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| Geschrieben von Drahbeck am 04. August 2001 15:38:34: In dem Hirch-Buch "Zersetzung einer Religionsgemeinschaft", wird in dem Abschnitt, der dem Stasifunktionär Riedel gewidmet ist, auch der Fall zweier Stasi-IM aus den Bereich der Zeugen Jehovas im Raum Zwickau angesprochen. Einmal der Fall Joachim Schrödl (Stasiname IM Günther, geb. am 26. 01. 1930) dem Vernehmen nach, heute noch Ältester der Zeugen Jehovas in der dortigen Gemeinde Zwickau-Planitz. Dies kann nur so interpretiert werden, dass seitens der Zeugen Jehovas, ihm sein damaliger (nicht unbeträchtlicher) Sündenfall im Auftrag der Stasi, wieder vergeben wurde. Der zweite zu nennende ist der IM Harry Bachmann (Stasiname IMB Kreutzer, geb. am 26.
4. 1926) dem Vernehmen nach, zwischenzeitlich verstorben. Zu Bachmann schreibt H. (S. 70; Anmerkung Nr. 56): Nicht so bei H. angesprochen ist indes der nicht unbedeutende Fakt, dass Bachmann einen selbständigen Handwerksbetrieb zur Ausführung von Klempnerarbeiten führte. In seinem Angestelltenstamm sind durchaus weitere Zeugen Jehovas bekannt. Namentlich bekannt ist zumindest der Fall eines, der zwei Jahre lang bei ihm beruflich tätig war. Leute aus der alten Bundesrepublik vermögen es meines Erachtens durchaus nicht, immer richtig zu würdigen, was es bedeutete, unter DDR-Verhältnissen als selbstständiger Unternehmer, der zugleich weitere Angestellte beschäftigte, zu agieren. In der "DDR" gab es einige Verstaatlichungswellen und die Übriggebliebenen waren staatlicherseits durchaus nicht immer "wohlgelitten". Gerade bei diesen Übriggebliebenen ist in hohem Maße nachweisbar, dass sie "Rückendeckung" durch Mitgliedschaft in einer Blockpartei (Ost-CDU, LDPD, DBD, NDPD usw. suchten). Die Klientel der Blockparteien setzte sich in sehr hohem Maße gerade aus jenen Genannten zusammen. Ein selbstständiger Unternehmer, unter DDR-Bedingungen, der nicht einer solchen Blockpartei angehörte, aber doch noch weiter als Unternehmer wirken durfte, war in noch höherem Maße ein "exotischer Vogel". Schon zu DDR-Zeiten bestand der Verdacht, dass solche sich eine Art "anderweitige" Unterstützung erkauft haben, um zu überleben. Die Frage muss auch im Nachhinein noch gestellt werden können: Was ist für Jehovas Zeugen, respektive WTG, eigentlich das "kleinere Übel"? Das einer mit politischen Blockparteien, Made in DDR kooperiert, oder wenn er glaubt dies aus "Glaubensgründen" nicht tun zu können, als "Ersatz" dafür mit der Stasi kungelt? Zitat aus einer Korrespondenz, die dieser Replik zugrunde liegt:
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