war WTG-Präsident N. H. Knorr in einigen Fällen selbst der "anfeuernde" Redner. Den äußeren Anzeichen nach ging es der WTG darum, die ganze Organisation und das ganze Verkündigungswerk auf ein kurzfristiges Ende der Welt in Harmagedon auszurichten. Alles sei näher, als irgendjemand zu denken vermag!
N. H. Knorr: "Heulet, weil er so nahe
ist!"
Im WT vom 1. Dezember 1949 und 15. Oktober 1950 unter den
Überschriften "Er ist näher als sie denken" sind diese
"Anfeuerungen" von 1949 abgedruckt. Wir wollen uns so zurückversetzen in die
Zeit vor zwei Jahrzehnten, in die Vorstellungen, Hoffnungen und Hochstimmung, die die WTG
damals im Namen Jehovas erzeugte. Es ist gut, im Hinblick auf das, was mit 1975 noch alles
von der WTG kommt, die Vergangenheit nicht aus den Augen zu verlieren. Es ist wie bei
einem Menschen, dessen bisherige Vergangenheit und Tätigkeit man nicht kennt: Man weiß
nicht recht, was man von ihm erwarten soll, was man ihm glauben kann und was nicht. Kennt
man sie aber, dann - !
Hier sind die "anfeuernden"
Höhepunkte des großen Themas "Es ist später als du denkst!" zur Feststellung,
Harmagedon stände 1949 unmittelbar bevor:
"Heulet, weil er so nahe ist!
Bereits sind die Weltherrscher, was Politik, Handel und
Religion betrifft, in einem Zustand, als ob sie dem Befehle Gottes an sie nachkämen, der
in Jesaja 13:6-8 enthalten ist: Heulet, denn nahe ist der Tag Jehovas, er kommt wie eine
Verwüstung vom Allmächtigen. Darum werden alle Hände erschlaffen, und jedes
Menschenherz wird zerschmelzen. Und sie werden bestürzt sein. Wehen und Schmerzen werden
sie ergreifen, sie werden sich winden gleich einer Gebärenden, einer starrt den anderen
an, ihre Angesichter glühen!"
Hierzu wäre zu bemerken, was "Politik, Handel und Religion" in der DDR betrifft, so sind seit 1949 nicht alle Hände erschlafft, sondern das, Gegenteil ist geschehen, ein gewaltiger Aufbau wurde durchgeführt. Das läßt sich doch wohl nicht leugnen. Aber hören wir weiter, was die WTG 1949 verkündigte:
"Dämonen suchen die Menschen zur
Annahme zu verleiten, daß Jehovas Tag der Vernichtung für diese Welt nicht so nahe
sei!"
"Unerschrocken trotzen Jehovas Zeugen dem populären
Wunschtraum der Menschen, wonach dieser Tag nicht so nahe sei, und beharren auf der
Verkündigung, daß sein Tag der Weltvernichtung nahe ist, ja näher, als jene
denken!"
Trotzen, das traf in der Tat zu. Trotzen ist jedoch meistens kein Ausdruck von Vernunft, sondern eines kindischen Wesens.
Der WT wird noch eindringlicher: Wenn
ihnen sein Kommen angekündigt wird, glauben sie es nicht, oder verschieben es in die
ferne Zukunft, über ihre Lebzeiten hinaus".
"Ein Prophet, der größer ist als Daniel, legt den Sinn
aus, und seine zuverlässige Deutung zeigt an, daß der Tag Jehovas näher ist, als
irgendjemand von ihnen denken mag."
"Und seine Zeit steht nahe bevor, und seine Tage werden
nicht verlängert werden! Jesaja 13:20-22."
Jetzt ist keine Zeit, sich vom äußeren Glanz dieser Welt
gefangennehmen oder durch ihre Propaganda betören zu lassen".
"Auch ist nicht die Zeit, Harmagedon im eigenen Sinn
hinauszuschieben!"
Lob sei Gott, daß solch bedeutsame Ereignisse näher sind,
als die meisten Menschen denken!"
"Der Tage dieser Welt werden es jetzt nicht mehr viele
sein, nein, jetzt nicht mehr!"
Das wurde 1949, vor zwanzig Jahren,
verkündigt!
Auf jede Weise wurde nachgeholfen
In Toronto, Kanada, bestand der "Vorzug der Anwesenheit N. H. Knorrs" zu den Kongressen "Es ist später als du denkst". Seine Ansprache wurde weit und breit mit solcher Gründlichkeit bekanntgemacht, daß die politischen Führer, die in der Stadt anwesend waren, beobachteten, wie er ihre höchstbehördlichen Wahlfeldzüge in den Schatten stellte". Zur Ankündigung wurde für N. H. Knorr eine Autoparade organisiert, eskortiert von der Polizei, auf einer Strecke von 35 km, Stoff zum Raten für die ganze Stadt", jubelt der WT. (WT 15. 1. 1950, S. 31, 32).
Über die Kongresse in England berichtete der WT: "Durch die intensive Ankündigung hatte der öffentliche Vortragstitel "Es ist später als du denkst!" so gründlich eingeschlagen, daß zur Zeit, da der Premierminister zu einem gesellschaftlichen Anlaß zu spät kam, einer der Kellner bemerkte: Jemand sollte ihm sagen, es sei später als er denke!" Wobei der WT aber nicht schreibt, ob jemand dem Premierminister diese Kellnerbemerkung wirklich gesagt hat. Im Grunde genommen eine billige Geschichte, die die WTG nur kolportiert, weil der Premierminister ins Spiel kommt. Effekthascherei
In Schweden wurden die Bewohner der Bezirksversammlungsstadt "ganz erregt", und die "Religionisten" wurden aggressiv', berichtet der WT. Bekanntlich stand diese ganze "Später als du denkst"-Verkündigung noch unter der WT-Irrlehre, die Mission der WTG und der Zeugen Jehovas habe mit Religion nichts zu tun, sei "getrennt von aller Religion". (Der Wachtturm, Seine Mission, bis 1950).
In der Bezirksversammlungsstadt Indianapolis, USA, und in vielen anderen Städten seien die Worte "Es ist später als du denkst" für die Bewohner zum Schlagwort geworden Die meisten Zuhörer "waren erstaunt ob der gesunden, schriftgemäßen Darlegung, die sie hörten". (WT 15. 4. 50, S. 125).
Antikommunistische Exzesse
In Deutschland wurde der "Später als du denkst"-Geist gesteigert, bis er sich
gar politisch überschlug. Die behördlichen Einschränkungen gegenüber den bisherigen
antidemokratischen und antikommunistischen Erscheinungen in der WT-Verkündigung zum
Anlaß nehmend, donnerte Zweigdiener Erich Frost am 30. Juli 1949 aus der sicheren
Westberliner Waldbühne in völliger Verdrehung des Sachverhalts: "Der katholische
Hitler suchte die Zeugen aufzuhalten, doch jetzt sind sie stärker denn je. Und wo ist
Hitler? Nun haben die Kommunisten ihre große Gelegenheit, das zu vollenden, was Hitler
begonnen hat, und das Ergebnis ist eine neue Verkündigerhöchstzahl in der Ostzone! Wie
anders ist doch dies Verhalten als der Lauf der anpassungsfähigen römisch-katholischen
Geistlichkeit, welche die Kühnheit hat, Jehovas Zeugen als Kommunisten zu bezeichnen,
während sie selbst an den Brüsten kommunistischer Regierungen saugt!
Wir fürchten die Kommunisten genau so wenig, wie wir die Nazi
gefürchtet haben!" (WT 1. 4. 1950 S. 111, 112).
Was soll man dazu sagen. Primitiver aber fanatischer Antikatholizismus und
Antikommunismus. Unchristliches Verleumden und Höhnen. Völliges Mißverstehen gegenüber
der Tatsache, daß Christen die biblische Pflicht haben, "jeder menschlichen Ordnung
um des Herrn willen untertan zu sein", 1. Petr. 2:13, was schließlich auch für
Katholiken in der sozialistischen Gesellschaft gilt. Aber die WTG und die Zeugen Jehovas
lebten ja damals noch in der Überzeugung, die politischen Ordnungen seien keine
biblischen Obrigkeiten, denen man biblischerweise zu gehorchen hat. Dies alles muß man
wissen, wenn man diese politischen Ausfälle der WTG liest. Als es dann durch die
Unnachgiebigkeit der WTG hart auf hart ging, blieb Erich Frost im sicheren Wiesbaden,
anstatt "in der Ostzone" für die einzustehen, die er politisch aufgeputscht
hatte, und sein hauptverantwortlicher Vertreter für die "Ostzone", Ernst Wauer,
flüchtete in einer halsbrecherischen Pkw-Fahrt nach Westberlin.
Bezirksdiener Friedrich Adler fühlte sich durch die dramatische "Später als du denkst"-Losung zu dem Ausruf gedrängt, die Kommunisten würden nicht so lange "machen" wie die Nazis. "Ein Jahr" räumte er ihnen ein, was wie ein tolles Gerücht unter den Zeugen umlief.
Die "Später als du denkst"-Losung mit ihren Behauptungen, "nicht mehr viele Tage", "die Tage werden nicht verlängert" und "Harmagedon nicht im Sinn hinausschieben", hatten alle aus dem Häuschen gebracht! Vor allem viele verantwortliche Diener. Und mit den Kommunisten würde es nach der WT-Bibelauslegung losgehen Sie würden die "Hure stürzen", die Katholische Kirche und dann selbst drankommen. (WT 1. 2. 63, S. 94). Schon tobte der Korea-Krieg "gegen den Kommunismus in Asien" (1950-53). Aber auch für Europa galt die Doktrin des USA-Präsidenten Truman über die "Zurückdrängung des Kommunismus".
"Harmagedon wird nicht nur ein dritter Weltkrieg sein",
erklärte WTG-Präsident Knorr auf dem Weltkongreß 1953 in New York diese Vorstellungen
weiter. (Broschüre: Nach Harmagedon Gottes neue Welt, S. 18, 1953).
Die anmaßenden Drohungen von Zweigdiener Erich Frost, "die SED könnte ein
ähnliches Schicksal wie die Nationalsozialisten erleiden" (Der Tagesspiegel,
Westberlin, 2.8. 1949), zeigt, daß in den höheren WTG-Kreisen jener Zeit auf eine
militärische Vernichtung des Kommunismus auch in Europa spekuliert wurde.
Ein religiös-politisches Gemisch von Kriegshysterie, Verleumdung und Fanatismus, gepaart mit einer gehörigen Portion Unwissenheit braute sich hier zusammen, das von den einfachen Zeugen selbst fast niemand zu bewältigen verstand. Aber darauf kam es der WTG auch gar nicht an.
Ein Höchstmaß von Anspannung der Kräfte
Es bleibt fraglich, ob die WT-Führung tatsächlich an
Harmagedon in Verbindung mit einem dritten Weltkrieg zu Beginn der fünfziger Jahre
geglaubt hat, als sie solche Hoffnungen schürte und hochpeitschte. Die Hauptsache scheint
vielmehr gewesen zu sein, die damalige weltpolitische Krisenzeit auszunutzen, um die
Anhänger- und Verkündigerzahlen in die Höhe zu treiben. Was die
"aufrüttelnde" Losung ""Es ist später als du denkst" an
zahlenmäßigen Zunahmen 1949 einbrachte, ist tatsächlich enorm gewesen! Eine
statistische Übersicht zeigt das.
In den traditionellen WTG-Hauptverbreitungsländern, USA, Kanada, England und Deutschland, die mancher schon mit WT-Verkündigung überfüttert glaubt, wurden durch die "Später als du denkst"-Bezirksversammlungen des Jahres 1949 folgende Neulinge oder Fremde an die Organisation herangeführt, aus denen sich die Anhängerschaft vermehrt
(nach den WT-Kongreßberichten errechnet)
USA 35 000 fremde Zuhörer = 41%
Kanada 11 000 fremde Zuhörer = 60%
England 13 000 fremde Zuhörer = 46%
Deutschland 24 000 fremde Zuhörer = 37%
Die Losung "Es ist später als du denkst" von 1949 erwies sich damit ähnlich zugkräftig wie die gleiche illusionistische Losung "Millionen jetzt lebender Menschen werden nie sterben" nach 1919, die für die Festsetzung von Harmagedon auf 1925 zum letzten Mal angestrengt wurde. Es ist schon Methode bei der WTG, in inneren oder äußere Krisensituationen der verschiedensten Art immer mit irgendwelchen "aufrüttelnden" Schlagworten hervorzutreten, um aus der Lage herauszukommen und dabei die Organisation erst recht zu vermehren. Offenbar rechnet sie damit, daß "in der Welt" immer noch genügend "Strandgut" anfällt, das sie "fischen und jagen" kann.
Jugend von 1941 um Recht auf Liebe
betrogen
Mitten im zweiten Weltkrieg, als WTG-Präsident Rutherford
starb (1942), war das Werk ebenfalls in eine Krise geraten, in der es steckenzubleiben
drohte. Wieder fieberte alles von Harmagedon als unmittelbar vor der Tür stehend. In
dieser Situation veranstaltete WTG-Präsident Rutherford seinen letzten Kongreß vom
6.-10. August 1941 in St. Louis, USA. Höhepunkt war der "Tag der Kinder". Der
Zweck war, das Letztmögliche zu tun, der Organisation für die Zukunft einen neuen
gläubigen, kindlichgläubigen Kern hinzuzufügen.
15 000 Kinder bis zu 18 Jahren waren geladen und besonders registriert. Nach anfeuernden Reden ließ Rutherford die Kinder aufstehen und rief aus: "Seht, mehr als 15 000 neue Zeugen für das Königreich!" Als Höhepunkt des "aufrüttelnden Vortrages" ließ Rutherford dann 15 000 Bücher "Kinder" an die Kinder kostenlos verteilen. "selbst die Balken des Arenadachs erzitterten von dem Beifall und den Freuderufen"! (Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben S. 193, 1960).
Nur berichtet die WTG heute nicht mehr,
was den Kindern in den neuen Büchern "Kinder" im Jahre 1941 für Versprechen
und Hoffnungen gemacht wurden.
Bekanntlich wurde seit 1935 mit der "Einsammlung der
anderen Schafe" begonnen. (Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 139/40). Im Buch
"Kinder" hieß es nun dazu an die Adresse der Kinder von 1941:
"Von der Zeit an, da die anderen
Schafe zum Herrn versammelt werden bis Harmagedon verfließen nur einige wenige
Jahre"! (S. 312, deutsch). Als Vorbild für die Jugend von 1941 läßt Rutherford in
dem Buch "Kinder" sodann ein junges Liebespaar, Johannes und Eunike, auftreten,
die sich, von Rutherford festgelegt, wie folgt entscheiden:
"Es ist unsere Hoffnung, daß in wenig Jahren unser
Ehebund vollzogen werden kann und wir durch die Gnade des Herrn herzige Kinder haben
dürfen, die dem Herrn zur Ehre gereichen werden. Wir können unsere Heirat gut
hinausschieben, bis dauernder Friede auf der Erde Einzug hält. Jetzt dürfen wir unserer
Bürde nichts hinzufügen, sondern müssen frei und für den Dienst des Herrn gewappnet
sein . . .
Unsere gegenwärtige Pflicht ist klar: Wir müssen jetzt
Zeugen für den Namen Jehovas und sein Königreich sein. Wir können weiterhin bei unseren
Eltern wohnen . . .
Wir werden einander eine Zeitlang nicht so häufig sehen,
aber wir können jeden Tag gleiche Gedanken hegen über all das Wunderbare, das uns in
Aussicht gestellt ist. -
Nach diesem erschien dem jungen Mann und dem Mädchen an
seiner Seite die ganze Umgebung noch schöner. Die Vöglein in den Zweigen schienen das
Lob Jehovas und seines Königs zu singen. So stimmten auch sie - Hand in Hand - in das
Lied mit ein und dankten Gott für alle Segnungen, die er ihnen geschenkt hatte".
(Seite 365-367).
Harmagedon in "nur einigen wenigen Jahren" seit 1935? Wurde hier nicht eine ganze Generation unter den Zeugen Jehovas mit schönen Worten um ihr Recht auf Liebe gebracht Jehova konnte doch unmöglich jene Kongreßbotschaften an die Kinder von 1941 gegeben haben!
Kaum war WTG-Präsident Rutherford am 8.
Januar 1942 gestorben, veranstaltete sein Nachfolger und bisherige Vizepräsident N. H.
Knorr vom 18.-20. September 1942 in Cleveland, Ohio, USA, einen neuen Kongreß, auf dem er
das angeblich so nahe Harmagedon in eine weitere unbestimmte Zukunft verscheuchte. Der
WTG-Bericht hierüber lautet:
"Der öffentliche Vortrag des Präsidenten stand unter
dem Thema 'Weltfriede - ist er von Bestand?' Er verscheuchte alle Gedanken daran, daß der
2. Weltkrieg in dem universellen Krieg von Harmagedon enden wurde"! (Dein Name werde
geheiligt, S. 329, 1963). Nichts war 1941 also später gewesen als man dachte! Dreißig
Jahre oder drei Jahrzehnte sind seither inzwischen ins Land gegangen. Was sagen die 15 000
Kinder von 1941 heute?
Als Rutherford 1941 seinen 15 000fachen Kinderbetrug vollzog, war N. H. Knorr schon Vizepräsident. Er hat diesen Kongreß folglich verantwortlich mitgemacht. Es wäre interessant zu wissen, ob er schon damals sah, was Rutherford mit den 15 000 Kindern für einen Unsinn trieb. Herangereift sein mußte das in N. H. Knorr auf alle Fälle schon, was er dann 1942 verkündete.
Es ist tatsächlich später als du denkst!
Mit dem Näherkommen des Jahres 1975 gerät die WTG in eine
neue Krise. Im Dienstjahr 1966 hatten bereits 34 497 Verkündiger den Dienst abgegeben.
Man benötigt also wieder anfeuernde Botschaften, Schlagworte und Losungen Niemand kann
genau voraussagen, was die WTG 1975 im einzelnen erleben wird. Sie selber weiß es nicht.
Niemand weiß auch, wieviele Zeugen Jehovas nur noch auf 1975 warten oder 1975 erleben
müssen, um endgültig der WTG den Rücken zu kehren. Es gibt viele Anzeichen dafür, das
die Organisation in dieser Hinsicht schon gefährlich geistig unterhöhlt ist. Die
heftigen Reaktionen vieler Diener darauf, wenn man sie auf 1975 anspricht, verdeutlichen
das. Ihnen ist äußerst unwohl bei diesem Thema. Je näher 1975 kommt, desto mehr steigt
die Spannung. Die WTG kann machen was sie will, sie hat dieses Datum nun einmal in die
Welt gesetzt Unter dem äußeren Gleichmut vieler Diener in dieser Sache verbirgt sich in
Wirklichkeit eine schwelende Glut. Bei vielen fehlt nur der Anstoß, die gefühlsmäßigen
Bedenken exakt an Hand der bisherigen WT-Versprechungen zu überprüfen, und schon ist es
geschehen! Die gesunden und natürlichen Lebensinteressen eines jeden werden dafür
sorgen, daß keiner deswegen verzweifelt und untergeht Aber für die WTG ist es
tatsächlich später als sie denkt! -
H. Sch., Leipzig
WTG-Zweigdiener Konrad Franke in
Westberlin
Nachträglich zum Hauptvortrag auf der Bezirksversammlung in
Juli 1967 im Westberliner Sportpalast.
"Harmagedon ist kein von uns erfundener oder
ausgedachter Begriff", rief Konrad Franke, der Leiter des deutschen Zweiges der
Wachtturmgesellschaft, zu Beginn seiner Ausführungen aus. "Harmagedon ist der in der
Bibel (Offenbarung 16:16) verwendete Ausdruck für den "Krieg des großen Tages
Gottes des Allmächtigen", an dem Gott eingreifen wird, um alle Bewohner der Erde zur
Rechenschaft zu ziehen."
Mit diesen Worten kommentierte die
Westberliner Tageszeitung "Der Telegraf" vom 18. 7. 1967 den Hauptvortrag
"Eine große Volksmenge aus Harmagedon retten", gehalten vom WTG-Zweigdiener.
Die WTG, und wer ihr bedenkenlos glaubt, wird sich natürlich
darüber freuen, daß auf diese Weise auch die Tageszeitungen die WT-Harmagedon-Botschaft
bekanntmachen, und der Pressediener der Bezirksversammlung mag denken, er habe ein gutes
Werk vollbracht in bezug auf Verkündigung der guten Botschaft.
Es ist bekannt, daß die WTG bestrebt ist, auf jede Weise in der Öffentlichkeit Ansehen zu erheischen. Daß die Presse in Westberlin diese WTG-Proklamationen jedoch kritiklos weiterverbreitet, ist für eine verantwortungsbewußte Zeitungsredaktion in höchstem Maße bedauerlich, wenn man bedenkt, was es mit dieser WT-Harmagedon-Botschaft in Wirklichkeit auf sich hat. Wir wollen das prüfen.
Franke rennt offene Türen ein, wenn er
behauptet, Harmagedon sei kein Begriff, der von der WTG erfunden wurde, man finde ihn in
der Bibel. Die Frage ist vielmehr, was die WTG aus diesem Begriff bisher gemacht hat!
Korrekt gesehen steht in Offenbarung 16:16 lediglich
folgendes: "Und sie versammelten sie (die Könige der Erde) an den Ort, der auf
hebräisch Har-Magedon genannt wird". (NW). Da ist, geht man nicht über das
geschriebene Wort hinaus (l. Kor. 4:6), von keinem "alle Bewohner der Erde zur
Rechenschaft ziehen" die Rede. Das dennoch zu erklären, ist schon WTG-Auslegung und
keine reine Bibellehre mehr. Und diese WTG-Auslegung ist höchst unglaubwürdig! Denn man
muß doch sehen, daß die WTG mit der neuesten Festlegung des Endes ihres
Harmagedon-Krieges und des Beginns der Tausendjahrherrschaft Christi, d. h. des
"Endes dieser Welt", auf das Jahr 1975 "im Namen Jehovas" schon die
sechste Harmagedon-Auslegung proklamiert! (Der Wachtturm, 1. Januar 1967, Wiesbaden).
Hat Franke in seinem öffentlichen Vortrag auch erklärt, was die WTG mit dem Harmagedonbegriff bisher alles schon vergeblich angestellt hat? Schon ein halbes Dutzend mal hat sich nämlich in dieser Frage an der WTG erfüllt, was durch den Propheten Jeremia seinerzeit gesagt wurde: "Ich habe diese Propheten nicht gesandt und doch sind sie gelaufen!" (Jer. 23:21). Franke hat das wohlweislich verschwiegen, aber ist das eine ehrliche Verkündigung?
Schauen wir uns deshalb an, was die WTG alles schon im Namen Jehovas mit dem Begriff Harmagedon bewerkstelligt hat. Das ist besonders für die jüngeren Glieder der Versammlung von dokumentarischem Wert. Denn die WTG zieht alle früheren Veröffentlichungen durch die Unglaubwürdigkeit erwiesen wird, aus dem Verkehr.
In den WTG-Schriftstudien, Band 2, 1889,
S. 97, brachte man B e w e i s e aus der Bibel, daß Harmagedon im Jahre 1914 zu Ende sei.
In seinem "berühmten" Vortrag "Millionen
jetzt Lebender werden nie sterben!" brachte WTG-Präsident Rutherford im Jahre 1920
den B e w e i s, daß Harmagedon 1925 zu Ende sei.
In seinem öffentlichen Vortrag "Schau den Tatsachen ins
Auge" brachte Rutherford im Jahre 1938 wieder B e w e i s e, daß Harmagedon
spätestens bis 1945 zu Ende sei (siehe auch das WT-Buch "Dein Name werde
geheiligt", S. 319, 329) und die "anderen Schafe" deswegen das Heiraten
aufschieben sollten. Auf dem ersten WTG-Nachkriegskongreß in Europa 1945 in Zürich,
Schweiz, wurde das Ende von Harmagedon um 20 Jahre auf das Jahr 1965 verschoben. (Trost,
Erwachet, 1. Juni 1945, "Ist Harmagedon nahe?")
Als das Jahr 1965 herannahte, unterdrückte die WTG jede Harmagedon-Diskussion als angeblich "unnütze Streitfragen" (Der Wachtturm, 1. Aug. 1962, S. 477).
Die neueste und sechste WTG-Deutung des Harmagedon-Begriffes besagt nun, wieder "von Jehova gelehrt", wie es in jedem WT versichert wird, daß Harmagedon im Jahre 1975 zu Ende sei. (Der Wachtturm, 1. Jan. 1967, Wiesbaden). In CV 9 wurde ein erster kritischer Kommentar dazu gebracht: "1975 - Neues WT-Endzeitdatum!"
Es gibt keine bessere Bemerkung zu der "Beweisführung" des WT für die bisherige Harmagedon-Auslegungen "im Namen Jehovas", als die Worte aus 5. Mose 18:20-22, wo es heißt: "Sollte sich aber ein Prophet vermessen, in meinem Namen etwas zu verkünden, was ich ihm nicht geboten habe, ein solcher Prophet soll sterben. Solltest du aber bei dir denken: Woran sollen wir ein Wort erkennen, das der Herr nicht geredet hat? So wisse: Wenn das, was ein Prophet im Namen Jehovas verkündet, nicht eintrifft und nicht in Erfüllung geht, so ist das ein Wort, das der Herr nicht geredet hat. In Vermessenheit hat der Prophet es ausgesprochen, du brauchst vor ihm nicht bange sein!"
Dieses Urteil Gottes wird von der Wachtturm-Gesellschaft vorsätzlich übersehen. Was bleibt ihr weiter übrig? Soll sie zugeben, daß 5. Mose 18:20-22 auch auf die WTG zutrifft? Das wäre wohl wahrheitsgemäß, aber nicht im Sinne der WTG-Leitung. Man wird wieder versuchen, aus der Misere herauszukommen, indem man sagt, ja, die WT-Schreiber sind ja auch nicht inspiriert und können irren, wie jeder andere Mensch, es war unsere eigene Auslegung. Wir glaubten wohl, es sei vom Herrn, aber es war nicht der Fall. Das ändert aber nichts daran, uns weiterhin als "sein treuer und kluger Knecht zu betrachten", und weitere Wahrheiten zu verkünden, denn es gibt nur einen "treuen und klugen Sklaven", und dies ist die WTG. Diese Organisation maßt sich an, eine "theokratische Organisation Jehovas" zu sein. (WT, 1. 11. 54). "Dieser Mitteilungs- und Verbindungskanal" ist eine rein menschliche Einrichtung. welche nach rein menschlichem, Verstehen ihre Prophezeiungen verkündet und sie von sich aus, im Namen Jehovas verkündet.
Die ältere Generation in der WTG hat
bereits viele Enttäuschungen erlebt, weitere werden nicht ausbleiben, denn das anmaßende
Gebaren der WTG-Leitung hat sich nicht geändert. Es wird solange nach diesen Grundzügen
weitergehen, bis der Herr sagt, es ist genug. Möchten alle Brüder und Schwestern schon
jetzt ihre Entscheidung treffen, um sich allen Gewissenskonflikten zu entziehen.
A.Z.
Aus eingegangenen Briefen
Aus Berlin:
Lesermeinung zum Artikel von Bruder H. Kühn, Zittau:
Ich habe mit Interesse die Artikel von Bruder Horst Kühn,
Zittau, "Wie mich die WTG zugrunde richtete" gelesen. Es sind sehr streitbare
Ausführungen, die ich jedoch in keiner Weise übelnehmen kann. In vielem ist es der
Ausdruck eines gequälten Herzens, scheint mir, das endlich einmal sagen kann, wie ihm
zumute ist. Etliche meinten, wie kann der Bruder so offen schreiben, wie kann er leitende
Brüder so angreifen. Aber ich begrüße es sehr, daß CV dies veröffentlicht hat.
Selbstverständlich muß man das als persönliche Erfahrungen werten, die durch viel Leid
geprägt sind. Doch es schadet nicht im geringsten, wenn endlich einmal gezeigt wird, wie
es in der Organisation hinter der schönen Kulisse von Harmonie und Eintracht vielfach
aussieht, was es für Schicksale gibt und wie einzelne Glieder zugrunde gerichtet werden.
Sollen die verantwortlichen Diener endlich aus ihrem blinden Gehorsam nach oben aufwachen!
Sollen sie anfangen, die Organisation kritisch zu betrachten! Ich möchte denen, die über
die Artikel von Bruder Kühn verschnupft sind, die Worte von Präsident Knorr ins
Gedächtnis rufen (CV 13, S. 2): "Es muß die Bereitschaft da sein, unseren Brüdern
gegenüber Liebe zu zeigen, Einfühlungsvermögen und Hingabe zu haben und willens zu,
sein, sich der Probleme, denen sie sich gegenübersehen anzunehmen. Es muß auch die
Bereitschaft da sein, sich die Probleme, die in den verschiedenen Versammlungen
existieren, anzuhören!" Wahrscheinlich gibt es mehr als genug obere Diener, die
nicht einmal zum Anhören bereit sind! Wenn Präsident Knorr schon zu solchen Weisungen
gezwungen ist, wie muß es da in der Praxis erst aussehen! Ich möchte Bruder Kühn für
seinen Mut danken. Ich bin sicher, daß sie in Wiesbaden und Brooklyn peinlich berührt
sind und sehr wohl aufmerken. Sie wissen, daß die einfachen Verkündiger und Diener unten
in der Organisation die Grundlage des Werkes bilden, ohne die sie in den Zweigbüros und
im Hauptbüro auf dem, Trockenen sitzen. Sie wissen auch, daß man die Füchse fangen
muß, solange sie noch klein sind. Bloß scheint mir das ein Teufelskreis zu sein,
weil die Probleme in den Versammlungen auf die geforderte Kritiklosigkeit gegenüber den
Lehren und Anordnungen des Hauptbüros zurückzuführen sind, und das soll sich ja nicht
ändern.
Aus Amerika:
Danke für CV Nr. 20. Unter den vielen guten Punkten nenne ich die Bekenntnisse Bruder
Kühns als vorzüglich. Die Verfolgung darin bestätigt eine wunderbare Nebenschau meines
Buches "30 Jahre Sklave des WT", worin, wie Du weißt, die ganzen Verfolgungen
dargestellt wurden, die ich selbst erlebt habe. Aber noch wichtiger, Kühns Schilderungen
erweckten in mir Erinnerungen, die ich schon fast vergessen habe, nämlich meine eigenen
Schandtaten als Religionsdiener der WTG in fünf amerikanischen Staaten. Ich war der
Galgenmann (Henker) für den Präsidenten Richter Rutherford, aber dann auch noch für
Präsident Knorr. Wir verfolgten arme Zeugen Jehovas und überlieferten verschiedene in
Irrenanstalten, soweit trieben wir es. Ja, sogar soweit gingen wir, daß wir etliche so in
Verwirrung und Unsicherheit brachten, daß sie zum Selbstmord getrieben wurden, da sie
keinen anderen Ausweg mehr fanden. Während ich die Briefe Kühns las, kam eine Nachricht
in unser Büro von einer Zeugenfamilie, die man drei Jahre lang verfolgt hatte. Sie
wollten mein Buch "30 Jahre Sklave des WT" lesen. Man warnte sie und verbot
ihnen, ja nicht Schnells Buch zu lesen, sonst würde man noch schärfere Maßnahmen gegen
sie ergreifen. Ihre Lage würde sich, wenn sie den Rat nicht befolgten, nur noch
verschlimmern. Da sie nun als Außenseiter galten, wurden sie beobachtet und verfolgt.
Diesen Zustand ertrug man drei Jahre lang, dann wurde es unerträglich und man entschloß
sich, nun das Buch von Schnell in der Buchhandlung zu kaufen, um endlich zu wissen, was da
drin steht über die WTG. Mit Neugier und Eifer las man Kapitel um Kapitel und die
Blindheit fiel wie Schuppen von ihren Augen. Man erkannte, daß die Wachtturm-Gesellschaft
nicht das war, für das sie sich ausgibt, sie besitzt keinerlei Macht, den einzelnen zu
retten, ihr Gebaren ist wie das eines Strohmannes ohne Kraft. Sie ist gezwungen, die
Glieder in Furcht zu halten, damit sie (die Führung) im Trüben fischen kann.
Die Harmagedonfurcht wich nun von ihnen und sie erkannten die Methoden
der Gesellschaft. Sie sagten sich nun endgültig los, kehrten der Organisation den Rücken
und wollten nichts mehr mit ihr zu tun haben. Sie begannen nun, die Bibel ohne
Wachtturrnhilfe zu lesen und fanden Anschluß an eine andere christliche Gemeinde. Heute,
nach sechs Monaten, sind sie frei von allen WT-Irrlehren und haben den Frieden Gottes im
Herzen, und keine Furcht mehr, denn Liebe treibt die Furcht aus.
Mit christlicher Liebe Bruder Schnell
Aus der Schweiz:
. . . Heute sind die CV angekommen. Habe sie sofort gelesen. Es ist ganz unglaublich wegen
dem Geldschmuggel und so niederträchtig. - Ich meine, wenn jemand ein Gauner ist und es
auch zugibt, daß er einer ist, dann ist das tragbar. Aber wenn man Gaunereien mit frommen
Unschuldsmienen macht, gesalzen und gesalbt mit Bibelstellen, dann ist das wie der
Schweizer sagt: "Zum Kotzen!" Ein Glück, daß es jemand wagt, das weiße
Tüchlein von all dem Unrat zu ziehen. Der Gestank soll nur gründlich in alle Nasen
steigen. Du liebe Zeit, wie duftet da Kuhmist so lieblich. Mir ist es jetzt pudelwohl bei
unseren Tieren auf den Bergen, ich fange nach all dem Schweren so langsam an zu gesunden .
. .
Aus Westdeutschland:
Ich habe alles in CV mit größtem Interesse gelesen. Sie sind nun gewissermaßen das, was
Brd. Twisselmann bei uns in der Bundesrepublik ist: Ein Mann: der nach Erkenntnis des
Irrweges der Zeugen Jehovas eine Verpflichtung in sich entdeckt, die Anhänger dieser
Lehre auf den rechten Weg zurückzuführen.
. . . Ich freue mich, daß Sie nun eine Mitverantwortung für diejenigen spüren, die noch
von den Lehren der "Theokratischen Organisation" gebunden sind. Ich freue mich,
daß Ihre Arbeit eine solche Weite erreicht hat. Ich hoffe, weiter CV zu erhalten . . .
Interessante Mitteilungen
Herausforderung an die WTG
Der katholische Erzbischof von Buenos Aires, der Hauptstadt
von Argentinien, Eugenio Aramburu, empfingt am 8. Nov. 1968 in seinem Amtssitz den
Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, Dr. Andre Appel. Ein Hauptthema der
Gespräche war die Einheit aller Christen. Der Erzbischof meinte, obwohl die Annäherung
der Christen ein langwieriger Prozeß sei, werde sie eines Tages erreicht werden. Denn die
Kirchen seien alle Christus gegründet und schöpfen aus derselben Wahrheitsquelle, der
Bibel. Bekanntlich widersetzt sieh die WTG noch am schärfsten jeder Verständigung mit
anderen Christen.
Mutterkirche der Zeugen Jehovas für
Verständigung
Vom 25.-27. November 19618 trafen sich Dr. B. B. Beach,
Sekretär der Adventistenkirche, Nordeuropäischer Zweig, und der Mitarbeiter des
Ökumenischen Rates der Kirchen, Dr. Lukas Vischer, in Genf, Schweiz, zusammen mit 25
weiteren Personen aus verschiedenen Ländern. Es wurden Gespräche über gegenseitige
Bekehrungen, Religionsfreiheit und Sabbath geführt. Die Adventistenkirche ist die
Mutterkirche der Zeugen Jehovas, deren Gründer und erster Präsident, Charles T. Russel,
aus der Adventistenkirche hervorging, um eine eigene Bewegung zu schaffen, die bis heute
jedoch religiös immer intoleranter und unversöhnlicher gegenüber anderen Christen
geworden ist.
Sie wurden "Menschenfreunde"
1917 begann der Leiter des WTG-Büros in der Schweiz, F. L.
Alexander Freytag, Kritik an der WTG zu üben, nachdem Harmagedon und das Ende der Welt
1914 nicht gekommen waren, obwohl die WTG das für dieses Jahr im Namen Jehovas
verkündigt hatte. Br. Freytag erkannte, daß die Weltendelehren der WTG Illusionen sind.
Aus diesem Grunde schuf er eine Bewegung für praktisches Christentum, genannt
"Menschenfreunde". Br. Freytag starb am 31. 1. 1947. Mittelpunkt der Bewegung
wurde ein "Philantropisches Werk" in Cartigny bei Genf, Schweiz. In
Westdeutschland arbeiten gegenwärtig rund 10 000 ehemalige Zeugen Jehovas und Angehörige
der "Menschenfreunde". Die WTG läßt diese Menschen unbeachtet, obwohl sie
durch ihre falschen Prophezeiungen von 1914 die Hauptschuldige an ihnen ist. Ja, sie
informiert über dieses Problem ihre Verkündiger nicht einmal. Was wird die falsche
Endzeitlehre von 1975 für Folgen haben?
Liebgewordene Formen zerbrechen
"In der Missionsarbeit in Asien, Afrika, Lateinamerika
und Ozeanien erleben wir mit, wie uns alte, liebgewordene Formen der Arbeit, des Denkens
und der Frömmigkeit zerbrechen. Wir leben in einer Zeit, deren Existenzprobleme zu
utopisch anmutenden Aufgaben herausfordern". Der Brennpunkt seien heute die von der
technischen Revolution erfaßten Gebiete. Dies sagte nicht WTG-Präsident N. H. Knorr,
sondern Dr. Gerhard Hoffmann vom Deutschen Evangelischen Missionsrat in Hamburg in einem
1968-Tätigkeitsüberblick. Aber auch die WTG kann auf die Dauer diese revolutionären
Vorgänge nicht mißachten. Denn sie beruhen auf den psychischen, physischen und
materiellen Lebensbedürfnissen des Menschen ohne Rücksicht auf seinen Glauben und sind
unerbittliche, durch die Schöpfung gegebene Prinzipien.
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