KdöR-Tragödie - neuer Aufzug

Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von Drahbeck am 31. Januar 2004 11:06:50:

Einer von kids e.V. verbreiteten Meldung zufolge, soll jetzt am 25. März dieses Jahres die noch ausstehende Gerichtsverhandlung in Sachen KdöR-Ansprüche der Zeugen Jehovas stattfinden. Gemäß ursprünglicher Planung war mal vorgesehen, diese Verhandlung noch im Jahre 2003 durchzuführen, was offenbar aber nicht eingehalten wurde.
Körperschafts-Streit

Dass die WTG im Vorfeld ihr ganzes Lobbyistenheer dazu mobil macht, wird auch schon an solchen Details deutlich, wie: das der Filmemacher Poppenberg eigens ein Video das nur diesem Anspruch gewidmet ist (mit B. als „Hauptstar") auf den Markt warf.

Poppenbergs KdöR-Video

Parsimony.3262

Wer auf eine unabhängige Justiz hofft, wird möglicherweise enttäuscht. Der Lobbyistendruck ist nicht zu unterschätzen. Dies zeigte sich schon in den Jahren 1995/96 bei der Einsetzung einer Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages. Auch da leisteten die Lobbyisten „ganze Arbeit" um eventuelle Ansätze, die auch den Großkirchen unangenehm werden könnten, zu desavouieren. Unrühmlich auch die Rolle der Grünen dabei. Deren Kirchenpolitische Sprecherin hat sich gekonnt im verharmlosen profiliert und wesentlich zum Endergebnis des „Hornberger Schießens" beigetragen. Viel Rauch und Nebel - kein fassbares Ergebnis. Und von SPD und CDU, beide auf die „Großkirchen" schielend, war in der Sache ohnehin nichts zu erwarten: Schande über sie!
Enquete-Kommission

Auch die „Großkirchen" haben im Vorfeld schon längst ihre Meinung abgesteckt. Als gewiegte Taktiker wissen sie, was für sie das kleinere Übel ist. Ob die Zeugen Jehovas nun KdöR werden oder nicht, ist ihnen im Prinzip „schnurzpiepe". Ihnen geht es doch nur um die Wahrung des eigenen Besitzstandes, insbesondere um die weitere Melkung der Staatskassen.
Das Sie mit einem Buch wie etwa dem von Leske, nicht konform gehen, bedarf wohl keines weiteren Kommentars.

Zieht man Bilanz, jetzt mal ab cirka 1995, ist festzustellen, dass zwischenzeitlich eine Ausweitung des Status Deutschland als Theokratie-Staat stattgefunden hat. Einer kürzlichen Fernsehsendung zufolge, bieten jetzt nach den Islamisten, auch die Buddhisten an deutschen Schulen schon eigenen Religionsunterricht an (selbstredend vom Steuerzahler finanziert), der ihrer Intention nach, noch massiv ausgeweitet werden soll. 1995 indes, gab es den noch nicht. Das Einfallstor zum Theokratie-Staat Deutschland ist also weit geöffnet.

Zu nennen wäre da noch der „Humanistische Verband" (früher nannte sich diese Kreise auch mal „Freidenker". Vom freien Denken sind sie mittlerweile auch ziemlich weit abgedriftet. Ihre Intention beschränkt sich auch nur darauf, möglichst einen großen Anteil am Kuchen der Staatsmelkung zu bekommen. Heißt das „Geschäft" der Kirchen zur Staatsmelkung vielfach Religionsunterricht an den Schulen. So dasselbe des Humanistischen Verbandes eben in dem Angebot von „Lebenskundeunterricht" oder auch im Fach LER (Lebenskunde Ethik Religion) in Brandenburg, von den Kirchen zwar heftigst bekämpft, dieweil es die eigenen Ansprüche tangiert. Letztendlich aber halbherzig bekämpft - auf beiden Seiten. Mit Agurenlächeln ist man sich unter der Hand durchaus einig im gemeinsamen Ziel. Der Melkung des dummen deutschen Steuerzahler-Michels. Der Dissenz besteht wohl bloß darin: Wem es gelingt wieviel von dem Kuchen abzubekommen.

Schon seit Jahren haben die juristischen Vertreter der Zeugen Jehovas lautstark angemeldet: Wir wollen auch von diesem Kuchen noch mehr abhaben. Und in den Startlöchern hinter ihnen steht schon eine ganze Batterie ähnlicher Gruppierungen. Inhaltlich sehr auseinandergehend. In einem Ziel jedoch vereint. Der Melkung der Staatskasse.
Körperschafts-Streit-Kommentare


In der angekündigten März-Entscheidung wird sich zeigen, wieweit es auf diesem abschüssigen Weg weiter geht.

Totalitär

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