Wieder mal was von Besier
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 30. Mai 2009 17:32

Aus Sachsen wird vermeldet:
Die dortige gewendete SED, welche sich wohl nun als „Linke" zu titulieren beliebt, macht sich Gedanken über die anstehende Landtagswahl (noch vor der Bundestagswahl terminlich angesetzt).
Und dazu gehören halt auch Festlegungen auf Personen (das ist ja auch in anderen Parteien Usus).
Eine der Personalentscheidungen dieser Kreise lautet offenbar so:
Herr „Besier, soll dem Kompetenzteam von Linke-Spitzenkandidat André Hahn zur Landtagswahl am 30. August angehören. Er sei für die Bereiche Kultus und Wissenschaft vorgesehen, sagte Besier (einer) Nachrichtenagentur."

Weiter liest man in der diesbezüglichen Meldung auch:
„Besier hatte zuletzt für die Linke ein Thesenpapier aus Anlass des Zusammenbruchs der DDR vor 20 Jahren formuliert. Bei der öffentlichen Präsentation Ende März lehnte er die Bezeichnung «Unrechtsstaat» für die DDR als «unsinnige Polemik» ab..."

Nun Unrechts-Religionen gibt es für diesen Herrn bekanntermaßen ja auch nicht.
Insofern macht seine Verteilung von „Persilscheinen" schon dergestalt Sinn, er bleibt sich halt treu
„Wessen Brot er essen darf" dessen „Lied darf der Sponsor dann wohl auch vom ihm „gesungen" vernehmen!

www.ad-hoc-news.de/historiker-besier-im-linke-kompetenzteam-zur-landtagswahl--/de/Regional/Sachsen/20252214

Re: Wieder mal was von Besier
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 03. Juni 2009 12:30
Über Herrn Besier wird jetzt noch präzisiert:

Er soll für die Sachsens Linke in den Landtag ziehen. Linke-Spitzenkandidat André Hahn kündigte am Mittwoch in Dresden an, dass ... (er) auf der Landesliste für die Landestagswahl am 30. August einen aussichtsreichen Listenplatz erhalten werde. ... (Er) ist in Hahns Kompetenzteam für Wissenschaft und Religionsfragen zuständig.

www.news-adhoc.com/historiker-besier-soll-fuer-die-linke-in-den-landtag-ziehen-mit-bild-idna2009060334221/

Zu denen welche jene Meldung offenbar auch notierenswert erscheint, gehört auch die Postille „Junge Freiheit", in deren Internet-Variante liest man dazu auch die Sätze::

Er „bestätigte gegenüber der JUNGEN FREIHEIT sein Engagement für die Partei."
„Welche" wurde ja bereits genannt.

Und weiter (und bei der nächsten Aussage mag ich ihm sogar beipflichten)
„Unter der langjährigen christdemokratischen Regierung habe sich Sachsen lediglich von einem SED- in einen „rechtskonservativen CDU-Staat" verwandelt; statt des Marxismus herrsche jetzt ein „verbeamtetes Christentum", stellte Besier fest."

„Bauchschmerzen" hätte ich allerdings bei seiner Auch-Aussage:
„Von der sächsischen Linkspartei geht seiner Meinung nach das „unkonventionellste Aufbruchssignal" aus; sie sei im übrigen eine überdurchschnittlich junge Partei, der man keine „tradierten SED-Positionen" nachsagen könne."

So so, zur Erinnerung dann noch mal, jene von ihm als „junge Partei" titulierte, weist einen Durchschnittsalter von 68 Jahren auf.

Ob denn die anderen Parteien, die da auch in Sachsen kandidieren, dasselbe Durchschnittsalter aufweisen, wage ich - bis zum Beweis des Gegenteils - schlichtweg zu bezweifeln.

Und weiter liest man in der JF auch noch den Satz:
„er wolle aufgrund seiner langjährigen Lehrtätigkeit aber auch bei der Klärung des Verhältnisses von Staat und Kirche beratend tätig sein.
Auf die Frage, ob er im Falle einer Regierungsbeteiligung der Linkspartei auch ein Ministeramt übernehmen werde, antwortete Besier, man solle „niemals nie sagen"

www.jungefreiheit.de/Single-News-Display.154+M52d30e91424.0.html

Der „Bildzeitung", der auch das eine Meldung wert ist, kann man dann noch den Satz entnehmen;
„Der Historiker Prof. Gerhard Besier ist in die Partei Die Linke eingetreten und will für sie in den sächsischen Landtag einziehen."

A ja, also auch noch Parteigenosse!
Ob sich letztere Meldung denn bestätigt (die anderen erwähnten das ja nicht), mag dann einstweilen noch offenbleiben.
Spätens, sollte er in den Landtag mit einziehen, wird das dann wohl endgültig offenkundig werden!

www.bild.de/BILD/regional/dresden/dpa/2009/06/03/historiker-besier-mitglied-der-linken.html

Die Leipziger Volkszeitung bestätigt auch die Angabe des - nun - Parteigenossen Besier!

www.lvz-online.de/aktuell/content/99443.html
 
Re: Wieder mal was von Besier
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 04. Juni 2009 02:03
Das „Neue Deutschland" widmete Herrn Besier auch einen Kommentar

www.neues-deutschland.de/artikel/149891.ein-freigeist.html
Die "Sächsische Zeitung" gleichfalls

www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2172265
Anmerkung meinerseits dazu.
Das mag ja so sein, wie es den Herr Lasch (vom "Neuen Deutschland") meint:
PERSÖNLICH STÖRT MICH AN SEINEM KOMMENTAR dass er Besier's auch Zeugen Jehovas-Engagement, nicht mit dem Bruchteil einer Silbe reflektiert.
Noch ist die jetzige Linke in Sachsen eine relativ starke politische Kraft. Gleich nach der CDU kommend (die in den vorhergegegangenen dortigen Landtagswahlen, zunehmend abgebaut hat).
Derzeit hat die Linke in Sachsen 31 Parlamentsitze. (CDU 55) Es wird sich zeigen bei der anstehenden Landtagswahl, ob die abenteuerliche Besier-Politik der dortigen „Linke" sich für selbige auch tatsächlich auszahlt.
Vielleicht überlagern auch andere Aspekte beim Wählervotum das alles.
Nach dem 30. August werden einige sicherlich „schlauer" sein
Besier
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 25. März 2009 19:43
Es ist schon bemerkenswert den Werdegang des Herrn Besier zu beobachten.
Einstmals lies er sich für eines seiner Bücher, vom Altkanzler Helmut Kohl, als Vorstellungsassistent, promoten.
Das ist wohl inzwischen Vergangenheit.

Offenbar hat Herr Besier wohl wieder neue Freunde gefunden.
In nachfolgender Meldung, wird er zwar eher beiläufig erwähnt. Gleichwohl kann man bei dieser Erwähnung wohl nicht übersehen, dass er da im relevanten Kontext, eine tragende Rolle wahrnimmt.
Weitere Meldungen zu Herrn Besier

www.ad-hoc-news.de/nachwuchs-von-cdu-und-fdp-protestiert-gegen-linke-kongress--/de/Politik/20129876

www.jungewelt.de/2009/03-25/025.php

www.jungewelt.de/2009/03-09/045.php

Thematisch zu vorstehendem ist auch eine frühere Meldung:

Mysnip.12219

Man vergleiche auch:

Mysnip.3678

Noch was:
Das eine weis ich.
Eine Partei, welche diesem Herrn eine Tribüne zur Selbstdarstellung bietet (egal ob früher die CDU, jetzt eben die Linke) und dabei alle Augen einschließlich der „Hühneraugen" zudrückt, um nicht etwa sein früheres Engagement etwa in Sachen Scientology, etwa seine Lobbyistentätigkeit in Sachen Zeugen Jehovas, und anderes mehr, gebührend zu würdigen.

Der Bock ist also in Sicht der Linken geeignet zum "Gärtner" bestellt zu sein.

Unter einer gebührenden Würdigung verstehe ich auch fallweise öffentlich geäußerte Voten dazu.
Eine Partei die sich zu vorstehendem in Schweigen hüllt, und das ist ja der Fall.
Eine solche Partei hat sich für mich selbst in den Status „unwählbar" hineinkatapultiert.

Nun ist ja meine Wählerstimme selbstredend numerisch völlig unbedeutend. Und was da ansonsten noch an Parteien und ihrer Politik übrig bleibt, ist auch nicht gerade angetan „Jubelstürme" zu verursachen. Das ist wohl war.

Insofern reduziert sich das auf den Faktor der Negativauslese.
Das Spektrum der Negativauslese wird in der Tat immer größer!

Re: Besier
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 26. März 2009 11:17
Und nicht vergessen:

Re: Besier
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 27. März 2009 06:43
Gelesen in einem Pressebericht worin der Name Besier mit vorkommt:

www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/1477519.html

„Sachsens Linke ist mit knapp 13 000 Mitgliedern nach eigenen Angaben der größte Landesverband der Partei. Das Durchschnittsalter der Mitglieder beträgt 68 Jahre."

Und bezüglich Herrn Besier liest man:

„Der Mitautor des Papiers und Historiker Gerhard Besier verwies auf einen breiten Konsens in der Geschichtswissenschaft, dass die DDR keine totalitäre, sondern eine "autoritäre Diktatur" gewesen sei. Die Bezeichnung Unrechtsstaat nannte der ehemalige Chef des Dresdner Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung eine "unsinnige Polemik". Er reagierte damit auf die Debatte um Äußerungen des Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering. Dieser hatte sich vor wenigen Tagen dagegen verwahrt, die DDR als "totalen Unrechtsstaat" zu verdammen. Daraufhin erntete der aus Westdeutschland stammende Politiker Proteste seines Koalitionspartners CDU."

Nun mag es so sein.
Ein Eins zu Eins-Vergleich zwischen Nazismus und dem Ostdeutschen Regime, ist nicht unbedingt Sachgerecht,
Aber, ein Verein mit Durchschnittsalter 68 Jahre, muss sich auch fragen lassen, ob Art und Form seiner Art von Vergangenheits"bewältigung" nicht doch etwas zu stark nach Nostalgie riecht.

Einige Sätze vorher in diesem Pressebericht auch die Aussage:

„Wie auch in anderen Staaten des Ostblocks sei "nicht zuletzt mit Hilfe von mächtigen Inlandsgeheimdiensten" von den Staatsparteien eine "zunehmende ,Durchherrschung´ der Gesellschaft" forciert worden."

Genau, dass dürfte denn wohl ein Kardinalsatz sein.
Ob der indes auf jener Veranstaltung der Linken auch genügend deutlich zum tragen kam, bleibt eher fraglich.

Was das zitierte Besier-Statement anbelangt, würde ich ihm in der Sache gar nichtmal widersprechen wollen (jedenfalls bezogen auf den hier referierten Kontext).
Das dies kein „Freibrief" für Herrn Besier auf anderen relevanten Feldern ist, dürfte ebenso klar sein.

Würde Besier sein Votum also unabhängig von jenem „68er Club" abgegeben haben, könnte man es zur Kenntnis nehmen, und anschließend zur Tagesordnung übergehen.

Er lies sich aber bewusst in die Strukturen jenes „68er Clubs" einbinden, und wird von diesen eben vermarktet.

Sage mir mit wem du umgehst - und ich sage Dir wer Du bist!
Re: Besier
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 27. März 2009 17:53
Die Linke will auf dem Kongress ein Thesenpapier diskutieren, das aus Anlass des Zusammenbruchs der DDR vor 20 Jahren von einer parteiinternen Arbeitsgruppe mit Unterstützung des Historikers Gerhard Besier entstand....
...
www.ad-hoc-news.de/spd-kritisiert-linke-wegen-konferenztitel-zu-wendeherbst--/de/Politik/20134994
Besier
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 24. August 2009 13:57
Herr Besier verlautbart sich (wieder mal)

Und die Presse (eher nur ein Teil von ihr)
nimmt's zur Kenntnis - und geht "gerührt" anschließend zur Tagesordnung über.

Wer war darauf auch verzeichnet?
Ach so, auch ein Herr Besier.

Nun ja - morgen schon wieder vergessen.

Wanderer zwischen den Welten, werden wohl ihre "Freunde" nicht in zunehnender Zahl zu registrieren haben.

www.sonntag-sachsen.de/2009/07/30/besiers-wende/

www.jungefreiheit.de/Single-News-Display.154+M573d287ca1f.0.html

www.pro-medienmagazin.de/politik.html?&news%5Baction%5D=detail&news%5Bid%5D=2350

www.welt.de/politik/deutschland/article4419237/Ex-Kohl-Berater-will-fuer-Linke-in-Landtag-ziehen.html
Re: Besier
geschrieben von:  Conzaliss
Datum: 24. August 2009 16:20
Als ich Besier vor Jahren reden hörte, war mir klar, dass es sich hier um einen promovierten Dummschwätzer handelt...
Re: Besier
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 07. September 2009 15:03
"Muffige Wärme"
betitelte der "Spiegel" in seiner Ausgabe 35/2009 einen Artikel über den Herrn Besier. Ausgehend von dessen Einzug in den Sächsischen Landtag, was wiederum die gewendete SED (die sich ja heutzutage anders nennt) möglich machte.
Das Herr Besier früher mal Berater des vormaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl war, wird mit erwähnt.

"Gerhard Besier hat einen Großteil seines Lebens auf der rechten Seite zugebracht. ... Nichts wies bislang auf einen Ausbruch aus der geordneten, konservativen Lebenswelt hin, auf die Hinwendung gar zu einer Partei, die in einer Reihe von Ländern immer noch für so gefährlich gehalten wird, dass der Verfassungsschutz sie unter Beobachtung hat" meint der "Spiegel" weiter.
Nach seiner Motivation befragt erfährt man

"er habe schon immer etwas gegen Staatsparteien gehabt".

Das er dann gar noch aus dem HAIT "hinausgelobt" wurde (in Ermanglung etwaiger Fähigkeit auch zur Selbstkritik) war dann der ausschlaggebende "Treibsatz" dieser Entwicklung.

Weiter der "Spiegel"
"Am Ende wurde ihm sein Einsatz für Religionsfreiheit zum Verhängnis, der die Scientology-Organisation und die Zeugen Jehovas mit einschloss, es gab ein bisschen bestellte Empörung, dann ließ ihn die CDU über die Klinge springen."

Und auch nicht uninteressant:

"So wird jetzt im sächsischen Landtag wohl erstmals ein Abgeordneter der Linkspartei sitzen, der viele sozialpolitische Vorstellungen seiner Partei schlicht "Unsinn" findet, ..."
.
Was nun die Titelüberschrift des "Spiegel"-Artikels von der "muffigen Wärme" anbelangt, wird selbige mit dem Satz erläutert:

"Von einer Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die er neulich besuchte, erinnert Besier vor allem die "muffige Wärme", die sich beim Erinnerungsaustausch der alten Kader einstellte."

A ja, dann haben sich ja wohl die "Richtigen" gesucht und gefunden!

www.spiegel.de/spiegel/print/d-66567958.html
 

Re: Besier
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 10. September 2009 06:37
Ein weiterer Kommentar zu Besier:

... Sein Verständnis von Religionsfreiheit, brachte ihm viel Kritik ein. In dem gemeinsam mit dem Sozialwissenschaftler Erwin K. Scheuch 1999 herausgegebenen Band »Die neuen Inquisitoren« wird allen Ernstes die Beobachtung von Scientology durch den Verfassungsschutz mit der Verfolgung der Juden im Dritten Reich verglichen
Die Zeitung Die Welt, die ihm lange gewogen war, schrieb später, das Hannah-Arendt-Institut »verschwinde hinter seinem Präsidenten Gerhard Besier und dessen merkwürdigem Hang zur Scientology-Sekte«, die er gegen Amtskirchen, Verfassungsschutz und überhaupt alle in Schutz nehme, die bei diesem religiös geschminkten Unternehmen zuerst an Geld- und Hirnwäsche dächten. Dass sein Vertrag bei einer Institution, die Hannah Arendts Namen trägt, trotz »glänzender Evaluierung« nicht verlängert wurde, wundert nur ihn.
Wie kein anderer Publizist griff er in den neunziger Jahren die letzten noch existierenden DDR-Institutionen an, die ostdeutschen Landeskirchen. Bischöfe und Kirchenfunktionäre bezichtigte Besier der Kumpanei mit Partei und Stasi...

Mit den Quellen nahm es der Kirchenhistoriker dabei nicht immer genau...

Die »Linke« wird auch mit Besier keine neuen Erfahrungen machen, selbst wenn Besier in dieser Legislaturperiode der erste Abweichler sein sollte, der zu keinem Zeitpunkt »auf Linie« war.
jungle-world.com/artikel/2009/37/39365.html

Redaktionelle Nachbemerkung:
Zu der mit zitierten Passage:
"In dem gemeinsam mit dem Sozialwissenschaftler Erwin K. Scheuch 1999 herausgegebenen Band »Die neuen Inquisitoren« wird allen Ernstes die Beobachtung von Scientology durch den Verfassungsschutz mit der Verfolgung der Juden im Dritten Reich verglichen."

Zu dieser Passage ist nach vorläufiger Überschlags-Nachprüfung festzustellen.
In dem genannten Zweibändigen Werk so wörtlich nicht nachweisbar.
Sinngemäss gewertet muss man allerdings zu einem anderen Schluss kommen

Unbeschadet davon, steht das seinerzeitige Engagement des Herrn Besier auch in Sachen Scientology außer Frage.
Dies wiederum bedeutet nicht zwangsläufig, auch die Verwendung ungeschützter Sätze durch den Kritisierten.

Weiter ist jedoch auch ausdrücklich festzustellen, dass in von Scientolgy selbst verantworteten Publikationen (ohne direkte Beteiligung von Herrn Besier) der zitierte Vergleich sehr wohl nachweisbar ist.

Sehe ich es richtig, wird außer in dem in Band I vertretenen Beitrag von Hermann Weber, Scientology im besonderen, als eigenes Thema in dieser Zweibändigen Buchausgabe nicht thematisiert; nur gestreift.
Allerdings äußert sich Weber in einem Sinne, der sicherlich auch das Wohlgefallen von Scientology finden dürfte. Etwa wenn er meint

(S. 201f.)
"Kennzeichnend für das Verhalten der Öffentlichkeit gegenüber 'Scientology' ist die ständige Berufung auf angebliche Praktiken der 'Kirche', die bisher - soweit ersichtlich - in keinem einzigen Fall durch die gerichtliche Verurteilung auch nur eines Scientologen belegt werden konnten."

Dennoch lässt sich auch Weber nicht zu Äußerungen der Art, wie sie in dem genannten Presseartikel enthalten sind, "hinreißen".

Allerdings - auch Wasser auf die Mühlen von Scientology - wenn Weber der Bayerischen Staatsregierung bescheinigt (S. 197f,)

"daß der bayerische Scientologenerlaß Fürsprecher nunmehr gerade auch in Kreisen findet, die sich vehement gegen den früheren Radikalenerlaß gewendet haben."

Letztere Behauptung von Weber kann man allerdings als nicht belegt einstufen. Er nennt für seine These keinerlei konkretes, nachprüfbares Beispiel solcher "Gesinnungswandlung" mit Namen. Er agiert also auf der Emotionenebene, nicht aber auf der Sachebene.

Auf die Geheimdienstliche "Beschattung" von Scientology kommt Weber auch zu sprechen (S. 205).
Aber wiederum vermeidet er Ausrutscher, etwa im Stile des Vergleiches mit den nazistischen Judenverfolgungen.

Sein Votum dazu fasst er in dem Satz zusammen (S. 206f.)
"Nach meinem Eindruck sind die Befürworter der Überwachung der Scientology-Organisation durch den Verfassungsschutz bis heute jeden Beweis dafür schuldig geblieben, daß tatsächliche Bestrebungen der Scientology-Organisation mit auch nur einem der genannten, eine Überwachung durch den Verfassungsschutz rechtfertigenden Ziele existieren."

Ohne im entferntesten ein "Freund" von Scientology zu sein, füge ich meinerseits hinzu. Diejenigen die da ihr "Heil" in den "Schlapphüten" sehen, die haben ihre "Hausaufgaben" in der Tat nicht gemacht. Dahingehend muss ich Weber beipflichten.

Auch das ist noch zu sagen.
Zwar nicht aus Besier's Feder direkt, wohl aber unter seiner Herausgeberschaft, gibt es in Band I eine Aussage, welche die beschriebene These hart streift. Vielleicht in etwas "vornehmerer Wortwahl" dieselbe These herüberbringen will!

Re: Besier
geschrieben von:  Conzaliss
Datum: 10. September 2009 19:35
Besier ist für mich ein Beispiel für einen Menschen, der immer danach Ausschau hält was ihn ins Rampenlicht rückt...
Re: Besier
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 14. September 2009 15:21
Sachsens "Linke" hält "Nabelschau" und registriert. Da wollte man gar den Ministerpräsidenten in Sachsen stellen. Der Herr Hahn, als diesbezüglicher Kandidat, warb auf seiner Webseite (vor der Landtagswahl) gar damit "Ministerpräsident Andre Hahn". Aus diesen hochfliegenden Plänen wurde wohl nichts. Ach ja und in der Nabelschau liest man gar den Satz: Auch der Neulinke Besier vermöge das nicht zu erklären.

www.linke-bildung-kultur.de/?p=1220

Und noch etwas liest man (eher zwischen den Zeilen). Reklamieren andere Parteien das Bürgertum im besonderen, so möchten Sachsens "Linke" diese Parteien bei diesem Bestreben gar noch "links überholen". Auch die Kandidatur des Herrn Besier, auf einem schon vorher so gut wie abgesicherten Listenplatz, ist diesem Kontext einzuordnen. Da ändern auch die 3% weniger als bei der Landtagswahl 2004 nichts. Der sichere Listenplatz macht es möglich.

Ging das Hahn'sche Kalkül auf?
Wohl kaum, registriert man auch den Umstand, das Sachsens "Linke" im Vergleich zur vorangegangenen Wahl, numerisch eingebüßt haben. Zwar nicht "dramatisch", aber in der Sicht eines "Erbsenzählers" ist zu konstatieren. Es sind einige "Erbsen" weniger geworden als bei früheren Wahlen.

Es steht mir ja nicht an das Zerwürfnis des Herrn Besier mit der CDU weiter zu kommentieren. Das die CDU-Erwartungen an seiner Leitung des HAIT nicht gerade "erfüllt" wurden, liegt ja zutage.
Dennoch frage ich mich, wie es den Mann ausgerechnet in die Partei verschlagen hat, in der er jetzt gelandet ist.

In der Partei des Herrn Westerwelle wäre der Mann (wenn er mit der CDU "nicht mehr kann", auch aufgrund seiner Sozialdarwinismus begünstigenden Engagement auf dem Religionssektor), doch sicherlich besser aufgehoben.
Wenn denn Herr Besier zum "echten Linken" mutiert sein sollte, dann allerdings befällt mich das Gefühl eines Lachkrampfes.

Um auch das noch zu sagen, die Neo-Liberale Westerwelle-Partei rangiert in meiner persönlichen "Wertschätzung" auf Platz 99a kurz vor Hintertupfingen vorm Mond.
Leider haben aber genug andere ausreichend Wertschätzung für die Westerwelle-Partei. Etwa Bankfürsten, die da nicht an fürstlichen Spenden sparen.
Wie auch immer, wenn der Herr Hahn sich was auf seinen Besier-"Einkauf" etwas einbildet, kann er mir eigentlich nur leid tun ...!

Noch so eine "tolle Meldung" auf der Webseite des Herrn Hahn.
Er nähme nunmehr am Kirchentag teil ...
www.andre-hahn.eu/?p=740
Na dann viel Vergnügen "und wohl bekomm's"
www.andre-hahn.eu/?cat=1

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