Annotationen zu den Zeugen Jehovas

Zweierlei Maß

Das Timing war beachtlich. Bereits in den frühen Morgenstunden des 26. 1. 99 wurde der B...-Artikel aus der „Welt", der sich gegen Kritiker der Zeugen Jehovas wendet im Diskussionsforum von InfoLink platziert. Nicht nur einmal, sondern gleich in mehrfacher Ausführung, damit ihn auch ja keiner übersehe. In der gedruckten Ausgabe der „Welt" erschien dieser Artikel aber auch erst am 26. 1. Offensichtlich mobilisiert die WTG ihre Hilfstruppen, mögen sie sich nun „Gesellschaft für bedrohte Völker" oder auch Theologieprofessor B... oder sonstwie nennen.

Ein Zeuge Jehovas aus einer Versammlung im Umland von Berlin teilte später dazu noch mit, dass dort in einer Grossverfielfätigungsaktion, alle aufgefordert wurden, sich mit reichlichen Exemplaren dieses Artikels zu versorgen. Nunmehr bieten sie also in ihrer Verkündigungstätigkeit den Menschen neben Literatur der Wachtturmgesellschaft, auch vervielfältigte „Welt"-Artikel an!

B... ist kein Unbekannter. Auf der den ZJ auch zuzuordnenden Homepage „Sachsen-Info" wird auch sein Statement bezüglich des Bundestagskommission „Enquete-Kommission 'Sogenannte Sekten und Psychogruppen'" publiziert. Über den zu den Zeugen Jehovas zuzuordnenden Wirtschaftskriminellen Schlienkamp, verliert die gleiche Homepage kein Wort.

Man misst eben mit zwei Maßen. Was der WTG nützt ist gut, was ihr schadet ist schlecht. Jene hochbezahlter Theologieprofessor, bezahlt aus Steuergeldern, nicht etwa Kirchengeldern, hatte bereits mit der Herausgabe des Buches „Pfarrer, Christen und Katholiken" Furore gemacht. Zeitgenössische Kritiken dazu in Kirchenzeitungen ließen eine beachtliche Gereiztheit erkennen. Eben, weil B... darin es auch thematisiert hatte, dass auch kirchliche Saubermänner, vom unseligen MfS instrumentalisiert wurden. B... ist noch heute für gewisse kirchliche Kreise ein Ungeliebter. Man sah sich so gerne als Motor der Umwälzung 1989 in der DDR. Und da kam dieser B... und zerstörte diesen Mythos.

Auch die Zeugen Jehovas belieben nun, sich in der Rolle von „DDR-Widerstandskämpfern" zu sehen. Wie es um diesen „Widerstand" bestellt ist, kann man beispielsweise in einer grundsätzlichen Stellungnahme von ihnen aus dem Jahre 1963 nachlesen. Vorangegangen war dem der DDR-Mauerbau, womit jenes Regime seinen später noch eingetretenen Bankrott bereits vorab erklärt hatte. In der westlichen Öffentlichkeit fand damals darüber eine erregte Diskussion statt. Sie kulminierte beispielsweise in einem Interview in der seitens des evangelischen Bischofs Lilje eine bestimmte Frage in relativ deutlicher Art beantwortet wurde. Zitat:

„Sind Sie der Meinung, Herr Bischof, dass der Christ in der Sowjetzone heute schon in einer Situation ist, wo er nach theologischer Sicht nicht nur ein passives, sondern auch ein aktives Widerstandsrecht hätte? Landesbischof Lilje: Ich möchte meine Brüder drüben nicht gefährden, indem ich einfach sage: Ja. Aber denken tue ich es wohl. … Im übrigen würde ich praktisch im Augenblick niemand den Rat geben, voreilig zu einer Flinte zu greifen. Das würde kein weiser Entschluss sein."

Zu dieser Diskussion trug auch die WTG ihren Teil bei. Sie schleuderte daraufhin ihren Konservatismus als Antwort in die Welt:

Zitat: „In der damaligen Christenversammlung gab es sogar Sklavenbesitzer. Paulus war kein Vorbild für den russischen Zaren Alexander II., der im Jahre 1861 rund 23 000 Leibeigene freiließ; noch für den amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln, der im Jahre 1863 eine Erklärung herausgab, die allen Sklaven in den Gebieten der Südstaaten, die nicht von den Unionsheeren besetzt waren, die Freiheit verlieh. Nein, Paulus erklärte nicht alle christlichen Sklaven für frei und alle christlichen Sklavenbesitzer ihrer Sklaven verlustig, ihrer Sklaven beraubt. Er erklärte nicht, dass den christlichen Sklavenbesitzern, die ihre gläubigen oder ungläubigen Sklaven nicht freiließen, die Gemeinschaft entzogen werden müsse". Und so weiter und so fort. („Der Wachtturm" 1963 S. 18).

Nachdem 1989 das DDR-Regime - ohne aktiven Beitrag der Zeugen Jehovas - sein Ende fand, predigte die WTG wieder nur Konservatismus. Bezeichnend auch jener Kommentar im „Wachtturm", nachdem die DDR-Revolution bereits gelaufen war:

„So waren auch 19 Mitglieder der Volkskammer der DDR, die im März 1990 gewählt wurde, Geistliche. … Über einen … schrieb das Nassauer Tageblatt: 'Für viele … ist er einer der Väter der sanften Revolution.' Jehovas Zeugen in Osteuropa … freuen sich über die größere Freiheit, die sie jetzt haben. Aber sie benutzen sie nicht dazu, sich in politische oder soziale Auseinandersetzungen einzumischen." („Der Wachtturm" 1. 4. 91 S. 30).

In der Tat, die DDR-Revolution ist nicht den Zeugen Jehovas zu verdanken. Aber als Schmarotzer jener geschichtlichen Zäsur sind sie heute durchaus am Werke.

Die Hilfstruppen der WTG belieben es offenbar den Finger gerne auf jene Wunden zu legen, die offensichtliche Verstrickungen auch von Ex-ZJs im Zusammenhang mit dem DDR-Regime offenbaren. Dieselben Hilfstruppen verlieren aber keinerlei Wort über die totalitäre Innenstruktur der WTG-Organisation. Die zitierten Verstrickungen sind existent und nicht zu beschönigen. Die Frage ist nur, ob jene selbsternannten Richter ein Recht zum richten haben.

Ob sie auch mal ein Wort über die von der WTG gepredigte Rechtfertigung des Sklavenhaltertums je finden werden? Ich habe ein solches Wort jedenfalls weder bei Y... noch bei B... gelesen.

Hingegen habe ich bei B... und anderen durchaus gelesen, dass nicht nur Ex-ZJ sondern auch WTG-hörige ZJ mit dem MfS verstrickt waren:

Vgl. z. B. Krone, Tina; Schult, Reinhard (Hrsg.) „Seid untertan der Obrigkeit. Originaldokumente der Stasi-Kirchenabteilung XX/4, Berlin 1992, wo auf dem Titelblatt die Zeugen Jehovas „Robert" und „Hans Voß" genannt werden. Über besagtem „Hans Voß" berichten B.../Wolf („Pfarrer, Christen und Katholiken" S.290), das bei ihm Kuriermaterial der Zentrale der Zeugen Jehovas in der DDR konzentriert sei. Und das durch ihn der Stasi die Einsichtnahme in diese Materialien ermöglicht wurde!

B.../Wolf berichten ferner über einen Werbe- und Qualifizierungsplan der Stasi vom Februar 1969. Danach war vorgesehen den Leiter der Zeugen Jehovas in der DDR alias „Konrad" anzuwerben. „Die Werbung wird im Zusammenhang mit der Liquidierung der Materialschleuse (der Zeugen Jehovas) durchgeführt.

Im gleichen Dokument wird der Bezirksdiener für den Berliner Raum, sowie die Bezirke Neubrandenburg, Schwerin und Rostock alias „Reinhardt" mit dem Vermerk genannt: „Mit R(einhardt) wurden schon Kontaktgespräche geführt, als er noch nicht die Funktion des 'Bezirksdieners' hatte."

Weiter war geplant den Stellvertreter des Bezirksdieners und Kreisdiener alias „Otto" anzuwerben. „Er wurde von der Zentrale für die Verteilung der eingeschleusten Originalliteratur für die gesamte DDR eingesetzt."

Ein weiterer Stellvertreter des Bezirksdieners für die Bezirke Leipzig, Halle, Gera und Suhl alias „Fritz" befand sich im Visier der Stasi. „Durch operative Maßnahmen wurde der 'Bezirksdiener' weitgehend ausgeschaltet, so dass F(ritz) die gesamten Probleme berichtet.

Neben diesen geplanten Anwerbungen werden weitere Zeugen Jehovas genannt, die bereits für die Stasi arbeiteten und die es zu „qualifizieren" gelte. „Dabei ist das vorliegende operative Material stärker auf seine Person auszuwerten und zu nutzen." „'Karl'. K(arl) ist Kreisdiener der Sekte ZJ. In einer regelmäßigen und kurzfristigen Trefftätigkeit ist zu erreichen, dass er seine noch vorhandene Zurückhaltung überwindet und offen über interne ZJ-Probleme berichtet." (B.../Wolf S. 281. Darunter auch Bürger der alten BRD die von der Zeugenleitung beispielsweise mit Kuriertätigkeiten zu Zeugen Jehovas in der DDR beauftragt wurden und die zugleich von der Stasi mit „abgeschöpft" wurden.

Auch Funktionäre der Zeugen Jehovas in der DDR werden diesbezüglich genannt. So beispielsweise der Bezirksdiener„ 'Bernd Koch'".

In der neuesten Ausgabe des „Materialdienstes" (4/1999 S. 115) kommt Dr. Andreas Fincke auch auf den B...-Artikel über die Pape's zu sprechen, denn bekanntlich Jehovas Zeugen für so „bedeutsam" hielten, um ihn hier im Forum zugleich in vierfacher Ausführung zu platzieren.

http://www.ezw-berlin.de/downloads/Materialdienst_04_1999.pdf

Als Kommentar dazu schrieb Fincke unter anderem:

„Seit den 60-er Jahren berichtet er (Pape) kritisch über die WTG; er ist Autor des vielfach aufgelegten Buches 'Ich war Zeuge Jehovas'. Sein Sohn ist Klaus-Dieter Pape, geb. 1961. Er hat katholische Theologie studiert und arbeitet ebenfalls über die WTG: So hat er einige Jahre in Tübingen die Zeitschrift 'Aus christlicher Verantwortung' herausgegeben und unlängst das Buch „Die Angstmacher. Wer (ver)-führt die Zeugen Jehovas' vorgelegt.

Erwähnenswert ist schließlich der Bruder Günther Papes, Dieter Pape (geb. 1928). Er lebte während der deutschen Teilung in der DDR und war maßgeblicher Mitarbeiter der DDR-Publikationsreihe 'Christliche Verantwortung' (CV), die sich kritisch mit den Lehren der WTG auseinandergesetzt hat. Was wir damals nur vermuten konnten, ist heute zu belegen: Das Ministerium für Staatssicherheit hatte dabei alle Fäden in der Hand. Das MfS war der eigentliche Herausgeber der Zeitschrift, Dieter Pape war inoffizieller Mitarbeiter der Stasi und wurde unter dem Decknamen 'Wilhelm' geführt. Seine Familie hat er über diese Zusammenhänge nicht informiert. Erst als verschiedene Akten aus der Gauck-Behörde auftauchten und auch der MD der EZW (vgl. 1995, S. 121ff) auf die Problematik hinwies, hat sich Dieter Pape alias IM 'Wilhelm' seinen Westverwandten offenbart. Das war 1996.

Bis hierher ist die Geschichte verworren genug. Was macht B.... daraus? - Den 'Kreuzzug' der Familie Pape. Abgesehen davon, daß sich der Kirchenhistoriker mit dem Wort 'Kreuzzug' vergriffen hat, leuchtet nicht ein, was die Sippenhaft soll: Will man Pape Junior vorhalten, was sein Onkel zu verantworten hat? Will man Pape Senior verurteilen, weil sich sein Bruder zur Mitarbeit bei der Stasi hat drängen lassen? Ist nicht überhaupt der von B... in den Blick genommene Aspekt der familiären Verflechtung problematisch? … Vielleicht ist der vorliegende Beitrag als Solidaritätsadresse an die WTG gedacht. … Vielleicht sucht B... auch nur ein neues Thema, um seine (mitunter ausgesprochen aggressive) Ablehnung der großen Kirchen formulieren zu können. …

Es gab zu DDR-Zeiten Stasiagenten unter Ex-Zeugen Jehovas und unter aktiven Zeugen Jehovas, wie es in den Landeskirchen Stasispitzel und (viele!) Aufrechte Persönlichkeiten gab. B... hat in seinen zahlreichen Veröffentlichungen diese vielfältigen Haltungen, Brüche, Handlungsstrategien oft genug auf die Formel reduziert, die Kirchen haben mit der Stasi gekungelt. … Was an B... so befremdet, ist seine Ideologie der Sauberkeit: Als könne man allezeit sündlos durchs Leben wandeln.

In der Geschichte der Familie Pape spiegelt sich unser Jahrhundert wider: Die Großeltern von der Gestapo wegen Tätigkeit für die WTG verhaftet, die Söhne trennen sich von den Zeugen Jehovas, einer landet erneut in einem totalitären System, lässt sich im Zuchthaus - warum auch immer - zur Stasi-Mitarbeit verführen, verschweigt das den anderen, diese wiederum stellen zu wenig Fragen, sie solidarisieren sich wiederholt mit ihren Verwandten und merken zu spät, daß sie getäuscht wurden. Das ist, weiß Gott, Stoff zum Schreiben! - wohl aber eher fürs epische oder dramatische Fach." Man vergleiche:

Flott formuliert, Herr Dr. F...! Wirklich, flott formuliert! Nur meine ich aus meiner Sicht einige kleine Akzentverschiebungen vornehmen zu sollen.

Um erst einmal das Gemeinsame hervorzuheben. Bezüglich Ihrer Einschätzung von B... stimme ich Ihnen zu. Der Mann ist in der Tat vom Hass zerfressen. Ich habe einiges von B... gelesen und meine mich diesem Urteil anschließen zu können. Ich schließe mich auch der Einschätzung an, das auch B..., die Liebedienerei gegenüber der WTG für sich als neuen Geschäftszweig entdeckt hat. Man vergleiche auch:

Gerhard B.

Gerade dieser Tage habe ich von der ZJ-Firma Buchhandlung Mindt wieder eine neue Prospektsendung erhalten. Darin wird auch ein neues Elaborat von B... angekündigt. Übrigens wurde in der gleichen Prospektsendung auch für Mai ein Buch von Gabriele Y... über die Zeugen Jehovas vorangekündigt. Auch sie dürfte ihren Ruf ein undifferenzierter Lobhudler zu sein, höchstwahrscheinlich auch in diesem Fall wieder „alle Ehre" machen.

Auch Ihre Ausführungen zu Klaus-Dieter Pape sind nicht uninteressant. Sein Buch habe ich selbstredend gelesen und meine ihm auch in etlichem beipflichten zu können. Das, was ich nicht unterschreiben kann, halte ich nicht für so bedeutsam um darüber irgendwelche Worte jetzt hier verlieren zu müssen.

Nun beginnt es aber langsam kritisch zu werden. Sie schreiben zu Recht, dass die „Christliche Verantwortung" ein Stasiblatt war. Sie unterschlagen aber dezent, dass dieses Stasiblatt in Kontinuität ab 1993 von Klaus-Dieter Pape herausgegeben wurde. Das es zwischenzeitlich eingestellt wurde, dürfte man dabei, auch als „nicht ganz freiwillig" einschätzen können. Als Klaus-Dieter Pape im Jahre 1993 die erste Ausgabe von dem lediglich geringfügig modifizierten Titel „Aus christlicher Verantwortung" herausgab, schrieb er darin auch den Satz: „Christliche Verantwortung war nicht nur in der DDR eine gefragte und hilfreiche Publikation über Jahrzehnte hinweg, die auch von kirchlicher Seite sehr geschätzt wurde. … Dieses Anliegen der Christlichen Verantwortung wird von ACV als Erbe gerne angenommen und weitergeführt."

Stichwort Erbe: In der Tat, die ACV war sich nicht zu schade über die von ihr vorbeschriebene ideologische Kontinuität, auch das materielle Erbe der Stasi-CV mit zu übernehmen, mit der Einschränkung: Soweit dies möglich war. In einem Punkt aber war es offensichtlich möglich. So konnte man schon in der zweiten Nummer der „Aus Christlicher Verantwortung" auf der Seite 28 in der Rubrik Literatur, die sie bei uns beziehen können, auch das berüchtigte DDR-Buch über die Zeugen Jehovas, offeriert vorfinden. Ein kleiner Fehler ist dabei dem Pape-Clan allerdings unterlaufen. Er nannte eine Preisforderung, die mit der des Freistühler-Verlages, der sich an die gesetzlich vorgeschriebene Buchpreisbindung hält, nicht identisch ist. Durch die Forderung des überhöhten Buchpreises, ist es für mich klar, dass es sich dabei um überzählige Exemplare des Uraniabuches handelt, mit der die Stasi, die „Christliche Verantwortung" reichlich versorgt hatte.

Auch Ihre Anmerkungen zu dem IM Wilhelm bedürfen der Präzisierung. Sie behaupten, erst 1996 hätte er sich seinen Westverwandten offenbart. Merkwürdig, ich habe da durchaus etwas anderes in Erinnerung. Der IM Wilhelm war faktisch zu DDR-Zeiten mein „Lieblingsfeind" geworden. Ich erinnere mich da an eine Begebenheit (man mag sie als Zufall oder auch als gelenkten Zufall ansehen). Jedenfalls befand ich mich, in der für mich peinlichen Situation, dem IM Wilhelm, zu dem ich alle Kontakte abgebrochen hatte und habe, im Katalogsaal der Berliner Universitätsbibliothek der Humboldt Universität zu begegnen. Das war Anfang der 80-er Jahre. Er suchte nach bestimmten Titeln, die sein Bruder an seinem Wohnort vergeblich gesucht hatte. Der IM Wilhelm hat mich bei der Gelegenheit auch dazu überrumpelt, mir doch mal seine pompöse Stasiresidenz in der Berliner Albrechtstr. 16 anzusehen. Ein „Katzensprung" von der UB entfernt. Natürlich stand dort nicht Stasiresidenz dran, sondern „Christliche Verantwortung". Schweigend habe ich mir diese Führung durch die Räumlichkeiten über mich ergehen lassen. Im Gedächtnis haftend geblieben ist mir auch noch jener stolze Hinweis auf eine an einer Wand prangende Skulptur, die er von seinem Bruder bei einem dortigen Besuch als Gastgeschenk erhalten habe.

Der Ex-ZJ Norbert P. aus F., stand beispielsweise in brieflichem Kontakt mit Herrn Günther Pape. Er scheint überhaupt diesbezüglich ein kontaktfreudiger Mensch zu sein, denn er hatte auch Kontakt mit dem Herrn Hartmann, der wie er ja schon verlauten ließ, seine „Erkenntnisse" demnächst auch als „Lex P." zu gestalten denkt. Also P. pflegte auch eine umfangreiche Korrespondenz mit dem Pape, der ihm bei dieser Gelegenheit auch Kopien von Schreiben zukommen ließ, die seinerzeit Manfred Gebhard an das Staatssekretariat für Kirchenfragen der DDR richtete. Die von ihm vorgenommene Auswahl lässt eindeutig erkennen, dass sie in der Richtung einer potentiellen Diskreditierung ausgewählt war. Bliebe noch die Frage zu klären, woher dieser Dokumentenhandel. Auf welchen Wegen wurde er möglich. Ich habe durchaus eine Antwort darauf. Auch das Staatssekretariat für Kirchenfragen war eine Stasizentrale. Insbesondere der dortige Ansprechpartner Hauptabteilungsleiter Heinrich, aber auch seine Hofschranze, waren erwiesenermaßen Offiziere der Staatssicherheit im besonderen Einsatz, wie man das nach der Wende eindeutig weiß. Es war also für die Stasi ein leichtes, dass was man lancieren wollte, auch entsprechend weiter zu leiten. Wie vorstehend beschrieben fanden sich auch in Westdeutschland dafür Multiplikatoren!

Bei Ihren Ausführungen über den IM Wilhelm halte ich es für besonders bemerkenswert, dass Sie auch nicht mit dem Bruchteil einer Silbe auf das Stasikircheninstitut „Wandlitz" zu sprechen kommen und auf die Rolle, die der IM Wilhelm in diesem Zusammenhang spielt. Es könnte ja auch Ihre Legende tangieren, dass der IM Wilhelm bezüglich des Uraniabuches ein „Saubermann" sei. Ich könnte in einen Lachkrampf verfallen, angesichts solcher Thesen.

Aber lassen wir das waschen dreckiger Wäsche. Die Problemlage liegt meines Erachtens auf einer ganz anderen Ebene. So wie die Zeugen Jehovas borniert von sich eingenommen sind, so sind Sie in gleicher Weise borniert eingenommen von ihrem materiellen Brötchengeber. Registrieren Sie nun, dass da jemand nicht das „Loblied" der Kirchen singt, schlagen bei Ihnen die Alarmglocken an. Eine detaillierte Gegenargumentation halten Sie ja ohnehin nicht für nötig. Es bewahrheitet sich auch bei Ihnen der alte Erfahrungsgrundsatz: Wenn zwei das gleiche tun - so sei es doch nicht dasselbe. Wer im Dienst der Kirchen steht, über dessen Schattenseiten deckt man großzügig den Mantel des Vergebens.

Wer jedoch nicht im Dienste der Kirchen steht, den gilt es um jeden Preis zu diskreditieren. Nun denn - nur weiter so!

Zum Abschluss noch einen schönen Gruß - an Babylon die Grosse!

http://www.religio.de/dialog/399/19_39-40.htm

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