Re: 6000 Jahre Menschheitsgeschichte???


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von Drahbeck am 16. März 2004 09:00:40:

Als Antwort auf: 6000 Jahre Menschheitsgeschichte??? geschrieben von El Lute am 16. März 2004 01:36:32:

Schon Albert Schweitzer hatte in seiner theologischen Phase ("Geschichte der Leben Jesu-Forschung") herausgearbeitet. Im Urchristentum war die Endzeit-Naherwartung latent ("Ihr werdet mit den Häusern Israels nicht zu Ende kommen" bevor das alles geschieht). Das Urchristentum, ursprünglich als jüdische Sekte in Erscheinung getreten, erlebte danach noch eine gewaltige Akzentverschiebung. Begünstigt auch dadurch, dass seine Klientel sich zunehmend aus "Heidenchristen" zusammen setzte: solche also die keine geborene Juden mehr wahren. Schon anderthalb Jahrhunderte später, etwa zu Zeiten Tertullians, gab es in Nordafrika (Karthago) blühende Christengemeinden, deren missionarische Ursprünge wiederum auf Christen in Rom basierten. Die Ursprungsgemeinde in Jerusalem hingegen, versank in die zunehmende Bedeutungslosigkeit.

Mit dieser soziologischen, ging auch die ideologische Wandlung einher. Die ursprüngliche Naherwartung konnte so nicht mehr länger aufrecht erhalten werden. Abgesehen von einigen Sektenkreisen; sagte der Hauptstrom des Christentums ihm Ade.

Aber schon bei Tertullian kann man es nachlesen. "Heilige Schriften" waren für ihn nicht nur die des heutigen Bibelkanons. Tertullian beispielsweise berief sich auch ausdrücklich auf das "Henoch"-Buch, dass er hochschätzte. Gleichwohl wissend. Es fand nicht Eingang in den jüdischen Kanon des Alten Testaments. Gerade aber in diesem Schrifttum außerhalb der heutigen Bibel, begegnet man solchen Endzeiterwartungen die auch auf bestimmten Chronologien basieren. Letztendlich hat der Petrusbrief mit der entsprechenden Aussage, dass bei Gott ein Tag wie bei Menschen tausend Jahre seien, nur diesen "Ball" mit aufgenommen, um auch die "Kurve zu kriegen". Weg von der akuten Naherwartung - hin zu nebulösen Formulierungen, die sich als Gummiband in allerlei Richtungen hinziehen lassen.

Zirkus-Jongleure
Albert Schweitzer


ZurIndexseite