Rutherford, Religion, Kapitel 1:

Siehe auch: Kommentierendes Nachwort zu Rutherford Religion

Zu einer Konferenz versammelt, saßen die Vertreter der Nationen, hervorragende, angesehene Männer, am grünen Tisch, darunter hohe Persönlichkeiten, Delegierte der großen religiösen, kommerziellen und politischen Einrichtungen der Welt. Unauffällig, in einer Ecke des Saales - ein Fremder. Niemand schien zu wissen, wie er hereingekommen war, da man ihm keine Einladung zugestellt hatte.

Der Vorsitzende hob an: "Meine Herren! Eine wichtige Frage liegt zur Entscheidung vor: Wie können die verschiedenen Nationen weiterbestehen? Wie können wir dem Krieg ein Ende machen und in Frieden und Sicherheit wohnen? Streitigkeiten zersplittern die Nationen, Furcht und Ratlosigkeit erfüllt die Herrscher und das Volk. Ich bemerke, daß gewisse Staatsmänner zur Erhaltung der Sicherheit auf mehr Religion pochen, und führende Männer des Handels gehen darin mit ihnen einig. Der höchste Vertreter der größten Religionsorganisation der Erde ist auch unter uns. Wir sind versammelt, um über Frieden und unsere Sicherheit zu beraten, und ich ersuche Sie daher, meine Herren, folgende Frage gründlich zu diskutieren: Benötigen wir mehr Religion, um die bedrängte Welt in den sicheren Hafen des Friedens zu führen?"

Der Fremde: "Herr Präsident! Gestatten Sie mir den Vorschlag, daß vor Beginn der Besprechung dieser so wichtigen Frage Ihr Sekretär der verehrten Versammlung eine Erklärung vorlese, die auf den Ursprung der Religion hinweist und zeigt, wie sie gebraucht wurde und welche Wirkung sie hatte. Eine solche Erklärung habe ich hier zur Hand und bitte um die Erlaubnis, sie Ihnen zu überreichen."

Der Antrag wurde genehmigt, und der Sekretär las folgendes vor:
Religion
Ist Religion der Weg zu internationalem Frieden und Sicherheit? Um zu der richtigen Schlußfolgerung zu gelangen, sollte der Ursprung der Religion und ihr Einfluß auf die Menschheit in den vergangenen Jahrhunderten ins Auge gefaßt werden. Vor vielen Jahrhunderten nahm die Religion in Eden ihren Anfang und ist seither von den Völkern aller Nationen ausgeübt worden. Die hervorragendste Religion unter den Nationen ist die sogenannt "christliche", und es wird angenommen, diese sogenannt "christliche Religion" stütze sich auf die Lehren Jesu Christi. Die Worte Jesu Christi sollten daher von den Nationen als absolut maßgebende Autorität angenommen werden.

Jehova, der allmächtige Gott, sandte Jesus auf die Erde, damit er die Wahrheit verkündige. Dies geht mit Bestimmtheit aus seinen folgenden Worten hervor: 'Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit verkündige' (Johannes 18: 37). Außerdem wies Jesus darauf hin, daß auf Erden eine Zeit kommen würde der "Bedrängnis der Nationen in Ratlosigkeit …; indem die Menschen verschmachten vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen" (Lukas 21: 25, 26). Die sichtbaren Geschehnisse beweisen, daß diese Prophezeiung Jesu jetzt erfüllt wird.

Die drohende Gefahr und deren Ursache nicht zu kennen, hindert die Menschen daran, den Weg der Zuflucht an den Ort der Sicherheit zu finden. Alle Nationen, alle Menschen sind jetzt ernstlich von einer unsichtbaren Macht bedroht; um ihr zu entrinnen, gibt es nur einen einzigen Weg. Die Veröffentlichung der Wahrheit, wodurch diese unsichtbare Macht kenntlichgemacht und offenbart und die Ursache der gegenwärtigen Leiden der Nationen gezeigt wird, stellt notwendigerweise die Übeltäter und ihren Einfluß auf die Nationen und Völker der Erde bloß. Niemals in der Menschheitsgeschichte war es so notwendig wie jetzt, daß die Menschen die Wahrheit kennenlernen; denn dies sind Zeiten großer Gefahr und "die letzten Tage" (2. Timotheus 3:1; 1. Johannes 2:18).

Die Jünger Jesu stellten Jesus die bedeutsame Frage, welche Zustände zur Zeit seiner Wiederkunft und der Aufrichtung der großen Theokratie herrschen würden. In Erwiderung dieser Frage sprach Jesus die Wahrheit, und zwar in der Vollmacht, die ihm von Jehova gegeben war. Unter anderem antwortete Jesus seinen Jüngern auf die ihm gestellte Frage die Worte: "Und gleichwie es in den Tagen Noahs geschah, also wird es auch sein in den Tagen des Sohnes des Menschen" (Lukas 17:26).

Was in den Tagen Noahs besonders stark hervortrat, war der Einfluß und die Macht, welche Dämonen auf die damals auf Erden lebenden Völkerschaften ausübten. Die Worte Jesu beweisen, daß zur Zeit seiner Wiederkunft ein genau gleicher Zustand bestünde, der bis zu Gottes bestimmter Zeit, wo er die Bösen vernichtet, vorherrschen würde. Wie die Schrift und die wahrnehmbaren Tatsachen es zeigen, wurde Christus Jesus im Jahre 1914 als König auf den Thron erhoben. Dann kam er im Jahre 1918 zum Tempel Gottes und begann dort mit dem Versammeln und Richten der Gottgeweihten. Seit jener Zeit haben die Leiden der Menschen ständig zugenommen, und heute befinden sich die Völker in einer bedauernswerteren Lage, als irgend jemand dies je auf Erden erlebt hat (Offenbarung 12:12). Hier wird nun das biblische Zeugnis und der Beweis unterbreitet, warum solch schreckliche Zustände auf der Erde bestehen; ferner wird hingewiesen auf die Vorkehrungen, die Jehova zum Schutz und zur Rettung der Menschen vor diesen Schrecknissen getroffen hat. Diesen Schutz erhalten nur diejenigen, die Demut und Gerechtigkeit suchen.

Die Herkunft der Dämonen
Es ist angebracht, daß jedermann auf Erden seine Vorurteile und vorgefaßten Meinungen beiseite und ernstlich nach der im Worte Gottes aufgezeichneten Wahrheit forsche. Wer das tut, wird finden, daß der Oberste unter den Dämonen Satan, "die alte Schlange", der Teufel, ist. Als dieser in der Organisation Jehovas unter anderen Beauftragten noch eine Vertrauensstellung innehatte, hieß er Luzifer, nämlich "hell Leuchtender", ein mit Vollmacht Bekleideter. Er lehnte sich aber wider Gott auf, und in dieser Zeit der Empörung wurde er jener Böse, der in der Schrift als "der Oberste der Dämonen" bekannt ist, das heißt der Herrscher unter den Teufeln oder Dämonen (Matthäus 12:24). Jehova gab ihm nun andere Namen, nämlich Drache, Satan, Schlange und Teufel. Eine Anzahl der Engel schloß sich Satan in seiner Rebellion wider Gott an, auch sie wurden Dämonen oder Teufel und werden in der Schrift als "Riesen" oder "Nephilim" (Parallelbibel) bezeichnet (1. Mose 6:4). Der Name "Nephilim" bedeutet Raufbolde oder Tyrannen, die willentlich gesetzlos und entschlossen sind, Gottes Gesetz zum Trotz Unheil anzurichten. Der Wachtturm vom 1. und 15. Oktober 1934 enthält ausführlichere Schriftbeweise über diese Dämonen und ihre Wirksamkeit in den Tagen Noahs.

Das Todesurteil
Das Todesurteil über Satan wurde zur Zeit seiner Empörung gefällt und ist in Hesekiel 28: 18, 19 (Schlachter) aufgezeichnet. Ebenso wurden auch die Engel, die sich dem Teufel in seiner Auflehnung angeschlossen hatten, zum Tode verurteilt. Gott schob jedoch die Vollstreckung jenes Richterspruches oder Todesurteils hinaus, bis seine bestimmte Zeit zu dessen Vollstreckung käme, zu welcher Zeit 'alle Gesetzlosem vertilgt' werden sollen (Psalm 145:20; 37:20). Satan forderte Gott heraus, Menschen auf die Erde zu setzen, die ihre Lauterkeit gegen Gott bewahren würden, und behauptete gleichzeitig, er könne alle Menschen dazu bringen, Gott ins Angesicht zu fluchen (Hiob 2:5; rev. Zürcher Bibel). Diese Prahlerei stützte sich auf die Annahme, sein Einfluß und seine Macht über die Schöpfung seien stark genug, alle gegen den Schöpfer aufzureizen. Um Satan und seinen Streitmächten volle Gelegenheit zu geben, ihr Äußerstes zur Verwirklichung ihrer ruchlosen Drohung zu tun, schob Gott die Vollstreckung des über sie gefällten Todesurteils hinaus, bis seine bestimmte Zeit, alle diese Bösen zu vernichten, gekommen wäre. Da es Satan nicht gelingen wird, seine prahlerische Behauptung wahrzumachen, wird der ganzen Schöpfung die Obergewalt Jehovas, des Quells des Lebens und Gebers jeder guten und vollkommenen Gabe, bewiesen.

Jehovas Beschluß, die Vollstreckung des Todesurteils über Satan aufzuschieben, geht aus seinen folgenden, Satan geltenden Worten der Schrift hervor: "Eben deswegen habe ich dich bestehen lassen, um dir meine Kraft zu zeigen, und damit man meinen Namen verkündige auf der ganzen Erde" (2. Mose 9:16). Die Bibel zeigt, daß der Aufschub der Vollziehung des Todesurteils auch die anderen als "Dämonen" bezeichneten Rebellen betraf. Darüber lesen wir: "Engel, die ihr Fürstentum nicht bewahrt, sondern ihre eigene Behausung verlassen haben, hat er zum Gericht des großen Tages mit ewigen Ketten unter der Finsternis verwahrt" (Judas 6, Fußnote). "Denn wenn Gott Engel, welche gesündigt hatten, nicht verschonte, sondern, sie in den tiefsten Abgrund hinabstürzend, Ketten der Finsternis überlieferte, um aufbewahrt zu werden für das Gericht …" (2. Petrus 2:4).

Seit der Zeit, da jene Bösen rebellierten und das Todesurteil über sie gefällt wurde, hat Gott sie, nach dem Maße ihrer Fähigkeit, zugunsten der ruchlosen Behauptung Satans wirken lassen. Durch seine Knechte ließ Gott in der Bibel aufzeichnen, daß beim Kommen des Herrn Jesus und bei der Aufrichtung der theokratischen Herrschaft mit Jesus als König das Ende der ungestörten Herrschaft Satans erreicht sei und dann die bösen Engel mit Satan zusammen vernichtet werden sollen. Daher steht geschrieben: "Welchen das Gericht von alters her nicht zögert, und ihr Verderben schlummert nicht" (2. Petrus 2:3). Dann wird das Gericht nicht mehr hinausgeschoben werden; die Hinrichtung wird dann stattfinden. Seit der Zeit, da der Richterspruch oder das Urteil über Satan und dessen gesetzlose Genossen gefällt wurde, haben diese Gesetzlosen - bestrebt, die Behauptung des Teufels wahrzumachen - Gott widerstanden; zu diesem Zweck haben sie die Massen der Menschen auf Erden getäuscht und von Gott weggezogen. Es hat indes zu allen Zeiten etliche Menschen gegeben, die ihre Lauterkeit Jehova gegenüber bewahrt haben.

Die Tage Noahs
Noah war ein Knecht des allmächtigen Gottes, ein Prediger der Gerechtigkeit (2. Petrus 2:5). In den Tagen Noahs hatten der Teufel und andere Dämonen in solchem Maße Macht und Einfluß auf die Menschheit ausgeübt, daß alle Völker der Erde, mit Ausnahme Noahs und seiner nächsten Familienangehörigen, verderbt waren. "Und Jehova sah, daß des Menschen Bosheit groß war auf Erden, und alles Gebilde der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag. Noah aber fand Gnade in den Augen Jehovas. Und die Erde war verderbt vor Gott, und die Erde war voll Gewalttat. Und Gott sprach zu Noah: Das Ende alles Fleisches ist vor mich gekommen; denn die Erde ist voll Gewalttat durch sie; und siehe, ich will sie verderben mit der Erde" (1. Mose 6: 5,8,11,13).

Wegen dieser Bosheit und Gewalttat sandte Gott die Sintflut oder die mächtige Wasserflut, worin alle Menschen, ausgenommen Noah und seine nächsten Familienglieder, umkamen (1. Mose, Kapitel 6 und 7). Die Worte Jesu im oben angeführten Text (Matthäus 24:37) beweisen in Verbindung mit den wohlbekannten wahrnehmbaren Tatsachen, daß jetzt ein genau gleicher Zustand auf der Erde herrscht. Dieser Zustand tritt unmittelbar vor der Schlacht des großen Tages Gottes des Allmächtigen - in welcher die Bösen hingerichtet werden - besonders in Erscheinung.

Babylon und die Dämonen
Man verfolge nun den biblischen Bericht über die Tätigkeit Satans und seiner Horde ruchloser Dämonen von der Zeit Noahs und der Sintflut an bis auf den heutigen Tag. Das in der Bibel aufgezeichnete Wort Gottes ist die Wahrheit; es allein kann die Menschen erleuchten und ihnen den rechten Weg weisen (Psalm 119:105; Johannes 17:17). Gottes Wort der Wahrheit muß all denen zum Führer sein, die jetzt den rechten Weg finden und dem drohenden Unheil entfliehen wollen. "Gott ist Licht, und keinerlei Finsternis ist in ihm" (1. Johannes 1:5, Menge). Das bedeutet, daß man Gerechtigkeit suchen muß, um das Licht des Wortes Gottes zu erkennen, zu schätzen und dadurch gesegnet zu werden. Gottes Feinde wandeln in der Finsternis, und Satan, der Oberste der Teufel oder Dämonen, betrügt sie und führt sie in die Finsternis hinein. Alle mit dem Teufel verbündeten Dämonen sind in Finsternis; alle sind Täter der Gesetzlosigkeit und arbeiten gegen Jehova Gott und gegen seine Knechte. Man beachte sodann, welche Mittel die Täter der Gesetzlosigkeit anwenden, um die Menschheit in Finsternis und von Gott fernzuhalten. Dadurch, daß der Teufel und seine Vertreter die Menschen gegen die Wahrheit blind erhalten, wollen sie das Menschengeschlecht ins Verderben stürzen.

Babylon
Kurze Zeit nach der Flut wurde Babylon organisiert mit Nimrod als dem irdischen Diktator (1. Mose 10: 8-11). Das war die erste organisierte Regierung der Menschen. Alle politischen Regierungen der Erde, die der Vergangenheit sowohl wie die der Gegenwart, sind dem babylonischen Stamm entsprungen. Obwohl die ursprüngliche Stadt Babylon verschwunden ist, tragen doch alle Regierungen der Erde den Namen ihrer Mutter "Babylon", und der Teufel und seine verbündeten Dämonen haben Einfluß, Macht und Gewalt über diese Regierungen ausgeübt und üben sie noch aus. Die Organisierung Babylons durch Nimrod vereinigte die Religion, den Handel und die Politik als das Mittel, das Volk in Unterwürfigkeit zu halten und es zu beherrschen. Alle Regierungen von heute, die sogenannte "Christenheit" eingeschlossen, sorgen dafür, daß die gleichen drei Machtgruppen, die Babylon bilden - nämlich Religion, Handel und Politik - weiterbestehen und wirken. Die Tausende von Sprachen, die in der Zeit der Verwirrung der Menschen in der Ebene Sinear in Babylon ihren Anfang nahmen und von den Völkern in den verschiedenen Gegenden der Erde gesprochen werden, haben weiterbestanden und sind von den drei Elementen, Religion, Politik und Handel, beherrscht worden.

Babylon war von Dämonen beherrscht, und das Volk betete Dämonen an. Seine Religion war Dämonismus. Satan, der oberste Dämon, hat von damals an bis heute Babylon (einschließlich aller Regierungen der Erde) als sein eigen beansprucht, und diesen Anspruch hat Jesus zur Zeit, da er auf Erden war, nicht verneint, sondern gelten lassen (Matthäus 4:8,9). Die Schrift zeigt, daß die organisierte "Religion" vom Teufel stammt, der sie gerade zu dem Zwecke schuf und in Tätigkeit setzte, das Menschengeschlecht von Gott abspenstig zu machen. Die Schrift beweist ferner deutlich, daß alle Nationen - die sogenannte "Christenheit" der Gegenwart inbegriffen - "Babylon" bilden [Religion - eine bloß äußere Form zur Bekundung des Glaubens an eine höhere Macht, die sich auf überlieferte Menschenlehren stützt und nicht auf Gottes Wort: Matthäus 15: 8,9 und Jesaja 29:13]
Sie alle üben Religion aus; denn der Teufel hat die Menschen getäuscht und hat seinen Religionskult sogar im Namen Gottes und Christi betrieben. Darüber sagt Jehova durch seinen Propheten zu der heutigen "Christenheit" oder zu "Babylon": Steige herab und sitze in den Staub, o Jungfrau, du Tochter Babel! Setze dich auf die Erde und nicht auf den Thron, du Tochter der Chaldäer! Denn man wird dich nicht mehr die Weichliche und Verzärtelte nennen! Tritt doch hin mit deinen Bannsprüchen und mit der Menge deiner Zauberformeln, womit du dich von deiner Jugend an abgemüht hast! Vielleicht kannst du etwas ausrichten, vielleicht Schrecken einjagen. Du bist müde geworden von der Menge deiner Ratschläge. So laß nun herzutreten und dich erretten, die den Himmel abteilen, die Sternseher, die monatlich kundtun, was über dich kommen soll. Siehe, sie sind geworden wie Stoppeln, welche das Feuer verbrannt hat; sie werden ihre Seele von der Gewalt der Flammen nicht erretten; es wird keine Glut sein, daran man sich wärmen, und kein Herdfeuer, dabei man sitzen könnte" (Jesaja 47: 1, 12-14, Schlachter).

Satan, der Erzdämon, wird in der Schrift als "der Gott dieser Welt" oder "Fürst dieser Welt" bezeichnet, was bedeutet, daß er die Welt regiert und beeinflußt (2. Korinther 4:4; Johannes 14: 30). Alle Regierungen der Erde bilden einen Teil der sichtbaren Organisation des Widersachers und befinden sich unter dem Einfluß, der Macht und Gewalt böser Geister; doch ist dies wenigen, wenn überhaupt welchen von ihnen bekannt. Die Organisation ist mit Satan verbunden, gleich wie eine Frau oder ein Weib mit einem Manne vereint ist, und Satans Organisation wird daher in der Schrift unter dem Sinnbild eines unkeuschen Weibes erwähnt, das heißt eines Weibes, das Teufelsanbetung und Zauberei treibt (Jesaja 47: 1-15; Jeremia Kapitel 50 und 51; Offenbarung 17: 1-18). Satans Weltorganisation ist allgemein als "Babylon" bekannt, und alle Teile derselben üben irgendeine Art Religion aus, die der Teufel zu dem Zweck in Tätigkeit gesetzt hat, die Menschen von dem wahren und allmächtigen Gott wegzuziehen. Aus diesem Grunde wurden die Christen, das heißt die wahren Nachfolger Christi Jesu, vom Apostel und Diener Jesu Christi ausdrücklich darüber unterrichtet, daß diese Welt von Dämonen regiert und beherrscht ist, und daß alle Christen Religion meiden müssen. Er tut ihnen ferner kund, daß ihre Feinde, die Dämonen, gegen alle Diener Gottes und Christi kämpfen. "Denn unser Kampf ist nicht wider Fleisch und Blut, sondern wider die Fürstentümer, wider die Gewalten, wider die Weltbeherrscher dieser Finsternis (die Beherrscher dieser Welt der Finsternis, rev. Zürcher Bibel), wider die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Örtern" (Epheser 6:12).

Vor der Verwirrung der menschlichen Sprache beim Turm von Babel bedeutete der Name "Babel" das "Tor Gottes". Das war ein religiöser Name, ohne nähere Angabe, welcher Gott damit gemeint war, doch bezog er sich tatsächlich auf den Scheingott, Satan, das heißt auf den Gott oder mächtigen unsichtbaren Herrscher dieser bösen Welt (2. Korinther 4:4). In Babylon spielte die Religion die hervorragendste Rolle. Nimrod richtete Religion auf, gab sich selbst als den sichtbaren Vertreter Gottes - das heißt Satans - aus, und verlangte, daß das Volk ihn anbete. Aus diesem Grunde wurde Nimrod ein "Gewaltiger", und es steht von ihm in der Schrift geschrieben: 'Nimrod, der Gewaltige auf der Erde; de gewaltige Jäger vor dem Herrn Jehova', das heißt Jehova überlegen (1. Mose 10: 8-10) (Zur weiteren Betrachtung siehe Kirchliches Handlexikon, 4. Band, unter dem Untertitel "Nimrod".)

Die biblische Weissagung hat viel über Babylon und dessen Zerstörung zu sagen. Das Buch der Offenbarung erwähnt die Zerstörung Babylons als dasjenige kommende Ereignis, das sowohl im Himmel wie auch auf Erden von höchstem Interesse ist, und diese Zerstörung bezieht sich auf den vollständigen Sturz der Organisation Satans und nicht auf die buchstäbliche Erde. Wie die Schrift enthüllt, bedeutet die Zerstörung Babylons das endgültige Ende der bösen Welt, über die Satan und seine Dämonen geherrscht haben. Sie folgt unmittelbar auf die Vollendung der Verkündigung des Namens Jehovas und seines Reiches. Dieses Zeugniswerk ist jetzt auf der Erde im Gange und wird nun als Gottes "befremdendes Werk" bezeichnet, dem Gottes "Akt, sein befremdender Akt", folgen soll (Jesaja 28:21; englische Bibel).

Die "Christenheit" ist "Babylon"
Die Schrift offenbart, daß der Name "Schlange" Satan, dem Teufel, gegeben ist, um ihn als den Erzverführer zu bezeichnen, als den, der die Menschheit betrügt und täuscht. Eines seiner hauptsächlichsten Täuschungsmittel besteht darin, das Volk über die Wahrheit hinsichtlich seiner Organisation und besonders hinsichtlich Babylon beständig in Unwissenheit zu halten. Die Schrift erklärt mit Bestimmtheit, daß Babylon am Ende der Welt Satans vorhanden ist und dann zerstört werden muß und auch zerstört werden wird. "Babylon" ist nicht bloß das "Heidentum" mit seiner Religion, sondern diese Bezeichnung bezieht sich auch auf die "Christenheit"; und besonders in der "Christenheit" sind Religion, Handel und Politik zur Beherrschung der Nationen miteinander verbunden. Durch Täuschung und Trug bedient sich die sogenannte "Christenheit" des Namens Christi, und dieser Name wurde vom Widersacher zu dem offenkundigen Zweck gewählt und angewendet, um die Menschen zu betrügen und zu täuschen und sie von Gott abspenstig zu machen. Die "Christenheit" ist die höchste Entwicklung und die verführerischste Form der sichtbaren Organisation des Widersachers.

Die Grundlehre des alten Babylon war die religiöse Lehre oder der Lehrsatz von der "Unsterblichkeit", in erster Linie von derjenigen des Teufels und all seiner Dämonen, und dann auch von derjenigen aller Menschenseelen, die unter die Gewalt der Dämonen kommen. Sie steht im Gegensatz zu der Wahrheit des allmächtigen Gottes und seins angekündigten Beschlusses, daß die Gesetzlosen vernichtet werden sollen, und wird dieser Wahrheit zum Trotz gelehrt. Diese Lehre von der menschlichen Unsterblichkeit war die erste je verkündigte Lüge, und sie wurde von Satan vorgebracht, um Adam und Eva zu täuschen und irrezuführen (1. Mose 3: 4, 5). Diese Lüge hatte den Tod des Menschen zur Folge, was Satan sowohl zum Lügner als auch zum Mörder stempelt. "Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang und ist in der Wahrheit nicht bestanden, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben" (Johannes 8:44).

Dieselbe teuflisch-religiöse Lehre von der "Unsterblichkeit aller Menschenseelen" ist heute das grundlegende Dogma oder Religionslehre von der sogenannten "Christenheit", was beweist, daß die "Christenheit" das neuzeitliche Babylon ist. Man entlehnte diese Irrlehre von der "menschlichen Unsterblichkeit" dem Dogma, das von der Mutter oder dem ehemaligen Babylon, dem "Weibe" (oder der Organisation) des Teufels gelehrt wurde; und das Religionssystem der "Christenheit" wird in der Schrift klar als "die Tochter Babylons" beschrieben (Offenbarung 17:5). Durch diese falsche Lehre sind Religionisten, die die "Christenheit" bilden, hinters Licht geführt worden und werden weiter verleitet, dem Einfluß und der Macht der Dämonen nachzugeben und sich so vollständig ihrer Gewalt zu überlassen. Die sogenannte "Christenheit" bietet den Menschen keinerlei Schutz gegen Dämonismus, sondern führt die Leute eher geradewegs in die Falle Satans und der mit ihm verbündeten Dämonen hinein, und wird aus diesem Grunde zu einem der Hauptmittel, die Nationen der Erde ins Verderben zu stürzen. Der Teufel wendet allerart Betrug und Täuschung an. Er hat das führende Religionssystem auf Erden, das jetzt unter der römisch-katholischen Hierarchie steht, organisiert und bezeichnet es fälschlich als "die christliche Religion". Die sogenannt "protestantischen" Religionssysteme behaupten zwar, dem Romanismus entgegengesetzt zu sein, doch arbeiten sie tatsächlich alle zusammen. Dann organisiert der Teufel den Kommunismus und läßt ihn wirksam werden. Dieser kämpft offen gegen das wahre Christentum. Der Teufel bedient sich ebenso der Atheisten, die Knechte Gottes zu bekämpfen, und benutzt so alle diese Mittel und Organisationen, um gegen Gott und seine treuen Knechte auf der Erde zu streiten und die Menschen zu täuschen.

Das Dasein von Dämonen
Neuzeitliche Religionsführer behaupten und lehren, die Nephilim seien zur Zeit der Sintflut alle vernichtet worden, und führen dadurch die Menschen in die Falle des Teufels. So getäuscht, fallen die Menschen leicht dem Widersacher zum Opfer. Das Volk wird ferner veranlaßt, seine Religionsführer zu fürchten, und durch Menschenfurcht gerät es in die Schlinge des Teufels. Alle Schriftstellen, die sich auf diesen Gegenstand beziehen, zeigen außer jeder Frage, daß die Dämonen, die in der Schrift auch als "Nephilim" (1. Mose 6:4, Parallelbibel) bezeichnet werden, zur Zeit der Sintflut nicht vernichtet wurden, sondern nach der Flut ihr Treiben fortgesetzt und bis auf den heutigen Tag mit dem Teufel zusammen gewirkt haben. Um Verwirrung zu vermeiden, muß klar bemerkt werden, daß die "Nephilim" oder die bösen Dämonen-Riesen und die "Geister im Gefängnis", denen Jesus predigte (1. Petrus 3:19, 20), vollständig voneinander getrennt und verschieden sind. Der Teufel und die Nephilim verführten die Geistgeschöpfe, die als "die Söhne Gottes" bezeichnet werden, und verleiteten sie, sich als Menschen zu verkörpern und Töchter der Menschen zu Weibern zu nehmen und durch eine solche Verbindung eine Nachkommenschaft ins Dasein zu rufen. Alle solchen Sprößlinge aber wurden in der Sintflut vernichtet. (Siehe den Wachtturm, Jahrgang 1934, Seite 295-298). Die "Söhne Gottes" aber, die sich als Menschen verkörpert hatten, wurden zur Zeit der Sintflut vom Teufel gefangengesetzt. (Siehe die Beweisführung im Wachtturm, 1934, Seite 307.)

Was die Nephilim, die gesetzlosen Geistgeschöpfe oder Dämonen betrifft, die sich Luzifer in seiner Rebellion angeschlossen hatten, haben diese die Sintflut überlebt und sind immer noch am Leben. Diese sind es, die zusammen mit dem Teufel jetzt Macht und Gewalt über die Menschen und Nationen der Erde ausüben. Daß die Nephilim in der Flut nicht umkamen, sondern zusammen mit dem Teufel, dem Obersten der Dämonen, erniedrigt wurden und ihre Anstrengungen, Menschen gegen Gott aufzureizen, tatkräftig fortsetzen durften, geht aus dem folgenden Schriftzeugnis hervor: "In jenen Tagen waren die Riesen (Nephilim, Parallelbibel) auf der Erde, und auch nachher, als die Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen, und diese ihnen gebaren. Das sind die Helden, welche von alters her waren, die Männer von Ruhm gewesen sind" (1. Mose 6:4).

Eine andere maßgebende Übersetzung dieses Textes lautet: "Die Gefallenen waren auf der Erde in jenen Tagen und selbst nachher, als die Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen, und diese ihnen gebaren; sie sind die Helden, die von alters her die Männer von Namen sind" (Young, engl.). Die Nachkommen der als Menschen verkörperten Geistgeschöpfe und der menschlichen Frauen wurden auf der Erde als "Männer von Ruhm" bekannt. Die Dämonen, "die Gefallenen", das heißt die gesetzlosen geistigen Empörer und Raufbolde, befanden sich damals und auch nachher auf der Erde. Von diesen bösen Nephilim oder Dämonen spricht die folgende Schriftstelle: "Denn wenn Gott Engel, welche gesündigt hatten, nicht verschonte, sondern, sie in den tiefsten Abgrund (griechisch: Tartarus) hinabstürzend, Ketten (Gruben Schlachter) der Finsternis überlieferte, um aufbewahrt zu werden für das Gericht; und die alte Welt nicht verschonte, sondern nur Noah, den Prediger der Gerechtigkeit, selbacht erhielt, als er die Flut über die Welt der Gottlosen brachte …" (2 Petrus 2: 4,5).

Das Wort Tartarus bedeutet einen Zustand der Erniedrigung, das heißt der Finsternis, ohne weitere Hoffnung oder Gelegenheit, Gottes Vorsatz, wie er in der Schrift enthüllt wird, zu verstehen, und ohne Hoffnung auf ewiges Leben. Da sie in der Finsternis oder erniedrigt sind, können sie Gottes Vorhaben bezüglich der großen theokratischen Regierung absolut nicht verstehen. In einer ähnlichen Lage befinden sich, nach der Schilderung des Herrn Jesus, die zur Klasse des "bösen Knechts" Gehörenden, die aus dem Lichte hinaus in die äußere Finsternis geworfen werden (Matthäus 25: 30; 13: 41, 42). Sobald sich jemand gegen die Organisation Jehovas wendet, wird er blind, ohne jede Hoffnung auf die Möglichkeit einer Wiederherstellung. Obwohl jenen bösen Geistern oder Dämonen die Gnade des Lichtes oder des Verständnisses des göttlichen Vorsatzes versagt ist, haben sie doch am Leben bleiben und mit ihrem Obersten, dem Teufel, zusammen wirken können, um die gegen Jehova ursprünglich erhobene ruchlose Behauptung, der Teufel könne alle Menschen gegen Gott aufbringen, wahrzumachen. Diese und andere hier folgende Schriftstellen bestätigen, daß Gott die Vollstreckung des Todesurteils an diesen Ruchlosen bis Harmagedon, der Zeit seiner Rechtfertigung, aufgespart oder verschoben hat, und daß er bis zu jener Zeit die Gesetzlosen bewachen läßt und sein treues Volk vor ihnen beschützt. Jehova erklärt, daß er in Harmagedon dem Teufel und all dessen Unterstützern zeigen will, daß er, Jehova Gott, der Höchste ist. Dieser Tag, wann die Sache zum endgültigen Abschluß kommt, rückt eilends heran (2. Mose 9:16).

Der Teufel selbst, das heißt der Oberste unter den Dämonen, ist gesunken und erniedrigt und befindet sich außerhalb jeder Möglichkeit der Wiederherstellung. Er ist durch und durch verderbt. Nur durch Betrug und Täuschung und andere gesetzlose Manöver hält er seine Organisation aufrecht. Daß er eine Organisation hat und unterhält, und daß diese gegen Gott und alle Diener Jehovas wirkt, wird von der Schrift und den Tatsachen außer jedem Zweifel bewiesen. Zum Beispiel beschreibt die Prophezeiung (Daniel 2: 30-34) ein schreckliches Standbild, das zeigt, daß der Teufel das Haupt einer großen gottlosen Organisation ist, und daß die, die Satan, dem Teufel, am nächsten stehen, seine ihm untergeordneten Fürsten oder Herrscher sind. In Daniel 10: 13, 20 lesen wir einen Bericht über einige dieser Dämonen, die unter den Titeln "Fürst von Persien" und "Fürst von Griechenland" erwähnt werden. Unter diesen Fürsten befindet sich auch Gog, der Dämonen-Beamte, der Satan am nächsten steht (Hesekiel 38: 3, 16). Laut der Weissagung Daniels folgt nach den Fürsten ein anderer Rang oder eine andere Klasse von bösen Beamten, welche "über die ganze Erde herrschen" (Daniel 2: 39). Damit werden uns drei verschiedene Abteilungen der unsichtbaren Organisation Satans gezeigt: "Fürstentümer", das heißt der Hauptherrscher, der unter den Bösen die Obergewalt ausübt; "Gewalten", das sind Beamte unter den Bösen, die Macht und Gewalt ausüben, und drittens "Herrscher", unsichtbare böse Geschöpfe, die unter der Aufsicht der Hauptmacht, das ist des Teufels, direkte Macht oder Einfluß auf die Nationen der Erde ausüben.

Unter Inspiration und unter der Leitung Gottes des Allmächtigen durch Christus Jesus hat der Apostel Paulus über die vorhin erwähnten Bösen ein Zeugnis niedergelegt; dieses ist darum maßgebend. Ohne Zweifel hatte er Kenntnis von den bösen Geistgeschöpfen, weil er vertraut war mit den Schriften, die von den heiligen Propheten vor alters aufgezeichnet worden waren. Man beachte nun, was der Apostel über diese bösen unsichtbaren Herrscher, welche Macht und Gewalt über die Nationen der Erde ausüben, sagt. Er teilt sie genau so ein wie der Prophet, nämlich in drei Klassen: in "Fürstentümer", "Gewalten" und "Herrscher", die alle gegen Gott und seine Diener kämpfen (Epheser 6:12). Auch behalte man im Sinn, daß der Teufel seine Absicht kundgetan hat, 'sich dem Höchsten gleichzumachen' (Jesaja 14: 13, 14). Satan errichtet darum eine Organisation, die Jehovas unsichtbarer Organisation nachgeahmt ist, und erhöht sich selbst zu einer Stellung der Oberhoheit, ähnlich der des Höchsten, Jehovas. Gog, der oberste Befehlshaber Satans, nimmt einen ähnlichen Platz ein wie Jesus Christus, der Fürst, Herrscher oder König der großen theokratischen Regierung. Die bösen Engel, die direkten Einfluß und direkte Gewalt über die Nationen der Erde haben, sollen den Engeln Christi Jesu entsprechen, die ihm allezeit dienen und unter seinem unmittelbaren Befehl stehen (Matthäus 25: 31).

Wie die unsichtbare Organisation Jehovas, des Herrn, irdische Vertreter hat, so hat auch der Teufel in seiner Organisation irdische Vertreter, wie die nachstehend erwähnten Tatsachen es zeigen. Der Zweck der gottlosen Organisation des Teufels ist darauf gerichtet, Jehova Gott zum Trotz zu wirken in dem Bestreben des Teufels, die ganze Schöpfung gegen Gott den Allmächtigen aufzureizen und ins Verderben zu stürzen.

Die Umtriebe des Bösen
Nach der Sintflut oder Wasserflut, in der alles Fleisch mit Ausnahme Noahs und seiner Familie umkam, und nachdem die Menschen sich wieder vermehrt und sehr zugenommen hatten auf der Erde, wurde Teufelskult eingesetzt, das heißt Teufelsreligion mit Nimrod als dem sichtbaren Haupt; und durch Nimrod benutzte der Teufel die Religion, das Volk zu verführen und es zu veranlassen, 'das Geschöpf statt den Schöpfer zu verehren' (Römer 1: 25, 30). Das war der Anfang der organisierten Religion (1. Mose 10: 8-10). Danach wurde in Ägypten Dämonenanbetung oder Teufelsreligion angenommen und ausgeübt, und "Magier" oder Teufelsvertreter übten dort vor dem Volke den Kult der Teufelsanbetung aus, um sowohl den Herrscher wie die Beherrschten jenes Landes zu verführen. "Und es geschah am Morgen, da war sein (Pharaos Geist voll Unruhe, und er sandte hin und ließ alle Schriftgelehrten (Magier, engl. Bibel) Ägyptens und alle seine Weisen rufen; und der Pharao erzählte ihnen seine Träume, aber da war keiner, der sie dem Pharao deutete" (1. Mose 41:8). - (2. Mose 7:11; 8:7, 19; 9:11).

In Israel eingedrungen
Durch die Tat Moses, seines Knechtes, führte Jehova die Nachkommen Israels aus Ägypten heraus, und am Berge Sinai bestätigte Gott seinen Bund und tat den Israeliten seine Satzungen und Gesetze kund. Sie hatten erst eine kurze Strecke zurückgelegt, als der Teufel - in seinem Bestreben, die Israeliten durch die Übertretung ihres Bundes von Gott abzuziehen - mit seiner Religion in ihre Reihen eindrang (2. Mose 32: 21-10). Als die Israeliten das Land Moab erreicht hatten, erlagen sie wiederum der Macht und dem Einfluß der Dämonen und trieben eine Dämonenreligion, die "Baal-Peor" genannt wurde und in einem höchst unsittlichen Brauch bestand (4. Mose 25: 1-18). In Übertretung ihres Bundes fielen die Israeliten immer wieder von Gott ab. Dies war in jedem Falle dem Einfluß der Religion zuzuschreiben, welche der Teufel unter ihnen eingeführt hatte. "Sie reizten ihn zur Eifersucht durch fremde Götter, durch Greuel erbitterten sie ihn. Sie opferten den Dämonen, die Nicht-Gott sind (und nicht ihrem Gott, Luther), Götter, die sie nicht kannten, neuen, die vor kurzem aufgekommen waren, die eure Väter nicht verehrten" (5. Mose 32: 16, 17).

Jehova warnte die Israeliten ausdrücklich, daß die Dämonenreligion ihnen zur Schlinge werden würde. Alle Kanaaniter und das Volk ringsum übten Teufelsreligion aus, und die Warnung vor jenen Völkern und ihrem Kult war eine Warnung vor Dämonenreligion. Gott hatte den Israeliten das Land Kanaan als ihr Erbteil gegeben, und da jenes Land von Menschen bewohnt war, die Dämonen- oder Teufelskult trieben, befahl Gott den Israeliten, jene Dämonenreligionisten auszutreiben. "Und [wenn] Jehova, dein Gott, sie vor dir dahingibt, und du sie schlägst, so sollst du sie ganz und gar verbannen; du sollst keinen Bund mit ihnen machen, noch Gnade gegen sie üben. Und du sollst dich nicht mit ihnen verschwägern: deine Tochter sollst du nicht seinem Sohne geben, und seine Tochter sollst du nicht für deinen Sohn nehmen. - Und du wirst alle Völker verzehren, die Jehova, dein Gott, dir geben wird. Dein Auge soll ihrer nicht schonen, und du sollst ihren Göttern nicht dienen; denn das [die Teufelsreligion] würde dir ein Fallstrick sein" (5. Mose 7: 2, 3, 16).

Die Israeliten wurden deutlich gewarnt, daß Religion eine Schlinge sei, worin der Widersacher sie verstricken würde. Der Teufel und die Nephilim umgarnten die Israeliten und verleiteten sie, im Trotz gegen Gottes Gesetz und ihren Bund Teufelsreligion auszuüben. "Und sie dienten ihren Götzen, und sie wurden ihnen zum Fallstrick. Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Dämonen. Und sie vergossen unschuldiges Blut, das Blut ihrer Söhne und ihrer Töchter, welche sie den Götzen Kanaans opferten; und das Land wurde durch Blut entweiht" (Psalm 106: 36-38).

Als weiteren Beweis dafür, daß die Dämonen die Israeliten überlistet hatten, beachte man folgendes aus der Heiligen Schrift: "Jerobeam und seine Söhne hatten sie [die Leviten] aus dem Priesterdienst Jehovas verstoßen, und er [Jerobeam] hatte sich Priester bestellt zu den Höhn und zu den Dämonen und zu den Kälbern, die er gemacht hatte" (2. Chronika 11: 14, 15, Fußnote).

Der Apostel Paulus war völlig vertraut mit dem göttlichen Bericht über die Wirksamkeit der Dämonen und wußte, wie sie, dem Allmächtigen zum Trotz, die Menschen zum Kult der Teufelsreligion verleiten. Er hat geschrieben: "Was sage ich nun? daß das einem Götzen Geopferte etwas sei? oder daß ein Götzenbild etwas sei? Sondern daß das, was die Nationen [die nicht im Bund mit Gott stehenden Völker] Opfern, sie den Dämonen und nicht Gott. Ich will aber nicht, daß ihr Gemeinschaft habt mit den Dämonen. Ihr könnt nicht des Herrn Tisches teilhaftig sein und des Dämonen-Tisches" (1. Korinther 10: 19-21).

Als das Jesuskind in Bethlehem geboren wurde, da unterrichteten der Teufel und seine verbündeten Dämonen den gottlosen Herodes über das Ereignis, damit er den tückischen Plan des Teufels, das Jesuskind zu töten, ausführen könnte. "Als aber Jesus zu Bethlehem in Judäa geboren war, in den Tagen Herodes', des Königs, siehe, da kamen Magier vom Morgenlande nach Jerusalem, welche sprachen: Wo ist der König der Juden, der geboren worden ist? denn wir haben seinen Stern im Morgenlande gesehen und sind gekommen, ihm zu huldigen." "Dann berief Herodes die Magier [Religionisten] heimlich und erforschte genau von ihnen die Zeit der Erscheinung des Sternes" (Matthäus 2: 1, 2, 7).

Die Magier oder sogenannten "Weisen" waren offenbar die Diener des Teufels. Das sollte all denen zur Warnung sein, die Nachfolger Christi Jesu zu sein erklären, aber von den Geistlichen getäuscht und dazu verleitet sind, das Dasein und die Macht der Dämonen zu ignorieren. Statt der Ermahnung der Schrift zu folgen, verherrlichen die Religionisten - die als "Führer" und Herrlichen ihrer Herde Bekannten - jene Teufelsanbeter oder Magier durch die Zeremonien, die zur sogenannten "Weihnachtszeit" begangen werden. Ein jeder der Magier gehörte zu derselben Klasse, die anderswo in der Schrift "Zauberer" genannt werden, und die der Apostel Paulus als Betrüger erwähnt, zum Beispiel Elymas der Zauberer, der dem vom Apostel Paulus gepredigten Evangelium widerstand und daher von Paulus "Sohn des Teufels" genannt wird (Apostelgeschichte 13: 8-10).

Dämonismus verboten
Wenn Menschen von Natur aus gerecht wären, so brauchten sie das Gesetz Gottes nicht; denn sie würden gerecht handeln, was mit Gott im Einklang ist. "Indem er dies weiß, daß für einen Gerechten das Gesetz nicht bestimmt ist, sondern für Gesetzlose und Zügellose (Ungehorsame, Zürcher Bibel)" (1. Timotheus 1:9). Jehova Gott erwählte die Israeliten als sein Vorbildvolk und führte sie aus dem Lande Ägypten hinaus. Jene Leute waren unvollkommen und bedurften daher eines Gesetzes, das sie auf dem rechten Wege führen, darauf erhalten und ihnen diesen Weg erklären sollte. Darum gab ihnen Gott sein Gesetz, welches ihnen das vorschrieb, was recht ist, und das verbot, was unrecht ist. Zu diesem Zweck wurde Gottes Gesetz gegeben, wie die folgenden aufgezeichneten Worte es zeigen: "Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister [Erzieher oder Lehrer] gewesen auf Christum hin, auf daß wir aus Glauben gerechtfertigt würden" (Galater 3:24).

Von der Zeit an, da Gott verhieß, daß er Christus Jesus, den Messias, senden werde, bis zum tatsächlichen Kommen des Herrn Jesus Christus verstrich eine lange Zeit. Den Israeliten wurde Gottes Gesetz gegeben, um sie auf dem rechten Wege zu erhalten und sie bis zum Kommen Christi Jesu vor der Teufelsreligion zu schirmen und zu schützen. Eines der Dinge, die Jehova Gott den Israeliten ausdrücklich verbot, war die Beobachtung irgendwelcher Religionsbräuche oder die Dämonenverehrung. Man beachte hier diesen besonderen Teil des Gesetzes: "Und sie sollen nicht mehr ihre Schlachtopfer den Dämonen schlachten, denen sie nachhuren. Das soll ihnen eine ewige Satzung sein bei ihren Geschlechtern" (3. Mose 17:7).

Den Dämonen Opfer darzubringen, war eine Tat, die mit dem Tode bestraft wurde (3. Mose 17: 3, 4; 1. Mose 9: 5, 6). Gemäß der Allioli-Übersetzung (Katholische Bibel) lautet 3. Mose 19:31: "Ihr sollt euch nicht zu den Zauberern [Totenbeschwörern] wenden, noch von den Wahrsagern etwas erfragen, um von ihnen nicht verunreinigt zu werden. Ich bin der Herr, euer Gott." Laut derselben Übersetzung steht geschrieben: "Die Seele, die sich wendet zu den Zauberern und Wahrsagern und mit ihnen huret, gegen dieselbe will ich mein Angesicht setzen und sie ausrotten aus der Mitte ihres Volkes. Und ein Mann oder Weib, in denen ein Pythons- oder Wahrsagergeist wäre, die sollen des Todes sterben; steinigen soll man sie, ihr Blut sei auf ihnen" (3. Mose 20: 6, 27, Allioli).

Irgendeine Zauberei zu treiben und gewisse Zeiten zu beobachten, zum Beispiel "Fastnacht", Freitag, den 13., das "Heilige Jahr", ist ein Greuel in Gottes Augen, da dies alles mit Dämonen zu tun hat. "Niemand sei bei dir zu finden, der seinen Sohn und seine Tochter durchs Feuer gehen läßt, der ein Weissager, ein Wolkendeuter, ein Schlangenbeschwörer, ein Zauberer ist; der ein Bannsprecher oder ein Totenbeschwörer oder ein Wahrsager ist, oder der die Toten fragt. Denn ein Greuel des Herrn ist jeder, der dies tut; und wegen dieser Greuel vertreibt sie der Herr, dein Gott, vor dir" (5. Mose 18: 10-12, van Eß). Derselbe Text lautet in der Allioli-Bibel, die von Katholiken benutzt wird: "Es soll unter dir keiner gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen läßt, um sie zu reinigen, oder der die Wahrsager fragt, und auf Träume und Vorbedeutungen achtet, oder ein Zauberer, noch einer, der die Pythonsgeister befraget oder die Weissager, noch einer, der die Wahrheit von den Toten erfraget; denn dies alles verabscheuet der Herr, und um dieser Laster willen wird er sie vertilgen bei deinem Einzuge."

Als Jesus gesalbt worden war und anfing, seinen Auftrag auf Erden, die Wahrheit zu verkündigen, auszuführen, da begannen die Dämonen, unter der Führung ihres Obersten, Satans, des Teufels, sein Werk tatkräftig zu stören und ihn zu bekämpfen. Der Teufel suchte Jesus zu bewegen, seinen Bund mit Jehova Gott zu übertreten und dadurch seine eigene Vernichtung herbeizuführen. Dies mißlang ihm aber völlig (Matthäus 4: 1-10).

Die andern Dämonen, die mit dem Teufel zusammen wirkten, waren zur selben Zeit ebenfalls tätig, was endgültig beweist, daß damals das Urteil über sie noch nicht vollstreckt war, sondern daß die Vollstreckung von der Zeit an, da es gefällt wurde, bis auf Gottes bestimmte Zeit - Harmagedon - aufgeschoben worden ist. Die Dämonen werden in der Schrift als "böse Geister" oder "gesetzlose Geister" bezeichnet. In den Tagen Jesu pflegten die Dämonen sich des Sinnes einer Person zu bemächtigen und sie so in ihre Gewalt zu bringen, und heute verhält es sich ebenso. Als Jesus im Fleische war und kaum mit Wirken, mit dem Predigen des Evangeliums begonnen hatte, fingen die Dämonen an, ihm ihre Feindschaft zu bekunden. Jesus befand sich eines Tages in der Synagoge zu Kapernaum, wo er den Leuten die Wahrheit predigte, und sie gerieten über seine Lehre in großes Staunen: "Und es war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geiste, und er schrie auf und sprach: Laß ab! was haben wir mit dir zu schaffen, Jesu, Nazarener? Bist du gekommen, uns zu verderben? Ich kenne dich, wer du bist: der Heilige Gottes. Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Und der unreine Geist zerrte ihn und rief mit lauter Stimme und fuhr von ihm aus" (Markus 1: 23-26). Einer der bösen Geister oder Nephilim aus der Finsternis hatte so seine Macht über den im obigen Text beschriebenen Menschen bekundet.

Zuweilen bringen mehrere Dämonen, die zusammen wirken, ein Menschengeschöpf in ihre Gewalt und benutzen es, außergewöhnliche Dinge zu vollbringen. Der biblische Bericht erwähnt einen armen Mann, der in den Grüften wohnte und eine ungewöhnliche, wunderbare Kraft an den Tag legte. Wenn er mit Fesseln und Ketten gebunden wurde, wurden diese sogleich gesprengt: die Kraft, die zum Zerreißen jener Ketten nötig war, überstieg die Kraft eines gewöhnlichen Sterblichen. Die Dämonen hatten nämlich Gewalt über jenen Menschen erlangt, und die Kraft zum Sprengen der Fesseln und Ketten kam von ihnen, während der Anschein erweckt wurde, daß jener Mensch selbst es tun konnte. Die Dämonen wissen, daß Jesus der Sohn Gottes ist; sie wissen ferner, daß Gottes Urteil über sie aufgezeichnet ist und daß es ihre schließliche Vernichtung ankündet. Als der Wortführer der Dämonen, die jenen armen Menschen in ihre Gewalt gebracht hatten, Jesus erblickte, da geschah nach dem biblischen Bericht folgendes: "Als er aber Jesum von ferne sah, lief er und warf sich vor ihm nieder; und mit lauter Stimme schreiend, sagt er: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesu, Sohn Gottes, des Höchsten? Ich beschwöre dich bei Gott, quäle mich nicht! Denn er sagte zu ihm: Fahre aus, du unreiner Geist, aus dem Menschen. Und er fragte ihn: Was ist dein Name? Und er spricht zu ihm: Legion ist mein Name, denn wir sind viele. Und er bat ihn sehr, daß er sie nicht aus der Gegend fortschicken möchte. Es war aber daselbst an dem Berge eine große Herde Schweine, welche weidete. Und sie (die Dämonen, Schlachter) baten ihn und sprachen: Schicke uns in die Schweine, daß wir in sie fahren. Und Jesus erlaubte es ihnen [alsbald]. Und die unreinen Geister fuhren aus und fuhren in die Schweine, und die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See (bei zweitausend), und sie ertranken in dem See" (Markus 5: 6-13).

Um Menschengeschöpfe zu beherrschen, wirken die Dämonen auf verschiedene Weise. Sie bemächtigen sich des Sinnes der Menschen, gebrauchen Menschen, befremdende Taten zu tun, und veranlassen solch Betörte zum Glauben, sie hörten die Stimmen ihrer verstorbenen Freunde. Die Schrift berichtet von vielen Fällen, wie die Dämonen wirkten, als Jesus auf Erden weilte. Es werden hier nur einige wenige davon angeführt, und zwar um den Punkt zu beweisen, daß die Dämonen zur Zeit, da Jesus auf Erden war, wirklich lebten und nicht in der Sintflut vernichtet worden waren, wie Geistliche die Sache dargestellt haben. Hier ein Beispiel: Eine große Menge des armen Volkes suchte aus dem Munde Jesu Belehrung zu erhalten, worüber folgender Zwischenfall berichtet wird: "Und siehe, ein Mann aus der Volksmenge rief laut und sprach: Lehrer, ich bitte dich, blicke hin auf meinen Sohn, denn er ist mein eingeborener; und siehe, ein Geist ergreift ihn, und plötzlich schreit er, und er zerrt ihn unter Schäumen, und mit Mühe weicht er von ihm, indem er ihn aufreibt." "Während er aber noch hinzukam, riß ihn der Dämon und zog ihn zerrend zusammen. Jesus aber bedrohte den unreinen Geist und heilte den Knaben und gab ihn seinem Vater zurück" (Lukas 9: 38, 39, 42).

Als weitern Beweis, daß die Dämonen am Leben waren (und noch leben) und die Zeit ihrer endgültigen Hinrichtung erwarteten, beachte man, wie sie zu Jesus sprachen: "Und siehe, sie schrieen und sprachen: Was haben wir mit dir zu schaffen, Sohn Gottes? Bist du hierhergekommen, vor der Zeit uns zu quälen?" (Matthäus 8:29).

Der Teufel und seine Horde von Dämonen suchen die Höhergestellten unter den Menschen auf schlaue Weise zu beherrschen. Furcht vor Menschen führt in das Garn des Teufels. Die Juden befürchteten, sie würden bei den andern Nationen weniger gelten, wenn sie keinen König hätten. Auf ihr Verlangen gewährte ihnen Gott Saul als König. Saul erlag danach ganz dem Einfluß und der Gewalt der Dämonen (1. Samuel 28: 7, 8). Aus Furcht, verlacht zu werden, wenn sie nicht irgendeinem Formenwesen, "Religion" genannt, frönten, nahmen ferner die Führer der Juden eine Form des Götzen- und Bilderkultes an und beobachteten sie.

Als Jesus zu den Juden kam, fand er, daß die Führer Religion lehrten und ausübten, wodurch sie zeigten, daß sie dem Einfluß der Dämonen anheimgefallen waren. Jene Führer, "Pharisäer" genannt, lebten in der Angst, nicht imstande zu sein, die Macht über das Volk zu behaupten, und befürchteten, das Volk könnte verfehlen, sie zu ehren, von ihnen als "Rabbi" zu sprechen und ihnen öffentlich zu huldigen, wenn sie nicht irgendeine Art Formenwesen pflegten und dadurch die Menschen zum Glauben brächten, diese Führer seien mehr als gewöhnliche Menschen und hätten von Gott dem Allmächtigen besondere Macht oder Autorität empfangen. Diese Furcht brachte jene Führer in die Schlinge Satans (Sprüche 29: 25). Und sie hatten verfehlt, auf Gott zu trauen und den Bund zu halten, den Gott mit der Nation geschlossen hatte, obwohl sie von Jehova wiederholt gewarnt worden waren. Weil jene Geistlichen persönlichen Gewinn suchten, sowohl Geld als auch den Beifall der Menschen, waren sie bereit, den Tempel von Jerusalem als Stätte zu benutzen, wo allerart Waren verkauft wurden. So machten sie den Tempel Gottes zu einer "Räuberhöhle", und das war eine Folge der Ränke Satans und seiner verbündeten Dämonen (Matthäus 21: 12, 13).

Als Jesus wahrnahm, daß die Führer Israels dem Einfluß der Dämonen erlegen waren und Lehren angenommen hatten und lehrten, die dem Worte Gottes zuwiderliefen, rügte er sie in beispiellos scharfen Worten. Dadurch, daß jene Geistlichen dem Einfluß der Dämonen nachgaben und das Volk Lehren gelehrt hatten, die mit Gottes Wort im Widerspruch standen, hatten sie auf den Tempel und den Namen Jehovas große Schmach gebracht und sein Wort unter dem Volke wirkungslos gemacht. Deswegen sprach Jesus zu ihnen: "Wehe aber euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! denn ihr verschließet das Reich der Himmel vor den Menschen; denn ihr gehet nicht hinein, noch laßt ihr die Hineingehenden eingehen" (Matthäus 23:13).

Vom sinnlosen Formenwesen, dem die Pharisäer in ihrem Religionskult huldigten, sagte Jesus: "Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! denn ihr verzehnet die Krausemünze und den Anis und den Kümmel, und habt die wichtigeren Dinge des Gesetzes beiseite gelassen: das Gericht und die Barmherzigkeit und den Glauben; diese hättet ihr tun und jene nicht lassen sollen. Blinde Leiter, die ihr die Mücke seihet, das Kamel aber verschlucket!" "Schlangen! Otternbrut! wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen?" (Matthäus 23: 23, 24, 33).

Jene Pharisäer, die Religionsführer, hatten verfehlt, das Wort Gottes zu lehren, und hatten an dessen Stelle die Überlieferungen von Menschen gesetzt; und das hatten sie getan, weil sie dem Einfluß und der Macht von Dämonen erlegen waren. Jesus sagte von ihnen: "Dann kommen die Schriftgelehrten und Pharisäer von Jerusalem zu Jesu und sagen: Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Ältesten? denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet auch i h r das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen? Heuchler! Trefflich hat Jesajas über euch geweissagt, indem er spricht: 'Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir. Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie als Lehren Menschengebote lehren'" (Matthäus 15: 1-3, 7-9).

Die Religionsführer, die Pharisäer, waren blind für die Wahrheit des Wortes Gottes, weil sie dem Teufel nachgegeben und seine Religion angenommen hatten, und darum sagte Jesus zu ihnen, daß sie blind seien (Matthäus 23: 19, 24). Jene Pharisäer waren nicht bereit, die Wahrheit anzunehmen, so wie sie ihnen der Herr Jesus Christus brachte, und sie versuchten das Volk daran zu hindern, die Wahrheit zu erkennen und zu verstehen; das taten sie unter dem Einfluß der Dämonen. Sie waren von Satan und seiner Horde blind gemacht und so von Gott weggeführt worden. Die Wahrheit, die Jesus ihnen kundtat, war es, welche jene Geistlichen stach und aufs tiefste kränkte; und ihre einzige Antwort zu ihrer Verteidigung war ein Versuch zu Gewalttat gegen Jesus, wozu die Dämonen sie antrieben.

Man beachte den folgenden Teil des Berichts, der endgültig beweist, daß jene Geistlichen unter dem Einfluß, der Macht und Gewalt des Teufels standen und aus diesem Grunde den Herrn Jesus Christus zu vernichten suchten: "Jetzt aber suchet ihr mich zu töten, einen Menschen, der die Wahrheit zu euch geredet hat, die ich von Gott gehört habe; das hat Abraham nicht getan. Ihr tut die Werke eures Vaters. Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht durch Hurerei geboren; wir haben einen Vater, Gott. Jesus sprach zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn ich bin auch nicht von mir selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt. Warum verstehet ihr meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt. Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang und ist in der Wahrheit nicht bestanden, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben" (Johannes 8: 40-44).

Nach der Kreuzigung Jesu fuhren seine Apostel fort, das Evangelium vom Reiche Gottes zu verkündigen, und die Dämonen leisteten ihnen in diesem Werk kräftigen Widerstand. Die Apostel heilten die Leidenden durch die ihnen vom Herrn verliehene Macht, und für ihre guten Taten wurden sie von den Religionisten verdammt (Apostelgeschichte 5: 16-18; 8: 5-7). Als einige der Handeltreibenden Juden sahen, wie Paulus, einer der Apostel, Macht über die Dämonen ausübte, versuchten sie ein Gleiches zu tun, gerade wie heutzutage eine Anzahl Geistliche vorgeben, den Herrn zu vertreten. Darüber steht geschrieben: "Aber auch etliche von den umherziehenden jüdischen Beschwörern unternahmen es, über die, welche böse Geister hatten, den Namen des Herrn Jesus anzurufen, indem sie sagten: Ich beschwöre euch bei dem Jesus, welchen Paulus predigt! Es waren aber gewisse Söhne eines jüdischen Hohenpriesters Skeva, ihrer sieben, die dies taten. Der böse Geist aber antwortete und sprach zu ihnen: Jesum kenne ich, und von Paulus weiß ich; aber ihr, wer seid ihr? Und der Mensch, in welchem der böse Geist war, sprang auf sie los und bemeisterte sich beider und überwältigte sie, sodaß sie nackt und verwundet aus jenem Hause entflohen" (Apostelgeschichte 19: 13-16). Dies zeigt deutlich, daß jene Männer unter dem Einfluß der Dämonen standen, und beweist wiederum, daß die Dämonen am Leben waren. Diese betrügerische Vertretung des Herrn Jesus durch den Hauptpriester der jüdischen Religionsorganisation findet heute eine genaue Parallele unter vielen Priestern, die fälschlich behaupten, den Herrn zu vertreten, aber bald erwarten können, daß ihnen die Kleider vom Leibe gerissen werden, sodaß sie nackt und bloß einhergehen müssen.

In den Tagen der Apostel suchten jene ruchlosen Dämonen die Menschen zu täuschen, und auch in der Gegenwart täuschen sie manche, die Knechte Gottes zu sein behaupten. Sie waren damals am Leben und in Tätigkeit, und diese bösen Geistgeschöpfe sind auch heute noch am Leben und in Tätigkeit und täuschen ebenfalls viele, die Gott zu dienen wähnen. Das maßgebende schriftliche Zeugnis der Apostel beweist klar und deutlich, daß am Ende der Welt, wo wir jetzt angelangt sind, Geistliche, die Gott zu dienen behaupten, dem Einfluß der Dämonen erliegen würden. Darüber steht geschrieben: "Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeiten etliche von dem Glauben abfallen werden, indem sie achten auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen, die in Heuchelei Lügen reden und betreffs des eigenen Gewissens wie mit einem Brenneisen gehärtet sind" (1. Timotheus 4: 1, 2).

In den Tagen der Apostel brachten sowohl die Nichtjuden als auch etliche der Juden Bildern oder Götzen Opfer dar; von jenen Opfern steht geschrieben: "Was will ich damit sagen? Daß ein Götze etwas sei? Oder daß das Götzenopfer etwas sei? Nein! was der Heide opfert, das opfert er Teufeln und nicht Gott. Ich will aber nicht, daß ihr teilnehmet an dem Teufelsdienste" (1. Korinther 10: 19, 20, van Eß).

Das ist ein weiterer und endgültiger Beweis, daß der Widersacher "Religion" und "Religions"-Zeremonien als Mittel gebraucht, um das Volk zu täuschen und es von Gott abzuwenden. So benutzte der Teufel Religion von der Zeit Nimrods an bis zu den Tagen der Apostel, und was hier folgt, beweist außer allem Zweifel, daß die Dämonen gerade in der Gegenwart außergewöhnlich tätig sind und sich der Religion bedienen, die Menschen von Gott abtrünnig zu machen. Wer in Sicherheit zu sein wünscht, möge das Folgende sorgfältig studieren und erwägen. Man wird an Hand der Schrift finden, daß die fest umschlingende oder umstrickende Sünde für alle, die Gott zu dienen erklären, darin besteht, daß sie dem Einfluß der Dämonen, der durch Religion auf sie ausgeübt wird, nachgeben, daß sie aber, um sich selbst zu schützen, fleißig sein müssen, die Religion zu meiden und sich um ihrer Sicherheit willen dicht an Gottes Wort halten müssen.

Weiter mit: Rutherford Religion Kapitel 2

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