Annotationen zu den Zeugen Jehovas

Wohin geht die Reise?

Momentaufnahme aus dem Internet. Dort "tummeln" sich inzwischen etliche Foren mit dem Diskussionsthema Zeugen Jehovas. Gelegentlich verschwinden einige von ihnen auch mal wieder, neue kommen hinzu. Durchaus unterschiedlich zu nennen ist auch ihre Frequentierung. Einige mehr, andere erheblich weniger. Auch inhaltlich gibt es da gravierende Unterschiede. Angebote mit einem gewissen Niveau und auch seicht-in-seicht-Angebote.

Einige "Neuaussteiger" nutzen durchaus diese Angebote (mit den vorstehend beschriebenen Einschränkungen). Man merkt alsbald, wer sich wohin hingezogen fühlt und wer was links liegen lässt. So unterschiedlich wie das Angebot. So unterschiedlich auch ihre Nutzer. Da gibt es welche, die in der WTG-Organisation durchaus mal höhere Posten bekleidet hatten, vom Versammlungsaufseher an aufwärts. Und dann auch solche, die doch wohl eher zum "Fußvolk" zuzurechnen sind. Was die anbelangt, die es mal zu "höheren WTG-Weihen" brachten, stellt man nicht selten fest, dass ihnen etwas in ihrer jetzigen Situation fehlt. Zu WTG-Zeiten waren sie mal ein "Star". Was sind sie jetzt? Manch einer versucht dann seinen "Starcharakter" auch in der jetzigen Situation zur Geltung zu bringen. Allein es gelingt den Betreffenden nicht immer "überzeugend".

Noch eine Beobachtung. Zu WTG-Zeiten waren sie allesamt der Politik entfremdet. Der Wahltag war für sie wie selbstverständlich ein Tag, an dem sie an dieser "Satansveranstaltung" selbstredend nicht teilnahmen. Inzwischen haben etliche diese ihre frühere Position zumindest ansatzweise korrigiert. Nun zeigt es sich aber, dass Jehovas Zeugen und auch ihre Aussteiger keineswegs eine "homogene" Masse sind, als die sie sich zu WTG-Zeiten doch so gerne sahen. Jetzt zeigt es sich, dass auch tiefe politische Risse quer durch die Landschaft gehen. Eine politische Meinung haben inzwischen einige. Aber auch das ist deutlich. Sehr wohl unterschiedlicher Art.

Dann gibt es die; die nach einer gewissen Zeit der Aufarbeitung ihrer WTG-Vergangenheit meinen, wieder ausreichend Fuß gefasst zu haben. Und so verschwinden denn im laufe der Zeit auch wieder einige Namen aus den Diskussionsforen, so wie sie einstmals mal gekommen waren. Eine "Ersatzorganisation" steht ohnehin nicht als Angebot zur Verfügung.

Einige wenige versuchen zwar mal eine Art "Selbsthilfegruppe" zu organisieren, ihre dortigen Initiatoren sehen sich nicht selten in der Rolle "neuer Stars". Was sie inhaltlich zu bieten haben ist doch wohl eher dürftig zu nennen. Auch bei solchen "neuen Stars" kann man gelegentlich Zeichen der Ermüdung registrieren. Insbesondere dann, wenn das Klima der "Verhimmlung" allmählich seinen Anreiz verloren hat.

Summa summarum. Die WTG ist und bleibt auch weiterhin ein ernstzunehmender Faktor, wobei noch erschwerend hinzukommt, dass keine der etablierten Religionskonkurrenzorganisationen, in Sachen Zeugen Jehovas ein akzeptables und auch akzeptiertes "Konkurrenzangebot" hat. Es gibt zwar dort auch gelegentlich "Eintagsfliegen". Aber ihr "Marktwert" wurde mit eben genannter Vokabel schon genannt.

Es wurde in einem Diskussionsbeitrag einmal die Frage gestellt. Warum eigentlich Kritik der WTG, noch dazu in umfänglicher Form? Der Fragesteller meinte weiter, dass er aus eigenem Erleben schon genug Kritikpunkte an der WTG kenne. Was er jedoch vor allem brauche wäre eine Alternative.

Da wird es in der Tat kritisch. Alternativen die für Zeugen Jehovas akzeptabel wären sind in der Tat dünn gesät. Da gibt es nichts zu beschönigen. Was beispielsweise historische Gruppen anbelangt, die teilweise noch bis in die Gegenwart existent sind, etwa die "Tagesanbruch Bibelstudien Vereinigung" oder die sich um die Zeitschrift "Christliche Warte" scharenden Kreise anbelangt, so hat man festzustellen, dass die in der Regel für die Zeugen Jehovas nicht sonderlich "attraktiv" sind. Kaum einer der den Absprung von der WTG getätigt, schließt sich dort an.

Diese Problemlage ist mir übrigens auch schon aus der früheren DDR bekannt. Bekanntermaßen waren dort die Zeugen Jehovas nicht sonderlich "gut gelitten". In "Engelszungen" versuchte nun das dortige Blatt "Christliche Verantwortung", jene historischen Gruppen, wie sie etwa im Magdeburger, Dresdner und Leipziger Raum noch bestanden, oder besser sollte man vielleicht sagen, vegetierten. In Engelszungen versuchte nun die CV diese Gruppen als "Alternative" zu verkaufen, mit der Zielstellung, möglichst viele Zeugen Jehovas dorthin zu verpflanzen. Und das Ergebnis? Das Ergebnis bescheinigten noch zu DDR-Zeiten Müntz/Wachowitz als glatten Fehlschlag.

Mir war dieses voraussehbare Ergebnis schon damals klar. Allerdings war meine Meinung da nicht gefragt. Das sagen hatten in der DDR andere.

Kehren wir zur Gegenwart zurück. Selbst die etablierte Zeitschrift "Brücke zum Menschen" vermeidet es, sich dergestalt zu profilieren, dass da ein Versuch unternommen würde, eine konkrete "Auffangorganisation" mit allem Drum und Dran zu installieren. Genannte Zeitschrift ist sich sehr wohl bewusst, dass dies, angesichts ihres nur vierteljährlichen Erscheinens (im Gegensatz zu den vier monatlichen Ausgaben von ZJ-Zeitschriften) ein hoffnungsloses Unterfangen wäre. Bestenfalls versucht man dort einzelne individuell anzusprechen, so es sich ergibt. Dies war es dann aber auch schon. Und von festgefügten Organisationsformen ist man auch dort weit entfernt.

Man hat dem eingangs zitierten Fragesteller also dergestalt zu antworten. Das dies letztendlich auch eine Machtfrage ist. Und dieser Machtpoker ist bis heute eindeutig zugunsten der WTG entschieden. Es bringt überhaupt nichts, nur Wünsche zu äußern, aber die "materiell-technische" Umsetzungsmöglichkeiten dabei außer Acht zu lassen.

Dies wäre der eine Aspekt. Der andere ist der. Wer über die WTG "gestolpert" ist, scheitert in der Regel an ihren Totalitätsansprüchen, als grobem Überbegriff. Aber ansonsten ist das individuelle Spektrum der dort "Gescheiterten" ziemlich groß. Gering indes erscheint mir jedoch die Gruppe jener zu sein, die ein "ideologisches Hühnchen" mit der WTG zu "rupfen" haben. Vielleicht gehöre ich aber dieser speziellen Gruppe an. Lehne ich ihre Endzeitthesen ab, ergeben sich für mich durchaus weitergehende Konsequenzen. Nicht nur die WTG, ihr Stammbaum ist schon faul.

Das bringt nun wieder die in Rage, die unbedingt am Stammbaum festhalten wollen.

Wenn sie es denn wollen, dann müssen sie eben auch Pionierleistungen für diese Zielstellung vollbringen. Auch materielle Aspekte gehören wesentlich dazu. Weil das aber nicht im nötigen Umfange möglich ist, kämpfen sie letztendlich an verlorener Front. Ich sehe nicht unbedingt die "Alternative" darin eine Konkurrenzorganisation mit allem Drum und Dran aufzuziehen. Es wäre aus meiner Sicht schon viel erreicht, gelänge es, eben auch durch massive Kritik an der WTG-Ideologie, gewisse Wandlungen zu erreichen, ohne dass die Organisation der Zeugen Jehovas als solche "aufhören" würde zu bestehen. Die wird nach menschlichem Ermessen auch noch übermorgen bestehen. Es fragt sich nur in welcher Form.

Der Einzelne hat wie aus vorstehendem ersichtlich, nur begrenzte Möglichkeiten. Ich für meinen Teil sehe jedoch die Aufgabe darin der WTG ideologisch, nichts, aber auch gar nichts zu ersparen. Wer sich der Illusion der Konkurrenzorganisation hingeben will, mag es tun. Er ist damit für die WTG auch einer jener geworden, die sie nicht mehr ernst zu nehmen braucht.

Zur Problematik auch noch ein Diskussionsbeitrag aus dem Infolink-Forum:

Von jojo am Dienstag, den 18. Februar, 2003 - 16:35:

Alle die ihren Sektenausstieg geschafft haben, können "gut reden".

Klar gehts uns jetzt viel besser, aber für die Meisten von uns war die Zeit vom ersten Zweifel bis zum endgültigen Rausgehen doch eine verdammt harte Zeit! Mir ging es jedenfalls 2 Jahre lang ganz ganz schlecht!

Ich schlief abends mit diesem Thema ein und wachte morgens damit auf!

Zuerst war es ja so, dass ich zwar entsetzt war, was R.Franz da erlebt hatte, "aber das war ja schon über 20 Jahre her und heute ist es sicher nicht mehr so" hatte ich mir damals eingeredet.

Dann wurde meine Freundin ausgeschlossen, weil sie "Spaltungen" verursachte und ich sah, dass es heute immer noch so ist wie zu Franz Zeiten. Zu der Zeit dachte ich aber immer noch, dass die Lehre aber wahr ist, später dachte ich, sie ist wenigstens am "wahrsten" von allen anderen Religionen.

So ging es immer weiter, bis ich merkte, dass so gut wie gar nichts richtig ist, also auch nicht meine Hoffnung auf ein Paradies.

Das war dann doch der stärkste Hammer, denn daran hab ich nicht nur total fest geglaubt, ich hab sogar mal zu meinem Mann gesagt, ich könne nicht so leben, wie er, der mal daran denken muss, dass seine Eltern sterben und dass man immer Angst haben muss, dass seinen Kindern mal was passiert und dass er ja nicht einmal eine Auferstehungshoffnung hat und dann MUSSTE ich so leben wie er!

Ich bin noch jung genug, dass alles zu verkraften und mein Leben noch "hinzukriegen".

Ich weiß nicht, wie alt Albert ist. Ich weiß nur von meinen Eltern und den Eltern meiner Freundin, die beide teilweise über alles Bescheid wissen und dennoch weiter gehen, dass sie es eigentlich gar nicht so genau wissen WOLLEN, bzw. TROTZ der ihnen bekannten Dinge denken, sie könnten Jehova nur in der Versammlung dienen oder dass doch alles vielleicht nur eine List Satans ist.

Was sollen sie in ihrem Alter auch noch anfangen? Sie haben nur Bekannte aus der Versammlung! Teilweise seit einem halben Jahrhundert!!

Was sollen sie sich damit dermaßen auseinandersetzen, dass sie das bischen, was sie davon haben (hin und wieder mal eine Einladung und Gespräche in der Versammlung mit wirklich liebenswürdigen vertrauten Brüdern) verlieren und dann ohne Hoffnung auf ewiges Leben oder wenigstens Auferstehungshoffnung zu Hause sitzen und auf ihren Tod warten??

Also bei uns ist es so, sie lassen mich und ich lasse sie. Was hätte ich davon, wenn ich wüsste, meine Eltern müssen das durchmachen, was ich durchgemacht habe, nur eben 25 Jahre älter?

Deshalb lasst Albert doch in Ruhe! Kann ja sein, dass er auch noch jünger ist, aber trotzdem kann doch keiner sich in ihn hineinversetzen, WIE er fühlt! Wer weiß, wie er reagieren würde, wenn er tatsächlich von seiner Frau verlassen würde deswegen! Vielleicht ist sein Doppelleben das kleinere Übel!

Dass er "unecht" ist, glaub ich im Leben nicht! Was hätte denn die WTG davon, einen wie Albert hier schreiben zu lassen, er tut doch keinem was!!!

Also regt euch doch nicht chronisch auf, wenn er mal was schreibt und lasst ihn "leben"

Etwas über Vereine

Geschrieben von Drahbeck am 04. Februar 2004 10:13:57:

Deutschland das Land der Vereine, meinte einmal ironisch der "Spiegel". Wo fünf Deutsche sind, gibt es alsbald drei Vereine. Es ist unbestritten, das Vereine sehr wohl eine beachtliche soziale Funktion wahrnehmen können. Egal, ob Kaninchenzüchterverein, Segelclub, Tanzverein oder eben auch Ex-ZJ-Verein. Ihre Legitimität, und dass sie sich nur bilden, wo eine entsprechende Nachfrage vorhanden, ist unbestritten.

Zum Thema Ex-ZJ-Vereine habe ich da auch schon so meine Erfahrungen. Zwar mehr oder weniger DDR-spezifisch; aber eben doch Erfahrungen. Dort gab es sogar ein staatliches Interesse und Beförderung daran, dass sich ein solcher Verein bilden möge. Rund zwei Jahrzehnte Existenz hat er dann sogar gefristet.

Auch mir war dabei die Rolle zugedacht (von vorgenannten Inspiratoren), darin einen Part zu spielen. Ich habe alsbald dankend abgelehnt.
Wenn da einer ablehnt, wird im allgemeinen zur Tagesordnung übergegangen. Das war auch in der DDR so.

Die erste euphorische Phase jenes Vereins hielt zwar einige Zeit an. Dann aber zeigten sich schon gewisse Erosionserscheinungen. Da fanden einige "Vereinsmitglieder", dass sie mit ihrem Vorgesetzten auf die Dauer so nicht recht zurande kamen. Obwohl ich mich abseits von diesem DDR-Verein hielt, erhielt ich doch tatsächlich eines Tages Besuch von einem der wohl besonders Unzufrieden war. Er hoffte vielleicht eine Art Unterstützung für sein Anliegen zu bekommen. Aus objektiven und subjektiven Gründen war dies nicht möglich. Überdies galt weiterhin. Ich habe um diesen Verein nicht gebeten. Er ist nicht "mein Bier".

Das er für andere "ihr Bier" ist, habe ich nicht bestritten, ziehe aber es vor meine Ressourcen nicht für Dinge zu verzetteln, die mir nichts bedeuten. Also mögen die Vereinssüchtigen ihr Anliegen daher weiter selbst alleine befördern. Und mit Einleitung der politischen Wende in der DDR, war dann letztendlich auch das letzte Stündlein dieses DDR-Vereins eingeläutet.

Ich habe es schon früher so eingeschätzt, dass auch in Deutschland, die WTG weiterhin ein ernstzunehmender Faktor bleiben wird. Diese Einschätzung hat sich durch die neueren Konstellationen nicht grundsätzlich geändert.

Dann noch dies. In der DDR war es der Staat, der ein vitales Interesse daran hatte, die Zeugen Jehovas-Angelegenheit "aufzumischen". Unter den jetzigen Konstellationen ist es doch wohl eher so. Das dem Staat die Zeugen Jehovas schnurz-piepe-egal sind. Die einzigst nennenswerten Institutionen die unter den jetzigen Konstellationen ein vergleichbares Interesse haben, dass sind doch wohl die sogenannten "Großkirchen".

Die haben inzwischen auch dazugelernt. Sie haben (zwar nicht aus Freude, aber aus Praxiserfahrung) gelernt, dass ein noch sein Dasein fristendes Objekt wie etwa die Zeitschrift "Brücke zum Menschen", kaum nennenswerte Erfolge über einen eng begrenztem Rahmen hinaus zu erzielen vermochte. Dies vermochte übrigens auch die CV in der DDR nicht. Aber die Kirchen sähen es schon gerne, ließe sich die sie belastende Zeugen Jehovas-Sache "aufmischen". Und dazu sind sie selbst bereit solche Kröten zu schlucken, wie die, dass der Vereinsgründer in spee, um den es sich derzeit dreht, wohl in seiner persönlichen Lebensführung und Weltsicht, kaum als "kirchlich orientiert" angesprochen werden kann. Man begnügt sich also damit vorerst nur "kleinere Brötchen" zu backen, in der Hoffnung, dass später einmal doch noch "bessere Zeiten" kommen. Zu den "kleineren Brötchen" gehört zum Beispiel die zur Verfügung-Stellung von Immobilien, was ja für einen Verein sicherlich wesentlich ist, und anderes mehr. Ansonsten lässt man es vorerst beim Prinzip der "langen Leine", an deren Ende man zwar sitzt, aber derzeit nicht sonderlich gerne gesehen werden mag.

Ich werde einer solchen Entwicklung keine aktiven Steine in den Weg legen. Das habe ich auch zu DDR-Zeiten beim dortigen Verein nicht getan. Allerdings auch dies sage ich: Die DDR konnte mich nicht (mehr) inhaltlich vereinnahmen. Da habe ich ein bis hier und nicht weiter, entgegengesetzt. Das gilt auch jetzt. Der Traum etwa einer Aufgabe meiner Webseite zugunsten dieses Vereines, denn da einige schon geträumt haben, wird ein Traum bleiben.

Wenn die Kirchen auch das "Prinzip der langen Leine" anwenden, so gibt es dennoch in der Praxis manchmal Situationen, wo sie es lieber sähen, gewisse Sachen wären nicht "zugespitzt" formuliert. Als maßgebliche "Aktieninhaber" eines Vereines mögen sie dass dann in ihrem Bereich auch durchzusetzen vermögen. Hier werden sie es nicht können!

Dann noch dies. Seit circa 1998 gehöre auch ich zu den Internetnutzern. In dieser Zeit habe ich auch schon einige, zwischenzeitlich wieder "abgedankte" zeitweilige Aktivisten registriert. Egal, ob sie Mehmet A., Georg van der R., Norbert P., Gerhard K., und noch einige andere, oder wie auch immer heißen mögen. Die Hand dafür ins Feuer legen, dass einige der heutigen Aktivisten, selbiges noch in einigen Jahren sein mögen. Dafür die Hand ins Feuer legen - das würde ich jedenfalls nicht tun.

Exkurs:

Aus einem Votum (2008) von Heinz-Peter Tjaden.

Seinerzeitiger Mitbegründer des Vereines „Artikel 4"

In seiner Ursprungsvariante, etwa in den 1990er Jahren, thematisierte dieser Verein, neben der Neuapostolischen Kirche, auch die Zeugen Jehovas, als weitere „Endzeitkirche" im besonderen Masse:

Ich gehöre zwar zu den Gründungsvorstandsmitgliedern und habe wesentlichen Anteil an der Ausarbeitung der Satzung. Doch die war das Papier nicht mehr wert auf dem sie stand, als Ex-Zeugen Jehovas meinten, unseren Verein für ihre Ziele missbrauchen zu dürfen. Als ich Demos bei Kongressen ablehnte, begann der Stress.

Hätten sich diese Mitglieder durchgesetzt, wären bei unseren Treffen nur noch "Wachttürme" und "Erwachet" studiert worden, hätten wir eine neue religiöse Schiene gelegt - doch das war nicht das Vereinsziel einer weltanschaulich neutralen Organisation, die sich gesellschaftspolitisch mit dem Thema Sekten auseinandersetzen wollte.

Als ich in Hannover bei einem Treffen einen Vortrag über Manipulationstechniken hielt, meinten Ex-Zeugen Jehovas, darüber gar nicht diskutieren zu müssen. Sie waren schnell wieder bei gruppeninternen Auseinandersetzungen, schmorten weiter im eigenen Saft und blickten nicht über den Tellerrand ihrer Erfahrungen.

Doch diese Mitglieder schafften noch mehr: Sie wollten in der Vergangenheit diverser Mitglieder herumschnüffeln. Ein Mitglied wurde aufgefordert, ausdrücklich zu erklären, dass es nie etwas mit Scientology am Hut hatte. Da hatte es mir schon lange gereicht, ich war ausgetreten.

Der Gipfel war dann so eine Art Rechtskomiteesitzung in Bochum, zu der ich einfach mal fuhr. Zu Beginn erklärte man mir, dass ich mich zu Wort melden dürfe, wenn die vor mir Sitzenden ihren Standpunkt erläutert hätten, außerdem sei ich eh der Schuldige. Ich stand auf und ging. Danach fiel das Komitee über einen Freund von mir her. Man warf ihm vor, dass er mich verteidige. Dabei waren wir Beiden diejenigen, die diesen Verein mit bestimmten Zielen gegründet hatten. Die machten wir auch bei der Gründungsversammlung deutlich.

Es wurde ja niemand zum Beitritt gezwungen. Aber wenn ich einem Verein beitrete, muss ich mich schon an die Satzung halten - oder eine Satzungsänderung beantragen. Doch damit wären die Ex-Zeugen Jehovas nie durchgekommen. Also machten sie den Verein hinterrücks handlungsunfähig.


Heute ist Artikel 4 fast gestorben. Zu den dort noch handelnden Personen habe ich ein gutes persönliches Verhältnis, wo die damals agierenden Ex-Zeugen Jehovas geblieben sind, weiß ich nicht. ..
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http://forum.mysnip.de/read.php?27094,12808,13149#msg-13149

 

Ein Disput aus dem Jahre 2009. Nachdem die dortige "Innovation" "Kettenspiele für Doofe" wohl ihren Neuigkeitswert verloren hatte, benötigten die dortigen Kleinkarierten, zur Dokumentation ihres Kleinkarierten Horizontes, offenbar ein anderes Schlachtfeld, bei dem man nicht so recht weis:

Soll man darüber lachen, oder doch lieber weinen.

Wie auch immer. Sofern WTG-Hörige sich denn auf jener Seite verirren, können die sich eigentlich vor lachen nicht mehr halten! Jedenfalls hätten sie ja allen Grund dafür.

Nur weiter so, mag man dazu nur noch sagen. Ihr schafft es, dass die WTG nicht blos die nächsten zwei Jahrhunderte weiter besteht, sondern wahrscheinlich noch eine bedeutend längere Zeit.

Zu dem vorstehend angerissenen Thema steht der nachfolgende Link zwar in keiner Direktbeziehung.

Sieht man es aber nicht gar so thematisch eng begrenzt, hat auch er einen Bezug dazu!

http://forum.mysnip.de/read.php?27094,32021,32021#msg-32021

Zum Abschluss:

Noch ein Zitat aus dem

Forumsarchiv A31

"Das der Großteil einschlägiger Schreiber meint sich bei Infolink am besten aufgehoben zu fühlen. Mir persönlich (ich sagte nur ich persönlich - also keine Verallgemeinerung) stört der Kaffeklatschcharakter. Das ist nicht das, was mir primär vorschwebt. Deshalb wurde auch dieses Forum eröffnet."

Rückblickend habe auch ich dann zu konstatieren, mir einige Ernüchterungen eingehandelt, mit etlichen ungebetenen Gästen es zu tun gehabt zu haben, von denen auch ich sage.

Viel früher, und viel rabiater hätte als Antwort darauf die Löschkeule geschwungen werden müssen.

So ist das Leben, es weist ein Auf und Ab auf.

Vielleicht, dass allerdings wäre dann meine letzte Hoffnung, mag der Lenin ja mit einem Detailsatz (ich rede bewusst nur von einem Detailsatz, und keineswegs von dem Lenin in Gesamtheit).

Ergo mag dann selbiger ja wohl auch recht haben mit seiner Aussage:

Es geht drei Schritte vorwärts und zwei zurück.

Vielleicht sollte man angesichts des erschütternden Bildzeitungs-Gebildetsein-Niveaus, breiter ZJ und Ex-ZK-Kreise, in der Tat seine Erwartungen nicht zu hoch ansetzen!

Vielleicht doch noch ein Kommentar aus dem Jahre 2006

Geschrieben von Drahbeck am 13. Juni 2006 21:22:30:

Als Antwort auf: Re: Mecki’s zauberhafte Reise durch das Offenbarungsbuch - Kapitel 18 geschrieben von lucky am 13. Juni 2006 20:58:17:

Die Fragestellung kann aus meiner Sicht nicht lauten, ob es denn "kurzfristige" Erfolge gäbe oder nicht.
"Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf". Ein "markiger Spruch" eines "gewissen E. H.".
Die Geschichte hat die Frage beantwortet.

Die Art der Antwort, welche die Geschichte gegeben, ist allerdings nur in Kombination verschiedener Umstände möglich geworden.
Hätte es nicht die Gorbatschow'sche Politik und hätte es nicht die Grenzöffnung zwischen Ungarn und Österreich gegeben. Vielleicht hätte der Herr E. H. mit seiner Prognose sogar recht behalten.

Resignation mag als Ausdruck von Individualumstände erklärbar und nachvollziehbar sein. Die Geschichte wird indes nicht von den Resignanten und den "Kaffekranzvereinen" wirklich vorwärts gebracht

Exkus.

Zitat aus: http://www.zeugenjehovas-ausstieg.de/01-forum-zj/index.php?PHPSESSID=5789cb8aae0b145c80beffa02f0d531a&topic=1546.msg13765#msg13765

Nun, meine kritischen Fragen bei infolink betrafen die (demokratischen) Wahlen und das Programm der Kandidaten, die allesamt empört waren, dass ich so etwas erwartet habe und eine Satzungsänderung, die ich verhindert haben. Wäre sie durchgegangen, dann hätten D... und W... beschließen können die Mitgliederversammlung z. B. in Lichtenstein durchzuführen, hätten dort Urlaub gemacht, mit vier Leuten die Mitgliederversammlung abgehalten, weil allen anderen die Reise zu teuer gewesen wäre, dort beschlossen, dass dort ein Vereinshaus einschließlich Einliegerwohnung für W... gebaut wird und  - dank Nachschußßpflicht - die Beiträge erhöht und den Mitgliedern die Kosten aufs Auge gedrückt. Den Satzungsentwurf besitze ich noch. Dass ich es gewagt habe diese Möglichkeit aufgrund des Wortlautes der Satzungsänderung im vereinsinternen Bereich zu diskutieren, hat die Wellen hoch schlagen lassen.

Mir ist von Veruntreuung durch W... inkl. Staatsanwaltschaft bekannt. Die hier geschilderte Regelung mit € 50,-- mtl. kenne ich nicht. ...

Meine Anmerkung zu jenem Zitat. Die in ihm dargestellten Details kann ich als Außenstehender weder bestätigen, noch dementieren. Indes besitzen sie für mich sehr wohl Glaubwürdigkeitscharakter.

Wie auch immer die Details aussehen. Wird der Weg der Institutionalisierung beschritten, brauchte sich eigentlich niemand über solche oder ähnliche Erfahrungen zu wundern. Sie sind auch andernorts (dann eben mit anderen Details) bei Institutionalisierungen nachweisbar.

Allenfalls wäre der Grad der da erreicht wird, unterschiedlich zu bewerten.

Eine KdöR - ohne Rechenschaftslegung öffentlicher Art für die breite Masse.

Oder ein "eingetragener Verein"?

Ihre "Unschuld" haben beide durch Beschreiten dieses Weges, erst mal prinzipiell verloren.

Alles weitere ist eine Frage von Zeit und Umständen.

Siehe auch

Parsimony.2853 Siehe ergänzend zu diesem Posting auch Parsimony.2860 und auch Parsimony.2881

Parsimony.14506

Parsimony.14156

Parsimony.14817

Parsimony.14322

Wie aus einem Verein zwei Vereine wurden (2004)

http://forum.mysnip.de/read.php?27094,41308,41308#msg-41308

 

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