Annotationen zu den Zeugen Jehovas

Cliff Richard erinnert sich

Cliff Richard, in Indien geboren und aufgewachsen, beschreibt seine dortige soziale Stuation so, dass die einzige Aufgabe die seine Mutter zu lösen hatte, darin bestand, zu entscheiden, was ihr Dienstpersonal denn für Mahlzeiten am jeweiligen Tage zubereiten sollte. Der technische Ablauf dessen war dann nicht mehr ihr Problem. Ihr Part beschränkte sich lediglich auf die Kommandoanweisungen.

Auch Indien blieb nicht auf Dauer eine britische Kolonie. Und mit dem schwinden der Kolonialherrlichkeit, reduzierten sich auch die vorgenannten wirtschaftlichen Möglichkeiten. Eines Tages kam der Zeitpunkt heran, wo die Familie eine Entscheidung fällen musste. Und die Entscheidung hiess: Dort die Koffer zu packen. Da Cliff's Oma in Großbritannien wohnte, wurde beschlossen nach England umzuziehen.

Seiner Beschreibung nach, konnte der Wechsel auch in wirtschaftlicher Beziehung kaum extremer ausfallen. Es gelang den Eltern nicht, in Großbritannien wirtschaftlich gesunden Fuß zu fassen und ihre ersten dortigen Jahre waren von ausgesprochener extremer wirtschaftlicher Armut gekennzeichnet.

In dieser depressiven Situation ließ die Mutter sich dazu motivieren, sich den Zeugen Jehovas anzuschließen. Sie sollte allerdings alsbald noch ein "Damaskuserlebnis" der besonderen Art bekommen. Es betraf Cliff's Schwester Donna, zu der er allerdings nur ein als "nicht spannungsfreies" beschreibbares Verhältnis hatte. Das sich anbahnende "Damaskuserlebnis" wird in seiner Biographie mit den Worten beschrieben:

"In einer bestimmten Zeit war auch Donna hart an der Grenze, zum Bekenntnis der Zeugen Jehovas überzutreten, und buchstäblich erst an der Grenze des Todes fand sie zurück. 1973 war Donna schwer krank und brauchte eine Bluttransfusion. Da die Zeugen Jehovas kompromißlos Bluttransfusionen verboten - was auf einer sehr simplen Mißdeutung der Bibel beruht -, lehnte Donna standhaft ab, bis sie fast starb. ...

Aber der ganze Vorfall hatte eine gewaltige Erschütterung aller Vorstellungen, bsonders bei meiner Mutter, zur Folge. Sie war es, die schließlich entschied: 'Tun Sie, was getan werden muß!' Die Ärzte gaben ihr sofort die Bluttransfusion.

Donna ist heute gesund und munter. Für sie bedeutete diese Erfahrung eine drastische Änderung ihrer Wertmaßstäbe.

Meine Mutter, ein getauftes Mitglied der Zeugen Jehovas, wurde vor das Tribunal der Sekte zitiert.

Aber dieses außergewöhnliche und leicht lächerliche 'Gericht' gab einen tiefen Einblick in das Gottesbild der Zeugen Jehovas. Ein 'nein' zur Transfusion, und Donna wäre jetzt tot - als wenn Gott solche Entscheidungen von uns erwartete!

Meine Mutter - immer noch leicht 'Zeugen Jehova-orientiert' - entdeckte eine neue und dynamische Seite der Bibel: Sie erlaubte jetzt dem Heiligen Geist, ihr den Text zu erschließen, und das ist etwas wesentlich anderes als die Interpretationen der unpersönlichen Wachtturm-Autoritäten!"

Sich selbst beschreibt Harry Webb alias "Cliff Richard" in dieser Zeit mit den Worten:

"Theoretisch war ich kein Atheist, aber im praktischen Leben unterschied mich nicht viel davon. Die Szene um Gott war unwichtig.".

Wie schon ausgeführt, hatten die Zeugen in dieser Familie bereits Fuß gefasst. Das sollte auch für ihn nicht folgenlos bleiben. Symptom dafür ist auch die Angabe:

"Während eines langen Sommers in Blackpool nahmen wir sogar an einem offizuiellen Bibelkurs teil. Einer der Ältesten der Zeugen Jehovas kam jeden zweiten Tag in unser Haus, um uns das zu geben, was ich damals für brillante Bibelauslegung hielt. Rückblickend kann ich heute sagen, dass diese Interpretationen nicht viel mehr waren als Rezitate der offiziellen 'Parteilinie'"

Mutmaßlich hatte seine eingeschlagene Karriere als Musiker den wesentlichen bremsenden Rückhalt ausgeübt. Das kommt auch in der Anmerkung zum Ausdruck:

"Die Lehre der Zeugen Jehovas beeinflußte fortan meine Einstellung und Prioritäten zu Hause und bei der Arbeit. Es gab einen einzigen entscheidenden Vorbehalt - Hingabe. Obwohl ich es glaubte, es diskutierte, die ganze Literatur las, dafür kämpfte und alles verteidigte, konnte ich mich nicht dazu durchringen, eine öffentliche Taufe der Zeugen Jehovas an mir vollziehen zu lassen. Aber gerade das war der springende Punkt. Das war die trennende Linie zwischen drinnen und draußen.

Zwei Jahre widerstand ich dem Druck aller "Zeugen-Jehovas-Anläufe", mich doch einer Taufe zu unterwerfen. Drohte mich ihr Drängen zu ersticken, leugnete ich rundweg jegliche Absicht. Der Gedanke an die Zeitungsmeldungen, Reaktionen der Öffentlichkeit und an das mögliche Risiko, meine Karriere zu zerstören, war schrecklich."

Die von den Zeugen Jehovas angewandte Indoktrination bewertet er rückblickend mit den Worten:

"Zurückblickend glaube ich, dass mein Zeugen-Jehovas-Engagement nur auf einer einzigen Ebene der Persönlichkeit basierte: auf der geistigen. Es war eine Art trockenes intellektuelles Pauken, das mich mit Hilfe verschiedener subtiler Mittel zu genau denselben Ergebnissen führen sollte wie alle anderen. Es gab kein geistliches Wachsen, es gab nicht die persönliche Erfahrung des vergebenden und liebenden Christus, kein Verständnis des Gebetes. Man lehrte mich nicht mal die Bibel, was ich damals felsenfest annahm, sondern vielmehr nur die Zeugen-Jehovas-Interpretation der Bibel."

Es ist weiter zu registrieren. Aus Kindern werden eines Tages Erwachsene. Das war auch in diesem Fall so. Seine Geschwister verheirateten sich. Selbst die Mutter (der Vater war zwischenzeitlich verstorben), ging eine neue Ehe ein. Die Familie zerdriftete zusehends "in alle Himmelsrichtungen". Jetzt gelang es anderen christlichen Gruppierungen die "Ernte" einzufahren. Gelang es den Zeugen zwar nicht, ihn zur Taufe zu überreden, so konnten andere christliche Gruppierungen, die generell liberaler als die Zeugen sind, ihn dazu bewegen, begünstigt auch durch seine Suche nach einem neuen Anschluss, nach der familiären "Selbstauflösung", sich ihnen anzuschließen. Und seit jenem Jahre 1966 firmiert auch Cliff Richard als "ein Christ im Showgeschäft". So auch der Titel des Buches, aus dem vorstehendes entnommen wurde.

Und mit einem besonders "würdigen" Vertreter des Kulturchristentums, lässt er sich den auch abgebildet in diesem Buche blicken:

Vielleicht ergänzend noch eine Kurznotiz von der El Awalla-Webseite
:Janicello singt gegen Drogen

Ab 16.00 Uhr veranstaltet der Scientology-Verein "Sag Nein zu Drogen" am Stephansplatz ein Konzert gegen Drogen als Startschuß für "eine großangelegte Aufklärungskampagne". Mark Janicello, bekannt von seinen Auftritten im Theater Akzent der Wiener Arbeiterkammer wird singen.
(Der Auftritt dort ist nach Informationen aus der Musikbranche der schlechten Auslastung des Hauses zuzuschreiben).

Die "Sag Nein zu Drogen"-Kampagne wird auch von anderen Scientology-Stars unterstützt:

John Travolta, Isaac Hayes, Chick Corea usw.

Cliff Richard, ehemaliger Zeuge Jehovas und Tourneebegeleiter des evangelikalen Predigers Billy Graham (genannt das Maschinengewehr Gottes), hat neben anderen mehr oder weniger abgetakelten Stars ein Papier zu dieser Kampagne unterzeichnet.

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