Im Zeitspiegel 5
Braune Netz, Laizisten, Ludendorff, Conrad Bornhak, Hitler 10. 2. 1933, Konrad Heiden, Himmler Posener Rede, die vielen Morde, Ufa, Hugenberg, Rudolf Steiner, Anthroposophie, Lisbeth Seidler, Friedrich Rittelmeyer, Kurt Hutten, Kultutbolschewismus, „Brücke zum Menschen", Walter Grundmann, Otto Baumgarten, Karl Gerecke,
Georg Michael Pachtler, Wilhelm Stapel, Münchmeyer, Sarrazin, Johannes Stark, Neuapostolische Kirche, Franz Taeschner, Kurt Tucholsky, Filzokratie, Bulgarien, Spanien, Kerrl, Michael Stiefel----------------------------------------------------------------------------
Pack schlägt sich ...
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 02. Januar 2011 03:24
Im Zeitspiegel
Pack schlägt sich ...
Zitat:
"Das Braune Netz
Wie Hitlers Agenten im Auslande arbeiten und den Krieg vorbereiten"
Editions du Carrefour Paris 1935 (S. 7)
Ein Jahr nach der deutschen Bartholomäusnacht vom 30. Juni 1934, die nach den Worten Hitlers die endgültige Befriedung Deutschlands bringen sollte, schlugen die Flammen im Dritten Reiche an allen Ecken und Enden hoch.
Herr Hitler "ist bereits wer". Ersichtlich auch an dem Umstand, dass die
"Freiburger Zeitung", wie ja nicht unüblich, zum Neujahr, eine
"Laudatio" führender Politiker abdruckt. Ergo kann man in der Ausgabe vom 2. 1.
1931 eine solche des Zentrumspolikers Brüning auf Seite 1 genannten Blattes
"bewundern".
Noch etwas kann man auf der gleichen Seite "bestaunen"; eben einen
Neujahrs-Aufruf des Herrn Hitler.
Noch was kann man in letzterem Aufruf "registrieren". Die Mitteilung der mit am
gescheiterten Hitlerputsch von 1923 beteiligte Herr Röhm, sei nun nach zweijährigen
Aufenthalt in Bolivien, nach Deutschland zurückgekehrt. Selbstredend um nun eine
relevante Stellung in der Hitlerpartei wahrzunehmen.
Zitat aus der Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hitlerputsch
Zitat:
"Nach dem Vorbild des "Marsch auf Rom" der italienischen Faschisten um Benito Mussolini sollten die in Bayern stehenden Reichswehrverbände zusammen mit antidemokratischen Wehrverbänden nach Berlin marschieren und dort die Macht im Deutschen Reich übernehmen. Inzwischen besetzte nach 22 Uhr Ernst Röhm, vom Löwenbräukeller kommend, mit einem Sonderkommando das ehemalige Kriegsministerium, nunmehr Wehrkreiskommando .... Die dortige Wache leistete keinen Widerstand, als Röhm erklärte ..."
Und zu den Zielen der Putschisten las man in einer
Zitat:
"Proklamation an das deutsche Volk!
Die Regierung der November-verbrecher in Berlin ist heute für abgesetzt erklärt worden.
Eine provisorische deutsche Nationalregierung ist gebildet worden ..."
Leider war es genannter Zeitung (und anderen) nicht vergönnt prophetische
Fähigkeiten zu entwickeln. Hätte man nämlich solcherlei gehabt, hätte sich wohl eine
Überschrift der Art wie etwa:
"Pack verträgt sich, und anschliessend Pack schlägt sich ...",
zu dieser Meldung als passend erweisen können.
Denn wie die spätere Geschichte dann tatsächlich bezüglich des
"Landsknechtes" Röhm zu berichten wusste, wurde er ja von seinem Kompagnon
Hitler dann noch in der in Pack-Kreisen nicht unüblichen Art,
"sonderbehandelt".
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=02a1&year=1931&month=01&project=3&anzahl=4
Übrigens, auf dieses Inserat, ebenfalls in der "Freiburger Zeitung" vom 2. 1.
1931, "wartete dann wohl die Welt".

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=03&day=02b2&year=1931&month=01&project=3&anzahl=4
Der Rattenfänger sind gar viele. Wer sich denn von den Thesen mit eher religiösem
"Touch" nicht so recht angesprochen fühlte, auch für den gab es Ersatz.
Zum Beispiel das Inserat, des regionalen Unter-Rattenfängers in der "Freiburger
Zeitung" vom 8. 1. 1931

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=04&day=08b1&year=1931&month=01&project=3&anzahl=4
Den passnden Detail-Klagegesang, gab es denn noch dazu in einem redaktionellen Artikel
desgleichen Blattes, welcher als Untertitel verwandte:
"Vor dem Kriege: Weltbankier - nach dem Kriege: Welt-Schuldner"
Das aber könne nicht sein, der "Platz an der Sonne müsse unbedingt wieder
her". Auch fallweise um den Preis eines neuen Krieges, befanden ja nicht wenige.
Und einer welcher diese Stimmungen "gekonnt" auffing, war sicherlich auch der
Herr Hitler.
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=08b2&year=1931&month=01&project=3&anzahl=8
Der Herr Beck von der CSPD
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 10. Januar 2011 17:30
Zitat:
Wir wollen keine CSPD werden (auf dem Weg dahin sind wir schon) und wir glauben auch
nicht, dass Deutschland eine solche Partei braucht
http://www.miz-online.de/node/294
"Ministerpräsident Beck: Finanzierung kirchlicher Arbeit sichern"
Versteht sich aus der Steuerzahlerkasse.
Aber was will man schon von einer CSPD anderes erwarten?
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,39388,39862#msg-39862
Der Weg zum Fortschritt mit dem Navi Gabriel
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 11. Januar 2011 08:23
.Copyright: Berliner Zeitung/Heiko Sakurai
Dienstag, 11.01.2011
Zitat:
Der Weg zum Fortschritt mit dem Navi Gabriel
Fortsetzung eines Kommentares
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 26. Februar 2011 07:53
Ergänzend dazu, ein neuerer Pressekommentar.
Der erwähnt seinerseits einige Personen.
Man hätte Grund über das tiefer nachzudenken, was da diesen Personen so vorgehalten
wird. Ob letzteres denn auch "erfolgt" darf wohl eher mit Fragezeichen versehen
werden.
Meinerseits isoliert herausgepickt ein Detailaspekt aus diesem Kommentar:
Zitat:
" ... Das beherrscht auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel, der das Vorurteil, er könne jeden beliebigen Standpunkt zu jeder beliebigen Sache vertreten, so ausdauernd bedient hat, bis sich das flüchtige Vorurteil zum rechtskräftigen Urteil des Publikums verfestigt hatte. ...
Merke: Das Beständigste am Hauchdünnbrett-Bohrer ist sein Erfolg."
www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0226/meinung/0022/index.html
Siehe auch:
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,90921,90923#msg-90923
Das Lied vom Kompromiß
"Wie hält es die SPD mit der Religion?" fragt ein Diskussionsbeitrag in dem der
SPD zuortbaren Blatt "Berliner Republik".
Und weiter
"Warum eigentlich nimmt die SPD die fortwährende Vermengung von Staat und Kirche
ohne Widerspruch hin?"
und weiter der Kommentator:
"Die Parteispitze aber schwieg. Mehr noch: Der Beobachter hatte sogar den Eindruck,
die SPD scheue die Einmischung wie der sprichwörtliche Teufel das Weihwasser".
Und weiter:
"Ich beobachte auch andere mehr oder weniger verdeckte Versuche der
Rechristianisierung mit Hilfe des Staates"
www.b-republik.de/archiv/wie-haelt-es-die-spd-mit-der-religion
Aber wie bereits festgestellt, die opportunistische Führung der SPD kennt nur eines
Schweigen
Darauf gab es im gleichen Blatt noch eine Entgegnung, welche das Hohelied der auch so
liberalen Religionsindustrie singt.
Gehört das katholische Opus Dei auch zu den in der Sicht der SPD "unüberteffbaren
Gutmenschen"?
Mir würde da allerdings eine andere Bewertung letzterer einfallen
Und was für das Opus Dei gilt, trifft (individuell angepasst) auch für die Zeugen
Jehovas zu.
Mein Eindruck ist weiterhin der, wer sich auf die SPD verlässt, der ist verlassen!
Selbst in eine Zeugen Jehovas-Zeitschrift gelangte einmal,. wie man noch nicht nach dem
KdöR-Status gierte, eine kritische Bewertung der westdeutschen Kirchenpolitik.
Die darin skizzierte Tendenz hat sich eher noch verstärkt. Lediglich mit dem Unterschied.
Der Kreis der alimentiert werden wollenden hat sich weiter ausgedehnt, wird sich noch mehr
ausdehnen.
"Zerfällt die Zwangskirche" - bleibt um ein so kritischer zu bewertender
Bodensatz "fanatischer Heiligenklubs" übrig, wurde bereits zu einem früheren
Zeitpunkt berechtigt festgestellt.
Auch "fanatische Heiligenclubs" haben das Recht, ihre Weltsicht zu praktizieren,
das beinhaltet schon mal die Verfassungsmäßig verbriefte Religionsfreiheit.
Der kritische Punkt ist aber dann erreicht, läuft das auf eine Ausweitung der staatlichen
Alimentierung aus der Steuerzahlerkasse hinaus, und nur darum kann es sich in der
Bewertung handeln.
Und die Schweiger, setzen auch ihr Schweigen in den Fällen fort, wo dieses eben nicht
angebracht ist.

Der Pfarrerpartei CSPD (und wohl nicht nur der) ins "Stammbuch" geschrieben
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,50395,69603#msg-69603
23.06.10 01:16
Die "Errungenschaften" ...
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 24. Januar 2011 09:07
In dieser Hartz IV-Republik.
Und das in einem Bundesland, wo die CSPD nebst Compagnons, was zu sagen hat!
www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0124/berlin/0037/index.html
www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/brief-eines-verzweifelten/3724042.html
Wie wurden die Pyramiden gebaut?
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 18. Januar 2011 00:46
Im Zeitspiegel
Wie wurden die Pyramiden gebaut?
Da bekanntlich die ägyptischen Pyramiden, es auch Russell für seine
"Kaffeesatzlesung" mit angetan hatten, sei auf einen Artikel in der
"Freiburger Zeitung" vom 18. 1. 1931, unter der Überschrift:
"Wie wurden die Pyramiden gebaut?" mit hingewiesen.
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=09&day=18r1&year=1931&month=01&project=3&anzahl=11
Goldmacher
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 20. Januar 2011 05:37
Im Zeitspiegel
Goldmacher
Über den Prozess gegen einen vermeintlichen "Goldmacher" berichtet die
"Freiburger Zeitung" vom 20. 1. 1931.
Und siehe da, wohl eher nicht unerwartet. Er "machte" tatsächlich
"Gold".
Dann aber nur in der Form das er genügend Betörte fand, denen er kräftigst das Geld aus
der Tasche zog. Indes auf das tatsächliche "Gold" müssen die Betörten wohl
weiterhin, bis zum Sankt Nimmerleinstag warten.
Unter denen die da diesem Rattenfänger auf dem Leim gingen, laut diesem Artikel, auch der
Stiefsohn des Weltkriegsgeneral Ludendorff .
Dessen Mutter ist dann ja auch durch solcherlei reißerische Buchtitel, wie etwa
"Erlösung von Jesu Christo" in die Geschichte eingegangen.
Offenbar wurde dann wohl weniger "Jesu Christo" dafür um so mehr die Narren,
aus ihrer eigenen Familie, in etwas handgreiflicher Art "erlöst".
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=03&day=20a1&year=1931&month=01&project=3&anzahl=4
Thematische Fortsetzung, unter anderem am 21. 1. 1931
Dort weitere Details zu dem mit genannten Ludendorff
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=03&day=21a1&year=1931&month=01&project=3&anzahl=4
Am 28. 1. 1931 brachte dann die "Freiburger Zeitung" unter der Überschrift
"Goldmachen - eine Jahrtausende alte "Kunst" nochmals einen ähnlichen
Artikel. Dieser nahm dann aber auf ein "Handbuch des deutschen Aberglaubens"
bezug.
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=28b1&year=1931&month=01&project=3&anzahl=4
Über den Gerichtsprozeß gegen den vermeintlichen "Goldmacher" berichtete
dieses Blatt dann nochmals am 29. 1. 1931.
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=03&day=29a1&year=1931&month=01&project=3&anzahl=4
Und nochmals am 30. 1. 1931
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=03&day=30a1&year=1931&month=01&project=3&anzahl=4
Fortsetzung am 31. 1. 1931
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=03&day=31r1&year=1931&month=01&project=3&anzahl=4
An der Srelle sei das Thema abgebrochen. Möglicherweise
gibt es im folgenden Monat (noch nicht durchgesehen) weitere Berichte dazu.
Ein Wunderdoktor vor Gericht
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 09. Februar 2011 07:54
Im Zeitspiegel
Ein Wunderdoktor vor Gericht
... Und da die Leichtgläubigkeit der Menschheit einen guten Vermittler abgab,
konnte der Schwindler das Geld nur so scheffelweise scharen".
Dies nur einer der Sätze aus einem Gerichtsbericht der Freiburger Zeitung" vom
9. 2. 1931 über einen Wunderdoktor in Westfalen.
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=03&day=09b2&year=1931&month=02&project=3&anzahl=4
Conrad Bornhak
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 26. Januar 2011 04:54
Im Zeitspiegel
Conrad Bornhak
Die Wikipedia notiert über Conrad Bornhak, seines Zeichens Jurist und
Rechtswissenschaftler auch:
Zitat:
"Er wandelte sich während seiner (Universitäts)-Lehrzeit vom Monarchisten zum Nationalsozialisten."
Reformierte Kirchenzeitung
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 06. Februar 2011 06:43
Im Zeitspiegel
Reformierte Kirchenzeitung
Nachdem, bezogen auf die deutsche WTG-Frühgeschichte, es die in Elberfeld-Barmen
erschienene "Reformierte Kirchenzeitung" war, welche bereits im Jahre 1907 auf
die WTG-Religion zu sprechen kam (zum einem Zeitpunkt, wo die für andere noch kein
"Thema" war),
Siehe dazu:
19072Rohleder
ist zu registrieren, im Jahre 1920/21 nimmt jenes Blatt das Thema erneut wieder mit auf.
In der Ausgabe vom 6. 2. 1921 gibt es da einen Bibelforscher bezüglichen Beitrag.
Selbiger wohl andernorts entlehnt, gleichwohl dann eben auch von der "Reformierten
Kirchenzeitung" dupliziert, was wohl dafür spricht, wie angetan man doch von diesen
Ausführungen war.
Selbstredend wird die Bibelforscher-Religion als Konkurrenz gewertet, über die man nicht
erfreut ist.
Man wirft ihr vor "von der wirklichen biblischen Wahrheit ab, zu törichten und
unfruchtbaren Phantastereien" abgewichen zu sein.
Und dann kommen wohl die entscheidenden wertenden Sätze.
Man macht sich die Meinung zu eigen:
Zitat:
"Wir glauben das Geheimnis des Erfolges in dem entschlossen irdischen Sinn der
Bibelforscher zu entdecken, der sich doch ein frommes Mäntelchen umhängt.
Sie gleichen den Juden, die mit größtem Fanatismus auf einen irdischen Messias warteten,
der im Diesseits ein Reich der Freuden und des Friedens gründen sollte.
Davon, daß der Mensch für eine andere Welt und für die Gemeinschaft Gottes geschaffen
ist, wissen sie nichts zu sagen ..."
"Sie glauben darum auch nicht an eine Unsterblichkeit der Seele, überhaupt nicht daran, dass der Mensch eine Seele hat, die für die Ewigkeit bestimmt ist. Sie denken in diesem Stück ziemlich materialistisch."
Dann hält man der Konkurrenz ihre nicht erfüllten 1914-Aussagen in ihrer
Ursprungsfassung unter die Nase.
Es geht weiter mit der Aussage:
Zitat:
"So bläst man echt amerikanisch die Friedensschalmei. Mit pazifistischen Tönen lockt man die kriegsmüde Menschheit."
Auch zu diesem Passus wäre zu kommentieren. Damit hat eben nicht die "Reformierte
Kirchenzeitung" und Compagnons in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg geworben. Sie
stand eher auf der Seite der Hardliner, "dass am deutschen Wesen die Welt zu genesen
habe". Und sei diese "Genesung" dann auch nur mit militärischen Mitteln.
Insofern bekamen diese Herrschaften jetzt ihre Gegenrechnung präsentiert, über die sie
selbstredend nicht erfreut sind.
Weiter meint genanntes Blatt beobachten zu können:
Zitat:
"So wenig werden sie in Amerika eigentlich national empfunden. Als Grundsätzliche Pazifisten sind sie auch drüben verfolgt worden. Sie trachten eben nicht nach dem Himmelreich, sondern träumen von einem irdischen Friedensreich. ..."
In diesem Stil geht es dann noch einige Sätze weiter.
Spricht man heutzutage vom Naziregime, wird vielfach nicht ausreichend deutlich. Die Nazis
waren Teil einer Strömung vor 1933. Sie hatten etliche Geistesverwandte, von denen sie
sich nur in Details, nicht aber grundsätzlich unterschieden.
Einer dieser frühen nazistischen Geistesverwandten, ist dann auch besagte
"Reformierte Kirchenzeitung".
Hitler am 10. 2. 1933
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 10. Februar 2011 02:59
Im Zeitspiegel
Hitler am 10. 2. 1933
Vorab die Anmerkung:
Eine Direktverlinkung lehne ich ab.
Für historisch Interessierte vielleicht aber nicht uninteressant, ein Video über den
Hitler-Auftritt am 10. 2. 1933 im Berliner Sportpalat
www.weltkrieg.cc/sportpalast/adolf-hitler-im-berliner-sportpalast-10-februar-1933-video_cf69ee62d.html
Verstehe ich es richtig umfaßt das Video eine Länge von etwa 38 Minuten.
Indes nach etwa 4,5 Minuten Videoangebot erfolgt offenbar ein Videoabbruch.
Dann wird offeriert, man möge doch sich einen dort angebotenen Player herunterladen.
Darauf verzichte ich aber.
Das ist keine in Deutschland gehostete Webseite.
Laut Impressum in Las Vegas USA. Und sieht man sich jenes Impressum näher an, besteht
offenbar die Tendenz kommerzieller Art. Die genannten 4,5 Minuten müssen also als
"Lockvogelangebot" bewertet werden.
Insofern ist mein "Vertrauen" in dortige Angebote, schon mal stark
eingeschränkt.
Immerhin vermitteln besagte 4,5 Minuten auch einen Eindruck von der Religiös-euphorischen
Stimmung.
Siehe auch:
Eine Langversion gibt es offebar noch auf einer anderen Seite
reichsarchiv.com/Filme/01_Bis_1945/1933-Der-Fuehrer-spricht.php
Habe ich schon Vorbehalte gegenüber der genannten Seite aus den USA, dann noch doppelt
und dreifache Vorbehalte gegen diese Seite, welche da nur Pro-Nazi orientiert ist.
Exkurs
Kontrastierend dazu das 1932 erschiene Buch von Konrad Heiden , mit dem Titel:
"Geschichte des Nationalsozialismus. Die Karriere einer Idee".
Über Hitlers Kinder- und Jugendjahre vermerkt Heiden.
Zitat:
"Ein alldeutsch gesinnter Professor erteilt dort (in Linz) einen Geschichtsunterricht, der in Franz Josephs Österreich als revolutionär galt, tatsächlich aber die Weltgeschichte in ein germanisches Heldenepos umfälschte."
"Dem sterbenden Vater erschien er, wie er bekennt, als mißratener Sohn, der es zu nichts bringen werde; in der Schule hatte er versagt, die letzten zwei Lebensjahre der Mutter untätig zu Hause verbracht."
http://books.google.de/books?ei=JgVRTYKBCojNswbY9vXyBg&ct=result&id=gr0xAQAAIAAJ&dq=Konrad+Heiden&q=mi%C3%9Fratener+Sohn#search_anchor
Und weiter:
Zitat:
"Seine Autobiographie läßt diese wenig schmeichelhaften Vorzüge vorsichtig, aber eben noch deutlich genug erkennen; er entschuldigt sein Versagen mit dem "Ideal", Maler werden zu wollen. Doch dazu fehlt die Begabung, wie ihm der Rektor auf der Wiener Akademie trocken erklärt."
Dem verhinderten "Genie" erwischt es dann etwas anders:
Zitat:
"Als Gelegenheitsarbeiter auf dem Bau in Wien. Eben noch Akademiker, Künstler, Genie - jetzt Steinträger; dazu vom Vater her der Glaube an äußere Randordnung; nur eine starke Natur übersteht solchen Salto ohne Bruch. So stark ist der junge Adolf Hitler nicht. Aber er hat doch genug Korsett, sich auf seine Art zu behaupten, das heißt für ihn nicht "Proletarier" zu werden.
Dabei neigt er theoretisch zur Sozialdemokratie. Aber praktisch hat der junge Lebensschüler noch alles zu lernen."
Jetzt kam der Umstand hinzu, dass man den Hilfsarbeiter Hitler auf dem Bau zwingen
wollte, Gewerkschaftsmitglied zu werden. Dazu war sich das vermeintlichte Genie zu schade
und sagte Glashart: Nein. Die Adressaten jener Antwort indes fackelten nicht lange, und
sorgten dafür das Hitler - unfreiwillig - vom Bau geschmissen wurde.
Auf letzteren konnte er ja im Prinzip verzichten. Nur dieser Umstand machte ihm eben
erneut das Faktum des "knurrenden Magens" deutlich. Der wollte halt gefüllt
sein. Dazu war eben auch Geld vonnöten, welches der Job auf dem Bau erbringen sollte,
welcher aber eben auf etwas handgreifliche Art beendet wurde.
Ergo verlies er dann alsbald das ungastliche Wien und versuchte (ab 1912), ob ihm nicht
etwa in München (Deutschland) etwas mehr Glück beschieden sei.
Die Jahre des ersten Weltkrieges überspringt Heiden wohl in seinem Bericht (beziehungsweise bei meinen seinerzeitigen Notizen aus jenem
Buch, habe ich mir dazu nichts weiter notiert).
Am Ende des Weltkrieges dann, Hitlers erste "Sternstunde".
Stockreaktionäre Kräfte in der Reichswehr erkannten Hitlers Begabung und förderten ihn
auf ihre Weise.
Namentlich politische Geschehnisse in München, nach Ende des Weltkrieges (Münchener
Räterepublik) sollten Hitlers Karriere massiv befördern.
Dazu Heiden:
Zitat:
"Nach der Wiedereroberung München durch die Reichswehr und die Freikorps übernahm Hitler beim zweiten Infanterieregiment eine Tätigkeit, die nicht jedem sympathisch gewesen wäre; er kam zur Untersuchungskommission über die Revolutionsvorgänge und verfaßte Anklagenschriften.
Den geschlagenen Feind ans Messer zu liefern, wurde diesem Hasser zum Genuß. Das künftige Rachetribunal, die rollenden Köpfe - er hat das schon beim zweiten Infanterieregiment durchexerziert."
Es sollte von nun an, mit Herrn Hitler weiter aufwärts gehen.
Seine Reichswehr-Mentoren gaben ihm dann mal als nächstes den Auftrag, sich die sich da
gründende Partei eines Herrn Drexler näher anzusehen, und womöglich nicht nur beim
ansehen zu belassen. Kalkül der Stasi (pardon die gab es
da ja noch nicht, das war halt damals nur die Reichswehr-Oligarchie im Münchner Raum).
Deren Kalkül war es die arg in Verruf geratene Politik der Alldeutschen (Und heute
gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt). Besagte Politik unter neuem
Parteinamen fortzusetzen. Und da hatte man halt dazu auch ein Auge auf die Partei des
Herrn Drexler geworfen.
Das alles müsse aber für die Reichswehr-Interessen weit professioneller aufgezogen
werden. Für diese Professionalität war dann Herr Drexler im Sinne der Reichswehr, wohl
nicht der geeignete Mann. Deshalb bekam diesen Grüppchen nun den Reichswehr-Gesandten
Hitler zugeteilt.
Der indes schlug bombastisch im Sinne seiner Auftraggeber ein, so dass man doch geneigt
ist sich an die wundersame Geschichte des Peregrinus in Frühchristlichen Kreisen zu
erinnern, über den es ja auch hieß:
Zitat:
"Dass er auch die wundersame Weisheit der Christianer kennenlernte. Und in kurzer Zeit brachte er es so weit, dass seine Lehrer nur Kinder gegen ihn zu sein schienen. Er ward Prophet, Gemeindeältester, Synagogenmeister, kurz alles in allem, legte ihre Schriften aus und schrieb selbst welche in großer Zahl, so dass sie am Ende ein höheres Wesen in ihm zu sehen glaubten, sich Gesetze von ihm geben ließen und ihn zu ihrem Vorsteher ernannten.
Die Gutmütigkeit der Christianer genügte, welche ihm überall zur Bedeckung dienten und es ihm an nichts gebrechen ließen."
Siehe dazu auch:
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,19235,19238#msg-19238
Die Reichswehr ließ ihren Schützling Hitler auch weiterhin nicht aus dem Auge.
Dazu Heiden:
Zitat:
"Der beste finanzielle Werber der Partei war damals Dietrich Eckart. Hitler persönlich verdankt Eckart viel. Den glänzendsten Dienst aber leistete der ihm im Dezember 1920.
Der "Völkische Beobachter" stand zum Verkauf; er war überschuldet. Dietrich Eckart und Feder interessierten sich für das Blatt. Aber Eckart steckte selbst in der Klemme; seine Wochenschrift "Auf gut Deutsch" hatte gleichfalls minus gemacht und mußte liquidiert werden. Da sprang die Reichswehr helfenden ein. Eckart erhielt das notwendige Geld durch den General von Epp.
Der hatte, zusammen mit Röhm, einen Kreis von Leuten zur systematischen Bearbeitung der Presse im völkischen Sinne zusammengebracht.
Angeblich dienten die von ihm gegebenen sechzigtausend Mark zur Liquidation von "Auf gut Deutsch". Tatsächlich wurde Eckart durch das Geld in die Lage versetzt, den "Völkischen Beobachter" zu kaufen.
Das war freilich bei der Überschuldung des Blattes ein Risiko. Dies Risiko übernahm die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei.
Welch ein Aufstieg in eineinviertel Jahren!
Hitler, der unbekannte Soldat, der Parteiredner mit dreißig Mann und einer Schreibmaschine, hatte ein Blatt!
Zwar ein Wochenblatt nur, aber immerhin.
Am 19. Dezember 1920 ging der "Völkische Beobachter" in den Besitz der NSDAP. Hitler besaß Publizität."
Heiden arbeitet dann im weiteren Verlauf dann noch mit heraus, welche Leichen (über
die Hitler denn ging) so seinen Weg alles pflasterten. Das waren sicherlich nicht wenige.
Dafür mag dann noch besonders jenes Heiden-Zitat stehen (S. 73) und damit mag die
Referierung an diesem Ort ihren Abschluss finden:
Zitat:
"Nicht die erfreulichste Seite dieser Diplomatie sind seine Abreden und Ehrenwörter. Wer mit ihm etwas vereinbart, muß sich nachträglich von ihm belehren lassen, daß die Abrede ganz anders gelautet habe, als der Partner verstand.
So geht es dem bayrischen Polizeiobersten Seißer, der sich im Besitz eines Hitlerschen Versprechens glaubt, keinen Putsch zu machen.
Ei was, gerade das Gegenteil hat der Führer gesagt. Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt werde er keinen Putsch machen, aber von da ab, werde er, Hitler, allen Verpflichtungen und Loyalitätsversicherungen ledig sein."
(Hinweis. Über Snippets der Google Buchsuche lassen sich allenfalls
Zufallstreffer erzielen, mehr aber auch nicht. Dafür steht im konkreten Fall auch die
Angabe:
9 weitere Abschnitte werden nicht angezeigt."
Und bekanntlich gibt es ja etliche machtvolle Kreise, denen schon Snippets zu viel sind.)
Noch ein dortiger Video-Hinweis:
http://www.weltkrieg.cc/volksgerichtshof-roland-freisler/ulrich-wilhelm-graf-schwerin-von-schwanenfeld-roland-freisler-video_19fb65b19.html
Da komme ich aber ins Grübeln. Die einleitend offeriert Szene vor dem faschistischen
Volksgerichtshof, war meiner bisherigen Kenntnis nach nicht dem im Video genannten Namen,
sondern einem dort mit verurteilten Josef Wirmer zugeordnet.
Das muss ich also jetzt korrigieren
Was die Zuordnung der Szene anbelangt siehe auch die Umschlagseiten nachstehenden Buches.


Ich kann nur entschuldigend darauf verweisen das es auch Bücher gibt, die ihrerseits
diese falsche Zuordnung vorgenommen haben.
Ich verweise da auf:
Otto Pannenbecker (Hrsg.)
"Geheim. Dokumentarische Tatsachen aus dem Nürnberger Prozeß"
Bastian Verlag Düsseldorf 1947
Dort Seite 214f. Mit der wie nun feststeht, falschen Personenzuordnung.
Und nicht
vergessen:
Wer den von dem WTG-Funktionär Covington erklärten Grundsatz gelten lässt,
hat im Fall der Fälle merkwürdige Bettgenossen auf diesem abschüssigen Weg
"Ja; Unsere Absicht ist es, Einheit zu haben.
Staatsanwalt:
Einheit um jeden Preis?
Antwort:
Einheit um jeden Preis"
Scientology-Aussteiger
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 16. Februar 2011 06:50
Im Zeitspiegel
Scientology-Aussteiger
www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0216/vermischtes/0005/index.html
Siehe auch:
Eine Kirche der Lügen
www.spiegel.de/spiegel/print/d-76862464.html
Die Ufa - Eine Filmfirma
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 24. Februar 2011 23:40
Im Zeitspiegel
Die Ufa - Eine Filmfirma
Unter Berufung auf das Blatt "Königsberger Anzeiger" vom 23. 10. 1930,
berichtet die Zeitschrift "Deutsch-evangelische Korrespondenz" in ihrer Ausgabe
vom 25. 2. 1931, ein Königsberger Ufa-Filmtheater habe in seinem Beiprogramm einen Film
laufen lassen mit der Überschrift: "Eine weitverbreitete Organisation".
Dieser Film wird dann wie folgt beschrieben:
Zitat:
"Man sieht einen Mann in eine Zeitungslesende Familie eintreten mit den Worten:
Das ganze gegenwärtige Weltelend liege nur an der falschen Bibelerklärung der bestehenden Kirchen.
Zitat:
Alle Familienmitglieder nicken mit dem Kopf.
Nun erscheint in Form von Landkarten und Trickbildern eine Übersicht über Propaganda, Radiotätigkeit und Schriftenvertrieb der Bibelforscher, unter andern auch ein Bild, das Einblick in die deutsche Filiale der Bibelforscher, der "Wachtturm- Bibel- und Traktatgesellschaft" in Magdeburg gewährt."
Dazu kommentiert die DEK:
Zitat:
"Dieser wieder auflebenden Propaganda der Bibelforscher gegenüber muß man daran erinnern, daß sie wiederholt mit ihren Prophezeiungen über den Beginn des tausendjährigen Friedensreiches hereingefallen sind. Ihre Verheißung:
"Millionen jetzt lebender werden nie sterben" wartet noch auf die Erfüllung. Es kann also ihr Forschen in der Bibel nicht stimmen."
Zur vorstehender Meldung die Filmepisode betreffend, dann meinerseits noch die
Anmerkung.
Obwohl sämtliche deutschsprachige Ausgaben des "Goldenen Zeitalters" (und auch
des "Wachtturms") meinerseits gesichtet wurden, habe ich einen Hinweis darauf,
nirgends entdeckt.
Bliebe allenfalls das von der WTG auch herausgegebene "Bulletin" (ein Vorläufer
des heutigen "Unser Königreichsdienst") zu befragen. Da kann ich mich in der
Tat nicht festlegen, dieweil in der diesbezüglichen Auswertung meinerseits Lücken
bestehen (nicht zugängliche Ausgaben).
Gleichwohl war dass, was da aus Königsberg berichtet wurde, offenbar kein Einzelfall.
In Berlin des Jahres 1929 ist ein ähnlicher Fall belegt, der zudem noch ein Nachspiel
hatte.
Zu diesem Nachspiel gehörte dann auch, dass die Apologetische Centrale der Evang. Kirche
bei dem Vorsitzenden der Deutschnationalen Volkspartei (dem verhinderten zweiten Hitler)
namens Alfred Hugenberg, vorstellig wurde. Hugenberg Inhaber eines weitgespannten
Presseimperiums, hatte eben auch die Ufa in seinem Machtbereich. Auch wenn er denn auf
deren Geschäftspolitik keinen direkten Einfluss nahm, hatte er immerhin die Option, deren
Manager zur Berichterstattung "antanzen" zu lassen.
Das wusste auch die Evang. Kirche, und deshalb schaltete sie bewusst auch den Hugenberg
ein.
Die Partei des Hugenberg stand ohnehin, in dem nicht unbegründeten Ruf, eine
Pfarrerpartei zu sein (zumindest auf der Sympathisantenebene, was nicht gleichbedeutend
mit der Mitgliederebene sein muss).
Hätte die politische Gemengelage es so ergeben, dass Hugenbergs Partei stärker gewesen
wäre als die der Nazis, hätte dann Deutschland vielleicht noch das "Glück"
erlebt, einen Nazismus mit betont klerikalem Anstrich zu erleben.
Das die eigentlichen Nazis eben Nazis waren, bedarf keiner näheren Erläuterung.
Und in Lippenbekenntnissen schmierte Hitler ja auch den Kirchen kräftig Honig ums Maul.
Insgesamt gesehen, waren aber die Nazis doch eher Antiklerikal orientiert.
Im Falle eines Hugenberg-Hitler (und nicht, wie es dann tatsächlich gekommen
Hitler-Hugenberg) hätten die Klerikalen dann wohl ihre "Sternstunde" wie
gewünscht, erlebt.
Indes viel machen konnte auch Hugenberg nicht in der beschriebenen Angelegenheit. Er ließ
die Ufa-Bosse zwar "antanzen", musste sich aber dann auch belehren lassen.
Ökonomische Aspekte seien halt höherrangiger als ideologische.
Und die Belehrung, dass Geld die Welt regiert, gab er dann auch an die Kirchen weiter. Und
damit verlief der ganze Vorstoß letzterer dann im Sande.
Weitere Details dazu, in der "Geschichte der Zeugen Jehovas. Mit Schwerpunkt der
deutschen Geschichte" S. 239f.
Am Rande vermerkt
Amazon Japan hat sich offenbar ausgerechnet den Satz herausgepickt
"In dem Ufatheater am Zoo (Berlin) läuft z. Zt. der Film 'Die Frau im Mond' Ein
Werbefilm ..."
http://www.amazon.co.jp/ufatheater/s?ie=UTF8&keywords=UFATheater&rh=i:aps,k:UFATheater&page=1
Ein Gott für die Züchtigen
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 27. Februar 2011 01:33
Im Zeitspiegel
Ein Gott für die Züchtigen
Am heutigen Tage jährt sich zum 150 mal der Geburtstag eines "Apostel des
Okkulten" namens Rudolf Steiner.
Auch an diesem Ort, wurde er gelegentlich schon mit erwähnt.
Siehe unter anderem etwa:
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,89649,92180#msg-92180
05. Februar 2011 02:03
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,82605,86257#msg-86257
26. November 2010 00:16
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,17882,18021#msg-18021
06. Dezember 2008 20:17
Einige weitere Notizen zu ihm.
Mehr als 350 Bände umfasst eine Gesamtausgabe seiner Schriften von ihm. Da müssen dann
ja andere "Geistesgrößen", die es "nur" auf eine 40bändige
Werkausgabe brachten, förmlich Minderwertigkeitskomplexe bekommen. Was die Menge an
bedrucktem Papier anbelangt, sicherlich. Inhaltlich indes wohl weit weniger.
Nicht dass der Mann da diese 350 (und mehr) Bände alle selbst geschrieben hätte. Aber
wie das bei Leute mit Papst-Charakter so sein soll. Andere haben im vorauseilendem
Gehorsam, jedes seiner Worte bis 1925 (seinem Todesjahr) mit stenografiert, und der
"wartenden" Menschheit dann das präsentiert. Kaum eine größere
wissenschaftliche Bibliothek, in der nicht auch etliches von diesem mit Verlaub gesagt
"Steiner-Schrott" vorfindlich ist. Einige Bände davon habe ich mir denn mal in
meiner "Sturm- und Drangzeit" mit angetan. Mir tut die dafür investierte Zeit,
noch heute leid!
Ein Teil dieser "Werke" gibt es ja mittlerweile auch im Internet.
Als Randnotiz. Eine in den USA gehostete Neo-Nazi-Download-Seite, welche ausgesprochene
Nazischriften offeriert, hat offenbar auch den Herrn Steiner als für Ihresgleichen
aufnahmewürdig, mit in ihr Programm aufgenommen. Eine URL werde ich dazu nicht
öffentlich nennen, gleichwohl kann versichert werden, es ist wie vorbeschrieben.
Damit ist nicht gesagt, dass jene angedeutete Seite, da ein Exklusivangebot macht.
Dort im trautem Schulterschluss unter anderem mit Hitlers "Mein Kampf" und
etliches mehr von der "Güte".
Wahrscheinlich wird man die fraglichen Steiner-Schriften auch andernorts eruieren können.
Indes bemerkenswert, empfinde ich vorgenannten Umstand schon.
Auf der angedeuteten Neonazi-Seite unter anderem von den Steiner-Schriften zum Download
offeriert:
Ein Ordnungsmäßiges Impressum weist die Neonazi-Seite (nicht unerwartet) nicht auf.
Man geht wohl nicht fehl in der Einschätzung
(wieder einmal) in den USA
gehostet .
Von Steiner dann dort:
"Die Geheimwissenschaft im Umriss"
"Die Philosophie der Freiheit"
"Die Schwelle der geistigen Welt"
"Ein Weg zur Selbsterkenntnis des Menschen"
"Theosophie"
"Wie erlangt man Erkenntnis der höheren Welten"
Das alles sind zwar Schriften, zuerst zu Zeiten der Weimarer Republik erschienen.
Indes wenn die fragliche Seite die auch offeriert zusammen mit solchen "Events"
wie
Hiemer, Ernst "Der Giftpilz" (eine Schrift die im Nürnberger
Hauptkriegsverbrecherprozess als ausdrücklichs Beweismaterial mit eingeführt war)
Oder auch:
Himmler, Heinrich: "Die Schutzstaffel als antbolschewistische
Kampforganisation", und viel, sehr viel anrüchiges mehr, dann fragt man sich schon.
Und warum wird diese Kollektion nun ausgerechnet noch mit Steiner-Schriften
"geschmückt"?
Der "Stern" notiert in einem Artikel:
Zitat:
"Rassismus zum Humanismus umgedeutet"
Es geht um den gebürtigen Schweizer Lorenzo Ravagli. Der 50-Jährige ist Redakteur des
Waldorf-Journals "Erziehungskunst - Zeitschrift zur Pädagogik Rudolf Steiners".
... "Ich will rechte Ideologen nicht pauschal ablehnen"
Wie jetzt bekannt wurde, war Ravagli außerdem noch an einem fragwürdigen Buchprojekt
beteiligt. Zusammen mit dem niedersächsischen NPD-Spitzenfunktionär Andreas Molau, einem
ehemaligen Waldorf-Lehrer, hatte er ein Manuskript mit dem Titel "Falsche
Propheten" verfasst, in dem es um die Auseinandersetzung mit nationalistischem
Gedankengut und den Lehren Steiners geht. Erst knapp vor der Präsentation auf der
Frankfurter Buchmesse im Oktober bekam Ravagli offenbar kalte Füße und zog seine
Autorisierung zurück. ...
Dass es möglicherweise auf ihn selbst zurückfällt, wenn er Molau hoffähig macht, hat
Ravagli mittlerweile wohl auch selbst erkannt ...
Molau war selbst Waldorf-Lehrer ...
Im Sommer dieses Jahres geriet Molau erneut in die Schlagzeilen. Er wollte in Brandenburg
ein "Waldorf-Landschulheim" eröffnen. Der Bund Freier Waldorfschulen
verweigerte ihm jedoch die Erlaubnis, diesen Namen zu verwenden und ging rechtlich gegen
Molau vor. Eine "NPD-Waldorfschule", warnten Kritiker, hätte das Potenzial, die
ganze Bewegung in ihrer Existenz zu gefährden."
"Steiner war kein Freund von Noten-Zeugnissen, was er unmißverständlich klar machte: "Solange die Kinder in derselben Schule sind, wozu soll man da Zeugnisse geben?" In den Zeugnissen der Waldorfschule, so Steiner, wird jeder Lehrer das Kind "beschreiben". Er beschreibt in eigenen Worten, was es in seinen Fähigkeiten leistet, und seinen Fortschritt, ohne "stereotype" Buchstaben oder Zahlen. Die Eltern erhalten dadurch eine Vorstellung von dem, wie sich ihr Kind in der Schule verhält. So sind diese Zeugnisse zunächst "Briefe" an die Eltern. Stellt man die Zeugnisse aus 12 Schuljahren zusammen, erhalten die Eltern und Schüler selbst eine Biographie des Lernens und Lebens in der Schule."
Guido und Michael Grandt
"Waldorf Connection. Rudolf Steiner und die Anthroposophen"
Aschaffenburg 1999
Auch das ist dann wohl dem Kontext Schulreformatorischer Bestrebungen zuortbar
In einer 1958 erschienenen "Zahnfibel" eines Herrn Hans Strunz, würde man ja
nicht unbedingt einen Hinweis auf Steiner erwarten.
Fehlgeurteilt!
Herr Strunz weis zu berichten:
Zitat:
"Die Zahnungsperiode dauert etwa bis zum 13. Lebensjahr und verbraucht beträchtliche Kräfte, Deshalb sollten die Kinder während dieser Zeit vor zu großer, schulischer Belastung bewahrt werden, worauf insbesondere Dr. Rudolf Steiner hingewiesen hat."
Wer sich durch diese Schulreformatorischen Aspekte blenden lässt, übersieht
allerdings vielfach, das eben eine okkulte Weltsicht auch mit zum Wesen des Spiritus
rector dieser Strömung gehört.
Zu diesem Aspekt etwa notiert Colin Goldner:
Zitat:
Seine "Erkenntnisse" schöpfte Steiner vornehmlich aus der sogenannten "Akasha-Chronik", einer "geiststofflichen" (sprich: nur in seinen Wahnvorstellungen existierenden) "Schrift", in der Informationen über sämtliche bisherigen und noch kommenden Entwicklungsstufen der Menschheit enthalten seien (sog. Hellsehen). Der Zugang zu diesem "Weltengedächtnis", der nur Menschen mit spirituell außergewöhnlich hochentwickeltem Bewußtsein möglich sei, habe sich ihm in "okkulter Schau" eröffnet."
Colin Goldner Die Psycho-Szene, Aschaffenburg 2000
Stolzenburg etwa notierte
Zitat:
"In seiner Schrift "Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?" wird zu einer willensmaßigen, systematischen, ethisch-technischen Erziehung zu ihm die nötige Anleitung gegeben. Sie gipfelt in der Einführung zu Meditation, Konzentration und Kontemplation, wie sie im Sinne der geschilderten Voraussetzung einerseits die Seele entleeren, andererseits ihre Kräfte gewissermaßen verdichten.
Ihre wesentlichsten Triebkräfte aber hat die Anthroposophie in der Lehre von Karma und Reinkarnation.
A. F. Stolzenburg "Anthroposophie und Christentum" Berlin 1925.
Die Zeitschrift "Materialdienst der EZW" notierte mal in ihrer Ausgabe 3/1993 zu
dem von den Steinerianer und liierten Speichelleckern so gerne auch bemühten
"landwirtschaftlichen Erfolgen" der Steinerei das nachfolgende:
Zitat:
Eine Studie der "Bundesforschungsanstalt für Ernährung" zur "biodynamischen Wirtschaftsweise", 1992 erschienen führt aus.
Besagte "biodynamischen Wirtschaftsweise", geht auf den "Landwirtschaftlichen Kurs" zurück, den Rudolf Steiner 1924 in Koberwitz bei Breslau hielt.
"Steiner postulierte aufgrund hellseherischer Einsichten in ,höhere geistige Welten' nichtphysikalische terrestrische und kosmische ,Bildekräfte', die über die Agrarprodukte die geistig-seelische Konstitution des Menschen fördern sollen."
Im Sinne der Alchimie glaubte er an Stoffumwandlungen durch geistige Kräfte. Um Agrarprodukte mit Bildekräften anzureichern, schlug er "die Anwendung von ,biologisch-dynamischen Präparaten' vor, die in homöopathischen Dosen auf die Felder zu sprühen bzw. Dem Düngekompost beizugeben sind. Die Anwendung dieser Präparate ist für die Auszeichnung von Agrarprodukten mit dem Demeter-Markenzeichen zwingend vorgeschrieben."
Obwohl "der Versuch, geistige Qualitäten mit physikalisch-chemischen Methoden zu prüfen, einen gedanklichen Bruch" im Paradigma der Anthroposophie darstellt (S. 12), hat man die Wirkung der Präparate seit den 30er Jahren immer wieder auch auf agrarwissenschaftliche Weise zu überprüfen versucht. Der Autor der Studie, Diplomchemiker Dr. Hans Penner, legt einen Überblick über entsprechende Anbauversuche zwischen 1934 und 1990 vor. Die Auswertung der Versuchsergebnisse zeige allerdings, "daß die vermutete ertrag- und qualitätsteigernde Wirkung der Präparate bisher nicht verifiziert werden konnte" (S. 3).
Es bestehe zwar "kein Zweifel, daß mit der BDW ebenso hochwertige Lebensmittel wie mit dem konventionellen Landbau erzeugt werden können". Für die Praxis der Landwirtschaft seien die Präparate des BDW jedoch "irrelevant":
"Es gibt keinen überzeugenden Grund für die Annahme besonderer Dynamischer' Wirkungen in der BDW, die bessere Produkte hervorbringen...
Bei einer Zusammenfassung der mit Präparaten der BDW erzielten Versuchsergebnisse entsteht der Eindruck, daß die Vorstellungen von R. Steiner über die Qualitätsverbesserung von Agrarprodukten durch ,astralisierte' Präparate auf einem Irrtum beruhen" (S. 20). Und eine Verbesserung der Ernährung des menschlichen "Astralleibs" durch den Einsatz von Kuhhörnern zum Einfangen der Astralkräfte bei der Präparateherstellung läßt sich agrarwissenschaftlich ohnehin nicht verifizieren!"
Bevor Steiner seinen eigenen Laden als "Anthroposophie" aufmachte, hatte er
erst mal ein Schisma mit seinen alten Glaubensgenossen. Über dieses berichtet der
Vertreter der alten Linie mit den Worten:
Zitat:
"Generalsekretär der Adyar-Gesellschaft war Dr. Rudolf Steiner in den Jahren 1900-1912. In der letzten Zeit seiner Tätigkeit wurden die theoaophischen Prinzipien der Gedanken- und Gewissensfreiheit, der Toleranz, der Lehr- und Lernfreiheit, durch ihn gefährdet und verletzt dadurch, daß er insbesondere die Mitglieder des neuen "Bundes des Sternes im Osten" ein selbstständiger Zweig der Theosophischen Gesellschaft - von der Mitgliedschaft der Theosophischen Gesellschaft ausschloß. Der Vertreter dieses Bundes, dessen Zweck in der besonderen Vorbereitung der Mitglieder auf das Kommen eines großen Weltlehrers (Wiederkunft des Christus) bestand, war Dr. Hübbe-Schleiden, der auch Gründer eines "Undogmatischen Verbandes" und der Vertreter der deutschen Esoterischen Schule der Adyar-Gesellschaft war. Steiner wurde 1912 durch Frau Besant, der Präsidentin der Adyar-Gesellschaft, aus der Th. G. ausgeschlossen. A. Besant ernannte Hübbe-Schleiden zum Ehrenpräsidenten der neuen deutschen Sektion. Die Anhänger von Steiner traten aus der Theosophischen Gesellschaft ebenfalls aus und sammelten sich unter seiner Führung in der Anthroposophischen Gesellschaft."
Franz Hartmann "Was ist Theosophie" Leipzig um 1922.
Mit diesem Zitat ist keineswegs eine "Lanze" für die alte Richtung der
Theosophie gebrochen.
Es wurde lediglich zitiert, um zu zeigen, wie sich in deren Sicht das Schisma darstellte.
Wer da den Teufel, und wer da den Beelzebub repräsentierte, ist wohl eine Frage, über
die trefflich zu streiten wäre.
Dem Umkreis nazistischer Voten zur Steinerei ist auch die des v. Sebottendorf zuortbar.
Selbiger meinte:
Zitat:
"Damals begann auch der in München bekannte Anthroposoph Steiner wieder von sich reden zu machen.
Steiner wollte in Württemberg Finanzminister werden und propagierte sein System der Dreigliederung.
Der Einfluß dieses unheilvollen Mannes reichte weit, Er arbeitete vor dem Kriege mit der späteren Sklarekhellseherin Liesbeth Seidler in Berlin, Körnerstraße, zusammen. Die Seidler sowohl wie Steiner hatten jederzeit bei dem General Moltke Zutritt, sie beide haben verhindert, daß an der Marne rechtzeitig frische Kräfte eingesetzt wurden und daß diese Schlacht verloren ging (Schwartz-Bostunitsch: "Doktor Steiner - ein Schwindler, wie keiner", erschienen im Verlag Böpple, München),
War Sebottendorf schon früher gegen die Seidler und gegen Steiner aufgetreten, wofür sich die Seidler, die nebenbei Polizeiagentin war, durch eine Anzeige an Sebottendorff gerächt hatte, so führte er nun den Kampf gegen die beiden im Beobachter weiter."
Rudolf von Sebottendorf "Bevor Hitler kam", München 1933.
Eine die nazistische Steiner-Sicht relativierende Bewertung kann man einem Aufsatz von
Michael Hagemeister entnehmen (der hier aber übersprungen sei, nur eben wegen seiner
grundsätzlichen Relevanz doch erwähnt sei.
Abgedruckt in:
Karl Schlögel (Hrsg.)
"Russische Emigration in Deutschland 1918 bis 1941"
Darin S. 209f.
Michael Hagemeister
"Das Leben des Gregor Schwartz-Bostunitsch."
Wer hätte das gedacht? Sogar dem "Goldenen Zeitalter" war die Steinerei (wenn
auch überwiegend nur in Zitatform) einmal eine ausführlichere Notiz wert.
Dazu nachstehendes:
Die Schweizer Ausgabe des "Goldenen Zeitalters" vom 1. 3. 1933 hatte ein Thema
"entdeckt", dass es angezeigt sein lässt, zu ihm dennoch einige Ergänzungen
hinzuzufügen.
Erst mal also das, was seitens des GZ da so mitgeteilt wurde:
Zitat:
"Das "Innere Ohr" Wilhelms II. ist tot
Die Pressenotiz lautet wie folgt:Zitat:
Die Wahrsagerin des grossen Hauptquartiers gestorben.
Am 13. Januar ist in Berlin die bekannte deutsche Seherin Lisbeth Seidler beerdigt worden. Bei Beginn des Weltkrieges, dessen genaues Datum sie bereits 1899 vorausgesagt haben soll, war sie Wahrsagerin des deutschen grossen Hauptquartiers. Frau Seidler wohnte im Jahre 1914, wie behauptet wird, im Koblenzer Schloss, wo damals das grosse Hauptquartier lag.
Dort wohnte auch Dr. Rudolf Steiner, Gründer der Theosophenbewegung, in welchen Graf Moltke, der Chef des deutschen Generalstabs, das grösste Vertrauen setzte.
Man erzahlt, dass Frau Seidler um diese Zeit zahlreiche Unterredungen mit dem Chef des grossen Generalstabs hatte, und von gewisser Seite wird sogar der Verlust der l. Marneschlacht dem Einfluss zugesprochen, den die Seidler auf den Generalstabschef hatte. Die Verstorbene soll auch während des Krieges eine Reihe von Sondermissionen im Ausland vollbracht haben, wohin sie mit Pässen des Roten Kreuzes reiste.
Zitat:
Wie der Zar von Russland seinen Wahrsager und Wundertäter Rasputin während des Krieges als höchsten Ratgeber am Hofe hatte, so hatte also auch Wilhelm II. seine Wahrsagerin im Grossen Hauptquartier.
Scheinbar war dem guten christlich-evangelischen Monarchen die traurige Geschichte des Königs Saul ganz aus dem Gedächtnis entschwunden, der ebenfalls im Kriegsfalle Zuflucht zur Hexe von Endor nahm ...
Nun kommt man nicht umhin zu registrieren, dass besagte Lisbeth Seidler auch in anderen
Kreisen schon "Thema" geworden ist; teilweise bis in die Gegenwart.
So mögen denn als Kontrast dazu einige Aussagen aus einem Webblog
(etwas gekürzt) zitiert werden.
Selbiger ist nicht mehr Online (namentlich bei Webblog's
soll es ja ein kommen und gehen geben. Insoweit braucht man über dort verschwundenes
(auch nicht im Internetarchiv erfasstes) nicht verwundert zu sein.
meinstandpunkt.wordpress.com/2007/12/11/die-npd-auf-okkulten-wegen/
Zumindest gab es diese URL in der Vergangenheit mal.
Möglicherweise ist der nachstehend zitierte Verfasser, dem Bewundererkreis um den Weltkriegsgeneral Erich Ludendorff
zuzuordnen.
Sollte dies der Fall sein, die ausdrückliche Feststellung. Eine
"Identifizierung" mit den Positionen der Ludendorfferianer meinerseits gibt es
nicht.
In den hier nicht mit übernommenen Fußnoten werden auch Quellen außerhalb des
Ludendorfferianischen Spektrums zitiert. Insofern interessiert hier nur der Kontext, was
im Zusammenhang mit der Lisbeth Seidler ausgesagt wird. Kaum aber darüber hinausgehende
Aspekte.Nun also das angekündigte Zitat:
Zitat:
"Es ist heute eine Tatsache, daß Kaiser Wilhelms II. Entscheidung, Helmuth Johannes Ludwig von Moltke, den Neffen des großen preußischen Feldmarschalls gleichen Namens im 19. Jahrhundert, im Jahr 1905 als Nachfolger Schlieffens zum Chef des Generalstabes zu berufen, ein Fehler war.
Wilhelm II. Beweggründe für diesen Schritt dürften wohl vom irrationalen Wunsch getrieben worden sein, wie sein Vater auch "seinen" Moltke haben zu wollen. Neben der Namensgleichheit hatten beide Moltkes jedoch nicht viel Gemeinsames. Insbesondere auf militärischem Gebiet konnte der Neffe seinem Oheim nicht das Wasser reichen. So herrschte in militärischen Kreisen von Anbeginn Skepsis. Ludendorff schildert, der Entschluß des Monarchen Moltke zu berufen, "überraschte allgemein." Und es wird berichtet, bei Moltkes Ernennung soll das abfällige Wort gefallen sein:
"Dat is ene janz dolle Idee von S.M. [d. h. Seiner Majestät].
Auch der betroffene selbst scheint mit seiner Wahl nicht besonders glücklich gewesen zu sein.
"Für die Aufgabe des Feldherren im Kriege bin ich zu schwerblütig, zu bedächtig und bedenklich, zu gewissenhaft wenn sie wollen. Es geht mir die Fähigkeit ab, unter Umständen alles auf eine Karte zu setzen,[...].
... so wird die negative Beurteilung seiner Person durch seine Empfänglichkeit für okkulte Beeinflussung noch verstärkt.
Moltkes Frau war schon früh eine gläubige Anhängerin spiritistischer Wahnideen. Wiederholt verkehrte in ihrem Hause das bekannte "Medium Lisbeth Seidler, aber auch die berühmte Anna Rothe, ein Medium, das wegen seiner betrügerischen Umtriebe 1903 zu einer 18monatigen Haftstrafe verurteilt worden war. Man beschwor im Hause Moltke z.B. den Geist des verstorbenen Feldmarschalls, um in Familienangelegenheiten dessen Rat einzuholen.
Es kann an dieser Stelle aber nicht darum gehen, ein Buch zur Steinerei zu verfassen,
sondern lediglich einige wesentlichen Linien außerhalb des kirchlichen Mainstreams
anzudeuten.
Der "kirchliche Mainstream" ist ja von dem Credo beseelt. Zwar teile man nicht
alles, was Steiner sagte, erkenne aber an: Auch er war ein Jenseitsverkäufer. Und da gilt
halt die Solidarität der Jenseitsverkäufer untereinander; getreu dem Motto; ist das
Faktum des Jenseitsverkaufes gegeben, sieht man über viel, sehr viel, hinweg.
Exemplarisch wurde das auch deutlich, als der Berliner Sektenpfarrer Gandow, der eine
Tagung organisieren wollte, welche sich kritisch mit dem Thema Steinerei und Waldorf
auseinandersetzen wollte, prompt von einer in der kirchlichen Hierarchie über ihn
stehenden Pröpstin zurückgepfiffen wurde. Und Gandow konnte nur und musste
"kuschen".
Eine Meldung der "Berliner Zeitung" vom 2. 2. 2006
Zitat:
Sektenbeauftragter streitet mit Anthroposophen
www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2006/0202/berlin/0056/index.html
Zitat aus diesem Artikel:
Zitat:
Gandow selbst sieht sich "beim Bischof angeschwärzt ..."
Man vergleiche dazu auch, dass der vormalige Berliner CDU-Bürgermeister Eberhard
Diepgen, in vorgenannter Gandow-Kontroverse, diesem in den Rücken fiel
www.tagesspiegel.de/berlin/eberhard-diepgen-verteidigt-waldorfschulen/680630.html
Siehe auch:
www.themen-der-zeit.de/content/Waldorfschule_unchristlich.47.0.html
www.antimanifest.de/ararwald.htm
www.equisetum.de/rudolf-steiner/archiv/0602/msg00299.html
Ein Kritiker der Steiner'schen Anthroposophie gab dann auch dieses Votum zu Protokoll:
Zitat:
"Bemerke ich Herrn Steiner, daß er in seinen Büchern weniger Geheimwissenschaft als Courthsmalerei treibt, so erwidert er, sie hätten einen ganz anderen Sinn, als ich annehme.
Weise ich auf die logischen Widersprüche hin, so sagt er, die würden sich schon geben, wenn ich tiefer in die Sache eingedrungen sei.
Unterziehe ich mich der Geheimschulung ohne Erfolg, so weist er mir haarscharf nach, daß einzig meine mangelnde Devotion, meine vorlaute Vernunft daran schuld seien.
Unterziehe ich mich der Geheimschulung mit Erfolg, so muß ich auf meine Vernunft verzichten).
Und rufe ich ihm endlich zornig zu, daß so viele aus der Anthroposophie geschieden seien mit einem Knacks fürs ganze Leben, mit wirrem Hirn, grauen Haar und müden Augen, dann sagt er bedauernd kaltblütig, das seien Unwürdige gewesen, unfähig, das strahlende und versengende Licht seines Geistes und seiner übersinnlichen Offenbarungen zu ertragen. Kritik ist hier machtlos.
Carl Bry "Verkappte Religionen", Gotha 1924
In seiner 1922er Schrift "Blut ist ein ganz besonderer Saft. Eine esoterische
Betrachtung" verbreitet sich Herr Steiner auch mit der Aussage:
Zitat:
"Wenn wir uns von einem neuen Standpunkte der Geistesforschung aus wieder in die Sagen und Mythen vertiefen, wenn wir jene großartigen und gewaltigen Bilder, die uns aus der Urzeit überkommen sind auf uns wirken lassen, nachdem wir mit geisteswissenschaftlichen Forschungsmethoden ausgerüstet sind, so erscheinen uns diese Mythen und Sagen so, daß sie uns zum Ausdruck einer tiefsinnigen Urweisheit werden."
Mit anderen Worten, streng am Bibelbuchstaben klebend, war wohl nicht das, was ihm
vorschwebte. Gleichwohl ist ihm Mystik (unrationales) sehr wesentlich.
Der Seelenglaube ist dann letztendlich auch eine seiner Grundlagenprämissen.
Dafür steht auch die Aussage in Steiners "Die Rätsel der Philosphie" (1926)
Zitat:
Oder ist die Seele gegenüber dem Körper ein selbstständiges Wesen, das Leben und Bedeutung hat noch in einer anderen Welt als diejenige ist, in welcher der Körper entsteht und vergeht? Damit aber hängt die andere Frage zusammen: wie gelangt der Mensch zur Erkenntnis einer solchen anderen Welt? Erst mit der Beantwortung dieser Frage kann dann der Mensch hoffen, auch Licht zu erhalten für die Fragen des Lebens: warum bin ich diesem oder jenem Schicksal unterworfen? Woher stammt das Leiden? Wo liegt der Ursprung des Sittlichen?
Einer seiner Schüler, Friedrich Rittelmeyer, nahm diese Linie dann bewusst auf, und
verkündet in seiner Schrift:
"Wiederverkörperung im Lichte des Denkens, der Religion, der Moral" (1931)
Zitat:
Die Anschauung, daß der Mensch nicht zum erstenmal auf der Erde ist und nicht zum letztenmal, dringt gegenwärtig auf vielerlei Weise, durch Schriften, Dramen, Romane, Bekenntnisse, in die Menschheit ein. Der Verfasser, selbst ist ein Vertreter der Wiederverkörperungslehre."
Da nun schon mal der Name des Friedrich Rittelmeyer mit genannt wurde, ist das für
mich das geeignete Stichwort, um die Referierung der Steinerei allmählich zu beenden, die
ich ohnehin nicht teile.
Namentlich Rittelmeyer war es, der dann eine neue Gruppierung begründete, welche heute
als "Christengemeinschaft" firmiert.
Ein Redakteur der "Berliner Zeitung" besuchte mal vor nicht allzu langer Zeit,
eine gottesdienstliche Veranstaltung der letzteren. Seinen am 25. 01. 2011 erschienenen
Artikel gab er die Überschrift:
"Ein Gott für die Züchtigen".
www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0125/berlin/0027/index.html
Aber auch von Rittelmeyer noch ein paar weitere Sätze:
Rittelmeyer, ursprünglich mal ein gefeierter Kanzelredner innerhalb der evangelischen
Kirche, meinte einmal seinen Fan-Status gegenüber Steiner mit den Worten begründen zu
sollen:
Zitat:
"Später habe ich in einer Berliner Versammlung einmal erlebt, daß mir der Satz entgegeggeschleudert wurde: "Wir haben doch Christus! Was brauchen wir den Dr. Steiner?" Darauf erwiderte ich: Es sollte mich wundern, wenn unter uns nicht Menschen wären, die von sich sagen müßten: Ohne Dr. Steiner hätten wir Christus nicht gefunden, und vier oder fünf Menschen in der Versammlung sprachen sich mit Wärme in diesem Sinn aus"
Was nun die Wiederverkörperungslehre anbelangt, so zitiert er Steiner mit den Sätzen:
Zitat:
"Nein", sagte Rudolf Steiner, "eine Lehre des Christentums ist die Wiederverkörperung nicht. Sie ist eine Tatsache, die sich eben der okkulten Forschung ergibt."
Auch dieser Satz von Rittelmeyer sei noch zitiert:
Zitat:
"In jenen Jahren träumte ich einmal, ich frage Dr. Steiner: Welches sind denn eigentlich Ihre früheren Verkörperungen? Er antwortete: Pythagoras und Menander. Als ich erwachte, stand das Erlebnis noch lebhaft vor meinem Geist. Ich fragte mich, oh es irgendeinen Erkenntniswert habe. Pythagoras - das hätte schon stimmen können, wiewohl ich bis zur Stunde bewußt jedenfalls nicht daran gedacht hatte ...."
Weiter in der Zitierung des Fan Rittelmeyer
Zitat:
"fragte ich Rudolf Steiner: "Ist es eigentlich möglich, durch bloße Meditation der Christusworte dahin zu kommen, daß man etwas darüber sagen kann, wie Christus ausgesehen hat?"
"Wie glauben Sie denn, daß er ausgesehen hat?" war die ruhige Gegenfrage. Als ich nun anfing, einiges zu sagen, nahm Rudolf Steiner meine Schilderung auf und führte sie, ich kann nur sagen: zur Klarheit. es war dasselbe Bild, das er hernach in seinen Vortragen gab: Eine Stirn, die nicht einer modernen Denkerstirn glich, auf der aber die Verwunderung über die tiefen Geheimnisse des Daseins geschrieben stand; ein Auge, das nicht beobachtend auf die Menschen blickte, sondern in Glut der Hingebung gleichsam in sie eintauchte; ein Mund: "als ich ihn zum erstenmal sah, hatte ich den Eindruck, dieser Mund sieht aus, als ob er nie gegessen, sondern von Ewigkeit her göttliche Wahrheiten verkündigt habe." Erstaunt fragte ich: "Ja, wenn Sie wissen, wie Christus ausgesehen hat. .."
Friedrich Rittelmeyer "Meine Lebensbegegnung mit Rudolf Steiner", Stuttgart 1928
Spillane
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 03. März 2011 01:05
In seiner Nummer 10/1961 (S. 95) kam der "Spiegel" auch auf den
amerikanischen Kriminalschriftsteller Mike Spillane zu sprechen, und attestiert seinen
Sujets ein außergewöhnliches Maß an Brutalität.
Darüber könnte man vielleicht zur "Tagesordnung" übergehen, gäbe es da nicht
noch den Aspekt, dass Herr Spillane sich den Zeugen Jehovas zugehörig weis
wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=43160008&aref=image035/0545/cqsp196110095-P2P-095.pdf&thumb=false
Im Jahre 1963 brachte der "Spegel" gar noch die Meldung, man habe registriert,
anläßlich eines Zeugen Jehovas Kongreses 1963 in München, habe er sich dort als
"Quartiermacher" betätigt.
Siehe auch:
www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,427259,00.html
www.spiegel.de/spiegel/print/d-47822247.html
www.spiegel.de/spiegel/print/d-45143564.html
Sowie Spillane
Eine Religion ohne geistige Anforderung
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 03. März 2011 01:19
Informationsportale gibt es viele. Sei es als klassische Printorgane, sei es zunehmend
auch (und nur) im Internet.
Sieht man eines dieser, welches mir bisher noch nicht untergekommen war, näher an, dort
besonders das Impressum, registriert man, wohl in Kanada (deutschsprachig) angesiedelt,
gleichwohl etliche Themen aufgreifend, die auf Deutschland lokalisierbar sind.
Und wohl auch jenen Satz kann man auf dieser Plattform lesen
Zitat:
"Wir haben uns zum Ziel gesetzt, aus all den Themen, über die es Informationen zu finden gibt, jene auszuwählen, die auf allgemeines Interesse stoßen."
"... Nur selten gibt es Reportagen, die den vermeintlichen Wundern nachgehen und immer wieder feststellen, dass die Frau im Rollstuhl nie gelähmt war oder der blinde Junge, trotz seiner groß verkündeten Heilung, auch danach noch immer blind war...."
Offenbar laufen trotz vorzitierten Umstandes die Geschäfte jenes Herrn für ihn
allerprächtigst ..
.
www.theintelligence.de/index.php/gesellschaft/philosophie-religion/1021-evangelikalismu-eine-religion-ohne-geistige-anforderung.html
Kurt Hutten - Kulturbolschewismus
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 06. März 2011 02:27
Im Zeitspiegel
Kurt Hutten - Kulturbolschewismus
Die in hiesigen Kreisen doch wohl einigen Bekanntheitsgrad genießende Zeitschrift
"Brücke zum Menschen" brachte bereits in ihrer Ausgabe 3/2010 einen Artikel
überschrieben
"Zum 100. Geburtstag von Kurt Hutten
06. März 1901 - 17 August 1979".
Also schon im Vorfeld, in einer Art vorauseilendem Gehorsam. Eigentlich wäre ja die
Überschrift 110. Geburtstag angemessener.
Durch sonderliche Originalität zeichnete sich dieser Artikel allerdings wohl nicht aus,
berücksichtigt man den Umstand. Ein Nachdruck aus dem "Materialdienst der EZW"
aus dem Jahre 2001. Also zu einem eigenem Votum hat es noch nicht mal gereicht. Das
spricht dann wohl für das Management jener Zeitschrift, nachdem dort eben ihr Gründer,
Herr Twisselmann die Stafette Altersbedingt, zunehmend an andere weiterreichen muss.
Ich habe sicherlich keinen Dissenz dahingehend, dass besagter Hutten für die
Konfessionskunde, namentlich durch sein "Seher Grübler Enthusiasten" eine
durchaus weitergehende Bedeutung erlangt hat. Wie gesagt, zu diesem Aspekt besteht kein
Dissenz.
Allerdings stört mich an dieser Art von Würdigungen schon einiges. Im Jahre 2012 komme
ich voraussichtlich auf das Thema Hutten nochmals zurück. Hier und heute indes nur ein
Detailaspekt.
Ist besagter Herr Hutten nach 1945 "wie Phönix aus der Asche" auferstanden?
Das kann wohl nur sagen, wer seine Publizistik in der Zeit 1933 - 45 völlig außer Acht
lässt.
Zu seiner "Würdigung" des 1936er Anti-ZJ-Buch des Hans Jonak v. Freyenwald wird
noch weiter unten etwas zu sagen sein.
Da ich mich selbst mit dem Thema Jonak
umfänglich auseinandergesetzt habe, wird man mir ja wohl auch eine Meinung, zu jener
Hutten'schen "Gefälligkeits-Rezension" von damals zubilligen.
Sicherlich war Publizistik in diesem Zeitraum, keine freie, mancherlei Zwängen
unterworfene. Hat besagte EZW dazu auch schon mal - bezogen auf die Person Hutten -
Stellung genommen?
Ihr Motto heisst da doch wohl eher "aussitzen".
Nun denn, ein Hundertjähriger (oder auch 110) Geburtstag ist sicherlich der Erwähnung
wert, darüber kann es ja keinen Zweifel geben.
Daher als eine Art "Geburtstagsständchen", höchstwahrscheinlich der nicht
gewünschten Art, mal ein Text von besagtem Kurt Hutten, publiziert im Jahre 1937 im
"Calwer Kirchenlexikon".
Vielleicht nehmen die Herren Aussitzer von der EZW, auch irgendwann zu dem auch noch mal
Stellung. Sonderlichen Optimismus dazu habe ich allerdings nicht.
Und da die Aussitzer der EZW ihre Aussitztaktik wohl beibehalten werden. Noch der Hinweis
auf einen Kommentar dazu. Hutten.pdf
Technischer Hinweis.
Das "Calwer Kirchenlexikom" erschien im großformatigen Lexikonformat. Da meine
Scannertechnik auf maximal DIN A4 begrenzt ist, bedeutet das, geringfügige Teile des in
Rede stehenden Textes sind nicht mit eingescannt.
Nachstehende Scanns sind qualitativ sehr unbefriedigend, dass sehe ich auch so.
Noch mehr Aufwand in diese Texte möchte ich allerdings nicht investieren.
Es geht nur um die Veranschaulichung einer Tendenz; nicht jedoch um eine lückenlose
Dokumentation.
Trotz dieser Lücken, dürfte auch so deutlich sein, worum es sich handelt.
Exkurs:
Ausführungen von Kurt Hutten in der Ausgabe vom 16. 4. 1937 (Sp. 59f.) seines
"Materialdienstes".
Das 1936 in Hitlerdeutschland Zeugen Jehovas bezügliche Buch von Jonak, war seinerseits
offenbar auch für Hutten eine Art Initialzündung das Zeugen Jehovas Thema mit
aufzunehmen. Jonak wird in den Hutten'schen Ausführungen zwar nur gestreift, gleichwohl
in einer Art und Weise, dass der damit sicherlich leben konnte.
Nachstehend seien diese Ausführungen einmal etwas näher vorgestellt.
Einleitend wird vermerkt:
Zitat:
"Die Ernsten Bibelforscher wurden schon am 24. 6. 1933 verboten. Die Beschlagnahme des Vermögens wurde aber später aufgehoben und der Druck und Vertrieb von Bibeln und sonstigen unbedenklichen Schriften freigegeben (Fr(ankfurter) Z(eitung) 8. 9. 36)."
Dann leitet er zu der Gruppierung von F. L. A. Freytag über:
Zitat:
"Die mit ihnen sympathisierenden heißen "Freunde der Wahrheit".
Die Neue Erde, Menschenfreundliche Versammlung, Engel Jehovas, eine Abzweigung der Ernsten Bibelforscher, wurde am 13. 1. 1934 als Kulturbolschewistische Vereinigung für das gesamte Gebiet des Landes Preußen verboten.
Die Sekte hatte Gütergemeinschaft, forderte Ehelosigkeit, beitretende Ehepaare mußten sich trennen und wurden in entfernten Niederlassungen untergebracht. Wer nach den Lebensgesetzen (vegetarisch) der Sekte lebe würde nicht sterben."
Wieder zu den Zeugen Jehovas zurückkehrend notiert er über sie:
Zitat:
"Seit 1931 nennen sich die E. B. "Zeugen Jehovas". Sie sind über die ganze Erde verbreitet. So meldete ein Missionar der Brüdergemeine, daß die E. B. in großen Autos einen Besuch in seiner südafrikanischen Missionsstation machten, die Leute mit Musik lockten und dann mit Lautsprechern Ansprachen hielten und ihre Bücher verkauften.
Sie behaupten, die christlichen Kirchen legen die Bibel falsch aus und deshalb müsse die Welt von der "Herrschaft des Christentums" befreit werden.
Sie besitzen einen Groß-Sender, den "Sender des Herrn". An bestimmten Tagen und Zeiten stehen ihnen außerdem 350 Sender zur Verfügung. Der Rundfunksender von Philadelphia hat auf Protest des dortigen Kardinals die weitere Sendung von Vorträgen der E. B. Eingestellt. Auch andere Sender in Amerika scheinen Rutherford wegen seiner antichristlichen Ausfälle nicht mehr zuzulassen.
Die E. B. besitzen auch eigene Lautsprecherwagen, mit denen sie fliegende Versammlungen veranstalten. In der Tschechoslowakei wurde mit einem solchen Auto im ersten Monat bereits 21.000 Zuhörer erfaßt. Von Rutherford wird behauptet, daß er jüdischer Herkunft sei. Die
D(eutsche) A(llgemeine) Z(eitung) (11. 7. 35) schreibt, daß sich unter seinen Anhängern viele tausend Neger befinden. Er verfügt über große Geldmengen wahrscheinlich jüdischer Herkunft.
So bot er einer Zeitung vergebens 1371 Dollar an, wenn sie eines seiner Inserate drucken würde; außerdem erbot er sich ihr 10.000 Exemplare abzukaufen.
Die Polizeistrafen, die sein Anhang wegen eines Krawalls auf der Straße erhalten hatte, bezahlte er anstandslos aus der eigenen Tasche.
Eine wichtige Niederlassung der E. B. ist in Bern. Dort ist die Zentralstelle für die Arbeit in der Schweiz, Oesterreich, Belgien, Frankreich, Holland, Italien, Jugoslavien, Polen und Rumänen. Die hier hergestellten Bücher und Flugblätter werden von eigenen "Pionieren" und "Scharfschützen" genannt, verteilt. Die zwei Zeitschriften "Wachtturm" und "Das Goldene Zeitalter" erscheinen in einer Jahresausgabe von etwa 35 Millionen in wenigstens 15 Sprachen (Freitagszeitung, Zürich Nr. 13; 25. 3. 37).
Über die politischen Ziele der E. B. schreibt Dr. v. Freyenwald in "Die Zeugen Jehovas",
Zitat:
daß eine Verbindung zu Judentum, Marxismus und Freimaurerei bestehe. Das Judentum spielt denn auch eine entsprechende Rolle in dem Weltherrschaftsplan der Sekte.
"Wie auf den Gebieten der Religion und der Staatspolitik eine vollendete Harmonie der Bibelforscher mit dem Judentum besteht, so herrscht dieses stille Einvernehmen auch mit dem klassenkämpferischen Marxismus. Russell und Rutherford predigen den Klassenkampf ganz ebenso wie der Jude Karl Marx."
Zitat:
Das Programm der E. B. ist die Vernichtung der Regierungen aller Länder und die Errichtung eines israelitischen Weltstaates. Unter dem Vorwand der Religionsverbesserung werden weltrevolutionäre Ziele verfolgt.
Rutherford kündigte in einer Rede an, der von den Propheten des A.T. verkündigte Endkampf zwischen dem Jehova Israels und Beelzebub käme nunmehr zum Austrag. Unter den feindlichen Feldherren Gog und Magog stünden Roosevelt, Hitler, Mussolini und der Papst. In einem Flugblatt der E. B. heißt es:
Zitat:
"Hitler und sein Stab von Beamten stehen ohne Zweifel unter der Kontrolle der unsichtbaren Macht Satans und seiner ruchlosen Verbündeten, die zusammen gegen Jehovas Zeugen Krieg führen."
Zitat:
Der E.B. Hope aus Winnipeg schrieb am 5. 9. 36 an die Wachtturm- Bibel- und Traktatgesellschaft in Magdeburg:
Zitat:
"Die gegenwärtigen üblen Regierungen sind nun zu Ende und bald wird eine ehrliche, rechtmäßige Regierung errichtet werden zugunsten der Menschheit unter der Oberaufsicht des großen Missionars, unseres Heiligen Vaters Joseph Stalin von Neu-Rußland, Union der Sowjetrepubliken" (S(chwarze) K(orps) Nr. 7, 18. 2. 37).
Zitat:
Kein Wunder, wenn die E. B. in zahlreichen Ländern verboten sind. Deutschland, Italien, Lettland, Oesterreich; in Japan wurden alle Schriften beschlagnahmt; in Belgien, Holland und Bulgarien wurden alle staatsfremden "Pioniere" des Landes verwiesen; in anderen Ländern beschränkte man sich auf einzelne Verhaftungen. Dagegen werden die E. B. in USA, Mexiko, Spanien, Frankreich, Schweiz und Tschechoslowakei wohlwollend behandelt.
In Deutschland haben die E. B. auch nach dem Verbot ihre Arbeit fortgesetzt. Sie bedienen sich dabei des Dreiersystems, bei dem jeder nur mit 2, höchstens 3 anderen Verbindung hält, um so möglichst unauffällig arbeiten zu können.
In der Person eines Winkler wurde der "Reichsleiter" verhaftet; es gelang dabei auch die Aufhebung der ihm unterstellten Organisation, die mit Tausenden von "Dienststellen" nach dem Führerprinzip aufgegliedert war und sich über das ganze Reich erstreckte. Im Herbst war ein Schreiben Rutherfords in Deutschland eingetroffen, in dem die Mitglieder der E. B. zum Widerstand gegen die deutsche Regierung aufgefordert wurden. Sie beteiligten sich nicht an der Wahl:
Zitat:
"Wir haben bereits unseren Gott Jehova gewählt und können nicht zwei Herren dienen."
Zitat:
Sie beteiligen sich nicht an den Organisationen der NSDAP und verweigern die Teilnahme an Betriebsappellen, am Winterhilfswerk, den Eid auf den Führer, den deutschen Gruß. Sie leisten der Aufforderung zur Musterung keine Folge und verteilen dazu Formulare:
Zitat:
"Ich sehe mich leider genötigt, Ihnen mitzuteilen, daß ich der Aufforderung mich an militärischen Uebungen zu beteiligen, als Zeuge Jehovas aus Glaubens- und Gewissensgründen nicht Folge leisten kann. Mein Leben ist dem großen Jehova - Gott geweiht."
Zitat:
Aus dem gleichen Grund lehnen sie die Mitarbeit am Bau von Kasernen und die Beteiligung am Luftschutz ab (S(chwarzes) K(orps) Nr. 7, 18. 2. 37.
Ministerialdirektor Dr. Crohne vom Reichsjustizministerium schreibt in der "Deutschen Justiz":
Zitat:
"Zu einer ernsten Gefahr haben sich allmählich die Internationalen Bibelforscher herausgebildet. Während man sie zunächst als eine harmlose Gesellschaft religiöser Wirrköpfe betrachtete, die in einer wörtlichen, und oder mißverstandenen Bibelauslegung ihr Lebensziel suchten, haben sie sich jetzt zu einer umfangreicheren, nicht mehr nur aus jenseitsnahen Greisen bestehenden Organisation herangebildet, die in ihrem Kampf gegen die Wehrfähigkeit, die Eidespflicht, gegen die Grundsätze des Dritten Reiches hochpolitische Bedeutung gewonnen hat, immer mehr ein Sammelbecken staatsfeindlicher Elemente bildet und bald zu einer getarnten Abzweigung des Kommunismus sich entwickeln wird"...
Zitat:
Es wurden denn auch zahlreiche Prozesse gegen Mitglieder der E. B. durchgeführt, die teilweise mit schweren Strafen endeten. So gegen ein aus 5 Leitern bestehendes "Wuppertaler Dienstkomitee" in Essen, gegen 10 Mitglieder in Hannover, 2 in Stuttgart, 3 in Weimar, 36 in Greiz, 17 in Darmstadt, 30 in Wanne-Eickel, 36 in Frankfurt usw. In Danzig verhaftete die Polizei 916 bibelforschende Kommunisten, die Zehntausende von Flugblättern verteilten (V(ölkischer) B(eobachter) Nr. 148, 28. 5. 35)."
Schon verständlich, dass Herr Hutten an diesen - und weiteren Texten von ihm vor 1945
- nach 1945 nicht mehr so gerne erinnert werden wollte.
Kehren wir nochmals zur "Brücke zum Menschen" zurück.
Sieht man sich deren Impressum näher an fällt in deren Ausgabe 4/2010 besonders die
Rubrik Redaktion auf.
Jahrelang war die ja nebst Twisselmann, besonders mit Kirchenvertreter (meintwegen auch
solche aus dem Freikirchenraum), bestückt.
In der Nr. 4/2010 begegnet man dort (erstmals) auch den sicherlich nicht unbekannten Namen
Frank Bruder und Herbert Raab.
In der Ausgabe 1/2011 erstmals zusätzlich noch der Name Reiner Ref, welche bereits bis
2004 in der Redaktion mitarbeitete; nunmehr neu mitarbeitet, nachdem wie er mitteilt,
Änderung persönlicher Lebensumstände - jetzt im Vorruhestand - ihm dies ermöglichen
würde.
Dafür werden an anderer Stelle dieses Heftes auch Namen von ausscheidenden bisherigen
Mitarbeitern genannt. Insoweit dürfte sich das "kommen und gehen" wohl die
Waage halten.
Unbeschadet davon bleibt meines Erachtens der Umstand bestehen, dass manche
Internetprojekte, an Informationsmengen, der "Brücke zum Menschen", inzwischen
den Rang abgelaufen haben.
Allenfalls hat man deren spezielle Profilierung, als den Kirchen gegenüber positiv
eingestellt, noch zu berücksichtigen.
Dieses den Kirchen positiv eingestellt, begegnet man wohl andernorts etwas weniger. Das
kann Schwanken dann, zwischen relativer Neutralität (beispielsweise Infolink) aber auch
partiell mal deutlicher Kritik (etwa diese Seite hier).
Insofern will man das den Kirchen positiv gegenüber eingestellt sein, als relevantes
Kriterium ansehen, wird die "Brücke zum Menschen", wohl auch weiterhin ihren
Platz in der "Medienlandschaft" behaupten. Allenfalls fragt es sich, auf welchem
Rang dieser Platz wohl so einzuordnen ist.
Ob das nun blos "Aushängemaskottchen" ohne reale Bestimmungsfunktion sind (die
neuen Namen), muss sich dann ja noch zeigen. Mein subjektive Meinung ist jedenfalls die.
In der Anfangszeit gab es wohl noch eher mal Beiträge dort, wo man sagen konnte, die
können "vom Hocker reißen". Das hat dann zugunsten von
Wischi-waschi-Gefälligkeitsschreiberei im kirchlichem Sinne, dann noch mächtig
nachgelassen.
Jedenfalls segelt die Nummer 4/2010 noch auf den althergebrachten Wegen, eine kirchliche
Zeitschrift mehr zu sein. Und böse Zungen meinen gar, würde sie eines Tages
"entschlafen", dürfte das wohl nicht übermäßig vielen als Verlust
erscheinen.
Wie jenes Blatt denn mal gegründet wurde, war das Internet noch nicht relevant. Das hat
sich ja heutzutage in der Tat verändert. Wer eine kritische Erstinformation zum
Zeugen-Thema sucht, ist da keineswegs mehr "nur" auf klassische
Print-Erzeugnisse angewiesen.
Indes die "Kurve" zu dieser inzwischen auch nicht mehr so neuen Entwicklung,
scheint dann ja besagte "Brücke ..." wohl nicht sonderlich gemeistert zu haben.
Man sehe sich deren auch vorhandene (magere) Internetpräsenz an, und man ist förmlich
"erschlagen", über das "Nichtgesagte", dass einem dort
"entgegenstrahlt".
Nun kann man sich ja auf den Standpunkt stellen, man wolle weiter vorrangig Print-Organ
sein.
Was das bedeutet, äußert dann wohl auch der Satz auf S. 4 genannten Heftes (4/2010):
Zitat:
"Wir haben uns ja auf einen begrenzten Umfang der Hefte festgelegt - als Folge finanzieller Probleme".
Nun ist klassische Print-Publizierung sicherlich kostenaufwendiger, als etwa
Internet-Publizierung.
Nun soll das Prinzip Hoffnung auch andernorts verbreitet sein.
Ob die Hoffnung, "irgendwann" käme doch noch mal ein warmer finanzieller Regen,
aufgehen wird, erscheint zumindest mir - eher zweifelhaft.
Noch ein weiterer Exkurs, nochmals Hutten betreffend:
Ein bemerkenswerter Kampfbegriff, welcher da Anfang der 1930er Jahre so die Runde machte,
war der des "Kulturbolschewismus".
Und namentlich die Nazis waren sich dann auch nicht zu schade, auch die
Bibelforscher/Zeugen Jehovas in die Ecke der "Kulturbolschewisten" zu stellen.
Am liebsten hätten sie denen ja das Odium angehängt "verkappte Kommunisten" zu
sein. Versuche dazu gab es durchaus. Nicht nur in Deutschland, auch andernorts etwa in der
Schweiz.
Dort wiederum waren es besonders katholische Kreise, welche sich bei dieser Detailfrage,
durchaus ins gleiche Bett wie die Nazis legten.
Letztendlich klappte es aber mit dem in die "kommunistische Ecke" stellen nicht
so richtig.
Das mussten dann wohl selbst auch die borniertesten Rassejünger allmählich einsehen.
Jedoch ihr Motto dann, da nicht sein kann was nicht sein soll, wird den WTG-Hörigen eben
ein etwas "abgemildertes" Stigma angehängt. Und das waren dann wiederum die
famosen "Kulturbolschewisten".
In seiner Ursprungsfassung zielte ja jener Begriff primär auf die ungeliebte Sowjetunion,
und oder auch, ihre deutschen Bejubler.
Im Rahmen der Serie "Im Zeitspiegel" wurde unter Hinweis auf die
"Freiburger Zeitung" vom 24. 8. 1930 schon mal solch ein Beispiel zitiert.
Siehe
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,76725,81905#msg-81905
24. August 2010 02:29
Bemerkenswert, der besonders in den Jahren nach 1945 auf dem Gebiete der bewertenden
Sektenkunde von sich reden machende Kurt Hutten (Seher Grübler Enthusiasten), legte
bereits im Jahre 1932 eine eigens dem "Kulturbolschewismus" gewidmete Schrift
vor. Also noch bevor die Nazis das Machtruder ergriffen hatten. Seiner Schrift gab er den
Untertitel: "Eine deutsche Schicksalsfrage."
Auch Hutten zeichnet darin ein düsteres Szenario die Sowjetunion betreffend.
Schon einleitend belehrt Hutten:
Zitat:
"Der Bolschewismus ist nicht nur ein russisches Schreckgespenst, sondern wir haben ihn mitten im eigenen Land. Es bestehen noch weithin große Täuschungen über den Umfang des deutschen Bolschewismus. Man denkt dabei landläufig an die KPD und meint, daß jenseits der parteipolitischen Grenzen auch die Herrschaft des deutschen Bolschewismus ende. Dem ist nicht so. (S. 1)"
Zwar nennt in dieser Schrift Hutten die Bibelforscher noch nicht mit beim Namen.
Sollten indes einige aus diesen Kreisen geargwöhnt haben, da will uns ja der Hutten
"eine Jacke anpassen" von der wir meinen die passt uns nicht.
Sollte es diesen hypothetischen Fall tatsächlich gegeben haben, hätte der Hutten des
Jahres 1932 dieser Wertung, er meint auch die Bibelforscher, wohl kaum ausdrücklich
widersprochen.
Gleichwohl bleibt letzteres eine Hypothese, da in der Tat die Bibelforscher in dieser
Hutten'schen Schrift des Jahres 1932, nicht mit erwähnt werden.
Hutten's Hauptangriffsfläche war - nicht unerwartet - die Sowjetunion.
Um seiner Leserschaft so richtig das Gruseln beizubringen, meint er bezüglich der
damaligen Sowjetunion sich auch wie folgt verbreiten zu können:
Zitat:
"Es tritt eine neue Ordnung an die Stelle der auf Familien aufgebauten Gesellschaft: das Kollektiv. Hier ist alles Familienhafte niedergelegt - Auflösung des Einzelhaushalts, der Familienwohnung, der ehelichen Bindung, Ende der Mutter und Hausfrau, Einreihung der Frau in den Produktionsprozeß, Auflösung des Bandes zwischen Eltern und Kindern von frühester Jugend auf.
Lunatscharski hat von dem Stadtplan der neuen bolschewistischen Musterstadt Magnitogorsk berichtet, daß dort grundsätzlich keine gemeinsamen Wohnungen, sondern bloß noch Einzelzimmer eingerichtet werden, die "eine bis jetzt ungekannte Freiheit der Wahl der Liebesbeziehungen ermöglichen."
Die Speisen werden in großen Zentralküchen gekocht und sollen in Speisehallen "mit derselben Einfachheit wie Wasser mittels Wasserleitungen gelangen. Das Leben des Kollektivmenschen hat denn auch seinen Schwerpunkt nicht in der eigenen Stube, sondern in den großen, reich ausgestatteten Gemeinschaftsräumen." (S. 48)
Nun kann ich jenes Hutten'sche Votum weder bestätigen noch dementieren. Das da solche
"Blütenträume" in der Sowjetunion bestanden haben (zumindest zeitweilig) wird
man wohl nicht aus Prinzip ausschließen können.
Die andere Frage wäre dann die nach ihrer tatsächlichen Umsetzung.
Zwar hat der Kollektivierungswahn in der Sowjetunion tatsächlich erschreckende Formen
angenommen. Hutten aber wollte ja wissen, dass soll bis in den Familienbereich ausgedehnt
werden. Tatsächlich nachprüfbare Belege für seine These indes, nannte er nicht.
Der von Hutten genannten Stadt Magnitogorsk widmet die heutige Wikipedia auch einen
eígenen Artikel
http://de.wikipedia.org/wiki/Magnitogorsk
Nun besteht für letztere sicherlich kein Anlass Postkommunistische Verherrlichung zu
praktizieren. Jedenfalls kann ich das von Hutten geschilderte Schreckenszenario, in diesem
Artikel nicht entdecken.
Auch zu dem 1933 verstorbenen von Hutten mit genannten Lunatscharski gibt es einen
Wikipedia-Artikel
http://de.wikipedia.org/wiki/Anatoli_Wassiljewitsch_Lunatscharski
Hier wiederum das gleiche Faktum. Die von Hutten inkriminierten Details sind darin nicht
zu entdecken. Selbst wenn der solcherlei Pläne gehabt haben sollte, stellt sich doch
angesichts seines Todesjahres 1933 die Frage, nach deren tatsächlicher Umsetzung.
Vielleicht wollte Hutten das zitierte auch eher als Beiwerk verstanden wissen. Dann stellt
sich schon die Frage nach seiner eigentlichen Hauptthese. Die dürfte dann wohl auf Seite
19 formuliert sein, wenn er dort schreibt:
Zitat:
"Das Christentum ist die Seele unserer Kultur. Es ist in diesem Kampf das entscheidende Bollwerk. Fällt es, dann sind auch alle übrigen Positionen rettungslos verloren."
Nun wähnt Hutten wohl nicht zu unrecht, zu jener Zeit wo er dies schrieb, war das
Christentum gewissermaßen schon etwas "angezählt".
Seine Gegenpolemik dagegen kann man etwa auf S. 85 "bewundern", wenn er dort
auch glaubte werten zu können:
Zitat:
"Man kann sagen: das Vergnügungswesen unserer Zeit ist das vollgültige Gegenstück des Kulturbolschewistischen Menschen zur religiösen Haltung des christlichen Menschen. Das Vergnügen ist Religionsersatz geworden. Der Mensch sieht sich nicht mehr veranlaßt, seine Nöte und Sorgen auszuweiten in eine metaphysische Sehnsucht, sondern er reagiert sie ab, indem er sie im Sumpf ersäuft. Es ist deshalb nicht zuviel gesagt, wenn man geradezu von einem "Kult des Vergnügens" redet, der den Kulturbolschewismus zuinnerst kennzeichnet."
Den Gegenpol dazu sieht Hutten in
Zitat:
"Der größte Vorstoß gegen den Kulturbolschewismus den wir heute erleben, kommt von der völkischen Bewegung her. "(S. 108)
Da die Nazis zu dem Zeitpunkt noch nicht endgültig am Machtruder waren, redet er also
mehr allgemein von der "völkischen Bewegung". Zwar ist letztere auch breiter
gestaffelt, aber auch das ist klar. Je länger, je mehr, bilden die Nazis in ihr die
bedeutendste Kraft.
Rechte "Freude" indes will sich bezüglich dieses Gegenpoles aber auch bei
Hutten nicht einstellen. Seine "Bauchschmerzen" dazu artikuliert er etwa auf S.
112 mit den Worten:
Zitat:
" Am deutlichsten zeigt sich die Unmöglichkeit, die völkische Idee zur absolut bindenden Autorität zu erheben, an der Stelle, wo in der völkischen Bewegung zu dem konsequenten Versuch fortgeschritten wird, das Volk zu einer religiösen Größe zu erheben.
So wenn man etwa vom "Deutschen Gott" redet wie im Tannenberg-Bund, dem allein der Deutsche dienen und leben könne und der scharf gegen den artfremden Gottesbegriff des Christentums gesetzt wird."
Hutten hätte es lieber gehabt, die Christliche Religion als alleinigen Sieger,
staatlich protegiert zu sehen. Er demonstrierte das dann auch durch seine zeitweilge
Mitgliedschaft bei den "Deutschen Christen". Indes bei denen musste er dann auch
registrieren. Das läuft aber nicht so, wie von Hutten gewünscht, und so trat er denn
schon Ende 1933 bei denen wieder aus.
Bezüglich seines Wiederaustrittes aus der
Nazi-Kirchenpartei "Deutsche Christen"; siehe auch Kurt Meier "Die
Deutschen Christen" Halle/S. 1965 S. 45.
Auf Seite 114 verkündet er dann noch sein Credo mit den Worten:
Zitat:
"Die absolute Autorität kann vielmehr nur in einer religiösen Wahrheit begründet sein, die aus jenseitigen Sphären kommt."
Als tatkräftiger Mit-Jenseits-Verkäufer, hat er sich in der Tat erwiesen!
Ein anderer Herr, aus dergleichen Zunft, brachte das, was auch Hutten umtrieb, vielleicht
noch prononcierter auf den Punkt. Etwa mit dieser seiner Publikation:

"Neu ist nur, daß dies Freidenkertum nun auch im Braunhemd auftritt, daß es vom Blut und von der Rasse aus projiziert und sich radikal völkisch gebärdet. Wenn die Herren, die so "eingestellt" sind, jetzt den Angriff auf das im deutschen Volke tief eingewurzelte Christentum wagen, so mögen sie sich gesagt sein lassen, daß sie dann aber auch die Verantwortung für den unvermeidlichen Kulturkampf tragen, den sie entfesselt haben. Wenn wir uns gerade als überzeugte Lutheraner aus innerster Überzeugung in dem Kampfe um Volk und Staat bewußt hinter Adolf Hitler gestellt haben, für den wir unser Leben gelassen hätten - so lassen wir uns auch jetzt noch und nun erst recht lieber totschlagen, als daß wir uns Christus nehmen lassen, in dem sich Gott offfenbart hat. Es ist in keinem anderen das Heil. Das ist positives Christentum." (S. 6)
Dergleiche Verfasser verbreitete sich in seiner Schrift "Gott und Nation"
(1933) auch mit den Sätzen:
Zitat:
"Der Verfasser, der sich zum politischen Wollen des Nationalsozialismus bekennt, möchte mit dieser Arbeit zeigen, daß der Nationalsozialismus sein Ziel nur erreichen kann, wenn er die Stimme der Kirche hört." (S. 7)
Und weiter:
Zitat:
"Wir sind die Gegenbewegung gegen die französische Revolution." Mit diesen Worten hat einer der (damals) bedeutendsten Nationalsozialistischen Führer, Gregor Straßer, das Wesen der nationalsozialistischen Bewegung umrissen.
Gregor Straßer behält auch nach seinem schweren Zerwürfnis mit Adolf Hitler für die Bewegung seine große Bedeutung.
Die bürgerliche Lebenshaltung ist der Liberalismus, der seine letzte Konsequenz im Materialismus erreicht.
Die Proklamierung der Menschenrechte, die im Mittelpunkt der französischen Revolution stand, ist herausgeboren aus liberalistischem Geiste. "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit". Sie bedeuten die Zersetzung aller Autorität ...(S. 14, 15)
Was waren dann wohl Voten, welche man in der Substanz, auch beim zeitgenössischen
Hutten nachweisen kann.
Man vergleiche zu Grundmann auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Grundmann
So weit "entfernt" voneinander, waren beide Herren dann wohl nicht.
Noch ein Veranschaulichungsbeispiel zu der These, dass die Religionsindustrie (sofern es
sich nicht um ausgesprochene Exemplare der "spirirituellen Staatenlosigkeit"
handelt), mit jedem Wolf mitheult, der da gerade als zeitweiliger "Oberwolf"
fungiert.
Einem Theologieprofessor namens Otto Baumgarten, widmet ja die Wikipedia auch ein paar,
eher als mager zu bezeichnende Sätze.
Von diesem Herrn habe ich mir dann ja auch mal seine 1915 erschienene Schrift mit dem
Titel "Der Krieg und die Bergpredigt" angetan, dieweil ja ein solcher Titel in
gewisser Hinsicht, durchaus als programmatisch bezeichenbar ist.
Nun werde ich das Gewäsch dieses Herrn Baumgarten hier nicht unbedingt im Detail
zitieren..
Worum es ihm denn mit seiner Ausführungen wirklich ging, bringt er selbst schon
einleitend zum Ausdruck, wenn er da auch postulierte:
Zitat:
"Das ist wenigstens mein Wunsch, durch die Ausführungen dieser Stunde das gute Gewissen zu rücksichtsloser Kriegsführung zu stärken gerade bei solchen, die durch die unchristlichen Härten des Krieges angefochten sind."
Noch 1929 - und da bestand sicherlich keine Nötigungssituation durch äußere Umstände mehr, - hielt Herr Baumgarten es für opportun den inkriminierten Satz erneut zu wiederholen, wie der nachfolgende Ausriss aus dem Google-Bucheinscannprogramm auch verdeutlichen kann.

"Und wer nun daran denkt, daß wir am Ende dieses Krieges zweifellos eine ganze Welt von Feinden uns gegenüber haben werden, die uns diesen mühsam errungenen - und wie wir doch alle glauben - Aufstieg zu größerer Weltgeltung aufs äußerste mißgönnen, der kann sich doch nicht verständlicherweise dem Traume hingeben, als ob wir nun am Anfange einer großen Friedensperiode stünden. Das gilt sich eben klar zu machen, daß der Krieg zu dem Wesenbestand eines großen nationalen Staatswesens gehört."
Er hat sicherlich, dass muss man ihm "neidlos" zugestehen, seine
selbstgestellte Zielstellung erfüllt.
Ein Herr Friedrich Wilhelm Bautz, widmete diesem Herrn Baumgarten auch einen eigenen
Artikel im "Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, und bezeichnet ihn da
unter anderem als "Vorkämpfer der theologischen Linken."
Dazu fällt mir dann doch nur noch der Kommentarsatz ein.
Wenn der Teufel den Beelzebub zum Engel erklärt, gell Herr Bautz!
www.kirchenlexikon.de/b/baumgarten_o.shtml
So schließt sich der Kreis, der Religions-Mitheuler, bis zu denjenigen in der Gegenwart,
welche sich da auf Grund von Militärseelsorge-Verträgen, selbst ihren Messwein, und
anderes mehr, vom Steuerzahler bezahlen lassen!
www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-52429338.html
Der Vollständigkeit halber sei noch hinzugefügt.
Kein geringerer als der "Kanonenpastor" Karl Gerecke, polemisierte in einer
eigenen Schrift gegen diesen Otto Baumgarten.
Offenbar war der dem Gerecke nicht scharf genug.
Gerecke das ist der, welche in einem von ihm erstellten Memorandum (im Bundesarchiv
vorfindlich), welches der Hitlerregierungt überreicht wurde, lauthals Beifall zum Verbot
der Zeugen Jehovas klatschte.
Jenes Memorandum in ziemlich geschraubter Schreibweise abgefasst, "glänzte"
unter anderem mit solchen "Events" wie,
die Berlin-Wilmersdorfer "Erklärung" der Zeugen Jehovas vom Juni 1933, sei eine
einzige Anbiederung. Und er Gerecke spare daher nicht mit Lob dafür, dass die
Hitlerregierung, eben nicht auf diesen "Anbiederungsleim" heraufgekrochen sei.
Selbstredend war im Jahre 1916, jenes Gerecke'sche Memorandum von 1933, noch nicht
voraussehbar.
Dafür hatte Gerecke eben in jenem Jahre diesen Otto Baumgarten als seine Zielscheibe
auserkoren.
In der Gerecke'schen Schrift mit dem Titel:
"Wir Deutschen im Kampfe um die Ideale.
gegen Professor D. Baumgarten-Kiel
"Bergpredigt und Krieg";
darin meinte er Baumgarten unter anderem mit diesen Sätzen belehren zu sollen:
Zitat:
"Mit welchem Bewußtsein und welchen Gewissen aber sollen unsere Krieger ins Feld ziehen, mit welchen Frieden im Herzen fürs Vaterland fallen und sterben, wenn eine innere Stimme ihnen sagt: Ich habe Jesum verleugnet. Wird nicht der innere Frieden in Tausend und aber tausend Christenseelen sehr inneren Zwang gebracht durch derartige Gewissensbedenken?
Dieses müsste der Fall sein. Aber ist es wirklich der Fall?
Nein und tausendmal nein. Das selige sterben unzähliger tausende christlich Gläubige, frommer Krieger beweist das Gegenteil: Sie wissen im blutigen Kampfe und im Sterben sich vollkommen mit ihren Heiland eins und sind innerlich aufs feste gewiss mein Heiland nimmt mich drüben in Ehren an und verleiht mir die Krone des ewigen Lebens." (S. 7)
Oder auch diesen Satz:
Zitat:
"Das ist das Thema von dem wir zu reden haben, das Unrecht, das durch eine eingebildete Wissenschaft nicht nur an Jesus, sondern zugleich an den Seelen und Gewissen des Volkes und insbesondere des Krieges begangen wird.
Wir wollen aus der Bergpredigt die Stimme der Germanen heraushören, der mit stahlhartem Wirklichkeitssinne in derselben zu uns redet und wollen ritterlich auf dem Plan stehen, wenn es gilt, aus Irrtum stammende Angriffe gegen Jesus auf ihren wahren Wert zurückzuführen." (S. 8)
Dann polemisiert er noch in der Form eines fiktiven Dialogs, insbesondere gegen die
sogenannten "Religionsgeschichtlichen Volksbücher" welche in der Tat der
sogenannt "liberalen Theologie" zugeordnet werden.
Siehe zu letzteren auch der Text, welcher am unteren Ende dieser Forumsseite mit
eingestellt ist, und der nochmals zitiert sei:
Zitat:
"Zitat aus einer vor dem ersten Weltkrieg gestarteten Buchserie. Der Weltkrieg als solche beendete dann auch diese Tendenz. Jetzt war Religion als Volksverdummung wieder gefragt, und da konnte für die Tendenz besagter "Religionsgeschichtlicher Volksbücher" nicht länger mehr Platz sein: Zitat:
Zitat:
"Die Religionsgeschichtlichen Volksbücher sind keine Tendenz-Schriften. Vor allem haben sie mit den mancherlei Versuchen, dem "Volk" durch tendenziöse Beschwichtigung "die Religion zu erhalten", nicht das geringste zu tun. Religion, Christentum und Kirche historisch und kritisch verstehen lehren aber nicht "verteidigen". Das Verständnis, das sie vermitteln suchen sie bei der strengsten Wissenschaft von der Geschichte der Religion. Sie werden deshalb (ohne es zu wollen) im Volke vieles zerstören, was heute zwar mit dem theologischen Anspruch auftritt, bewiesene Wahrheit zu sein, in Wirklichkeit aber den Forschungen der gelehrten Welt nicht standgehalten hat. Sie werden (ohne danach zu streben) im Volke das befestigen, was durch ehrliche Wissenschaft und ihr gegenüber sich als Wirklichkeit erwiesen hat. Die Absicht der Volksbücher ist lediglich die: auf offene Fragen - offen und bescheiden, wissenschaftlich begründete Antworten zu geben." Noch ein Zitat: "Bei der kirchlichen Rechten war freilich die Empörung über die Volksbücher über alle Maßen groß ..."
Zitat:
Und letztere Aussage spricht dann je wohl Bände, auch und nicht zuletzt die Detailaussage über den politischen Standort, indem sich unter dem Vorgeben eines angeblichen "positiven Christentums" dann auch noch ein Herr Hitler befand."
Nun hat Baumgarten zwar sein inkriminiertes Zitat eben nicht in den
"Religionsgeschichtlichen Volksbüchern" publiziert. Das wiederum ist für
Gerecke offenbar kein Hinderungsgrund, ihn in den gleichen Topf zu werfen.
Wenn also Baumgarten, wie bereits vernommen, der liberalen Theologie zugeordnet wird, und
nicht der welche mit dem "Brett vorm Kopf" durch die Weltgeschichte marschiert,
dann ist trotzdem feststellbar.
Beide Strömungen, die sogenannt "liberale" und auch die orthodoxe schwammen im
Kielwasser der "Alldeutschen", der eigentlichen Kriegstreiber auf deutscher
Seite.
Das dem Gerecke dabei der Baumgarten nicht scharf genug war, ändert nicht das geringste
an dieser Sachlage.
Noch etwas weiter in der Geschichte zurückblätternd noch ein Zitat aus dem 1890
erschienen Buch von Hermann Ahlwardt, der wie der Buchtitel berichtet (Schul)rektor in
Berlin war, mit dem Titel:
"Der Verzweiflungskampf der arischen Völker mit dem Judentum"
Einen Verzweiflungskampf kann man in der Tat bekommen, wenn man denn seine
Gossenweisheiten zur Kenntnis nimmt.
Von den eher rar gesäten sachlichen Bemerkungen in diesem Buch sei dann nur eine zitiert.
Und zwar die auf Seite 239 lesbare:
Zitat:
"Gegenwärtig, (dass heißt also im Jahre 1890) gibt es drei antisemitische Parteien, die christlich-soziale, die deutsch-soziale und die Deutsche Volkspartei. Ersterer gebührt die Priorität. Ihr Führer, der Hofprediger Adolf Stöcker."
Hofprediger der Kirche, dass lasse man sich noch mak auf der "Zunge
zergehen".
Gell Herr Thilo S., das könnte doch ein weiterer Grund für Sie sein, zu bedauern, ein
"Spätgeborener" zu sein. Herr Ahlwardt und wohl auch Herr Stöcker, hätten sie
sicherlich als Gesinnungsfreund willkommen geheißen!
Exkurs:
Ist Hutten nun ein "Einzelfall"? Das wird man wohl kaum sagen können
Zum Wesen der Religionsindustrie gehört auch das Heulen mit den Wölfen.
Unterschiede bestehen lediglich darin dass gefragt werden muss, welche Jaultöne gibt denn
der jeweils aktuelle Leitwolf von sich?
Die mögen in einer Diktatur selbstredend anders aussehen als in Demokratien. Aber das dem
Zeitgeist sich unterwerfen, ist allemal nachweisbar.
Sollte es bei Religions-Neugründungen anfänglich etwas anders sein, kann man förmlich
darauf warten, wenn selbst die hehrsten Grundsätze, früher oder später über Bord
gehen.
Das wusste schon ein Konstantin d. Gr. wie das zu handhaben sei, und das wissen auch
diejenigen, welche sich des heutigen Instrumentariums "Köperschaft des öffentlichen
Rechtes" bedienen. Allen voran das klassische Kirchenfilzland Bayern, und Kopierer
andernorts.
Ein weiteres Veranschaulichungsbeispiel.
Bereits früher wurde einmal das im Jahre 1875 veröffentlichte Buch des Jesuit Georg
Michael Pachtler, mit dem Titel:
"Der Götze Humanität. Oder das Positive der Freimaurerei. Nach Dokumenten"
referiert
Siehe Parsimony.24535
Nur ein Jahr später veröffentlichte derselbe Herr Pachtler noch ein weiteres
thematisches Buch, das er betitelte:
"Der stille Krieg gegen Thron und Altar. Oder: Das Negative der Freimaurerei nach
Dokumenten"
Da ja namentlich (auch) in gewissen unterbelichteten Kreisen, das Thema Freimaurerei immer
wieder mal herumgeistert, mag es nicht uninteressant sein, sich auch dieses Buch mal etwas
näher anzusehen.
[Hinweis. Beide Pachtler'schen Bücher lassen sich noch
heute, als Repint-Ausgaben - in den USA gedruckt, auch über Buchhandlungen in Deutschland
beschaffen.
Meine Referierung indes beschränkt sich auf in wissenschaftlichen Bibliotheken
eingesehene Exemplare].
Schon einleitend belehrt Herr Pachtler:
Zitat:
"Wir werden in den folgenden Zeilen sprechen von dem stillen Kriege des Geheimbundes,
1. Gegen die katholische Kirche,
2. Gegen das Christentum,
3. Gegen das Königtum,
4. Gegen die sociale Ordnung,
5. Gegen Gott selbst." (S. 6)
Aber Herr Pachtler wollte dann ja wohl in seinem Selbstverständnis wissenschaftliche
orientiert sei. Ergo gibt er schon mal einem andernorts verbreiteten Ammenmärchen den
Fusstritt. Und zwar dem:
Zitat:
"Nur das Eine wollen wir noch beweisen, daß die vermeintliche einheitliche Leitung des gesammten Freimaurer-Ordens, von welcher man mitunter sprach, in's Reich der Märchen gehört." (S. 19)
Hört, hört mag man dazu nur nur sagen.
Er setzt aber dieses Statement dann auch mit der These fort:
Zitat:
"Ein Geheimbund, dessen letztes Ziel die socialistische Republik ist, kann grundsätzlich ein einziges Oberhaupt nicht ertragen."
Ob den das von Pachtler genannte "letzte Ziel", wirklich dieses ist, stelle
ich allerdings in Frage. Da beisst sich schon mal der Umstand, dass die Highsociety von
vorgestern (Könige, Geldmagnanten, Philosophen), vielfach Mitglieder der Freimaurerei
waren. Ausgerechnet denen nun zu unterstellen, die wollten die "sozialistische
Republik" einführen, ist wohl mehr als gewagt. Herr Pachtler muss sich auch sagen
lassen, tatsächliche Beweise für seine These liefert er auch nicht.
Seine eigentlichen "Bauchschmerzen" bringt dann Herr Pachter auf der Seite 33 zu
Papier, wenn er da verlautbart:
Zitat:
"Wunderbar ähnlich lautet in einer amtlichen Rechtfertigungsschrift der Loge das folgende schwerwiegende Geständniß:
Zitat:
"Die Maurerei lehrt die Kunst, gut zu werden ohne die Triebfedern von Hoffnung und Furcht, unabhängig von Himmel und Hölle!
Der Maurer erwartet seinen Lohn nicht erst in einer künftigen Zeit, sondern er hat ihn empfangen und ist zufrieden."
Zitat:
Mit anderen Worten:
Da es weder Himmel noch Hölle, also weder ewige Belohnung noch Bestrafung gibt, so steht das menschliche Handeln vollkommen frei; nur nehme man einige Rücksicht auf Ort und Zeit, um den Ruf eines anständigen Mannes nicht einzubüßen."
Also Pachtler - und weite übrige Teile der Religionsindustrie -, kreiden die
Nicht-Orientierung auf das imaginäre Jenseits, den Freimaurern als wesentliche
"Kardinalsünde" an.
Da schliesst sich wohl wieder der Kreis zu Hutten, welchen in anders formulierten Sätzen,
auch die Orientierung auf das Jenseits als für seinesgleichen, wesentliche
Geschäftsgrundlage, herausstreicht.
Weiter ereifert sich Herr Pachtler über den Umstand:
Zitat:
"Daher finden wir die Loge in beiden Erdhalbkugeln stets im Bunde mit dem Kirchen stürmenden und revolutionären Cäsarismus, überall auf Scheidung von Kirche und Staat, auf Konfessionslosigkeit und alleinige Staatsaufsicht im Schulwesen, auf Zivilehe und Verdrängung der Religion aus dem öffentlichen Leben, auf den Staat ohne Gott hinarbeiten." (S. 36)
Da der Kirchenstaat des Herrn Papstes, im heutigen Italien, mal eine geschichtliche Delle einstecken musste, aus der getreu dem Motto "Mit Gott und den Faschisten", erst der Herr Mussolini aus dieser mißlichen Lage wieder befreite, verwundert es wohl auch nicht, wenn Herr Pachtler verlautbart:
Zitat:
"Kaum waren die schmutzigen Soldaten Viktor Emmanuels in der Hauptstadt der Christenheit eingezogen, so wollte der Antipode Gottes auch seinen eigenen Areopag daselbst einsetzen: der Groß-Orient übersiedelte noch im Herbst 1870 nach Rom, um den Kampf gegen das Papsttum aus nächster Nähe zu führen." (S. 49).
Ob sich das so mit besagtem "Groß-Orient" verhielt, kann ich mangels eigener
Studien dazu weder definitiv bestätigen noch dementieren. Jedenfalls ist mir diese
Behauptung in andernorts gelesener Literatur noch nicht untergekommen. Insoweit mag da
Herr Pachtler eine Art Urheberrecht dazu haben. Ob zu Recht oder Unrecht, mag dann ja
dahingestellt bleiben.
Dann verweist (S. 51f.) Pachtler auf die "Deutsch-katholischen" Kreise jener
Zeit in Deutschland, und unterstellt namentlich den Freimaurern, eine wesentliche Aktie an
denen zu haben.
Wer sich mit der Kirchengeschichte intensiver auseinandersetzt der weis aber auch wie es
dann mit den Deutschkatholiken so weiterging. Nach mehreren Metamorphosen letztendlich in
atheistischen Kreisen atomisiert.
Es ist in der Tat so, wird dem Jenseits der "Laufpass" gegeben, darf auch der
Traum von starken Organisationen, gleich mit begraben werden. Das wollen ja immer wieder
mal einige nicht wahrhaben; es ist aber so.
Insoweit ist Pachtler diesbezüglich nicht zu widersprechen.
Zum Thema Deutschkatholizismus, siehe auch:
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,30536,35677#msg-35677
22. September 2009 05:06
Auf Seite 187 meint dann Herr Pachtler verlautbaren zu sollen:
Zitat:
"Das freimaurerische Ideal ist die socialdemokratische Universal-Republik, in welcher die Scheidung der Völker aufhöre, die Freiheit mit Gleichheit und Brüderlichkeit das Grundgesetz der Menschheit werde, der Krieg nicht mehr möglich, daher jede Armee überflüssig sei. Diesem Ideale steht aber nichts so sehr im Wege, als das Heer, dessen Ehrenpflicht es ist, den Thron des Monarchen zu stützen und bis zum letzten Blutstropfen zu vertheidigen, das Land als staatliches Ganzes in seiner Eigenart zu erhalten und jeden Versuch zur socialdemokratischen Weltreform als Hochverrath mit dem Schwerte niederzuschlagen. Somit kann die Loge Nichts von einer Armee wissen wollen."
Bemerkenswert die Gleichung die Pachtler da aufstellt:
Sozialdemokratie = Hochverrat.
Auf welcher Seite die Pachtler's und Co da in diesem Disput stehen, dürfte auch
offenkundig sein.
Aus seinem Herzen macht Pachtler sicherlich keine Mördergrube. Das mögen dann noch seine
Zitate auf den Seiten 321, 326 verdeutlichen, mit denen diese Referierung beendet sei. Da
schreibt er:
Zitat:
"Der englische Deismus wurde eigentliche Logenreligion, wie selbst (der Freimaurer) Findel in seiner "Geschichte der Freimaurerei" (S. 130f) anerkennen muß. ...
Haß und Krieg gegen jede Offenbarung ist die Losung der Freimaurerei. Schon gegen Ende des vorigen Jahrhunderts hatte sie die Sätze aufgestellt:
Zitat:
"Die Offenbarung ist eine heilige Krankheit schwachen Geistes, eine ansteckende Seuche, welche seit Bestehen der Welt zur Unterdrückung der menschlichen Freiheit gebraucht wurde; sie ist unvereinbar mit der gesunden Vernunft und mit der wahren Freiheit des Menschen, sie ist die Mutter der Schwärmerei und des Aberglaubens."
- "Die mosaischen und die christlichen Religionsgesetze sind die verächtlichsten Erfindungen von betrügerischen kleinen Geistern und die rasendste Ausschreitung menschlicher Verirrung." -
"Eigennutz der Priester und Despotismus der Großen beschirmten Jahrhunderte lang dieses (christliche) Lehrsystem, beherrschten durch eine fanatische Sittenlehre die Menschheit mit eisernem Scepter und befestigten vermittelst erdichteter Orakelsprüche einer Offenbarung ihre Macht über schwache Geister."
Zitat:
Man übersehe bei diesen Herzensergüssen der deistischen "Brüder" nicht die politische Revolution, welche stets als letztes Ziel im Auge behalten wird und für welche die Umstürzung der Altäre nur die nothwendige Einleitung bildet."
... Wanderprediger ...
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 10. März 2011 06:18
Im Zeitspiegel
... Vom Wanderprediger ... zum Sohn Gottes
Gelesen in einer Referierung:
... Vom Wanderprediger zum Sohn Gottes ...
Zitat:
Doch "bleiben bei einer kritischen Analyse von den Zehn Geboten bestenfalls drei übrig, die mit den Prinzipien einer freiheitlichen Grundordnung zu vereinbaren sind. Viel höher ist dagegen die Zahl der Gebote, die explizit oder implizit einer solchen Ordnung widersprechen.
"Seit 1931 trat Stapel für den Nationalsozialismus ein, den er mit einer christlich-protestantischen Grundlage in Einklang zu bringen versuchte.
Obwohl ideologisch den Nazis durchaus nahestehend, wurde er dennoch zeit Lebens nie
NSDAP-Mitglied.
Namentlich das Verhältnis der Nazis zur Religion war ein durchaus heikles. Für die
Kirchen war der diesbezügliche Nazichefideologe Alfred Rosenberg, schon weit vor 1933
"ein rotes Tuch.
Im Jahre 1931 publizierte jener Herr Stapel nun eine Schrift mit dem Titel:
"Sechs Kapitel über Christentum und Nationalsozialismus.
In ihr mühte er sich, das angespannte Verhältnis zu den Kirchen, in salbungsvollen
Worten zu "entschärfen.
Wie diese "Entschärfung in der Praxis dann aussah, kann man beispielsweise
seinen Sätzen entnehmen:
Zitat:
"Es wird also die Christlichkeit des Staates als solches abgelehnt, der Staat wird jedes religiöse Bekenntnis dulden. Aber diese liberale Art der Toleranz erfährt zwei Begrenzungen.
Erstens soll das "germanische Gefühl für Sittlichkeit und Moral nicht verletzt werden. Das geht vor allem auf den Pazifismus. Einem christlichen Pazifismus wird keine Toleranz gewährt.
Ein Satz, bei dem auch die Zeugen Jehovas schon im Jahre 1931 hätten hellhörig werden
können, wenn sie denn zum "hören in der Lage gewesen wären, was wiederum
berechtigt angezweifelt werden kann.
Weiter im Zitat:
Zitat:
"Zweitens soll der "jüdisch-materialistische Geist bekämpft werden. Das geht auf den Marxismus. Zweifellos ist mit diesen Worten auch jedem christlichen Sozialismus, der die Lehren von Karl Marx in sich aufnimmt, die Toleranz gekündigt. Die Toleranz wird also nur einer nicht-pazifistischen und nicht-marxistischen Religion gewährt.(S. 11)
Namentlich bezüglich seiner Anti-Pazifistischen Aussagen meint dann Herr Stapel noch
mit den Worten nachlegen zu sollen:
Zitat:
"Keiner der Apostel und keiner der Reformatoren, die doch die Friedfertigkeit gepredigt haben, hat den Krieg als solches verdammt. Zwingli hat sogar in der Schlacht gestanden, Luther hat zum Bauernkrieg und später zum Türkenkriege - heute würde man in der Zeitungssprache sagen: "gehetzt (S. 21)
Auch über solche Details solllten die "Gott ist ein guter Mann-Philosophen,
mal etwas tiefer nachdenken.
http://www.archive.org/details/Stapel-Wilhelm-Sechs-Kapitel-ueber-Christentum-und-Nationalsozialismus
Zitat:
"1928 verließ (der vormalige Pfarrer) Münchmeyer Borkum, um fortan als Agitator und "Reichsredner" für die NSDAP zu wirken. Dabei handelte es sich um eine parteiamtliche Funktion für rhetorisch bzw. propagandistisch als besonders befähigt beurteilte Parteifunktionäre, die z. B. im Wahlkampf auf Massenveranstaltungen auftreten sollten. Die NS-Propaganda setzte gezielt nationalsozialistisch gesinnte evangelische Pfarrer oder Theologiestudenten als Werberedner ein, die unermüdlich auf die Verankerung des Christentums in der NSDAP hinwiesen."
http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_M%C3%BCnchmeyer
Diese "Geistesleuchte" sollte noch einmal "in die Geschichte eingehen".
Als es in der Schweiz der Jahre 1934/35 zu einem Prozess um die Hetzschrift
"Protokolle der Weisen von Zion" kam, waren die dortigen als "Frontisten"
bezeichneten de facto - verkappten - Nazis anfänglich arg in Bedrängnis. Das
Gericht bewilligte für diesen Prozess eine "Gutachtenschlacht". Wer aber soll
für die Schweizer "Nazis" als Gutachter fungieren. Großes Kopfzerbrechen.
Schliesslich entschloss man sich, besagtem Herrn Münchmeyer diesen Job
anzutragen.
Jedoch beförderte die Post das Einladungsschreiben als Nicht zustellbar an die
Absender wieder zurück.
Denen wurde dann seitens Hitlerdeutschlands durchaus noch aus der Patsche
geholfen. Ein strammer Oberstleutnant (zu Zeiten des ersten Weltkrieges) a.
D., namens Ulrich Fleichhauer, nunmehr antisemitischer Verleger, übernahm dann
jenen Job.
Und der hatte bereits von seinem antisemitischen Lexikonprojekt "Sigilla veri"
eine ganze Reihe von einschlägigen "Kapazitäten" zur Hand. Die bereiteten in
Windeseile das heiß ersehnte "Gutachten" vor, das formal zwar nur von
Fleischhauer selbst verlesen wurde (im Gerichtsverfahren); de facto aber eine
Gemeinschaftsarbeit war.
Übrigens wurde darin auch schon in tendenziöser Weise auf die
Bibelforscher/Zeugen Jehovas mit eingegangen.
Für mich ist es Indizienmäßig erwiesen, dass die Bibelforscher bezüglichen
Passagen, in jenem Gutachten aus der Feder des Hans Jonak v. Freyenwald
stammten, welcher zwar in Wien (Österreich) lebte als Hauptwohnsitz, indes
aktiv für die deutschen Nazis schon damals arbeitete.
Nur ein Jahr später, publizierte
Jonak dann seine Zeugen Jehovas Thesen noch einmal in erweiterter
Form, in einem eigenen Buch in Nazideutschland, in einem katholischen Verlag,
mit ausdrücklicher Imprimatur seines zuständigen Bischofs in Österreich.
Der sagte somit zu Jonak "Ja und Amen"!
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=14r1&year=1931&month=03&project=3&anzahl=4


Wurde jemand genötigt, besagte Ausstellung besuchen zu "müssen"? Einen
solchen Beweis haben wohl die Inquisitöre der Kirche kaum angetreten.
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=15r1&year=1931&month=03&project=3&anzahl=4
Zitat:
„Der Migrantenanteil im Kosmos-Viertel liegt unter fünf Prozent. Hoch sind dagegen die Ergebnisse für die rechtsextreme NPD ... Bei der letzten Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2006 erzielte die Partei rund um die Venusstraße fast 20 Prozent der Stimmen. Berlin-weit das höchste Ergebnis. Rassistische Pöbeleien und Angriffe gehören zum Alltag ."
www.spiegel.de/spiegel/print/d-77222586.html

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=04&day=18b1&year=1931&month=03&project=3&anzahl=4
Inserat-Wiederholung auch in der Ausgabe vom 19. 3. 1931
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=04&day=19a1&year=1931&month=03&project=3&anzahl=4
In der Ausgabe vom 19. 3. 1931 gab es dann dazu noch eine Stellungnahme mit
dem Untertitel:
"Von einem Katholiken", die offenbar pro-Nazi orientiert ist
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=19b1&year=1931&month=03&project=3&anzahl=4
Fortsetzung daselbst auf der nächsten Seite noch. Diese Stellungnahme glänzt
unter anderem mit dem Satz:
Zitat:
"Dem wahrhaften Katholiken ist Nationalsozialismus und Christentum kein Gegensatz".
Das indes sahen (zumindest vor 1933) einige katholische Bischöfe anders,
und hielten (zeitweilig) auch nicht mit ihrer diesbezüglichen Meinung zurück.
Deshalb eben NSDAP-seitig auch das Rühren für die Propaganda-Broschüre des
Johannes Stark.
Spätestens 1933 mußte die Catholica gezwungermaßen erkennen, ihr anfänglicher
Widerstand gegen die Kulturpolitischen Intentionen der Nazis, vermochte es
nicht, die Machtergreifung der Nazis zu verhindern.
Nachdem ihr Satrap von Papen durch Anleierung eines Konkordats des Naziregime
mit dem Vatikan, diese Vorbehalte durch Geldwerte Vereinbarungen "entschärfte"
(und dieses Konkordat war zudem für das Naziregime der erste relevante
außenpolitische Erfolg), beschloß auch die offizielle Catholica, umgehend, ihr
Gewäsch von gestern, wieder zu vergessen!
In der Ausgabe vom 22. 3. 1931 der "Freiburger" gab es dann noch einen
Bericht, über eine bischöfliche Kundgebung zum Thema.
Selbige malt die Schreckenszenario (für die Kirche) des Freidenkertums und
eben auch der Nazis wegen deren Kulturpolitische Aspekte, als auf einer Stufe
stehend aus. Indem das Naziregime mit als eine seiner ersten Maßnahmen, das
organisierte Freidenkertum wegen dessen Sozialdemokratischer bzw. auch
kommunistischer Orientierung, das vorläufige "Aus" bescherte, wurde auch so
seitens der Nazis, der Catholica eine weitere Morgengabe serviert, welche
selbige mit Wohlwollen auch zur Kenntnis nahm
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=22r1&year=1931&month=03&project=3&anzahl=4
Die Wikipedia notiert über diesen Herrn Stark unter anderem:
Zitat:
"Mit seinen aggressiv vorgetragenen antisemitischen Positionen, die ihn schon in den frühen 1920er Jahren in die Nähe des Nationalsozialismus brachten, ist Stark einer der geistigen Wegbereiter des Holocaust."
Von Hause aus hatte er eine Laufbahn als Physiker eingeschlagen; brachte es
schließlich auf diesem Felde zum Nobelpreisträger. Insoweit kann seine
Kompetenz sich auch zu Religionspolitischen Fragen zu äußern, schon mal als
eingeschränkt bezeichnet werden.
Selbstredend macht es sich propgandistisch gut, äußert sich ein
Nobelpreisträger. Ein "Otto Unbekannt" (auch wenn seine Ausführungen
qualitativer sein sollten), wurde sicherlich nicht diese
Öffentlichkeitswirksamkeit erreichen, was dann ja auch die Nazis wussten.
Seine 1931er Schrift über "Katholische Kirche und Nationalsozialismus"
erschien denn auch im offiziellen Parteiverlag der NSDAP.
Eigentlich ist der Titel dieser Schrift schon etwas "schief" geraten. Weniger
die katholische Kirche als solche, dafür um so mehr die Zentrumspartei ist
Gegenstand seiner Betrachtung. Zwar ist es richtig, das Zentrum als
politischen Zweig der Catholica zu sehen. Indes eben nur ein Zweig, nicht aber
der "Stamm".
Äußerer Anlass bildet für Herrn Stark die Reichstagswahl vom 14. 9. 1930 und
das in ihr schon sichtbar werdende Erstarken der Nazis.
Er belehrt dann weiter:
Zitat:
"Die Leitung der NSDAP war bereit, unter bestimmten Bedingungen an der Bildung einer neuen Reichsregierung mitzuwirken. Die Zentrumspartei unter Führung Brünings hat indes von dieser Bereitwilligkeit keinen Gebrauch gemacht." (S. 7)
Das ist dann sein eigentlicher Frust, welchem er im weiteren Verfolg seiner
Ausführungen nachgeht.
Bereits seit Beginn der Weimarer Republik gab es verschiedentlich
Regierungskoalitionen, welche sowohl sozialdemokratische als auch Personen der
Zentrumspartei zu ihren Mitgliedern zählten. Auch die 1930er Wahl hatte an
diesem Umstand, sehr zum Mißfallen der NSDAP, nichts grundlegendes geändert.
Nun kommt auch Herr Stark nicht umhin Reflexionen darüber anzustellen. Ja,
warum kommt es immer noch nicht zu einer Koalition zwischen Zentrum und NSDAP.
Und da kann er sich auch nicht ganz an dem Umstand vorbeischummeln, das wie
kein zweiter, der Chefredakteur des "Völkischen Boeobachters", Alfred
Rosenberg, seit der Publizierung seines Wälzers "Der Mythus des XX.
Jahrhunderts" wegen einiger dort enthaltener kirchenkritischer Passagen, die
isoliert, und ohne gleichzeitige Berücksichtigung der auch massiv
rassisch-mystischen Komponenten bei Rosenberg. Das also isoliert betrachtet,
es da auch einige Passagen gibt, die selbst von radikalsten Freidenkern etwa
aus dem kommunistischen Milieu stammen könnten.
Als Beleg für diese These sei etwa auf die zeitgenössische Zeitschrift "Der
sozialistische Freidenker" verwiesen, welche auch eine Besprechung des
Rosenberg'schen Schinken brachte, durchaus mit Einschränkungen "positiv"
gestimmt.
Und jener Rezensent aus dem Jahre 1931, sollte es in späteren Jahren gar noch
zum Hauptabteilungsleiter im Staatssekretariat für Kirchenfragen der DDR
bringen. Da besagtes Staatssekretariat zu DDR-Zeiten, aber nicht von Anfang an
bestand, hatte der nämliche Rezensent, davor noch eine andere Berufsphase.
"Passend" verbrachte er die dann auch in der "K5", wobei man wissen muß,
"übersetzt" bedeutete dieses Kürzel, eine Vorläuferorganisation der DDR-Stasi.
Kehren wir zu Stark zurück. Auch er wähnt sich im Falle Rosenberg dergestalt
durch die Geschichte schummeln zu können, indem er Rosenbergs Ausführungen als
"Privatmeinung" deklariert.
Das mit den "Privatmeinungen" indes ist so ein "Ding an sich". Wie "privat"
diese Meinungen waren, konnte spätestens im Jahre 1940 an dem von Rosenberg
herausgegebenen "Handbuch der Romfrage" abgelesen werden. Davon erschien zwar
- Kriegsbedingt - nur ein Band; indes es waren weitere Bände davon vorgesehen.
Auch jener erschienene nur eine Band, dürfte wohl kaum geeignet gewesen sein
in katholischen Kreisen "Jubelstürme" auszulösen, denn er offeriert in
Religionspolitischen Fragen eine scharfe Politik. Unter anderem auch die.
Gnadenlose Abschaffung aller finanziellen Zuwendungen an die Kirchen, welche
der Nazistaat bis dahin, aus opportunistischen Gründen immer noch gewährte.
Das also zum ach so "privaten" Rosenberg.
Man musste keineswegs bis zum Jahre 1940 "warten", um erkennen zu können. Der
vermeintliche "Privatmann" Rosenberg verfügt über eine für die Kirchen
bedrohliche Machtfülle. Das musste schon der damalige evangelische
Generalsuperintendent Otto Dibelius, spätstens im Jahre 1937 erfahren.
Bereits als Detail-Vorabdruck aus der Rosenberg-Schrift "Protestantische
Rompilger" (in der SS-Zeitschrift "Das Schwarze Korps"), fand sich darin
Dibelius auch als namentlich Angegriffener wieder.
Der Nazi Rosenberg spießte darin besonders das Dibelius-Buch "Frieden auf
Erden" (in Weimarer Republikzeiten erschienen) auf, worin Dibelius den Versuch
unternahm, in der Wehrdienstfrage "Wasser nach beiden Seiten zu tragen".
Sowohl künftige Wehrdienstverweigerungen, als auch Militärdienst, hielt er nun
für möglich.
Das war immerhin ein "Quantensprung" für seinesgleichen, denn die
überwältigende Mehrheit seiner Funktionärskollegen zu Zeiten des ersten
Weltkrieges, gehörten eher zu den auch in die "Schützengräben
hineinpredigenden".
Das diese Traditionslinie nun durch Dibelius zumindest ansatzweise,zur
Diskussion gestellt wurde, war für den Nazi Rosenberg offenbar "zuviel". Und
so griff er diesbezüglich auch Dibelius in scharfen Wendungen, in seiner
genannten Schrift mit an.
Dibelius seinerseits suchte sich mit einer gleichfalls 1937 erschienenen
Schrift "Drei Randbemerkungen zu einem Kapitel Rosenberg" zu verteidigen.
Habe ich anderorts entlehnte Bemerkungen richtig verstanden, geriet diese
Schrift dann wohl noch unter Naziverbot.
Gleichwohl erreichte zetgenössich, einige Exemplar davon das wissenschaftliche
Bibliothekswesen; und auch im Antiquariats-Buchhandel, ist sie noch heute
nachweisbar. Sie ist demzufolge nicht "total verschollen".
Da Dibelius ja bereits in seinem "Frieden auf Erden" das Prinzip "Wassertragen
nach beiden Seiten" praktiziert hatte, war es ihm auch möglich zu belegen,
dass er keinesfalls der Fürsprecher totaler Wehrdienstverweigerung sei, als
der ihn Rosenberg hinstellen wollte.
Aber er setzt noch einen anderen Akzent in dieser Verteidigungsschrift.
Rosenberg bezichtigte die Kirchen auch, gegenüber dem "Bolschwismus" versagt
zu haben, und der Nazismus sei eben der "Retter vor dem Bolschewismus".
Da verteigt sich nun Dibelius dergestalt, dass er zwar keine
Widerlegungs-Zitate aus "Frieden auf Erden" beibringen konnte. Wohl aber
Hinweise darauf, wie auch er auf Kirchentagen etwa, bereits gegen den
Bolschewismus Stellung genommen hatte.
Bis zu vorgenannter Verteidigungsschrift von Dibelius, gab es verschiedentlich
auch nach 1933, noch kirchlich publizierte Voten gegen Rosenberg.
Damit war nunmehr Schluss. Die Gestapo griff hart durch. Und der
Nazifunktionär Rosenberg konnte nun nicht mehr in kirchlichen Voten, in
kritischer Art behandelt werden.
Herr Stark stellt dann noch weitere Überlegungen an, weshalb es denn mit der
Koalition Zentrum mit der NSDAP immer noch nicht geklappt habe.
Dabei meint er dann die Zentrumspolitik auch wie folgt charakterisieren zu
können:
Zitat:
"Das größte Hindernis für die Erreichung ihrer politischen Ziele sieht die Leitung des Zentrums in dem Aufkommen eines Nationalbewußtseins und in der darauf sich gründenden nationalen Einigung des deutschen Volkes. Denn die Nationalisierung des deutschen Volkes würde zur Folge haben, daß seine ganze Innen- und Außenpolitik unter nationale Leitung gestellt und die Beherrschung des Staates durch antinationale Kreise unmöglich gemacht würde. Aus diesem Grunde ist der Kampf gegen die Nationalisierung des deutschen Volkes zum leitenden Gedanken der Politik des Zentrums geworden; alles, was die Nationalisierung zu fördern geeignet ist, bekämpft sie; alles, was sie aufhalten kann, begünstigt sie. Das Wort, das am treffendsten den Geist der Zentrumspolitik kennzeichnet, ist darum "antinational". (S. 56).
Ob denn diese Charakterisierung wirklich sachgerecht ist, sei denn mal
dahingestellt.
Immerhin dürfte sie aber auch verdeutlichen, wie sich aus der Sicht des
Zentrums die Sachlage darstellte.
Auch das Zentrum konnte nur Koalitionspartner sein. Eine Alleinherrschaft war
auch ihm aufgrund der Mehrheitsverhältnisse nicht möglich.
Offenbar entschied es sich dann aber doch, was mögliche Koalitionspartner
anbelangt, eher für die Sozialdemokratie, als denn für die Nazis (zumindest
bis 1931).
Dabei spielt wohl auch das nachwirkende Trauma des Bismarck'schen
"Kulturkampfes" eine Rolle. Diesem Trauma verdankt ja das katholische Zentrum
auch seine eigentliche Entstehung. Bismarck verfolgte zeitweise eine scharfe
Nationalisierungspolitik auch auf Kirchenpolitischem Felde. Etwaiger
Internationalismus (damals unter dem Kampfbegriff Ultramontanismus gehandelt)
war ihm ein Greuel. Traten nun die Nazis mit ihren betont nationalen
Ambitionen in den Ring, musste dies zwangsläufig beim Zentrum wiederum
Assoziationen an die Bismarckzeit auslösen. Da zogen sie es dann doch lieber
vor mit den Sozialdemokraten zu koalieren, welchen eben nicht diesem
übersteigerten Nationalismus huldigten.
Ergo kommt Herr Stark wohl zu der Einsicht des Jahres 1931, die "süßesten
Machtfrüchte" hängen in jenem Jahre noch ziemlich hoch für die NSDAP.
Das aber möchte er selbstredend verändert wissen. Und auf der Suche nach
diesbezüglichen "Lichtblicken" meint er sogar fündig werden zu können.
Er registriert, dass der vormalige katholische Nuntius in Berlin, Pacelli, zu
jener Zeit, in der Hierarchie seiner Kirche weiter aufgestiegen sei.
Zitat:
"Unterdes ist er Kardinalstaatssekretär geworden, hat also die Leitung der Beziehungen des Vatikans zu den staatlichen Mächten übernommen.".
http://books.google.de/books?ei=kX99Tf-pN4ni4gbz29GHBg&ct=result&id=-UEAAAAAMAAJ&dq=Johannes+Stark+Katholische+Kirche+und+Nationalsozialismus&q=Kardinalstaatssekret%C3%A4r+geworden%2C
Von jenem Pacelli gibt es noch ein markantes Bild.
Allenfalls wäre zu konstatieren; die Schleppentraeger haben dann wohl im
laufe der Zeiten gewechselt. Indes, es gibt diese Spezies weiterhin.
Man vergleiche auch die Meldung der „Freiburger Zeitung" vom 16. 5. 1927
bezüglich Pacelli:
Aus diesen Umständen abgeleitet, meint Stark dann gar prophezeien zu können, und mit dieser Prophezeiung lag er sogar richtig:
Zitat:
"Man darf hoffen, daß er in nicht ferner Zeit Gelegenheit erhalten wird, mitzuwirken an dem Abschluß eines ehrlichen und rückhaltlosen Friedens zwischen der katholischen Kirche und dem nationalsozialistischen Staat in Deutschland. Denn der deutsche Nationalsozialismus hat die gleichen politischen Grundsätze wie der italienische Faschismus. Er bekennt sich zum positiven Christentum, sieht in den christlichen Bekenntnissen wertvolle Stützen seines Volkes und bekämpft den Marxismus als Todfeind seines Volkes und des Christentums." S. 56)
Soweit war es dann aber im Jahre 1931 noch nicht. Und Katholiken als Leser seiner Schrift, meint er dann noch ein anderes Bonbon anbieten zu können. Und zwar dieses:
Zitat:
"In Italien konnte der Nationalsozialismus in der Form des faschistischen Staates seine grundsätzliche Einstellung zur Kirche bereits in die Tat umsetzen." (S. 52)
Ah, werden da wohl nicht wenige gedacht haben. Der Mussolini hat doch der
Kirche einige entscheidende Dienste geleistet, etwa das 1929er Konkordat in
Italien.
Ergo könnten ja auch wir noch "rosigen Zeiten" entgegengehen.
Wie "rosig" die dann tatsächlich waren, ist unter anderem im Rosenberg'schen
"Handbuch der Romfrage" nachlesbar!
Zitat:
"Eine Mutter glaubte, daß ihre beiden Kinder vom Teufel besessen seien, weil sie zuweilen naschten oder nicht die Wahrheit sagten. Es waren noch ganz kleine Kinder. Die Mutter ... quälte sie zu Tode.
Religiöser Wahn und Aberglauben gehen nicht selten Hand in Hand ...
In jedem Ort und in jeder Stadt treffen wir Leute, die alle Zufälle des Lebens deuten und ihnen irgend eine Erklärung geben ...
Außerdem ist der Aberglaube buchstäblich ansteckend. Wenn zwei überspannte abergläubische Menschen mit einem Dritten zusammen kommen, der noch nicht abergläubisch ist, dann wird er es aber bestimmt mit der Zeit"
Diese und noch ein paar mehr Skurrilitäten gelesen in einem Artikel der
"Freiburger Zeitung" vom 24. 3. 1931 unter der Überschrift:
"Hexen- und Aberglaube der Gegenwart"
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=24b2&year=1931&month=03&project=3&anzahl=4
Zitat:
"Dabei müssen wir uns fragen, ob eine Kundgebung im gegenwärtigen Augenblick, da die Begeisterung des großen Aufmarsches die Leidenschaften aufpeitscht, nicht die ganze Bewegung, die in einiger Zeit staatspolitisch Bankrott machen wird, auf das Kulturpolitische Gebiet drängen und namentlich die Jugend in den Gegensatz zur Kirche bringen könnte."
Er wähnt aber noch einen weiteren Grund zu sehen, weshalb er für
Zurückhaltung bezüglich Ant-nazistischer Voten plädiert.
Und dieser Grund wiederum in seinen Worten, bestände darin:
Zitat:
"In der allerletzten Zeit hatte der Nationalsozialismus offenbar den schroffen Gegensatz zum Christentum zu mildern versucht, wenigstens hat er hier in München gegen eine furchtbare Hetze der Bibelforscher in entscheidender Form Stellung genommen."
Nachlesbar in:
"Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte Reihe A Quellen,
Band 17" , Mainz 1975 (S. 514f.)
Noch ein weiteres Votum aus der gleichen Quelle (S. 516).
Jene Kräfte, welche in der katholischen Kirche zu jener Zeit, mit dem
Nationalsozialismus "Fraktur" reden wollten, werden von den Faulhaber
und Co mit den Worten zurückgepfiffen:
Zitat:
Antinazistischen Voten gäben "den vielen "Los-von-Rom-Stürmern" in den Reihen des Nationalsozialismus die erwünschte Gelegenheit, einen Frontwechsel vorzunehmen und die ganze Kraft des Angriffes auf die katholische Kirche zu lenken, statt auf den Kommunismus und Sozialismus.
Auf der Kirchenfeindlichen Basis werden sich dann die drei feindlichen Brüder bald finden."
Der katholische Bischof Conard Gröber, etwa, "jubelt" in einem 1937 erschienenen "Handbuch der religösen Gegenwartsftragen" bezüglich der Konkordatsabschlüsse::
Zitat:
"Die Anregung zu tatsächlichen Verhandlungen trat aber erst 1933, und zwar von deutscher Seite her, an den Vatikan heran. Die Verhandlungen hatten einen um so rascheren Erfolg, als auf Grund des Ermächtigunsgesetzes kein Parlament zu hören war, was die Konkordatsverhandlungen in Bayern, Preußen und Baden erschwert hatte." (S.358)
Nach dem Konkordatsabschluss, waren dann Antinazistische Töne wie
weggeblasen.
Danach pflegten auch katholische Kreise, andere "Lieder zu singen"..
Töne, wie sie zum Beispiel im Jahre 1934 ein Herr namens Franz
Taeschner (seines Zeichens Universitätsprofessor), in seinem im jenem
Jahre erschienenen Schrift mit dem programmatischen Titel:
Zitat:
"Der Totalitätsanspruch des Nationalsozialismus und der deutsche Katholizismus"
zu Protokoll gab.
Taeschner jubelt darin schon mal einleitend mit der Aussage:
Zitat:
"Diese beiden Ereignisse, das Verschwinden der beiden katholischen Parteien [Zentrum und Bayerische Volspartei] und der Abschluß des Reichskonkordates sind von einer epochalen Bedeutung, die nicht leicht überschätzt werden kann.
Eine erste, verheißungsvolle Etappe dieser Entwicklung haben wir am 12. November erreicht, als der katholische Teil des deutschen Volkes sich in überwältigender Mehrheit zum Nationalsozialismus bekannt hat." (S. 4)
Besagter 12. 11. 1933 war eine sogenannte "Wahl"-Veranstaltung im
Naziregime, bei der es eigentlich nicht mehr viel zu "wählen" gab. Das
katholische Zentrum hatte ja durch seine Selbstaufllösung dem
totalitären Aspekten des Nazismus freie Bahn verschafft.
Weiter muss Herr Taeschner konstatieren:
Zitat:
"In der Tat steht dem Totalitätsanspruch des Nationalsozialismus auf politischem Gebiete der Totalitätsanspruch der katholischen Kirche auf religiösem Gebiete gegenüber." (S. 7)
Das wiederum ist für ihn offenbar kein ernsthaftes Problem, denn er meint weiter verlautbaren zu sollen:
Zitat:
"Da beide aber nicht als Rivalen auf demselben Gebiet auftreten, so würde ein Kampf zwischen beiden Größen nur zu einer Schwächung beider, nie aber zu einem Siege des einen über die andere führen. Es liegt daher im vitalen Interesse beider, daß eine möglichst saubere Abgrenzung ihrer Geltungsbereiche vorgenommen wird. Diese Abgrenzung kann natürlich nicht willkürlich vorgenommen werden, sondern sie muß gewissermaßen von selbst gegeben sein, muß in der Natur der beiderseitigen Betätigungsfelder liegen, so daß es weniger auf eine Abgrenzung selbst, als vielmehr auf die Erkenntnis der beiderseitigen naturgegebenen Grenzen ankommt. ...
Ist die gegenseitige Abgestimmtheit zwischen der nationalsozialistischen Politik und den Grundlagen christlichen Glaubensgutes vorhanden, so wird sich die von beiden Seiten beanspruchte Totalität segensreich auswirken." S. 7, 9)
Nun ja, diesen "Segen" sollte dann ja Deutschland noch zur Genüge
kennenlernen.
Aber sein Credo sieht er offenbar in der Aussage;
Zitat:
"Diesem Anspruche der beiderseitigen Lehre auf absolute Geltung entspricht auf beiden Seiten die autoritäre Führung der Organisation: dem "Führerprinzip" des Nationalsozialismus steht auf der Seite der katholischen Kirche das auf apostolischer Sukzession beruhende hierarchische Prinzip als die durch die Sache gegebene Entsprechung gegenüber." (S. 26)
Herr Taeschner hat somit nur das Rezept anzubieten:
"Totalitaristen vereingt euch!"
Allenfalls will er eine saubere Trennung der jeweiligen
Interessensphären gewährleistet sehen, und das war es dann.
Wie eine "saubere Wahrung jeweiliger Interessensphären" in der Praxis
aussehen kann, konnte dann die Welt einige Jahre später, etwa beim
Abschluss des Hitler-Stalin-Paktes "bewundern".
Siehe auch:
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,89436,96093#msg-96093
18. März 2011 01:51
Zitat:
"Vom Geiste der sogenannten "Ernsten Bibelforscher".
Im einzelnen wird mitgeteilt:
Zitat:
"Im Blatt der sogenannten "Ernsten Bibelforscher", dem "Goldenen Zeitalter" vom 1. Januar 1931 findet sich folgende Verächtlichmachung überschrieben: Die stellungslosen protestantischen Geistlichen.
Und dann wird der GZ-Text zitiert, der da aussagte:
Zitat:
"Die amerikanischen Bischöfe klagen, daß sie zu wenig Stellen für protestantische Geistliche haben. Die Dörfer Amerikas verarmen immer mehr und können sich keine Kirchen mehr halten wie bisher.
Dagegen berichten die katholischen Zeitungen, daß sich sowohl in Europa wie in Amerika zahlreiche protestantische Geistliche an die katholische Kirche wenden und um Anstellung bitten. Sie sind bereit, alles zu glauben und alles zu tun, außer zu arbeiten, wenn sie nur eine Anstellung bekommen können."
Der Kommentar zu dieser GZ-Meldung:
Zitat:
"Es genügt wohl diese ebenso unwahre wie gemeine Beschimpfung niedriger zu hängen und darüber zu schreiben;
"Die Ernsten Bibelforscher"
.Offenbar wurde auf diese GZ-Seite Bezug genommen:
Siehe auch den Kommentar:
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,89501,92475#msg-92475
09. Februar 2011 08:00
Zitat:
"Aus der Wahlanalyse des Willy-Brandt-Hauses
(Infratest-dimap) zu den Landtagswahlen vom vergangenen Sonntag geht hervor,
dass Bündnis90/Die Grünen bei den konfessionslosen Wählern in Baden-Württemberg
15 Prozentpunkte und in Rheinland-Pfalz 16 Prozentpunkte zugelegt haben. Zur SPD
sage ich in diesem Zusammenhang besser nichts..."
In der Tat! Der dieses Votum schrieb, gehört selber zur SPD.
Namentlich seinen letzten Satz kann man dann ja nur unterstreichen.
Zu der "Pfarrerpartei" CSPD im positiven Sinne "viel" zu sagen, wäre wohl
vergebliche Liebesmüh!
In FDP-Kreisen sollen dann ja wohl personelle Konsequenzen anstehen (kaum aus
freiwilligen Gründen).
Eine Freiwilligkeit kann auch der CSPD nicht unterstellt werden. Der Zug mit
Ziel "abwärts" wird wohl seine Eigendynamik entwickeln (oder entwickeln
müssen).
Das Lied vom Kompromiß
Manche tanzen manchmal wohl ein Tänzchen immer um den heißen Brei herum,
kleine Schweine mit dem Ringelschwänzchen, Bullen mit erschrecklichem Gebrumm.
Freundlich schaun die Schwarzen und die Roten, die sich früher feindlich oft
bedrohten. Jeder wartet, wer zuerst es wagt, bis der eine zu dem andern sagt:
"Schließen wir nen kleinen Kompromiß! Davon hat man keine Kümmernis.
Einerseits - und andrerseits -, so ein Ding hat manchen Reiz...
Sein Erfolg in Deutschland ist gewiß: Schließen wir nen kleinen Kompromiß!
Sein Erfolg in Deutschland ist gewiß: Schließen wir nen kleinen Kompromiß!
Seit November klingt nun dies Gavottchen. Früher tanzte man die Carmagnole.
Doch Germania, das Erzkokottchen, wünscht, daß diesen Tanz der Teufel hol.
Rechts wird ganz wie früher lang gefackelt, links kommt Papa Ebert
angewackelt. Wasch den Pelz, doch mache mich nicht naß! Und man sagt: "Du,
Ebert, weißt du was:
"Schließen wir nen kleinen Kompromiß! Davon hat man keine Kümmernis.
Einerseits - und andrerseits -, so ein Ding hat manchen Reiz...
Sein Erfolg in Deutschland ist gewiß: Schließen wir nen kleinen Kompromiß!
Sein Erfolg in Deutschland ist gewiß: Schließen wir nen kleinen Kompromiß!
Seit November tanzt man Menuettchen, wo man schlagen, brennen, stürzen sollt.
Heiter liegt der Bürger in dem Bettchen, die Regierung säuselt gar so hold.
Sind die alten Herrn auch rot bebändert, deshalb hat sich nichts bei uns
geändert. Kommts, daß Ebert hin nach Holland geht, spricht er dort zu seiner
Majestät:
"Schließen wir nen kleinen Kompromiß! Davon hat man keine Kümmernis.
Einerseits - und andrerseits -, so ein Ding hat manchen Reiz...
Und durch Deutschland geht ein tiefer Riß. Dafür gibt es keinen Kompromiß! Und
durch Deutschland geht ein tiefer Riß. Dafür gibt es keinen Kompromiß!
Kurt Tucholsky
Zitat:
"In seinem Keller liegen Rotweine, von denen eine Flasche mehrere tausend Euro kostet".
Sicherlich dürfte es wohl auch preiswertere Rotweine geben, was wohl kaum
fraglich sein kann. Aber wohl auch solche der genannten Preiskategorie.
Noch ein Zitatsatz nur noch:
Zitat:
"Es ist aber auch die Geschichte eines Netzwerkes, das manche Filz nennen würden."
Und vertieft man sich dann in die Details jenes Artikels, "laufen" einem
auch noch ein paar "hochkarätige" Namen aus der Politikszene über den Weg ...
In ihren "Sonntagsreden", beklagt ja so mancher "Star" der Politikszene, eine
zunehmende Politikverdrossenheit.
Wenn es denn nicht blos bei "Sonntagsreden", als Muster ohne Wert bleiben
sollte, täten die Filzokraten mal gut daran in einen Spiegel zu schauen. Zum
Beispiel in diesen Artkel:
www.spiegel.de/spiegel/print/d-77299743.html
www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,749075,00.html
nachrichten.rp-online.de/wirtschaft/panorama-erhebt-neue-vorwuerfe-gegen-awd-1.474268
www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,750599,00.html
www.presseportal.de/pm/58964/2005158/neue_osnabruecker_zeitung
In "Gottes eigenem Land" Dem Land der Dollarmillionäre namens USA.
Nach 99 Wochen ist dort der Untergang angesagt.
www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0329/wirtschaft/0009/index.html
Zitat:
Zitat
www.spiegel.de/spiegel/print/d-77299743.html
"Wer als Finanzberater beim AWD anfängt, grast in der Regel zuerst den eigenen Bekanntenkreis ab, versucht Freunden und Bekannten Versicherungen und Fonds aufzuschwatzen. Als nächstes kommt der weitere Freundeskreis dran, dann der Verein, Schulkameraden,Kommilitonen, Nachbarn."
KD für MÄRZ 2011 S.2:
1 In der
Zeit vom 2. bis 17.April laden wir zum wichtigsten Ereignis des Jahres ein:
zum Gedächtnismahl. ...
...
3 Hat eine
Versammlung ein großes Gebiet, entscheiden die Ältesten darüber, ob der
Einladungszettel bei einem NH in den Briefkasten eingeworfen werden
kann. (Natürlich nur, wenn kein Hinweis vorhanden ist, dass Werbung
unerwünscht ist - und so, dass kein Vorübergehender den Zettel sieht.) Wie
steht es mit deinen Verwandten,
Arbeitskollegen,
Mitschülern und anderen aus deinem
Bekanntenkreis? ...
...
KD für FEBRUAR 2009 S.1:
:::
3 Nehmen
wir uns fest vor, auch wirklich alle einzuladen: Personen, bei denen wir
Rückbesuche machen oder mit denen wir die Bibel studieren, Verwandte,
Mitschüler, Arbeitskollegen, Nachbarn und
alle anderen, mit denen wir sonst so zu tun haben. ...
...
Zitat:
Drahbeck
Und vertieft man sich dann in die Details jenes Artikels, "laufen" einem auch noch ein paar "hochkarätige" Namen aus der Politikszene über den Weg ...
Nicht zu vergessen der ehemalige "Superminister" WOLFGANG CLEMENT.
Er verhalf der Leiharbeit zum Wachstum und vemehrte so die Wegwerfarbeiter.
www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=2171132/1367eaw/index.html
Im HANDELSBLATT von 2002 unter "Aktie unter der Lupe", liest
man über den in der Schweiz ansässigen Weltmarktführer für
Personaldienstleistungen:
Zitat:
ADECCO scharrt mit den Hufen.
www.handelsblatt.com/adecco-profitiert-vom-trend-zur-zeitarbeit/2207240.html
Wo betätigte sich WOLFGANG CLEMENT nach seiner politischen
Karriere?
Laut MANGERMAGAZIN vom 05.10.2006 wurde er:
Zitat:
Chef des Adecco Institute zur Erforschung der Arbeit
www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/0,2828,440857,00.html
CLEMENT und MASCHMEYER gehörten übrigens 2010 auch zu den
Unterzeichnern der Anzeigenkampagne für eine atomfreundliche Politik.
www.zeit.de/2011/12/Atomenergie-Appell
CLEMENT sitzt im Aufsichtsrat von RWE. Finanzielle Vorteile hat er aber nicht.
CLEMENT bekommt lediglich eine Aufwandsentschädigung:
Zitat:
Pro Jahr 20.000 Euro
www.rwe.com/web/cms/de/37110/rwe/presse-news/pressemitteilung/?pmid=4001967
Der SPIEGEL schreibt über MASCHMEYER, er lebe in einer Villa
Zitat:
hinter Eisenstäben
www.spiegel.de/spiegel/print/d-77299743.html
Ein Omen? Ich denke nicht.
Zum
AWD
MASCHMEYER
Wilfried Schmickler
1. Mose 4:7,8
Folgt man dem von Google offerierten gibt es dann dazu, als nächstes diese Seite:
Will man diesen Detaillinks weiter folgen, indes belehrt Google über das nachfolgende Endergebnis:
Zitat:
Judith N ..., die Chefin des Sorat-Hotels in der Altstadt (von Bad Saarow), begrüßt das Urteil. "Wir würden den NPD-Vorsitzenden auch nicht beherbergen, das wäre schädlich für den Ruf unseres Hauses", sagt sie. Wie ihr Berufskollege in Bad Saarow hätte Judith N ... es auf einen Prozess ankommen lassen. Die Hoteldirektorin: "Ich muss mir selbst in einem solchen Fall in die Augen schauen können." NPD-Politiker seien für sie keine tragbaren Gäste.
In ihrer Berliner Zeit vor mehr als zehn Jahren habe sie sogar einmal gerichtlich durchgesetzt, dass sie keine Zeugen Jehovas beherbergen musste, berichtet N ....
www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12065048/61009/Oberlandesgericht-weist-Berufungsklage-von-Udo-Voigt-ab-Politische.html
--------------------------------------------------------------------------------
Familienname redaktionell verkürzt
Zitat:
"Der König verstand es nicht, die notwendigen Reformen mittels seiner breit angelegten verfassungsmäßigen Rechte durchzusetzen. Das von Korruption und Reformstau gekennzeichnete politische System Spaniens zerfiel letztendlich 1923 nach der Niederlage der spanischen Armee gegen marokkanische Aufständische bei Annual. Spanien wurde unter General Miguel Primo de Rivera de facto eine Militärdiktatur, in der der König im Schatten des Militärdiktators stand."
Kirchliche Kreise waren (und sind) eher rückwärtsgewandt. Ein "positives"
Verhältnis zur Republikanischen Staatsform war nicht gegeben.
Die genannte Terrorakte müssen als Ausdruck des "Umschlagens des Pendels"
gedeutet werden.
Einige Jahre später wurde die Spanische Republik wieder gestürzt. Stichwort
Franco-Spanien, zu dessen Installierung, in Form von Unterstützung aus
Hilerdeutschland, sich das Naziregime einiges zugute hielt.
Was nun zeitgenössische Voten der Zeugen Jehovas zu den Vorgängen in Spanien
anbelangte, so waren die (auch in diesem Fall) eindeutig Anti-katholisch
orientiert. Im "Zürcher" (Harbeck) Buch "Kreuzzug gegen das Christentum konnte
man beispielsweise die Sätze lesen:
Zitat:
"Von allen Kennern der Verhältnisse wird zugegeben, daß das, was heute in Spanien vor sich geht, ein Religionskrieg ist. Die spanische Leitung der Katholischen Aktion" spielte eine bedeutende Rolle bei der Vorarbeit für den Aufstand. Hierüber schrieb die Madrider Tageszeitung ABC" am 26. August 1936:
Zitat:
Wir wissen, daß Gil Robles (der Führer der katholischen Partei) während der Monate Februar und März in einem Palast in der Straße de Velasquez mit gewissen Bankiers, hohen geistlichen Würdenträgern und Offizieren der Armee Konferenzen abzuhalten pflegte. Diesen Konferenzen wohnten auch persönliche Vertreter des Senior Herrera bei."
Zitat:
Angel Herrera ist Präsident der Katholischen Aktion in Spanien! Die Zürcher Tageszeitung Volksrecht" schrieb am 3. September 1937 folgendes:
Zitat:
Angel Herrera, von Hause aus Jesuit, war Besitzer der großen rechtsstehenden Tageszeitung ,E1 Debate' ... Auch der Aufstand der Generale ist das geistige Werk Herreras, wie er das militärische von Sanjurjo und das finanzielle von 0 March ist."
Zitat:
Als Direktor von El Debate" hetzte Herrera gegen die Republik und machte Propaganda für den faschistischen Korporativstaat. ...
Die Sache liegt tiefer. Die Monarchie und mit ihr die klerikale Vorherrschaft hatte in Spanien abgewirtschaftet. Die große Mehrzahl der Spanier stimmte für die Republik. Schon am 22. Mai 1931 wurde als eines der ersten Dekrete volle Religions- und Glaubensfreiheit proklamiert.
Da liegt des Pudels Kern. In der konstituierenden Nationalversammlung traf der Universitätsprofessor Fernando de los Rios den Nagel auf den Kopf, als er erklärte:
Zitat:
,Spanien hat noch keinen westfälischen Frieden erlebt.' ... Gewissensfreiheit und Auflösung des Jesuitenordens waren das große 'Verbrechen' der spanischen Republik ...
Zitat:
Es ist durchaus charakteristisch, daß, während
im Regierungsgebiet die spanischen Protestanten unbehelligt geblieben sind, im Gebiet der Rebellen spanische evangelische Pfarrer erschossen oder vertrieben
Wurden." Auch im Kampf mit der Waffe ist die Katholische Aktion" sehr aktiv. Das neue Volk", Rorschach a. B., Organ der Katholischen
Aktion, schreibt in einem Artikel Katholische Aktion
im spanischen Religionskrieg" (und wer diesen Krieg begonnen
hat, weiß jedermann):
Die im spanischen Bürgerkrieg mobilisierten Jungmänner von der Katholischen Aktion erhielten von ihrer Zentrale ... Instruktionen ...
In seiner Schrift ,Der Fall Spanien' verstieg sich Kardinal Goma von Toledo zu der Behauptung:
Zitat:
Letzten Endes muß man in diesem Krieg den Geist eines wahren Kreuzzuges für die
katholische Religion erkennen.
Zitat:
In einem weiteren Hirtenbrief erklärte Kardinal Goma, jedes Geschöpf habe das Recht, gegen ein anderes Geschöpf Krieg zu führen, wenn das letztere mit dem Krieg gegen Gott beginne.
Unter Krieg zu führen" versteht er natürlich nicht den Kampf, den der Christ mit dem Schwert des Geistes, mit Gottes Wort, ausficht, sondern er meint, ein Gewehr zu nehmen und den ändern niederzuschießen. ...
Verstehen Sie nun, warum die ,Kirche' in Spanien mit den Faschisten verbündet ist? Die Wahrheit ist, daß diese faschistische Bewegung in der ,Kirche' geboren wurde.
Siehe unter andrem auch
Kommentarserie1940 wo einleitend auf Spanien Bezug genommen wird
Jetzt in Blickumstellung auf Hitlerdeutschand.
Die Tünche eines angeblich "positiven Christentums" welches selbiges vorgab zu
begünstigen, verblasste schon mal rasend schnell. Es blieb nicht nur beim
"verblassen".
Namentlich die Schlagzeilen der ausländischen Presse über den Kirchenkampf in
Deutschland (im Inland war eine diesbezügliche Berichterstattung zunehmend
unterbunden), waren dem Naziregime alles andere als "angenehm".
Eine Folgewirkung, dass sich ein Herr Kerrl im Naziregime zum
"Reichskirchenminister" selbst ernannte.
Über dessen Vita vernimmt man unter andrem:
Zitat:
"Ab 22. Juni 1934 wurde Kerrl zum Reichsminister ohne Geschftsbereich ernannt, nachdem er vorher sein Amt als preußischer Justizminister an Franz Gürtner abtreten musste."
Derart "Geschäftelos" ergatterte er sich ab Mitte 1935 das Amt eines
Reichskirchenministers.
Zum Anfang des Naziregimes gab es solch ein Amt ja noch nicht. Da waren
allenfalls Teile des Innenministeriums damit befasst.
Hitlers Position in Sachen Kerrl war offenbar die. Na dann soll er mal zeigen,
was er so zur "Befriedigung" des Kirchenstreits "auf dem Kasten hat".
Die diesbezügliche Bilanz indes fiel zunehmend (wieder) ernüchternd aus.
Nichts da mit "Befriedigung".
Vor 1933 waren zwar christliche Kreise als Mehrheitsbeschaffer für die
Nazipartei gefragt und umhätschelt. Nun aber saß jenes Regime - wie es meinte
- "fest im Sattel". Ergo konnte das "Gewäsch" von vor 1933 zunehmend dem
vergessen überantwortet werden.
In dem nun auch noch sich der "Kerrl" als zunehmend glücklos entpuppte, wurde
auch er zusehends kaltgestellt.
Insbesondere, nach dem der damalige Hitler-Stellvertreter Hess, durch seinen
spektakulären Englandlflug, als Kraft in der deutschen Innenpolitik
ausgefallen war, hatte der einen de facto Nachfolger namens Bormann. Der übte
zwar eher die Funktion einer "grauen Eminenz" aus, weniger die eines sich ins
Rampenlicht drängelnden. Indes zum Thema Christentum (das belegen einige
Dokumente) hatte auch Bormann eine dezidierte Haltung.
Es habe zu "verschwinden".
Da gab es dann eine zunehmend neue Koalition, die derselben Meinung huldigte.
(Bormann, Goebbels, Himmler, Rosenberg).
Und die lies es dann nicht blos bei einer Meinungsbildung ihr bewenden haben,
sondern schuf Fakten.
Ein solcher Fakt, dann die Enteignung etwa katholischen Klosterbesitzes und
ähnliches.
Nun musste sich der Kerrl, kraft seines (wirkungslosen) Amtes, aber die Klagen
von Betroffenen darüber anhören.
Und da ist ein bekanntgewordenes Schreiben von Kerrl vom 21. 6. 1941 an
Himmler, ein durchaus erhellendes.
Kerrl räumt darin zwar ein, auch kein Fan des katholischen Klosterwesens zu
sein. Insoweit bestand schon mal eine Schnittmenge zu den anderen genannten.
Was ihm allerdings mächtig störte, war der Umstand, dass er als wie er meinte
doch als verantwortlicher Minister, keinerlei amtliche Mitteilungen, über
solche Antikirchliche Aktionen erhielt. Seine Kenntnis davon erschöpfte sich
dann in ihm zu Gehör gebrachte Klagen Betroffener, denen er faktisch hilflos
gegenüber stand.
Die tatsächliche Politik gestalteten andere. Und dem Herrn Kerrl wurde seine
völlige Überflüssigkeit, einmal mehr plastisch verdeutlicht.
Namentlich die enteigneten katholischen Klöster, spielten dann auch noch in
der Zeugen Jehovas-Geschichte mit hinein.
Die Himmlersche SS als Ausführende, gedacht nun nicht, diese Klosteranlagen
einfach "verrrotten" zu lassen. Davon war man weit entfernt. Sie hatten schon
konkrete Pläne, wie diese materiellen Werte weiter zu nutzen seien.
Und für die neuen Nutzungskonzeptionen, etwa als Hotelanlagen, wurde auch
Dienstpersonal benötigt. Und da wurde die SS auch sehr schnell fündig.
Namentlich Zeuginnen Jehovas aus den Konzentrationslagern, gehörten nun zu den
so "Begünstigten".
Und dieser "Stapellauf" Anfang der 1940er Jahre lief im Sinne der SS so
prächtig ab, dass schon ein paar Jahre später Himmler euphoriert jubeln
konnte, die Zeugen Jehovas hatten "unerhört positive Eigenschaften", die es
nunmehr verstärkt gälte, dem Naziregime nutzbar zu machen!
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showmonth&year=1931&month=05&project=3
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=15a1&year=1931&month=05&project=3&anzahl=4
Grundsätzlich gilt bei der Bewertung der angesprochenen Fragen, aber auch das,
was in einem deutschsprachigen Buch, das im Jahre 1938 in Strasbourg erschien,
unter dem Verfassernamen "Jan Jansen" (Pseudonym) mit dem Titel:
"Katholiken und Kommunisten im Deutschen Freiheitskampf" auch mit ausgeführt
wurde.
http://books.google.de/books?id=i4gqAQAAIAAJ&q=Katholiken+und+Kommunisten+im+Deutschen+Freiheitskampf&dq=Katholiken+und+Kommunisten+im+Deutschen+Freiheitskampf&hl=de&ei=zaXMTaKkKI_JswaU9cC0AQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CCsQ6AEwAA
Und zwar die Bewertung des politischen Verhaltens, religiös geprägter Kreise,
in der konkreten politischen Situation.
Die kann reaktionär sein - muss es aber nicht sein.
Besagter "Jansen" bewertet dann folgerichtig unter anderem auch die 1937
inszenierten Prozesse in Hitlerdeutschland, gegen den katholischen Kaplan
Roissant, positiv, dieweil Roissant sich eben zu antifaschistischem Handeln
durchgerungen hat.
Gleichfalls positiv wertet er auch die Denkschrift aus dem Bereich der
evangelischen Bekennenden Kirche, zu der Zeit, die deren maßgeblichen
Verfasser Dr. Weissler letztendlich noch das Leben kosten sollte.
Diese positive Bewertung seitens kommunistischer Exilkreise über den deutschen
Kirchenkampf zu Nazizeiten, basiert aber einzig und allein in der politischen
Wertung des Handelns der fraglichen Akteure.
Und da wird dann (S. 65f.) auch noch eine Ausgabe der doch wohl auch als
damalige Exilzeitschrift zu wertenden "Roten Fahne" (Nr. 3/1937) textlich
etwas näher vorgestellt.
Und just in dem Aufsatz gibt es dann auch den Satz, der für kommunistische
Verhältnisse (zu damaliger Zeit) fast einem Quantensprung gleichkommt, denkt
man etwa an den Stalinistischen Terror gegen die Religion zur gleichen Zeit in
der Sowjetunion.
Und dieser Satz lautet dann:
Zitat:
"Wir sehen in der Verfolgung der Gläubigen durch die Nazidiktatur keine "Vorarbeit" für das proletarische Freidenkertum, sondern die finstere barbarische Reaktion der Hitler-Rosenberg."
Auch dieser Satz hat seine Gültigkeit!
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=06r1&year=1931&month=06&project=3&anzahl=4
Nun besagte „Katholische Aktion", auch von WTG-Präsident Rutherford
verschiedentlich attackiert, erwies sich dem Faschismus gegenüber als
„zahnlos".
Im zeitgenössischen „Zürcher" (Harbeck)-Buch „Kreuzzug gegen das
Christentum" wird selbige beispielsweise wie folgt zitiert:
Zitat:
„Auch im Kampf mit der Waffe ist die Katholische Aktion" sehr aktiv. 'Das neue Volk', Rorschach a. B., Organ der Katholische Aktion, schreibt in einem Artikel „Katholische Aktion im spanischen Religionskrieg" (und wer diesen Krieg begonnen hat, weiß jedermann):
Die im spanischen Bürgerkrieg mobilisierten Jungmänner von der Katholischen Aktion erhielten von ihrer Zentrale ... Instruktionen. ..."
Garbe etwa notiert in seinem einschlägigen Buch:
Zitat:
„In Polen, wo die Zeugen Jehovas in der Vorkriegszeit durch die "Katholische Aktion" stark bekämpft wurden."
Ein Beispiel der „Qualität" dieser Bekämpfung lässt sich exemplarisch
auch an einer in
Österreich in den 1930er Jahren erschienenen Publikation ablesen,
Es ist zwar einzuräumen, dass nach dem II. Vatikanischen Konzil in jener
Kirche, auch ein Stimmungsumschwung einsetzte (abgesehen von einigen dort
nach wie vor latenten Ewiggestrigen).
Aber in den 1930er Jahren war jene Kirche eben noch vom II. Vatikanischen
Konzil Lichtjahre entfernt.
Diese Art von Bekämpfung bewirkte bei ihren Adressaten eher die
Verfestigung, der bereits eingenommenen Position.
Weitaus sachgerechter hat Karlheinz Deschner diese mit den Wölfen heulende
Religion charakterisiert

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=12b2&year=1931&month=06&project=3&anzahl=4
Übrigens:
Auch der Wochenzeitung „Die Kirche" (Nr. 23/2011) war jener Geschäftemacher
der Verdummungsindustrie, eine Notiz wert.
Siehe auch:
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,101865,101865#msg-101865
Der Geschäftemacher sind viele auf diesem Planeten. Mit und ohne "frommen
"Augenaufschlag".
Zwei Beispiele.
Die Gemeinschaft der Siebenten Tags Adventísten, pflegte zu der Zeit wo ihre
Gemeinde-Zeitschrift "Adventecho" noch als konventionelle Druckausgabe
erschien (inzwischen zur Internet-Zeitschrift umgestaltet) auch eine
separate Beilage (außerhalb der redaktionellen Verantwortung) beizulegen.
In ihr boten allerlei Geschäftemacher (thematisch quer durch die
Landschaft), angefangen von Versicherungen, über Schrifttum, bis zu
verschiedenen Lebensmitteln und noch vieles mehr, ihr entsprechendes Angebot
an.
Zweites Beispiel.
Was immer man der WTG etwa in Sachen KdöR vorhalten mag; Fakt ist jedenfalls
bis in die Gegenwart, dass es die WTG durchgehalten hat, ihre offiziellen
Zeitschriften ohne jegliche Fremdwerbung herauszugeben. Allenfalls
Werbeinserate etwa für eigenes Schrifttum usw.
Jedenfalls hat es nie in WTG-Gefilden jenes "Auswüchse" gegeben, welche da
im Falle der STA skizziert wurden.
Nun mag man einwenden, es gab aber auch schon mal (in der Vergangenheit)
Webseiten, welche ähnlich den STA Geschäftsbereiche im Zeugen
Jehovas-Bereich bündelten. Vielleicht auch noch in der Gegenwart. Das ist
zwar richtig. Fakt ist aber auch, die Träger solcher Initiativen sind dann
Privatpersonen. Nicht jedoch die offizielle WTG.
Ein "Platzhirsch" der Ex-ZJ-Szene indes glaubt offenbar, variiert, es lieber
mit dem Modell der STA zu halten.
Das kann man selbstredend tun.
Es wird seinen Preis kosten ...
Die Zeitschrift "Der Atheist" über die Bibelforscher
Zitat:
Fassen wir mal als Zwischenbilanz zusammen. Womit er sein Geld verdient ist vielen nach ihren eigenen Worten "sch...egal". Wenn nur mal als Sandkastenspiel die "Mafia" anbieten würde, wir sponsern den Kampf gegen Zeugen Jehovas, wäre ihnen das auch "sch...egal".
Hatten wir übrigens schon mal in Deutschland. Die "Mafia" nannte sich damals "Ministerium für Staatssicherheit der DDR". Mit ihm zusammenzuarbeiten wäre diesen Leuten ergo auch "sch...egal". So, dass wusste ich eigentlich noch nicht in dieser Deutlichkeit. Nun bin ich persönlich, bei genanntem Vergleich wahrlich kein "unbeschriebenes Blatt" und habe aus der diesbezüglichen Sachlage auch keinen Hehl gemacht. Aber mittlerweile bin ich diesbezüglich auch ein "gebranntes Kind" und ziehe daher auch entsprechende Schlussfolgerungen für Gegenwart und Zukunft, die mich in der Tat von den "sch...egal" unterscheiden.
Weiter: Viel verklemmte Moral meinen einige wahrzunehmen, wenn es gewagt wird daran zu rühren, dass man einen Sexseitenbetreiber auch kritisch bewerten kann. Ich glaube schon früher erklärt zu haben, wie es einer diesbezüglich in seinem individuellen Privatleben hält, ist mir wiederum "sch...egal". Mit der Ausnahme, er agiert als Person der Öffentlichkeit. Auch da kann man noch über vieles hinwegsehen. Worüber ich allerdings nicht hinwegsehe ist, wenn der Betreffende dies zugleich kommerziell nutzt.
Dann soll es ja Typen geben (nicht unbedingt in hiesigen Gefilden) die ihren Lebensunterhalt beispielsweise damit verdienen Plantagen zu betreiben damit aus den dort gewonnenen Pflanzen Rauschgift gewonnen werden kann. Der Betreffende Farmer mag indes persönlich keineswegs "rauschgiftsüchtig" sein.
Tja, die Zeugen halten es so, dass sie erklären, würde jemand in hiesigen Gefilden, beruflich beispielsweise als Tabakfarmer sein Geld verdienen, oder als Angestellter einer Zigarettenfabrik, hätten sie ihre Schwierigkeiten, die Gemeinschaft mit ihm aufrechtzuerhalten. Und sie würden ihm dies auch entsprechend sagen. Nun bleibt die Frage offen. Ist das nun eine extreme Position. Oder ist es eine über die man durchaus nachdenken kann.
Der "Gentleman genießt und schweigt" sagt der Volksmund. Offenbar gibt es viele Gentleman's auch in der Ex-ZJ-Szene, was sie durch ihr Schweigen auch ganz persönlich dokumentieren.
So ist das Leben in einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung. Es gibt Situationen da muss man als Endergebnis feststellen. Es gibt keinen Konsens, keine Einigung. Auch damit muss man leben können, und ich glaube das auch zu können. Im übrigen ändert dies nicht einen Millimeter an der bereits geäußerten Kritik.
Siehe etwa:
Parsimony.2881
Eine andere Frage indes dürfte sein, ob dieses Geschäftskalkül in der Praxis
auch aufgeht.
Namentlich bei der penetranten Fremdwerbung, kann man wohl fragen, ob sie bei
Berücksichtugung der Klientel, welche jene Webseite besucht, denn tatsächlich
etwas "einbringt". Es würde mich überhaupt nicht wundern, lautete das
Ergebnis:
Imageschäden, Bestätigung für die ZJ über die "raffgierigen Ex-ZJ", aber kaum
nennenswerte fiskalische Ergebnisse.
Über Spendenbitten usw. kann man sicherlich reden (sofern nicht gar zu
aufdringlich) . Die penetrante Fremdwerbung indes, entzieht sich jeder
rationalen Begründung.
Sie ist lediglich sichtbarer Ausdruck der Gier, Geldgier!
Indes auch das ist klar. Jener Verein mag tun und lassen was er will. Das ist
nicht strittig. Allerdings sehe ich auch keinen Anlass, mit einem Kommentar
dazu, hinterm Berg zurückzuhalten.
Einen Unterschied sehe ich noch. Der besteht darin, dass andernorts gar
justiziable Drohungen zu registrieren sind. Das indes würde bedeuten, die
Geschäfte der WTG zu betreiben. Dafür gibt es meinerseits keine "Zustimmung".
Das es dafür keine Zustimmung gibt siehe auch:
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,49234,49234#msg-49234
Und dortige Folgepostings.
Zeitweilig mag es ja scheinen, als könnten diese Macher jene beabsichtigte
"Quadratur des Kreises" hinbekommen.
In geschichtlicher Dimension ist ihnen indes die Atomisierung zu prophezeien.
Allenfalls kann gefragt werden, wieviel Zeit als Galgenfrist, ihnen dafür zur
Verfügung steht. Auch genannte Zeitschrift "Der Atheist", war letztendlich
solch ein "Galgenfristprojekt".
Sicherlich hat das Internet neue Rahmenbedingungen geschaffen. Erinnert sei
nur an das Lexikonprojekt Wikipedia. Wie immer man die dortige ZJ-Dominanz
beim ZJ-Artikel bewertet, bleibt dennoch der Umstand bestehen, dass dort
mittels eines vergleichsweise bescheidenen Verwaltungsaufwand, ein
umfänglicher Wissensfundus zusammengetragen wurde, der selbst einigen
vormaligen "Platzhirschen" der Lexikon-Szene "das fürchten lehrte". Dazu
gehört das auch die von Microsoft betriebene "Encarta" Enzyklopädie, ihr
Erscheinen Ende 2009 einstellte. Eben weil auf dieser Schiene nichts mehr
sonderlich zu verdienen war für Microsoft.
Wer dem Kriterium einer "schlanken Verwaltung" nicht entsprechen kann oder
will, wird wohl in zusätzliche Schwierigkeiten "hineinschlittern".
Letztlich macht diese Problematik auch vor der WTG keinen Bogen.
Ihre Auflösung einiger Zweigbüros, die Halbierung von "Erwachet!", die
Teilzugänglichmachung einiger ihrer Publikationen auch im Internet, sind
letztendlich auch den vorskizzierten Umständen zuschreibbar.
Noch besitzt das Treppenterrierdasein für die WTG überragende Relevanz. Diesem
Umstand ist es zuzuschreiben, dass ihr konventionell gedrucktes Schrifttum,
weiter eines ihrer Standbeine ist. Wie selbiges einige Jahrzehnte später dann
aussehen mag, wird die Zeit zeigen.
Nach wie vor meint die WTG ein zweiteiliges Patentrezept gegen diesen Trend
der Zeit zu haben.
Teil I., die moralische Verpflichtung zum Treppenterrierdasein.
Und Teil II damit verquickt ihr Zauberwort: Organisation (eine straffe
versteht sich).
Da sie für reine Internetpublizistik, nur schwer zur Kasse bitten kann, legt
sie eben auch sehr großen Wert auf den Organisationsaspekt. Den nur über diese
Schiene, via Spenden, vermag sie nennenswert abzukassieren (als
Haupteinnahmequelle).
Zum Einschwörungsaspekt WTG-seitig auf eine "starke Organisation" siehe auch;
Mysnip.102720
Gebrannten Kindern nun erneut eine straffe Organisation aufnötigen zu wollen
dürfte wohl nicht von sonderlichem "Erfolg" gekrönt sein. Gebrannte Kinder
sind allenfalls bereit, individuell tätig zu sein. Jedoch ein de
jure-Organisationszwang ist so gut wie aussichtslos.
Auf dieser Basis der Freiwilligkeit - die auch ein stetes gehen (und
vielleicht wieder kommen Neuer, im Stile wie es auch bei der Wikipedia der
Fall ist) beinhaltet, haben die Träumer einer straffen Organisation mal sehr
begrenzte "Chancen".
Es soll hier und jetzt nicht weiter auf die Details der Freidenkerbewegung
eingegangen werden.
Wenn nun des genannten Blattes noch "gedacht" wird, nach der Einflechtung
einiger vorangegangener aktueller Kommentare, dann einzig und allein aus dem
Grunde, dieweil es in ihm (Ausgabe vom Juni 1921) auch mal einen Artikel über
die Bibelforscher gab (S. 47f.).
Seine wesentlichen Aussagen, seien im nachfolgenden noch, einmal kommentarlos
vorgestellt:
Zitat:
"Die unerträgliche Knechtung des Volkes, die Ausbeutung der arbeitenden Klassen durch den Kapitalismus hat ihren Höhepunkt erreicht. Das Proletariat der ganzen "zivilisierten" Welt seufzt unter den Folgen des Krieges, welcher als Ausfluß kapitalistischer Beutegier die Welt verwüstete. In solchen Zeiten nun wird versucht, die breite Masse über die wahren Ursachen dieser Zerrüttung zu täuschen.
Wie Pilze schießen die christlichen Vereinigungen und Sekten empor. Sie machen sich die Verzweiflung der Menschheit zu nutze und versuchen als wahre Kraalshüter des kapitalistischen Systems, die ausgebeuteten Klassen von dem Wege, der ihnen Befreiung aus all ihrem Elend bringen kann, abzulenken.
Die Verbreitung dieser Irrlehren bedeutet eine sittliche Gefahr für das Volk.
Ihre Lehren stützen diese Heiligen darauf, daß jene Leute, die die Bibel geschrieben haben, vom heilige Geiste beeinfußt wären.
Wer das nicht glaubt, für den hat sich alles, was von dieser Sekte der "ernsten" Bibelforscher gelehrt wird, erledigt, denn dann bleibt die Bibel nichts wie Menschenwerk, berufen, der Kirche die Möglichkeit zu geben, Finsternis unter den Menschen zu verbreiten.
Wer die Bibel kennt, weiß, daß diese über alles, was geschieht, etwas enthält und des deshalb leicht ist, an Hand des Buches Weltgeschehnisse vorauszusagen. Auf Einzelheiten des Vortrages einzugehen, ist zwecklos. Es gilt jedoch diesem verwirrenden Unsinn gegenüber aufklärend zu wirken.
Die Menschen, welche sich infolge ihres kulturellen Tiefstandes Naturereignisse nicht erklären konnten, waren leicht geneigt, all dieses übersinnlichen Mächten zuzuschreiben. Und der Bildungsgrad der einzelnen Völker und Stämme schuf sich so die verschiedensten Religions- und Glaubensformen; es ist also auch die Bibel, die Stütze der christlichen Lehre, nichts als Menschenwerk.
Es gilt aber allen Menschen zuzurufen: Wendet euch ab von diesem Christentum, das täglich beweist, daß es nur die Geschäfte des Kapitals besorgt. Seine Aufgabe ist es, die Menschheit im Knechtsinn zu erziehen, um willige Ausbeutungsobjekte dem Kapital zuzuführen.
Das Wesen der Kirche beleuchten so recht folgende bezeichnende Aussprüche "großer" Kirchenfürsten.
Bischof Synesius 410 n. Chr. sagte eins:
"Das Volk will durchaus, daß man es täusche, man kann auf andere Weise gar nicht mit ihm verkehren"
Und Papst Julius II. sagte zu seinen Kardinälen, als sie gemeinsam die dem Volke ausgepreßten Gelder verpraßten:
Zitat:
"Gott, Bruder, die Fabel von Jesus Christus ist einträglich."
Zitat:
Diese, das wahre Gesicht des Christentums zeigenden Aussprüche sind noch von keinem "ernsten Bibelforscher" erforscht worden.
Unsere Aufgabe ist es nun, aufklärend im Volke zu wirken. Jeder Arbeiter hat die Pflicht, dabei mitzuwirken und besonders auch für die Aufklärung der Frauen zu sorgen, da diese infolge ihrer bisherigen politischen Rechtlosigkeit an den großen Fragen des Sozialismus noch wenig Anteil hatten und darum für solche Irrlehren leicht empfänglich sind. Wir kommen später nochmals auf das Wesen mancher dieser religiösen Sekten, welche teilweise direkt die Zerrüttung von Familie, Krankheit und Sichtum als Folge ihrer Lehre verursachen, zurück."
Redaktionelle Nachbemerkung.
Wenn nicht alles täuscht, ist dann auch die 1923 erschienene Broschüre von
Hugo Efferoth mit dem Titel "Himmel-Fimmel", dem vorgenannten
"Zentralverbandes proletarischer Freidenker Deutschlands" zuzuordnen.
Siehe dazu auch
Himmel Fimmel
