Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben:

CV 14

Die Frage weshalb das DDR-Verbot weiter bestehen bleibe, versucht diese CV-Ausgabe mit zu beantworten. Diese "Antwort" hält einer kritischen Hinterfragung nicht stand. Man gibt vor, politisch akzentuierte WTG-Artikel seien es, die den Kommunisten, die auch keine Kritik vertragen, als "Hauptgrund" dienen. Eine typische Nebelwand-Antwort. Der WTG-Funktionär Pohl wird mit seiner internen Aussage zitiert, die Kommunisten nicht über Gebühr auf propagandistischer Ebene zu reizen, aber gelegentlich doch mal die Zähne zu zeigen, damit den Kommunisten Paroli geboten werde. Das letzte Beispiel dieser Art stammte beispielsweise aus dem Jahre 1965 und ist der WTG-Organisation nicht sonderlich gut bekommen. Als die Stasi nämlich dessen gewahr würde, hat sie sich umgehend grünes Licht für ihre 1965-er Verhaftungsaktion (Nov. 65) bei den SED-Politbürobürokraten eingeholt. Großspurig verkündet die CV dazu:

"Bei der letzten Verhaftung leitender Funktionäre in der DDR (Liebig und andere) wurde bewiesen, daß sie politisch im Auftrage der Leitung in Brooklyn tätig und bemüht waren, diesen Auftrag zur Zufriedenheit der Leitung in Brooklyn durchzuführen."

Bemerkenswert auch die indirekte Zitierung einer weiteren Pohl-Aussage:

"Die leitenden Brüder im Bethel erklären dazu weiter, die Ablehnung dieser politischen Artikel werde den Brüdern in der DDR aufgezwungen, es ist gar nicht die Meinung der Brüder." Da offenbart sich die eigentliche Sachlage. Und es offenbaren sich auch die tönernen Füße des DDR-Regimes, dass da meint diese Sachlage wegerklären zu müssen, um jeden Preis. Mögen sich die heutigen ZJ-Funktionäre mit dieser Feststellung zur damaligen Sachlage auch "bestätigt" sehen. So würde ich ihnen dennoch empfehlen, nunmehr nicht in "Jubelstürme" auszubrechen. Es könnte sich nämlich eines Tages noch erweisen, dass nicht nur das DDR-Regime auf "tönernen Füßen" stand, sondern dass es noch andere dieses Kalibers gibt!

"Wer da meint er stehe fest - der sehe zu, dass er nicht falle!" meint (indirekt zitiert) schon ein gängiger Bibelspruch. 1. Korinther 10: 12.


 

CV Christliche Verantwortung

Jnformationen der Studiengruppe Christliche Verantwortung

Konto-Nr. 4564-49-20156 Bank für Handel und Gewerbe 65 Gera Straße des 7. Oktober

Nr. 14 Gera Januar 1968

CV - ihr Zweck

Christliche Verantwortung leitet an zu rechtem Forschen in der Heiligen Schrift und zu verantwortungsbewußtem Verhalten als Christ und Bürger. Übereinstimmend damit befaßt sich CV mit Verkündigung und Organisation der Wachtturmgesellschaft. CV ist hier die erste Schrift verantwortungsvoller freier Diskussion für alle Versammlungen der WTG und ihrer einzelnen Glieder. Ehemalige möchten ihre Erfahrungen in CV kundtun, um zu helfen.

Lasset uns wachsam und nüchtern sein!

Liebe Brüder und Schwestern!

Seid stets bereit, Wachsamkeit in geistigen Dingen zu üben. Sorglosigkeit und Gleichgültigkeit werden Euch nur zum Schaden gereichen. Daher prüfet alles, das Gute haltet fest!

Lasse Dich nicht täuschen! jeder einzelne muß für sich selbst stehen. Nicht die Organisation und der Kanal des Herrn entscheiden über Dich, sondern Dein eigenes Verhalten und Deine eigenen Entscheidungen. Dein persönlicher Stand und Deine Herzensstellung zu Jehova Gott wird dies bestimmen. Wenn Dir "Deine Organisation" die Last des Denkens, Entscheidens und ernsten Bibelforschens abnehmen will, dann solltest Du diese Erleichterung als ein Verderben erkennen. Wie und mit welchem Recht kann sich die Organisation als Mittelperson zwischen Dich und Gott stellen? Sei wach und schlage die Warnungen solcher, die Dir nahe stehen, nicht in den Wind. (Hes. 33:13).

Freilich ist es dem Fleische bequemer, tatenlos zuzusehen und zu schweigen gegen offensichtlichem Irrtum und Lieblosigkeit, besonders bei der WTG-Leitung. Einige mögen denken, das können andere tun und wir schauen dem geistigen Kampfe zurückgezogen zu. Wir sollten aber doch gemeinsam die Lasten tragen, welche unseren Brüdern zum Schaden gereichen. (Gal. 6:2).

Bei der Gründung der Wachtturm-Bibel- und Traktat-Gesellschaft stand das Bibelforschen noch im Vordergrund. Heute ist die ernste Bibelforschung leider kaum noch vorhanden. (Jes. 34:16, 2. Petr. 1:19-21). An Stelle der Bibelforschung ist "Wachtturmforschung" getreten. Ja, liebe Brüder, nicht mal das, sondern eine "Wachtturmbejahung" ist eingeführt. Alles, was mit den heutigen Wachtturmdarlegungen nicht harmoniert, mag es auch völlig mit der Bibel übereinstimmen, wird als Irrtum bezeichnet. Solche, die wirklich noch ernst in der Bibel forschen, die ihre, aus der Bibel geschätzten Realitäten gegen die Eigenweisheit des Wachtturms stellen, sind natürlich Rebellen, weil sie sich gegen das vielgerühmte "Werk des Herrn" stellen. Sie sind Gegner der "Organisation Gottes" Und damit Verfluchte der WTG. Ergibt man sich den tausendmal gelehrten Gedanken, daß allein die WTG der "göttliche Kanal" zur Übermittlung göttlicher Wahrheit usw. sei, daß sie allein und stets "das Werk des Herrn treibe", dann muß man ja alles verurteilen, was diesem "angeblichen Werke des Herrn" entgegensieht. Jawohl alles, den gesunden Menschenverstand, Logik und nicht zuletzt das ihm entgegenstehende Wort Gottes, die Bibel selbst.

Daraus erklärt sich auch die Furcht, um die Augen zu öffnen, damit man die biblischen Beweise erkennt. Standen die WT-Darlegungen im Widerspruch zur Bibel, so wagte man aus Furcht nicht, das Buch der Bücher zu öffnen, um sich darin belehren zu lassen. Man war und ist heute noch, mehr denn je, darauf bedacht, die Ehre des Wachtturms zu retten, anstatt die Ehre des Wortes Gottes. Solche Zustände sind doch unhaltbar und hier muß man reden.

Die WTG-Leitung stuft ganz einfach alles als leichtfaßliche Tatsachen ab und sagt, daß nur sie "allein" der einzige Kanal für die göttliche Wahrheit sei. Weiter, daß "ihre Botschaft in Wahrheit nicht die ihrige, sondern die des Herrn" sei. Das wird ganz besonders nach 1945 hervorgehoben Ist dann aber der Grundsatz festgelegt, die Stimme der WTG sei Gottes Stimme, dann lässt es der Stolz der Brüder nicht zu, einen Irrtum einzugestehen. Es würde ihre und die Autorität des Wachtturms verletzen. Der Irrtum muß verteidigt und irgendwie begründet werden, damit die Autorität erhalten bleibt. Oft ist dies schwierig, besonders wenn es sich um nachweisbare Falschauslegungen und Fehlprophezeiungen handelt. Dann zieht man es vor zu schweigen, um es dadurch aus dem Gedächtnis zu streichen.

Dazu möchten wir den älteren Brüdern besonders in das Gedächtnis rufen, was Rutherford 1938 auf einem Kongreß in London sagte. Rutherford, der sich selbst als der regierende Präsident der Theokratie bezeichnete (Consolation 4. 9. 1940, 25), äußerte sich damals zu dem bevorstehenden 2. Weltkrieg in prophetischen Worten. Es war 1938 für Rutherford eine solche "leichtfaßlich Tatsache", anläßlich eines großen Rundfunkvortrages in London, die "göttliche Wahrheit unter theokratischer Leitung" zu verkünden, daß die damalige "Achse", Hitler und Mussolini, England und Amerika besetzen würden und ein Widerstand zwecklos sei! Obendrein gab man in Broschürenform diesen Vortrag, der auch veröffentlicht wurde heraus, mit dem Titel: "Schau den Tatsachen ins Auge."

Wie die Tatsachen später in Wirklichkeit aussahen, wissen wir alle. Von den "Rutherfordschen Prophezeiungen" erfüllte sich nichts. Hieraus ergibt sich abermals, daß man sehr mißtrauisch gegenüber Wachtturm-Prophezeiungen sein sollte. Hier zeigt es sich deutlich, daß es Eigenprophezeiungen waren. Um in der Welt beachtet zu werden und von sich reden zu machen, tut man dies, schweigt dann aber, wenn es anders auslief als man prophezeite. Deshalb empfiehlt es sich: Immer wachsam sein! Auch dieses kleine Beispiel zeigt uns recht deutlich die Unzuverlässigkeit früherer WTG-Deutungen, die nichts anderes als Menschenwerk waren. Wie sie damals zu Enttäuschung führten, stehst Du auch heute in der gleichen Gefahr, mit den gegenwärtigen Prophezeiungen wiederum getäuscht zu werden. Schütze Dich davor!

Wir ermahnen besonders die jüngeren Brüder. Verschafft Euch Einblick in die ältere WT-Literatur, die Euch Aufschluß über die damalige, unglaubwürdige WT-Verkündigung gibt. Laßt Euch nicht gleichfalls durch Leichtgläubigkeit und blindes Vertrauen zur Annahme und Verbreitung zweifelhaften Bibelauslegungen mißbrauchen. Seid wachsam und erhaltet Euch die Freiheit des eigenen Denkens.

Vergewissert Euch aller Dinge! Entscheidet Euch richtig! Mit brüderlichen Grüßen

Bruder Willy Müller,

65 Gera, Lutherstraße Nr. 16 und Mitverbundene

Sind die Führer der Wachtturm-Organisation, göttlich inspiriert?

"Die Männer, die Gottes Organisation heute vorstehen, sind nicht von Gott inspiriert. Sie können Fehler machen wie jeder andere unvollkommene Mensch." Diese Worte stammen nicht aus der Feder eines kritischen Beobachters der WTG, sondern sie sind das ehrliche Bekenntnis des Verfassers eines Wachtturm-Artikels vom 15. 2. 63 / S. 121-122. Unmittelbar nach der Änderung der Obrigkeitsdeutung von Römer 13 war dieses Eingeständnis menschlicher Unzulänglichkeit nur zu gut verständlich und angebracht, denn schließlich konnte man für eine falsche Auslegung, die man 38 Jahre aufrecht erhielt, nicht Gott die Schuld geben.

Es ist wohl jedem geläufig, daß man unter einer Inspiration eine göttliche Eingebung oder Offenbarung versteht, die nicht auf Überlegung des menschlichen Verstandes beruht Daß es den führenden Männern der WTG an diesem direkten Einwirken göttlicher Weisheit ohne menschlichem Zutun mangelt, lässt der WT-Verfasser in den Worten verständlich werden: "Die Männer in Jehovas Organisation, die die geistige Speise . . . zubereiten . . . sagen nicht, sie seien inspiriert; sie studieren lediglich die Bibel. Da sie nicht inspiriert sind, kann es vorkommen, daß ihnen bei ihren Erläuterungen der Heiligen Schrift ein Fehler unterläuft." "Gottes Geist leitet die gottergebenen Diener heute nicht durch Inspiration, sondern indem er ihnen allmählich zu einem besseren Verständnis verhilft."

Nach dem Lesen einer solchen Erklärung möchte man annehmen, daß die WTG-Leitung in Besinnung auf ihre ständigen Bibel-Irrungen jetzt eher geneigt ist, ihre unrechtmäßigen Hoheitsansprüche aufzugeben - aber weit gefehlt.

Was der WT-Artikel von 1963 klar und unmißverständlich zum Ausdruck bringt, wird in dem WT vom 15. 2. 67, sowie auch in anderen Ausgaben, völlig umgestoßen. In Bemühung um die Erhaltung ihrer selbstangeeigneten Autorität und die Anerkennung ihrer Persönlichkeit, kehrt man zu der Behauptung zurück, man sei doch inspiriert. Hier sagt man zwar nicht wörtlich, das man von Gott inspiriert sei, jedoch drückt man dieses durch ein anderes Wort deutlich aus, und zwar durch das Wort "Prophezeien".

Von dem Gedanken ausgehend, daß die prophetischen Worte nach Joel 2:28-32 sich in unserer Zeit. besonders nach 1919 an den Gesalbten der Organisation erfüllten, schreibt der Wachtturm: "Nach der Prophezeiung Joels sollte nicht nur der Geist ausgegossen werden, sondern die Gesalbten - sowohl Männer als Frauen, jung und alt - sollten auch prophezeien. Folgte der Ausgießung des Geistes dieses' vorhergesagte Prophezeien? Jawohl, und zwar nicht nur öffentlich, sondern mehr denn je auch von Haus zu Haus. Die Gott hingegebenen Gläubigen waren mit heiligem Geist gesalbt worden prophezeien und zu predigen." Alle, die dem befreiten Überrest nach dem Jahre 1919 hinzugefügt wurden, empfingen ebenfalls die Salbung mit Gottes ausgegossenem Geist, damit sie prophezeiten." WT vom 15. 2. 67/S. 114-115.

Hören wir dazu noch, was ein WT aus dem Jahre 1952 über das Prophezeien sagt: "Die Propheten, die zur Übermittlung von Prophezeiungen gebraucht wurden, wurden auf wunderbare Weise durch etwas Untrügliches getrieben, durch INSPIRATION." WT vom 15. 6. 52, S. 182.

Dieser Erklärung des Wachtturms vom 15. 6. 1952/S. 182 gehört unsere volle Zustimmung, denn ohne Inspiration konnten die Propheten der alten Zeit tatsächlich keine wahrhaft göttliche Botschaft übermitteln. Das heißt aber auch, dar eine prophetische Äußerung in unserer Zeit ohne Inspiration ebenso gar nicht denkbar ist. Was für sonderbare und unglaubwürdige Auffassungen vertritt da die Leitung der WTG, wenn sie behauptet, sie sei nicht inspiriert habe aber gleichzeitig gemäß biblischen Vorbildern ein Recht oder die Pflicht zu prophezeien. Wie. will sie das logisch und bibelgemäß begründen? Hat man sich die Worte des Petrus zu wenig ins Gedächtnis geschrieben, welcher deutlich auseinanderlegte, daß keine Weissagung oder Prophezeiung der Schrift aus eigene Auslegung oder Erläuterung geschieht. "Denn die Prophezeiung wurde niemals durch den Willen des Menschen hervorgebracht, sondern heilige Männer Gottes redeten, getrieben vom Heiligen Geiste." 2. Petr. 1:20, 21.

Im Gegensatz dazu entspringen die Bibeldarlegungen des WT's eigener Auslegung. Daß sie nicht dem Geiste Gottes, sondern dem Willen der WT-Obrigkeiten unterworfen sind, wird deutlich aus der Entschuldigung sichtbar, Daß die führenden Männer der Organisation nicht inspiriert sind und Fehler machen wie jeder andere unvollkommene Mensch. Diese Tatsache ist hinreichend bekannt. Wie unweise ist es somit, sich mit derartigen Phrasen, man sei zum Prophezeien beauftragt, in Ansehen bringen zu wollen Diese Wachtturm-Weisheit ist Torheit bei Gott!

Wie sollten die WT-Führer aus ihrer schwierigen Situation, in die sie sich durch ihre Widersprüche verfangen haben, nun herausfinden, um zu beweisen, Daß sie doch zum Prophezeien berechtigt sind? Selbst, wenn sie ein Argument zur Stütze ihrer schriftwidrigen Auffassung finden würden, bleibt es doch ein unzuverlässiges Prophezeien von den Männern. die nicht inspiriert sind und daher Fehler in biblischer Auslegung machen wie andere.

Folgendes ist so einfach und doch von vielen so schwer zu begreifen: Dort, wo keine Inspiration des Geistes und kein echtes Prophezeien im wahrsten Sinne des Wortes vorhanden ist, dort ist auch nicht die von Gott ordinierte Organisation zu finden. Beides kann man nicht voneinander trennen. Lebengebende Wahrheiten und Speise zur rechten Zeit sind dem unmittelbaren und direkten Einwirken des Geistes Gottes zuzuschreiben. Aber Gottes Wahrheiten sind feststehend und unveränderlich und brauchen nicht rückgängig gemacht zu werden, wie es bisher bei vielen WT-Prophezeiungen erforderlich war. Die WT-Weisheiten haben ihren Ursprung einzig und allein in rein menschlichen Überlegungen und Entscheidungen. Sie sind das Produkt allmählicher Erkenntnis und sind daher Irrtümer nicht ausgeschlossen, wie der WT-Verfasser es selbst bestätigt. Gottes Weisheit jedoch überragt jedes menschliche Wissen und ist in der Aussage seiner Kraft und seiner Beständigkeit diesem nicht vergleichbar.

Die Bibel enthält eine Fülle von Beweisen, welche die Wahrheit bestätigen, Daß Inspiration und Prophezeiung untrüglich zusammengehören und zwischen beiden ein Unterschied unmöglich ist. Sind wir gesunden Sinnes und haben eine vernünftige Einstellung gegenüber der biblischen Botschaft, so werden uns die Hinweise der Schrift mehr bedeuten als alle Beteuerungen des WT. Gemäß ihrem eigenen Bekenntnis steht die Leitung der WTG nicht unter Inspiration und besitzt demzufolge keinerlei Befugnisse, sich als wahre Propheten Gottes auszugeben, denen die Aussprüche Gottes anvertraut sind. Wenn dem so ist, worin unterscheidet sich dann die WTG noch von anderen Religionsgemeinschaften? In welcher Weise ist sie überhaupt vertrauenswürdiger als andere?

Greifen wir noch einmal zum WT vom 15. 2. 63 und hören, mit welchen Argumenten die Organisationsleitung um ihre Anerkennung bemüht ist. Da sie (die führenden Männer) nicht inspiriert sind, kann es vorkommen, das ihnen bei ihren Erläuterungen der Heiligen Schrift ein Fehler unterläuft. Machen sie sich dadurch zu falschen Propheten? Keineswegs! Ein falscher Prophet korrigiert sich nicht. Er hält an seiner verkehrten Ansicht fest und verkündet sie weiter, selbst wenn er weiß, Daß sie verkehrt ist. Doch diese Erforscher des Wortes Gottes korrigieren sich, wenn sie feststellen, Daß sie etwas falsch verstanden haben. Sie sind an der Wahrheit interessiert, nicht an der Rechtfertigung ihrer eigenen Person. Ihre Fehler sind kein Beweis dafür, Daß sie nicht vom Geiste Gottes geleitet werden. Sie werden von ihm genauso geleitet, wie Petrus trotz seiner Fehler von ihm geleitet wurde."

"Einige . . (der von der WTG veröffentlichten) . . . Kenntnisse haben sich als biblische Grundwahrheiten er wiesen . . . Andere dagegen offenbarten sich durch weiteres Forschen als falsche Schlußfolgerungen, die auf verkehrte Ansichten über bestimmte Bibelstellen zurückzuführen waren. Sobald sie diese Bibelstellen besser verstanden, korrigierten sie ihre falschen Ansichten. Diese Bereitschaft, sich zu korrigieren, ist ein Beweis für ihre Aufrichtigkeit und ihre Liebe zur Wahrheit. Dieses aufrichtige Verlangen, eine genaue Erkenntnis aus Gottes Wort zu erlangen, und die Bereitschaft, eine Ansicht zu ändern, sofern genügend biblische Beweise vorhanden sind, die eine solche Änderung nötig machen, sollten Vertrauen in die Organisation erwecken. Sie geben den "Schafen" des Herrn die Gewißheit, Daß die Organisation sie nie bewußt falsch belehren wird." Bis hierher der Wachtturm vorn 15. 2. 63/S. 122.

Denken wir einmal darüber nach. Sind das nicht recht merkwürdige Anschauungen, die hier dem WT-Leser unterbreitet werden: Ein Prophet, der falsch prophezeit, ist kein falscher Prophet, sofern er bereit ist, seine Irrtümer richtigzustellen. Wo können wir in der Schrift etwas derartiges finden, Daß ein Prophet, der sich korrigiert, seinen Ruf als wahrer Prophet noch aufrechterhalten kann? Seit wann erkennt man einen wahren Propheten daran, Daß er seine Fehler korrigiert? Erkennt man ihn nicht vielmehr daran, Daß er sich nie zu korrigieren braucht, weil er die unabänderlichen Wahrheiten Gottes verkündet?

Um die Glaubwürdigkeit ihrer seltsamen Argumente zu unterstreichen, stellt der WT die Verfehlungen des Apostels Petrus heraus, der trotz, seinem Versagen in der Gunst Gottes verblieb. Bei einiger Überlegung hält aber auch dieser Vergleich des WT-Verfassers nicht stand. Wenn auch das persönliche Verhalten des Apostels infolge seines Hanges zum mosaischen Gesetz einmal öffentlich zu tadeln war, so wurde es bei Petrus doch nie erforderlich, auch nur eine seiner prophetischen Äußerungen rückgängig zu machen. (Gal. 2:11-21). Bekanntlich möchte aber die WTG-Leitung nicht ihr persönliches Verhalten rechtfertigen, sondern ihre häufigen biblischen Fehlprophezeiungen. Auch diese Begründung ermangelt somit einer vernünftigen, logischen Beweisführung.

Mit welcher Ungewißheit ist doch die Annahme des Wachtturm-Evangeliums verbunden. Man weiß nie genau, welche und wieviele verkehrte Ansichten über bestimmte Bibelstellen bereits in der Vergangenheit zu falschen Schlußfolgerungen führten, die gemäß den WT-Worten erst durch weiteres Forschen sich als Irrtümer herausstellen können. Das heißt also, Daß niemand weiß, ob das, was man heute noch als biblische Wahrheit verkündet, vielleicht morgen schon durch das intensive Forschen der WT-Körperschaft sich als Fehlschluß erweist und daher völlig umgeändert werden muß. Hierbei ist der Empfänger der WT-Botschaft ganz und gar auf den derzeitigen Erkenntnisstand der WTG-Führer angewiesen, welche jederzeit darüber bestimmen, wie man die Bibel zu verstehen hat.

Mancher wird sich fragen, wann und wie die WTG sich jemals korrigiert hat? Es ist schwierig, die falschen Ansichten als solche zu erkennen. In der Tat war die WTG niemals zu offenem und freimütigem Bekenntnis bereit die Fehler wirklich als Fehler zu bezeichnen. Doch imm hat man es verstanden, durch geschickte Wortführung den Leser des WT's glauben zu machen, Daß eine falsche Ansicht nicht etwa als frühere Unwahrheit oder geistige Finsternis aufzufassen ist, sondern als Licht, das nun heller scheint. Aber es ist völlig sicher: Eine Lehre, die man nach Jahren wieder ändert, weil sie nicht mehr tragbar ist, ist niemals eine göttliche Wahrheit gewesen, noch kann man sie mit dem heller werdenden Licht vergleichen, daß wie der Pfad der Gerechten leuchtet bis zur vollen Tageshöhe.

Die Unbeständigkeit und Unglaubwürdigkeit in biblischer Auslegung führt verständlicherweise zu Enttäuschung und Ablehnung der WT-Lehre. Wie kann die WTG-Führung noch erwarten, Daß allein durch ihre Bereitschaft, eine verkehrte Ansicht aufzugeben, das Vertrauen in die Organisation zurückgewonnen werden kann. Wer gibt den Schafen die Gewißheit, Daß die Leitung bei ihrer Fehlbarkeit nicht notwendigerweise noch viele ihrer wichtigsten Lehren einer Änderung unterziehen muß, die heute noch weltweit unbedenklich als Wahrheit angepriesen werden Diese Aussichten sind wahrlich wenig vertrauenerweckend.

Wie sieht es aber mit der angeblichen Bereitschaft, sich zu korrigieren, in Wirklichkeit aus? Es wäre erfreulich, würde diese Bereitschaft, offensichtlich verkehrte Ansichten zu beseitigen, tatsächlich vorhanden sein. Aber leider sprechen die Tatsachen eine andere Sprache. Wir fragten uns immer wieder: Wird die Leitung der WTG sich in den grundlegend falschen Auffassungen korrigieren, z. B. hinsichtlich der unbewiesenen Wiederkunft Christi im Jahre 1914 und den damit verbundenen Falschdarlegungen Oder werden die Verantwortlichen der Organisation vielleicht ihre Ansprüche, der Mitteilungs- und Verbindungskanal Jehovas und der treue und verständige Sklave zu sein, aufgeben? Werden sie sich in dieser Richtung korrigieren? Unsere, nun aus Erfahrung geübte Einschätzung lehrt uns, dies nicht zu glauben

Ist die Organisationsleitung auch nicht bereit, verkehrte Ansichten aufzugeben - wir haben längst gelernt, unsere früheren, der WTG entlehnten Auffassungen ohne ihren Einfluß zu korrigieren, ohne dabei als wahre Propheten gelten zu wollen. Welche Haltung nimmst Du heute ein? Wirst Du Dich von den Vorurteilen, die Dein logisches Denken behindern, freimachen können? Möchten alle das Anliegen dieser Veröffentlichung richtig verstehen: Die erhobenen Machtansprüche der WTG-Leitung und ihre offensichtliche Fehlbarkeit in biblischer Auslegung, die in keinem Verhältnis zueinander stehen, machen es grundsätzlich erforderlich, die WT-Botschaft mit besonderer Aufmerksamkeit zu erforschen und ihre Mängel im Interesse aller Wahrheitsliebenden aufzudecken. Wir erwarten deshalb, daß der bibelinteressierte Leser bereit ist, sachlich alles Für und Wider abzuwägen.

Die anderen Schafe und die große Volksmenge

Suchst Du in der WT-Literatur Aufschluß über die "anderen Schafe" (Joh. 10:16) und die "große Volksmenge" (Offbg. 7:9), so denke immer daran: Die führenden Männer der Organisation sind nicht von Gott inspiriert und machen Fehler wie jeder andere Mensch. Daß ihre Kenntnisse auch in diesem Bereich auf falschen Schlußfolgerungen beruhen, liegt nachweisbar auf der Hand. Wir setzen voraus, daß die WT-Proklamation eines irdischen Königreiches, das für diese Klasse der "anderen Schafe", sowie für die "große Volksmenge" vorgesehen ist, allen bekannt ist. Viele der jungen Zeugen Jehovas werden allerdings nicht wissen, daß diese Erkenntnis des WT-Sklaven nicht immer die gleiche war.

So hatte die WTG z. B. im Jahre 1923 die "anderen Schafe" als eine Klasse mit irdischen Aussichten erkannt, während man die "große Volksmenge" erst im Jahre 1935 als mit den anderen Schafen identisch entdeckte. (Jeh. Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 140). Bis dahin hatte man der großen Volksmenge vernünftigerweise ein himmlisches Ziel zuerkannt, worauf wir noch zu sprechen kommen. Doch wenden wir uns zuerst den anderen Schafen zu, um festzustellen, ob die WT-Lehre hierüber eine schriftgemäße Grundlage hat.

Von welchen Schafen sprach Jesus zuerst in Johannes 10, denen er noch andere Schafe hinzufügen wollte. Hatte er hinsichtlich der ersteren Schafe schon die gesamte Christuskörperschaft im Sinn, die er noch durch eine irdische Klasse, die anderen Schafe, zu ergänzen gedachte? Um zu einem richtigen Ergebnis zu kommen, darf man die Tatsache nicht übersehen, daß Jesus zu den Juden sprach und er die Zeit seines irdischen Dienstes im besonderen diesem Volke widmete, welches oft mit einer Schafherde verglichen wurde. Demzufolge lautete sein Auftrag: "Ich bin nicht gesandt, als nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel". Auch seinen Jüngern galt die gleiche Forderung:

"Gehet nicht auf einen Weg der Nationen gehet aber vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel." Matth. 10:6; 15:24.

Damit gab uns Jesus deutlich zu verstehen, daß er nur zu den Israeliten gesandt worden war, aber die Heiden in die Auswahl seiner Gnade noch nicht einbezogen waren. Doch Jesus kannte dieses Volk und wußte, daß die Mehrheit seine gute Botschaft und das Anrecht auf das himmlische Königreich ablehnen würde. Nur eine Minderheit, eine kleine Herde, würde den Glauben haben. Jesus wußte aber auch genau, daß zu der einen Schafsklasse aus den Juden noch andere Schafe hinzugesammelt werden und zu einer Herde vereint werden sollten. Dies drückte er mit den Worten aus: "Und ich habe andere Schafe, die nicht aus diesem Hofe (Israel) sind, auch diese muß ich bringen, und sie, werden meine Stimme hören, und es wird e i n e Herde, ein Hirte sein". Joh. 10:16. Wir wissen, daß mit dem ersten Nichtjuden, mit Kornelius, diese Verheißung sich zu erfüllen begann. Apg, 10.

Nirgends in der Bibel findet sich ein Beweis, daß Jesus diesen anderen Schafen irgendwelche Hoffnung auf ein irdisches Paradies gemacht hätte, sondern sie würden mit den Judenchristen gleichberechtigte Bürger des himmlischen Reiches werden, wie es auch Paulus in Epheser 2 zum Ausdruck bringt. "Denn er ist unser Friede, der aus beiden (Juden und Heiden) eine (eine Herde) gemacht und abgebrochen hat die Zwischenwand der Umzäunung." Eph. 2:14.

Betrachtet man Johannes 10:16 unter diesem Gesichtspunkt, so erweist sich das Bibelzeugnis viel verständlicher und in Verbindung mit den übrigen Texten weit annehmbarer als die von der WTG angenommene Lehre von den "anderen Schafen".
Fortsetzung folgt.

Warum bleibt das Verbot der Wachtturm-Gesellschaft in der DDR bestehen?
Zur Lage der Geschwister in der DDR.
In CV Nr. 5 veröffentlichten wir einen an das Bibelhaus übersandten Brief, in welchem Brüder gegen die politischen Artikel im WT und anderer Literatur protestierten und um Unterlassung dieser Artikel ersuchten. Diese Briefe sind den leitenden Brüdern im Bethel unangenehm, da man darauf keine rechte Antwort zu geben weiß.

Wir erfahren dazu, daß Bruder Pohl den Rat gab, man sollte die Kommunisten nicht zu sehr reizen. Das bedeutet, man solle nicht zu oft mit solchen politischen Artikeln kommen, jedoch hin und wieder müsse man die Zähne zeigen, um damit deutlich zu machen, wen man vor sich hat.

Wer ist denn die WTG, die sich in solchen Anmaßungen ergeht? Überheblichkeit geziemt sich eines Christen nicht. (Rö. 12:17, 18). Die leitenden Brüder im Bethel erklären dazu weiter, die Ablehnung dieser politischen Artikel werde den Brüdern in der DDR aufgezwungen, es ist gar nicht die Meinung der Brüder. Haben aber die Brüder nicht von sich aus diesen Brief an das Bethel geschrieben? Niemand hat sie dazu aufgefordert, sondern ihr Gewissen trieb sie dazu, denn sie erkannten, daß dies mit Glauben nichts zu tun habe.

Nein, es wurde ihnen nicht aufgezwungen, es ist die allmähliche Rückkehr zu den Grundsätzen der Bibel. Diese Grundsätze zwingen sie, gegen die politischen Artikel zu protestieren, weil die Organisationsleitung die biblischen Grundsätze unbeachtet lässt. Gebietet doch die Schrift, "aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen untertan sein." 1. Petr. 2:13.

Dazu kommt noch etwas Bedenkliches. Man bemerkt im Bethel Wiesbaden, daß einige Brüder ihre kritischen Gedanken über diese WT-Artikel verschweigen, besonders nach oben. Man sagt, das sei Vertrauen, das nicht angebracht sei. Die Brüder sollten doch ihre ersten kritischen und unzufriedenen Regungen gleich äußern. Die Leitung weiß, daß man in der Regel erste Zweifel noch unterdrücken kann. Jedoch merkt man auch in der Leitung, wie Übersicht und Kontrolle über die Geschwister geringer werden. Auf Grund der Geschehnisse in den letzten Jahren ist die Liebe und das Vertrauen zueinander erkaltet und geschwunden.

Die WT-Führung ist in Sorge, denn dies ist für die WTG gefährlich, wenn man dies nicht aufzuhalten vermag. Auch der Gemeinschaftsentzug vermag dies nicht aufzuhalten, denn Liebe und Vertrauen kann man nicht erzwingen.

,Schließlich versucht man, den kritischen und unzufriedenen Brüdern einzureden, die Verbotssache liege überhaupt nicht an der Organisations-Führung oder an der politischen Schreibweise der WT-Leitung, sondern die DDR-Behörden zeigten einfach keine Bereitschaft zu Gesprächen über Aufhebung des Verbotes. Dieser Behauptung steht aber entgegen, daß der WT vom 1. 1. 1962, S. 21 schreibt, das man schon seit 1879 den Kampf gegen Sozialismus und Kommunismus führt. Daß es aber auch ohne politische Artikel geht, zeigt das Jahr 1966. Man unterließ hier ein halbes Jahr lang die politischen Artikel mit den Verleumdungen. Im November 1966 wurden dann die Worte von Bruder Pohl wieder angewendet ab und zu die Zähne zu zeigen, damit man weis, mit wem man es zu tun hat. Der Wachtturm vom 15. 11. 1966 ging in gehässiger Weise, unter Falschauslegung der Bibelstelle von Offbg. 16:3, gegen den "Weltkommunismus" vor. Soll dies etwa die Bereitwilligkeit der WTG-Führung zur Unterlassung von politischen Angriffen gegen die sozialistischen Staaten zeigen? Ist dies nicht ein abermaliger Angriff gegenüber Staatsformen, welche der Leitung unbeliebt sind? Kann unter solchen Umständen ein Staat zu Verhandlungen über Aufhebung des Verbotes bereit sein?

Wer vereitelt hier immer wieder die Bereitwilligkeit zu einer Aussprache? Doch nur die WTG-Leitung. Sie bestätigt damit, daß ihr gar nicht daran gelegen ist, ihrerseits Verständigungsbereitschaft zu zeigen, im Gegenteil sie will diesen Zustand aufrechterhalten, damit man nach außen hin sagen kann, in den sozialistischen Ländern werden die Zeugen Jehovas wegen ihres Glaubens verfolgt und inhaftiert. Der Beweis ist aber erbracht, daß die Zeugen Jehovas nicht wegen ihres Glaubens inhaftiert werden. Bei der letzten Verhaftung leitender Funktionäre in der DDR (Liebig und andere) wurde bewiesen, daß sie politisch im Auftrage der Leitung in Brooklyn tätig und bemüht waren, diesen Auftrag zur Zufriedenheit der Leitung in Brooklyn durchzuführen. Sie wurden wie so viele andere vor ihnen von der Leitung mißbraucht, weil sie glaubten ohne zu prüfen, was die WTG lehrte, nämlich: "diese Aufträge kämen von Gott, der WTG-Leitung ist daher so zu gehorchen, als wie Gott" WT 15. 8. 57, 498/7. Möchten dies doch alle Brüder und Schwestern erkennen, daß sie auf Grund ihres Glaubens und Vertrauens zur WTG-Leitung mißbraucht werden und sie sich daher in Schwierigkeiten begeben, deren Tragweite sich viele gar nicht bewußt sind.

Wir möchten die Brüder und Schwestern, auf Grund der Lage der Zeugen Jehovas in der DDR, auf die grundsätzliche Haltung in der DDR zu westdeutschen Kirchen und Gemeinschaften bzw. ihrer Führungen hinweisen. Der Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht erklärte 1961 gegenüber Prof. Fuchs, einem Vertreter der Gemeinschaft der Quäker, das man in der DDR bereit ist, mannigfaltige Erleichterungen zu gewähren und in vieler Hinsicht entgegenzukommen, sowie die Haltung zu überprüfen, wenn jene westdeutschen religiösen Führer sich von ihrer antikommunistischen DDR-feindlichen Politik in ihrer Verkündigung lossagen. (Schriftenreihe des Staatsrates der DDR, 5/1964). Diese Erklärung gilt auch für die WTG-Führung Würde dies von der WTG-Führung beachtet, könnte man Verhandlungen über Verbotsaufhebung ohne weiteres einleiten. Jedoch die Leitung beharrt weiter auf ihrem Herrenstandpunkt, man müße doch zeigen, wer man ist und bei solchen überheblichen Gebaren, kann natürlich niemals etwas Gutes herauskommen.

Es liegt aber auch zum Teil mit an den Brüdern und Schwestern in den Versammlungen. Sie sollten mit Hinweisen auf die Schrift, derartige politische WT-Literatur energisch ablehnen. Selbige dienen nicht zur Auferbauung im Glauben und zur Stärkung im Dienst für den Herrn. Es ist uns bekannt, daß viele Brüder und Schwestern diese hier dargelegte Meinung vertreten, aber leider noch nicht den Mut finden, dies in den Versammlungen gegenüber den Brüdern zum Ausdruck zu bringen. Sie wissen genau, daß ihnen diese politischen Artikel über kurz oder lang zum Schaden gereichen und tauschen sich untereinander darüber aus, aus Furcht, man könnte bei Auflehnung ausgeschlossen werden und sein Leben verlieren. Wir haben aber des öfteren schon darauf hingewiesen, dar derartige Fluch- und Bannsprüche der WTG-Leitung kraftlos sind und man sie nicht zu fürchten braucht. Wenn ihr wollt, daß das Verbot beseitigt wird, dann wendet Euch immer wieder an die Leitung, damit sie Eure Gewissenskonflikte kennenlernt, die sie Euch bereiten. Durch viele Briefe werden sie nachgeben müssen, denn die Leitung möchte die Verkündigerzahl halten. Seid stets wachsam, furchtlos und bemüht, Eure Freiheit zu erhalten. Freiheit in Christi heißt auch: Freiheit von Menschenfurcht und Menschensatzung Wenn diese Freiheit nicht nur eine fromme Theorie ist, sondern ein kostbares Gut, dann wird Liebe und Verstehen an erster Stelle stehen. Seid allezeit verständig mit kühlem Geist und gutem Mut. Spr. 27:27. Beachtet die Worte in 1. Tim. 2:1-4, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und würdigem Ernst.

Von hinterhältigen Dingen lossagen!
2. Kor. 4:2 NW
Noch einmal die gute Hoffnung

"Personen, die gegen gute Sitten und die öffentliche Ordnung verstoßen, werden von der weltlichen Obrigkeit verurteilt und bestraft . . . Die Christenversammlung kann daher kein Glied, das ein Dieb, Schmuggler, Bigamist, Mörder, Verleumder oder Betrüger ist, vor der Bestrafung schützen . . . Sie haben das Gesetz des Landes übertreten . . . und kein Recht sich zu beklagen" (WT 15. 1. 1963, S. 49).

So formulierte der WT das Verhältnis des Christen zur staatlichen Obrigkeit, nachdem 1963 die Irrlehre aufgegeben wurde, die Regierung sei keine Obrigkeit von Gott. Die Frage entstand, ob die neue Formulierung auch für Regierungen sozialistischer Länder gelten soll. Das wurde im WT vom 1. 1. 1963, S. 13, Abs. 2, 3 ausdrücklich bejaht.

Was Brooklyn und Wiesbaden aber in Wirklichkeit tun, ist das Gegenteil von dem, was sie sagen. Wie vordem geht die Gestalt des Diebes, Verleumders, Betrügers und Schmugglers in der Gute-Hoffnung-Frage einher.

Auf Abwege geratene Diener

Du glaubst, die Organisation tue mit Deinen Gute-Hoffnung-Spenden nichts, was gegen die öffentliche Ordnung oder Gesetzgebung bezüglich Geldverkehr in unserem Lande verstößt? Dieser Bericht zeigt Dir das Gegenteil. Er ist darum ein Appell an das Gewissen der Brüder und Schwestern, die nicht so sehr fanatisch sind, daß sie den Geist eines gesunden christlichen Sinnes selbst in Geldfragen verloren haben.

Weil die WTG in dieser Sache wieder ins Kriminelle führt, ist es jedoch notwendig, dabei eine offene Sprache zu führen. Auch der Apostel Paulus nannte die Namen derer, die "in Sachen der Wahrheit auf, Abwege geraten" waren, wie Hymenäus und Philetus. 2. Tim. 2:17, 18.

Der WT schreibt, die öffentliche gesetzliche Ordnung werde respektiert und die Christenversammlung schütze keine Betrüger und Schmuggler. Auch der ehemalige Versammlungsdiener aus Berlin, Horst S., hat das in den Versammlungen gepredigt. Er selbst schritt jedoch unter diesem frommen Mantel weiter als Betrüger und Schmuggler einher und eine ganze Reihe Leichtsinniger folgte ihm darin. Eine gefährliche politische Geschichte. Er hatte festgelegt, unter mißbräuchlicher Ausnutzung der Grenzübergangsregelung zwischen der Regierung der DDR und dem Westberliner Senat unter Betrug der Grenzkontrollorgane zu schmuggeln. Bestimmte Westbrüder sollten das übernehmen. In Westberlin hatte Zweigdiener Konrad Franke Bruder Heinz K. für diesen Schmuggel eingesetzt. Dort wurde zu diesem Zweck Gute-Hoffnungs-Gelder von Geschwistern aus der DDR gehortet ohne deren Zustimmung und Wissen. Das betrifft u. a. Br. Burchard, W., aus Berlin. Man fragte nicht danach, wie diese Geschwister im Ernstfall diese Gesetzlosigkeiten verantworten sollen. Wie töricht zu glauben, Jehova halte schützend die Hand darüber! Wir hatten den "Kanal Jehovas" einleitend zitiert! Würden solche Untaten sonst bekannt werden? Kein Schmuggler wird beschützt.

Für die Gesetzlosigkeiten und die schriftwidrige "Kriegslist" (2. Kor. 4:2 NW) gewisser "Hirten" und sonstige Hinterhältigkeiten werden Tausende Mark "Gute-Hoffnungs-gelder" verschleudert. Bedürftige Geschwister dagegen wimmeln sich diese "Hirten" tunlichst vom Halse!

So z. B. die beiden alten Schw. Rösel und Bertel K. aus Bernau, die um Hilfe baten. Eilig setzte das Zweigbüro da den ganzen illegalen Apparat in Bewegung, um hintenherum zu erfahren, ob diese Schwestern auch verkündigen oder ob sonst etwas Belastendes zu erfahren ist. Dann wurde ihnen mitgeteilt, wenn ihre Not nicht so groß ist, sollten sie lieber ihre Bitten unterlassen.

Ihr "Hirte!" aber verschleudert einige tausend Mark! Er und seine "Oberhirten" kümmern sich kaum um das, was

in 2. Kor. 8.12-15 über die gegenseitige Hilfe unter Christen geschrieben steht. Wie versessen sind sie auf ihre schriftwidrige "Kriegslist" (2. Kor. 4:2 NW), der sie ihre Brüder und Schwestern bedenkenlos opfern. Was wollen sie aber sagen, wenn man ihnen eines Tages die WT's vorlegt, in denen scheinheilig jeder Schmuggel verurteilt und die Respektierung der öffentlichen staatlichen Ordnung beschworen wird? Kommt dann nicht ein großer Betrug ans Licht?

Oft ist es so, daß man sehr viel sagen kann, bevor jemand zum Nachdenken kommt. In den meisten Fällen gehört noch ein persönliches Erlebnis bitterer Art dazu, bevor die vielen bedenklichen Feststellungen, die gemacht wurden, endlich zu einer realen Betrachtung der Sachlage führen.

Appell an die alten erfahrenen Brüder

Die Schrift setzt folgenden Maßstab für Diener: Er darf kein Neubekehrter sein, sonst könnte er sich leicht überheben Er muß sich aber auch bei den Nichtchristen eines guten Rufes erfreuen, damit er nicht in übles Gerede komme . . . er muß frei von Geldgier sein . . . nicht schnöder Gewinnsucht ergeben . . . erst dann ihr Amtübernehmen, wenn sie unbescholten erfunden sind." (l. Tim. 3:1-10).

Auch junge Brüder behalten oft die Überheblichkeit einiger Neubekehrter bei. Die Organisation weiß zudem um die Kritiklosigkeit und Leichtfertigkeit Jüngerer, die geringere Lebenserfahrung haben, und vor allem geringere Übersicht über die Vergangenheit der Organisation. Nicht umsonst werden immer mehr ältere Brüder aus verantwortlichen Dienstämtern entfernt.

Doch überall sind ältere erfahrene Brüder, zu denen auch der genannte Br. Burchard W. gehört. Mögen sie hervortreten gegen die, die auf Abwege geraten sind, wie es der Apostel Paulus zeigte!

Mögen sie den "Kriegslistigen" (2. Kor. 4:2 NW), Schmugglern und sonstigen Veranwortungslosen, die in kein Dienstamt gehören, doch sagen:

Da wird laufend gepredigt was für ordentliche Bürger Jehovas Zeugen doch seien. 1957 schrieb Präsident Knorr an die Sowjetregierung sogar, Jehovas Zeugen seien die "gesetzestreuesten Bürger" jedes Landes! (WT 15. 4. 1957, S. 253). Es scheint aber notwendig zu sein, erst einmal wieder die elementarsten Grundsätze christlichen Verhaltens als ordentliche Bürger zu predigen! Was unter allen Umständen zu respektieren ist, wenn man überhaupt ein Christ sein will!

Das sind Jesu Worte in Matth. 22:15-22 "Gebt dein Cäsar was des Cäsars ist." Sie besagen, den Finanzgesetzen des Staates unbedingt gehorsam zu sein! Paulus erläuterte in Rö. 13:7, "Steuer dem, dem die Steuer zukommt." Daraus folgt unumstritten, daß Christen die Gesetzgebung auch in Geldfragen korrekt zu befolgen haben. Ob Devisenverkehr, Geldein- und Geldausfuhr, Steuer- oder Zollgesetze Alle Brüder und Schwestern sind darum biblisch, staatsbürgerlich und gesetzlich verpflichtet, die geltenden Finanzbestimmungen genauso einzuhalten wie etwa die Eigentums- oder Straßenverkehrsordnung! Was ist denn bloß in die Köpfe einiger gefahren, daß sie das bedenkenlos übertreten? Die Weisungen der Organisation? Die sind gewissenlos. Denn in keinem WT bestätigt die WTG, daß ihr schmuggeln könnt. Im Gegenteil! Offiziell wäscht man sich immer die Hände in Unschuld, wie das einleitende WT-Zitat zeigt! Hilft denn keine schriftgemäße Warnung und Ermahnung? Muß ihnen denn erst aufs Haupt geschlagen werden, um zur Besinnung zu kommen? Müssen sie erst durch den Arm des Gesetzes zur Raison gebracht werden? Die Schrift verlangt: "Niemand leide als Mörder oder Dieb oder Missetäter oder auch nur deshalb, weil er sich unbefugt in fremde Dinge gemischt hat" (l. Petr. 4:15). Es ist höchste Zeit zur Besinnung zu kommen!

Aufklärung über die WTG auch in Polen
Von Warschau, Gdansk, Krakow, Tarnow, Poznan Bydgoszcz aus erfolgt auch in Polen eine Aufklärung über die WTG. Sie erfolgt in der Zeitschrift SWIT, der Vereinigung zur Erforschung der Heiligen Schrift in Polen.

In SWIT 2/1963 wird folgender Dialog zwischen einem Bruder, der WTG-Präsident Rutherford persönlich im Bethel Brooklyn kennenlernte und einem Zeugen veröffentlicht:
Forscher: Kennen Sie Rutherford?
Zeuge: Ja, vom Bild.
Forscher: Sehr gut. (Entnahm einer Aktentasche einen Zeitungsausschnitt amerikanischer Herkunft und zeigt ihm das Bild eines Palastes, vor dem eine elegante Limousine stand, und daneben Rutherford). Erkennen Sie Rutherford?
Zeuge: Ja, ich erkenne ihn. Das ist Rutherford.
Forscher. Lesen Sie diesen dazugehörigen Zeitungsbericht.
Zeuge: Ich bin des Englischen nicht mächtig.
Forscher: Schade, doch hören Sie, was da geschrieben steht:
"Ein irdisches Haus für Israels Könige. Dieses Gebäude in San Diego ist speziell für die alttestamentlichen Kirchenführer erstellt. Richter Jakob Rutherford, Leiter der Internationalen Bibelforschervereinigung, erstellte dieses Haus eigens zur Wohnung König Davids und anderer alttestamentlicher Herrscher und Propheten Israels, die auf die Erde zurückkehren werden." Sie sollten also auferstehen und in diesem Palast wohnen. Das sollte im Jahre 1925 geschehen. Jetzt haben wir das Jahr 1963. Immer noch schlafen sie in der Erde. Falls Ihnen diese Dinge nicht glaubwürdig erscheinen sollten, bitte hier ist die Broschüre "Millionen jetzt lebender Menschen werden niemals sterben". Und hier schreibt der Wachtturm vom 1. August 1922 auf Seite 288: "Das Tausendjahrreich beginnt im Jahre 1925. Das menschliche Elend beginnt in diesem Jahr zu verschwinden, verschwinden werden Krankheit und Tod." Solches verkündigten Rutherford und seine Gehilfen in ganz Amerika und in der ganzen Welt, und nichts davon ist in Erfüllung gegangen.

Den Palast Davids, der so viel Geld kostete, bezog Rutherford selbst. Und in diesem Palast starb Rutherford und hatte einen so seltsamen Tod und eine so wunderliche Beerdigung. (Die Behörden hatten die Beerdigung Rutherford im Palastgrundstück in San Diego verboten. Erst nach 3 ½ Monaten - Rutherford starb am 8. Januar 1942 wurde er am 25. April 1942 auf dem Friedhof Woodrow S.J. beigesetzt.)

Da sich die Leute von euch abzuwenden begannen, änderte Rutherford den Namen der Organisation in "Zeugen Jehovas" und weiter ging es mit der Irreführung der Menschen Nur wenige haben eine Ahnung, wie viele falsche Lehren von dieser "unfehlbaren" Mutter (der WTG) verbreitet wurden und noch werden. Heute lehrt Ihr so und morgen anders. Und dieser Wechsel vollzieht sich laufend.

Aus eingegangenen Briefen:
Aus Berlin:
Ich bin ein junger Ehemaliger. Die Erkenntnis, daß die WTG durch ihre verbrecherische Irreführung von überwiegend einfachen Menschen, schon Tausenden das Leben ruiniert hat veranlaßt mich, von der Passivität eines ZJ, zur Aktivität geistigen Kampfes gegen die WTG überzugehen. Ich lehne Gewaltmaßnahmen gegenüber den ZJ grundsätzlich ab, werde aber meinen Teil dazu beitragen, der WTG die Maske, unter der sie sich versteckt herunterzureißen. Nicht noch einmal sollen Menschen meiner Generation wie W. J. Schnell sagen müssen: "Ich war dreißig Jahre Sklave des Wachtturms." Auch das Buch von Josy Doyon "Hirten ohne Erbarmen" hat mich sehr beeindruckt. Ich halte es für eine der besten Veröffentlichungen, die über Jehovas Zeugen jemals geschrieben wurden. J. Doyon, schildert durch ihre Erlebnisse und Erfahrungen sehr überzeugend die Unmenschlichkeit und Lieblosigkeit der Wachtturm-Religion. '

Wenn Josy Doyon meint daß sie das Buch nicht geschrieben hätte, wenn sie CV vorher gekannt hätte, so kann ich dem nicht zustimmen, sondern bin der Meinung, daß noch viele Ehemalige den Mut finden, die Methoden lehren der WTG zu brandmarken, damit viele erwachen.
Ich halte Deine Zeitschrift "Christliche Verantwortung" für ein sehr wirksames Mittel im Aufklärungskampf gegen die WTG. Bücher werden von den ZJ bestenfalls einmal gelesen, dann beiseite gelegt. Bei einer Zeitschrift, die sie des öfteren wieder neu erhalten, werden sie gezwungen, oft durch Neugier, ständig wieder aufs neue nachzudenken Da sie auch an Dingen interessiert sind, die ihnen die Leitung verschweigt, werden sie angeregt, sich immer wieder Gedanken zu machen. Der WT wendet ja die gleiche Methode an, regelmäßig Neues zu unterbreiten, oder altes aufzufrischen.

Die wirksamste Methode im Aufklärungskampf gegen die WTG besteht jedoch darin, sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Deine CV hat sich darin gut bewährt und wird sich immer mehr durchsetzen trotzdem es die Leitung verhindern möchte. Weil sie bereits zu bekannt geworden ist unter den ZJ, werden sie einen Verbreiter nicht verhindern können. Wir wollen uns aber keinen Illusionen hingeben, denn wir kennen es genau, daß unsere Aufklärungsarbeit gegenüber der Gehirnwäsche der WTG, mengenmäßig. wie ein Tropfen auf einen heißen Stein ist. Ist es aber der Wille des Herrn, so wird er Gelingen schenken, dessen sind wir gewiß.
Bezugnehmend auf Deine Veröffentlichung über den illegalen Geldschmuggel möchte ich Dir noch etwas über die neueste Methode, derer sich die WTG-Diener bedienen, berichten. Sie wird seit Anfang 1967 hier im Berliner Raum angewendet. Die Gelder der "Guten Hoffnungskasse" bleiben bei den einzelnen Studienleitern. Im monatlichen Bericht wird jeweils die vorhandene Gesamtsumme angegeben In unregelmäßigen Abständen werden die Gelder eingesammelt, jedoch um die Gewichtsmenge zu verkleinern, kommen nur Einhundert- und Fünfzigmarkscheine in Betracht. Das Einsammeln und Verpacken des Geldes wird ausgeführt von höheren Dienern, damit der kleine Verkündiger die Summen nicht erfährt und wie sie geschmuggelt werden. Man verpackt sie in Kohlepapier, was dann in einen Briefumschlag mit einer Westberliner Privatadresse eingesteckt wird. Die Adressaten sind in Westberlin lebende ZJ. Dieser Geldversand erfolgt nach beiderseitig vorher festgelegten Terminen. Ist das Geld drüben gut angekommen, erfolgt von dort eine fingierte Rückantwort welche als Quittung gilt. So werden die Gesetze von der WT-Leitung verletzt, welche die Verantwortung für den Schmuggel trägt. Sie sind ja außer Reichweite des Strafgesetzes. Bestraft wird dann immer wieder der es im Gehorsam ausführende Bruder und die Leitung freut sich, immer wieder solche Gehorsame zu finden, welche ihr Millionenvermögen vergrößern helfen.
Mit diesem Kurzbericht möchte ich heute schließen. Sende mir bitte, wenn es möglich ist, 20 Stück CV, denn ich möchte mithelfen, besonders unter der jungen Generation CV zu verbreiten, damit sie frühzeitig erfahren, welche Gefahren die Leitung der WTG den Brüdern aufbürdet…Für Deine Tätigkeit wünsche ich Dir viel Erfolg …
M. G.
Zur Kenntnisnahme: Der hier geschilderte Geldversand ist bereits wieder überholt, man hat sich eine andere Methode erdacht.

Aus Westberlin:
Mit Begeisterung haben wir das Buch: "Hirten ohne Erbarmen" von Josy Doyon gelesen, haben wir doch fast die gleichen Erlebnisse gehabt. Eines haben sie aber bei mir nicht erreicht, zum Pionierdienst habe ich mich nicht bringen lassen. Der Grund war. Ich fand es empörend, daß die Geschwister im Krankheitsfalle die ausgefallenen Stunden nachholen mußten. Den Sonnabend hatte ich mir stets zu einem persönlichen Bibelstudium freigehalten. Dies war nach Auffassung der Leitung nicht in Ordnung. Als es bekannt wurde, daß ich den Tag für mich zum Bibelstudium verwandte, wurde sofort eine Brüderbesprechung angesetzt. Ich machte mir Gedanken darüber, hier kann doch etwas nicht stimmen? Auch sprach ich darüber mit anderen Brüdern, ob meine Zweifel berechtigt seien. Dies erfuhr natürlich auch die Dienerleitung. Es folgte daraufhin die unausbleibliche Komiteesitzung. Man wollte mich hier wieder auf Vordermann bringen. Jedoch ihre Bibelkenntnisse reichten nicht aus; um mich zu überzeugen. Um sie 100% ins Unrecht zu setzen, gab ich folgende Blankoerklärung ab: Brüder. falls ihr mir beweist, daß von den 17 000 Überrestgliedern ein einziger mit dem Heiligen Geist gesalbt ist, will ich meinen weltlichen Beruf aufgeben und mich vollkommen der Organisation unterstellen. Ebenso, wenn ihr mir beweist, daß nur das Volk der Zeugen Jehovas von Gott gerettet wird. - Liebe Brüder, es liegt jetzt also nicht mehr an mir, sondern an euch! Ihr braucht es mir nur zu beweisen - aber beweisen -, überreden könnt ihr mich nicht. Es wurde nicht einmal der Versuch unternommen, "einen" Beweis anzuführen, sondern es erfolgte der Ausschluß.

Vorher hatte ich die Frage gestellt: Wie übermittelt Jehova seiner Organisation Erkenntnisse? Die Antwort lautete: Bruder Knorr erhalte durch eifriges Studium der Bibel die Erkenntnisse übermittelt. Weiter fragte ich dann: Haltet ihr es für möglich, daß anderen Brüdern, die auch eifrig die Bibel studieren, von Gott die Erkenntnisse gegeben würden? Dies wurde bejaht. (!) Angenommen, forschte ich dann weiter, Bruder Knorr sei einem Irrtum aufgesessen, der andere Bruder aber, verkündige im Gegensatz zu der Gesellschaft seine wahre neue Erkenntnis, was geschieht dann ?? Die Antwort war, man höre und staune: Der Bruder, der die Wahrheit verkündigt hat, wird ausgeschlossen, da man ja Einheit lehren müsse - Ich repetierte also: Die Wahrheit fliegt heraus und der Irrtum bleibt drin. Auf mein Erstaunen wurde mir dies nochmals bestätigt. Darauf erwiderte ich: Mehr braucht es nun wirklich nicht, um zu beweisen, daß ihr ganz dem Irrtum und der Arroganz verfallen seid!

Ähnlich erging es auch mir nahestehenden Brüdern und Schwestern. Wir sind glücklich, daß uns der Herr aus dieser Zwangsjacke befreit hat und uns durch klare Erkenntnisse reich gesegnet hat. Wir kommen jede Woche einmal in einem Hausbibelkreis zusammen, alles ehemalige Zeugen. Sie lassen Dich alle herzlichst grüßen . . . Wir bleiben unter uns und stärken uns gegenseitig. Deine Zeitschrift CV haben wir immer mit großem Interesse gelesen, und sind erstaunt über Deine guten Informationen. Zum Schluß grüßen wir
Dich und alle Deine Angehörigen sowie alle bekehrten Brüder in der Ordnung Christi …

Aus Amerika;
Ich lese CV immer mit Interesse. Der Artikel: "Glaubst Du dem WT mehr als der Bibel?" ist eine sehr gute durchdringende Beleuchtung der Harmagedonfrage im Zusammenhang mit WT-Gehirnwäsche. Die Wiederkunft Christi ist der entscheidende Wendepunkt, diese ist aber noch zukünftig.
Zu diesem allem könnte ich noch mehr hinzufügen, um die dramatische Gehirnwäsche der WT-Leitung mit Wahrheiten zu beweisen.
Erlösung ist ja schon vor rund 2000 Jahren bewirkt worden an dem Kreuz durch den 'Tod unseres Herrn Jesu. Befreiung ist bewirkt worden, durch seine Auferstehung und Himmelfahrt, sitzend auf dem Throne Gottes. Das Evangelium ist im Herzen Gottes entstanden, nicht im Gehirn der WT-Führer. Joh. 3:16. Des Herrn Sterben, Auferstehung, Himmelfahrt sind doch Tatsachen, gültig für alle Ewigkeit. Demnach sind die WT-Lehren von einer kommenden Befreiung in Harmagedon unbiblisch, und werden gebraucht um Menschen in "ihre Theokratie" zu versklaven.

Jehovas Zeugen sind durch die vielen Irrlehren der WT's in Gewissenskonflikte gekommen, sei es bei der Bluttransfusion, Obrigkeiten usw. Selbige werden wohl mit neuem Licht bezeichnet von der Leitung. Wird aber nicht auch Satan als ein Engel des Lichtes dargestellt? Bruder Franz sagte einmal:

"Engel überschatten die Wachtturm-Redakteure-" Ich frage: Welche Engel?.........

Aus Californien:
. . . Den Artikel: "Steht die WTG-Führung zu ihren eigenen Worten?" sollte vielen Geschwistern besonders zu Herzen gehen, denn er bricht die Schranken, die so oft infolge eigener Ansicht und Auslegung zwischen Geschwistern errichtet werden. "Helft einander in der Liebe, die Christus euch vorgelebt hat. Ahmt nicht das Beispiel der WTL nach, welche nur denen Freundlichkeit erweist, die sich ihren Anweisungen bedingungslos unterwerfen." … Habe bis jetzt alle CV erhalten. Ich finde es ganz richtig, wenn gegen die gesetzwidrige und unvernünftige Leitung der WTG, die den Brüdern unnötigerweise das Leben erschwert, vorgegangen wird. Es ist doch selbstverständlich, daß jeder Christ, die gegenwärtigen Gesetze und Verordnungen seines Landes, gleich welcher Regierungsform, beachten muß. Ich kann mir vorstellen, daß man versuchen wird, Dir alle möglichen Hindernisse in den Weg zu legen und wünsche Dir des Herrn Beistand. Auch hier versucht die WTG-Leitung den Gegnern Hindernisse in den Weg zu legen . . .

Aus Hamburg:
Herzlichen Dank für laufende Zusendung von CV. Dieses Mitteilungsblatt ist sehr aufschlußreich und atmet dabei doch einen wohltuenden sachlichen Geist. Auf Deine Empfehlung hin habe ich mir das Buch "Hirten ohne Erbarmen" bestellt. Solche Aufklärung über die WTG ist viel wirkungsvoller, als wenn es ein Außenstehender schriebe.
. . . Ich hoffe, daß Ihr noch viel Frucht und Ermutigung erfahrt in Eurem Dienst der Aufklärung und Warnung. Möge Gott noch vielen die Augen öffnen! . . .

Aus Berlin-W.:
. . . CV ist für uns sehr wichtig. Wir studieren es in unserer Gruppe "Ehemaliger". Was gibt es denn Besseres auf Erden zu tun, als Menschen zu helfen? Deshalb betrachte ich CV als ein Teil des Rettungswerkes. Ich hatte schon Gelegenheit, CV anderen zu geben, auch Andersgläubigen, welche Verwandte unter den ZJ haben. Irgendwie und wann, wird es schon mal gute Dienste tun. Viele von den bekannten ZJ weichen mir aus, da ich eine Verfemte in ihren Augen bin. Hoffe aber, daß auch sie eines Tages mal erwachen werden . . .

Interessante Mitteilungen
Kommt auch WTG-Präsident Knorr zur Einsicht?
"Alle ehrlichen Friedensbemühungen sind ernst zu nehmen und auf ihren Kern zu prüfen. Der Weg zum Frieden führt über den Dialog, über das brüderliche Zusammenleben der christlichen Konfessionen, über die Versöhnungsbereitschaft und den Abbau von Vorurteilen. Unsere Kongresse erheischen eine Überprüfung, ob das Anliegen noch der Wirklichkeit entspricht. Kritische Stimmen aus dem Osten wie in letzter Zeit aus dem Westen verlangen eine Überprüfung."

Mit diesen Äußerungen auf dem kath. Kongreß "Kirche in Not", Königstein, sind die notorischen Antikommunisten dieser Tagungen in die Krise geraten. Die Bevölkerung Asiens, Afrikas und Lateinamerikas mache im Jahr 2000 rund 80 Prozent der Menschheit aus. Diese soziale Frage können nur mit den Kommunisten gelöst werden. Prof. Iring Fetscher, Frankfurt/M., würdigte in diesem Zusammenhang besonders die Bemühungen von Prof. D. Hromadka, Prag, zwischen Christen und Kommunisten Brücken zu schlagen

DIE ANDERE ZEITUNG, 24. August 1967, Hamburg.
Wann begreifen die Antikommunisten in Brooklyn, daß man zur Lösung der sozialen Probleme nicht auf die WT-Spekulationen über ein Weltende bis 1914, 1925, 1945, 1972, 1975 und neuerdings intern bis 1992 hören kann?

Sie können 1975 nicht ernst nehmen.
Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Stuttgart veröffentlichte die Meldung, daß "in der Sekte Zeugen Jehovas gegenwärtig ein neuer Endzeittermin kolportiert" wird. Nunmehr solle die Vernichtung "aller Völker und Kirchen mit Ausnahme der Zeugen Jehovas" im Jahre 1975 stattfinden. Die bereits mehrmals erfolgte "endgültige" Proklamation eines Endes erweist jedoch die Unglaubwürdigkeit solcher Termine.
CHRIST UND WELT, 30. 6. 67, Stuttgart'

Zweigdiener Franke immer noch im Dienstamt.
"Harmagedon ist kein von uns erfundener oder ausgedachter Begriff", rief Konrad Franke, der Leiter des deutschen Zweiges der Wachtturm-Gesellschaft zu Beginn seiner Ausführungen aus.
So der TELEGRAF vom 18. 7. 67 über den Hauptvortrag Frankes "Eine große Volksmenge aus Harmagedon retten" zur Bezirksversammlung im Juli 1967 in Westberlin.

Zwar steht dieser Begriff in der Bibel. Doch kann Franke nur Einfältige darüber hinwegtäuschen, dar die WTG diesen Begriff oft genug mißbraucht hat. Zum Beispiel erklärte WTG-Präsident Rutherford 1938 in der Broschüre SCHAU DEN TATSACHEN INS AUGE, die jungen Brüder sollten mit Heiraten nur noch ein paar Jahre warten, dann sei der Sturm von Harmagedon vorüber! Diese Brüder sind heute Großväter.
Franke täte besser daran, als erwiesener Gestapo-Handlanger sofort von seinem Dienstamt zurückzutreten, bevor er in Schwierigkeiten gerät, anstatt auch noch in der Öffentlichkeit die WT-Harmagedonpeitsche für 1975 zu schwingen.

Zeugen Jehovas vor Gericht
Das Schöffengericht München verurteilte den Bruder Lothar St. im Juli 1967 zu 10 Monaten Gefängnis wegen Verweigerung des Wehrersatzdienstes. "Es geht nicht an, daß jemand aus Gründen der religiösen Überzeugung Vorteile gegenüber anderen Bürgern in Anspruch nimmt", erklärte der Amtsgerichtsrat. "Die Zeugen Jehovas verstehen sich selbst als Gesandte Gottes und beanspruchen so etwas wie Diplomatenrechte in einem Gastland, obwohl sie doch weitgehend nach den Spielregeln unserer Gesellschaft leben". Hierin komme "eine Fehleinschätzung der Rolle des Bürgers in der Demokratie" zum Ausdruck. CHRIST UND WELT, 4. 8. 1967, Stuttgart.

Die Gesandten- bzw. Diplomatenansprüche, mit denen sich der Bruder, irregeleitet durch die WTG, faktisch ausländischen Politikern und Regierungsbeamten gleichmachte, wurden vom Gericht zurückgewiesen.
Lies Matthäus 26:51, Lukas 22:36, Apostelgeschichte 8:26-40, 10:1-48.
Wehrersatzdienst ist daher ein staatliches Zugeständnis, das dem christlichen Gewissen mehr als entgegenkommt.

Neue Enthüllungen über die WTG in den USA
Die CHRISTIAN MISSION TO JEHOVAS WITNESSES in Florida, USA (Christliche Mission für Jehovas Zeugen), geleitet von Br. W. J. Schnell, veröffentlichte in Nr. 4/ 1967 ihres Organs "The Converted Jehovah's Witnes Expositor" einen 12seitigen Artikel: "Jehovah does not protect the Organisation of Jehovah's Witnesses" (Jehova beschützt nicht die Organisation der Zeugen Jehovas.) Schwerpunkte in dem Artikel sind u. a. die Gestapokollaboration des deutschen WTG-Zweigdieners Erich Frost, die Enthüllung dieser Tatsachen durch die westdeutsche Presse zum Hamburger WT-Kongreß 1961, der Sturz der WTG-"Säule" Erich Frost, die Zusammenarbeit der WTG nach 1945 mit dem amerikanischen Militärnachrichtendienst in Westdeutschland, der Millionen-Geldschmuggel der WTG aus der DDR nach dem Westen, sowie die Unterdrückung jeder Kritik durch die WTG.

Furchtbare Dinge unter den Zeugen in Afrika
Der Leiter einer Gruppe von Brüdern und Schwestern in Zentralafrika schreibt aus Malawi:
"Hier in Malawi sind mit mir 20 Brüder und Schwestern aus der Neuen Welt Gesellschaft der Zeugen Jehovas frei geworden und sie halten zusammen in einem frohen Werk der Ernte unter Jehovas Zeugen in Zentralafrika." In diesem Gebiet verführte eine fanatisierte Schwester Hunderte zu einem neuen Kult und die ihr in den Versammlungen nicht folgten, ließ sie ermorden.
Die Behörden verhafteten sie und ließen sie hinrichten. Dies hat Tausende anderer Zeugen desillusioniert und sie sind vor Furcht in den Busch geflohen, schreibt ein Bruder dazu.

A 4013/68 V 71 91

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