Im Zeitspiegel 8b

Einige Stichworte (in Auswahl)

Georg Moog, R. Lempp, Karl R. A Wittig, Besier „Höhenflug und Abstutz", Heilsarmee, Rudolf Fisch, Meyenberg, Arthur Allgeier, Alois Mager, Horst Sindermann, Bibelforscherprozess St. Gallen 1924, „Proletarische Heimstunden", „Appenzeller Volksfreund", Friedrich Ritter von Lama, Darmstädter Gerichtsurtei, E. R. Huber, Diensteidverweigerung, August Fetz, „Lehre und Wehre", J. J. Ross, „Weissagungsfreund", Missouri-Synode (USA), Emil Lanz, "Pegida", Mormonen, "Pionier. Funktionärsblatt der Freidenker"

Im Zeitspiegel
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 08. August 2014 06:20

Forderung
„dass die Kirche grundsätzlich ihre Großereignisse ohne öffentliche Gelder auf die Beine stellen sollte."
Und wir reagiert die heuchlerische Politikerkaste auf diese berechtigte Forderung? ? ?

www.lvz-online.de/leipzig/citynews/eine-million-euro-aus-leipzig-fuer-den-100-katholikentag-stadtrat-verschiebt-entscheidung/r-citynews-a-247043.html

Aus einem zugehörigen Leserkommentar:
„So funktioniert die Trennung von Staat und Kirche.
Der Bund fördert das Projekt mit 0,5 Millionen, das Land Sachsen trägt ein Drittel der Gesamtkosten von 9,9 Mill und die Stadt Leipzig soll auch noch 1,0 Mill beisteuern. Alles mit Steuergeldern. ...

Ein ähnliches Schmierentheater, veranstaltet von der Politikerkaste, läuft übrigens auch im Fall der Wiederaufbaus der Potsdamer Garnisonskirche ab.
Was der zitierte Leserbrief in Sachen Finanzierungsgrundsätze eines Leipziger Katholikentages skizziert, gilt analog auch für dessen Finanzierung.
Der blöde Steuerzahlermichel lässt sich das alles ja gefallen!

Ein Herr Gauck stimmt ja schon mal die vorbereitende Kriegsfanfare an.
Da ist es dann nicht mehr allzuweit zur Wiederholung dessen;
„Der Kaiser hat einen allgemeinen Bettag für Preußen angeordnet."
Selbiger wurde dann am 5. August 1914 realisiert werden. Wiederholungen nicht ausgeschlossen.

Wenn es dann soweit ist „stirbt es sich mit Gott dann leichter". Ergo müsse man sich die Religionsindustrie „warm" halten. Da sind dann kritisierte Kirchentage oder Kirchen-Neubauten - im Verhältnis gesehen - pinups.
Die Religionsindustrie hat keineswegs vergessen
Vor dem ersten Weltkrieg machte ihr eine organisierte Kirchenaustrittsbewegung arg zu schaffen. (Komitee Konfessionslos).In ihr auch der später noch als Politiker (Westberliner Bürgermeister) bekannt gewordene Ernst Reuter. Da brach (auch) für die Religionsindustrie zur rechten Zeit, der Weltkrieg aus. Jetzt hatte die Religionsindustrie wieder die Nase vorn. Einige aus dem Milieu der Kirchenaustrittsbefürworter suchten zwar auch auf den Nationalismuszug mit aufzuspringen, so wie es heutzutage (wieder mal) Diskussionen gibt. Macht man den Kirchen auf dem Sozialsektor Konkurrenz (Altersheime, Kindergärten ect) so müsse diese Konkurrenz auch auf die Militärseelsorge erweitert werden, welche die Kirchen sich ja staatlich bezählen lassen. Genau diesem „hehren" Ziel japst auch besagter „Humanistischer Verband" nach.
Indes kommt es zum „Schwur" (den Ernstfall, der erneuten massiven Forcierung des Nationalismus) dürften erneut diesbezüglich analog der Vergleichssituastion des ersten Weltkrieges, die Kirchen die „Nase vorn" haben.



www.payer.de/religionskritik/karikatur568.gif
 

Biblische Glaubensgemeinschaft 
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 09. August 2014 03:56
Im Zeitspiegel
Über die Auflösung (sprich Verbot) einer sich „Biblische Glaubensgemeinschaft" betitelnden Gruppierung, berichtet die „Freiburger Zeitung" vom 9. 8. 1934.
Zur „Abwechslung" wird als Verbotsgrund genannt, beim finanziellen Melken der Betörten, habe man es besonders „bunt" getrieben.
Nähere Angaben indes, welche eine genauere Ortung ermöglichten, gibt es nicht. Wahrscheinlich eine kleinere, regionale Gruppe.
Am 21. 4. 1937 hatte das „Ministerial-Blatt für die Preußische innere Verwaltung" welches auch diverse andere Verbote des Naziregimes dokumentierte, ebenfalls über das Verbot jener Gruppe berichtet, wiederum allgemein gehalten, ohne detaillierte Begründung. Ob die Meldung von 1934 und jene erneute von 1937 identisch sind, bleibt unklar. Die 1937er Meldung redet von einem reichsweiten Verbot. Die 1934er Meldung ist wohl eher regional einzuordnen.

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=07&day=09b&year=1934&month=08&project=3&anzahl=10
Neuer Rekord
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 09. August 2014 07:53
Im Zeitspiegel

www.kath.net/news/46945

www.neues-deutschland.de/artikel/941771.deutlich-mehr-kirchenaustritte-in-ostdeutschland.html

www.faz.net/aktuell/politik/zahl-der-kirchenaustritte-steigt-dramatisch-13086521.html
Gespenster #
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 10. August 2014 00:09
Im Zeitspiegel
„Zahle für Gespenster höchste Preise!" titelt ein Bericht aus England in der „Freiburger Zeitung" vom 9. 8. 1934.
Aber o weh! Trotz der Auslobung höchster Preise, gelang es keinem, diese Art von „Jackpot" zu knacken.
Irgendwas hatten die Preisauslober immer zu bemängeln bei denen, die da hofften auf diese Weise das „schnelle Geld" einsacken zu können!

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=09b&year=1934&month=08&project=3&anzahl=10
Herr Bischof Georg Moog spricht
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 13. August 2014 17:35
Im Zeitspiegel
Nach dem Scheitern seiner für das Jahr 1912 terminierten Endzeitthesen, sah es für den diesbezüglich durch die Lektüre der Russell-Schriften, wesentlich inspirierten, altkatholischen Pfarrer, Dr. Walter Küppers (alias Johannes Walther) einstweilen so aus, als würde nunmehr kein Hund von ihm, auch nur eine Scheibe Brot annehmen.
Eine gewisse „Durststrecke" nach dem März 1912, hatte Küppers nun unfraglich durchzustehen. Seit etwa 1902/1903 einen regulären Pfarrers-Posten für seine Kirche in Königsberg bekleidend (davor dito etwa fünf Jahre lang einen in Heßloch) sah es durchaus nicht so aus, als wenn er diese Delle in seiner Karriere, dauerhaft heil überstehen würde. Auch für die Altkatholische Kirche gilt, gefragt sind nur Leute die Erfolg haben. Seine Endzeit-Spinnereien wurden zwar eher widerwillig geduldet, gleichwohl entsprachen sie keineswegs dem offiziellen Lehrgefüge seiner Kirche. Dieses Küpper'sche „Hobby" sah auch dort mancher mit Mißfallen.
Es hätte also durchaus der Fall eintreten können, dass es für Küppers nur noch in eine Richtung weiterging. In die Richtung „Abwärts".
So übermäßig „dick" war die Personaldecke in jener Kirche sicherlich nicht. Mit „grummeln im Bauch" wurde daher Küppers einstweilen - unter Auflagen - noch weiter geduldet. Motto, sofern die örtliche Gemeinde ihm keine ernsthaften Schwierigkeiten bereiten würde, mache man halt „fröhliche Miene" zum eher sauren Spiel.

Indes der Kommissar Zufall kam Küppers dann zu Hilfe. Jener Kommissar Zufall hörte zuerst auf den Namen Balkankrieg, Ende 1912, und dann im Jahre 1914 auf den Namen Weltkrieg.
Küppers erkannte seine Chance sehr wohl, die sich ihm da auftat. Jetzt waren ihm auch wieder die Türen zu Publizierungen unter anderem im „Altkatholischen Volksblatt" geöffnet. Etwa ab Mai 1915 dann, lassen sich dort seine berüchtigten Kriegspredigten nachweisen. Und es blieb nicht nur bei „einer" dieses Typs.
Gleichwohl war da ein gewisser Meinungsumschwung - auch im Bereich dieser Kirche vonnöten.
Selbigen kann man dann in der Ausgabe des „Altkatholischen Volksblattes" vom 14. 10. 1914 bewundern. Da war ein Text zu lesen, welcher sich dann letztendlich auch für Küppers als erneuter „Türöffner" erweisen sollte.
Da tat nämlich der dortige altkatholische Bischof seine vermeintliche Pflicht, zum Hineinpredigen in die Schützengräben. Das Küppers selbiges dann perspektivisch noch „besser" konnte, ändert ja nichts an dieser grundsätzlichen Gemengelage.
Nachstehend sei dieser Text einmal vorgestellt
(„Altkatholisches Volksblatt", 1914 S.257, Ausgabe vom 14. August 1914):

Dr. Georg Moog, katholischer Bischof der Alt-Katholiken des Deutschen Reiches, entbietet allen Priestern und Gläubigen Gruß und Segen in dem Herrn!
Meine Brüder und Schwestern in dem Herrn!
Eine furchtbar ernste Schicksalsstunde hat für unser deutsches Volk und Vaterland geschlagen. Mitten im Frieden sehen wir uns plötzlich ohne jede gerechte Ursache im Osten und im Westen von mächtigen Feinden bedroht. Nach den aufrichtigsten Bemühungen bis zum letzten Augenblick, den Frieden uns und ganz Europa zu erhalten, hat Se. Majestät der Kaiser und König von Preußen schweren Herzens und doch im Vertrauen auf unsere gerechte Sache Deutschland unter die Waffen gerufen. Der Krieg, der jetzt entbrannt ist, wird in Wahrheit wiederum „ein heiliger Krieg" sein, in dem es gilt die Ehre und den Bestand und damit die Freiheit des deutschen Volkes zu wahren.
Aber es wird auch ein Krieg werden so reich an Opfern, an Blut und Tränen, ein Krieg, der solchen Opfermut und solche Opferkraft erfordert wie niemals ein anderes, in den Deutschland verwickelt wurde.
Darum geloben wir mit allen deutschen Volksgenossen: wir wollen in den kommenden Prüfungstagen in unserem Opfer den Geist und die Stärke bewähren, welche das Vaterland von uns erwartet und fordert!
Damit wir aber hierzu fähig sein können bis zum äußersten, bedürfen wir nicht nur vaterländischer Begeisterung, nicht nur des Vertrauens auf die Stärke unserer Waffen, sondern vor allem des unerschütterlichen Vertrauens auf den allgerechten und allmächtigen Gott."
Kriegsprediger Küppers
Was war denn eigentlich das dominierende Element?
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 18. August 2014 03:45
Im Zeitspiegel
Die klassische Jenseits-Orientierung der Religions-Industrie.
Oder offenbarten die Kommentare anläßlich des Kriegsausbruches, nicht vielmehr einen übersteigerten Nationalismus? Mir scheint letzteres der Fall zu sein, liest man etwa jenen in der Ausgabe vom 18. August 1914 abgedruckten Kommentar, in der Zeitschrift "Deutsch-Evangelische Korrespondenz", der im nachfolgenden, kommentarlos vorgestellt sei.

Deutschland, Deutschland über alles

„Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt"

Deutschland, Deutschland über alles

- wie oft haben wir es gesungen, ohne der einzelnen Worte recht zu achten! Und es gehört mit zu der Größe dieser Zeit, daß solche Lieder nicht nur im ganzen anders klingen, als in Friedenstagen, sondern daß sie auch im einzelnen lebendigere Bedeutung gewinnen. Was kümmerte uns sonst die Maus!
Aber wie viel deutsches Blut ist jetzt an ihren Ufern bei Lüttich geflossen! Und die Gedanken von Hunderttausenden gehen jetzt dorthin, weil dort deutsche Brüder im Felde stehen und kämpfen.
Und wie wenig haben früher begreiflicherweise die Süd- und Westdeutschen, aber auch die an der Elbe wohnen und die Berliner von der Memel gewußt!
Jetzt danken Unzählige der Treuen, die dort deutsches Land vor dem Einfall der Kosaken schützen sollen.
Der Belt, die dänischen Gewässer, die Nord- und Ostsee überhaupt haben, während diese Zeilen geschrieben werden, im jetzigen Krieg noch keine größeren Zusammenstöße gesehen; aber wie bald mag es dazu kommen, daß unsere Schiffe, unsere Blaujacken dort gegen die mächtigste Flotte der Welt kämpfen müssen!
Und die Etsch, der grüne Fluß, in dem die Burgen Südtirols sich spiegeln, sonst nur den Alpenwanderern und Italienreisenden näher bekannt - ist nicht heute die Treue und Tapferkeit unserer Brüder von dort unten, der Tiroler Kaiserjäger und der übrigen österreichisch-ungarischen Truppen, unsere Zuversicht, unsere Freude gerade so wie die ihrer eigenen Landsleute? Ist nicht heute ihre Not unsere Not, ihre Kämpfe unsere Kämpfe, ihre Ehre unsere Ehre?
Ist es nicht der Stolz dieser Tage, daß wir wirklich zu Schutz und Trutz brüderlich zusammen halten?
Jetzt wissen wir: der Feind würde, wenn er in diesem Krieg, den er wider das Recht begonnen hat, und den er immer mehr wider die Gesittung führt, den Sieg behielte, das Deutsche Reich zerstören uns zu Unfreien, zu Knechten fremder Herrschaft machen wollen - haben da die Worte Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland nicht für uns einen ganz andern Klang?
Gilt nicht auch von anderen vaterländischen Liedern,

daß der Krieg ihnen ein neuer und gewaltiger Ausleger ist?

In diesen Tagen und Wochen sind Tausende aufgerüttelt worden aus den Banden gewohnheitsmäßigen schlaffen Dahinlebens zu heiligen Entschlüssen und höchster Anspannung des Willens; möge diese Zeit unsrem ganzen Volk dazu helfen, daß an Stelle der Gleichgültigkeit Ernst und Mut, an Stelle der Gedankenlosigkeit Besinnung auf unsere wahren Güter und höchsten Aufgaben, an Stelle der oft nur flüchtigen patriotischen Stimmung eine tiefe Vaterlandsliebe trete, die Opfer bringt und durch ihre Opfer den Sieg erwirbt!

Von den Waschkünsten des Doktor Lempp
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 21. August 2014 00:15
Oder wie man den Pelz wäscht, ohne dabei nass zu werden
Im Zeitspiegel
„Wie treten wir den Sekten, besonders den Ernsten Bibelforschern, entgegen?" betitelte in Heft 8/1924 der seinerzeitigen Zeitschrift „Der Geisteskampf der Gegenwart" ein Dr. R. Lempp aus Stuttgart einen Aufsatz.
Sektenbekämpfung sei erfahrungsgemäß schwieriger als Bekämpfung des Freidenkertums meint er zu wissen.
Seine „Bauchschmerzen" beschreibt er wie folgt:

„Die Sekten sind geradezu ein Menetekel an unserer Kirche, daß sie das Dogma von der Verbalinspiration klar und offen aufgeben und unsere Gemeinden zu geschichtlichem Bibelverständnis allmählich erziehen muß. Jeder Versuch, die E.B. vom Boden der wörtlich inspirierten Schrift aus zu überwinden, muß immer wieder scheitern; wer jedes Wort aus Daniel für ein vom Himmel gefallenes Orakel ansieht, das für unsere Zeit noch genau so gilt wie für die, in der es geschrieben wurde, wird bei solchen Diskussionen mit den E.B. immer den kürzeren ziehen."

Aber, und jetzt kommt der „Fluch der bösen Tat"

„Freilich jene Aufgabe ist überaus schwierig, sie ist im letzten Grund unlösbar, weil bei der Mehrzahl unseres Volkes die psychologischen Voraussetzungen fehlen. Es kann sich selbstverständlich nicht um das Hineintragen von Bibelkritik in unser Volk handeln; aber soviel sollte allmählich jeder verstehen lernen, daß in der Bibel Stufen der Offenbarung vorliegen, daß man also nicht jedes Wort des Alten Testaments ohne weiteres als beweiskräftig anführen darf, ferner, daß die Worte in einem Zusammenhang stehen und zunächst der damaligen Zeit gesagt sind, daß es also ein Unfug ist, wahllos einzelne Worte aus dem Zusammenhang herauszugreifen und unmittelbar auf die heutige Zeit anzuwenden."

Was er da etwas geschraubt formuliert ist wohl das.
In den eigenen Kirchen habe man sich zwangsläufig vom Narrenchristentum insoweit verabschiedet, wie es unumgänglich erschien. Besonders pointiert dann in der Theologie jener kirchlichen Herrschaften, die da auf universitären Lehrstühlen sitzen. Indes weis auch Lempp, die sogenannte „Gemeindetheologie" oder in meiner Übersetzung jener Vokabel, das Narrenchristentum, weicht oftmals Lichtjahre von der Universitätstheologie ab.
Hierbei ist das Rezept der kirchlichen Herrschaften, das des „lavieren". Wenn es denn mal notwendig sei, mache man im Sinne der Universitätstheologie Zugeständnisse. Immer mit einem Auge daraufhin schielend, was Lempp mit dem Satz formulierte:
„Es kann sich selbstverständlich nicht um das Hineintragen von Bibelkritik in unser Volk handeln."

Nun ist aber die Bibelforscher-Religion das Beispiel eines Narrenchristentums hoch zehn. Weitaus närrischer ausgestaltet, als denn die eigenen Narrenkreise in den kirchlichen Mauern. Dieser Konflikt beschäftigt also auch Lempp und sein „Rezept" dabei möglichst „behutsam" vorzugehen. Narren keinesfalls auf den Kopf zuzusagen, was sie denn sind. Ihnen eher fallweise nach dem Munde zu reden, auch wenn man selbst ganz anders denken mag. Indem jener Herr Lempp offenbar auch über einen Doktortitel verfügte, kann er wohl kaum als „kenntnislos" in bezug auf die Universitätstheologie bezeichnet werden.
Noch so ein Satz aus den „Erkenntnissen" des Herrn Lempp:

„Viele Vorwürfe (z. B. Kirche und Krieg) kennen wir ja auch von den Freidenkern und Kommunisten her; jeder Pfarrer muß allmählich ganz bestimmte schlagfertige Ausführungen gegen sie im Gedächtnis haben (s. z. B. das Flugblatt des Ev. Volksbundes Stuttgart: Die Angriffe gegen das Christentum wegen des Krieges)."

Aber das schärft er seinen Mannen dann auch noch ein. Sollte es zu Diskussionen vor Publikum kommen, mit den Bibelforschern.
„Unter keinen Umständen sollte auf das Schlußwort des kirchlichen Referenten noch einmal eine Erwiderung (seitens der Bibelforscher) gestattet werden."

Na, dann ist ja mal wieder alles klar.

ena
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 23. August 2014 06:25
Im Zeitspiegel
ena der (seinerzeitige) Evangelische Pressedienst in der DDR, brachte in seiner Ausgabe vom 23. 8. 1984 auch eine Meldung über die „Christliche Verantwortung", von der man sicherlich unterstellen kann, sie dürfte auch das Missfallen des ZJ-Apologeten Waldemar Hirch finden.
Indes nüchtern ist festzustellen.
ena war keineswegs eine „Publikumszeitschrift". Im Hektographie-Verfahren hergestellt (also noch nicht mal gedruckt) waren seine Bezieher, etwa die Redaktionen anderer Kirchenblätter und ähnlicher Institutionen.
Es stand den Abonnenten von ena frei, solcherlei Meldungen ihrerseits, ganz oder gekürzt wieder zu geben. Es ist nach bisherigem Erkenntnisstand kein Fall bekannt, das jene ena-Meldung andernorts in der Kirchenpresse dubliziert wurde. Sie verpuffte somit weitgehend resonanzlos. Das die CV 189 sie dann doch noch erwähnte ist ja nur zu verständlich. War sie doch selbst Gegenstand jenes Berichtes.
Angesichts des anrüchigen Hintergrundes der CV stellt sich allerdings die Frage, hat ena da nun unzulässig berichtet? Aus heutiger Sicht gewertet? Das wird man wohl kaum begründet sagen können.
Als vom Proselytismus der Zeugen Jehovas Mitbetroffene, kann man den Kirchen ein legitimes Interesse an dieser Thematik, keinesfalls absprechen. Wer es dennoch tut, offenbart damit allenfalls seine Parteilichkeit.
Im übrigen pflegen „25jährige Jubiläen" auch andernorts, Gegenstand der Berichterstattung zu sein.
Nachstehend sei jener damalige ena-Text einmal vorgestellt.
Bilde sich jeder seine eigene Meinung dazu.
25 Jahre Studiengruppe „Christliche Verantwortung"
Kritische Auseinandersetzung mit „Zeugen Jehovas"
Die Thüringer evangelische Wochenzeitung „Glaube und Heimat" geht in ihrer Ausgabe vom 19. 8. auf die seit 25 Jahren bestehende Studiengruppe „Christliche Verantwortung" ein, die 1959 von dem ehemaligen „Gruppendiener" der Zeugen Jehovas für Gera, Schmölln und Ronneburg, Willy Müller, gegründet worden ist, und zitiert aus der diesem Jubiläum gewidmeten Ausgabe der gleichnamigen Zeitschrift. Wie in dieser Zeitschrift erklärt wird, will die Studiengruppe Hilfen bereitstellen für Zeugen Jehovas, die sich von der Gemeinschaft der sogenannten Wachtturm-Gesellschaft zu lösen beabsichtigen.
Eine der 
„schrecklichsten Bemühungen" der Wachtturm-Gesellschaft bestehe darin, allen Mitgliedern einzuimpfen, daß sie nur in ihrer Organisation bestehen könnten und bei einer Trennung rettungslos verloren seien,

schreibt die in Gera erscheinende Monatsschrift „Christliche Verantwortung". Wörtlich heißt es:

„In über 100 Jahren hat die Wachtturm-Gesellschaft eine Menge raffinierter Praktiken entwickelt, um gläubige Menschen zu täuschen und in ihren Gehorsam zu bekommen ...
Worum es wirklich geht, merken die meisten zu spät und finden dann kaum noch einen Weg, um sich von dem allseitigen Einfluß von dieser Abhängigkeit zu befreien."

Persönliche Erfahrungsberichte in der Jubiläumsausgabe, auf die „Glaube und Heimat" hinweist, veranschaulichen diese Aussagen.
Ein ehemaliger Studienleiter der Wachtturm-Gesellschaft aus Mecklenburg rät jedem Zeugen Jehovas,

„Der so wie ich seit einiger Zeit gewissenmaßen auf dem Zaun sitzt, sich vor seinem geplanten Austritt auf einem Gebiet außerhalb der Wachtturm-Gesellschaft einen neuen Freundes- und Bekanntenkreis aufzubauen.

Er empfiehlt Kontakte mit einer anderen Religionsgemeinschaft oder eine Tätigkeit im gesellschaftlichen oder sportlichen Bereich.
In einem Beitrag äußert ein noch aktiver Ältester der Zeugen Jehovas eine Reihe von Fragen, die mit Brüdern oder Mitältesten zu erörtern, wie er vermutet, den sofortigen Ausschluß nach sich ziehen würde.
Unter anderem fragte er:

„Warum müssen wir ständig „reichlich beschäftigt" gehalten werden

und die uns anvertrauten Schafe ebenfalls ständig zeitlich unter Druck setzen?
Warum wird gegen Ausgeschlossene und solche, die selbst die Organisation verlassen haben eine Pogromstimmung erzeugt?
Was sind die wirklichen Ziele der Wachtturm-Gesellschaft?
Die Autoren der „Christlichen Verantwortung", so geht aus der Jubiläumsausgabe hervor sehen es als ihre Aufgabe an, beweiskräftig aufzuzeigen, welches „gefährliche Spiel die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas mit Hilfe des Glaubens" durchführe.

„Es wurde bisher nachgewiesen",  so heißt es,

„daß alle Endzeitbibelauslegungen falsch sind."

Nachgewiesen sei auch, wie rücksichtslos Brooklyn (dem Sitz der Wachtturm-Gesellschaft) auch die Hetze gegen den Kommunismus betreiben und in die Gehirne von Zeugen Jehovas eingepflanzt wurde.
Projekt CV

John - Wittig
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 15. August 2014 20:25
Im Zeitspiegel
Ein Hamburger Politikmagazin, kommt in seiner Online-Ausgabe, im Rückblick auf den Fall Otto John des Jahres 1954 zu sprechen.
Zeitgenössisch auch dergestalt spektakulär, als dessen Wechsell von West nach Ost, vielfach als bis heute noch nicht wirklich aufgeklärt eingestuft wird.
Was nun die Reminiszenz des Politikjournals anbelangt.

www.spiegel.de/einestages/otto-john-verfassungsschutz-chef-im-kalten-krieg-in-der-ddr-a-985515.html

sind zu dessen Ausführungen auch einige Leserbriefe eingetrudelt,
Unter anderem auch solche, die bemängeln; das der in diesem Fall mit hineinspielende Fall Karl R. A. Willig keinerlei Reflektierung fand.
John zeit seines weiteren Lebens, um seine juristische Rehabilitation kämpfend, diese jedoch nie erreichend, hatte sich auch mit dem Umstand auseinanderzusetzen, dass besagter Wittig, der Hauptbelastungszeuge wurde, der seine Rehabilitationsambitionen, letztendlich zerstörte. Ohne Zweifel ist auch Wittig eine schillernde Figur, worauf auch der nachstehend genanter Beitrag etwas näher einging.

Mysnip.140777
Faules Ei
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 28. August 2014 00:40
Im Zeitspiegel
Ein Leserbriefkommentator titelt:
„Faules Ei Gerhard Besier" 27. Aug 2014 22:15
www.neues-deutschland.de/artikel/943819.ein-bisschen-wie-rache-und-marketing.html

Nun habe ich besagte „Linke" in Sachsen sicherlich nicht zu verteidigen. Indes wenn es um in meiner Sicht überflüssige Parteien geht würden mir noch ein paar mehr einfallen.
In Berlin gibt es derzeit die Causa Wowereit. Prompt findet man in deren Kommentierung unter den „Nachtretern" auch den Herrn Sarrazin.
Wenn ich Wowereit einen Vorwurf zu machen hätte, dann wäre es wohl der. Zu der Zeit, wo er sich genötigt sah, den Herrn Sarrazin etwas näher zu treten, war er viel zu lasch. Die Samthandschuhe die Wowereit dabei angezogen hatte, waren mehr als überflüssig.
Egal welches Ergebnis Sachsens Linke bei den anstehenden Kommunalwahlen nun einfahren werden. Eines jedenfalls steht jetzt schon mal fest. Das unseriöse Gebell eines Besier oder auch im Fall Berlin Sarrazin, ist da so überflüssig wie ein Kropf
Höhenflug und Absturz
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 18. September 2014 22:15
Im Zeitspiegel
Nochmals eine Vokabel des Herrn Besier aufnehmend („Höhenflug und Absturz") erscheint mir diese auch passend für die sogenannte „Piratenpartei". Eine gewählte Vokabel - nicht von mir - gewählt - aber nun halt mal existierend.
Ein „Höhennflug" für diese, war sicherlich die Abgeornetenhauswahl 2011 in Berlin, wo sie ein Wahlergebnis um die 8 % einfahren konnte. Nachfolgende Wahlen scon deutlich weniger.
Im Rückblick gesehen, hat sie aber sich dieses Vertrauensvorschusses als nicht würdig erwiesen
Der Absturz manifestierte sich dann wohl in den Ergebnissen der letzten Landtagswahlen.
Sachsen, Thüringen und Brandenburg ,mit Ach und Krach um ein Prozent.(mal etwas mehr, mal etwas weniger).
Ich bin nach wie vor der Meinung, sie hätte ein besseres Ergebnis, angesichts der politischen Gesamtlage, verdient. Der Wahlbürger war offenbar anderer Meinung.
Letzte Meldung in diesem Trauerspiel. Der Austritt des Herrn Lauer, aus diesem sogenannten Parteiengebilde (Bereich Berlin).

Ganz andere Meldungen hingegen kann derzeit die - ich vermeide die Vokabel nicht - die rechtspopulistische „Alternative für Deutschland" einfahren.
Analysen bescheinigen letzterer ein gnadenlose Beliebigkeit, die wenn es die übrigen Konstellationen so ermöglichten, sowohl mit der NPD als auch der SPD (und was dazwischen liegt) koalieren würde. Zur Zeit steht für die aber eine Koalition nicht auf der Tagesordnung (und ich kann nur hoffen, es bleibt dabei).

Weiter wird ihr bescheinigt, ihrem Wesen nach, eine Protestpartei zu sein und sonst nichts.
Für Protest gibt es sicherlich viele Gründe, auch berechtigte.
Ich kann nur hoffen; das der Wahlbürger mit der gnadenlos großen Zipfelmütze, die ihm jeglichen „Durchblick" verwehrt, bei zukünftigen Wahlen, sich dieser endlich mal entledigt.
Sicher bezüglich dieses Wunsches wäre ich allerdings nicht. Die Ergebnisse für die AfD bestätigen diese Befürchtung nur zu sehr.
Im Zeitspiegel
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 30. August 2014 10:50
Es „geht abwärts"
Im Zeitspiegel
Auch die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten sah sich schon vor einiger Zeit genötigt, die Druckausgabe ihrer Gemeindezeitschrift einzustellen, und ersatzweise auf deren weiter bestehende Internet-Variante zu verweisen
Siehe dazu
Mysnip.46379.

Und auch
www.advent-verlag.de/cms/cms/front_content.php?idcat=295

Angeboten werden jetzt
Eine Online-Ausgabe von "Adventisten heute" mit Umblättern-, Druck- und Speichern-Funktionen.
Und auch das Heft als PDF zum herunterladen.

Dem Vernehmen nach soll auch die klassische Print-Ausgabe weiter erhältlich sein. Aber bei gleichzeitiger zunehmender Favorisierung der genannten Internet-Varianten. Das ganze primär aus finanziellen Gründen. Insoweit ist die Praxis der Zeugen Jehovas mittlerweile kein „Einzelfall".
Auch einige Kirchenblätter haben schon mal die Variante pdf-Datei für sich entdeckt. Mit dem Unterschied - das Komplett-Heft ist dann nur gegen Bezahlung - erhältlich (epaper als Abonnement).

Auch um die Neuapostolische Kirche macht dieser Trend keinen Bogen. Soweit wie die Adventisten und die Zeugen Jehovas ist die zwar noch nicht, aber eine neuere Meldung redet von wirtschaftlichen Schwierigkeiten, und in der Folge von Angebotseinschränkungen, im Vergleich zu früheren Zeiten.

www.webmart.de/nlhistory.cfm?id=41596&nlid=304701#NL

Als „kalte Dusche" eher unerwarteter Art, bewertet man in Kreisen etwa der Evang. Kirche Berlin-Brandenburg, die ab nächstes Jahr wirksame Organisierung von Kontrollmitteilungen der Banken an die Kirche. Das hat zwar nur für die „Sparer" einen realen Sinn, deren Guthaben über die zulässigen Freigrenzen liegt. Angesichts der Niedrigzinsphase, wohl eher mit abnehmender Tendenz. Aber offenbar sind einige verschreckt genug dadurch geworden, um dann in Kommentierung dazu zu sagen. Dann sparen wir uns halt die Kirchenmitgliedschaft.

Die Wochenzeitung „Die Kirche" brachte dazu vor einiger Zeit Vergleichszahlen, die zeigen, das im Vergleich zu früheren Jahren, wegen genannter Verunsicherung die Austrittszahlen derzeit überproportional angestiegen sind.
Familienunternehmen Heilsarmee
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 06. September 2014 06:01
Einer Meldung der „Freiburger Zeitung" vom 5. 9. 1934, übernimmt Evangeline Booth, die Tochter des Begründers Willam Booth, nunmehr das Kommando in diesem Zweig der Religionsindustrie.

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=04&day=05b&year=1934&month=09&project=3&anzahl=12

http://de.wikipedia.org/wiki/Evangeline_Booth

Und damit man weis, wie die Herrschaften so aussehen, gibt es eigens eine Postkartensammlung, in der man sie „bewundern" kann.

http://www.heilsarmeemuseum-basel.ch/D/postkarten_booth.php
Denn sie wissen nicht, was sie tun
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 04. September 2014 13:49
Ein Kommentator stellt fest, wie mir scheint zu recht fest:

„Die Wahrheit ist: Putin hat lange zugesehen, wie ihm Nato und EU immer näher rückten. Bei der Ukraine war Schluss. Der Westen musste das wissen. Unsere Empörung hat darum etwas Schales."

www.spiegel.de/politik/ausland/nato-jakob-augstein-ueber-russland-ukraine-und-den-kalten-krieg-a-989771.html
Re: Denn sie wissen nicht, was sie tun
geschrieben von:  der einzig wahre Bauer
Datum: 04. September 2014 15:47
Die Nato ist Russland wirklcih sehr nahe gekommen, Verträge mit Russland, Russland hat eine über 70 Kopf starke russische Delegation beim Sitz der Nato in Brüssel, die Natostaaaten liefern Russland modernste Kriegstechnologie, ein Ausbildungszentrum, einen Hubschrauberträger, ...
das sind wirklich feindselige Handlungen, da muss Russland sich fürchten
andererseits liefer Russland für über 3 Mrd. EUR Waffen an die EU, global exportiert Russland ständig mehr Waffen. Russland liefert MIGs und Hubschrauber (70) nach Afghanistan.
Bislang waren es Verträge die Russland als "Kriegserklärung" und Verlust des eigenen Machtbereichs verstanden hat. Hier wird nun offensichtlich Umgedacht.
Zukünftig ist zu erwarten, dass im Westen aufgerüstet wird. Und im Osten.
Womöglich zieht in Europa auch wieder Krieg und alle Not ein.
Der Westen wir Russland nicht gewähren lassen. Und sollte die Ukraine das "Bauernopfer" sein, so wird sicherlich ein extremer Rüstungswettlauf einsetzen bei dem jeder bestimmt versuchen wird in die Lage zu kommen, den "letzten" Schuss abgeben zu können und zu siegen.

Der Zauberlehrling, JWv Goethe
„Die ich rief, die Geister,
Werd’ ich nun nicht los.“

Ach, ich bin ja gar nicht so weit von der Realität entfernt:
www.bild.de/politik/ausland/nato/nato-erklaert-putin-den-kalten-krieg-37531570.bild.html
Krieg und Aberglauben
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 11. September 2014 00:40
Im Zeitspiegel
Ein Artikel der „Freiburger Zeitung" (10. 9. 1934).

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=06&day=10a&year=1934&month=09&project=3&anzahl=8
Suchmaschinen handeln
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 15. September 2014 09:50
Im Zeitspiegel
Suchmaschinen gibt es etliche. Keineswegs nur den Platzhirsch Google.
Einige von denen, haben mit Wirkung vom 1. August (bis auf weiteres) jetzt „Nägel mit Köpfen" gemacht.
Einige Presseorgane der Leistungsschutzrecht-Hardliner-Fraktion werden von besagten Suchmaschinen als nicht mehr Anzeigungswürdig, behandelt.
Ob die Herrschaften aus besagten Presseorganen sich damit einen „Gefallen" selber tun - steht wohl auf einem anderen Blatt.

www.stefan-niggemeier.de/blog/19058/leistungsschutzrecht-wirkt-mehrere-suchmaschinen-zeigen-verlagsseiten-nicht-mehr-an/
Re: Suchmaschinen handeln
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 01. Oktober 2014 14:42
Gemäß einer Meldung vom heutigen Tage, bleibt es nicht dabei, dass nur einige "kleinere" Suchmaschinen die Seiten gewisser Zeitungs-Webseiten nicht mehr anzeigen.
Auch der Platzhirsch Google hat sich nunmehr dieser Handlungsweise in modifizierter Form angeschlossen.

http://google-produkte.blogspot.de/2014/10/news-zu-news-bei-google.html
Zwei Blutfälle aus Spanien
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 19. September 2014 06:10
Im Zeitspiegel
Eine Meldung aus Spanien, weitergeleitet via einer großen Presseagentur, in Deutschland auch in einer großen überregionalen Tageszeitung am 19. 9. 1994 publiziert, berichtet über den Tod zweier 13 bzw. 14jähriger.
Der eine Fall betraf ein 14jähriges Mädchen, das an einer Hirnhautentzündung dann verstorben ist. Ihr Zustand war schon zum Zeitpunkt der Einlieferung in das Krankenhaus bedrohlich. Jetzt setzten die berüchtigten Mechanismen der Zeugen Jehovas ein. Die Sorgeberechtigte Mutter verweigerte die Zustimmung zu einer von den Ärzten als notwendig erachteten Bluttransfusion.
Die Ärzte versuchten zwar, gerichtlicherseits eine zeitweilige Aufhebung des Sorgerechts zu erwirken. Allerdings machte der Faktor Zeit, einen dicken Strich durch die Rechnung. Bis die Justiz sich zu einer Entscheidung durchringen konnte, war es zu spät. Die Patientin war bereits verstorben, da in der Zwischenzeit die Ärzte zur faktischen relevanten Untätigkeit in der Sache verurteilt waren.
Bei dem Todesfall des 13jährigen lautete die Diagnose auf Leukämie.

http://de.wikipedia.org/wiki/Leukämie

Hier wieder das Trauerspiel. Die den Zeugen Jehovas zugehörenden Sorgeberechtigten, verweigerten die Zustimmung zu einer ärztlicherseits als notwendig erachteten Bluttransfusion. Aufgrund dieser Dogmatik kam erschwerend der Umstand hinzu, das der Patient von einem Krankenhaus in das andere verlegt wurde. Wiederum mit dem „Nebeneffekt" wertvolle Zeit für die Behandlung, auf diese Weise zusätzlich zu verspielen.
Freimaurerlogen
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 20. September 2014 00:02
In einer eher nur als Kurznotiz zu bezeichnenden Meldung, berichtet die „Freiburger Zeitung" vom 19. 9. 1934 über die „Auflösung von Freimaurerlogen" im Naziregime.
Die Vokabel „Auflösung" ist dann wohl eher dem Bereich einer „vornehmeren" Beschreibung des Begriffes Verbot, zuzuordnen.

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=19b&year=1934&month=09&project=3&anzahl=12
Aus dieser Bitterkeit ziehen sie ihre Nahrung
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 26. September 2014 01:39
Im Zeitspiegel
„Der Evangelist", so der Titel einer von der Bischöflichen Methodistenkirche herausgegebenen Zeitschrift. In deren Ausgabe vom 27. 9. 1924, gab es auch ein paar Sätze über die Konkurrenz der Bibelforscher. Pauschal kann schon mal unterstellt werden. Beide: Methodisten und Bibelforscher, pflegen im gleichem Milieu zu grasen.
Ärgerlich für die Methodisten in sonderheit, auch das eigene „Eingemachte" wurde durch die Missionsbestrebungen der Bibelforscher tangiert.
Ja, hätten letztere sich darauf beschränkt „Kirchenferne" Kreise anzusprechen, hätten ja die Methodisten gar, vielleicht noch Beifall geklatscht. Genau das aber war eben nicht der Fall. Statt dessen mussten auch die Methodisten, Abwerbeversuche aus den eigenen Reihen, seitens der Bibelforscher beobachten. Und da hörte dann, wie man so sagt, „die Gemütlichkeit auf".
Deshalb das Motto des „Evangelisten" in der Sache, nicht kleckern sondern klotzen.
Das las sich in dem genannten Artikel unter anderem so:

„Was tun die Gemeinden zur rechtzeitigen Belehrung und Bewahrung? Was ist zunächst einmal rein rechnerisch, also äußerlich ausgedrückt, wirtschaftlicher:
Man durchsetzt seine Gemeinde mit Aufklärungsschriften, auch wenn man sie umsonst abgeben müßte - oder man läuft tagelang, wochenlang von Familie zu Familie, um den ausgestreuten Unkrautsamen mühsam wieder auszurotten? Schon die wirtschaftliche Seite sagt genug. Aber die Sache liegt tiefer. Es geht hier um das ewige Seelenheil."

Ob es denn wirklich den Herren vom Methodismus „nur" ums Seelenheil ginge, darf man wohl getrost in Frage stellen. Jede erfolgreiche Abwerbung war für sie letztendlich auch ein finanzieller Verlust. Wie man dabei gegensteuern wollte, wurde bereits gesagt.
Einem Autor aus dem evangelikalen Milieu einem Dr. Fisch, mag es ja besonders gefreut haben, denn für den rührte nun der „Evangelist" die Werbetrommel.
Dazu verkündet der „Evangelist":

„Wer sich darüber näher unterrichten will, lese die eben in erweiterter Bearbeitung herausgegebene Schrift von Dr. Fisch „Die 'Ernsten Bibelforscher' entlarvt". Es ist notwendig, daß diese ausgezeichnete Schrift in Tausenden verbreitet wird, um dem Verderben Einhalt zu tun, das diese Irrlehren in Köpfen und Herzen anrichten."

Ob denn jene Schrift des Herrn Fisch wirklich die „ultimative Waffe" war? Zumindest bei mir bleiben da Zweifel zurück.
Neben Banalitäten in der Gegenargumentation von Fisch.
Siehe z. B. Fisch.
Neben dem hatte Fisch ja auch ein bestimmtes „theologisches Korsett" welches er eben mit „verkaufen" wollte.
Diesem begegnete man schon in einer früheren Ausgabe des „Evangelisten", und zwar in der Ausgabe vom 15. 3. 1924.
Just dort tönte besagter Dr. Fisch unter der Überschrift:
„Bibellehre und Lehre der „Ernsten Bibelforscher" bereits:

„Die Ernsten Bibelforscher lehren
Gott kann keinen Sohn haben ..."

So so, da Herr Fisch sich aber nicht mit Belegen für seine Unterstellung aufhält, erlaube ich mir doch anzumerken: Ziemlich gewagt diese These. Eher zur Abschreckung der eigenen Klientel gedacht, kaum aber zu einer „wirkungsvollen" Gegenargumentation an die Adresse der Bibelforscher.
Weiter meinte Herr Fisch tönen zu sollen:
„Er (der Mensch) hat vor dem Tier nichts Höheres, Göttliches voraus ... Beim Tode stirbt die Seele, ist dann vernichtet ..."

Damit ist schon eher der eigentliche theologische Dissenz beschrieben. Die Himmel-Hölle-Theologie ist halt auch für die Methodisten existenziell. Und die wurde in der Tat von den Bibelforschern angegriffen. Nicht beantwortet wäre dann allerdings die Frage, ob jener Hinweis von Fisch, wirklich so „wirkungsvoll" war. Böse Zungen sind da eher geneigt zu kommentieren:
So wirkungsvoll, wie ein „Schuss in den eigenen Ofen".
Zurückkehrend zur Ausgabe vom 27. 9. 24.
In der Beschreibung dessen, wo den Methodisten in Sachen Bibelforscher „der Schuh drückt", las man dann auch die Sätze:

„Die „Ernsten Bibelforscher" betätigen sich überall mit wachsendem Erfolg. Sie wissen in kluger Weise anzuknüpfen an die Bitterkeit, die durch alle Kriegs- und Nachkriegsnöte in den Herzen ist. Aus dieser Bitterkeit ziehen sie ihre Nahrung. Sie verkünden ein Zukunftsreich, das mit den kommunistischen Träumen große Ähnlichkeit hat. Die Sicherheit ihres Auftretens und ihrer Behauptung, die einzig richtige Auslegung der Heiligen Schrift zu kennen, die lieblose, hochmütige Kritik an allen Kirchen und Gemeinschaften verschaffen ihnen viele Anhänger."

Zu mager ausgefallen
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 29. September 2014 01:10
Im Zeitspiegel
In der Zeit vom 15. - 19. 12. 1922, erschien (in mehrere Folgen gesplittet) in der katholischen, in Luzern (Schweiz) erscheinenden Zeitung „Vaterland" eine Artikelserie, bestritten von einem Prof. Meyenberg, welche er den Titel gab:
„Die Bibel und der Charakter unserer Zeit.
Zugleich Antwort auf die Frage: Werden Millionen jetzt Lebender nicht sterben?"

Seine Diktion ist eher mit dem Begriff „zurückhaltend" zu beschreiben. Auch spannt er seine „Bogen" breiter aus. Wenn er zwar einerseits den Bibelforscherslogan von den „Millionen jetzt Lebender werden nicht sterben" andeutungsweise mit in den Titel seiner Artikelserie mit aufnahm, wäre es eine Fehlinterpretation, nun zu schlussfolgern, als hätte er „nur" die Bibelforscher in seinem Blickwinkel. Dafür mag stellvertretend auch seine Aussage stehen:
„Wenn man die Leben Jesu-Kritik und die sie beeinflussenden Philosophen etwa, der letzten 170 Jahre beleuchtet, dann staunt man, dann erschrickt man, dann entsetzt man sich, was alles aus Jesus Christus gemacht werden wollte; man schritt zur Zerpflückung und Zerreißung der Heiligen Schrift, zur Leugnung der Gottesgesandtschaft, der Gottheit, der Gottessohnschaft, ja des geschichtlichen Daseins Christi - letzteres unmittelbar vor dem Weltkrieg! Ungezählte freisinnige Erklärungen des Lebens Jesu folgten sich. Die eine begrub die andere."

Namentlich den mit genannten „freisinnigen" Interpretationen meint er vorhalten zu sollen:

„Aber die Hauptsache, den Kranz und die Krone der Gottheit Christi, suchten sie dem Herrn zu nehmen. Nur der Schild der katholischen Kirche blieb rein: nur sie hat in Lehre und Leben den ganzen Christus immer verteidigt."

Aber auch jener Prof. nahm die jeweils aktuellen Tagespolitischen Meldungen zur Kenntnis. Und in Gesamtschau letzterer meinte auch er werten zu können:
„Schwarmgeister, aber auch tiefer denkende, den Krisen und Wenden unserer Tage und dem ganzen Gewirre der Zeitereignisse folgende Menschen - stellen sich die Frage: Tragen unsere Tage gewisse eschatologische Züge, Züge der Endzeit an sich?"

Und weil er nun diese Frage so auch stellte, blieb es nicht aus, das sein Blick auch auf die einschlägige Bibelforscherverkündigung fiel. Sicherlich wollte er sich nicht zum Apologet letzterer machen, da war ihm seine angestammte katholische Kirche allemal lieber. Aber sein Blick auf die Bibelforscher fiel doch relativ wohlwollend aus. Etwa wenn er meinte ihnen bescheinigen zu sollen:
„Die Verkünder der Neuen Welt am Ende der Tage der Verheißer: Millionen jetzt Lebender werden den Tod nicht sterben, stellen sich zunächst auf positiven Boden. Es ist nicht so leicht, ihre Sache zusammenzufassen. Das Folgende ist ihr Bild:
Sie anerkennen die Inspiration der Heiligen Schrift, die Weltschöpfung, das Paradies, den Sündenfall, in einem gewissen Sinne auch die Erbsünde.
Gott halte seine Versprechen. Die Weissagungen der Propheten des Alten Testamentes hätten sich zu einem großen Teile erfüllt. Ihr Rest werde sich unfehlbar noch erfüllen. Aber nur ein vollkommener, sündenloser Mensch, der zugleich Sohn Gottes sei, vermöge die Menschheit zu erlösen und zu einem ewig glücklichen Staat hier auf Erden zu führen. Das habe Jesus Christus in seinem Leben getan, aber doch nur vorbereitet. Er werde wiederkommen und den glücklichen Staat auf Erden für ewig errichten."

Wo er sicherlich nicht folgen wollte ist in seinen Worten:

„Jetzt greifen die Verkünder der Neuen Welt die Zahlensymbolik der Heiligen Schrift auf und legen sie arithmetisch-chronologisch, d.h. auf ganz bestimmte Zeitfristen, mit Zahlenangaben aus."

Aber eine Polemik letzteren Umstand betreffend, nun anzuzetteln, das behagte ihm nicht. Immer noch überwog bei ihm eine eher positive Bewertung der Bibelforscher.
Er nahm es auch zur Kenntnis, wie sich die Bibelforscher beispielsweise zum Komplex des Zionismus verbreitet hatten.
Da wiederum bemerkenswert. Auch wenn Meyenberg sicherlich als unabhängig von den Bibelforschern anzusprechen ist, wähnt er ihnen doch gerade auf dem Felde Zionismusbegünstigung vielleicht nicht direkt zu folgen, aber doch ein hohes Maß an Verständnis zu offenbaren. Sicherlich mehr Verständnis als so manch anderer religiösem Antisemitismus verhafteter in der katholischen Kirche, es damals hatte. Jedenfalls stimmte Meyenberg mit Sicherheit nicht in den Chor, der nicht wenigen religiösen Antisemiten in der katholischen Kirche mit ein. Statt dessen wähnt er eher wie folgt urteilen zu sollen.
„Im Osten drohen die bolschewistischen Flammen. Eine unselige Weltpolitik hat die Türkengefahr in unverantwortlicher Weise heraufbeschworen.
Wirtschaftliche und soziale Nöte allüberall!"

Namentlich zu der von ihm mit erwähnten „Türkengefahr" und der sich daraus ergebenden Rückfrage, was versteht er denn so unter letzterer, ist sicherlich seine Sachstandsbeschreibung zutreffend:
„In unseren Tagen erleben wir eine ganz eigenartige Erscheinung: die Rückwanderung eines großen Teils der Judenschaft nach Palästina, die jüdische planmäßige Neukultivierung Palästinas, das werden eines Judenstaates im Heiligen Lande, einen eigenartigen Sieg des Zionismus unter Englands und des Völkerbundes Schutz.
Als im Weltkrieg der Türkenhand die heiligen Stätten entglitten und entfielen, öffneten christliche Mächte und geheime Kräfte den Juden den Schauplatz des Lebens Jesu."

Was hat dieser politische Umbruch, in Folge des Weltkrieges entstanden, nun zu bedeuten? Das ist eine der Fragen, die auch ihn so umtrieb.
Das meint er dann wie folgt deuten zu können:
„Wer wird da nicht nachdenklich? Soll sich dies zu einem neuartigen Kampf gegen Christus und sein Reich ausgestalten? Dann wird die Vorsehung ihre Wege finden, wie in den Tagen Julians des Abtrünnigen, der durch die Juden die Weissagungen Christi zuschanden machen wollte. Geheimnisvoll siegte damals - "der Galiläer". Es scheint ja ab und zu bereits jetzt: als wollten Neustücke der Weltumgestaltung der Sieger eines und das andere ihren Händen - entfallen! Die heiligen Bücher verkünden auch: Die Nationen werden das jüdische Jerusalem zertreten, bis das Ende der Tage sich erfülle. Wenn nun aber d o c h der Judenstaat ersteht und durch des Volkes unvergleichliche Zähigkeit und Geldkraft erblüht? Kündet sich dann doch vielleicht eine beginnende Sammlung der Juden ein Zeichen der Endtage an? Von einer Bekehrungsbewegung finden wir nicht die Spur. Bleiben wir nüchtern! Aber hüten wir uns auch vor lächelnder Oberflächlichkeit. Soll einmal eine Bekehrung der Juden als Volk einsetzen: und die Heilige Schrift erklärt es bestimmt und klar - dann geschähe
dies, auch bei einem ganz außerordentlichen Eingreifen Gottes: - die Bibel verkündet das Wiedererscheinen des Propheten Elias."

Ergo schwamm er zwar nicht direkt auf der Bibelforscherwelle mit. Allzuweit entfernt von ihr, war er aber auch nicht.
Beleg dafür auch seine Aussage:
„Die freisinnige Auffassung der Bibel spottet über ein Ernstnehmen biblischer Weissagungen, wer aber an die Übernatur glaubt, an Christus und Kirche, der geht auch an diesem Geheimnis des Buches der Bücher nicht frivol vorüber, sondern horcht ahnend ehrfürchtig hin - wenn er sie auch nicht mit Jahrzahlen wie die Neu-Welt-Verkünder und Adventisten kindisch ausdeutet."

In Resonanz auf diese Artikelserie gab es dann auch noch einige abgedruckte Leserbriefe darauf. Einer vom 3. 5. 1923 fühlte sich zu dem Ausruf veranlasst:
„Wohl zur Überraschung vieler wurde dort gezeigt, daß auch nach der Überzeugung katholischer Schriftausleger Millionen von Menschen einst nicht mehr sterben werden, "da denselben die Wehen der Endtage wie der Tod angerechnet würden" und die Vorboten derselben sogar die "letzten" sein könnten."

Jener Leserbriefschreiber ahnt also auch, jener Prof. Meyenberg ist aber schon verdächtig nahe am Gedankengut der Bibelforscher angelangt. Das tiefere Durchdenken dieses Umstandes indes, bereitete ihm dann „Bauchschmerzen".
Ein weiterer Leserbriefschreiber auch von einem Gefühl des Unwohlseins befallen, ob der Meyenberg'schen Ausführungen, setzte seine eigenen inzwischen gesammelten Erfahrungen und Beobachtungen die Bibelforscher betreffend dagegen. Zu diesen Beobachtungen gehörte in seinen Worten auch:
„Auf die nächsten Tage haben sich die Propheten der modernen Bibelforschung zu Fangvorträgen im Hotel "Rößli" (in Wolhusen, Schweiz) gemeldet. Durch ihre freche und aufdringliche Propaganda und durch ihr reichliches Gold und Silber aus Israel haben sie zwar schon viele fangen können. Lüge und Verdrehung ist bei diesen Propheten Kunst und Trumpf."

Und zu seinen Erfahrungen gehörte dann auch die:
„Neulich fand sich ein Herr Schutzbach am Palmsonntag in der Eisenbahn von Luzern nach Rothkreuz und verbreitete ein Pamphlet: "Was ist Wahrheit?" unter allen Zuginsassen. Das Schriftchen ist eine direkte Aufforderung an das katholische Volk zum Austritt aus seiner Kirche. Über dieses Schriftchen zur Rede gestellt, ja selbst nur über die Beantwortung des Titels, war Herr Schutzbach von Zürich in denkbar größter Verlegenheit eine Antwort geben zu können."

Auf Grund dieser Sachlage verdichtete sich in den abgedruckten Leserbriefen die Forderung:
„In Nr. 39 des "Vaterland" erschien ... eine Einsendung, ... in der diese Leute als im Solde der Juden stehend hingestellt werden! Ob das begründete Tatsache ist, würde sicher noch viele Leser interessieren, umso mehr, da Prof. Köhler seinerzeit in der "Neuen Zürcher Zeitung" feststellte, daß unlauteres Wesen, Schwindelreklame und Geldmacherei nicht getrieben würden und Prof. Allgeier (kathol. Theologe in Freiburg i. Br. ), bekannte, daß man sich dieser Leute schlecht erwehre, indem man sie als Bolschewisten oder verkappte Juden beschimpfe.
Der Laie vermag sich ob solcher widersprüchlicher Meldungen kein objektives Urteil zu bilden und es wäre vielleicht nicht unangebracht, wenn eine berufene Feder die Wahrheit hierüber auf den Leuchter stellen würde."

Was das Votum des genannten Prof. Arthur Allgeier anbelangt, ist auch auf einen Artikel in der gleichfalls katholisch orientierten „Köllnischen Volkszeitung" vom 2. 11. 1922 hinzuweisen.
Einleitend bemerkt er in ihm:
„Die tiefe Erschütterung, welche der Krieg und die Revolution mit ihren Folgen im geistigen Leben unseres Volkes hervorgebracht, hat religiös teils auflösend und zerstörend, teils aufbauend und stärkend gewirkt ... Die religiöse Frühling treibt aber auch seltsame Blüten. Dahin gehört die Erscheinung der Ernsten Bibelforscher."

Namentlich sei aber auch auf den Schlusssatz in diesem Artikel hingewiesen, den er wie folgt zusammenfasst:
„Meines Erachtens erwehrt man sich ihrer schlecht, indem man sie, wie es da und dort geschehen, als Bolschewisten oder verkappte Juden verleumdet und beschimpft."

Offenbar bekam nun der mitgenannte Prof. Allgeier auch Wind von dieser Kontroverse im „Vaterland", und fühlte sich nun berufen, sich der Leserschaft des „Vaterlandes" als solch eine „berufene Feder" vorzustellen.
So geschehen in einem Beitrag vom 20. 10. 1923.
Zu dem folgenden Votum von Allgeier gehören dann auch die Sätze:
„Die Behauptung, die ernsten Bibelforscher stehen im Solde der Juden, kann höchstens finanziell gemeint sein. In dieser Form findet sie sich in der Broschüre von Hans Lienhardt. „Ein Riesenverbrechen am deutschen Volke und die Ernsten Bibelforscher" .... Lienhardt nennt den Stifter Russell „einen amerikanischen Juden" und redet von unerschöpflichen „aus einer den Mitgliedern unbekannten Riesenquelle (aus jüdischen Banken in Newyork) fließenden Mitteln", ohne auch nur nur das Bedürfnis zu empfinden, diese Behauptung irgendwie zu belegen. Seine Schrift ist eine antisemitische Tendenzschrift temperamentvollster Sorte, die den ernsten Leser kein Vertrauen einflößt."

Weiter Allgeier:
„Die Behauptung, die ernsten Bibelforscher stehen im Solde der Juden, kann höchstens finanziell gemeint sein. In dieser Form findet sie sich in der Broschüre von Hans Lienhardt. „Ein Riesenverbrechen am deutschen Volke und die Ernsten Bibelforscher" .... Lienhardt nennt den Stifter Russell „einen amerikanischen Juden" und redet von unerschöpflichen „aus einer den Mitgliedern unbekannten Riesenquelle (aus jüdischen Banken in Newyork) fließenden Mitteln", ohne auch nur nur das Bedürfnis zu empfinden, diese Behauptung irgendwie zu belegen. Seine Schrift ist eine antisemitische Tendenzschrift temperamentvollster Sorte, die den ernsten Leser kein Vertrauen einflößt."

„Bestimmter äußert sich Fritz Schlegel, „Die Wahrheit über die Ernsten Bibelforscher" ... er sei der Wahrheit ein wenig auf die Spur gegangen, und diese habe geführt zum jüdischen Bankhaus Hirsch in New York. Nähere Angaben fehlen aber auch."„Die Behauptung, die ernsten Bibelforscher stehen im Solde der Juden, kann höchstens finanziell gemeint sein. In dieser Form findet sie sich in der Broschüre von Hans Lienhardt. „Ein Riesenverbrechen am deutschen Volke und die Ernsten Bibelforscher" .... Lienhardt nennt den Stifter Russell „einen amerikanischen Juden" und redet von unerschöpflichen „aus einer den Mitgliedern unbekannten Riesenquelle (aus jüdischen Banken in Newyork) fließenden Mitteln", ohne auch nur nur das Bedürfnis zu empfinden, diese Behauptung irgendwie zu belegen. Seine Schrift ist eine antisemitische Tendenzschrift temperamentvollster Sorte, die den ernsten Leser kein Vertrauen einflößt."

Und als sein eigenes Votum dazu äußert dann Allgeier:
„Man sollte derartige Mätzchen in der Bekämpfung der Sekte meiden. Die Ernsten Bibelforscher bieten in ihren Phantastereien Angriffsflächen genug. Mit bösen Verdächtigungen zu arbeiten ist gar nicht nötig, auch zu allerletzt nicht christlich. Mehr als Verdächtigung liegt aber zur Zeit nicht vor."

Damit hätte diese Kontroverse ihren fulminanten Abschluss finden können, denn dem Votum von Allgeier ist in der Tat voll zuzustimmen.
Es war aber noch nicht der Abschluss.
Ein strammer Benediktinerpater aus dem Kloster Beuron namens Dr. Alois Mager fühlte sich in der Ausgabe des „Vaterlandes" vom 27. 9. 1924 auch noch bemüßigt, seinen verspäteten „Senf" zu dieser Kontroverse hinzuzugeben.
Auch Mager artikuliert unmißverständlich, nicht zu übersehendes Mißfallen über die Bibelforschertätigkeit, um daran erneut die Frage festzumachen:
„Die wirklich ungewöhnliche Propaganda und Kolportagetätigkeit die die Ernsten Bibelforscher zur Zeit in Deutschland und vor allem in der Schweiz entwickeln, legt von selber die Frage nahe, woher die ungeheuren Geldmittel fließen, die dazu notwendig sind. Die „Internationale Vereinigung Ernster Bibelforscher" will „kein geschlossener Verein" sein. Er führt „keine Mitgliederlisten", erhebt „keine Beiträge". Auf Anfragen um einen Jahresbericht antworten sie, daß sie an „Fremde" keine Jahresberichte abgeben. Das ist freilich ihre Sache. Sie müssen sich aber den Vorwurf gefallen lassen, daß ihre eigentliche Organisation, ihre letzten Absichten das Licht der Öffentlichkeit scheuen."

Und dann wärmt er erneut die bereits genannte These von Schlegel auf, muß aber widerwillig, analog Allgeier einräumen:
„Freilich unterläßt es der Verfasser (Schlegel), seine Behauptung näher zu belegen."

Seine weitere, daraus abgeleitete These dann:

„Unbegreiflich aber ist (ihm Mager), wie ein katholischer Gelehrter ... sich zum Anwalt der Ernsten Bibelforscher in dieser Frage machen konnte.
Es ist doch Sache der Häupter dieser Sekte, sich von dem Verdachte jüdischer Finanzunterstützung zu reinigen. Warum legen sie ihre Karten nicht offen an den Tag?
Durch die aufdringliche, lästige Propaganda, mit der sie Kirchen und Privathäuser mit ihren Schriften und Flugblättern überschwemmen, durch die fortgesetzten Schmähungen gegen Kirche und Geistliche, von denen ihre Schriften und Reden strotzen, haben die ernsten Bibelforscher wahrlich das Recht verwirkt, daß man sie mit dem Mantel christlicher Liebe schützt."

Zu diesem Vorhalt des Mager wäre allerdings zu kommentieren, hätte er den bereits genannten Meyenberg der Anwaltschaft der „Ernsten Bibelforscher" bezichtigt, wäre man nicht umhin gekommen, das zwar nicht als objektiven Tatbestand anzuerkennen. Wohl aber als subjektive Meinungsäußerung, der man eine gewisse Schlüssigkeit nicht absprechen kann.
Die Sachlage ist aber nun die, nicht Meyenberg, sondern Allgeier wurde von Mager mit seinen unhaltbaren Vorwürfen überhäuft.
Dann beruft sich Mager auf den inzwischen mit aufgetauchten Herbert von Bomsdorff-Bergen (alias Christan Kreuz) und dessen Attacken gegen die Bibelforscher. In den Worten von Mager:
„So ohne weiteres dürfte auch die Annahme nicht von der Hand zu weisen sein, daß die Ernsten Bibelforscher von der jüdischen Hochfinanz unterstützt werden. Denn Christian Kreuz (wohl ein Deckname) führt in seinem Buch „Ein Weltbetrug" ... einen Brief an, aus dem klar hervorgeht, daß jüdische Freimaurer den Ernsten Bibelforschern tatsächlich reichlich Geldmittel zuwenden.

Jetzt das Zitat von Herrn Mager unterbrechend, und eine kleine Zeitreise einflechtend.
Es ist bezeichnend was die Spekulationen über die Finanzmittel der WTG anbelangt, dass man solcherlei Spekulationen selbst noch im 1950er Verbots-Schauprozess gegen die Zeugen Jehovas in Ostdeutschland begegnen konnte. Namentlich die 1949er Waldbühnenveranstaltung der Zeugen welche von den Kommunisten nicht zu Unrecht als offene Kampfansage gedeutet wurde.
Zu diesem Waldbühnen-Spektakel meinte der Generalstaatsanwalt Melzheimer, laut „Neues Deutschland" vom 5. 10. 1950, in seinem Pladoyer im Verbotsprozess ebenfalls mit einflechten zu sollen:
„Wenn man sich überlege, daß die Waldbühnenveranstaltung im Jahre 1949 nicht weniger als 380.000 Westmark gekostet habe, so könne man daraus ganz klar erkennen, daß hinter den „Zeugen Jehovas" das amerikanische Großkapital stehe."

Zurückkehrend zum Zitat von Alois Mager:
„Der Brief blieb wiederum von den Ernsten Bibelforschern unwidersprochen.
Die Propaganda- und Kolportagetätigkeit der IVEB, erreichte nach und nach einen solchen Grad, daß Gefahr für die öffentliche Ordnung bestand. Denn verschiedentlich mußten die Kantonsregierungen gegen die Tätigkeit der Ernsten Bibelforscher vorgehen. Überflüssig ist es, im einzelnen zu zeigen, wie die Lehren der Ernsten Bibelforscher die Grunddogmen der katholischen Kirche leugnen."

Mager lässt aber unerwähnt. Das von ihm mit bemühte Vorgehen verschiedener Kantonsregierungen gegen die Bibelforscher, kulminierte dann in gerichtlichen Auseinandersetzungen vor dem Schweizerischen Bundesgericht. Und in objektiver Wertung ist festzustellen. Da wurden besagte Kantonsregierungen dann letztlich zurückgepfiffen. Auch das hätte es verdient - wenn man objektiv darstellen will - mit erwähnt zu werden, wurde aber von dem mageren Herrn Mager nicht mit erwähnt.
Die Schlusssätze von Mager bestehen dann in dem Ausruf:
„Die Ernsten Bibelforscher bedeuten in der Tat eine ernste öffentliche Gefahr. Wir müssen sie nicht bloß vom katholischen Standpunkte aus, sondern im Interesse der allgemeinen Ruhe und Ordnung grundsätzlich und auf der ganzen Linie ablehnen."

Dieses auf der ganzen Linie ablehnen, hätte er dann wohl am allerliebsten in einem möglichst Bestandskräftigen Verbot realisiert gesehen, darüber kann kaum ein Zweifel bestehen, auch wenn ein Österreichischer Benediktiner, kaum über die Schweizerische Innenpolitik zu bestimmen hatte.
Wie immer man zu den Details dieser Kontroverse auch stehen mag, eines wurde deutlich. Es bestand ein abgrundtiefer Hass zwischen der Catholica und den Bibelforschern.
In dessen Konsequenz war es nur folgerichtig, dass es dann zu Nazizeiten die Katholisch-faschistische Kumpanei in Sachen Zeugen Jehovas gab, für die im besonderen der Name Jonak steht.
Geschichtliche Konstellationen vermögen sich manchmal zu wandeln. Und in einer gewandelten Form übernehmen dann andere Protagonisten den Part des Hassträgers.
So auch in den Jahren nach 1945 in Ostdeutschland zu beobachten, was dann bekanntlich in dem 1950er Zeugen Jehovas-Verbot mündete.
Egal ob die Namen nun auf Alois Mager oder auf Horst Sindermann lauten (Ein Kommentator des Ostdeutschen Verbots). Austauschbar in ihrer Hassideologie sind beide gleichermaßen.
Der Katholik Mager sah das katholische Eingemachte bedroht, und der Kommunist Sindermann eben das kommunistische Eingemachte.
Wie die Bilder sich doch gleichen und austauschbar sind.
Sindermann, war der nicht mal zeitweiliger Ministerpräsident in Ostdeutschand; mag die Rückfrage kommen?
Genau, das war er mal. Aber davor hatte er auch noch andere Phasen in seiner Biographie. Unter anderem auch die, bis 1945 in faschistischen KZ's eingesperrt gewesen zu sein. Es ist zwar nicht belegt, aber durchaus denkbar, dass er sich in dieser Phase seiner Biographie auch so seine Meinung über die Mitgefangenen von den Zeugen Jehovas bildete.
Tja und dann spitzten sich die Dinge um 1950 in Ostdeutschland zum Zeugen Jehovas-Verbot zu.
Zu dessen Begleitmusik gehörte dann auch eine vorbereitende Pressekampagne. Und sichtet man diese Artikel im Detail, kommt man nicht umhin zu werten.
Mit - inhaltlich - am substanziellsten war da wohl ein Artikel, welchen besagter Herr Sindermann am 3. 9. 1950 in der SED-Gazette „Neues Deutschland", dort namentlich gezeichnet, publizieren ließ.
Es ist mir die Mühe nicht wert, mich mit den Details der Sindermann'schen Ausführungen auseinanderzusetzen. Aber ich bitte es mir abzunehmen, so wie ich Kritik an Mager geübt habe, vermöchte ich das gleichermaßen auch an Sindermann.
Es sei dann mal so gehalten. Nachstehend sei - kommentarlos - jener Artikel des Herrn Sindermann aus dem „Neuen Deutschland" vorgestellt. Mein eigener Part bei dieser Referierung besteht lediglich darin, gewisse von Sindermann bemühte wörtliche Zitate, farblich abgesetzt darzustellen.
Bilde sich dann jeder seine eigene Meinung dazu!
"Neues Deutschland"
3. September 1950
Horst Sindermann
Eine raffiniert getarnte amerikanische Spionageorganisation
Dokumentarische Beweise für die Agententätigkeit der „Zeugen Jehovas"
Die Sekte „Zeugen Jehovas" (Watch Tower and Bible Society), die ihren Sitz in Magdeburg hat, ist eine in amerikanischen Diensten stehende Spionage- und Sabotageorganisation. Tausende gutgläubiger, vom Sektengeist beeinflußter einfacher Menschen werden durch bezahlte amerikanische Agenten mißbraucht und gegen ihr eigenes Volk gehetzt.
Die Sekte arbeitet nach einem genau durchdachten Plan der amerikanischen Militärclique als Kundschafter, Spitzel, Nachrichtenapparat und Propagandist amerikanischer Ideologien gegen die fortschrittliche Entwicklung in der Deutschen Demokratischen Republik.
Die raffiniertesten Agenten werden in den USA ausgebildet. In der illegalen Bibelforscher-Zeitschrift „Wachtturm" in Nummer 12 vom 15. Juni 49 wird ausgesagt,

„ ... daß sich im Staate New York die Wachtturm-Schule (Bibelschule Gilead) befindet. Auf dieser Schule werden in laufenden Perioden 106 Absolventen zur Missionsdienstarbeit in anderen Ländern ausgebildet und entsandt."

Zur Anwerbung neuer Agenten erzählte der „Prediger" Schindler am 17. Januar 50 in Osterwieck, Lokal „Deutsches Haus":

„Die Zeugen Jehovas werden in einer Schule in Amerika ausgebildet und anschließend auf die einzelnen Länder verteilt."

Es ist nicht anzunehmen, daß die Bibelschule in New York ihre Gelder auswirft, um Gegner der amerikanischen Räuberpolitik zu erziehen. Die Beweise besagen, daß die Absolventen dieser Schule mit den Erfahrungen der imperialistischen Agententätigkeit ausgestattet sind, wenn sie in die Länder der Demokratie und des Fortschritts entsandt werden.
Wie ist ihre Methode?
Ihre Anhänger, die sogenannten Verkündiger, erhalten den Auftrag, die Lage in den einzelnen Gebieten genau zu erkunden. Zu diesem Zweck werden sie mit zwei Karten ausgerüstet. Auf der einen Karte müssen sie die ihnen zugewiesene Ortschaft oder den Ortsteil genau einzeichnen, unter besonderer Berücksichtigung behördlicher, industrieller und verkehrstechnischer Objekte (Bahnhof, Schule, Brücken, Ämter, Feuerwehr, Polizeireserve usw.)
Auf der anderen Karte, Haus-zu-Haus-Notizen genannt, tragen sie die Bewohner der einzelnen Häuser ein, unterhalten sich mit ihnen und erforschen ihre Gesinnung. Fortschrittliche Menschen werden mit einem G (Gegner) versehen. Wankelmütige und der amerikanischen Propaganda Geneigte mit einem I (Interessierte). Die letzteren sind Menschen, mit denen man sich eingehend beschäftigt, um sie in amerikanische Dienste einspannen zu können.
Beide Karten zusammen verschaffen dem amerikanischen Generalstab in Deutschland eine genaue Übersicht über die jeweilige Ortschaft oder den Ortsteil. Die Vielzahl der Karten ergeben einen Einblick in die geographischen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse der Republik und ermöglichen es dem amerikanischen Generalstab, seine Diversionspläne auszuhecken.
Ihre Ideologie
Die Zeugen Jehovas geben vor, die Bibel auszulegen und eine seelsorgerliche Tätigkeit auszuüben. Daß dem nicht so ist, beweisen folgende Beispiele.
In dem Buch „Regierung", das in Magdeburg herausgeben wurde, heißt es im Kapitel I, Seite 12:

„Etliche Nationen werden vom Bolschewismus regiert, der insbesondere einen Protest gegen die Regierung, unter der sie früher leben mußten, darstellt ... Monarchien sind gegen das Volk hart, grausam und tyrannisch gewesen, aber Bolschwismus und Kommunismus sind noch schlimmer."

Der Antibolschewismus steht, wie bei jeder faschistischen Organisation, an erster Stelle. Er ist die Hauptwaffe der amerikanischen Kriegstreiber und gehört zum Einmaleins der Bibelforscher.
Die Demokratie ist ihnen verhaßt, weil sie die Pläne der Imperialisten zum Scheitern verurteilt. Die von ihnen propagierte Staatsform tarnen sie als Theokratie.
In einer Versammlung in Halle im Lokal „Kühler Brunnen" erklärte ein Bibelforscher am 11. Januar 1950:

„Wir wollen keine Demokratie, sondern eine Theokratie."

Damit versuchen sie die demokratische Staatsform zu verunglimpfen und die Herrschaft des amerikanischen Monopolkapitals zu publizieren.
Antisemitismus
Genau wie der Faschismus und die amerikanischen Rassentheoretiker versuchen sie, die Völker mit dem Gift des Antisemitismus zu zersetzen, die jüdische Bevölkerung zu berauben und von den Schandtaten der amerikanischen Imperialisten abzulenken.
Dabei setzen sie, wie es die nazistischen Rassentheoreitiker machten, Judentum gleich Bolschewismus.
In der Gastwirtschaft Straub in Halle erklärte am 23. Januar 1950 ein Prediger:

„Gott hat die Juden verworfen, und was Gott durchführt, ist unfehlbar."

In der Familie Fritz Ullrich in Delitzsch, Dübener Straße 46, beschäftigte man sich in einer Versammlung mit der Rassentheorie und der Prediger kam zu dem Schluß, daß „die Juden nicht mehr als eine bevorzugte Rasse, sondern als Volk von Gott verdammt seien. Einzelne Juden könnten gerettet werden, wenn sie von ihrer Religion abgingen."

Die Pogromhetze und der Mord an Millionen jüdischer Menschen wird von dieser amerikanischen Sekte damit gerechtfertigt.
Der Kampf gegen die Republik
Mit dem Gifte des Antibolschewismus und des Antisemitismus versuchen sie, die friedliche Bevölkerung gegen die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik, ihre Einrichtungen und fortschrittlichen Errungenschaften zu hetzen.
So erklärte der Prediger Adler am 13. April 1950 in Schönebeck/Elbe, Breiter Weg 11/12:

„Wir haben keine Angst vor Pieck und Grotewohl, wir sagen ihnen den Kampf an und wir brennen darauf."

Mit der Verunglimpfung der führenden Persönlichkeiten unserer Republik geht die Agitation gegen die Wahlen am 15. Oktober Hand in Hand.
Der Prediger Günther Uhlig aus Magdeburg erklärte am 27. Juli 1950 in einer Versammlung:

„Wahlen sind entweder Schiebungen oder Diktatur. Durch Wahlen werden die von Satan eingesetzten Marionetten unterstützt. Bald kommt der Tag, wo Gott Jehova herrschen und zugleich richten wird."

Der Prediger Thieme aus Maslmeck erklärte am 14. April 1950 in Hettstedt im Lokal „Zum goldenen Stern" in einer Versammlung:

„Die Zeugen Jehovas werden angehalten, jeder Regierung, ganz gleich, welche Richtung sie vertritt, jeden Dienst und Beistand zu verweigern."

Die demagogische Formulierung dieses Predigers soll eine allgemeine Ablehnung der Regierung vortäuschen, befolgt jedoch den Zweck, die Deutsche Demokratische Regierung zu bekämpfen.
Die Aktivistenbewegung, die zur Steigerung der Produktion und zur Verbesserung der Lebenslage der Bevölkerung führt, paßt nicht in die Welteroberungspläne der amerikanischen Imperialisten. Sie brauchen in Elend und Arbeitslosigkeit lebende Völker, um ihre grausame Politik der kolonialen Ausbeutung durchführen zu können.
So haben die Bibelforscher den Auftrag, gegen die Aktivisten- und Wettbewerbsbewegung in den volkseigenen Betrieben zu arbeiten. Die Anweisungen, wie man das zu tun hat, gab der Bezirksdiener Pietke am 24. April 1950 in Kleinwittenberg im Lokal „Deutsches Haus" seinen Unterpredigern:

„Sollten in den Arbeitsstellen den Leuten Schwierigkeiten gemacht werden und sie von extremen Parteifunktionären wegen Vernachlässigung ihrer Arbeit entlassen werden, fordert sie auf, in den Pionierdienst einzutreten und vollzeitliche Arbeit für den Bund der Zeugen Jehovas zu leisten. Die Pioniere haben pro Tag dreieinhalb Stunden Pionierdienst, wo sie predigen und werben. Während der übrigen Zeit des Tages sollen sie studieren und schlafen."

Mit diesen Methoden versuchen die amerikanischen Agenten, Arbeitsbummelanten in ihre Spionagedienste einzuspannen.
Die Beweise besagen, daß es sich bei dieser amerikanischen Sekte um eine ausgesprochene Spionage- und Diversantenorganisation handelt, die unter dem Deckmantel religiöser Schrullen den Anschein harmloser Verrückter zu erwecken versucht, um dadurch besser ihre verderbliche Arbeit gegen den Fortschritt leisten zu können

(Repro von Gebietskarten
Text auf deren Rückseite)
Liste von kleinen Orten unter 2500 Einwohnern in deinem Landgebiet. Bearbeite alle unten aufgeführten Orte und versuche in jedem Ort eine Studienversammlung einzurichten ...
Das Gebiet muß alle drei Monate zurückgegeben werden zwecks Wiederzuteilung oder Streichung. Bitte gib diese Zuteilung zurück, und zwar vor oder am ... Fälligkeitsdatum (Geb.-Diener).
Schreibe mit weichem Bleistift. Gebrauche nicht Tinte oder Gummistempel).

(ND-Text zu den Fotokopien)
Die abgebildeten Karteikarten werden jedem „Zeugen Jehovas" ausgehändigt und müssen von ihm entsprechend ausgefüllt werden. Auf ihnen werden genaue kartographische Angaben gemacht über die Lage von Gebäuden, Straßen, Eisenbahnlinien usf. In die einzelnen Häuser werden Zeichen eingezeichnet an den Stellen, wo Gegner der „Zeugen Jehovas" wohnen. Die Karten müssen alle drei Monate der Leitung ausgefüllt abgegeben werden. Auf diese Art und Weise versucht sich der amerikanische Spionagedienst eine genaue Kenntnis der Örtlichkeiten und der Personen in der ganzen Welt zu verschaffen.

Weiteres zum Thema in einem Beitrag am 20. 11 (Bibelforscher-Prozess von St. Gallen im Jahre 1924. Dort thematisch die gleichfalls anfechtbaren Ausführungen des katholischen Publizisten Friedrich Ritter von Lama, als Ausgangsbasis nutzend.
Zu jenem Bibelforscherprozess siehe auch:
Mysnip.39555
Mysnip.53190
Mysnip.196178.

Im Zeitspiegel 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 03. Oktober 2014 10:55

„Die Antwort auf den Spott wird eine Aufrüstung sein, dass uns hören und Sehen 
vergeht."
Und
„Die neue deutsche Rolle in der Welt wird noch richtig teuer." 

www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-pannen-von-der-leyen-in-der-kritik-a-995043.html

Re: Im Zeitspiegel 
geschrieben von:  der einzig wahre Bauer 
Datum: 08. Oktober 2014 08:36
Putin sei Dank.

nun wird das deutsche Militär auf Vordermann gebracht. ;)

Scheint aber auch dringend nötig zu sein. 

Sicherheit kostet eben immer auch Geld.
Egal ob es die Sicherheit im Verkehr ist, ob Leitplanken an der Autobahn, Sicherheit durch Alarmanlagen oder Wachdienste oder eben die nationale Sicherheit.
Die Ukrine ist sicherlich ein Beispiel wie es ist, sich nicht verteidigen zu können oder auch die Kurden und die IS.
Die Ukraine hat auf die besessenen Atomwaffen aufgrund von Versprechen und Sicherheitszusagen verzichtet. Nun stehen sie da....
(das hat Putin wohl auch abgehalten, offiziell mit russischem Militär einzumaschieren)
http://www.welt.de/politik/ausland/article125310240/Haette-die-Ukraine-ihre-Atomwaffen-besser-behalten.html
Und auch Lech Walesa hätte gerne Atomwaffen für Polen.

Freiheit kostet etwas.
Wer das nicht schätzt und dafür nicht bereit ist Geld auszugeben der mag nach Russlang gehen. Ob er die dortige Art der Freiheit dann wirklich mag? 

Wie vor tausenden Jahren so versteht der Mensch auch heute nur Macht. Und damit geht Gewalt einher.
Sich wehrlos machen schützt gar nicht.
Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin? Oh wie doof.
Wer sich nicht verteidigen kann wird leichter ein Opfer als derjenige der auf seine Sicherheit bedacht ist, dafür etwass gemacht hat, sprich Geld ausgeeben hat.
Sich nicht verteidigen zu können kann einem teuer zu stehen kommen.
Wer sich verteidigen kann wird dies im Falle eines Angriffs auch tun - und das ist dann gut so.
Proletarische Heimstunden 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 23. Oktober 2014 00:49
Im Zeitspiegel
Etwa im Zeitraum von 1923 - 1926 erschien in der „Verlagsanstalt proletarischer Freidenker" in Leipzig-Lindenau auch eine Zeitschrift mit dem Titel „Proletarische Heimstunden".
In diesem Verlag erschienen auch die Schriften von Hugo Efferoth und weiteren Autoren. Efferoth's „Ketzerbibel" und auch sein
„Himmel-Fimmel"

Namentlich letztere Schrift, war wohl dann die relevanteste des zeitgenössischen Freidenkertums, was eine Auseinandersetzung mit den Bibelforschern anbelangt. In diesen Kreisen wurden dann noch weitere Themen „beackert", kaum aber mehr das Bibelforscher-Thema. Was Efferoth in seiner Kritik bereits ausgeführt hatte, reichte ihnen aus. Und da war dann kein Platz mehr übrig für das Bibelforscherthema, welches dort fortan unter „ferner liefen" rangierte. 

Man kann ja ähnliches heutzutage auch beim sogenannt „Humanistischen Verband", aber auch in anderen Kreisen dieser Szene beobachten. Die sind dermaßen beschäftigt sich als „Ersatzkirche" zu etablieren, etwa auf dem Felde „Lebenskundeunterricht" (versteht sich für sie: staatlich bezahlt habe er zu sein) dass da kaum noch „Kapazität" übrig ist für anderes. Namentlich auch nicht für eine kritische, ins Detail gehende Auseinandersetzung mit relevanteren weltanschaulichen Strömungen.
Vereinfacht zusammengefasst, ihr Motto lautet: 
„Kasse machen und das war es dann auch schon."
Auch besagte „Verlagsanstalt proletarischer Freidenker" war schon von diesem Impetus beseelt. Aber eben nicht nur sie. 
Da gab es ja noch einen Beerdigungsverein, welcher hochstaplerisch in seinem Namen auch den Begriff „Freidenker" mit führte. Durchaus waren die unterschiedlichen Macher der Szene, sich dabei „keineswegs gegenseitig grün". So wie es denn aussieht, hat besagter Beerdigungsverein, letztendlich die „Verlagsanstalt proletarischer Freidenker", mit „beerdigt".
1924 indes war es noch nicht so weit. Da gab es eben auch noch - unter anderem - die Zeitschrift „Proletarische Heimstunden". In ihr (S. 245f) dann auch noch mal eine weitere Auseinandersetzung zum Bibelforscherthema. Nicht unbedingt, von besonderem „Tiefgang" geprägt. Aber so hohe Ansprüche darf man an diese Kreise ohnehin nicht stellen. Jener Artikel sei im nachfolgenden einmal vorgestellt.
Als Titel wählte jener Artikel: „Der liebe Gott im Lichte der Bibel"

Und fügt dann noch den Untertitel mit hinzu: „(Der Intern. Vereinigung ernster Bibelforscher gewidmet)"

Einleitend wird ausgeführt: „Es wird wohl noch lange dauern, bis die Allgemeinheit davon überzeugt sein wird, daß die Bibel nicht dazu benutzt werden darf, um aus ihr Schlüsse auf unsere Gegenwart zu ziehen oder gar kommende Ereignisse, wie Erdbeben, Staatsumwälzungen usw. Vorauszusagen. Denn die Bibel ist Menschenwerk."

Und weiter; „Diese Wahrheit ist das Resultat ernstester und sorgfältigster Forscherarbeit. Sie ist das Ergebnis eines tiefsten Studiums der Bibel.
Alle Gebildeten wohl anerkennen diese Wahrheit.
Wer die Bibel heute noch für ein Werk des „heiligen Geistes" betrachtet, der schlägt der Wahrheit ins Gesicht oder aber er weiß nicht, wie viel menschliche Schwäche sich in ihr widerspiegelt, wie viele grobe Irrtümer, welche Widersprüche, welche falschen Aussagen und Voraussetzungen in ihr enthalten sind."

Denn: „Die Bibel ist eine Sammlung ungleichartiger, literarischer Schriftstücke aus ältesten Zeiten, verfaßt von verschiedenen Verfassern. Als historisches Schriftstück ist die Bibel ungemein wertvoll."

Daraus abgeleitet: „Wenn die Bibel nun wirklich Menschenwerk ist, dann müssen wir Gott darin genau so sehen, wie ihn die damaligen Volksstämme sich vorgestellt haben. Mit einem Wort: dann muß auch der in ihr zur Sprache kommende Gott Menschenwerk sein. In diesem Falle kann das bekannte Bibelwort, daß Gott den Menschen nach seinem Bilde geschaffen",nicht richtig sein. Es muß vielmehr das Gegenteil der Fall sein, d. h. es muß der liebe Gott von den Menschen nach menschlichem Bilde geschaffen worden sein."

Und in der Tat! „In der Bibel sehen wir Gott in all der widerspruchsvollen Naivität, die all die Völker des Morgenlandes bis zum heutigen Tag in ihren Gottesideen kennzeichnet. Und das ist's, was ich hier an Hand der Bibel meinen Lesern zeigen möchte.
Allerdings werden, da wir uns zu diesem Zwecke in die Krinoline biblisch-orthodoxer Betrachtungen werfen müssen, die daraus hervorgehenden Situationen, trotz allen Ernstes, der Komik nicht entbehren."

Sturm im Wasserglas 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 25. Oktober 2014 05:49

Im Zeitspiegel
Am 25. 10. 1924 fand vor den Schranken eines Gerichtes in St. Gallen (Schweiz) ein spektakuläres Verfahren statt, welches in der Zeugen Jehovas-Geschichte unauslöschlich als „Bibelforscherprozeß" eingegangen ist. Wer mal die Gelegenheit hatte, deutschsprachige kritische Literatur zum Bibelforscherthema aus den 1920er Jahren, per eigener Anschauung zu lesen, wird fast überall diesem Spektakulum begegnen.
Mit am ausführlichsten von den Presseberichten, war wohl dazu der von den "Basler Nichrichten", Ausgabe vom 28. 10. 1924.

Zusammen mit weiteren Presseberichten zutiert in
Mysnip.53190

Erwähnt sei auch der eher parteiisch-tendenziöse Bericht in:
"Der Morgen. Katholisches Tagblatt der Schweiz"
Nr. 255; Donnerstag, 30. Oktober 1924
Ebenda mit zitiert

Aber auch im Kontext der Auseinandersetzung mit der Berichterstattung der
"Münchner katholischen Kirchenzeitung" ebenfalls mit zitiert. 
Mysnip.113818

Rechtswalter Jäger 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 31. Oktober 2014 04:28

Im Zeitspiegel
Eine in der Wortwahl, zwar lapidar und eher nichtssagend formulierte Meldung in der „Freiburger Zeitung" vom 31. 10. 1934.
Der Rechtswalter Jäger der Deutschen Evangelischen Kirche, sei von seinem Amt zurückgetreten.
Und Hitler habe die süddeutschen Bischöfe Meiser und Wurm und den Bischof Marahrens „zu einer Aussprache über Kirchenpolitische Fragen" empfangen.
Besagter Dr. Jäger indes, hatte zuvor die süddeutschen Bischöfe per Rollkommando, unter Hausarrest gestellt, dieweil sie nicht so spurten wie die „Deutschen Christen" und ihre Speerspitze Jäger das gerne gehabt hätten.
Das Hitler höchstpersönlich die Aufhebung des Hausarrestes verfügen mußte - kaum aus eigenem Antrieb, sondern gezwungenermaßen - dieweil das Kirchenvolk sich weitgehend mit den gemassregelten Bischöfen solidarisierte, war in der Regieplanung der „Deutschen Christen" mit Sicherheit nicht vorgesehen.
Dafür musste nun der „Kopf des Jäger rollen", dieweil er eben die ausführende Kraft, in diesem letztendlichen Machtkampf war.
Mit diesen Vorgang erlitt vor aller Welt sichtbar (zumindest für die Sachkenner), die nazistische Kirchenpolitik, deren Ziel ja eine „Einheitskirche" war, eine Niederlage, die dauerhaft weiter wirken sollte. Es gab zwar weiter Versuche der Nazis, doch noch das Heft in ihrem Sinne wenden zu können.
Indes nach dieser offenkundigen Niederlage, war man von diesem Ziel, weiter denn je entfernt!

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=31a&year=1934&month=10&project=3&anzahl=6

http://de.evangelischer-widerstand.de/html/view.php?type=dokument&id=22

Gott züchtigt seine Söhne 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 07. November 2014 00:08

Im Zeitspiegel
So der Titel eines Artikels der am 7. 11. 1994 in einem bekannten Printmagazin zum Abdruck kam.
Notiert wird auch das vermehrt um Entwurzelte und Randständige der deutschen Gesellschaft geworben wird, nicht zuletzt in Asylbewerberheimen.
Zum Thema Blut wird auch der WTG-Satz zitiert, dass es in Einzelfällen "erforderlich sei, daß rund um die Uhr jemand Wache hält", auf das es mit dem selbstverordneten Selbstmord, auch in diesen Fällen (Verweigerung der Annahme einer Bluttransfusion) klappe.
„Die frommen Brüder treten, wie Tenniscracks und Formel-1-Piloten, als Steuerflüchtlinge auf - allerdings jonglieren sie mit ungleich höheren Summen" wird weiter festgestellt. 

Das alles interessiert aber gewisse „Nachtwächter" etwa in der CSPD nicht sonderlich.
Die wähnen, sie hätten mit ihrem "Godesberger Programm" grundsätzlichen Frieden mit der Religionsindustrie geschlossen. Differenzierungen dabei vorzunehmen, ist diesen Herrschaften aber prinzipiell zu mühselig. Lieber sagen sie zu allem „Ja und Amen"!

www.spiegel.de/spiegel/print/d-13693277.html

Vom Wanderprediger zum Sohn Gottes

Den Schleppenträgern ins Stammbuc

Starke Worte 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 11. November 2014 05:44

Im Zeitspiegel
Starke Worte der Polemik konnte man in einer Publikation mit dem Titel:
„Heimat und Kirche im Appenzellerland. Beilage zum "Appenzeller Volksfreund" begegnen.
Herausgeber selbigen das katholische Dekanat Appenzell in der Schweiz.
Auch wenn man in Deutschland des Jahres 1944/45 andere Sorgen als die fragliche Polemik hatte, ändert das nicht übermäßig viel an dem Umstand, dass sie zumindest Schweizer Gemüter, um diese Zeit aufwühlte, Daher mag auch an diesem Ort eine Referierung gerechtfertigt sein.
Am 11. 11. 1944 begann unter der Überschrift „"Hütet euch vor den falschen Propheten! ..." eine Artikelserie in jenem Blatt, dem noch weitere Fortsetzungen folgen sollten. Äußerer Anlass jener Artikelserie bildete eine ebenfalls polemische Verteidigungsschrift der Zeugen Jehovas, just zu jener Zeit mit dem Titel "Ein helfendes Wort in kritischer Zeit".
Die katholische Antwort darauf, fiel schon mal pauschal auch recht eindeutig aus. Etwa wenn man die Thesen wiederholte:

„Der Katholik weiß zwar, und mit ihm jeder rechtschaffene Bürger, was er mit dergleichen Traktätlein zu tun hat. Er wirft sie kurzerhand ins Feuer - ohne dadurch um einen einzigen vernünftigen Gedanken ärmer zu werden. Weil jedoch die Zeugen Jehovas mit ihren Schriften eine immer wiederkehrende Belästigung unseres Volkes darstellen, möchten wir die Gelegenheit wahrnehmen, an dieser Stelle einmal unser katholisches Volk über den kirchenfeindlichen Geist dieser Sekte etwas eingehender aufzuklären."

Von „hinterlistiger Propaganda" ist desweiteren die Rede.

„die wir am besten als die Methode "Wolf im Schafskleid" bezeichnen.
Das Schafskleid, das unschuldige Schafskleid darf, ja soll man sehen. Am liebsten nur dieses. Darum ist es so deutlich sichtbar umgehängt - auch in dieser Flugschrift."

Nach dieser Einleitung setzte sich die Ausführung in der Ausgabe vom 2. 12. 1944 fort.
Als seinen besonderen Streithelfer erachtet dabei jenes Blatt den katholischen Konfessionskundler Konrad Algermissen, Verfasser einer in mehreren Auflagen erschienenen voluminösen „Konfessionskunde".
Algermissen nun wird mit diesem Votum bemüht:

"Mag die starke Erlösungssehnsucht dieser Sekte auch einige ansprechende Züge tragen, so wirkt die leichtfertige, alle Fundamente des Christentums zerstörende Bibeldeutung umso abstoßender. Die internationale Vereinigung Ernster Bibelforscher irrt nicht nur in der einen oder anderen christlichen Wahrheit, sondern untergräbt systematisch die Grundlagen des christlichen Glaubens wie auch der staatlichen Ordnung."

Zu den von Algermissen angeführten Kritikpunkten (aus katholischer Sicht) gehören dann:

„verhöhnt das Mysterium der Trinität, streitet die wahre Gottheit Christi und des Heiligen Geistes ab, leugnet die natürliche Unsterblichkeit der Seele, mißbraucht die Bibel, bekämpft die christliche Kirche mit Haß und Verleumdung, erklärt die Sakramente für nichtig, verunstaltet die Lehre von den letzten Dingen in allen Teilen und verbreitet an Stelle der christlichen Liebe und Eintracht den Geist des Hasses, der Verhetzung und Aufwiegelung."

Da haben also die Zeugen Jehovas „ihr Fett weg", die desweiteren in diesem Algermissen-Urteil als

„eines der traurigsten Zerrbilder des Christentums dargestellt" werden.

Die Brüchigkeit der von Russell kreierten 1874-Berechnung wird dann aufgezeigt.
Kritisch diesen Aspekt bewertend muß aber auch angemerkt werden.
Die in Rede stehende Artikelfolge erfolgte in den Jahren 1944/45. Zu diesem Zeitpunkt hatte aber die 1874-Berechnung in den WTG-Gefilden keine Bedeutung mehr. Sie war ab etwa 1925 ad acta gelegt und durch andere Ententeichthesen ersetzt worden.
Den Hinweis auf diese Differenzierung gibt es indes in jenem Artikel nicht. Selbiger stellt es im Gegenteil so dar, als würde die 1874-Rechnerei, ungebrochen fortbestehen. Indem eine notwendige Differenzierung nicht erfolgt, versetzt sich jener „Appenzeller Volksfreund" damit selbst einen „Schlag ins Kontor".
Zu den weiteren Ungenauigkeiten gehört dann unter anderem das Wiederkäuen der These:

„Ihre Schmutzschriften, die erwiesenermaßen von jüdischen Freimaurern finanziert werden."

Auch mit der Vokabel „erwiesenermaßen" hängt man sich unbegründeterweise, „ziemlich weit aus dem Fenster". Schon um 1925 herum, wo jene These Konjunktur hatte, war sie keineswegs „erwiesen".
Verdächtigungen sind kein Beweis, dazu gehört dann wohl noch etwas mehr.
In der Ausgabe vom 19. 5. 1945 beklagt man dann, es sei ein

„ungeheurer Vorwurf, den die Zeugen Jehovas in ihren letzthin wiederum verteilten Schriften gegen uns erheben, wenn sie darin Stellung nehmen gegen "immer wiederkehrende Verleumdungen in der katholischen Presse, Jehovas Zeugen seien Feinde des Staates". Damit stehen auch wir auf dieser schwarzen Liste."

Am 19. 5. 1945 wird dann in der Auseinandersetzung mit diesem Vorhalt, dann auf eine Zeugen Jehovas-Veranstaltung in Bern, im Zeitraum vom 11. - 13. 4. 1941 verwiesen.
Dort sei unter anderem proklamiert worden, man würde ja die Schweizer Verfassung achten. Und dieses Selbstzeugnis soll es dann gewesen sein, dass die Anwürfe an die Adresse der Zeugen Jehovas „wiederlegt".
Nun will aber der „Appenzeller Volksfreund" sich mit solcherlei billigen Mätzchen keineswegs zufrieden geben, und kontert daher seinerseits:

„Aber abgesehen von dieser Erklärung sind die Schriften der Zeugen Jehovas nicht dazu angetan, in unserem Volke diese Achtung zu fördern, so z.B. wenn die Lehre von der heiligsten Dreifaltigkeit eine "Lehre des Teufels" genannt wird."

Die Rückfrage, welche zu dieser Art von Argumentation zu stellen wäre, ist allerdings die:
Reicht der Hinweis auf die Kontroversen in Sachen „Trinitäts"- oder Dreieinigkeitslehre schon aus, daraus eine „staatsfeindliche Gesinnung" ableiten zu können?
Meines Erachtens machen es sich die katholischen Herrschaften, da wohl etwas zu einfach, vorsätzlich zu einfach!
Dann wird in der Folge erneut die Freimaurer-Finanzierungsthese aufgekocht. Kalter Kaffee wird durch erneutes Aufbrühen, nicht unbedingt „schmackhafter" wäre kommentierend dazu anzumerken.
Erneut tönt man:

„Schon das allein, ist für uns sehr aufschlußreich, daß jüdische Freimaurer es sind, die die Flugschriften der Zeugen Jehovas finanzieren."

Wiederum eine Behauptung ohne Quellenwert, die keinerlei stichhaltiger Nachprüfung standhält.
Aufbauend auf der Freimaurerthese tönt man dann weiter:

„Sind Ausländer, die darauf ausgehen, ein Land zu erobern indem sie seine Säulen untergraben, sind solche Leute für uns Staatsfeinde oder sind sie es nicht? Und sind Leute im eigenen Lande, die ihnen dabei "sehr von Nutzen" sind, also helfen, sind solche Leute im eigenen Lande unsere Staatsfeinde oder sind sie es nicht?"

Weiter fordert der „Appenzeller Volksfreund" die Zeugen Jehovas auf:
„klagt gegen die Zeitung "Der Morgen" oder gegen Freyenwalds Büchlein "Die Zeugen Jehovas"
oder gegen die Schrift von 
Otto Karrer „über moderne Sekten" wo überall dieser Brief abgedruckt ist, auf den wir uns hier stützen."

Eine solch polemische Forderung mag zwar in den Augen ihrer Aufsteller sinnvoll sein. In den Bewertung des nüchtern urteilenden Unabhängigen Beurteilers ist sie es sicherlich nicht. Dazu wäre ein genaues Abwägen des Für und Wider vonnöten. Und diese Abwägung zeigt auch, es gibt einiges dem Bereich „Wider" zuzuordnendes. 
Und im übrigen kann ein Justizspektakel keinesfalls der „Weisheit" letzter Schluss sein. Jedenfalls kündet jenes katholische Urteil auch reichlich, von nicht vorhandener „Weisheit".
Die katholischen Herrschaften mögen zwar im tibetanischen Wiederkäuen ihrer Glaubensthesen Tradition haben, so auch in diesem Falle.
Schlichtweg ist als Gesamturteil dazu allerdings festzustellen:
Gewogen und für zu leicht befunden!

Es geschehen noch Zeichen und Wunder 
geschrieben von:  Drahbeck )
Datum: 15. November 2014 13:03

Im Zeitspiegel
Die Nummer zwei in der Kirchenhierarchie der Evang. Kirche Berlin-Brandenburg, ist unerwartet hoch, von ihrem Posten abgewählt worden.
Was die Ursache dafür ist, müssen die Kirchenmitglieder allerdings selbst beurteilen.

Schon vor Jahren war mir diese Dame mal unangenehm aufgefallen. Der damalige Sektenbeauftragte Thomas Gandow wollte eine Tagung machen, zum Thema einer der „kleineren Religionsgemeinschaften". Da besagte Dame in der Kirchenhierarchie über Gandow stand, musste letzterer es hinnehmen, das seine Pläne von dieser Dame sabotiert wurden.

www.idea.de/nachrichten/detail/frei-kirchen/detail/synode-der-ekbo-waehlt-proepstin-ab-88658.html

Im Jahre 1692 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 19. November 2014 01:57
Im Zeitspiegel
Sei in Frankreich ein Mord geschehen, weis ein Artikel der „Freiburger Zeitung" vom 18. 11. 1934 zu berichten.
Und weil das im Jahre 1934 so schön weit in der Vergangenheit zurückliegt, fühlte sich ein Herr Horst W. Karsten in besagter Ausgabe, dazu berufen, der staunenden Mitwelt mitzuteilen, wie er denn aufgeklärt wurde.
Da alle bei der Aufklärung versagten, musste nunmehr ein Wünschelrutengänger her, der reichlich ausgeschmuckt wie der Artikel ist, dann den Mord aufklärte.
Damit wurde wieder mal für Irrationalismus eine Lanze gebrochen. 
Das wesentliche an der Geschichte ist wohl, dass sie schon weit lang in der Vergangenheit zurücklag, sich jeder rationalen heutigen Überprüfung, damit entzieht.
Sherlock Holmes wird sicherlich vor Neid erblassen, angesichts solcherlei Konkurrenz!

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=17&day=18r&year=1934&month=11&project=3&anzahl=24
Friedrich Ritter von Lama 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 20. November 2014 01:22

Im Zeitspiegel
Die in München erschienene „Allgemeine Rundschau.
Wochenschrift für Kultur und Politik" brachte in ihrer Ausgabe vom 20. 11. 1924, auch einen Artikel (eher bloß eine Notiz) des vorgenannten zum Bibelforscherprozess von St. Gallen.
Besagter Herr Lama meinte da mitteilen zu sollen, jener Prozeß

„leuchtete tief in das Treiben der sogenannten Ernsten Bibelforscher hinein und enthüllte diese neue Bewegung als eine Geldmache des jüdisch-amerikanischen Freimaurertums."

Und weiter Lama: „Dabei spielte besonders ein Brief eines Hochgradfreimaurers eine Rolle, der die interessanten Mitteilungen enthält:

„Wir geben ihnen (den Ernsten Bibelforscher) auf dem bekannten indirekten Wege viel Geld durch eine Anzahl Brüder, die während des Krieges sehr viel Geld gewonnen haben; es tut ihrer dicken Brieftasche nicht weh. Sie gehören zu den Juden ...
Die katholischen Dogmen sind unseren Plänen lästig, deshalb müssen wir alles tun, ihre Anhängerschaft zu vermindern und sie lächerlich zu machen."

Mister Binkele, der verantwortliche Leiter der E. B. in der Schweiz, vertreten durch jüdische Advokaten, wurde zu 600 Franken verurteilt, der von ihm wegen Verleumdung Beklagte (ein Protestant) freigesprochen."

Diese „Information" ist schon mal dahingehend als unzulänglich zu bezeichnen, als der Prozess, aus formaljuristischen Gründen, genannten Ausgang nahm.
Die „Aktivlegitimation" der Bibelforscher wurde schon mal in Zweifel gezogen (ein geschickter Schachzug der Anwälte des Angeklagten Dr. Fehrmann, ohne Zweifel).
Desweiteren interessierte sich das Gericht für den ominösen „Freimaurerbrief" keineswegs in aktiver Weise.
Es reichte dem Gericht aus, dass seitens der Bibelforscher, die gegen sie gerichteten Anwürfe, lange Zeit „klaglos" hingenommen wurden (jedenfalls auf der justiziablen Ebene). Wegen dieser Sachlage hielt das Gericht auch keinerlei Eintritt in die Frage vonnöten, den Wahrheitsbeweis oder dem Gegenteil davon, den Freimaurerbrief betreffend, nachzugehen.
Insoweit ist es eine Falschdarstellung, als hätten die Aussagen jenes Freimaurerbriefes das Gericht tatsächlich „beschäftigt", was eben nicht der Fall war.
Es wurde allein unter Verfahrenstechnischen Aspekten letztendlich ein Urteil gefällt.
Zum Verständnis der ganzen Angelegenheit wäre auch die Kenntnisnahme der Vor- und Nachgeschichte, welche sich besonders mit dem Namen des Herbert von Bomsdorff-Bergen verbindet, vonnöten.
Ohne diese Detailkenntnis, wird derjenige der sie nicht hat, weiter im Nebel herumirren.
Details zu Bomsdorff-Bergen
In der zeitgenössischen Publizistik (das ganze spielte sich überwiegend auf der Ebene von Artikeln in Tageszeitungen ab) ragt als eine Überdurchschnittlich relevante Quelle der Artikel im „St. Galler Tagblatt" vom 27.Oktober 1924
Abendlatt Nr. 253 heraus, der im nachfolgenden einmal etwas näher vorgestellt sei.
„Verleumdungsprozeß der Internationalen Vereinigung ernster Bibelforscher" war jener Artikel überschrieben.
In der Sache wird dann mitgeteilt: 

„Anläßlich eines Vortrages von Prof. Dr. (Ludwig) Köhler über die Internationale Vereinigung ernster Bibelforscher in der Freien Protestantischen Vereinigung am 21. Januar (1924) hat in der Diskussion ein jüngerer Arzt, Dr. F(ehrmann), Vorstandsmitglied der Christenwehr, das Wort ergriffen und behauptet, das internationale Judentum wende der Internationalen Vereinigung ernster Bibelforscher seine reichen Geldmittel zu, um durch sie Verwirrung in die westeuropäische Christenheit hineinzutragen. Dr. F(ehrmann) berief sich dabei namentlich auf einen in der Presse erschienenen Brief, der bis heute keine Widerlegung gefunden habe."

Die Story geht weiter mit dem Bericht: 

„Im Anschluß an die Berichterstattung im "St. Galler Tagblatt" von einem jüdischen Einsender angegriffen, erwiderte Dr. F(ehrmann) mit einer Erklärung, in welcher er an seiner Überzeugung, daß das internationale Judentum die Bibelforscherbewegung finanzieren helfe, festhielt. Eine Aufforderung, die „Ehrverletzung" zurückzunehmen ist abschlägig beantwortet worden. 
Am 14. April reichte sowohl die I.V.E.B. als deren verantwortlicher Leiter in Zürich gegen den St. Galler Arzt Klage ein, wegen Verleumdung und Beschimpfung durch die Druckerpresse mit dem Rechtsbegehren, diese als gerichtlich aufgehoben zu erklären, den Kritiker angemessen zu bestrafen und die Publikation des Strafurteils im "St. Galler Tageblatt" zu verfügen, alles unter Kostenfolge."

Über die eigentliche Gerichtsverhandlung vernimmt man dann:

„In den mündlichen Gerichtsverhandlungen, die anderthalb Tage in Anspruch nahmen, erhob der Beklagte fürs erste die Uneinläßlichkeitseinrede, da die I.V.E.B. angesichts des Fehlens wesentlicher Merkmale kein Verein im Sinne des schweizerischen Rechtes sei, habe sie in einer Flugschrift doch selber erklärt, sie sei weder Sekte noch geschlossener Verein, besitze weder Zaun noch Zwang, führe weder Mitgliederlisten noch habe sie Statuten, kenne keine Eintritts- noch Austrittsformalitäten und verlange auch sie Mitgliederbeiträge. Sie stelle auch nicht eine Religionsgesellschaft dar, die nach St. gallische Recht Rechtspersönlichkeit und Prozeßfähigkeit besitze."

[Einfügung. Dazu kann man beispielhaft eine Passage aus der 1919 publizierten WTG-Flugschrift „Der Fall Babylons" vergleichen 

Ende der Einfügung]
„Das Bezirksgericht hat die Aktivlegitimation der Internationalen Vereinigung ernster Bibelforscher verneint, dagegen diejenige des verantwortlichen Leiters in Zürich bejaht.
Der Präsident der Vereinigung in den Vereinigten Staaten habe übrigens öffentlich 1000 Dollars jedem versprochen, der den Beweis dafür erbringe, daß der Vereinigung aus einer jüdischen Bank jemals Geld zugeflossen sei - was auch in der Versammlung in St. Gallen bemerkt ist.
Die Behauptung von Zusammenhängen der Lehren der Bibelforscher und des Judentums sei falsch, ebenso beständen keine Beziehungen zur Freimaurerei und dem Bolschewismus.
Die Quellen des Beklagten seien antisemitische Hetzliteratur, was dieser bestritt."

Bemerkenswert auch diese Passage

„Im Hinblick auf den „bevorstehenden Weltuntergang" seien schon Versicherungspolicen zurückgekauft worden."

[Einfügung. Wer das bestreiten sollte der sei in der Neuzeit vielleicht an den Fall Erich Brüning erinnert, welcher in seiner Publizistik selbst von sich berichtet. Um seiner Betörung entsprechen zu können für die WTG in einem „Hilfe tut Not-Gebiet" zu wirken, habe er sich Teile seiner Rentenversicherung vorzeitig auszahlen lassen. Solcherlei Betörte, gab es mit Sicherheit schon in den zwanziger Jahren. Ende der Einfügung; weiter im Zitat]
„Der Kampf gegen sie (die Bibelforscher), deren das Christentum verlästernde aufdringliche Propaganda verschiedene Regierungen zu Maßnahmen veranlaßt habe, sei Heimatschutz gegen geistige Überfremdung, Verteidigung und Schutz der auf christlicher Grundlage aufgebauten Staatsordnung.
Von alten, in so manchen Schriften erhobenen und dem Beklagten wieder aufgenommenen Vorwurf hätten sie sich bisher nicht zu reinigen vermocht, so daß der Beklagte seine Äußerungen habe für wahr halten dürfen. Übrigens werde der Beweis anerboten, das Zeugnis des Verfassers eines Buches das einen Freimaurerbrief vom 27. Dezember 1922 an einen schweizerischen Freimaurer enthielt, der die Bibelforscher in allem unterstützen sollte, um so die Anhängerzahl der Feinde (Protestanten und Katholiken) zu vermindern. In diesem Brief, der auch vom "Morgen" in Olten publiziert worden ist, wobei der Anwalt der Internationalen Vereinigung Ernster Bibelforscher den Klagetermin verpaßt hat, soll stehen...
(Hier
muß beigefügt werden, daß der Verleger des Buches diese Veröffentlichung auf Verlangen der klagenden Bibelforscher wiederrief, mit der Begründung, daß das Original von einer Zeitungsredaktion unterschlagen worden sei. Der Verfasser besteht aber auf der Echtheit des Briefes.)"

Zur Substanz des Gerichtsurteiles überleitend:
„Das Bezirksgericht St. Gallen hat die Klage des Generalbevollmächtigten der Ernsten Bibelforscher abgewiesen und dem Kläger eine Gerichtsgebühr von 150 Fr. auferlegt. Der Kläger hat den Beklagten mit 450 Fr. außerrechtlich zu entschädigen. 
Auf den offerierten Wahrheitsbeweis ist das Gericht nicht eingetreten. Die Abweisung der Klage erfolgte mangels objektiven Tatbestandes. Nach der Auffassung des Gerichtes ist der Vorwurf der Bestechung, in welchem die Ehrverletzung erblickt wurde, nicht erhoben Es war nicht gesagt, daß unsere Bibelforscher und der Kläger F. von derartigen Dingen Kenntnis haben müßten und Geld annähmen. Es wurde nur vom Zweck, den das Judentum mit seinen Zuwendungen verfolge, gesprochen. Daß die kritisierte Bewegung innerhalb der Christenheit Verwirrung anrichte, sei ganz natürlich. Nicht gesagt worden sei, daß die Bibelforscher von den Juden Geld erhielten, um sich kaufen zu lassen. In der Behauptung, daß die Juden Geld gäben, liege keine Ehrverletzung...."

Ebenfalls am 27. 10. 1924 brachte die gleichfalls in St. Gallen erscheinende Zeitung „Die Ostschweiz", einen ähnlichen Bericht zum Thema, welcher sich aber inhaltlich mit dem Bericht des „St. Galler Tagblatt" in etlichen Details, inhaltlich überschneidet. Auf der Suche nach dem, was im Bericht der „Ostschweiz" als vielleicht eigenständige Berichtselemente gewertet werden können, seien aus letzterem Bericht noch diese Details zitiert.
Aus der Sicht des Klägers, also Binkele,

„werde den Klägern Bestechung vorgeworfen und der Bewegung unlautere und materielle Interessen unterschoben. Alle seriösen Gegner der Vereinigung erblickten darin eine Verleumdung.
... Die Behauptung von Zusammenhängen der Lehren der Bibelforscher und des Judentums seien falsch, ebenso beständen keine Beziehungen zur Freimaurerei und dem Bolschwismus ... Als Gegenbeweis gegen den erhobenen Vorwurf produzierte Kläger eine eidesstattliche Erklärung des Generalkassiers der Gesellschaft ... und offerierte das Zeugnis eines Kantonsbuchhalters, der als Buchexperte fungiert hat. Die Mittel flössen alle als Gaben der Gläubigen."

Dann wird im weiteren auf das Plädoyer des Anwaltes des Beklagten eingegangen, welcher sich da in „längeren Ausführungen" produzierte. In selbigen auch die Passage:

„Deren leitende Personen (der Bibelforscher) schon für die Jahre 1843/44, dann wieder 1914,17,24 und 25 den Weltuntergang vorausgesagt hätten (was einem Zuhörer zur Bemerkung Veranlassung gab, was für einen Sinn denn diese Klage noch habe).

Unterstellt, die „Ostschweiz" habe richtig berichtet, wäre dann aber anzumerken, die Miterwähnung der adventistischen Daten 1843/44 mit gleichem Atemzug mit Daten der Bibelforscher, zeugt nicht gerade von sonderlicher Differenziertheit der Argumentation.
Da ja nun dieser Dr. Fehrmann sich in diesem Gerichtsverfahren in dem Status des Beklagten befand, ist sicherlich die Argumentation seines Anwaltes auch dahingehend interessant, wenn er dem Gericht gegenüber plädierte:
„Als unrichtig bezeichnete der Anwalt des Beklagten die Behauptung der Kläger, daß ihnen Bestechlichkeit, Käuflichkeit vorgeworfen worden sei. Übrigens treffe der hauptsächlichste Vorhalt der eingeklagten Bemerkungen die Juden. Den Bibelforschern werde - in guten Treuen - nur vorgehalten, daß sie von ihnen Geld empfingen, was keine Schande sei, wenn es einem guten Zweck
diene, wie die Bibelforscher doch behaupteten. So liege weder Verleumdung noch Beschimpfung vor, denn auch die Beleidigungsabsicht fehle. Redliche Motive und rechtlicher Endzweck seien dem Beklagten nicht abzusprechen. Er habe lediglich vom Recht maßvoller Kritik Gebrauch gemacht, gegenüber ausländischen Agitatoren, die unter Mißbrauch des schweizerischen Gastrechtes ihren Kampf mit ganz außergewöhnlichen Mitteln führten. Im Schutz der Klage würden die Bibelforscher einen Freibrief erblicken ...

In Deutschland war es dann der katholische Publizist von Lama, welcher besonders in verschiedenen Publikationsorganen, das Thema des St. Galler Prozesses hochkochte. Etwa im "Miesbacher Anzeiger" vom 13. 11. 1924. Auch in „Neues Münchener Tageblatt" vom 11. 11. 1924. Letzteres Blatt bot dem Lama offenbar noch die umfänglichste Tribüne. Die anderen, wo er auch publizierte, haben seine Texte eher nur gekürzt offeriert.
So sei denn auf der Basis des „Neuen Münchener Tageblatt" noch etwas zitiert, was von Lama da so meinte „zum besten" geben zu können.
Einleitend tönt er schon mal vollmundig:
„Nun weiß man es, wer hinter den "Ernsten Bibelforschern " steht, die auch bei uns ihr Unwesen treiben, nämlich amerikanische Juden und Freimaurer. Die Entlarvung ist in diesen Tagen in der Schweiz vor dem Bezirksgericht St. Gallen erfolgt."

Er unterstellt also ein Prozeßergebnis, das wie die vorstehend zitierten Aussagen aus dem „St. Galler Tagblatt" belegen, so gar nicht gegeben war.
Die Causa Fehrmann liest sich dann bei ihm so:
„Darauf gingen die "Ernsten Bibelforscher" gegen Dr. Fehrmann zum Angriff vor, denen er mit folgender Erklärung im St. Gallener Tagblatt erwiderte: 
"Die von mir in der Diskussion vertretene Ansicht halte ich im vollen Umfange aufrecht. Eingangs nämlich stellte Herr Prof. Köhler die Behauptung auf, daß es ihm ein Rätsel sei, woher die "Ernsten Bibelforscher" die reichen Geldmittel zu ihrer Propaganda beziehen. Im gleichen Atemzuge aber betonte er entschieden, daß nicht jüdisches Geld mitspiele. Gegen diese Ansicht vertrat ich meine Überzeugung, daß die Juden das größte Interesse an der möglichst raschen Ausbreitung der Lehre der "Ernsten Bibelforscher" haben und daß das internationale Judentum deswegen diese Bibelforscherbewegung finanzieren hilft, weil es hofft, durch Verwirrung
der Christenheit seine Ziele zu erreichen. Daß die Lehre der "Ernsten Bibelforscher" geistige Verwirrung hervorruft, hob auch der Referent wiederholt hervor."

Dann kann von Lama seine eigenen antisemitischen Ressentiments kaum verhüllen, wenn er auch die nachfolgende Formulierung verwendet:
„Die "Ernsten Bibelforscher" und Mister Binkele (jidisch Pinkeles, amerikanisch Bainggele), Bürger der Vereinigten Staaten, waren durch das jüdische Advokatenbüro Dr. Liebermann in Zürich vertreten, in dessen Auftrag der ehemals polnische Jude Dr. Adam Reichstein den Prozeß führte."

Als wenn denn die Frage wirklich relevant wäre, welcher Religion denn die engagierten Rechtsanwälte zugehörig sind.
Seine Formulierung „polnische Jude Dr. Adam Reichstein den Prozeß führte"

erfüllt schon mal den Tatbestand der unsachlichen Schmähkritik seitens des von Lama.
Über den Anwalt des Dr. Fehrmann und dessen agieren, meinte von Lama ausführen zu sollen:
„Nationalrat Duft, der Vertreter Dr. Fehrmann's, legte die Ziele und Wege der "Ernsten Bibelforscher" dar und deckte ihre Verbindungen auf, nämlich den engen Zusammenhang zwischen den "Ernsten Bibelforschern" und den Juden.
Dieser gehe hervor aus der Schrift Rutherford's: "Millionen jetzt Lebender werden nie sterben", welche eine Verherrlichung des Judentums, namentlich des Zionismus und seines Vaters Herzl's ist und die, da es sich um eine Schrift der "Ernsten Bibelforscher" handelt, zwingend auf die intime Verbindung mit dem internationalen Judentum schließen läßt. Überdies erklärten die "Ernsten Bibelforscher" anfangs, daß sie für jeden Dollar, der nachgewiesen werden könne, daß er jüdisches Geld sei, 1000 Dollar geben werden; dann schränkten sie ihr Angebot ein, indem sie 1000 Dollar demjenigen versprachen, der nachweisen könne, daß jüdisches Geld an die "Ernsten Bibelforscher" gehe, während jetzt im Prozesse selbst der jüdische Anwalt noch weiter zurückging und 1000 Dollar nur mehr versprach, daß eine jüdische Bank den "Ernsten Bibelforschern " Geld zugehen 
habe lassen."

Eine Reihe anderer Presseorgane, berichtete mit Variationen in ähnlichem Sinne. Etwa die „Thurgauer Zeitung" (St. Gallen, Schweiz vom 27. 10. 1924); oder Deutschland die „Nationale Rundschau" Bremen vom 6. 11. 1924 und noch weitere. Diese Berichte überschneiden sich inhaltlich weitgehend mit den bereits vorgestellten. Eine wörtliche Zitierung brächte also keinerlei relevanten Erkenntnisgewinn.
Soweit es die gleichfalls tendenziöse Berichterstattung der "Münchner katholischen Kirchenzeitung" anbelangt, wurde auf die schon früher eingegangen.
Siehe dazu:

Mysnip.113818
Gleichwohl ist einzuräumen, dass die "Münchner katholische Kirchenzeitung" zusätzliche Aspekte, relevanter Art mit ansprach, welche andernorts so nicht dargestellt sind. Insoweit besitzen die Berichte der MKZ zum Thema, durchaus einen hohen Quellenwert.

Im Jahre 1933 ragte dann besonders die auf der Berlin-Wilmersdorfer WTG-Veranstaltung von der WTG publizierte „Erklärung" hervor, mit den dann später vom vormaligen WTG-Funktionär Wrobel wegzensierten Sätzen:
„Man möchte uns gestatten hier darauf aufmerksam zu machen, daß in Amerika, wo unsere Bücher geschrieben wurden, Katholiken als auch Juden sich miteinander verbunden haben in der Beschimpfung der nationalen Regierung in Deutschland und in dem Versuch, Deutschland zu boykottieren wegen der von der nationalsozialistischen Partei verkündigten Grundsätze."

Auch wenn Zensor Wrobel an diese Sätze nicht mehr so gerne erinnert werden möchte, ändert das ja nichts an dem Umstand, dass sie in den zeitgenössisch verbreiteten und auch bei Hesse/Harder in ihrer Publikation dokumentierten Textvarianten, enthalten waren.
Es gäbe zu jener „Erklärung" nebst Begleitschreiben unter anderem an Hitler, sicherlich noch 
weiteres anzumerken, was aber früher bereits vielfältig geschehen ist.

Weitaus im Windschatten dagegen steht ein ebenfalls „Erklärung" überschriebener WTG-Text gleichfalls aus dem Jahre 1933.
Unter Zugrundelegung eines Exemplares selbiger, heute im Stadtarchiv Nürnberg vorfindlich, zeitgenössisch zur Kollektion des „Stürmer"-Archives gehörend, sei die auch einmal erwähnt.
Einleitend postuliert jener Text:
„Christen ... die sich auf einem Kongress in Wien und Bern versammelt haben, geben hiermit freudig die Erklärung ab
Feinde der Wahrheit haben falsche, verletzende und verleumderische Anklagen über uns ausgestreut."

Dann verwahrt man sich gegen eine Unterstellung man würde mit Kommunisten und Sozialisten zusammenarbeiten.
Auch in Österreich und der Schweiz, war solch eine These - ohne Zweifel - Rufschädigend.
Zwar folgten beide Länder zu der Zeit nicht dem nazistischen Zeugen Jehovas-Verbot. Allzuweit entfernt indes, waren sie sicherlich nicht, wie namentlich die Geschichte in Österreich noch zeigen sollte.
Dann gibt es in jener „Erklärung" auch noch den sicherlich nicht unerwarteten Satz:
„Es ist auch von unseren Feinden fälschlich behauptet worden, wir würden in unserer Tätigkeit von den Juden finanziell unterstützt. Dies ist absolut unwahr, bis zur gegenwärtigen Stunde."

Just dieses Argumentationselement gab es ja so in der Berlin-Wilmersdorfer „Erklärung" nicht. Indem es jedoch besagte „Erklärung für Österreich/Schweiz ausdrücklich wiederholt, offenbart sich die Langzeitwirkung dieser These.
Aber auch das muss gesagt werden. Rutherford hatte ja inzwischen, besonders in seinen Büchern „Rechtfertigung", die vormalige Zionismusbegünstigung gekippt, welche noch in den Büchern „Die nahe Wiederherstellung Israels" (Russell) oder „Trost für die Juden" (Rutherford) Triumphe gefeiert hatte. Jetzt war auch die WTG-These, im Chor der religiösen Antisemiten mitzuheulen.
Das liest sich in besagter „Erklärung" dann so:
„Die Juden dagegen verwerfen Jesus Christus völlig und leugnen hartnäckig, dass er der Erlöser der Menschen sei, der von Gott zum Nutzen des Menschen gesandt wurde. Schon allein diese Tatsache sollte genügender Beweis dafür sein, dass wir von den Juden nicht unterstützt werden und dass die Anschuldigungen gegen uns in böser Absicht vorgebracht worden und falsch sind."

Jene „Erklärung" endet dann mit den Sätzen: „Es wird hierdurch beschlossen, je ein Exemplar dieser Erklärung den hohen Regierungsbeamten zu überreichen und dieselbe allgemein zu verbreiten, damit der Name Jehovas, des höchsten Herrschers im Universum, weiter bekannt gemacht werde."

Danach wird dann noch für die Rutherford-Broschüre "Zuflucht zum Königreich" Reklame gemacht, dies sei „der Titel von Richter Rutherfords neuester Broschüre". Und als Impressumsangabe gibt es dann den Satz:
„Für Österreich verantwortlicher Herausgeber; 
Walter Voigt, Wien 7, Halbgasse 26"

Siehe zum Thema auch
19242Lama

Thüringen 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 24. November 2014 10:01
Im Zeitspiegel

Das Bundesland Thüringen, äußerst knappe politische Konstellationen aufweisend, dabei nach bisherigem Stand der Dinge, eine weitere Besonderheit aufweisend.
Man kennt ja sonderbare Konstellationen schon vom Fall des Herrn B.
Von der PdS/Linke gekauft, hielt diese Männerfreundschaft nur solange, wie eine Fortsetzung jener Konstellation gewährleistet erschien.
Als sich letzteres als nicht realisiert herausstellte, war dann postwendend auch „Schluss mit lustig".
Das ganze betraf regional den Bereich Sachsen, also nicht Thüringen.
Indes auch Thüringen hat ein Novum zu bieten.

Da erschien im Jahre 2006 beispielhaft ein Buch mit dem Titel:
„Gläubig und Genosse : Gespräche mit Bodo Ramelow"
Ohne selbiges nun selbst gelesen zu haben, unterstelle ich mal, jener gläubiger Herr ist der Kategorie „Kulturchrist" zuortbar. Jener Typus dessen Evangelium lautet. „Gott ist ein guter Mann, und das war es dann auch schon".
Zur Unterstreichung seiner „Gäubigkeit" diente dann wohl auch seine Mitgliedschaft in einer Partei, in welcher Herr B. es allerdings nur auf eine zeitlich befristete „Gastrolle" brachte.
Eher ungewöhnlich, das er zudem eigentlich von der Herkunft auch eine westdeutsche Biographie hat, was bekanntermaßen auch für den anderen genannten Herrn gilt.
Zusätzlich in der genannten politischen Minoritätslage, mag man es nachvollziehen können, das nicht all und jeder über die sich anbahnende weitere Entwicklung erfreut ist.
Ein solcher Kritiker prägte den prägnanten Satz:
„"Wenn die Thüringer den Politikwechsel gewollt hätten, dann hätten sie ganz klar Rot-Rot gewählt.".
Genau das aber sei nicht der Fall.
Über letzteren Kritiker vernimmt man weiter, er sei als Unternehmer in Weimar, zugleich Landesvorsitzender der Thüringer Mittelstandsvereinigung der CDU.
Auch ansonsten war jener Unternehmer schon verschiedentlich Wahlkampffördern für genannte Partei aktiv.
Was da jener Unternehmer so weiter über sich berichtet, ist nicht gerade angetan, ihn meinerseits mit einer „Vorschußlorbeere" zu versehen. Da ist dann (zumindest für mich, der Herr Ramelow noch das kleinere Übel).
Besagter Unternehmer berichtet über sich auch, als Ostbürger, absolvierte er just im Jahre 1989 den dortigen Wehrdienst.
Neben einigen weiteren Divergenzen, zitiert er aus seinen Erinnerungen, dass man in dieser Zeit (wohl seitens der Ost-Stasi im Hintergrund) an ihn das Ansinnen gerichtet habe er solle sich von seiner Schwester lossagen sollen, die Zeugin Jehova ist - bis heute. Seiner Laufbahn sei das nicht förderlich gewesen - in der DDR. "Ich bin in der DDR groß geworden und ich habe mich nicht losgesagt von meiner Schwester", sagt er..
Wenn jener Unternehmer also zu Ostzeiten noch keine weiteres Karriere machen konnte, dann spielt wohl auch sein Alter im Jahre 1989 da eine Rolle mit. Wie man sieht, konnte er dann unter den nachfolgenden Konstellationen, diese Karriere noch nachholen.
Ich halte es allerdings für sehr unwahrscheinlich, das besagte Schwester des Unternehmers, nun auch der CDU beigetreten wäre.
Da wird also ein Biograpieteil des Unternehmers, über Gebühr heraus gestellt, und ihm eine „Bedeutung" gegeben, die es wohl nicht hat.

www.tlz.de/web/zgt/politik/detail/-/specific/Weimarer-Unternehmer-ruft-zur-Demo-gegen-Rot-Rot-Gruen-auf-1529919204
Verbot der „Freireligiösen" 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 27. November 2014 07:47
Im Zeitspiegel
In ihrer Ausgabe vom 27. 11. 1934 bringt die „Freiburger Zeitung" die Meldung über eine Verbotsverfügung des „Bundes Freireligiöser Gemeinden".
Wie üblich als Standardtext die Reichtstagsbrandverordnung nutzend, die ja auch für diverse andere Verbotsverfügungen des Naziregimes, als Gummiband herhalten muss.
Angeblich hätten sich bei den „Freireligiösen" nunmehr viele vorherige Kommunisten versammelt.
Von besonderem Zynismus indes trieft ein Nachsatz zu dieser Verbotsmitteilung. Das ganze wird dann gar noch als „Schutzmaßnahme für das Christentum" verkauft.

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=27b&year=1934&month=11&project=3&anzahl=10
Eher zufällig notiert 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 05. Dezember 2014 13:14

(keine gezielte Recherche) die Todesmeldung der Ehefrau des Günther Pape (Autor der Westausgabe des Buches „Ich war Zeuge Jehovas")
im Oktober 2014

http://www.klaus-dieter.pape-hn.de/

Zeitgleich hat damit ihr Sohn Klaus-Dieter Pape, derzeit zumindest, seine Webseite zu einer „Ein-Thema-Seite" umgestaltet.
Notiz des Google-Textes:

Christa Pape. geb. 19. Februar 1929. gest. 13. Oktober 2014.

Bekämpfung des Wahrsagerunwesens 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 06. Dezember 2014 02:56

Im Zeitspiegel
Eine Meldung der „Freiburger Zeitung" vom 6. 12. 1934, kündet über eine Anordnung zwecks Bekämpfung des „Wahrsagerunwesens".
Nun sind damit sicherlich nicht die Zeugen Jehovas, in vorderster Linie gemeint gewesen.
Indes so kann man es auch sehen:
Allzuweit entfernt vom Wahrsagerunwesen sind sie sicherlich nicht.

Die gleiche Zeitungs-Ausgabe bringt „passend angeordnet", auf derselben Seite auch noch eine Meldung, die davon kündet, der Geschäftsbetrieb der „Heilsarmee" erfährt auch Einschränkungen.

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=06&day=06b&year=1934&month=12&project=3&anzahl=16

Tanzbär 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 08. Dezember 2014 07:42

Tanzbär
(mit dem Ring durch die Nase geführt).
Kommentar zu einer Fernsehsendung von „Pro Sieben" (Galileo)

https://www.youtube.com/watch?v=72Rxsat1ZlY

Urteile in Halle/S. und Darmstadt 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 08. Dezember 2014 20:47

Im Zeitspiegel
Unter Berufung auf einen externen Pressebericht (dem „Berliner Tageblatt") brachte die methodistische Zeitschrift „Der Evangelist" in ihrer Ausgabe vom 9. 12. 1934, die nachfolgende, Zeugen Jehovas bezügliche Meldung.
Ergänzend anzumerken wäre noch, das war wohl die erste thematische Meldung im „Evangelist", nach dem im Juni 1933 ausgesprochenen Naziverbot der Zeugen Jehovas. Das heißt, sofern einer nur besagten „Evangelist" gelesen haben sollte, und sonst nichts, erfuhr er damit zum ersten Male; die Zeugen Jehovas sind jetzt verboten.
Genanntes Blatt berichtete also:

"Gefängnis für Mitglieder der Religionsgemeinschaft Zeugen Jehovas
Vor dem Sondergericht Halle/Saale hatten sich eine Anzahl Mitglieder des Bundes „Zeugen Jehovas" der Fortsetzung der verbotenen Organisation „Ernster Bibelforscher" zu verantworten. Sie erklärten sich für unschuldig. Sie seien treue Staatsbürger, achteten vor allem auch den neuen Staat und seinen Führer Adolf Hitler und hielten sich immer im Rahmen der Gesetze, natürlich aber nur, soweit sie mit dem Willen Jehovas übereinstimmen.
Ihr Anwalt berief sich auf den Schutz der freien Religionsübung, den die Verfassung von Weimar jedem Staatsbürger verbürge, Sowohl die „Zeugen Jehovas" wie die „Ernsten Bibelforscher" seien Religionsgesellschaften, wie sie die Weimarer Verfassung im Auge habe, ein Verbot käme einem Verfassungsbruch gleich.
Diese Argumentation lehnte aber das Sondergericht sehr entschieden ab. Es handele sich hier um Religionsgesellschaften, die ihrem Wesen nach Staatsgefährlich werden könnten. Mit Schriften, die aus dem Auslande hereinkommen, werde eine sehr bedenkliche Zersetzungsarbeit betrieben, der der Staat, obwohl er den Schutz der freien Religionsausübung grundsätzlich zugestehe, nicht müßig zusehen dürfe. Das Sondergericht, das zur Begründung seines Standpunktes Material über die Zersetzungsarbeit der „Zeugen Jehovas" beibrachte, sprach alle Angeklagten, Männer und Frauen schuldig und verurteilte jeden zu drei Monaten Gefängnis (Berliner Tageblatt)"

Ein Vergleich mit besagtem „Berliner Tageblatt" Nr. 553/1934; 23. 11. 34) ergibt, das stand dort so wie zitiert. Lediglich in der Überschriftenwahl, dürfte besagtes „Berliner Tageblatt" etwas ungenauer gewesen sein, denn es titelte:

„Gefängnis für 'Zeugen Jahwes'. Die Angeklagten berufen sich auf die Weimarer Verfassung.
Drahtmeldung unseres Korrespondenten".

Aber jene kleine Ungenauigkeit in der Namensbezeichnung „bügelte" dann ja wie feststellbar, der „Evangelist" dann noch aus.
Eine in der Sache, nur als Dublizierung anzusprechende Wiederholung jener Meldung (dann halt für einen größeren Leserkreis) gab es auch in der „Frankfurter Zeitung" vom 21. 12. 1934.
In der Ausgabe vom 16. 12. 1934, gab es dann erneut eine thematische Meldung im „Evangelist". Letztere notierte:

„Der thüringische Minister des Innern hat angeordnet, daß das im April 1933 beschlagnahmte Vermögen der Internationalen Bibelforschervereinigung einschließlich ihrer sämtlichen Organisationen freigegeben wird.
Die Betätigung der Wachtturm- Bibel- und Traktatgesellschaft in der Herstellung und dem Vertrieb von Traktaten und anderen propagandistischen Schriften bleibt aber verboten, ebenso jegliche Lehr- und Versammlungstätigkeit der Bibelforscher."

Auch hier wiederum feststellbar. Dublizierung derselben Meldung, wenn zeitlich auch etwas früher, in der „Frankfurter Zeitung" vom 14. 11. 1934.
Wie also feststellbar, spielte in der Argumentation der Verteidigung das Argument eine wesentliche Rolle, gemäß der Weimarer Verfassung, sei das Zeugen Jehovas-Verbot, eigentlich nicht zulässig. Letzteres bemühte bekanntermaßen die berüchtigte Reichstagsbrandverordnung vom 28. 2. 33, die dem Buchstaben nach, aber nur „kommunistische Umtriebe" ahnden wollte. Besagte „kommunistischen Umtriebe" wurden dann in der Praxis sehr großzügig ausgelegt. Eben auch als Verbotsgrundlage der Zeugen Jehovas, obwohl selbst Nazigranden eher widerwillig zugeben mussten. „Kommunistische Umtriebe" im eigentlichen Sinne des Wortes, könne man den Zeugen Jehovas, wohl kaum in die Schuhe schieben.
Da saß die Nazijustiz - einstweilen - in einer gewissen Zwickmühle. Indes gab es aus Nazisicht schon vor dem Urteil in Halle einen Präzendenzfall, über welchen die „Juristische Wochenschrift" in ihrer Nr. 28/1934 berichtete. Da hatte das Sondergericht in Darmstadt (Hessen) sogar alle 29 zugleich auf der Anklagebank sitzenden Zeugen Jehovas freigesprochen, weil es wähnte, die Weimarer Verfassung gelte ungebrochen weiter.
Allerdings, das konnten die Leser der „Juristischen Wochenschrift" auch sofort erkennen, wohin der Hase nun zu laufen habe. Denn schon in dergleichen Ausgabe der JW gab es einen Kommentar zum Darmstädter Urteil des Staatsrechtlers Huber (ohne jetzt der Sippenhaft das Wort zu reden, übrigens war jener Huber dann auch Vater des späteren evangelischen Bischofs Wolfgang Huber). 

http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Rudolf_Huber
Huber Senior indes, zu Nazizeiten einer der aktivsten Einpeitscher, der Umgestaltung der Justiz im Nazisinne.
Und in seinem genannten Kommentar zum Darmstädter Urteil, den wie vermerkt die JW ohne Zeitverzug mit abdruckte, wertete er schon; das Darmstädter Urteil werde „von rechtsirrigen Erwägungen getragen und kommt zu einem unhaltbaren Ergebnis."

Nach seiner Meinung müsse  „in jedem einzelnen Fall besonders nachzuweisen (sein), daß ein alter Verfassungssatz übernommen worden ist, und man kann nicht umgekehrt aus der Tatsache, daß er nicht ausdrücklich aufgehoben worden ist, auf seinen Fortbestand schließen."

Besonders stellte dann Huber auf Punkt 24 des NSDAP-Parteiprogramms ab, mit der schwammigen Formulierung, würde eine Religion gegen das „germanische Moralgefühl" verstoßen, könne ihr keine freie Betätigung zugebilligt werden. Genau diesen Verstoß gegen besagtes „germanische Moralgefühl" sah Huber Senior als gegeben an.
„Daß die Internationale Vereinigung ernster Bibelforscher eine volks- und staatsfeindliche Gruppe ist, kann nach den Feststellungen des Urteils nicht zweifelhaft sein. Die Bibelforscher verwerfen den Staat überhaupt als „Teufelswerk"; sie sind Kriegsdienstverweigerer, unterliegen unkontrollierbaren ausländischen Einflüssen und zeigen judaisierende Tendenzen und das Urteil selbst verkennt ihren staatsgefährlichen Charakter nicht. Im übrigen ist die Frage, ob im Einzelfall eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung vorliegt, von den zuständigen Exekutivbehörden nach ihrem Ermessen zu entscheiden und für die Gerichte nicht nachprüfbar."

Übrigens verwies eine andere Zeitschrift, die „Deutsch-evangelische Korrespondenz" in ihrer Ausgabe vom 19. 12. 1934 ausdrücklich auf den zitierten Bericht des „Evangelist". Damit wurde jener Bericht quasi in den Rang einer Präzendenz-Information für kirchliche Kreise erhoben.
Das Darmstädter Urteil vom 26. 3. 1934, hatte „schlafende Hunde" geweckt.
Bereits am 28. 3. 1934 hatte die „Frankfurter Zeitung" über dieses Urteil berichtet. Und die „Frankfurter Zeitung", das wussten auch die Nazigranden, wurde zu der Zeit besonders im Ausland hoch eingestuft, dieweil sie im Nazi-Gleichschaltungs-Einheitsbrei, eine gewisse (relative) Eigenständigkeit bewahren konnte.
Die „Frankfurter Zeitung" formulierte also schon mal in ihrem Bericht mit den Satz:

„Eine Entscheidung von besonderer Bedeutung fällte das Hessische Sondergericht."

Wenn die FZ jenes Urteil also als von „besonderer Bedeutung" qualifizierte, dann bedeutete das im Umkehrschluß, dass bei allen jenen, die mit diesem Urteilsergebnis nicht einverstanden waren, verstärkt die Alarmglocken anschlugen.
Eine ganze Reihe angehender Juristen, sahen in einer scharfen Kommentierung jenes Urteiles, die Chance, ihrer Karriere im Naziregime einen „Beförderungsschub" zu verpassen.
Einen solchen Fall konnte man auch in Heft 5/1934 (15. Mai 1934) der Zeitschrift „Jugend und Recht" „bewundern".
Laut Untertitel sei jene Zeitschrift das „Organ der Reichsgruppe Jungjuristen des Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen und der Reichsfachgruppe Rechtswissenschaft der deutschen Studentenschaft".
Der dort kommentierende Fritz Bettermann, Referendar aus Offenbach/Main, brachte schon im Titel seines Artikels zum Ausdruck, worum es ginge, wenn er vollmundig tönte:  „Die Weimarer Verfassung gilt nicht mehr!"

Genau bei diesem Punkt war sich besagtes Darmstädter Sondergericht, keinesfalls so sicher, wie es die Bettermann'sche Selbstsicherheit suggeriert.
Aber auch das Darmstädter Sondergericht erkannte. In der derzeitigen Gemengelage stehen die Chancen der Zeugen Jehovas eher schlecht, indem es in seinem Urteil, laut Bettermann auch die Sätze mit hineinschrieb:

„Das Sondergericht hat nicht verkannt, daß die Internationale Vereinigung der ernsten Bibelforscher an sich (!) Staatsfeindlich sein kann. Ihre Anhänger stehen zwar wohl dem nationalsozialistischen Staat an sich (!) nicht gegnerischer gegenüber als einem anderen. Aber sie verwerfen den Staat überhaupt, der ihnen Teufelswerk ist. Sie wären wohl im Ernstfall Kriegsdienstverweigerer. Sie unterliegen nicht nachprüfbaren, ausländischen Einflüssen und zeigen judaisierende Tendenzen.

Die „Frankfurter Zeitung" zitiert noch: „Sie (die Angeklagten) bestritten einen Zusammenhang ihrer Lehre mit dem jüdischen Glauben oder mit der kommunistischen Weltanschauung.

Und dann verkündet jenes Gericht dennoch Freisprüche. Das war es doch was vor allem die Möchte-gern-Karrieristen der Jungjuristen „auf die Palme brachte". Aber eben nicht nur sie.
In der Folge fühlt besagter Jungjurist sich dazu berufen, dem fraglichen Gericht „Nachhilfeunterricht" zu erteilen.
Dazu verweist er als erstes auf die 1932 erschienene Schrift des Alfred Rosenberg mit dem Titel:
„Das Wesensgefüge des Nationalsozialismus
Grundlagen der deutschen Wiedergeburt".
In ihr gibt es auch den Passus: „Im kommenden Reich des Nationalsozialismus werden die Menschen auch über Mittel und Wege kämpfen, aber im Ziel werden sie einig sein oder - ausgeschaltet werden müssen."

Und bei besagter Forderung nach dem ausschalten habe jenes Gericht schon mal versagt.
Weiter tönte Rosenberg:
„Auch gegen diese volkszerstörenden Kräfte ist die NSDAP vorgegangen

Mysnip.132993.

(auch in München wurden die Kundgebungen der „Bibelforscher" erst nach deutlichen Worten unsererseits durch die Regierung der Bayerischen Volkspartei verboten)."

Ergo hielten sich die Nazis zugute, eine wesentliche Aktie an den gegen die Zeugen Jehovas gerichteten Maßnahmen in Bayern gehabt zu haben.
Schwerpunkt der Rosenberg'schen Argumentation ist allerdings ein anderer Aspekt. Er wusste nur zu gut, dass sein Name in kirchlichen Kreisen, besonders nach der Publizierung seines „Mythus des XX. Jahrhunderts" zum Buhmann verkommen war. Nun sucht er gegenzusteuern. Hitler erklärt er zum großen Staatsmann, der sich aus Religionspolitischen Disputen prinzipiell heraushalten würde. Damit hätten in seiner Lesart, aber auch die NSDAP-Unterfürsten, Spielraum zum artikulieren von „Privatmeinungen". Nur das habe er doch getan, sucht er zu besänftigen. Daher wäre es ihm „unverständlich", weshalb katholische Kreise, etwa das Zentrum, nicht schnell genug zu den Nazis überlaufen würden (wie gesagt 1932 erschien jene Rosenberg-Schrift). Und da fühlt er sich berufen auch noch folgende „Breitseite" abzufeuern:

„Das erste übrigens, was die Reichstagsfraktion dieser "Evangelischen" tat, war ihre Stimmabgabe gegen den Kandidaten der nationalen Opposition auf dem Posten des Reichstagspräsidenten. Sie zog es vor, mit dem Zentrum gemeinsam, ihre Stimme dem Vorkämpfer für Kriegsdienstverweigerung, dem linken Sozialdemokraten Paul Loebe zu geben. Auch hier also ein glatter Verrat sowohl am nationalen wie christlichen Gedanken."

Es mag ja mehr als nur dahingestellt sein, welche tatsächliche Rolle jener von Rosenberg genannte Paul Loebe spielte. In zum „Wehrdienstverweigerer" hochzustilisieren, ist wohl mehr als gewagt. Immerhin belegt dieses Beispiel, wie es denn um die Chancen tatsächlicher Wehrdienstverweigerer im Naziregime dann bestellt sein würde!
Noch so ein markiger Belehrungssatz des Herrn Bettermann an die Adresse des Darmstädter Gerichtes, das sich so schwer tat, die Weimarer Verfassung als einen „Fetzen Papier" zu behandeln. Da waren in der Tat die Bettermann und Co aus „anderem Holze geschnitzt". Mit solcherlei Skrupel hielten die sich nämlich nicht auf. Folgerichtig tönte auch Herr Bettermann:

„Die Weimarer Verfassung gilt nicht mehr. Sie ist allerdings nicht förmlich außer Kraft gesetzt worden. Sie ist tot, sie braucht nicht erst für tot erklärt werden."

Ein besonders markanter Satz von ihm noch:  „Jeder SA-Mann wird es bestätigen, daß die Weimarer Verfassung abgeschafft ist."

Angesichts solch schlagender Argumente, war dann in der Tat „alles klar"!

Exkurs:
Der Kommentar von Prof. Dr. E. R. Huber, Kiel
in der „Juristischen Wochenschrift" 1934 S. 1475f:

Zitat
Das Urteil wird von rechtsirrigen Erwägungen getragen und kommt zu einem unhaltbaren Ergebnis.
Die Grundprinzipien der Weimarer Verfassung sind Formaldemokratie, Parlamentarismus, Föderalismus, Gewaltenteilung, Grundrechte; sie bilden die Substanz und den Geist des Weimarer Systems, und die Weimarer Verfassung „gilt" nur, solange diese fünf Säulen, auf denen sie ruht, staatsrechtlich und politischen Bestand besitzen. Die nationalsozialistische Revolution hat diese fünf tragenden Prinzipien des Weimarer Systems von Grund auf zerstört.
An Stelle der überholten Grundprinzipien des Weimarer Systems sind unmittelbar mit dem Siege die Grundsätze nationalsozialistischer Staatsauffassung getreten; diese sind
Der völkische Gedanke, das Führerprinzip und die politische Totalität.
Aber es ist in jedem einzelnen Fall besonders nachzuweisen, daß ein alter Verfassungssatz übernommen worden ist, und man kann nicht umgekehrt aus der Tatsache, daß er nicht ausdrücklich aufgehoben worden ist, auf seinen Fortbestand schließen.
Die heutige Gesetzgebung hat nur aus Gründen der äußeren Ordnungsmäßigkeit und Ruhe (Legalität) im Gesetz v. 24. März 1933 sich eines formellen Verfahrens der Weimarer Verfassung bedient, aber sie fußt damit nicht in der Sache auf der Weimarer Verfassung, und leitet ihre Rechtfertigung (Legitimität) nicht aus ihr her.
Aber ebenso selbstverständlich erkennt der nationalsozialistische Staat dieses Recht der religiösen Vereinigungsfreiheit nur unter einem bestimmten Vorbehalt an; die Freiheit der religiösen Bekenntnisse besteht nur, soweit sie nicht das Volk und den Staat gefährden; auch das geht aus dem Punkte 24 aufs Klarste hervor.
Der Art. 137 Abs. 2 ist vom nationalsozialistischen Staatsrecht (wie alle übrigen Religionsartikel der Weimarer Verfassung) nur mit dem Vorbehalt übernommen werden, den der Punkt 24 des Parteiprogrammes mit voller Deutlichkeit formuliert. Auch die am 23. März 1933 vor dem R(eichs)T(ag) abgegebene Erklärung der Reichsregierung läßt daran keinen Zweifel. Staats- und volksfeindliche religiöse Vereinigungen genießen den Schutz des Art, 137 Abs. 2 nicht.
Daß die Internationale Vereinigung ernster Bibelforscher eine volks- und staatsfeindliche Gruppe ist, kann nach den Feststellungen des Urteils nicht zweifelhaft sein. Die Bibelforscher verwerfen den Staat überhaupt als „Teufelswerk"; sie sind Kriegsdienstverweigerer, unterliegen unkontrollierbaren ausländischen Einflüssen und zeigen judaisierende Tendenzen und das Urteil selbst verkennt ihren staatsgefährlichen Charakter nicht. Im übrigen ist die Frage, ob im Einzelfall eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung vorliegt, von den zuständigen Exekutivbehörden nach ihrem Ermessen zu entscheiden und für die Gerichte nicht nachprüfbar. Der von der zuständigen Staatsbehörde bindend festgestellte volks- und staatsfeindliche Charakter der Vereinigung schließt aus, daß sie den Schutz des Art. 137 Abs. 2 für sich in Anspruch nimmt. Ihre Auflösung und das Betätigungsverbot widerspricht daher dem Art. 137 Abs. 2 nicht, und die Angekl. hätten gem § 4 VO des Rpräs v. 28. Februar 1933 verurteilt werden müssen.
Nur beiläufig sei angemerkt, daß die Freisprechung der Angekl. die Auflösung des Verbandes als solche und die Beschlagnahme seines Vermögens ihrer Rechtswirksamkeit nicht beraubt.
Das alte formale gesetzesstaatliche Denken hat m. E. hier zu einem klaren Fehlurteil geführt.
Spanien will die Machtprobe 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 12. Dezember 2014 12:58

im Zeitspiegel
Auch hierzulande wollen das einige
www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/google-news-kommt-uns-spanisch-vor-13316204.html

Macht haben und anderen die eigenen Bedingungen diktieren zu können und die raue Wirklichkeit, pflegen nicht selten zwei linke Schuh zu sein.
Google hat den Ankündigungen zu Folge, in Sachen Spanien reagiert.
Es gibt dann wohl "Siege" regionaler Art,. die sich für den selbsternannten Sieger, als realer Verlust entpuppen.

v-i-t-t-i.de/blog/2014/12/google-news-in-spanien-verlage-rudern-zurueck-wollen-google-news-zurueck-und-zeigen-reue-39544/

juliareda.eu/2014/12/oettinger-leistungsschutzrecht-europa/

www.strandgazette.com/2014/12/28/google-news-in-spanien-eingestellt-15-weniger-traffic-fuer-online-zeitungen/

Verurteilung von Bibelforschern 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 14. Dezember 2014 02:29

Im Zeitspiegel
Am 14. 12. 1934 brachte die „Freiburger Zreitung" eine Meldung über die gerichtliche Verurteilung von Bibelforschern.

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=09&day=14b&year=1934&month=12&project=3&anzahl=20

Entlassung eines Polizeiwachtmeisters 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 16. Dezember 2014 04:29

Im Zeitspiegel
Am 16. 12. 1934 meldet die „Freiburger Zeitung" die Entlassung des Polizeiwachtmeisters Wilhelm Wolff wegen Verweigerung der Ablegung des Diensteides.
Wie man vielleicht schon erahnt, der Bericht erwähnt es dann noch ausdrücklich, handelte es sich dabei um einen „Bibelforscher" (Zeugen Jehovas). Da verstand das Naziregime keinen Spass.

Übrigens, auch die „Kölnische Zeitung" vom 18. 12. 1934 griff diesen Fall mit auf.
In letzterer konnte man dazu lesen:

„Diensteidverweigerung
Entlassung eines Polizeibeamten
Karlsruhe, 17. Dezember
Der wohl sehr seltene Fall, daß ein Beamter aus religiösen Gründen sich weigert, den Diensteid zu leisten und den Symbolen des Staates die Ehren zu erweisen, kam vor der Badischen Dienststrafkammer zur Verhandlung. Ein Polizeiwachtmeister von Karlsruhe, der 14 Jahre lang seinen Dienst zur vollsten Zufriedenheit versah und dem auch von seinen Vorgesetzten das beste Zeugnis ausgestellt wird, hatte sich am Tage der Vereidigung krank gemeldet. Wie er vor der Dienststrafkammer darlegte, erfolgte die Eidesverweigerung aus einem Gewissenskonflikt infolge Bindungen religiöser Art, da er vor einigen Jahren der Vereinigung ernster Bibelforscher beigetreten war. Trotzdem diese Vereinigung verboten und aufgelöst wurde, hielt sich der Beamte in seinem Gewissen gebunden und stützte sich auf das Evangelium Matthai 5,33-37 (Eure Rede sei: Ja, ja, nein, nein, was darüber ist, ist vom Übel) und auf Jacobi 5,12 (Vor allen Dingen aber, meine Brüder, schwöret nicht).
Er betonte auch ausdrücklich, daß er die nationalen Symbole achte, gegen den Führer und Reichskanzler, und den Staat nichts habe, daß es aber seiner innersten Glaubensauffassung widerstrebe, die nationalen Symbole zu grüßen.
Auf Vorhalten des Vorsitzenden erklärte der Polizeiwachtmeister, er sehe ein, daß der Staat konsequenterweise einen Beamten nicht behalten könne, der den Eid auf den Führer verweigere, und daß das Disziplinargericht keine andere Entscheidung als die Dienstentlassung aussprechen könne. Die Dienststrafkammer erkannte dem Antrag des Anklagevertreters gemäß auf Entlassung aus dem Dienste, billigte aber dem Beamten ein Unterstützungsgehalt in Höhe 80 v. H. des Ruhegehalts auf die Dauer von zwei Jahren zu, weil nicht unehrenhafte Beweggründe den Angeklagten zu seinem Verhalten bestimmt haben."

Wünschelrute 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 18. Dezember 2014 00:18
Im Zeitspiegel
„Die Entlarvung der Wünschelrute", so der Titel eines Berichtes in der „Freiburger Zeitung" vom 18. 12. 1934

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=03&day=18b&year=1934&month=12&project=3&anzahl=12
Fetz: Weltuntergang 1925 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 19. Dezember 2014 03:07

Im Zeitspiegel
In Sachen August Fetz, welcher es bis zum Schulvorsteher einer Schiller-Schule in Bremerhaven brachte (die Zeit um den Weltkrieg herum, wobei hier unberücksichtigt bleibt, dass in späteren Jahrzehnten es auch in Bremerhaven Veränderungen im Schulgefüge gab).
In Sachen vorgenannten Herrn wurde zu einem früheren Zeitpunkt bereits referiert:

Zitat
Ein weiterer antisemitischer Apologet ist August Fetz, der wie sein Pendant Karl Weinländer alias „Lienhardt" auch im Schulwesen tätig war. Fetz hatte es dabei sogar zum Schulrektor in Bremen gebracht. Was dieser „Volkserzieher" da „so auf dem Kasten hatte", macht schon das Vorwort zu seiner Schrift: „Der große Volks - und Weltbetrug durch die 'Ernsten Bibelforscher' deutlich".

Wenn man sich mit dem Fall Fetz näher beschäftigt, dann fühlt man sich unwillkürlich an jenen Typen erinnert, der in der Verfilmung des Romanes „Im Westen nichts Neues" auch die Rolle eines Schulrektors spielte. Man ist geneigt auszurufen: In beiden Fällen war es die „Spezialität" jener Schulrektoren, ihre Schüler in die Schützengräben des Ersten Weltkrieges hineinzupredigen! Aber kommen wir zum Vorwort der genannten Fetz-Schrift. Aufschlussreich ist es schon, wenn er darin klagt: 

„Diese Katzbalgerei in Kreisen, welche sonst mit gleichem Ernste das gleiche Ziel im Dienste des deutschen Volkes verfolgen, kann nur dem lachenden Dritten in Judas Lager von Nutzen sein. Die Minier- und Wühlarbeit gegen jede sittliche Weltordnung auf der Grundlage einer deutschchristlichen Schule und Kirche erhalten völlige Bewegungsfreiheit. So muß es kommen, dass die völkischen Kreise nicht allein von ihren natürlichen Gegnern, sondern auch von Kreisen verwandter Gesinnung heute zur Staats- und Religionsordnung in dasselbe Verhältnis des Misstrauens und der inneren Kräftelähmung gedrängt werden, wie 1890/1914 die Alldeutschen zu Thron und Volk." 
Fetz meint dann die anderen Bibelforschergegner mit den Worten belehren zu müssen: 

„Es ist für die ganze heutige Auffassung bezeichnend, wenn der großen Gefahr gegenüber, welche die IVEB bildet, selbst Geistliche sagten: 'Die Bewegung muß sich selbst totlaufen!' Es ist richtig, dass eine jede Bewegung sich einmal totläuft, aber es ist nicht gleichgültig, was und wieviel unterdessen totgelaufen wurde, was gerettet werden konnte und musste. 
Es ist sicher, dass ohne den Gegensturm der deutschvölkischen Kreise, vielerorts das Land schon von den Bibelforschern wie von einem Heuschreckenschwarm überflutet worden wäre. Und weiter erscheint schon heute sicher, dass die Deutschvölkischen es sein werden und sein müssen, welche trotz allen Anfeindungen oder allen verkannt werden aus nationalen und religiösen Triebkräften heraus die entscheidenden Schlachten schlugen und die sturmfesten Dämme bauen werden gegen den Fanatismus der IVEB, der nichts anderes als ein im religiösen Gewande verkappter Bolschewismus ist."[194] 

Fetz nannte auch ein bedeutsames Stichwort, indem er auf die Alldeutschen Bezug nimmt. Damit wird der geistesgeschichtliche Hintergrund schlaglichtartig erhellt. In der Tat, jene „Alldeutschen" waren es, die sich als treibender Keil deutschnationalistischer Expanisionsgelüste betätigten, die dann im Ersten Weltkrieg ihre Entladung erfuhren. Jene „Alldeutschen" waren es, die nach dem missglückten „Weltgenesungsunternehmen am deutschen Wesen", stur an Maximalforderungen festhielten und einfach nicht zur Kenntnis nehmen wollten, dass Deutschland eben nicht der „Sieger" des Ersten Weltkrieges war. 


Jene Alldeutschen sind dann auch voll in das Geschäft der Judenhetze als Buhmann für ihre zerronnenen Illusionen eingestiegen und beteiligten sich zu diesem Zwecke als aktive Gründungsmitglieder des „Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes", dessen spätere Auflösung lediglich durch ihre geistige Urheberschaft an politischen Morden (Rathenau-Attentat) in der Weimarer Republik möglich wurde. Erbe und Fortsetzer der alldeutschen Politik und des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes, wurde dann faktisch der Nationalsozialismus. 

Jene Alldeutschen hatten auch ein gebrochenes Verhältnis zum Christentum. Einerseits wagten sie es nicht zum Sturm dagegen aufzurufen; andererseits ließen sie keinen Zweifel darüber aufkommen, dass sie es gerne abgeschafft bzw. in ihrem Sinne deformiert gesehen hätten. 
Symptomatisch dafür ist die Schrift von Grimpen mit dem Titel: „Antisemitismus und Christentum", wenn er darin den programmatischen Satz zitiert:

„Uns will scheinen, dass die Ablehnung der Religion Jesu vom alldeutschen Standpunkt aus die rechte Konsequenz sei, weil in der Tat eine unüberbrückbare Kluft zwischen alldeutscher und christlich deutscher Denkart gähnt." [195] 
Grimpen versteigt sich dann weiter zu dem Ausruf: 

„Solange die evangelische Kirche sich von dem Wahne nicht zu befreien vermag, dass die 'Wüsten-Chronik' des auserwählten Volkes das wahre Wort Gottes sei, wird sie unfähig sein, an dem umfassenden Regenerationswerke des deutschen Volkes mitzuarbeiten." [196] 

Die Alldeutschen waren sich durchaus im klaren darüber, dass die Kirchen einen Machtfaktor darstellten und sie sich zum damaligen Zeitpunkt nicht auf einen offenen Kampf einlassen konnten. [197] Die neu aufgekommene Bibelforscherbewegung bildete für sie daher eine Art „Ersatzschlachtfeld". Hier konnten sie ohne mit den großen Kirchen zu kollidieren, nach Herzenslust den „Sack schlagen um den Esel zu treffen." 
Boten die Bibelforscher doch in besonderem Maße all jene Angriffspunkte dar, die den Alldeutschen die Kirchen so suspekt gemacht hatten. Wenn Grimpen beispielsweise das Alte Testament der Bibel als „Wüsten-Chronik" zu bezeichnen beliebte, dann waren gerade die Bibelforscher, ob ihres Philosemitismus, dieser Tendenz besonders verhaftet. 
Letztendlich prallten hier Welten aufeinander. 

In Deutschland hatte das Christentum nach dem Aufkommen der einschlägigen Bibelkritik, wofür der Name David Friedrich Strauß als Synonym dienen mag (und nach ihm noch andere. Etwa Feuerbach und auch Marx). In Deutschland hatte das Christentum, durch das Aufkommen der als Reaktion darauf entstandenen „Liberalen Theologie" (um so der unerwünschten Kritik den Wind aus den Segeln zu nehmen) eine Schwächung erfahren. Nicht unbedingt in organisatorischer Hinsicht. Das Staatskirchentum verhinderte das, aber eben doch - und das ist entscheidend - in geistiger Hinsicht.

I
n den USA hingegen war die Situation eine andere. Für die USA stellte der Ausgang des Ersten Weltkrieges keine „Existenzbedrohung" dar. Im Gegenteil, sie gingen aus ihm gestärkt hervor. Damit entfiel auch in den USA jener „Gärungsprozess", der in Europa zum Sturze etlicher Monarchien und zum Aufkommen und Erstarken neuer politischer Kräfte führte. Das aus den USA exportierte Christentum (und das Bibelforschertum war solch ein „Exportschlager" nach dem Ersten Weltkrieg), repräsentierte in vielerlei Hinsicht eine Variante des Christentums, das von der europäischen Religionskritik noch relativ unberührt war. 

Entscheidend dabei war insbesondere, dass das Bibelforschertum sich in seinem Selbstverständnis als „Rückkehr zum Urchristentum" und Kritik am verweltlichten Christentum der Großkirchen verstand. 
Die Alldeutschen hingegen, repräsentierten in besonders pointierter Weise säkulare Kräfte, für die Religion keinerlei existentielle Bedeutung mehr hatte (es sei denn, bestenfalls als mystisch ideologischer Kitt). Für die Alldeutschen stellte sich nicht die Frage nach dem „Urchristentum". Für die Alldeutschen stellte sich lediglich die Frage nach ihrem Machtanspruch (auf Kosten anderer). Der Konflikt war unvermeidlich. Das Bibelforschertum war einer seiner Katalysatoren! 

Um auf Fetz zurückzukommen. Er charakterisiert sich weiter mit der diffamierenden Behauptung: 
„Wie Bibelforscher, Talmudjude und internationale Freimaurerei den Sturz alles Bestehenden als erstes Ziel kennen, so auch die Sozialdemokratie, wie der Inhalt des Erfurter Programmes, ihres politischen Glaubensbekenntnisses es zeigt. Es dürfte heute allen bekannt sein, dass die Sozialdemokratie nichts anderes als ein politisches jüdisches Warenhaus ist. Inhaber, Geschäftsführer und Abteilungschefs sind die Juden, Verkäufer und Verkäuferinnen die Sozialdemokraten." [198] 

Damit sind aus dem Munde von Fetz zugleich die wichtigsten zeitgeschichtlichen Ressentiments gegen das Bibelforschertum zusammengefasst. Die unterschiedlichen Autoren haben individuelle „Musikstücke" dazu geschrieben. Letztendlich jedoch basieren sie alle auf der gleichen „Grundmelodie"!

Im Dezemberheft 1924 der Zeitschrift „Deutscher Volkswart", gibt es nun einen Artikel von Fetz, den er betitelte:
„Weltuntergang 1925", der im folgenden einmal etwas näher vorgestellt sei.
Bezüglich einer Leseprobe aus dieser Zeitschrift, die zwar nicht den gesuchten Jahrgang beinhaltet, aber zumindest einen groben Überblick über ihre Tendenz ermöglicht, siehe auch:
http://www.bookprep.com/read/mdp.39015026754922
Ein „Angebot" aus den USA, was im Umkehrschluß auch bedeuten kann, nicht zwangsläufig auch über IP-Adressen im deutschen Bereich „abrufbar".
Einleitend notiert er:

„Es gibt in Deutschland wohl kaum 12-14jährige, die nicht schon von dem Weltuntergang der „Bibelforscher" wüßten."
Aber:  „Kaum ein Wanderredner der Sekte, der nicht öffentlich sofort behauptet: „Es ist Lug und Trug, daß wir den Weltuntergang 1925 lehrten."

Dazu sein Kommentar:

„Daß die Bibelforscher den Weltuntergang für 1925 wirklich prophezeiten, dafür finden sich heute noch in Deutschland Zeugen.
Ich selbst bin bereits 1917/18 mit der Mahnung daran, die mich schrecken und „bekehren" sollten verwarnt worden."

Dann fragt er, weshalb denn nun diese Verleugnungsstrategie der Bibelforscher, der eigenen Thesen „vor Tisch", und meint werten zu können:

„Einerseits mögen sie einen zu großen Rückschlag für ihre Bewegung befürchten, wenn die Massen 1925 enttäuscht werden. Der Weltuntergangsglauben, immer buchstäblich genommen, war ja bis 1924 ihre zugkräftigste Reklame. Von 1924 an mußte aber planmäßig „abgebaut" und abgelenkt werden."

Bis dahin mag man ihm in seiner Darstellung weitgehend zu folgen. Kritisch allerdings, wird es bei seinen nachfolgenden Ausführungen. Getränkt von einschlägigen Verschwwörungstheorien, in Sonderheit der "antisemitischen Hetzschrift Protokolle der Weisen von Zion", lautet sein „Weisheitserguß" dann:

„Zum anderen ist anzunehmen, daß sich der Verwirklichung des „Weltrepublikplanes" der internationalen Weltbankhäusler Hindernisse in den Weg legten, die sich bis 1925 noch nicht beseitigen lassen.
Als ein solches sehe ich in erster Linie die anschwellende völkische Welle in Deutschland an."

Es kommt noch „besser".
In seinem allmorgendlichen Kaffeesatzgrund stochernd, entnahm er letzteren dann wohl den „Geistesblitz":
„1925 ist auch wohl weit mehr von Talmudleuten als Bibelforschern festgelegt worden. Nach dem Talmud glaubte das Weltjudentum 7 Jahre nach dem „großen Kriege" endgültig die Universalherrschaft anzutreten. 1918 endete der glückbringende große Krieg. Rechnen wir 7 Jahre weiter, so kommen wir auf 1925.
Um die Prophezeiung auf größere Grundlagen zu stellen, spricht man, seit Beginn 1924 auch öffentlich, vom Weltuntergange in dem Sinne des Untergangs aller „Systeme".

Namentlich das Stichwort „Untergang der Systeme" hat es ihm dann angetan. Dazu meint er werten zu sollen:
„Ist die Möglichkeit oder Notwendigkeit eines solchen Unterganges vorhanden?" Antwort:
Wir stehen seit 1914 mitten im Untergange!"
Die Notwendigkeit aber ist planmäßig von den internationalen Geldmännern geschaffen.
So wurde seit 1914 in dem politischen System eine Säule nach der anderen gestürzt, um auf den Trümmern die Weltrepublik nach dem Bibelforscher, Weltfreimaurerei, Sozialdemokratie, Bolschewisten- oder Zionistenprogramm auszurufen. Mit dem politischen ist das finanzielle und wirtschaftliche System verknüpft. Und die Trümmer dieser drei Systeme sollen auch die religiösen und gesamten kulturellen Systeme mit ihren Einrichtungen, Kirchen, Schulen, Hochschulen usw. Zum „ewigen" Fall bringen. Es liegt da ein neuer Riesenweltverbrecherplan einer verhältnismäßig kleinen Weltverbrechergruppe vor, wie die Geschichte noch nicht sah."

Sein „Patentrezept" wie das auch anderer seines „Geisteskalibers" ist dann eben die Bibelforscher in die kommunistische Ecke zu stellen. Und dabei sich auch in Sonderheit der Technologie zu bedienen, alle Schreckensmeldungen, die aus der Sowjetunion kommend, das eigene Ohr erreichten, dann möglichst noch publizistisch zu verstärken.
Das ist dann auch sein „Patentrezept".
Wehmütig beklagt er:

„Wurde die Monarchie überrannt, was mal ganz unmöglich schien, dann kann auch das Christentum überrannt werden, was heute noch unmöglich erscheint!" oder:
„Ließ sich das Volk stumpf den Sturz der Throne bieten, dann sieht es auch stumpf dem Sturz der Altäre, und Lehrstühle in Schulen und Hochschule zu!"

Daraus dann abgeleitet seine Forderung:
„Männer" unter den Theologen, nehmt die Peitsche, wie Christus, reinigt das Christentum von allem Talmudischen, und das Volk strömt in Scharen in die Gotteshäuser, der Weltauferstehung entgegen! - Naturwissenschaftler, zerblast den rosigen Nebel der „Völkerversöhnung" und zeigt und lehrt den Kampf, den die Natur selbst überall führt und sucht in den Kämpfen der Natur die Vorlagen zu neuen Waffen, die wir benötigen!"

Seine Forderung von den benötigten neuen Waffen darf getrost ziemlich wörtlich verstanden werden.
Ein Herr Hitler richtete dann seine Politik in dem Sinne aus, eine Revision der Ergebnisse des ersten Weltkrieges anzustreben, auch um den Preis eines zweiten Weltkrieges.
Einer der Ohrenbläser die da dem Hitler schon, als er noch ein „Nichts" war, das in die Ohren hineintrompeteten, war dann mit Sicherheit auch jener Herr Fetz. Vielleicht hatte er ja keinen persönlichen Kontakt zu Hitler. Das seinige beizutragen, dem Hitler dann den „roten Teppich auszurollen". Dazu trug er sicherlich mit bei!

Spät kommt ihr, aber ihr kommt
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 22. Dezember 2014 09:16
Im Zeitspiegel
Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschaungsfragen, hat jetzt ihrem Internetauftritt ein neues Outfit verpasst.

www.ezw-berlin.de/html/index.php

Nachdem schon vordem die Zeugen Jehovas, und auch die Adventisten, ihre Zeitschriften im Internet kostenfrei offerieren, glauben die Herren von der EZW sich nicht mehr länger diesem Trend verschliessen zu können.
Mit Ausnahme der letzten zwei, drei Jahrgänge, die weiter kostenpflichtig nur als Print-Abonnement erhältlich sind, hat man jetzt damit begonnen, einige Jahrgänge der EZW-Zeitschrift „Materaldienst" auch als Komplett-Ausgaben im pdf-Format zu offerieren (im Internet)
Als Stichprobe mal den Jahrgang 2010 aufgerufen.
Unter der Themenübersicht der einzelnen Hefte gibt es jetzt am unteren Rand drei Links:
Inhalt, bestelllbar, download.
Wählt man download kann man sich das jeweilige Heft als pdf-Datei herunterladen.
Dem Thema Zeugen Jehovas wird man allerdings in dieser Zeitschrift eher weniger begegnen. Und wenn es doch Ausnahmen von der Regel gibt, dann kaum mit relevanten Inhalten, die Sachkennern nicht schon vordem bekannt waren.
Beth Sarim lässt grüßen
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 22. Dezember 2014 10:38
Zur Abwechslung gibt es jetzt eine Meldung über den Erwerb einer betont luxeriösen Immobilienanlage durch den USA-Zweig der WTG
Schon die Kapazität jener Anlange macht deutlich, dass ihre Nutzer wohl kaum die „kleinen Betheliten" sein dürften, auch handelt es sich um keine selbsterstellte Anlage.
Über die Nutzer jenes Beth-Sarim-Verschnittes muss man einstweilen noch spekulieren.
Tippt man auf die selbsternannte Creme der Creme in WTG-Gefilden, dürfte man wohl einen richtigen Riecher haben!
http://www.jw-archive.org/post/105792495908/almost-paradise-the-united-states-branch#sthash.s3SKC41w.dpbs
Ein bemerkenswerter Nachruf
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 22. Dezember 2014 10:49
zum Thema Udo Jürgens.
Diesmal nicht auf einer der gängigen Medienseiten, dafür aber auf der Seite des Rechtsanwaltes Markus Kompa.
http://www.kanzleikompa.de/2014/12/21/zeuge-udo-juergen-bockelmann-1934-2014/
Rückschlag
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 23. Dezember 2014 17:33
Im Zeitspiegel
Für die Rassisten im Umkreis Pegida

www1.wdr.de/themen/infokompakt/nachrichten/nrwkompakt/nrwkompakt35256.html

Die Sarrazin-Jünger (indirekter Art, den direkt hat sich ja Herr Sarrazin in Sachen Pegida wohl noch nicht geäußert), erinnern verdächtig an die „Arier" verflossener Zeiten.
Sie die da meinen das „rechte Blut" in den Adern zu haben, und sich auch nicht daran stören, dass ein Vorbestrafter ihr Frontmann ist, lassen es sich vielfältig angelegen sein, ihre Verachtung über die „Untermenschen", die in ihrer Lesart auf den Namen „Islamisten" hören, dann auch Medienwirksam zu artikulieren.

Nun kann man wohl seit den Zeiten, wo Islamkritische Bilder Folgewirkungen hervorriefen, zu Recht fragen, geht das ganze nicht tiefer zu hängen?
Man kann auch zu Recht fragen, warum ausgerechnet ein Herr mit Milli Görüs-Vergangenheit, sich zum überzogenen „Rächer" des Kabarettisten Dieter Nuhr berufen fühlt und dabei gescheitert ist.
Man kann weiter zu Recht fragen, wie es wohl um die Dünnhäutigkeit jenes Herrn bestellt ist, wen selbiger in Fortsetzung jener Attacke gegen Dieter Nuhr, nun sein Mütchen an dem Internetblog „Ruhrbarone" kühlen will, dieweil der auch den Umgangssprachlichen Begriff „Islamisten" verwandte. Insofern sind gewisse Herrschaften aus dem Islam-Bereich, keineswegs als „schuldfrei" zu bezeichnen. Indes hat das alles eine Dimension angenommen, zu der zu sagen ist. Auch diese famosen „Wutbürger" haben keineswegs „Patentrezepte". Der Weg zurück in die Einzelstaatlichkeit, möglichst gekrönt von „Schutzwallen" a la „Berliner Mauer", kann doch wohl nicht das "Patentrezept" sein.
Es ist in der Tat das Gebot der Stunde diesen Herrschaften, ein so nicht, entgegenzuschleudern!
Re: Rückschlag
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 23. Dezember 2014 20:04
Exkurs:
Beinahe hätte es die Welt erlebt, bei den letzten USA-Präsidentschaftswahlen, dass ein Mormone dort das Ruder der politischen Macht ergriffen hätte. Es hat nicht viel gefehlt, und dieser Umstand wäre eingetreten. Was das letztendlich für eine Kulturbruch dargestellt hätte, mag an einigen Zitaten, aus einem von den Mormonen selbst herausgegeben Buch verdeutlicht werden, welches im Jahre 1923 in deutscher Sprache herausgeben wurde.
Als sein Verfasser wird benannt:
Joseph Fielding Smith vom Rate der Zwölf, Kirchengeschichtsschreiber (der Mormonen).
Herr Smith beleuchtet also die Geschichte seine Religionsgemeinschaft. Und dabei muss er selbstredend auch auf deren Gründer in der Anfangsphase zu sprechen kommen.
Er bezeichnet es beispielhaft als ein Fehler andernorts, dass man dort wähnte, nach Abschluss des Bibelkanons gäbe es keine weiteren Offenbarungen mehr.
Da hält es seine Religionsgemeinschaft in der Tat anders, wofür auch ihr namensgebendes Buch
"Mormon" steht.
In diesem Kontext formuliert er auch den markigen Satz:
"In seiner großen. Weisheit erwählte sich der Herr ein unverdorbenes. Kind, einen vierzehnjährigen Knaben. diesem Jungen offenbarte der Herr die Fülle seines Evangeliums , das die Welt ihres Unglaubens wegen nicht annehmen konnte."  (S. 24)
Also ein 14jähriger Junge brachte es mit seinen damaligen "Harry Potter Visionen" letztendlich soweit, das sich eine neue Religion etablieren konnte.
Von jenem Joseph Smith vernimmt man deswetteren die Kunde:
"Am Abend des ... 21. September 1823 wandte ich mich, nachdem ich mich zu Bett begeben. Während ich so im Gebet zu Gott begriffen war, da erschien ein Licht in meinem Zimmer, das immer heller wurde als am Tage, worauf sogleich ein Engel neben meinem Bett erschien, in der Luft stehend, denn seine Füße berührten den Boden nicht.
Er nannte mich mit meinem Namen und sagte zu mir, er sei als ein Bote, von der Gegenwart Gottes zu mir gesandt und sein Name sei Moroni. Gott habe ein Werk für mich zu tun und mein Name werde entweder als Gut oder als Böse unter allen Völkern, Geschlechtern und Sprachen bekannt werden und beides, Gutes und Böses, solle von mir gesagt werden unter allen Völkern. Er sagte, es sei ein Buch aufbewahrt, das auf goldenen Platten geschrieben sei und das einen Bericht gebe von den frühern Bewohnern dieses Landes und ihrer Herkunft, ferner sagte er, in diesem Buch sei die Fülle des Evangeliums enthalten, wie es vom Heiland jenen Ureinwohnern verkündigt worden sei."

Diese von übersteigerten Sendungsbewußtsein kündende Story, blieb nicht folgenlos, und um dieses Ideologiegerüst bildete sich dann tatsächlich eine Kirche mit allem Drum und Dran.
Man erfährt desweiteren aber auch von der Feindschaft, der diese neuen Religionsjünger bei verschiedenen Anlässen ausgesetzt waren. Buchstäbliche Vertreibungen aus den Ortschaften, wo sie ansässig waren, standen auf der Tagesordnung. Nicht nur einmal, sondern mehrmals.
Obwohl die Gegner der Mormonen es nicht wahrhaben wollten, ihre feindschaftliche Antwort auf diese neue Religion, führte letztendlich zum gegenseitigen Schulterschluss der Hörigen. Daran änderte auch der Umstand nichts, dass der Mormonengründer letztendlich Opfer einer Mord Attacke wurde.

Seinem Nachfolger Brigham Young war es dann vorbehalten, erneut eine Fluchtaktion als Folge der Feindschaft, zu bewerkstelligen, den Auszug in den damals noch wilden Westen in dem außer ein paar Indianern sich kaum sonstige menschliche Seelen wagten.
Jene Gegend später als USA-Staat Utah bekannt, wurde zu wesentlichen Teilen erst von den Mormonen kultiviert.

Eines ihre Dogmen, die Vielweiberei, sorgte aber für weiteren Konfliktstoff und Zusammenstößen. Schließlich gaben die Mormonen in diesem Punkte zu einem späteren Zeitpunkt nach, was erst ihre tatsächliche Assimilierung in die USA-Gesellschaft ermöglichte.

Aus einem anderem 1903 erschienenen Buche sei noch eine markante Passage zitiert.
Inzwischen versuchten auch aus Deutschland kommende evangelische Pastoren in jener Mormonengegend Fuß zu fassen. Mit eher mäßigem "Erfolg" einer jener, ein Herr G. A. Zimmer publizierte dazu ein Buch betitelt "Unter den Mormonen in Utah". Seinen Bericht beendet er dann mit der von Ernüchterung strotzenden Aussage:
"Ich mußte selbst erfahren, daß jener Amtsbruder in Michigan nicht ganz unrecht hatte, der mir beim Antritt meiner Tätigkeit in Utah schrieb wer die Mormonen, diese Rotte Korah, bekehren will, der kann nur gleich mit der Bekehrung des Teufels anfangen, bei beiden wird wohl alle Mühe für immer umsonst sein."

Was lehren diese Reflektionen? Sie lehren wohl auch, die Kirchengeschichte ist übervoll von Beispielen Steinzeitähnlicher Elemente der Religion. Und das keinesfalls nur auf den Bereich "Islam" bezogen.
Sie lehrt aber auch, wer auf diese Herausforderungen mit dem Frontalangriff reagiert, hat sich die denkbar schlechteste Abwehrwaffe ausgewählt!'
 

Wem "nützt" es 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 09. Januar 2015 16:12
Im Zeitspiegel

Die Islamisten betreiben letztendlich die Geschäfte der Rechtsextremen, die sich durch die Geschehnisse in Frankreich, im Aufwind wähnen.
Siehe beispielhaft.

www.zeit.de/politik/ausland/2015-01/anschlag-paris-charlie-hebdo-reaktionen


Ob die Islamisten sich selber damit einen "Gefallen" tun, kann man durchaus anders sehen.
Erinnern tut mich das in gewisser Hinsicht an den geschichtlichen Mordanschlag, auf den Nazi-Diplomaten Ernst von Rath.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Eduard_vom_Rath

Den nutzten die Nazis zu einer Verschärfung ihrer ohnehin nicht "milden" Politik.
Das nachfolgende Geschehen auch in der eher verharmlosenden Vokabel "Reichskristallnacht" in die Geschichtsbücher eingegangen.

Es wäre blauäugig zu verkennen, das solcherlei Geschehnisse von interessierten politischen Kreisen, nicht letztendlich instrumentalisiert und ausgenutzt werden. Indes wenn die Rechtsextremen letztendlich gestärkt werden, dürfte es nicht nur Verlierer unter den Islamisten, sondern noch ein paar mehr Verlierer geben.

Und auch ein anderer geschichtlicher Mordanschlag, auf den damaligen Österreichischen Thronfolger, blieb nicht folgenlos. Folgen die sehr leicht völlig aus dem Ruder laufen können.
Die Partei mit dem stärksten Zuwachs
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 25. Dezember 2014 07:06
Im Zeitspiegel
ist die "Partei der "Nicht-Parteimitglieder".

Wieder eimal wurde das als Jahresendbilanz festgestellt. Und das Querbeet von "rechts nach links" oder meinetwegen auch von "links nach rechts".

deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/12/25/kein-nachwuchs-etablierte-parteien-verlieren-mitglieder/

www.handelsblatt.com/politik/deutschland/wenig-neuzugaenge-volksparteien-leiden-weiter-unter-mitgliederschwund/11160786.html
"Lehre und Wehre"
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 27. Dezember 2014 04:22
Im Zeitspiegel
Die deutschsprachige, von konservativen Lutheranern herausgegebene, in den USA erschienene Zeitschrift „Lehre und Wehre", publizierte in ihrer Dezember-Ausgabe 1914 (S. 529f.) auch einen Artikel über den „Russellismus".
Inhaltlich stützte sich selbiger auch auf die vorangegangene Schrift des
Reverend Ross, mit dem Titel:
„SOME FACTS AND MORE FACTS about tlie Self-Styled "Pastor" Charles T. Russell"

Etwa sinngemäß (Einige Fakten und mehr Fakten über den selbsternannten "Pastor" Charles T. Russell).
Als zeitgenössische Entgegnung aus WTG-Sicht ist da insbesondere auf Rutherfords Battle-Schrift aus dem Jahre 1915 zu verweisen
Rutherford: Ein großer Kampf in den kirchlichen Himmeln

Beide Seiten „schenkten" sich da sicherlich nichts.
Ross, indem er herausarbeitet, Russell mit seiner 7-Klassen-Schulbidung, und eben die konventionelle Religionsindustrie, welches sicherlich in der Regel über einen höheren Bildungsgrad verfügt, bevor sie denn „auf die Menschheit losgelassen wird".
Aber auch die WTG war dann wohl nicht zimperlich, wie es jene zeitgenössische Karikatur auch veranschaulicht.

Ross legt in seiner Schrift schon mal einleitend dergestalt los, dass er Russell als eine Art „religiösen Fakir der schlimmsten Art, wie etwa der Magus von Samaria" betitelt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Simon_Magus

Die Rutherford'sche Battle-Schrift, welche allerlei vermeintliche Autoritäten zur Verteidigung Russells aufbietet, „glänzt" auch mit dem Lobgesang eines Phrenologen auf Russell.
Siehe zu letzterer auch:
http://psiram.com/ge/index.php/Phrenologie
Und was ihre spätere Verwendung in der WTG-Literatur anbelangt, auch:
Mysnip.38325
Dazu mag man dann nur sagen. Wer sich solcher „Autoritäten" bedient, der hat es dann wohl in der Tat sehr nötig!
Ross nennt dann noch einige der von Russell auch gegründeten Gesellschaften. Etwa eine „U. S. Investment Co. Ltd" mit einem ausgewiesenen Gründungskapital von 1000 Dollar. Davon auf Russell selber 990 Dollar entfallend. Die restlichen 10 Dollar dürften sich Russells „Sohn Timotheus" (so von Russell mal selbst bezeichnet), der aber in Natura auf den Namen E. C. Henninges (Ehemann von Russells Stieftochter Rose Ball) hörte, später in seiner Australienzeit dann noch mit Russell zerfallen, und ein Russell höriger Herr C. T. Bohnet, teilen.
Damit war jene Gesellschaft die da in Immobiliengeschäft mitwirbelte, und noch ein paar andere, de facto unter der alleinigen Kontrolle von Russell. Besagter Herr Bohnet, sollte sich dann in späteren Jahren noch, als Steigbügelhalter für Rutherford entpuppen. Soweit war es 1914 allerdings noch nicht.
Bei der Gründung seiner diversen Geschäftsunternehmen, hatte sich Russell allerdings nicht träumen lassen, das seine Ehe mal in die Binsen gehen würde. In diesem Kontext nahm er dann auch noch eine bemerkenswerte Kurskorrektur vor.
Zu der formuliert dann J. J. Ross:
„Es wird behauptet, dass er vielfacher Millionär sei, und doch hat er nicht einen Cent, den wir auf seinen eigenen Namen finden konnten."

Nutznießer des nunmehr dem Buchstaben nach „armen" Russell, war die von ihm auch begründete Wachtturmgesellschaft. Und dazu kommentiert Ross weiter:
"Der Zweck dieser ganzen Transaktionen sei, seiner Frau ihre Mitgift zu berauben" und das wertet er als Betrug.
Indem Russell so von Ross an den Pranger gestellt wurde, kann man schon nachvollziehen, dass ihm das nicht schmeckte, denn Image-schädigend war das was Ross da hinausposaunte, für Russell allemal.
Jetzt mehr auf den Artikel in „Lehre und Wehre" eingehend.
Einleitend wird schon mal der Etikettenschwindel bemängelt, dass man unter dem Namen "Internationale Bibelforscher-Vereinigung", sich als nicht näher mit der Sachlage Vertrauter, etwas gänzlich anderes vorstellen mag. Jedenfalls ist Russells Organisation alles andere denn als ein „Verein internationaler Bibelgelehrter".
Zu den Geschäftsunternehmen des Russell zählt „Lehre und Wehre" übrigens unter anderem auch die
„United Coal and Coke Company" and
„with capital stock of $100,000" wie Ross schreibt (sicherlich eine stolze Kapitalausstattung der letzten Company), eine „Gottesackergesellschaft". Auch Ross nennt noch die
„Pittsburgh Asphaltum Company", die „California Asphaltum Company", die „Brazilian
Turpentine Company"
In den allen mischte Russell mit. Es mag ja durchaus sein bei der genannten Kapitalausstattung von 100.000 Dollar, einer dieser Gesellschaften, dass die noch andere Investoren hatten. Ob mit größerem oder kleineren Anteil, jedenfalls war auch Russell an ihnen beteiligt.
Nun ordnet „Lehre und Wehre" die Verlegung der WTG-Zentrale von Pittsburgh nach Brooklyn auch dem finanziell kaltstellen der Frau von Russell zu.
Als Umsatzzahl für das Jahr 1912 nennt „Lehre und Wehre" für die WTG die Zahl von $ 202.000 an erhaltenen Spenden.
Ergo florierte auch das WTG-Geschäft.
Es wurden eben auch die Spenden für die WTG erwähnt. Dazu dann noch der Kommentar von „Lehre und Wehre":
„Diese Freiwilligkeit weiß Russell auch zu fördern durch seine Lehre vom Millenium. Ist doch nach Russell dieses Jahr das letzte des gegenwärtigen Zeitalters, und bald ist es hin. Warum sollte man da noch irdisches Gut besitzen wollen? Im wundervollen Millenium ist es überflüssig. Warum es diese paar Tage noch festhalten? ... Kein Wunder, daß ein unaufhörlicher Strom in die Kasse des Watch Tower fließt, daß Russells Predigten in den täglichen Zeitungen erscheinen" (und anderes mehr).
Namentlich die in der Tagespresse zu beobachtenden „Russell-Predigten" (in Deutschland kam da nur der „Volksbote" in Strehlen, Schlesien in Betracht), stört „Lehre und Wehre" doch sehr. Deshalb ihr giftiger Kommentar dazu:
„Diese Predigten werden begierig gelesen von vielen Leuten.
Der Mensch mit einem bösen Gewissen hört gern die Predigt, daß es keine Hölle gibt."

Und weiter: „Die Russellsche Lehre bringt eigentlich nichts Neues; sie wärmt nur die alten Irrlehren wieder auf, die von verschiedenen Irrgeistern vor vielen Jahren schon vorgetragen und vertreten worden sind."

Als Detailkritik formuliert jene Zeitschrift dann noch:
„Diese wunderbare Aufklärung gründet Russell auf mathematischen Berechnungen, für die er sich auf die jüdischen Jubeljahre beruft. Russell weiß gar wohl, daß Matth. 24, 27 („Denn gleichwie der Blitz ausgehet vom Aufgang und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes") wie eine Bombe auf seine ganze Teufelslehre wirken muß, und darum stellt er als Schutzwehr gegen dieses klare Gotteswort die freche Behauptung auf:
„Das Wort 'Blitz' in diesem Spruch ist nicht die richtige Übersetzung. Statt „Blitz" sollte es „Sonnenstrahl" heißen."

Allerdings wäre kritisch anzumerken: Eine nachprüfbare Belegstelle für diese These, im WTG-Schrifttum nennt jene Zeitschrift nicht. Ich kenne bisher auch keine konkrete Nachweisstelle. Gleichwohl daraus die Unterstellung abzuleiten, das habe „Lehre und Wehre" sich aus den eigenen Fingern gesaugt, erscheint mir ebenso gewagt. Vom Prinzip her, sind Russell und der WTG, solcherlei Umdeutungen, durchaus zuzutrauen.
Dann spießt „Lehre und Wehre" noch die Russellthese auf:
„Daß im Frühjahr des Jahres 1878 alle heiligen Apostel und alle Überwinder" des christlichen Zeitalters, die in Jesu entschlafen sind, zu Geistwesen gleichwie ihr Herr und Meister auferweckt wurden."

Das ist dann wohl auch „Lehre und Wehre" - zurecht - zu gewagt, und wurde später noch wie so vieles andere, von Rutherford auf den Schrotthaufen befördert. Gleichwohl wäre von Anbeginn her, dies der angemessene Ort gewesen!
Zitiert wird weiter aus dem Russell-Schrifttum die These:
„Mit dem Ende des Jahres 1914 wird, was Gott Babylon nennt, und was die Menschen Christentum nennen verschwunden sein."

Auch eine der Schrottthesen.
Und dazu erneut der Kommentar: „Man kann sich leicht denken, mit welchem Enthusiasmus das nahe Ende die Herzen der Anhänger dieser Lehre erfüllen muß.
Warum sollten die Anhänger Russells noch Geld und Gut festhalten? Bald brauchen sie es nicht mehr.
Kein wunder, daß die Watch Tower-Kasse einen guten Vorrat an barem Gelde hat, der es den Russelliten ermöglicht, Predigten in den täglichen Zeitungen erscheinen zu lassen ..."

Jener Artikel endet dann mit der Aussage:
„Russell ist nach Matth. 24 auch ein Zeichen der Zeit. Nicht nur führt er die Unwissenden an der Nase, sondern wir sehen auch in Erfüllung gehen, was 2. Thess. 2: 10,11 geschrieben steht:
„ ... Dafür, daß sie die Liebe zur Wahrheit nicht haben angenommen ...
Darum wird ihnen Gott kräftige Irrtümer senden, daß sie glauben der Lüge."

Die lutherische Missouri-Synode in den USA, gab neben „Lehre und Wehre" noch eine zweite Deutschsprachige Zeitschrift mit dem Titel „Der Lutheraner" heraus. Vielleicht kann man eine gewisse Arbeitsteilung zwischen diesen beiden Blättern dergestalt sehen, das der „Lutheraner" mehr für's breite Publikum bestimmt war, während „Lehre und Wehre" vom Anspruch her, eher eine Theologie-Zeitschrift sein wollte.
Auch der „Lutheraner" nahm im Jahrgang 1914 seiner Spalten, das Thema des Russellismus auf.
Bereits im Jahrgang 1913 gab es dort die durchaus symptomatische Klage:
Der „berüchtigte „Pastor" Russell, der den lieben Ungläubigen zu Gefallen die Hölle abgeschafft hat." (S. 221).

Ähnliche Formulierungen wiederholen sich auch im Jahrgang 1914.
In der Ausgabe vom 28. April 1914, ist unter Hinweis auf das Russell'sche „Photodrama der Schöpfung" von dem „berüchtigten Wolf im Schafskleid, „Pastor" Russell" die Rede. Dazu meint man erneut kommentieren zu sollen:
„Pastor" Russells (Lehre) besteht bekanntlich darin, daß er den Leuten einredet, daß es kein Jüngstes Gericht und keine Hölle gibt. Natürlich ist das vielen Leuten eine willkommene Botschaft, denn dann läßt sich's doch ruhiger sündigen." (S. 144).
Über die Aufführung des „Photodramas" in einer Konzerthalle in Chicago wird kommentiert:
„Das Auditorium ist die größte Konzerthalle in Chicago mit Sitzraum für 6000 Personen. Die Miete beträgt $ 1000 den Abend. Es müssen dem Herrn „Pastor" (mit Gänsefüßchen) Russell also bedeutende Summen zur Verfügung stehen. Fast in allen größeren Städten des Landes hat er seine Lichtbildervorstellung aufführen lassen, und der Eintritt war immer frei. Rechnet man hinzu, was Russell für Anzeigen in Zeitungen, in Straßenbahnwagen und für Reklame mittels Anschlagzettel ausgibt, sowie die Unmenge von Traktaten, die er frei verteilen läßt, so ist ganz klar, daß er mit einem Kapital von Millionen arbeitet, um seine Irrlehren unter das Volk zu bringen. Woher hat er das Geld? Von seinen betörten Anhängern. Es gibt Leute, die lassen es sich viel kosten, wenn man ihnen beweisen kann, daß sie ohne Scheu sündigen dürfen. Der Fall „Pastor" Russells steht in dieser Hinsicht nicht vereinzelt da." (S. 326)
Die Russell'schen Eschatologiethesen werden mit dem Kommentar bedacht:
„Unser Heiland hat auf gerade solche Irrlehrer, wie den Pastor an der Satansschule zu Brooklyn, geweissagt, als er sprach:
„Es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, daß verführet werden in den Irrtum, wo er möglich wäre, auch die Auserwählten. ..."

Der „Stein" den der Reverend J. J. Ross losgetreten hatte, zeitigte seine Wellen, auch in Deutschsprachigen Kirchenblättern in Europa. Ein solches, auf welches dieses zutraf war auch der im Prinzip als Geistesverwandt bezeichenbare „Weissagungsfreund" von Samuel Limbach, in der Schweiz herausgegegeben. Nun ist es keine neue Erfahrung, das Geistesverwandte Kreise, oftmals den härtesten Streit untereinander ausfechten, was auch in diesem Falle zu beobachten ist.
J. J. Ross hatte seine Anklageschrift ja ziemlich weit gespannt. Nicht nur die erwähnten fiskalischen Aspekte kommen in ihr vor. Auch, und das keineswegs an untergeordneter Stelle, die Eheschwierigkeiten des Russell.
Bereits im März 1913 hatte Limbach in seiner Zeitschrift notiert (S. 46):
„Und wenn dann ein solcher Prophet sich noch dazu vor Gericht mit seiner geschiedenen Frau herumschlägt, so zeigt auch dies, dass er ein falscher Prophet ist."

Datiert vom 30. 3. 1914 sandte daraufhin der damalige Schweizer WTG-Fürst Emil Lanz, ein Protestschreiben an Limbach, in dem er in Sonderheit auf die vorgenannte Passage in Sachen Ehescheidung abstellte.
Vollmundig tönt Herr Lanz dazu: „Damit haben Sie ein Pressedelikt begangen, das sich als eine Unwahrheit und Verleumdung qualifiziert und das gerichtlich verfolgbar ist."

Limbach seinerseits konnte darauf verweisen, auch in anderen Kirchenblättern findet sich jene Aussage. Sie stammt somit keineswegs „exklusiv" von ihm selbst. Zudem erwies sich die andeutungsweise Drohung einer möglichen „gerichtlichen Verfolgung" als zahnloser Tiger. Immerhin konnte Lanz den Limbach soweit einschüchtern, in seinem Blatt eine von Lanz redigierte Gegenerklärung zu publizieren. In Ihr meint er in der Substanz:
„Tatsache ist nur soviel, das Frau Russell, die der Frauenrechtsbewegung huldigte und ihren Mann nicht dazu bekehren konnte, vor Jahren gegen ihn eine Trennungsforderung vor Gericht einreichte, welchen auch entsprochen wurde, als die Richter erkannten, dass ein weiteres Zusammenleben unter diesen Umständen unmöglich geworden war. Von einer Scheidung aber, der ganz andere Ursachen zu Grunde liegen müssen, war überhaupt nie die Rede."

Limbach seinerseits notierte redaktionell dann noch:
„Oben erwähnter Herr legte mir ein von Russell unterzeichnetes Dokument vor, in dem er mit Berufung auf den Richter erklärt, dass er nicht geschieden sondern nur gerichtlich getrennt sei von seiner Frau. Die Unterschrift Russells - nicht der Inhalt seines Schreibens - war amtlich beglaubigt."

Im weiteren Verfolg seiner Ausführungen, erwähnt Limbach dann das, was er zum Thema Russell bereits andernorts gelesen hatte. Und im Rahmen dieser Erwähnung kommt eben auch jener J. J. Ross mit vor.
Zusammengefaßt referiert Limbach („Weissagungsfreund" 1914 S. 77f.):
„Die Schrift enthält einen ausführlichen Bericht über den Verlauf eines Anklagefalles, den Pastor Russell wegen Charakterverleumdung gegen Rev. J. J. Roß, einen Baptistenrediger, in Hamilton, Ont. angestrengt hatte.
Das Heft bringt eingangs den angeblichen Verleumdungsartikel den Rev. J. J. Roß im Juni 1912 gegen C. T. Russell veröffentlicht hatte.
In diesem Artikel wird behauptet, daß Russell niemals eine höhere Schulbildung genossen, dass er in der Philosophie und Theologie fast gänzlich unbewandert ist, dass er von den alten Sprachen nichts wüsste, obgleich er behauptet hatte, er kenne sie, ferner dass er niemals als Prediger ordiniert wurde, dass er mit keiner kirchlichen Benennung verbunden ist, daß seine Frau sich von ihm scheiden lassen musste, wegen nachgewiesenen ungebührlichen Verhältnissen mit anderen Frauen, und dass er ein Eigentum im Wert von 35.000 Dollar für 50 Dollar veräußert habe, um die Ansprüche seiner geschiedenen Frau darauf zu verhindern.
Es wird in der Schrift weiter nachgewiesen, wie Pastors auf jede mögliche Weise dem Verhör das er selbst geleitet hatte, auszuweichen suchte, das aber, als er schließlich auf dem Zeugenstand auftrat, er verschiedene Aussagen die er gemacht hatte als unwahr widerrufen musste und dass die verschiedenen Gesellschaften die er gründet hatte, nur von ihm selbst kontrolliert werden.
Dieses Verhör fand in Hamilton, Kanada statt. Die Großgeschworenen haben am 11. April 1913 eine Entscheidung gegen Russell abgegeben. Alle Behauptung von Rev. J. J. Roß gegen ihn sind aufrechterhalten worden. Pastor Russell hat aus nachweislichen Gründen den Fall vor den kanadischen Gerichtshöfen nicht weiter verfolgt."

Besagter damaliger Schweizer WTG-Fürst, Emil Lanz, der ja wie vorzitiert, es an subtilen Drohungen nicht mangeln ließ, zog es indes vor, zu den zuletzt gemachten zusammenfassenden Ausführungen von Limbach, die doch wohl sicherlich auch zu seiner Kenntnis gelangten, zu schweigen!

Politische Abstinenz als Programm
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 28. Dezember 2014 01:40
Im Zeitspiegel
Das Bibelforscher „Wunderjahr 1925" warf seine Schatten voraus. Grund genug auch für Kreise, die ansonsten nichts mit der WTG-Religion zu tun hatten, sich mal für diese etwas näher zu interessieren.
„Der Pionier
Funktionärsblatt der Gemeinschaft proletarischer Freidenker" so der Titel eines Blattes, in dessen Ausgabe vom Dezember 1924, solch eine Abhandlung zu registrieren ist.
Einleitend äußert der nicht namentlich genannte Verfasser:
„Religion ist nach dem sozialdemokratischen Verständnis Privatsache, jedoch wenn unter dem Titel „Religion" in öffentlichen Versammlungen der wildeste Unsinn verbreitet wird, so ist dergleichen nicht mehr Privatsache, sondern öffentliche Angelegenheit, sie gehört in das Gebiet der Volkserziehung und es muß solchen Dingen und Treiben auch öffentlich entgegengetreten werden."

Aber auch er muss beklagen:
„Leider ist davon in der Sozialdemokratischen Presse recht wenig zu spüren."

Den Begriff „Sekte" dann streifend, meint er sich auf die Linie festlegen zu können:
„Sie bilden keine Sekte irgend einer der großen christlichen Richtungen, der katholischen oder Protestanten der verschiedenen Art, sondern sind eine Richtung für sich und stehen zu allen Genannten in Gegensatz, ja in Feindschaft."

Indes sei das von ihnen vertretene Geistesgut, im strengeren Sinne nichts Neues. „Denselben Glauben, dieselben Hoffnungen haben die schon viel älteren" vertreten.

Er nennt als Beispiel dafür besonders die „Adventisten".
Als Charakteristikum der Bibelforscher beschreibt es dann diese so. Sie seien „die radikale Linke, die das Kriegselend und die Verzweiflungsstimmung ganz besonders auszubeuten verstehen."

Ihre Ideologie ortet er dann weiter im Urchristentum, und dort wiederum bei den Judenchristen. Bei diesen wähnt er besonders chiliastische Momente, und eben in der Neuzeit, auch bei den Bibelforschern wahrzunehmen.
Indes hätten sich aber aus den „Judenchristen" dann noch die „Heidenchristen" herauskristallisiert. Und schon setzte damals die Aufgabe der ursprünglichen eschatologischen Erwartungen, mit Raketentempo ein.
Kritisch bis sehr kritisch, kommt in seiner Wertung dann das Bibelbuch „Offenbarung des Johannes" davon. Selbiges meint er - stehe im besonderen auch für die Tendenz der Judenchristen.
Den Urchristen bescheinigt er:
„Diese glaubten nicht, wie die Heutigen mit ihrer Seele entweder sofort oder nach Passieren des Fegefeuers oder nach dem großen Weltgericht (beide Anschauungen widersprechen sich) in den Himmel zu kommen, sondern wollten, gleich dem Apostel Paulus, die Wiederkunft des Messias aus dem Himmel auf die Erde noch selber erleben."

Und weiter: „Nachdem das himmlische Jerusalem auf die Erde herabgeschwebt (Offenbarung Joh., Kap. 21) glaubten sie, daß die Gläubigen, die „Heiligen" mit dem Messias, ohne gestorben zu sein, aber in verjüngter himmlischer Gestalt, in einem tausend Jahre währenden Reiche weiterleben würden. Erst dann erwarten sie die Auferstehung aller Toten und das himmlische Gericht.
Diesen Unsinn glauben nun die Bibelforscher noch heute und versprechen jenes Reich ihren Zuhörern, sofern sie aber in ihrem Sinne gläubig werden."

Damit ist er dann schon mal bei einer einschlägigen Parole der zeitgenössischen Bibelforscher angelangt:
„Millionen von Menschen werden niemals sterben!" steht auf fast jedem ihrer Plakate, Flugblättern und Inserate - in den Versammlungen sind sie mit den Versprechungen meist etwas vorsichtiger."

Auch notierend wie andere Kreise sich so mit der WTG-Religion auseinandersetzen würden, geht es bei ihm weiter mit der Beobachtung:
„Die Hinneigung zum jüdischen Glauben seitens der Sekte hat denn auch bewirkt, daß die Antisemiten die Bibelforscher für eine Gründung jüdischer Bankiers behufs Zersetzung des Christentums erklärt haben. Das mag wohl Schwarzseherei sein, - das eine aber ist nicht zu bestreiten, daß die seit Anfang mit großen Mitteln auftretende Sekte von Amerika finanziert worden ist und auch von dort aus geistig geleitet wird."

Als exemplarisches Beispiel verweist er auch auf das WTG-Photodrama, das „schon von Anfang der Propaganda an in vielen Orten (auch in Dresden) unentgeltlich gezeigt, und Flugschriften und Zeitungen in Massen verbreitet" würden.

Zurückkehrend zur Entwicklung im Urchristentum notiert er weiter:
„Die Meinung der ersten Judenchristen ist schon früh zurückgedrängt worden - eben weil sich ihre Hoffnungen nicht erfüllten, der Messias nicht wiederkam und die Gläubigen unter ihren Hoffnungen abstarben.
Die späteren Christen paßten sich dem römischen Reiche, „der großen Hure Babylon" (die Bibelforscher verstehen heute darunter den Katholizismus), wie es in der „Offenbarung" heißt, ganz konsequent an.
Schon zur Zeit der Kirchenväter kam im Christentum der jetzt geltende Himmelreichsglaube auf, das Buch („Offenbarung") wurde verworfen und kam nicht mit in den Kanon des neuen Testaments, indem es hinter der Apostelgeschichte stehen möchte. Jedoch ganz waren die Chiliasten, die Anhänger des tausendjährigen Reichs nicht auszurotten und sie haben es nach vielen Streitigkeiten erreicht, daß die Offenbarung sich wenigstens als Nachtrag an den Kanon erhalten konnte. Streitig ist sie immer geblieben."

Wieder zu den frühen Adventisten springend äußert er über sie:
„Als aber ihre verschiedenen Propheten oftmals daneben gehauen und sich verrechnet hatten, haben sie das aufgegeben..."

Erneut das Bibelbuch „Offenbarung" erwähnend meint er dann:
„Jahr für Jahr verlieren in der gesamten Christenheit Hunderte von Grüblern unter ihren blöden, unklaren und widerspruchsvollen Schilderungen und Redereien ihr bißchen Verstand vollständig und rettungslos.
Das Elend des Krieges und der Nachkriegszeit hat bei den Hoffnungslosen und Kampfuntüchtigen wieder allerhand religiöse Hoffnungen erweckt - und je imponierender die versprochenen Wunder sind, desto mehr Zutrauen finden sie doch bei dem, der glauben w i l l."

Ohne sich mit Belegstellen aus der WTG-Literatur aufzuhalten, also mehr vom Hörensagen aus argumentierend geht es bei ihm weiter mit der Aussage:
„1916 wurde die Wiederkunft auf 1918 gesetzt. Seit dieser Zeit von Jahr zu Jahr verschoben; jetzt wird uns das Weltende aber ganz sicher für 1925 oder 1926 versprochen."

Zu einer politischen Einschätzung übergehend meint er.
„Merkwürdig, aber ganz unbestreitbare Tatsache ist, daß viele Bibelforscher seit seinem Auftreten auf den Bolschewismus gehofft haben. Vielfach führten sie ihn im Munde, unklar blieb nur ob man in ihm den Retter ersah, in dessen Gefolge der Messias erscheinen werde, oder den bösen Feind, der die Drangsal und Trübsal, die dem Advent des Herrn vorausgehen soll, vermehren werde."

Auch zu dieser seiner Aussage ist festzustellen, die Mühe seine Thesen auch anhand der WTG-Literatur zu belegen, hat er nicht auf sich genommen. Er bleibt auch bei diesem Aspekt im Hörensagen stecken.
Mehr zum Ende seiner Ausführungen kommend wertet er dann noch:
„Wenn diese meinen, daß Himmels- und Erlöserhoffnung sich mit demokratischer Selbsterlösung, die wunderbare Gestaltung von Welt und Menschen durch Gotteshilfe sich mit der Umgestaltung beider durch eigene Arbeit verbinden lasse, so ist das ihre Sache - wir müssen beides für unvereinbar erklären und die echten Offenbarungsgläubigen auch."

In diesem Kontext notiert er schlußendlich auch noch die „politische Abstinenz als Programm":
„In dieser Beziehung sind letztere denn auch konsequent und beteiligen sich, wie nicht am politischen Leben im allgemeinen, so auch nicht an der Wahlbewegung, sondern wirken für Wahlenthaltung."

Re: Adventisten - Jehovas Zeugen 
geschrieben von:  X ~ mysnip 
Datum: 28. Dezember 2014 12:13

Zitat
Drahbeck
Im Zeitspiegel
„Der Pionier 
Funktionärsblatt der Gemeinschaft proletarischer Freidenker" ...Zitat
„Sie bilden keine Sekte irgend einer der großen christlichen Richtungen, der katholischen oder Protestanten der verschiedenen Art, sondern sind eine Richtung für sich und stehen zu allen Genannten in Gegensatz, ja in Feindschaft."

Indes sei das von ihnen vertretene Geistesgut, im strengeren Sinne nichts Neues.

„Denselben Glauben, dieselben Hoffnungen haben die schon viel älteren" vertreten.

Er nennt als Beispiel dafür besonders die „Adventisten".

1888 Der grosse Konflikt von E. G. White:

Seite 706 (630/631)

Die Kinder Gottes müssen den Kelch trinken und mit der Taufe getauft werden. Gerade der für sie so quälende Verzug ist die beste Antwort auf ihre Bitten.

Indem sie danach trachten, vertrauensvoll auf den Herrn zu warten, daß er wirke, kommen sie dahin, Glauben, Hoffnung und Geduld zu üben, die in ihrem religiösen Leben zu wenig geübt worden sind.

Dennoch wird um der Auserwählten willen die trübselige Zeit verkürzt werden ...

Das Ende wird schneller kommen, als die Menschen es erwarten ...

1998 DER WACHTTURM
1. Juni; Seite 5, 7

Warte geduldig ...
Je emsiger wir im Dienst für Jehova sind, desto schneller vergeht die Zeit.

Re: Adventisten - Jehovas Zeugen 
geschrieben von:  Drahbeck 
Datum: 28. Dezember 2014 13:16

Zitat
X ~ mysnip
...1998 DER WACHTTURM

1. Juni; Seite 5, 7
Warte geduldig ...
Je emsiger wir im Dienst für Jehova sind, desto schneller vergeht die Zeit.

Der zweite Weltkrieg sollte laut zeitgenössischen WTG-Aussagen in Harmagedon ausmünden.
Ein Kommentar anläßlich eines Kongresses der Schweizer WTG des Jahres 1945 prägte dazu im Nachhinein den Satz:
„Dauert es jemand zu lange, dann sei daran erinnert, dass Zeit niemals lang wird, wenn man alle Hände voll zu tun hat. Haben wir etwa nichts mehr zu tun? 
Die Errichtung der Theokratie ist etwas so Wunderbares, dass man leicht. ein ganzes Leben lang darauf wartete kann."

Und für entsprechende Beschäftigungstherapie sorgte die WTG sicherlich. Vor, nach 1945 und auch in der Gegenwart.
Siehe auch die (gekürzte Zitierung) der „Trost"-Ausgabe vom 1. 6. 1945

Vorstehende spezielle Aussage ist in dem gekürzten Repro nicht mit enthalten. Indes sei darauf verwiesen der Volltext jenes „Trost"-Artikels, der auch jene spezielle Aussage enthält, ist mit zitiert in:
Kommentarserie 1945 Dortselbst Eintrag vom 03. Juni 2005 02:47:55
Abschnitt: „Nachstehend dieser Artikel einmal im vollen Wortlaut:
Harmagedon ist nahe ..."

Ergänzende Anmerkung noch. In der Originalen „Trost"-Ausgabe ist der in Rede stehende Artikel über zwei Druckseiten verteilt, wie ich jetzt beim nochmaligen Vergleich feststelle. „Trost" hatte da die etwas merkwürdigen Praxis, auf ihren Seiten zwei völlig unterschiedliche Artikel zu publizieren. Dem Artikel „Harmagedon ist nahe" wurde dabei jeweils die untere Seitenhälfte zugeteilt, und das auf zwei Druckseiten. Der erste Teil davon wurde als Repro vorgestellt. Von der zweiten Hälfte (eben dann auf der zweiten Seite), indes wurde kein Repro angefertigt.
Wer die Druckausgabe des DDR-Uraniabuches haben sollte, kann bezüglich dieses „Trost"-Artikels auch die Seite 55 des Uraniabuches vergleichen.
Dortselbst wurde jener „Trost"-Artkel mit vorgestellt. Allerdings nur in Auszügen, ohne kenntlich zu machen, was das Uraniabuch aus jenem Artikel nicht mit zitierte. Ergo dort nur ein Zitaten-Zusammenschnitt.

Im Zeitspiegel 8

Zeitspiegel 9

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