Re: Michael K.


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von Drahbeck am 23. Juni 2004 15:13:08:

Als Antwort auf: Michael K. geschrieben von Drahbeck am 21. November 2002 17:26:46:

Der nicht ganz unbekannte Rezensent Michael K.; zu K. kann man vergleichen:
Hesse

Parsimony.3636
publizierte in Heft 2/2000 der Zeitschrift "Religion - Staat - Gesellschaft" auch eine Besprechung bezüglich des Buches von Gerald Hacke über die Zeugen Jehovas in der DDR.Siehe dazu auch:
Hacke

Dieses emotionsgeladene Gebiet findet in K. einen Fürsprecher aus westlich-phärisäischer Sicht. Wahrlich nichts neues. Insofern ist es auch nicht sonderlich weiterbringend, sich mit K. weiter auseinanderzusetzen. Über weite Strecken referiert er nur Hacke. Nun gut, so etwas machen auch andere Rezensenten. Man kann also K. im Prinzip "vergessen". Mit einer Ausnahme. Einer von ihm verbreiteten Fehlinterpretation muss widersprochen werden.

K. schreibt:
"So wurde am 9. September 1945 der in der NS-Zeit zwangsweise aufgelöste Verein 'Internationale Bibelforscher-Vereinigung, Deutscher Zweig' erneut gegründet und in das Vereinsregister Magdeburg eingetragen. Mit der Aussage, die Wachtturm-Gesellschaft sei damals als 'Körperschaft des öffentlichen Rechts' für ganz Deutschland gegründet worden, übernimmt Hacke eine falsche Information aus einer 1970 vom Ministerium für Staatssicherheit initiierten 'Dokumentation' über Jehovas Zeugen."

Da kann man nur zu sagen: Das ist ja ein ganz neue These auf dem Ententeich! Schon Herr Weinreich (sicherlich nicht verdächtig in Ruchnähe der Stasi zu stehen) wollte auch andichten, dass die Zeugen Jehovas unmittelbar nach 1990 in der DDR den von ihnen noch heute heiß ersehnten KdöR-Status bereits erhalten hätten. Weinreich musste sich sagen lassen. Dies sei eben nicht der Fall, weil die DDR, nach 1968 überhaupt keinen KdöR-Status verfassungsmäßig vorsah. Siehe
Weinreich

Und nun K.. Er registriert, dass Hacke sich mit der KdöR-Aussage geirrt habe. Akzeptiert. Nicht zu akzeptieren hingegen ist, dass dies schon im Uraniabuch so gesagt sein soll. Das Uraniabuch druckt zwar wie auch Hacke vermerkt, auf Seite 215 das WTG-Gründungsprotokoll ab. Nirgends indes wird in diesem Protokoll oder andernorts gesagt, dass da ein KdöR-Status beantragt oder gewährt wurde. Man wolle lediglich an den Status der von den Nazis zwangsweise aufgelösten Bibelforscher-Vereinigung, auf Vereinsrechtsbasis, wieder anknüpfen.

K. hat sich ein untaugliches Beispiel für seine Aversionen gegen das Uraniabuch ausgesucht, was nicht unbedingt, für seine "Gründlichkeit" spricht.


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